Amtliches Kreisblatt für den Kreis börde. ce er eenrrichern ranch, Schwertesttchr. Alle Kreis= und Lokalpolizeilichen Verordnungen für den Kreis Hörde erlangen gemäß Bekanntmachung der Königl. Regierun durch Veröffentlichung in der„Schwerter Zeitung" rec verbindliche Kraft. Schwerte, Samstag den 14. Mlärz 1903. Abonnementspreis pro Quartal 1 Mark 65 Pfg., exel. 42 Pfg Bestellgeld, wenn durch die Post bezogen. Erscheint au jedem Wochentage. Wöchentliche Gratisbeilage:„Illustrierter Familienfreund.“ 36. Jahrgang. 280. Sitzung vom 13. März. 4 Der Reichstag verwies am Freitag die Nachforderung ür den Truppenübungsplatz Neuhammer sen Prüfung an die Budgetkommission zurück. Preuß. egsminister von Goßler meinte, die Angriffe in der Plätze. Wenn jetzt eine Mehrbewilligung bis zu 3 Mill. Mark von der Regierung verlangt werde, so liege das daß ein großer Teil des Waldes durch Branosuiftung zerstört wurde, die Holzpreise gesunken seien und mit Rücksicht auf die heimischen Landwirte teure ter bei der Ausrodung verwendet wurden. Um die Arbeiten fortzusetzen, möge der Reichstag vorerst 1½ Mill. anweisen.(Die Kommission schlägt bekanntlich Streichung von 500·000 Mark vor.) Abg. Bebel(Soz.) blieb dabei, daß die Behörden hätten besser dafür sorgen müssen, nicht übers Ohr gehauen zu werden. Für die sonstige „Heimatpolitik“ der Regierung sei es bezeichnend, daß fremde Arbeiter verwendet wurden. Die Abgg. v. Kardorff(frkons.), Müller=Sagan(frs. Vp.) und Spahn (Ztr.) waren für Rückverweisung der Forderung an die Kommission, die sodann beschlossen wurde. Nach kurzer weiterer Erörterung wurde der Rest des Militäretats er ledigt und zugleich ein Antrag angenommen, bei der T gebung des Bedarfs an Munition und Artilleriematerial den Wettbewerb aufrecht zu erhalten.„Hieraufg gurden die von freisinniger Seite mehr geforderten 1#0 Post assistentenstellen abgelehnt. Es folgte die Beratung des Marineetats, wobei über die Löhne der Werftarbeiter gesprochen wurde. Als eine Abstimmung erfolgen sollte, stellte sich Beschlußunfähigkeit heraus. Sonnabend: Etat für Kiantschau. Schluß 1/27 Uhr. Preußisches Abgeordnetenhaus. 43. Sitzung vom 13 März. Das Haus, das am Donnerstag in einer Tages= und einer Abendsitzung vom Kultusetat das Kapitel Höhere ehranstalten erledigte, beschäftigte sich am Freitag ächst mit der konservativen Anfrage wegen Einbringung mnes Schulunterhaltungsgesetzes. Als Graf Kanitz sagte der Begründung, die Schullasten seien besonders rückend auf dem platten Lande im Osten. Sei weitere staatshilfe angesichts der Finanzlage nicht möglich, so nüßten die Lasten wenigstens gerechter verteilt werden. kultusminister Dr. Studt erwiderte, die Schullast läge geetzlich den Gemeinden ob. Im Unvermögensfalle gedähre der Staat Unterstützungen, und das in freigiebigster Leise. Er, der Minister, erkenne an, daß die Vorschriften iher die Schullasten vielfach verbesserungsbedürftig seien; in neuer Entwurf sei daher ausgearbeitet worden. Ihn inzubringen, dafür sei jetzt noch nicht der geeignete Zeitpunkt, erstens wegen der schlechten Finanzlage, zweitens weil bei der Regelung der Unterhaltung die Berührung von Fragen der inneren Organisation der Schule nicht zu vermeiden sei und ferner dürfe der kurze Rest dieser Tagung nicht mit einer so schwierigen Aufgabe belastet werden. Abg. v. Zedlitz(frkons.) beantragte, die Regierung möge einen Gesetzentwurf vorlegen, der Ungleichheiten in der Lehrerbesoldung beseitige. Minister Studt verwies erneut auf die Finanzlage. Das Haus beschloß Ueberweisung des Antrags an die Budgetkommission und setzte dann die Veratung des Kultusetats fort. Politische Uebersicht. — Vom Kaiserhofe. Der Kaiser, der abends vorher mit seiner Gemahlin der Vorstellung von„Gerechtigkeit“ im Schauspielhause beiwohnte, pürschte Freitag früh im Grunewald. Nachmittags nahm er an einer musikalischen Unterhaltung bei dem früheren Generalintendanten der Hofbühne Graf Hochberg teil, und abends war der Monarch Gast des Reichskanzlers. Zu diesem Essen wafortt ouernder Anerkennung reicher Verdienste und besonderen Wohlwollens den Rang eines Generalfeldmarschalls verlieh. v. Hahnke steht im 70. Lebensjahre und war bekanntlich lange Jahre hindurch Chef des kaiserliche Militärkabinetts, von welchem Posten er vor weniger Jahren infolge seines leidenden Gesundheitszustandes entbunden wurde unter Ernennung zum und zum Oberbefehlshaber in den Marken und Gouverneur von Berlin. Nichtfurstliche Generalfeldmarschälle besitzt das deutsche Heer nunmehr zwei: Graf Waldersee 9. Der Stadtrat von Trier genehmigte in geheimer Sitzung einenAntrag, 50000 Mark Abfindung an die Welschnonnen für das Schulgebaude zu zahlen, in dem sich die paritätische Töchterschule nebst Semmar befindet. — Die Lage des deutschen Arbeitermarktes hat sich im Februar weiter gebessert. Es kamen zwar noch 175 Arbeitssuchende auf 100 offene Stellen, im Vorjahre betrug dre Do#ie letzten Vorbereitungen für die Mittelmerfahrt des Kaisers werden im Kieler Kriegshafen getroffen. Bis jetzt ist nur endgiltig bestimmt, daß der kleine Kreuzer „Nymphe“ und das Torpedoboot„Sleiper“, die„Hohenzollern" begleiten. Der erste italienische Anlaufhafen ist Genua. Der Stadtausschuß von Neapel hat beschlossen, zu Ehren der Anwesenheit des Kaisers ein großartiges Tournier im historischen Stil zu veranstalten, und zwar wie es 1536 bei der Heimkehr Kaiser Karls V. von der Eroberung von Tunis abgehalten wurde. Die Kaiserjacht hat übrigens ihre baulichen Aenderungen im Innern und an Außenbord bendet.. haushalts der — Einen Vergleich des Heereshaushalls der Dreibundmächte finden wir in der Tgl. Rdsch. Deutschland unterhält 562.187 Mann unter den Waffen, Oesterreich 350 657, Italien 221 388. Jeder Soldat kostet in Deutschland 832, in Oesterreich 804, in Italien 796 Gesamtausgaben für Heereszwecke betragen in land 660 Mill., in Oesterreich 346, in Italien 204. Deutschland unterhält die wenigsten Offiziere, 43 auf 1000 Mann, während Oesterreich und Italien je 62 auf 1000 Mann haben. Die Stärke der Feldartillerie ist in Deutschland im Verhältnis am höchsten, nämlich 6 Feldgeschütze auf 1000 Mann der Friedensstärke, wogegen sie in Oesterreich nur 4, in Italien nur Zauf je 1000 Mann beträgt. Eungland. =: Der Kolonialminister Chamberlain trifft am heupagnie des Infanterie=Regiments Nr. 74. In den letzten 6 Wochen sind hier vier Selbstmorde von Soldaten vorgekommen, darunter drei beim Königs=Ulanen=Regiment. wieder in England ein. Seine afrikareise hat ihn annähernd 4 Monate von der Heimat ferngehalten. Ueber den Verlauf und die Erfolge der Reise hat der Minister selbst soviel Berichte in die Welt gehen lassen, daß sich ganz England über die Wichtigkeit der Sache zum mindestens einig sein muß. Demens### chend wird denn Herr Chamberlain auch mit königlichen Ehren empfangen werden. Am kommenden Montag wird das Londoner Unterhaus dem ungekrönten Könige von England seine Ehrerbietung durch eine große Ovation beweisen. 916 Afrika. = Ein amerikanisches Geschäft. Von größerer Wichtigkeit als die militärischen Vorgänge in Marokko ist nach spanischer Auffassung das finanzielle Eingreifen Nordamerikas, das in politischer Hinsicht offenbar die Stellung Englands gegenüber Frankreich und Spanien verstärken wird. Nach zuverlässigen Meldungen aus Tanger hat der Gouverneur Sidi Torres bereits mit dem Vertreter eines nordamerikanischen Finanzkonsortiums einen Anleihevertrag unterzeichnet. Marokko soll 50 Millionen Dollars erhalten, wovon der Sultan 15 Mill. (60 Millionen Mark) in bar empfängt, während er für das übrige Geld in Nordamerika Gewehre, Kanonen, Pferde und Uniformen bestellt. Gleichzeitig soll das Konsortium die Konzession zum Bau von Eisenbahnlinien von 2000 Kilometer Länge erhalten. Das im nächsten Monat nach Europa kommende große nordamerikanische Kriegsgeschwader wird auch mehrere marokkanische Häfen anlaufen und die finanzielle Aktion Nordamerikas in Marokko unterstützen. Friedrich Gottlieb Klopstock. Zu seinem 100 jährigen Todestage. Das war ein eigenartiger Mann gewesen, der ar 14. März 1803— also just vor hundert Jahren— in Hamburg gestorben war und den die Scharen trauernder Waller durch Hamburgs Tor wie einen Fürsten hinausbegleiteten, um ihn in Ottensen bei Altona zur Friedhofsruhe zu tragen. Fast achtzig Jahre alt war er geworden, aber nie hatte er eigentlichen Beruf bekleidet, wie wir es sonst vom Manne erwarten. Er war ein Dichter gewesen; aber er war auch ein echter Dichter, ein Vater der deutschen Dichterkunst: Friedrich Gottlieb KlopIn ihm vereinigten sich eine große dichterische Kraft und ein frommer, ehrfurchtsvoller Sinn. Schon im Vaterhause hatte der Jüngling solchen Sinn in sich aufgesogen. Hatte doch der Vater in Quedlinburg in einer Gesellschaft von Spöttern an den Degen geschlagen und gesagt:„Meine Herren, wer etwas geger den lieben Gott spricht, das nehme ich als eine VBeleidig. ung gegen mich, der muß sich mit mir schlagen!" Von dem sater hatte er auch die vaterländische Gesinnung, mit dem er dem Preußenkönig zur Zeit der schlesischen Kriege zujauchzte:„Der Feind ist da!— Die Schlacht beginnt!— Wohlauf, zum Sieg herbei!— Es führet uns der beste Mann im ganzen Vaterland!" und„Der du im Himmel donnernd gehst, der Schlachten Gott und Herr, Leg deinen Donner! Friedrich schlägt die Scharen vor sich her!" Freilich später hat sich Klopstock von seiner Begeisterung für Friedrich den Großen durch des Königs undeutsche Vorliebe für französische Sprache und Dichtkunst abkuhlen lassen, und hat sich mit den Stoffen altgermanischer Sage und Geschichte in seinen Liedern beschäftigt, aber dabei hat er der deutschen Dichtkunst neuen Stoff, der deutschen Sprache manch neues Wort zugeführt. Doch das alles hat ihn nicht groß gemacht. Groß ist er durch die Dichtung geworden, die er als 24jähriger Jüngling begann, und an der er bis an sein Lebensende unermüdlich gearbeitet hat, durch den„Messias“! Der Jüngling, zu Quedlinburg am 2. Juli 1724 geboren, hatte schon bei seinem Abschied von der Fürstenschule in Pforta das Sehnen nach einem Dichter ausgesprochen, der durch ein großes unsterbliches Werr zeigen müsse, was deutsche Dichtkunst vermöge. Gott, die Natur und des Menschengeschlechtes Größe müsse er preisen. Nur kurze Zeit darauf, während er in Leipzig studierte, begann er bereits das zu erfüllen, was er eben noch ersehnt hatte. Noch während seines Studiums entstanden die drei ersten Gesänge seines„Messias“, der großen Dichtung, in der er sich die Verherrlichung Jesu in seinem Leiden und Auferstehen zur Aufgabe stellte. Der weitere Lebensgang des Dichters ist rasch erKleine Chronik. vorch Pot, des Beichstaunflunrsz, Zu diesem Eieinten.I 4 Der Dichter des Liedes„Rum ade, du mein lieb auch adniral Holmann und die Generalu,gelitzsch Heimatland. Disseldorf, ist zu Alsieht in iten Faber und Dryander, die Professoren Delitzsch Heimatland“ n Faber und Dryander, die Professoren Slaby, Professor Reinhold Begas u. a. geladen. — Der Kaiser trifft am kommenden Dienstag nachttags 3 Uhr in Dresden ein, um als erster Fürst den inig Georg von Sachsen nach dessen Regierungsantritt besuchen. Die Rückreise nach Berlin erfolgt abends Uhr. — Generalfeldmarschall v. Hahnke. Der Kaiser hat n Generalobersten v. Hahnke von neuem in ganz benderer Weise ausgezeichnet, indem er ihm zum Beweis Pastor August Disselborf, ist zu Allstedt in Weimar gestorben. Das letzte Jahr brachte ihm, dem Erblindeten, besonders schweres Herzeleid; denn es war der als Pfarrer in Trebin zählt. Von Leipzig aus ging er nach Langensalza, übernahm dort eine Hauslehrerstelle, begab sich auf eine Einladung hin von da nach Zürich, wo er im Hause Bodmers Tage frohen Jugendglückes im Freundeskreise verlebte. Dann rief ihn König Friedrich IV von Dänemark nach Kopenhagen und setzte ihm ein Jahresgehalt aus, damit er lediglich der Dichtung und Vollendung seines„Messias“ leben konnte. Meta Moller, eine Hamburgerin, reichte ihm zum Ehebunde die Hand. Doch schon nach vierrd sie ihm genommen. Erst sitz mit Hamburg, wo er als dänischer Legationsrat unter Beibehaltung seines Jahresgehalts die letzten 32 Lebensjahre zubrachte. Betrachten wir die dichterischen Leistungen Klopfstocks, so stört uns an ihnen der fremdartige Versbau, der sich durchaus an lateinische und griechische Vorbilder lehnt. Aber darin war er ein Kind seiner Zeit, und immerhin muß ihm zuerkannt werden, daß er verstand, die deutsche Sprache mit außerordentlichem Geschick auch für fremdartige Versmaße zu gebrauchen. Vermissen wir darin etwas, daß der Reim, diese deutsche Dichtungsform, in seinen Gedichten meist fehlt, so ist doch echt deutsch sein tiefstes Empfinden, mag er nun die Freundschaft oder das Vaterland, die Natur oder himmlische Dinge besingen. Das letztere gelang ihm oft ganz besonders gut. Lieder wie„Tas Lied vom Sterben“:„Selig sind des Himmels Erben“ und das andere, das unvergeßliche, und durch seine Melodie volrstumlch gewordene Auferstehungslied der ganzen Kirche geworden. undere wie seine Melodie volkstümlich gewordene Aufergu### ein Sohn Johames, dr als Pfarrer in Trebin, grobe) g.ug dem Todesüberwinders, Knnten hier, nach ge4 Hannover, 13. März. Zwei„Soldatenselbstmordt den Seine Dramen hat man vergessen. Auch ereigneten sich in Hannover. Der ulan Hinrich von der ersten Schwadron des Königs=Ulanenregiments erschoß sich mit seinem Karabiner, den er mitWasser geladen hatte. Ferner erschoß sich der Füsilier Küle von der 2. Komnannt werden. Seine Bramen hat man vergessen. Auch darin hat er biblische Stoffe behandelt: Davids Zählung, Salomos Götzendienst. Den„Messias“ lesen heute wenige; aber Klopstocks Lieder werden immer gern gesungen werden. Elise von Heusler. Beistehend geben wir unseren Lesern ein Porträt der soeben vom Schwurgericht in München wegen Giftmordversuchs zu schwerer Zuchthausstrafe und Ehrverlust verurteilten Oberin des Maximilenstifts Elise von Heusler. Die Verurteilte soll einen bis zur Stunde noch unverbürgtem Gerüchte zufolge inzwischen Selbstmord verübt haben. Jedenfalls ist der Prozeß, der schwere, lange Jahre gebildete Mißstände in dem genannten Stift aufgedeckt hat, einer der sensationellsten unserer Zeit. Lokales. ** Schwerte, 14. März. **(Nicht stattgefunden) hat wegen gänzlichen Ausbleibens des Publikums das Konzert, welches der Unnaer Orchesterverein für gestern abend im Saale Östermann=Engel angesetzt hatte. Viel liegt dieser Mißerfolg wohl daran, daß diese Veranstaltung lange nicht genügend bekannt gemacht worden war. Der größte Teil der Bürgerschaft dürfte wohl überhaupt nichts davon gewußt haben. **(Mutwillig zertrümmert) durch einen Steinwurf wurde gestern eine Straßenlaterne in der Wilhelmstraße. Der Täter ist unerkannt entkommen. **(Lehrer=Konferenz.) In der im Saale des Herrn Ostermann=Engel stattgehabten Konferenz der Lehrer des Amtes Westhofen und der Stadt Schwerte hielt Herr Wiegerich einen Vortrag über„Die neue Rechtschreibung". In der sich anschließenden Besprechung wurden als besondere Mängel der neuen Rechtschreibung die doppelte Schreibweise vieler Wörter und die fremdsprachliche Schreibung mancher eingebürgerten Wörter bezeichnet und der lebhafte Wunsch ausgesprochen, daß hierin Einheitlichkeit eintreten möge. Die nächste Konferenz findet am 22. April statt. jeder einzelnen Henne und einer g sie noch so groß, auf das sorgfältigste kontrolliert. jeder Eierfresser wird sofort erkannt und ein unbemerktes Anbrüten der Eier ist unmöglich. **(Die Eisenbahndirektion Elberfeld) hat den Zugführern, denen auf gewissen Haltepunkten die Abfertigung der Personenzüge obliegt, mehr Aufmerksamkeit zur Pflicht gemacht, da es vorgekommen ist, daß sie die Züge haben zu früh abfahrenlassen, um den Zug planmaßig durchzuführen. Den Reisenden ist nicht immer die genügende Zeit zum Ein= und Aussteigen geblieben, auch ist es vorgekommen, daß eine Anzahl Reisender zurückgeblieben st. Aus Westfalen und Rheinland. * Essen, 13. März.(Freche Diebin.) Im benachbarten Huttrop wurden einem Milchhändler, während er seinem Geschäft nachging, seit einiger Zeit wiederhol Beträge von 10—20 Mark aus seiner verschlossenen Wohnung entwendet. Erst als er sein Geld dem Ofen anvertraute, hörten die Diebereien auf. Nach einigen Tagen war auch dieses Versteck nicht mehr sicher und die gestohlene Summe erreichte bald die Hohe von 240, Mark. Zeit öffnete sich geräuschlos die Tür. Eben wollte sich die raffinierte Diebin mit dem gestohlenen Gelde entfernen, als die strafende Hand sie erfaßte. * Gevelsberg, 12. März.(Den Terrorismus) der sozialdemokratischen Verbände kennzeichnet folgender Vorfall. Von der Firma Krefft war ein Schleifer wegen grober Verletzung der Arbeitsordnung entlassen worden. Trotzdem das Gewerbegericht, dessen Entscheidung der Entlassene anrief, die Maßnahmen der Firma für berechtigt und gesetzlich erklärte, wollten die Schleifer die Firma zwingen, den Entlassenen wieder aufzunehmen und kündigten. Kurz vor Ablauf der Kündigungsfrist kam aber noch eine Einigung zustande, wonach die Firma in den Arbeits= und Lohnverhältnissen verschiedene ständnisse machte und sämtliche Schleifer, mit Ausnahme des Entlassenen, die Arbeit fortsetzen wollten. Der Verband der Schleifer entschied indes anders. Weil die Bedingungen des Verbandes von der Firma nicht angenommen worden waren, verfügte er die Arbeitseinstellung, und so sind jetzt die arbeitswilligen Schleifer gezwungen, zu friern. * Heerdt, 13. März.(Faschings=Folgen.) Ein Mädchen, das sich durch das Abfärben einer Maske eine Blutvergiftung im Gesichte zuzog, ist gestern im Krankenhause gestorben. Kassenraub und Mord. Hagendingen, 13. März. Der Direktor der SiegenLothringischen Werke für Eisenkonstruktion und Brückenbau, Flözer, ging gestern abend nach 11 Uhr, als er sich nach Hause begeben wollte, an der Fabrik vorbei. Als er im Bureau Licht gewahrte, wandte er sich demselben zu und fand Diebe vor, die sich über die Kasse hermachten. Beim Eintritt Flözers überfielen ihn die Diebe und bearbeiteten ihn mit Messern. Nachdem die Diebe die Kasse beraubt hatten, flohen sie und ließen ein langes Dolchmesser zurück. Heute früh sanden Fabrikarbeiter die Leiche des Direktors im Bureau vor. Von den Tätern fehlt jede Spur. Eigener Depeschendienst der„Schwerter Zeitung.“ § Berlin, 13. März. Das Kammergericht hat heute das Uirteil in Sachen der Kirchbaulasten gesprochen. Die von der Stadt Berlin gegen die Kirchengemeinden St. Simeon und Marcus angestrengten Prozesse sind zugunsten der Stadt Berlin entschieden worden. Die Gemeinden sind mit ihrem Anspruch auf Grund der alten Konsistorialordnung von 1573 in letzter Instanz abgewiesen. § Berlin, 13. Mörz. In der Kinderunterschiebungs=Affäre der Gräfin Kivilecka sind zwei neue Verhaftungen von der Gerichtsbehörde in Wroblewo, der Heimat der verhafteten Gräfin vorgenommen worden. Die Hebamme Ossowska und die Kammerfrau der Gräfin, Frau Chiwalkowska, wurden unter dem Verdacht festgenommen, in dem im März 1901 in Posen stattgehabten Zivilprozeß, wegen Anerkennung der Legalität des in Frage stehenden Sohnes der Gräfin, eines wissentlichen Meineides sich schuldig gemacht zu haben. Die verhafteten Frauen sind gestern hier eingeliefert worden. Gegen zwei andere Zeugen aus dem Posener Prozeß sind ebenfalls Verdachtsmomente wegen ihrer damaligen Aussagen aufgetaucht. § Brüssel, 13. März. In einem hiesigen Restaurant, in welchem eine Anzahl Polizeiagenten ihre Mahlzeiten einzunehmen pflegen, entfiel einem der Agenten beim Ablegen der Waffen der Revolver so unglücklich, daß ein Schußlosging und die Kugel der Tochter des Wirtes das Herz durchbohrte; dieselbe war auf der Stelle tot. § Rom, 13. März. Wie aus Mailand telegraphiert wird, wurde in Treviso gestern die sehr reiche Gräfin Haquenard von einem in ihrem Dienst stehenden Feldarbeiter ermordet, weil sie ihm eine kleine Unterstützung verweigert hatte. Hd Berlin, 14. März. Aus Potsdam wird über eine Soldatenmißhandlung berichtet, die beim 1. Garde=Ulanen=Regiment vorgekommen ist und den Miß. handelten zum Selbstmord getrieben hat. Der zweitälteste Wachtmeister im Regiment, Fuchs, hielt es für nötig, den Ulan Würzberg, der bei der 5. Eskadron im zweiten Jahr als Freiwilliger diente und im vorigen Monat zu dienstlichen Rügen Veranlassung gegeben hat, empfindlich zu strafen. Zwei Unteroffiziere mußten Würz. berg halten und über einen Tisch legen, während ein Gefreiter mit einem Stock auf ihn einschlug. Würzberg wurde infolge dieser Mißhandlung krank und verübte Selbstmord, nachdem er aus dem Lazaret entlassen war. Gestern abend wurden sowohl der Wachtmeister Fuchs wie die übrigen bei der Mißhandlung beteiligten Personen in Untersuchungshaft genommen. HId Sofia, 14. März. Im Dorfe Slatinia kam es wegen eines seit langem zwischen der Stadtverwaltung von Sofia und den Bauern bestehenden Streites über Grundstücke zu einem blutigen Zusammenstoß zwischen Bauern, Polizei und Militär. Hierbei wurden zwei Bauern getötet und sieben verwundet. Auf Seiten des Militärs wurden ein Major zwei Unteroffiziere und mehrere Mann schwer verletzt. Jetzt, gekt?- I## in allen Ecken, vom Oller Getze gent S 108. in den Keller: das Wischen, Abseifen, Fegen, Schrubben, Putzen, Waschen, Scheuern. Reinmachen Noch vor den Feiertagen soll alles fertig werden!— Luhns Salmiak=Terpentin Kernseife und Luhns Wasch=Extrakt mit rotem Band haben sich hierbei seit Jahren allerbestens bewährt, weil der Anstrich nicht leidet, auch alles mit der milden, sparsamen Lauge von „Luhns“ bekanntlich geschont bleibt. In allen besseren Geschäften kauft man jetzt„Luhns“. Wo etwa noch nicht vorrätig, wende man sich direkt an Luhns Seifenfabrik in Barmen, dann wird Ihnen sofort die nächste Verkaufsstelle mitgeteilt. Der Name „Luhns“ ist eine Garantie für den Käuser! (Gewinnziehung schon 24. und 25. März und sofort Bargeld für Gewinne!) Dadurch erfreuten die Berliner 1 Mark=Lose sich schon bei voriger Lotterie eines sehr flotten Absatzes und werden auch diesmal wieder vor Ziehung ausverkauft sein. Die Pferdegewinne von 10 000 Mark, 6000 Mark, 5000 Mark, 4000 Mark, 2 mal 3000 Mark, 5 mal 2000 Mark, 6 mal 1500 Mark sind mit 70 Prozent und die 6002 Silbergewinne sind sogar mit 90 Prozent des angegebenen Wertes sofort nach Ziehung in Bargeld umzusetzen. Bei diesem großen Gewinnplane ist der Lospreis von nur 1 Mark(11 Lose 10 Mark) sehr niedrig. Man möge sich daher beeilen, noch zum amtlichen Preise Lose bei den inserierten Verkaufsstellen hier oder bei dem Generaldebit Ludw. Müller& Co., Bankgeschäft in Berlin, Breitestraße 5, zu erhalten. Todes-Anzeige. Heute Morgen 1 Uhr entschlief sanft und gottergeben, nach kurzem, schweren Krankenlager, unser lieber unvergesslicher Vater, Schwiegervater, Grossvater Schwager und Onkel, der Gutsbesitzer PRieurten-Löheh F.. Westhonl im Alter von 59 Jahren. Um stille Teilnahme bitten Die trauernden Hinterbliebenen. Rheinen, Kalthoff, Nachrodt, Overberge, Schwerte, 14. März 1903. Die Beerdigung findet Dienstag, den 16. cr. ½3 Uhr von Rheinen und 4 Uhr in Schwerte statt. Bekanntmachung. Die Abfuhr der Stückauter, der Weue= und Hochbaumatertalien, das Fahrin des Sprengwa gens, das Zusammen ahren des K urichts das Fortschaffen von Schnee und Eie aus den Straßen 2c. soll für die Zeit vom 1. April 1903 bis 1. April 1904 vergeben werden. Angebotsformulare u. Bedingungen liegen auf dem Stadtbauamte zur Einsicht offen und können zum Preise von 0,25 Mk. von dort bezogen werden. Angebote mit entsprechender Aufschrift sind bis zum 20. März 1903, mittags 12 Ahr, ebendaselbst einzureichen. Schwerte, 12. März 1903. Der Magistrat: Rohrmann. Eine schöne Etage bestehend aus 5 Zimmern u. Keller sowie Mitbenutzung einer separaten Waschküche u. darüber befindlichem Trockenboden wegzugshalber sofort oder später zu vermieten. Eventuell können auch noch 1 oder 2 Bodenzimmer mit vermietet werden. Näheres in der Geschäftsstelle d. Blattes. Runde Kartoffeln pr. Ztr. 2.80 Mi. Magnum honum Kartoffeln pr. Ztr. 3,30 Mk. Mühlh. Kartoff. pr. Ztr. 4,00 Mk. Magn bon. Pflanzkartoffeln pr. Ztr. 3.60 Mk. empsiehlt W. Lehmhaus, Schwerte. Crêpe-Papier, einfarbig sowie geblümt, passend für Jampenschirme, TopfHüllen, Tischläuser etc. empfiehlt Carl Braus, Buch= und Papierhandlung. Auf zum Markaner! Sonntag, den 15 cr., bedient im Gasthof„zum Markaner" der gemütliche Wilhelm, 26 Jahre alt, 1,10 m groß. ff. Bockbier im Anstich. Zu recht zahlreichem Besuch ladet ergebenst ein A. Feit. 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Ich kehre mich nichts drau, Ich laß die Leute klügeln, Wer kann denn jedermann Das lose Maul verriegeln! Ich kann nicht besser leben, Als daß ich dazu lach, So haben sie vergebens Sich viele Müh' gemacht. Alte Inschrift. Brieftragers Hannchen Von Georg Paulsen. (62. Fortsetzung.) Sie lachte silberhell auf und Falkenthal lachte mit, sie liebkosend an sich heranziehend. Nur der Doktor bewahrte seinen unerschütterlichen Ernst, als er antwortet: Ich halte den Entschluß des Herrn Majors für den allerbesten. Jedenfalls wurde ich nicht fruher ruhig sein, als bis ich mein höchstes Kleinod mir dauernd gesichert. „Hörst Du den ernsten Doktor, Richard, rief Johanna heiter.„Er ist just noch so, wie in der Posthalterei zu Sonnenfeld. Immer der brave, bedachte Bursch! D# weh, da ist's mir doch entfahren, das Wort. Aber varum keine Feindschaft nicht, Hermann. Und weil Ihr denn alle zwei gegen mich seid, will ich mich fügen. Eine Gegenbedingung stelle ich blos....“ „Welche?“ fragten die beiden, wie aus einem Munde. „Wenn der Doktor einmal heiratet, dann feiern wir beide mit, Richard?“" „Ganz gewiß. Also Dottor, wann ists soweit: fragte der Major mit froher Laune. Dr. Hermann Grau wich ihren munteren Augen nicht aus, als er antwortete:„Mein Leben gehört meinem Studium. „Hu, wie bärbeißig!“ neckte Johanna. „Ich bitte mich anzunehmen, wie ich bin, war seine stille Entgegnung. „Wir wollen Ihnen nicht wehe thun, lieber Doktor, also freuen Sie sich dann an unserem Glück. Und so bleiben Sie denn noch ein paar Wochen in Budapest? Sie würden Johanna und mich verbinden, mein hoher Herr gibt sein Inkognito jetzt, da die diplomatischen Verhandlungen resultatlos geblieben sind, auf, und ich halte es für meine Pflicht, meinem Dienst bei dem gütigen Herrn m strengster Weise nachzukommen. Wollten Sie Ihre freie Zeit Johanna etwas widmen, es wäre für sie und für mich eine rechte Freude und Genugtuung. „Ich bitte ganz über mich zu befehlen. „Also, dann leben Sie wohl, zum Diner sehen wir uns wieder. Mein Dienst ruft mich jetzt ab. Adieu, mein Herz, auf Wiedersehen bester Doktor. Damit schritt er hinaus, Aluscha, die ihm die Tür öffneie, heiter zunickend. 1.1 Johanna warf ihm, als er vor dem Hoter hinaufsah, noch eine Kußhand nach und wandte sich dann an den 84er. R f d G0 „Weißt Du, was ich nun mocht! fragte sie ihn Gwig. HEE „Dem Major nacheilen,“ sagte der Dollol löcken. „Just das net. Aber frühstücken. Hab' ich einen bunger nach all der Angst und Sorge bekommen. Da nahm der Doktor seine Brille ab und lachte zum ersten Male laut auf.„Weißt Du was, Hannchen? Hätte ich's nicht selbst gemerkt, ich hätte es nicht geglaubt, aber Du bist wirklich das alte Sonnenfelder Hannchen geRichen: Sie lachte mit.„War auch schau, wenn's anders geworden wär'. Also endlich taust Du auf, Menschenkind! Aluscha! Wenn der Doktor mich besuchen will, wird er ein für allemal ohne weiteres einzutreten gebeten. Und nun klingle, das Frühstück soll serviert werden.“ Aluscha beeilte sich.„Herr Neuling kommt,“ meldete sie dann.„Trifft sich gut. Ich lasse bitten. Mag er ja gleich alles erfahren!“ Und als der würdige Herr eintrat, sofort seine Bewegung wegen der Verwundung des Grafen Zura erralend, da unterbrach ihn Johanna kurz, stellte ihm den DokGrau vor, lud dann zum Sitzen ein und rief:„Lieber Herr Neuling, also bekommen Sie keinen vier Wochen soll meine Hochzeit sein.„ „In vier Wochen?“ wiederholte der ergrame Impresario mit erblaßten Lippen.„Mit dem Doktor da?“ ragte er unwillkürlich, weil ihm der zwanglose Verkehr zwischen den beiden Jugendgespielen diese Möglichkeit näherliegend erscheinen ließ, wie eine Verbindung mit dem Major.„ „Wenn's nach dem Herrn Toktor gegangen war, könnten wir schon manches Jahr Mann und Frau sein, lieber Herr Neuling, erklärte Johanna lächelnd, aber für jetzt ist's der Major von Falkenthal, der mich Ihnen ent„Entführt. Das ist das rechte Wort, das weiß Gott,“ seufzte Neuling.„ „Nun, Sie werden sich trosten, meinte Johanna. „Eigentlich ist's das weibliche Geschlecht garnicht wert, daß man seinetwegen sich trüben Gedanken hingibt, brach der geärgerte alte Herr heraus.„Ich weiß, warum ich Junggeselle geblieben bin, und der Herr Doktor, an dessen Hand ich keinen Ehering entdecken kann, wird das auch wissen. „Das hatte ich ahnen sollen, rief die Sangerin in scheinbarem Zorn... Marle „Weiß Gott, Fräulein Johanna,“ sagle Reuling erwas ruhiger,„daß Sie es ebenso machen würden, wie viele andere Stars, und die Fahne der Kunst beiseite legen, sobald sich eine gute Partie bietet, das hätte ich nicht gedacht. Ianm„ 4 „Ich liebe den Major von Herzen, erwivelte Johauna einfach.. Gaufhahn S; „Nun ja! Aber bedenken Sie, welche Taufbahn Sie aufgeben,“ sagte Neuling erregter hinzu.„Waren Sie gestern in der Oper, Herr Doktor? Ja? Nun dann begreifen Sie ja, was ich sagen will.“ Ich verstehe das vollkommen. Aber Fräulein Johanna hat Recht. Und durch die letzten Ereignisse wird Ihre Sehnsucht nach einem friedvollen Hafen der Liebe nur gewachsen sein, betonte der Doktor. „Na, dann ist es gut. Kommen Sie auch noch über mich! Dann führen Sie nur die Unterhaltung, ich werde mich mit diesem ausgezeichneten Burgunder trösten. Sie materieller Mensch!“ Sind wir alle. Und wie es mit der Liebe nach zehn Jahren steht, das bleibt durch die Tatsachen, die dann vorhanden sind, zu erweisen. Wie es aber mit dem aus gezeichneten Wein in zehn Jahren stehen wird, das weiß ich. Er wird dann noch besser sein. Das weiß ich. Also?“ Johanna und der Doktor lachten. Man stieß an, und das Frühstück verlief in der heitersten Weise. Der sensationelle Fall des Grafen Zura verschwand ebenso schnell wieder vom Tagesgespräch, wie er aufgetaucht war. Die Behörde war durch die Erklärungen des Majors von Falkenthal, wie der Unfall entstanden, vollauf befriedigt, und der Vater des Grafen Egon hatte selbst dem Angegriffenen im Namen seines Sohnes seine Entschuldigung ausgesprochen und die Bitte hinzugefügt, über das leidige Vorkommnis hinweg gehen zu wollen. Der Major war damit nur zu sehr einverstanden. Die Behandlung des Verletzten hatte der Hausarzt der gräflichen Familie übemnommen, er hatte, wie Doktor Grau, erklärt, daß keinerlei Anlaß zu Besorgnissen vorhanden sei, immerhin aber einige Ruhe erforderlich sein werde, bis die Wunde als geheilt betrachtet werden könne. Graf Egon lag scheinbar teilnahmslos, mit geschlossenen Augen auf seinem Bette. Eine verzehrende Wut kochte in ihm. Er wollte es nicht erkennen, daß er die erlittene Wunde vollkommen verdient, er sah nur die schmach, daß er dem Major hatte weichen müssen. Zwar hatte er auf die ernsten Worte seines Vaters, daß nun von dem ursprünglich geplanten Duell in keiner Weise mehr die Rede sein könne, das vielmehr eine Entschuldigung geboten sei, nichts erwidert und diese Entschuldigung schweigend stattfinden lassen, aber vergessen konnte er nichts, Johanna nicht und den Major nicht. Als ihm eines Tages aus der Zeitung vorgelesen wurde, wie der Krieg zwischen Serbien und Bulgarien immer wahrscheinlicher werde, da war ihm ein Gedanke gekommen, der den Wunsch, bald wiedr gesund zu sein, zu einem fieberhaften machte. Er wollte als Offizier in die serbische Armee eintreten, was ihm bei seiner intimen Bekanntschaft mit dem militärischen Gefolge des so häufig in Budapest verweilenden Königs Milan keine Schwierigkeiten bereiten konnte. Der Major von Falkenthal stand auf der anderen Seite. Da war es doch leicht möglich, daß er seinem Gegner im offenen Gefecht gegenübertreten würde, und dann würde, das setzte sich in seinem aufgeregten Hirn als krankhafte Idee fest, für ihn die Stunde der Vergeltung schlagen. (Fortsetzung folgt.) Zeitgemaße Betrachtungen. Reformen, Reformen! (Nachdruck verboten.) Es klingt ein Wort durch Stadt und Land, Ich hör' es allerwegen, Nehm ich ein Zeitungsblatt zur Hand, Dann lacht es mir entgegen: Dies eine Wörtchen heißt Reform, Es untergräbt die alte Norm, Weil dies und das auf Erden Noch könnt' verbessert werden! Reformen wünscht man überall, Selbst bei den jüngern Türken, Nur lassen sich auf Knall und Fall Dieselben nicht bewirken. Reformen wünscht sich allerhand Auch hier zu Land fast jeder Stand, Ja nach Reformen rufen Wohl alle Altersstufen! „ Von Neigung zu Reformen zeugt Manch Parlamentsverhandlung, Im Zug der Zeit liegt, wie mir deucht, Der Wunsch nach mancher Wandlung. Reformen hier, Reformen dort, Im Handel, Wandel und Transport, Für Zoll= und Posttarife, Für Geldverkehr und Briefe! Reformen für das Fernsprechnetz, Sowie für Frauenkleidung, Reformen für das Strafgesetz Und auch für Ehescheidung, Reform für den Pensionsetat, Das geht uns ganz besonders nah, Sofern sie wird beschieden Den armen Invaliden! * Reformen für das Militär, Für Uniform und Waffen, Reformen für den Münzverkehr (Den Taler abzuschaffen). Das letzt're freilich tut mir leid, Er war in guter, alter Zeit Doch stets ein nobler Zahler, Der gute alte Taler! * Reformen für den Haushaltsplan Und für die Reichs=Bier=Steuer, Reformen für die Eisenbahn, Die manchem noch zu teuer, Reformen für die Lit'ratur, Für Kunst, Teater und Zensur, Man muß auch das Zensieren Zuweilen reformieren! * Reformen für die Badekur, Für Grenzverkehr und Reise, Reformen für die Fleischeinfuhr, Reformen für die Preise, Reformen wünscht man sonder Zahl, Nun soll auch die geheime Wahl Noch viel geheimer werden, Dann gibt es nie Beschwerden! * Es wird sich schon die nächste Wahl Reformgemäß gestalten, Der Wähler wird im Wahllokal Stets ein Kuvert erhalten, In dieses steckt er ganz per se In einem Chambre separé Den Zettel, und kein Zweiter Ahnt, wen er wählt! Ernst Heiter. Lokales. Schwerte, 14. März 1903. **(Heute sind des Märzen=Iden,) aber der Tag, vor welchem einst der alte Römer so eindringlich gewarnt worden war, hat für unsere Zeit keinerlei Beigeschmack mehr. In den letzten Nächten ist die Quecksilbersäule zu verschie denen Malen unter Null heruntergegangen, aber es hat nichts Besonderes geschadet, und die Zeit, in welcher sich diese Tatsache wiederholen kann, ist noch lang. Hoffentlich wird's dann auch nicht schlimmer. Erst in zwei vollen Monaten sind die Tage von Mamertus, Servatius und Pankratius vorbei, und dann erst ist der Gärtner damit einverstanden, daß auch empfindliche Pflanzen ins Freie gebracht werden. Nach dem wenig erquicklichen Influenza=Winter von 1903 eilen die Gedanken leicht den Tagen voraus, und die Wünsche, die rechten Frühlingstage wirk lich zu empfinden, suchen sich so bald wie möglich zu wirklichen. Der Schritt vom Winter=Ueberzieher zum Frühlings=Paletot ist ja für die tuen, wenn gleich der moderne junge Mensch— vornehmlich in den Großstädten— ja mitunter sein LenzHabit einer anderweitigen Unterkunft für die Winte Monate überwies, aber die Damen sind meist noch tapferer, als das stärkere Geschlecht. Ganz gewiß, Sonne zu lachen beginnt, wird aus der inbeholfenen Winter=Raupe gern der schlanke Frühling=Schmetterling, aber es soll nicht allein darauf geachtet werden, daß die, Sange nicht blos lacht, sondern daß sie uns auch nich, uoperggu Es ist mitunter doch noch recht kühl;, die Hezetgz, gach schwankungen kommen, so schön es am Tage aus,ueeveh oft im Nu. Und allerlei Unbehagen, das wenig ungenehm empfunden wird und an der freien Erfüllung der Tagespflichten hindert, stellt sich ein. In vier Wochen ist O#tern. Nicht gerade früh, aber auch nicht gerade(pur, und es wirft heute beim Einkaufen schon seine Schatten voraus. bei seinen Untergebenen als ein Strenge, aber auch stark ausgeprögteg, Feitzgefih., Solingen, 12. Marz.(Der S prozeß des Stadtverordneten=Kollegiums) gegen die„Arbeiterstimme“ bezw. deren verantwortlichen Redakteur Dittmann fand heute abend vor der Elberfelder Strafkammer statt. In den Nummern 294 und 295 der Arbeiterstimme war den Solinger Stadtverordneten u. a.„bodenlose Borniertheit" und„Kapitaldummheit" vorgeworfen und gesagt,„der Oberbürgermeister Dicke habe die weisen Stadtväter in sein Nachtgebet eingeschlossen und gesagt:„Herr vergieb ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.“ Der Angeklagte Dittmann suchte in der heutigen Verhandlung den Beweis von der „bodenlosen Borniertheit", und„Kapitaldummheit“, der Stadtverordneten zu erbringen. Das Gericht legte indeß seiner Beweisführung einen Wert nicht bei, sondern erklärte ihn der Beleidigung durch die Presse in zwei Fällen schuldig und verurteilte ihn zu einer Geldstrafe von 500 Mark, im Nichtvermögensfalle für je 10 Mark einen Tag Gefängnis und zu den Kosten. Dem Solinger Stadtverordneten=Kollegium wurde die Befugnis zuerkannt, das Urteil in den drei Solinger bürgerlichen Blättern und Für die Fauisten und ihre Angehörgen kommt heihen iun der Arbeiterstimme zu publizieren. Wie Numnmern 204 eine frote und freudevole Zeit, in der es donn Zehrzeit und 295 der Arbeiterstimme sowie die zu ihrer Herstellwird: Frisch voran und frah hindurch durch die arz.g-tuug u— v.,„Blatten und Formen sind unbrauchbar zu bis zu den Meisterjahren! Die Lehrzeit bleibt niemandem Cear. Bur4(Gfb-krn.) P. **(Telegraphenstörungen burch Eisenbähnen." Die königlichen Eisenbahndirektionen machen in den Amtsblättern bekannt, daß die Lokomotiv= und Zugbegleitungsbeamten darauf zu achten haben, daß das Abwerfen nicht mehr gebrauchsfähiger Putzwolle während der Fahrt streng untersagt ist und Zuviderhandlungen Zeiz au den risch geahndet werden. Es waren in letzter 9.####. Reichstelegraphenleitungen mehrfach empfindliche vorgekommen, die dadurch verursacht wurde Len Kaeitngen and aebhenschlchangen der Lctigen den Isolatoren über den feuchten Stangenmantel zur Erde ermöglichten. *(Erhebungen über die vorhandenen Veteranen.) In der Kommission für den Reichshaushaltsetat haben die Mitglieder der nationalliberalen Fraktion den Wunsch ausgesprochen, über die Zahl und Art der noch vorhandenen Kriegsteilnehmer unterrichtet zu werden. Wie verlautet, sind nunmehr auch für den Umfang der Provinz Westfalen Erhebungen der gedachten Art angeordnet worden. Abgesehen von dem Feldzuge 1870/71 sollen sich die Ermittelungen auch erstrecken auf die Feldzüge 1848 und 1849 in Schleswig=Holstein, 1864 gegen Dänemark, 1866 gegen Oesterreich und Verbündete, auf den Kampf, der 1848 in Berlin und Süddeutschland, sowie 1849 in Sachsen zur Unterdrückung des Aufstandes stattgefunden hat, die Straßenkämpfe in Erfurt und Schweidnitz im Jahre 1848 und in Breslau im Jahre 1849. ** Barop, 13. März.(Ein jugendlicher Ausreißer.) Der 13 Jahre alte Sohn des Nachtwächters G. von der Kolonie hatte, als er von seiner Mutter zum Holen von Waren ausgeschickt war, das Geld zum Teil behalten und sich hierfür einen Ball gekauft. Zu Hause gab er an, das Geld verloren zu haben. Als jedoch am anderen Tage die Mitschüler des Jungen der Mutter desselben die Wahrheit verrieten, hatte er eine Tracht Prügel zu gewärtigen. Um diesen jedoch vorzubeugen, hate sich der Bengel in den Kopf gesetzt, in die weite Welt zu wandern. Nachdem er sich in Barop eine Bahnsteigkarte gelöst, ist er mit dem Personenzuge bis nach Herford gefahren und zwar in dem abgeschlossenen Abort ohne Fahrkarte. Von„Gewissensbissen" belästigt, hat er sich hier bei einem Beamten gemeldet. Auf telegraphische Nachricht hat die Mutter den Bengel von Herford wieder abgeholt. Die Lust für solche Fahrten wird ihn nun wohl vertrieben werden. Aus Westfalen und Rheinland. ung bestimmten Platten und Fornen fine unbrauchrur zu machen. Strafscharfend wurde in Betracht gezogen, daß der Angeklagte schon 4 mal wegen Preßvergehen vorbev 2 D. Gladbach, 13. März. Von der elektrischen Straßenbahn wurde heute nachmittag ein vierjähriges Kind überfahren und sofort getötet. Der Valer, der Milchhändler Greven, fuhr mit der Straßenbahn an seinem Hause auf der Krefelderstraße vorbei. Vor dem Hause spielte sein vierjähriges Töchterchen, das, als es den Vater erblickte, auf den Wagen zulief, von ihm erfaßt und zermalmt wurde. 6„ * Duisburg, 13. Marz.(Einen grausigen Fund) machte man heute morgen auf dem Heuboden einer Scheune in unserem Vororte Düssern. Dort fand man nämlich eine männliche Leiche, welche schon stark in Verwesung übergegangen war. Außerdem waren an der Leiche das Gesicht sowie die Fleischteile des linken Vorderarmes vollständig bis auf die Knochen von Ratten abgenagt. In einer Tasche des Ueberziehers der betr. Person fand man einen Anmeldeschein auf den Namen Jakob Maroraf lautend. * Mainz, 13. März.(Eingeheimnisvolles rbrechen.) In der Nacht des jüngst verflossenen Vermischtes. *(Der klavierspielende Hund.) In einem Londoner Spezialitätenteater debütierte in voriger Woche ein phänomenaler Hund, ein sogenanter Rattenfänger, den das Programm pomphaft als den„einzigen klavierspielenden Hund der Welt“ angekündigt hatte. Zuerst ging alles gut; der talentvolle Hund spielte, zum Erstaunen des Publikums, die Ouvertüre zur„Stummen von Portici“ und dann einen Strauß'schen Walzer. Plötzlich rief ein Spaßvogel vom hohen Olymp herab:„Such' die Ratte, such' die Ratte!“ Mit einem Satze war der„Künstler“ der seine Rolle ganz vergessen zu haben schien, vom Klavierstuhl heruntergesprungen und durchsuchte, laut bellend, die Bühne nach allen Richtungen hin, um die imaginäre Ratte zu finden. Das Publikum wälzte sich natürlich vor Lachen. Geradezu„homerisiu aber wurde das Gelächter, als das Klavier den plötzlich abgebrochenen Walzer ganz allein weiterspielte. Es war ein mechanisches Klavier, und der„phönomenale“ Hund brauchte nur die nötigen„Fingerbewegungen“ zu machen. Am nächsten Tage trat der„Künstler“ nicht mehr auf. Er hatte wegen heftiger Schmerzen in den Gelenken und wegen einer plötzlich eingetretenen Heiserkeit, die er sich beim Bellen zugezogen hatte, absagen lassen. *(Der Posten als Dieb.) Das Kriegsgericht des zweiten Admirals des 1. Geschwaders zu Kiel verurteilte den Feuerwerksmaat Hintze ausSwinemünde, der als Unteroffizier der Wache an Bord des Linienschiffes„Zähringen“ in der Nacht vom 27. auf 28. November 1902 mit umgeschnalltem Seitengewehr seinen Posten verließ, in die Kantine eindrang, die Kasse mit der Waffe erbrach und 490 Mark stahl, zu drei Jahren fünf Monaten Gefängnis fünf Jahren Ehrverlust, zur Degradation, Versetzung in die zweite Klasse des Soldatenstandes und Entfernung aus der Marine. erbrechen.) In der Nacht des jüngst verf Aschermittwochs sind in Mainz drei Personen plötzlich verschwunden, und zwar ein städtischer Maschinenmeister, ein Husaren=Unteroffizier und ein Frauenzimmer. Die Frau hat man alsbald als Leiche im Rhein gelandet und darauf zwei Matrosen in Haft genommen, welche zuletzt mit ihr gesehen worden sind. Die Verhafteten wurden aber bald wieder in Freiheit gesetzt, da man an der Leiche keinerlei Verletzungen fand, welche auf ein Verbrechen hindeuteten. An derselben Stelle, an welcher die Verunglückte gelandet wurde, fand man zwei Tage später die Leiche des städtischen Maschinenmeisters, was zur Vermutung führte, daß hier doch ein Verbrechen vorliegen könne, weshalb die beiden freigelassenen Matrosen wiederum verhaftet wurden. Nunmehr wurde auch die Leiche des Husarenunteroffiziers gelandet und zwar auch an der gleichen Stelle, an welcher die beiden anderen verschwundenen Personen gefunden worden waren. Dieser Umstand bestärkt die Vermutung, daß ein Verbrechen vorliegt. Die Behörden sind mit der Untersuchung eifrig beschäftigt. ** Wertheim, 13. März.(Eine gute Heirat) machte vor einigen Tagen eine Krankenschwester von hier. Sie pflegte mit Treue und Aufopferung einen hiesigen Privatier, der an Kehlkopfkrebs litt. Aus. Dankbarkeit heiratete der Kranke seine Pflegerin, und als er sechs Wochen nach der Hochzeit starb, vermachte er vorher seiner jungen Frau sein ganzes Vermögen im Betrage von einem halben Milliönchen und einer funkelnagelneuen Villa in Offenbach. (Sämtliche hier besprochenen Bücher und Zeitschriften kann man durch die Buchhandlung Carl Braus beziehen.) (Schumanns medizinische Volksbücher.) Die erste unserer Wochenschriften für die deutsche Frauenwelt„Von Haus zu Haus“ schreibt über Schumanns medizinische Volksbücher: Es wird zu Festgeschenken so unsagbar viel Geld ausgegeben für unnütze Sachen, für Gegenstände, die nicht einmal Freude bereiten. Und doch gibt es Dinge, die doch ein jeder gebrauchen kann und die, weil sie nützlich sind, auch Freude machen. So zum Beispiel ein gutes Buch. Hierfür hat wohl jedermann Sinn und Interesse, es muß ja nicht gerade ein Roman sein. So sind die kleinen medizinischen Volksbücher aus dem Verlage von I. F. Wilhelm Schumann in Leipzig ein Segen für jeden Haushalt, und keine Hausfrau, Gattin und Mutter sollte säumen, sich im geeigneten Falle ein einzelnes Werk zu kaufen. Jeder Band behandelt eine Krankheit für sich und ist in sachgemäßer und klarer Weise von berühmten Professoren und Aerzten verfaßt. Der einzene Band kostet je 1,50 Mark und ist ein abgeschlossenes Ganzes für sich. Es gibt Bände über Masern und Scharlach, Herzkrankheiten, Skrophulose und Tuberkulose, die Verdauung, Wochenbettpflege, Influenza, kurz gesagt, über alle Krankheiten, die in fast jeder Familie vorkommen, seien es nun Krankheiten der Frauen, Kinder oder Männer. Es würde zu weit führen, hier alle Bände aufzuführen, jedes einzelne ist gediegenen Inhalts, und keine Mutter und Hausfrau sollte deshalb verfehlen, sich in solchen Büchern Rat zu holen. Die medizinischen Volksbücher sind in jeder Buchhandlung zu haben und sind auch als Geschenk sehr geeignet. * Bochum, 13. März.(Plötzlich erblindet.) Durch einen Fall plötzlicher Erblindung ist eine hiesige Familie in große Betrübnis versetzt worden. Das fünfjährige Kind derselben hatte sich abends noch wohl zu Bett begeben. Am anderen Morgen war es seines Augenlichts beraubt. Hoffentlich gelingt es der Kunst der Aerzte, dem Kinde das Sehvermögen zurückzugeben. * Bochum, 12. März. Im Auftrage der königlich sächsischen Regierung weilt am hiesigen Elisabeth=Hospital der Medizinialrat Professor Dr. Karg aus Zwickau, um die Behandlung der Wurmkrankheit zu studieren. Gleichzeitig ist der Universitätsdozent Dr. Jacobi aus Heidelberg hier eingetroffen, welcher pharmakologischen Studien bezüglich der Behandlung der Wurmkrankheit obliegt. * Bochum, 13. März.(Unlauterer Wettbe werb.) Vor der hiesigen Strafkammer wurde heute gegen den Inhaber der Firma Pape wegen unlauteren Wettbewerbs verhandelt. Derselbe hatte während des Ausverkaufs wegen Geschäftsaufgabe Waren im Werte von etwa 32,000 Mark nachkommen lassen, während ihm gesetzlich nur ein Nachbezug von 13.000 Mark(10 Prozent Wert des Warenlagers) zustand. Der Gerichtshof erkannte auf 300 Mark Geldstrafe. * Herne, 12. März.(Das polnische Sokol wesen)— zutreffender Unwesen— hat sich in den letzten zwei Jahren im Ruhrrevier derart entwickelt, daß eine Teilung des bisherigen Gauverbandes Rheinland=Westfalen notwendig geworden ist. Dem neuen Gauverbande Westfalen sollen angehören die Vereine in Herne, Wanne, Ueckendorf, Wattenscheid, Rauxel=Habinghorst, Kirchlinde, Dortmund und Castrop. Mit den Vereinen in Bruch, Langendreer, Recklinghausen und Bochum, die dem Verbande der Sokolvereine noch nicht beigetreten sind, bestehen im Ruhrrevier 17 Sokolvereine, also fast soviel, so bemerkt die„H. Ztg.“, als in der Provinz Posen. * Essen, 13. März.(Zu den EisenbahnDirektionspräsidenten,) die sich mit Rücktrittsgedanken tragen, gehört auch der Präsident Becher an der Eisenbahndirektion Essen. Präsident Becher gilt Kleine Chronik. - Hannover 13. März. Die Gemahlin des Prinzen Bernhard von Sachsen=Weimar wurde gestern auf einer Spazierfahrt im Stadtwalde bei Hannover von einem Unwohlsein befallen, das ihren Tod zur Folge hatte. Verstorbene ist eine geborene Ella Brockmüller, verwitwete Marquise Lucchesini. Sie stand im 40. Lebensjahre und war seit 2½ Jahren mit dem Prinzen vermählt, der jetzt den Namen eines Grafen von Crayenberg führt. Frankfurt a. M., 13. März. Die„Frkf. Ztg.“ meldet aus Karlsruhe: Infolge der beiden traurigen Duellaffären des letzten Wintersemesters hat der Senat der technischen Hochschule beschlossen, künftig jeden Studenten für immer von der Hochschule zu verweisen, der sich an der Vorbereitung oder dem Austrag eines Pistolenduells, sei es als Kartellträger, Sekundant oder Unparteiischer, nach Umständen auch als Mitglied des Ehrenrates aktiv beteiligt. London, 13 März. Der Finanzmann Whitaker Wright, welcher gestern verhaftet werden sollte, ist entflohen. Er soll nach Spanien abgereist sein, während andere wissen wollen, daß erin Dünkirchen gesehen worden ist. Wright hat durch falsche Spekulationen Verluste von 300—400 Millionen Franks verursacht. —(Kurpfuscher Nardenkötter.) Bei den Auslieferungsverhandlungen handelt es sich lediglich um Formalitäten, da England auf Grund gegenseitigen Vertrages im Falle einer wegen Betruges erkannten Haftstrafe ausliefert. Was die Beschlagnahme des Vermögens Nardenkötters anbetrifft, so liegt die Bestimmung darüber, ob sie jetzt aufzuheben ist, im Ermessen des Gerichtes. War der Grund der Beschlagnahme lediglich die Flucht des Angeklagten Nardenkötter, so muß das Gericht seine Anordnungen von amtswegen aufheben, da der Grund für sie weggefallen ist. Nardenkötter wird zuuächst wieder dem Moabiter Untersuchungsgefängnis zugeführt werden, nachdem sein Verteidiger gegen das Urteil rechtzeitig das Rechtsmittel der Revision beim Reichsgericht eingelegt hat. (Tonger's Taschen=Album Band 24.) Es ist eine große Kunst, die nur wenigen verliehen ist: sich dem Gedankengang des Kindes anzupassen und in einer Sprache zu ihm zu reden, die es versteht. Darin beruht eben der pädagogische Wert eines Lesebuches, daß es den kindlichen Ton trifft. Wo dies nicht der Fall, ist der Zweck verfehlt Auch die Güte des Lehrstoffes für den musikalischen speziell den Klavierunterricht läßt sich unter dem Gesichtspunkte des Gesagten feststellen. Wie viele Werke nennen sich wohl„Kinder=Klavierschulen“ und sind es nur dem Namen nach. Um so mehr sticht eine soeben erschienene „Kinder=Klavierschule" unter Benutzung der 100 Erholungen und anderer Werke von Czerny, herausgegeben von Heinrich Bungart hervor, die ihren Titel mit Recht trägt, denn sie ist im vollsten Sinne des Wortes eine Schule für Kinder. Während fast alle ähnlichen zu schnell fortschreiten, sprunghaft sind und sich in Erklärungen ergehen, die selbst das Verständnis mancher Erwachsenen überschreiten und daher statt die Lust am Klavierspiel zu erwecken, sie vielmehr für alle Zeiten im Keim ersticken, kann die im Verlag von P. J. Tonger in Köln a. Rh. erschienene(Tonger's Taschen=Album Band 24, schön und stark kartonniert Mk. 1,—) als mustergiltig bezeichnet werden. * (Wie feiern wir Polterabend?) Diesen Inhalt und Zweck sofort verratenden guten Titel gibt A. v. Diemar seinem soeben herausgegebenen Büchlein, werches in hervorragender Weise dem Wunsche nach Verschönerung des Festes und Unterhaltung der Gäste und Gastgeber bei Hochzeits= und Polterabendfeiern entgegen kommt. 15. März: Tags schön, nachts kalt, windig. 16. März: Wolkig, teils heiter, strichweise Niederschläge normal temperiert. Für den redaktionellen Teil verantwortlich Wilh. Schade. Leidenstoffe R von 75 Pfg. per Meter PORStUITC a. Muster portofrei. Deutschlands grösstes Speclalgeschäfte HICHELS& Cie BERLIN Sv. 19 Leipzigerstrasse 48, Eeke Markerafenstrasse. rchen K e orden P% 2 Psd.—.40. 2 Pia rgze 40 1 9b—- 48. Kroße Bohnen 2 Ppb. 1.10 u. 0.g0. 1 Pfd. 0.65 u. 0.95. 1.40, 1.10, 0.80, 0.60. Hd. 0.75, 0.65, 0.50, 0.40. schwerte bei Ernst Klein. —„0 Verz. 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