falb me=Zeise 40 J. Preis Hörde erlangen gemäß Belanntnachung der Königl. Regiere en bonn Hrg beon, Fernsprech, ung durch Verösfentlichung in der„Schwerter Zeitung“ rectzte. deut und Verlag von Carl braus in Schwerte, V.„guhr verbindliche Krat ckluf Ni 62 Amt Stzwperis 7; 7 Adr. Braus, Schwerter..I verbindliche Kraft. Abonnementspreis pro Quartal 1 Mark 65 Bestellgeld wenn durch die Post bezogen. Erscheint un e aute Krit. und Aaiahalgelichen Beschungen Nre dan, Abernenentipseis ves Gutael esbenr be ue. easheal ae eaaenr ue ae eane eane u. an g ie eate sahne ane Familienfreund.“ 34. Jahrgang. Risaat Pascha. Der Großvezier Rifaat Pascha, dessen Bild wir bringen, ist am Tage der Landung ranzösischer Truppen auf Mytilene gestorben. Die Plötzlichkeit seines Hinscheiesis bet Veranohung daes eulans,„Verflucht sei der euute Veauobenertzig zeraufbeschwor L ur uutewelcher diesen Konflikt herau beschworen, und nur unte dem Vorbehalt, ihn zur Rechenschaft zu ziehen, zeichne ich diesen Vertrag“ habe in seiner Wirkung das Haupt des Großveziers getroffen. Das Ende des französisch=türkischen Konflikts. ud die züirtes geht zweifellos ihren Ende entgegen. Wie verlautet, hat der französische Botschafter gierung übermittelt, wonach die französische Fotte Insel Mytilene verassen werde, sobald der Sultan selbst ei Orode er.,Pforte arfaigte Antahne der französchen Bedingungen ratifiziert. Ob dieses Ende den Hoffnungen entspricht, die man in manchen Kreisen Frankreichs an die Flottendemonstration geknüpft hatte, möchten wir bezweifeln. Immerhin ist Frankreich formell als Sieger# “. Iu. Frankreich selbst st denn auch die Stinmung eine sehr gemischte. Die Pariser Morgenpresse ist in ihrer Meinung über die Lösung des französisch=türkischen Konsehr geteilt. Die Einen sind zufrieden, daß die Sache beendigt ist, die Anderen sind enttäuscht. Zu den Zufriedenen gehört natürlich der Matin, welcher sagt, der Konflikt habe für Frankreich nichts Granvioses gehabt. Frankreichs Rolle wäre beinahe eine unwürdige gewesen. Glücklicherweise sei alles kindlich verlaufen. Zufrieden merkwürdigerweise auch der„Gaulois, ver gleichfalls von unwürdigen Konfliktsgründen spricht, aber glaubt, Frankreichs Prestige und die Katholiken im Orient hätten schließlich doch etwas dabei gewonnen. ung geai, Dagegen machen besonders der Figare#### Sctalt aus ihremUnmut kein Hehl. Der Figaro üverschreibt seinen Artikel„Enttäuschung“ und sagt, wir wagten, zu glauben, daß die lange Politik der Konzessionen und der Schwäche beendet sei, daß wir vor dem Beginn einer neuen Aera tänden, die durch die glänzenden Feste von Dünkirchen und Béthény eingeweiht sei. Und weiterhin fragt der Figaro, wird man also jetzt die so oft gebrochenen Versprechungen und Verpflichtungen genügend halten? Man mit einer Garantieschuld mit monatl. Anweisungen begnügen, wogegen man kürzlich protestiert hat. In vier Monaten wird man von vorn anfangen. Auch der Eelair glaubt nicht an die Versprechungen des Sultans und sagt, wenn Delcassee nicht die Kraft fühlte, bis zu Ende zu gehen, so hätte er nicht anfangen dürfen. Unter diesen Umständen ist die Position des Kabinetts Waldeck=Rousseau durch die türkische Affäre kaum gebessert, und namentlich Herr Delcassee befindet gegenüber den ihm drohenden parlamentarischen Attacken in ei keineswegs beneidenswerten Lage. Welche Rolle Rußland in der Affäre gespielt hat, ist noch einigermaßen dunkel. Immerhin unterliegt es wohl keinem Zweifel, daß die Hand Rußlands bei der schleunigen Beendigung der Affäre entscheidend miteingegriffen hat. des Zentrums, der vor kurzem einen Rückfall in sein altes Leiden hatte, ist nach einer Mitteilung der„Frkf. Ztg.“ jetzt völlig hergestellt. Auch in dem Befinden des erkrankten Abg. Rickert ist eine Besserung eingetreten. Der neue Reichsmilitäretat soll auch Forderungen für die Vermehrung der Maschinengewehrabteilungen enthalten, deren es bisher 5 giebt. In Zukunft soll nach der Rhein. Westf. Ztg. jedes Armeekorps eine Maschinengewehr=Abteilung von 6 Maximwaffen erhalten. Ueber die Bewaffnung von Landbriefträgern berichtet die Tägl. Rundschau: Den Postbehörden wurde gestattet, die Landbriefträger für die Zeit ihrer Bestellgänge mit dem neuen Infanterie= Seitengewehr auszu. Anlaß zu dieser Maßnahme haben verschiedene Rauoanfälle auf Landbriesträger gegeben.„ g. Einsischen — Eine neue deutsche Schule sonl in der chmesischen Provinz Schantung gegründet werden. Bischof Anzer wird in Yenchoufu mit Unterstützung der Provinzialregierung die Schule errichten, in der ein Teil des Unterrichts in deutscher Sprache erteilt werden soll. — Zur Verbesserung der Gesundheits=Verhältnisse in unserer Kolonie Kiautschou ist der Hauptort Tsingtau mit Wasserleitung versehen worden. Rußland. = Die Erhöhung der russischen Zollsätze auf den Import einzelner Waren, welche durch die Mehrausgaben der Krone insolge der chinesischen Wirren veranlaßt worden ist, haben eine merkliche Abnahme der Einfuhr mancher Artikel nach Rußland nach sich gezogen. So hat, nach Angaben des Finanzministeriums, die Maschineneinfuhr im Verauf des ersten halben Jahres beipielsweise um über 11 Millionen Rubel abgenommen und der Import von Stahl= und Eisenfabrikaten um über 4 Millionen Rubel. Und dies während der Handelsverträge. Politische Uebersicht. Deutschland. Vom Kaiserhofe. Der Kaiser vereinigte Freitag nachmittag eine größere Anzahl von Of zu einer Kriegsspielbesprechung und hörte Sonnabend vormittag den Vortrag des Stellvertreters des Chefs des Marinekabinetts. Mittags fand bei den Majestäten zu Ehren des Geburtstags des Königs von Englano größere (Graf Waldersee's Befinden bessert sich stetig. Er selbst hofft, wie er in einem Privatbrief sagt, Ende dieses Monats„wieder gefechtsfähig" zu sein. Insterburger Duell. Die„D. Tagesztg.“ schreibt:„Der Insterburger Zweikampf steht augenblicklich im Mittelpunkte der öffentlichen Erörterung. Man sieht eine Grausamkeit darin, daß der junge Offizier gewissermaßen zum Zweikampfe gezwungen wurde infolge einer That, die in sinnloser Trunkenheit begangen war. Man giebt der Meinung Ausdruck, daß es in diesem Falle selbst vom Standpunkte der Anhänger des Zweikampfs möglich geweser wäre, den Zweikampf zu verhindern und die Sache durch Abbitte und irgend welche andere Sühne aus der Welt zu schaffen. Diese Auffassung geht von der Annahme aus, daß sinnlose Trunkenheit strafmildernd wirke und unter Umständen ein Entschuldigungsgrund sei. Es giebt aber auch eine andere, nicht minder berechtigte Anschauung, daß Trunkenheit unter Umständen strafschärfend wirke nd dug brngen Aufassung gewiser Handlungen eine strengere Ziel, ein Ein Verbrechen? Original=Roman von Arthur Zapp. B... Rechend urchiotend 2. Fortsetzung. Es lag in der Begrüßung des jungen Offiziers etwas Hastiges, Befangenes, das jedoch dem alten Herrn, das Herz hoch klopfte bei dem Anblick seines Sohnes, völlig entging. Er nahm neben Helmuth Platz und leerte, mit seinem Sohne anstoßend, ein Glas von dem Rotwein, den Martha schnell herbeigeholt hatte. „Na, hast Du Dir Urlaub genommen bis zum Antritt Deines Kommandos?“ fragte der Rentmeister, nachdem ein paar Worte über die weite Reise, die Helmuth seben zurückgelegt hatte, gewechselt waren. Der Leutnant that einen tiefen Atemzug, bevor er „NRein, Papa,“ sagte er in einem eigentümlich verhaltenen, eisernen Ton.„Ich muß noch heute wieder abDer alte Herr stellte das Glas, das er eben ergriffen hatte, ohne zu trinken, wieder auf den Tisch zurück und sah seinem Sohn befremdet ins Gesicht. Erst jetzt fiel es ihm auf, daß Helmuth merkwürdig erregt und erhitzt aussah trotz der langen nächtlichen Fahrt im EisenbahnEin plötzliches Zittern befiel den alten Herrn. „Ist etwas vorgefallen, Helmuth?“ ragte er in Der eLutnant drückte ein paar Sekunden lang die Auein. Dann seufzte er tief auf und nickte. Wa— was ist's denn, Helmuth?“ lallte der RentEin eisiger Schreck packte ihn und sein Herz beim Sturmtakt zu schlagen, während er an einen Vor ohte, iu dem ein Frischer, sebenalistiger Leutmant meister. san in RR aie scaste Aschant dast ie Last schasler dae. den und auf der Stelle totgeblieben war. Der Leutnant warf einen Blick nach der Thur hin, durch die Martha jeden Augenblick wieder hereinkommen konnte. Mit einem kräftigen Ruck erhob er sich. „Komm, Papa,“ sagte er.„Laß uns in dein ArbeitsZimmer gehen! Ich habe dir ein Geständnis zu machen.“ Der alte Herr vermochte sich kaum zu erheben. M schlotternden Knien schritt er dem Sohne voran. In dem Zimmer angekommen, in dem der Rentmeister zuweilen noch nach Gefchäftsschluß zu arbeiten pflegte, buieo der Leutnant noch einen Augenblick unschlussig stehen und zwirbelte an seinem Schnurrbart. „Nun?“ fragte der alte Herr, innerlich bebend. Der Leutnant raffte sich auf. Mit einer entschlossenen Gebärde legte er seine beiden Hände auf seines Vaters Schultern und sagte:„Papa, ich will keine lange Umschweife machen. Ich bin leichtsinnig gewesen.“ Leichtsinnig! Das heißt—9“ u.u 4.6. Ohne auf diese Frage direkt zu antworten, fuhr der Leutnant in schnellem Redefluß, mit einer geflissentlichen Hast fort:„Du weißt, Papa, daß ich mit meiner Zulage leidlich ausgekommen bin und mich von allen Extravaganzen, die gerade in unserem Stande so oft verhängnisvoll werden, ferngehalten habe. Auch dem Jeu, das hier und da im Offizierkorps grassiert, bin ich immer absichtlich und grundsätzlich aus dem Wege gegangen. Und nun der Sprechende stieß es erregt hervor und preßte die geballten Fäuste gegen die Stirn—„zu dumm war's, zu ov Der alte Herr riß seine Augen weit auf. „Du hast gespielt, Helmuth?“ Jo, Fapa, flisterte er seise.„Wir hatten Lebeswaren alle voll Liebenswürdigkeit und Herzlichkeit gegen mich. Ich sah, daß ich ihnen lieb und teuer geworden war und Stolz und Freude schwellten meine Brust. Ich war in einer so seligen, freudigen Stimmung. Und da — da geschah's, daß ich nicht die Kraft haute zu widerstehen, als schließlich, nach Beendigung der offizieller Festlichkeit, in einem kleinen Kreise jüngerer Herren, ein wenig getempelt wurde. Anfangs wehrte ich mich. Man lachte über mich und verspottete mich. Einmal ist keinmal — rief man mir lockend zu. Na, und da, Papa gunng ich an zu pointieren. Zehn Mark wollte ich verlieren dann gehen. Aber— das war mein Unglück— ich verlor nicht, ich gewann. Bald hatte ich fünfhundert Mark vor mir liegen. Ich genierte mich aufzuhören und spielte weiter. Und dann kam das Verhängnis. Ich verlor p#ötzlich ebenso anhaltend, wie ich vorher gewonnen hatte. Die Aufregung packte mich, die Gier, das Verlorene wieder zurückzugewinnen. Mein Bargeld war längst verspielt: Ich pointierte mit Bons. Als der Morgen dämmerte und wir notgedrungen aufhören mußten, hatte ich sechstausend Mark verloren—“ Der Rentmeister sank wie zerschmettert in seinen Stuhl, als hätte ihn ein Blitzstrahl getroffen. Er schlug seine Hände vor das Gesicht und stöhnte. Aber schon nach wenigen Sekunden ließ er seine Hände sinken; eine Zornesröte stieg in seinem bleichen Gesicht auf und seine Augen sprühten lodernde Entrüstung. „Wie konntest Du, Helmuthl“ rief er.„Wie kgrntest Du! Hast Du denn gar nicht an mich gedacht? tausend Mark! In einer Nacht verspielt! Wie konntest Du nur so furchtbar unsinnig, so grenzenlos leichtsinnig on Der Offizser bengte sich zu seinem Voter herab und legte ihm wieder seine beiden Hande auf die Schultern. (Fortsetzung folgt). gründen könne. Diese letztere Anschaung ist im Heere, wenigstens was selbstversrchuldete Trunkeiheit anlangt, wohl allgemein verbreitet. Insbesondere wird der Offizier zu der Auffassung erzogen werden müssen, daß er für Handlungen, die er in der Trunkenheit begeht. die volle Verantwortung zu tragen habe. Das kann unter Umständen grausam erscheinen; aber wir meinen, es entspreche durchaus der Pflicht des Mannes, sich niemals von der Trunkenheit so übermannen zu lassen, daß die eigentliche Verantwortung ausgeschlossen ercheint. Mit diesen allgemeinen Bemerkungen wird man sich vorläufig begnügen müssen. Die Berichte über das Insterburger Duell sind so unsicher und tragen zum Teil so das Gepräge der Unrichtigkeit an sich, daß man ein Urteil über diesen einzelnen Fall darauf unmöglich gründen kann.“ England und Transvaal. * Interessante Mitteilungen vom südafrikanischen Kriegsschauplatz hat ein Berliner Blatt erhalten: Seit Monaten verfolgen die Buren den Zweck, die einfachen englischen Söldner und kolonialen Soldaten zu schonen, dagegen die Offiziere und Unteroffiziere wegzuschießen oder gefangen zu nehmen. Das geschah zum Beispiel bei Bethel so gründlich, daß den Engländern von drei Regimentern auch nicht ein einziger Chargierter übrig blieb; vom Sergeanten aufwärts waren alle Kommandierenden tot oder schwer verletzt oder gefangen. Da der gemeine Soldat weiß, daß er nach drei Tagen freigelassen und als Gefangener gut behandelt wird, so wirft er seine Patronen massenhaft weg und hält im Augenblick der Gefahr die Hände hoch. Die Kolonialtruppen insbesondere waren derart des Krieges müde geworden und zeigten sich in solchem Maße widerspenstig, daß sie in aller Stille aus den Angriffslinien zurückgezogen, zum Etappendienst verwendet oder heimwarts geschickt werden mußten. Zuerst verschwanden die Kanadier, dann die Australier. Im englischen Hauptquartier wurde man über die rapid wachsende Entmutigung und Unzuverlässigkeit des Heeres dergestalt wütend, daß man den Zorn an den armen Frauen und Kindern der Buren ausließ, denen man wissentlich und geflissentlich die dürftigsten Nahrungsmittel entzog. So erzählte der im Haag wohlbekannte Buren=Beamte Jongheer van Leven, daß unter den Augen von Kitchener ein aus 15 Wagen bestehender Train von Lebensmitteln, bestehend aus Zwieback, Milch, Fleischmehl und getrockneten und geräucherten Fleisch= und Wurstwaren, verbrannt worden ist. Dieser Train sollte 600 Frauen, Mädchen und Greise, welche 2000 Kinder unter 12 Jahren zu verpflegen hatten, mit Lebensmitteln für eine Woc versorgen. In jener Woche starben darum Hunderte von Kindern und Frauen den Hungertod. Ebenso erblickt van Leven in der Füsilierung der gefangenen Burenführer nur die Rache der ihrer Ohnmacht sich bewußt gewordenen englischen General. Aber das Recht der Wiedervergeltung tritt jetzt endlich auf Seiten der Buren mit der Losung„Aug' um Aug', Zahn um Zahn!“ in Kraft. So oft ein. Bur erschossen wird, fällt ein englischer Offizier. Bestellgeld für die Ueberbringung der Renten kommt ist die Amtsversammlung zu diesem Zwecke auf Freitag nicht zur Erhebung....(nachmittag in dem Sitzungssaal des Amtshauses einge** Der Fabrikarbeiter Josef J., der beschuldigt war, laden. in der Nacht zum 26. August in der Trunkenheit den!.** Aplerbeck, 11. Nov. Die Regierung beabWeinhändler Herr B., als dieser vom Sängerfest in Ergste sichtigt, in gleicher Weise wie in anderen Städten, auch in nach Schwerte heimkehrte, thätlich angegriffen zu haben, unserem Bezirke Wohnhäuser für Gendarmen zu errichten. Haus in Apierbea, Hörde Prunnighausen gebaut werden. Niederhofen(Höchsten), 9. Nov. Der Bergnach Schwerte hemnzehete, Ag ungrgr„—anserem. Pegirre Wohnhäuser für Gendarmen zu errichten. ist vom echöffengericht wegen fahrlassiger Korperverletz= Wie wir hören, soll zunächst se! Haus in A.gv ung zu 5 Mark Geldstrafe verurteilt worden. Berghofen und Brünnighausen Bei der Einweihung des neuen Handelskammergebäudes in Krefeld hielt der Herr Handelsminister Möl=(mann Lueg hierselbst wurde gestern von einer unbekannler eine Ansprache, welche mit den Worten chloß: Wirten Person überfallen und einer Barschaft von 40 Mk. dürfen nicht vergessen, was die Grundlage unserer Kraftl beraubt. Von dem Thäter fehlt bis jetzt noch jede Spur. gewesen ist, die Landwirtschaft. Ich betone dies gerade hier in Ihrem Kreise, weil wir unbedingt auf Seite der Wellinghofen, 9. Nov. Eyar. Die silberne Hochzeit feierten heute das Ehepaar Berginvalide Wilhelm Industrie das Verständnis hierfür anbahnen müssen. Wir Gohmann hierselbst. Dem Jubelpaar unsere Glück= und dürfen in Deutschland nicht den Weg gehen, den Eng=]Segenswünsche! land gegangen ist. Wir dürfen die Landwirtschaft nicht fallen lassen. Wir müssen ihr die Möglichkeit der Existenz schaffen, und zwar innerhalb der Grenzen, in denen auch Industrie, Handel und Gewerbe zu bestehen ver-##. Dortmund, 7. Nov. Es wär' so schön gewesen! mögen. Diese letzteren Faktoren haben das Recht, um=Kürzlich wurde aus Brambauer berichtet, diese Gemeinde somehr auf ihrer Bedingung zu bestehn, als sie heute in Gebrüder Stumm das hübsch an die Ffirma der Mehrheit sind. Wenn es mir nun gelingen sollte, Wie die„D. Ztg.“ zu einem guten Ende beizutragen, so würde ich eine der wird gar keine Umsatzsteuer entrichtet, da Aus Westfalen und Rheinland. nur die Kuxe in andere schönsten Aufgaben meines Lebens für erfüllt ansehen. nach wie vor bestehen bleibt und ** Militäranwärterstellen im Bezirk des Hände übergegangen sind. Armee=Korps: Kamen, Polizei=Verwaltung, Nacht /1 Beckum, 8. Nov. Die Stadt Kirchhain, Kreis Luckau, Sichertschz elsederg, Sehat, ie. bestandoer Anselaung der sahd. Warader Meod Pkeu dader bionüich bi 1000— 1500 mk., Dienst.rohntung.— Elberfeld, Polizeiver= Bochum, 6. Nov. Rote Tinte ist bekanntlich kürzlich waltung, mehrere Polizeisergeanten für Tages= und Nacht=lals grober Unfug betrachtet worden. Rote Krawatten ** Schwerte, 11. Nov. ** Martini. Auf dem Lande steht der Sankt=Martiustag noch heute vielfach in hohen Ehren, und wo die Feier im Laufe der Jahre zurückgetreten ist, gilt der Tag doch noch als einer der großen Termine für allerlei Geschäfts=Angelegenheiten, Zinsenzahlungen, Pachtverträge, Gesinde=Vermietungen usw. Petri, Johannis, Michaelis, Martini sind meist diese Termine, die sich aus alter Ueberlieferung bis heute erhalten haben, in ihrer Nähe fallen auch zumeist, wie bekannt, gutbesuchte Märkte. Das bis vor fünfundzwanzig, dreißig Jahren, stellenweise auch noch später in den Städten vorhanden gewesene lusiige Martinssingen, mit dem Heischen der verschiedensten Gaben, ist meist unterdrückt. Früher in mehr patriarholisch= gemütlichen Zeiten, wo die Leute einander näher standen, wurde ein gewisses Recht der jungen Leute und der Jugend gern anerkannt, sich am Vorabend vor Martini allerlei Spenden zu heischen, geradeso, wie am Martinitage die eigens für diesen Mittag gemästete Martinsgans verschnabuliert wurde. Heute ißt man die Martinsgans, wenn es paßt, und die vielfach in Unfug ausgeartete Sitte des Martinsingens wurde von der Polizei unterdrückt. Wie es mit manchem andern Brauch gewesen, war auch hier nicht selten die lachende Harmlosigkeit in Uebermut und in direkte Belästigung ausgeartet. So ist der Martini=Mummenschanz, denn die Maskerade spielte für Viele eine Hauptrolle, nach und nach recht selten geworden oder ganz verschwunden und hat sich nur hier und da noch, wo man treuer an der ursprünglichen Ueberlieferung festhielt, erhalten. Auch die Martinsfeuer sind seltener geworden, wenn auch nicht ausgestorben; dieser Tage ging ja erst wieder eine kleine Geschichte durch die Zeitungen, nach welcher der deutsche Kronprinz rheinischen Jungen einen Thaler als Beitrag zu ihrem Martinsfeuer geschenkt hatte. Von der alten Poesie dieser einstigen Volksfeste ist nichts übrig geblieben, Vielen erscheinen diese wichtigen Erheiterungen unserer Väter und Großväter kleinlich und überwunden. Aber wenn man so die Darbietungen der neuesten Zeitmode z. B. des Ueberbrettels, mit den alten lustigen Späßen vergleicht, dann denkt vielleicht doch Mancher, der heute im grauen Haar die Zeit=Ereignisse an sich vorüberfliegen sieht, s. Z. aber als Blondkopf die Martins=Tollheiten mitbeging: Damals war es ein anderes Vergnügen! Man will heute ostentativ zu manchem früheren zurück, aber es gelingt nicht mehr. Was wird, ist Schale ohne Inhalt. Die alte Zeit ist todt, sie lebt nur noch in der Erinnerung. ** In der Auszahlung der Unfall=, Alters=, Invaliden= und Krankenrenten durch die Post tritt vom 1. Jan. n. Jahres ab eine dankenswerte Verbesserung ein. Von diesem Zeitpunkte ab soll die Auszahlung der genannten Renten an auf dem Lande(im Landbestellbezirke) wohnende Empfänger in allen den Fällen durch die Landbriefträger erfolgen, in welchen die Empfänger durch eine Bescheinigung des Gemeindevorstehers(oder Amtsvorstehers) nachweisen, daß sie wegen ihres körperlichen Zustandes, insbesondere wegen Alters, Krankheit oder anderer Gebrechen— ausnahmsweise auch beim Vorliegen besonderer Gründe, wie Wartung und Pflege dritter Personen— zur Abhaltung der Rentnerbeträge bei der Postanstalt unfähig sind und die Beträge auch durch Familienangehörige nicht abheben lassen können. schreibt: sich. Was für die Stelle, nach Qualifikation und Dienstalter.— Ruhr= die civilrechtliche Seite der Affaire anbetrifft, die für die GeRuhrort, Amtsgericht, 2 Kanzleigehilfe, je 5—12 Pf. für meinden und die allgemeine Bevölkerung in Betracht kommt, die Seite. nach Qualifikation und Dienstalter.— Schlehnsch, so geben wir die Ansicht durchaus urteilssähiger und urteilsdie Seite, nach Qualifikation und Dienstalter.— Schiebusch, Polizei=Verwaltung, Polizeidiener und Vollziehungsbeamter, Gehalt 1050 Mk., Wohnungsgeldzuschuß 200 Mk., Beschaffung und Unterhaltung eines Fahrrades 30 Mk., etwa 40 Mk. als Vollziehungsbeamter.— Solingen, Polizei=Verwaltung, mehrere Polizeisergeanten, Gehalt je 1450—2000 Mk., freie Dienstkleidung.— Styrum(Kreis Mühlheim, Ruhr), Bürgermeisteramt, Vollziehungsbeamter der Gemeindekasse, Pensionsberechtigung und Reliktenversorgung, 500 Mk., festes Diensteinkommen 750—900 Mk. und 20 pCt. der zur Hebung kommenden Gebühren des Zwangsverfahrens, welche etwa 5000—6000 Mk. betragen werden.— Ueckendorf, Polizei=Verwaltung, Polizeisergeant, zunächst hauptsächlich für den Nachtdienst, Gehalt 1200—1600 Mk., Kleidergeld 100 Mk., Mietsentschädigung für Verheiratete 250 Mk., für Unverheiratete 200 Mk. Die Frage, ob der Staat für Schäden, die durch ein Versehen der Gerichtsvollzieherei entstanden sind, schadenersatzpflichtig ist, hat die Zivilkammer des Landgerichts I. München in einen Wechselprozeß, den ein Kaufmann gegen den Fiskus angestrengt hatte, im bejahenden Sinne beantwortet und den Fiskus verurteilt, den Betrag von 5400 Mk. an den Kläger zu bezahlen. Der Schaden war dem Kläger dadurch entstanden, daß die Wechsel durch ein Versehen der Gerichtsvollzieherei statt in der Richtung gegen den Acceptanten gegen den Aussteller protestiert wurden, weshalb die Wechselklagen des Kaufmanns abgewiesen worden waren. Der Kampf um das Preservesalz zum Rotfärben des Fleisches ist nunmehr vom Kammergericht endgiltig entschieden worden. Wie Berliner Blätter in einem Einzelfall mitteilen, ist nach dem Spruch des Kammergerichts die Verwendung von Preservesalz überall in Preußen strafbar. ** Hohensyburg, 10. Nov. Ein gemütliches Kränzchen vereinte am gestrigen Tage die Mitglieder des hiesigen Krieger= und Landwehrvereins nebst ihren Angehörigen im Saale des Hotelier Wulf. Der Vorsitzende des Vereins, Herr Heinrich Dickehage, feierte in zündender Rede Kaiser Wilhelm II. als Friedensfürsten, der stets wisse, was er wolle, und unablässig auf das Wohl seiner Unterthanen bedacht sei. Herr Friedr. Kritzer pries in begeisterten Worten unser liebes, deutsches Vaterland. Einen wahrhaft erquickenden Genuß bereiteten die zum Vortrag gebrachten Stücke„Ein Vaterlandsverteidiger" und„Jochen Päsel". Genannte Possen wurden seitens der Darsteller— Fräulein Emilie Tillmanns, Helene Artheker, nebst den Herren Heinrich Dickehage, Louis Engelhardt, Georg Hackebracht und Louis Mark— meisterhaft gespielt. Ein Ball bildete den Beschluß des schönen Festes. ** Hörde, 11. Nov. Vom 1. Januar 1902 tritt das neue Ortsstatut für Gemeindewahlen in Kraft. Danach entfallen auf die 1. Abteilung fünf Zwölftel, auf die 2. Abteilung vier Zwölftel, auf die 3. Abteilung drei Zwölftel der gesamten Steuersumme. Loh bei Hörde, 9. Nov. Infolge Unvorsichtigkeit bei der Handhabung eines Teschings hat sich der Knecht Peter Born hierselbst erschossen. Born, der an dem Bau der neuen Wasserstraße beschäftigt ist, war vor dem Wohnhause der Witwe Horn hierselbst im Begriffe, das Gewehr zu reinigen, wobei er den Lauf desselben gegen sich gerichtet hielt. Plötzlich schnappte der Hahn zu, der Schuß ging los und die Kugel drang dem Born mitten ins Herz. Er war sofort eine Leiche. Aplerbeck, 11. Nov.(Neuwahl von Kreistagsmitgliedern). Für die mit Schluß dieses Jahres ausscheidendenden Kreistags=Abgeordneten aus dem Amtsbezirke Aplerbeck und zwar 1. des Rittergutsbesitzers Rittmeister a. D. Freiherrn von Lilien zu Opherdicke, 2. des Gutsbesitzers Vieseler zu Aplerbeck und des Gutsbesitzers Meinberg zu Schüren ist eine Neuwahl vorzunehmen und s9 geben wir die Ansicht durchaus urteitsfähiger und urreitsberechtigter Kreise wieder, wenn wir nach dem gegenwärtigen Stande der Angelegenheit die Wahrscheinlichkeit einer günstigen Lösung der Schadenersatzpflicht bejahen. Es ist entschieden abzuraten, daß einzelne Personen jitzt schon gerichtlich vorgehen; besser ist es, den Gemeinden den Vorantritt zu lassen. — Es befestigt sich mehr die Ueberzeugung, daß die TyphusEpidemie nun endlich ihren Höhepunkt thatsächlich überschritten hat und nicht unerheblich im Abnehmen begriffen ist. Der Rückgang würde sich noch weit stärker zeigen, wenn nicht so manche Familien die Ansteckungsgefahr unterschätzt hätten. Die Thatsache, daß die Erkrankungen der vergangen Woche zum größten Teil auf direkte Ansteckung durch Typhuskranke zurückgeführt werden müssen, zeigt zur Genüge, daß hier die nötige Vorsicht aus dem Auge gelassen wird. * Oberhausen, 8. Nov. Am Tage nach der Einweihung der Ruhrorter Schifferbörse war der Finanzminister v. Rheinbaben mit mehreren Herren zur Jagd in den Hiesfelder Forsten. Auf dem Rückwege wurden sie in einem benachbarten Dorfe mit Hoch= und Hurrarufen von der Schuljugend empfangen. Auf die Frage des Ministers:„Nun, worüber freut ihr euch denn so sehr? rief der ganze Chor:„In unserer Schule ist der Ofen umgefallen, nun haben wir acht Tage frei.“ * M.=Gladbach, 9. Novbr. Eine preußische höhere Fachschule für Textilindustrie ist hierselbst eröffnet worden. Finanzminister v. Rheinbaben überbrachte die Glückwünsche der Regierung unter Hinweis auf die rheinische Energie, die die Krise der Gegenwart überwinden werde. Handelsminister Möller hob hervor, daß die Schule notwendig sei, um Spezialkenntnisse zu fördern und so die Textilindustrie konkurrenzfähig zu erhalten. * Bonn, 7. Nov. Eine sehr beachtenswerte Verfügung hat das königliche Oberbergamt erlassen. Vom 1. November 1902 ab sollen die Sprengstofffabriken die Patronen numerieren und so in Kisten verpacken. Bei der Ausgabe auf der Zeche wird dann der Schießmeister notiert und ebenso die ihm übergebenen laufenden Nummern der Patronen. Wird nun eine solche verschleppt oder findet sich an einem ungehörigen Ort, so weiß der Ausgeber gleich, wer die Patrone empfangen, und der Betreffende wird dann zur Rechenschaft gezogen. Haupt=Ein= und Verkaufsgenossenschaft für Westfalen. Dortmund, 9. Nov. Es war eine denkwürdige Sitzung, zu welcher sich am Sonnabend mittag 85 Mitglieder der„Ein= und Verkaufsgenossenschaft für Getreide und landwirtschaftliche Bedarfsartikel für Westfalen, E. G. m. b. H.“ im„Kölnischen Hof“ zusammengefunden hatten, eine Sitzung, welche am besten charakterisiert wird durch die Worte des Vorsitzenden der Zentralkasse des Bundes der Landwirte zu Berlin, Herrn Hauptmann a. d. Schlieper:„Die Zentraleitung schaut auf Sie und erwartet mit Spannung Ihre heutigen Beschlüsse, denn diese Beschlüsse werden, im Guten oder im Bösen, vorbildlich und entscheidend sein für die erweiterte Gestaltung des landwirtschaftlichen Genossenschaftswesens im ganzen Deutschen Reich.“ Nachdem der Vorsitzende der Genossenschaft, Herr Dr. Caesar=Rothenhoff die Anwesenden, insbesondere den Gast aus Berlin, begrüßt und mitgeteilt hatte, daß der Herr Oberpräsident wie der Herr Regierungspräsident dienstlich verhindert seien, der Sitzung beizuwohnen, er folgte die Erstattung des Berichts über das Geschäftsjahr 1900/1901 seitens des Herrn SümmermannScheda. Der Bericht ist im Großen und Ganzen nicht ungünstig, und da die Schwierigkeiten, mit denen die Gechäftsleitung zu kämpfen hat, durch den nachfolgenden Beschlüsse, zum teil schon beseitigt, andere sicherlich im Laufe der Zeit ebenfalls behoben werden, so ist der Bestand ind das Gedeihen der Genossenschaft als gesichert zu betrachten. Die Zahl der Mitglieder ist von 501 Genossen mit 568 Anteilen auf 602 Genossen mit 697 Anteilen gestiegen, wodurch die Haftsumme(pro Anteil 1000 Mk, auf 697·000 Mark gestiegen ist. Außer dem schon bestehenden Dortmunder Lagerhaus wird ein zweites in Minden errichtet, und zwar auf eigenem Grund und Boden; der Bau desselben wird im nächsten Jahre fertig gestellt werden. Die Wollauktion hat infolge schlechter Konjunktur kein befriedigendes Ergebnis gehabt. Dem Ansuchen, eine Maschinenhalle in Dortmund zu errichten, konnte der Vorstand nicht entsprechen, da hiefür ein Bedürfnis nicht vorliegt. Im verflossenen Jahre wurden umgesetzt in 1000 Ztr.— Weizen 95(gegen 120 bezw. 78 in den Vorjahren); Roggen 26(52 bezw. 40); Hafer 42,6(45 bezw. 67); sonstiges Getreide 37(9 bezw. 8); Futtermittel 493(428 bezw. 300); Düngemittel 574(332 bezw. 226); Kartoffel 11(57 bezw. 80); Maschinen, besonders Deerings Selbstbinder, Getreidemäh= und Grasmaschinen für 70 200 Mark(30000 bezw. 27·000 Mk.); Kohlen, Maschinenöl, Wagenfett usw. für 53,000 Mk.(160 000 Mark im Vorjahr. Die Geldumsätze beliefen sich Einnahmen und Ausgaben zusammengerechnet, auf rund 10,8 Millionen Mark, gegen 5,3 Mill. bezw. 2,5 Mill. Mk. in den Vorjahren. Der Niedergang des Getreidegeschäfts, der aus den obigen Zahlen ersichtlich, ist durch die Krisis verschuldet. Der Warenumsatz betrug rund 1,3 Mill. Zentner im Werte von 5,7 Mill. Mark; im Vorjahre betrug er 1,2 Mill. Ztr. im Werte von 5,2 Mill. Mark., im Jahre 1898/99 800000 Ztr. im Werte von 4 Mill. Mk. Der Bruttogewinn betrug rund 112000 Mk., der Rein gewinn 2730 Mk.. Durch Zahlungsunfähigkeit eines Mitgliedes, eines Pächters, erwuchs ein Verlust von 1900 Mark; an Zinsen hatte die Genossenschaft die Summe von 35 800 Mark zu zahlen. Die Revisionen des Aufsichtsrats betr. Kreditfähigkeit sowie Richtigkeit der Buchführ ung haben regelmäßig in sorgfältigster Weise stattgefunden. Nach Schluß der Berichterstattung wurde allen Beteiligten in warmen Worten der Dank der Genossenschaft ausgesprochen. Die Thatsache, daß die Genossenschaft eine so enorme Summe an Zinsen aufzubringen u. auch sonst mit großen Kreditschwierigkeiten zu kämpfen hatte, hat nun den Vorstand veranlaßt, mit Vorschlägen zur Abhilfe an die Mitglieder heranzutreten. Es sind, so führt Herr Sümmermann aus, ungesunde Verhältnisse, mit dem geringen Kapital von 8000 Mk., das uns zur Verfügung steht, einen Umschlag von 10 Mill. Mk. zu bestreiten. Das landwirtschaftliche Genossenschaftswesen im ganzen Reiche krankt an dem Grundübel, daß das Geschäftskapital unzureichend ist. Diesen Fehler haben auch auch wir begangen. Die Folge ist, daß es uns einerseits schwer ist, Geld zu beschaffen— wir haben in einzelnen Fällen bis zu 8 Proz. Zinsen zahlen müssen, wobei der Geschäftsgewinn, statt in unsere Kasse, in die Kasse der Banken geflossen ist— andererseits aber auch schwer wird, Kredit zu gewähren, was doch unbedingt notwendig ist, da sonst zahlreiche Mitglieder abspringen würden. M. H. So kann es nicht weiter gehen. Entweder wir erhöhen den Geschäftsteil oder wir lassen die Genossenschaft eingehen. Ich fühle mich nicht imstande, die Geschäfte weiter zu führen, wenn die Genossenschaft nicht kapitalkräftiger gemacht wird. Ich stelle daher folgenden Antrag:„Der Anteil wird auf 500 Mk. festgesetzt, wovon 10 Proz. sofort einzuzahlen sind; bei voller Einzahlung der 500 Mk. wird eine Dividende von 5 Proz. gewährt.“ M. H. Nehmen Sie den Antrag an, dann sind wir aus den Kreditschwierigkeiten heraus, und wenn wir dann mit der Zentralgenossenschaft des westfälischen Bauernvereins zu Münster Hand in Hand gehen, dann sind wir eine Macht auf wirtschafl. Gebiete und wir können sagen: Das verdanken wir uns selbst, nicht der Staatshilfe, von der ohnehin nicht viel zu erhoffen ist. Hierauf ergriff Herr Hauptmann a. D. Schlieper das Wort: Der Gewinn, der erzielt ist, ist klein, aber die Aufgabe der Genossenschaft ist nicht, mit hohem Gewinn abzuschließen, sondern gute, preiswerte Ware zu liefern und den Getreidepreis au einer anständige Höhe zu erhalten. Es ist aber unbedingt erforderlich, daß die Barmittel erhöht werden, und zwar muß das Kapital aus der Mitte der Genossenschaft selbst beschafft werden. Wenn dies geschieht und außerdem der Grundsatz befolgt wird, daß Geld nur aus Kassen geliehen wird, die für Landwirte gegründet sind, so steht das Unternehmen auf sicheren Füßen. M. H. Als ich von Berlin abreiste, wurde mir von den leitenden Kreisen ans Herz gelegt: „Sagen Sie den Genossen in Westfalen, daß die ZentralLeitung ihre Beschlüsse mit Spannung erwartet, da sie entscheiden werden über das Schicksal der Genossenschaften im ganzen Reiche.“ M. H. Ich bitte Sie dringend, nehmen Sie den Antrag an! Zeigen Sie, daß Sie das Uebel erkannt haben und gewillt sind, es zu beseitigen. Gehen Sie, wie bisher voran auf der Bahn:„Ihr Vorgehen wird ein Vorbild sein, dem die übrigen Genossenschaften sicher folgen werden, zum Segen der deutschen Landwirtschaft. Nachdemmoch Herr Westermann den Vorschlag warm befürtwortet hatte, da es nicht anginge, dem Aufsichtsrat das Opfer, das er bringe, weiterhin zuzumuten, wurde nach längerer Debatte über die Geschäftsordnung — deren Bestimmung, daß zur Beschlußfähigkeit 1/3 der Genossen anwesend sein müssen, abgeändert werden soll, da diese Ziffer kaum mehr zu erreichen ist der Antrag einstimmig angenommen. Außer dem§ 37 wurde auch der§ 55 der Statuten abgeändert, insofern die Bekanntmachungen der Genossenschaft der Ersparnis halber nur noch im Genossenschaftsblatt(„Marktzeitung") und in der Deutsch. Tagesztg. veröffentlicht werden sollen. Diese Beschlüsse sind noch nicht bindend, da die Versammlung, wie oben angedeutet, nicht beschlußfähig war und die darauf bezügliche Statutenänderung noch nicht erfolgen konnte. Es ist aber keine Frage, daß die nächste Generalversammlung, welche am Sonnabend, den 16. ds. Mts., im Kölnischen Hof zu Dortmund stattfindet, mit gleicher Einmütigkeit die Anträge annehmen wird. Die ausscheidenden Mitglieder des Vorstandes wie des Aufsichtsrates wurden durch Zuruf wiedergewählt. Hierauf ergriff Herr Sümmermann noch einmal das Wort. Nachdem er die Genossen ersucht hatte, etwaige Beschwerden an Herr Natorp=Holzwickede —„unser Beschwerdebuch“— zu richten, führt er aus, daß das Münster'sche Konkurrenzunternehmen, die Zentralgenossenschaft des Westfälischen Bauernvereins, statt Hand in Hand mit der Haupt=Genossenschaft zu gehen, vielfach ihr entgegengearbeitet habe; infolge dessen sind die Produzenten nicht in der Lage, ihre Produkte so gut zu verwerten, wie es der Fall sein würde, wenn in der Reihen der Landwirte Einigkeit herrschte. Man hat dies auf beiden Seiten auch bereits eingesehen und eine Kommission eingesetzt, um ein einmütiges, geschlossenes Vorgehen ins Werk zu setzen. Die Mitglieder unserer Kommission sind die Herren Freiherr v. Brenken, Natorp und Sümmermann. Ich hoffe, daß Sie uns ermächtigen werden, im langegebenen Sinne weiter thätig zu sein. 1 Die Versammlung war damit einverstanden. Hiermit war die Geschäftsordnung erledigt. Nach Verlesung des Protokolls durch den Geschäftsführer Buhl wurde die Sitzung geschlossen. Kleine Mitteilungen. :: T e r l i n d e n w i r d n u n w a h r s c h e i n l i c h d o c h a u s g e l i e f e r t werden, die von ihm eingelegte Berufung wird voraussichtlich erfolglos bleiben.* :: D a s g r o ß e B u r s c h e n s c h a f t s d e n k m a l a u f d e m H ö p e l s b e r g bei Eisenach, das eine Höhe von 32 Meter erreichen soll, geht seiner Vollendung entgegen. Der Bau ist bereits auf 30 Meter gefördert. *.: Ein Zeichen der Zeit. Das Berliner Polizeipräsidum beabsichtigt, zur ständigen Kontrolle derjenigen Frauen, die verwaiste oder ausgesetzte Kinder in Pflege genommen haben, zehn Damen gegen ein Jahresgehalt von je 500 Mk. anzustellen. Auf das Ausschreiben haben sich bisher— 1200 Bewerberinnen, in der überwiegenden Mehrheit Damen der „besseren“, Stände, gemeldet. Dabei ist die Aufgabe keine in Schierstein a. Rhein. Vor einigen Monaten ging durch die Zeitungen ein Aufruf an alle, die Christian heißen, beizusteuern zu einer Stiftung zu Ehren des„Schwarzen Christian", Dewet. Fünfhundert Christiane im Rheinland und wohl auch in anderen Teilen des Reiches haben dem Aufruf Folge geleistet, und aus ihren Beiträgen ist das obige Denkmal errichtet worden. Die Inschrift desselben lautet:„Ihremtapferen Blutsbruder Cristian de Wet in Stolz und Verehrung 500 deutsche Christiane. Schierstein i. Rheingau April 1901.“ ! In Schiersein e. Rhein. leichte; die Zahl der täglich zu machenden Kontrollbesuche bei den Haltefrauen wird mindesten 15 betragen, ganz abgesehen von den sonst erforderlichen Erkundigungen über die Haltefrauen. :: Ein symbolisches Festmahl soll demnächst in Newyork vom Ex=Stahlkönig Carnegie veranstaltet werden. Die Brödchen, das Nachtisch=Eis usw. sollen die Gestalt von Eisenbahnschienen und eisernen Bolzen haben. Eine kleine Lokomotive wird gebackene Austern herbeischaffen, aus einem„Hochofen“ wird Punsch herausfließen. :: W e i l s i e s i c h i n u n e n t w i r r b a r e n f i n a n z i e l l e n S c h w i e r i g keiten befand und kein Geld finden konnte, um überaus drückende Hypotheken abzuzahlen, hat— wie mitgeteilt— Frl. Taylor das Wagestück unternommen, in einem Faß über die Niagarafälle hinabzutreiben. Der Ertrag, den sie erzielt, überhebt sie jeder Not und zudem hat sie von zahlreichen Zeitungen und Zeitschriften Angebote erhalten, über ihre Erfahrungen usw. zu berichten. Selbstverständlich fehlt es auch nicht an Heiratsanträgen. Sie ist ja jetzt eine vorzügliche Partie. An erster Stelle in der Liste soll ein Professor der Physik stehen. :: In Hurley(Nordamerika) fand ein Theaterbrand statt. Zehn Darsteller sind umgekommen, darunter die deutsche Schauspielerin Klara Bonan. :: Der Kleinhändler Julius Marcus, Berlin, Friedrich= straße, ließ kürzlich auf der Straße Anreißzettel verteilen, an deren Kopf man las:„Telegramm! De Wet mit seiner ganzen Armee gefangen. Darunter preist Marcus seine — enorm billigen Hosen an. :: In Schöneberg bei Berlin erschoß sich Prof. Dr. Bork, der zweitälteste Oberlehrer am königlichen Prinz Heinrich= Gymnasium, infolge eines plötzlich augetretenen Nervenleidens. Er hinterläßt eine Frau und sechs Kinder. Eigener der„Schwerter Zeitung.“ Hd. Berlin, 11. Nov. Der Gesandte der südafrikanischen Republik, Dr. Leyds, ist in Begleitung Dr. Fischer's in Berlin eingetroffen. Hinsichtlich dieser Reise wird von einem Konflikt berichtet, der zwischen Dr. Leyds und dem Burendelegierten im Haag einerseits, dem Präsidenten Krüger in Hilversum anderseits ausgebkochen sei. IId. Leipzig, 11. Nov. Eine aus 2000 Per, sonen bestehende Versammlung, in welcher der Führer der Alldeutschen Dr. Hasse eine Ansprache hielt, hat eine Protestresolution gegen Chamberlain angenommen. Hd. London, 11. Nov. General Hamilton, der mutmaßliche Nachfolger Kitcheners, ist von Southampton nach dem Kriegsschauplatz abgereist. Hd. London, 11. Nov. Wie aus Somerset gemeldet wird, ist der Direktor Lothair, der Bruder des hingerichteten Burenkommandanten, gefangen genommen und zum Tode durch den Strang verurteilt worden. Hd. Posen, 11. Nov. Die im Geheimbündeleiprozeß verurteilten Gymnasiasten haben durch ihre Verteidiger Revision einlegen lassen. Hd. Petersburg, 11. Nov. Nn Nowo Iwanowski bei Charkow entdeckte die Polizei im Hause eines reichen Bauern eine Falschmünzerwerkstatt, in welcher auf Bestellung von verschiedenen Großkaufleuten Goldund Silbermunzen angefertigt wurden. Drei Personen wurden bei der Arbeit überrascht. Es sind bereits Verhaftungen vorgenommen worden. Hd. Rom, 11. Nov. Die„Tribuna“ dementiert energisch die Meldung des Pariser„Newyork Herald", Italien hätte den Dreibundsmächten eine Gegendemonsration gegen die Aktion Teankreibs vorgeschlagen.— Der„Figaro“ kündigt eine Interpellation betr. die Mittelmeerexpedition an. Hd. Konstantinopel, 11. Nov. Der österreichische Gesandte ist nun ebenfalls bei der Pforte vorstellig geworden und hat energisch die Erledigung der schwebenden Streitfragen verlangt. Hd. Athen, 11. Nov. Ein aus Mytilene eingelaufenes Telegramm des griechischen Konsuls meldet: Admiral Caillard hat seitens des französischen Marineministeriums Ordre erhalten, die Truppen, welche er gelandet, wieder zurückzuziehen. Das französische Geschwader wird morgen abfahren; wohin, ist nicht bekannt. Hd. Paris 11. Nov. Der Gaulois meldet, daß Constans in den letzten Tagen unwohl gewesen sei. Er werde jedoch heute von Delcassee empfangen werden und, wenn eine Verständigung erzielt werde, auf seinen Posten nach Konstantinopel zurückkehren. Hd. Athen, 11. Nov. Bei einer Schießübung des englischen Linienschiffes„Royal Lowerein“ in der Nähe von Astakos explodierte eine Kanone. Dabei wurden ein Offizier und acht Mann getötet, der Kommandant, mehrere andere Offiziere und Mannschaften, insgesamt 12, verwundet. Hd. Konstantinopel, 11. Nov. In Erzerum hat gestern ein Erdbeben stattgefunden, bei welchem eine Anzahl Häuser eingestürzt sind. Zahlreiche andere, darunter die Konsulatsgebäude, zeigen Risse. Verletzt ist niemand. Wetterbericht. Nov. Normal temperiert, wolkig, teils bedeckt, Regenfälle windig. Nov. Wolkig, teils heiter, strichweise Regen, stark windig. ür den redaktionellen Teil verantwortlich Franz Miller. Kotonikte Leitsehrift Ersan für deutsche überseeische Interessen. Die illustrierte Koloniale Zeitsehrift bringt in den Abteilungen 1) Polltik, Geographie, Koloniale Unrschau, 2) Tropische Agrikultur, 8) Koloniale Unterhaltungsblatter,# 4) Handel, Verkehr, Industrie, vorzügliche Artikel über schwe.# bende Fragen von ersten Fachmännern. Die Koloniale Zeitschrift, welche durchaus unabhängig ist, giebt ihren Abonnenten Auskunft über Koloniale Angelegenheiten, Handel, Auswanderung. Aussichten für Stellensuchende u. s. w., wozu sie infolge ihrer vielfachen Verbindungen besonders beiähigt ist. Vierteljährlich 2,50 M. beim Bezuge durch die Post onler durch den Buchhandel. Bei direkter Versendung im Inlande: 3.25 M. vierteljährlich. Man verlange Probenummern. Berlin SW. 48, Wilhelm-Str. 122a½ Nachtrag zu der Ordnung, betreffend die Erhebung zur Brausteuer und einer Viersteuer in der Kirchhörde vom 27. Juni 1895. Auf Grund des Beschlusses der Gemeinde=Vertretung 5. Oktober 1901 werden die Bestimmungen in§ 8 ordnung dahin abgeändert, daß es statt: Von auswärts in Fässern eingeführtes Bier muß von Empfänger spätestens am Tage nach dem Empfang während der üblichen Dienststunden auf der kasse der oben genanzieg, Hegsetnde versteuert werden das in Flaschen eingefuhrte Vier muß von dem dasselbe Einführenden unter Vorlage der im§ 8 vorgeschriebenen Nachweisung vor der Ablieferung an die Besteller oder Abnehmer bei der Gemeindekasse versteuert werden“ „Von auswärts eingeführtes Bier muß von dem Empfänger spätestens am Tage nach dem Empfange während der üblichen Dienststunden auf der Gemeindekasse angemeldet und versteuert werden". Dieser Nachtrag tritt mit dem Tage der Verkündigung in Kraft. Kirchhörde, den 15. Oktober 1901. Amtmann: Der Gemeinde-Vorsteher: Kuntze. Storck. Zu vorstehendem Nachtrag wird hiermit auf Grund des§ 77 des Kommunalabgaben=Gesetzes vom 14. Jul 1893 die Genehmigung erteilt. Hörde, den 24. Oktober 1901. Namens des Kreis-Ausschusses. Der Vorsitzende: (L. S.) v. Starck, 6259. Königlicher Landrat. Zu der vorstehend ausgesprochenen Genehmigung erteile ich meine Zustimmung. Arnsberg, den 30. Oktober 1901. Der Regierungs-Präsident. (L. S.) In Vertretung: A. IV. 4814. Müller. Gleichlautender Nachtrag ist zu der Ordnung, betr. die Erhebung eines Zuschlages zur Brausteuer und einer Biersteuer in der Gemeinde Rudingyausen vom 29. Mai 1897 unterm 17. Oktober 1901 erlassen und ist zu demselben unter gleichem Datum wie zu dem Nachtrage zu der Biersteuer=Ordnung von Kirchhörde die Genehmigung des Kreisausschusses zu Hörde und die Zustimmung des Herrn Regierungs=Präsidenten zu Arnsberg erteilt worden. Vorstehendes wird hiermit zur öffentlichen Kenntnis gebracht. Kirchhörde, den 6. November 1901. Der Amtmann: Kuntze. S„„„„e*" Einladung der Stadtverordneten am Donnerstag, den 14. November 1901, nachmittags 5 im Rathaussaale hier. Tages-Ordnung: I. Oeffentliche Sitzung. e zim alten Restaurationsgebäude am Freischütz sowie 4. Uebernahme von Splißteilen an der Liethgasse mit 5. Genehmigung eines Flächenaustausches mit dem Wirt Carl 6. Genehmigung des Fluchtlinienplans der Hellpothstraße, 7. desgl. des Fluchtlinienplans der Schützenstraße. 8. Bewilligung der Kosten für Entwässerung der Volksschule 9. Bewilligung der Kostenüberschreitung für Kanalisation am 10. Beschlußfassung über ande weite Deckung der Kosten für Anlage der Gasleitung in der Hörderstraße bis zum Freischütz. 11. Neuwahl der Mitglieder der Sparkassen=Vexwaltung der Ueberwachungs=Abordnung bei der Spyiggg, zux 2. fädtsche Hypotherpagelte aus der Alunze 13. Bewilligung eines Zuschusses für die katholische Kleinkinder14. Vorlage der Protokolle über die letzte Quartals=Revision der Kämmereikasse und Sparkasse. g#mr, 5. Wasenratzur Hie grgebung“ Stadt, v. Zühren in der Stad: 16. Ordnung für die Erhebung von Kanalgebuhren in der Stac. Schwerke. II. Geheime Sitzung. Schwerte, den 8. November 1901. Der Stadtverordneten-Vorsteher: Bädeker. ich kann es. Mit nur 20 Mark Anzahlung und 1,50 pro Woche Abzahlung liefere ich eine complette Brautausstattung, bestehend aus: 1 Spiegel, 1 Glasschrank, 1 Commode, 1 Waschtisch, 3 Stühle, J. Mänker Schwerte, Bahnhofstr. Erstes und ältestes Atelier am Platze.„ Einrichtung für Tages= und Kunstlicht:(S Aufnahmen. 69 Geöffnet täglich bis 8 Uhr abends. Gewünschte Aufnahmen nach 8 Uhr abends wolle man gefl. vorher anmelden. Anfertigung von Portraits in allen Größen. Vergrößerungen in eigener Vergrößerungs-Anstalt. = Spezialität: Aufertigung von Pigment- und Gummidruckbitdern in allen gewünschten Farben. Vernehmstes Druckverfahren der Gegenwart. 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