Insertionsgebühr für lokale Anzeigen, die sechsgespaltene Petitzeile oder deren Raum 10 Pfg., außerhalb 15, Reklame=Zeile 40 Pfg., Druck und Verlag von Carl Braus in Fernsprech= Anschluß Nr. 62. Amt Schwerte. Telegr.=Adresse Braus, Schwerte=Ruhr Alle Kreis= und Lotalpolizeilichen Verordnungen für den Kreis Hörde erlangen gemäß Bekanntmachung der Königl. Regierung durch Veröffentlichung in der„Schwerter Zeitung" rechtsverbindliche Kraft. Schwerte, Sonnabend 1. November 1902. Abonnementspreis pro Quartal 1 Mark 65 Pfg. exel. 42 Pfg. Bestellgeld, wenn durch die Post bezogen. Erscheint an jedem Wochentage. Wöchentliche Gratisbeilage:„Illustrierter Familienfreund. 35. Die heutige Nr. umfaßt 10 Seiten Politische Uebersicht. Deutschland. — Vom Kaiserhofe. Der Kaiser machte am Freitag in Potsdam einen Ausritt und erledigte dann Regierungsgeschäfte. Tags vorher hatte der Monarch den Reichskanzler und dem Staatssekretär des Aeußeren mit suoch Der züngste Preußenfuchs, Prinz Eitel-Friedrich, hat sich durch seine unbefangene Munterkeit und sein frisches, freundliches Wesen zum Liebling der Bonner gemacht. Er ist, so wird aus der Musenstadt vom Rhein berichtet, ein sehr stattlicher Fuchs, hochgewachsen, mit vollen Wangen und breiter als der schlanke Kronprinz.. — Der Landwirtschaftsminister v. Podbielski empfing den Vorsitzenden des deutschen Fleischerverbandes und den Obermeister der Hamburger Schlachterinnung in Audienz und erörterte mit ihnen in 1 3/ stündiger Unterredung die Fleischteuerung. Der Minister brachte seine Ueberzeugung dahin zum Ausdruck, daß die deutsche Landwirtschaft in kürzester Zeit den Beweis erbringe werde, daß sie den Bedarf an Vieh und besonders an Schweinen mehr wie ausreichend zu decken imstande sei und daß ein bedeutender Preissturz zu erwarten sei. Sollte dieser aber nicht eintreten, so hielt der Minister es für seine Pflicht, auf Abhilfe zu sinnen. — Der Kommandeur der Schutztruppe in Kamerun, Oberstleutnant Pavel, ist zum Obersten befördert worden. Gleichzeitig ist ihm vom Kaiser der Rote Adlerorden 3. Klasse mit der Schleife, den Schwertern und der königlichen Krone verliehen. 64 — Im deutschen Maschinengewerbe hat der Arbeitsmangel nach dem„Arbeitsmarkt" zugenommen. Nur wenige Branchen der Maschinenfabrikation seien für längere Zeit voll beschäftigt, in den anderen gebe es nur vereinzelte Werke mit vollem Betrieb. Rußland. =„Daily Expreß“ meldet aus Petersburg, Doktor Mermijewski, der hervorragendste Irrenarzt Rußlands, sei telegraphisch aufgefordert worden, sich unmittelbar nach Livadia zu begeben, um dem Zaren beizustehen, der von einem Nervenleiden betroffen sei. Frankreich. = Nach einem Pariser Telegramm brachte die französische Regierung einen Gesetzentwurf ein, betreffend Einführung einer Brot= und Fleischtaxe, ferner einen Antrag über Verschärfung der Strafen für Mädchenhandel. Der Kriegsminister erließ verschiedene Dekrete, die die Milderung der Disziplin in den afrikanischen Strafbataillonen und eine neuartige Rekrutierung der leichten afrikanischen Infanterie bezwecken. Der Finanzminister setzte eine Kommission ein zum Studium der Wein= und Spirituosensteuerfrage. Dies bedeutet den vorläufigen Verzicht auf seine eigenen Projekte..„ gm.. 47.— m 4 = Paris, 31. Ort. Der Marieminister Pellelan hat beschlossen, alle nicht auf Kriegsschiffen angestellten Marine=Geistlichen ihres Amtes zu entheben. England. = Chamberlain wird mit seiner Gemahlin die Reise nach Südafrika am 16. November antreten. Am 14. findet in der unionistisch=liberalen Gesellschaft zu Birmingham eine große Abschiedsfeier statt. Amerika. = Nach einer Depesche aus Washington erhielt die Regierung der Vereinigten Staaten jetzt die offizielle Mitteilung der Entscheidung des Königs Oskar von Schweden, daß Großbritannien und die Union für den durch die Landung ihrer Truppen in Samoa den Ausländern erwachsenen Schaden und für die Zerstörung von Eigentum durch den darauffolgenden Kampf mit den Rebellen verantwortlich sind. = Dem Präsidenten Castro von Venezuela sind seine jüngsten Erfolge über die Aufständischen zu Kopf gestiegen, und er will nun die Stadt Bolivar beschießen. Dort leben aber viele Ausländer, sodaß sich die Kommandanten der in den venezoelanischen Gewässern befindlichen Kriegsschiffe verschiedener Großmächte ins Mittel gelegt haben. Unter diesen Schiffen sind bekanntlich auch Deutsche. Man kann daher beruhigt sein. Nach einer in der„Post“ veröffentlichten Erklärung des Weimarer Oberbürgermeisters Pabst zu dem Fall Augspurg hat der betreffende Schutzmann Frl. Augspurg für einen verkleideten Mann gehalten, der sich einer Entdeckung entziehen wollte. Auf die Bemerkung des Schutzmannes, er habe das Recht, um Auskunft über ihre Person zu bitten, antwortete Frl. Augspurg:„Dieses Recht wollen wir Ihnen eben nehmen.“ Bei ihrer Vernehmung habe sie erklärt, eigentlich hätte sie den Schutzmann mit auf die Wache gebracht und nicht er sie. Der Vorfall komme ihr gerade recht; sie brauche solches Material, damit der in Frage kommende Paragraph des Strafgesetzbuches fall. Steuertumulte in = Palermo, 31. Okt. Infolge der Einführung neuer kommunaler Steuern zog in San Cataldo ein Haufe von über 10000 Einwohnern vor das Rathaus unter den Rufen:„Nieder mit dem Gemeinderat!". Die Gendarmerie, welche die Menge zerstreuen wollte, wurde mit Steinwürfen empfangen. Die Gendarmerie ging hierauf mit blanker Waffe vor und verletzte mehrere Demonstranten. Letztere zerstreuten sich alsdann, versammelten sich aber kurz darauf wieder und wurden jetzt von einer herbeigerufenen Militärabteilung attackiert. Die Rädelsführer wurden verhaftet. der über das Thema gesprochen wird:„Warum soll sich der Arbeiter organisieren?“. 4.8 Seantrasehl **(Kathol. Lehrerseminar.) Wie das„Central=Vol. erfährt, soll in unserem Regierungsbezirke ein weiteres katholisches Schullehrer=Seminar errichtet werden. Es schweben gegenwärtig Unterhandlungen zwischen der Schulaufsichtsbehörde und der Stadt Arnsberg. Außer der letzteren ist auch die Stadt Olpe zur Unterbringung der Anstalt ins Auge gefaßt worden. Oberkonsistorialrat Noël F. § Berlin, den 31. Oktober 1902. Der Senior der Berliner evangelischen Geistlichkeit, Wilhelm Noêl, ist entschlafen, wenige Monate, nachdem er seinen achtzigsten Geburtstag hatte begehen können. Oberkonsistorialrat Noél entstammte einer der französischen Familien, die, um ihres Glaubens willen verfolgt, in der Mark eine Zuflucht gefunden hatten. Am 30. November Oberconfistorialrath Nosl. 1822 als Sohn des Oberlehrers und Professors Noël geboren, widmete er sich der Theologie. Er hatte das Mindestalter von 25 Jahren noch nicht erreicht, als er in das Predigtamt der Luisenstädtischen Kirche eingeführt wurde. Und an dieser Kirche hat Noél 50 Jahre lang gewirkt, bis er aus Anlaß dieses seltenen Jubiläums am 1. November 1896 in den Ruhestand trat. Der greise Pastor war eine volkstümliche Gestalt dieses Bezirks, für den er aber nicht allein als Seelsorger, sondern durch Begründung von Wohlfahrtseinrichtungen auch in praktischen Liebeswerken thätig war. Im Jahre 1870 zum Konsistorialrat ernannt, wurde Noël bereits 1871 Oberkonsistorialrat. Er hatte seine Aufmerksamkeit aber auch den in der Ferne bestehenden evangelischen Gemeinden zugewandt. Fast sechzig Jahre alt, unternahm er eine Reise nach dem Orient, um die in den dortigen evangelischen Gemeinden herrschenden Verhältnisse aus eigener Anschauung kennen zu lernen. Aus Westfalen und Rheinland. * Dortmund, 1. Nov. Der Verkehr im hiesigen Hafen gestaltete sich im Jahre 1902 bedeutend reger als im Vorjahre. Während im Jahre 1901 ein Güterverkehr von 160000 Tonnen zu verzeichnen war, beträgt derselbe im laufenden Geschäftsjahre 240 000 Tonnen. Der Verkehr hat sich also um 50 pCt. gehoben. * Hemer, 30. Okt.(Attentat auf einen Zug.) Von großem Glück begleitet gewesen sind der Fabrikant Alfred de F. und dessen Schwester. Die beiden Genannten befanden sich, laut„Hag. Ztg.“, in dem um 7 Uhr 11 Min. von Menden nach hier fahrenden Personenzuge. Als der Zug eben die Zwischenstation Oese passiert hatte, wurde plötzlich ein Schuß abgefeuert. Die Kugel durchschlug das Fenster des Koupees, in welchem sich die beiden Personen befanden und nahm ihren Weg durch das gegenüberliegende offenstehende Fenster. Nur als ein Glück kann es angesehen werden, daß die beiden Insassen des Koupees sich im selben Augenblick auf ihre Plätze gesetzt hatten und o mit dem Schrecken davonkamen. Ob es sich um ein böswilliges Attentat oder um ein leichtfertiges Umgehen mit Schußwaffen handelt, hat man noch nicht feststellen Vevvech.. D g G * Bochum, 51. Ort. An der Trankgasse wurde heute abend das 10jährige Söhnchen des Kaufmanns Meisenkothen von der Straßenbahn überfahren und sofort 668.„* * Enger, 51. Lll.(Fetter Prozeß.) Seit einigen Jahren klagt die Firma H. Barmeyer Söhne gegen unsere Stadt, weil letztere die Straße vor dem Hause des Herrn B. bedeutend tiefer gelegt und somit die Einfahrt nach dem Hofe unmöglich gemacht wurde. Die ganze Sache hat nun dahin ihren Abschluß gefunden, daß das Oberverwaltungsgericht zugunsten der Firma Barmeyer das Urteil fällte. Die Stadt muß, falls keine Einigung erzielt wird, die ganze Straße aufreißen und in alter Form wiederherstellen. Der Schaden beläuft sich auf ca. 15 000 bis 18000 Mark. * Paderborn, 31. Okt. Heute morgen gegen 9 Uhr ereignete sich beim Richten am Neubau der„Barmherzigen Brüder“ ein großes Unglück. Es fiel ein Balken und infolgedessen stürzten mehrere Zimmerleute in die Tiefe. Einer war sofort tot, derselbe ist der Sohn einer armen Witwe; ein zweiter ist schwer verletzt, derselbe wurde sofort ins Krankenhaus gebracht; außerdem sind inige leicht verletzt. Wer die Schuld am Unglücke trägt, muß die Untersuchung ergeben.„ * Minden, 31. Okt. Der Klempnergeseue Zettwitz stürzte von dem Dache der Bahnhofskaserne in den hinunter und war sofort tot. Der Verunglückte wollte in Gemeinschaft mit anderen Gesellen Dachrinnen legen und rutschte beim Ueberschreiten des Dachfirstes infolge Glätte aus, ohne einen Halt finden zu können. * Solingen, 30. Okt. Der Schutzmann Heinrich Weyand, welcher anläßlich des Besuches der Düsseldorfer Ausstellung durch den Kaiser dorthin kommandiert war, und dem dort im Gedränge der Brustkorb eingedrückt wurde, ist jetzt nach neunwöchiger Krankheit gestorben. Lokales. Schwerte, 30. Oktober 1902. **(Konzerte im„Freischütz".) Der jetzige Wirt des Freischütz“, Herr Friedr. Moritz, beabsichtigt, in der Wintersaison 1902/1903 eine Serie von Konzerten zu veranstalten. Wir beglückwünschen Herrn Moritz zu diesem Gedanken als einen sehr glücklichen, und hoffen, daß ihm der Erfolg dieser Veranstaltungen das beweisen werde. Das erste derartige Konzert findet am morgigen Sonntage statt. Es wird ausgeführt von der gesamten hier rühmlichst bekannten Kapelle des Dragoner=Regiments Nr. 5, Hofgeismar. Das Konzert beginnt um 4 Uhr und wird bis gegen 9 Uhr währen. **(In der„Helle“) findet heute avend eine große Gewerkschaftsversammlung statt, welche vom HirschDunker'schen Gewerkverein einberufen worden ist und in Vermischtes. f(Ein gemeingefährlicher Elefant) ist jüngst in Newyork vergiftet worden.„Tom" erhielt zunachst einen Eimer voll Kleie, die 250 Gramm Cyankali enthielt. Das Tier trompete mit anscheinendem Behagen und erhielt den zweiten Eimer Kleie, dem weitere 350 Gramm Cyankali beigemischt waren. Sechs Minuten, nachdem„Tom“ auch diesen geleert hatte, taumelte er, stürzte nach der linken Seite über und brach dabei einen Stoßzahn. Einige Minuten blieb der Koloß still liegen, und die Aerzte glaubten schon, es sei alles vorüber, als sich„Tom" nochmals auf die Füße stellte. Er schwankte wie ein Betrunkener, trompetete, schwang den Rüssel und Schwanz hin und her und brach dann noch dreimal nieder, um sich immer wieder aufzurichten. Zuletzt fiel er vornüber, brach auch den rechten Stoßzahn, trompetete nochmals laut und rollte wieder auf die linke Seite über. Dann ein Zucken mit den Beinen, ein Rütteln durch den ganzen Körper, röchelnde Töne und keine Bewegungen mehr. Sowie der Körper Riesenschlange und Wildschwein. Das grüne Eiland Java, die Perle der niederländischen Besitzungen im Indischen Archipel, ist die Heimat der gewaltigen Schlange, die wir hier im Bilde zeigen. Das Tier wurde in der Nähe von Batavia gefunden, als es im Begriff war, ein Wildschwein, das es erbeutet und verschlungen hatte, in aller Gemütlichkeit zu verdauen. Die Wildschweine auf Java, die allerdings nicht die Größe der unseren erreichen, sind dort ziemlich häufig, und man kann sich einen Begriff von der Kraft der Schlange machen, die ziemlich mühelos einen solchen Borstenträger überwältigt. Sie kann ein solches Tier nur mit den Zähnen, die nicht einmal besonders stark sind, ergreifen und festhalten, während sie mit blitzschnellen Bewegungen das Tier umschlingt und ihm durch ihre Muskelstärke die Knochen zerkalt geworden war, ging man an die Enthäutung und Herausschalung des Skeletts. Die Haut wurde mit Haken abgepellt; sie ist zwei Zoll dick und wiegt rund 1500 Pfd. „Tom“ war ein indischer Elefant und kam vor 16 Jahren nach Amerika. Damals war er noch sehr jung und nur drei Fuß hach. Später wurde er tückisch. Vor einigen Jahren erregte„Tom“ in einem Leinwandzelt eine große Panik, bei der viele Personen verletzt wurden. *(Ein wohl kaum dagewesener Schwindel) wurde durch einen in Brisbane(Queensland) kürzlich verhandelten Prozeß enthüllt. Ein Mr. Campbell hatte den Eisenbahnfiskus wegen der Summe von 200000 Mark verklagt. Durch den mangelhaften Verschluß einer Wagenthür sei er beim Herausfallen schwer zu Schaden gekommen und völlig gelähmt worden. Obgleich sich der Verunglückte bereits seit acht Monaten im Krankenhause befand, mußte er auf einer Bahre in den Gerichtssaal getragen werden. Ein gewisser Henderson beschwor, den Unfall mit angesehen zu haben. Durch einen Zufall brachte nun der Richter in Erfahrung, daß dieser Zeuge in NeuSüd=Wales angeblich ganz denselben Unfall erlitten haben wollte, und da Campbell die Sache beschwor, auch richtig eine Entschädigung von 35000 Mark erhalten hatte, natürlich unter ganz anderm Namen. Jetzt dreht das Brisbaner Gericht den Spieß um und verhaftete den plötzlich nicht mehr gelähmten Campbell. Henderson war schleunigst verduftet, ist aber in Vancouver gefaßt worden. Für den Schwindler war es sicher keine Kleinigkeit, acht Monate hindurch den völlig Gelähmten zu spielen. Briefkasten. Rom. Ein römisch=katholischer Geistlicher darf— Ausnahmen bilden einige Riten im Orient— niemals heiraten, also auch in Deutschland nicht, auch nicht, wenn er etwa seine Würde oder Stellung aus irgend einem Grunde niedergelegt haben sollte. Mit den höheren geistlichen Weihen ist eben das Gelübde der Ehelosigkeit für alle Zeiten verbunden.— Der Kaiser ist nicht die Instanz, den katholischen Geistlichen die Eingehung einer Ehe zu gestatten. Dieses Recht würde höchstens der Papst haben. Doch ist auch hier nur zweimal eine Ausnahme gemacht, einmal bei dem Fürsten Philipp Ernst zu Hohenlohe, von dem alle noch heute lebenden Hohenlohes abstammen, das andere Mal bei dem letzten Nachkommen des alten berühmten römischen Geschlechts der Flavier, der übrigens von dem Dispens keinen Gebrauch machte.— Ueber die Besetzung der Pfarrstellen verfügt im allgemeinen der Bischof. Es giebt allerdings auch solche landesherrlichen oder privaten Patronats; doch muß der dann präsentierte Pfarrer von der geistlichen Behörde bestätigt werden.— Bischöfe werden im allgemeinen vom Domcapitel gewählt und vom Landesherrn und dem Papste bestätigt. In manchen katholischen Ländern, z. B. in Oesterreich, hat der Landesherr das Ernennungsrecht, vorbehaltlich der Bestätigung des Papstes. In einzelnen Fällen, z. B. wenn das Domcapitel die Frist zur Wahl hat verstreichen lassen, ernennt der Papst suo jure die Bischöfe. Neueste Nachrichten. § Madrid, 31. Okt. In der Provinz Castellon ereignete sich ein schwerer Unglücksfall. Auf dem höchstgelegensten Punkte der Provinz hatte man ein Kreuz errichtet, aus welchem Anlaß etwa 10000 Personen dorthin gepilgert waren. Plötzlich verbreitete sich das Gerücht, daß die umliegenden Wälder in Flammen ständen; unter den Pilgern entstand eine furchtbare Panik, alles ergriff die Flucht. In dem Durcheinander wurden mehrere Personen getötet und zahlreiche verletzt. § London, 31. Okt. Wie aus Kapstadt gemeldet bricht. Gewandtheit und Kraft sind bei einer solchen Schlange gleich bewundernswert; es fehlen ihr alle Organe, um sich in den Besitz der Beute zu setzen, und deunnoch entgeht ihr selten ein Tier, auf das sie es einmal abgesehen hat. Nach der Sättigung verfallen die Schlangen in einen Zustand großer Trägheit und können, da sie dann fast unbeweglich sind, mit verhältnismäßig geringer Mühe erlegt werden. Die Riesenschlange hat bekanntlich keine Giftzähne, und sie greift auch ungereizt den Menschen nicht an. Die kleinen Giftschlangen aber werden namentlich der eingeborenen Bevölkerung, die immer barfuß geht, sehr gefährlich. Durch einen stiefelbewehrten Fuß dringt ein Schlangenbiß, da die Giftzähne nur sehr lose sitzen, nur in seltenen Fällen, während der Eingeborene, der unversehens auf eine Schlange tritt, ihr fast immer zum Opfer fällt. wird, wurden während eines über Harrysmith niedergehenden heftigen Gewitters drei Soldaten vom ersten englischen Infanterie=Regiment vom Blitze erschlagen und zwei andere schwer verletzt. der Hd Tondern, 1. Nov. Durch den Zusammenbruch der Viktoria=Brauerei werden viele hiesige Einwohner stark in Mitleidenschaft gezogen. Vier Aufsichtsratsmitglieder, bisher vermögende Geschäftsleute, mußten ebenfalls den Konkurs anmelden. Die Passiva sollen erheblicher sein, als zunächst angenommen wurde. Hd Rom, 1. Nov. Der Minister des Aeußeren, Prinetti, empfing gestern den Gouverneur von Erythea, welcher alle umlaufenden Gerüchte über Unruhen im Innern der Kolonie energisch dementierte. Hd Par is 1. Nov. Gestern abend sind vier Freunde des Bankiers Boulaine, welche diesem zur Flucht verholfen haben, verhaftet worden, unter ihnen soll sich eine hochgestellte Persönlichkeit befinden. Hd Graz, 1. Nov. Zu Ehren der von der hiesigen Universität scheidenden und nach reichsdeutschen Universitäten übersiedelnden Professoren veranstalteten die Studenten einen großen glänzend verlaufenen Abschiedskommers, an dem 2000 Personen teilnahmen. Ha Wien, 1. Nov. Zur Affäre der Wenzels=Vorschußkasse in Prag wird noch mitgeteilt, daß ein Buchhalter, namens Friedrich Beckländer, welcher eine Summe von 20 000 Kronen in einer anderen Bank verpfändet hatte, in seiner Villa verhaftet wurde. IId London, 1. Nov. In der Nähe von Chatham stießen gestern zwei Straßenbahnwagen zusammen, wobei zwei Personen getötet und 41 verwundet wurden. „Deuscher Soldatenhort", Illustrierte Zeitschrift für das deutsche Heer und Volk, herausgegeben von General=Leutnant z. D. H. von Below. Preis pro Quartal 1,80 Mark. Verlag von Karl Siegismund, Hofbuchhändler, Berlin SW., Dessauerstraße 13. 13. Jahrgang. Nummern 33—36 sind erschienen und enthalten ein so unendlich reichhaltiges unterhaltendes und belehrendes Lesematerial, daß es schier unmöglich ist, auf die Einzelheiten näher einzugehen. Dem Text schließen sich würdig die vielen und sorgfältig gearbeiteten Abbildungen an, sodaß ein Abonnement auf„Deutscher Soldatenhort“ nur zu empfehlen ist. Für den redaktionellen Teil verantwortlich Wilh. Schade. Bekanntmachung. Auf Grund der unter Ziffer 31 der ergangenen ministeriellen Vorschriften über den Geschäftsbetrieb der Versteigerer vom 11. Juli 1902 wird für den Amtsbezirk Wellinghofen bestimmt, daß zwischen dem Eingange der Anzeige über eine Versteigerung und dem Versteigerungs=Termin eine Frist von 3 vollen Tagen liegen muß. Wellinghofen, den 24. Oktbr. 1902. Der Amtmann: Hartung. Beranntmachung. Nachdem gegen den genehmigten und gemäß§ 7 des Straßen= und Baufluchtengesetzes vom 2. Juli 1875 vier Wochen lang öffentlich ausgelegten Plan über die Baufluchtlinien einer Verbindungsstraße zwischen Schwarzer Pfad und Benninghoferstraße(Projekt 2) Einwendungen nicht geltend gemacht sind, wird der bezeichnete Plan auf Grund des§ 8 des angezogenen Gesetzes mit dem Bemerken hiermit förmlich festgesetzt, daß derselbe im Rathause, Zimmer Nr. 16, nochmals 14 Tage lang zu jedermanns Einsicht ausgelegt ist. Hörde, den 24. Oktober 1902. Der Bürgermeister: Evers. Zum bevorstehenden empfehle in reichhaltigster, gediegener Auswahl zu bekannt billigsten Preisen für Wohnungs=Ausstattungen u. s. w. 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Und die Menschen, die undankbaren, wenden ihre Blicke weg von den leeren Feldern, die ihnen auch in diesem Jahre Frucht getragen haben, auf den Feldwegen ist meilenweit kein Mensch zu erblicken. Der Mohr hat seine Schuldigkeit gethan, der Mohr kann gehen; so heißt es auch hier wie tausendfach im Leben. Darüber kann wohl kein Streit sein, daß es der Hauptfehler der Menschen ist, die eigene Persönlichkeit und Würde zu hoch einzuschätzen, und darüber ganz zu vergessen, daß ein jeder das, was er ist, anderen zu verdanken hat und schuldig ist. Abgesehen von den wenigen Pionieren und Pfadfindern dankt jedes Individuum, das, was es hat und kann, der Allgemeinheit. Wie selten aber kommt dieser Dank zum Ausdruck, wie selten bezeugt der einzelne durch die That, daß er der Allgemeinheit wirklich großen Dank schuldig ist und daß die Förderung des Allgemeinwohls daher seine oberste Pflicht sein sollte. Solch einen Beweis zu liefern, wäre gegenwärtig die denkbar günstigste Gelegenheit, gegenwärtig, da es gilt, die Zoll= und spätere Handelsvertragsfrage immer dem Allgemeinwohl dienenden Lösung entgegenzuführen. So dunkel und verworren die parlamentarische Lage, heute auch noch erscheinen mag, wir halten die Möglichkeit eines glücklichen Gelingens noch immer nicht für ausgeschlossen, glauben vielmehr heute schon manches untrügliche Zeichen zu erkennen, das für die dritte Lesung die Erreichung eines positiven Resultates in Aussicht stellt. Wir stehen mit dieser unserer Meinung heute noch ziemlich vereinzelt da, wir erheben auch keinen Anspruch auf deren Unfehlbarkeit, aber wir behaupten, daß sich einige neuerliche Züge der Taktik der Mehrheitsparteien des Reichstages nur begreifen lassen durch die Voraussetzung, daß der ernste Wille, in dritter Lesung noch etwas zu erreichen, vorhanden ist. Und wir sind nun einmal der Meinung: Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg! Der Besuch des dänischen Kronprinzen hat nicht nur in Deutschland selbst, sondern auch überall im Ausland ein lebhaftes Echo erweckt. Ueberall wird anerkannt, daß die Ermöglichung des Besuches ein Triumph der unentwegten Friedenspolitik des Deutschen Reiches ist. Deutschland ist sich seiner Kraft und Macht bewußt; aber gerade dieses Kraftgefühl ermöglicht ihm seine Friedfertigkeit. Deutschlands Beispiel ist eine Illustration des Wortes: Willst du Frieden, sei gerüstet! Frankreich, das noch Schwerte, Sonnabend 1. November 1902 anläßlich des Loubet'schen Besuches in Kopenhagen auf eine Eingliederung Dänemarks in den Zweibund rechnete, hat diese Hoffnung nach dem Besuche des dänischen Kronprinzen in Berlin aufgeben müssen. In Paris hat man kein Recht mehr, Dänemark als den Antagonisten im Friedenskonzert der Völker Europas anzusehen. Wir gehen wohl mit der Annahme nicht fehl, daß für die Annäherung Dänemarks an Deutschland, die ihre Bedeutung weniger in ihrem praktischen als ihrem symbolischen Werte besitzt, Rußland Dank gebührt. Trifft diese Annahme zu, so ist den Franzosen erneut ein Beweis dafür geliefert, daß Rußland für ihre chauvinistischen Bestrebungen nichts, rein garnichts übrig hat. Chamberlains Reise nach Sudafrita erfahrt begreiflicherweise die eingehendsten Erörterungen; nicht wegen der Erwartungen, die man für das Wohl der Buren bezüglich dieser Reise hegt, diese Erwartungen übersteigen nicht die Höhe des Gefrierpunktes, sondern wegen der Neugierde darüber, was der englische Kolonialminister in Südafrika eigentlich beabsichtigen mag. Er hat sich alle Zeit als der Buren böser Geist erwiesen und wir fürchten daher auch, daß er mit seiner Reise nichts Gutes im Schilde führt. Vielleicht geht er nur deshalb persönlich nach Südafrika, um in Zukunft jede Mittelsperson in Sachen der Verwaltung der südafrikanischen Kolonien auszuscheiden. Er kennt die Situation aus persönlicher Augenscheinnahme, es hat ihm niemand in seine Pläne und Maßnahmen hineinzureden. Und wenn diese Maßnahmen und Anordnungen selbst mit Blut geschrieben wären, er wird sie vor dem Parlament verantworten, er kennt ja die Verhältnisse aus eigener Anschauung, sein Urteil ist das rich tige und maßgebende. Ob diese unsere Vermutung zutrifft, wird sich bald zeigen. Die Burengenerale wollen dem Herrn Chamberlain den Vorschlag unterbreiten, sich auf seiner südafrikanischen Reise von einem Burenausschuß behufs Informationserteilung begleiten zu lassen. Lehnt Chamberlain diesen Vorschlag ab, dann hat er den Beweis geliefert, daß er einseitig, d. h. rigoros zu urteilen und zu handeln entschlossen ist; nimmt er ihn an, dann wird man abwarten müssen, welchen Einfluß er dem Buren=Ausschuß auf seine Entschließungen einraumt. In Frankreich ist der Grubenarbeiterausstand trotz der redlichen Bemühungen des Ministerpräsidenten Combes noch immer nicht beigelegt. Es soll aber Aussicht auf eine baldige Verständigung zwischen Arbeitnehmern und Arbeitsgebern bestehen. Nachdem der große amerikanische Kohlenarbeiterstreik beigelegt ist, hat der in Frankreich nur noch geringe Bedeutung; es fehlt die Stimulation Die französischen Grubenarbeiter werden im allgemeinen auch so entgegenkommend behandelt, daß für sie kein Anlaß besteht, den Lohnkampf ins ungemessene fortzusetzen. Auf dem Balkan ist die Lage so, wie sie eigentlich immer ist, d. h. dermaßen gespannt, daß schon elektrische Abonnementspreis pro Quartal 1 Mark 65 Pfg. exel. 42 Pfg. Bestellgeld, wenn durch die Post bezogen. Erscheint an jedem Wochentage. Wöchentliche Gratisbeilage:„Illustrierter Familienfreuns. 35. Entladungen jeden Augenblick erfolgen können. Zu besonderen Befürchtungen bietet der makedonische Aufstand jedoch keinerlei Anlaß, er ist kaum über wöhnlichen Tageserscheinungen hinaus gewachsen innere Politik Oesterreichs leidet an dem alten Krebsschaden des Rassenhasses und Völkerzwistes heuer wie seit ewigen Zeiten. Es kann unter diesen Umständen nichts Ersprießliches zu Stande kommen. Die Nachrichten über ungewöhnliche Vorgänge bei Shanghai, die Entsendung mehrerer englischer Kriegsschiffe dorthin, bedürfen noch der Bestätigung. Zeitgemäße Betrachtungen. (Nachdruck verboten.) „Alenschliche Schwächen“ Die Menschenkinder regen sich leicht auf, Und stürmisch ist sehr oft ihr Lebenslauf, Indes, sich aufzuregen, ist nicht rätlich, Denn meistenteils sind Aufregungen schädlich. Der Volksmund sagt: Mensch, ärgere dich nicht! Zeig' stets der Welt ein fröhliches Gesicht, Man muß nur jede Sache recht erfassen Und nie sich aus der Ruhe bringen lassen! Doch leider sind heut viele sehr nervös, Des einen Schwäche macht den andern bös, Und statt des Nächsten Schwäche zu verteidigen, Ist man geneigt, ihn lieber zu beleidigen. Oft kränkt man sich um eine Kleinigkeit, Drum nehme heute ich Gelegenheit, Ein großes Wort gelassen auszusprechen: Wir Menschen haben alle unsere Schwächen! Ein großer Dichter trat der Meinung bei: Daß„Weib“ der Name für die„Schwachheit" sei! Indes hier muß ich leider widersprechen, Denn auch die Männer haben ihre Schwächen, Man sehe nur auf Oest'reichs Parlament, Wo man die Selbstbeherrschung nicht mehr kennt, „Lausbuben“ wirft man dort sich an die Köpfe, Da braucht die Schwachheit keine langen Zöpfe! Ruft eine Schwäche keine Schäden wach, Dann sieht der gute Mann ihr gerne nach, Doch andrerseits muß man sie kritisieren Und die von ihr Betroffenen kurieren, Die Kritik ist der Presse Amt, Indes— führt diese leicht zu einem Preßprozeß, Schreibt sie zu scharf, Dann hat man sie beim Wickel, Wie in Trakehnen jüngst den Lehrer Nickel! * Ich komme jetzt auf einen andern Mann, Der tolle Mullah greift die Briten an, Sie rücken— und mitleidig kann er sprechen: Die Menschen haben alle ihre Schwachen. Sprichwörter 2c An Rat gebrach es nie einem Mann, der vor= und rückwärts schauen kann. Wo Menschenrat nicht weiter kann, da hebt erst Gottes Rat recht an. Kriminal=Erzählung von Gebh. Schätzler=Perasini. (Nachdruck verboten.) (2. Fortsetzung.) II. Der junge Graf kehrte erst gegen Morgen mit der Dienerschaft von der Brandstelle zurück und warf sich ermüdet auf sein Lager. Auch die Dienerschaft that ein gleiches, denn ihre Arbeit im Verlaufe der Nacht war nicht gering gewesen. Schloß Steinege brannte beinahe gänzlich nieder. Der Nachtwind, welcher sich mehr und mehr verstärkt hatte, fachte das Feuer zur riesigen Flamme an, und da es an Wasser fehlte, war wenig zu retten. Der junge Graf hatte seine Leute stets auf die bedrohtesten Stellen dirigiert und so waren diese nicht wenig ermüdet. Anton, Graf Joachims Leibdiener, lauschte im Vorbeigehen an der Thür seines Herrn. Auch ihm fielen die Lider vor Schlaf beinahe zu. Da er keinen Laut vernahm, begab er sich in seine Stube. Einige Stunden später— es ging bereits in den Vormittag hinein— pochte der Diener an die Thüre seines Herrn, bekam jedoch keine Antwort. Für gewöhnlich zog Graf Joachim den an seinem Bette angebrachten Klingelzug, worauf Anton erschien. Früher als dieses Glockenzeichen ertönte, hatte dieser in dem Schlafgemach seines Herrn nichts zu suchen. Da jedoch heute noch immer kein Zeichen erschollen war, so pochte Anton entschlossen an. Er wartete eine Weile und pochte noch einmal. Abermals keine Antwort. Nun öffnete er und trat in das Vorzimmer und von dort in das Schlafgemach.„ Erstannt blieb er an der Schweue stehen. Graf Joachim war nicht zu Bett gegangen. Er lag mit dem Kopfe auf der Platte des Schreibtisches. Seltsam kontrastierte das brennende Lampenlicht mit dem hereindringenden Tag. W 452 Graf Joachim am Tische eingeschlafen— wie sonderbar! „Herr Graf,“ ließ sich Anton vernehmen. Nichts regte sich. „Herr Graf—!“ rief der Diener lauter und bann stieß er plötzlich einen entsetzlichen Schrei aus, zitternd am ganzen Leibe. Neben dem Stuhle, auf welchem der Graf saß, am Boden befanden sich einige dunkle Flecken— das war Blut! 6 Der Diener sturzte davon, ven jungen Grafen zu Die Lampe zischte noch einigemale empor und erlosch „Herr Graf! Kommen Sie um Gotteswillen!" Damit stürzte Anton in das Schlafgemach des jungen Herrn. „Was zum Henker giebt es denn?" rief der Schlaf„Ein gräßliches Unglück ist geschehen. Der Herr Graf—!“ „Meinem Vater?“ Im Nu war der junge Mann in seinen Kleidern und eilte mit dem Diener nach dem Schlafzimmer seines Vaters. Sie betraten dasselbe. Bei dem Anblick der Blut spuren überzog Leichenblässe das Antlitz des jungen Mannes..5t Sin Sahn rit Graf Joachim regte sich naht. Sein Sohn kultelte ihn an der Schulter. Etwas Hartes polterte auf den Boden mit leichtem Klingen. Es war ein blutbeflecktes Stilet. Die Fächer des Schreibtisches waren erbrochen, Briefe lagen wirr durcheinander. Auch ein Geheimfach war auseinandergesprengt. Dort verwahrte der Graf, wie sein Sohn genau wußte, außer einem Testament stets eine Summe Geldes in Gold. Testament und Geld waren verschwunden, wie der junge Mann nach dem ersten Blicke in das ihm leer entgegengähnende Fach Graf Joachim gab keinen Laut von sich. Derr. per fiel schlaff in die Stuhllehne, nachdem ihn der junge Mann in die Höhe gerichtet hatte.. g.K Lippen „Ermordet— tot!“ stöhnte er mit fahlen Lippen. Keine Hilfe war mehr zu erhoffen, die Glieder zeigten Verwirrt, unfähig, einen festen Gedanken zu fassen, starrte der junge Graf auf das Entsetzliche.„Wer konnte das Gräßliche vollführen?“ schrie es in ihm. Er fand hierauf keine Antwort.. g Jung bes Der Diener erinnerte an die Verfoigung des Mörders und der Sohn fuhr aus seiner Lethargie empor. „Ganz recht! Rufe das Gericht!".... Mit zitternden Händen verschloß er das Zimmer. Nichts sollte bis zum Eintreffen der Kommission geändert Während sich der junge Graf in dumpfer Verzweifelung in einen Stuhl warf, flog ein reitender Bote nach dem Zwei Stunden später traf der Staatsanwalt auf Schloß Burgau ein und ward von dem Grafen sofort an die die Leiche seines Vaters geführt. Der mitgekommene Gerichtsarzt untersuchte die Wunde. Es war ein tötlicher Dolchstich; das Herz war getroffen. Die Lebensgeister mußten augenblicklich erloschen sein. Das Gesicht war verzerrt; es prägten sich Zorn, Entsetzen und Schrecken Der Tod mußte ungefähr gegen 11 Uhr eingetreten sein. Die Briten herrschen im Somaliland, Nun greift der Mullah ein mit starker Hand, Vor seinem Ansturm fliehen Englands Streiter, Denn ach, sie fühlen sich zu schwach! Ernst Heiter. Ohm Pauls Lebenserinnerungen teilt die„Gartenlaube“ mit: Von dem Tage an, da die Trekker ihre alte Heimat verließen, fühlten sie sich von England bedroht. Ein stiller Kampf zwischen beiden Nationen zieht sich durch die ganze Hälfte des 19. Jahrhi derts. Zum offenen Kampfe kam es erst nach der Annektion, vor der Krüger vergeblich gewarnt hat. Im Jahre 1879 verlangte das Volk, frei und unabhängig zu bleiben. Kurze Zeit danach gelang es den Transvaalern auch, einen Föderationsplan von Südafrika, der im Kap=Parlament, zur Beratung kommen sollte, zum Scheitern zu bringen. Während Krüger und Joubert zur Hintertreibung dieses gefährlichen Planes in Kapstadt weilten, sprach ein Parlamentsmitglied bei ihnen vor und lud sie zum Besuche bei Sir Bartle Frere ein. Krüger erwiderte, er kenne schon vier Herren dieses Namens.„Der erste kam zu uns nach Kleinfontein und versicherte, er sei nicht gekommen unter englischer Flagge mit dem Schwert, sondern als Bote des Friedens. Später ersah ich aus einem englischen Llaubuch, daß an demselben Tage ebenfalls ein Sir Bartle Frere, also ein zweiter, an die englische Regierung geschrieben hat:„Hätte ich nur genug Kanonen und Soldaten gehabt, so hätte ich die Aufruhrmacher rasch auseinander gejagt!" Den dritten lernte ich gelegentlich der Beantwortung unserer Bittschrift um Zurücknahme der Annektion kennen; er sagte, er habe der britischen Regierung mitgeteilt, daß er in Kleinfontein etwa 5000 der besten Buren getroffen habe und deren Petition zur ernsthaftesten Erwägung empfehle. Später habe ich aus den englischen Blaubüchern ersehen, daß an demselben Tage ein Sir Bartle Frere der britischen Regierung mitgeteilt hat, es sei nur ein Haufen von Aufrührern gewesen, den er geein Traktat zustande zwischen gen Hohen Kommissar, und dem Matabelehäuptlinge Lobengula. Kurz darauf wußte er für sich selbst eine Konzession von Lobengula zu bekommen, die er ausschließlich dazu benutzte, festen Fuß im Matabeleland zu fassen und die Ausbreitung der Südafrikanischen Republik nach dieser Richtung hin zu verhindern. Sehr bald sah er ein, daß er dieses Ziel nur unter dem Schutze Englands erreichen könne; darum begab er sich nach England, um eine sogenannte Chartar zu erlangen. Das glückte ihm auch ohne große Mühe; es ist unzweifelhaft, daß viele der höchsten Personen in England Anteil an seiner Chartered Company bekamen.“ Aus Worten Krügers:„Man muß der Schildkröte erst Zeit geben, ihren Kopf herauszustecken, ehe man sie fassen kann, wollte man den Beweis herleiten, daß Krüger von der Vorbereitung des Jameson=Einfalles gewußt und mit der Schildkröte Jameson bezeichnet habe. Diese Behauptung ist unbegründet. Weder Krüger noch sonst jemand von den Transvaal=Behörden hatte damals eine solche That für möglich gehalten, noch weniger wurde sie erwartet. Ueber den letzten Krieg sagt Krüger, er sei trotz aller Zugeständnisse, trotz aller Verträglichkeit und Nachgiebigkeit von seiten der Republik ausgebrochen. Mit den Waffen in der Hand habe er an diesem Streite um die Freiheit seines Landes nicht teilnehmen können. Aber ungeheure Anforderungen wurden an seine Arbeitskraft gestellt. Es gab für ihn keine Nacht, in der er ungestört schlafen konnte. Als die Zeit der Entmutigung über die Bürger kam, eilte er selbst zu den Kommandos, um die Zuversicht der Kämpfer zu stärken. Krüger schließt seine Erinnerungen mit den Worten:„Ich bin überzeugt, daß Gott die Seinen nicht verläßt, auch wenn es oft so scheint, und ich ergebe mich in den Willen des Herrn, da ich weiß, daß er das bedrängte Volk nicht untergehen lassen wird. Der Herr hat alle Herzen in seiner Hand und führt sie, wohin er will.“ hiesigen kalkarmen Boden geben wollen. Man trägt sich in hiesigen Jägerkreisen allen Ernstes mit dem Gedanken, zur Blutauffrischung ungarische Böcke einzuführen, die sich durch ein stark entwickeltes Gehörn auszeichnen. Um die Blutauffrischung möglichst bald zu erzielen, hält man es für notwendig, vor Einführung der fremden Böcke den Rehbestand der hiesigen Jagden durch reichlicheren Abschuß zu verringern und nach Einführung der ausländischen Böcke eine längere Schonung eintreten zu lassen. Man legte die Leiche auf das Lager und schritt zur Besichtigung des erbrochenen Arbeitstisches. Offenbar lag ein Raubmord vor und der Thäter hatte in Eile sein Werk vollbracht. Eine Unmenge von alten Briefen lagen wirr durcheinander, als hätte der Mörder unter diesen Zeilen, welche einer früheren Zeit angehörten, irgend etwas wertvolles gesucht. Das Geheimfach war einfach aufgesprengt worden, vielleicht mit einem starken Dolchmesser. Es war leer.„ Der Arzt hob die am Boden liegende Wasse auf. Das zierliche Stilet war italienische Arbeit und hatte am Griff einen Namen eingeritzt: Franziska. Schließlich endeckte man noch in den weichen Teppichen lehmige Fußabdrücke, welche sich mit einiger Mühe genau abmessen ließen. „Der Thäter kam also demnach dirett von der Straße," sagte der Staatsanwalt. Die Herren zogen sich nach dem Vorzimmer zurück, wo ein genaues Protokoll aufgenommen wurde. „Haben Sie die Güte, Herr Graf,“ sprach der Staatsanwalt,„und erzählen Sie uns,was sich nach Ihrem Wissen in gestriger Nacht begab. Dies war rasch geschehen, denn der junge Mann konnte nur berichten, daß er mit der gesamtne Dienerschaft nach dem Brande begab, auf bestimmten Wunsch seines Vaters. Sodann berichtete er noch, wie er, oder vielmehr Anton, das Verbrechen entdeckte. „Hegen Sie Vermacht auf irgend einen Menschen? „Nein, entgegnete der Gefragte ohne Besinnen,„absolut keinen Verdacht. Mein Vater hatte meines Wissens nach keinen Feind. „Ist Ihnen diese Waffe bekannt?" „Nein, mußte der Graf erklären, ich sehe sie heute zum ersten Male. „Hm! Auch nicht der Name Franziska, welcher darauf eingekritzelt ist?“ „Gänzlich unbekannt. Ich entsinne mich teines derartigen Namens, welcher in irgend einer Beziehung zu meinem Vater stand. Auch im Schlosse führt niemand eine derartge Bezeichnung. „Ich danke Ihnen, Herr Graf. Es ware mir lev, sogleich die beiden älteren Dienerinnen vernehmen zu können, welche sich während der Nacht allein im Parterre des Schlosses aufhielten.„.... Gerrn und Anton erhielt einen Winr seines jungen Heren und rief unter der, draußen auf dem Gange versammelten Dienerschaft die beiden Alten herein. Der junge Graf hatte in seinem dumpfen Schmerze noch keinerlei Fragen an die übrige Dienerschaft gestellt, und so war ihm auch der Besuch des nächtlichen Gastes unbekannt. 77am2ch 829 Ghraß Scheue Blicke nach dem Schlafgemach des Grasen werfend, berichtete jene Dienerin, welche dem Ermordeten seinen Nachttrank gebracht, ihre Wahrnehmung.: (Fortsetzung folgt.) Briefkasten H. B. u. K. S. in Westhofen. Die Streitfrage, was aus dem Leichnam nach dem Begräbnis in einem gewöhnlichen Grabe wird, läßt sich hier nur kurz beantworten. Es hängt von der Beschaffenheit des Erdbodens ab, ob die Leichen dem Prozeß der Verwesung oder der Fäulnis unterliegen. Bei der Verwesung, dem langsameren Vorgang, geht der Kohlenstoff des Körpers in Kohlensäure, der Wasserstoff in Wasser über, während der Stickstoff zum Teil als solcher entweicht, zum Teil gebunden in Ammoniak oder Salpetersäure sich zeigt. Letztere Substanz wird wahrscheinlich erst in zweiter Linie unter Beteiligung gewisser Mikroorganismen aus dem Stickstoff gebildet. Ist aber der Erdboden feucht, so tritt statt des Verwesungsprozesses die Fäulnis ein. Diese kommt stets nur unter Mitwirkung von niederen Organismen zustande. Letztere befinden sich im Boden oder in der Leiche und werden ihre Wirkung immer entfalten, so lange die Leichenteile hinreichend feucht sind, und werden sich immer wieder von neuem entwickeln, sobald durch Grundwasser oder Regen von neuem Feuchtigkeit hinzutritt. Der Prozeß der Verwesung oder der Fäulnis hört dann erst auf, wenn alle organischen Bestandteile des Körpers verschwunden sind und nur die anorganischen Salze allein übrig geblieben sind. Diesem Prozeß leisten den längsten Widerstand die harten und wasserarmen Teile, also die Knochen, die Nägel und die Haare. Eine vollständig vom obigen Prozeß abweichende Veränderung nehmen Leichen an, wenn sie in einem ganz nassen Boden unter vollkommenem Luftabschluß begraben werden. In diesem Falle verwandeln sich die Weichteile in eine fett= oder seifenartige Masse, die man Fettwachs oder Leichenwachs nennt. Es ist dieses ein Gemenge von Cholesterin, Ammoniak= und Kalkseifen. Jedoch kommt diese Art von Leichenveränderung selten zur Beobachtung... 91. 1—8 R. S. Dem Wiedereintritt von Unteroffizieren und Mannschaften, die 1900 zur Reserve beurlaubt sind, ins stehende Heer, steht nichts entgegen, sofern dieselben einen Truppenteil finden, der sich zu einer Kapitulation mit ihnen bereit erklärt. M. Eheverträge können nach dem Bürgerlichen Gesetzbuche sowohl vor wie nach der standesamtlichen Eheschließung vor einem Gericht oder einem Notar abgeschlossen werden. Ob am Tage der Eheschließung selbst der Abschluß möglich ist, richtet sich danach, ob das Gericht oder ein Notar zur Aufnahme der Urkunde bereit ist. Beweise für die im Ehevertrag aufzunehmende Erklärung über das beiderseitige Vermögen brauchen nicht vorgelegt zu werden, da nur die Erklärung der Parteien, nicht aber deren Richtigkeit beurkundet wird. Z. Wenn ein Vater seinen beiden Söhnen, welche er im Geschäft beschäftigt, nur freies Logis und freie Station gewährt, so braucht er für sie keine Invaliditätsmarken zu kleben. Wie hoch er dafür die Ausgaben berechnet, ist nebensächlich. Durch die Nichtverwendung von Marken macht er sich dann nicht strafbar. Kaufmann. Wir würden Ihnen ganz gerne Aus kunft geben, wenn Ihre mit Bleistift gekritzelte Karte nur zu lesen wäre. Tinte, Tinte, junger Herr! Tinte, saubere Briefbogen und lesbare Schrift braucht ein angehender Geschäftsmann für seine Korrespondenz, selbst wenn er „nur“ an eine Zeitung schreibt. Also erfreuen Sie uns Lamit Haus= und Landwirtschaft. 1(Feldbedeckung.) Aus Connecticut wird gemeldet, daß die dortigen Tabakpflanzer ein neues Mittel eingeführt haben, um die Güte ihrer Produkte zu steigern. Sie überdecken nämlich ihre Pflanzen mit Nesseltuch, das sie auf Pfosten festmachen, sodaß das Feld von weitem aussieht wie ein Zelt. Per Acre rechnet man 196 ca. 9 Meter hohe Pfosten, das Nesseltuch für eine Fläche von 4048 Meter stellt sich ungefähr auf tausend Mark. Die Bedachung soll Wind und Wetter Stand gehalten haben, unter ihr herrscht eine gleichmäßige Temperatur, die um 3 bis 8 Grad höher ist, als diejenige des offenen Feldes. Der Regen kann natürlich auch nicht direkt auf die so empfindlichen Pflanzen niederfallen, sondern er durchdringt das Dach als feuchter, warmer Nebel. Auch die Gefahr der Insektenpest ist minimal. Von dem unter dem Zelt gezogenen Tabak galt das Pfund 2 sh. 7 p., der auf offenem Felde gezogene dagegen brachte nur 1 sh. per Pfund. bakkenner vergleichen diesen Tabak mit den besten Sorten. Es sollen sich, wie die Zeitschrift„Himmel und Erde" berichtet, auch schon Gesellschaften bilden, die diese neue öde berwerten wollen. Vermischtes. Aus Westfalen und Rheinland. * Wanne, 30. Okt. Ein schweres Sittlichkeitsverbrechen wurde auf dem Friedhofe hierselbst verübt. Der Thäter, ein jungex Bergmann von 19—20 Jahren, hatte ein Mädchen von 7 Jahren dorthin gelockt und zwar durch Verabfolgung von Bonbons. Das Verbrechen wurde mit Gewalt und unter Bedrohung des Kindes verübt. Als das Scheusal bei der Anfahrung zur Schicht das Kind mit den Eltern auf dem Zechenplatze gewahrte, zog er es vor, Fersengeld zu geben. Es ist bis jetzt nicht gelungen, seiner zu werden, doch ist der Mann bekannt. . Sthrum 30. Okt.(Nicht einmal der Ketenhund mehr sicher!) Einem hiesigen Bürger wurde der treue“ Hauswächter nachts von der Kette gestohlen. * Brotdorf(Saar), 30. Okt. Auf dem benachbarten Gipsberge ertappte ein Jagdberechtigter einen Mann beim Wildern. Er stellte ihn und nahm ihm das Gewehr fort. Der Ertappte ist ein 84jähriger Gärtner, welcher noch kürzlich 6 Monate wegen gleichen Vergehens abgebüßt hat und eben freigekommen war. 1(Ein Scherzwort Kants.) Kant behauptet einmal, die Frauen glichen einer Turmuhr, einer Schnecke und einem Echo.„Sie plaudern der ganzen Stadt aus,“ fuhr er fort,„was im Innern ihres Hauses vorgeht, wie eine Turmuhr! sie tragen ihren ganzen Staat auf dem Leibe, wie die Schnecke, und müssen immer das letzte Wort behalten, wie das Echo.— Daraufhin natürlich lebhafte Entrüstung der anwesenden Frauen, worauf Kant entgegnete:„Auch für Sie, meine Freundinnen, gilt der Vergleich. Nur heißt es bei Ihnen: Sie sind pünktlich wie eine Turmuhr, häuslich wie eine Schnecke und stets nur das Echo— Ihres Mannes.“ Nun trat anstelle der Entrüstung sofort vergnügte Zustimmung— der Vergleich wurde ungemein treffend befunden. *(Ein strenges Gesetz gegen Junggesellen) ist nach Berichten englischer Blätter vor kurzem in einem Staate der Argentinischen Republik verkündet worden. Das Heiratsalter in Argentinien beginnt mit 20 Jahren. Wenn ein Mann von der Zeit an bis zum 30. Jahre unverheiratet bleibt, muß er monatlich 20 Mark bezahlen. In den nächsten fünf Jahren wächst die Abgabe um 100 Prozent. Zwischen 35 und 50 Jahren zahlt er eine monatliche Geldstrafe von 80 Mark, von 50 bis 75 Jahren 120 Mark monatlich, und erst nach 75 Jahren wird die Abgabe auf 40 Mark jährlich ermäßigt. Nach dem 80. Jahre bezahlt der Junggeselle nichts mehr. Witwer dürfen drei Jahre trauern und müssen sich dann wieder verheiraten. Wer in einem Jahre nachweisbar dreimal einen Korb bekommen hat, wird von der Steuer befreit. Das Gesetz soll Wunder wirken.„ E Khst (Melonen und Sandias.) Wenn der Herost hereinbricht, nimmt Madrid für einige Zeit den kriegerischen Anblick einer Festung an. Auf allen Plätzen sind nämlich wie die Bomben und Granaten der Artillerieparks pyramidenförmig große runde Kugeln aufgeschichtet, die in ganzen Wagenladungen von Valencia und Murcia geliefert worden sind. Es sind zuckersüße Melonen, die, wenn sie gut sind, wie Fruchteis im Munde zerschmelzen, und Sandias, die bekannten Wassermelonen mit rotem Fleisch und schwarzen Kernen, die Vesperspeise von Studenten, Modistinnen, kleinen Beamten und Arbeitern, die allerdings im Verdacht steht, Magenerkältungen hervorzurufen. Durch alle Straßen ziehen Händler, die auf den Rücken ihrer geduldigen Grautiere ganze Berge dieser dunkelgrünen Geschosse aufgetürmt haben, und alsbald entwickelt sich darin ein äußerst lebhaftes Geschäft. Die Sandia kauft man, ohne sie anzuschneiden; man hat Vertrauen zu ihr; anders liegt aber der Fall bei den Melonen, denn sie spielen einem manchmal einen argen Streich und fallen nicht so aus, wie man sie nach ihrem Aeußeren eingeschätzt hatte. Deshalb sagt schon ein altes Sprichwort: „Bei der Melone und bei der Heirat muß man das Richtige treffen. S3chst. (Wohl einer der„schwersten Diebstähle,) die jemals vorgekommen sind, ist auf dem Wege nach Oranienburg bei Berlin verübt worden. Dort haben Sckitzbuben eine auf der Straße nach dem neuen Krankenhause liegende — Chausseewalze mitgehen lassen. und Sport. **(Die Decadence der Rehe.) Eine aufallende Erscheinung wird gegenwärtig von den Jägern des Siegerund Sauerlandes lebhaft besprochen. Es handelt sich um die Thatsache, daß die Bildung des Gehörns der Rehböcke von Jahr zu Jahr mangelhafter wird. Ein flüchtiger Blick in den Jagdbeutepavillon der Düsseldorfer Ausstellung zeigte deutlich, daß die ausgestellten Gehörne des Siegerlandes sich mit denen anderer Gegenden auch nicht im entferntesten messen können. Ueber die Ursache dieser auffallenden Erscheinung ist man sich nicht recht klar, die einen glauben sie in einer allgemeinen Entartung des Rehwildes suchen zu müssen, während die anderen die Schuld dem 2. November: Normal temperiert, wolkig, Regenfälle, sehr windig. 3. November: Wolkig, teils heiter, Niederschläge 4. November: Angenehm, ziemlich milde, nachts kalt. Für den redaktionellen Teil verantwortlich Wilh. Schade. Bei Einkauf von Knöterich-Theeu.-Bonbons achte man auf den Russen. Siehe heutige Annonce. Gewinnziehung der beliebten Berliner Lose à 1 Mark findet bereits den 12. und 13. November zu Berlin im Kaiserhof öffentlich statt. Hervorzuheben ist bei dieser Lotterie, daß nicht nur der Verkauf der Gewinn=Pferde, mit 70 Prozent des ausgegebenen Wertes garantiert ist, sondern daß auch für die 4000 Mark, 2 à 3000 Mark, 5 à 2000 Mark, 6 à 1500 Mark usw. Bei diesen günstigen Gewinnchancen ist demnach ein Glücksversuch für 1 Mark wohl zu empfehlen und sind die Lose durch hiesige Verkaufsstellen und durch den Generaldebit Ludw. Müller & Co. in Berlin, Breitestraße 5, zu beziehen. Pahrekdd ei VOrA Nachen Kutlithe Warn, bihe 6 urch, Zusegrisen ag, it uei. 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November 1902. ** Wir schreiben nun schon November und befinden Erfahrung lehrt, doß lch und die Tage sind vorherschend o von egschgrau. Kalter Regen fällt, Nebelmassen beklommend auf Herz erschweren die Aussicht und wirken berummene auf„, und Gemüt des Menschen. Selten bekommt man die licre Frau Sonne zu Gesicht, und dann erscheint sie zumeist nur als ein roter, feuriger Ball, umlagert von einem dichten Dunstmeer. Der November bringt gewöhnlich die Nässe und dann— den ersten Schnee. Dieser mag von der Jugend freudig begrüßt werden, dem Landmann kommt er sehr unerwünscht, denn„Novemberschnee hut den Saaten weh“, sagt eine der alten Bauernregeln. Und diese sind mindestens so zutreffend, wenn nicht zutreffender als die Prophezeiungen der Herren Wetterp pheten. In der Natur wird es immer stiller und einöniger, die letzten Blätter fallen. Die in diesem Monat viele Landesteile der Buß, und dutg, Athegreuch an Für den Weidmann ist der 3. November ein Tag laus Wintersturm und Eis, soll jeder zieh'n zu Holze, der das Weidwerk weiß.“ ** Die Witterungs=Aussichten für den Monat No vember stellen sich, dem hundertjährigen Kalender nach, gt: Am 2. und 3. hell und kalt, am 4. und 5. regvor schön, vom 9 bis 22, wieder regnerisch, vom 6. bis 8. schon, erm erisch, am 23. bis 24. starke Kälte, am 25. Regen, vom 26. bis 29. schön, am 30. windig. Rudolf Falb prophezeit für die erste Woche des Monats Niederschäge, für die weite und dritte Trockenheit, für die vierte Woche aber anfangs Schneefälle und später Regen. Den 15. November bezeichnet er als einen kritischen Termin erster, ven 30. als einen solchen dritter Oronung. **(Die Zahl der Lehrer und Lehrerinnen,) die an den öffentlichen Volksschulen Preußens im Jahre 1901 endgiltig angestellt waren und mehr ais vier Jahre im öffentlichen Schuldienst standen, betrug nach der„Stat. Korr. 72912, davon 32314 in den Städten, 40 598 au dem Lande. Das durchschnittliche Gesamteinkommen betrug 2023 Mark, in den Städten 2285 Mark, auf dem Lande 1815 Mark. Nur für die Volksschullehrer mit Ausnahme der Rektoren, der Hauptlehrer und der Lehrerinnen ergiebt sich ein Durchschnittseinkommen von 1993 Mk., in den Städten von 2320 Mark, auf dem Lande von 17 Mark. Auf je 9 von ihnen kommt im ganzen Staat ein Rektor oder Hauptlehrer mit dem Durchschnittseinkommen von 3051 Mk., in den Städten schon je 7 mit einem Durchschnittseinkommen von 3491 Mark, auf dem Lande erst auf 11 mit 2601 Mark Durchschnittseinkommen — Berghofen, 30. Ot.(Perznwähden go. Abend sich in den Stall begab, um das Vieh zu füttern, sank sie plötzlich bewußtlos zu Boden und war nach kurzer Zeit eine Leiche. Ein Schlaganfall hatte ihrem Leven plöszlich ein jähes Ende gemacht. * Schüren, 30. Okt. Gestern Abend gegen /24 Uhr wäre auf ein Haar das zweijährige Kind des Herrn Kerstein in der Nähe der Wirtschaft Möllmann von der Straßenbahn überfahren worden. Das Kind, welches neben dem Gekeise spielte, lief plötzlich auf dasselbe und gleichzeitig vor einen heranahenden Motorwagen; es wurde von demselben erfaßt und zu Boden geworfen. Dem Führer gelang es jedoch, den Wagen sofort zum Stehen zu bringen und das Kind unversehrt unter dem Wagen hervorzuzchen. und Sani gnernan ** Hörde 31. Okt. An der heutigen Genera#oerVerordnungen für den Kreis Gäbe erlangen vemnoh 8 wertr“ Zeitungs rechs. durch Veröffentlichung in der„Schwerkir Zeitung verbindliche Kraft. Sonnabend i. Novenber Der Ueberschuß in den Monaten Juli bis September dieses Jahres beträgt rund 889000 Mark gegen 385 000 Seit Beginn des neuen BetriebsjahreHig gag iez iun ca. 100000 Tonnen eingegangen. Diese Jah.„ Vergleich zu derjenigen von 1900 nicht sehr anex gehen, werbes. Er glaubt nicht, daß im Laufe dieses Besserung zu erwarten sei. Abonnementspreis pro Quartal 1 Mark 65 Pfg. exel. 42 Pfg. Bestellgeld, wenn durch die Post bezogen. Ersche jedem Wochentage. Wöchentliche Gratisbeilage:„Illustrierter Familienfreund. 35. Jahrgang Besserung zu erwarten sei. Aus Westfalen und Rheinland. schienene und vom 1. November datierte„Deutsche Bergsicht, die Polen durch dieses Entgegenkommen zu gewinnen und diese, entsprechend internationaler Tendenz, mit den deutschen Sozialdemokraten unter einen Hut zu bringen. Was im Osten den Sozialdemokraten nicht gelungen ist, wird ihnen im Westen auch wohl schwierig werden. Venn eine Einigung zwischen den Polen, Zeiz, pien haben bshuchen gg petz-ZNecht sonderbar kommt einen beschcht pasiert sein soll. Vorgestern entdeckte man nämlich, wie der„L. Post“ mitgeteilt worden ist, im Kader in der Asche— jedenfalls an einem Orte, der Ssouyen, bos gndern Tages abermals aber diesmal die Entstehung dieser geheimen Schatzkammern kann man nur Vermutungen hegen. Bemerkt sei, daß deru# Besitzer der Werkstatt vor kurzem infolge eines ungm falles plötzlich gestorben ist.— Vielleicht stehen noch be: Schwelm, 29. Okt.(Gegen den Polizeihund.) ven o der Menscheit zu lösen habe, deren ideale Bedurch den„Hund“ wesentlich geschwächt werde. Bei der Wahl ihrer Zuchtmitel dürfte die Polizei nie ihre ein Drittel, wohl gar die Hälfte„ausgefressen". Füchse, Marder, wildernde Hauskatzen, Raubvögel, Häher stehb eee de IFfentliche Anweisung gegeben, aber Stellalten Fangern.....„ über Stell eßbaren Nutzvögel zu schützen. Aber ob's überall beherzigt ist? Manch Meislein, das lustig piepend den FöhrenAber was ist zu wollen? schen haben ein gerichtlich erstrittenes Privilegium zum (Die von den Gerichten verschieden behandelte Frage), ob das Wort„Sozialdemokrat!“ eine Beleidigung enthält, hat durch eine bei lage eine beue Veteuch haste einen Arbeiter H, der in *: Sie sind ja ein Sozialdemokrat! H. strengte er. fen: Sie smo sdem Sezimernrrat! H. strengte eine Beleidigungsklage gegen den Verwalter an, und gab die Erklärung ab, nicht sozialdemokratisch gesinnt zu sein. Hauptverfahren wurde auch eingeleitet. Nachdem ei stätischer Angestellter als Zeuge den Vorfall richts einen Vergleich, dem die Anerkenzitg Helgidigend sei. Der Angeklagte cherung.) Bekanntlich besitzt Köln als einzige deutsch Stadt eine Arbeitslosenversicherung. Ein amtlicher. Winter it de Verscherten in Geschziszseh 1900/01 gegenüber früher erheblich, und zwar au.... stiegen. Versicherungsantrage waren von 603 Personer. gestellt worden, wovon 32 zurückgewiesen werden mußten. Der Gesamtbeitrag der Versicherten betrug 4585 Mark, Lagegelder bezahlt werden mußten. In Boxaterfnietgeteh, Sommers derart, daß, nachdem 1000 Mitglieder aufgenommen waren, die Kasse geschlossen die Befürchtung nahe lag, bei größerer Zahl nicht die einAngaben erhellt, daß die an sich segensreiche Wirksamkeit „ ergwerks= und Huttenverens in bunvung 25 Aktionäre teil, welche zusammen 5186 und Bankier Louis Hagen=Köln wiedergewählt. Und Lanrier=Trutka9 bewußt bleiben, daß auch sie berufen sei, die der menschlichen Gesellschaft Entfremdeten wieder derselben zurückugewinnen und zur Menschenwürde wieder heranzuerziehen. Zudem sei die Ausrüstung der hiesigen Schutzmannschaft mit Säbel für Eventualitäten zu bieten. Der„Hund“ fellggallegfalls den fliehenden Obdachlosen, er könne aber schtreenn, der daß der eigentliche Verbrecher nicht ungestört und * Barmen 30. Okt. Die Zeichnungen für den Theaterneubau sind schon recht erhehlicht sie haben den Betrag von 170000 Mark erreicht. Da die Zeichungsliste noch nicht lange läuft, so ist die unbegründet, daß die Bausumme von ca. 300000 Mark .9 Linden, 30. Okt.(Vom Unglück verfolgt.) Schwer vom Unglück betroffen wurde die hier wohnende und konnte nur als schrecklich verstümmelte Leiche zu Tage gefördert werden. R. hinterläßt Frau und acht unmün* Meppen, 31. Okt.(Vom KrammetsvogelFang.) In voriger Woche war die Hochsaison für den Krammetsvogelfang— wie alles spät in diesem Jahre. begegnete man vergnügten Fängern. Natürlich sanken einem Tage hielt es schwer, die Beute überhaupt an den ony 9“ daß er ein Gesamtresultat von der Kasse auf einen verhältnismäßig kleinen, e#e schränkt bleiben muß, soll die Einrichtung, alg## Se stand haben. Die Versicherten, die nur ein der sbezahlten Summe aufbrachten, stehen sich davei ganz vorteilhaft. Wie aber eine solche Einrichtung auch rentieren könnte, erscheint Kleine Chronik. § Paris, 30. Okt. Seit längerer Zeit legte der in Gaß bei Grasse wohnende Schuhmacher Gné Zeichen von ihnen so schwer, doß hiex sich Anige Mäur wird. Schließlich vereinigten jih einnge Männer unter der Führung des Maires, um den Rasenden zu überwältigen. Dieser stürzte mit geschwungener Axt auf die Gruppe und hätte wahrscheinlich noch mehr stiftet, wenn der Maire ihn nicht durch einen Flintenschuß niedergestreckt hätte. Büchertisch. uger# Sämtliche unter dieser Rubrik angszürngez, gatzen in der busues une ugen Bachenougg H. Dos oeben erschenene eizner ebensg vielseitigen, wie gehaltotsherten birgt wiederden großen Romanen„Allein ich will.: volen Iuhalt, Leben den„Zungfrau Königin“ von Franz Rovon Sridg von Vul ou, originelle, abgeschlossene Erzählung„Das sen zunschst enne böchst orion.—.— Zigetz, Dann einen mit verwunschene Torf“ von Ludvurg gühnenleiter gezierten Aufsatz zahlreichen Aufnahmen berühmter Vu,„Apoll illustrierten Artikel über„Deutsche Regiseaure, einen gerchm, und einen Veitrag von von Fritz Ostini über„Schöng Prunngr Pestreisenden, über die von Etaht, Iudiens, das ekannten„Zeppore“ Gedichte, die „sselnde Bücherschau von Heinrich Hart und eine illustrierte immer seste.— r|,„.ewerbliche Erscheinungen runden den Peu bschan über vene„„Einen besonderen Schnuck aber erhält do Hurch Hie wundervollen Reprodutionen farbiger KupferFrucke aierer engischer Biübnuismater, Aepgoesenhestere WHesraibe polt soch nie gehoten wicken. Warum soll jede Hausfrau Kathreiner's Malzkaffeei kaufen? Paodern gusior= Gesden Later iu Luden Keilen der Lauston usgiätgenr, Siase e Kuzergenehnttch Abtenung. Balllen-Mäntel. Frauen-Paletots Goll-Paletots in engl. Fant.-Stollen Goll-Capes in zweiseiligen Stollen Damen-Winter-Jackelts Damen-Winter-Paletots Knaben- und Mädchen-Bekleidung. Biber-Hängerkleidchen Mk. 1,40, 1,75, 2,25, 3,—. Mädchenkleider Mädchen-Jacketts Mädchen-Mäntel Knaben-Anzüge Knaben-Paletots IIk. 27, 35, 42, 50, 75, 90 Nlk. 12, 18, 25, 31, 36, 42 Nk. 9, 13, 18, 27, 33, 39 Nlk. 9, 13, 21, 33, 38, 42 lk. 13, 18, 21, 30, 50, 80 Cestumröcke und Blust Jackenkleider Wollkostüme Costümröcke Woll-Blusen Seiden-Blusen Unterröcke 30.— Mk. 15,—. 20.—, 25.— Mk. 25,—, 35,—, 45.—, 55,Mk. 7.—, 11,—, 16,—, 21,—. Mk. 5.50, 9.50, 13,50, 17,50. Mk. 13.—, 18.—, 23.—, 28.—. Mk. 3.50, 6,50, 9.50, 12,50. Velz-Schters u. Boas in den neuesten Formen F 9, 8/0 0f S, Ih, TOVSU. 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