Insertionsgebühr für lokale Anzeigen die sechsgespaltene Zeile Alle Kreis= und Lokalpolizeilichen Verordnungen für oder deren Raum 10§, außerhalb 15, Reklame=Zeile 40 J. Kreis Hörde erlangen gemäß Bekanntmachung der Königl. RegierDruck und Verlag von Carl Braus in Schwerte, FernsprechAnschluß Nr. 85, Amt Hörde. Telegr.=Adr. Braus, Schwerte=Ruhr. Das Automobil im Heeresdieust. Die Erfindung des Automobils steht zur Zeit im Brennpunkt des öffentlichen Interesses, und es ist erklärlich, daß man bestrebt ist, dieselbe für Krieg und Frieden auszunutzen. Als Ersatz für Kleinbahnen zwischen Städten wie Schwerte und Iserlohn hat das Automobil sicherlich Kriegszwecken dienstbar Versuchs=Abteilung und damit ist die Sache in besten Händen. Die Kreuzzeitung schreibt hierüber: Die Vo täglich 400 Zentner 32 Leistung eines dienung: 2 Mann für die Maschine und 2.—8 für den Zug würden kommen sahen, den Eindruck gewonnen, daß sie in der That mehr genügen, während zu dem Wagenzuge von 90 Pferden, gebören leisten, als man erwartet hatte. Sehr wohl lasen sich im Frieden würden: 3 Unterofiziere, 45 Fahrer und 6 Begleitmannschaften, bei Manövern und dergleichen recht viel Gelegenheiten finden, Abonnementspreis pro Quartal 1 Mark 65 Pfg., expl. 42 Pfg. Bestellgeld wenn durch die Post bezogen. Erscheint an jedem Wochentag. Wöchentliche Gratisbeilage:„Illustrierter Familienfreund. 34. Jahrgang. der Fürst ist noch immer gezwungen, den ziemlich gebrauchsunfähigen Arm in der Binde zu tragen. Aus Algier wird gemeldet, daß der deutsche Dampfer „Gera" mit dem Feldmarschall Grafen Waldersee an Bord in dem dortigen Hafen eingetroffen ist. Die„Gera", welche im Mittelländischen Meer bei ruhiger See eine angenehme Fahrt hatte, holte den Bewegungskriege sein, denen ein möglichst guter Zustand der am 26. Juli, vormittags die heimkehrene Panzerdivision ein. Straßen den besten Untergrund giebt. Daher wird sich keine Feldmarschall Graf v. Waldersee ließ derselben durch Flaggsignale ung durch Veröffentlichung in der„Schwerter Zeitung" rechtsverbindliche Kraft. Schwerte, Mittwoch, 51. Juli Inwieweit die Armierung der Festungen sich der Motoren bedienen kann, dürfte ganz von den örtlichen Verhältnissen abhängen und müßte für jede Festung festgestellt werden. Schließlich möchte dem Gebrauch der Automobile für einen Zweck hier auf das wärmste das Wort geredet werden, nämlich zu dem der Wegebesserung. Alle rationellen Kriege der Zukunft wereine Hurunft, Aber auch die Versuche, dossetpes. zit bezahlter machen, als die der Instandhaltung der Wege. herzl. Grüße u. glückl. Jahrt wünschen. Auf demselben Wege dankte var au machen, sind in volem Gange., Die Bir meinen, daß in diesem Sinne die Konstruktion schwerer Kontreadmiral Geißler und wünschte der„Gera“ glückliche Heimder Verteyrstruppen in mir diesen beauftragt, Automobile, welche gleichzeitig als Walzen dienen, eine recht bee kehr. Beim Herannahen der„Gera“ formierte die Panzerdivision Automobile, welche gleichzeitig als Walzen dienen, eine recht beachtenswerte Aufgabe sei. Gilt die Wegebesserung bezw. die AnWegen ja ohnehin als Pioniere. eichteren Fahrzeuge anbetrifft, sollen, so haben alle, die diese Geschwindigkeit herbei3. Diese Pferde und Menschen würden gebrauchen an Futter und Verpflegung etwa 1000 Kilogramm, die Motoren etwa den 10. Teil von diesem Gewichte an Treibstoff(Petroleum, Benzin oder Spiritus). Fraglos ist es daher, daß unter günstigen Umständen ein Ersatz der Pferdekräfte durch die Maschinen überaus vorteilhaft sein müßte. Es handelt sich um Erlangung einer nüchternen Entscheidung daher darum, die Grenzen der Brauchbarkeit der Fahrzeuge festzustellen. Wenn schon die kleineren Motore feste Straßen als Bahn erfordern, so ist dies naturgemäß bei den schweren Zugmaschinen, mit denen wir uns vorerst beschäftigen, noch mehr der Fall, sofern sie das leisten sollen, was man von ihnen verlangt. Schon die schwächeren-Brücken der Landwege werden verstärkt werden müssen, um sie tragen zu können. Die Notwendigkeit, stets die Treibstoffe bei der Hand zu haben, macht ihren Gebrauch in allen wenig kultivierten Gegenden(russische Grenze u. s. w.) zweifelhaft. In allen Bewegungskriegen aber werden sie überhaupt kaum Verwendung finden können! Auch beim Aufmarsche der Armeen möchten sie nur anter ganz besonderen Umständen eingereiht werden können. Allein es giebt eine Menge Aufgaben, die sie sehr wohl erfüllen dürften. Die Nachschübe für die Magazine werden Motoren zu erleichtern vermögen, sofern nicht die Bahnnetze dieses nicht doch viel sicherer und besser besorgen. Aber in allen den Fällen, in denen Bahnen(Tunnel) zerstört oder durch feindliche Festungen gesperrt sind, können die Umgehungen, sofern das Wegenetz dies gestattet, vorteilhaft von den Motoren besorgt werden; selbst der Bau von Umgehungsbahnen möchte zur Herbeischaffung von Material u. s. w. guten Gebrauch von der Kraft der Maschinen machen können. Möglicherweise kann sich der Festungsangriff dieser Kräfte zur Heranschaffung schweren Materials bedienen; bei dem Angriffe auf Paris wäre dieser Zuwachs an Transportmitteln sicherlich willkommen gewesen. von den Autos Gebrauch zu machen, auch im Kriege wird es ebenso sicher Perioden und Momente geben, in denen man sich sogar ein solches flinkes Gefährt herbeiwünscht. Wer aber den Ernstfall kennt, weiß, wie peinlich es schon ist, an marschierenden Truppen vorbeizureiten, und wird kaum daran zweifeln, daß schon nach den ersten Tagen die immer lästiger werdenden Maschinen still in einen Schuppen gestellt werden. In Südafrika haben sich bekanntlich Motoren auf englischer Seite nicht bewährt. Der Mangel an Wasser und die Schwierigkeit des Geländes sollen allein Schuld an dem Mißerfolge tragen. Politische Deutschland. — Von der Nordlandsfahrt des Kaisers meldet man, daß der Monarch seinen Besuch in Drontheim aufgegeben hat und an Bord der„Hohenzollern“ von Molde, wo er in diesen Tagen weilte, nach Bergen zurückkehren wird. — Der Kronprinz wird Anfangs August sein erstes Semester an der Universität Bonn beschließen und sich zunächst nach Wilhelmshöhe bei Kassel begeben, um bei der kaiserlichen Familie vorläufig Aufenthalt zu nehmen. — Am Todestage des Altreichskanzlers Fürsten Bismarck war sein Denkmal in Berlin mit Zeichen treuer Liebe und Dankbarkeit geschmückt. Die sonst an diesem Tage in der Grabeskapelle zu Friedrichruh stattfindende Trauerfeier ist diesmal auf den 1. Aug. den Geburtstag des verst. Grafen Wilhelm Bismarck, verlegt worden dem die Feier gleichfalls gelten soll. Fürst Herbert Bismarck ist vor fünf Wochen von einem giftigen Insekt in den rechten Arm gestochen worden, die Heilung macht sehr langsame Fortschritte; Kiellinie, die Besatzungen nahmen Paradeaufstellung. Sobald die „Gera" das hinterste Schiff erreicht hatte, ertönte der Salut. Unter dem Donner der Geschütze, einem dreifachen Hurrah der Mannschaft und den Klängen des Preußenmarsches fuhr die „Gera“ an den in derselben Richtung gehenden Panzern vorüber. Der Marschall nahm, an den in Rauch gehüllten Kolossen vorüberfahrend, von der Kommandobrücke der„Gera“ aus die Parade über die Panzerdivision ab, dieselbe bot einen prächtigen Anblick; das vorzügliche Aussehen der Schiffe und ihr ausgezeichnetes Manöverieren erregten allgemeine Begeisterung. Der Marschall äußerte sich erfreut über die Aufmerksamkeit des Admirals.— Am Sonnabend nachmittag wurde Malta, am Sonntag früh Biserta passiert. Die„Gera" fährt voraussichtlich nach Deutschland durch. —(Ehrung der Chinakämpfer). Auf besonderen Befehl des Kaisers sind jetzt die seinerzeit in der deutschen Gesandtschaft in Peking eingeschlossen gewesenen Mannschaften des Detachements des Oberleutnants Grafen v. Soden zu Unteroffizieren befördert worden. Auch den inzwischen zur Reserve entlassenen Leuten ist die gleiche Ehrung zu teil geworden. Wie erinnerlich, sind die so ausgezeichneten Mannschaften gelegentlich der Einweihung des Denkmals des großen Kurfürsten in Kiel für ihr tapferes Verhalten bereits mit dem Militärehrenzeichen erster Klasse dekoriert worden. — Die Unterbringung der Truppen während des Kaisermanövers bereitet der Militärbehörde zum ersten Male große Schwierigkeiten; gegenwärtig fehlen noch Quartiere für etwa 15 000 Mann. Wegen dieses Mangels hat die Behörde die Preise für Mietsquartiere ganz erheblich erhöht, von 80 Pfg. auf 1,80 und 2 Mk. täglich für den Mann. Aber trotzdem erfolgt fast kein Angebot, da die Landbesitzer mit eigenen Schwierigkeiten zu kämpfen haben und nicht in der Lage sind, noch mehr Mannschaften anzunehmen. — Eine hervorragende Radfahrer=Leistung hat Leutnant Wrobel vom Grenadierregiment König Friedrich I. aufzuweisen. Er legte die Strecke Danzig=Berlin, 491 Kilometer, mit seinem Rade in 22 Stunden 45 Minuten zurück. — An den Herrn Reichskanzler Grafen von Bülow hat ein Landwirt aus Pommern eine Eingabe gerichtet, aus der wir folgende höchst beachtenwerte, weil sachlich scharf begründete Stellen hervorheben:„Nach neuesten offiziösen Auslassungen hat es 64] Za digener Hache Phöster. Roman von L. Haidheim. eine (Nachdruck verboten.) Nie in seinem ganzen Leben hatte Burkard von Frohberg Nachricht so unerwartet und so völlig überwältigend verroffen... zuf einen Stakl zaßemken hialt die Hände Er war auf einen Stuhl gesunken, hielt die Hände vor das Gesicht geschlagen und wiegte sich wie in unbeschreiblichem Schmerz hin und her:„Joseph! Joseph! Alles, nur das nicht! nur nicht ehrlos!“ Weiter empfand er zunächst nichts, als dies: Ehrlos! und den tiefsten Jammer darüber. Nie— niemals war ihm auch nur wie ein flüchtiger Schatten einer solchen Möglichkeit in die Gedanken gekommen.,„.. 1, Ls Graßnaters herzlusUnd dann fiel ihm des Großvaters herzlose Grausamkeit gegen diesen Enkel ein— das tiefe Mitleid, das ihn bewogen an des Alten statt für des Vetters Existenz zu sorgen. Zu spät: zu Ppöt,.— Lits EErinnenene daß m unter biese. Erst ganz zuletzt kam die Erinnerung, daß er unter diesem Verbrechen schmählich an seiner Ehre geschädigt worden. Aber das betonten ja die beiden„Blutzeugen", das hatte Joseph nie geahnt. Wie dieser grenzenlose Leichtsinn ihm so ähnlich sah! „Ich gäbe viel darum, ich hätte nie erfahren was er gefehlt!“ sagte er sich ermannend und in seinen Mienen zuckte die bittere Trauer. Es war gräßlich.— Eben noch— vor einer kurzen Viertelstunde— hatte er sich dem armen Joseph so nahe gefühlt, so herzlich liebevoll, um ihn sich betrübt— und nun— sein ganzes Empfinden wandte sich von dem Toten ab. Finster, schwer bedrückt verließ er das Gemach. Sordegni wollte heimwärts— Brucheisen hatte eine ganz kurze Strecke denselben Weg mit Burkard Frohberg. So nahm er von dem ersteren Abschied, nicht einmal grüßen lassen konnte er seine Maria. Ein schrilles Klingeln an der Etagenthür berührte sie in dieser ernsten Stimmung wie ein verletzendes Getöse. Wer konnte es sein? Joseph hatte in letzter Zeit viele Freunde gehabt. Wenn man Geld hat, fehlt es daran nicht. Burkard Frohberg fuhr haftig zusammen bei dem leichten silbernen Lachen da draußen, in das sich eine grobe Männer= stimme mischte:„Ach, was, nicht zu sprechen! Für uns ist er zu sprechen, melden Sie nur—. Und während die Frauenstimme da draußen in ungenierter Weise plaudernd und lachend hörbar blieb, trat die Hauswirtin mit einer Visitenkarte ein: „Ich kann dem Herrn Grafen—? Er ist vielleicht doch ein Verwandter!" flüsterte sie erschrocken und verwirrt. Nichts in der Welt hätte Burkard von Frohbergs Gefühlen verletzender sein können, als eine solche Begegnung hier an diesem Sarge.. gi 6.... ggur atta Er wußte nie bis jetzt von seinen Nerven, hatte oft darüber gelacht, wenn andere über Nervosität klagten. Jetzt plötzlich—! Dies was er jetzt empfand, das war die höchste Nervenpein, sagte er später., gitta Frust Rerumme Grst Und wie hätte Ernst Nepomuk, Graf von Ebern, sich auch im gegenwärtigen Augenblick anders hier einführen sollen, als in seiner bekannten formlosen Weise? 11418 u Ohne auf die Rückkehr der Frau zu warten, stand er plötzlich mitten im Zimmer. Aber das Wort erstarrte ihm im Munde, als er sich Burkard und den beiden ihm ganz fremden älteren Herren gegenüber sah. Indes, das war nur sekundenlang. Er lachte spöttisch und wandte sich auf den Vorplatz zurück:„Bitte meine Gnädige, Sie treffen alte Freunde—!“ Dann sagte er kurz:„Ich sehe, Graf Ebern ist zu Haus, ihm gilt mein Besuch“ Burkard von Frohberg faßte sich schon und zwang die heiße Empörung nieder; ja ihm kam eine wilde Schadenfreude, ein boshaftes Triumphieren, welches dem Feinde die Niederlage mit Wonne gönnt. „Ja, Graf Joseph von Ebern ist zu Haus, bitte!“ sagte er scharf und laut und zeigte einladend auf die Thür zum Nebenzimmer. Ohne Antwort schritt der„Afrikaner“ darauf zu, öffnete sie und— blieb starr darin stehen, erschrocken wie wohl selten im Leben. Ein Sarg? Ein Toter? „Was soll das?“ schrie er dann grob auf und seine Augen funkelten wie Tigeraugen auf die zurückbleibenden Männer. „Das soll Sie zunächst lehren, Graf Ebern, Respekt vor fremder Häuslichkeit zu haben", trat Burkard jetzt in lodernder Wut heran, aber die Achrung vor der Heiligkeit des Todes ließ ihn dennoch die Stimme dämpfen—„und dann—“ aber nein, nein, er vermochte es nicht über sich Josephs Schmach vor diesem verachten Menschen aufzudecken, er nicht; er konnte es nicht über Der Majoratsherr sah verständnislos von dann werden diese Herren vielleicht die das Herz bringen. einem zum anderen. Gite haben—““.8 Ei wies Wt umh „Ich kann es nicht; bitte ersparen Sie mir was gesagt werden muß!“ hatte Burkard sich ihnen zugewendet, die mißfällig auf den„vornehmen Herrn“ blickten. g.Tptem Erstaumen das Und während er sprach, sah er mit dumpfem Erstaunen, daß Lenette wirklich eingetreten war, sie, deren Stimme er sofort erkannt, sie, ihm das verhaßteste Weib jetzt auf dem ganzen Erdenelsch she es e ehce e lce Eben so überrascht und doch betroffener wie er zeigen wollte, hatte der„Afrikaner" dagestanden. Er wußte es wohl selbst nicht, wie viel kleinlauter seine ungebildete Sprechweise klang, als er die Hauswirtin, die in ihrer brennenden Neugier immer noch in der offenen Thür stand, fragte:„Wann ist der— da drinnen— der Herr Graf denn gestorben“ ziw art Wartete m Lih.# m tnat in has undEine Antwort wartete er nicht ab, er trat in das andere Zimmer, dicht an den Sarg und die Frau folgte ihm auf seinen Wink. Unterdes trat Lenette zu Burkard. „Baron! Baron Frohberg, verurteilen Sie mich nicht, ich habe nicht eingewilligt, ich—. Der Herr Graf—.“... „Sie waren im Begriff mit dem Herrn Grafen da drinnen gegen mich zu konspirieren—? Ich brauche Ihre Entschuldigungen nicht, Frau Mertoni—!“ wies er sie eisig kalt zurück. „Mertoni?“ wiederholte Brucheisen überrascht und sah Lenette groß und fragend an, in deren Gesicht sich der tödlichste Schrecken malte.„ Kame Guskhaite „Ah, Sie kennen die— Dame, Brucheisen?“ Lenettes Augen flehten den alten Herrn unendlich beredt an:„Schweig! O, bitte schweig!“ Und Brucheisen sah ganz bestürzt— sie vollkommen verstehend, aber nicht begreifend, von ihr auf Burkard. Da trat Sordegni plötzlich entschlossen vor. „Mir scheint, wir haben Ursache uns zu dieser Begegnung zu gratulieren, Baron Frohberg. Herr Brucheisen kennt, offenbar die Dame unter einem anderen Namen— und dieser andere ist uns bochwichtig.“, 62 421 Su Samit „Allerdings— allerdings— aber mir scheint Frau Konitzky sieht es nicht gern—. den Anschein, als ob die Bestimmungen über die Einfuhr von Vieh und Fleisch nach dem neuen Fleischbeschaugesetz sobald noch nicht in Kraft treten sollen. Ew. Excellenz erlaube ich mir daher ganz ergebenst aufmerksam zu machen, daß in diesem Hinausschieben der Gesetzesdurchführung eine außerordentlich große Härte für die deutsche Landwirtschaft liegt. Bekanntlich sind alle Landwirte des Ostens durch die bereits zum zweiten Male herrschende Dürre, sowie durch das Ausfrieren der Winterung in ihren Futtermitteln derart beschränkt, daß in diesem Herbst, vor dem Einstellen des Viehs, ein Abstoßen größerer Viehmassen unvermeidlich sein wird. Was eine solche Verringerung des Viehstandes für eine Wirtschaft bedeutet, werden Erzellenz selbst ermessen können. Noch schlimmer gestaltet sich diese Kalamität jedoch wenn wir einen durch ausländische Ware überfüllten Fleischmarkt schon jetzt vor uns sehen, wo doch immerhin noch viele Besitzer mit Hülfe der Weide ihren Viehbestand vorerst noch zu erhalten und zu nutzen trachten. Die Viehpreise, namentlich für Magervieh in den östlichen Provinzen, werden im Herbst rapide stürzen; schon im letzten Herbst war Magervieh beinah unverkäuflich, obwohl die Futternot damals noch nicht so umfangreich war. Es wäre also im Interesse der gesamten, schwer notleidenden Landwirtschaft dringend erwünscht, jede Maßregel so schnell als möglich in Kraft treten zu lassen, noch vor dem 1. Oktober, die einer Ueberfüllung des deutschen Marktes mit ausländischem Fleische entgegen zu wirken geeignet ist. Das Gesetz verbietet die Einfuhr von Würsten aller Art! Das Gesetz gestattet jedoch die Einfuhr von Pökelfleisch in Stücken von 4 Kilogramm. Schon jetzt arbeiten mehrere Fabriken des Inlandes an der Umgeyung des Gesetzes, indem sie Fleischstücke und Därme getrennt einführen und die aus sanitären Gründen verbotene Wurst aus demselben sanitär gefährlichen und bisher unkontrollierten Material einfach im Inlande fertig stellen.“ — Der Mißwachs des laufenden Jahres, welcher leider große Teile des nordöstlichen Deutschlands und Deutschlands überhaupt betroffen hat, und der durch die Dürre der letzten Wochen sich noch wesentlich steigerte, wird, so schreibt die Deutsche LandwirtschaftsGesellschaft, noch auf fünf Jahre hinaus die Landwirtschaft schwer belasten. Abgesehen von dem Geldmangel, der durch den Ausfall des Verkaufs von Getreide eintreten muß, macht sich der Stroh= und Futtermangel in der empfindlichsten Weise geltend, so daß schon öffentliche Kredite in Anspruch genommen sind. Es handelt sich darum, die Einkäufe von Stroh und Futtermitteln so einzurichten, daß eine gute Verteilung von Angebot und Nachfrage eintritt, wie dies durch eine gewisse Zentralisierung der Einkäufe stattfinden kann. Die in den meisten Teilen Deutschlands thätigen Genossenschaften werden gern die Aufgabe übernehmen, hier hilfreich einzutreten, ebenso hat, auch die Deutsche Landwirtschafts=Gesellschaft in ihren Dünger=, Futter= und Saatstellen Einrichtungen geschaffen, welche in dieser Zeit der Not sich als zuverlässige Vermittelungsstellen ebenso wieder bewähren werden, wie das bereits in dem für Mittel= und Süddeutschland besonders empfindlichen Notstandsjahre 1893 der Fall war. — Der Schützengilde zu Patschkau in Schlesien hat der Kaiser aus Anlaß ihres demnächstigen 250jährigen Jubiläums einen massiven goldenen Schützenadler als Ehrengeschenl übersenden lassen. England und Transvaal. + Ueber den Eindruck des zweiten Bureneinfalls in die Kapkolonie wird aus Kapstadt geschrieben:„Ein gewaltiger Schrecken jagt durch das Land, seitdem die Buren aufs Neue in die Kapkolonie eingebrochen sind; dieses Mal sieht es anders aus als bei der ersten Invasion, die mehr oder weniger als mißglückter Versuch gelten konnte. Was die Sache jetzt so drohend gestaltet, ist die unleugbare Thatsache, daß sich die Stammesgenossen der Buren in der nördlichen und zentralen Kapkolonie nicht mehr vereinzelt oder nur in ihren minderwertigen Elementen erheben, sondern in großen Massen und in immer kühner werdender Form. Die englischen Behörden beginnen bereits Statistik darüber zu führen, wie hoch die Anzahl der„Rebellen“ in den einzelnen Orten und Gegenden angewachsen sei, was sich nach der Menge der einzelnen verlassenen Gehöfte und Wohnungen feststellen läßt, und die Ziffern der Erhebungen sind einblutiges„Menetekel.“ Die Buren treten nicht mehr auf als scheues Gesindel, das vor dem englischen Soldaten flieht und nur Nachts auf Raub auszieht; der Burenrebell dieser z weiten Invasion kommt in der Uniform eines schneidigen Kriegers, auf gut genährten Pferden, mit ritterlichen Manieren gegen die Bevölkerung und absoluter Verachtung seines englischen Gegner. Er fühlt sich Herr im Lande, reitet frank und frei umher, ruft den Engländer zur offenen Feldschlacht heraus, und erläßt nicht selten dem englischen Kommandanten dieser oder jener Garnison Vorschriften, die dieser zu befolgen hat, wenn er nicht Unheil über seinen Ort bringen will. Ein drastisches Beispiel hierzu liefern die Vorgänge in Murraysburg, einem Ort mit ziemlich starker englischer Besatzung, welche gleichzeitig die Aufgabe hatte, auch die Nachbarschaft gegen die Buren zu beschützen. Die Streifzüge derselben wurden den Buren lästig, daher verfügten sie, die Engländer sollten fein in ihrem Orte bleiben und das Umherstreifen sein lassen, da die Buren sonst den Ort, sobald sie ihn abermals von englischem Militär entblößt fänden, zur Hälfte niederbrennen würden. Die Engländer mißachteten diese Verordnung, und, wie angedroht, brannten die Buren bei ihrem nächsten Besuche alle öffentlichen Gebäude nieder! +(Die Buren in der Offensive). Die kleineren und größeren Erfolge der Buren mehren sich neuerdings mit jedem Tage, während es den Engländern immer schwerer wird, irgend einen entscheidenden Schlag gegen ihre Feinde zu führen oder sie durch ihre Operationen dauernd zu schädigen und lahm zu legen. Ueber Lourenzo Marques wird ein neuer kühner Handstreich der Buren gemeldet, der in jeder Weise erfolgreich gewesen ist und den Engländern schweren Schaden zugefügt hat. Dieses Mal ist es der östlichste Teil des Kriegsschauplatzes, auf dem die Transvaaler den Engländern einen neuen Beweis ihrer unermüdlichen Aktivität erbracht haben. Die Brigade des Generals Stephenson, die das Swazigebiet sichern und von den Buren„säubern“ sollte, hielt die Stadt Bremersdorp besetzt und sah sich in überraschender Weise von einer überlegenen Streitmacht der Buren angegriffen, die den Ansturm auf die Stadt solange wiederholte, bis die Engländer gezwungen waren, den Ort zu räumen und sich in schleuniger Klucht auf den Maputafluß zurückzuziehen, wobei sie jedoch viele Vorräte, Waffen und Munition sowie zahlreiche Verwundete und unverwundete Gefangene in den Händen der Buren lassen mußten, Dieser Erfolg beweist aufs neue, daß die Buren längst nicht mehr davor zurückschrecken, britische Truppen in sicheren Stellungen und selbst in Städten anzugreifen, und auch genügend Ausdauer und Disziplin an den Tag legen, um einen solchen Sturmangriff erfolgreich durchzuführen. Damit nicht genug, haben in diesem Falle die Transvaaler sogar den energischen Versuch gemacht, ihren Sieg nach Kräften auszunutzen und dem fliehenden Feinde soviel Schaden als möglich zuzufügen. Wie eine Meldung des Lord Kitchener besagt, mußte die zurückweichende britische Truppe auf eine Strecke von mehr als 16 Meilen sich fortwährend gegen die verfolgenden Buren verteidigen, wobei sie noch schwere Verluste an Toten, Verwundeten und Gefangenen erlitt.— Je länger der Krieg dauert, desto mehr soldatische Schulung eignen sich die Buren an. + Der Mayor von Kapstadt stellte an General Kitchener die Bitte, die Herzog Edinburgh Freiwilligen aus dem aktiven Dienste zu entlassen, nachdem diese bereits 20 Monate ununterbrochen im Dienste seien. Lord Kitchener antwortete, daß mit Rücksicht auf die unsicheren Zustände in der Kapkolonie eine Reduktion der Verteidigungstruppe nicht möglich sei, und daß die Freiwilligen benötigt werden, um kleine Trupps der Buren an Einfällen in die oberen Distrikte der Kolonie zu verhindern. Einige dieser Trupps wurden in letzter Zeit in der Nähe von Cradock, Jamestown, Molteno und Burhersdorp gesehen. + Aus Pretoria wird gemeldet: Englische Soldaten überraschten die Buren in den Höhlen des Lydenburger Bezirks. Die Buren flüchteten mit Hinterlassung von Vorräten an Nahrungsmitteln, Seidenstoffen etc., die sie da unter der Erde verborgen hatten. 7•— + Kommandant Kruitzinger hat am 10. Juni folgende Proklamation erlassen:„Da ich vernommen habe, daß durch die britischen Kommandanten in verschiedenen Distrikten der Kapkolonie bekannt gegeben wurde, daß u. a. alles Futter, Mehl, Getreide, Mielis nach den Dörfern oder Stationen übergeführt oder, falls es nicht transportiert werden kann, verbrannt werden muß, um dadurch das Land von allem zu entblößen; daß alle Pferde nach den Lagern gebracht, daß alle Bewegungen der föderierten Mächte den englischen Behörden rapportiert werden müssen — so proklamiere und beschließe ich, Pieter Hendrick Kruitzinger, Oberkommandant und Oberbefehlshaber der Truppenmacht des Oranje=Freistaats, die in der Kapkolonie kämpft, unter Bezugnahme auf die Annektion gewisser Distrikte in der Kapkolonie, laut Proklamation vom November 1899, welche noch in Kraft ist, daß aus keinem der durch meine Truppen besetzten Distrikte irgend etwas entfernt werden darf. Es ist verboten, Mielies, Getreide oder Eßwaren na chdurch englische Truppen besetzten Dörfern oder Stationen zu transportieren oder Vorräte zu verbrennen. Kein Pferd darf von einem Hof entfernt werden. Wer diesem Befehl zuwider handelt, wird mit Konfiszierung seiner Habe oder nach dem Urteilsspruch meiner Offiziere bestraft. Wer den englischen Truppen Mitteilungen über unsere Bewegungen macht, wird zur Zahlung von 50 Pfd. Sterling oder mit 3 Monaten Gefängnis bestraft. Kaffern oder Mischlinge, welche ohne Erlaubnis ihres„Baas“ den Engländern Rapporte über unsere Bewegungen bringen, werden erschossen.— Man sieht aus der selbstbewußten Sprache Kruitzingers, daß die Buren sich nicht nur als die thatsächlichen, sondern als die rechtmäßigen Herren eines großen Teiles der Kapkolonie betrachten. + Von weiteren Aeußerungen des französischen Gesandten Pichon wird berichtet: Bezüglich des Barons von Ketteler wiederholte Herr Pichon, daß er zu vertrauensselig war und die Boxerbewegung nicht in ihrer ganzen Gefahr erkannte.„Er ist seiner Unvorsichtigkeit zum Opfer gefallen. Ich hatte persönlich meine ganze Ueberredungskraft aufgeboten, um ihn zu verhindern, sich allein und ohne Eskorte nach dem Tsung=Li=Yamen zu begeben. Ich versuchte, ihm zu beweisen, daß die elementarste Vorsicht außergewöhnliche Maßregeln geböte. Der Baron wollte aber von alledem nichts wissen. Er antwortete mir, er sei gewohnt, sich allein mit seinem Dolmetscher nach dem Tsung=Li=Yamen zu begeben und die Umstände erschienen ihm nicht hinreichend ernst, um seine Taktik zu ändern. Das war sein Verderben. Am Tage zuvor hatte der Prinz Tuan reguläre Truppen in einen Polizeiposten an der Ecke einer Straße eingestellt, die in die der Gesandtschaften einlief, und seinen Soldaten Befehl erteilt, den ersten Europäer, der vorüberkommen würde, zu töten. Der Baron von Ketteler war der Unglückliche, den dieser Befehl treffen sollte. Wir anderen sind mit blauem Auge davongekommen. Die Ermordung Herrn von Kettelers fand um 9 Uhr morgens statt. Alle anderen Vertreter der Mächte wären brieflich ersucht worden, sich um 10 Uhr zu der Versamlung zu begeben. Der Tod des deutschen Gesandten jagte nun aber zweifellos dem Tsung=Li=Yamen großen Schrecken ein und der Einberufungsbrief wurde uns nicht ausgehändigt. Wir erfuhren das alles erst später.— Herr Pichon ist, wie bereits erwähnt, recht optimistisch hinsichtlich der Regelung der Differenzen mit China und der Entwickelung der Dinge im Reiche der Mitte und demgegenüber muß man sich allerdings abwartend verhalten.„China kann zahlen, erklärte er dem erst kürzlich aus Ostasien zurügekehrten Journalisten Maurice Gaudolphe, der ihn im Auftrage des„Gaulois“ ausfragte,„und wir haben auch heuteskein Recht mehr, an seinem guten Willen zu zweifeln. Ich hatte die Genugtuung, unter der Kontrolle der französischen Gesandtschaften einen Teil der den Missionen und eingeborenen Christen geschuldeten Indemitäten bereits regeln zu sehen. Ein besonderer Agent Tsche U Fu, ehemaliger Schatzmeister von Se schuen, war von China mit der Regelung der MissionsAngelegenheiten beauftragt worden. Er hat sich redlich Mühe gegeben, mit Mgr. Favico, der bezüglich aller katholischen Missionen verhandelte, zu einer Verständigung zu gelangen. Li=HungTschang ist immer noch der Alte. Am Tage nach dem Brande des deutschen Hauptquartiers erklärte er mit größter Seelenruhe: „Das ist der Geist des Großschatzmeister Ting, der sich rächt, weil er von den Verbündeten in Paotingfu hingerichtet wurde."— Schließlich gab Herr Pichon seiner Ueberzeugung dahin Ausdruck, daß der Kaiser voraussichtlich im Herbst nach Peking zurückkehren werde. Die Times bringt fortgesetzt Alarmnachrichten aus China. Jetzt meldet sie aus Peking: Die Chinesen warten gespannt die Wirkung der tibetanischen Gesandtschaft nach Petersburg ab. Sie erkennen, daß dies Ränkespiel mit einer Macht, welche nominell China untergeben ist, den Zweck hat, die russische diplomatische Aktion zu stärken und ihre Macht der Ueberredung zu erhöhen, wenn die mandschurische Frage wieder aufgerollt wird, was in Kürze geschehen wird.(Es will uns scheinen, als ob die Engländer weit„gespannter warten“ als die Chinesen.— Red.) Lokales. Stadt und Kreis. ** Schwerte, 30. Juli. Die Monatsversammlung des evangelischen Arbeiter= und Bürgervereins, welche am Sonntag im großen Saale des Herrn Hagemann stattfand, war sehr gut besucht. Es wurde beschlossen, sich bei Gelegenheit der Hohensyburg=Feier an der Spalierbildung zu beteiligen. Anmeldungen hierzu sind bis spätestens Sonnabend bei den Herren Hagemann. Böhmer, Michel(Nickelwalzwerk) und Schulte(Eisenindustrie anzubringen. Man hofft auf eine Beteiligung von mindestens 400 Mann. Der Abmarsch nach Hohensyburg soll morgens früh über Buchholz erfolgen. Für die evangelischen Arbeitervereine ist eine Strecke in Länge von 500 Metern an der Provinzialstraße Herdecke=Unna, auf Ahleberg zuführend, in Aussicht genommen, beginnend etwa 250 Meter von der Kaiser Friedrich=Eiche in Syburg. Bei gedrängter Aufstellung in zweigliedrigen Reihen auf jeder Seite des Weges werden etwa 4000 Mann dort zur Aufstellung gelangen.— Herr Hüsecken machte ferner noch Mitteilungen aus dem Gesamtverbande, welche unseren Lesern bereits bekannt sint, während Herr Michel über die Vorgänge in Speyer berichtete Mit einem Hoch auf den Kaiser wurde die Versammlung geschlossen. * * Schwerte, 31. Juli. Der Arbeiter Sch. hierselbst warf nächtlicherweile mit großen Steinen seinem Bruder die Fenstern ein. Ein Stein traf das Kinderbett, doch glücklicherweise ohne jemand zu verletzen. ** Die 2. diesjährige Verbands=Sitzung der Kutscher= und Fuhrleute=Vereinigungen von Rheinland und Westfalen fand am Sonntag in Elberfeld statt. Eine längere Debatte entspann sich über die Frage, ob das Sterbegeld auch den Hinterbliebenen von Selbstmördern ausgezahlt werden solle. Auf Antrag Engstenberg=Iserlohn wurde der Vorstand ermächtigt, dasselbe auszubezahlen, denn solche Familien würden in eine große Notlage versetzt. Bei solchen Fällen zöge sich die Wohlthätigkeit zurück, und da sei es besondere Pflicht, den Hinterbliebenen zu helfen. Der Antrag wurde mit allen gegen eine Stimme angenommen. Das Verbandsfest für nächstes Jahr wird in Lüdenscheid gefeiert werden. ** Der 19. allgemeine deutsche Musikverbandstag findet zur Zeit in Halle a S. statt. Nach dem Geschäftsbericht zählt der in Berlin domizilierende Verband 148 Lokalvereine mit 9235 Mitgliedern. Außerdem gehören ihm 1794 Einzelpersonen an. Neu. hinzugetreten sind 1183 Mitglieder. An Sterbeunterstützungen wurden 11,271 Mark gezahlt, an sonstigen Unterstützungen an hilfsbedürftige Mitglieder 2153 Mark. Die Gesamteinnahmen der Verbandskasse betrugen 42,324 Mark, die Ausgaben 38,989 Mark. Das Stellenvermittelungsbureau hatte 1860 Mark Ein= nahmen und 910 Mark Ausgaben. Das Verbandsorgan, die„Allgemeine Musiker=Zeitung", erforderte einen Zuschuß von 595/1 Mark. Das Rechtsschutzkonto ist mit 2756 Mark belastet. Das Gesamtvermögen des Verbandes stieg im verflossenen Geschäftsjahre von 70,586 Mark auf 76,425 Mark. Der Pensionskasse sind 74 Lokalverbände angeschlossen. Die Einnahmen der Kasse betrugen 443,710 Mark, die Ausgaben 440,004 Mark. Das Vermögen der Kasse stieg von 1,582,574 Mark auf 1,613,920 Mark. ** Auf der Tagesordnung des deutschen Uhrmächertages. der vom 18. bis 20. August in Berlin stattfindet, stehen Anträge betr. die Lehrlingsprüfung, Einführung eines Meisterstücks, Bekämpfung des Uhrenhausierhandels, der schwindelhaften Ausverkäufe und ein Preisausschrieben für Zimmeruhren. ** Eine schärfere Kontrolle der Fahrkarten hat die preußische Staatsbahnverwaltung nach Einführung der verlängerten Geltungsdauer der Rückfahrkarten angeordnet. Um die mehrfache Verwendung der Fahrkarten zu verhüten, soll in allen durchgehenden Zügen(trotz der Bahnsteigsperre!) ausnahmslos eine strenge Fahrkarten=Prüfung stattfinden, soweit irgend möglich auch in den Zügen mit Abteilwagen. Unter allen Umständen soll vermieden werden, daß Reisende bei Antritt der Fahrt oder auf der Rückreise die Bahnsteigsperre passieren ohne daß ihre Fahrkarte durchlocht wird. In allen Fällen der mißbräuchlichen Benutzung von Fahrkarten endlich wird die zuständige Verkehrsinspektion augewiesen, gegen die Thäter sofort und unnachsichtlich Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft zu erstatten. ** Bei der Urlaubserteilung an Postbeamte hat die Reichspostverwaltung mit erheblichen Schwierigkeiten hinsichtlich der Stellvertretung zu kämpfen. Die Verwaltung beabsichtigt nunmehr, neben dem Sommerurlaub noch einen Winterurlaub. einzuführen, so daß die Stellvertretung auf das ganze verteilt werden könnte. Nach Durchführung dieser Neuerung würden die Beamten in dem einen Jahr Sommerurlaub, in dem anderen Winterurlaub erhalten. ** Eine ernste Warnung für junge Leute, welche sich durch Auswanderung dem Militärdienste entziehen zu können meinen, enthält das scharfe Vorgehen deutscher Staatsbehörden, wenn solche Personen nach Jahren in die Heimat zurückkehren. Auch wenn die damalige Entziehung vom Militärdienste resp. die Strafe verjährt ist, selbst dann, wenn der Betreffende eine andere Staatsangehörigkeit gewonnen hat, ist er nicht gegen die Folgen seines einstigen Jugendstreiches gesichert. Er wird dann als„lästiger Ausländer“ wie der Ausdruck lautet, schonungslos ausgewiesen; alle Bitten, Beschwerden und Prozesse helfen dagegen nichts. Man kann gern zugeben, daß in einzelnen Fällen eine solche Ausweisung recht hart erscheint, aber auf der anderen Seite ist zu bedenken, daß mancher junge Mann sich fidel auf den Weg machen und auswandern würde, um das Gewehr nicht tragen zu müssen, wenn für solche Drückeberger allzu große Milde herrschte. Man überlege sich also solches jugendliches Wagnis zweimal, denn unter den Folgen hat man nicht nur selbst, sondern auch die Angehörigen oft schwer zu leiden. ** Ueber die ministeriellen Vorschläge betreffs der Beschäftigung von Kindern in Fabriken kann die„Nat. Ztg.“ einige Mitteilungen machen, aus denen hervorgeht, daß Kinder in Betrieben mit schwerer Arbeit überhaupt nicht beschäftigt werden dürfen; in solchen mit leichterer Arbeit dürfen Kinder über 12 Jahren täglich 4 Stunden, und zwar in der Zeit von 8 Uhr morgens bis 8 Uhr abends beschäftigt werden. Für die Beschäftigung beim Austragen von Zeitungen etc. soll wegen der im allgemeinen leichteren Arbeit die Altersgrenze auf das 10. Lebensjahr festgesetzt werden. Sehr eingehende Bestimmungen sind über die Beschäftigung der Kinder im Hausierhandel zu erwarten. Die Wasserwerke der Ruhr. Der niedrige Wasserstand der Ruhr, der in früheren Jahrhunderten und selbst Jahrzehnten sich weniger fühlbar machte, wird seit Anlage der Wasserwerke als ein sehr schwerer Uebelstand empfunden, um so mehr, als der Wassermangel zu einer Zeit des Jahres auftritt, wo Wasser am meisten gebraucht wird. Beweglich sind die Klagen, welche in Dortmund, Altena und Barmen über die Wassernot laut werden. Aus Dortmund wird geschrieben: Die Ruhr ist so seicht, daß das Wasserwerk nur mit der größten Mühe und unter Anwendung von Stauvorrichtungen, imstande ist, die für die angeschlossenen Ortschaften erforderlichen Wassermengen zu schaffen. Das Wasser war demzufolge in der letzten Zeit recht trübe, was darauf hinweist, daß die Maschinen mit aller Kraft das wenig vorhandene Wasser aufsaugen und dadurch Schlamm mit hereingesogen wird, was sich bei uns recht fühlbar macht, weil wir das Wasser nicht aus einem Sammelbassin, sondern direkt aus der dorthin führenden Druckleitung erhalten. Die Brunnen vieler Grundstücke sind versiegt, verschiedene haben tiefer getrieben werden müssen, um das notwendigste Wasser zu bekommen. Die anhaltend drückende Hitze hat die Menschen sehr angegriffen und die Luft verschlechtert, sodaß Krankheiten in bisher noch nicht dagewesener Höhe auftreten. Unter den Kindern scheint ein Würgengel umzugehen. Scharlach, Diphtherie und Darmkatarrhe sind an der Tagesordnung— in einzelnen Fällen tritt auch die Ruhr auf— und fordern einzeln oder gemeinschaftlich unerhörte Opfer; in verschiedenen Familien sind drei, vier, ja fünf Kinder den tückischen Krankheiten zum Opfer gefallen, meist tritt der Tod binnen wenigen Stunden ein; alle ärztliche Kunst versagt. Seit Tagen türmen sich Gewitterwolken auf und Mensch wie Vieh hofft auf einen erquickenden Regen, aber vergebens. Die Wolken verschwinden und wir schmachten weiter. Aus Barmen liegt folgender Bericht vor: Die Frage der Wasserversorgung unserer Stadt ist erneut in den Vordergrund des öffentlichen Interesses gerückt worden. Barmen bezieht zur Zeit sein Wasser aus im Ruhrgebiet angelegten Brunnen, verwendet also für Trink= und Industriezwecke ausschließlich Grundwasser, Seit Jahren hat sich aber herausgestellt, daß diese Brunnen nicht mehr im Stande sind, den Bedarf für die sich schnell vergrößernde Stadt zu decken. Die Stadtverwaltung trat daher im Jahre 1896 mit einem Thalsperrenprojekt hervor, und die Stadtverordneten=Versammlung beschloß zu Anfang des Jahres 1897, eine Thalsperre behufs Versorgung Barmens mit Wasser bei Herbringhausen anzulegen. Die Anlage ist fertiggestellt; sie kann jedoch nicht in Betrieb genommen werden, da heftig gegen die Benutzung des Sperrenwassers zu Trinkzwecken agitiert wird. Der Civilingenieur und Wasserbautechniker Hermann Glaß erhob nämlich in einer Broschüre eine Reihe schwerwiegender Bedenken gegen die geplante Vermischung des Sperrwassers mit dem bisher benutzten Grundwasser, indem er auf die Verunreinigung des Sperrweihers durch die Abwässer der in der Nähe des Beckens belegenen Gehöfte und durch den Abfluß der zum Düngen der Felder benutzten Jauche hinwies, eine Verunreinigung, die trotz möglichst sorgfältiger Filtration Krankheiten, namentlich nach sich ziehen müsse. Glaß stützte seine Ausführungen u. a. auf Untersuchungen, die der bekannte Hygieniker Prof. Fränkel angestellt hat, und auf Erfahrungen, die in anderen Städten in dieser Hinsicht gemacht worden sind. Er fordert, daß zwei getrennte Rohrnetze gelegt werden, eins für Trinkzwecke, für das ausschließlich das jetzt benutzte Grundwasser der Brunnen im Ruhrgebiet verwendet, und eins für Industriezwecke, das nur mit Sperrenwasser gespeist werden soll. Die von Glaß geltend gemachten Bedenken führten dazu, daß die Stadtverwaltung von dem Stadtbaurat Schülke, dem Erbauer der Herbringhauser Thalsperre, eine Gegenbroschüre verfassen ließ, in der versucht wurde, die Ausführungen Glaß' zu widerlegen, und weiterhin klargelegt wurde, daß die Legung von zwei getrennten Rohrnetzen sehr bedeutende Mehrkosten erfordern würde.(!). Außerdem beauftragte die Stadtverwaltung den Bonner Prof. Kruse mit der Abgabe eines Gutachtens über die Beschaffenheit des Herbringhauser Thalsperrenwassers. Prof. Kruse nimmt einen dem Prof. Fränkel entgegengesetzten Standpunkt in dieser Frage ein. Die Stadtverordneten, um sicher zu gehen, beabsichtigen nun, ein Obergutachten der Centralstelle für Wasseruntersuchung und Abwässerbeseitigung einzuholen, damit die Stadt für den Fall, daß sich aus der Benutzung des Sperrenwassers zu Trinkzwecken Gesundheitsschädigungen für die Konsumenten ergeben sollten, nach jeder Richtung gedeckt ist. Diesem Wunsche wird zweifellos stattgegeben werden, und damit dann die Frage der Wasserversorgung unserer Stadt ihre endgiltige Erledigung finden. Aus Altena wird endlich geschrieben: Welchen Umfang die herrschende Dürre im Sauerlande angenommen hat, mag man daraus ersehen, daß auch die Fuelbecker Thalsperre nicht mehr Wasser genug enthält, um den tiefer gelegenen Fabriken regelmäßig Wasser liefern zu können. Diese sind gezwungen, mit Unterbrechungen zu arbeiten. Der augenblicklich nur geringe Zufluß zur Sperre wird fast völlig zur Speisung der Wasserleitung der Stadt Altena gebraucht. Seit dem Bestehen der Thalsperre tritt dieser Fall zum ersten Male ein. ** Geisecke, 31. Juli. Heute, Mittwoch, nachmittag unternehmen die Offiziere des Iserlohner Schützen=Veereins, teils zu Pferd, teils zu Wagen, einen Ausflug nach dem hiesigen Wellenbad. ** Sölde, 31. Juli. Zur Verhaft ung des Rittergutssein, da in beiden Fällen das Vermögen vielfach überschätzt wor= wiederholte sich einige Tage später. Es zogen nach Eintritt den ist. Otto scheint über ein erhebliches Barvermögen überhaupt der Dunkelheit mehr als fünfzig Mann vor die Besitzung Buligs .. 4„ Fahen und des Vermögen Schielze=Dollwigs Die Menge zertrümmerte die Sperre und richtete an Haus Dn Wrrnge geretummiie, en Opelig und Wchlelt I. Haus und Hof durch Steinwürfe großen Schaden an. Die Folge war eine Anklage wegen Landfriedensbruchs. In der gestrigen Verhandlung wurde die Hälfte der Angeschuldigten freigesprochen. Drei Hauptthäter, darunter ein Sohn des Ortsvorstehers Hoff, erhielten je 6 Monate, zwei je 4 Monate, drei je 3 Monate Gefängnis. Der Polizeidiener Esser. der auch reim zweiten nicht verfuge zu paben, und das Vermögen Schulze=Dellvigs wurde bis vor kurzem auf rund sieben bis acht Millionen Mark angegeben. Wie verlautet, ist Herr Ehrenamtmann SchulzeRheinen mit der Abschätzung der Schulze=Dellwig'schen Vermögenswerte betraut. Ob die Angelegenheit noch weitere Kreise zieht, entzieht sich augenblicklich noch der Beurteilung. Gesängnis. Der Polizeidiener Esser. der auch Hörde, 29. Jul. Zum Kaiserbesuch auf Hohensyburg Krawall nicht eingeschritten war, wurde entlassen. wollen die größeren Werke des Kreises ihren Betrieb einstellen, um den Arbeitern eine Teilnahme an der Feier zu ermöglichen. An die betr. Werkleitung ist das Grsuchen gerichtet, ihren Arbeitern die dadurch ausfallenden Schichten nicht in Abzug zu bringen. Hörde, 29. Juli.(Personalien). An der katholischen Eigener der„Schwerter Hd. * Hörde, 29. Juli.(Personalien). An der katholischen lia. Berlin, 31. Juli. Wie ein Posener Blatt meldet, Schule hierselbst ist der Schulamtsbewerverin Fräulein Josefa werden nach Beschluß des polnischen Zentralwahlausschusses die Besselmann von hier eine Lehrerinstelle provisorisch übertragen Polen bei der Stichwahl im Wahlkreis Duisburg sich der Abstimworden. * Schüren, 30. Juli. Gestern ist ein neben der Schule stehendes Wohnhaus bis auf den Grund niedergebrannt. Aus Westfalen und Rheinland. mung enthalten; d. h. den Zentrumskandidaten nicht unterstützen, und zwar aus dem Grunde, weil derselbe abgelehnt hat, für Einführung des Gottesdienstes in polnischer Sprache einzutreten. Hd. Buenos Aires, 31. Juli. Aus Santiago de Chile wird berichtet, daß der Ministerpräsident der argentinischen Republik seine Demission eingereicht habe, als Protest gegen die Kriegsvorkehrungen der Regierung. Der Kongreß hat beschlossen, den über Buenos Aires verhängten Belagerungszustand aufzuheben. Hd. Oran(Algier), 31. Juli. Der 18jährige Israelit Abez ist wegen Thätlichkeiten gegen den bekannten antisemitischen Bürgermeister Max Régis vom Schwurgericht zu einem Monat Gefängnis verurteilt worden. 15 andere Israeliten erhielten aus gleichem Anlaß 3 bis 8 Tage Gefängnis oder entsprechende Geldstrafen. Hd. Konstantinopel, 30. Juli. Ein neuer Pestfall, und zwar in der Nähe der englischen Botschaft, ist hier festgestellt worden. Hd. Klagenfurt, 30. Juli. Ein junger Tourist, Johann Hohewarter, der, um Edelweiß zu pflücken, die Schwarz= steinspitzen bestieg, stürzte mehrere hundert Meter tief ab. Eine Expedition zur Bergung der Leiche ging aus Greifenburg ab. Hd. Washington, 30. Juli. Das Weterbureau meldet: Die Trockenheit und Hitze im Maisgebiet ist vorüber. Hd. Berlin, 31. Juli. Aus Transvaal kommt die Nachricht, daß die Missionsstation Botschabelo der MissionsgesellBerlin l in Südtransvaal von den Engländern aufgehoben ist. Die Missionare und die ganze Gemeinde wurden zwangsweise nach Middelburg gebracht. Die Missionsgebäude sind ohne Schutz. Hd. Djbuti, 31. Juli. Der Gesundheitszustand des Königs Menelik von Abessynien soll Anlaß zu Besorgnissen geben. Hohensyburgfeier zur Kenntnis gebracht. Es meldeten sich sofort] IId. Algier, 31. Juli. Wie der Adjutant des Grafen gegen 100 Mitglieder und sollen, wie vom Vorstande mitgeteilt Waldersee erklärte, wird das deutsche Geschwader sowohl GibralDortmund, 31. Juli. Anläßlich der Feier seiner 25jährigen Mitgliedschaft ist dem Oberstleutnant Herz vom munder Kriegerverein eine künstlerisch ausgeführte Adresse überreicht worden. Dortmund, 29. Juli. Die Folgen der jüngsten Bankkrache machen sich in einer starken Beunruhigung des Publikums, die zum Teil panikartige Erscheinungen zeitigt, auch in unserer Stadt geltend. Die hiesigen Banken werden sehr stark durch Rückforderungen eingezahlter Gelder in Anspruch genommen. So zahlte am Freitag ein hiesiges Bank=Institut 500000 Mk., ein anderes sogar 750000 Mk. zurück. Dahingegen ist der Andrang von Einzahlern bei der städtischen Sparkasse ein sehr starker, so daß von mancher Seite Geld zu 2 Prozent angeboten wird, ohne daß dem riesigen Angebot entsprechende Nachfrage gegenüberstände. * Herbede a. d. Ruhr, 27. Juli. Eine schreckliche Szene spielte sich an der Thoreinfahrt zum Bandmann'schen Gehöfte hiers. ab. Der Knecht des Hofes wurde von dem scheu gewordenen Pferde, welches er ritt, abgeworfen und zwar so unglücklich, daß sein Körper auf die eisernen Thorspitzen flog, welche tief in den Leib eindrangen. * Unna, 29. Juli. In der Versammlung des evangelischsozialen Vereins wurde eine Einladung zur Beteiligung an der rde, vom Kreisverbande Hamm aus Schritte gethan werden, tar als Plymouth anlaufen. Im Aermelkanal wird das Geum einen Sonderzug von Hamm nach Westhofen zu erhalten. schwader von Kaiser Wilhelm empfangen werden. Der Als Delegierte zu der am 15. September in Volmarstein stattfindenden Verbands=Vorstandssitzung werden die Herren Steinhoff und Löer entsandt werden. * Menden, 30. Juli. In der letzten Stadtverordnetensitzung teilte Herr Bürgermeister Papenhausen mit, daß der Herr Regierungspräsident die Errichtung einer zweiten Apotheke in unserer Stadt nicht genehmigt habe.— Beschlossen wurde, den Titel Polizei=Sergeant in„Schutzmann" umzuändern. * Gelsenkirchen, 29. Juli. An der Einweihung des Denkmals auf Hohensyburg werden von allen Zechen der Gelsenkirchener Bergwerks=Aktiengeschaft je acht Knappen in Uniform ssirechnen.„„ * Hilgen bei Wermerlskirchen, 29. Juli. Vor kurzem /37 wurde hier ein junger Mann von einem das Geschwader nach Hamburg führen, wo eine Flottenschau stattfinden wird. Hd. Peking, 81. Juli. Ein kaiserliches Dekret betr. Reorganisation des Ministeriums des Auswärtigen ist hier eingetroffen Inhalt wie Form des Dekrets haben die Vertreter der Mächte befriedigt.— Der amerikanische Gesandte Rockhill wird Ende August heimreisen und wahrscheinlich als Lohn für seine Thätigkeit in China einen der viel begehrten diplomatischen Posten in Europa erhalten. Sein Nachfolger Conger ist bereits auf dem Wege nach Peking. Wetterbericht. wolkig, bedeckt, lebhafte Winde, de g. wunie Rehoutung bei als aber nach kurzers1. August. Veränderlich wolig, ziemlich, kühl, lebhafte maß er dem Vorfau wenig errnruo. Winde, Regenfäue und Juli. Zeit eine Blutvergiftung entstand, kam ärztliche Hilfe zu spat. Der junge Mann ist unter schrecklichen Schmerzen gestorben. Ohligs, 29. Juli. In der hiesigen Aktienbrauerei 2. August. Halbheiter, wärmer, lebhafte Winde, vielfach Gewitter. Ohligs, 29, Jusehmdn der.„äicksfal. Ein an der 3. August. Wolig, normale Wärme, schwül, strichweise ereicnere sscy ve.verheirateter Arbeiter wurde durch den elektrische Enttadungen und Regen. herabstürzenden eisernen Rahmen derart schwer verletzt, daß er besitzers Schulze=Dellwig— Sölde's beien Steuerzahlers— schreibt die„Rh. W. Ztg.“: Bereits am Samstag abend erhielten wir von verschiedenen Seiten die Mitt=„ung, daß der Rittergutsbesitzer Schulze=Dellwig verhaftet se4. Unserem Ansuchen um Aufklärung über diese Mitteilung, setzte die betr. Behörde ein stereotypes„Bedauern, keine Agskunft geben zu können,“ entgegen. Was dies eigentümlich Verhalten bezwecken soll, ist uns unverständlich. Wie wir be geits mitteilten, ist Schulze=Dellwig verhaftet worden, und##ar auf Grund des Paragraphen betr. Verschleierung. Die V erhaftung erfolgte durch Herrn Amtmann Gutjahr zu Aplerbeck in der unauffälligsten Weise; ebenso auch die Ueberführung nach K assel— vom Bahnhof Schwerte aus— durch denselben Beamten. In juristischen Kreisen wurde die Verhaftung Schulze=Dellwigs aur als eine Frage der Zeit betrachtet, weil ersz., Darf, owdt, wie die gereits früher verhafteten Aufsichtsratsmitglieder Gache aber auf von den unlar deren Machenschaften der Trebertrocknungsgesellschaft unterri htet waren bezw. unterrichtet sein mußten. Von einem außer gerichtlichen Vergleiche kann jetzt, wie Sachverständige glauben, bei Schulze=Dellwig ebenso wenig wie bei Otto die Rede ob. M.= Gkabbach., 29. Juli. Auf einem Felbe in der tötet hatte. Nach den bei der Leiche gefundenen Papieren ist der Selbstmörder ein Kaufmann Namens Gustav Nölle aus Barmen. Als Grund der That war auf einem Zettel ein sog. Amerikanisches Duell angegeben. Köln, 28. Juli. Vor dem hiesigen Krisgsgerichte hatte sich heute der Einjährigfreiwillige Sch. vogereb zut vperlegt. 7 wegen unerlaubter Entfsernung aus den zeinen Fruppentell worten. Derselbe hatte am 15. Februar 1900 seinen Truppenteil verlassen, um am Burenkriege teilzunehmen. Er war über Amsterdam nach Laurenzo Marques gefahren und von dort zu den Buren unter General Botha gestoßen. Er hatte die Kämpfe bei Johannesburg und Pretoria mitgemacht, war schließlich mit einer Truppe von 1200 Mann von den Engvortugiesisches Gebiet gedrängt worden. Die snden au e, ale internier und dann zum Terigigte Caropa geschafft. Hier stellie sich der Angeklagte, freiwilig seinem Truppenteil. Der Vertreter der Anklage beantragte geringste Strafmaß unter sich 16 Personen aus Hoven und Zülprich in nahezu Sstündiger Io 16 Perseren aud b. Gkastammer zu verantworten. Der Sitzung vor der biefitgen.u; der Streit um einen Fußpfad Hinterorurz ovenF ieser galt bisher als öffentlich und war Do Verbindung zwischen zwei Sttaßen, die das Dorf die einz ge#., Ackerer Bulig hatte, als er eine an den durchschreiten. Besitzung kaufte, den Pfad als Privatweg Fuppsg, H trotz des Widerspruchs des Gemeinderats gesperrt. ertiche vn zister Holthoff von Senzenich, der in Hoven wohnt, haf Haraufhin: Polizeidiener Esser heaustragt, die er Putte ot u und auch den Ortsbewohnern, als Bulig die 9" beseu oev,„ wiacher erneuerte und nur noch verstärkte, gleichSperre immer woreover ern v, Bei der zunehmenden Gährung lautende Weisung oeoe-gartnägigkeit Buligs wurde ihm die Dorse und be, Dader bedenklich, sodaß er es für Tüger sgrengen. Janschen aber tan a zu erster, Segalt. chätigkeiten gegen die Familie“ denen der Polzewvien, Für den redaktionellen Teil verantwortlich: Franz Miller. Bekanntmachung. Von tollen oder tollwutverdächtigen Tieren gebissene Personen, welche das Königliche Institut für Infektionskranfheiten aussuchen oder diesem zur Behandlung zugeführt werven, langen daselbst häufig mit ungereinigtem Körper und mit unsauberer Leibwäsche versehen an, auch bringen sie keine Wäsche zum Wechseln mit. Da die Behandlung im Institut in der Regel eine ambulatorische ist, bei welcher die Patienten nicht mit Anstaltswäsche versehen werden, saubere Leibwäsche aber neben körperlicher Reinen Ttuppenten flichkeit erforderlich ist, um die Entstehung von Entzündungen un er wor über Eiterungen während der Behandlegggituter zugefägtien Personen ##rt(zu halten, daß die dem gedachten Institate zugrführten Perst in reinlichem Zustande des Körpers und der Kleidung, namentlich der Leibwäsche und mit genügender Leibwäsche,(Hemden, Unterbeinkleider, St. ümpfe) zum Wechseln versehen, daselbst erscheinen. Berlin W. 64, den 22. Juni 1901. Der Minister des Innern. Bekanntmachung. ilstertse elengel eiche eaede aie der Vestchbile 5357 auf Grund der ausgefertigeg Hetregerigge trägen Reisende ausgeschickt, welche sich mehrfsach als im oenv Zur Vermeidung von Schädigungen der Grundeigentämer darauf hingewiesen, daß die angebotenen Nivellements weder im Auftrage noch unter Leitung der Königlichen Regierung zu Arnsberg ausgeführt werden, sondern daß es sich lediglich um eine Privatthätigkeit der Vermessungsgeschäfte handelt. Der Regierungs=Präsident. I. V. gei Mätter. Ueberzieher, sowie jede Reparatur, auch von nicht bei mir gekauften“ Schirmen, solid und billig. W. Hellermann, bertannt, Ostenhellweg 16. Pammetl — Moll = zu den billigsten Preisen. Palkenstells NosseSohBorehrenfeh Kusverkaur von in Kattunen, Kleiderstoffen, Weiss- und Baumwollwaren. Buchskin. 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