Insertionsgebühr für lokale Anzeigen die sechsgespaltene Zeile oder deren Raum 10 3, außerhalb 15, Reklame=Zeile 40 4. Druck und Verlag von Carl Braus in Schwerte, FernsprechAnschluß Nr. 85. Amt Hörde. Telegr.=Adr. Braus, Schwerte=Ruhr. No. 134. Die China=Denkmunze. Der„Reichsanzeiger“ veröffentlicht die vom 10. Mai, vom dreißigsten Jahrestage des Frankfurter Friedens, aus Straßburg datierte Urkunde des Kaisers, betreffend die Stiftung einer Denkmünze für die an den kriegerischen Ereignissen in Ostasien beteiligt gewesenen deutschen Streitkräfte. Verliehen wird eine Denkmünze aus Bronze und eine aus Stahl. Die Denkmünze aus Bronze erhalten: a) alle Offiziere, Sanitätsoffiziere, Beamte und Mannschaften der nach Ostasien entsandten oder bei Beginn der kriegerischen Ereignisse dort bereits anwesenden deutschen Streitkräfte; d) alle Personen nichtchinefischer Nationalität, welche zur Zeit der kriegerischen Ereignisse der Gesandtschaft in Peking oder dem Konsulat in Tientsin angehört haben und zu dieser Zeit in Peking oder Tientsin anwesend gewesen sind, desgleichen die Mitglieder der deutschen Schutzwachen in Peking und Tientsin, welche bei den Ereignissen thätig geworden sind; c) die Mitglieder der freiwilligen Krankenpflege, welche als solche von dem kaiserlichen Kommissar und Militärinspekteur der freiwilligen Krankenpflege legitimiert und die während der Dauer der kriegerischen Ereignisse auf den Gefechtsfeldern oder in den in Ostasien errichteten Kriegs= oder Feldlazaretten thätig gewesen sind. Zur Verleihung der Denkmünze aus Stahl können dem Kaiser vorgeschlagen werden: a) diejenigen Angehörigen der Armee und Marine sowie alle diejenigen Personen, welche an den Vor? bereitungen zur Aufstellung und Entsendung der ostasiatischen Streitkräfte oder während der Dauer der kriegerischen Ereignisse in außergewöhnlicher, besonders anerkennenswerter Weise im Interesse der nach Ostasien entsandten Truppen thätig gewesen sind; b) Angehörige der Besatzungen derjenigen Schiffe deutscher Rhedereien, welche ausschließlich zu dem Zweck gechartert waren, Truppen und Kriegsbedarf nach Ostasien oder von dort nach der Heimat zu befördern. Die Denkmünze zeigt auf der Vorderseite einen Adler, der einen Drachen unter seinen Fängen hält, auf der Rückseite den kaiserlichen Namenszug, darüber die Kaiserkrone und bei der Denkmünze aus Bronze die Inschrift:„Den siegreichen Streiterik 1900 China 1901; bei derjenigen aus Stahl:„Verdienst um die Erpedition nach China.“ Die Denkmünze wird auf der linken Brust an einem orangefarbenen, 36 Millimeter breiten, weißgeränderten, mit roten und schwarzen Streifen durchzogenen Bande getragen und rangiert an der Ordensschnalle unmittelbar hinter der Kriegsdenkmünze 1864. Diejenigen Besitzer der Denkmünze, welche während der kriegerischen Ereignisse in Ostasien an Gefechten etc. teilgenommen haben, sind berechtigt, auf dem Bande dieser Denkmünze für jedes der von ihnen mitgemachten und vom Kaiser zu diesem Zwecke Alle Kreis= und Lotalpolizeilichen Verordnungen etc. für den Kreis Hörde erlangen gemäß Bekanntmachung der Königl. Regierung durch Veröffentlichung in der„Schwerter Zeitung" rechtsverbindliche Kraft. Schwerte, Dienstag, 11. Juni 1901. einer Zeile zu fertigen und enthält den Namen des Ortes, an dem das Gefecht stattgefunden hat. Die Spangen sind an dem Bande so zu befestigen, daß sie wagrecht liegen. Nach dem Ableben eines Inhabers der Denkmünze verbleibt sie seinen hinterbliebenen Angehörigen. Der Kaiser behält sich vor, die Denkmünze auch den Angehörigen der außerdeutschen Kontingente, welche mit den deutschen Truppen verbündet waren, zu verleihen. Ausgeschlossen von der Verleihung der Denkmünze sind diejenigen Personen, welche während der Dauer der kriegerischen Ereignisse unter der Wirkung von Ehrenstrafen standen oder seitdem unter dieselben getreten und bis zum heutigen Tage(10. Mai) noch nicht rehabilitiert sind. Abonnementspreis pro Quartal 1 Mark 65 Pfg., egel, 42 Pfg. Bestellgeld wenn durch die Post bezogen. Erscheint jedem Wochentag. Wöchentliche Gratisbeilage:„Illustrier### Familienfreund.“ Uebersicht. Deutschland. — Vom Kaiserhofe. Der Kaiser war am Montag früh 5½ Uhr von Potsdam nach Berlin herübergekommen und hielt auf dem Tempelhofer Felde die Besichtigung des 1. und 3. Garde=Ulanen=Regiments ab, der eine Gefechtsübung bis 9 Uhr morgens folgte. Der Monarch ritt dann mit zur Kaserne des 1. Ulanen=Regiments und nahm dort das Frühstück ein, um später einen Vortrag des Grafen Bülow und der Spitzen der MarineBehörden entgegenzunehmen. Abends speiste der Monarch beim 3. Garde=Regiment und kehrte sodann nach Potsdam zurück. Heute reist der Kaiser zur Taufung des neuen Linienschiffes nach Kiel. — Bei dieser Gelegenheit wird die Mannschaft der Yacht„Hohenzollern“, auf welcher der Kaiser wohnen wird, zum ersten Male die neue Kopfbedeckung, Strohhüte nach englischem Muster, tragen. Bei Regenwetter werden diese Hüte durch einen Bezug geschützt. Der Großherzog und die Großherzogin von Baden treffen heute ebenfalls in Kiel ein. — Der„Reichsanzeiger" veröffentlicht die Ernennung des Geh. Oberpostrats Gieseke zum Direktor im Reichspostamt. — Zum Kommandeur der ostasiatischen Besatzungsbrigade ist Generalmajor(ohne Patent) v. Rohrscheidt ernannt worden. Der Brigade sind 3 Infanterie=Regimenter zugeteilt, deren jedes aus 3 Bataillonen besteht, während die bisherigen 6 Ostasiatischen Infanterie=Regimenter nur je 2 Bataillone hatten. Die Zahl der Kompagnien beträgt bei jedem Regiment, wie bisher, 9, sodaß auf jedes Bataillon 3 Kompagnien entfallen. Jedes Regiment zählt 9 Hauptleute, 34 Oberleutnants und Leutnants und 6 Sanitätsoffiziere. Kommandeur des 1. Regiments ist Oberst Graf Schlippenbach, bisher beim Stabe des Regiments; Kommandeur des 2. Regiments, der Oberst Freiherr von Ledebur, bisher Kommandeur des 3. Regiments; Kommandeur des 3. Regiments der später besonders bezeichneten Gefechte etc. eine Spange mit dem Oberst Grüber, bisher Kommandeur des 6. Regiments. Das Name des betreffenden Gefechtes zu tragen. Die Spange be= Offizierkorps des 1. Regiments ist meist dem bisherigen 1. und 2. steht aus vergoldetem Messing; der Rand und die Inschrift sind Regiment, das des 2. Regiments vorwiegend dem des 3. und 4. glatt und poliert, die Buchstaben erhaben. Die Inschrift ist in Regiments und das des 3. Regiments fast ausschließlich dem des 3 Zu eigener Hache Phater. Roman von L. Haidheim. (Nachdruck verboten.) Mesalicune datte der Bankier gesagt:„Ihr Vater hat eine #sssrücti, im Sinne des Familienstatuts geschlossen, gegen ausbruckliches Verbot des Familienhauptes—.“ „Vorwärts, alles das gilt nicht, darf nicht gelten!“ keuchte er atemlos vor Anstrengung. diesem Augenblick still und menschenleer ihm: das Kabriolett des Doktors entdeckte sein umherirrender lia ausgespannt in einer Ecke des Hofes, dort gab es in einem erhellte Fenster zu ebener Erde, hinter welchen Gestalten sich bewegten, schwarzaekleidete Frauen. in den Hals inache. 1 Pos Derzi schlug Graf Joseph bis Sollte er dort eintreten und fragen? Aber nein! Direkt aufs Ziel! Instinktiv that er dies, Par, Pu. denken vermochte er jett nicht vor übergroßer Angst. über den Hof, so lautlos er konnte. Das Schloß war von mäßiger Größe verdiente den Namen kaum, im Barockstil erbaut. Einzelne Fenster im Hochparterre und im Oberstock waren erleuchtet, die Hausthür, zu welcher eine Freitreppe führte, stand offen, im Flur hing von der Decke eine Lampe. Alles einfach und schmucklos. Als er die oberste Treppenstufe betrat, konnte er den ganzen Raum übersehen; im Hintergrunde führte eine breite Treppe nach oben, eine andere in das Souterrain und auf dieser letzteren erschienen eben zwei Personen, ein Diener, welcher auf einem Tablett Schüsseln auer über den Flur in ein Zimmer zur Linken trug und eine Nonne mit einer kupfernen Wärmflasche; die Stufen knarrten unter ihrem lautlosen Schritt, als sie in den Oberstock hinaufstieg. Graf Josephs Nerven mußten wohl sehr erregt sein, daß er dies leise Geräusch peinlich empfand und zugleich mit Genugthuung in dem Zimmer zur Linken Stimmen durcheinander sprechen hörte. „Er lebt noch! Die dort essen zu Abend, sie werden mich nicht stören!“ jubelte er fast. Auch unter seinem Schritt knarrten die Stufen, aber er flog darüber weg, drei auf einmal nehmend. Eben schloß die Krankenschwester eine Thür, die dort oben uuf einen geräumigen Vorraum mündete, den auch hier eine Lampe an der Wand erhellte. Eine Minute zögerte er noch, dann öffnete er die Thür. Das Gemach, in das er trat, war nicht beleuchtet, aber aus dem sehr großen Nebenzimmer fiel ein breiter Lichtstreifen über den Teppich. Lautlos durchschritt er es und blieb in dem Rahmen der Thür stehen, nur Sekunden, um sich zu orientieren. Ein hohes altmodisches Gardinenbett, altmodische Möbel. Aber der alte kranke Mann mit dem eingefallenen blassen Gesicht und den unnatürlich klaren Augen hatte ihn schon bemerkt; er griff hastig nach der Schulter der Pflegerin, welche ihm, den Rücken nach der Thür gewendet, die Wärmflasche an die erkaltenden Füße brachte; „Wer ist da? Wer ist der fremde Mensch?“ fragte er mit lauter, klarer Stimme, keuchender Brust. Sie wandte sich zu ihm, dann seinem Blick folgend zur Thür. Der Fremde, den sie erstannt anblickte, trat vor und kniete sofort am Bette nieder, nach des Alten knöcherner Hand fassend, die dieser schnell zurückzog. „Wer sind Sie? Was fällt dem Manne ein?“ schalt er, sich erzürnend und nach Atem ringend. „Großvater! Ich bin Joseph. Deines Sohnes Franz einziger Sohn. Schicke mich nicht fort, ich gehöre zu Dir, ich Dein Enkel!" bat er mit erregter, aber doch sanfter Stimme. Mein Enkel? Ei sieh!" lächelte der Alte höhnisch. „Wer hat Dich denn gerufen? Ich „Schlimm genug, Großvater! Du lassen wie—“ „Schau! schau! Vorwürfe! Wie einen Wildling, wolltest Du wohl sagen? Der bist Du hier auch gewesen und bleibst es; ich hatte keinen Sohn mehr, als er—“ „Sprich nicht aus, sie war meine Mutter! Wenn Du Grund hattest zu grollen, ich war doch unschuldig daran! Wie das Unkraut auf dem Felde hast Du mich aufwachsen lassen!" „Und jetzt kommst Du, weil Du Geld willst, ich will darauf wetten!" erregte sich der alte Mann und griff mit seinen krallenartigen Händen auf seine Brust, fühlte in die Tasche seiner weißflanellenen Bettjacke und knöpfte sie mit zitternden Fingern und mit einer Miene zu, als wolle er sagen:„Gottlob, da sitzt mein Geld sicher und ich gebe keinen Pfennig.“ .. Die Schwester schlich hinaus in das Vorzimmer. Und fester drückte der Alte seine Hand auf die Brusttasche. Graf Joseph sah es mit Verzweiflung, sah auch, daß sich die Form einer Brieftasche deutlich durch den feinen weißen Stoff abzeichnete. Dort hatte er Geld, der Alte— o, wenn er ihm doch— Aie danalet ii uust dae Eskadron Jäger zu Pferde beschränkt, deren Offiziere meist dem bisherigen Ostasiatischen Reiter=Regiment entnommen worden sind. Die Artillerie besteht aus einer Feldartillerieabteilung zu 3 Batterien. Ferner sind errichtet 1 Pionierkompagnie, 1 Trainkompagnie mit Pferdedepot, 1 Sanitäts=Halbkompagnie, 1 Etappenkommandantur, deren Kommandeur noch nicht ernannt ist und 2 Feldlazarette mit je 6 Sanitätsoffizieren; außer diesen verbleibt noch ein Lazarettpersonal mit je 6 Sanitätsoffizieren in China. Unmittelbar unter dem Bezirkskommando stehen noch das Artilleriedepot mit 4 Offizieren, das Bekleidungsdepot und das Traindepot mit je 1 Offizier und das Sanitätsamt mit 3 Sanitätsoffizieren. Im ganzen zählt das Offizierkorps der Besetzungsbrigade 199 Offiziere und 51 Sanitätsoffiziere. Die Ernennungen von Militärbeamten, die in Ostasien bleiben, sind noch nicht veröffentlicht. + Li=Hung=Tschang hat eine halbamtliche Meldung erhalten, nach welcher der Hof Ende August nach Peking zurückkehren wird. + Die„Morning Post“ meldet aus Schanghai vom 9. d. Mts.: Die Gurkha=Truppen, welche bisher hier gestanden hatten, erhielten Befehl, sich nach Norden zu begeben, wodurch die hiesige englische Garnison auf zwei Bataillone vermindert wird.— Die Franzosen beabsichtigen, hier eine bleibende Garnison von einem Bataillon zu halten. England und Transvaal. + Einer amtlichen Meldung aus Kapstadt zufolge kamen in der letzten Woche daselbst 18 Pestfälle vor, von denen 10 einen tötlichen Ausgang hatten. Im ganzen sind bisher 684 Erkrankungsund 318 Todesfälle an der Seuche festgestellt worden. + Die vorliegenden britischen Meldungen aus Südafrika lassen die Lage für die Engländer in immer weniger rosigem Lichte erscheinen. Die„Times" veröffentlicht folgende Depesche aus Pretoria: General Blood beratschlagt mit Lord Kitchener über die weiteren Truppenbewegungen im östlichen Transvaal. Die Erfolge der letzten zwei Monate haben eine optimistische Anschauung der militärischen Lage aufkommen lassen, doch werden die Buren, die Feindseligkeiten fortsetzen, während ihre sogen. Regierung dem Lande fern bleibt. Die Abreise der Frau Louis Botha nach Europa macht die Meldung glaubhafter, daß Botha dem Beispiel Krügers folgen und das Land verlassen wird, sobald dies seinen Interessen förderlich ist. Der Mitteilung eines Buren zufolge, der zugegen war, hielt Botha letzte Woche in Spitzkop füdlich von Amsterdam eine Ansprache an seine Truppen, in welcher er wieder betonte, daß England durch europäische Verwickelungen in Bedrängnis sei. Er sagte ferner, die gute Behandlung, welche die Engländer den sich ergebenden Buren zu teil werden lassen, sei ein Beweis, daß England nicht imstande sei, den Widerstand der Buren zu brechen. In der Depesche der„Times“ heißt es zum doch nicht!“ hast mich aufwachsen „Ja, Großvater! darum komme ich. Ich bin ein Bettler, niemand hat mich sparen gelehrt, kein Vater, noch Bruder mich erzogen; ich kann nichts Nutzliches, ich bin arm. Dein Enkel kann doch nicht betteln gehen! Behalte mich hier, gieb mir zu leben, lasse mich arbeiten—“ „Und zuerst bezahle meine Schulden!“ schrie noch höhnischer der Alte; auch nicht der leiseste Hauch von Herzenswärme lag in seiner Stimme. „Ja, Schulden habe ich auch „Du Narr, meinst Du daß ich mein Lebelang gespart hätte und meine Güter verbessert, für Deiner Mutter Sohn?“— Ein krächzender Husten kam. Großvater! Schweig, oder ich morde Dich!" Mit beiden Händen hatte Graf Joseph des Alten Schulter umkrallt, in seiner rasenden wilden Wut. „„Hülfe! Hülfe!" ächzte der im Todesschrecken, der seiner Stimme jeden Klang nahm. Aber schon war Graf Joseph zur Besinnung gekommen und hatte losgelassen, demütig und jetzt ehrlich bereuend des Alten Hand ergreifend und an die Lippen führend. Er verstand nicht, daß ein Erstickungsanfall eingetreten war. Da sah er plötzlich wie des Kranken Augen sich verdrehten, wie ein krampfhaftes Ringen nach Atem ihn befiel. „Hülfe! Hülfe, Schwester!“ rief er in furchtbarem Schrecken jetzt auf. Die Barmherzige stürzte herbei, ihr Brevier noch in der Hand. Ein Blick auf den Sterbenden genügte ihr. Sie riß an einer Klingel, die gellend durch das ganze Haus tönte, dann flog sie auf die andere Seite des Bettes und nahm den Röchelnden, der bewußtlos in seines Enkels Armen lag, um ihn zu stützen. Drei Männer stürzten die Treppe herauf in das Krankenzimmer, der Arzt, der Notar und ein dunkler, breitschultriger, sehr großer. „Was ist Schwester? Großvater? Großvater was ist Dir?“ rief dieser letztere, indes der Arzt dem Nötar zuflüsterte:„Es ist zu spät!“ Graf Joseph hörte, sah alles in einer an Wahnsinn streifenden Verzweiflung. Daß er selber den alten Mann getötet, von dem allein ihm Hülfe kommen konnte, war ihm nicht klar. Niemand fragte ihn wer er sei. Schlusse, die Operationen Bloods hätten bewiesen, daß die Buren den Rat Bothas, sich nicht zu ergeben, sondern sich in den Bergen verstecken, befolgt hätten. Eine Proklamation, in welcher angekündigt wird, daß nach Ablauf eines Monats alles Eigentum der auf Kommando befindlichen Buren konfisziert werden würde, und die Führer, wenn sie gefangen genommen worden seien, mit lebenslänglicher Deportation bestraft werden würden, dürfte eine heilsame Wirkung haben, da es bekannt sei, daß mehrere Burenführer in ihrer Haltung schwankend sind. So weit das Telegramm. Wenn es in London angemessen erscheint, aus solchen Depeschen Hoffnungen zu schöpfen, so kann man den Engländern diese Unterhaltung nicht verwehren. Jeder unbefangene Beurteiler der vorliegenden Meldung wird sich aber sagen müssen, daß die Truppen Kitcheners weiter denn je davon entfernt sind, die Buren bezwungen zu haben. Im Londoner Unterhause erklärte inzwischen der Kriegsminister Brodrick auf eine Anfrage, Kitchener haben keine Weisungen erhalten, welche ihn daran hindern könnten Vorschläge der Buren entgegenzunehmen. Er sei verpflichtet, alle Vorschläge sofort der britischen Regierung zu übermitteln. Kitchener jedoch sowie seine Regierung lehnten es ab, die Frage der Unabhängigkeit zur Beratung zu stellen. Labouchere fragt, od die Regierung den Buren dieselbe Art von Unabhängigkeit zugestehen werde, wie sie Kanada und Australien eingeräumt sei. Chamberlain erwidert: Sicher nicht im gegenwärtigen Augenblick. Kriegsminister Brodrick teilt sodann noch mit, daß Kitchener in einem Telegramm das Gerücht, die Buren hätten in Vlakfontein 2 Gefangene getötet, für unbegründet erkläre. Dr. Poutsma über Dewet. Die„Daily News“ veröffentlichen ein Interview mit einem jungen holländischen Arzt, Dr. Poutsma, welcher seit Mai 1900 eine Ambulanz auf der Seite der Buren geführt und an den meisten Operationen de Wer's, Delarey's und anderer Burenführer teilgenommen hat. Dr. Poutsma ist nicht weniger als sechsmal von den Engländern gefangen genommen worden, und zwar je einmal durch den General Knox und General Bruce=Hamilton, und je zweimal durch Plumer und Baden=Powel. Er hat mit Delarey an den Gefechten von Mylstron, Waterborg, Zerunst, Rustenburg u. a. m. teilgenommen, stieß dann zu de Wet und begleitete denselben auf allen seinen langen Kriegszügen nördlich und südlich des Oranjeflusses. Der Doktor berichtet: „De Wet hatte 3500 Mann mit sich, als ich ihn verließ. Was seine wunderbaren Märsche anbetrifft, so verdankt er die glänzenden Resultate derselben einzig und allein seinem Scharfsinne. Oft sah es schlimm genug mit uns aus, und mehr als einmal war selbst de Wet nahe daran, das Spiel aufzugeben. In einer denkwürdigen Nacht schienen wir thatsächlich verloren zu sein, und de Wet selbst sagte:„Heute müssen sie uns fangen. Gegen zehn Uhr abends jedoch machte er persönlich die Runde im Lager und befahl allen, große Lagerfeuer anzuzünden. Als diese, mehrere Hundert an Zahl, lustig brannten, kam plötzlich der Befehl zum Aufsatteln, und die ganze kleine Armee ritt Hals über Kopf davon, indem sie die brennenden Feuer hinter sich zurückließ. Die Engländer glaubten natürlich, daß die Buren bei ihren Feuern säßen und warteten geduldig den nächsten Morgen ab, der die entscheidende Schlacht bringen sollte,— aber nur, um den Vogel ausgeflogen zu finden. Bei einer anderen Gelegenheit, als General Knox uns so hart auf den Fersen war, stand uns nur ein Weg offen und zwar durch den Engpaß von Springhaansnek, der von den englischen Geschützen und Infanteriestellungen auf drei Bergeshöhen derartig beherrscht wurde, daß man hätte glauben sollen, nicht einmal eine Ratte könnte lebendig durch dieses Defilé entschlüpfen, wenn die Engländer das Feuer eröffneten. Unsere Lage schien vollständig hoffnungslos und selbst Präsident Steijn meinte, daß dieses Spießrutenlaufen nicht unternommen werden könne, weil der Verlust an Mannschaften allzu groß sein würde. De Wet erklärte kurzer Hand:„Es ist unsere einzige Chance, und wir müssen durch.“ Er gab sofort das entsprechende Kommando, und unsere ganze Kolonne ritt in voller Karriere in den Engpaß hinein, während die britischen Kanonen, Pompons und Gewehre ein rasendes Schnellfeuer eröffneten. Ich kam hinten nach mit einigen verwundeten Buren und wurde von den verfolgenden Engländer gefangen genommen. Die letzteren waren der der Ansicht, daß unsere Verluste geradezu entsetzlich gewesen sein müßten, was ich bezweifelte, da absolut keine Tote gefunden werden konnten. General Knox setzte mich mit meiner Ambulanz wieder in Freiheit, und nach zwei Tagen stieß ich wieder zu de Wet. Auf meine Frage, wieviel Mann er bei der Forcierung des Passes verloren habe, erklärte er kurzweg, daß die Engländer viel zu hoch geschossen und infolgedessen niemand getötet hätten.“ Auf die Frage, wie es im allgemeinen mit den Verlusten der Buren ausgesehen habe, äußerte sich Dr. Poutsma wie folgt: „Ich würde es selbst nicht glauben, daß unsere Verluste und speziell diejenigen der de Wet'schen Kommandos immer verhältnismäßig so gering gewesen sind, wenn ich nicht gerade als Arzt die beste Gelegenheit gehabt hätte, in dieser Hinsicht die eingehendsten Erfahrungen zu machen. Da war z. B. unser Angriff auf Dewetsdorp, welches von 512 englischen Soldaten besetzt war, die von uns gefangen genommen wurden, bevor die erwarteten britischen Entsatztruppen eintrafen. Sie werden es kaum glauben, aber es ist Thatsache, daß der Angriff auf Dewetsdorp von nur 120 Buren ausgeführt wurde. Der Kampf dauerte drei Tage und dann ergaben sich die Engländer, nachdem 99 von ihnen getötet und verwundet worden waren, sodaß wir vierhundertdreizehn Gefangene machten. Ich erinnere mich dieser Ziffern genau, da ich selbst die britischen Verwundeten zu verbinden hatte, indem englische Aerzte nicht vorhanden waren. Wir verloren fünf Tote und acht Verwundete, was, so unglaublich es klingen mag, absolut korrekt ist. Die Erklärung hierfür ist, daß der englische Durchschnittssoldat, wenn er sich in den Laufgräben befindet, fast immer zu hoch schießt und seine Munition verschwendet. Dies ist neben der Thatsache, daß die Engländer durchweg sehr schlechte Schützen sind, die einzige Erklärung dafür, daß unsere Verluste im allgemeinen immer so gering waren.“ Ueber General Delarey äußerte sich Dr. Poutsma enthu siastisch:„Delarey ist ein großartiger Mann, von allgemeiner Beliebtheit und selbst die Engländer respektieren ihn wegen seiner hervorragenden menschlichen und soldatischen Qualitäten. Niemand, weder Freund noch Feind, kann an ihm und seiner Kriegführung irgend etwas auszusetzen finden.“— Dann kommt eine kleine Skizze über de Wet:„Christian de Wet ist ein großer Schweiger. Er sitzt stundenlang allein auf dem Veldt und spricht nur das allernotwendigste. Aber er denkt— und mitten aus diesem stillen Denken heraus kommen plötzlich seine knappen, scharfen Befehle, und in wenigen Augenblicken hat das ganze Korps aufgesattelt und fort geht's mit Windeseile, ohne daß vorläufig jemand weiß, wohin.“ Bezüglich des Erschießens von Friedens=Deligierten kann ich versichern, daß Morgendaal allerdings auf De Wet's persönlichen Befehl erschossen wurde. Der Mann hat sein Schicksal aber vollauf verdient, da er und Wessels dabei erwischt worden waren, wie sie britische Proklamationen auf den Farmen und in den Lagers verteilten. Wir mußten sie selbstverständlich als Spione und Verräter betrachten. De Wet beabsichtigte, über sie durch ein Kriegsgericht aburteilen zu lassen, und als wir eines Morgens schnell aufbrechen mußten, da uns die Engländer auf den Fersen waren, gab de Wet den Befehl, so schnell als möglich aufzusatteln und einzuspannen. Kommandant Fronemann befahl den beiden Gefangenen, die bei der Toilette waren, sich zu beeilen, worauf Morgendaal in der unverschämtesten Weise antwortete, daß er keinen Grund zur Eile habe, und daß seine„Freunde" nahe bei der Hand seien. Dieses unkluge und alberne Verhalten erregte natürlich allseitigen Verdruß, und als trotz des wiederholten Befehls Morgendaal sich weiter obstinat verhielt, geriet de Wet, der eine ganze Weile der Szene zugeschaut hatte und ungeduldig auf den Aufbruch wartete, in solche Wut, daß er kurzer Hand den Befehl gab, Morgendaal zu erschießen, was denn auch sofort geschah. Wie Louis Botha über Frieden und Uebergabe denkt, kann ich Ihnen ganz genau sagen, denn ich hatte am 9. Oktober 1900 auf einer größeren Versammlung von Kommandanten bei Steinbockfontein ein Interview mit ihm und fragte ihn im Laufe der Unterhaltung, ob er jemals kapitulieren würde, worauf er ruhig und energisch antwortete:„Nein, ganz gewiß nicht, nach der Behandlung, die wir von den Engländern erfahren haben nach dem Niederbrennen unserer Farmen und der Deportation unserer Frauen und Kinder. Lieber lasse ich mich totschießen, und so lange ich noch 50 Buren hinter mir habe, wird weiter gefochten. Vorher— vielleicht! Aber seit der Mordbrennerei— niemals!" Das ist der Geist, mit welchem das Vorgehen der Engländer die Buren inspiriert hat. Jahre, aber dann„im großen Stil“ gefeiert wird— mit Flaggen, Guirlanden und Ehrenpforten, mit Festzelt und Kirmes, mit Konzert, Ball und Feuerwerk u. s. w.— verlief auch diesmal wieder in so schöner Weie, daß die Erinnerung daran bis zum nächsten Fest sich frisch erhalten und nicht verblassen wird Um 4½ Uhr morgens schon wurde König Karl aus dem Palais Breucker abgeholt, wobei aus den königlichen Kellereien Vorstand und Offizierkorps mit Wein, die Mannschaften mit Cognac traktiert wurden. Hierauf marschierte die Gilde zu dem Festzelt, welches von Herrn Emde für den großen Tag errichtet worden war. Es nahm nun das Vogelschießen nebst Konzert seinen Anfang, nachdem Oberst Stuhlmann ein Hoch auf Kaiser Wilhelm ausgebracht hatte, das ein kräftiges Echo fand. Den Kaiserschuß gab Herr Kommissar Duberow ab. Das Schießen, welches während des Gottesdienstes ruhte, währte bis 11¼ Uhr, wo der Königsschuß fiel und mit ihm der Adler. Der glückliche Schütze, war Herr Schnell, der nunmehr von dem alten König, Herrn Karl Breuker, zum König gekrönt wurde. Herr Breuker hielt hierbei eine Ansprache an sein Volk, in welcher er der Bürgerschaft Schwerterheide's seinen Dank aussprach für die Teilnahme, welche sie dem Vereine durch Flaggen und Errichtung von Ehrenpforten bekundet hätte, und sodann die Mahnung an die Schützen richtete, sich in jeder Hinsicht dieser Sympathie würdig zu erweisen und den Verein hochzuhalten, vor allem aber, getreu der in die Fahne eingestickten Devise:„Sicheres Auge, sichere Hand, und ein Herz fürs Vaterland" allezeit treu zu Kaiser und Reich zu stehen. Zum Adjutanten des neuen Königs wurde Herr Westkämper, zum Adjutanten der Königin Herr Junghold erkoren. Die Krone des Adlers hatte Herr Kirchhoff. Hauptmann der 1. Kompagnie, heruntergeschossen, während der Reichsapfel der zweiten, das Szepter der dritten Kompagnie zufiel. Es erfolgte nun der Festzug über Ostenheide, der Residenz des neuen Königs. Um 1 Uhr wurde im Festzelt ein gemeinsames Mahl eingenommen, welches von Herrn Preß schmackhaft zubereitet war. Den Nachmittag hindurch überließ man sich sodann der Fröhlichkeit des Kirmesleben, wobei das Schützenfest sich zu einem wahrhaften Volksfest gestaltete. Bei Eintritt der Dunkelheit wurde, unter Vorantritt der Musik und einer lustigen Maske, die Fahne in das Haus des Oberst Stuhlmann zurückgebracht und gleichzeitig ein Feuerwerk abgebrannt, welches manchen herrlichen Lichteffekt erzielte. Zum Schluß fand im Festzelt ein Ball statt. Das Fest. wie bemerkt, verlief ohne jede Trübung, in würdigster Weise; bedauert wurde allseitig nur eines, nämlich, daß es der Gilde noch immer nicht gestattet ist, das Fest in zwei Tagen zu feiern. Die Vorbereitungen, wie der Zeltbau u. a., sind so kostspielig, das Programm so reichhaltig, daß das Verlangen, das Fest auf zwei Tage auszudehnen, wohl gerechtfertigt erscheint, um so mehr, als es nur alle zwei Jahre gefeiert wird Lokales. Stadt und Kreis. ** Schwerterheide, Fest des Bürgerschützenvereins 11. Juni.(Schützenfest). Das Schwerterheide, das nur alle zwei ** Für das in Soest in den Tagen vom 15. bis 18. d. Mts. stattfindende Westfälische Bundesschießen hat Oberpräsident Frhr. v. d. Recke das Protektorat übernommen. An Ehrenpreisen sind bereits Gegenstände im Werte von über 2000 Mk. gestiftet. In Soest sind 16 neue, allen Anforderungen der Nenzeit entsprechende Schießstände vorhanden. **(Kühle Wohnungen im Sommer). Man schließe in der Frühe eines voraussichtlich heißen Tages nach vorheriger tüchtiger Lüftung sämtliche Fenster und Läden, um die durch die Sonnenftrahlen erwärmte Luft von den Wohnräumen abzuhalten; also entgegen der Meinung Mancher, es seien die Feuster zur Kühlung der Wohnräume zu öffnen. Dagegen aber mache man die Thüren nach dem Korridor auf und lasse sie den Tag über offen. An verschiedenen geeigneten Stellen in den Zimmern, zum Beispiel unter Kästen, Blumentischen und dergleichen stelle man Gefäße mit Wasser auf. Sehr zweckdienlich ist auch ein Aquarium mit Springbrunnen; denn einerseits ersetzt dieses die Wassergefäße und verursacht durch den Wasser strahl sogar noch mehr Kühlung als diese, und andererseits bildet es auch einen sehr hübschen Zimmerschmuck. Abends nach Sonnenuntergang öffne man alle Fenster, um die frische Abendluft hereinzulassen. Und so mache man es alle Tage! Während draußen und in anderen Häusern die Hitze oft unerträglich ist, verschafft man sich auf diese Weise kühle Wohnräume. **(Berichtigung). Die dem„Berl. Tabl.“ entnommene Mitteilung, daß der jetzt erschossene Rittmeister v. Krosigk 4 In eigener Nache Richter. Roman von L. Haidheim. (Nachdruck verboten.) Sie umstanden minutenlang in tiefem Schweigen das Bett, dann war es vorbei; der letzte Atemzug zitterte von den weißen Die drei Herren murmelten ein kurzes Gebet, Graf Joseph konnte es nicht. Es war furchtbar, was er in dieser Minute litt. Die Schwester drückte dem Toten sanft die Augen zu.— Welch hartes unschönes Gesicht er hatte. Ich bin Joseph, Graf Ebern aus Wien, Sohn des Grafen Franz Ebern“, trat dieser zu dem dunklen jungen Manne, der offenbar auch ein Enkel war. Derselbe blickte sehl uberruscht „Und ich fürchte— ich habe ihn—“. Graf Josephs Lippen haßer In erschrech. s viel Ruhe um auszusprechen:„Ich Sie bemitleideten ihn, die Herren; er sah so grenzenlos erschüttert und blaß aus..„„ Wohl kaum in dem Maße. er war ein Sterbender!“ sagte beruhigend der Arzt.,„ e e Wie ihm das Wort wohltyat: er banire dem Tröster, indem er ihm die Hand bot.„. Jgm Frsti“ rin Daß er gern genug glauben wollte, was ihm Erleichterung gab; daß er glaubte, obwohl er es im geheimsten Innern besser wußte, machte er sich auch nicht klar, vor dem ihn von neuem packenden Bewußtsein seiner verzweifelten Lage. Daß der Alte seinen Vater und ihn enterbt hatte, bezweifelte er jetzt garnicht mehr. „Ich glaube, meine Herren, wir lassen die Schwester Veronika jetzt ihres Amtes walten“, sagte der Arzt und alle drei wandten sia der Thür zu, um hinauszugehen.. g.4e5ge Sm: Gitt Der dunkle Herr nahm ohne weiteres Josepos Alm.„Vitte, Herr Vetter!" und bot ihm so den Vortritt. Mechanisch schritt der hinaus, die anderen folgten ihm. „Was soll werden? Was fange ich an?“ schrie eine wilde, besinnungslose Aufregung in Graf Joseph, indes sie hinabstiegen. Am Fuß der Treppe hielt er plötzlich den Schritt an. Ich habe meinen Großvater nie gekannt, ich möchte ihn—“ Er sprach heiser vor Aufregung. Sie glaubten ihn zu verstehen. Gewiß! Gewitz, Herr Vetter! Gehen Sie zurück!“ stimmte der andere Enkel ihm freundlich ernst zu. Während die drei befreundeten Männer im Eßzimmer verschwanden, stieg er mit bleischweren Gliedern die Treppe wieder „Ich will leben! Ich will!“ weiter empfand er nichts; von Denken konnte keine Rede sein. Im Vorzimmer traf er die Nonne. Schwester, lassen Sie mich einen Augenblick mit meinem „Gewiß! Sofort Herr Graf!“ sagte sie unterwürfig. Ob sie vorhin gehört hatte? Er dachte darüber nicht nach, all seine Geistesklarheit konzentrierte sich auf einen einzigen Punkt. Fast bewußtlos that er alles was die Klugheit gebot.— Zunächst schloß er die Thür des Sterbezimmers, nachdem er der Schwester stumm bedeutet, auf den Vorplatz zu treten.— Oder that sie dies freiwillig, zufrieden dort Luft zu schöpfen. Er kümmerte sich nicht darum. Er blieb, wie ihr schien, ziemlich lange im Gebet an der Leiche in Wahrheit mochten es kaum zehn Minuten sein. er herauskam war er aschfahl und sah förmlich entstellt aus. Möchten Euer Gnaden sich nur nicht zu sehr beunruhigen“ sagte sie wohlmeinend zu ihm,„der Herr Graf hätte die Nacht „Ich danke, Schwester, ich danke Ihnen“, murmelte er und ive Ein ältlicher Diener trat eben zu ihrz er trug was zur letten Toilette des Toten gehörte. Die Schwester fand die Bettdecke die Kissen verschoben, als sie in das Sterbezimmer zurückkam. Der arme Herr! Er hatte sich über das Bett hergeworfen in seinem Schmerz den Sterbenden erschreckt zu haben, meinte sie bei sich. Sie hatte, gleichgültig geworden im Laufe ihres Amts, wirklich vorhin nicht gehorcht, sondern sehnsüchtig am offenen Fenster gestanden und ihr Brevier mechanisch lesend, über die Blätter des Buches hinweg gesehen.„ Zu dem alten Thomas sprach sie von dem auen rein Wort. Schweigsamkeit war eine der Pflichten ihres Amtes, und noch mehr Verschwiegenheit. Graf Joseph Ebern stieg die Treppe hinab.„Ruhe! Verrate Dich nicht. Lasse Dir nichts merken! rief er sich zu, mit der eiskalten Hand über die Stirn fahrend. Aber ihm war momentan die Selbstbeherrschung ganz unmöglich. Ein Zittern überlief ihn. So schritt er ein paarmal im Hausflur auf und er sich wieder in der Gewalt hatte. Den drei Männern hatte dieser hergeschneite Enkel nicht schlecht gefallen. Er sah gut aus, war, was man so nannte, ein„fescher Kerl“, elegant, Lebemann, aber ein Mensch, Herz hatte und dessen Offenheit einen günstigen Schluß auf seinen harakter zuließ. Nun trat er ein, verbeugte sich und wanote sich un den derm Beter Ich habe mich Ihnen vorhin vorgesteu., mein Herr, aber ich fühle, mein plötzliches Erscheinen bedarf doch einer Erklärung. Die Sache ist die, daß ich nicht,wußte, wie es um dere## vater stand, der sich um mich nie gekümmert, mich aufwur.... ließ wie ein Unkraut im Feid. Das klang sehr bitter. Er sprach aber sofort weiter:„Ohne das mindeste gelernt zu haben, tröstete ich mich damit, daß ich meines Großvaters Erbe sein werde, bis mein Bezzgsgrnn aufgezehrt war. Da erst erfuhr ich zufällig, mein Var#r unseien enterbt; ich kam so schnell ich konnte meinen Gerechtigkeit und— ehrlich gestanden! um Ges erhenger empfing mich nicht sehr gütig, aber er war ein. g. g., Sich schüttelnd schwieg er. Offener konnte man ragggigten unt keiner der Manner, die den Fremdling interesiert 2t, ghan, hehlte sich, daß da vor ihnen eine dieser Verstrckzte p hr dem u. welche noch einen letten vesgraffekgerng Entell gange machen. Und er war Gra, Eeernr Entel! sie haben keine Abnung, in wesäider seinten großen Pesiz hate. Familite.—„Nur das eine weiß ich, Herr Graf, daß das Testament erst ein volles Jahr nach dem Tode des Erblassers eröffnet werden soll und daß das letzte, er machte deren fünf im Laufe der letzten beiden Jahrzehnte, vor reichlich fünf Jahren beim Kreisgericht deponiert worden ist“, sagte Notar Haberkorn. in früheren Jahren seinen Burschen erschlagen habe und deshalb zu 2 Jahren Festung verurteilt worden sei, beruht auf Ersindung. v. Krosigk ist nur wegen Mißhandlung, die nicht eben schwer war zu 14 Tagen Stubenarrest, ein anderes Mal zu vier Monaten Festung verurteilt gewesen. *(205. Kgl. Preuß. Klassen=Lotterie) In der demnächst beginnenden 205. Klassen=Lotterie stehen den 225,000 Losen wieder 112,500 Gewinne gegenüber, sodaß also jedes zweite Los mit einem Gewinne gezogen wird. Außerdem sind die Gewinne zu 1000 und die zu 500 Mark vermehrt. Das„große Los" beträgt 500,000 Mark, andere Gewinne 200,000, 150,000, 100,000, 75,000, 60,000, 50 000 Mark usw. Der Einsatzpreis eines ganzen Loses beträgt 48 Mark, eines Halben 24, eines Viertel 12 und eines Zehntel 4,80 Mark; den Verkauf der Lose bewirken nur die Königl. LotterieEinnehmer, welche auch nur vorgeschriebene Originallose ausgeben dürfen. Von allen Gewinnen kommen 15½ Proz. in Abzug, dagegen wird die Gesamt=Einnahme(32,545,500 M.) als Gewinn verteilt. Der Anspruch auf einen Gewinn erlischt mit dem 90. Tage nach Ablauf des Datums der offiziellen Gewinnliste, die in den Kgl. Lotterieeinnahmen käuflich zu haben sind. ** Westhofen, 11. Juni. Auf dem Turnerfeste, welches am Sonntag in der Kaiserkrone zu Wittbräuke abgehalten wurde, hat sich der hiesige Turnverein„Eintracht“ rühmlich hervorgethan, wie die Preise bekunden, welche dem Vereine zugefallen sind. Es erhielt den 1. Preis im Stabhoch Turner H. Schmidt, den 2. Preis im Stabhoch Turner Bruno Lange, den 1. Preis im Weithoch Turner K. Köster, den 8. Preis am Reck Turner Bruno Lange. Im Streckenlaufen errang Turner W. Voigt den 1. Ehrenpreis. Außer diesen den einzelnen Mitgliedern zufallenden Preisen erhielt noch der Gesamtverein den 1. Ehrenpreis für Aufmarsch mit Freiübungen. Wir gratulieren. in die Länge gezogen haben, als ihm bei seinem Erscheinen der Gläubiger eine Rechnung über 600 Mk. als Gegenforderung überreichte. Der Schuldner behauptet nun, daß der Ablader zum Verkauf nicht berechtigt gewesen sei und fordert die Rückgabe der Kartoffeln. Münster, 7. Juni. Der Eröffnung des Betriebes der elektrischen Straßenbahn stellen sich im letzten Augenblicke Schwierigkeiten entgegen. Das General=Vikariat will die Anbringung von Rosetten für die Drähte an der Kirche nicht dulden. Man errichtete daher hohe eiserne Masten zur Befestigung der Drähte. Da diese aber bei der Enge der Hd. Berlin, 11. Juni. Wie einem hiesigen Blatte gemeldet wird, hatte Prsident in den letzten Tagen mehrfach Unterredungen mit Dr. Leyds und den Burendelegierten. Meiterbericht. (Nachdruck verboten.) 11. Juni. Halbheiter auffrischende kühle Winde, Regenfälle und Gewitter. 12. Juni. Wolkig, teils heiter, wärmer, strichweise Regen Befestigung der Drähte. Da diese aber bei der Enge der 1. und Gewitter bei lebhaften Winden. Straße dicht ansder Kirche stehen, verunzieren sie den Blick 43: Juni. Meist sonnig bei Wolkenzug, warm, morgens kühl. Westfalen und * Dortmund, 10. Juni. Wie die„Tremonia“ mitteilt, hat Herr Schroer in Wiescherhofen einen Spatz mit vier Beinen geschossen und der Redaktion eingesandt. * Dortmund, 10. Juni. Eine Eifersuchtsszene spielte sich am 10. März d. Is. auf fder Dorfstraße in Marten ab, die für einen der Beteiligten, den Maurer Zmimermann ein gerichtliches Nachspiel hatte Zimmermann, ein hochaufgeschossener rothaariger Bursche, liebte ein Mädchen, welches auch der Bergmann Karl Lübbe in sein Herz eingeschlossen hatte. Die fesche Vertreterin des zarten Geschlechts hatte mehr Neigung zu Lübbe, während sie dem Zimmermann in nicht mißzuverstehender Weise angedeutet hatte, daß sie ihn nicht leiden möge. Diese Absage verdroß den jungen Menschen, er trug indeß seinem Nebenbuhler mehr Haß nach wie dem Mädchen. Als er dem Lübbe am genannten Tage entgegenkam, rempelte er ihn ohne weiteres an. Es kam zum Streit; Zimmermann zog ein Messer und versetzte seinem Gegner einen Stich über das rechte Auge, einen zweiten Stich führte er nach der Brust des Lübbe, der denselben aber glücklicher Weise parierte, so daß das Messer nur die Kleider durchtrennte. An den erhaltenen Verletzung ist Lübbe 7 Wochen arbeitsunfähig gewesen. Zimmermann hatte sich nunmehr vor der 2. Strafkammer wegen gefährlicher Körperverletzung zu veantworten. Mit Rücksicht auf seine Jugend kam der Angeklagte mit einer Gefängnisstrafe von 1½ Jahren davon. * Dortmund, 8. Juni.(Schwurgericht). Der Kesselheizer Klemens Leimann, der bereits im März wegen Straßenraubs 11 Jahre Zuchthaus erhielt, ist wegen eines zweiten Falles nunmehr insgesamt zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt worden. Der Thatbestand ist folgender. Leimann hatte in Gesellschaft mehrerer Spießgesellen im Januar in einer Wirtschaft zu Dortmund den Bergmann Homberger aus Marten getroffen, der mehrere Goldstücke bei sich hatte, und faßte den Plan, ihn zu berauben. Als Homberger, dem die Gesellschaft anfing unheimlich zu werden, zum Bahnhof eilte, folgte ihm Leimann mit seinen Spießgesellen, und Leimann beschloß, ebenfalls nach Marten zu fahren. Bei der Abfahrt rief ihm einer der Burschen noch zu: „Aber den Osnicker mitbringen!" Daß Homberger den Spin bubenjargon nicht verstand— Osnicker bedeutet Uhr— war sein Verderben. Homberger und Leimann verließen, nachdem sie in Lütgendortmund angekommen waren, gemeinsam den Bahnhof und begaben sich auf den Weg nach Marten. Dem Homberger wurde die Geschichte mit jedem Schritte unheimlicher, er wäre seinen Begleiter gern los gewesen und versuchte deshalb, Einlaß in eine Wirtschaft zu erlangen, diese war aber geschlossen. Plötzlich zeigte Leimann seinen wahren Charakter: Mit einem Ruck riß er dem Homberger, diesen mit der einen Hand am Halse würgend, die Uhr aus der Tasche, steckte sie ein, zog einen Revolver, hielt diesen dem zu Tode erschrockenen Manne vor den Kopf und schrie: „Das Geld her oder das Leben?“ Homberger entgegnete, Leimann möge ihm alles nehmen, was er besitze, nur möge er ihm das Leben lassen. Drei Zwanzigmarkstücke hatte Homberger in ein Papier gewickelt und es verstohlen in die Hand genommen, da er den Begleiter nicht traute, er befand sich aber im Irrtum, wenn er glaubte, den Betrag so retten zu können. Leimann durchsuchte ihm alle Taschen, ja er riß ihm den Mund auf und durchsuchte denselben, ob dort etwa das Geld versteckt sei; hierbei mag Homberger den Räuber wohl in einen Finger gebissen haben, denn plötzlich schlug dieser wie rasend mit dem Kolben des Revolvers auf Homberger ein, trat auch nach demselben, sodaß er zu Boden fiel und schlug dann so lange auf den armen Menschen los, bis dieser die Besinnung verlor und regungslos liegen blieb. Trotz der bitteren Kälte ließ der Räuber sein Opfer liegen, nachdem er demselben auch die erwähnten drei Zwanzigmarkstücke abgenommen hatte und fuhr mit dem nächsten Zuge nach Dortmund zurück. Homberger hat vielleicht eine Stunde auf der Straße gelegen, er würde wahrscheinlich erfroren sein, wenn nicht zufällig der Wirt Büllhoff mit einem anderen des Weges gekommen wäre und den Liegenden gefunden hätte. Er war schon ganz steif und lag in einer großen Blutlache; es hat 6 Wochen gedauert, ehe die Verletzungen geheilt waren. * Hagen, 10. Juni. Ein Kartoffel= und Kolonial warenhändler hatte an einen anderen Kartoffelhändler eine Forderung von 600 Mk., deren Zahlung sich hinzog. Vor wenigen Tagen erfuhr nunßder Gläubiger auf dem hiesigen Güterbahnhof ganz zufällig, daß ein Waggon Kartoffeln für seinen Schuldner eingetroffen war. Zu seiner Freude wurde ihm von dem Ablader gleichzeitig mitgeteilt, daß er von dem Besitzer beauftragt sei, die Kartoffeln ohne sein Zuthun an jedermann zu verkaufen. Als ihm diese Angabe von einem glaubwürdigen Zeugen noch bestätigt wurde, kaufte er die ganze Sendung und ließ sie sofort abfahren mit der Aufforderung, den Betrag nachher bei ihm in Empfang zu nehmen. Das Gesicht des Abladers soll sich nachher sehr auf die Kirche, die der Kunsthistoriker Lübke als die„Perle unter den gotischen Kirchen Westfalens" bezeichnete. Der Herr Regierungspräsident hat die Verhältnisse an Ort und Stelle in Augenschein genommen und erklärt, daß er unter den obwaltenden Umständen die Inbetriebsetzung der Bahn nicht genehmigen könne. Es ist dem Magistrat aber anheim gegeben, die Sache anderweitig zu regeln. Wie das geschehen soll, ist vorläufig nicht abzusehen. Wesel, 10. Juni. Der Polizei gelang es, eine Agentin für die Lieferung deutscher Mädchen an holländische öffentliche Häuser zu verhaften. Sie hatte ein 14jähriges Mädchen bei sich; zwei andere Mädchen waren mit dem Begleiter der Person schon abgereist. * Duisburg, 10. Juni. Um das durch Ernennung des bisherigen Abgeordneten Möller zum Handelsminister erledigte Reichstagsmandat des Wahlkreises Mülheim=Duisburg=Ruhrort wird jedenfalls ein heißer Kampf entbrennen. Es sind bisher nicht weniger als 6 verschiedene Kandidaten aufgestellt worden. * Bochum, 8. Juni. In die Herner„Sternberg=Affäre“ scheinen weitere Kreise verwickelt zu werden. Eingehende Untersuchungen werden jetzt seitens des Landgerichts geführt und sollen diese schwerwiegendes Material zu Tage gefördert haben. Der auf dem Spitzberg wohnende Josef Menge wurde gestern nachmittag von dem Untersuchungsrichter vernommen. Nach stattgehabtem Verhör gelang es ihm, seine Flucht zu bewerkstelligen; er wurde jedoch bald wieder festgenommen. * Olsberg, 10. Juni. Seit einigen Tagen ist Scharlach und Diphtheritis hierselbst in heftiger Weise aufgetreten. Schon eine ganze Anzahl von Kindern ist der Krankheit erlegen. Das Landratsamt hat die Schließung der Schulen angeordnet. * Essen, 10. Juni. In der„Ess. Bztg." liest man: Die neueste Blüte im Leben und Treiben der Großstadt Essen ist der „Essener Proppen=Klub— Verein zur Veredelung der Zeitgenossen". Derselbe tagt in der„Künstlerklause", einer originellen Virtschaft im Souterrain eines Hauses an der Stelerstraße. Juni. Vorwiegend heiter, wärmer. Juni. Erst sonnig, schwül, warm, witterregen und Abkühlung. später vielfach GeFür den redaktionellen Teil verantwortlich: Franz Miller. Kaiserlicher Kommissar und Militär=Inspekteur der freiwilligen Krankeupflege. Gesch.=Nr. 670. Dem Zentral=Komitee beehre ich mich ergebenst mitzuteilen, daß einem Telegramm des Feldintendanten des Ostasiatischen Expeditionskorps zufolge für die Mannschaften in China als Liebesgaben besonders erwünscht sind:„Leibwäsche, Mineralwasser, Bier, Wein, Zigarren, Tabak und Wurstkonserven."— Zugleich habe ich vom Königlichen Kriegsministerium die Nachricht erhalten, daß voraussichtlich von Mitte Juni ab TruppentransportDampfer nach Ostasien, sei es zur Rückholung von Truppen oder Entsendung von Ablösung, expediert werden, auf denen Raum für Beförderung von Liebesgaben bereitgestellt wird. Das Zentral=Komitee darf ich ergebenst ersuchen, die Vereine und Sammelstellen hiervon zu benachrichtigen. Die Hauptfammelstelle Bremen für das Ostasiatische Expeditionskorps nimmt entsprechende Sendungen von Liebesgaben entgegen und sorgt für baldmöglichste Weiterbeförderung. I. gez. von Meyeren. Generalarzt a. D. Berlin, den 24. Mai 1901 An das Zentral=Komitee der Deutschen Vereine vom Roten Kreuz hier. Bunte Chronik. Die„Gemeinde Gabelbach“, bekanntlich ein litterarisch=patriotischer Stammtisch im einsamen Forsthaus Gabelbach bei Ilmenau, hat beschlossen, das im Innern verwüstete„Goethehäuschen“ auf dem Kickelhahn wieder in einen würdigen Zustand zu setzen und eine neue facsimilierte Niederschrift des„Nachtliedes" (eingerahmt) an der alten Stelle anbringen zu lassen. * + Ein sensationelles Verbrechen, welches die Geschichte von der Einsperrung der Barbara Ubryk in Oesterreich wieder in das Gedächtnis zurückruft, verursacht gegenwärtig in Frankreich eine hochgradige Erregung der Gemüter. Schauplatz des Verbrechens ist die Stadt Poitiers. Dort hat die Behörde die Entdeckung gemacht, daß die 78jährige Witwe ihre Tochter Blanche 25 Jahre lang hinter Schloß und Riegel gehalten hat. Ob sie hierin im Einverständnis mit ihrem Sohn, einem Unterpräfekten, gehandelt ist noch nicht ausgemacht. Man nimmt an, daß die unnatürliche Mutter den Zweck verfolgt habe, das dereinst ihrer Tochter zuVorstehendes Schreiben wird mit dem Bemerken veröffentlicht, daß unter der Verwaltung des Vorstandes des Zweig=Vereins vom Roten Kreuz für den Kreis Hörde eine Sammelstelle errichtet ist. Die Kreiseingesessenen setzen wir hiervon mit der Bitte um Zuwendung von Gaben in Kenntnis und werden letztere von der Sammelstelle Verein vom Roten Kreuz Kreishaus=Hörde entgegen genommen. Hörde, den 7. Juni 1901. Der Vorstand. I. A.: v. d. Decken, stellv. Schriftführer. Die Hauptgewinne der 6. Wohlfahrts=Lotterie zu Zwecken der Deutschen Schutzgebiete fielen: 100000 Mark auf No. 261610 an einen Grünkramhändler in Berlin; 50000 Mark auf No. 389394 an einen Breslauer Geschäftsmann, der in letzter Zeit vom Unglück verfolgt war, Frau, Kinder und auch Vermögen verloren hat; 25000 Mark auf No. 39076 nach Grevesmühlen in Mecklenburg; 15000 Mark auf No. 334251, an der Cassa von Lud. Müller& Co. an einen Unbekannten verkauft; je 10000 Mk. auf No. 133763 u. 440 115 nach dem Rheinland u. Süddeutschland je 5000 Mark auf No. 95599, 277941, 350852, 422156 nach verschiedenen Orten. Die nächste Gewinnziehung am 25. und 26. Juni der wieder mit großen Treffern von 100000 Mark, 30000 Mark, 20000 Mark, 10000 Mark u. s. w. ausgestatttteu großen Geld=Lotterie zum Besten des St. Hedwig=Krankenhauses findet im Ziehungssaale der Königlichen preußischen Staatslotterie zu Berlin öffentlich statt. Hedwig Lose à 3.30 Mark sind überall zu haben oder direkt zu beziehen von dem General=Debit Lud. fallende beträchtliche Erbteil ihrem Sohne, den sie sehr liebte, zu= Müller& Co., Bankgeschäft in Berlin, Breitestraße 5. zuwenden, und daß die Einsperrung der Blanche auf die Zeit zurückzuführen ist, wo diese die Absicht gezeigt habe, eine Ehe einzugehen. Durch die lange Gefangenschaft ist das Mädchen voll ständig stumpfsinnig geworden. Man fand sie ohne jede Kleidung auf fauligem Stroh in einem kleinen, von Schmutz starrenden Gemach. Eigener Depeschendienst der„Schwerter Hd. London, 11. Juni. Aus Peking wird gemeldet: Die chinesischen Bevollmächtigten sollen vom Hof die geheime Instruktion erhalten haben, die Errichtung von Forts in den Legationen, welche den Palast bedrohen, sowie die Besetzung der Eisenbahnen mit einer übermäßig starken Truppenmacht zu verhindern. Ferner sollen dieselben dahin wirken, daß das gegenwärtige Arrangement, betr. Einlaufen der Bahnen in die Städte, aufgehoben werde. Hd. London, 11. Juni. Der„Morning Post“ wird aus Schanghai gemeldet, daß die deutsche Gesandtschaft ein Terrain erworben habe zwecks Errichtung von Barrikaden und Unterbringung einer ständigen Garnison von 800 Mann. Die Franzosen beabsichtigen 1 Bataillon, die Engländer 2 Bataillone zurückzulassen. Hd. Yokohama, 11. Juni. Graf Waldersee ist gestern in Tokio angekommen und wird heute vom Kaiser von Japan empfangen werden. Dem Grafen sind kaiserliche Fahrzeuge zur Verfügung gestellt worden. Hd. Madrid, 11. Juni. Der„Imparcial“ führt in einem Artikel aus, es sei unmöglich, daß England, Italien und Deutschland der Okkupation Marokkos seitens der französischen Republik zustimmen könnten. Hd. Port Elisabeth, 11. Juni. Mehrere tausend Dockarbeiter sind in Ausstand getreten, weil sie den Befehl erhalten hatten, sich zum Schutze gegen die Pest impfen zu lassen. Hd. Brüssel, 11. Juni. Der„Daily Mail“ wird von hier gemeldet: Im letzten großen Kriegsrat der Buren, der unter dem Vorsitz Schalk Burgher's bei Pietertief im Norden Transvaals stattfand, wurde beschlossen, die Feindseligkeiten auf energischste fortzusetzen, bis England die Unabhängigkeit der beiden Republiken anerkenne.— Aus Kapstadt wird demselben Blatt gemeldet: Die Kommandos Dewet und Botha haben in den letzten Tagen sehr energisch die Offenfive ergriffen und bedrohen die Eisenbahnverbindungen in verschiedenen Distrikten. Id. Rom, 11. Juni. Gestern fand hier zwischen zwei Unbekannten ein Säbelduell statt, welches 10 Stunden dauerte. 126 Gänge wurden ausgefochten, doch waren am Ende beide Kämpfer nur leicht verletzt. Todes-Anzeige. Sonntag abend 6 Uhr starb nach langem mit grosser Geduld ertragenem Leiden sanft und Gott ergeben unsere liebe Schwiegerin und Tante, die Frau Ww. Rault Luise geb. Becker im vollendeten 60. Lebensjahre. Dieses zeigen Freunden und Bekannten mit der Bitte um stille Teilnahme an Die trauernden Hinterbliebenen. Schwerte, Overberge, Bremke, Iserlohn, den 10. Juni 1901. Die Beerdigung Andet Donnerstag, den 18. Juni, nachmittags 4 Uhr vom Sterbehause, Markt 3, aus statt. Grasverkauf in den beiden Wiesen— Lange Wiese und Melkenkamp— des Ritterguts Altendorf am Montag, den 17. Juni cr., nachm. 4 Haus Aitendorf b. Langschede, den 6. Juni 1901. Gräflich von Fürstenberg'sche Rentei-Verwaltung. KAA Wer seine täglichen Bedarfsartikel E Brot und Kolonialwaren! gut und billig einkaufen wil, gehe nathz E. 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