Insertionsgebühr für lokale Anzeigen die sechsgespaltene Zeile oder deren Raum 10 4, außerhalb 15, Reklame=Zeile 40§. Druck und Verlag von Carl Braus in Schwerte, FernsprechAnschluß Nr. 85, Amt Hörde. Telegr.=Adr. Braus, Schwerte=Ruhr. No. 38. Alle Kreis= und Lokalpolizeilichen Verordnungen etc. für den Kreis Hörde erlangen gemäß Bekanntmachung der Königl. rung durch Veröffentlichung in der„Schwerter Zeitung" rechtsverbindliche Kraft. Politische Uebersicht. Deutschland. Vom Kaiserhofe. Unser Kaiser, der am Sonntag Mittag den Besuch des Königs von Württemberg empfing, machte Montag vormittag mit seiner Gemahlin einen Spaziergang im Tiergarten. Später hörte er den Vorträg des Reic####ng Grafen Bülow in dessen Amtswohnung und besichtigte die Arveiten am neuen Dom. Die Kaiserin reiste nachmittags mit den Prinzen Wilhelm, August und Oskar nach Plön. Der Kaiser geleitete seine Gemahlin und die Prinzen zur Bahn. Auf dem Bahnhof war Graf Bülow erschienen.— Auf der kaiserl. Matrosenstation an der Schwanenbrücke zu Potsdam herrscht reges Leben, um die Lustfahrzeüge des Kaisers klar zu machen. Eine neue Segelyacht, welche den Namen„Samoa II“ führt, ist der Yacht„Samoa I“ zugesellt worden. Sie wird jetzt auf ihre Seetüchtigkeit geprüft. Häufig beteiligen sich auch Offiziere vom 1. Garderegiment z. F., die einen Seglerklub haben, an dem Einsegeln der Yacht. Der kaiserliche Dampfer„Alexandria“ und die Fregatte„Königin Luise“ sind gleichfalls in fahrbereiten Zustand sebracht worden.., g Eirs m. — Nordlandsreise des Kaisers. Der Kaiser wird, wie die „Nat. Ztg.“ erfährt, auch in diesem Jahre eine Nordlandsreise antreten; sie wird unmittelbar im Anschluß an die Kieler Woche unternommen und die gewöhnliche Dauer haben. Die Yacht „Hohenzollern“ wird wahrscheinlich von einem schnellen Kreuzer und mehreren Torpedobooten als Depeschenbooten begleitet Heimkehr der 220 felddienstuntauglichen Chinakrieger meldet man aus Hamburg vom Sonntag: Auf dem Vorderschiff der Kiautschou" waren, von den wenigen noch bettlägerigen Patienten abgesehen, die auszuschiffenden Mannschaften angetreten. Auf der dem Quai zugekehrten Seite des Schiffes sah man dicht gedrängt namentlich Mannschaften der Marinebataillone, des 1. Ostasiatischen Infanterieregiments, sowie der Artillerie. Da ertönte die Stimme des Transportführers:„Wer Typhus oder Ruhr gehabt hat, tritt hinüber auf die andere Seite. Verstanden? Nur Typhus und Ruhr bleiben hier!“ So lautete der Befehl. Nicht mehr als 3 oder 4 Leute verschwanden daraufhin aus dem Gesichtskreis des Publikums. Alle übrigen blieben wie angewurzelt stehen— alle diese Leute hatten mit Typhus u. Ruhr zu kämpfen gehabt, waren ihnen entgangen. Wie groß muß erst die Kolonne derer sein, die den Kampf nicht siegreich zu bestehen vermochte! Es war ein sehr unbehaglicher Gedanke! Der zweite tragische Moment war es, als der erste Verwundete an Land gebracht wurde, eigentlich der einzige, schwerkranne Palient. Es war ein junger Infanterist; vier Mann stützten ihn; dennoch ging er völlig gekrümmt nach vorn übergebeugt und zusammengebrochen; er erschien so nicht größer als ein halbwüchsiger Knabe, und es sah beinahe grotesk aus, daß er Uniform trug. Bewegungslos, ohne einen Blick für das, was um ihn herum vorging, ließ er sich unten auf die Trage betten. Aus der letzten Verlustliste unseres ostasiatischen Expeditionskorps ergiebt sich, daß die Chinesen einen Musketier ermordet haben. Der unglückliche, der, wie es in der Liste heißt, Sinnsprüche, Denksprüne, Sprichwörter 2c O, wunderschön ist Gottes Erde Und wert darauf vergnügt zu sein! Schwerte, Dienstag, 16. April von Landesbewohnern erschlagen wurde, war der Musketier Max; Brebeck aus Newiges, Kreis Mettmann. Er stand in Deutschland bei dem 53. Infanterieregiment und war dann in das 3. ostasiatische Insantexieregiment übergetreten. —(Zum Bremer Attentat). Gegenüber den fortdauernden Versuchen, den Weiland als unzurechnungsfähig hinzustellen, schreiben die„Hamburger Nachrichten" u. a.:„Als das Attentat erfolgte, was das erste Geschäft der sozialdemokratischen Presse— wie fast immer nach solchen Vorfällen— den Verbrecher als unzurechnungsfähig hinzustellen, und als man erfuhr, daß der Mann thatsächlich Epileptiker sei, hat ihr hierin die gesamte Presse, mit Ausnahme weniger Blätter sekundiert, ohne irgend wie etwas Genaues von der angestellten Untersuchung zu wissen Daß Weiland Epileptiker ist, mag festgestellt sein, damit ist aber doch nicht bewiesen, daß er im Zustande der Bewußtlosigkeit gehandelt hat. Der Mann hat mehrere Stunden, ehe der Kaiser vorüber fuhr, an der Stelle gestanden, von der er das Eisen schleuderte; er hat sich die schmalste Stelle der Straße hierzu ausgesucht; er hat unter sechs vorüberfahrenden Wagen gerade den des Kaisers gewählt,— das sind doch Momente, welche für die Absicht eines Attentats sprechen. Nun sein Motiv! Es kann einfach in einer durch die Hetzereien der sozialdemokratischen und anarchistischen Presse hervorgerufene Exaltation bestanden haben. Hierzu ist keineswegs nötig, daß er die betreffenden Blätter gelesen hat; er kann den Inhalt durch Gespräche mit Bekannten ganz gut erfahren haben, und das gesprochene Wort wirkt oft aufregender als das gedruckte. Summa summarum: die That kann Resescesctsäie ie Sanet üer räer e 42 Pfg. Bestellgeld wenn durch die Post bezogen. Erscheint an jedem Wochentag. Wöchentliche Gratisbeilage:„Illustrierter Kamilienfreund. 34. Jahrgang. die Einzelheiten eines schwachköpfigen Menschen sein, der sich in eine verbrecherische Idee verritten hat. Vollständiger Wahnsinn aber scheint nach allem, was bisher verlautet, ausgeschlossen. „Eine andere Version ist die, daß Weiland als Werkzeug von politischen Fanatikern benutzt worden ist. Im Verlauf revolutionärer Ereignisse ist— wie die Geschichte beweist— zu Tage getreten, wie oft geheime Gesellschaften und Verschwörungen vor diesen Ereignissen thätig gewesen sind... Es ist sehr wohl möglich, daß die Anstifter sich den Epileptiker ausgesucht haben, um den Verdacht seiner Verabredung sofort abzulenken und das Verbrechen als eine Folge des geistigen und körperlichen Zustandes des Verbrechers zu kennzeichnen.— Der möglichen Absichtlichkeit wird entgegengehalten, daß Weiland sich nicht einer Schußwaffe bedient habe. Der Grund kann einfach in dem Bestreben liegen, nach dem Attentat zu entkommen. Sobald ein Schuß fällt, greifen die Nebenstehenden, falls sie nicht selbst zu den Verschwörern gehören, zu— der Attentäter ist entdeckt, wogegen das Werfen eines Gegenstandes sich geräuschlos vollzieht und der Verbrecher leichtere Gelegenheit zum Entkommen hat.... Zum Schluß empfiehlt das Blatt, die Quellen zu verstopfen, d. h. die organisierste öffentliche Verhetzung der Klassen, den Mißbrauch„zugeflogejner" Briefe, die Beleidigung unter dem Deckmantel der Immunität, die Herabsetzung der Autorität und unserer ganzen geschichtlichen Entwickelung energisch zu unterdrücken. Die Zahl der Standeserhöhungen war in Preußen im Jahre 1900 ungewöhnlich groß. Es wurden verliehen ein Herzog] titel(Fürst zu Trachenberg), 3 Fürstentitel(Graf Eulenburg, Graf von Dohna=Schlobitten und Graf von Inn= und Knyphausen, 2 Grafentitel. 43 Personen erhielten das Adelsprädikat gegen 9 im Vorjahre, 3 im Jahre 1898, 8 im Jahre 1897. Die Zahl der preußischen Orden und Ehrenzeichen, die 1900 verliehen worden sind, betrug 10 690, sodaß in 10 Jahren eine Zunahme von 5513 oder 106,5 Proz. stattgefunden hat. Der Schwarze AdlerOrden ist nur viermal verliehen worden gegen neunmal im voraufgegangenen Jahre. Ueber die in den deutschen Armeen neu eingeführten Maschinengewehre wird aus fachmännischen Kreisen geschrieben: Die Gewehre eignen sich hauptsächlich zu wirksamer Bestreichung von Schluchten, Pässen, Thoren, Dämmen, Brücken, kurzum von Engwegen aller Art und von sonstigen engbegrenzten Geländeteilen im Gebirge Auch können sie im Kampf um Oertlichkeiten, bei der Verteidigung vorbereiteter Stellungen und überall da von Nutzen sein, wo die gegebenen Verhältnisse es unmöglich machen, eine ausreichende Zahl von Handfeuerwaffen gegen ein bestimmtes Ziel in Thätigkeit zu bringen. Ueber solche und ähnliche Gebrauchsfälle hinaus läßt sich von der Verwendung der Maschinengewehre im Felde ein besonderer Nutzen kaum erwarten, und es erscheint daher ratsam, sie bei dem Feldheere nur in beschränkter Zahl mitzuführen. Die Maschinengewehre können auch keine höhere ballistische Leistung als die Infanteriegewehre ergeben; dreißig Schützen und ein Maschinengewehr sind etwa gleichwertig. Jedenfalls läßt sich keine überlegene Treffähigkeit des Maschinengewehres aus den englischen und schweizerischen Erfahrungen herleiten, doch gehen die Meinungen darüber noch auseinander. Mit der Artillerie kann das Maschinengewehr sich in keiner Weise vergleichen. Auch in München ist ein Konflikt der Kassenärzte mit der Ortskrankenkasse IV ausgebrochen, weil die Krankenkasse die schon ohnehin niedrigen Honorare der Kassenärzte noch heruntergesetzt hat, sodaß ein Kassenarzt z. B. für eine schwere Operation nicht mehr als ungefähr 11 Mark berechnen dürfte. Die infolgedessen erfolgte Kündigung der Kassenärzte an die Ortskrankenkasse ist am 1. April inkraft getreten, sodaß die Ortskrankenkasse IV. seit dieser Zeit keine Kassenärzte mehr hat. Sie hat auch keine neuen anstellen können, da sämtliche 542 münchener Aerzte sich mit den 60 Kassenärzten für solidarisch erklärten. Jetzt werden die Kassenmitglieder als Privatpatienten nach der Minimaltaxe von den Aerzten behandelt. Es wird jedoch sofortige Bezahlung verlangt, und wenn nicht geleistet wird, wird sofort Rechnung mit dem Bemerken gestellt, daß sie in acht Tagen eingeklagt wird. Der Patient wird aber darauf hingewiesen, daß ihm alle Regreßansprüche an seine Kasse offenstehen. Auf Verlangen erhält der Patient nach der Minimaltaxe ein privatärztliches Zeugnis ausgestellt, das ihm die Dauer der Erkrankung und der Arbeitsunfähigkeit bestätigt. Der Arzt läßt den Patienten ferner folgenden Prorest unterschreiben:„Ich habe mich heute bei Herrn Dr..... in ärztliche Behandlung begeben; derselbe hat mir für seine Dienstleistung Rechnung nach der Minimaltare gestellt, mir jedoch weder Krankenkassenrezepte noch Krankenbuch ausgefertigt. Da ich hierdurch in meinen Rechten als Kassenmitglied geschädigt bin, erhebe ich Beschwerde bei der Aufsichtsbehörde.“ Dieser Protest wird sofort an den Magistrat als Aufsichtsbehörde der Ortskrankenkasse weitergegeben. Ein andres Antlitz, ehe sie geschehen, Ein anderes zeigt die vollbrachte That. Hölty. Schiller. Das Brack des Grosvenor. Von Clark Russell. (Fortsetzung.) (Nachdruck verboten.) Kurz vor sechs Uhr, um welche Zeit ich den Hochbootsmann abzulösen hatte, überzeugte ich mich, daß Stevens in seiner Kajüte schlief und stieg dann leise die Leiter herunter, die in das Zwischendeck führte. Hier waren mehr als siebenhundert Kisten mit Nägeln aller Art verstaut. Jede Kiste war ungefähr zweimal so breit und so lang wie dieses Buch, hatte ein für den Zweck ausreichendes Gewicht und ließ sich leicht handhaben. Ich schaffte eine dieser Kisten in meine Kajüte und als es sechs Uhr geschlagen hatte, nahm ich sie bedeckt von meinem Ueberzieher mit auf Deck. Als ich dieses betrat, fand gerade die Ablösung am Steuer statt, und ich sah, wie der Mann dem andern ein Stück Tabak abschnitt. Während beide ihre Aufmerksamkeit auf die Beschäftigung gerichtet hatten, gelang es mir, den Kasten unbemerkt unter eine Bank des Bootes zu stellen und meinen Rock so darüber zu breiten, als wenn ich ihn dort nur abgelegt hätte, um ihn zur Hand zu haben. Der Haschanteonang dehachaete nich aine sccauden date Kusichen schmanden wüe dnen Kde. Nat Blachick uit ienen zu nehmen, als er aber auf dem Wege nach der Kajüte an mir Kleidern lag bereit, ich nahm es schnell und klopfte an Miß Rovorüberging, raunte er mir zu, daß ich seine Kleider an der Thür bertsons Thür. Sie erschien sogleich, und ich überreichte ihr den seiner Koje finden könne. Pack nebst meinem Südwester, den ich schon vorher aus meiner Daraus, daß er nur im Vorübergehen zu mir sprach und Kajüte geholt hatte. gar nicht bei mir stehen blieb, schloß ich, daß der Zimmermann:„Was für ein Zeichen werden Sie mir geben?“ fragte sie. doch wohl irgend etwas Verdächtiges in unserer langen Beschäf=:„Ich werde dreimal mit dem Stiefelabsatz auf die Decke tigung mit der Karte gefunden haben mochte und sich darüber Ihrer Koje klopfen. Uebrigens ist noch eine leere Koje neben seinen Vertrauten gegenüber ausgesprochen hatte, indes ließ sich; der Ihrigen, welche Sie zum Umkleiden benutzen können, damit die Sache insofern gut an, als wir eine dunkle Nacht zu erwarten Ihr Vater Sie nicht sieht. hatten, falls nicht ein ganz plötzlicher Witterungswechsel eintrat. Der Himmel war trübe, ein gleichmäßiger, dicker Wolkenteppich bedeckte ihn, nur am westlichen Horizont, an der Stelle, loo die Sonne unlerging, Zeigsle er eine torriche Harbung. „Ich werde es schon einrichten, daß er mich nicht sieht,“ entgegnete sie.„Es ist besser, ich verlasse ihn nicht, denn er schlief eben ein, während ich mit ihm sprach, und wenn er aufwachen wo die Sonne unterging, zeigte er eine rötliche Färbung. Die und nach mir rufen sollte, möchte ich ihm nicht in meiner VerSee war unruhig und sah schwarz aus, es wehte ziemlich scharf kleidung zeigen, er würde darüber erschrecken. Wenn ich hier aus dem Süden. Die Bewegung des Schiffes war höchst unan= bleibe, kann ich mich allmählich anziehen und ihm im Notfall genehm, denn es stampfte unregelmäßig und schlingerte stark. antworten, ohne daß er mich sieht.“ Als die Schatten sich mit der zunehmenden Dunkelheit auf]„Vorläufig ist noch viel Zeit,“ fügte ich hinzu;„der der See verichteten, war der Anblick des bleifarbenen Himmels bootsmann löst den Zimmermann erst um Mittenacht ab. Sound der tiefdunklen Wogen ein unbeschreiblich niederdrückender, wie dieser das Deck verlassen hat, werde ich mich zum HochbootsDas Aussehen des Wetters war so zweifelhaft, daß ich Ursache mann begeben. Hier ist meine Uhr, Sie haben sonst kein Mittel, gehabt hätte, zum mindesten die obersten Bramsegel zu bechlagen zu erfahren, wie spät es ist, ohne die Kajüte zu verlassen. hor davon!„Ist die Nacht dunkel?" „Sehr dunkel, sie könnte für uns nicht besser sein. Haben u. einen Teil der großen Segel reffen zu lassen, nahm aber davon Abstand, um die Leute nicht vernehmen zu lassen, daß dadurch unsere Fahrgeschwindigkeit verringert würde. Das wäre mir Sie keine Sorge, mit Gottes Hilfe wird schon alles gut gehen. nicht dienlich gewesen für meine Rechnung am nächsten Tage. Der Zimmermann soll es denn doch ein gut mit welcher ich Stevens beweisen mußte, wie schnell wir gesegelt den, als er denkt, das Schiff anzubohren. Der Hochboot und der Küste von Florida näher gekommen währen. Ischläft fest, er schnarcht, daß die Fenster zittern; es war mir wahr Um acht Uhr weckte ich den Zimmermann und wartete, bis haft tröstlich ihn zu hören, als ich eben die Sachen bei ihm abholte, er auf Deck war, ehe ich es wagte, in die Koje des Hochbootsmanns kein Mensch könnte so schlafen, der von den nächsten St einzutreten. Als ich die Thür leise öffnete, hörte ich den braven Ende mit Schrecken für sich fürchtet." # 0 — Unter dem Titel„Das theatralische Deutschland“ klagt ein alter Offizier, daß der jungen Generation die Selbstgenuügsamkeit abhanden gekommen sei und die undeutsche Sucht, in die Oeffentlichkeit zu treten, sich vorzudringen, überhand nehme. Der Verfasser kommt dann auf die peinliche Szene zurück, die sich gelegentlich der Hinrichtung des Taotai von Tientsin abspielte: Dort, in Tientsin, sollte der Taotai in aller Oeffentlichkeit dem Schwerte des Nachrichters verfallen. Zur Richtstätte wurde ein kleiner Platz der Stadt gewählt. Zu den ersten, die sich zu dem grauenvollen Akte einfanden, gehörte ein deutscher Leutnant, der sofort begann, auf einer Erhöhung einen gewaltigen photographischen Apparat aufzubauen. Viele offizielle Persönlichkeiten der Verbündeten erschienen auf dem Richtplatz; unter ihnen auch verschiedene höhere deutsche Offiziere. Keinen von diesen letzteren befremdete der photographische Apparat. Erst als mit dem Delinquenten, an der Spitze einer Kompagnie, der mit der Leitung der Hinrichtung beauftragte englische Hauptmann anrückte, mußte auf dessen Geheiß der deutsche Leutnant seinen Apparat bei Seite schaffen. Eine äußerst peinliche Situation für die anwesenden deutschen Offiziere, im Besonderen für den Leutnant. Um die Gefühle, mit denen er der Weisung des Engländers nachkam, ist er wirklich nicht zu beneiden. Ob er aber die Berechtigung zu dieser anerkannt hatte? Hatte er denn etwas Ungehöriges thun wollen? Was wird denn heute nicht alles photographiert? Bis an ihren Schreibtisch und an den Familientisch, an dem sie sich gerade zur Theestunde mit Kind und Kegel versammelt haben, sind sie schon vorgedrungen. Auch bei kirchlichen Feiern haben sie bereits ihren Apparat gerade in dem Augenblick „knipsen" lassen dürfen, wo die Gemeinde zum Empfang des Segens in Demut ihre Knie beugte. Frankreich. = Der in Leus tagende Kongreß der französischen Bergarbeiter beschloß, es solle durch allgemeine Abstimmung der Berg= arbeiter in den Generalausstand eingetreten werden, falls nicht binnen vier Monaten die Regierung die Forderungen der Bergarbeiter auf Einführung des Achtstundentages, der Altersrenten etc. befriedigt. Italien Die Ernüchterung über die Toulonfeste wächst. Die „Gazetta di Turino“ spricht geradezu von einem mißglückten Experiment und meint, es wäre opportuner gewesen, statt des Oheims des Königs von Italien einen Vizeadmiral nach Toulon zu senden. Die Turnier„Stampa“ macht gute Miene zum bösen Spiel und schreibt, daß nun zwischen Italien und Frankreich alle Mißverständnisse gehoben seien. Weiter dürfte man aber nicht gehen. Deshalb will die„Stampa“ den Franzosen ehrlich und offen zurufen:„Alliierte nicht! Wohl aber Freunde! Und wahre aufrichtige Freunde! Unser Interesse kann von Eurem nicht sehr verschieden sein, und wer weiß, ob nicht eines Tages unsere Straßen auf denselben Punkt zulaufen. Dann werden wir glücklich sein, uns von neuem zu begegnen. Viel drastischer urteilt die„Gazetta di Venezia, die von der Kälte der Aufnahme der Italiener in Toulon überrascht ist. Denselben Umstand hebt die Mailänder„La Sera“ hervor, welche schreibt, dem Herzog von Genua seien nur die offiziellen Ehren erwiesen worden. Man habe ihn in einen vorsintflutlichen Landauer mit hinkenden Pferden gesetzt, dessen Kutscher zu enge Livreen trugen. Der„Secolo" veröffentlicht eine Unterredung mit Dupuy, der als erste Folge der Toulonfahrt den demnächstigen Abschluß eines ffranzösischen Handelsvertrages mit Italien in Aussicht stellt. Präsident Loubet so äußerte Dupuy, betrachte eine völlige Aussöhnung Frankreichs mit Italien als seine Präsidentschaftskommission. Nord=Amerika. = Die Gefangennahme Aguinaldo's scheint die Meldungen, daß der bewaffnete Widerstand gegen die amerikanischen Truppen im Abnehmen begriffen sei, endlich zu bestätigen. Freilich ist die bloße Thatsache der Gefangennahme nicht als Ende des Kampfes anzusehen, ebenso wie die Ergreifung von Jefferson Davis nichts zur Beendigung der Rebellion der Südstaaten beitrug, wohl aber der Regierung damals viel Unannehmlichkeit verursachte. Bedeutsam wird sie erst, weil sie, den Beweis zu liefern scheint, daß der Anhang Aguinaldo's auf ein schwaches Häuflein zusammengeschmolzen ist; doch ist letzteres vielleicht der Fall, weil er persönlich im letzten Jahre an den Operationen des Guerillakrieges nur noch auffallend wenig teilgenommen hat. Präsident MacKinley giebt sich indessen schon der freilich nicht einmal von allen seinen Ministern geteilten Ansicht hin, daß Aguinaldo sich jetzt ins Unvermeidliche fügen und nicht blos die amerikanische Herrschaft auf den Philippinen anerkennen, sondern sogar so brav werden wird, daß man ihm zum Lohn dafür den Posten eines Gouverneurs einer Provinz auf Luzon anvertrauen kann. Der Präsident hat sich sogar einigen prominenten Bundessenatoren gegenüber bereits dahin ausgelassen, daß unter so bewandten Umständen die Armee nicht mehr auf die gesetzlich höchste Präsenzstärke von 100000 Mann gebracht zu werden brauche, daß man sich vielmehr mit der niedrigsten Ziffer von 65000 Mann begnügen könnte, was ihm begreiflicherweise schon deshalb sehr erwünscht wäre, weil es mit der Rekrutierung zurzeit außerordentlich langsam vonstatten geht und gar nicht abzusehen ist, wann die 100000 Mann complett sein würden. Ruft, wie erwartet wird, Aguinaldo's Entfernung von der Bildfläche auf die Filipinos wirklich einen entmutigenden Eindruck hervor, der sie veranlaßt, den Widerstand gegen die Vereinigten Staaten aufzugeben, so wird die Einrichtung einer Zivilregierung allerdings raschere Fortschritte machen, und man wird, worauf die imperialistischen Handelskreise schon lange gewartet haben, am Ende sogar die wirtschaftliche Ausbeutung der Inseln ernstlich ins Auge fassen können, alles das aber doch nur unter dem Schutze recht vieler amerikanischer Bajonette. England und Transvaal. + Die Engländer müssen nun selbst die von Kapstadt verbreitete Meldung von der Wiederaufnahme von Friedensunterhandlungen seitens Botha's als jeder Begründung entbehrend bezeichnen. Die„Times" stellt ausdrücklich fest, daß in englischen Regierungsskreisen von neuen Verhandlungen zwischen Botha und Lord Kitchener nichts bekannt sei. Die darauf bezüglichen Meldungen sind vermutlich in der Absicht in die Welt gesetzt worden, um Mißtrauen zwischen Botha und de Wet zu säen und die noch im Felde stehenden Streitkräfte der Buren zu entmutigen. Dies ist im wesentlichen auch die Auffassung der Amsterdamer Burenkreise, die den Zweck der Anstrengung darin erkennen, die Burenkommandos in der Kapkolonie, die in der letzten Zeit manchen kleinen Erfolg davongetragen haben, zu verwirren. Für diese Auffassung spricht der Umstand, daß die Meldungen von Kapstadt ausgingen, wo man über die Vorgänge nördlich vom Oranje kaum zutreffend unterrichtet sein dürfte. Mit der Abstreitung neuer Friedensverhandlungen fällt auch die Behauptung von der „Unzurechnungsfähigkeit“, de Wet's in sich zusammen. Daß Botha, dessen Verhalten bisher kaum Anlaß zu einer abfälligen Beurteilung gab, einen Landsmann als unzurechnungsfähig bezeichnet haben sollte, nur weil er auf die Friedensverhandlungen des Herrn Chamberlain nicht eingehen wollte und für die Unabhängigkeit der Buren bis zur letzten Patrone und zum letzten Atemzuge zu kämpfen entschlossen ist, klang von Anfang an unglaublich. Der Kleinkrieg wird also fortgeführt werden. + Augenblicklich befindet man sich in London in großer Unruhe bezüglich der neuesten Kriegsthaten von Plumer. Dieser ist von früher her eigentlich nur durch die mancherlei fruchtlosen Versuche bekannt, welche er für die Erlösung von Mafeking unternahm. Seitdem er nun den Kabelmeldungen zufolge bis nach Pietersburg vorgedrungen ist, hat er die Gefahr der Kriegslage in Südafrika ganz bedeutend verschärft. Denn wenn er dort auch wirklich die britische Fahne aufgepflanzt und eine Kanone nebst tausend Bomben vorgefunden hat, so ist damit die Eroberung Transvaals doch um kein Haarbreit gefördert worden. bloße Besetzung der Eisenbahn wird ebenso wenig zur Entscheidung führen, wie ehemals im Oranjefreistaate die Einnahme von Bloemfontein zum Ziele geführt, und so lange der Feind in dem weit ausgespannten Gebirgsnetze von Zoutpansberg sich auf Monate oder Jahre hinaus in unangreifbaren Stellungen zu halten vermag, dürfte der bloße Besitz des Nylstroom oder Pietersburg den Engländern nur wenig Genuß gewähren. Kitchener's riesig lange Verbindungslinie, die Tag und Nacht von erschöpften Khakimännern mit der größten Wachsamkeit behütet werden muß, wird dagegen auf einmal um 370 Kilometer länger als bisher, und wenn Plumer nicht imstande ist, dem Gegner bis in das Herz seiner Stellung im Zoutpansberge zu folgen und dort den Löwen in der eigenen Höhle anzugreifen, so wird er sich ebenso rasch wieder zurückziehn müssen, wie er vorgedrungen ist. Sonst könnte es leicht vorkommen, daß die Buren, die auch etwas vom Kriege verstehen, Plumer vom Hauptheere abschneiden, sodaß ihn schließlich sein Waffenbruder von Mafeking, Baden=Powell, wieder heraushauen muß. Wirren in China. + Das deutsche Reichsmarineamt beabsichtigt, die bei dem in Ostasien befindlichen 1. und 2. Seebataillon vorhandenen Einjährig=Freiwilligen und sonstigen Mannschaften, welche bis zum 31. März d. J. ihrer aktiven Militärpflicht genügt hatten, zurückzuziehen. Diese Mannschaften werden voraussichtlich im Monat Mai oder anfangs Juni die Heimreise antreten. + Die Angehörigen des in Peking ermordeten Hauptmanns Bartsch haben die Ueberführung der Leiche nach der schlesischen Heimat telegraphisch erbeten. Der Ermordete hat sich besonders in dem Gefecht an der chines. Mauer bei Tzekingkuan ausgezeichnet, wo er mit seiner Kompagnie unter dem Verluste mehrerer Toten und Verwundeten drei Schnellfeuergeschütze und eine Menge Fahnen eroberte. + Nach einer Mitteilung des„Memorial Diplomatique“ hat auch Oesterreich=Ungarn die Absicht, sich für kolonialpolitische Zwecke ein Stück chinesischen Gebietes anzueignen. + Der Reichspostdampfer„Kiautschou“ mit Truppentransport aus China ist am Sonntag vormittag in Hamburg eingetroffen. Nachdem der Dampfer festgelegt, begaben sich der kommandierende General des 9. Armeekorps, General der Kavallerie von Massow, zahlreiche Offiziere und die Mitglieder des Senats an Bord des Dampfers. Hier hielt General v. Massow in herzlichen Worten eine Ansprache an die Soldaten. General v. Massow richtete sodann an jeden Soldaten einige freundliche Worte und reichte jedem die Hand. Mit Ausnahme von 8 Schwerkranken, welche mittel Krankenwagen nach dem Altonaer Garnisonslazareth gebracht wurden, bestiegen die übrigen Mannschaften, etwa 200, zwei bereitstehende Extrazüge, in denen sie nach den verschiedenen Bahnhöfen befördert wurden, um von hier aus die Weiterreise anzutreten. Das Aussehen und die Haltung der Mannschaften waren gut. Zahlreiche Anverwandte der heimkehrenden Krieger waren bei der Landung anwesend. Sie lächelte, und der Ausdruck ihres hübschen Gesichts ließ mich erkennen, daß auch sie einen Trost in diesem Umstand fand. Das war mir eine Beruhigung, und mit einem:„Also Glück auf“ reichte ich ihr die Hand und ging. Ohne einen Gedanken an Schlaf legte ich mich nunmehr auf mein Lager und deckte mich mit meiner Wolldecke zu. Ich schlief aber ddoch bald ein, und neu gestärkt erwachte ich um elf Uhr. Ich blickte durch das Fenster in die Nacht hinaus, es war pechdunkel. Um mich wach zu erhalten, steckte ich mir meine Pfeife an und überdachte noch einmal unsern Plan mit dem Bemühen, irgend einen Punkt in demselben zu entdecken, der vielleicht noch einer Verbesserung bedürfe, aber umsonst, ich konnte keinen finden. Mit voller Ruhe und festem Vertrauen sah ich der nächsten Stunde entgegen. Einmal nur kam mir noch der Gedanke, ob der Matrose, welchen man mit dem Anbohren des Schiffes betraute, auch den Teil des Vorderschiffes dazu wählen würde, in dem der Hochbootsmann sich befand; doch sagte ich mir, daß dieser den Kielraum und die Verstauung der Landung genau kannte und seiner Sache sicher sein müsse. Der Ton der Schiffsglocke, welche die Mitternacht anzeigte, riß mich plötzlich aus meinen Gedanken. Jetzt begann mein Herz doch rascher zu schlagen. Stevens kam mit schweren Tritten die Kajüttentreppe heruntergestampft und ging den Hochbootsmann zu wecken, welcher sich sogleich auf Deck begab. Ich lag ganz still, denn ich dachte, er könnte vielleicht bei mir hereinblicken, und es schien mir für unser Vorhaben besser, ihn glauben zu lassen, ich schliefe. Er kam aber nicht und ich hörte ihn auch nicht zu Bette gehen. Das machte mich stutzig. Ich stand deshalb leise auf, schlich an meine Thür, zog behutsam den Schlüssel heraus und guckte durch das Schlüsselloch. Zu meiner Beruhigung sah ich ihn da, wie er eben mit einer Flasche Brandy aus der Speisekammer kam, sich ein Glas von einem der Gestelle nahm, dasselbe voll goß und mit einem Zuge leerte. Darauf trug er die Flasche wieder zurück und begab sich dann in seine Kajüte. Jetzt war die Zeit gekommen. Mochte er später auch vielleicht aus irgend einem Grunde wieder auf Deck kommen und mich dort treffen, das hatte nichts zu sagen, denn als Kapitän war ich gewissermaßen verpflichtet, auch außer der Zeit meiner Wache mitunter nach dem Wetter zu sehen und den Kurs des Schiffes zu kontrollieren. Trotzdem verließ ich meine Kajüte ganz ohne Geräusch, denn ich wünschte nicht, daß er mich hörte. Auf den Fußspitzen schlich ich die Treppe hinauf. Die Nacht war nicht so dunkel, wie sie mir durch das Fenster erschienen war, aber doch noch dunkel genug für unseren Zweck. Ich suchte alsbald den Hochbootsmann auf und fand ihn am Besanmast lehnend. „Sind Sie fertig?“ fragte ich. „Alles fertig. „Haben Sie keine Furcht vor Ratten?“ fragte ich lachend. „Ach was, weder vor Ratten noch sonst so was,“ entgegnete er gut gelaunt.„Hat die Lady meine Kleider schon an? Ich möchte sie doch gern sehen.“ „Sie wird kommen, wenn alles so weit ist, daß Sie verschwinden können. Uebrigens: das Oberlicht muß zugedeckt werStadt und Kreie Schwerte, 16. April. In der heutigen Magistratsund Stadtverordneten=Sitzung ist der Stadtbaumeister Vietz aus schmalkalden zum Stadtbaumeister der Stadt Schwerte gewählt worden.1 Schwerte, 16. April. Am gestrigen Tage, nachmittags, ist in der Schule an der Kuhstraße ein Einbruchdiebstahl verübt worden. Die Pulte wurden gewaltsam erbrochen. Ob etwas und was aus denselben entwendet worden ist, konnte bis jetzt noch nicht festgestellt werden. Um die Abholung von Postsendungen an solche Empfänger, welche dauernd von diesem Verfahren Gebrauch machen, zu beschleunigen und das Abholungsverfahren zu erleichtern, hatte die Reichspostverwaltung schon vor fast 25 Jahren die Einführung verschließbarer Abholungsfächer zur selbständigen Leerung durch das Publikum ins Auge gefaßt. Diese Fächer— etwa 14 Zentimeter hoch, 11 Zentm. breit und 36 Zentm. tief, für Abholer mit lebhaftem Verkehr mehr als doppelt so breit— werden in einer Wand zwischen dem Briefausgabezimmer und dem Schaltervorraume hergestellt. Von dem Dienstzimmer aus werden die Sendungen in die innen mit den Namen der Abholer bezeichneten Fächer verteilt; diese sind an der dem Publikum zugänglichen Seite mit einer verschließbaren Thür versehen, die lediglich eine Nummer trägt. Das Schloß eines jeden Faches ist von dem aller anderen Fächer verschieden, die Form der Schlüssel läßt zahlreiche Verschiedenheiten zu, jedem Teilnehmer wird ein besonderes Fach nebst einem Satz Schlüssel überwiesen. Zur praktischen Erprobung sind im Reichspostgebiete derartige verschließbare Abholungsfächer im Jahre 1878 bei dem Postamte in Bremen und im Jahre 1882 bei dem Postamte in Mannheim hergestellt worden. Die Einrichtung hat sich bei dem Handelsstande dieser Städte große Beliebtheit erworben und es nehmen in Bremen 1352, in Mannheim 285 Abholer ihre Sendungen mittels der verschließbaren Abholungsfächer in Empfang. Diese lebhafte Benutzung beweist, daß dem Publikum gegenüber die Vorteile des Verfahrens die damit verbundenen Mängel überwiegen. Als solche Mängel seien erwähnt, daß der Abholer sich unter Umständen auch noch am Schalter melden muß, wenn Sendungen vorliegen, die in die Fächer nicht ausgenommen werden können, und daß verloren gegangene oder entwendete Schlüssel von unredlichen Personen bis zur Entdeckung des Verlustes zur Leerung der Fächer benutzt werden können. Für die Postverwaltung hat sich die Neuerung als weniger günstig erwiesen. Sendungen(wenn der Abholer nicht das Porto stunden läßt) müssen nach wie vor durch die Ausgabebeamten verabfolgt werden. Da also das alte, unentgeltliche Abholungsverfahren neben der Abholung durch verschließbare Fächer bestehen bleiben muß, wird das Sortiergeschäft umständlicher. Auch entstehen durch die Einrichtung und Unterhaltung der Fächer erhebliche Kosten, die besonders durch die bauliche Unterbringung der Abholungsfächer verursacht werden. Unter diesen Umständen hat die Reichs=Postverwaltung von der weiteren Einführung der Schließfächer bisher abgesehen. In neuerer Zeit ist aber eine lebhafte Bewegung zu gunsten derartiger Fächer hervorgetreten. Insbesondere haben die Handelskammern in großer Zahl die Einführung als für den Handelsstand dringend erforderlich und von erheblichem Nutzen beim Reichspostamte den, es wird einen zu hellen Schein, ich möchte die Kajütenlampe nicht gern auslöschen, das könnte doch auffallen. Holen Sie doch eine Teerdecke und werfen Sie sie über, ich gehe inzwischen um mit dem Manne am Rade zu sprechen.“ „Wer ist denn dort?“ „Jim Cornish.“ Wir gingen nun beide auseinander, er verdeckte das Oberlicht, und ich unterhielt mich über Kurs, Wetter und dergleichen mit Cornish. Nach einer Weile suchte ich den Hochbootsmann wieder auf und sagte:„Kommen Sie, wir wollen etwas miteinander auf und ab gehen, damit Cornish uns zusammen sieht.“ Wir thaten das und ab und zu blieben wir in seiner Nähe stehen. Als wir bei diesem Hin= und Herwandern wieder einmal am vorderen Ende des Hüttendecks angekommen waren, hielt ich an und sagte:„So, nun ist es genug, gehen Sie jetzt nach hinten und postieren Sie sich so, daß Cornish an der Wetterseite des Hüttendecks nicht vorbeisehen kann.“ Ich folgte ihm bis zu dem Teil des Deck, der gerade über Miß Robertsons lag und trat dort einmal scharf mit dem Stiefelabsatz auf, zu gleich aber schlug ich, um dieses Geräusch zu übertönen, mit meinen Händen kräftig unter meine Achselhöhlen, wie man zut hun pflegt, wenn einem kalt ist. Darauf ging ich in die Nähe der Kajütentreppe. Kaum war ich hier angelangt, als das Mädchen auch schon an meiner Seite stand; der vollständige, richtige Seemann. (Fortsetzung folgt.) befürwortet. Auch bei einer am 27. Oktober 1899 im ReichsPostamte stattgehabten Konferenz mit Vertretern des Handelsstandes auf dem ganzen Reichs=Postgebiet ist fast einstimmig die Zweckmäßigkeit und das Bedürfnis der allgemeinen Einrichtung von Schließfächern anerkannt worden. Der veränderten Sachlage entsprechend ist die Post=Verwaltung numehr dazu übergegangen, bei den Postausgabestellen in Orten, in denen eine genügende Beteiligung gesichert ist und die Raumverhältnisse es gestatten, Schließfächer einzurichten. Sie will das aber mit Rücksicht auf die entstehenden Kosten nur dann, wenn sie die Befugnis erhält, für die Fachbenutzung eine Gebühr zu erheben, ebenso wie es in allen anderen Ländern geschieht, in denen dieselbe Einrichtung besteht. Durch Reichsgesetz ist diese Gebühr für ein gewöhnliches Schließfach auf 12 Mark jährlich, für ein größeres Fach auf 18 Mark jährlich festgelegt. Die Gebühren in anderen Ländern gehen bis zu 67 Mark 20 Pfg. hinauf; ein so hoher Betrag wird z. B. in den Vereinigten Staaten von Nordamerika erhoben, wo ein Staffeltarif je nach der Größe des Ortes besteht. In Schwerte würde die Einführung der Schließfächer erfolgen können, falls eine genügende Anzahl von Teilnehmern sich daran zu beteiligen bereit ist. Wie wir hören, würden die Schließfächer von morgens 6 Uhr bis abends 10 Uhr zugänglich bleiben und eine nicht unwesentliche Erweiterung der Abholung schaffen. Die dadurch erzielte Erleichterung und Vereinfachung des Verkehrs ist ohne Zweifel freudig zu begrüßen und wird bei Industrie und Handel rege Benutzung finden. Die geringe Jahresgebühr fällt nicht ins Gewicht, wo ein unter Umständen ganz erheblicher Vorteil erreicht werden kann. Wir wollen wünschen und hoffen, daß sich in Schwerte eine genügende Zahl von Teilnehmern für die Schließfächer findet und dadurch die Möglichkeit geboten wird, die neueste Verkehrseinrichtung auch hier ins Leben treten zu lassen. ** Schwerte, 16. April. Im Hotel Kaiserhof wurden, angeblich von einem früheren Angestellten, mehrere Diebstähle ausgeführt. So wurde einem Kellner ein noch fast neuer Anzug und einem Molkereikutscher mehrere Schürzen entwendet. Auch dem Leiter des Hotels sind mehrere Wäschestücke u. sonstige wertvolle Gegenstände gestohlen worden. ** Schwerte, 16. April. Der Arbeiter Viganski, welcher wegen Körperverletzung steckbrieflich verfolgt wurde, ist hier verhaftet worden. Ebenso der Arbeiter S. von hier, der auf der Straße einen fremden Mann mißhandelt hatte. ** Seit einer Reihe von Jahren macht sich erfreulicherweise in allen Kreisen eine Richtung geltend, die bestrebt ist, durch gymnastische Uebungen nicht nur auf viele Krankheiten heilend und bessernd einzuwirken, sondern den Körper auch in gesunden Tagen möglichst zu kräftigen, um ihn hierdurch gegen Krankheit mannigfacher Art widerstandsfähiger zu machen. Es leuchtet jedem ein, wie wohlthuend und wichtig sich sachgemäß durchgeführte und regelmäßig betriebene körperliche Uebungen für die Entwickelung und Kräftigung des Körpers erweisen. Werden hierdurch doch nicht allein die Muskeln gestärkt, sondern auch die Geschmeidigkeit und Gelenkigkeit der Glieder gehoben und erhalten. Insbesondere ist der Einfluß jeder körperlichen Bewegung auf die Atmung sehr günstig, indem dadurch zunächst die Lungen weit öfter und ausgiebiger als bei Körperruhe aus. gedehnt werden und so gleichzeitig infolge der kräftigeren Atemzüge viel mehr Luft durch die Lunge ausgenommen und dem Blute zugeführt wird, das so, mit neuem Sauerstoff versehen, dem ganzen Körper frische Kräfte zuführt. Immer mehr bricht sich auch die Erkenntnis Bahn, wieviel dem Körper sowohl in gesunden, wie in kranken Tagen genützt werden kann, wenn auf körperliche Uebungen ein größerer Wert als bisher gelegt wird. Wer es nicht erlebt hat, der glaubt nicht, wie wohlthätig schon die Zimmergymnastik— auch ohne jeden Apparat— wirkt, besonders für Menschen, die eine sitzende Lebensweise zu führen gezwungen sind. Wie manches Unbehagen, manches Unwohlsein und selbst manche Krankheit könnten sich dieselben ersparen, wenn sie es sich zur Pflicht machten, beim Aufstehen wie vor dem Zubettgehen (selbstverständlich im Zimmer mit reiner Luft) eine einzige Minute, ja auch nur eine Viertelminute Zimmergymnastik zu treiben! Man versuche es einmal und man wird staunen, welche guten Folgen dies für das Allgemeinbefinden hat. Ueber die Art des Turnens wird jeder bei unseren Turnern Auskunft erhalten; Apparate, selbst Hanteln, sind zwar sehr nützlich, aber, wie gesagt, zur Zimmergymnastik nicht durchaus notwendig, wie wir aus eigener Erfahrung bestätigen können. ** Die goldenen Ferien, wenigstens für unsere Volksschulen, sind vorüber, und für die, welche Ostern konfirmiert und ins Leben eingetreten sind, ist ein junger Nachwuchs als Ersatz in die Schule eingeteten. Ein großer Moment in unserem Leben! Zum ersten Male in der Schule, in fremder Umgebung und fremder Zucht. Da wird manchem Kleinen das Herz schwer, wenn die Mutter, die ihn zur Schule gebracht, ihn nun allein zurückläßt. Aber die Freundlichkeit der Lehrer und die Zuckerdüte, welche in Aussicht steht, helfen über die Bitterkeit des ersten Schultages leicht hinweg. In dem Leben dieser Kleinen wird nun der Tornister, und davon wollten wir reden, eine gewisse Rolle spielen. Es ist noch nicht lange her, da war der Tornister für viele noch verpönt und Mädchen besonders durften ein solches Ding nicht tragen. Die Zeiten sind jedoch anders geworden und mit ihnen die Ansichten der Menschen. Man hat auf die dringenden Ermahnungen der Aerzte achten und einsehen gelernt, daß die bisher üblichen Transportarten, wie in Mappen oder in Riemen oder frei in der Hand, die Gesundheit und das Wachstum der Kinder gefährden, daß vor allem Mappen und Riemen, die erfahrungsgemäß immer in derselben Hand getragen werden, die Entwickelung einer Körverseite hemmen. Aus diesen Gründen wird auch von Seiten der Schule auf die Beachtung dieser Gefahren hingearbeitet. So schreibt z. B. der Direktor eines größeren Gymnasiums mit einer Vorschule in seinem Jahresbericht über das letzte Schuljahr nach einer Darlegung dieser Gefahren und der Unsinnigkeit des Mitschleppens überflüssiger Bücher:„Es wird daher dringend ersucht, zu Hause zu beaufsichtigen, daß die Schüler der genannten (d. h. der unteren) Klassen micht überflüssige Bücher und sonstige Sachen in die Schule bringen, und darauf zu halten, daß Ranzen benutzt werden, die auf dem Rücken zu tragen sind.“ Hoffentlich finden diese beherzigenswerte Worte überall Gehör, damit nicht so Mancher nachher im Leben die Folgen sol cher Nachlässigkeit zu spüren hat. dem Männergesangverein Witten, dem Hagener Männergesangverein und der Dortmunder Liedertafel(ver. Quartett= verein und Hütte) giebt am 5. Mai im großen Saale des Fredenbaum sein 8. Festkonzert, das 3. in den Mauern Dortmunds. * Iserlohn, 14. April. Infolge Lohndifferenzen sind die Arbeiter der Kettenfabrik der Firma Karl Schlieper in der benachbarten Grüne in den Ausstand getreten. Es handelt sich um die Arbeiter in der eigenen Fabrik, während die in der Hausindustrie Beschäftigten sich an dem Ausstand nicht beteiligen. * Lüdenscheid, 15. April. Einer Ueberlieferung zufolge soll in der Wort nahe bei der Quelle eine Kapelle gestanden haben, welche zu der Kirche in Lüdenscheid nahe Beziehungen gehabt habe. In dieser Kapelle seien Andachten bgehalten und Dankopfer dargebracht für die Benutzung des Bades im Rahmederbach, welchem man bei gewissen Frauenleiden eine heilkräftige Wirkung zuschrieb. Von dieser Kapelle war seither jede Spur verschüttet. Den Bemühungen eines hiesigen Altertumsfreundes scheint es aber setzt gelungen zu sein, den Standort dieser Kapelle aufzu decken. An der Chaussee nach Werdohl, 10 Minuten von der Stadt, fanden sich bei einer erfolgten Ausgrabung die noch wohlerhaltenen 4 Fundamentmauern eines Gebäudes, welches unmittelbar neben der Quelle des Rhamederbaches belegen ist. * Recklinghausen, 15. Avril. Massenprozesse ollen gegen die Zeche„Recklinghausen I“ angestrengt werden. Am 14. Juli ereignete sich im Betriebe der Zeche bekanntlich ein schwerer Unfall dadurch, daß ein Teil des Flötzes„Sonnenschein“ einstürzte. Die Erderschütterung war an der Oberfläche in weitem Umkreise eine ganz gewaltige, viele Häuser, auch die Kirche in Bruch, wurden in Mitleidenschaft gezogen und erheblich beschädigt. Ein großer Teil der Eigentümer hat sich, wie es im„Westf. M.“ heißt, mit der Zeche auf gütlichem Wege geeinigt, bei vielen anderen ist eine Einigung nicht erzielt und der Prozeßweg bereits beschritten worden. Wie gewaltig die Erschütterung gewesen ist, geht daraus hervor, daß sogar Hauseigentümer, die an der Grenze des Grubenfeldes von Recklinghausen liegen und bereits im Bereiche der Gruben selder von„König Ludwig" und„Friedrich der Große“ wohnen, Entschädigungsansprüche geltend machen. * Barmen, 13. April. Im hiesigen Stadttheater gab es bei der Aufführung der Tragödie„Heinrich von Plauen“ einen großen Skandal. Katholische Studenten und Gymnasiasten demonstrierten energisch gegen die antiklerikale Tendenz des Stückes. Die Polizei griff ein und nahm einige Verhaftungen vor. * Mülheim a. Rhein, 13. April. Gestern nach mittag wurde in einer Fabrik an der Deutzerstraße die Arbeitsstätte des dort beschäftigten Arbeiters Thiede, der der Falschmünzerei verdächtig ist, einer Untersuchung unter zogen. Man fand reichliches Falschmünzermaterial wie Formen und Münzen fyr 3=, 2=, 1 Mark= und 10 Pfg. Stücke, außerdem Gießzeug und Gießschlüssel. Die meisten Formen hatte der Verbrecher, der Verdacht geschöpft und die Flucht ergriffen hatte, durch Zertrümmern unkenntlich zu machen gesucht. Der Falschmünzer hatte sich nach seiner Wohnung in Köln begeben, wo er noch rechtzeitig ergriffen werden konnte. * Köln, 15. April. Der Rheinpegel betrug heute vormittag 10 Uhr 5,95 m. Der Oberrhein und sämtliche Nebenflüsse sind im Fallen begriffen. Eine Gesellschaft gedenkt in Berlin, an der Stadtbahnstation Thiergartenstraße, einen„Hansa=Palast" zu bauen, der alle anderen Vergnügunglokale der Welt, der Kristall=Palast in London und Tivoli in Kopenhagen nicht ausgeschlossen, übertreffen wird. Der Hansa=Palast soll Raum für 20000 Personen enthalten, der Saal für Konzerte und Sängerfeste wird 80 m lang und 45 m breit sein. Auch eine„Völkerstraße", d. h. Restaurants aller Nationalitäten— ungarische Schänke, italienische Osteria, spanische Bodega, amerikanische Bar u. s. w. werden errichtet werden. Ein schweizer Bauer, namens Suter, hat ein neues lenkbares Luftschiff erfunden. Dasselbe besteht aus einem Ballon in Zigarrenform, dessen Aufgabe jedoch nur ist, das tote Gewicht des Apparates zu überwinden und die Erhebung vom Erboden zu erleichtern, und der Gondel, die durch Kugelgelenk mit dem Ballon verbunden ist. Die Fortbewegung geschieht durch eine DoppelLuftschraube. Das Neue der Erfindung ist außer anderem, daß der Ballon stets der Windrichtung zugekehrt ist, so daß der Ballon unter Umständen im rechten Winkel zur Bahn der Gondel steht. * In Berlin giebt es z. Z. ein Dutzend„FensterreinigungsInstitute", welche zusammen im Sommer gegen 1000 Mann, im Winter gegen 700 beschäftigen. Der Tagelohn beträgt 2.50 Mk. Die kleinen Geschäfte zahlen im Abonnement für viermaliges Putzen im Monat 1 bis 2 Mark. Der Schaden zerschlagener Scheiben fällt gewöhnlich den Versicherungsgesellschaften zur Last, doch entspinnen sich darüber häufig Prozesse, da eigentlich die Arbeiter den Schaden zu tragen haben. Außer den Instituten giebt es noch an hundert selbständige Fensterputzer, die zuweilen bis 3 Gehilfen beschäftigen. Aus Westfalen und Rheinland. * Dortmund, 16. April. Der„Sängerbund der Mark", bestehend aus der Liedertafel=Schubertbund=Bochum, Bunte Chronik. Eine der größten Glocken Deutschlands, die Maria Gloriosa im alten Dom zu Erfurt, ist für einige Zeit verstummt. Beim Festläuten sprang von dem mächtigen Klöppel ein Stück im Gewicht von 10—12 Zentnern ab. Die Maria Gloriosa wurde 1497 von dem berühmten Glockengießer Gerhard von Kampen gegossen, sie hat einen wundervollen Ton von großartiger Stärke, der 2—3 Meilen weit hörbar ist. Nur bei besonderen festlichen Anlässen, z. B. den hohen kirchlichen Festen, bei Besuchen des Kaisers usw. läßt sie ihre eherne Stimme hören.— Ein ähnlicher Unfall ereignete sich in Neapel. Beim Läuten der großen Glocke in der Apostelkirche zu Neapel, wozu 8 Glöckner notwendig sind, brach die Achse. Die Glocke stürzte, sämtliche Böden des Turmes durchschlagend, in die Tiefe, wobei einer der Glöckner zerschmettert wurde. In der Kirche entstand eine Panik, welche die Verletzung vieler Personen zur Folge hatte. * Ein spätes Opfer von Mars la Tour ist der 54 Jahre alte pensionierte Postschaffner Karl Pohle in Berlin geworden. Pohle machte die Feldzüge gegen Dänemark und Frankreich mit, und zwar im 35. Füsilierregiment. Bei Mars la Tour, am linken Bein verwundet, mußte er später viermal operiert werden. Auch der letzte ärztliche Eingriff vor zwei Jahren brachte ihm keine Heilung. Im Februar vorigen Jahres trat er vom Postamt 2 in der Halleschen Straße aus in den Ruhestand. Da er zum Ruhegehalt noch 9 Mark von der Militärkasse monatlich erhielt, so konnte er mit seiner Frau ohne Sorgen leben. Aber die zunehmende Verschlimmerung seiner alten Wunde machte ihn schwermütig und lebensüberdrüssig. Am Nachmittag des 1. Feiertages erschoß er sich in seiner Wohnung. * Ueber die Frisuren japanischer Damen berichtet ein französischer Offizier, der soeben aus Japan zurückgekehrt ist: Aus der Art und Form der Haartracht kann man nicht nur das Alter der Japanerin erkennen, sondern auch herauslesen, ob die betreffende Dame noch ledig, schon verheiratet oder wieder frei, d. h. Witwe ist. Junge Mädchen, die einen Mann suchen, tragen ihre Haare vorn recht hoch und ordnen am Hinterkopf die Haarflechten fächer= oder schmetterlingsartig an, wobei sie Silberschnur oder kleine farbige Kügelchen einflechten. Eine Witwe, die sehnsüchtig nach einem zweiten Gatten ausschaut, baut ihren Haarturm rings um eine Nadel auf, die am Hinterkopfe wagerecht angebracht wird. Wenn eine Witwe jedoch ihrem Seligen ewig treu bleiben will, schneidet sie sich das Haar ab, so daß es nicht länger ist als eine Handbreite, und kämmt es ohne jeglichen Schmuck nach hinten. Der Offizier bekennt jedoch, daß er während seines Aufenthaltes in Japan nur eine einzige Witwe mit einem„Tituskopf“ gesehen habe. Eigener Depeschendienst der„Schwerter Newyork, 15. April. Die kubanische Konstituante lenkt ein. Sie sendet ein Fünferkomitee nach Washington und behält sich ihre Beschlüsse bis nach dessen Berichterstattung vor. Die amerikanische Besatzung verbleibt auf Kuba. Peking, 15. April. Den chinesischen Bevollmächtigten ist von den japanischen Vertretern mitgeteilt worden, daß die Rückkehr des Kaisers dringend nötig sei, und daß chinesische Truppen entsandt werden müßten zur Wiederherstellung der Ordnung in er Mandschurei. Hd. Schanghai, 16. April. Nach einer mehreren Mandarinen aus Singanfu zugegangenen Meldung ist der Hof im Begriff, nach Hsianyung in der Provinz Hupe überzusiedeln. Hd. Mons, 16. April. Infolge ministerieller Verfügung werden hier unter Leitung eines Bergingenieurs Versuche mit Lampen und Ventilationsapparaten für Gruben angestellt. Hd. London, 16. April. Lord Kitchener meldet: General Babington die Berge von Smuts nordöstlich von Clerksdorp besetzt. Bei dem Gefecht wurden 6 Buren getötet, 10 verwundet, 23 gefangen genommen, während die Engländer nur 2 Verwundete hatten(?). Die Engländer erbeuteten ein Zwölfpfünder= und ein kleineres Geschütz, 2 Munitionswagen, Pferde und Schlachtvieh. Hd Berlin, 16. April. Der Bund der Arbeitgeber der Berliner Baugewerbe hat einstimmig beschlossen, alle diejenigen Arbeiter, die am 1. Mai feiern werden, bis zum Schluß der betr. Woche auszusperren. Hd. Wien, 16. April. Der deutsche Kronprinz besuchte gestern inkognito das Rathaus und besichtigte den Arkadenhof. Am Nachmittag fuhr er nach Schönbrunn, wo er die Menagerie besichtigte. Hd. London, 16. April. Die Nachricht, daß General French mit 500 Mann gefangen genommen sei, wird amtlich dementiert. Hd. Shanghai, 16. April. Der Hof soll in großer Unruhe sein über die Lage in der Provinz Kanton. Die Muhamedaner stehen im Begriff sich zu erheben, um einen unabhängigen Staat im himmlischen Reiche zu gründen. Hd. Cradock, 16. April. Die Buren stehen noch immer im hiesigen Bezirk. Kommandant Kritzinger erklärt, sein Plan sei, jedem Kampfe auszuweichen, aber die Engländer unausgesetzt zu beunruhigen. Der Mörder des Hauptmann Bartsch verhaftet. Hd Berlin, 16. April. Einem Telegramm aus Peking zufolge ist der Mörder des Hauptmanns Bartsch verhaftet worden. Es ist ein Chinese names Howan, ein Kerl mit einer richtigen Verbrecher=physiognomie und frechem Aufftreten. Er ist geständig und brüstet sich sogar mit der Mordthat. Hauptmann Bartsch, so lautet Howan's Bericht über den Vorfall, habe ihn auf der Straße überholt und, obwohl er gegrüßt habe, mit der Reitpeitsche über den Kopf geschlagen, worauf Howan einen alten Revolver zog, auf den Hauptmann einen Schuß abfeuerte, und davonlief. Bartsch verfolgte den Mörder, wurde aber von seinem scheu gewordenen Pferde abgeworfen und blieb sterbend im Graben liegen. Howan fing das Pferd ein und bestieg es zusammen mit einem Spießgesellen— es ist nicht klar, welche Rolle dieser bei der Morthat gespielt hat— ud beide ritten davon. Sie wurden, weil sie durch diesen Ritt auffielen, verhaftet, wobei das Pferd entlief, aber bald von anderer Seite wieder eingefangen wurde. So lautet der Bericht, aus dem hervorzugehen scheint, daß Hauptmann Bartsch, als ihm Howan mit seiner Verbrecherphysiognomie in Begleitung eines Komplicen in den Weg trat, geglaubt hat, er werde angegriffen, und zu seiner Verteidigung dem wirklichen oder vermeintlichen Angreifer einen Schlag über den Kopf gegeben hat, aber demselben zum Opfer gefallen ist. Die weitere Untersuchung wird wohl Licht in das Dunkel bringen. Es sind noch 2 weitere Verhaftungen vorgenommen worden. Für den redaktionellen Teil verantwortlich: Franz Miller. Beranntmachung. Auf Anordnung des Herrn Regierungs=Präsidenten zu Arnsberg wird wegen des Auftretens einer der Geflügelcholera ähnlichen Hühnerseuche die Abhaltung von Geflügelausstellungen auf Grund des§ 28 des Reichsviehseuchengesetzes bis auf Weiteres untersagt. Hörde, den 15. April 1901. Der Landrath. Bekanntmachung. Gemäß§ 1 Abs. 2 der Regierungs=Polizei=Verordnung vom 25. November 1897(Amts=Blatt Seite 708) ist seitens des Herrn Regierungs=Präsidenten eine Ruhrschau beginnend für die Ruhrstrecke im Kreise Hörde am Sonnabend, den 27. de. Mts., vormittags 7 Uhr an der Kreisgrenze bei Geisecke, angeordnet worden. Dieses bringe ich hierdurch mit dem Bemerken zur öffentlichen Kenntnis, daß der Schaukommission der freie Zutritt zu den Ufergrundgrundstücken zusteht und Zäune, Hecken und Gräben, so eingerichtet sein müssen, daß die Kommission ungehindert am Ufer entlang gehen kann... P4.n Mut.s Die Uferbesitzer sind berechtigt, bei der Schau Antluge und Beschwerden anzubringen. Westhofen, den 9. April 1901 Der Amtmann: Graf Haslingen. M Geschäfts-Verlegung. 2 F Hierdurch zeige ich einer werten Kundschaft von Schwerte und Umgegend ganz ergebenst an, daß# *s ich mein ih wen„ 2 Kolonial= u. Fettwarengeschaft X K von Hüsingstraße 37 nach der Moltk-= und X # Bismarckstraßen=Ecke(im Hause des Herrn#4 Graumann) verlegt habe, und bitte ich auch * ferner um gütige Unterstützung. K Hochgchtungsvoll E Franz Gessinger Ia. sauerländischer offeriert billigst Egen, Dampfmühle, Schwerte. er Aueis zum Ein Hausschatz für jede Arbeitersamilie. Preis 2 Mark. Vorrätig in der C. Braus'schen Buchhandlung in Schwerte, Große Marktstraße. * * * Holzkisten und Kistenteile jeder Art für Bahn Post und Volzristen Export. Kleine Kisten für Seifen, Zuckerwaren 2c. Faßhölzer 2c ompfiehlt billigst Holzwolle, Trockenrahmen, Fapheezer kc. empfrehle Ellligst C. J. Becker, Dampfsägewerk u. Kistenfabrik in Köln-Nippes. zu haben in der C. Braus'schen Buchhdlg. CATT RoUTelt wird stets gerne getrunken, da sein Aroma im höchsten Grade entwickelt ist und er vor allem äusserst leicht verdaut wird. Die Bereitungsweise ist eine schnelle und einfache. KIIIS Title sehen Ste sich mit der Firma N. 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