Amrricher Erreisbratt Abonnementspreis pro Quartal 1 Mk. 50 Pfg., exel. 80 Pf. Bestellgeld, wenn durch die Post bezogen. Erscheint., Mittwochs, Freitags u. Samstags. Wöchentliche Gra###=Leitage, „Illustrierter Familienfreund.“ Alle Kreis= und Lokalpolizeilichen Verordnungen etc. für den Kreis Hörde erlangen gemäß Bekanntmachung der Königl. Regierung durch Veröffentlichung in der„Schwerter Zeitung" rechtsverbindliche Kraft. Nr. 182. 1. Blatt. Schwerte, Samstag 17. November 1900. für den Frreis Horde. Insertionsgebühr für lokale Anzeigen die sechsgespaltene Zeile oder deren Raum 10 J, außerhalb 15 Z, Reklame=Zeile 40 4 Druck und Verlag von Carl Braus in Schwerte, FernsprechAnschluß Nr. 85, Amt Hörde. Telegr.=Adr. Braus, Schwerte=Ruhr. 33. Jahrgang. Deutschland. Das Attentat auf den Kaiser. Wie wir schon gestern durch Extrablatt verkündeten, ist in Breskau auf unsern Kaiser ein Attentat verübt worden, das Gott sei Dank! mißglückt ist. Als der Kaiser Freitag mittag mit seinem Schwager, dem Erbprinzen von Meinigen, im offenen Wagen den Bahnhof, von Trachenberg kommend, verließ, warf eine Frau ein neues Beil nach dem Wagen. Dasselbe traf den Kaiser nicht, sondern beschädigte ein Hinterrad des kaiserlichen Wagens. Als die Verbrecherin das Beil aufhob, um es zum zweitenmale zu werfen, wurde sie festgenommen. Eine ausführliche Meldung besagt: Der kaiserliche Sonderzug traf um 12¼ Uhr auf dem Oberschlesischen Bahnhof ein, woselbst der Polizeipräsident und der Präsident der Breslauer Eisenbahn=Direktion zur Begrüßung erschienen waren. Der Kaiser in der Kürassieruniform entstieg dem Salon=Wagen, ihm folgten der Erbprinz Bernhard und dessen Gemahlin Charlotte, die Schwester des Kaisers. Nach herzlicher Verabschiedung von der Erbprinzessin fuhr der Kaiser mit dem Erbprinzen Bernhard in offener Equipage nach der Kürassierkaserne in Kleinburg. Auf der Fahrt ereignete sich an der Ecke der Garten= und Teichstraße ein Zwischenfall. Eine anscheinend geistesgestörte Frau aus dem Publikum warf mit einem kurzen Handbeil in der Richtung des Wagens des Kaisers. Das Beil fiel hinter dem Wagen zur Erde, ohne daß irgend jemand Schaden genommen hätte. Die Frau wurde verhaftet. Ergänzend wird des Weiteren berichtet: Die bei der Durchfahrt des Kaisers verhaftete Frauensperson, welche das Beil nach dem Wagen des Kaisers geworfen hatte, heißt Selma Schnapka. Sie stand in einer der vordersten Reihen des Publikums, und zwar auf der Seite des Wagens, auf welcher der Erbprinz von Meiningen saß. Als der Wagen vorüberfuhr, schleuderte sie das kurze Beil nach demselben. Es prallte an dem Wagen ab und fiel unmittelbar hinter demselben nieder. Die Menge stürzte sich auf die Frau, welche sogleich von Schutzleuten festgenommen wurde. Man brachte die Frau nach dem nahe gelegenen Polizeirevier Nr. 16 in der Ernststraße. Auf dem Wege dorthin sprach sie fortgesetzt von Leuten, die sie aufgehetzt hätten:„Er hat es mich zeheißen,“ rief sie. Sie wurde nach kurzem Verhör auf dem Revier dem Polizeipräsidium zugeführt. Das Beil ist in den Händen der Polizei. Der Name der Frau wird von anderer Seite mit Selma Schnopke bezw. Schnapke angegeben. Sie ist 40 Jahre alt und katholisch. Im Publikum entstand, als das kannt wurde, eine ungeheure Aufregung. Die Polizei hatte Mühe, die Frau vor der Wut der Volsmenge zu schützen. Es handelt sich offenbar um die That einer Geisteskranken. Das Beil war noch nicht gebraucht. Ein bisher unbestätigtes Gerücht will wissen, daß die Attentäterin eine Italienerin sei. Schlußfolgerungen hieraus zu ziehen, verbietet sich, solange keine Sicherheit über die Nationalität der Frau vorliegt. Ein Telegramm berichtet noch, daß der Kaiser, der den ganzen Vorgang bergerkt hatte, sehr bleich aussah, die verstärkten Huldigungen des Publikums aber mit freundlichem Lächeln erwiderte Der Attentatsversuch hatte zur Folge, daß, als Se. Majestät von der Kaserne des Leibkürassierregiments nach dem Bahnhof zurückfuhr, fast das gesamte Militär der Breslauer Garnison aufgeboten worden war, Weg zu beiden Seiten bewachte. Der kaiserliche Wagen wurde von Leibkürassieren eskortiert. Von Breslau aus reiste S. Majestät nach Großstrehlitz, ebenfalls in Schlesien, woselbst am heutigen Sonnabend gejagt werden soll. Sonntag vormittag will der Kaiser an dem Gottesdienst in der evangelischen Kirche zu Groß=Strehlitz teilnehmen. Mit ihm wird sein Volk dem Höchsten für die glückliche Errettung des Kaisers aus der Gefahr danken! Fürsorge des Reichstags für die Presse. Im Reichstagshause ist infolge vielfach exgangener Anregung ein Lesezimmer für die Presse eingerichtet worden. Es ist dazu der ehemalige Garderoberaum benutzt worden, der zwar klein ist, aber doch den Ansprüchen genügt. Zeitungen, Depeschen u. s. w. lassen sich dort bequem einsehen. Eine Anzahl deutscher Postbeamten kommt am Sonnabend im Reichspostamt in Berlin zusammen. Die Beamten sind zum Feldpostdienst für China einberufen worden und werden in Berlin zunächst Instruktionen und Ausrüstung erhalten, um dann die Reise nach China anzutreten. Unter diesen Beamten befinden sich auch zum ersten Male bairische Beamte, zwei Postassistenten. Alle nach China entsandten Postbeamten können später, wenn sie nach Ablauf ihrer Verpflichtung nicht weiter im Kolonialdienst verbleiben wollen, unter Anrechnung der Zeit des Feldpostdienstes wieder in die deutsche Reichspost zurücktreten. Prozeß Sternberg. Der Gerichtshof hatte vor wenigen Tagen beschlossen, zur Aufklärung von allerlei Dunkelheiten, die heute in Newyork befindliche Margarethe Fischer telegraphisch zu laden. Die Vorladung erfolgt, aber das Dämchen ist nicht blöde und stellt seine Bedingungen. Und man muß sagen:„mit Kleinigkeiten giebt sie sich nicht ab. Sie verlangt, freies Geleit, 5000 Mark bar, freie Fahrt 2. Klasse und Verpflegung für sich und ihre Begleiterin Helene Fischer. Aus dem Zeugenverhör ergab sich, daß eine Verwandte Helene Fischer in Newyork gar nicht existiert, und der Gerichtshof weist diese komischen Bedingungen daher ab. Lediglich die gesetzlichen Vergütungen sollen gewährt werden. Erbauliche Geschichten über den„Kapitän Wilson“ sagt die Zeugin Valesca Hausmann aus. Kapitän Wilson hat sich gewaltige Mühe gegeben, durch gute Diners und Barzuwendungen verschiedenen Mädchen begreiflich zu machen, daß der Angeklagte Sternberg nichtschuldig sei. Schwerbelastend ist die Aussage der 16jährigen Zeugin Martha Schnörwange, die ganz bestimmt aussagt, Sternberg sei der geheimnisvolle Maler gewesen, der sie unsittlich berührte. Sie will den Sternberg ganz genau erkennen. Auf wiederholtes Befragen des Vorsitzenden versichert sie immer wieder: Ja, er ist es. Auch die Zeugin Teichert habe mit Sternberg zu thun gehabt, was die Teichert wieder bestreiet. Die Schnörwange bleibt dabei, trotzdem Sternberg wiederholt erklärt, die Zeugin habe von Anfang bis zu Ende gelogen, sie sagt, Sternberg habe eine etwas andere Barttracht gehabt, im übrigen sei er es. Die Zeugin Ehlert sagt das gleiche aus, bemerkt aber, der Schnörwange seien 8000 Mk. geboten, wenn dieselbe sie, die zur Lügnerin mache! Die Schnörwange stellt dies in Abrede. Die Aussagen werden genau protokolliert und dann die Sitzung auf Sonnabend vertagt. Der erliner Zeitung, die„Post“, die einen scharfen Artikel über Sternberg gebracht, teilt mit, es sei in der Nacht zum Donnerstag versucht, ihren Metteur Groth mit hohen Summen zu bestechen, damit derselbe aussage, wer den betreffenden Artikel geschrieben, um sich gegen den Verfasser wenden zu können. Der Metteur hat nichts gesagt. Die„Post" behauptet, es werde versucht, alle scharfen Stimmen über Sternberg zu unterdrücken. Rußland. Zur Erkrankung des Zaren am Unterleibstyphus liegt von deutscher offizieller Seite eine beruhigende Mitteilung vor. In der„Nordd. Allg. Ztg. ist zu lesen: Die Nachricht von einer ernsteren Erkrankung des Kaisers von Rußland ruft in den weitesten Kreisen Deutschlands die herzlichste Teilnahme hervor, die den in unserem Vaterlande für den edlen Monarchen gehegten Sympathieen entspricht. Glücklicherweise berechtigen die bisherigen Meldungen über den Verlauf der Krankheit zu der Hoffnung, daß unsere warmen Wünsche für eine baldige Genesung des befreundeten Herrschers in Erfüllung gehen werden. Wirren in China. Der Taotai Scheng in Schanghai teilt mit, er habe ein geheimes Edikt empfangeu, durch welchs die Prinzen Tuan und Tschuang zu lebenslänglicher Gefängnisstrafe und Yuhsien zur, Verbannung und Zwangsarbeit verurteilt werden. Sie werden nach der äußersten Grenze des Reiches gesandt werden. Tschaotschutschao sei abgesetzt worden. Die Meldung ist offenbar ebenso falsch wie das gestrige Gerücht, Prinz Tuan habe die Fahne des Aufstandes aufgepflanzt Thatsächlich scheint Prinz Tuan die Zügel der Gewalt noch vollständig in Händen zu haben. Zuverlässigen Privatmeldungen aus Tschangking zufolge hat Prinz Tuan den Provinzialbeamten von Tschengtu den Befehl gegeben, schnell für den Empfang der Kaiserin=Witwe Vorbereitungen zu treffen. Statt nach Peking zurückzukehren, zieht sich also der Hof weiter in das Innere zurück. Nach einer Meldung aus Peking erhielten die chinesischen Friedensunterhändler vom 10. d. M. Depeschen der Kaiserin=Witwe, in denen sie ihnen Pflichtvergessenheit vorwirft, weil sie die Entsendung der Strafexpedition in das Innere Chinas nicht verhindert hätten. Die Kaiserin=Witwe jährt fort, Dekrete zu erlassen, in denen Beamte ernannt werden. Auch darin ist die Hand Tuans deutlich zu erkennen; überhaupt scheinen die Chinesen gar nicht ernstlich an Frieden zu denken. Der„Standard“ meldet aus Schanghai vom 14. d. M. Der Vizekönig in Wutschang Tschangtschitung soll damit beschäftigt sein, noch 10000 Mann mobil zu machen. Er hat dem Vizekönig Liukunji in Nanting vorgeschlagen, ihre Truppen zu vereinigen und gemeinsam den Verbündeten entgegenzustellen, falls letztere die Jangtie=Häfen als Basss von Operationen gegen Schensi Bis vor kurzem wurden zum Tode verurteilte chinesische Banditen in Kiautschou mittels Pulver und Blei vom Leben zum Tade befördert und die Exekution geschah vor einer Kompagnie Soldaten mit präsentiertem Gewehr. Jetzt hat man sich entschlossen, den Raubgesellen nicht mehr die Ehre einer Kugel zu gönnen, sondern sie nach chinesischem Brauch hinrichten zu lassen. Ueber die erste derartige Strafvollziehung berichtet die DeutschAsiatische Warte:„Am Dienstag morgen um 6 Uhr bewegte sich eine seltsame Prozession auf dem Ostpasse von Tsingtau auf den Flächen Tai=fung=Schen zu. Zuerst sah man einen deutschen Polizei=Soldaten mit zwei Chinesen, von denen der eine ein Henker aus Kiautschou und der andere dessen Gehilfe war. Der Gehilfe trug dem Meister ein ziemlich langes und breites Messer nach. Zehn Minuten später erblickte man einen chinesischen Schubkarren mit zwei darauf angebundenen Verbrechern, rechts und links neben dem Karren ein Geleite von zusammen acht Polizeisoldaten mit aufgepflanztem Seitengewehr. An der Haltestelle des Zuges, beim chinesischen Friedhof, hatte sich nach und nach eine größere Menge von Menschen angesammelt. Die beiden Verbrecher wurden von dem Karren losgebunden und nach der Mitte des Platzes geführt, wo sie niederknieen mußten. Ihr Oberkörper wurde entblößt, der Kopf hochgebunden, die Arme wurden am Rücken gefesselt. Der Henker, der inzwischen sein Messer mit einem aufgelesenen Kiesel gewetzt hatte, wollte sich sofort an sein Werk begeben, doch war den Verurteilten noch eine kleine Frist gegönnt.— Oberrichter Wilke verlas das vom Obergouverneur bestätigte Todesurteil. Dolmetscher Mootz übersetzte es ins Chinesische und dann wurden die dem Tode Verfallenen dem Henker übergeben. Punkt 6½ Uhr fiel der Kopf des ersten, von einem gutgezielten Schlage getroffen, und rollte einige Meter über den Rasen, während der Körper mit einem dumpfen Klatschen aufschlug. Bei dem zweiten hatte der Scharfrichter nicht so gut gezielt, der Tod trat wohl auch sofort ein, doch bedurfte es ungefähr 20maligen(1) Zuhackens oder Sägens, bis der Kopf ganz vom Rumpfe getrennt war. Die Körper wurden dann in Matten gepackt und in eine vorher ausgehobene Grube eingescharrt Wir bekennen wohl, daß die Hinrichtung, speziell die Exekution des zweiten Verbrechers, die fast allen europäischen Zuschauern gerade keinen ästhetischen Eindruck machte, aber wir wissen auch recht gut, daß die Exekution kein Schauspiel für Europäer, sondern ein abschreckendes Beispiel für Chinesen sein soll. aland und General Kitchener ist auf dem Wege nach Natal in Standerton eingetroffen. Das Kriegsamt in London verweigert die Auszahlung von 2611 Pfund Sterling für Lebensmittel, welche während der Belagerung von Ladysmith von den Behörden an die englischen Truppen geliefert sind. Lord Kitchener soll nun die Entscheidung bringen.. Auf dem Kriegsschauplatze geht es neuerdings stiller zu, wenigsters sind die Londoner Blätter mit ihren Siegesmeldungen auffallend sparsam geworden. Neuere Erfolge haben die Engländer also jedenfalls nicht zu verzeichnen. Ueber den von den Engländern in Transvaal verübten Vandalismus wird der„Voss.=Ztg". aus Amsterdam gemeldet, daß nicht nur die Bauerhöfe der„Rebellen und der im Felde stehenden. sondern auch diejenigen der auf Ceylon und St. Helena gefangen gebaltenen Boeren mit ihrem Inhalt verbrannt würden. Man müsse in die Zeiten des dreißigjährigen Krieges zurückgehen, um das Seitenstück zu einer solchen Kriegsführung zu finden. Von Pestfällen in Südafrika wird aus Kapstadt gemeldet: Unter den Eingeborenen in Szingoka in der Nähe vom Kingwilliamstown ist eine Seuche ausgebrochen, von der man annimmt, daß es die Pest ist; sie ist unter den Familienangehörigen eines Mannes zum Ausbruch gekommen, der kürzlich von Arbeitsdepot am Modderfluß zurückgekehrl ist. Acht Personen sind bereits erkrankt; von diesen sind bereits vier gestorben. Der Kolonialsekretär erklärt, er zweifle kaum daran, daß es sich um Bubonenpest handele. Bisher ist die Seuche auf Eingeborene in den Ansiedelungen begrenzt; die Weißen sind gegenwärtig nicht gefährdet. Alle Vorsichtsmaßregeln sind bereits getroffen worden. So sehr man es bis jetzt gehegt, Wird nun getrieben und erlegt. Auch Sauen sind im besten Stand, Mit dickem Weißen an der Wand; Das Raubzeug schickt die junge Brut Aufs Stehlen aus; der Balg ist gut. Da sieht denn auch der Jägersmann, Wie er den Dieb erwischen kann. Der echte Weidmann wird diese schlichten Verse nicht ohne Vergnügen lesen, schaut er doch Leben und Natur nur unter dem Gesichtswinkel des Jagdsports an. Aber der Laie, dem es nicht „heilige Pflicht“ ist, Füchse zu vertilgen, sondern der seine herzliche Freude an Reineke's Leben und Treiben hat und jedem Reh ein langes Leben wünscht, als der schönsten Staffage der Waldlandschaft— der Laie wird es dem Chronisten doch vielleicht verübeln auch in dieser Woche wieder von der Jagd zu reden. Toujours perdrix! Leider befinden wir uns heute in der Lage eines Wanderers, der, auf ebenem Pfade rückschauend, wieder und wieder dieselbe Scenerie erblickt. Nichts neues unter dem schiefen Turm von Schwerte: wie in voriger Woche ist es rauher, nasser, echter November, und wie in voriger Woche präsentiert der Jäger dem „Krummen“ die Rechnung für den Kohl, den er im Sommer gefressen— eine Rechnung, die allerdings so exorbitant ist, daß der Hase gewöhnlich vor Schreck auf den Rücken fällt. Erwas neues giebt es übrigens doch im Jagdleben: den Schluß der Rebhühnerjagd. Doch changeons de conversation und pflücken wir, was in den ausführlichen Berichten der vorigen Tage noch ungepflückt stehen geblieben ist. Denn die Klage:„nichts neues!“ ist so ernsthaft nicht zu nehmen; in einer aufstrebenden Stadt wie Schwerte wirft das soziale Leben von Woche zu Woche immer neue Blasen auf. Manche Reibung und Fehde unter den einzelnen Kräften— Zusammenstöße, Roheiten. Privatklagen u. a.— hatten wir zu verzeichnen; aber daneben auch Aeußerungen der Harmonie und herrliche Erfolge einmütigen Zusammenwirkens zur Erreichung großer Ziele— Jubiläen, Konzerte und die Neuschöpfung der Volksschule consule Rohrmannio. Wir hätten gewünscht, unter den Ereignissen der letzteren Art auch die Feier des Gauturnfestes in den Mauern Schwertes mit aufzählen zu können. Aber leider scheint die Disharmonie zwischen dem Schützenverein und dem Schwerter Turnverein das lokalpatriotische Unternehmen des letzteren, der Stadt mit kühnem Wagnis das schöne Schauspiel eines Massenturnfestes zu bieten, zum Scheitern zu bringen. Der Schützenverein hat aus Gründen, die, wie der Engländer sagt, „ihm wohl bekannt“ sind, eine Tagesmiete von 500 Mark, für 2 Tage 650 Mark gefordert und daran noch allerlei Bedingungen geknüpft; allerdings hat er sich, der Wahrheit die Ehre zu geben, dagegen verpflichtet, Licht Luft und Wasser gratis zu liefern. Dadurch erhöhen sich die Kosten des Festes auf etwa 2100 Mark, denen nur 950 Mark direkte Einnahmen entgegenstehen— ob unter solchen Umständen der Turnverein das Wagnis unternehmen wird, das bei Regenwetter mit dem Bankerott der Vereinskasse enden wird, erscheint mehr als fraglich. Wir wollen mit dem Schützenverein nicht rechten; die Männer an seiner Spitze stehen in dem Rufe, zu wissen, was sie wollen. Wir wollen nur die eine Bemerkung machen, daß in einem ähnlichen Falle in einer weit kleineren Stadt als Schwerte die interessierten Kreise sofort eine Beisteuer gewährt und die Stadtväter anstandslos einen Zuschuß bewilligt haben. Um nicht mit dieser wenig erquicklichen Angelegenheit die heutige Rückschau zu schließen, sei uns gestattet, etwas Heiteres aus Ergste zu berichten. Bei unserem letzten Aufenthalt in diesem hübschen Dörfchen bemerkten wir im Gasthof des Herrn Kappenstein über der Thür, die vom Gastzimmer zum Buffet führt, das Bild Bismarcks. Das ist erfreulich; es erhebt uns immer aufs neue, dem großen Mann ins Auge zu sehen, der, was im deutschen Volke tüchtiges ist, in sich zusammengefaßt und verkörpe t hat. Aber hinter dem Rahmen steckte eine Retlame! Das war Torates Stadt und Kreis. ** Schwerte, 17. Novbr. November ist's; es ruht der Wald; Die Nächte werden rauh und kalt. Jetzt geht nun auch für den Fasan Die Schußzeit und die Suche an. Sobald das Laub im Holze fällt, Zieht sich der Hase in das Feld. Wenn jetzt der Hirsch auch Ruhe hat, Das alte Tier, an seiner Statt, deutschen Volke tüchtiges ist, in sich zusammengefaßt und verkörp e: hinker Vem Nahmen(Plart eine Retlamke! Das war weniger erfreulich, und stirnrunzelnd musterten wir das profane Reklameschild, das sich an den herrlichen Mann herandrängte. Und siehe, heiter wurde die Stirne des Lesers, denn Shakespeare's Witz hätte der Reklame keinebessere Stelle geben können. Es war das— Reichskurs=Buch! ** Der„Gemischte Chor"(Städtische Gesangverein) war am Donnerstag abend, wie üblich, im Saale des„Stadtkellers" versammelt, um die Einstudierung der„Melusine" fortzusetzen. Der Damenchor ist ausreichend und gut, in den Männerstimmen ist der 2. Tenor etwas schwach vertreten und wird hoffentlich noch die nötige Verstärkung erhalten. Für Dienstag ist eine GeneralVersammlung anberaumt, in welcher u. a. auch der Antrag, die Uebungen der alten Tradition des Vereins gemäß wieder auf den Dienstag zu verlegen, zur Abstimmung gelangen wird. ** Blinder Eifer hat wieder einmal großen Schaden ange richtet. Ein„Stichelhaariger“, der die Hagener Chaussee entlang trottete, erblickte plötzlich eine Katze. Sofort regte sich die Sportlust in ihm und die Jagd auf das Raubzeug begann. Eine wilde Jagd durch das Thor des Th. Greve'schen Gartens über ein Dutzend Mistbeete hinweg, wobei die Glasscheiben klirrend in Stücke gingen. Herr Greve eilte sofort in den Garten und begann, sobald er die Situation übersah, mit seinen Gehilfen die Jagd auf den Jäger, der nun seinerseits vor den ihn bedrohenden Bohnenstangen entsetzt Reißaus nahm. Der angerichtete Schaden beläuft sich auf mindestens 20 Mark. Der Besitzer des Jagdhundes ist bis jetzt noch nicht ermittelt worden Im gestrigen Schöffengericht kamen, außer einigen Privatklagen, folgende zwei Sachen zur Verhandlung: 1. Der Schieferdecker R. G. von hier hatte von dem Fahrradhändler Michels in Hohenlimburg ein Fahrrad auf Teilzahlung gekauft, welches laut Vertrag erst nach Zahlung der ganzen Kaufsumme in das Eigentum des Käufers übergehen sollte. Ehe G. noch die erste Rate angezahlt hatte, vertauschte er das Rad gegen ein anderes und versetzte das letztere in einer Pfandleihanstalt. Er wurde deshalb wegen Unterschlagung zu 3 Monaten Gefängnis verurteilt. 2. Der Arbeiter Z., zur Zeit in Scharfhausen bei Werl wohnhaft, hat sich seit Jahren nicht um seine Familie bekümmert, sodaß seine Kinder der hiesigen Armenverwaltung zur Last fielen. Z., der zur Verhandlung nicht erschienen war, wurde zu 6 Wochen Haft verurteilt. ** Die Gewohnheit, auf dem Geleise der Straßenbahn zu fahren, wäre für den Bäckermeister Herrn Kohlhase fast verhängnisvoll geworden. Als er vorgestern die Hüsingstraße entlang fuhr und ihm der Wagen der„Elektrischen" entgegenkam, versuchte er auszuweichen. Die Räder des Fuhrwerks blieben jedoch im Geleise stecken, und so erfolgte vor dem Gasthof zum Schwan ein Zusammenstoß, bei dem der Brotwagen des Herrn Kohlhase zertrümmert wurde. Er selbst wurde vom Sitze geschleudert, fiel jedoch so glücklich, daß er nennenswerte Verletzungen nicht erlitt. Auch das neu gekaufte junge Pferd blieb unversehrt. s Wie wir schon mitteilten, fand am 15. November in Dortmund eine General=Versammlung der LehrerWitwen= und Waisenkasse der Kreise Dortmund=Land und Hörde statt. Ns wurde beschlossen, das bisherige eigene Rechenwerk allmählich eingehen zu lassen und damit im ganzen Be zirke ein einheitliches Rechenbuch gebraucht werden, das Knahe'sche Rechenwerk bei der Königlichen Regierung zu beantragen, da dasselbe schon in manchen Schulen des Kassenbezirks eingeführt ist. Die an dem Rechenmarkte seitens verschiedener Referenten gemachten Ausstellungen sollen dem Verleger und der Königlichen Regierung unterbreitet werden. Der zweite Punkt der.. ordnung betraf die Neuwahl eines Direktors der Kasse, va Perc Scholl=Mengede, der bisherige Direktor, sein Amt niederzulegen erklärt hatte. Herr Scholl kam aber dem Wunsche der Versammlung nach und erklärt sich einverstanden, noch bis zum Mai sten Jahres auf seinem Posten zu verbleiben, um die augenblicklichen wichtigen Kassenangelegenheiten zum Abschluß zu bringen. Die Frage, ob der Normal=Duktus in unseren Schulen abgeschafft oder beibehalten werden soll— die Lehererschaft ist sich darüber nicht ganz einig— wird voraussichtlich auf dem westfälischen Lehrertag, der Pfingsten 1901 in Iserlohn abgehalten wird, endgiltig entschieden werden.„d von den Haus. ** Das Oeffnen der Fenster wird ron den Haus frauen in verschiedener Weise gehandhabt. Landleute thun dieses oft nach herkömmlicher Weise Sommer und Winter nicht, im Sommer in der irrigen Meinung, den Fliegen das Hereinkommen in die Stube abzusperren, im Winter deshalb, um das Feuerungs=Material zu sparen. Manche Frauen dagegen übertreiben das Oeffnen der Fenster und Balkonthüren im Winter in der Meinung, daß kalte, reine Luft lange frisch an Gesicht und Körper erhalte, ohne dabei das Nachteilige des kalten Luftzuges zu berücksichtigen. Geöffnet muß natürlich auch im Winter werden, um die für die Gesundheit nötige sauerstoffhaltige, erfrischende, leichte Luft in die Wohn= und Schlafzimmer einzuführen zum Ausgleich der durch die menschliche Ausatmung entstandenen, gesundheitswidrigen, zu viel Kohlensäure enthaltenden schweren Luft. Die Notwendigkeit des Fensteröffnens wird jedermann schon deshalb leicht einsehen, wenn er bedenkt, daß ein Erwachsener stündlich 20 Liter Kohlensäure ausatmet und ausdünstet. Wäre ein Raum vollständig abgeschlossen von der Außenluft, was jedoch nie ganz der Fall ist, so könnte ein Mensch in dieser Zeit 20 bis 30 Kubikmeter reiner Luft verderben. Die Fenster wegen Ersparnis von Heizmaterial nicht zu öffnen, ist unsinnig, denn die schlechte viel kohlensaurehaltige Luft ist viel schwerer, wie ein aufmerksamer Beobachter schon am Druck auf seinen Körper wahrnehmen kann. Dadurch drückt sie auch auf die durch Hitze im Ofen verdünnte Luft zu sehr und drängt sie vorschnell zum Schornstein hinaus, so daß viel Wärme unnütz verfliegt. Die beste Zeit des Lüftens ist wohl die vor oder während des Reinigens des Zimmers, wo die reinigende Person sich in Thätigkeit befindet und sich durch die angemessene Kleidung vor der Zugluft schützen kann. Zu beachten ist jedoch dabei, daß die Sitzenden, sich in Ruhe Befindenden einen warmen, behaglichen zugfreien Raum haben müssen, da in dieser Lage die Leibeswärme geringer ist. ** Folgenden lobenswerten Mahnruf veröffentlicht die Kölnische Zeitung:„In der sozialdemokratischen Presse werden in gewissen Abschnitten die Berichte über die Geldbeiträge zum Parteifonds veröffentlicht; sie zeigen eine Opferwilligkeit, die in der nationalliberalen Partei noch immer schmerzlich vermißt wird. Was in dieser Beziehung in einem der letzten sozialdemokratischen Aufrufe gesagt wird, das sollten sich die nationalliberalen Männer zum Beispiel nehmen:„Um allen den täglich sich mehrenden politischen Aufgaben gerecht zu werden, bedarf es des engsten Zusammenschlusses aller Parteigenossen und immer größerer finanzieller Mittel. Mancher, der sich als Parteigenosse bezeichnet, glaubt seine Parteipflicht erfüllt zu haben, wenn er ein Parteiblatt liest, ab und zu eine Versammlung besucht, bei Wahlen seiner Wahlpflicht genügt,(wenn das bei der nationalliberalen Partei nur volle Wahrheit würde) und hier und da für diesen oder jenen Fonds etwas beisteuert.“ Indem deshalb mit Recht dauernde finanzielle Unterstützung gefordert wird, heißt es:„10 Pfg. pro Woche dürfte auch wohl der ärmste Genosse für die Partei opfern können. Man komme nicht mit dem Einwand, nicht jeder sei in der Lage, materielle Opfer bringen zu können, nicht einmal die armen Weber des Eulengebirges haben sich dieser Bestimmung entzogen. Was die sozialdemokratischen Genossen könnten, das sollte doch wahrlich der nationalliberale Bürger fertig bringen können, von dem meistens nur der Minimalbeitrag von jährlich 1 Mark verlangt wird. Also zusammenschließen zu Vereinen, rege Beteiligung an den politischen Arbeiten, dauernde, den Verhältnissen entsprechende finanzielle Unterstützung; nur dann wird es möglich sein, in den kommenden schweren Kämpfen in der Politik und in den städtischen Wahlen der nationalliberalen Partei den ihr gebührenden Sieg zu verschaffen. Wir werden nicht ablassen, immer wieder von Zeit zu Zeit diesen ernsten Mahnruf zu erheben.“ ** Für die Dienstkleidung der Staaseisenbahn=Beamten ist durch königlichen Erlaß vom 1. Oktober d. Is. eine bequemere Uniform eingeführt und genehmigt worden, daß bei allen Dienstverrichtungen von den mittleren Beamten eine Joppe nach dem Schnitt der Offizierslitewken mit vorn abgerundetem Umlegekragen ohne Goldstickerei, und von den unteren Beamten eine Joppe in Litewkenform mit vorn abgerundetem Umlegekragen und mit orangenfarbenem Vorstoß getragen werden darf. Bei den ersten Beamken entfällt damit auch die Anlegung des Degens. ** Bürenbruch, 15. Nov. Gestern feierten die Eheleute Diedrich Gerling und Karoline, geb. Schiffer das seltene Fe stder goldenen Hochzeit. Schon in der Früh hatten sich die Kinder und Kindeskinder, Anverwandte und Nachbarn eingefunden, um dem Jubelpaare ihre Glückwünsche darzubringen. Um 2 Uhr traf Herr Photograph Münkel ein, um ein Gruppenbild des greisen Paares mit seinen vier Töchtern und vier Söhnen aufzunehmen. Der Krieger= und Landwehrverein„Bührenbruch“ hatte es sich nicht nehmen lassen, dem alten Veteranen durch Ueberreichung eines prachtvollen Sessels zu ehren, sowie das Haus Haus festlich zu schmücken. Ein Transparent über der Hausthür zeigte das Eiserne Kreuz und in der Inschrift die Segenswünsche des Vereins. Um 5 Uhr nachmittags segnete Herr Pfarrer Schulze=Nölle das Ehepaar ein und überreicht ihm im Namen Se. Majestät des Kaisers die goldene Medaille nebst einem Schreiben aus dem kaiserlichen Kabinett, in welchem der Dienste des Veteranen im Jahre 1848 Erwähnung geschah. Möge der Wunsch des Herrn Pfarrers in Erfüllung gehen und das Jubelpaar noch lange leben, lo einträchtlich und so rüstig wie heute! ** Berghofen, 14. Nov. Das am Sonntag vom hiesigen gemischten Chor„Harmonie" veranstaltete Kirchenkonzert hat einen überaus schönen Verlauf genommen. Die Kirche war dicht besetzt und die Zuhörer lauschten mit großem Interesse und sichtlicher Befriedigung den musikalischen Vorträgen. Herr Hauptlehrer Strathmann=Menden hatte die Orgelvorträge und die Begleitung der Solis übernommen; er entledigte sich dieser Aufgabe in vollendeter Weise. Die Orgelvorträge waren von gewaltiger Wirkung und erfüllten uns mit Bewunderung darüber, was aus solch' kleinem Orgelwerk unter der Hand eines Künstlers, wie es Herr Strathmann ist. Herr Hauptlehrer SpaemannSölde, der uns aus früheren Konzerten als vorzüglicher Tenorist bekannt war, erfüllte auch diesmal die auf ihn gesetzten Erwartungen und gefiel ungemein. Auch Fräulein Rottmann=Hacheney, die ihre schöne ansprechende Altstimme in den Dienst der guten Sache gestellt hatte, befriedigte sehr. Herr Kühlewind=Hörde wußte seiner Geige herrliche Töne zu entlocken. Die größte An erkennung gebührt dem Chore, der in Anbetracht seiner geringen Mitgliederzahl Vorzügliches leisttte, Dank der vortrefflichen Schulung und Leitung seines Dirigenten, des Herrn Lehrers Busch. Der nicht unbedeutende Reinertrag des Konzerts ist dem Baufonds der Kleinkinderschule überwiesen worden. ** Aplerbeck, 14. Nov. Wegen ruhestörenden Lärms, Widerstand gegen die Staatsgewalt und Körperverletzung wurde der Arbeiter Joh. St. von der Dortmunder Strafkammer zu sechs Monaten Gefängnis und drei Tagen Haft verurteilt. St. hatte den Polizeisergeanten Heimühl, der ihn zur Ruhe ermahnte und als die nichts fruchtete, ihn verhaften wollte, mit einem schweren Knüppel über den Kopf geschlagen, so daß Herr Heimühl 14 Tage lang das Bett hüten mußte. ** Hörde, 14. Nov. Der Männergesangverein„Cäcilia“ feierte am Sonntag im Westfälischen Hof sein fünfjähriges Stiftungsfest mit Konzert und Ball. Auf dem Programm nahmen, was sehr zu loben ist, die Volkslieder den breitesten Raum ein. An das Konzert schloß sich die Aufführung des Singspiels:„Die Kunst geliebt zu werden an, welches sehr beifällig ausgenommen wurde. Das Projekt der Bahnüberführung von der Bahnhofstraße zum Schild ist vom Ministerium im Prinzip genehmigt worden. Der Magistrat hat in seiner gestrigen Sitzung 3 Wirtschaftskonzessions=Gesuche abgelehnt.— Der Fernsprechverkehr mit Plettenberg und Werdohl ist eröffnet worden.— Die Meldung von mehreren Blättern, Herr Brauereibesitzer Frantzen habe die „Severin'sche" und„Rühl'sche" Besitzung erworben, um dieselben zu einem modernen Bierlokale umzugestalten, ist grundlos. Winterkuren für Lungenkranke. Bekanntlich übernehmen die Landes=Versicherungsanstalten für ihre kranken Versicherten in geeigneten Fällen die Fürsorge, indem sie durch Gewährung von Badekuren, Unterbringung in Lungenheilanstalten, Kliniken, Krankenhäusern u. s. w. ihnen zur Wiedererlangung der Gesundheit und damit der Arbeitsfähigkeit hülfreiche Hand bieten. Dieses Feld auf dem weiten Gebiete der Arbeiter=WohlfahrtsEinrichtungen hat bei dem ihm seitens der Versicherungsanstalten zugewandten großen Interesse von Jahr zu Jahr an Ausdehnung gewonnen. Beliefen sich doch schon am Schlusse des vergangenen Jahres die für Zwecke der Heilbehandlung Versicherter gemachten Aufwendungen insgesamt auf über elf Millionen Mark, wobei noch besonders zu beachten ist, daß die Leistungen dieser Art im Laufe der Jahre, mit geringfügigen Beträgen beginnend, ganz außerordentlich angewachsen sind und sich im Jahre 1899 bereits auf mehr als vier Millionen Mark belaufen haben. Voraussichtlich werden diese Ausgaben in den nächsten Jahren noch eine ganz erhebliche Steigerung erfahren.— Auch unsere heimatliche Versicherungsanstalt, die LandesVersicherungsanstalt Westfalen zu Münster, bleibt nach den uns vorliegenden statistischen Notizen in der Durchführung der Krankenfürsorge nicht zurück. Während im vorigen Jahre im ganzen 1219 Kranke(Gesamtkosten 259 585 K 44•) behandelt wurden, belief sich die Zahl der Kranken nach einer uns erteilten Auskunft Ende September d. Is. schon auf rund 1400, so daß also am Schlusse des Jahres die Zahl der Kranken und die Höhe der Ausgaben giejenigen des Vorjahres ganz erheblich übersteigen werden. Vom sozialpolitischen Standpunkte aus ist dieses Vorgehen der Landes=Versicherungsanstalt nur mit Freuden zu begrüßen. Ist doch dem kranken Familienvater oder auch alleinstehenden Arbeitern bezw. Arbeiterinnen durch Befreiung von ihren Leiden und Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit eine ungleich größere Wohlthat erwiesen, als durch Gewährung in Arbeiterkreisen immer mehr Bahn; ein Beweis hierfür ist die stetig zunehmende Zahl der die Fürsorge nachsuchenden Kranken. Im Nachstehenden möchten wir auf einige, die Krankenfürsorge seitens der Versicherungsanstalt Westfalen betreffenden Punkte besonders aufmerksam machen. In der Regel wird ein Anlaß zur Uebernahme der Krankenfürsorge durch die Versicherungsanstalt nur dann vorliegen, wenn es sich um außerordentliche Maßnahmen(langwierige Krankenhausbehandlung, Unterbringung in auswärtigen Kkiniken oder Heilstätten, Badekuren u. dergl.) handelt, welche weder die Krankenkassen gewähren, noch die Kranken aus eigenen Mitteln durchführen können. Von anderen Erfordernissen abgesehen, kann nach den gesetzlichen Vorschriften die Uebernahme eines Heilverfahrens nur dann erfolgen, wenn als Folge der Krankheit und der Unterlassung der Kur Eintritt der Erwerbsunfähigkeit zu besorgen ist. Es muß also einmal zu befürchten sein, daß ohne das Heilverfahren dauernde(d. h. bleibende) Erwerbsunfähigkeit eintritt. andererseits muß mit ziemlicher Sicherheit angenommen werden können, daß durch das Heilverfahren die Erwerbsfähigkeit— für längere Zeit auf mindestens ein Drittel der normalen gehoben bezw. erhalten wird. Ein Heilverfahren kann demnach nicht bewilligt werden, wenn die Erwerbsfähigkeit voraussichtlich auch ohne ein Heilverfahren, obschon vielleicht langsamer, wieder eintreten wird; ebensowenig, wenn es sich lediglich darum handelt, dem Kranken eine Erleichterung, eine Linderung oder eine Verlängerung seines Lebens zu verschaffen, ohne daß die Wiedererlangung der Erwerbsfähigkeit für längere Zeit mit einiger Bestimmtheit zu erhoffen ist. Von einschneidendster Bedeutung für einen günstigen Erfolg ist der möglichst frühzeitige Kurbeginn. In dieser Beziehung ist es in erster Linie Sache der Herren Aerzte, die Kranken zur Stellung eines bezüglichen Antrages bei der zuständigen Polizei=Behörde oder der Krankenkasse zu veranlassen, sobald das Leiden für eine Heilbehandlung im obigen Sinne als geeignet erkannt ist. Zu dem Antrage ist die Vorlegung der letzten Quittungskarte und eines auf Kosten des Antragstellers zu beschaffenden ärztlichen Gutachtens erforderlich. Letzteres muß neben einer kurzen Beschreibung der Krankheitserscheinungen eine Angabe über die vorzuschlagende Art und voraussichtliche Dauer der Behandlung sowie eine bestimmte Aeußerung über die Besserungsaussichten enthalten. Die Aufnahme und Einsendung des Antrages und die Untersuchung des Kranken durch einen von der Landes=VersicherungsAnstalt bestimmten Arzt erfordern Zeit, auch bei thunlichster Beschleunigung der Erledigung. Auch kommt es vor, daß die in Betracht kommende Heilanstalt besetzt ist, wodurch die Unterbringung des Kranken wiederum einen Aufschub erleidet. Darum empfiehlt es sich, den Antrag möglichst frühzeitig einzubringen, und nicht erst dann, nachdem die Verpflichtung der Krankenkasse abgelaufen und das Leiden soweit vorgeschritten ist, daß die Wiederherstellung des Kranken schwieriger, wenn nicht unmöglich geworden ist. Bei allen schweren organischen Erkrankungen, insbesondere aber bei Lungenleiden, sind die Aussichten auf Heilung im Beginne der Krankheit am günstigsten, und zwar schon deshalb, weil in vielen Fällen dann einem weiteren Umsichgreifen der Krankheit noch vorgebeugt werden kann.— Die Jahreszeit hat auf die Bewilligung von Kuren keinen Einfluß; allerdings kann die Unterbringung von Kranken in manchen Kurorten nur während der besseren Jahreszeit, etwa in der Zeit vom 1„Mai bis Ende September erfolgen. Es ist aber Vorsorge getroffen, daß auch im Winter jede Art der Behandlung durchgeführt werden kann. In dieser Beziehung giebt ein Rundder Landes=Versicherungs=Anstalt vom 15. März ds. Is. näheren näheren Aufschluß. In demselben heißt es: Die Unterbringung in Kliniken, Krankenhäusern, orthopädischen Anstalten und dergl. kann naturgemäß jederzeit erfolgen, aber auch mit Rheumatismus und ähnlichen Leiden behaftete Versicherte finden währen der Winterzeit in den Bädern Oeynhausen, Wiesbaden, Aachen oder Nauheim Aufnahme, falls die Kur einen Aufschub nicht erleiden darf. Namentlich aber können Lungenkranke jederzeit in Behandlung genommen werden, und zwar werden diese in der kalten Jahreszeit in der Volksheilstätte bei Lüdenscheid:(für männliche Kranke) und in den beiden Altena'er Lungenheilstätten(für weibliche Kranke) untergebracht. Das weit verbreitete Vorurteil, Winterkuren für Lungenkranke, insbesondere die Liegekuren im Freien, seien weniger erfolgreich als Sommerkuren, beruht auf irrigen Voraussetzungen. Eine Reihe der namhaftesten Fachärzte erachten Winterkuren für Lungenkranke für besonders zweckmäßig. Auch auf dem vorjährigen Berliner„Kongreß zur Bekämpfung der Tuberkulose als Volkskrankheit" ist diese Frage zur Erörterung gelangt und dabei festgestellt worden, daß ein wesentlicher Unterschied der Erfolge zu Gunsten der Sommeroder Winterkuren sich nicht ergeben hat.(S. 563 des Berichts.) Nach einer Mitteilung der Verwaltung der Volksheilstätte bei Lüdenscheid sind die im Winterhalbjahre 1898/99 erzielten Erfolge sogar etwas günstiger gewesen, als die Sommerkuren. Gegenüber den letztern bieten die Winterkuren außerdem die nachfolgenden offensichtlichen Vorteile: 1. Die Kranken sind für die Kurzeit der besonders im Winter infolge der Heizung und Beleuchtung, sowie des Mangels an frischer Luft vielfach ungünstigen Verhältnissen in ihren Wohnungsund Arbeitsräumen entzogen; dafür leben sie gerade in der die Gesundheit am meisten gefährdeten Jahreszeit in den denkbar günstigsten gesundheitlichen Verhältnissen; 2. es ist mit Rücksicht auf die weitere Stärkung und Erhaltung der Gesundheit und der Arbeitsfähigkeit zweifellos zweckmäßiger, wenn Kranke— statt zu Beginn oder mitten in der kalten Jahreszeit— in den Frühjahrmonaten zur Entlassung gelangen, 3. sind viele Kranke im Winter weit eher abkömmlich, als im Sommer und können deshalb im Winter einer Kur sich unterziehen, ohne erhebliche wirtschaftliche Nachteile zu erleiden(landwirtschaftliche Arbeiter, Maurer u. s. w.). Hiernach dürfte es jedem einleuchten, daß ein Aufschieben des Eintritts in die Heilbehandlung auch im Winter nicht notwendig ist, daß vielmehr für Lungenkranke die Winterkuren vor den Sommerkuren in mancher Beziehung den Vorzug verdienen. Es bedarf noch der Erwähnung, daß auch für die Familien der in Fürsorge genommenen Kranken in etwa gesorgt wird. So fällt während der Dauer eines Heilverfahrens bei Kranken mit Familie= dieser die Hälfte des Krankengeldes zu, sofern ein Krankengeldanspruch besteht. In den übrigen Fällen erhalten die Angehörigen von der Versicherungsanstalt eine Unterstützung in Höhe eies Viertels des gesetzlich festgelegten ortsüblichen Tagelohnes. Daneben wird dem Kranken— ohne Rücksicht auf die Kosten die Wohlthat einer sachgemäßen Kur zu Teil,, wahrlich eine segensreiche Einrichtung, zumal wenn man in Betracht zieht, daß durch die Bewilligung eines Heilverfahrens der Anspruch auf Invaliden= oder Altersrente nicht beseitigt, der späteren Erlangung einer Rente also durch das Heilverfahren kein Hindernis bereitet wird. Mögen die vorstehenden Ausführungen dazu dienen, manchem armen Kranken den Weg zu zeigen, auf welchem er zu seinem eigenen und zum Wohle seiner Familie seine Gesundheit wiedererlangen kann, durch außerordentliche Mittel, deren Anwendung ihm seine Verhältnisse nicht gestatten würden und welche bislang der Arbeiterbevölkerung im großen und ganzen verschlossen waren. Kundschau (Der deutsche Kaufmann im Auslande). Die „Deutsche Wochenschrift aus den Niederlanden“ veröffentlicht einen Auszug aus dem Berichte des französischen Generalkonsuls in Batavia. Darin heißt es:„Die Deutschen scheinen in jeder Beziehung die besten Verkäufer zu sein oder besser gesagt, sie sind es. Ohne diese Eigenschaft wäre der Aufschwung deutscher Industrie und deutschen Gewerbes undenkbar. Sie befolgen eine sehr praktische Methode, um in sicherer Weise ihr Ziel zu erreichen.— Zwei Jahre hindurch hat ein deutscher Handlungsreisender alle Ecken und Enden von Niederländisch=Indien durchforscht. Dieser Reisende verkaufte alles mögliche, von Radeln und Zahnbürsten an bis zu Lokomotiven und Eisenbahnwaggons. Er führte eine völlige Sammlung solcher Artikel mit sich, die nach Mustervorlage verkauft werden können. Von den übrigen Artikeln stellte er den Käufern prächtige Albums und Preislisten zur Verfügung. Noch schmeichelhafter drückt sich der niederländische Konsulatsbeamte W. T. Oudendijk, der eine Reise durch Sibirien nach China unternahm, in seinem Bericht an die Regierung aus: Unsere deutschen Nachbarn sind uns mit ezug auf Niederlassungen und Anknüpfung von Handelsbeziehungen in allen Weltteilen voraus. Auch in Sibirien hat sich der deutsche Handel ein fruchtbares Arbeitsfeld geschaffen. Ueberall findet man Reisende und Vertreter oder Inhaber deutscher Handelshäuser, die die Zustände persönlich prüsen und Bekanntschaft mit den dortigen Händlern machen, wodurch natürlich mehr erreicht wird, als durch Bücher voll Konsulatsberichte. In Wladiwostock, dem großen rusfischen Hafen und zukünftigen Endpunkt der sibirischen Eisenbahn, ist der ganze Handel in deutschen Händen; namentlich das Handelshaus Kunst u. Albers (mit Zweiggeschäft in Hamburg) ist von großer Bedeutung. Es hat in den größeren Orten dort gegen 20 Niederlagen, wo alles erhältlich ist, wonach gefragt wird. Diese Firma bezieht ihre Waren aus Deutschland. *** In einer Rede über Sozialpolitik des deutschen Reiches sagte der Tübinger Professor D. v. Schönberg: Was seither auf den Gebieten des Arbeiterschutzes und der Arbeiterversicherung erreicht worden sei, gehöre zu den größten Errungenschaften des Reiches. In welcher großartigen Weise die Arbeiterversicherung fortgeschritten ist, zeigte der Redner durch folgende Angaben: Die Krankenversicherung, deren Beiträge bekanntlich zu zwei Dritteln von den Arbeitern, zu einem Drittel von den Arbeitgebern bezahlt werden müssen, hat 170000000 Mk. an Enschädigung ausbezahlt, die Invaliditäts= und Altersversicherung seit ihrem Bestehen 500,000,000 Mark, wovon je 126 Millionen durch die Arbeiter und die Arbeitgeber, der Rest. durch den Staat getragen wurde. Insgesamt haben die Arbeiter bis jetzt rund 750 Millionen Mark mehr an Entschädigungen herausbekommen, als sie Beiträge gezahlt haben. Daraus ergiebt sich, daß die arbeitenden Klassen mehr als irgend ein anderer Stand Ursache haben, für die Entstehung des deutschen Reiches dankbar zu sein. Dr. v. Schönberg forderte in seiner Rede auch staatliche Fürsorge für Arbeiterwohnungen. „„„ In der gegenwärtigen Zeit, wo Preiserhöhungen auf allen Gebieten des wirtschaftlichen Lebens sich bemerkbar machen, möchten wir die Handel= und Gewerbetreibenden auf eine Erscheinung hinweisen, die gewiß von vielen willkommen geheißen wird. Diese versetzt den Geschäftsmann nicht nur in die Lage, sein Einkommen trotz der steigenden Unkosten auf der bisherigen Höhe zu halten, sondern dasselbe stetig zu erhöhen. Wir meinen den soeben im Verlag der Deutschen Verlagsanstalt zu Ochtrup erschienenen Praktischen Ratgeber für Inserenten! Dieses sehr umfangreiche, mit gutem Geschick bearbeitete Reklamewerk bringt weit über Tausend wirklich gediegene, teils recht originelle und moderne, zugkräftige Inseratvorlagen, die dem Inserenten kostspieliges Cliché=Anschaffen sowie zeitraubendes Entwerfen auffallender Annoncen ersparen und den Verkehr mit den Zeitungen wesentlich vereinfachen. Selbst bei telephonischer oder telegraphischer Bestellung ist dadurch noch die Möglichkeit gegeben, Inserate genau nach Wahl des Auftraggebers in gewünschter auffälliger Form auszuführen. Wir zweifeln nicht, daß das Werk sowohl der inserierenden Geschäftswelt, als auch den Buchdruckereien und Zeitungs=Expeditionen gute Dienste leisten und wesentlichen Nutzen bringen wird. Humoristisches. Der Sohn des verstorbenen Liebknecht hat in einer Berliner Versammlung folgendes Urteil über die China=Expedition gefällt: Deutschland sei nach China gegangen, um dort Land zu rauben, zu morden und zu sengen und alles, was ihm in den Weg laufe, abzuschlachten. Die fremden Gesandten in Peking hätten die Chinesen auf der Straße wie tolle Hunde niedergeschossen. Trotzdem sei drüben schon alles fertig gewesen, als Graf Waldersee dort angekommen sei. Deutschland komme überhaupt immer zu spät, es stehe nur immer voran mit seinem großen Munde.“ Unsere deutschen Brüder würden drüben zu entmenschten Räubern und Mördern gemacht, und Graf Bülow sollte sich schämen, daß er zu einer solchen Hunnenpolitik seinen Namen hergebe. Aber auch in Deutschland selbst werde solch scheußliche Hunnenpolitik getrieben u. s. w. Die Versammlung beschloß eine Resolution, in welcher gegen die„hunnisch=entsittlichenden Chinaabenteuer“ protestiert und unter Bezugnahme auf die Enthüllungen der„Leipziger Volkszeitung“ gesagt wird, die Sozialpolitik von oben sei ein Werkzeug des Arbeitertrutzes und kehre sich„im innigsten Einverständnis und subventioniert von den Scharfmachern“ gegen die Koalitionsfreiheit der Arbeiter und gegen die positive Sozial politik.— Hierzu bemerkt die„Rh.=W. Ztg.“ sehr treffend:„Man sieht, Karl Liebknecht ist einer der ersten jener Maulhelden, die nach seiner eigenen Meinung in Deutschland den Ton angeben.“ Eisenbahnunglück. Gestern morgen 6 Uhr 6 Min. ist der Güterzug 3804 durch das auf Halt stehende Einfahrtssignal in der Einfahrt von Blankenstein auf dem Bahnhof Hattingen gegen eine Rangierabteilung gefahren. Der Zusammenprall war ein so heftiger, daß von den beiden Lokomotiven eine(die von Hagen kommende), sehr schwer beschädigt wurde. Der Zugführer und ein Bremser des Hagener Zuges sind verletzt,ersterer so schwer, daß er dem Hüttenkrankenhause überwiesen werden mußte. Während die Verwundung des Bremser(Stracke aus Volmarstein) lediglich in einer leichten Kontusion der linken Kopfhälfte besteht, hat der Zugführer(aus Holzwickede stammend) eine schwere Rippenverletzung davongetragen. Wie heftig der Zusammenprall war, erhellt daraus, daß mehrere Wagen des Hagener Zuges unter den Tender der Lokomotive gerieten. Von den zertrümmerten Wagen geriet der Packwagen in Brand. Die Gefahr erschien anfänglich so groß, daß die freiwillige Bürger=Feuerwehr alarmiert wurde. Die Unfallstätte bietet ein Bild entsetzlicher Verwüstung. Die Strecke Hattingen=Blankenstein ist gesperrt. Der Personenverkehr wird durch Umsteigen an der Unfallstelle aufrecht erhalten. Die Schuld an dem Unfall wird dem Lokomotivführer des Hagener Güterzuges beigemessen. Die Unfallstelle wurde den ganzen Tag über von einer großen Menschenmenge in Augenschein genommen. Beamten der Inspektion Bochum und der Direktion Essen leiteten die Aufräumungs=Arbeiten. Neueste Nachrichten u. Depeschen. Hd. Offenbach a. M. 16. Nov. Zu der Beerdigung der Opfer des DZug=Brandes, die heute Nachmittag stattgefunden hat, war der Andrang des Publikums ein ungeheurer. Zur Theilnahme an der Feier war auch der Eisenbahnpräsident Thomé als Verer der Eisenbahnverwaltung und des Ministers v. Thielen eingetroffen, Ferner nahmen Vertreter des Kreises, des Offizierkorps und der städtischen Behörden an der Leichenfeir theil. Die elf einfach geschmückten Särge wareu in der Leichenhalle aufgebahrt. Die Feier begann um 2 ½ Uhr mit der Einsegnung der Leichen der beiden Russen durch den Erzpriester Protopopoff, der extra aus Wiesbaden herübergekommen war. Nachdem sprach der katholische Geistliche Peter für den verstorben Fr. Fuchs aus Harburg und nach diesem der evangelische Geistliche Zaubitz. Am Grabe sprach noch Rabiner Fr. Goldschmidt. IId. Berlin, 16. Nov. Wie die„Berl. Neuest. Nachr.“ melden, ist es ziemlich sicher, daß der Zolltarif in dieser Session dem Reichstage nicht zugehen wird. Hd. Berlin, 17. Nov. In Paris traf die Nachricht von dem Breslauer Zwischenfall kurz nach Eröffnung der Kammersitzung ein und wurde von den Abgeordneten in Gruppen lebhaft besprochen. Bald darauf erhielt der Minister des Auswärtigen Delcassé mehrere Depeschen, welche er sofort dem Präsidenten übermittelte; auch der deutsche Botschafter ließ die im Laufe des Tages an ihn gesandten Depeschen unverzüglich ins Elysee gelangen. Auf den Boulevards fanden die Extrablätter reißenden Absatz; aber, im Gegensatz zu früheren Zeiten, herrschte allgemeine Befriedigung über das Mißlingen des Attentates und man äußerte sich über den Kaiser in sehr sympathischen Worten. Hd. Berlin, 17. Nov. Dem„Lok.=Anz." wird aus Kopenhagen gedrahtet: Da die letzten Nachrichten über das Befinden des Zaren günstiger lauteten, hat der Thronfolger seine Rückreise verschoben und wird erst später gemeinsam mit der Kaiserin=Mutter nach Petersburg zurückkehren. Hd. Berlin, 17. Nov. Wie den„Neuesten Nachr.“ von zuständiger Seite mitgeteilt wird, kann das Verfahren in Sachen des Breslauer Attentats, das Anlaß zu stark übertriebenen Gerüchten gegeben hatte, als vorläufig abgeschlossen betrachtet werden. Die verhaftete Frau namens Schnapke ist, wie durch Vernehmung vor dem Staatsanwalt wie auch durch polizeiliche Ermittelung festgestellt ist, geisteskrank. Allgemein ist die Befriedigung und Genugthuung darüber, daß das Leben des Kaisers nicht ernstlich bedroht gewesen ist. Der Zwischenfall entbehrt jeder politischen Bedeutung. Hid. London, 17. Nov. Die Nachricht von dem Breslauer Zwischenfall wurde der Königin Viktoria von der Prinzessin Beatrice in schonender Weise mitgeteilt. Die greise Königin war tief bewegt und sandte sofort ein Glückwunschtelegramm an den Kaiser ab. In London erregte das vermeintliche Attentat di egröße Entrüstung. HId. Amsterdam, 17. Nov. Der Kommandant des „Gelderland“ auf dem sich bekannlich Präsident Krüger befindet, hat den Befehl erhalten, über Messina durch die Straße von Vonifacio zwischen Sardinen und Corsica sich nach Marseille zu begeben. Hd. Paris, 17. Nov. Der Kultusminister hat den Bischof von Anecy vor den Staatsrat geladen, weil er die Geistlichen angewiesen hat, sich von allen Begräbnissen fernzuhalten, bei denen andere als gesegnete Fahnen entfaltet werden. Hd. London, 17. Nov. Wie der„Daily Mail“ aus Pretoria gemeldet wird, sind 2 starke Boerenkommandos in der Nähe von Bethlehem aufgetaucht. General Delarey ist nach dem Süden aufgebrochen.„.—46hium 455t mit 8cs Hd. Berlin, 16. Nov. Das Polizeipräsidium theilt mit, daß die Person welche den heutigen Anschlag gegen den Kaiser ausgeübt, Selma Schnapka heißt. Sie soll aus Tarnowitz, Oberschlesien stammen. Sie ist eine 70jährige unverehelichte Händlerin, die aus ihrer Wohnung exmittiert wurde und gegen welche ein Verfahren wegen Beamtenbeleidibung und Widerstand gegen die Stadtsgewalt schwebt. Bei ihrer Vernehmung äußerte sie, daß alle Welt es auf ihr Leben abgesehen habe. Der Kaiser war durch den Vorfall nicht im Geringsten erregt. Als er vernahm daß es sich in der That um eine Attenthat handelte, wandte er sich mit einer kurzen Bemerkung an den im Wagen sitzenden Erbprinzen von Weiningen und schenke der Angelegenheit weiter keine Beachtung; nur hatten die Gesichtszüge des Kaisers einen tiefernsten Ausdurck angenommen. Für den redaktionellen Teil verantwortlich: Franz Miller. Geschafts-Eroffnung Dienstag abend 5 Uhr: 10 2 E 84 * KachwadeKoriaffoch!. Markt 3. Markt 3. Sohnttig, den 1ö. us. Iis., Abenus Pen. GrssseWotttf □ 8 — 0 S. — 5 2 SS 8 — Geschätts-Eröffnung Dienstag abend 5 Uhr! Samstag, Sonntag, KaShaimme Prorse. 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Jung der an rict ae. 11. Stadtseitige Uebernahme der Reinigung der an nicht gepflasterten Straßen liegenden Bürgersteige und Straßen12. Versicherung des Kühlhauses, des Neubaues am Freischütz und des Progymnasialgebäudes gegen Feuersgefahg. 13. Vorschußweise Zahlung der durch die Errichutng und Thätigkeit der Handwerkskammern entstehenden Kosten. II. Geheime Sitzung. Schwerte, den 15. November 1900. Der Stadtverordneten-Vorsteher: Bädeker. Wundern Sie sich nicht länger über die blendende Wäsche Ihrer Nachbarin, son0dern versuchen Bie aofort Dr. Thompson's SeifenPulver, Marke„SCHWAN“ und alle Freundinnen werden fortan ihre schwanenweisse Wäsche bewundern. Man verlange es überall! Vertreten darch Herrn Oscar Mund in Hagen.— # 8 Ne A-UEMCH10 Berger’s GermaniaFabrik: Robert Bergeg, Pössneok i. Th. 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Bl. liegt eine Beilage der Firma W. Sondheim in Hörde Amtriches Kreisbratt Alle Kreis= und Lokalpolizeilichen Verordnungen etc. für Kreis Hörde erlangen gemäß Bekanntmachung der Königl. Regierung durch Veröffentlichung in der„Schwerter Zeitung" rechtsverbindliche Kraft. für den Arreis Görde. Insertionsgebühr für lokale Anzeigen die sechsgespaltene Zeile oder deren Raum 10 J, außerhalb 15 J, Reklame=Zeile 40# Druck und Verlag von Carl Braus in Schwerte, FernsprechAnschluß Nr. 85, Amt Hörde. Telegr.=Adr. Braus, Schwerte=Ruhr, Die Wiederwahl Mac Kinleys. Der Imperialismus, dem die Demokraten im tüchtig auf die räuberischen Klauen klopften, sodaß er die Krallen für einige Zeit einzuziehen für gut fand, wagt sich, durch Mac Kinleys Sieg erstarkt, wieder kühn hervor; und die denen nun ernstlich zu Leibe gegangen werden soll, sind die ersten, welche die Folgen dieses Sieges spüren, und auch in China die Stimme aus dem Weißen Hause bald wieder kräftiger ei schallen. Der abermalige Sieg MacKinleys ist geschichtlich von tiefer Bedeutung. Die Epoche amerikanischer Geschichte, in welcher das Volk, in sich abgeschlossen wie in China, ein friszlhchrstzg idyllisches Dasein führte und sich begnügte, den Ueberge#### Europas in der Monroe=Doktrin ein Halt zuzurufen, ist für immer abgethan. Die Union ist nicht länger eine lose Vereinigung fast selbständiger Staaten, sondern ein Reich, das von einer Zentralstelle geleitet und, wo es not thut, despotisch geleitet wird; seit Anfang der 90er Jahre schreibt die maßgebende Presse des Ostens auch nicht mehr„The United States are“, sondern„The United States is“, also z. B.„Die Vereinigten Staaten hat seinen Gelandten in Peking angewiesen ere.“ W=dzigarchie, eine Herrlänger mehr eine Demokratie, sondern eine Oligarch, eine Herrder Wenigen, der Reichen, in deren Händen der wie der Kongreß gefügige Werkzeuge bilden. Männer wie George Washington oder der schon offen verspottete Vater der am rikanischen Verfassung, Thomas Jefferson, würden heute keine Rolle in der Politik mehr spielen. Kokettiert doch die Oligarchie schon mit dem Königtum, ja sie ist in allen sozialen Beziehungen sogar hochgradig royalistisch und betrachtet als ihr Oberhaupt den Prinzen von Wales. Unter die oberen„Vierhundert" der amerikanischen Gesellschaft wird niemand— und wäre er der reichste Mann, der beste Bürger oder der genialste Mensch— aufgenommen, dem der Prinz von Wales nicht den Stempel der Hoffähigkeit aufgedruckt hat; selbst George Gould öffneten sich die Thüren der Newyorker Aristokratie erst, als er mit dem„Ersten Gentleman Europas“, wie der Prinz genannt wird, gefrühstückt hatte. Es schien eine Zeitlang, als ob eine Reaktion gegen diese Strömung siegreich einsetzen und das Land, die Zwingherrschaft der Plutokratie brechend, wieder zurückkehren würde zu Idealen der Begründer der Demokratie. Und die Woge dem Westen, der Ansturm der Bimetallisten, Agrarier und AntiTrustpartei ging hoch genug. Aber wie die Wasserwogen durch Oel, so wurden die politischen Wogen durch Gold geplättet, und mächtiger als je steht die Oligarchie, geführt von Mark Hanna, da auf den Trümmern der bankerotten Demokratie. Ein lehrnicht alzu ungleich verteilt ist. Sobald Nordamerika durch den Bahnbau in den 60er Jahren erschlossen wurde und die Eisen., sident von Goulds Gnaden. Und je reicher d.—. war ein Prasitent eon Seulr= Enaren. Und je reicher die WeDie Bedeutung der letzten Wahlen liegt daher nicht in dem Siege MacKinleys— denn dieser Politiker, der im Jahre 1892 durch Die geschichtliche Lehre, die daraus zu ziehen ist, ist die alte: Die Demokratie ist ein Ideal, das nur unter besonders gü stigen Umständen Verwirklichung findet. Die der Menschheit natürliche Regierungsform kann nicht anders als monarchisch sein, und am wohlsten befinden sich die Völker, denen das Geschick eine konstitutionelle Monarchie beschieden hat. undschau. (Der Militärpartikularismus in Württemberg Dieser Tage verhandelte die württembergische Kammer Bebenhauser„Konvention“ vom 1. Dezember 1893. d. h. die Kabinettsordre, in welcher der König von Württemberg die Grundsätze als Kontingentsherrr niedergelegt hat, kraft deren er seine Offiziere befördern will und zur Erzielung möglichst gleichmäßiger Ausbildung nach Preußen kommandiert, während entsprechende preußische Offiziere nach Württemberg kommandiert werden. Bei diesen Verhandlungen kam die Unzufriedenheit über die Bevorzugung preußischer Offiziere bei der Besetzung der höheren württembergischen Kommandostellen zu scharfem Ausdruck. In dieser Unzufriedenheit ist auch wohl der eigentliche Grund zu der vorausgegangenen Untersuchung der Bebenhauser„Konvention" durch die staatsrechtliche Kommission der zweiten Kammer zu erblicken. Hierzu wird dem„Berl. Tabl.“ aus württembergischen Offizierkreisen geschrieben: Diese Verhandlungen können nur von engherzigen Partikularisten beifällig ausgenommen werden. Wohin die Abgeschlossenheit und Selbständigkeit geführt, das sah sich der Kriegsminister bei dieser Gelegenheit genötigt, ins Gedächnis zurückzurufen: in die Versumpfung, wie sie bis 1866 geherrscht, und dem verschließt sich die Regierung so wenig wie die Offiziere des württembergische Armeekorps Sie sind auch thatsächlich mit der möglichsten Vereinheitlichung des Reichsheeres zufrieden, und wir haben sogar Vorkämpfer einer Neuregelung nach Art der badischen und hessischen Konvention im württembergischen Armeekorps kennen gelernt. Gegenwärtig ist wieder ein preußischer General(von Falkenhausen) kommandierender General des 13. Armeekorps; als Aequivalent Württembergs erhielt damals aber der inzwischen gestorbene württembergische General v. Falkenstein das 15. Armeekorps. Die Hauptspitze des Antrages richtet sich auch gegen die bisher übliche setzung des württtembergischen Generalkommandos mit einem preußischen General. Und da muß man daran erinnern, daß unter diesen Generälen bisher nur ein Württemberger,(v. Wölckern) gewesen ist. In diesem Austausch der kommandierenden Generäle(FalkenhausenFalkenstein) erblickte der württembergische Partikularismus die deutliche Abneigung gegen die Besetzung des 13. Generalkommandos mit einem württembergischen General. Thatsächlich war die Verleihung des 15. Armeekorps an den General v. Falkenstein eine fühlbare Auszeichnung und eine Würdigung seiner besonderen Tüchtigkeit. Es kann nun zum Beispiel aber doch auch vorkommen, daß im 13. Korps keine Persönlichkeit für das Generalkommando vorhanden ist. Was dann? Es kann wieder vorkommen, daß Württemberg mehr geeignete Generäle für Divisonen und Brigaden hat als Stellen. Was dann? Der Kriegsminister führte das Beispiel“ von 1890 an. Sieben Generäle waren damals hiervon zum Divisionskommando geeignet, Württemberg hat aber nur zwei tellen, fünf„fielen also durch.“ Durch den Bebenhauser Befehl ist erst die Möglichkeit geschaffen, in solchen Fällen den höheren württembergischen Offiziern in Preußen Gelegenheit zum Fortkommen zu verschaffen. Wenn Preußen sich dafür durch Abkommandierung jüngerer Kräfte in dem Maße schadlos hält, wie die beiden Monarchen sich darüber verständigen, so ist das nicht nur billig und gerecht, sondern entspricht auch durchaus der vertragsmäßigen Einheitlichkeit des Reichsheeres, ohne die Selbständigkeit und Abgeschlossenheit des 13. Armeekorps zu gefährden. Es ist aber auch klar, daß für die wechselseitigen Abkommandierungen in jedem Falle weder eine bestimmte Zeit noch auch(wahrschein33. Jahrgan.g lich) ein bestimmter Grad festgesetzt und festgehalten werden kann, weil das Verbleiben in den verschiedenen Stellen erfahrungsgemäß ungleich währt. Wir glauben daher nicht, daß die Oktoberverhandlungen in Stuttgart irgend etwas im partikularistischen Sinne ändern können. Bekanntlich war für die Verhandlung des Görlitzer Parteitages der freisinnigen Volkspartei die Oeffentlichkeit ausgeschlossen. Dieses Prinzip wurde so rigoros gewahrt, daß der Berichterstatter eines großen freisinnigen Blattes, der mit den Delegierten in den Saal gelangt war, alsbald unsanft an die frische Luft befördert wurde. Sein Notizbuch wurde ihm gewaltsam entrissen, damit ja nicht etwaige Notizen aus dem Kreise der ganz unter sich sein wollenden„Unentwegten“ an die Oeffentlichkeit drängen. Stellt man sich das alles vor, dann ist geradezu unverständlich, mit welchem Rechte die„Freis. Ztg. darüber lamentiert, daß die„Köln. Ztg. noch keine Notiz vom freisinnigen Volksparteitage genommen hat. Das rheinische Blatt respektierte eben den Wunsch der Herren die gern unter sich sein wollten u. Angst vor der Oeffentlichkeit an den Tag legten, und zwar kann es das um so eher, als welterschütternde oder auch nur besonders bemerkenswerte Vorgänge sich in Görlitz keineswegs abspielten. * Soest, 12. Nov. Bei Kohlenbohrungen in der Meyericher Flur stieß man auf eine starke 13prozentige Soolquelle. Im hiesigen Kreise ist ein solcher Fund schon wiederholt vorgekommen, so bei Nateln, wo eine starkprozentige Thermalquelle getroffen wurde und ferner bei Ampen, Welver und Scheidingen. Wie es heißt, beabsichtigt ein Konsortium von Unternehmern, mehrere der genannten Quellen zu einem Bade größeren Stils zu verwerten, und zwar bei Welver, wo der prächtige fiskalische Forst die günstigste Umgebung für ein Bad abgeben würde. Der Kreis Soest würde alsdann drei Soolbäder(Werl, Sassendorf und Welver) besitzen. * Solingen, 7. Nov. Hundert Fahrradarbeitern der Firma Weyerberg, Kirschbaum u. Cie. ist heute früh wegen Mangel an Arbeit gekündigt worden. * Bochum, 11. Nov. Die Ortschaften des Amtes BochumNord sollen demnächst eingemeindet werden, wodurch die Einwohnerzahl Bochum auf über 100000 steigen wird. Hand in Hand damit geht die Entwickelung auf geschäftlichem Gebiete, so daß man nicht zu viel behauptet, wenn man sagt, daß Bochum schon jetzt eine der ersten Geschäftsstädte des rheinisch=westfälischen Industriebezirkes ist. * Bochum, 9. Nov. Die„Boch. Ztg.“ schreibt: Wir teilten jüngst bereits mit, daß die Krupp'sche Verwaltung die Ueberschichten abgeschafft und selbst auf den Zechen bereits Lohnherabsetzungen angeordnet habe, ebenso erwähnten wir die Anordnung von Feierschichten auf den westfälischen Stahlwerken in Bärendorf. Auf dem Bochumer Verein ist vor einiger Zeit schon in einzelnen Werkstätten eine„Lohnregulierung“ vorgenommen worden, die den Arbeitern keine freudige Ueberraschung werden sollte und jetzt wird uns mitgeteilt, daß auf der„Stahlindustrie", dem neuen Stahlwerke des Bochumer Vereins in einer Werkstätte eine Lohnreduktion von 20 Prozent angekündigt worden ist. Auf dem Drahtwalzwerk in Langendreer=Werne sind gleichfalls Feierschichten eingelegt worden, auch soll einer größeren Zahl Arbeitern gekündigt worden sein.— Eine elektrische Grubenlampe hat der Ingenieur Gülcher hierselbst erfunden. Die neue Lampe( die allerdings mehr wiegt, als die alte, hat den jetzt gebräuchlichen Benzinlampen gegenüber die ganz erheblichen Vorzüge der überaus großen Sicherheit und der doppelten Lichtstärke; sie brennt 10 bis 11 Stunden. * Essen, 8. Nov. Die in unserer Stadt herrschende Scharlachepidemie nimmt eher zu als ab und fordert unter den Kindern noch immer zahlreiche Opfer. So starben aus einer Schule an der Segerothstraße allein im Oktober fünf Kinder. * Düsseldorf, 7. Nov. Einen Kreditfonds von 20 Millionen Mark haben die hiesigen städtischen Behörden zur FörEins merk' bei deinem Erdenstreben, Wenn leichter Sinn auch gute Mode ist, Bedenke, daß ein jeder Schritt im Leben Ja auch zugleich ein Schritt zum Tode ist. Ein Strafgesetze thut uns noch fehlen, Für Leute, die die Zeit uns stehlen. Roderich. Dienst der Wricht. Erzählung von Ellen Svala. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Des jungen Amerikaners Antlitz war bleich, und seine blauen Augen glühten in unterdrücktem Aerger. Mehreremale während des Tanzes sah May nach ihm hin, wie er an der Thüre nach dem nächsten Gemach lehnte und mit den Augen der Gestalt in kostbarer türkischer Gewandung folgte, die mit einem jungen Künstler soeben an ihm vorbeischritt. May selber konnte sich kaum mehr aufrecht erhalten, die eigentümliche Schwere in ihren Gliedern hatte sich vermehrt, der Kopf schmerzte, und sie fürchtete umzusinken. Aber sie hielt sich aufrecht, und als der Tanz zu Ende war, schlüpfte sie nach dem kleinen Toilettenzimmer und sandte die dort harrende Dienerin aus, Katerle zu suchen und zu ihr Katerle aber hatte ihr Verschwinden bemerkt und auf Umwegen ebenfalls das Toilettenzimmer erreicht. Sie fand May mit fieberglühenden Augen und am ganzen Körper zitternd in einem Sessel ruhend, und nachdem sie sie eine Weile angstvoll in den Armen gehalten, sandte sie nach unten, um den Wagen zu bestellen, und schickte sich an, Harry aufzu„Erschrecken Sie ihn nicht, Liebling!“ bat das Mädchen flehend, Katerle mit dankbarem Blick ansehend.„Sagen Sie...“ aber Katerle war schon gegangen. Es war keine leichte Sache, den jungen Mann zu finden, aber Professor Lautmer half ihr auf die Spur. „Geh' nach dem roten Salon, Mausekind,“ sagte er, ihr liebreich auf die Schulter klopfend,„dort ist Dein Baumwollamerikaner und... höre. Katerle.. siehst doch zu lieb heut Abend gns. Eche a# Das junge Mädchen lachte und orohle mit dem Finger, üver es war ihr gar nicht ums Frohsein zu thun. Geistergleich, ohne irgend welche Ursache war jenes beängstigende Gefühl, als ob etwas Schweres und Trauriges sich ereigne, den ganzen glänzenden Abend über ihr Begleiter gewesen, und dazwischen machte sich jenes Gefühl verlangender Sehnsucht geltend, welches so oft kam ... seit,, ja seit den Herbstferien. Unwillkürkich wurden ihre Schritte langsamer, als sie sich dem roten Salon näherte. Evas scharfe Stimme drang zu ihr, und deutlich klang es an ihr Ohr: „Schade, daß jetzt kein Kopfkissen da ist, Harry Davis... sonst hätte Shakespeares Drama eine neue und verbesserte Auflage erhalten.„„ f746975 46412. „Höre auf. Eva, Deine Worte sino zu srevelhaftt sagte die Stimme des jungen Amerikaners.„Wie lange soll das noch fortgeber?“ „Wie lange? Nun.. nehmen wir als endgiltigen Zeitpunkt meine Verheiratung an!“ „Oder meine... „Deine!... O du meine Güte Deine Verheiratung! . Wer das glaubt da könntest Du mir ja nicht mehr zu Füßen liegen, und würdest Du es ja thun, dann erlebte die Welt drei Tage nachher die Ehescheidung, nur weil Du mich nicht entbehren kannst. Ein herzloses spöttisches Lächeln und ein Laut wie der eines gereizten und verwundeten Tieres folgte diesen Worten. Mit energischer Gebärde schob Katerle die Portieren zurück, und nun stand sie da in dem roten Scheine der elektrischen Blumenglocken, der so genau der Farbe ihres Anzuges entsprach und so wundervolles Licht auf das hochtoupierte, verlendurchflochtene Haar, das weiche braune Antlitz und den wohlgeformten Hals warf. Die Lippen hatten sich fest zusammengepreßt, in den grauen Augen, die kalt einen Augenblick lang die schöne Favoritin streiften, lag Unheimlich ruhig klang die Stimme, so, als würde einer tiefen, inneren Erregung Gewalt angethan, und Katerle wandte sich zum Gehen. „Sie sieht lieblich aus, die Kleine,“ spöttelte es hinter ihr her. „Wunderlieblich.“ sagte Harry's Stimme, immer noch mit demselben, scharf gedämpften, gezwungenen Klange....... ... Es war längst heller Morgen. Draußen flutete das Frühlicht leuchtend über das schöne Land, ein weicher Wind hatte sich aufgemacht, der Regen ahnen ließ, und am Himmel schwebte ein Lämmerwölkchen nach dem andern daher. Vor Mays Schlafzimmerfenster lagen noch festgeschlossen die Jalousien, u. dahinter flammten die Kerzen tief herabgebrannt, und die große bronzene Stehlampe gab trübes, dämmriges Licht. Achtlos hingeworfen lag das schimmernde Wasserlilienkleid auf einem Stuhle, Handschuhe, Fächer und Schmuck auf dem Ruhebette am Kamine, und mitten auf dem blumendurchwirkten Teppiche funkelte ein großer Brillant. Es hatte niemand Zeit gehabt, sich um alle diese Dinge zu bekümmern. Jetzt erst ging die Hausdame mit vorsichtigen Schritten umher und räumte auf, denn May war schon heftig fiebernd und irre Worte sprechend vom Balle heimgebracht worden; und nun lag sie besinnungslos und fieberheiß in ihrem Bette, und die kleinen zarten Hände krampften sich in die Seidendecke des Bettes, während Katerle, die von vier bis jetzt um die Kranke beschäftigt gewesen war, welche jeden andern, nur sie nicht zurückgewiesen hatte, müde und fröstelnd, immer noch mit jenem Gefühle nagenden Unglücks im Wagen ihrer Behausung zufuhr. derung des Baues kleiner und mittlerer Wohnungen in der Stadt Düsseldorf zu errichten beschlossen. Der Plan, zu diesem Zweck eine städtische Anleihe aufzunehmen, ist von der Regierung gebilligt worden. * Aachen, 10. Nov. In dem benachbarten, auch als Wallfahrtsort bekannten Flecken Kornelimünster ist im Alter von 66 Jahren der Bierbrauereibesitzer Joseph Schmitz gestorben, der durch Umsicht und Thatkraft das ererbte väterliche Geschäft zu hoher Blüte gebracht hatte. In seinem Testament bestimmte er, daß an seinem Begräbnistage in sämtlichen Wirtschaften Hor münsters für jedermann, der es begehre, freie Zeche sein son. * Bocholt, 8. Nov. Mit den Worten:„So, ich wollte beweisen, daß ich noch lebe und nicht tot und begraben bin, stellte sich die Ehefrau Heinrich Tenhaken auf dem hiesigen Polizeibureau ein. Eine vor kurzem aus dem Mühlengraben gezogene Frau war nämlich als Frau Tenhaken identifiziert und begraben worden." Srim r 9 1a Sügel * Osnabrück, 9. Nov. Der Primaner D. aus Soger, welcher seine Mutter aus Unvorsichtigkeit erschossen hatte, wurde heute zu 14 Tagen Gefängnis verurteilt. — Im Walde bei Klausthal im Harz fand ein Pistolenduell zwischen dem Berginspektor Fischer und dem Bergbaubeflissenen Engelhardt statt. Fischer erhielt einen Schuß in den Unterleib. — Wie der„Schwäb. Merkur“ erfahren haben will, sei Prinz Arenberg vom Kriegsgerichte zum Tode verurteilt, vom Kaiser jedoch zu 15 Jahren Zuchthaus und Entfernung aus dem Heere begnadigt worden. Die Zuchthausstrafe sei dann auch durch einen weiteren kaiserlichen Gnadenakt in Gefängnis verwandelt worden. — Die letzte Wanderdüne, die in der Nähe des Dorfes Perwelk an der Kurischen Nehrung ihr unheimliches Wesen trieb, ist seit dem 25. v. M. nicht mehr. Diese eigenartige Naturerscheinung hat auf ganz besondere Weise ihr Ende gefunden. In den frühen Morgenstunden des letzten Donnerstags erhob sich nördlich des Dorfes eine Sandsäule, die so schnell an Höhe und Stärke zunahm, daß ihre Spitze schließlich wohl 60—70 Fuß emporragte. Sie schwankte wie ein Ungeheuer hin und her, löste sich dann an der Spitze stürmend in ascheuartigen Sandregen auf, der sich bald in den gefürchteten Triebsand verwandelte und sich bei nordöstlichem heftigen Winde wie eine graugelbe, an Größe immer mehr zunehmende Wolke nach dem Meere zu fortbewegte. Allmählich hatte sich der Dünensand auf etwa 1 Kilometer der Nehrungsbreite in Bewegung gesetzt. Diese Sandmasse hätte genügt, um das ganze Dorf in die höchste Gefahr zu bringen, der günstigen Windrichtung ist es jedoch zu verdanken, daß die Sandmasse dem Meere zutrieb und dort dessen Oberfläche in eine schlammige Masse verwandelte. Das Dorf blieb so erhalten, aber dennoch ist der Schaden für die armen Nehrungsbewohner recht bedeutend; denn es sind nicht nur Kartoffel= und Gemüsefelder, sondern auch Zäune und Gräben verschüttet und vernichtet, und das ausgebaut stehende Haus des Fischers Nicklaus derart von der Sandmasse belastet worden, daß das Dach zerstört wurde. — Von einem haarsträubenden Fall der Grausamkeit eines Elternpaares gegen sein eigenes Kind wird aus dem Dorfe Salgarode unweit Venedig berichtet. Seit Jahren behaupteten Leute, die in der Stille der Nacht an der Behausung des Guiseppe Toia vorübergingen, daß es dort nicht geheuer sei. Ein Gendarm wurde damit beauftragt, der Sache auf den Grund zu gehen, und dieser fand auch bald die Ursache der unheimlichen Geräusche heraus. Der Beamte drang in das mit verpesteter Luft erfüllte, in einem unbeschreiblichen Zustande des Schmutzes befindliche niedrige Kellergewölbe und entdeckte, in einem Winkel zusammengekauert, ein Geschöpf, das kaum noch die Aehnlichkeit mit einer menschlichen Gestalt besaß. Es war vollkommen nackt, entsetzlich abgezehrt und mit einer förmlichen Schmutzkruste überzogen. Das arme Wesen stieß unartikulierte Laute aus und schrie jämmerlich, als das ungewohnte Tageslicht seine entzündeten Augen blendete. Eine sofort angestellte Untersuchung enthüllte die Thatsache, daß die unglückliche Kreatur die jetzt 18jährige Tochter der Toia'schen Eheleute ist, von denen sie seit 15 Jahren in dem engen, kaum einen Meter hohen Raum eingeschlossen gehalten wurde. Das Mädchen ist so total verwachsen, daß seine Größe nur drei Fuß beträgt, es ist unfähig, zu stehen oder zu gehen. — Der Mädchenmörder, Fabrikarbeiter Pfläging, welcher seine Schwägerin, Fräulein Fuhrmann, wegen Sparkassengeldes am 22. April zu Jungfernkopf unweit Kassel ermordet hatte, wurde am Dienstag morgen 7¼ Uhr im Hofe des Gerichts=Gefängnisses durch den Scharfrichter Reindel enthauptet. — In der„Kreuzztg. erzählt ein deutscher Offizier:„In Colombo erstand ich von einem Singhalesen eine Ansichtspostkarte vom Mont Lavinia und freute mich, ein echtes=. Ceylons nach Hause schicken zu können. Als ich die Karte dann aber näher besah, entdeckte ich am Rande die Inschrift:„Dietzsche Hofbuchdruckerei, Koburg.“ Als ich den großen Artillerie=Park der Russen in Tongku besichtigte, fand ich auf allen von den Chinesen erbeuteten Kanonen die Inschrift:„Krupp in Essen,“ und im Südfort von Taku wurde ein Offizierdegen preußischer Konstruktion gefunden, der im Korbe statt des Adlers den Drachen, auf der Klinge aber ein Solinger Fabrikzeichen trägt. Sollte es noch zu ernsten Kämpfen mit den Chinesen kommen, so wird uns dieses„Made in Germany“(deutsches Fabrikat) wohl noch manchmal recht unliebsam entgegentreten. Buntes Auerlei. Für Küche und Haus. = Wenn eine Lampe flackert, kann man sich dadurch Abhilfe schaffen, daß man den Docht(beim Rundbrenner) langsam niedrig schraubt und so etwa eine Minute beläßt. Alsdann wieder zu vollem Licht heraufgeschraubt, wird der Docht ruhig brennen. Die Verfälschung des Kaffee's ernährt Legionen von Spitzbuben und Betrügern in allen Kulturländern. Daß der gebrannte und gemahlene Kaffee, wie alle pulverförmigen Erzeugnisse, ohne besondere Schwierigkeiten gefälscht werden kann, ist sehr einleuchtend; aber man sollte kaum glauben, daß auch die Kaffeebohnen in ihren allgemein bekannten Formen, ihrer charakteristischen Färbung und Struktur aus wertlosen Stoffen nachgebildet werden. Insbesondere wurden künstliche Bohnen häufig größeren Lieferungen beigemengt, so daß der Betrug nicht ohne weiteres zu erkennen war. So war z. B. in großem Maßstabe ein künstlicher Kaffee aus leicht gerösteten und gemahlenen Eicheln und Getreidemehl erzeugt, indem man aus diesen Stoffen einen Teig bereitet und denselben in Formen preßte; hierauf verlieh man den so gewonnenen Bohnen durch Rösten die nötige Konsistenz, um sie schließlich mit glänzenden Ueberzug aus weingeistiger Harzlösung zu versehen. Mit derartigem Kaffee, welcher von Wien und Prag aus in den Handel gebracht wurde, wurden insbesondere Kaufleute auf dem Lande hineingelegt. Derartige Verfälschungen sind sehr leicht nachzuweisen, indem man die Bohnen ins Wasser legt, wobei die künstlichen erweichen und zerfallen. Ein Berliner Fernsprechamt. = Ein neues Berliner Fernsprechamt, das Amt 4, wird in der Prinzessinnenstraße errichtet werden und die jetzigen Aemter 4 und 4a in sich vereinigen. Das neue Amt wird für 14000 Teilnehmer eingerichtet werden und also das größte der Reichspost sein. Für die Mehrzahl der Leser wird diese Angabe nicht hinreichen, um ihnen eine Idee von einem solchen gewaltigen Vermittelungsapparat zu geben, und wir wollen deswegen einige Zahlen anfügen, welche die Bedeutung und den Umfang des neuen Amtes erkennen lassen. Die Vermittelungseinrichtung, welche von Siemens und Halske hergestellt wird, besteht aus 40 Tischen; an jedem Tische arbeiten 6 Telephonistinnen, so daß im ganzen gleichzeitig 240 Damen im Amt thätig sein werden. Mit Rücksicht darauf, daß die Beamtinnen sich halbtäglich ablösen, werden demnach rund 500 Telephonistinnen im Amt 4 beschäftigt sein. An jedem Tische— es ist dies das Grundprinzip des Vielfachschalters — hat jeder dem Amte zugehörige Teilnehmer seine Anschlußklinke; es trägt also jeder Tisch 14000 solcher Klinken, und insgesamt sind 560000 Klinken vorhanden, welche, aneinander gelegt, von Berlin bis Brandenburg a. H. reichen würden. Jede Klinke besteht aus 8 einzelnen Teilen und muß so gearbeitet sein, daß die eine Klinke ohne weiteres mit jeder anderen vertauscht werden kann; die Herstellung dieser Klinken ist also ein hervorragendes Beispiel der modernen Massenpräsionsfabrikation. Die Gesamtlänge der Drahtlinien in dem neuen Amte wird 3000 Km. betragen, was ungefähr der Länge der Tiefseelänge eines transatlantischen Kabels entspricht. Anderthalb Millionen Lötstellen und 12 Zentner Lötzinn werden die Verbindungen in dem Amt 4 erfordern, wobei dann zu bedenken ist, daß jede Verbindungsstelle sorgfältig hergestellt sein will. Der neu eingeführte Vielfachschalter von Siemens und Halske befähigt eine Beamtin, 100 Teilnehmer zu bedienen— bei dem alten System waren es nur 66,— was eine Ersparnis von 8—10 Millionen Mark bedeutet. Was viele doch im Reden und Schreiben Für eine Wortverschwendung treiben! Da lob ich mir den Korpsstudent, Der nur zwei Kategorien kennt: Für Biere, Bilder, Landpartien, Handschuhe, Beethovens Symphonien, Romane, Schnurrbartbinden, Bowlen, Postkarten, Shakespeare, Gummisohlen, Salzstangen, Sonnenuntergänge, Kanonenstiefel und Waldhornklänge— Kurz all und jedes ist bei ihm blos: „Stumpfsinnig" oder„tadellos!" („Flieg. Bl.“ Aatser-Eche. Sternrätsel. Die Buchstaben AAAA, B. EEE, GG, HH, II, L, MMM RRR, T, UUU sind nach dem Muster obiger Figur derart zu ordnen, daß die durch Sternchen bezeichnete wagerechte und senkrechte Reihe gleichlautend ist und die Buchstaben wagerecht gelesen Folgendes bedeuten: 1. Konsonant; 2. Teil des Jahres; 3. Schutz des Landes; 4. große deutsche Stadt; 5. Musikinstrument; 6. Schweizer Kanton; 7. Konsonant. Silbenrätsel. Aus nachstehenden 24 Silben sind 7 Wörter zu bilden, und zwar zwei zweisilbige, ein dreisilbiges, drei viersilbige und ein fünfsilbiges. Die Wörter haben folgende Bedeutung: 1. Heiliger; 2. Baum; 3. Ausdruck des geistigen Lebens; 4. männlicher Vorname; 5. Teil des Heeres; 6. weiblicher Vorname; 7. Pflanzenteil. Sind die richtigen Namen gefunden, so bezeichnen die Anfangsbuchstaben im Zusammenhang eine europäische Hauptstadt und die Endbuchstaben das betreffende Land. Bilderrätsel. Humoristisches. (Ein Studentenstreich vor 50 Jahren). Als eben die Eisenbahn von Hannover nach Göttingen entlang die erste Telegraphenleitung errichtet war, fragte ein Passagier, ein Fleischermeister, mitfahrende Studenten, was das für ein Ding sei. Das war für die Musensöhne eine willkommene Gelegenheit zu einem Ulk und sie banden ihm u. a. auf, daß oben auf dem Draht die Nachrichten, unter der Erde aber Packete befördert würden. Auf der Zwischenstation Norstemmer wollte es der Zufall, daß der Meister, als er wieder einstieg, Handschuhe und Taschentuch im Wartezimmer liegen ließ, die einer der Studenten an sich nahm. Als nun der Verlierer unterwegs die Gegenstände vermißte, beauftragten die Studenten den Kondukteur, der in den Scherz eingeweiht war, die Handschuhe durch den Telegraph nachkommen zu lassen. Man Produkt; denke sich das Erstaunen des Fleischers, der in der gespanntesten Erwartung bis nach Hannover gesessen hatte, ohne ein Wort zu sprechen, als der Kondukteur auf der Endstation Hannover an den Wagen trat und seine Handschuhe und Taschentuch ihm hinreichte. Für diese so segensreiche Erfindung verabsäumte der so arg hinter's Licht Geführte nicht, eine Anzahl Flaschen Wein den Studenten im Ratskeller zum Besten zu geben. Auflösungen der Rätsel aus voriger Nummer: Lösung des Kapselrätsels: Wiege, Insel, Eisen, Segel, Bart, Arche, Darm, Engel, Neid. Lösung des Trennungsrätsels: Ein Zug; Einzug. Lösung des Bilderrätsels: Zweirad fahren heut alt und junge Leut'. Für den redaktionellen Teil verantwortlich: Franz Miller. Prompte Lieferung aller Bücher durch H. O. SperlingBuchhandlung in Stuttgart, Zürich sund Mailand Größere Werke gegen bequeme Teilzahlungen, Kataloge gratis. Hauptvertriebsstelle von Meyers Konversations=Lexikon. Reisende, sowie Vertreter für einzelne Orte und Bezirke werden angenommen. Sie hatte das Versprechen gegeben, bald zurückzukommen und, wenn sie daran dachte, mit welch angstvollem Ausdrucke seines Antlitzes, auf dem plötzlich ein so herber, entschlossener Zug lag, Harry Davis darum gebeten, kam es ihr fast unerhört vor, daß sie auch Schlaf verspürte und dringend der Ruhe bedurfte. Die Hausleute waren schon auf, aber Katerle schlüpfte ungesehen die Treppe hinauf und wunderte sich nicht wenig, daß die kleine Vorplatzthüre, die zu dem von ihr bewohnten Zimmerchen führte, offen stand. Auch ihre Wohnzimmerthüre war nur angelehnt, und ein feiner Duft frischen Kaffees drang zu ihr heraus. Erstaunt und verblüfft schob sie die Thüre auf und trat ein. Auf dem Tische standen zwei Tassen, von denen die eine unberührt war, und am Fenster eine lange Gestalt, nachlässig, fast müde gegen das Fensterkreuz gelehnt. „Hugo.. Du.. welch eine Ueberraschung!“ sagte Katerle und eilte vorwärts; aber auf halbem Wege blieb sie stehen, des Bruders frisches Antlitz war so seltsam bleich, die schwarzen Augen blickten so verstört. Bei ihrem Anblicke jedoch zog ein Lächeln über das ernste junge Gesicht. „Wie wunderschön Du aussiehst, Katerle, kommst Du vom Ball?“ „Es ist dennoch so, Katerle. Das Gut ist nicht zu halten, die Dinge müssen ihren Lauf nehmen.“ Die Stimme des Bruders zitterte, große Thränen hingen in seinen Wimpern, und im nächsten Augenblicke lagen die Geschwister sich schluchzend in den Armen. „Sei mutig, Katerle,“ sagte Hugo endlich, der Schwester die Thränen trocknend,„wenn wir uns gehen lassen, was soll da erst die Mutter machen?" „Die Mutter... ach, Hugo., was wird aus der Mutter, aus Dir und Lisa und alle den Uebrigen?" „Ja, was wird's, Katerle? Das eben ist das Schlimme! Um Lisa und mich brauchts Dir nicht bange zu sein, wir kommen schon durch. Aber die Mutter, Hans, Erich, Rudi und Otto? Es bleibt nichts übrig von den paar tausend Mark, die noch für uns herauszuschlagen sind; die Schulden, die sich durch zwei Jahre hindurch aufgehäuft haben, müssen bezahlt werden. Von was nachher leben, die jüngeren Kinder erziehen?“ „Ich nehme die Mutter hierher,“ sagte Katerle entschlossen. „Was ich hier verdiene, kommt ihr dann ungeschmälert zu gute. Ich werde Privatstunden geben, vielleicht Bilder verkaufen können. Lisa kann hier irgend einen Beruf ergreifen und Mutter Schüler halten.“ Hugo sah die Schwester bewundernd an.„Komm' mit nach Hause, Katerle! Du weißt immer etwas, und ich weiß, auf Dich vertraut die Mutter, wie auf's Gebet.“ Eine Stunde später fuhren Katerle und Hugo im Eilzuge der Heimat entgegen, nachdem sowohl an Professor Lautmer wie in die Villa Davis briefliche Erklärungen ihrer plötzlichen Abreise ergangen waren. „Zu denken, daß eine Zeit kommt, wo man dies alles nicht mehr sehen kann, weil man daraus vertrieben ist,“ sagte Katerle mit den Augen die immer bergiger und steiler werdende Gegend durch das Wagenfenster verschlingend,„sich trennen zu müssen von der Tannenwiese, dem Städtchen, der Schniedemühle und...“ Sie hielt inne, erst dunkelrot, dann blaß wurde das braune, bekümmerte Gesicht, und in plötzlich aufwallendem Schmerze schloß sie die Angen.. 646 Erit mest „Und... Fritz.. was... was wiro Fritz Belten machen?“„ Der Nachsttz kann merkwurdig ungereimt dazu, der Vordersatz aber klang wie die Fortsetzung der so plötzlich abgebrochenen Bemerkung. „Ach, Katerle, wenn wir den nicht hatten!“ rief Hugo so enthusiastisch, so aus tiefster Ueberzeugung heraus, daß sich der Schwester Antlitz aufhellte.„Was hat er nicht alles gethan, um uns zu helfen, wie ist er von einer Thüre zur andern gegangen, um das Geld zu beschaffen, und wie hat er der Mutter zugeredet und sie getröstet! Von uns hat's keiner fertig gebracht, sie aufzuheitern, wohl aber der Fritz; und nun, da alles vergeblich ist, und er ebensowohl, wie wir, einsieht, daß nichts, aber auch gar nichts zu machen ist, jetzt ist's ihm ebenso schwer. Er wird in seine Heimat nach Schlesien zurückgehen und sich dort eine Stellung suchen.„ est m 2 4.#l. m. 8at. So ein weyer, weyer Seufzer lam aus der Eae, wo Katerle saß, und die ganze schlanke Gestalt sank in sich zusammen, wie unter neuer schwerer Bürde... Es war ein trauriges Wiedersehen, so traurig und so schwer, daß es Katerles ganzen Mutes bedurfte, um standhaft zu sein und durch ihren Schmerz den der andern nicht zu vermehren. Wie in alten Zeiten saßen sie am Abend zusammen, nicht fröhlich und in heiterstem Geplauder, nein, traurig und sorgenschwer und mit gedämpften Stimmen redend, genau wie damals, als man den Vater hinausgetragen hatte und das Leben so furchtbar ernst vor ihnen dagelegen hatte. Katerle's am Morgen entwickelter Plan wurde als der beste angenommen, das große Haus hatte genug Möbel, um eine ganze Stadtwohnung mit mehreren Schlafzimmern einzurichten, Prof. Lautmer und die Doktorin würden gewiß durch ihre Empfehlung helfen und Lisa müßte nach wie vor der Mutter im Haushalte helfen. Sie selber aber, Katerle, wisse ganz genau, was sie zu thun habe, und ihr sei garnicht bang, wo ein Thürchen sich schlösse, thue der liebe Gott immer wieder ein anderes auf, und schwerere Bürden, denn man tragen könne, würden keinem auferlegt, alles Argumente und Trostworte, wie nur Katerle sie anzubringen und damit unendlich viel Gutes erreichen konnte. Und während die Amtmannsfamilie niedergeschlagen und voll schwerer tief einschneidender Sorge bei einander saß, eilte eine Drahtbotschaft mit Blitzesschnelle von der Stadt nach dem Hochwalde, und eine Stunde später schrillte der laute Ton der Thürglocke durch den Hof, und Fritz Velten, der geöffnet hatte, brachte eine Depesche für Katerle, auf deren Antwort der Bote wartete.„.46.229 Gur. „Bitte unverzüglich kommen, weay tonrant, verlangt nach Ihnen. Antwort, wann Bahnhof. D. Harry Davis...... Der die Berge um 2 Uhr nachts nach dem Süoen zu passierende Schnellzug hielt an der Station, zu welcher das Städtchen und die Tannenwiese gehörte, und verließ man das Gut eine Stunde vorher, kam man bequem per Wagen dahin. Es war kalt und feucht, als Katerle müde und nach dem Halbverdeck=Wagen blickend, der vor dem Hofthore harrte, eiligst die Stufen hinunter eilte. Am Himmel glitzerten die Sterne und gerade über der Tannengruppe am Bache leuchtete groß und herrlich der Orion und Freias Rocken, die drei Gürtelsterne schienen wie drei schimmernde Thaler auf den dunklen Baumspitzen zu schweben. Eine vermummte Gestalt hielt das Pferd am Zügel, Katerle trat hinzu. (Fortsetzung folgt.) Haserstoden (gewalzte Grütze) doppelt gedörrt, per Pfd. 20 Pfg. empfiehlt L. Weinberg. — 6 C. „, Vortmund, (6. 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KräuterWein beseitigt alle Störungen in den Blutgefässen, reinigt das Blut von allen verdorbenen krankmachenden Stoffen und wirkt fördernd auf die Neubildung gesunden Blutes. Durch rechtzeitigen Gebrauch des Kräuter=Weins werden Magenübel meist schon im Keime erstickt. Man sollte also nicht säumen, seine Anwendung allen anderen scharfen, ätzenden, Gesundheit zerstörenden Mitteln vorzuziehen. Alle Symptome wie: Kopfschmerzen, Aufstossen, Sodbrennen, Blähungen, Uebelkeit mit Erbrechen, die bei chronischen(veralteten) Magenleiden um so heftiger auftreten, werden oft nach einigemal Trinken beseitigt. Stublverstopfun s und deren unangenehme Folgen, wie Beklemmung, KoSrühtverslopfung likschmerzen, Herzklopfen, Schlaflosigkeit, sowie Blutanstauungen in Leber, Milz, und Pfortadersystem(Hämorrholdalleiden) werden urch KräuterWein rasch und gelind beseitigt. Kräuter=Wein behebt jedwede Unverdaulichkeit, verleiht dem Verdauungssystem einen Aufschwung und entfernt durch einen leichten Stuhl alle untauglichen Stoffe aus dem Magen und Gedärmen. Hageres, bleiches Aussehen, Blutmangel, Entkräftung sind meist die Folge schlechter Verdauung, mangelhafter Blutbildung und eines krankhaften Zustandes der Leber. Bei gänzlicher Appetitlosigkeit, unter nervöser Abspannung und Gemütsverstimmung, sowie häufigen Kopfschmerzen, schlaflosen Nächten, siechen oft solche Kranke langsam dahin. Ha# Kläuter=Wein giebt der geschwächten Lebenskraft einen frischen Impuls. He# Kräuter=Wein steigert den Appetit, befördert Verdauung und Ernährung, regt den Stoffwechsel kräftig an, beschleunigt und verb ssert die Blutbildung beruhigt die erregten Nerven und schafft dem Kranken neue Kräfte und neues Leben. Zahlreiche Anerkennungen und Dankschreiben beweisen dies. ne Gebrauchsanweisung ist jeder Flasche beigegeben. 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Heslanle seise 8%; oder deren Raum 10 J, außerhalb 15 J, Rerlame=Zeile 40 Z Druck und Verlag von Carl Braus in Schwerte, FernsprechAnschluß Nr. 85, Amt Hörde. Telegr.=Adr. Braus, Schwerte=Ruhr. Schwerte, Samstag 17. November 1900. gericht zu Hörde die mit der Leitung eines Gewerbe=Betriebes oder eines bestimmten Zweiges desselben betrauten Stellvertreter der selbständigen Gewerbetreibenden 33. Ailsbange üidhe Lage üsche auich seonanter edh der Personenverkehr zwischen Europa und Amerika, um die Seereise abzukürzen, vorwiegend den Weg durch den Tunnel wählen werde. Vor dreißig Jahren fand das von der jetzigen Generation fast vergessene Seegefecht zwischen dem deutschen „Meteor“, und dem französischen Aviso Havana statt. Der Kommandant des Knorr, rückte dem Feind bis auf iffnet# Amtliche Bekanntmachung. treffend das Gewerbe=Gericht zu Hörde haben Neuwahlen gleich, sofern ihr Jahres=Arbeitsverdienst an Lohn oder einer sechsjährigen Funktionsperiode aus=Gehalt zweitausend Mark übersteigt. ttue#u o. Sesdadte Betl der Geuetkegriäit beiter benuich), Deduch, Hatzeläs entertelten Haugemnrbe Kangnendosht Mlelaze ud Gehden ausbb boed d de grtaster wachberchtigt und wähar„die Vauet, Lei, Hatane E chteiden ausi. teibenden sund auls kraeiter wvohlberchtig v..iaensMetenr, Kaopiähleutnag Kran 4. aus dem Stande der Arbeitgeber: Die Arbeitgeber haben ihr Wahlrecht in demjenigen 1200 Schritt naye, eye er das Feuer erorfnere. Fabrikant Fris Soeding jr.=Hörde, Wahlbezirke auszuüben, in welchem sie zur Zeit der An.„Boupet“ suchte nun das kleinere deutsche Schlachtschiff B. aus dem Stande der Arbeitnehmer: meldung zur Aufnahme in der Wähleriste wohnen oder zu rammen, doch manöprierte der„Meteor“ so geschickt, Maschinist Wöihelm Klostermann=Hörde. eine gewerbliche Niederlassung haben, die Arbeiter in dem= Haß er von dem Apiso nur gestreift wurde, wobei er allerStatuts bestimme ich, daß jenigen Wahlezftls in weichem sie zur Zeiz der Annels zungs die Hintermasten verlor. Ein, Granatschoß durch g. d in den hierunter näherl dung zu Aufnahne in die Wähleriste im Arbeit sieben den gesel zwang sodann den Abso, Segel zu setzen und oder in welchem sie, falls sie außerhalb des Gerichts=Be= in den schützenden Hafen zu flüichten, was ihm gelang, da Oezamher 1900 zirkes beschäftigt sind, wohnen. w6„, auch der„Meteor“ schwer beschädigt war. Knorr wurde am Sonnabens, gen= Jeder stimmberechtigte Wähler hat sich nunmege ur= später kommandierender Admiral der deutschen Marine. in der Zeit von vormitags 0 bs mitags zisegund von nerhalb zweier Wochen nach der Ausgape des diese Beis S die cdeandt ur un den un der amachung ematg, euthetenden, onuagen Krih aan Gasant ie dunr Giat uas Gashteiger Gungene. hlattes für den Kreis Hörde bei dem Gemeindevorstande Die fortdauernden Ausgaben betragen 13.307 507 ell, die eino e e, ee schriftlich unter Vorlage der smalgen 26396oo K. von den lezteren, Hegnsgrucht die Kalo(Ptogzitrat), vuin ib de nach näher bezeichneten Ve nalderwalung 25orrso. 4.— Der Gesctate 831, Hagöez. scheinigungen anzumelden. Bei unterlassener rechtzeitiger rat Sunehung uh buns Stppuch, Peschaeaigung über süusch 4 gteadet Zei der Thiseage iag hschen Rterige Für die Arbeitgeber genigt die wescheinrzgu.,g, Aver!“0) man in erster Linie eine Forderung des Anbaues von Reis die nach§ 14 der Gewerbeordnung erfolgte Anmeldung und Baumwolle. Zur Herstellung einer Eisenbahn von hebetriebes oder die letzte Quitung über Zah: Salaam nach Enroger wurden als erste, Fate 2000000 ul gegevtausschuh(uing der Gewerbesteuer; für die Arbeiter ein Zeugnis ihres fordert; die Gesamttonen„sind auf 15000000, al veranschlagt. n vormittags 9 bis mittags 1 Uhr und nachmittags 5 bis abends 9 Uhr in den nachstehend verzeichneten Wahllokalen stattzufinden haben., Zum Zwecke der Wahlen der Gewerbegerzagts=Veizerfällt der Kreis Hörde in fünf Wahlbezirke. sitzer In dem Wahlbezirk der Stadt Hörde bestehend aus der Stadt Hörde und den Gemeinden des Amts Welling= hofen nimmt der Wahlausschuß die Geschäfte des Wahlvorstandes wahr.(Wahllokal: Rühl'scher Saal. Besitzer Bergmann.) Für die übrigen Wahlbezirke hat der einer Sitzung am 9 ds. Mts. die Wahl Pahlbezirke hat der Wahlausschub lung der Gewerbesteuer; für die Arbeiter ein Zeugnis ih 9 de. Dits, die Bahl=Vorsteher er Arbeitgebers oder der Polizeihehgrde, durch weiges statigt piro, baß*r. gae(ewarhegeric in seiner Sitzung am 9. nannt und zwar 1. für den Wahlbezirk Schwerte bestehend aus den Gemeinden des Amtes Westhofen und der Stadt Schwerte als„i S e Wahlvorsteher: Bürgermeister Rohrmann=Schwerte, Wahllokal: Wirtschaft Raffin=Schwerte; 2. für den Wahlbezirk Aplerbeck bestehend aus den Gemeinden des Amtes Aplerbeck als Wahlvorsteher: Amtmann Gutjahr=Aplerbeck Wahllokal: Wirtschaft Westermann=Aplerbeck; 3. für den Wahlbezirk Barop bestehend aus den Gemeinden des Amtes Barop Wahzlborsteher: Gusbesizer Mentler=Barop, Wahllokal: Wirtschaft Klems=Baroperheide; 4. für den Wahlbezirk Annen bestehend aus der Gemeinde Annen als Wahlvorsteher: Amtmann Frieg=Annen, Wahllokal Wirtschaft Heinrich Beckhoff=Annen, Bahnhofstraße 11. Zum Mitgliede des Gewerbegerichts kann nur berufen werden, wer das 30. Lebensjahr vollendet, in dem der Wahl vorangegangenen Juhre für sich oder seine ihres ses bestätigt wird, daß der betreffende Arbeiter seit mindestens einem Jahre innerhalb des Gewerbegerichtsbezirks Formulare zu diesen Zeugnisen werden von den Gemeindevorstehern(Magistraten) an die stimmberechtigten Arbeiter auf Erfordern unentgeltlich ausgegeben. Das Wahlrecht ist nur in Person und durch Stimmzettel auszuüben.(§ 16 des Statuts). Im übrigen wird bezüglich der Wahlhandlung auf § 5, 15 ff. des in Nr. 98 des amtlichen Kreisblattes für 1892 veröffentlichten Statuts verwiesen. pe eoonu, e— nen Jahre für sch gader seine) Die Gaigagritun Somyye emezugswohnsitz vom 6. Juni 1870(R. G.ltiger Zeit Gänse, Enten, Hasen 2e. Bl. S. 360) und des Gesetzes betreffend die Ausführung spielt werden. Das Los kostet in des Bundesgesetzes über den Unterstützungswohnsitz vom Groschen und der Gastwirt mach 8. März 1871(R. G. Bl. S. 130) nicht empfangen oder die empfangene Armenunterstützung erstattet hat und in dem Bezirk des Gewerbegerichtes seit mindestens zwei Jahren wohnt oder beschäftigt ist. Desgleichen sollen zu Mitgliedern des Gewerbegerichts nicht berufen werden Personen, welche wegen geistiger oder körperlicher Gebrechen zu dem Amte nicht gePersonen, welche zum Amte eines Schöffen unfähig sind,(Gerichtsverfassungsgesetz§§ 31, 32) können nicht berufen wverden.. 4 ur. bsitaskur u.r28, Die Beisitzer aus dem Kreise der Arbeitgeber werden mittels Wahl der Arbeitgeber, die Beisitzer aus dem Kreise der Arbeiter mittels Wahl der Arbeiter auf die Dauer von sechs Jahren bestellt. Wiederwahl ist Zur Teilnahme an den Wahlen sind nur berechtigt: a) solche Arbeitgeber, welche das fünfundzwanzigste Lebensjahr vollendet und seit mindestens einem Jahre im Bezirke des Gewerbegerichts Wohnung oder eine gewerbliche Niederlassung haben; b) solche Arbeiter, welche das fünfundzwanzigste Lebensjahr vollendet und in dem Bezirk des Gewerbegerichts seit mindestens einem Jahre beschäftigt sind oder, falls sie außerhalb dieses Bezirkes in ArDie in§ 6 Abs. 3 dieses Statuts bezeichneten Personen sind nicht wahlberechtigt. Mitglieder einer Innung, für welche ein Schiedsgericht in Gemäßheit der§§ 97 a, 100d der Gewerbeordnung errichtet ist, und deren Arbeiter sind weder wählbar noch wahlberechtigt. Das Reich, der Staat, die Gemeinden und sonstige öffentliche Verbände, sowie juristische Personen üben ihr Stimmrecht durch ihre gesetzlichen Vertreter aus. Den Arbeitgebern stehen im Sinne der§§ 8 und des Statuts für den Kreis Hörde betreffend das Gewerbe1802 veröffentlichten Statuts verwiesen. Zeit der Wahl und das Wahllokal für den betrefbekannt zu machen. Hörde, den 10. November 1900. Der Vorsitzende des Gewerbe=Gerichts. (gez.) Hartung. Amtmann. Rundschau. „Berl. Volksztg.“ schreibt: Gastwirtslotterien nehmen immer größeren Es ist bekannt, daß in Berlin in gegenwärin den Lokalen ausgein der Regel nur einige Groschen und der Gastwirt macht dabei ein gutes Geschäft. Jetzt sind einige Gastwirte auf den Gedanken gekommen, den Gewinnern auch andere Gegenstände zu präsentieren, als solche, die nur für die Küche bestimmt sind. Am weitesten geht wohl ein Wirt in der Umgegend Berlins, der in seinem Lokal am Sonnabend einen vollständigen Anzug, einen Hut und ein paar Stiefel ausspielen läßt. Dem Gewinner wird in dem Lokal gleich Maß genommen, die Wahl des Stoffes ist ihm überlassen. Jedenfalls hat der Wirt mit seiner originellen Idee viel Zuspruch. Neuerdings interessiert sich aber die Polizei dafür und hat in verschiedenen, Fällen dort, wo die Verlosuungen einen öffentlichen Charakter annahmen, die Verlosung vereitelt. Vor Kurzem ist in einer Sitzung englischer Parlamentsmitglieder die Frage der Erbauung eines Eisenbahntunnels zwischen Großbritannien und Irland erörtert worden, und es hat den Anschein, als ob dieses Projekt nunmehr seiner Verwirklichung entgegengehen sollte, da auch der Vizekönig von Irland diesen Plan V In Aussicht genommen ist die Linie, die von der Halbinsel Magee der irischen Landschaft Antrim nach Port Patric in der schottischen Landschaft Wigtown führt. Die Länge des Tunnels würde an dieser Stelle 38 Kilometer, zuzüglich 16 Kilometer für die beiderseitigen Zugänge, also im Ganzen 54 Kilometer betragen. Die Kosten der Tunnelanlage sind auf 200000000 Mk. nebst 40000000 Mk. Bauzinsen veranschlagt. Gegen die technische Durchführbarkeit eines so langen Tunnels(die Länge des Tunnels durch den St. Gotthard beträgt 15, diejenige des Simplontunnels 19 Kilometer) bestehen keinerlei Bedenken. Betreffs der Rentabilität wird darauf aufmerksam gemacht, daß, wenn erst eine durchgehende Eisenbahnverbindung„vorhanden sei,) die Dampfschiffsgesellschaften voraussichtlich einen der westlichen Häfen Irlands zum Ausgangspunkt ihres überseeischen Verkehrs nehmen würden, da Irland den westlichen (Japanische Einwanderung in Süd=Amerika). Wie die Regierung Argentiniens, so hat auch die Brasiliens mit einer Gesellschaft einen Kontrakt abgeschlossen, aus dem bekanntlich übervölkerten Japan 600 Familien im Zeitraume von 1½ Jahren einzuführen; aber während die argentinische Regierung den Einwanderern nur Ländereien abtritt(200 Leguas= 500000 Hektar), womit ihr direkte Auslagen in Baar erspart bleiben, wird die Regierung des Staates Sao Paulo für jeden ackerbaukundigen Japaner im Alter von 12—50 Jahren 140 4, von 7—12 Jahren 66 c und für solche von 3—7 Jahren 30 cn als Subvention zahlen. Den Beweis, daß der Krieg noch keineswegs beendet ist, liefert folgender Bericht des englischen Generals French:„Wir haben auf dem ganzen Wege ununterbrochen kämpfen müssen. Oberst Mahon verließ mit der Spitze der Division Belfast am 12. Oktober und fand sich bei Geluk plötzlich dem General Smuts mit ca. 1000 Boeren und mehreren Geschützen gegenüber. Smuts wollte die Delagoa=Bai=Eisenbahn kreuzen und diese natürlich zerstören, verzögerte aber seinen Plan, als er von dem Anmarsche Mahons hörte, und so kam es zu einem sehr heißen Gefecht, das eigentlich unentschieden blieb. Mahon schlug dann(wahrscheinlich notgedrungen) eine östliche Route ein, wobei ihm General Smuts fortwährend an der linken Flanke folgte und die englischen Truppen ununterbrochen belästigte. Die Boeren zeigten eine überraschende und kühne Initiative, und es fehlte nicht an gegenseitigen Ueberraschungen. Bei Tewrodon versuchten 4 Schwadronen Dragoner das Boerenlager überraschend anzugreifen, wurden aber durch das wohlgezielte Feuer der feindlichen FeldGeschütze und Pompons zurückgetrieben. General Smuts hielt es dann für angebracht, den Engländern eine Gegenvisite abzustatten, und attackierte die verschanzte Stellung seiner Gegner mit großem Nachdruck, wobei er an der Spitze seiner Boeren immer im Vordertreffen war und große persönliche Tapferkeit entwickelte. Mit einem sicheren Schusse tötete er den englischen Leutnant Patterson und erschoß kurz darauf auch den Hauptmann Swanston, so daß die Engländer ihrer Führers beraubt, die Stellung Hals über Kopf sehr bald räumen mußten. Am nächsten Tage machten die Boeren einen Angriff auf den großen Transport der Division bei Kaffirsspruit, trieben die Außenposten zurück, machten Gefangene und zogen sich erst zurück, als überlegene Verstärkungen mit mehreren Vatterien Artillerie dem Konvoy zu Hilfe kamen. Ganz besonders zeichnete sich das Bethel=Kommando in der unermüdlichen Belästigung der britischen Kanonen aus, und die letzteren verdanken es nur ihrer großen Uebermacht, daß die Boeren keinen nennenswerten Erfolg erzielten. Auf jeden Fall ging der Marsch der French'schen Division unter solchen Schwierigkeiten und Anstrengungen vor sich, daß sie nicht weniger als 1000 Zugochsen, einige 30 Transportwagen und eine Menge Kriegsmaterial verlor, so daß den Boeren jedenfalls eine ganz anständige Beute in die Hände fiel.“ So ist es French ergangen, dem unbedingt tüchtigsten aller britischen Generale unter Lord Roberts, aber seitdem haben sich die Engländer schon wieder manche Schlappe geholt und sogar eine allerneueste, bei der sie zeigten, daß es ihnen nicht möglich ist, auch nur gegen doppelte Ueberlegenheit des Feindes zu kämpfen, während die Boeren es mit einer zehn= und zwanzigfachen wagen. Ein Telegramm aus Cradock, vom 4. November, meldet: Ein von einer Maschine gezogener Wagenzug mit Vorräten, welcher sich von Kimberley nach Boshof bewegte und der unter Bedeckung von zehn Mann von Kinberleh=Regiment stand, wurde nerugze gier. x nahmene den Wagenzug, ohne daß ein Schuß abgefeuert wurde und lösung des French'schen Reiterkorps und seine Versetzung nach Johannesburg mit diesen Erfolgen der Boeren läßt sich mit Sicherheit noch nicht feststellen. Aus Westfalen u. Rheinland. In den Orten der Provinz Westfalen mit 15000 und mehr Einwohnern starben im September d. Is. von in Siegen 13.0, Paderborn 18.6. Soef: 15,3, Lüdenscheid 15,7, Iserlohn 17,3, Bielefeld 17,4, Minden 18,6, Witten 19.8,(ohne Ortsfremde 17.4,) Hagen 19,6, Herford 21 3, Hörde 21,4, Dortmund 22.1, Ueckendorf 22.9, Langendreer 24.6, Bottrag 25.0, Hamm 25,2, Münster, 25.3, Schwelm, 25,8, Schalfe 28.5, Vogum 29,6, Bismark 30.3, Herne 31,1, Geisenkirchen 31,4,(ohne Ortsfremde 25,2), Recklinghausen 32,8, Buer 35.6, Wattenscheid 35,6, (ohne Ortsfremde 31,5), Bocholt 36,8, und in Wanne 41,5. * Dortmund, 16. Nov. Die bei den Ausschachtungsarbeiten neben dem Friemannschen Neubau an der Prinz Friedr. Karlstraße vor einigen Tagen aufgefundene Kiste hat, wie durch fachmännische Untersuchung festgestellt wurde, schon mehrere Jahre lang dort gelegen. Die Patronen waren 4 durch die lange Lagerung vollständig verdorben und ungefährlich geworden. * Lünen, 14. Nov. Der Arbeiter Wilhelm Streubel wurde gestern geschlossen dem Amtsgericht Dortmund zugeführt. St. hatte gelegentlich der Kirmes hier seinen Bruder schwer verletzt. Die Verhaftung erfolgt infolge der Verschlimmerung des Zustandes des Verletzten.„0 9.„.„.. 628 biaft.* Solingen, 10. Nov. Das Kuratorium des hiesigen Gymnasiums hatte vor einiger Zeit beschlossen, während des Winterhalbjahres den Unterricht nur vormittags abzuhalten. Da die Mehrheit der Eltern der Schüler sich für diese Neuerung erklärte, wurde dieselbe durchgeführt. Nunmehr hat jedoch das Provinzial=Schulkollegium angeordnet, daß fortan wieder wie früher vor= und nachmittags unterrichtet werden soll. * Duisburg, 14. Nov. Am vergangenen Montag wurde der Stationsassistent v. Gersum, als er ein Geleise überschreiten wollte, von einem Personenzug erfaßt und auf ein Nebengeleise geschleudert. An den erhalten Verletzungen ist nun v. Gersum heute nachmittag gestorbez., gan Buuf schreckliche Weise ist * Oberhausen, 12. Nov. Auf schrectliche Weise in am Allerseelentage die 12 Jahre alte Tochter der Witwe Speer ums Leben gekommen. Am Nachmittag war sie mit anderen Kindern zum Kirchhof gegangen, um an den Gräbern zu beten. Der herrschenden Sitte gemäß waren diese mit brennenden Kerzen geschmückt. Das Mädchen muß nun einer solchen zu nahe gekommen sein, denn plötzlich standen ihre Kleider in Flammen. Der rasch herbeigeeilte Totengräber vermochte zwar durch Wälzen des Kindes auf dem Erdboden die Flammen zu ersticken, doch zu spät. Das Mädchen erlag den erlittenen Brandwunden schon wenige Stunden später. * St. Johann, Ein interessanter Fall kam vor dem hiesigen Gewerbegericht zur Verhandlung. Ein Hotelier von hier hatte vor ca. 5 Jahren einen Oberkellner engagiert und demselben ein monatliches Salär von 20 Mk. schriftlich zugesichert. Während der fünfjährigen Thätigkeit des Oberkellners in dem Hotel wurde von keiner Seite dieser Abmachung Erwähnung gethan. Als nun der Oberkellner vor kurzem seine Stellung verließ, glaubie er in einem ihm von seinem Prinzipal übergebenen Briefcouvert sein Salär zu finden Als das nicht der Fall war und auch seine brieflichen Forderungen keine Antwort fanden, erhob er beim Gewerbegericht Klage. Der Beklagte erhob den Einwand, daß er bei dem schlechten Geschäftsgang Salär nicht zahlen könne, auch hätte Kläger seine Ansprüche früher geltend machen müssen. Den Vergleichsvorschlag, sich auf 800 M. zu einigen, lehnte der Beklagte ab. Das Gericht verurteilte ihn zur Zahlung des vollen Betrages in Höhe von 1160 Buntes Allerlei. Jagd. = Die Wildstände der mecklenburgischen Reviere sind überaus stark und haben durch die auf einzelnen Jagden, namentlich auf Hofjagden, erzielten Strecken an Edel= und Rehwild einen Maßstab dafür gegeben, in welcher Stärke besonders diese zwei Wildarten daselbst vertreten sind. Allein nicht die Stärke des Standes allein ist es, welche die Hege der einen oder der anderen Wildart charakterisiert, es ist besonders die Stärke der einzelnen Stücke, die von der Intensität der Hege einen richtigen Begriff giebt. So zum Beispiel wurden in einem der bekanntesten Edelwildreviere, in dem des Grafen Arnim, im letztverflossenen Monat Geweihträger erlegt, welche als Zehnender 360 bis 380 Pfund Gewicht hatten. Hirsche, Achtzehn= bis Zweiundzwanzigender, mit rein unvergleichlich kapitalen Geweihen sind nicht nur keine Seltenheit, sondern in den meisten Revieren Mecklenburgs in jeder Saison zum Abschuß zu bringen. = Der Förster Gaibel in Cappel(Hunsrück) schreibt im„St. Hubertus":„Ein Küchenhase war nötig, so gehe ich vor kurzem mit meinem 1½jährigen Stichelhaarigen eine Wiese ab, wo gerne ein Krummer sitzt. Bald steht„Hallo“ an einem Weidenstrauch fest vor; der Hase rutscht heraus, um aber gleich durch einen dicht vor dem Hunde angebrachten Schnappschuß den Purzelbaum zu schlagen. Der Hund faßt den Hasen schnell, und ohne sich zu besinnen läuft er mit dem klagenden Hasen an einen neben mir befindlichen Wassertümpel und hält den Hasen ca. 1 Minute unter Wasser, aber im Fang behaltend und jetzt bringt er mir den verendeten Hasen. Was mag den Hund zu diesem Benehmen bewogen haben, glaubte er etwa, den Hasen auf diese Weise schneller ins Jenseits befördert zu haben, oder konnte er die Musik nicht vertragen, und hatte ihn das starke Klagen nervös gemacht?" Technisches. = Daß eine Eisenbahn hoch über eine andere hinweg geführt wird, ist nichts neues; ungewöhnlicher ist schon, daß ein Wasserstrom über einen anderen hinweg geführt wird. Ein solcher gewaltiger Aquadukt ist der eiserne Brückenkanal, der bei der Stadt Briare(Frankreich) den Kanal von Briare über die Loire führt und diesen Kanal auf dem andern Ufer des Flusses mit dem Seitenkanal der Loire vereinigt. Die Verbindung wurde durch Ab= und Aufstieg in einer Anzahl von Schleusen hergestellt. Der Brückenkanal ist 663 Meter lang und kostet 3¼. Millionen Mark. absolut machtlos. Im verflossenen Jahre habe die Zahl der Deserteure 2452 Mann betragen. Das Kriegsdepartement und der Senatsausschuß für militärische Angelegenheiten bereiten Gesetzentwürfe zur dauernden Erhöhung der Armeestärke vor, durch die die dauernde Stärke der regulären Armee auf mindestens 65000 Mann festgesetzt und der Präsident ermächtigt wird, dieselbe auf 100000 Mann zu erhöhen. Die gegenwärtige Stärke der Armee beträgt 65000 Mann, aber 38000 Mann mußten am 1. Juli 1900 entlassen werden.— Der vom Marinesekretär Long aufgestellte neue Marineetat fordert insgesamt 87 172 730 Doll., darunter 26 172917 Dollars für Flottenvermehrung. = Welche schwere Gefahr die vielen auf den Weltmeeren treibenden, von ihrer Mannschaft verlassenen Wracks für die Schiffahrt bilden, ist dem Seefahrer nur allzu bekannt. Ein besonders markanter Fall sei hier erwähnt. Die englische Bark „Siddartha“ wurde im Februar 1899, mit einer Ladung Holz auf der Fahrt von Florida nach England begriffen, Wrack, sie mußte von der Besatzung aufgegeben werden nud durchirrte seitden den atlantischen Ozean, die Fahrt auf den meist frequentierten transatlantischer Dampfer berichteten innerhalb kurzer Zeit dem britischen Handelsamt, daß sie das Wrack unterwegs gesichtet hätten und baten um dessen Beseitigung. Die Admiralität entsprach ihrem Ansuchen und entsandte zwei Fahrzeuge der Marine, um die Bark aufzusuchen, die denn auch gefunden und in die BantryBai eingeschleppt wurde. Der Wert der Ladung reichte noch reichlich aus, um die Kosten der Bergung zu decken. Die„Ada“ trieb mit brennender Oelladung monatelang im Stillen Ozean, bis sie eingeschleppt wurde; der Segler„F. E. Wolston,“ der im Okt. 1891 verlassen wurde, durchirrte den ganzen nordatlantischen Ozean im Kreise, um im Mai 1894, also nach mehr als 2½ Jahren, fast genau auf dieselbe Stelle zurückzukehren, an der er preisgegeben wurde. Die einzige Nation, die sich eifrig mit der Frage der Unschädlichmachung solcher Wracks beschäftigt, waren bisher bekanntlich die Vereinigten Staaten. Allmonatlich veröffentlicht das meteorologische Institut in Washington seine Pilotcharts, Seekarten, die alle Veränderungen und Vorkommnisse auf der Oberfläche der Meere, und besonders des atlantischen Ozeans registrieren und den Schiffsführern auf Wunsch bereitwillig abgegeben werden. Je nach Jahreszeit und herrschender Witterung enthalten diese Karten mehr oder weniger Aangaben über schwimmende Wracks, von denen etwa ein Drittel namentlich aufgeführt werden kann. So waren schon auf einer Pilotchart mehr als 50 Wracks angezeigt, wovon über die Hälfte gerade auf Routen, die von den großen transatlantischen Passagierdampfern innegehalten werden. Als Norm kann man annehmen, daß etwa zwanzig solcher gefährlicher Wanderer beständig und durchschnittlich etwa einen Monat lang im nördlichen Teil des atlantischen Ozeans treiben, bis sie den Unbilden der Witterung zum Opfer fallen. Die Mehrzahl von ihnen liefern die kleinen amerikanischen Schooner, die in den starken Stürmen im Gebiet des Golfstromes verloren gehen und dann von der Strömung nach Norden geführt werden. Diese, meist kieloben kreibenden Fahrzeuge bilden schwimmende Klippen, deren Anlaufen selbst durch den schärfsten Wachtdienst nicht immer verhindert werden kann, und zweifellos verdankt gar manches verschollene Schiff dem Zusammenstoß mit einem derartigen Hindernis seinen Untergang. Statistik. = Die größte Sterblichkeit weist das zarteste Kindesalter sowie das Greisenalter— die Zeit über 70 Jahre— auf. Die Sterblichkeits=Häufung in den Greisenjahren erscheint als eine durchaus normale; das alte Psalmwort, nach welchem unser Leben siebenzig Jahre währt und wenn es hoch kommt, achtzig Jahre, hat in den 2000 Jahren nichts von seiner fundamentalen Richtigkeit eingebüßt. Dagegen haben wir das Recht, die übergroße Sterblichkeit im ersten Lebensjahre als eine anormale zu bezeichnen. Während sich die Säuglings=Sterblichkeit in Schweden in mäßigen Grenzen hält, steigt sie in einzelnen deutschen Staaten, in Sachsen, Bayern und Württemberg fast auf das dreifache der schwedischen an. Selbst in den vornehmeren schwedischen Familien ist das Stillen der Kleinen an der Mutterbrust eine weit verbreitete Sitte, sogar bis in das zweite und dritte Lebensjahr hinein. Als sich im 18. Jahrhundert in einigen östlichen Bezirken die Gewohnheit einbürgerte, den Kindern Milch in Saugflaschen zu reichen, erließ die Regierung auf Grund der dort bemerkten erhöhten Kindersterblichteit 1755 eine Verordnung, in der durch Strafandrohung gegen diese„Unsitte" der Mütter angekämpft wurde. Aehnliche Anschauungen herrschen in Norwegen, dem der Ruhm gebührt, die geringste Kinder=Sterblichkeit in Europa zu haben: nämlich 8 Prozent, gegen 37(!) in Chemnitz. Daß die Verhältnisse des flachen Landes dem Gedeihen der Kinder vorteilhafter sind, als die der Großstädte, gilt als selbstverständlich. Das Umhertummeln in der freien, frischen Luft, womöglich barfuß und barhäuptig in Sand und Sonnenschein, die guten Milchverhältnisse, zahlreiche anerkennungswerte, ländliche Gewohnheiten(z. B.„Früh zu Bett, früh wieder heraus!"), Einfachheit in Speise und Trank können nur gesundheitfördernd wirken. So ist es erklärlich, daß die Sterbli#hkeit der Kleinen auf dem Lande niedriger ist. In den ersten fünf Lebensjahren starben 1895—1896 von 100 Lebendgeborenen: in Großstädten 33,0 Knaben(29,5 Mädchen), in Mittelstädten 30,5(26,8), in Kleinstädten 29,5(26,5), in Landgemeinden 28,5(25,3). Dementsprechend ist auch die mittlere Lebensdauer der Neugeborenen verschieden; sie betrug pro 1895—1896 in Preußen: in Großstädten 37,8 Jahre, in Mittelstädten 39,24, in Kleinstädten 40,29, in Landgemeinden 43,23. Zur Frauenfrage. = In einer jüngst erschienenen Schrift über Frauen=Fabrikarbeit hat der Leipziger Privatdozent Dr. Pohle die Forderung erhoben, den unverheirateten Arbeiterinnen eine einjährige Thätigkeit als Dienstmädchen zur gesetzlichen Pflicht zu machen, und ebenso ist vor einiger Zeit bereits der Fabrikant Georg Schwiening für eine zwangsmäßige Dienstpflicht der jungen Mädchen des Arbeiterstandes eingetreten. Derartige Vorschläge dürften prakisch unausführbar sein, nicht leugnen aber läßt sich, daß ihnen ein durchaus gesunder und beachtenswerter Kern zu Grunde liegt. Das Elend und die Not in Arbeiterkreisen entstammen zum guten Teile der mangelnden Vorbereitung der Arbeiter=Frauen für den Hausfrauenberuf. Eine große Anzahl von ihnen tritt ohne alle hauswirtschaftlichen Kenntnisse und ohne jedes Verständnis für die hohen u. schwierigen Pflitchen, die sie als Gattinnen u. Ehefrauen zu erfüllen haben, unmittelbar aus der Fabrik oder Werkstatt in die Ehe ein. Was Wunder, daß die hauswirtschaftlichen Leistungen solcher Frauen kümmerlichster Art sind, den Grund zu fortwährenden ehelichen Streitigkeiten bilden und den Mann schließlich aus dem Hause in die Kneipe drängen. Selbst Bebel gesteht dies mit den Worten ein:„Unbestreitbare Thatsache ist, daß viele Frauen in die Ehe treten ohne die geringste Kenntnis ihrer häuslichen Pflichten, wodurch genügender Grund zu Zerwürfnissen gelegt wird.“— Es ist zu bedauern, daß die Mittel nicht zureichen, im Anschluß an die Volksschule allerorten einen Haushaltungs=Unterrichtskursus einzurichten. Humoristisches. Die in Viersen erscheinende Volkszeitung berichtet: Seit längerer Zeit erzählte man sich in Nopptorf, es„spuke" im HögesBüschchen in der Nähe der sogenannten„Fallen=Kull“. Die Schulkinder waren abends zu bange, das schützende Heim zu verlassen, da allabendlich aus dem nächtlichen Dunkel der hochgelegenen Waldparzelle ein grauenhaftes Antlitz heruntergrinste. Eine tapfere Schar von einigen dreißig Heldennaturen beschloß, da der„Spuk“ nicht weichen wollte, sondern jeden abend immer wieder von neuem auftauchte, ihm energisch zu Leibe zu rücken. Sie bewaffneten sich eines Abends mit Beilen, verrosteten Flinten, alten Kavalleriesäbeln und einem Signalhorn, dem sie derart schauerliche Töne entlockten, daß wohl 50 Gespenster weggelaufen wären. In verschiedenen Trupps zogen die Freischärler dem nächtlichen Standorte des, Spukes" entgegen, um mutig den Kampf mit dem lichtscheuen Gesellen aufzunehmen. Von ferne sahen sie die schauerliche Fratze unbeweglich leuchten, der Kerl schien also keine Angst vor der Noppdorfer Bürgerwehr zu besitzen, doch einigen Mitgliedern der letzteren soll beim Näherrücken auf den Feind dermaßen der Angstschweiß ausgebrochen sein, daß sie, wie der militärische Ausdruck lautet,„die Fühlung mit ihrem Truppenteil verloren.“ Endlich haben die übriggebliebenen Tapferen das Gespenst erreicht und— wer beschreibt ihr Staunen hauen einen ausgehöhlten, auf einem Gestell stehenden Kürbis herunter, in den mit vieler Kunst ein wahres Medusen=Antlitz eingeschnitten war. Die„New=York. Trib.“ erzählt folgende Geschichte: Ein 21jähriger junger Mann zeigte kürzlich dem Schaffner den Rückfahrtkoupon eines Kinderbillets für die Strecke San Franzisko nach Kansas vor. Auf die Weigerung des Beamten, das Billet als giltig anzusehen, erklärte der Reisende, er habe das Billet vor 11 Jahren gekauft, und da keine Giltigkeitsdauer vorgeschrieben, diese vielmehr unbeschränkt sei, so könne er jetzt als 21jähriger die Strecke zurückfahren, welche er als Knabe in der angegebenen Richtung zurückgelegt. Der Zugführer stellte dem jungen Manne vor, daß er als erwachsener Mann nicht mit einem Kinderbillet reisen könne. Der Reisende weigerte sich, er sagte lächelnd, auf der Rückseite des Billets befinde sich nicht der Vermerk, daß das betreffende Kind nicht wachsen oder älter werden dürfe. Die Beamten hatten Humor genug, die Sache der gerichtlichen Entscheidung zu überlassen. Englisches Wahlmanöver. Ein Kandidat der radikalen gerade aus dem letzten Jahre Berichte eingetroffen, nach denen große Eismassen gesehen worden sind, die, vom Südpol abgestoßen, mit den Strömungen wegtrieben. Nach solchen Eisausbrüchen ist die Wahrscheinlichkeit einer freien Fahrt groß. Wäre das Schiff auf Eisschiffahrt eingerichtet, wie das einzig dastehende Schiff Nansens, der„Fram,“ so würde auch ein Vordringen in die Eismassen möglich sein. Allein ein solches ist nicht in Aussicht genommen. Vielmehr muß das kleine Expeditionsschiff nach ganz anderen Gesichtspunkten, nämlich für lange Reisen und hohen heftigen Seegang gebaut sein. Das war aber das starke Schiff Nansen's nicht. Es ist völlig unbekannt, ob das Südpolargebiet, das an Ausdehnung anderthalbmal größer als Europa ist, ein zusammenhängendes Festland bildet, oder ob dort alles in Wasser, Eismassen und Inselgruppen sich auflöst. Wir kennen das Grahamland, die Alexander= und Peterinseln, das Viktorialand mit 3—4000 Meter hohen Bergen und Vulkanen u. a. Bei den meisten ist es ungewiß, ob es Inselgruppen sind, oder die Ausläufer eines antarktischen Kontinents. Auf die Existenz einer solchen größeren Festlandsmasse deuten verschieden Anzeichen hin, z. B. Tiefsee=Boden=Proben, Zersetzungsprodukte der ältesten Gesteine, die sonst zum Grundgerüste der Erde gehören, wie Gneis u. s. w., und die Umgebung großer Kontinente ausmachen. Auch die Windverteilung ist derart, wie sie nur über großen Landmassen sich bildet. Ferner sind die Sonnentemperaturen erheblich niedriger, als unter den gleichen Breiten des Nordens, sie deuten daher auf große kalte Eismassen, von denen die Winde abströmen. Die Eroberung des Südpols gilt vorläufig nicht als die Hauptaufgabe. Vielmehr soll im Eise vorerst eine zweite feste Station zur Ueberwinterung gegründet werden. Mit Hunde bespannten Schlitten werden Ausflüge zur Entdeckung des magnetischen Südpols gemacht. Dazu ist der Herbst 1902 auserwählt, in welcher Zeit dort Frühling herrscht, allerdings nicht unser Blumefrühling. 50 ostsibirische Polarhunde werden zu diesem Zwecke aus Wladiwostok herübergebracht, und in Kapstadt dem Polarschiff geliefert Die Küstenlinien abzusuchen dient ein von Escher und Wyß in Zürich geliefertes Naphthaboot. Nach der Schlittenreise wird im Sommer, d. h. in unserem Winter 1902/3, die Station verlassen um die gefundene Küste weiter nach Westen zu verfolgen. Möglich ist jedoch, daß die Expedition zu einer zweiten Ueberwinterung gezwungen ist. Die Reise wird je nach der Lage der Dinge über Amerika oder Kapstadt erfolgen, während für die Abholung der fünf Männer auf der Kerquelenstation in anderer Weise gesorgt ist. Die Ausrüstung mit wissenschaftlichen Instrumenten und Apparaten ist eine möglichst große. Es ist zu erforschen: Die geographische Verteilung der Tiefsee; das organische Leben, das in den Wogen waltet; die Meeresströmungen, die die Westseite des Kontinents bespülen und wie Boten aus unbekannten Gegenden vorübereilen; die petrographischen Unterschiede im Hauptgestein der Pole, dem Eise. Büchertisch. Partei kaufte von einem Uhrmacher 100 billige Uhren. Dann unternahm er Spaziergänge in belebte Arbeiterviertel und fragte bald diesen, bald jenen Arbeiter höflich, wie viel Uhr es sei, indem er zugleich vorgab, sein Chronometer sei stehen geblieben. Gewönlich gab der Befragte unwirsch zur Antwort, er habe keine Uhr.„Keine Uhr!“ rief der radikale Kandidat empört.„So etwas kann doch nur unter einem konservativen Regiment vorkommen. Die Träger der Größe Englands haben keine Uhren! Geben Sie mir ihre Adresse, ich schicke Ihnen morgen eine Uhr, und was auch diese Woche noch vorgehen mag, so wissen Sie wenigstens, was es an der Zeit ist. Seckler, F.„Weltgeschichte.“ In Wort und Bild; dem Volke dargeboten.— Prachtwerk mit über 320 wertvollen Illustrationen, darunter 56 ganzseitige Kunstdruckbeilagen, nach Originalen von Camphausen, Werner, Richter, Kaulbach, Lenbach, Bendemann, Braun und anderen ersten Künstlern aller Zeiten und Länder.— Groß=Octav=Format.— 41 Bogen stark.— Gutes Papier.— Feinste Ausstattung. Preis im schönen GanzleinenPracht=Band nur Mk. 5.— Ein Werk, daß sich den Beifall der gesamten christlichen Welt im Sturme erobern wird.— Diese einzigartige Weltgeschichte, die vom christlichen Standpunkte in frischer, kerniger volkstümlicher und fesselnder Sprache geschrieben ist, zeichnet sich durch ein gründliches Urteil vorteilhaft aus. Die übersichtliche Gruppierung und Anordnung des reichen Inhalts gestalten die Lektüre nicht nur zu einer Quelle ernster Belehrung, sondern auch zu einem wahren Genusse. Ochninger, Fr.„Geschichte des Christentums“ in seinem Gang durch die Jahrhunderte. Vierte Auflage,(Einunddreißigbis Vierzigstes Tausend.)— Das Werk ist 542 Seiten stark, in Groß=Octav=Format auf vorzüglichem Papier gedruckt, enthält 145 wertvolle Illustrationen, darunter 32 ganzseitige Volksbilder auf feinstem Kunstdruckpapier gedruckt nach den besten Darstellungen hervorragender Künstler und einer Kunstdruckbeilage, darstellend:„Das Zeitalter der Reformation“ von W. von Kaulbach. Der Preis für das in eleganter Leinendecke mit Reliefpressung und Rotschnitt gebundene Werk ist nur 4 Mark. Absatz bis jetzt mehr als 30000 Exemplare in kaum 2 Jahren.— Herr Pastor Schneller in Köln schreibt über dieses Werk: Es war ein Meistergriff, dies Buch herauszugeben. Was ist all die viele und oft so gehaltlose Romanlektüre gegen eine solche Lektüre, die nicht nur fesselt, unterhält, erfreut, sondern auch zum Nachdenken anregt, den Schlüssel bietet zum Verständnis der Vergangenheit und der Gegenwart und dadurch den geistigen Gesichtskreis erweitert! Das prächtige Buch eignet sich vorzüglich zum Weihnachtsgeschenk und verdient die weiteste Verbreitung. Eine unbestreibare Thatsache ist es, daß guter Kaffee auf die Dauer besser mundet, als alle anderen Genußmittel, die man an seine Stelle setzen will. Bären=Kaffee aus den Röstanstalten der Firma P. H. Inhoffen, Bonn und Berlin, liefert ein Getränk von hervorragender Güte, außerdem zeichnet sich derselbe durch seine hohe Ergiebigkeit vorteilhaft aus. Jede Hausfrau, die Wert auf eine wirklich gute Tasse Kaffee legt, sollte damit eine Versuch machen. Für den redaktionellen Teil verantwortlich: Franz Miller. Wer Seide braucht wende sich an die Hobensteiner Seidenweberei Lotze, Hohenstein-Ernstthal, Sa. Größte Fabrik von Seidenstoffen in Sachsen. Königlicher, Großherzoglicher und Herzoglicher Hoflieferant. Spezialität: Brautkleider. Währheit bietor Währheil! Herrn E Weidemann in Liebenburg(Harz). In Erfüllung einer lange unterlassenen Pflicht theile ich Ihnen nun Folgendes mit: Ich hustete seit 3 Jahren und befand mich schließlich in einem Stadium, wo dabei stets eiternde, mit Blut untermischte Klümpchen ausgeworfen wurden und endlich auch starke Blutnngen eintraten, außerdem ein starkes, knisterndes und pfeifendes Geräusch beim Athmen von Tag zu Tag zunahm. Appetitlosigkeit und Schlaflosigkeit sowie nächtlicher Schweiß stellten sich ein, und ein nervöser, peinigender Zustand verließ mich überhaupt nicht mehr. Nachdem ärztliche Behandlungen erfolglos blieben, gedachte ich nun noch— ohne besonderes Vertrauen— Ihren Thee(russ. Knöterich) zu versuchen. Nach 30tägiger Kur(15 Pakete Thee) stellte sich die erste LinAugust nächsten Jahres wird eine deutsche Expedi= derung ein und nahm so zu, daß ich mich nach weiteren 30 Tagen tion abgehen, um den Südpol zu erforschen. Eine erste Landung als vollständig hergestellt betrachten konnte und alle vorgenannten wird auf den Kerguelen stattfinden. Auf einer der Hauptinseln Krankheitserscheinungen verschwunden waren. dieser Gruppe soll eine feste Station errichtet werden, in der fünf Dies war im Frühjahre vor 3 Jahren, und hatte ich seitMänner zurückbleiben, um ein jahrelanges Studium der Ver= dem nicht einmal mehr einen starken Schnupfen(der mich früher hältnisse nach allen Windrichtungen der Wissenschaften vorzuneh= überhaupt fast nie verließ), geschweige denn gar einen schlimmen men, indeß der Rest der Expedition weiter nach Süden dampft. Husten zu verzeichnen, höchsteus bei Verkühlung und dann nur mit In der ersten Hälfte des Dezember wird das Expeditionsschiff die ganz kurzem, normalen Verlaufe. Station verlassen, in der Richtung des 90 Grad östlicher Länge] Daß ich von einem Frühjahre zum andern immer befürchtete gegen Australien zu, um im Bogen sich dem Südpol zu nähern wieder zu ihrem Thee greifen zu müssen und Ihnen hierbei berichund in das Eis einzudringen. Das Problem des Erdmagnetismusl ten wollte, war der Grund meines langen Schweigens, doch habe hat in erster Linie die Wahl dieser, von der deutschen Seewarte ich selbstverständlich in dieser ganzen Zeit Ihren Thee aufs Wärmbesonders warm empfohlene Richtung und Angriffslinie veranlaßt. ste und aus vollster Ueberzeugung in allen mir bekannt gewordenen Die Hoffnungen auf ein leichtes Vordringen bis zum Eise sind Fällen empfohlen und hoffe, daß schon so Mancher hierdurch Heilziemlich groß. Schon die viel erwähnte Challenger=Expedition ung gefunden u. s. w. 0 E., Fabrikant in O. des Jahres 1874 hatte mühelos den südlichen Polarkreis über=) JB. Das Original liegt zu Jedermanns Einsicht bei schritten. Ebenso die Weddel=Expedition. Des ferneren sind mir bereit. E. Weidemann. Jahres=Abschluß der Sparkasse zu Schwerte am 31. Dezember 1399. Todes-Anzeige. Heute morgen ½10 Uhr entschlief sanft nach langem, schwerem Leiden unsere liebe gute Mutter. Schwester. Grossmutter, Urgrossmutter und Tante, die Wwe. Landwirt Pietrich Pentling, Louise geb. Althoff, im 65. Lebensjahre. Diese Trauerbotschaft widmen wir Verwandten, Freunden und Bekannten mit der Bitte um stille Teilnahme. Brgste, Schelk, Schwerte, Hagen, Berghofermark, den 16. Noybr. 1900. Die trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet Montag nachmittag 8 vom Sterbehause aus statt. Uhr Betrag der ausgeliehenen Kapitalien am Schlusse des Vorjahres (794904729+ Kurs=Differenz 62730) Im Jahre 1899 verliehen. Im Jahre 1899 zurückgezahlte Kapitalien... Betrag der Aktiv=Kapitalien Ende 1899. Zinsen=Guthaben bis Ende des Jahres Zinsen=Reste Kassenbestand Passiva. Betrag der Einlagen am Schlusse des Vorjahres Im Jahre 1899 eingelegt.... Im Jahre 1899 zurückgezahlt.... Zugeschriebene Zinsen Passiv=Kapitalien Ende 1899 Zins=Ueberschüsse für 1899(Brutto) 63 die Firma Heinrich Färber zu Schwerte und Ab Verwaltungskosten und Niederschlagungen als deren Inhaber der Brennereibesitzer Heinrich Färber zu Schwerte eingetragen worden. Schwerte den 14. November 1900. Königliches Amtsgericht. 76133.03 17236.57 Hinzu die Differenz zwischen Buchfür 1898 Netto 58896.46 und Kurswert 627.30 In das Handelsregister A ist heute unter Nro. 62 die Firma Carl Stamm zu Schwerte und als deren Inhaber der Wirt und Bäcker Carl Stamm zu Schwerte eingetragen worden. Schwerte, den 14. November 1900. Königliches Amtsgericht. In das Handelsregister A ist heute unter Nro. 64 die Firma Wilhelm Wencker zu Westhofen und als deren Inhaber der Brauereibesitzer Wilhelm Wencker zu Westhofen eingetragen worden. Schwerte, den 14. November 1900. Königliches In das Handelsregister A ist heute bei Nr. 16 eingetragen worden, daß die Firma G. WWirths zu Schwerte erloschen ist. Schwerte, den 14. November 1900. 1Pserde=Veklauf. Im Auftrage der Hagener Straßenbahnverwaltung werde ich die durch Einführung des elektrischen Betriebes entbehrlich gewordenen Pferde(circa 10 Stück) am Dienstag, den 20. November 1900, vormittags 10 Uhr, im Straßenbahn=Depot in Eckesey bei Hagen öffentlich meistbietend gegen Barzahlung versteigern. Hagen, den 14. November 1900. Der Reingewinn beträgt(Netto) In Gemäßheit der Anordnung Königlicher Regierung sind die Wertpapiere nur mit dem Kurswert in Ansatz zu bringen. Es beträgt nun 58896.46 8385618 50 Bekanntmachung. Der alte Westwallweg, reichend von der Wilhelmstraße bis zur Hüsingstraße, ausschließlich 1. desjenigen Teils, welcher in die neuangelegte Straße (Westwall) fällt; 2. desjenigen Teils, welcher von der Hüsingstraße bis 4 Mtr über die Besitzung des Wirts Boerstinghaus hinausreicht, wird hiermit als öffentlicher Weg eingezogen. Schwerte, 9. Novbr. 1900. Die Wegepolizeibehörde. Rohrmann. der Nennwert bei Nr. 3532 98700.— „„ 4056 45 500.— „„ 4059 1000.— Buchwert 99063.— 46204.90 1012.80 Kurswert 96627.30 44544.50 979.— 8385618 50 1H900.— 146280.70 142150.80 142150.80 4129.90 4129.90 giebt Reingewinn 54 766.56 Reservefonds. Bestand nach der Rechnung für 1898 An Zinsen der Wertpapiere sind eingegangen..... „„„ Sparkassen=Einlagen„ Sparkassen=Ueberschüsse aus 1899 abzüglich Verwaltungskosten und 71 Mark Abschreibungen Die Stadt Schwerte und das Amt Westhofen erhielten von den Ueberschüssen aus 1897. Ausfall bei ausgelosten Wertpapieren Bestand des Reservefonds Ende 1899 Die Sparkasse(errichtet 1853) hat aus den Ueberschüssen der Jahre 1869 bis einschließlich 1897 die Summe von an die Stadt Schwerte und das Amt Westhofen abgegeben, demnach bis Ende 1899 im ganzen verdient.... 29806— 484|49 57204 08 7232 Die Sparkassen=Verwaltung. — * 5— 5 ecch 8 Theater-Tarieté Besitzer C. Reichskrone. Stamm, Schauerte. O Krankenbehandlung durch Heilmagnetismus und Vibrationstherapie von Gustav Göbel in Schwerte bei Wwe. Feit. Sprechst. jeden Dienstag und Freitag nachmittag von 3—8. Ich heile fast alle Krankheiten, auch solche, die für unheilbar erklärt worden sind. Krankheiten, die ich aus Erfahrung nicht zu heilen vermag, behandle ich überhaupt nicht; solche, deren Heilung ich bezweifle, behandle ich erst probeweise ohne Bezahlung. Ein Entkleiden findet nicht statt. Für jede Behandlung nehme ich M. 1.00, im Hause des Kranken M. 1.50. Weniger Bemittelte werden berücksichtigt. hat billig abzugeben. A o, sagt die Exgediion. X X X X X X X X X X X X Von heute ab täglich, abends 8 Uhr anfangend: De. Neues Programm. Alfred Halling Original=Humorist und Grotesque=Komiker. Frl. Bella Risson, schwedisch=dänisch=deutsche Soubrette. Reinhard Häbel, Charakter=Komiker. Frl. Leona, Lieder= und Walzersängerin. Pierre Balton, Mimiker und Charakter=Darsteller. Peter Bally, Komiker. Sensationell! 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