für den Kreis börde. *— Mmmeme Alle Kreis= und Lokalpolizeilichen Verordnungen für den Abonnementspreis pro Quartal 1 Mark 65 Pfg., en# Pesdeuneute ue une neden be n baste, Sea, aus Leiche elagen gench Selantnuethangs der Kraicke Aegier sa0 Vie Gtsehtued regnschuiches Keiahsitet uene. jedem Wochentag. Wöchentriche Gratisveilage:„Illustriert## Familienfreund.“ oder deren Raum 10 Z, außerhalb 15, Reklame=Zeile 40 J. Druck und Verlag von Carl Braus in Schwerte, FernsprechAnschluß Nr. 62. Amt Sthwerte 2cl ue=Adr. Braus, Schwerte Ruhr. Kreis Hörde erlangen gemäß Bekanntmachung der Königl. Regierung durch Veröffentlichung in der„Schwerter Zeitung" rechtsverbindliche Kraft. Ein Zollkrieg— unter Amerikanern Der Zuckertrust, der bekanntlich die Vereinigten Staaten in die Weltpolitik gedrängt und zur Eroberung des Zuckerrohrgesegneten Kuba veranlaßt hat, führt jetzt einen erbitterten Kampf gegen die Konkurrenz im eigenen Lande. Zuckerrohr gegen Zuckerrübe, so läßt sich dieser Kampf en deux kennzeichnen. Aus Newyork wird hierüber geschrieben: f. 74 Hier im Lande ist ein bitterer Zuckerkrieg ausgebrochen. Die American Sugar Refining(Raffinerie) Company, d. h. der Zuckertrust, hat seine Agenten ermächtigt, überall, wo mit seinem Fabrikat, dem Rohrzucker, das Produkt der Rüberzuckerindustrie in Wettbewerb tritt, letzteres zu unterbieten. Der aus diesem Befehl entstandene Kriegszustand erstreckt sich vorerst zwar blos auf das Gebiet zwischen Colorado und der Küste des Stillen Ozeans; es können jedoch bald Verhältnisse eintreten, die die kriegführenden Parteien veranlassen, ihre Feindseligkeiten auch nach dem Osten des Landes zu verlegen. Im Westen wird seit einigen Tagen gekörnter Zucker zu 3½2 Cents(14 Pfg.) das Pfund verkauft, ein Preis, bei dem nach Angabe der Rüberzuckerfabrikanten nichts verdient wird, wogegen der Trust behauptet, Rübenzucker könne mit Profit sogar zu 3 Cents das Pfund verkauft werden. Wenn diese Behauptung wahr ist, so sind entweder die Tage des Trusts gezählt, oder er macht sich einer unbarmherzigen Ausbeutung des amerikanischen Volkes schuldig. Der Rübenzuckerfabrikantenverband veröffentlichte eine Erklärung, in der er dem Zuckertrust jeden Fuß breit streitig zu machen droht. Jedenfalls läßt sich nicht leugnen, daß die Rüberzuckerindustrie einen noch vor kurzem ungeahnten Aufschwung nimmt. Allein im Westen gehen zur Zeit 28 neue Fabriken ihrer Vollendung entgegen, während für zehn weitere Etablissements von großem Umfang die Baukontrakte kürzlich vergeben worden 5 Riansfelde 5 der Orieg aher in näch. Vom Produktionsfelve wird der Krieg aber in nächster Zeit in die Hallen der Gesetzgebung hinübergespielt werden, und das Capitol in Washington wird von dem Geschrei widerhallen. Cuba— die Annexion der Insel oder ein Handelsvertrag mit derselben auf freihändlerischer Basis— ist offenbar dazu bestimmt, Veranlassung einem erbarmungslos geführten wirtschaftlichen und politischen Kampfe zu werden. Der Zuckertrust, der seit der Vertreibung der Spanier aus Cuba dort weite ZuckerPlautagenflächen erworben hat wird zolfreien Waren= Alscansch waichen duide uisckenebeschskeancer abe diesem Verlangen sich bis zum Aeußersten widersetzen. Dem Trust wird ein mächtiger Bundesgenosse unzweifelhaft in der Regierung entstehen, die, wenn nicht die gänzliche Einverleibung Kubas, so doch den Zollanschluß der Insel an die Vereinigten Staaten begünstigt; aber auch die Freunde der Rübe stehen nicht allein da; denn sie haben alle Agrikulturstaaten der Union gegen die im Solde der Trusts stehenden Politiker in Washington auf ihrer Seite, und besonders werden sie ihren Einfluß mit demjenigen der Tabaksbauer zu vereinigen wissen, um zu verhindern, daß an dem jetzigen zolltariflichen Verhältnis zwischen Cuba und den Vereinigten Staaten gerüttelt werde. Beide, die Rübenzucker= wie die Tabaksproduzenten, haben das größte Interesse daran, daß das Festland durch Zölle gegen die Einfuhr aus Kuba geschützt wiro. Tchaustgie#i##n#ri# Ein lehrreiches Schauspiel, dieser Krieg der Plantagenbesitzer gegen die Agrarier der gemäßigten Zone! Er wird zweifellos dazu beitragen, den von Bryan proklamierten Grundsatz„Amerika ist sich selbst genug, es braucht die übrige Welt nicht und wird durch Eintritt in die Weltpolitik, insbesondere durch Erwerbung von Kolonien nur in seinem wirschaftlichen Gleichgewicht gestört" zu stützen und zu festigen. Aber ebenso zweifellos wird der Trust dennoch seinen Zweck erreichen. Nachdem Kuba einmal erobert ist, muß es auch wirtschaftlich verdaut werden, so schwer es auch jetzt schon den Agrariern im Magen liegt. Der Tanz wird sofort nach Zusammentritt des Kongresses im Dezember beginnen, und man wird Reden zu hören bekommen, wie sie erbitterter in den Hallen amerikanischer Gesetzgebung seltent gehalten worden sind; doch über das Ende des Kampfes kann kein Zweifel bestehen: obsiegen wird zuletzt, wenn auch vielleicht noch nicht in der jetzigen Kongreßperiode, die Sache des freien WarenAustausches zwischen den Vereinigten Staaten und Kuba, d. h. die Sache der Trusts. Politische Uebersicht. Sinnsprüche, Denksprüche, Sprichwörter 2c. Dem Ungestüm Des rohen Drangs der Menge zu entgehen, Hat uns ein Gott den schönen Port bezeichnet. Hause, wo die Gattin sicher waltet, Da wohnt allein der Friede, den vergebeus Im Weiten du da draußen suchen magst. Unruh'ge Mißgunst, grimmige Verleumdung. Verhöhnendes, parteiisches Bestreben, Nicht wirken sie auf diesen heil'gen Vernunft und Liebe hegen jedes Glück, Und jeden Unfall mildert ihre Hand. Goethe. Schicksals Macht. Novelle von Hildegard v. Gabain. (Fortsetzung.) (Nachdruck verboten). „Nein, Comtesse, meinen Mann habe ich vor einem halben Jahre verloren. Er starb, während er seinen Freund aus unserm brennenden Hause retten wollte, welcher auf unserer Farm übernachtete. Der erkannte jedoch, durch den Feuerlärm aus dem Schlaf geweckt, schnell die Gefahr und rettete sein Leben vermittels eines glücklichen Sprunges aus dem Fenster, hingegen meinem armen Mann wurde der Rückzug aus dem brennenden Hause durch einen niederstürzenden Balken abgeschnitten.“ „O wie schrecklich!“ stieß Marie Luise hervor, während ein trauriger Ernst sich über ihre Züge breitete. „Ja, es war ein harter Schlag für mein Herz, aber auch der edle Freund litt unsäglich darunter, und da ich durch den Brand mein ganzes Vermögen verlor' meine und der alten tief gebeugten Mutter Eristenz gefährdet war, nahm er sich unser, mit wahrhaft aufopfernder Güte an und eben bei ihm leben wir still und zurückgezogen von der Welt. Der liebe Knabe ist mein einziges Deutschland. — Vom Kaiserhofe. Die Kaiserin machte am Montag eine Ausfahrt und besuchte bei dieser Gelegenheit ihren zweitältesten Sohn, den Prinzen Eitel Friedrich, der seine Wohnung im Kabinetshause zu Potsdam hat. Der Kaiser jagt bis heute, Dienstag, abend zu Liebenberg in der Mark. — Der„Frankf. Ztg.“ wird geschrieben: Im vergangenen Jahre war's Der nun verstorbene Dr. Glück und der armen schwer erkrankten Mutter Freude. Durch des Wohlthäters Freigebigkeit waren wir imstande, die Reise hierher zu unternehmen. Er verkaufte seine Besitzung in Amerika, weil auch ihn das Heimweh quälte. Arm und ausgestoßen kam der hochherzige, edle Mann vor vielen Jahren herüber; der Zufall führte uns zusammen, und bis zur Stunde haben deutsche Herzen, welche sich im fremden Lande innig aneinander schlossen, die Freundschaft für einander bewahrt. Marie Luise hatte mit niedergeschlagenen Augen zugehört, nun schlug sie mit einem Seufzer den Blick auf, reichte Frau Aling die Hand und sprach sichtlich gerührt: „Ich habe freilich nicht geahnt, daß es soviel Unglück und Herzenskummer giebt. Wie leicht und gedankenlos lebte ich bis dahin; wie stellte ich meine eigene Person ausschließlich in den Vordergrund! O wie schäme ich mich meines Kleinmuts, Mamas Wünschen passiven Widerstand entgegengesetzt zu haben! Resigniert will ich mich in alles finden, selbst in die Trennung vom Elternhause. Ihrer zum Herzen dringenden Sprache ist es gelungen, meine kleinlichen Sorgen, die mir als unüberwindlich vor Augen standen, in ein Nichts zu verwandeln. Ich will Sie alle Tage wiedersehen, will von Ihnen lernen— doch auf morgen denn!" Freundlich nickte sie mit dem Köpfchen, setzte den Hut auf die verworrenen Haare und lief die kleine Anhöhe hinunter. Unten blieb sie wie sich besinnend stehen, schaute noch einmal zurück und rief der ihr Nachblickenden zu: „Ich heiße Marie Luise!“ Dann schritt sie langsam weiter. Frau Aling schaute noch lange in tiefe Betrachtung versunken der Davoneilenden nach und erst, als das junge Mädchen hinter den letzten Bäumen verschwand, ging auch sie in entgegengesetzter Richtung durch das Wäldchen, leise flüsternd:„Unsere Wege gehen weit auseinander, sie darf nie erfahren, welch nahe Bande uns verknüpfen.“ Fesatat utr die lsheliche feilschnsich ghche. an der außerdem noch der König von Württemberg mit seinem Schwiegersohne, dem Erbprinzen von Wied, teilnahm. Das Gespräch kam auf den Transvaalkrieg. Der Kaiser meinte, er könne sich die in ganz Deutschland hervorbrechende Begeisterung für die Buren nicht erklären: „Wo kommt sie nur her?"„Die Sache ist sehr einfach zu erklären,“ meinte Dr. v. Siemens,„die Begeisterung für die Buren ist so groß, weil die Frauen und Kinder für die Buren sind. In meiner Familie ist's so und so wird's wohl überall sein!" Der Kaiser schlug sich lachend auf das Knie:„Sie habenganz Recht, lieber Siemens, in meiner Familie ist's geradeso. Von den Frauen kommt die Burenbegeisterung. Auch die Meine kann Morgens kaum die Zeitungen erwarten, die ihr die Siege der Buren melden!— Wir müssen der„Frankf. Ztg.“ die Verantwortung für die Wahrheit dieser niedlichen Geschichte überlassen. Si non vero.... — Zur Bürgermeisterfrage hat sich Oberbürgermeister Kirschner in bemerkenswerter Weise geäußert. In einer Unterredung mit dem Vertreter des„Echo de Paris“ gab der Oberbürgermeister seiner Ansicht über die Folgen der wiederholten Wahl des Stadtrats Kauffmann zum zweiten Bürgermeister Ausdruck. Er erörterte die Beschlüsse der Stadtverordnetenversammlung vom vorigen Donnerstag— 1. eine Neuwahl nicht vorzunehmen, bis der Kaiser sich darüber geäußert habe und 2., beim Minister des Innern Beschwerde zu erheben— und fügte hinzu:„er, der Oberbürgermeister, könne selbstverständilch nicht wissen, wie der Bescheid des Ministers des Innern lauten werde. Wenn aber, was doch das Wahrscheinliche sei, der Minister es ablehnt, den Oberpräsidenten zu rektifizieren, so sei ein Ende des Konflikts und somit der Bürgermeistervakanz in weite Ferne gerückt und sei gar nicht abzusehen. Die einzige mögliche Lösung wäre dann ein freiwilliger Verzicht des zweimal zum Bürgermeister gewählten Stadtrats Kauffmann, aber es sei wenig Aussicht vorhanden, daß Stadtrat Kauffmann diesen Schritt thun werde.“— Bezüglich der„Märchenbrunnenaffäre“, erklärte Oberbürgermeister Kirschner seine Zuversicht auf die baldige Beilegung der Mißverständnisse, da die städtische Kunstkommission sich mit der Sache beschäftige und sie sicherlich zu gutem Ende führen Hi AIug—(Prof. Spahn). Auf Grund einer telegraphischen Anfrage an zuständiger Stelle in Straßburg teilt die „Germania“ mit, daß ein Verbot des Bischofs Fritzen, die Vorlesungen des Prof. Spahn zu besuchen, dort gänzlich unbekannt sei. — Entgegen der in England herrschenden Aufregung bewahrt man in Deutschland gegenüber den Meldungen von einem neuen russisch=chinesischen Separatabkommen Klar und warm brach der andere Morgen an. Die biltzende Sonne schien fröhlich überdie Rasenplätze und blühenden Sträucher der gräflich Holweg'schen Besitzung Steinruh, und frisch, wie eine eben erblühte Rosenknospe, trat Marie Luise in das Frühstückszimmer, Hut und Schirm in der Hand. Mit steigender Ungeduld schien Gräfin Sophie das Mädchen erwartet zu haben. Die Tasse Mokka war unberührt zur Seite geschoben; sie lehnte den Kopf tief in die Polster des Sammetsessels und mechanisch griffen die weißen Finger nach Briefen, die sie einer ledernen Posttasche entnahmen. Nun schaute die Dame glücklich lächelnd auf und streckte dem blühenden Mädchen verlangend die beiden Hände entgegen. „Guten morgen, mein Liebling, wo bleibst du so lange? Nun leiste mir ein halbes Stündchen Gesellschaft. Jean, schnell eine Tasse Kaffee für die Comtesse!" wandte sie sich an den ihrer Befehle harrenden Diener. Mit unverkennbarem Verdruß befolgte Marie Luise den Wunsch ihrer Mutter undrollte ein kleines Tabourett an den Tisch. Gleich darnach präsentierte Jean auf silbernem Tablett den Morgentrunk. Marie Luise nippte kaum an dem Gereichten, ließ die verschiedenen Platten mit Gebäck unbeachtet und antwortete zerstreut auf die Fragen der Mutter. Ihre Gedanken waren vollständig von dem Besuch bei Frau Aling eingenommen, den sie sofort zur Ausführung bringen wollte und sehr geschickt wußte sie denn auch den ersten günstigen Augenblick, als die Gräfin die Hand nach einem großen Brief ausstreckte— zu erfassen, indem sie hastig emporsprang und ängstlich abrehrend ausrief: gizen baße ich al. „Liebe Mama, vor so großen Briefen habe ich allen Reipekt bekommen... g 9. La.P a, Parschertn „Seitdem ich weiß, daß die garstige Vorsteherin des Pensionats sich solcher Riesenformate bedient, will ich dich nicht in der Lektüre stören. Darf ich unterdessen eine Morgenpromenade in den Park unternehmen?“ über die Mandschurei volle Ruhe. Die deutsche Regierung hat durch den Mund ihrer berufenen Staatsmänner zur Genüge betont, daß sie in der Mandschurei nicht das geringste Interesse habe. Aus diesem Grunde hat Gra, Bülow seiner Zeit die Mandschurei aus dem Rahmen des deutsch=englischen Yangse=Abkommens ausdrücklich ausgeschlossen. Die deutsche Regierung handelt also nur konsequent, wenn sie sich gegenüber den russischen Wür schen in der Mandschurei absolut neutral verhält. — Der bekannte Vineta=Zwischenfall in Porto Cabello in Venezuela(Insultierung deutscher Soldaten) scheint beigelegt zu sein. Ein Reutersches Telegramm aus Caracas, 24. Oktober, berichtet:„Der Zwischenfall, welcher sich anläßlich der Anwesenheit des deutschen Kreuzers Vineta“ hier ereignete, ist durch die deutsche Gesandtschaft in befriedigender Weise geregelt worden. Die Befürchtungen, daß es zu Verwickelungen kommen könnte, sind geschwunden. Eine Bestätigung von amtlicher deutscher Seite bleibt allerdings abzuwarten. — Ein neues Seitengewehr wird seit kurzem probeweise von einer Kompagnie des Garde=Fußartillerie=Regiments in Spandau getragen; es ist erheblich kürzer, dabei aber stärker, als das bisherige und gleicht mehr dem früheren Faschinenmesser. — Da der Gesundheitszustand des mit dem Dampfer „Batavia“ zurückgekehrten, auf dem Truppenübungsplatz Munster(Hannover) bisher festgehaltenen ostasiatischen Truppentransports jetzt zu Bedenken keinerlei Anlaß mehr bot, so ist die Auflösung des Transports und die Entlassung der Mannschaften in ihre Heimat bereits erfolgt. — Die Vereidigung der Marinerekruten der Ostseestation Kiel wird der Kaiser persönlich vornehmen und zwar voraussichtlich am 18. November. 6 Ein Negerprinz als Barbier. Von dem in Papenburg(Hannover) liegenden Regierungsdampfer „Nachtigal“ sind zwölf Schwarze der Besatzung bei Nacht und Nebel ausgekniffen, ohne daß man ihrer bisher habhaft werden konnte. Prinz Tofa, der an Bord beschäftigt war, bleibt in Papenburg, um dort das Barbierhandwerk zu erlernen und es nach seiner Rückkehr nach Kamerun neben dem Wirtshausbetrieb ausüben zu können. China. + Wie aus Schanghai gemeldet wird, nimmt die Hungersnot zu Glaubwürdigen Nachrichten zufolge, die Generalkonsul Warren erhalten hat, sind in Kiangsu 300 000 Personen und in Ngan=Hwei 600000 Personen dem Verhungern nahe. In Kiang=Si soll die Lage noch schlimmer sein. Die Unterstützungsfonds sind unbedeutend; die Fremden steuerten 1500 Pfund Sterling und die Chinesen 7500 Pfund Sterling bei. Ein gemeinsamer, aus den Konsuln und chinesischen Beamten zusammengesetzter Ausschuß überwacht die Verteilung der Gelver. Arbeiter wollen jetzt durch eine That(den Boykott englischer Schiffe), des Redens müde, das Ende gewaltsam herbeführen.„ Hosl. + Am 23. und 24. Oktober ist in ganz Houand eine Geldsammlung zu Gunsten der in den Konzentrationsagern gefangenen Frauen und Kinder der Buren veranstaltet worden; sie wies ein alle Erwartungen übersteigendes Ergebnis auf. Die Frau des in Pretoria hingerichteten Broeksma befindet sich auf der Reise nach Holland; auch für sie und ihre fünf Kinder sind reichliche Beiträge geflossen.„„„„ + Die englische Bank hat ihrer Filiale in Johannesburg Anweisung erteilt, keinen, von irgend welchem HilfsKomitee auf dem Festland von Europa, zur Auszahlung an bedürftige Frauen und Kinder letzthin gesandten Wechsel zu honorieren, es sei denn, daß die Militärbehörde festgestellt hat, daß dieses Geld nicht solchen Frauen zu gute kommt, deren Männer noch im Felde stehen.(Da dies die große Mehrzahl ist, so geht die planvolle Ruinierung der Burenfamilien an Vermögen und Gesundheit ihren Gang. Eine neue Sumpfblüte im englischen Sündenpfuhl!) Lokales ** Schwerte, 29. Oktober. *** Der November, dessen Schwelle wir in diesen Taund Transvaal. - Die Amsterdamer Blätter veröffentlichen einen sehr energischen, aber würdevollen Protest gegen die englische „Kriegführung“ in Südafrika, unterzeichnet von den Vorständen der christlichen Kirchengenossenschaften in Amster dam. Darin wird die Sympathie mit dem Appell der Buren an den Schiedsgerichtshof ausgesprochen. Alle, die den ruchlosen Krieg verdammen, werden aufgefordert, dem Komitee ihre Karte zu senden, welche Namen zu einem Riesenproteste vereinigt, der niederländischen und englischen Regierung übermittelt werden sollen. In allen Ländern Europas sowie in Nord=Amerika sind Abgesandte an der Arbeit, eine ähnliche Bewegung zu organisieren, und man hofft einen von ersten Namen der ganzen gesitteten Welt unterzeichneten Riesenprotest der englischen sowie den europäischen Regierungen überreichen zu können. Mag immer auch dieser Protest wirkungslos bleiben, es gilt, fortwährend an das Gewissen des englischen Volkes zu appellieren, das sich doch endlich auf seine Pflicht, auf seine höchsten und edelsten Traditionen besinnen wird. Das England eines Gladstone, eines Ruskin und John Morley ist verblendet, bethört; es wird doch endlich zur Einsicht kommen!— Soeben brachte eine große Hauskollekte in Amsterdam 20 000 Gulden auf— und die gen überschreiten, hat seine Boten in Gestalt der dichten Nebel, die am frühen Morgen wie gewaltige dichte Scheier Straßen und Felder, Hügel und Thäler einhüllen und den freien Blick auf die allernächste Umgebung beschrän ken, bereits vorausgesandt. Ueber den noch warmen Erdboden streichen die kühlen Nachtwinde hin und aus dem Temperaturunterschiede entwickelt sich das aus feinen Thautröpfchen entstehende gigantische Gebilde, das wir Nebel nennen. Der Nebel ist nicht auf den Herbst beschränkt, wir begegnen ihm auch im Frühjahr, wenn laue Winde überdie noch winterlich kalte Erde hinwehen. In diesem Falle steigt der Nebel, da die obere warme Luft leichter und dünner ist, in die Höhe, während er im Herbste infolge der umgekehrten Temperaturverhältnisse sinkt. Daher diealte und zutreffende Wetterregel: Steigender Nebel bringt Regen, fallender Sonnenschein. Gegenwärtig kommt die Sonne noch schnell zu ihrem Herrschaftsrecht. Befinden wir uns aber erst mitten in dem NebelMonat November, dann muß man unter Umständen den ganzen Tag vergeblich auf einen Sonnenstrahl warten. Dann sieht man statt des glühenden Sonnenballes im günstigen Falle nur eine rötlich schimmernde Scheibe am Horizont, die weder wärmt noch leuchtet Es giebt keine Naturerscheinung, die unfreundlicher wirkte als ein dichter Novembernebel. Das Bedrückende und Beengende der Herbstnebel hat auch das Volksgemüt in seinen Bann gethan, die flatternden Nebelelfen wurden ihm zu dämonenhaften Erscheinungen, Erlkönig ist ein Nebelstreif. So düster und unheimlich die Naturerscheinung des Nebels an sich, so gruselig sind auch die Schöpfungen der Volkspoesie, dieihm ihr Dasein verdanken. Goethes packende und ergreifende Ballade, die ihren Stoff nordischen Mythen entlehnt hat, ist in dieser Beziehung eine charakteristisches Beispiel. ** Der Großherzog von Sachsen=Weimar, der sich zu mehrtägigem Besuch bei dem niederländischen KönigsPaar nach dem Haag begeben hatte, hat auf der Rückreise abermals Schwerte passiert. Der Zug, in welchem der Fürst einen Salonwagen inne hatte, kam gestern nachmittag um 3 Uhr 24 Min. hier an und fuhr nach einem Aufenthalt von 2 Minuten weiter. **(Turnverein). Die Zöglingsabteilung des Turnvereins Schwerte veranstaltete am Sonntag im Vereinslokale (Reich des Wassers) ein Wett=Turnen, in welchem die Schüler, nach langer, emsiger Arbeit im Stillen gleichsam eine öffentliche Prüfung ablegten. Und wir dürfen sagen, daß sie diese Prüfung gut bestanden haben, wie auch der Vorsitzende, Herr Nacke, in seiner eindrucksvollen Ansprache mit Genugtthuung hervorhob, indem er zugleich die Jugend ermahnte, nicht lässig zu werden und weiter an ihrer körperlichen Ausbildung zu arbeiten. In der ersten Abteilung erhielten den Eichenkranz: Heinr. Schmalz, mit 56,5 Punkten, Heinr. Kirchhoff(54.5), Wilh. Wagner(50.5) und Wilh. Schröder (37.5). Die Sieger der 2. Abteilung wurden mit Geschenken bedacht. Es erhielten Preise: Joh. Franken mit 55 Punkten, Alb. Krupka(48), Karl Weber(44.5), Aug. Griese(44), Heinr. Stahlschmidt(42.5), Walther Schulte(41), Rud. Lohmann(40.5), Wilh. Balkartat(34.5), Heinr. Dillbenz(31) und Wilh. Siebel(29.5). Gut Heil! ** Ein prachtvolles Stück wird am Sonntag, den 10. November, im Specht'schen Saale zur Aufführung kommen.:„Die Heldin von Transvaal" betitelt sich dasselbe und führt uns in ergreifender Weise Szenen vor Augen aus dem Freiheitskampfe des aller Welt sympathischen Burenvolkes. Im ersten Aufzuge:„Aufruf zu den Waffen“ sehen wir den ergreifenden Abschied eines 68jährigen Buren und seiner drei Söhne, von denen der jüngste 16 Jahre zählt, von Mutter und Schwester. „Mutter, weine nicht, das Vaterland ruft, sei stolz auf deinen Sohn!" Der zweite Aufzug:„Der sterbende Bur und der Schwur der Rache“ zeigt uns, wie Martha,„die Heldin von Transvaal“ an der Leiche des Vaters, des Bruders und des Bräutigams schwört, den Tod der Ihrigen blutig zu rächen. Der dritte Aufzug:„Der feindliche Ueberfall“ zeigt, wie eine Farm von den Engländern überfallen wird, der vierte Aufzug:„Von Haus und Herd vertrieben", das Elend einer armen Burenfamilie. Die Essener Volkszeitung berichtet über eine in Essen stattgefundene Aufführung:„Der Verfasser des Stückes hat damit einen glücklichen Wurf gethan, indem er dem VolksBewußtsein und der Stimmung in Bezug auf den Krieg und die politischen Verhältnisse in Südafrika entgegenkommt. Was die Leistungen des Abends anbetrifft, so entfesselten dieselben einen derartigen Sturm des Beifalls, daß die Begeisterung für Transvaal und die Sache der Buren in dem Gesange„Deutschland, Deutschland über Alles“ und im Burenliede zum Durchbruch kam". Wir wünschen dem Sodalen=Verein ein überfülltes Haus, zumal der Reinertrag für den Neubau der katholischen Kirche bestimmt ist.— x— ** Zur Frage der Teilung unseres Regierungsbezirks schreiben die Berliner„Polit. Nachr.:„Es empfiehlt sich, noch einmal eingehend zu erwägen, ob die Teilung des Regierungsbezirks das zweckmäßigste Mittel zur Beseitigung der Mißstände ist, denn es unterliegt keinem Zweifel, daß, wenn erst einmal mit der Teilung eines Regierungsbezirks der Anfang gemacht wäre, auf dem eingeschlagenen Wege weiter zu gehen sein würde. Wenn die Verhältnisse in dem Regierungsbezirk Arnsberg insofern ungünstig liegen, als zu der Belastung des Regierungspräsidenten und der Regierung mit Geschäften noch beschwerend die ungünstige Lage des Sitzes der Regierung zu den industriellen Teilen des Regierungsbezirks, welche gerade die Thätigkeit der Bezirksbehörde in besonders großem Maße in Anspruch nehmen, hinzutritt, so steht auf der anderen Seite der Regierungsbezirk, was den Umfang der Geschäfte anlangt, keineswegs allein. Die Zahl der Regierungen ist vielmehr nicht gering, bei denen die Verhältnisse des Geschäftsumfanges zu erheblichen Unzuträglichkeiten führt. Bevor man einen Schritt unternimmt, welcher voraussichtlich präjudiziell für die Frage, wie der Ueberbürdung vieler Regierungen und Regierungspräsidenten abzuhelfen sein würde, wirkt, empfiehlt es sich daher, die Frage noch einmal nach allen Richtungen hin sorgfältig zu untersuchen. ** Auch die Stenographie wird unter die Kunstfertigkeiten gerechnet, welche unter Umständen die von den Schulen erteilte Berechtigung zum Einjährig=freiwilligen Dienst ersetzen. In Essen wurde dem Schriftführer des Gabelsberger Stenographenvereins, dem beim KohlenSyndikat angestellten Stenographen Otto Saak, von der köngil. Prüfungskommission für Einjährig=Freiwillige zu Düsseldorf auf Grund seiner hervorragenden stenographischen Fertigkeiten das Zeugnis zum Einjährig=freiwilligen Militärdienst erteilt. Dies ist der erste derartige Fall in Deutschland, der die Jünger der Kurzschrift mit Befriedigung erfüllen wird. ** Der Plan, ein Seminar für Handarbeitslehrerinnen zu gründen, scheint seiner Verwirklichung nahe zu sein Du kleiner Schelm, lachte die Gräfin, scherzend mit dem Finger drohend,„dieses Mal scheint es nur ein Brief meines Rechtsanwalts zu sein, aber ich habe nichts dagegen, nur entferne dich nicht so weit, oder nimm einen Diener mit, vergiß nie, daß eine Comtesse Holweg, eine reiche Erbin, die Dehors, ob im Salon oder wo es immer sei, wahren muß! Jean, rufen Sie Franz, daß er die Comtesse begleitet,“ rief sie über die Schut Nein, Mama, wehrte Marie Luise erschrocken diesen unerträglichen Zwang ertrage ich nicht; du weißt, wie zuwider mir solch eine Domestikenbegleitung ist, es erinnert mich immer an eine Gefangene, die ihren Kerker meister hinter sich hat, lieber bleibe ich ganz zurück, aber sieh nicht so böse drein, Mamachen, und gewähre mir wenigstens diese wenigen Tage noch volle Freiheit! Bittend schaute sie, beide Hände um den Nacken der alten Dame schlingend, dieser in die Augen und verscheuchte mit dem schelmisch treuen Blick die finstere Wolke des Verdrusses, welche sich sehr bedenklich zwischen den hochgezogenen Brauen zeigte. So entgegnete sie nach kurzem Zögern, die rosigen Wangen ihres Kindes z Geß denn, mein Herschen, wenngleich ich dein Ver langen durchaus nicht gerechtfertigt finde, will ich kein Bedenken tragen, solchem in unserer Einsamkeit zu willfahren. Nach Verlauf eines Jahres, in welchem man dir täglich deine Pflichten und Anforderungen, die ich und die Welt einst an dich stellen müssen, vor Augen stellen wird, hoffe ich, werden sich deine Wünsche und Empfindungen, ganz besonders aber die sentimentale Schwärmerei für Leute, die es darauf absehen, durch lügnerische Vorträge über ihre mittellose Lage, dein kindlich vertrauendes Herz zu bethören, geändert haben. Marie Luise schwieg, denn ihr lag daran so schne wie möglich den fortgesetzten Ermahnungen, die ihr Herz oft schwer bedrückten, ein Ende zu setzen. Schmollend warf sie die Korallenlippen auf, streifte lange Handschuhe über die Hände und warf, während sie auf die Veranda rat, schon wieder versöhnt eine Kußhand zurück. In den Augen eine Welt voll Lebenslust, hüpfte der lachende Wildfang die Freitreppe herunter, deren Stufen von beiden Seiten mit hohen Lebensbäumen und großen Blattpflanzen dekoriert waren. Vor der langen Blumenrabatte blieb Marie Luise einen Augenblick stehen, um sich an dem Duft der schillernden Blüten zu ergötzen, zugleich überlegend, von welcher Seite sie am besten ungesehen entschlüpfen könnte, als ein gellender Schrei aus dem Frühstückszimmer zu ihr herausdrang. Mit stockendem Herzschlag horchte sie; eine beängstigende Unruhe bemächtigte sich ihrer: sie erinnerte sich des Briefes mit dem großen Siegel, vor dem sie geflohen und dem die Gräfin in fieberhafter Hast zur Hand genommen, als Marie Luise kaum den Rücken gekehrt. Das alles flog gleich einem elektrischen Funken durch ihren Kopf und mit steigender Angst stieg sie die Treppe empor. (Fortsetung folgt). — Als Höhlenbewohner sind sechs Arbeitshäusler aus Strausberg wieder ergriffen worden, die in voriger Woche von der Außenarbeit entwichen waren. Im Spandauer Stadtwalde hatten sie sich in einer Thalschlucht eine Erdvertiefung gegraben und diese mit einem Dach aus Rasen und Blättern versehen. In dem sie eine Zeit lang zuzubringen und durch Betteln und Stehlen sich mit Lebensmitteln zu versorgen. Sogar für einen Ofen hatten sie Sorge getragen. Der Rauch aber wurde zum Verräter. Mehrere Polizeibeamten suchten am Montag den Schlupfwinkel auf und bei krochen die Höhlenbewohner heraus und flüchteten. Berittene Polizeibeamten holten sie jedoch ein und erkannten sie an ihrer Kleidung als Arbeitshäusler. In der Höhle wurde ein ansehnlicher Vorrat vun Kartoffeln und anderen Lebensmitteln gefunden. —(Aus dem Kladderadatsch.) Zwei Badegäste, Cecil Rhodes und Dr. Jameson sind in Bad Salsomaggiore zur Kur eingetroffen. Die Zeitung„Fracassa" rät allen Italienern, den beiden ihre Visitenkarten mit dem Worte „Verachtung" zuzuschicken. Cecil Rhodes und Dr. Jameson. Blutbespritzte Matadore, Kommen, ihren Leib zu waschen, Nach dem Bad Salsomaggiore. Früh am Morgen sitzen beide Schon versenkt in die Betrachtung Zahlloser Visitenkarten Mit dem einen Wort:„Verachtung“. Cecil lacht:„Durch solche Scherze Zeigen diese Waisenknaben, Daß sie von der Dicke unserer Haut gar keine Ahnung haben. Trefflich schmeckt uns Lunch und Dinner, Ob es auch Verachtung regnet.“— Prosit Mahlzeit! Würd' euch beiden Doch auch noch das Bad„gesegnet“!! (Moderne Reise=Erinnerung).„Haben Sie auf Ihrer Automobil Tour auch die wundervoll romantisch gelegene Ruine Schauenstein gesehen?“—„Schauenttein=.. Ist mir nicht erinnerlich:—„Ach, Oskar, das wird dort gewesen sein, wo wir den Milchmann überfahren haben!“ (Vom Kasernenhofe). Sergeant(vor der Reservisten Entlassung):„.. Da hat man sich nun zwei Jahre mit Eurer Erziehung herumgeplagt, um am Ende die Frucht seiner Mühe im Chaos des Civils wieder untergehen zu sehen. Aus Rheidt wird geschrieben: In ung eines ersten kgl. preuß. Seminars für Handarbeitslehrerinnen wird Handelsminister Möller am 7. November die hiesige Industrie= u. Fortbildungsschule besuchen. Es handelt sich bei diesem Besuche um den Plan der Verstaatlichung dieser Anstalt und ihres Ausbaues zu einem Seminar für Handarbeitslehrerinnen. ** 100 Mark Belohnung. Um schwache Charaktere vor der Anwerbung durch englische Werber setzt die deutsche Buren=Zentrale in München jedem, de im deutschen Reiche englische Werber so zur Anzeige, bringt, daß sie sofort verhaftet und bestraft werden, eine Belohnung von 100 Mark aus. Aus Westfalen und Rheinland. * Haltern, 25. Okt. Mit spannendem Interesse sieht man hier dem Ausgang eines schon etwa 2 Jahre währenden Prozesses entgegen. Bei dem im Jahre 1899 abgehaltenen Bürger=Schützenfeste verlor ein etwa 11 Jahre alter Knabe bei Erstürmung einer auf der Mühlenstraße aufgebauten Schanze die Sehkraft eines Auges infolge der dabei abgegebenen Böllerschüsse oder sonstigen Schießens. Der Vater des Knaben hat nun den Schützegportand und die Stadt verklagt und verlangt eine Entschavigung von 15000 Mark. Am Montag fanden dieserhalb ein Lokaltermin und umfangreiche Zeugenvernehmungen statt. Infolgedessen wird in Zukunft dieses sehr interessante Spiel der Erstürmung wohzt unterbeiben.„„„ 6et Clt. 65. * Hamm, 38. Okt. Auch Hamm hat jetzt seinen „Protest gegen das Nackte in der Kunst,“ aber dieser Protest scheint nicht recht am Platze zu sein; wenigstens ist er im Theater mit folgendem Kouplet verspottet worden: „Sehr moralisch sind wir hier Und das ist’ne große Zier; Für Moral und gute Zucht Steh'n wir ein mit aller Wucht. Einstens machten's viel Geschrei Wegen der Lexheinzerei. Diesen Standpunkt treu und schlicht, Jetzt der„Volksfreund“ auch verficht. Es ist gar arg am Wüten Das gute, liebe Blatt. Weil etwas sein Empfinden Sehr stark beleidigt hat: Es ist die„Mädchenblite“ Bei Griebsch, das eine Bild, Das kann das Blatt nicht seh'n, Da wird es schon ganz wild. Wüteud fängt es an zu schrei'n: Nein, das ist doch zu gemein! Unser keusches Angesicht, Leidet solche Bilder nicht; Niemals darf man dulden das, So was geht doch über'n Spaß! Schamrot steht dort jeder Mann, Sieht die„Mädchenblüte" an! Warum macht der„Volksfreund“ so'n Geschrei, Geht nicht ruhig an dem schnöden Bild vorbei? Aber da er gar so wütend schreit und spuckt— Hat er sicher auch schon selber hingeguckt.“ * Osnabrück, 25. Okt. Nach dem jetzt endgültigen Ergebnis der letzten Volkszählung hat Osnabrück 51573 Einwohner. Die Zahl der Evangelischen beträgt 33.000, der Katholiten 17800... g gur Hasiaen Eisenbahn * Paderborn, 26. Okt. In der hiesigen EisenbahnHauptwerkstätte beginnt der Arbeitsmangel sich auch geltend zu machen. Heute nachmittag wurde zum erstenmal gefeiert, am künftigen Samstag soll ebenfalls die Arbeit ruhen und bis auf weiteres je einen Tag sin der Woche. * Bochum, 26. Okt. Die Generalversammlung des Bochumer Vereins für Bergbau bnd Gußstahlfabrikation beschloß die Verteilung einer Dividende von 13 Prozent. 2000000 Mark wurden für die Arbeiter stiftung und 40000 Mk. der Pensionskasse überwiesen. * Gelsenkirchen, 26. Okt. In der Zeit vom 19. bis 26. Oktober hat sich die Zahl der Typhusfälle im den de beondho eueg saihen Sichz zu. Khaleh, bus die Vensche u G, Herbst., See 4. einen solchen Stoß zu erhalten, daß die Brennschere in ihr Auge traf und den Augapsel so schwer verletzte, daß das Auge als verloten betrachtet werden muß. Kleine Mitteilungen. Wegen Mißhandlung Untergebener und Beleidigung in je drei Fällen wurde der Hauptmann im Grenadierregiment Nr. 2, Frhr. v. Keyserlingk, vom Kriegsgericht in Stettin zu 6 Wochen Stubenarrest verurteilt. Während der Verhandlung sowohl wie auch bei Begründung des Urteils war wegen Gefährdung der militärischen Disziplin die Oeffentlichkeit in vollem Umfange ausgeschlossen. 1 Im Nebel überfuhr ein Güterzug in Wanzleben bei Magdeburg das Einfahrtssignal und stieß mit einem Rangierzug zusammen. Ein Lokomotivführer ist tot, drei Fahrbeamte sind leicht verletzt. )( Die Transportdampfer„Willkommen" und„Mereddio“ rannten auf der Unterelbe bei Hamburg zusammen. „Mereddio“ wurde an der Backbordseite total aufgeschnitten; auch das andere Schiff ist schwer beschädigt. Bei einer Schnitzeljagd bei Rendsburg stürzte der Leutnant Freitag des Feld=Artillerie=Regiments Nr. 45 und wurde schwer verletzt nach dem Lazarett überführt. ) Die Schmuggler wenden doch die eigenartigsten Kniffe an. Kam da jüngst, so wird aus Hegau, der alten Landschaft südlich von Baden, berichtet, ein anscheinend ganz verkrüppeltes, altes Männlein über die Grenze. Bei dem Zoll unterhielt er sich noch eine Weile mit dem Grenzposten. Aus Ungeschicklichkeit fiel dem Mann der Stock zu Boden, den er hurtig aufheben wollte. Durch die Bückanstrengung platzte ihm aber eine Naht an seinem Buckel, und zum großen Erstaunen des Grenzpostens und zum Schrecken des Männleins ergoß sich aus der„Wunde“, ein Strom von Kaffeebohnen herunter zur Erde.„Ei, ei“, sagte der Posten, „kommen Sie mit aufs Zollamt, Sie müssen sich einer Operation unterwerfen“ und wirklich wurde dem Männlein dort sein ganzes Rückengebrechen im Gewicht von 7 Pfund Kaffee ohne Hautverletzung wegoperiert. Nach zwanzig Minnten konnte der Mann in seiner ihm von Gott gegebenen geraden Gestalt die„Kurheilstätte“ mit erleichtertem Geldbeutel verlassen.„„ G4sa4, )( Der Plan, die allgemeine Weyrpflicht in Belgien einzuführen, ist gescheitert. Statt dessen soll, auf Vorschlag der Regierung, ein starkes Söldnerheer gehalten werden. Stadt= und Landkreise Gelsenkirchen von 1257 auf 1329 erhöht. 27 Kranke sind gestorben, 192 als genesen entlassen worden.„, Dg. Gegen eine biefias Pi. * Düsseldorf, 24. Okt. Gegen eine hiesige Firma, die Metzgereiartikel vertreibt, unter anderem auch das sogenannte Wurstrot, das von vielen Metzgern henutzt wird, um altem Fleisch die natürliche Farbe wieder zu geben, ist Anklage erhoben worden. Es wurden die Bücher beschlagnahmt und es stellte sich heraus, daß eine große Anzahl Metzgereien des Regierungsbezirks dieses Wurstrot bezogen bezw. verwandt hatten. Gegen alle wird wegen Vergehens gegen das Nahrungsmittelgesetz Anklage erhoben. * Mülheim=Rhein, 26. Okt. Das hier garnisonierende Infanterie=Regiment Nr. 65 wird am 1. April n. J. nach Köln verlegt; als Ersatz kommt das 16. Infanterie=Regiment Freiherr v. Sparr, bis jetzt in Köln in Garnison, nach ver.„ 96 2e. Cs. Mäherin Hol* Köln, 26. Okt. Die Naherin Holzem, welche vor kurzer Zeit auf ihren Bräutigam, den Küchenchef der Schlafwagengesellschaft, aus Eifersucht mehrere Revolverschüsse abgab und alsdann selbst Gift nahm, ist an den Folgen der Vergiftung gestern gestorben. Der saubere Bräutigam, der zuerst mit der Holzem verkehrte und dann diese schmählich verlassen hatte, ist von seinen unbedeuteuden Verletzungen längst wiederhergestellt. * Neuß, 26. Ott. Für den Kreis Neuß ist eine mit dem heutigen Tage in Kraft tretende Polizeiverordnung erlassen worden, welche auch das Halten von einheimischen Singvögeln bei Strafe verbietet. Nur diejenigen Vögel, die jetzt schon in Käfigen gehalten und die der Ortspolizeibehörde bis zum 1. Januar 1902 nach Art, Farbe, Alter und etwaigen Abzeichen genau bezeichnet werden, dürfen durchgehalten werden. Für den Kreis Grevenbroich besteht schon seit einigen Jahren eine gleichartige Polizeiverordnung. Durch Polizeiverordnung ist bis jetzt nur das Einfangen, Feilbieten, Verkaufen und Töten einheimischer Singvögel untersagt. * Aachen, 25. Okt. Ein Mädchen aus Burtscheid hatte beim Brennen des Haares mit einer Brennschere das „Schwerter Zeitung.“ IId. Berlin, 29. Okt. Der erste Schnee, allerdings nur leichte Flocken, fiel gestern früh in Berlin. Vor den Thoren der Stadt war das Quecksilber auf 2 Grad unter Null gefallen, und es hatten sich auf den Pfützen leichte Eisdecken gebildet. Hd. Rom, 29. Okt. Die„Voce dela Verita" hält ihre Meldung, daß den katholischen Theologiestudierenden in Straßburg der Besuch der Vorlesungen Prof. Spahn's verboten sei, aufrecht, allerdings mit der Aenderung, daß der Besuch bestimmt verboten werden würde. Die Kurie werde entweder eine öffentliche Abbitte Spahn's für seine anti=ultramontane Haltung oder aber die Zurücknahme seiner Berufung zum Professor der Straßburger Universität verlangen.(Prof. Spahn ist der Sohn des bekannten Zentrumsführers). Hd. Kopenhagen 29. Okt. Nach einer Aeußerung des früheren Generalkonsuls Ali Muri Bey ist der Sultan tuberkulös und dem Wahnsinn(?) verfallen. Er duldet ärztliche Behandlung nicht; sein Zustand ist bedenklich.„ 8 bießt. 6 Hd. Liverpool, 29. Oktober. Im mengen Hafen sind 2 Pestfälle festgestellt worden. Hd. Antwerpen, 29. Okt. Ein hiesiger Getreidehändler, welcher eine große Menge Getreide zu verkaufen hatte, erhielt von seinem Amsterdamer Agenten die Meldung, erkönne diese Ware nur verkaufen unter der Bedingung, daß sie nicht von einem englischen Dampfer transportirt wird. Hd. London, 29. Okt. König Eduard soll an Kehlkopfkrebs leiden. Das Gerücht erhält durch die Aenderung des Hofceremoniells— der König küßt die Damen nicht mehr— einige Bestätigung. Hd. London, 29. Okt. Die Aufregung über die Rede Chamberlains, in welcher er die Iren heftig angriff und sie aus dem Parlament zu entfernen drohte, ist in ganz Irland groß. In Kilmain fand eine Protestversammlung statt, die jedoch von der Polizei mit dem Knüppel auseinander getrieben wurde. Der Sprecher, Parlamentsmitglied O'Donnel wurde verwundet. Hd. London, 29. Okt. Hier eingetroffenen Meldungen zufolge hat die Sterblichkeit in den südafrikanischen Konzentrationslagern eine enorme Höhe erreicht. die Kindersterblichkeit ist bereits über 20 Prozent gestiegen. Die Krankheiten sollen infolge Genusses brandigen Hammelfleisches hervorgerufen sein.(Durch Hunger ging es wohl nicht schnell genug?) Hd. Genua, 29. Okt. Die hiesigen Dockarbeiter erklärten, daß sie sich der Boykottierung der englischen Schiffe nur dann anschließen würden, wenn alle Nationen sich daran beteiligten. Hd. London, 29 Okt. Der„Manchester Guardian" veröffentlicht den Brief, welchen Präsident Steijn nach Erlaß der Proklamation Kitcheners an letzteren gerichtet hat. Steiin behauptet darin, daß der Einfall Jameson's mit Vorwissen der englischen Regierung geschehen sei: die Buren hätten Beweise in Händen, daß die Eroberung der beiden Republiken schon im Jahre 1896 in London beschlossene Sache gewesen sei. Hd. Middelburg(Kapkolonie), 29. Okt., Das Schreckensregiment der Engländer hat, außer den verbannten Burenführern, neue Opfer gefordert. Oberst Gorringe ließ hierselbst einige Gefangene, die bei ihrer Gefangennahme Khakiuniformen trugen, durch ein Kriegsgericht summarisch aburteilen und erschießen. Im Lanowehrbezirk II Dortmund. Die Mannschaften des Beurlaubtenstandes der nachbezeichneten Jahresklassen haben sich an den einzelnen Tagen auf den angegebenen Plätzen wie folgt zu gestellen: Annen. Nur Mannschaften aus dem Amtsbezirk Annen haben zu erscheinen. Kontrolplatz: Marktplatz in Annen. a) Provinzial=Insanterie der Jahresklassen 1894—1896 Freitag, den 15. November, vormittags 830 Uhr. b) Provinzial=Infanterie der Jahresklassen 1897—1901 Freitag, den 15. November, vormittags 930 Uhr. c) Sämtliche Spezialwaffen, sowie Garde und Verkehrstruppen Freitag, den 15. November, vormittags 1030 Uhr. Barop und Kirchhörde. Sämtliche Gemeinden der Aemter Barop und Kirchhörde. Kontrolplatz: Wirtschaft Jägerhof in Hombruch. a) Provinzial=Infanterie der Jahresklassen 1894—1895 Sonnabend, den 16. November, vormittags 830 Uhr. b) Provinzial=Infanterie der Jahresklassen 1896—1897 Sonnabend, den 16. November, vormittags 930 Uhr. c) Provinzial=Infanterie der Jahresklassen 1898—1901 Sonnabend, den 16. November, vormittags 1030 Uhr. d Garde, Train, Verkehrstruppen, Oekonomie=Handwerker, Sanitäts= und Veterinär=Personal, Militärbäcker, Krankenwärter, Krankenträger, Büchsenmachergehilfen, ferner die als ZahlmeisterAspiranten ausgebildeten Mannschaften und die Arbeitssoldaten Montag, den 18. November, vormittags 9 Uhr. e) Rest der Spezialwaffen Montag, den 18. November, vormittags 10 Uhr. außer den Gemeinden Villigst, Geisecke, Lichtendorf. Kontrolplatz: Platz der Schule in Westhofen Provinzial=Infanterie der Jahresklassen 1394—1901, ferner sämtliche Spezialwaffen, sowie Garde und Verkehrstruppen Dienstag, den 19. November, vormittags 930 Uhr. Stadt Schwerte, sowie die Gemeinden Villigst, Geisecke und Lichtendorf. Kontrolplatz: Wirtschaft„Im Reiche des Wassers“. a) Provinzial=Infanterie der Jahresklassen 1894—1901 Donnerstag, den 21. November, vormittags 9 Uhr. b) Sämtliche Spezialwaffen, sowie Garde und Verkehrstruppen Donnerstag, den 21. November, vormittags 10 Uhr. Wellinghosen. Kontrolplatz: Kirchplatz in Willinghofen. a) Provinzial=Infanterie der Jahresklassen 894—1901 Freitag, den 22. November, vormittags 830 Uhr. b) Sämtliche Spezialwaffen, sowie Garde und Verkehrstruppen Freitag, den 22. November, vormittags 930 Uhr. Stadt Kontrolplatz: Platz an der evangelischen Schule in Hörde. a) Provinzial=Infanterie der Jahresklassen 1894—1896 Sonnabend, den 23. November, vormittags 830 Uhr. b) Provinzial=Infanterie der Jahresklassen 1897—1901 Sonnabend, den 23. November, vormittags 930 Uhr. c) Garde, Train, Verkehrstruppen, Oekonomie=Handwerker, Sanitätsund Veterinär= Personal, Militärbäcker, Krankenwärter, Krankenträger, Büchsenmachergehilfen, ferner die als Zahlmeister=Aspiranten ausgebildeten Mannschaften und die Arbeitssoldaten Sonnabend, den 23. November, vormittags 1030 Uhr. d) Rest der Spezialwaffen Montag den 25. November, vormittags 830 Uhr Kontrolplatz: Hermannshütte. Nur für Mannschaften des Werkes. a) Provinzial=Infanterie der Jahresklassen 1894—1897 Montag, den 25. November, vormittags 10 Uhr. b) Provinzial=Infanterie der Jahresklassen 1898—1901, ferner sämtliche Spezialwaffen, sowie Garde und Verkehrstruppen. Montag 25. November, vormittags 11 Uhr. Aplerbeck. Sämtliche Gemeinden des Amtes Aplerbeck. Kontrolplatz: Wirtschaft Möller in Aplerbeck. a) Provinzial=Infanterie der Jahresklassen 1894—1895 Dienstag, den 26. November, vormittags 9 Uhr b) Provinzial=Infanterie der Jahreklassen 1896—1597 Dienstag, den 26. November, vormittags 10 Uhr. *) Provinzial=Infanterie der Jahresklassen 1898—1901 Dienstag, den 26. November, vormittags 11 Uhr. d) Jäger, Kavallerie, Feld= u. Fußartillerie, Pioniere u. Marine aller Jahresklassen Mittwoch, den 27. November, vormittags 9 Uhr. e) Rest der Spezialwaffen, sowie Garde und Verkehrstruppen Mittwoch, den 27. November, vormittags 10 Uhr. 1. Die Mannschaften haben in ordentlichem, sauberem Anzuge zu erscheinen und die Führungszeugnisse und Militärpässe nebst vorgeklebter Kriegsbeorderung oder Paßnotiz mitzubringen. 2. Jeder zu den Kontrolversammlungen einberufene Mann des Beurlaubtenstandes steht für den ganzen Tag an welchem diejenige Kontrolversammlung stattfindet, zu welcher er zu erscheinen verpflichtet ist, unter den Militärgesetzen. Nichtbefolgung der Einberufung zur Kontrolversammlung, sowie Unpünktlichkeit bei der Geehupe welcher Jahresklasse ein jeder Mann gehört, ist aufden Deckel des Militärpasses zu ersehen. Unter„Spezialwaffen“ sind diejenigen Mannschaften zu verstehen, welche bei den ProvinzialJägern, der Kavallerie, Feld= und Fuß=Artillerie, den Pionieren, dem Train, der Marine oder als Oekonomie=Handwerker gedient haben, ferner das Sanitäts= und Veterinär=Personal, die als Miliärbäcker, Krankenträger, Büchsenmacher=Gehilfen, Krankenwärter und als Zablmeister=Aspiranten ausgebildeten Mannschaften aller Waffen (ausschließlich Garde) und die Arbeitssoldaten; unter„Verkehrstruppen“ sind zu verstehen Eisenbahn=, Luftschiffer= und Telegraphentruppen.— Ganzinvaliden, welche nur auf Halbinvaliden, sowie ldie beim Aushebungsgeschäft vorgestellten und für felddienstunfähig, aber noch für garnisondienstfähig bezw. zeitig feld= und garnisondienstunfähig anerkannten Reservisten, ferner Mannschaften, welche auf Reklamation, sowie solche, welche wegen Dienstunbrauchbarkeit, und Mannschaften, welche wegen vor ihrer Einstellung begangener bezw. Verbrechen oder Vergehen vor Ablauf ihrer Dieastzeit entlassen worden sind und über die nog keingend giltige Entscheidung getroffen ist, haben sich auf ihrem Kontroit jedesmal zur letzten stattfindenden Kontrolversammlung zu gestellen. 4 Diejenigen Mannschaften, die bei der Kavauerie gebient haben, aber zur Reserve des Trains entlassen sind, stellen sich zu der für den Train befohlenen Kontrolversammlung. 5. Wer wegen dringender häuslicher oder gewerblicher Verhältnisse von der Kontrolversammlung befreit sein möchte, hat dem Hauptmeldeamt ein bezügliches Gesuch, unter Beifügung obrigkeitlicher oder sonstiger glaubwürdiger Bescheinigung, baldigst vorzulegen. wer sich an einem andern ols dem für ihn bestimmten Tage Auch wei zuy an einem andern als dem für ihm bestumtegziggge gestellen möchte, hat ein diesbezügliches Gesuch einzureichen. Eigenmächtige Gestellung zu einer anderen Kontrolversammlung wird bestraft. Wer durch Krankheit oder dringende Geschäfte, welche so unvorhergesehen eintreten, daß ein Befreiungsgesuch nicht mrehr eingereicht werden kann, von der Teilnahme an der Konkrolversammlung abgehalten wird, muß vorher oder spätestens zur Stunde derselben durch eine Bescheinigung der Orts= oder Polizeibehörde 6. Alle Mannschaften, die in der Zeit vom 1. September 1889, und solche, die im gleichen Zeitraum im Jahre 1891 eingetreten sind und freiwillig 4. Jahre aktiv gediegt, Hahen, haben sich auf ihrem Kontrolplatz jedesmal zur letzten staltsenvenven Kontrolversammlung zu gestellen, da ihre Ueberführung zur wehr II. Aufgebots schon jetzt und nicht erst im Frühjohr 1902 stattfindet. Bezirt#kommanbe IV Gartmund. Für den redaktionellen Teil verantwortlich Franz Miller. Königliches Bezirksdommume=## Dortmun Wunder über Wundert# I eest a Nicht zu ver A gleichen mit viel# leicht zuvor Gesehenem. 1 Die Ausstellung n lebender Naturphänomen## die Sostpreußischen Cokossak.* Geschwister Wilhelm, Hulda### und A das Riesenbaby Emil. Unstreitig die schwersten Kinder der Welt. Wilhelm 15 Jahre alt 356 Pfd. schwer, Hulda 5„„ 154„„ X Emil(Riesenbaby) 2 Jahre 6 Monat alt, 122 Pfd. schwer. W 1000 Mark demzenigen, welcher 3 Geschwister gleichen#### 4 Alters und Gewichtes nachweist. Hervorragende ärztliche# X Autoritäten, wie Geh. Prof. Virchow, Berlin, Prof. * Moßler, Greisswald, haben die Kinder als Unikum A bezeichnet.„ 5 Cin jeder komme, sehe und staune! Entree: Erwachsene 20 Pfg., Kindr 10 Pfg. Fur einige Toge. Ochwerre. Fur einige Tage. Im Garten des Gasthofs zur Helle. n Heute 3 grosse Vorstellungen 4 Uhr, 6 Uhr und 8 Uhr C. Kreibes größte RaubtierAreua Deutschlands. 600 □ Meter groß. Von Mittwoch, 30. Oktober bis Sonnabend, 3. November: Täglich hauptvorstellung mit sämtl. Dressuren. Auftreten von 3 Tierbändigerinnen u. 3 Tierbändigern, über 50 Raubtiere, darunter die größten und schönsten Löwen der Welt. Programm der Vorstellung: 1. Miß Vora mit einer Meute dressierter Wölfe und Hyänen. 2. herr Direktor Kreibe mit seinen kolossalen Riesenlöwen. Die afrikanische Löwenjagd. 3. Frau Direktorin Kreibe mit ihren wunderbar dressierten Eisbären, ohne Konkurrenz. 4. Monsienr G Mario mit seinen 4 großartig dressierten gefleckten Tigerpanthern. 10000 Mark Belohnung demjenigen, der nachweist, eine solche Drefsur schon jemals gesehen zu haben. 5. Ferner die größte Attraktion der Neuzeit aus Hagenbecks Tierpark, Hamburg: Der Löwe zu Pferde die großartigste Festnummer der Gegenwart.— Original= Dressur des Deutsch=Amerikaners John Penje. 6. Norma Roselli mit ihren kollossalen Riesenschlangen. 7. Vorzeigung der kleinsten Löwen der Welt, bei der Amme in der Kinderstube. 8. Fütterung sämtlicher Raubtiere. Rüigene Muslickagelle. ne österreichisch, spielt in Zwischenpausen. Eintritt: 1. Platz 1 Mk., 2. Platz 60 Pfg., 3. Platz 40 Pfg. Kinder zahlen auf erstem u. zweitem Platz die Hälfte. Zu zahlreichem Besuch ladet ergebenst ein Die Direktion. Gesucht wird ein Rutterhund, welcher vor einigen Tagen Junge geworfen hat. 3000000 LoOOOSS : Steiapfe und Jachen 33 OSg mit C. Struck's rechts und links gestrickter, g# 0 Eß dehnbarer Ferse. Deutsches Reichs=Ge5g draugsmuster Nr. 156 812. 2 4 v## Alleinfabrikation für Schwerte und Umgegend#! 9#5 Carl Kaufhold, 2 8. Schwerte, Brückstraße 5.#g 6850033805098555000#0 MOAUNRARRTCRRRRRTRNRRNRRMRRRMRRAAE Zur Kirmeß!# Zur Kirmeß! Restaurant „Zum Adler“ Hagenerstraße Theater-Variélé Internationa (4 Damen— 3 Herren.) Zu recht zahlreichem Besuch ladet erg. ein Fritz Rüberg. J. V.: Heinrich Tigges. Eintritt frei! der Eintritt frei! 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Böhmer, Gasthof zum alten Rathaus. Zur Kirmeß empfehle: Wurstbrötchen, italienischen Salat, diverse Törtchen, ff. Kaffee=, Thee= und Wein=Backwerk. Ludwig Westhoff Konditorei und Kaffee, Ostenthor. Am Kirmeßtage! f. selbstgemachte Rinderwurst empfiehlt Bernh. Feit, Restauration zum Schwan, Schwerte, Hösingstr. 23. Eine Wohnung von 6—7 Zimmern ist pr. 1. April oder 1. Mai zu vermieten. Witwe Weber, Mährstraße 3. Brückstraße 11 ist das frühere Zahnatelier von Gesky, aus 3 Räumen bestehend, für den früheren Zweck oder als Bureau sehr geeignet, auf sofort billig zu vermieten. Näheres im Hause I. Etage. Für leichte Haus= und Lagerarbeit suchen ein nicht mehr schulpflichtiges Mädchen aus anständiger Familie. H. Messing& Co. Bekanntmachung. Die Wahlen zur regelmäßigen Ergänzung der Gemeindeverordneten der Gemeinde Berchum finden am Donnerstag, den 28. November d. Is., nachmittags 3½ Uhr im Lokale des Wirts L. Borgmann zu Berchum statt. Es scheiden mit Ablauf dieses Jahres aus aus der I. Abteilung der Landwirt Friedrich Gälger zu Tiefendorf, aus der III. Abteilung der Kettenschmied Gustav Mann zu Berchum. Die Wahlen werden von denselben Abteilungen vorgenommen, von dinen die Ausscheidenden gewählt waren. Es hat mithin in diesem Jahre die I. Abteilung einen und die III. Abteilung einen Gemeinde=Verordneten zu wählen. Das Verzeichnis der stimmberechtigten Gemeindeglieder ist vom 22. d. M. ab auf 4 Wochen bei dem Gemeindevorsteher zu Berchum zur Einsicht der Beteiligten ausgelegt. Reklamationen gegen dasselbe, welche während der Dauer der Auslegung bei dem Gemeindevorstande anzubringen sind, machen die spätere Wahlverhandlung nur dann ungültig, wenn erst nachher eine solche Abänderung des Verzeichnisses verfügt wird, durch welche der Gewählte die absolute Stimmenmehrheit verliert. Zur Teilnahme an der Wahl sind nur diejenigen Mitglieder der Gemeinde berechtigt, welche I. preußische Unterthanen und selbständig sind, II. seit einem Jahre 1. keine Armenunterstützungen aus öffentlichen Mitteln empfangen, 2. die sie betreffenden Gemeindeabgaben gezahlt haben und 3. ihren Wohnsitz im Gemeindebezirk haben und von ihrem Grundbesitz in der Gemeinde mindestens 6 M. Haupt=Grundsteuer entrichten oder mit einem Einkommen von mehr als 660 Mark veranlagt sind. Rheinen, den 18. Oktober 1901. Hiddemann gt. Schulte=Rheinen. Ein junges Mädchen auf sofort gesucht. Frau Eiser, hörderstraße 2. Für die Kirmeß habe 2 schwere junge Pferde geschlachtet und empfehle: Prima Bratenstücke, ff. Schinkenwurst, Gehacktes, warme Portionen, Kaffee u. s. w. Jaeger's Roßmetzgerei und Speiserestaurant, Wilhelmsplatz. ne Der heutigen Nummer liegt ein Prospekt der Buch= und Schreibwareuhandlung Carl Braus, über Fabrikate der Schreibwaren=Fabrik S. Vornnecken, Vonn, bei. Die Firma Carl Braus hält sich zur Lieferung sämtlicher hier empfohlenen Artikel bestens empfohlen und sichert prompte, reelle Bedienung zu. Antuches KRresscialt fer dien Rreis-werdt. r Aummrrch Iunummeun mmmmmmmmeu thememmrmmmmmrntrn Ensertionsgebühr für lokale Anzeigen die sechsgespaltene Zeile oder deren Raum 10 3, außerhalb 15, Reklame=Zeile 40 J. Druck und Verlag von Carl Braus in Schwerte, FernsprechAnschluß Nr. 62. Amt Schwerte. Telcor=Adr. Braus, Schwerte=Ruh Alle Kreis= und Lokalpolizeilichen Verordnungen für den Kreis Hörde erlangen gemäß Bekanntmachung der Königl. Regierung durch Veröffentlichung in der„Schwerter Zeitung" rechtsverbindliche Kraft. Abonnementspreis pro Quartal 1 Mark 65 Pfg., au##42 Pfg. Bestellgeld wenn durch die Post bezogen. Erscheint## jedem Wochentag. Wöchentliche Gratisbeilage:„Illustrierte# Familienfreuns. No. 254. Dienstag, 29. Oktober 1901. Blatt. Der erste parlamentarische Tag in Frankreich. Paris, 23. Oktober. Man hatte der Regierung für die neue Campagne eine Mehrheit von 60 Stimmen prophezeit: sie hat eine Mehrheit von 77 Stimmen erzielt. Was sie bei ihren Freunden auf der äußersten Linken verlor, das haben ihr die Gegner im linken Zentrum willig und reichlich ersetzt. Darf man die Abtrünnigen nun endgiltig unter die Feinde des Kabinetts, die Neugewonnenen unter seine Anhänger zählen? Nein! Die gestrige Verschiebung der Parteien hat sicher nur für die augenblickliche Lage stattgefunden, sie hatte rein taktische Ursachen, und diese sind nicht schwer anzugeben. Die Sozialisten konnten auf die kühle Ablehnung, die in Waldeck's, des Ministerpräsiden ten, Antwort auf die Forderungen der Bergarbeiter enthalten war, unmöglich anders antworten, als mit zornigen antiministeriellen Reden und entsprechender Abstim mung; die gemäßigten Republikaner aber, denen es gestern eine Kleinigkeit gewesen wäre, das Ministerium zu stür zen, haben sich wohl gehütet, in diesem kritischen Augenblicke eine Erbschaft anzutreten, die in der That wenig begehrenswert ist: eine Erbschaft voll Verantwortlichkeit in politischer und sozialer Beziehung und die auch nicht einen Vorteil versprach. Die Linke, die dem jetzigen Ministerium zum Dank für geleistete Dienste auch als im provisierte Oppositionspartei noch Schonung schuldig ist, würde natürlich einem Ministerium Mäline oder Ribot gegenüber alle Rücksichten haben fallen lassen, und die durch Waldecks Gewährlassen heraufbeschworene Gefahr des Generalstreiks wäre noch größer geworden, kurz: ein neues Ministerium hätte keine andere Aufgabe gehabt, als die von seinen Vorgängern eingebrockte Suppe auszuessen. Wahrhaftig, kein einladendes Gericht! Waldeck hatte so allen Grund, gestern nichts für seine Herrschaft zu fürchten, und er konnte den zornigen Vorwürfen von links mit desto größerem Rechte seinen mit Verachtung gemischten GGleichmut entgegensetzen, da er die gute und vernünftige Sache gegenüber den maßlosen Forderungen der Revolutionäre vertrat. Weniger beineidenswert war die Rolle des sozia demokratischen Ministers Millerand. Er heißt, seitdem er mit dem österreichischen Orden der Eisernen Krone zugleich den Freiherrntitel erhalten hat, überhaupt nur noch der Baron und er trägt diese aristokratische Benennung mit seiner ganzen sozialistischen Würde. Gestern konnte in der Kammer kaum eine Reihe von zusammen hängenden Sätzen gesprochen werden, ohne daß es im Chorus ertönte:„Wie denkt der Herr Baron da rüber?“— Der Baron von Millerand soll reden!" Und als der neue Arbeiterdeputierte Bouveri in seiner Jungfernrede beiläufig von einem Baron Darey sprach, wurde er mit Zwischenrufen unterbrochen:„Es giebt hies überhaupt nur einen Baron, den Baron von Mil lerand!“— Dieser aber hatte furchtbar viel zu thun und fand, über seine Notizblätter gebeugt, keine Minute Zeit dem allgemeinen Verlangen von Freund und Feind ent sprechend auf der Rednerbühne zu erscheinen, oder auch nur einen Blick nach rechts oder links zu werfen. Nur ein ungeduldiges Achselzucken verriet zuweilen, daß er die Zwischenrufe nicht gänzlich überhörte. Aber was hätte er auch auf die unangenehmen Reminiscenzen Viviani's antworten sollen, der ihn unter anderem daran erinnerte, daß er als Handelsminister schon vor 15 Monaten den Bergarbeitern Erfüllung ihrer Forderungen versprochen hatte? Oder wie hätte er sich zu dem Schlußworte seines Parteigenossen verhalten sollen: Ich binsicher, daß es keinen sozialistischen Deputierten giebt, der nicht im Falle des Generalstreiks zu den Bergarbeitern eilt und sich an ihre Spitze stellt!“— Millerand ist ja auch sozialistischer Deputierter; aber kann man ihm, dem Baron, wirlich zumuten, sich an die Spitze der mit aus rangierten Lebelgewehren bewaffneten Ausständigen zu stellen? Das ganze Interesse der gestrigen Kammersitzung drehte sich in der That um die wichtige Frage des Tages, um den Generalstreik. Alles andere, selbst die Festsetz ung der Tagesordnung für die nächste Zeit, wurde neben sächlich und langweilig gefunden, und als sich die Verhandlungen darüber in die Länge zogen, blieben nur wenig Neugierige im Palais Bourbon zurück. Die meisten eilten weg, um sich die Abendblätter zu verschaffen, die Nachrichten über die Beschlüsse des Bergarbeiter=Komitees in Saint Etienne bringen sollten. Unterdessen setzten die Deputierten ihre Beratung über die Reihenfolge der Interpellationen fort. Es sind sechzig oder siebzig Interpellationen angekündigt und das würde, da nur der Freitag für diese parlamentarischen Extragenüsse zur Verfügung steht, für einige Jahrzehnte vollauf genügen. Für redelustige Deputierte kommt also alles darauf an, sich für ihre Inter pellationen eine Priorität zu sichern, denn sonst werden sie selbst gestorben sein und ihr Gegenstand wird höchstens noch ein historisches Interesse haben, bevor die günstige Stunde schlägt. Nur wenige Auserwählte hatten gestern das Glück, ihre Interpellationen zu retten; Lasies, der über die Anwendung des Getränke=Steuergesetzes reden will; Holtz, der die Lage der Eisenbahnbeamten beleuchten wird; und Narbonne, dem die kritische Lage des französischen Weinbaues am Herzen liegt. Goujon dagegen ist mit seiner Interpellation über die Vorgänge innerhalb der Ehrenlegion in ferne Zukunft verwiesen worden. Während man in Paris mit Spannung auf Nachrichten von Saint Etienne wartete, wartete man in Saint Etienne mit nicht geringerer Spannung auf Nachrichten von Paris. Dem Namen nach entschied ja das aus sieben Delegierten gebildete Komitee der Bergarbeiter darüber, ob der Generalstreik, am 1. November zur Thatsache werden solle. In Wirklichkeit aber war der Würfel im Palais Bourbon gefallen. Waldeck's sachliche, unfreundliche Rede wirkte in der Entfernung, und während die Deputierten mit schönen Worten davon sprachen, daß sie sich todesmutig an die Spitze der Genossen stellen wollten, wählten die Genossen selbst das vernünftigere Teil: sie beschlossen den Generalstreik im Prinzip sie setzten aber kein Datum fest und keine Dauer, d. h. sie machten dem schönen Gedanken, mit dem sie so lange ein gefährliches Spiel getrieben hatten, eine platonische Lie beserklärung, bevor sie ihn aufgaben. So melden wenigstens heute morgen mehrere Blätter, während das Komitee selbst sich in undurchdringliches Schweigen hüllt Mit dem Beginne des nächsten Monats werden also sicher einzelne größere Ausstände erklärt werden, aber das Schreckgespenst des allgemeinen Streiks ist noch einmal beschworen. Man kann Waldeck nicht die Anerkennung versagen, daß sein Auftreten zu dieser glücklichen Wend. ung beigetragen hat. Seine Warnung,„Der General streik würde schlimmere Folgen für die Bergarbeiter als für die Industrie haben,“ hat Eindruck gemacht, aber sie mußte vorher an der offiziellsten Stelle, auf der Redner bühne der Deputiertenkammer, bekräftigt werden. Musolino. Der Räuberhauptmann Musolino, der jetzt nach Rom unter starker militärischer Bedeckung transportiert worden ist, hat eine erkleckliche Anzahl Morde begangen. Schon als 11jähriger Junge hat er einem Altersgenossen das Lebenslicht ausgeblasen— was ein Haken werden will, krümmt sich beizeiten. Die Liste der späteren Mordthaten ist nach dem„Berl. Tgb.“ folgende: Am 29. Januar 1899 eine gewisse Francesca Sirdari die Frau eines Zeugen, der gegen Musolino ausgesagt. Die Frau schlief; Musolino stieg in ihr Schlafzimmer und schoß ihr ganz gemütlich ein paar Kugeln in den Kopf. 15. Juli 1899 einen jungen Karabiniere, Pasquale Saracino, den er, hinter einen Zaun versteckt, erschoß. 7. August den Bruder seines Todfeindes, Stefano Zoccoli, der ihn ins Zuchthaus gebracht. Musolino streckte den Zocoli samt zwei Maultieren nieder und beraubte den Toten um eine größere Geldsumme, die er bei sich trug. 19. August den Polizeidiener Chirico von Alesso (Reggio). Der Unglückliche kam abends arglos mit seinem kleinen Sohn von der Campagna herein, als Musolino ihn in einen Engpaß stellte und aufforderte, ein Stoßgebet zu verrichten, da sein letztes Stündchen geschlagen. Vergebens suchte der Arme(der gleichfalls gegen Musoli no ausgesagt, den Banditen zu rühren, vergebens um schlangen Vater und Sohn wimmernd sein Knie— der Vater mußte, wollte er das Kind nicht auch dem Tode weihen, dasselbe wegstoßen und wurde von Musolino unbarmherzig durch vier Schüsse in Brust und Kopf getötet.„o„ 10. Oktober 1899 den eben vom Militardienst entlassenen Carmine d'Agostino, den Musolino im Verdacht hatte, es mit der Polizei zu halten. Er traf den d'Agostino in Gesellschaft seines Vaters und seiner ganzen Familie, riß ihn vor, nahm ihn am Arm und bohrte ihm, ohne daß die Verwandten eine Hand zu erheben wagten, den Dolch ins Herz. 6. Februar 1900 den Karabiniere Pietro Ritrovato der auf der Streife nach ihm war, und den er hinter einem Felsblock niederschoß. Nach dessen Tode sandte Musolino der Mutter des Erschossenen ein rührseliges 34. Jahrgang. Entschuldigungsschreiben, worin er auf die Notwehr hin wies und um Verzeihung bat. 9. August 1900 den Grundbesitzer Francesco Marte, seinen Freund und Helfershelfer, der ihn häufig in seinem Hause heimlich beherbergt, der sich aber, wie Musolino meinte, mit der Absicht des Verrates trug. Musolino lud ihn zu einem Banket in den Wald von Ferraina und machte ihn betrunken, worauf der Bandit selbst und seine Gefährten 24 Schüsse auf den Ahnungslosen abgaben und ihn töteten. Zahllos sind die Fälle, wo Musolino aus glücklichem Zufall oder aber aus Absicht(„um eine freundschaftliche Lektion zu geben“) sein Opfer nur mehr oder minder schwer verwundete; unter Jenen waren der Bürgermeister Fava von Aspromonte und viele Personen aller Stände, so auch der Schwiegersohn seines Todfeindes Zoccoli, ein gewisser Zirillo, dem Musolino zweimal auflauerte; das erste Mal wurde er nur leicht, das zweite Mal schwer, verwundet, hatte aber obschon zur Erde gestürzt, noch die Kraft, zu feuern und einen von Musolinos Spießgesellen niederzuschießen. Eigentümlich ist, daß Musolino, wenn er„aus Irrtum“ oder„peinlichster Verwechselung" Jemanden angeschossen, aufs Zärtlichste für die Verwundeten besorgt war, sie in irgend ein Gehöft trug und ihnen Schmerzensgeld ließ; in einem Falle sandte er sogar Leute zum nächsten Do.rfarzt!.mast vicht al Der gefangene Brigant legt miltterweile nicht auzu viel Kummer an den Tag, ißt mit großem Appetit, schläft vorzüglich und ist jedenfalls überzeugt, daß er früher oder später wieder ausbrechen und sein heroisches Metier wieder aufnehmen werde, zumal er ja ein besonderer Protégé des heiligen Josephs zu sein erklärt und vor seiner Flucht noch der Madonna von Aspromonte ein„Ex voto“ im Wert von 25 Lire gestiftet.„Denn“, schrieb er seinem Bruder(der Brief wurde abgefangen):„wenn die Heiligen nicht mit Einem sind, so geht es schief.“ In seiner Brusttasche fand man außer einer Summe von 235 Lire und allerlei Aufzeichnungen, Heiligenbildchen und dergleichen eine graue Haarlocke von seiner verstorbenen Mutter! So zärtlich war die Bestie, deren Ergreifung den italienischen Steuerzahlern schließlich die Bagatelle von über 1 Million Franken gekostet hat! 30. Okt. Wolkig, vielfach heiter, milde, nachts kalt. 31. Okt. Wolkig, bedeckt, kühler, Regenfälle, lebhafter Wind. 1. Nov. Wolkig, starke Winde, feucht, Nebel, Sturmwarnung. 2. Nov. Teils heiter bei Wolkenzug, vielfach Nebel. Bekanntmachung. Es wird hierdurch zur allgemeinenK enntniß gebracht, daß die von den Gemeinden Aplerbeck und Soelde beantragt und von dem Königlichen Finanzministerium genehmigte Neumessung von einem Teile der vorbenannten Gemarkungen nunmehr durch Organe der Königlichen Regierung zur Ausführung gebracht wird. Dabei wird nicht nur ein Betreten der Gemarkungsgrundstücke von Aplerbeck und Sölde, sondern auch der angrenzenden Grundstücke der benachbarten Gemeinden durch die beteiligten Vermessungsbeamten und Techniker, sowie deren Begleiter erforderlich, doch wird hierbei auf Schonung der Früchte möglichst Rücksicht genommen werden. Zugleich wird hierdurch darauf aufmerksam gemacht, daß unbefugte Fortnehmen, Vernichten, Umwerfen, Beschädigen oder Unkenntlichmachen der Messungszeichen der Bestraßagge nach S. 80 des Felk= und Forstpolizeigesetzes vom 1. April 1880(C.E. fu— 1880 S. 230), das Wegnehmen, Vernichten, Unkenntlichmachen oder Verrücken der Grenzmarken aber der Bestrafung nach§ 274 des Strafgesetzbuches für das deutsche Reich(R.=G.=Bl. für 1871 S. 128) Die Grundeigentümer werden im eigenen Interesse ersucht, den Ladungen der Vermessungsbeamten und Techniker bereitwilligst Folge zu leisten oder sich durch Bevollmächtigte vertreten zu da von denjenigen, welche nicht erscheinen, angenommen wird, daß sie mit dem Ergebnis der Vermarkung und Vermessung einverstanden sind.— Der Bevollmächtigte hat sich durch eine schriftliche, von dem Grundeigentümer vollzogene Vollmacht, welche im Termin vorzulegen und abzugeben It, uus, Pesiz= Zokumente sind erford Die Grundbuch= oder sonstigen Besitz=Dorumente sind erforverlichenfalls im Termine vorzulegen. den 14. Oktober 1901. Königliche Regierung, Abteilung III. Brenken. Bekanntmachung. Die zum britischen Kolonialbesitz gehörigen Cook=(oder Hervey=) Inseln sind in das Gebiet der britischen Kolonie Neu=Seeland einbezogen und damit dem Weltpostverein angeschlossen worden. Der Briefverkehr nach den Cook=(oder Hervey=) Inseln reg sich fortan nach den Bestimmungen des Vereinsdienstes. ein Der Staatsekretär des Reichs=Postamts. Kraette Feinsten Schweizer Kase empfiehlt billigst Julius Boecker, Schwerte, Hagenerstraße 8. * Reslauration W. Specht, Wilhelmstrasse. Mittwoch, den 30. Oktober 1901: Großer Dür Kirurß empfehle: Bilderbücher Bilderbogen Modellierbogen Pastellstifte Federhalter Federdöschen Griffelkasten Bleistifte Notizbücher Bilderrahmen PhotographiePoesiePostkartenBriefmarken= LiebigbilderAlbums Glasbilder und Nippsachen Portemonnaies Zigarren=Etuis und Brieftaschen Hand= und Reise=Täschchen zu billigsten Preisen in größter Auswahl. Carl Braus, Buchdruckerei, Buchhandlung, Große Marktstraße 3. 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