H Antliehses Kreisstalt ∆ 05 farden kreis Borck. Mmachmmmerrr Insertionsgebühr für lokale Anzeigen die sechsgespaltene Zeile Alle Kreis= und Lokalpolizeilichen Verordnungen etc. für den Abonnementspreis pro Oartal 1 Mark 65 Pfg., oder deren Raum 10 3, außerhalb 15, Reklame=Zeile 40 z.] Kreis Hörde erlangen gemäß Bekanntmachung der Königl. Regie 30 Pfg. Bestellgeld wenn durch die Post bezogoen. Erscheint Druck und Verlag von Carl Braus in Schwerte, Fernsprech= rung durch Veröffentlichung in der„Schwerter Zeitung" rechts= jedem Wochentage. Wöchentliche Gratisbeilage:„Illustrie p Tche u 3 S. verbindliche Kraft.. Familienftreund“ Anschluß Nr. 85, Amt Hörde. 1 Schierke, Fernsprech Telegr.=Adr. Braus, Schwerte=Ruhr. ael Erscheint an „Illustrierter No 10. Blatt.) Schwerte, vonnabend, 16. Februar 1901. K das neue Gewehr M Maodel ds zu Model ds bedentet zwar nicht die große Umwälzung, wie seiner Zeit vom Modell 71 und 84 auf Modell 88, doch sind die Verbesserungen immerhin recht erhebliche. Die Geschoßleistungen des neuen Gewehrs haben keinerlei Aenderungen erfahren, die Patrone, wie die Seele des Laufes sind genau dieselben geblieben. Die Verbesserungen zeigen sich in der äußeren Form. Vor allen Dingen ist der stählerne Laufmantel des Modell 88 fortgefallen, und der Lauf ist in der üblichen Weise mit zwei Ringen, an deren Mündung und in der Mitte des Längeteils, an einem hölzernen Schafte befestigt. Vom zweiten Ringe bis zum Visier ist der Lauf mit einer Hülse, dem sog. Handschutze, umgeben, weil der Lauf beim schnellen Schießen eine starke Erwärmung erfährt. Außerdem fällt äußerlich noch auf, daß das Kastenmagazin, welches bei Modell 88 nach unten aus dem Schafte heraustrat und dadurch gewisse Unbequemlichkeiten beim Tragen verursachte, fortgefallen ist. Die Mehrladevorrichtung ist völlig geändert; während bei Modell 88 der 5 Patronen enthaltende Patronenrahmen mitgeladen wurde, sind bei dem neuen Gewehre die 5 Patronen auf einem leichten Ladestreifen angeordnet, von dem sie bequem von oben in das Magazin abgestreift werden. Die Patronen liegen nunmehr zu zwei und drei im Zickzack übereinander. Eine weitere Aenderung hat auch das Visier erfahren, das jetzt unmittelbar auf dem Laufe sitzt, aus Fuß, Klappe und Schieber besteht und nur eine einzige Kimme hat, während es bei Modell 88 im ganzen 4 Kimmen hatte. Die niedrigste Stellung des Visiers ist zum Schießen auf 200 Mever bestimmt; dann folgen die Entfernungen 300 Meter, 350 Meter, 400 Meter, bis 2000 Meter.hr Eine wesentliche Veränderung hat auch das Seitengewehr erfahren. Erstens ist es um 11 Zentimeter länger, wie das niger als das alte. Das neue Gernehr selbst wiegt 41. Klgrann und hat eine Länge von 1,25 Meter. Zum Studium des neuen Gewehrs haben vor einiger Zeit 15 Generale und 45 RegimentsKommandeure einen Informationskursus, an der Infanterieschießschule in Ruhleben durchgemacht. 34. Jahrgang. . et ehece uiche de eiche e eche schaft und Erfahrung. Er behauptet:„Deutschland hat die höchsten Getreidepreise in Europa". Das trifft zu für München und Mannheim, das hohe Fracht zu zahlen hat, aber es trifft nicht zu für die übrigen deutschen Märkte, besonders Berlin und Breslau, die 1897 und 1898 niedrigere Preise hatten, als selbst Wien. Er behauptet ferner:„Das Getreide wird um so viel teuerer, als der Zoll beträgt.“ Das ist leider nicht immer der Fall; die Berliner Getreideterminbörse hat es verstanden, trotz des Zolles die Roggenpreise von 126 Mark im Februar 1886 auf 122 im März, 115,5 im Juli und 107,5 im September zu drücken!„Den Zoll,“ heißt es weiter,„trägt das Inland.“ Unter Umständen. gewiß. Nämlich, wenn wir eine schlechte Ernte und die übrigen Getreideländer auch nicht viel übrig haben. Aber wenn wir eine erträgliche oder gar gute Ernte haben, und das Ausland viel abzugeben hat, so wird das Ausland gern einen Teil des Zolls tragen, um nur sein überschüssiges Getreide abzugeben. Und in der That hat Rußland, wie Prf. Ruhland nachgewiesen, im Jahre 1885 sogar den ganzen Zoll getragen; im Jahre 1890 trug das Ausland zwei Dritteile des Weizenzolles.„Der höhere Getreidepreis,“ behauptet der Vorwärts weiter, bringt auch einen höheren Brotpreis mit sich.“ Auch das ist falsch, wie die Statistik lehrt. Das Getreide kostete pro Tonne: Der„Vorwärts“ und der Getreidesel. Wie das englische Großkapital seine Truppen aufgeboten hat zu einem wirklichen Kriege gegen die Buren, so alarmiert jetzt das deutsche Großkapital seine Getreuen zu einem Federkrieg gegen die Bauern. In erster Linie sind es die Sozialdemokraten, d. h. wohlverstanden! die Führer, die im Solde des Großfinanz stehen. Denn es giebt Sozialdemokraten genug, die sich der Wahrheit nicht verschließen, daß mit dem Lose der ländlichen Besitzer auch das Los der ländlichen Arbeiter sich bessern wirdd, und daß bei den Industriearbeitern, wenn wirklich— es ist, wie wir unten sehen werden, keineswegs sicher— das Brot erheblich teurer werden sollte, auch die Löhne entsprechend steigen werden. In diesem Sinne hat sich auf dem Mainzer Parteitage außer Harris und Calver namentlich David geäußert, der bekannte, er stehe auf demselben Standpunkt wie die Agrarier. Die „herrschenden“ Führer der Sozialdemokratie, wie Bebel und die Schriftleiter des„Vorwärts“ kümmern sich jedoch nicht um die ländlichen Arbeiter und erstreben nur das eine Ziel: Ruin der deutschen Bauernschaft. Der„Vorwärts“, der sich in den Dienst der Freihändler gestellt hat, geht nun in diesem Kampfe nicht ungeschickt vor. Er bekämpft nicht den ganzen Feind— den Schutzzoll überhaupt— sondern wirft sich zunächst nur auf einen kleinen Teil, um so wie ein kluger Feldherr einen nach dem anderen zu frühere Seitengewehr. Dann ist die Form eine and; geworden, erdrücken. Er sicht nicht gegen Industriezölle; das würde die Interüchere Seitengewoeye, on, zt auf beiden Seiten mit einers dusrielen alarmieren. Er sicht nicht gegen Viehzöle und ähnDie Kinge bot Stedtenrüchen, st. uu, venv v, I. geitengerwehre liches; das würde den Kleingrundbesit aufbringen. Er ficht nur Hohlehle bersehen und bot be, eivem, e) Beim Aufpoflanzen gegen die Getreidezöl, weil an diesen der Großgrundbestz naaui dem Büchen eine bovelt, gesohnt, S.oaug, Her„ dten Seites turgemäß am meisten interessert ist. So sucht er einen Keil befindet sich das Seitengewehr nicht meyr auf der rechten Seite: des Laufes, sondern unterhalb desselben. Dadurch werden die früheren Abweichungen des Geschosses nach links vermieden. Trotzdem das neue Seitengewehr länger wie das alte ist, wiegt es ohne Scheide 295 Gramm und mit Scheide 340 Gramm weWiunspeüche, Ddenstwrüiche, Hhricudeiten de Liebe ist von allen Lehrern Der geschwindeste auf Erden. Was oft Jahre ernsten Fleißes Nicht vermochten, das gewinnt sie Mit dem Zauber einer Bitte, Mit der Mahnung eines Blicks. V. v. Scheffel. Endlich gefunden. Roman von Hedda von Schmid. (Fortsetzung). „Jawohl," bestätigte Axel,„und die Söhne wollen's Ihr Bruder Reginald ist ein Mann, zu dem man aufblicken muß; er besitzt einen ehrenhaften und edlen Charakter, darüber herrscht nur eine st ein seltener Mensch, sagte Rol, gund meine Schwester Ruth das reinste und reizendste Geschöpf, ches mir je begegnet ist! Ihr klares, jeder Heuchelei bares Wesen wirkt auf mich so wie ein Becher köstlichen, erf schenden Quellwassers, den man nach schal die Lippen setzt. Und solch schalen Trank giebt es genug in der Welt!“ fügte er mit bitterer Betonung hinzu. Welch ein sonderbarer Mensch war dieser tolle Junker! Ein Mensch, der ohne Zweifel einen mächtigen Ein fluß auf andere Naturen auszuüben imstande war, ei Mensch, großartig angelegt und doch sichtlich nur noch Schatten seins früheren Ichs, zu unverkennbar prägte turgemäß am meisten interessiert ist. So sucht er einen Keil zwischen Landwirtschaft und Industrie, zwischen Großund Kleinbesitz zu treiben, in der Hoffnung die Großgrundbesitzer zu isolieren und dann zu schlagen Wie führt er nun den Kampf? Wie nicht anders zu erRid dast omerliche daden in euer gungen Keichenung „Hier geht der allernächste Fußsteig nach Kreutz,“ sagte er nun, am Rande eines Heuschlages stehen bleibend.„unte u, itt jchen MaskMerkwürdigerweise kannte er jetzt jeden Wegbreit auf Rappa'schem Grund und Boden nichtsdestoweniger sagte er, Axel die Hand zum Abschied bietend: „Meinen besten Dank für die Freundlichkeit, mit welcher Sie mich gefüihrt haben. k.4316 daß d. „Ich glaube,“ entgegnete Axel freimütig,„daß der Dank auf meiner Seite ist, und ich verspreche Ihnen, nie mehr in solcher Irre, wie die, in der Sie mich antrafen, Er war fest entschlossen, seinem Vater die Wechselschuld einzugestehen und den Kampf mit den widrigen Verhältnissen aufzunehmen. ee vte dem Erse Lange blickte er Rolf nach, bis er hinter oem Ellerngestrüpp verschwunden war. „Ein ganz besonderer Mensch,“ dachte Axel. Jeder andere als Rolf hätte sicherlich in der Situation, wie sie eben zwischen den beiden stattgefunden hatte, anders gehandelt, wäre ihm wahrscheinlich mit einem Schrei, einem Zuruf in den Arm gefallen oder hätte durch einen Schlag auf den Gewehrlauf diesem eine andere Richtung gegeben; der„tolle Junker“ jedoch bittet einem Menschen, der eben in Begriff steht, sich zu erschießen, im allerhöflichsten Unterhaltungstone nur um die Freundlichkeit, ihm den rechten Weg zu weisen, da er von diesem abgekommen sei. Und der angehende Selhstmörder wirft beschämt sein Gewehr zu Boden! Bis 1880 ein stetes Steigen, seitdem— trotz des Zolles— ein starkes Sinken der Preise. Nur das Jahr 1891, in dem wegen der allgemeinen Mißernte Rußland seinen Export ganz einstellte, und das Jahr 1898, das uns den Hexensabbath auf dem amerikanischen Weizenmarkt brachte, machten vorübergehend eine Ausnahme. Anders die Brotpreise. Es kostete das Kilo Roggenbrot in den Jahren 1871 bis 74 0,23 Mk., 1881 0.25, 1891 0.27, 1894 0.20, 1898 0,25. Was folgt hieraus? Trotz des 3½ MarkZolles haben wir heute wesentlich billigeres Getreide als in den Jahren vor Einführung der Zölle. Aber trotzdem das Getreide billiger geworden ist, ist das Brot teurer geworden. Man sieht also, daß Getreidepreis und Brotpreis durchaus nicht, wie das Wasser in zwei kommunizierenden Röhren gleichmäßig zusammen steigen und fallen. Der„Vorwärts" spielt also die Rolle des Schelms, der einem Armen beweist, daß er sich reich fühlen, einem Hungernden, daß er satt sein müßte. Selbst wenn alle seine Behauptungen ebenso richtig wären, wie sie falsch sind— was wäre damit bewiesen? Was wäre z. B. damit bewiesen, wenn Rußland und Amerika wirklich noch niedrigere Getreidepreise hätten, als wir zur Zeit haben? Doch nur, daß der russische Bauer und der amerikanische Farmer noch schlechter daran sind, als der deutsche Bauer! Und wer die Verhältnisse kennt, weiß, daß dies der Fall ist. Die ganze Doppelwährungsbewegung in Nordamerika ist nur durch die Not der Farmer hervorgerufen. Nein, alle Schelme der Welt können die Thatsache nicht wegdisputieren, daß die Landwirtschaft als das Aschenbrödel lebt und leidet, während Langsam schritt Axel den Heimweg entlang. Etwa eine Viertelstunde später, nachdem er sich von Rolf getrennt, begegnete ihm dessen Bruder Reginald. * den 16. August. Das war gestern ein Tag, nie werde ich ihn vergessen. Ich bin eigentlich stärkeren Gemütsbewegungen nicht gewachsen, und Reginald hat ganz recht, wenn er mich ein kleines, schwaches Nesthäkchen nennt. Er war so gut gegen mich gestern, so engelsgut. Bis an die Kalesche brachte er mich und hob mich selbst hinein. Estafette schickte er mit seinem Reitknecht nach Hause. Als ich dort anlangte, kam mir Alfreds alte Wärterin mit einem langen Gesicht entgegen und erzählte mir, Mama sei sehr ungehalten darüber gewesen, daß meinen Besuch in Kreutz so ausgedehnt, sie habe gewünscht, daß ich ihr vorlese, jetzt schlafe sie jedoch schon. Als ich die Thür zu meinem Zimmer öffnete, fand ich zu meinem Erstaunen die Lampe auf meinem Sofatisch angezündet und erblickte Axel, der auf= und abging, bei meinem Eintritt jedoch vor mir stehen blieb. „Nesthäkchen,“ sagte er,„ich finde mich ganz und gar nicht zurecht, hilf Du mir etwas, mein Innercs zu beruhigen, ich muß mich gegen eine Menschenseele aussprechen. Du bist treu, ich weiß, daß ich Dich in mein Vertrauen ziehen darf.“ Und dann erzählte er mir die Geschichte mit dem Wechsel, den er für seinen Kameraden unterschrieben, und daß er sic dieser fälligen Schuld halber gar nicht habe erschießen wo aber dann, als er geglaubt, daß Ruth sich wegen seiner Abwesenheit mit einem andern verlobt, sei er drauf und dran gewesen, es doch zu thun. Und da, im Walde im letzten Augenblick, Handel und Industrie zu Tanze gehen. Hoffen wir, daß, wie ein Redner sich ausdrückte, Graf Bülow der Prinz sein wird, der es zu Tanze führt, zu gleicher Lust, wie sie die bevorzugten Schwestern genießen! F. M. Politische Uebersicht. Deutschland. — Aus Homburg v. d. Höhe. Der Kaiser und die Kaiserin unternahmen heute nachmittag einen längeren Spaziergang in der Tannenwaldallee. Der beabsichtigte Besuch im Schloß Friedrichshof unterblieb. — Aus Gotha wird der„Köln. Ztg.“ geschrieben: Der Regierungsverweser hat neuestens für das Publikum„Audienztage" wie solche auch in Meinigen bestehen, eingeführt. An einem Tage in der Woche soll den Bürgern Gelegenheit gegeben werden, dem Staatsoberhaupte persönlich öffentliche Angelegenheiten vorzutragen. Zunächst ist hierzu der Donnerstag bestimmt. Der Rheinische Landtag beschloß einstimmig die Zustimmung zur großen wasserwirtschaftlichen Vorlage. Das Emscherthal soll bevorzugt werden. Die Lippekanalisierung sei später noch möglich. Der Mosel= und Saarkanal soll in die Vorlage eingefügt werden, da der Landtag für diese Linie dieselbe Garantie übernimmt wie für den Dortmund=Rheinkanal. Die Kanalvorlage sei um so dringender, als der Reichskanzler der Landwirtschaft ausreichenden Zollschutz versprochen habe, der die von landwirtschaftlicher Seite gegen den Kanal erhobenen Bedenken hinfällig macht. Die Einführung des Postcheckverkehrs ist von der Reichspostverwaltung bekanntlich nicht aufgegeben. Wie die„Tgl. Rdsch.“ nun meldet, schweben bereits Verhandlungen zwischen den beteiligten Reichsverwaltungen, um Grundlagen für einen neuen Entwurf zu gewinnen; die künftige Fassung der Vorlage dürfte den Wünschen des Reichstags angepaßt sein und zugleich die Postverwaltung in den Stand setzen, das Verfahren ohne finanzielle Opfer durchzufhren. — Eine neue(die achte) Verlustliste unseres ostasiatischen Expeditionskorps ist erschienen. An Krankheit sind 17 Mann gestorben, beim Salutschießen am 1. Januar sind 8 Mann getötet, 18 verwundet worden. Im Gefecht bei Hophu ist Oberst v. Hirschberg und im Gefecht bei Matou ein Kanonier leicht verwundet worden. Unter den Toten befinden sich folgende drei Westfalen: Kanonier Pehle aus Yrackwede, Kr. Bielefeld, früher im Fußartillerie=Regiment:9, getötet beim Salutschießen; Musketier Leich aus Gütersloh, früher im Gardeschützen=Bataillon, an Krankheit gestorben; Kanonier Karl Lipperheide aus Bickern, Landkr. Gelsenkirchen, früher Landw.=Bez. Recklinghausen, an Krankheit gestorben. — In der 26. Hauptversammlung der Steuer= und Wirtschaftsreformer, welche am 12. d. Mts. in Berlin tagte, wurde derselbe Faden gesponnen, wie in der Versammlung des Bundes der Landwirte. Bemerkenswert waren die Ausführungen Prof. Wagners. Er verglich die wirtschaftliche Entwickelung von Deutschland und England. Ist es richtig, so fragte er, wenn wir in Deutschland mehr und mehr die Bahnen der englischen Entwickelung gehen? Er verneinte diese Frage energisch. England bezieht jetzt drei Viertel seines Weizenbedarfs aus dem Auslande. Aber dieses Land kann sich das leisten, solange das eben dauert— wie lange, steht dahin— solange es zur See tüchtig bleibt. Aber wenn sich einmal die englische Flotte so wenig bewährt, wie das englische Heer(Heiterkei), so wird das einmal ganz anders werden müssen! Geht bei uns die Entwickelung in der bisherigen Weise so weiter, dann werden wir in annähernd einem Menschenalter etwa die Hälfte des Getreidebedarfs von außen decken müssen. Auch politische Schwierigkeiten werden sich dann einstellen. Geheimrat Wagner kam zu dem Ergebnis, daß die deutsche Landwirtschaft wieder leistungsfähig gemacht werden muß! Ich bin ein Mann ohne Ar und Halm und kann sagen: Das liegt im Interesse der Gesamtheit! Man betont, daß der ländliche Bodenwert wieder sinken müßte. Aber wohin soll das führen? Das bedeutete nicht nur eine Zerstörung des Wohlstandes des gegenwärtigen Besitzes, sondern einfach eine nationale Kalamität! Ein großer Besitzwechsel würde die Folge sein. Nun, wer würde dann der Käufer sein? Die großen modernen Erwerbsklassen, Börsenund Industriekapital. Nein, eine solche Entwickelung können wir nicht wünschen! Wir wollen nicht, daß der Bauer, Rittergutsbesitzer, der Adel von der Scholle seiner Väter gedrängt werde! Das wäre verhängnisvoll für das ganze Volk! Es handelt sich bei der agrarischen Frage nicht in erster Linie um eine Interessenfrage der ganzen Nation! Um die Leistungsfähigkeit der Landwirtschaft zu erhalten, weiß ich kein anderes Mittel, als eine Erhöhung der jetzigen Zölle! Das Wort vom wucher“ ist leicht in die Massen geworfen und ist sehr verhängnisvoll geworden und jetzt das Hauptschlagwort. Aber es ist ganz unpassend und unrichtig! Bei der Steigerung der Kohlenpreise der Grundstückspreise, der Miesen— da ist das Wort Wucher am Platze! Hat die Landwirtschaft Gewinne von 10 Proz. und mehr, wie die Industrie häufig? Davon spricht kein Mensch! Die Landwirtschaft muß das Fundament bleiben, auf dem das ganze wirtschaftliche Gebäude aufgebaut sein muß. Wir begrüßen es, daß Deutschland Weltmacht geworden ist, daß unser Kaiser als echter Zoller auf die Schaffung einer leistungsfähigen Flotte dringt, die uns auch England gegenüber unabhängig machen soll— alles das soll unaber nicht tauschen darüber, daß nicht auf dem Wasser, sondern auf dem Lande unsere Zukunft liegt! Die Erhaltung der Landwirtschaft ist die Erhaltung der deutschen Volkskraft in Gegenwart und Zukunft!(Minutenlanger nien). In Windhoek undg Südwest=Afrika ist im verflossenen Jahre eine zwar langsame, aber gedeihliche und stetige Entwickelung fast in jeder Hinsicht zu verzeichnen gewesen und, was zurzeit vielleicht das Erfreglich ist, hat sich auch die weiße Bevölkerung gegen das Zuhr L### um 520 Seelen vermehrt. Im ganzen wohnen jetzt nahezu 4000 Weiße im deutschen Schutzgebiet, von denen nur ein geringer Prozentsatz aus Engländern, Kapholländern und Buren Günstige Fortschritte hat auch die allgemeine Wehrpflicht mit ihrem für hiesige Verhältnisse zugeschnittenen System zu verzeichnen und zur Zeit sind bereits 724 dienst= und wehrpflichtig deutsche Ansiedler vorhanden, die natürlich eine ausgezeichnete Reserve für die Schutztruppe bilden. Der Transvaalkrieg hat bis jetzt die Kolonie in keiner Weise irgendwie berührt und seine einzige Konsequenz für das deutsche Gebiet war eine vierzehntägige Bewachung des östlichen Grenzwinkels am Oranjeflusse, während der Zeit, als die Buren und Engländer in GriqualandBest aneinander gerieten und die Buren bis in Britisch=Bechuangland hinüber drangen. Als damals die Stadt Upington ul, die Buren attackiert und besetzt wurde, verfolgten sie eine kleine englische Polizeitruppe von etwa 20 Mann so energisch, daß die letztere sich nur durch Uebertritt auf deutsches Gebiet zu retten wußte, wo sie sofort entwaffnet wurde.— Ueber die in Aussicht stehende Einwanderung von Buren hört man in letzter Zeit nicht mehr viel, da diese braven Leute augenblicklich wieder„anderweitig beschäftigt sind. Ein größerer Burentreck in das deutsche Schutzgebiet würde mit Freuden begrüßt werden, denn eine burenfreundliche Politik liegt unbedingt und rückhaltlos im Interesse von Deutsch=Süd=West=Afrika. Prozeß Lewy. Konitz, 14. Februar. Die Zeugenvernehmung wird fortgesetzt. Maurerpolier Lübke sagt aus: Ich habe Winter nicht gekannt. Als aber die Photographie ausgestellt wurde, erinnert ich mich, den Menschen, den das Bild darstellte, öfter auf der Straße gesehen habe. Zuweilen stand er an der Hausthür des Lewy'schen Hauses mit hübschen Mädchen. Lewy und der junge Mann gingen bisweilen auch auf der Straße zusammen. Einme traf ich ihn vor dem Hause Hoffmanns, ein anderes Mal vor dem Casparischen Hause. Aus letzterem kam ein junges Mädchen, welches ihm scherzend einen Schlag gab und sagte:„Wo bleibt meine Chokolade?" Lewy bemerkte dazu:„Jetzt können Sie junge Dame wegen thätlicher Beleidigung anzeigen, ich bin Zeuge.“ Auf die Bemerkung des Präsidenten, daß dies nicht Winter, sondern der junge Kaufmann Hartstock gewesen sei, erwidert Zeuge mit Bestimmtheit, daß es Hartstock nicht gewest sei. Auf die Frage, ob er die beiden später nochmals geseher entgeanet Zenger Bach bemn 11. Boizg zaut uiesen Tage junge Mensch tot war. Auch Lewy ließ sich sen..—. Tage nicht mehr auf der Straße sehen. Auf Befragen des Präsidenten erklärt Zeuge: Nach dem Tode Winters ging das Gerede, Annter sei in der Synagoge abgeschlachtet worden. Ich traf eines Tages den Maurer Murrach, welcher mir sagte, daß dort der geeignete Raum dazu sei. Wer erst einmal drin sei, für den gäbe es kein Entrinnen; denn unter dem Badehaus befände sich ein Kellergewölbe und ein Abflußrohr, das nach dem See gehe. Murrach machte darauf eine Skizze, welche dem Staatsanwalt übergebei wurde. Präs.:„Murach bestreitet aber, Ihnen solche gemacht zu haben. Er sagt, er habe nur von einem dünnen Abflußrohr gesprochen, nicht aber von unterirdischen Gängen. Er hat nur von Brunnen und Rohren gesprochen.“ Verteidiger Rechtsanwalt Sonnenfeld:„Haben Sie nicht angezeigt, es befänden sich unter der Synagoge die zur Aufbewahrung von Leichenteilen geeignete Gewölbe?“ Z euge: Nein. Zeuge Maurer Murrach giebt an:„Lübke fragte mich, ob unter der Synagoge ein Gewölbe vorhanden sei. Ich bezeichnete dies als leereo Gerede.“ Zeuge Lübke bestreitet dies und erklärt:„Murach sagte mir, Winter soll in der Synagoge abgeschlachtet sein. Das Gebäude sei dazu geeignet.“ Zeuge Murachwiderspricht, giebt aber später zu, es sei möglich, daß er dem Lübke gesagt habe, die nagoge sei zum Abschlachten wohl geeignet. Zeuge Landrichter Zimmermann sagt aus, die Tochter Lübkes, Anna— die dasselbe wie ihr Vater aussagte— sei bei der Vernehmung mit völlig auswendig gelernten Aussagen gekommen. Zeugin Anna Lübke giebt an, Herr Landrichter Zimmermann habe sie so scharf angefahren, daß sie erschreckt wurde, er habe ihr mit 10 Jahren Zuchthaus gedroht. Die 14jährige Zeugin Rosa Cas= pary sagte aus, daß der Vorfall mit dem Schlag und der Frage nach der Chokolade sich mit dem jungen Hartstock und zwar nach Winters Tode zugetragen habe. Zeugin Lübke behauptet, das Mädchen, welches Winter auf die Schulter geklopft habe, sei älter und stärker gewesen als Rosa, der Vorfall habe sich auch bereits im Januar vor Kaisersgeburtstag abgespielt. Zeuge Hartstock giebt an, er habe sich öfters mit Rosa Caspary geneckt und wohl auch von Chokolade zu ihr gesprochen; auf den obigen Vorfall könne er sich jedoch nicht bestimmen. Es wird festgestellt, daß Winter mit Hartstock keine Aehnlichkeit hatte, eine Verwechslung also schwerlich vorliegen kann. Zeugin Rosa Simanowski sagt aus: Als sie um Weihnachten 1899 an dem Lewyschen Hause vorbeiging, sah sie Winter und Lewy in der Hausthür stehen. Winter sagte zu Lewy:„Ich werde schnell gehen und meine Schularbeiten machen." Lewy antwortete:„Bleiben Sie doch noch ein Weilchen.“„Ich werde wiederkommen, sagte darauf Winter. Sonst hat die Zeugin beide nicht bei einander gesehen. Zeugin Dienstmädchen Regina Schulz bekundet: Ich fragte andere Mädchen=„Wer ist der große hübsche Mensch?" und erfuhr, daß es Winter sei. Ich habe denselben mit Lewy und dem Frl. Caspary zusammen gesehen. Einmal auch auf der Eisbahn. Die Frl. Tuchler und Caspary bestritten dies entschieden, doch bleibt Zeugin bei ihrer Aussage. Zeuge Nachtwächter Ruß sagt aus, er habe Winter des öfteren mit Lewy abends nach 10 Uhr auf der Straße getroffen. Winter habe ihm bei dieser Gelegenheit einmal eine Zigarre gegeben. Zeuge Wienecke bekundet, er sei beauftragt gewesen, alles herbeizuschaffen, was zu Gunsten von Moritz Lewy sprach. Er habe sich gewundert, daß den nächsten Bekannten Winters Verkehr mit Lewy unbekannt war, während Fernerstehende davon wußten, und so habe er versucht, einer etwaigen Verwechslung auf die Spur zu kommen. Zeuge hat mehrere Personen in dieser Absicht zu einer Flasche Wein eingeladen. Hierauf wurde die Verhandlung vertagt. England. + Nach einem Telegramm aus Portsmouth hat die königliche Dacht„Viktoria und Albert“ heute den Befehl erhalten, den König und die Königin von England nach Deutschland und wahrscheinlich auch nach Dänemark zu bringen. Das Kanalgeschwader wird die Schiffseskorte stellen. Im Parlament besprach bei der Adreßdebatte Lord Kimberley den südafrikanischen Krieg. Die Hauptaufgabe der Regierung sei, den Widerstand des Feindes zu überwinden. Er vertraue, daß die Regierung entschlossen sei, eine durchgreifende Prüfung des Heeressystems vorzunehmen. Lord Salisbury erwiderte, es sei unbillig anzunehmen, daß etwas Ungewöhnliches in der Länge des Feldzuges liege, wo der Guerillakriegführung ein organisierter Widerstand gelinge. Redner betont die Aehnlichkeit mit dem amerikanischen Sezessionskriege, wo es 4 Jahre bedurfte, um den Krieg zu einem erfolgreichen Ende zu bringen. Im gegenwärtigen Falle handle es sich um ein Land, worin schwer zukämpfen und die große Möglichkeit eines langen Widerstandes vorhanden ist. Es müßten viele Monate vergehen, ehe die völlige Beruhigung wiederherzustellen sei. Wenn der Feind irgend einen Teil Unabhängigkeit behalten dürfe, so würde dies ein unaufhörliches Kriegführen nach sich ziehen. Wie die Gefühle in jenen Gebieten geartet, sei es klar, daß, wenn England nicht Herr und Sieger sei, keine Hoffnung auf einen dauernden Frieden vorhanden sei. Jeden ihm gelassenen Teil von Macht würde der Gegner zu Rüstungen neuer Angriffe benutzen. Der Verzicht Englands auf einen schließlichen Sieg bedeute das Preisgeben der Grenzen, ja des Kolonialreichs an auswärtige Angriffe. Die Gegner der Regierungspolitik, welche den unsinnigen Widerstand und die grundlosen Hoffnungen der Buren nährten, seien mitschuldig an dem Blutvergießen und Elend. habe ihn Rolf Kreutz durch sein plötzliches Auftauchen an dieser furchtbaren Sünde verhindert. Ja, es ist und bleibt eine Sünde, so etwas zu thun oder es auch nur zu wollen, und ich mag über diese Sache gar nicht mehr schreiben, sie erregt mich so sehr. Gottes gute Engel haben Reginald zur rechten Zeit heimgeleitet. Als er Rolfs Brief erhalten hatte, der ihm meldete, daß der„verschollene tolle Junker" noch am Leben sei und im Begriff stehe, heimzukehren, hatte Melitta und Rittlingens einfach im Stich gelassen und war schleunigst nach Kreutz zurückgekehrt, wo er seinen Bruder bereits vorgefunden hatte. Ruth ist außer sich vor Freude, daß nun auch Rolf, der so lange Jahre hindurch nichts von sich hatte hören lassen, endlich * Glückliche Ruth! Wie sehr sie und Axer einander lieben Ach, ich komme mir so alt, so uralt vor, weil ich immer so einsam gewesen bin, und fast niemand mich gemocht hat, aber nun will ich nicht klagen, ich habe ein so frohes Gefühl, weil ich dazu beigetragen habe, daß Axel geholfen ist. Doch ich will zu den Augenblicken zurückkehren, wo Axel mir sozusagen eine Generalbeichte abgelegt hat. „Ich begreife nur nicht,“ schloß er,„auf welche Weise Regiuald Kenntnis von der Sache erhalten. „Vielleicht hast Du die Depesche verloren; Du stürmtest ja so eilig fort durch Busch und Brach, vermutlich trugst Du sie bei Dir," log ich tapfer. Gegen Notlügen, die zu einem guten Zweck gebraucht werden, hat der liebe Gott gewiß nichts. „Wahrhaftig, das kann sein,“ rief Axel und fuhr mit der Hand in die Tasche seines Rockes.„Richtig, ein kleines Heft, in dem die Depesche lag, ist fort; das ist mir äußerst fatal, denn in dem Heft stand manches, was nicht für fremde Augen bestimmt war.“ „Reginalds Augen sind doch keine fremden,“ rief ich,„und gewiß wird er noch Dein Schwager.“ „Ach, wenn Du meinst, er heiratet Melitta? In dem Fall würde er mir leid thun. Allerdings ist er reich genug, um sich den Luxus einer solchen Frau, wie unsere Schwester, zu ge„Nein, nein,“ rief ich heftig,„so meinte ich es nicht, Du und Ruth, Ihr sollt Euch heiraten. „Wie darf ich,“ erwiderte Axel finster,„es überhaupt wagen, vor ein Mädchen wie Ruth Kreutz hinzutreten, mit der Bitte, mir die Sorge für ihr künftiges Lebensglück anzuvertrauen! Ihre Brüder würden, nach den Erfahrungen, welche sie gestern gemacht haben, es niemals zulassen, daß sie meine Frau wird. „Aber Ruth liebt Dich,“ warf ich ein. „Darin täuschest Du Dich, Dagmar.“ „Nein, ganz gewiß nicht," versicherte ich eifrig,„wenn Di wüßtest—.“ ich schwieg verlegen, fast hätte ich mein Wort gebrochen, denn ich hatte Ruth fest versprochen, ihr mir gemachtes Geständnis Axel nicht wiederzuerzählen. „Sie hat vielleicht ein flüchtiges Interesse für mich, weil wir in den meisten Dingen miteinander sympathisieren, sagte er,„aber es wird vorübergehen, wenn ich mich ihr nicht mehr so nähern werde, wie ich es bisher gethan habe. Es widerstrebt mir, um eine reiche Erbin zu werben, der ich nichts bieten kann. Ich muß arbeiten und sparen, um Reginald die mir so großmütig geliehene Summe wiederzuerstatten. Und nun Dagmar, wenn Du mich etwas lieb hast, so berühre, bitte, diesen Punkt nicht mehr. Ich werde niemals heiraten, denn bis ich soweit bin, daß ich auf eigenen Füßen stehe, hat Ruth längst einen andern gewählt, der ihrer würdiger ist.“ Arel sprach ganz ohne Bitterkeit, aber es klang so tieftraurig, daß ich, nervös und aufgeregt wie ich immer war, in Thränen ausbrach. Da strich er sanft über mein Haar.„Du bist ein warmherziges, kleines Mädchen, und ich danke Dir für Deine Teilnahme.“ Dann küßte er mich und ging. Ich konnte lange nicht einschlafen, und als endlich der Schlaf über mich kam, da war mein letzter Gedanke, daß ich ginald gar nicht so recht von Herzen für seine Hilfe in der Not gedankt habe. Er ließ es auch nicht dazu kommen. Wenn man ihm danken will, dann hat er eine liebenswürdig abwehrende Handbewegung als Antwort und macht, als sei alles, was er gethan, einfach selbstverständlich. Mit seinem Namen auf den Lippen schlief ich ein, aber im Traum sah ich nicht ihn, sondern Rolf, mit dem ich in einem Boot über die sturmgepeitschte See fuhr. Die Wellen gingen immer höher und wilder und drohten, über Bord des kleinen Fahrzeuges zu schlagen; da hörte ich plötzlich Dora, welche auf einem hochaufragenden Felsen, inmitten der tosenden See stand, rufen: „Ich kenne die Liebe, sie ist kühn und stark und überwindet alles, Tod und Verzweiflung.“ Da schlang Rolf Kreutz seinen Arm fest um mich, eine mächtige Woge hob unsern Kahn empor, und dann sanken wir tiefer und tiefer, ich verlor die Besinnung— alles im Traum— und, als ich wieder die Augen aufschlug, rief Reginalds Stimme:„Das ist ja das kleine Nesthälchen aus Treuenhoff!“ Ein toller Traum! Mir hat niemals früher derartiges geträumt. Gestern Abend habe ich ja Rolf Kreutz kaum angesehen, ich wagte es nicht, meine Augen zu ihm aufzuschlagen, er hat einen solch gebietenden Blick.(Fortsetzung folgt.) Wirren in China. :+ Entsprechend dem Vorgehen anderer Mächte sicherte die österreichisch=ungarische Regierung die Erwerbung eines Terrains in Tientsin behufs Errichtung eines Konsulats und für Niederlassungen der Staatsangehörigen und deren Unternehmungen. Auftrage des österreich=ungarischen Gesandten in Peking wurde ein etwa 6 bis 10 Quadratkilometer großer, am Kaiserkanal gelegener Platz im Namen Oesterreich=Ungarns besetzt. Ueber den Preis, die Bedingungen und Ablösungen resp. Expropriirung sind Verhandlungen mit China eingeleitet. England und Trausvaal. + Die Offensive, welche Lord Kitchener ergriffen hat, um den Südosten Transvaals von den Buren zu säubern und womöglich die dort stehenden Burenkorps zur Kapitulation zu zwingen, soll nach englischen Meldungen bisher erfolgreich verkaufen. Ein Telegramm aus Standerton von gestern meldet: General French drängt die Buren in heftiger Verfolgung gegen die Grenze von Swazieland. Die Buren ließen ihre Verwundeten an den Straßenrändern liegen, wo sie von den Engländern aufgenommen wurden. Die Buren versuchen den Busch längs des Pongolo=Flußthals zu erreichen, sie haben 50000 Stück Rindvieh bei sich. + Die anfangs unverständliche Meldung, daß Kitchener aus den in Natal befindlichen Flüchtlingen alle„Telegraphisten und Zahnkünstler" berufen hat, wird jetzt vom Kriegsamt aufgeklärt. Es grassiert nämlich unter den englischen Soldaten eine furchtbare Zahn= und Kiefernkrankheit, die als Folge der verschiedenen klimatischen Krankheiten angesehen wird. Die Mannschaften verlieren zu vielen Hunderten ihre ganzen Gebisse, wobei sie teilweise kaum fähig sind, irgend welche Nahrung zu sich zu nehmen. + Ein Telegramm des„Central News“ aus Pretoria von Mittwoch meldet: Unsere Bewegung ostwärts dauert fort und ist sehr erfolgreich. Die Buren sind jetzt an die Grenze von Swazieland getrieben. Die Königin der Swazies hat auf den Brief geantwortet, welcher ihr durch einen besonderen Läufer mit der Nachricht vom Tode der Königin Viktoria gesandt war. Sie drückt ihren Kummer über den Tod der großen weißen Königin aus, welche immer ihre Freundin gewesen sei, und hofft, daß jetzt der König ebenso ihr Freund sein werde. Ferner meldet sie, daß die Buren sie und ihr Volk sehr schlecht behandelt haben, und daß sie die Ankunft der englischen Armee erwarte. + Von dem Kriegsschauplatz am Oranjefluß liegt folgende Depesche vor. Oberst Babington nahm bei einer Streife, die er von Ventersdorp aus machte, in Naauwpoort ein kleines Burenkommando gefangen. Die Buren verteidigten sich haxtnäckig und ergaben sich erst, als eine Anzahl von ihnen getötet oder verwundet war. + Die Kreditforderungen, mit denen die Regierung an das Parlament herantritt, werden vor allem mit der Notwendigkeit begründet, noch 40000 Mann berittener Truppen nach Südafrika zu senden. Man sagt, daß sämtliche Minister ohne Einschränkung diese Kopfzahl der Verstärkungen als notwendig anerkannt haben. Nach den Erklärungen Lord Roberts soll diese Truppenmenge innerhalb von sechs Wochen zur Einschiffung bereit gestellt werden können(??) + Der Führer der Burenfriedenskommission Piet Dewet, der sich jetzt in Kapstadt befindet, ist bemüht, den Afrikanderbond zu veranlassen, den Buren unzweifelhaft klar zu machen, daß sie von dem Bond keine Unterstützung zu erwarten haben. Piet Dewet führt den Einfall der Buren in die Kolonie und ihren fortgesetzten Widerstand hauptsächlich auf die bei Gelegenheit des Afrikanderkongresses in Worcester gehaltenen Ansprachen zurück, welche die Buren zu dem Glauben gebracht hätten, daß sich die Holländer ihnen anschließen würden, was Letzere aber nicht gethan haben. + Inzwischen setzen die Buren mit Erfolg ihre Ueberfälle auf Eisenbahnzüge fort. Die„CentralNews“ meldet aus Durban vom Mittwoch: Zwei Züge, ein Güter= und Personenzug, sind auf der Delagoalinie von den Buren vergangenen Donnerstag in der Nähe von Belfast zerstört und verbrannt worden. Die Züge kamen aus entgegengesetzter Richtung und waren ohne Schutz, als sie von den Buren angehalten wurden. Die Passagiere erhielten den Befehl, alle Nahrungsmittel zu den Waggons der Buren zu tragen. Dann wurden die Passagiere ihrer Schuhe und Kleider beraubt. Die Buren ließen sodann die beiden Züge mit voller Geschwindigkeit gegen einander fahren. Die Lokomotiven wurden zertrümmert. Sodann begossen die Buren die Trümmer der Personen= und Güterwagen mit Petroleum und verbrannten sie vollständig. Darauf brachen die Buren ihre Lager wieder ab und ließen die Passagiere zu Fuß nach Belfast gehen. + Mehrere belgische und holländische Damen haben die Anfrage an das englische Kriegsamt gerichtet, ob die englische Heeresleitung in Südafrika einer zu entsendenden Abordnung diein den englischen Lagern befindlichen Burenwaisen übergeben würden, um dieselben nach einer in dem deutschen Schutzgebiete zu errichtenden Waisenkolonie zu bringen. Die britische Verwaltung solle die Kosten tragen für die Beförderung der Kinder bis Kapstadt, von wo aus ein Hilfsausschuß die Kinder nach der deutschen Kolonie bringen würde. Erst wenn englischerseits die grundsätzliche Zustimmung zu diesem Plan gegeben ist, werden sich die Damen an das deutsche Kolonialamt wenden, um deren Unterstützung zu erbitten. + Die Beulenpest. Die Zivil= und Militärbehörden von Kapstadt sind über das Auftreten der Beulenpest im höchsten Grade besorgt. Sie haben in den letzten Tagen wiederholt gemeinschaftliche Beratungen abgehalten und alle möglichen Vorsichtsmaßregeln getroffen, um dem Weitergreifen der furchtbaren Krankheit Dämme zu setzen. Die Gefahr erscheint um so größer als sich beinah 5000 Kaffern in Kapstadt befinden und diese, ebenso wie die Eingeborenenn Ostindiens, von Natur zur AnRteckung durch die Beulenpest mehr geneigt sind Europäer und infolge ihrer Unreinlichkeit und unhygienischen Lebensweise auch leichter von ihr befallen werden. Daß es in Kapstadt so gefährlich aussieht, geht auch daraus hervor, daß Ratten und Mäuse— Zögerung zum Opfer fallen? Gleichzeitig mit diesen offiziellen Verlautbarungen und privaten Meldungen traf auch im Kolonialministerium ein Bericht von der Regierung von Mauritius, datiert am 8. Februar, ein, der meldet, daß in der ersten Februarwoche sechzehn neue Fälle von Beulenpest aufgetreten seien, von denen sieben tödlich waren. Auch aus Allahabad wird gemeldet, daß die unter den buddhistischen Pilgern aufgetretene Beulenpest zahlreiche Opfer verlange, und daß man in Kalkutta von Besorgnis wegen ihres Weitergreifens erfüllt sei. Diese beiden Umstände, an und für sich schon bedenklich, müssen um so gefährlicher erscheinen, wenn man bedenkt, daß zur Zeit ein lebhafter Schiffsverkehr zwischen Ostindien und der Kapkolonie herrscht, und daß sowohl zahlreiche englische Truppen als auch Proviant von Indien nach Südafrika verschifft werden. Die Gefahr für die englische Armee ist umsogrößer, als schon Zehntausende englischer Soldaten, an Unterleibsleiden, meist Typhus, erkrankt, die Lazarette Südafrikas füllen, und daß gerade diese körperlich geschwächten und=herabgekommenen Rekonvaleszenten sehr leicht von der Seuche ergriffen werden können. Auch die eben aus England nach Südafrika abzuschickenden Verstärkungen werden, weil sie aus dem Buren ganz unerwartet einen mächtigen Bundesgenossen bekommen sollten, einen Bundesgenossen, der sich vielleicht mächtiger erweisen dürfte, als jede Intervention und der die feinen Fäden schnell zerreißen würde, die jetzt angeblich in London gesponnen worden sind. Einem doch zweifelhaft, ob der„Gen.=Anz.“ noch Anspruch erheben darf, zu den anständigen Blättern gerechnet zu werden. So etwas ist man doch nur von der Revolverpresse gewohnt. Eine gewisse Strafe hat ihn dadurch ereilt, daß er neben dem moralisch= Anrüchigen gelegentlich auch eine Dummheit unbesehen und ungeprüft aufnimmt. So brachte er in dieser Woche die erstaunliche Meldung, daß in der Ruhr hierselbst ein Hecht von 25 Pfund gefangen worden sei. Wir vermuten, daß ihm dabei der Themsehecht in der gestohlenen Novelle vor Augen geschwebt hat(der „Gen.=Anz.“ hatte kürzlich, wie die„Tremonia“ aufdeckte, eine englische Novelle„Erlednisse eines Anglers auf der Themse“ gestohlen und unter dem Titel„Erlebnisse eines Anglers auf der Lippe“ als eigenes Geistesprodukt den staunenden Lesern vorgesetzt!!)— In der Ruhr, die jetzt überhaupt recht fischarm ist, giebt es solche Hechte nicht. Die Fische der Ruhr haben jetzt auch Schonzeit. Der besagte Hecht ist in einem Spiek der Fürstenberg'schen Ruhrweiden gefangen worden. Er war 97 cin lang und wog 14½ Pfund, ausgeweidet 12 Psund; sein Fleisch war kalten Norden in den heißen Sommer kommen, nicht so wider= übrigens wenig schmackhaft, obwoyl er mit 10.80 Mark bestandsfähig sein, wie die englische Regierung und Lord Kitchener zahlt wurde. es wohl wünschen. Kurz, es sieht ganz danach aus, als ob die Lokales. Stadt und Kreis. ** Schwerte, 16. Februar. Falb hat sich wieder, wie so oft verrechnet. Seine Voraussagungen sind von der Wahrheit und Wirklichkeit meist so weit entfernt, wie Vermuthungen und Ahnungen von der exakten Wissenschaft. Es giebt eben in der Wetterkunde noch geheimnisvolle Faktoren, die wir noch nicht ergründet haben. In diesem Jahre haben wir ein völlig amerikanisches Klima. Das heißt Newyorker Klima, das Klima der Küste von Labrador bis Florida: denn jenseits der Alleghames herrscht ein anderes, kontinentales Klima. In Newyork ist der Winter meist milde bis zum Januar, dann setzt die Kälte ein und steigert sich bis Ende Februar, dem kältesten Monat des Jahres. Und so ist es heute bei uns; auf die linden Tage des Frühwinters sind fast anderthalb Monat Frost gefolgt, in denen die Kälte bis 18 Grad Celsius stieg. Im Sauerland liegt der Schnee einen Meter hoch, stellenweise, wo ihn der Wind zusammengeweht, mehrere Meter hoch; auch unsere Straßenbahn führ einige Tage durch Schneemauern, wie durch gefrorene Meereswogen, hindurch Der Landmann ist damit wohl zufrieden. Die Saaten träumen unter der warmen Schneedecke sicher dem Frühling entgegen und werden in dem Schneewasser zugleich ein nährendes Element finden. Freilich wenn erst der Tauwind vom Mittagsmeer schnaubt und die Schneemassen plötzlich schmelzen, wird es ein Hochwasser geben, daß Herr Hagemann wohl thut, sich bei zeiten eine Arche zu zimmern, mit der er sich auf den Ohlberg oder auf den Frischütz reiten kann. Bei der Erwähnung des Sauerlands fällt uns ein, daß wir neulich im Anschluß an ein normannisches Liedchen, das Yvette Guilbert in Berlin vortrug, ein ähnliches sauerländisches Lied brachten. Das Lied, wie wir heute erfahren, war nur ein Bruchstück; die„Rhein.=Westf. Ztg.“ teilt es vollständig mit, wie folgt: Frau, sollst no Hus gaohn Din Mann, de is krank! Is he krank? Gott Lob und Dank! Noch en Dänzken Twe drei! Frau, sollst no Hus goahn Din Mann, de is daut; Is he daut? Ett he mi kin Braud(Brot)! Noch en Dänzken Twe drei! Frau, sollst no Hus gaohn Is en Frigger(Freier) för Di! Is en Frigger för mi? Dann is't Danzen vörbi! Da läuft sie nach Hause. Das ist ein westfälisches Volkslied, das gerade keinen idealen Zustand, aber einen im menschlichen Leben nicht ungewöhnlichen schildert und deshalb auch in der Normandie ähnlich sich findet: Aber die Westfalen sind anscheinend etwas empfindlich, denn die„Rh.=W. Ztg.“ hat folgende Postkarte erhalten:„Wir protestieren energisch gegen eine solche Veralberung des Westfalentums; das soll ein westfälisches Volkslied sein?? Kür mi nich van drögen Stuten! Neene! So wat!“ Und doch ist es eins. Von einer Rückschau auf die Ereignisse der Woche wollen wir heute absehen; wir haben alles erschöpfend behandelt, sodaß uns nichts mehr zu sagen übrig bleibt. Beschäftigen wir uns lieber wieder einmal mit unserem Freunde, dem Dortmunder General=Anzeiger. Der Gen.=Anz.“ hat in der letzten Zeit viel Unglück gehabt. Nachdem er in einem Federkrieg mit der„Tremonia“ schwerverwundet vomn Schlachtfelde getragen worden, scheint er sich jetzt in der Bahnhof=Frage auf's neue blamiert zu haben, denn das „Dortmunder Tageblatt“ meint,„es sei kaum etwas Dümmeres denkbar, als die Berichterstattung des„Gen.=Anz.“ in dieser Angelegenheit. Vielleicht doch, nämlich die Art, alle Lügen des Vorwärts als bare Münze zu nehmen und „triumphierend“ abzudrucken. Unsere Landwirte werden sich ** Um den Bestimmungen des am 1. April er. in Kraft tretenden Gesetzes über Fürsorge=Erziehung entsprechen zu können, haben die evgl. Gemeinden Westfalens einen Erziehungsverein für die ganze Provinz gebildet, der sich aus Lokalvereinen der einzelnen Gemeinden zusammensetzt, denen außer Geistlichen und Presbytern auch Lehrer angehören sollen. Für die Fürsorge=Kinder, welche der elterlichen Zucht entzogen werden müssen, sollen, soweit nicht in der Gemeinde selbst eine Unterbringung dieser Kinder bei einer braven Familie erfolgen kann, vorläufig vier Sammelstellen in Bielefeld, Tecklenburg, Soest und Siegen eingerichtet worden, wo die Kinder in Fürsorgeheimen erzogen werden sollen. Notorisch verwahrloste Kinder müssen Besserungshäusern überwiesen werden. ** Eine Reform im Eisenbahn=Reiseverkehr. Es besteht die Absicht, das Mitnehmen von Gepäckstücken in die Eisenbahnwagen zu kontrollieren und dabei große Stücke zurückzuweisen. Auf einigen größeren Stationen wird dies gegenwärtig schon probeweise durchgeführt. An der Seite der Billetschalter ist ein Maßsystem angebracht, durch welches die Gepäckstücke auf ihre Größe geprüft werden. Von den Reisenden der I. Wagenklasse dürfen Stücke bis zu 1 Meter Länge, von dem der II. Klasse bis zu 65 Zentimeter Länge und von den der III. Klasse bis zu 50 Zentimeter Länge in die Wagenabteile genommen werden. Für die Reisenden der IV. Klasse sind Traglasten zulässig, welche bequem durch die Wagenthür gehen. Alle größeren Gepäckstücke müssen expediert werden. Diese Reform im Interesse des— Staatssäckels wird wohl nicht eben mit Enthusiasmus aufgenommen werden. ** Der westfälische Turnlehrerverein wird den diesjährigen westfälischen Turnlehrertag Ende Juni in Lüdenscheid abhalten und damit die Feier des 25jährigen Bestehens verbinden. ** Ein Kongreß der Textilarbeiter von Rheinland und Westfalen soll in den ersten Tagen des Monats April in Duisburg abgehalten werden. Der hauptsächliche Punkt der Tagesordnung ist:„Die Stellungnahme zu den christlichen Gewerkschaften.“ Es werden in dieser Beziehung lebhafte Auseinandersetzungen mit den am Niederrhein zahlreich vertretenen christlichen Textilarbeiterverbänden erwartet. *s In der Woche vom 8. Febr. bis 15. Febr. wurden auf dem städtischen Schlachthofe geschlachtet: 1 Ochs 11 Kühe, 3 Rinder, 68 Schweine, 29 Kälber, 1 Ziege, 5 Pferde. ** Schwerte, 15. Febr. Der Bergmann Schr. aus Sölderhof, der in der Nacht in den Straßen mehrere Revolverschüsse abfeuerte, wurde wegen groben Unfugs verhaftet. Der Revolver war scharf geladen, doch richtete der unbesonnene Mensch zum Glück kein Unheil an, obgleich Menschen auf der Straße waren. ** Hörde, 15. Febr.(Aus Handel und Industrie). Infolge eines weiteren Niederganges der Eisenindustrie hat die Verwaltung des„Hörder Verein" durch Anschlag bekannt gemacht, daß vom 1. März an weitere Lohnherabsetzungen nötig werden. Dieselben find in den einzelnen Betrieben, je nach der Arbeit, auf 5—8 Prozent festgesetzt. Westfalen und Rheinland. * Letmathe, 15. Febr. Die Elektrizitätsgesellschaft wird nach Fertigstellung der Strecke Iserlohn=Letmathe(Probefahrten werden in nächster Woche, die Eröffnung voraussichtlich am 1. März stattfinden) eine Abzweigung von der Hauptstrecke der Geleiselegung über die Lennebrücke zum hiesigen Bahnhofe anlegen. * Elberfeld, 14. Febr. Die Abnahme der Schwebebahn seitens der Eisenbahnbehörde hat gestern mittag stattgefunden. Der Betrieb wird, wenn alles gut verläuft, in einigen Tagen aufgenommen werden, d. h. von der Haltestelle Kluse bis zum Zoologischen Garten. Ehe der Betrieb bis Vohwinkel durchgeführt werden kann, werden noch einige Wochen vergehen, da die Vorarbeiten an den Haltestellen noch nicht beendet sind.— Eine Belastungs=Probefahrt hat am Dienstag auf der Schwebebahn auf der Sonnborner Strecke stattgefunden. Ein mit 5000 Kilogramm Eisen beschwerter Wagen fuhr unter Aufsicht der Betriebsbeamten die Strecke mehreremal ab. die bekanntlich sehr leicht von der Beulenpest ergriffen werden das merken. Aber wenn das„Dortm. Tagebl.“ die Inund zugleich die hauptsächlichen Verbreiter der Ansteckung sind— telligenz des„Gen.=Anz.“ anzweifelt, so dürfen wir nach den zu Tausenden an ihr verenden, so daß die Behörden sich veranlaßt Erfahrungen der letzten Zeit auch die Frage aufwerfen, ob gesehen haben, eine scharfe Verfolgung und Massentötung dieser das Blatt auch wohl die rechten Begriffe von Anstand und Tiere anzuordnen. Jetzt wird von Londoner Zeitungen zugegeben, Sitte hat. Wenn wir sehen, daß es in seinem„Sprechsaa!“ daß die militärischen Vorräte von Pferdefutter und Heu von Pest= eine Art Ablagerungsstätte für allerlei meralischen Unrat geLezillen infiziert sind, und man erwägt jetzt in Kapstadt deren voll= schaffen hat— binnen wenigen Tagen erschien in dieser., Kaniz unter bändige Zerstörung, zögert aber noch immer damit, weil es so cloaca maxima eine Verleumdung eines hiefigen Bürgers gatten, der verläßt die Stadt. ungeheuer schwierig ist, sie rechtzeitig durch neue zu ersetzen. und ein Privatbrief, den ein Hallunke wider Wissen und tnnzete ur: u==:—2.—..—.——..—7u gievtel tausend Menschenleben werden oder können doch dieser Willen des Briefschreibers veröffentlicht hatte— so wird Für den redaktionellen Teil verantwortlich: 31 Eigener Depeschendienst der„Schwerter Hd. London, 16. Febr. Die Meldung, daß General French eine große Anzahl Buren bei Ermelo gefangen genommen habe, bestätigt sich nicht. Hd. London, 16. Febr. Einem Telegramm aus Kapstadt zufolge hat Sir Alfred Milner einen Spezialkommissar nach dem Oranjefreistaat gesandt, um der Bevölkerung den Eid der Treue abzunehmen.(?) Hd,-London, 16. Febr. Aus Port Elisabeth wird gemeldet: Die Buren haben die Eisenbahn bei Edinburg zerstört. Bei dem letzten Versuche wurde aus einem Panzerzuge auf sie geschossen, wobei 12 Buren getötet wurden. Hd. London, 16. Febr. In Kapstadt sind neue Pestfälle nicht zu verzeichnen gewesen. Trotzdem herrscht noch immer eine Panik unter der Bevölkerung. Wem die Verhältnisse an ge S Sehr zu empfehlen für Komfirmanden und Komamatun. Grosse Posten Kleiderstoffe verkaufe ich mit geringem Nutzen seur billig. 1 Kleid 6 Meter schwarzen und farbigen Kleiderston zu Mk. 5.40 . 8„„„„„ Hochseine Kleiderstoffe zu 1.50 bis 2,50 Mk. pr. Mtr. Hübsche Besätze, Besatzseide, Korsetts, Unterröcke, Regenschirme, Ha dschuhe, bed Taschentücher etc etco. in grosser Auspahl sehr bljg, ge Tuch- und Buxkin-Reste per Meter zu Mart 3.50. In sämtlichen Manufakturwaren stekle ich bekanntlich die Schwerte, Hüsingstrasse 3. Wilhenn Nachruf. Am Dienstag, den 12. d. Mts., morgens 10 Uhr, verschied nach längerem, schwerem Leiden der Wirt und Steinbruchbesitzer herl Priedrieh Weissmann zu Hohensyburg. Der Verstorbene war seit langen Jahren Mitglied der Amtsvertretung des Amts Westhofen und des Schulvorstandes von Hohensyburg, an deren Beratungen er stets bis in letzter Zeit, wo sein leidender Zustand dieses nicht mehr zuliess, mit unermüdlichem Pflichteifer Anteil nahm und vermöge seiner Begabung zur Förderung der Intcressen nicht unwesentlich mit beitrug. Es wird ihm daher ein dauerndes und treues Andenken bewahrt bleiben Westhofen, den 14. Februar 1901. Namens der Amtsversammlung des Amts Westhofen und der Schulvertretung von Hohensyburg. Graf Haslingen, Amtmann Ebangelische Volksschalt. Diejenigen evangelischen Kinder, welche bis zum Mai d. J. 6 Jahre alt werden, sind Mittwoch, den 0. Februar, und Sonnabend, den 23. Februar. on 10 Uhr ab, in der alten Schule am Markt bei den erren Rektoren Berensmann und Honsaleck behufs lufnahme in die Schule anzumelden. Die in der Zeit vom 1. Mai bis 1. Oktober 1895 eborenen Kinder können nur aufgenommen werden, soweit * Freiw. Feuerwehr§ Schwerte. * X Sonntag, 24. Februar d. J., 1 nachmittags 6 Uhr anfangend, feiert die Wehr im Lokale des X Herrn Carl Böhmer ihr dies.### sährigs. 26 Winterkränzenen durch Konzert, Theater und BALL.# Karten im Vorverkauf: Konzert und Theater 50 K und Theater 0d Pfa, ganse Festarte 1 Mit.“ Kongert# S 4c- 8865h uunr Genank K Turn=Verein Eintracht" Schwerte Reeeeeeeee G Cotal-Ausverkauf 5 wegen Umzug. Sämtliche Artikel werden zu jedem nur an 5) nehmbaren Preise ausverkauft. 49 M. Gumpel, Schwerte, 8 Hüsingstr. 35. O (Mitglied der deutschen Turuerschaft). Sonntag, den 17. Februar, nachmittags 4 Uhr: Generalversammlung im Vereinslokale(C. Raffin). Um zahlreiches Erscheinen bittet Der Vorstand. er Raum reicht. Der Ortsschulinspektor: Terberger. Berkäuf! Am Samstag, 23. d. Mts., vorm. 11 Uhr, werde ich im Auftrage des Konkursverwalters Herrn Rechtsanwalt Backhausen die zur Konkursmasse G. Röttger gehörigen 2 Holzschuppen nebst Zubehör an der Munkenbeck'schen Mühle, 15 Meter lang, 11 Meter breit und 16 Meter lang, 13 Meter breit auf Abbruch gegen Baar verkaufen.„„ B.ste watig Zusammenkunft bei Herrn Hagemann, Restauration „Im Reiche des Wassers“. Schulte, Auktions=Kommissar. Für nur 1 Mk. versendetl die Stahlwaranfabrik P. Ebel, Loliugen, ein hochfeines Taschenhtin mit 2 prima Stahlklingen und f. Korkzieher. De In feinem Stuis 20 Pfg. mehr. Eite Bohung von 3 Zimmern per 1. Mai zu vermieten. Beckestr. 88. Eine Wohnuug von 3 Zimmern zu vermieten. Wo s. d. Exped. d. Bl. 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Februar, nachmittags 3 Uhr, stattfindenden Generalversammlung beim Wirt Fr. Bährensmann zu Geisecke werden die Mitglieder hiermit ergebenst eingeladen. Tagesordnung: 1. Beitritt zur PferdezuchtSektion der Landwirtschaftskammer der Provinz Westfalen. 2. Anlegung eines Stutbuchs. 3. Mitteilung des Revisionsberichts. 4. Versicherung des Hengstes. Anderweitige Beschaffung des Anleihekapitals. 6. Empfangnahme des Zuschusses zum Deckgeld(für Mitglieder des Kreisvereins Hörde). 7. Verschiedenes. Der Vorstand. Wir empfehlen unsere anerkannt vor züglichen Qualitäten in Atlasbarchent, Bettsatin, Daunen-Coeper und Federleinen. Garantiert staubfreie Betttedern und Daunen. Das Füllen der Betten geschieht im Beisein Käufer. Größte Auswahl! Streng reille Bedienung. Billigste Preise! Geschw. Becker, Schwerte. In der Nähe des Westf. Nickelwalzwerks ist ein kl. Wohnhaus nebst Stallung unter der Hand zu verkaufen. Wo, sagt die Expedition d. Bl. Eine Wohung von 3 Zimmern ist per 1. Mai zu vermieten. 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Es tönt und braust und wogt und wallt Und singt und klingt und jauchzt und schallt, Die Welt wird täglich bunter, Da gehn die Sorgen unter. Mit Pauken und Trompetenschall Ruft seine Schaar der Carneval Und seine Jungen springen Und Schellenklappen klingen! Es wird so vieles auf der Welt Zeitweilig auf den Kopf gestellt, Dann werden traumverloren Sogar die Weisen Thoren. Zum Glücke weiß ja jedes Kind, Daß sie's vorübergehend sind, Sie wollen nur bisweilen, Dem Werktagsjoch enteilen. Und kommt der neckische Gesell' Der Carneval, dann heißt es schnell, Nur schnell hineingestiegen In's närrische Vergnügen! Stellt alle Scrupel schleunigst ein, Warum sollt ihr nicht lustig sein? Laßt die Vernunft bei Seite, Sie paßt nicht zum Geleite! Der Ruf erschall! Ins bunte Kleid Steigt Mann und Weib und Bub und Maid Der Mensch treibt gern sein Späßchen Und leert dabei sein Gläschen. Selbst Alter schützt vor Thorheit nicht Und schwebt und strebt zu Glanz und Licht, Es hüllten sich in Flitter Sogar schon Schwiegermütter! Auch spielt der Zufall manchen Streich, Nicht stets gesellt sich Gleich und Gleich, Manch Jüngling. wohlgestalten Charmiert mit einer„Alten“! Der äuß're Glanz und Schein besticht, Was hinter steckt, das weiß man nicht, Es gilt als Hauptvergnügen Zu täuschen und zu trügen! Der Carneval, der Carneval Spielt seine Streiche überall, Es giebt auch Ehegatten, Die darum Scenen hatten! Es hat schon manch ein Bösewicht Sein Weib poussiert und merkte nicht: war die Angetraute Die ihn schon längst durchschaute! Sie läßt ihn lange in dem Wahn Als ob sich Beide niemals sahn, Dann ruft sie: O du Sünder! Sein Schreck ist kein gelinder. Und sind sie dann zu Haus allein, Dann möcht ich nicht mal Mäuschen sein; Ein Mißton trübt die Ehe, Der lautet:„Wehe, wehe!" O Carneval. o Carneval Noch kürst du Freude überall, Soll ich bei solchem Treiben Allein vernünftig bleiben? Was sagst du? Hm— wie sonderbar, Wer niemals übermütig war, Sei er ein Grundgescheiter. Ist doch ein Narr?? Ernst Heiter. ch Kleine Mitteilungen. Bei dem großen Wettstreit im Kunst=Schlittschuhlauf, der kürzlich in Stockholm veranstaltet wurde, haben die Schweden über die— ihnen fast ebenbürtigen— deutschen und österreichischen Gegner gesiegt. Zwei Berliner errangen den 3. und 4. Preis. * Die russische Kommission zur Verhütung und Bekämpfung der Pestepidemie teilt mit, daß in zwei Orten in der kirgisischen Steppe bis zum 24. Januar 136 Personen erkrankten, von denen 134 starben, daß seitdem in diesen Ortschaften keine neue Erkrankung vorgekommen ist. Infolgedessen wurde nach beendigter Desinfektion die Sperre über diese Ortschaften aufgehoben. * Mit der Hobokner Brandkatastrophe hatte sich in diesen Tagen das Seeamt in Bremerhaven zu beschäftigen. Der Urteilsspruch tautet: Das Feuer ist in einem Baumwollschuppen entstanden und hat, binnen kürzester Zeit zu einer gewaltigen Feuersbrunst awachsend, die gesamten Pieranlagen völlig vernichtet und die Dampfer des Norddeutschen Lloyd„Saale"„Bremen,„Kaiser Wilhelm der Große",„Main“, sowie deren Besatzungen stark in Mitleidenschaft gezogen. Die Entstehungsursache steht nicht bestimmt fest, es liegt wahrscheinlich Fahrlässigkeit vor. Wäre es gelungen,„Saale",„Bremen" und„Main“ schneller von den Piers zu entfernen, so wären die Schiffsbeschädigungen und Menschenverluste bei weitem nicht so schwer gewesen. Von den Newyorker Schleppdampfern haben verschiedene die erbetene Schlepphilfe abgelehnt und sich um die im Wasser Treibenden nicht bekümmert(!) Die Schiffsleitungen trifft kein Verschulden. * „Nur“ 800000 Mark jährlich für sich verbrauchen zu dürfen, das ist das traurige Loos des Grafen und der Gräfin Castellane geb. Anna Gould in Paris. Sie müssen mit ihren lumpigen 800000 Mark jährlich alle Entbehrungen des Lebens so lange tragen, bis ihre Schulden bezahlt sind. Dieselben belaufen sich auf 16 Millionen Mark. Der Kunsthändler Wertheimer, der die erste Klage anbrachte und den Prozeß gewann, hat mit seinem Anspruch auf 1 500000 Mark das Vorzugsrecht. * In der Nacht zum Sonntag drangen Diebe in das Pantheon zu Rom ein und raubten von der dort befindlichen Madonnastatue eine goldene Kette, sowie ferner von der Grabstätte des Königs Humbert das Kreuz, die königliche Krone und die Kette des Annunciata=Ordens. Diese Gegenstände waren aus vergoldetem Metall hergestellt und von geringem Wert. * Die Schauspielerin Klara Clair, die mehrere Jahre an dem Düsseldorfer und Duisburger Stadttheater als Tragödin thätig war, hat sich in Magdeburg erschossen. Das Motiv der That ist Ueberschuldung, sowie die Unlust in das Fach der„Alten“ überzutreten. Ein Lotteriegewinner als Wohlthäter. Das große Los der letztgezogenen Mühlhäuser Kirchenbaulotterie im Barbetrage von 100000 Mark ist nach Wernigerode gefallen. Der glückliche Gewinner, ein dortiger Eisenbahnbeamter, hat in seiner Freude über dieses Ereignis sofort eine Summe von 10000 Mark der städtischen Armenverwaltung daselbst überwiesen. * Der berühmte Mediziner, Professor Dr. v. Pettenkoffer in München hat sich im Alter von 83 Jahren erschossen. Die Befürchtung, gleich einem nahen Verwandten in geistige Umnachtung zu verfallen, veranlaßte den schwermütig gewordenen Mann, seinem Leben freiwillig ein Ende zu machen. * Die Existenz der(Hasard=)Spielhäuser der berühmten belgischen Badeorte Ostende und Spa ist bedroht. Der konservative Senat hat zwar den Art. 7 des Gesetzes betr. die Spielhäuser— welcher das Privileg der letzteren aufrecht erhält— angenommen, aber die Repräsentantenkammer hat sich mit 97 gegen 16 Stimmen gegen das Weiterbestehen der offiziellen Spielhäuser erklärt. Bleibt also nur noch Monaco. * Ein aufregender Auftritt spielte sich am Mittwoch an Bord des französischen Petroleumschiffes„Havrais" ab. Der Kapitän Coly bekam plötzlich einen Anfall von Säuferwahnsinn. Er trieb den Matrosen am Steuer vom Dienste fort und steuerte dann das Schiff gerade auf eine Klippe zu. Zum Glück bemerkte der Maat die Gefahr und riß dem Wahnwitzigen das Steuer aus der Hand. Als der Vorfall sich wiederholte, ließ der Maat die Matrosen zusammentreten, und man beschloß, dem Kapitän das Kommando abzunehmen. Derselbe wurde im nächsten Hafen an Land geschafft. Die amerikanischen Universitäten sind zwar zum teil sehr gut dotiert, wie die Stanford=University in San Francisco, welche das Ehepaar Stanford mit 60 Mill. Mark und die University of Chicago, welche der Oelkönig Rockefeller mit 40 Mill. Mark begründete. Aber die Hopkins University in Baltimore leidet, da ihr Kapital von 14 Mill. Mark wegen Niedergangs der Kurse sich schlecht verzinste, solche Not, daß der Präsident der Universität Gilman seinen Rücktritt angekündigt hat. Die„Metzer Zeitung“ vom 10. d. Mts. schreibt: Gestern und vorgestern wurden in der Nähe des Coantrenne— auf der Gemeindejagd von Vernéville— zwei starke Wölfe gefährtet und von einem Grenzaufseher nächtlicherweise auch gesehen. Schon neulich waren zwischen Malmaison und Bagnen Wolfsfährten gefunden worden. * Während in Frankreich die Geburten prämiiert werden, werden sie im Fürstentum Reuß j. L. besteuert! Bei jeder Anmeldung einer Geburt sind 50 Pfg. zu entrichten, welche der Hebammen=Unterstützungskasse zugeführt werden.„Wenn wir geboren werden, weinen wir“ sagt König Lear; aber der Landtag des Fürstentums Reuß ist von einem gesunde Optimismus erfüllt und denkt:„Das Leben ist doch schön" und das erste Erblicken des Sonnenlichtes nicht zu teuer mit 50 Pfennigen bezahlt. * Die Petersburger„Rossija“ ist der Ansicht, daß der Naphtabrand in Baku(Rußland)— ein Feuerschauspiel, größer als der Brand Roms unter Kaiser Nero— angelegt sei, um eine große Quantität Naphtha vom(Weltmarkt abzuziehen.“ Für Löschung sei absichtlich nicht gesorgt worden. Wie ein Berliner Blatt meldet, ist in Moabit eine eingehende Untersuchung eingeleitet, weil an einem Sonntage, an dem der Aufseher Sternbergs seinen freien Tag hatte,„der stellvertretende Badeaufseher Sternberg ins Bad führte, ohne daß hierzu ein Auftrag seitens der Direktion gegeben war.“ * Bei dem Versuch, ein Kupeefenster zu öffnen, stürzte durch Aufschlagen der Kupeethür Frau Schulze=Wiesche auf der Strecke Mülheim=Heißen aus dem Eisenbahnzug. Sie erlitt einen Schädelbruch und war sofort tot. * Die Pest hat in Bombay(Indien) wieder zahlreiche Opfer gefordert. In der letzten Woche kamen dort 2000 Todesfälle vor. * Der Fähnrich im badischen Leibdragoner=Regiment Freiherr v. Manteuffel hat sich erschossen. Er war der älteste Enkel des früheren Statthalters der Reichslande, auf dessen Nachkommenschaft ein düsteres Verhängnis lastet. Einer seiner Söhne starb in Deutsch=Ostafrika, der andere, des Fähnrichs Vater, der mit der Gräfin Valeska v. Schmettow verheiratet war, lebt seit einigen Jahren im Auslande. Die Kosten der Erziehung des jungen v. Manteuffel hatte in liberalster Weise der Präsident des Landesausschusses, Dr. v. Schlumberger in Straßburg bestritten, in der Hoffnung, der junge Mann werde den Namen v. Manteuffel zu neuen Ehren bringen— diese Hoffnung hat des jungen Fähnrichs Selbstmord nun zu nichte gemacht. * Als in den ersten Stadien des südafrikanischen Feldzuges die Buren die großen Erfolge gegen die Engländer erzielten, wurde besonders auf die Vorzüge ihres neuen Mausergewehres hingewiesen, und es wurden damals schon vereinzelt Meldungen laut, welche von der Annahme dieses Modells für die deutsche Armee zu erzählen wußten. Nach eingehender Prüfung hat man sich nun zu einem neuen Modell 98 entschlossen, und die deutschen Chinatruppen sind die ersten gewesen, welche mit dem neuen Gewehr ausgerüstet wurden. Jetzt hat auch das Gardekorps und die Marine schon das neue Modell in Gebrauch, und bei den anderen Truppenteilen wird der Ersatz bald folgen, zunächst, wie immer in solchen Fällen, bei den Grenzkorps. Postbuch. Besondere Ausgabe für Schwerte(Ruhr) und Umgegend. Unter dem Titel„Postbuch, Ratgeber für den Postund Telegraphenverkehr“ ist soeben ein unter Berücksichtigung der neuesten Bestimmungen nach amtlichen Quellen bearbeitetes Handbuch erschienen, welches über alle Fragen des Post=, und Fernsprech=Verkehrs schnelle und zuverlässige Auskunft erteilt. Das Postbuch, welches sich durch Uebersichtlikeit auszeichnet, enthält u. A.: Versendungs= und Zolltarifvorschriften, Auszüge aus der Postordnung, dem Postgesetzund dem Weltpostvertrag, Tarife aller Art für den In= und Auslandsverkehr(Packetposttarif für In= und Ausland), Umrechnungstabellen für den ausländischen Postanweisungsverkehr, Verzeichnis sämtlicher Reichs=Postanstalten, der deutschen Postorte im Auslande, der wichtigeren Postorte in Bayern, Württemberg und Oesterreich=Ungarn(14.000 Postorte) nebst einer Zonentabelle zur Berechnung des Packetund Geldbriefportos nach jedem beliebigen Postorte; Telegraphen= und Fernsprechverkehr. Das Werkchen, welches jedem, der sich der Post bedient, namentlich aber Geschäftsleuten als unentbehrlicher Ratgeber empfohlen werden kann, ist an den Postschaltern zu dem außergewöhnlich geringen Preise von 90 Pfg. zu haben. Durch die Herausgabe des Buches ist einem längst empfundenen Bedürfnis abgeholfen. Die Schlußlieferung des vielbesprochenen Volks=UniversalLexikons von Dr. E. Dennert(Verlag von Ulrich Meyer, Berlin W. 57, Mansteinstr. 6) liegen nunmehr vor. Bei den zahlreichen Anerkennungen und Empfehlungen, die diesem großangelegten vokstümlichen Werk vom Beginn seines Erscheinens an zu teil geworden, scheint es fast überflüssig noch ein weiteres Wort hinzuzufügen, denn das Werk wird sich ohne Zweifel durch innere und äußere Vorzüge seinen Weg in die breitesten Schichten unseres Volkes bahnen. Neben den angedeuteten inneren Vorzügen möchten wir nicht unterlassen, auf die reiche Ausstattung aufmerksam zu machen. 6 bunte und 38 schwarze Bildertafeln, 24 neue bunte Landkarten, sowie mehrere Textbeilagen und fast 700 Textillustrationen schmücken das 1296 Seiten umfassende Werk, während der elegant gebundene Band nur 12 Mk kostet. Für den redaktionellen Teil verantwortlich: Franz Miller. br F Leidenstoffe Anster gerteet. Deutschlands grösstes Speelalgeschäft MICHELS&am; CIe BERLINSw. 19 Leipzigerstr. 48. Ecke Markarafenstr. 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Februar und den folgenden Tagen im Ratt ause zu Danzig öffentlich aus. Um sich an diesem chancenreichen Spiele beteiligen zu können muß man ein Marienburge: Los für 3Mk. von dem Gen ralDebit Lud. Müller& Co., Bankgeschäft in Berlin, Breitestraße 5, und Hamburg, große Johannisstraße 21, oder von einer hiesigen Verkaufsstelle recht schnell beziehen, denn es wird bald ausverkauft sein Krankheiten verhüten ist leichter -Is hailon Dieses Wort stellt der berühmte Leipziger Arzt als Heiten. Professor Dr. Bock an den Anfang seines in vielen Tausenden verbreiteten Buches„Vom kranken und gesunden Menschen." Alle Aerzte sind sich darüber im Klaren, daß die Aufgabe, den Körper gegen die Myriaden von Krankheitserregern, mit denen die Athmosphäre geschwängert ist, unempfindlich zu machen, den wesentlichsten Teil der medizinischen Wissenschaft ausmachen sollte. Dieser Grundsatz hat noch auf dem TuberkulosenCongreß zu Berlin 1899 Anerkennung gefunden. Das Ergebnis dieses Congresses läßt sich wohl dahin zusammenfassen, daß die Wissenschaft heute noch kein Mittel kennt, um die ltzten Stadien der furchtbaren Krankheit, Lungenschwindsucht genannt, zu bekämpfen, daß aber der Tuberkel=Bazillus abgewehrt werden und in nicht zu weit vorgeschrittenen Phasen der Krankheit erfolgr ich bekämpft werden kann. Unter den Mitte n, welche diesen Krankh itserreger unschädlich zu machen geeignet sind, nimmt ein Abguß des russischen Knöterich einen ersten Platz ein und es werden geshalb alle diejenigen, welche in öfterem Räuspern, Atembeschwerden, Stechen in den Seiten 2c. auf eine Ansteckung durch den Tuberkel=Bazillus schließen, auf eine Broschüre hingewiesen, die Herr Ernst Weidemann zu Liebenburg a. Harz gratis versendet. Um den Patienten den Bezug di ser Pflanze in wirklich echter Form zu ermöglichen, versendet Herr Ernst Weidemann den Knöterich=Thee in Paketen à 1 Mark. 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