Amtliches Aereis brat. pro Quartal 1 Mk. 50 Pfg., excl. 80 Pf. Bestellgeld, wenn durch die Post bezogen. Erscheint Montags, Mittwochs, Freitags u. Samstags. Wöchentliche Gratis=Beilage, „Illustrierter Familienfreund. (1. Blatt.) Bekanntmachung. betreffend die Anmeldung unfallversicherungspflichtiger Betriebe. Vom 1. Oktober 1900. Nach§ 35 des Gewerbe=Unfallversicherungs=Gesetzes vom 30. Juni 1900(Reichs=Gesetzbl. S. 573) hat jeder Unternehmer eines unter die§§ 1 oder 2 dieses Gesetzes fallenden, bisher der reichsgesetzlichen Unfallversicherung nicht unterstellten Betriebe binnen einer vom Reichsversicherungsamte zu bestimmenden Frist den jetzt versicherungspflichtigen Betrieb unter Angabe des Gegenstandes und der Art desselben, sowie der Zahl der durchschnittlich darin beschäftigten versicherungspflichtigen Personen bei der unteren Verwaltungsbehörde anzumelden... 111 18 8, g. v Die Frist für die Anmeldung wiro hiermir auf die Zeit bis zum 15. November 1900 einschließlich festgesetzt. Für die nicht angemeldeten Betriebe hat die untere Verwaltungsbehörde die Angaben nach ihrer Kenntnis der Verhältnisse zu ergänzen, dieselbe ist befugt, die Unternehmer nicht angemeldeter Betriebe zu einer Auskunft darüber innerhalb einer zu bestimmenden Frist durch Geldstrafen im Betrage bis zu einhundert Mark anzuhalten. Welche Staats= oder Gemeindebehörden als untere Verwaltungsbehörden im Sinne des Gesetzes anzusehen sind, wird von den Zentralbehörden der Bundesstaaten bestimmt und öffentlich bekannt gemacht. 6324 Im übrigen wird wegen der Anmeldung auf die beigesugte Anleitung hingewiesen. Berlin, den 1. Oktober 1900. Das Reichs=Versicherungsamt. Gaebel. Anleitung, betreffend die Anmeldung unfallversicherungspflichtiger Betriebe. (§ 35 des Gewerbe=Unfallversicherungsgesetzes vom 30. Juni 1900.) 1. Die Anmeldepflicht erstreckt sich auf die bisher der reichsgesetzlichen Unfallversicherung nicht unterstellten, durch die§§ 1 und 2 des Gewerbe=Unfallversicherungsgesetzes vom 30. Juni 1900 erklärten Betriebe. Demzufolge sind Alle Kreis= und Lokalpolizeilichen Verordnungen etc. für den Kreis Hörde erlangen gemäß Bekanntmachung der Königl. Regierung durch Veröffentlichung in der„Schwerter Zeitung" rechtsverbindliche Kraft. für den Krreis Gorde. Insertionsgebühr für lokale Anzeigen die sechsgespaltene Zeile oder deren Raum 10 Z, außerhalb 15 J, Reklame=Zeile 40 h Druck und Verlag von Carl Braus in Schwerte, FernsprechAnschluß Nr. 85, Amt Hörde. Telegr.=Adr. Braus, Schwerte=Ruhr. der Versicherungsb) c) d) e) für versicherungspflichtig anzumelden, soweit diese Betriebe nicht bereit pflicht unterworfen sind: a) die gewerblichen Brauereien, die Gewerbetriebe, welche sich auf die Ausführung von Schlosser= oder Schmiedearbeiten erstrecken, sowie das Fensterputzer= und das Fleischergewerbe, die gewerbsmäßigen Lagereibetriebe, die Lagerungs=, Holzfällungs= oder der Beförderung von Personen oder Gütern dienenden Betriebe, wenn sie mit einem Handelsgewerbe, dessen Inhaber im Handelsregister eingetragen steht, verbunden sind, Betriebe jeder Art, für welche durch tierische Kraft bewegte Triebwerke nicht blos vorübergehend zur Anwendung kom2. Als„gewerbliche“ Brauereien sind solche anzusehen, deren Erzeugnisse zur Veräußerung an Dritte bestimmt sind, ohne Rücksicht auf den Umfang der Erzeugung und auf die Herstellungsweise des Bieres(ob obergährig oder untergährig.). 3. Die Gewerbebetriebe der Schlosser und der Schmiede sinv allgemein versicherungspflichtig, auch wenn sie nur handwerksmäßig— mit oder ohne Werkstatt— betrieben werden. Auch die Art der ausgeführten Arbeiten ist unerheblich. 4. Das Gleiche gilt für das Fleischergewerbe; insbesondere sind auch diejenigen Betriebe der Versicherung unterworfen, welche sich auf die Schlachtung fremden Viehes in fremden Haushaltungen beschränken. 5. Die gewerbsmäßigen Lagereibetriebe unterliegen— im Gegensatz zu dem bisherigen Rechtszustande— der Versicherungspflicht auch dann, wenn die Lagerung der Güter ganz oder teilweise unter freiem Himmel stattfindet. ss 6. Die Voraussetzung für die Versicherungspflicht der unter Ziffer 1d angeführten Lagerungs=, Holzfällungs= und Beförderungsbetriebe ist, daß sie mit einem Handelsgewerbe verbunden sind, und daß der Inhaber dieses Gewerbes im Handelsregister eingetragen steht. Es sind also beispielsweise die von Kleingewerbetreibenden oder Handwerkern, die nicht im Handelsregister eingetragen sind, ausgeübten Betriebe jener Art von der Versicherungspflicht ausgenommen, sofern sie nicht Teile eines anderen versicherungspflichtigen Betriebes sind. 7. Ein Lugerungsbetrieb im Sinne der letzterwähnten Vorschrift ist nicht anzunehmen, wenn Waren in geringerem Umfange, oder nicht für einige Dauer, sondern mehr zufällig und gelegentlich gelagert werden. Freitag, 19. Oktober 1900. 8. Bei den„der Beförderung von Personen oder Gütern dienenden Betrieben“ kommt es nicht darauf an, ob die Beförderung auf dem Lande oder zu Wasser erfolgt. Ebenso ist die Art und Größe des Fahrzeuges und die Art der bewegenden Kraft gleichgiltig. Insbesondere gehören hierhin die von größeren Handelsgeschäften zum Ausfahren von Waren an die Kunden verwendeten Fuhrwerksbetriebe. 9. Während bisher der Versicherungspflicht nur diejenigen Betriebe unterstanden, in denen Dampfkessel oder durch elementare Kraft(auch Elektrizität) bewegte Triebwerke zur Anwendung kamen, genügt nunmehr auch ein durch tierische Kraft bewegtes Triebwerk, um den Betrieb den„Fabriken“ gleichzustellen und damit dessen Versicherungspflicht zu begründen. 10. Nichtversicherungspflichtig und deshalb nicht anzunelden sind alle diejenigen Betriebe, in denen der Unternehmer allein, ohne Gehilfen, Lehrlinge oder sonstige Arbeiter thätig ist. Als Arbeiter etc. gelten aber auch Familienangehörige des Unternehmers, die in dem Betriebe beschäftigt werden, mit Ausnahme der Ehefrau, die niemals als Arbeiterin etc. ihres Ehemannes angesehen werden kann. 11. Zur Anmeldung verpflichtet ist der Unternehmer des Betriebes oder sein gesetzlicher Vertreter. Als Unternehmer gilt derjenige, für dessen Rechnung der Betrieb erfolgt. Sind mehrere Unternehmer eines Betriebes vorhanden, so ist jeder von ihnen zur Anmeldung verflichtet. Durch die Anmeldung des einen wird auch der Anmeldepflicht der übrigen genügt. Für die Anmeldepflicht ist es einflußlos, ob der Inhaber des Betriebes eine natürliche vder eine juristische Person ist. 12. Die unter das neue Gesetz fallenden Betriebe sind dann nicht anzumelden, wenn sie bisher bereits versicherungspflichtig und angemeldet waren, ihre Versicherungspflicht aber durch das neue Gesetz weiter ausgedehnt worden ist, z. B. Schlossergewerbe, die bisher nur bezüglich ihrer Bauschlosserarbeiten versichert waren, deren Gewerbebetrieb aber jetzt im ganzen Umfange der Versicherung unterworfen ist. Desgleichen sind nicht anzumelden solche Gewerbe, die als Nebenbetriebe der Landwirtschaft sich darstellen und bei einer landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft bereits versichert sind. 13. In der Anmeldung ist der Gegenstand des Betriebes genau zu bezeichnen. Umfaßt ein Betrieb wesentliche Bestandteile verschiedenartiger Gewerbezweige, so sind die sämtlichen Bestandteile anzugeben; dabei ist der Hauptbetrieb besonders hervorzuheben. 14. In der Anmeldung ist ferner die Zahl aller in dem Betriebe durchschnittlich beschäftigten versicherungspflichtigen Personen anzugeben, gleichviel ob dieselben Inländer oder Ausländer, männlichen oder weiblichen Geschlechts, ob sie erwachsene oder jugendliche Arbeiter, Lehrlinge mit oder ohne Lohn sind, ob sie dauernd oder vorübergehend beschäftigt werden. Betriebsbeamte, Werkmeister und Techniker sind nur dann versicherungspflichtig, wenn ihr Jahresarbeitsverdienst an Lohn oder Gehalt dreitausend Mark nicht übersteigt. Als Gehalt oder Lohn gelten auch Tantiemen, Naturalbezüge und sonstige Bezüge, welche den Versicherten, wenn auch nur gewohnheitsmäßig, gewährt werden und ganz oder teilweise an die Stelle des Gehalts oder Lohnes treten. 15. Bei Betrieben, welche regelmäßig nur eine bestimmte Zeit des Jahres arbeiten, ist die anzumeldende„durchschnittliche" Arbeiterzahl diejenige, welche sich zur Zeit des regelmäßigen vollen Betriebes ergiebt. 16. Als in dem Betriebe beschäftigt sind diejenigen Personen anzumelden, welche im Betriebsdienste stehen, und Arbeiten, die zum Betriebe gehören, zu verrichten haben, ohne Rücksicht darauf, ob die Verrichtung innerhalb oder außerhalb der etwa vorbandenen Betriebsanlage(Werkstätte etc.) erfolgt. 17. Für die Anmeldung wird die Benutzung des nachstehenden Fermulars empfohlen. 18. Ist ein Unternehmer zweifelhaft, ob er seinen Betrieb anzumelden habe oder nicht, so wird er gut thun, die Anmeldung zu bewirken, um den aus der Nichtanmeldung eines versicherungspflichtigen Betriebes sich ergebenden Nachteilen zu entgehen. Hierbei bleibt es ihm unbenommen, in dem Formular unter Spalte „Bemerkungen“ die Gründe anzugeben, aus denen er die Anmeldepflicht bezweifelt. 19. Schließlich wird darauf hingewiesen, daß nach der vom Reichs=Versicherungsamt erlassenen Bekanntmachung die Anmeldung bis zum 15. November 1900 einschließlich zu bewirken ist, und daß säumige Unternehmer zu der Anmeldung von der unteren 33. Jahrgang. Formular für die Anmeldung. Staat..... Regierungsbezirk..... Kreis(Amt) Gemeinde=(Guts=) Bezirk..... Straße.... Nr. Anmeldung die untere Verwaltungsbehörde auf Grund des§ 35 des Gewerbe=Unfallversicherungsgesetzes vom 30 Juni 1900. an ...... den.... 190. (Unterschrift des zur Anmeldung Verpflichteten.) *) z. B.„Schmiede= und Schlossergewerbe.“ Bei mehreren Betriebszweigen ist der Hauptbetrieb zu unterstreichen. **) z. B.„Handbetrieb,“ oder„Betrieb mit tierischer Kraft.“ Vorstehende Bekanntmachung des Reichs=Versicherungsamtes vom 1. ds. Mts. nebst der zugehörigen Anleitung bringe ich mit der Aufforderung zur Kenntnis der Beiteiligten, die neu versicherungspflichtig gewordenen Betriebe innerhalb der von dem Reichsversicherungsamte bestimmten Frist— also bis zum 15. November ds. Is. einschließlich— unter Benutzung des vorgeschriebenen Anmeldeformulars durch Vermittelung der zuständigen Ortspolizeibehörde hier anzumelden. Hörde, den 15. Oktober 1900. Der Komm. Landrath. Verwaltungsbehörde durch Geldstrafen im Betrage bis Mark angehalten werden können. einhundert Der Kanzlerwechsel. Der„Reichsanz. veröffentlicht an der Spitze seiner gestrigen Abendnummer nachfolgendes Schreiben des Kaisers an den Fürsten Hohenlohe:„Mein lieber Fürst! So ungern ich Sie auch aus Ihren bisherigen Stellungen im Reichs= und Staatsdienste scheiden sehe, so habe ich doch geglaubt, nicht länger dem Gewichte der Gründe, welche Ihnen die Befreiung von der Bürde Ihrer verantwortungsreichen Aemter wünschenswert erscheinen lassen, verschließen zu dürfen. Ich habe daher Ihrem Antrage auf Dienstentlassung mit schwerem Herzen stattgegeben. Es ist mir Bedürfnis, Ihnen bei dieser Gelegenheit, wo ie im Bégriffe stehen, eine lange und ehrenvolle. Dienstlaufbahn abzuschließen, für die langjährigen treuen und ausgezeichneten Dienste, welche Sie in allen Ihnen übertragenen Stellungen dem Reiche und Staate, sowie meinen Vorfahren und mir mit aufopfernder Hingebung und unermüdlicher Pflichttreue unter den schwierigsten Verhältnissen geleistet haben, meinen wärmsten Dank noch besonders auszusprechen. Möge Ihnen nach einer so thatenreichen Vergangenheit durch Gottes Gnade ein langer und glücklicher Lebensabend beschieden sein. Als äußeres Zeichen meiner Anerkennung u. meines dauernden Wohlwollens verleihe ich Ihnen den hohen Orden vom Schwarzen Adler mit Brillanten und lasse Ihnen dessen Insignien hierneben zugehen. Ich verbleibe Ihr wohlgeneigter und dankbarer Kaiser und König Wilhelm. I. R.“ Mit dem Reichskanzler Fürsten zu Hohenlohe ist ein Staatsmann aus dem Dienste geschieden, der länger als ein halbes Jahrhundert im Dienste des Vaterlandes selbstlos und erfolgreich gewirkt hat, und dem das ganze deutSinnsprüche, Denksprüche u. Sprichwörter 2c. Laß den Schwächling angstvoll zagen! Wer um Hohes kämpft, muß wagen; Leben gilt es oder Tod! Laß die Wogen donnernd branden, Nur bleib immer, magst du landen Oder scheitern, selbst Pilot. Gneisenau. Der Fund am Strande. Roman von H. Rosenthal=Bonin. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) In Paris herrschte helles, klares Winterwetter, eine freundliche Sonne schien durch eine Unzahl weißer Wölkchen auf das Häusermeer herab, auf die kahlen Parkanlagen, welche allein das Gesicht des Winters zeigten. Die Straßen hatten keinen Schnee, und hier flutete die Bevölkerung der Seinestadt hin und her. Eilfertig und zufrieden wanderte auch Klaus Gehren der Rue Sebastopol zu, denn er hatte heute Morgen ein Schreiben des Professor Bonnier erhalten, in welchem er aufgefordert wurde, sich bei ihm einzustellen. Man hatte ihm seine Arbeiten nicht zurückgeschickt, das dünkte ihm ein gutes Zeichen. Er fand bei dem Professor noch zwei Herren, die ihn verwundert betrachteten, als Herr Bonnier ihn als den bewußten Amerikaner vorstellte. „Wo haben Sie denn zeichnen gelernt?“ frug ihn einer der Herren, welcher seine Blätter in der Hand hielt. „Bei niemand,“ gab Klaus zur Antwort.„Zuerst habe ich aus illustrierten Zeitschriften hübsche Köpfe nachgezeichnet und dann Schiffe, Tiere, Meer und Wasserfarben gemalt.“ „Würden Sie uns hier vor unseren Augen etwas zeichnen?“ frug der Professor Bonnier. „Gern. Was denn?“ „Was Sie wollen, lautete die Antwort, und der Professor wies den jungen Mann an einen Tisch, auf dem Papier und Zeichengerätschaften lagen. Klaus nahm Platz, bat den Professor einige Minuten still zu stehen, und entwarf mit schnellen, kühnen Zügen eine Skizze von dem Charakterkopf des Franzosen, die er diesem übergab. „Sie sind ein„Teufelskerl!“ rief der Professor beim Anblick der Skizze aus und übergab sie den anderen beiden Herren. Diese sahen die Skizze prüfend an.„Und allein, ohne irgend welche fachmännische Schulung wollen Sie es so weit gebracht haben?“ fragten sie dann. „Ich sage die Wahrheit,“ antwortete Klaus mit Bestimmtheit. Die Herren flüsterten dann in französischer Sprache miteinander, und der Professor Bonnier trat auf Klaus zu. „Ich bin der Ansicht, daß Ihrer Aufnahme in die Akademie nichts im Wege stehen wird. Sie dürfen in wenigen Tagen die amtliche Nachricht erwarten. „Kann ich nicht gleich anfangen?“ frug Klaus. Die Herren lachten.„So eifrig und fleißig sollten alle unsere Herren sein,“ meinten sie.„Haben Sie es denn so eilig, mein Herr?“ „Ja. Ich habe keinen Tag zu verlieren.“ „Sie haben keine Mittel?“ warf der eine Herr fragend ein. „Ich kann vom Eigenen leben,“ gab Klaus schnell und rotwerdend zurück. „Da Sie Nichtfranzose sind, wird es schwer halten, daß Ihnen die Akademie das Lehrgeld erläßt.“ „Ich wäre dankbar, wenn ich es sparen könnte.“ „Nun, wir wollen sehen," erwiderte der Professor. „Kann ich heute schon kommen?" fragte Klaus Gehren abermals. „Nein, junger Mann. Aber kommen Sie so lange, bis die Aufnahme erfolgt ist, zu mir. Ich will Ihnen privatim Unterricht geben. „Ich danke Ihnen sehr!“ rief Klaus fröhlich, machte eine tiefe Verbeugung und verließ das Zimmer. So hatte er denn endlich die erste Staffel auf der Leiter zu seinem Ziel erreicht, er war Schüler der Akademie. Er suchte sich ein kleines, möblirtes Zimmer, das er in der Nähe im fünften Stock eines Riesenmietshauses fand, und holte dann sein Gepäck aus dem Gasthofe. Am der Thür seines Zimmers befestigte er stolz eine Karte, auf welcher stand: Josua Clyde. sche Volk zum größten Dank verpflichtet ist. Seine Bedeutung für unser nationales Leben liegt in seiner zu seltener Harmonie ausgereiften Persönlichkeit, die mit ungewöhnlicher diplomatischer und staatsmännischer Schulung die natürliche Autorität eines edlen Namens von volkstümlichem Klange verbindet. Bereits mit 27 Jahren konnte er als ein im Wesentlichen abgeschlossener politischer Charakter gelten, dessen Leitstern der deutsch=nationale Gedanke unter preußischer Führung war. Als ein Abgesandter des Reichsverwesers übernahm er vor 52 Jahren seine erste diplomatische Mission, und dem Reichsgedanken ist er treu geblieben trotz allem Widrigen, was sich ereignete, alle die Jahre hindurch, bis er 1866 als bayerischer Minister=Präsident offen sein Banner entfaltete und für den Zusammenschluß des Südens und Nordens eintrat, so eifrig ihn auch seine Gegner befehdeten. Als der Krieg zwischen Frankreich und Deutschland ausbrach, der uns das Reich brachte, war es Fürst Hohenlohe, der für den Anschluß Bayerns an den Norden unablässig thätig war. Welches Vertrauen Kaiser Wilhelm I. in ihn setzte, bewies er, als er dem Fürsten im Jahre 1874 den Botschafterposten in Paris anvertraute, der unter den damaligen Umständen einen ganzen Mann und einen gewiegten Diplomaten erforderte. Doch eine noch schwierigere Aufgabe blieb dem Fürsten aufgespart. Als es nach dem Tode Manteuffels 1885 galt, den Statthalterposten in den Reichslanden neu zu besetzen, richtete Kaiser Wilhelm abermals seinen Blick auf den Fürsten Hohenlohe und— mutig und treu, wie immer übernahm dieser das veranwortungsreiche Amt. Was er in ihm geleistet, gehört der Geschichte an, und sie verzeichnet in den acht Jahren seiner Wirksamkeit einen bedeutsamen Fortschritt in der Zurückgewinnung der lang entfremdeten Reichslande für das deutsche Vaterland. Ein schwere! Entschluß mag es für den 75jährigen Fürsten gewesen sein, als er, dem Wunsche seines jungen Kaiser folgend, im Herbste 1894 die stille Statthalterei in Straßburg mit dem Reichskanzlerpalais in Berlin vertauschte. Das Vertrauen des Kaisers wurde nicht getäuscht. Länger als sechs Jahre hat Fürst Hohenlohe die ersten Aemter im Reiche und in Preußen ausgefüllt, Jahre, die sowohl in der Beruhigung der Partei=Leidenschaften als auch in der gesetzgeberischen Thätigkeit unverkennbar erhebliche Erfolge aufzuweisen haben. Wenn dabei das Wirken des Fürsten selbst verhältnismäßig wenig in die Oeffentlichkeit getreten ist, so lag's zum Teil an seiner persönlichen Zurückhaltung, zum Teil daran daß seine Wirksamkeit sich zumeist auf Gebieten bethätigte, die sich dem Einblick der Oeffentlichkeit entziehen. Sein milder, versöhnlicher Sinn, seine reiche Lebenserfahrung, gepaart mit Altersweisheit und ruhiger Verschlossenheit, haben in diesen sechs Jahren in stiller Arbeit Berge von Schwierigkeiten ernstester Art beseitigt. Diese geräuschlose, aber darum nicht minder ehrenvolle Arbeit, wird der Nachwelt erkennbarer werden als den Zeitgenossen und dann umso dankbarere Anerkennung finden. Fürst Hohenlohe hat auf den Pfaden, die der Reichswagen in diesen Jahren durchlaufen, manchen gefährlichen Stein beiseite geräumt; er ist zwischen den Bedürfnissen des Reiches und den Anschauungen der Bundesfürsten und Regierungen der geschickte, von allseitigem Vertrauen getragene Vermittler gewesen. Wenn der greise 82jährige Fürst nun am Ende seiner politischen Laufbahn sein thatenreiches, arbeitsames Leben vor seinem geistigen Auge vorüberziehen läßt, dann wird er sagen können, daß es zwar viel Mühe gebracht, aber auch des herrlichsten Lohnes nicht entbehrt hat. Denn was Kaiser Wilhelm, Bismarck und Moltke einstgeschaffen haben— das deutsche Reich— ihm hat auch Fürst Hohenlohe den besten Teil seiner Kraft und seiner Lebensarbeit gewidmet. Möge Gott den verdienstvollen Staatsmann noch lange erhalten! Als Nachfolger konnte nur ein Mann in Frage kommen, Graf Bülow. Er ist nächst dem Kaiser der Einzige, durch dessen Hände alle Fäden geglitten sind und der im Stande ist, augenblicklich die ganze Situation zu übersehen und zu beherrschen. Vor allen Dingen aber hat er bisher verstanden, die Intentionen des Kaisers zu treffen bezw. in der rechten Weise auszuführen. So ist es denn für niemand eine Ueberraschung gewesen, daß Graf Bülow zum Reichskanzler ernannt worden ist; sein bisheriges Amt als Staatssekretär des Aeußeren behält er nach Bismarck'schem Vorbilde bei. 11. Strenger Frost und heftiger Schneesturm brachen mit dem Dezember über den ganzen Norden Europas herein, auch die Insel Spikeroog war mit hohem Schnee bedeckt. Das Meer türmte am Strande Säulen von Eisschollen auf, welche die Ebbe zurückließ, damit die Flut sie jedesmal krachend wieder einreißen und zermalmen konnte. Ein großer Teil des Watts war zugefroren, jedoch so unterbrochen und unsicher, daß weder ein Fährboot fahren, noch ein Schlittschuhläufer es unternehmen konnte, von der Insel zum Festlande, vom Festlande zu der Insel zu gelangen. Spiekeroog blieb daher vom Lande abgeschnitten und empfing länger als einen Monat weder eine Postsendung noch Nachricht. Während dieser Zeit war der Assessor still von seinem Urlaub zurückgekehrt, sehr verdrießlich und brummig, und sparte derartig, daß er von seinem Stammtisch sich zurückzog und seinen Abendgrog zu Hause trank. Er war bei seiner Ankunft nicht nach der Insel gereist, obwohl es damals noch möglich gewesen wäre, sondern hatte an Maria einen Brief geschrieben, in welchem er ihr seine Anwesenheit in Esens anzeigte und ihr versprach, daß er sich eifrig bemühen werde, ihr lohnendere Arbeit zu verschaffen. In dem Briefe zeigte er sich abgekühlter in seinen Gefühlen für das schöne Mädchen, als früher, obwohl er Maria noch immer seiner unbegrenzten Ergebenheit und der wärmsten Teilnahme für ihr Schicksal versicherte. Da ward Esens durch einen großen Glücksfall in Aufregung versetzt. Es wurde bekannt, daß der Assessor Reinhard vierzigtausend Mark in der preußischen Lotterie Deutschland. Ueber das Befinden der Kaiserin Friedrich meldet der„Reichsanzeiger“ vom Donnerstag Abend:„In dem Befinden Ihrer Majestät der Kaiserin und Königin Friedrich ist im Verlaufe der letzten Tage eine erfreuliche Besserung eingetreten. Das Herz hat sich gekräftigt, der Puls ist regelmäßiger und voller geworden, der Lungenkatarrh nimmt langsam ab. Fieber besteht nicht mehr. Die Nahrungsaufnahme hebt sich und damit der gesamte Kräftezustand. Eine langsame, fortschreitende Rekonvaleszenz von der akuten Erkrankung ist zu erwarten. Schloß Friedrichshof, 18. Oktober 1900. Leibarzt Dr. Spielhagen. Unser Kaiser der Tags vorher im Schlosse zu Homburg v. d. Höhe die Vorträge des Reichskanzlers und des Chefs des Marinekabinetts hörte, sowie den Prinzen und die Prinzessin Max empfing, begrüßte Mittwoch vormittag seine aus Plön eingetroffenen Söhne, die Prinzen Eitel Fritz und Adalbert. In der Begleitung des Kaisers waren die Kaiserin, sowie die Prinzessin Heinrich von Preußen auf dem Bahnhofe erschienen. Die Majestäten kehrten zu Fuß nach dem Schlosse zurück. Später trafen auch der Kronprinz und die übrigen kaiserlichen Kinder in Homburg ein. Die Einsegnung des Prinzen Adalbert fand Donnerstag vormittag im Beisein der kaiserlichen Familie durch den Garnisonspfarrer Göns unter Assistenz des Oberhofpredigers D. Dryander statt. Der Bibliotheksaal des Homburger Schlosses war zur Kapelle hergerichtet. Vor dem mit der roten Altardecke behangenen, blumengeschmückten Altar stand der Stuhl des Konfirmanden, dahinter die Sessel für die Majestäten und die übrigen Teilnehmer. Die Feier vollzog sich im engsten Familienkreise. Der Feier folgte eine Frühstückstafel, bei welcher der Kaiser auf den Prinzen Adalbert folgenden Trinkspruch ausbrachte:„Du mußt festeren Boden unter den Füßen haben, als jeder andere; Du wirst Seemann! Im Kampf mit Sturm und Wellen sei Dein Hort die Religion!“ Abends fand Familientafel, sowie Marschalltafel für die Herren und Damen der Umgebung statt. Anläßlich der Konfirmation widmete die Kaiserin ihrem Sohne die Bronzekopie eines Reliefs von Antonio Lombardo, das im Berliner Museum aufbewahrt wird. Es zeigt das Brustbild Christi; die Kopie ist vom Ciseleur O. Rohloff hergestellt, der es mit einem vergoldeten Bronzerahmen umgeben hat. Am oberen Rande erscheint das Monogramm Christi, von dem lichte Strahlen ausgehen; unten am Rahmen ist der Einsegnungsspruch verzeichnet. „Ebr. 13, 9: Es ist ein köstlich Ding, daß das Herz fest werde, welches geschieht durch Gnade.“ Wie es heißt, haben auch der Kronprinz und Prinz Eitel Fritz zu ihrer Konfirmation von der Kaiserin eine gleichartige Widmung erhalten. Ueber das Befinden des schwer erkrankten greisen Königs Albert von Sachsen besagt der offizielle Bericht vom Mittwoch: Die Nachtruhe Sr. Majestät war besonders durch Schmerzen in dem linken unteren Fuß gestört. Gegen Morgen hat der König einige Stunden ruhig geschlafen. Die Krafte heben sich langsam, der König konnte gestern einige Stunden des Tages außer Bett zubringen. Die„Nordd. Allg. Ztg.“wendet sich gegen die Darstellung verschiedener Zeitungen, wonach die geplante Verlängerung der Küsten=Panzerschiffe der Siegfried=Klasse ein Hinausgehen über den vorjährigen Flottenplan bedeute. Dies entspreche in keiner Weise den thatsächlichen Verhältnissen. Der Umbau der Siegfried=Klasse sei in der Budget=Kommission des Reichstages eingehend erörtert, ebenso die Mittel für den Umbau in der Kostenrechnung des Flottenplans berücksichtigt worden. Der„Reichsanzeiger“ veröffentlicht amtlich die vom Bundesrate am 4. Oktober zur Bekämpfung der Pest beschlossenen vorläufigen Ausführungs=Bestimmungen im Reichs=Seuchengesetz. Als Anlagen sind beigegeben: Eine Desinfektions=Anweisung bei Pest, Vorschriften über das Arbeiten und den Verkehr mit Pest=Erregern und Grundsätze für Maßnahmen im Eisenbahn=Verkehr bei Pestzeiten. Das in Ausarbeitung befindliche preußische Wohnungsgesetz dürfte hauptsächlich Bestimmungen ins Auge fassen, welche den Gemeinden eine Handhabe geben, die Ansässigenmachen von dem Nachweise einer ausreichenden Wohnung abhängig zu machen. gewonnen habe, und der Beamte wurde jetzt ein sehr gesuchter Heiratskandidat. Otto Reinhard jedoch zeigte sich ganz im Gegensatz zu früher recht zurückhaltend bei allen Veranstaltungen, die man traf, damit er nette und heiratsfähige Mädchen besser kennen lernen könnte. Er genoß bei den Einladungen, zu welchen man ihn bat, mit Appetit, was man ihm auftischte, war sehr höflich gegen die jungen Damen, machte jedoch keine Miene, sich einer besonders zu nähern. Er lebte jetzt behaglicher als früher, jedoch entschieden zurückgezogener, ein Thun, das seinen Bekannten und den sonstigen Einwohnern der Amtsstadt ganz rätselhaft schien. Auf der Insel verbrachten Mutter Gehren und Maria die Zeit in ruhiger Arbeit. Maria Ribera war innerlich und äußerlich zufrieden mit ihrem Lose. Die Witwe Gehren dagegen wurde blasser und verbarg kaum die Unruhe, Spannung u. Sorge, welche sie fast verzehrte. Endlich, nach einem gewaltigen Märzsturm, der das Eis brach und dasselbe in das Meer hinausführte, kam die Post und brachte zwei Briefe für Maria Ribera, einen aus Newyork, den andern aus Esens. Letzteren hatte der Assessor geschrieben. Das erstgenannte Schreiben enthielt eine Bleistiftszeichnung von der Hand Miß Johny's, welche diese durch die Stubenthür von ihrem ungetreuen Zimmernachbar ausgeführt hatte.„Eine Photographie habe ich nicht,“ schrieb sie.„Das wird Dir auch genügen, die Zeichnung ist leidlich und gut geraten.“ Daß der junge Mann ihr durchgegangen, verschwieg die Briefschreiberin auch jetzt noch vorsichtig. Dann überAuf ministerielle Anordnung sind die in Berlin bestehenden polnischen Privatschulen geschlossen worden. Die betroffenen Anstalten hatten keine eigenen Schulhäuser, der Unterricht wurde zwei= bis dreimal wöchentlich am Nachmittag in den Vereinszimmern polnischer Gastwirtschaften erteilt und umfaßte den polnischen Sprachunterricht und die Anfangsgründe polnischer Geschichte. Die improvisierten Schulräume waren aus sanitätspolizeilichen Gründen vielfach für ungeeignet erklärt. Die goldenen Fünfmarkstücke, deren Ausprägung schon seit dem Jahre 1879 eingestellt ist, gelten seit dem 1. Okt. d. I. nicht mehr als Zahlungsmittel, bei den Reichs= und Landeskassen werden sie jedoch noch bis zum 30. Sept. 1901 zum Nennwerte angenommen. Ferner sollen zur Einziehung gelangen die silbernen und Nickel=Zwanzigpfennigstücke. Wie es um die Kenntnis der französischen Sprache im heutigen Elsaß bestellt ist, zeigt ein Vorgang in dem Gemeinderat des oberelsässischen Weinstädtchens Rappoltsweiler. Die Verhandlungen desselben waren in französischer Sprache geführt worden, auch die Abstimmung erfolgte in dieser Sprache. Da aber stellte sich heraus, daß nachher die Gemeinderäte sich nicht klar waren, was sie beschlossen hatten. Es entstanden über den Gegenstand Meinungsverschiedenheiten und ein eingeborenes Gemeinderatsmitglied sah sich veranlaßt, den förmlichen Antrag zu stellen, daß alle Verhandlungen und Abstimmungen in Zukunft in deutscher Sprache vor sich gehen sollten, so daß auch ein Jeder verstehe. Als dann gleich darauf der Herr Adjoint wieder französisch zu reden anfing, wurde er von dem betr. Gemeinderatsmitglied unter vielfacher Zustimmung ersucht, Deutsch zu reden. Das klingt doch anders, als die Nachrichten aus den Ostmarken des Reiches. Der deutsche Bahnbau in Schantung schreitet rüstig vorwärts. So hat der Bau der Strecke Tsingtau bis Kiautschou, dessen Fortsetzung trotz der chinesischen Wirren mit Energie betrieben wird, im Juli bedeutende Fortschritte gemacht. Auch die Bahnarbeiten über Kiautschou hinaus sind bis zu der nächsten größern Chinesenstadt Kaumi(also auf einer weitern Strecke von etwa 30 Kilometern) unter dem Schutze der deutschen Truppen wieder aufgenommen worden. Niederlande. Die lang erwartete, oft gemeldete und ebenso oft widerrufene Nachricht ist nun endlich Thatsache geworden: Eine amtliche Proklamation im„Staatscourant“ verkündet der holländischen Nation, daß ihre Königin Wilhelmine sich verlobt hat. Ihr Erwählter ist ein deutscher Prinz, Herzog Heinrich von Mecklenburg=Schwerin. Der Bräutigam ist am 19. April 1876 geboren und Oberleutnant im GardeJägerbataillon in Potsdam; seine Schwester Herzogin Helene ist mit dem Großherzog von Oldenburg verheirat, sein Bruder ist der bekannte Sportsman und Rittmeister im GardeKürrassierregiment Herzog Adolf Friedrich. Die Muttei ist eine Prinzessin von Schwarzburg. Sie war in dritter Ehe mit dem verstorbenen Großherzog Friedrich Franz II. vermählt. Bekanntlich hat die junge Königin der Niederlande in diesem Sommer mehrere Wochen in Schwarzburg verlebt. Am 31. August d. J. vollendete Königin Wilhelmine ihr 20. Lebensjahr.— Sämtliche Zeitungen widmen der Verlobung überaus enthusiastische und sympathische Artikel und sprechen in herzlichen Worten die Hoffnung aus, daß diese Verbindung die freundlichen Beziehungen zwischen Holland und Deutschland zu beiderseitigem Vorteile noch inniger und fester verknüpfen werde als zuvor. Rußland Zur Russifizierung Finlands wird gemeldet, daß die Finen, die öffentliche Aemter bekleiden, vor kurzem benachrichtigt worden sind, daß sie die russische Sprache in einer bestimmten Zeit lernen müssen, widrigenfalls sie ihre Stellungen verlieren. Die finländische Presse wies auf die Härte dieses Erlasses hin. Die Folge war,daß an die Zeitungen Erscheinungs=Verbote ergangen sind. Enaland und Transvaal General Botha, der nach Londoner Berichten den Oberbefehl längst niedergelegt haben, krank, ja bereits gestorben sein soll, kommandiert zum Schrecken der Engländer bis auf den heutigen Tag ein starkes Boerenheer und hofft seinen Gegnern noch manchen empfindlichen Nackenschlag zu versetzen. Seine Stellung in den unwirtlichen Bergen des nördlichen Transvaal ist uneinnehmbar fest, so daß Lord Roberts die Unmöglichkeit erkannt hat, den mutigen General dort anzugreifen. Die noch bestehende Hauptarmee der Boeren hat dort also Zeit und Gelegenheit, sich für künftige Kämpfe vorzubereiten, derweil brachte das Schreiben noch eine wichtige Mitteilung für Maria.„Denke Dir,“ hieß es in dem Briefe,„ich verlasse Newyork und werde nach Paris übersiedeln. Ich habe mich jetzt doch entschlossen, die Stellung in unserem Hauptgeschäft in Paris anzunehmen. Ich reise schon am 1. April ab. Zweitens hat die Firma mich gefragt, ob ich nicht eine Dame kenne, die als Kunststickerin mir an die Hand gehen könne. Ich habe natürlich Dich vorgeschlagen und geltend gemacht, daß man die Reisekosten bei Dir spare, da Du augenblicklich gar nicht weit von Paris seiest. Es hängt also jetzt nur noch von Dir ab, nach Paris zu uns zu kommen. Ich zweifle keinen Augenblick daran, daß Du in dieser Stellung Dich wirst behaupten und Dir ein hübsches Auskommen erringen können.“ Der Brief des Assessors meldete Maria dessen Absicht, in nächster Zeit auf Spiekeroog einen Besuch abzustatten und wichtige Dinge dabei zur Sprache bringen zu wollen. Frau Gehren hatte einen Ausgang in die Nachbarschaft gemacht, und Maria war allein, als sie die Briefe empfing. Die Nachrichten von Miß Johny versetzten sie in Erstaunen, sie erregten sie stark. Sie sollte fort von hier, nach Paris, in eine gute Stellung; aus dem ruhigen Hafen, in welchem sie nach ihrem schweren Unglück still und bescheiden lebte, sollte sie hinaus in die große Welt, die gute Frau hier verlassen und sich ganz allein durchkämpfen in dem gleißenden Paris! Das erfüllte sie mit Gefühlen, die aus Freude und Bangen, Hoffnung u. Angst seltsam sich mischten. Maria wußte nicht, was sie thun sollte. Vor ihr lag die Zeichnung der Freundin, sie nahm das Bild und betrachtete es nachdenklich. 979(Fortsetzung folgt.) starke britische Detachements das Land durchstreifen, um vereinzelte kleine Boerenhaufen aus ihren Stellungen zu vertreiben und solche Heldenthaten als Siege nach London zu berichten. Krüger ist noch immer mit der Bergung und Sicherung seines Geldes beschäftigt und hat die Abfahrt noch nicht angetreten. Da aber schon einiges Gepäck an Bord des„Gelderland“ gebracht ist, so wird die Abreise in kurzem erfolgen. Sie ist auf Samstag festgesetzt worden. Wirren in China. In Peking wurde am 12. Oktober in einer Versammlung der noch dort befindlichen Vertreter der fremden Mächte die Grundlage der Verhandlungen besprochen, und man kam, ohne einen formellen Beschluß zu fassen, überein, daß die Forderungen, auf deren Erfüllung man dringen müsse, 1. die Bestrafung der schuldigen Beamten, 2. die Zahlung einer Entschädigung, 3. die Schleifung der Befestigungswerke von Taku und der anderen zwischen Tientsin und dem Meere gelegenen Forts, 4. das Verbot der Einfuhr von Feuerwaffen, 5. die Errichtung einer ständigen Schutzwache für die Gesandtschaften, 6. die Abschaffung des Tsungliyamen, 8. die Ernennung eines Ministers für auswärtige Angelegenheiten, 8. die Suspendierungen der staatlichen Prüfungen auf fünf Jahre in allen Provinzen, in denen Ausländer ermordet worden seien, und schließlich 9. die Bedingung umfassen müßten, daß ein geregelter Verkehr mit dem Kaiser ermöglicht werde. Es wurde darüber Uebereinstimmung erzielt, daß allen diesen Forderungen durch kaiserliche Dekrete öffentlich stattzugeben sei. Die unerläßliche Vorbedingung eines befriedigenden Fortschrittes in der Regelung der Chinafrage sei die Wiederherstellung der Autorität des Kaisers. Das allein wirksame Mittel wäre die Erklärung, der Kaiser müsse bis zu einem bestimmten Termin nach Peking gebracht werden, sonst würden die Gräber der Ming=Dynastie zerstört und die Mandschu=Dynastie beseitigt werden. Selbst die Kaiserin=Witwe würde dieser Drohung Gehör geben.— Das Verhalten des chinesischen Hofes, von dem der Beginn der Friedensverhandlungen abhängt, ist und bleibt dunkel und rätselhaft. Während von einer Seite die die Bestrafung der Schuldigen anordnenden kaiserlichen Erlasse als Humbug bezeichnet werden, wird von der anderen Seite gemeldet, daß der Aufenthalt des Hofes in Singanfu die Kommunikation der Verbündeten in Peking mit dem Kaiser erleichtere und daß der Aufnahme von Verhandlungen nichts mehr im Wege stünde. Der amerikanische Gesandte Conger telegraphierte an seine Regierung, der Kaiser von China werde unter amerikanischem Schutze nach Peking zurückkehren. Lokales. Stadt und Kreis. Schwerte, 19. Oktober. ** Jubiläum). Der 18. Oktober 1900— für die Menge der Menschen ein Tag wie alle Tage— war für einen Mann in unserem Kreise ein Tag, der wie kein anderer in seinem Leben hervorleuchtet, und der an Verklärung nur noch von einem anderen Tage übertroffen werden kann, dem 18. Oktober 1925. Mögen die Tage der Geburt, der Hochzeit und des Todes für den Menschen die bedeutsamsten sein, für die sittliche Persönlichkeit giebt es wichtigere Tage und unter ihnen wohl keinen so wichtig wie der Festtag eines Jubiläums, dessen Feier bekundet, daß wir uns in einem Leben voll ernster Arbeit und treuer Pflichterfüllung bewährt haben und in unserem Kreise— es kommt nicht darauf an, wie groß oder wie klein er ist— etwas sind und etwas gelten. Diese Weihe lag auch über dem 25jährigen Jubiläum, welches gestern der Meister der Stanzereien in der Fertigwarenabteilung (der sog. Topffabrik) der hiesigen Nickelwerke, Herr Schultz, feierte. Am Vorabend desselben begab sich eine Deputation von sechs Beamten der Werke, die Herren Lange, Vorsitzender des Festkomitees, Vaerst, Sprecher der Deputation, Herrmann, Hüseke, Hövelmann und Tiemann in die Wohnung des Jubilars in Westhofen. Herr Vaerst brachte im Namen der Beamten seine Glückwünsche dar und feierte in beredten herzlichen Worten den Jubilar, der durch Tüchtigkeit im Beruf, durch Biederkeit des Charakters und die Freundlichkeit seines Wesens verstanden habe, sich die Anerkennung und Verehrung aller seiner Mitarbeiter über und unter ihm zu erwerben. Als äußeres Zeichen dieser Verehrung überreichte er zum Schluß dem Meister eine prachtvolle Standuhr. Eine noch freudigere Ueberraschung bereitete dem Jubilar der Besuch des Chefs der Firma, Herr Fleitmann, der in Begleitung der Herren Emmerich und Warmer in der Wohnung des Meisters erschien, um ihn zu seinem Ehrentage zu beglückwünschen und ihm, in Anerkennung seiner verdienstvollen Thätigkeit, eine goldene Uhr nebst Kette und ein Sparkassenbuch über 300 Mark zu überreichen. Von tiefster Rührung ergriffen dankte der Jubilar für die ihm zuteil gewordene Anerkennung und Ehrung; seinen Dank könne er nur erweisen durch die Versicherung, seine Kräfte, solange sie ausreichten, in den Dienst der Firma zu stellen, wie in den verflossenen 25 Jahren. Eine weitere Ehrung erwiesen ihm am Jubiläumstage selbst, welchen der Meister im Kreise seiner Familie verlebte, die ihm unterstellten Arbeiter, indem sie ihm durch eine Deputation eine selbstgefertigte, aus reinem, massiven Nickel getriebene Bowle überreichen ließen. Indem wir dem Jubilar auch an dieser Stelle zu seinem Ehrentage beglückwünschen, dürfen wir wohl die Worte Chamisso's auf ihn anwenden u. mit dem Wunsche schließen, daß Jeder diesem Meister gleich, Erfüllt, was er erfüllen sollte In seinen Grenzen und Bereich! *Westhofen, 16. Oktober. Seitens der Amtsversammlung war vor längerer Zeit in Anregung gebracht, dem verstorbenen Amtmann Rebber, der bei allen Amtseingesessenen in bestem Andenken steht, einen Grabstein zu setzen. Die hierzu gewählte Kommission hat nun den Entwurf zur Besichtigung vorgelegt und die Arbeit dem Steinmetzen Herrn H. Schulte übertragen. ** Hörde, 17. Okt. Ueber den Kindermord in der Düppelstraße schreibt das Volksblatt: Die Ehefrau des Bergmanns Ichilsky wurde am Mittwoch morgen zwischen 5 und 6 Uhr durch einen wuchtigen Schlag gegen den Leib aus dem Schlafe geschreckt. Erwacht sah sie ihren Ehemann stieren Blickes neben sich und durch den Anblick sowie den Schlag aufs ärgste geängstigt, sprang sie aus dem Bett und floh aus dem Zimmer. Ichilsky folgte ihr bis zur Thür, welche er dann schnell hinter der Fliehenden abschloß. Durch das Rufen der Frau waren die Mitbewohner des Hauses zusammengeeilt und während dieselben noch fragend die Geängstigte umstanden, ertönten aus dem verschlossenen Zimmer schreckliche Hilferufe. Schnell wurde nach der Polizei geschickt und das Zimmer erbrochen. Ein entsetzlicher Anblick bot sich dem Eintretenden. Mit durchschnittenen Kehlen lagen da die beiden 4= resp. 3jährigen Knaben Josef und Heinrich der Familie Ichilsky, während der Mann mit dem Brotmesser in der Hand dabeistand. Der Mörder wurde sofort festgenommen und später von der Polizei in das Amtsgefängnis abgeführt. Inzwischen war ein Arzt erschienen, welcher den Tod des ältesten Knaben feststellte und dem jüngeren zwar noch lebenden, aber schwer verletzten seine Thätigkeit widmete. Nach Vernähung der Wunde wurde das arme Kind demKrankenhause Bethanien zugeführt, woselbst ihm die sorgfältigste Pflege zuteil wird. Dem toten Josef war der Hals bis auf den Knochen abgeschnitten und zwar in einer ganz schrecklichen Weise, das jüngere hatte zwar auch eine klaffende Wunde, doch hatte der Vater seine grausige That infolge der herbeigeeilten Hilfe nicht vollenden können. Wie es heißt soll der Mann schon seit einigen Monaten Spuren von Verfolgungswahn gezeigt haben und dürfte vielleicht auch in einem solchen Anfall die Ursache zu dem Ereignis zu suchen sein. Auf späteres Befragen will er von den ganzen Vorgängen nichts wissen, behauptet vielmehr, noch nie einem Menschen ein Leid zugefügt zu haben. Die ärztliche Beobachtung, welcher Ichilsky unterworfen wird, wird bald Aufklärung darüber bringen, ob man es mit einem Unglücklichen oder Verbrecher zu thun hat. * Hörde, 17. Okt. Die Erkrankungen unter den Mitgliedern des Allgemeinen Knappschafts=Vereins im Jahre 1899 waren folgende: Von 213 256 beschäftigten Mitgliedern erlitten 31 940 Betriebsunfälle. Die Zahl der Krankheiten ohne Betriebsunfälle betrug 96797. Es erkrankten an: Augenzittern 506, Lungentuberkulose 162, Lungenentzündung 1172, sonstige Erkrankungen der Atmungsorgane 31 562, Magen=, Darmkrankheiten einschließlich Brechdurchfall 17 878, Gelenk=Rheuma 824, Muskel=Rheuma 10079 Ischias 808, Säuferwahnsinn 12 Personen. Die Zahl der Sterbefälle ohne Betriebsunfall betrug insgesamt 2702. Selbstmord begingen 43, durch Totschlag kamen 19 Personen ums Leben. Infolge von Betriebsunfällen starben 522 Arbeiter; von je 1000 beschäftigten Mitgliedern erlagen 2,45 den erlittenen Verletzungen(gegen 697 bezw. 2,2 vom Tausend im Jahre 1898.) Die Zahl der angemeldeten Unfälle betrug 23964, oder etwa 80 täglich. Die meisten Unglücksfälle ereigneten sich an den Samstagen(17,73 Proz.), die wenigsten, abgesehen von den Sonntagen, die nur 1,15 Proz. brachten, an den Donnerstagen (15,70 Proz.) Im Jahre 1899 ereigneten sich nur zwei größere Unfälle: am 26. Februar auf Zeche Mont Cenis mit 22 Verletzten und am 16. Juli auf Recklinghausen I mit 14 Verletzten. Unter den letzteren blieben 4 tot, von den 22 auf Mont Cenis Verletzten war keiner getötet. Aus Westfalen, Rheinland und Nachbarprovinzen. * Dortmund, 16. Okt. In der gestrigen Sitzung genehmigte die Stadtverordneten=Versammlung den Ankauf der 370 Quadratruten großen Besitzung der Witwe Wirt Kühn an der Wißstraße zum Preise von 450000 Mark. Der Magistrat plant auf dem Gelände die Errichtung einer Markthalle, indessen ist es noch fraglich, ob solche erbaut wird, da die Stadtverordneten über den Wert der Markthallen geteilter Meinung sind. Der für den Bau eines Stadttheaters gesammelte Betrag von 400000 c wurde zu 4½ Proz. Zinsen seitens der Stadt angeliehen. * Wülfrath, 16. Okt. Das entsetzliche Unglück, welches die in Texas gelegene Stadt Galveston betroffen hat,— sie wurde wie wir seinerzeit berichteten, durch einen furchtbaren Sturm verheert— hat seine Schatten bis nach hier geworfen. Vor elf Jahren ging der Sohn eines hiesigen Bürgers als Bäckergeselle nach Amerika, um dort sein Glück zu versuchen. Es gelang ihm auch in der verhältnismäßig kurzen Zeit zu entsprechendem Wohlstande zu gelangen. Seit einigen Jahren betrieb er in Galveston eine große Bäckerei. Dieser Tage kam von einer ebenfalls in Amerika lebenden Tochter ein Brief an, der die Mitteilung enthielt, daß der Bruder mit seiner Familie, Frau und Kind, bei der Zerstörung der Stadt ums Leben gekommen sei. * M.=Gladbach, 17. Okt. In der städtischen Leihanstalt wurden große Unregelmäßigkeiten entdeckt, welche auf Betrügereien eines hiesigen Juweliers, der Taxator für Wertsachen war, zurückzuführen sind. Goldsachen,„Diamanten“ etc. wurden während sie ganz minderwertig waren, als echt taxiert und dementsprechend beliehen. Der Schaden für die Stadt wird sich auf etwa 50000 Mark belaufen. Der Taxator ist flüchtig. * Köln, 16. Okt. Beim Rangieren geriet auf dem Bahnhofe St. Gereon ein Postwagen in ein Nebengeleise und stieß auf einige dort stehende Eisenbahnwagen. Durch den heftigen Anprall wurde ein Postbeamter, der in dem offenen Postwagen stand, herausgeschleudert und getötet.— In einem Streit goß eine Frau ihrer Gegnerin einen Eimer voll kochendes Wasser über den Leib. Mit schweren Brandwunden am ganzen Körper wurde die Frau ins Hospital geschafft. Jahre eine Wettfahrt zwischen Berlin und Paris, einer Strecke von 1200 Kilometern, zu veranstalten. Hd. Bukarest, 18. Okt. Gestern Morgen 3 Uhr wurde hier ein heftiges Erdbeben verspürt. Hd. Calais, 18. Okt. Gestern traf, von London kommend, ein englischer Personendampfer mit gelber Flagge ein. An Bord desselben sollen sich mehrere Pestkranke befinden. Hd. Newyork 18. Okt. Der„Newyork Herald“ veröffentlicht einen Artikel, worin er Mac Kinley auffordert, sofort sämtliche amerikanische Truppen aus China zurückzuziehen, das Blatt erklärt, daß durch eine solche Haltung Mac Kinley seinem Gegner Bryon einen wertvollen Trumpf aus der Hand nehmen und zugleich die Interessen der Vereinigten Staaten am besten wahren würde. Hd. Berlin, 18. Okt. Wie das„Wolff'sche Büreau“ aus Homburg meldet, wird der Reichstag zum 14. Nov. cr. einberufen werden. Hd. Berlin, 18. Okt. Wie die„Post“ mitteilt, wird in diesen Tagen ein Aufruf an den öffentlichen Anschlagsäulen die Berliner Bürger zum Unterschreiben einer Glückwunsch=Adresse, die der Kaiserin zu ihrem bevorstehenden Geburtstage überreicht werden soll, auffordern. Bekanntlich hat das Berliner Stadtverordneten=Kollegium beschlossen, in diesem Jahre von einer Glückwunsch=Adresse an die Kaiserin Abstand zu nehmen.— In der„Kreuzzeitung“ fordert ein Komitee, welches eine Glückwunschadresse zum Geburtstage entworfen hat, die Mitbürger auf, dieselbe zu unterzeichnen. Hd. Berlin, 18. Okt. Aus Washington wird telegraphiert: MacKinleys Wahlagitatoren kündigen anseine Wiederwahl werde die Heimberufung aller amerikanischen Landestruppen aus den Philippinen im Gefolge haben, ein Arrangement mit Deutschland sei im Zuge, wonach die Pazifizierung der Philippinen mit deutscher Hülfe durch, geführt würde.(Wie schlecht muß es mit MacKinleys Aussichten auf Wiederwahl zum Präsidenten stehen, wenn er zu solchen Mitteln greifen muß, die deutschen Stimmen zu fangen!) Hd. Berlin, 18. Okt. Nach einer Meldung aus Shanghai kommen aus vielen südlichen Orten Berichte über Ausbreitung der Rebellion. Der deutsche Konsul hatte um Absendung eines deutschen Kriegsschiffes gebeten und der „Luchs“ wurde hingesandt und traf am 14. dort ein. Kurz darauf lief das chinesische Kriegsschiff„Fupu“ im Hafen ein, mit dem neuernannten Taotai aus Kanton an Bord. Der „Luchs“ hat das chinesische Kriegsschiff festgehalten, was große Aufregung verursachte. Aus Wutschang wird großer Geldmangel in den Banken infolge der großen Bargeldsendungen nach Singanfu gemeldet. Der„Iltis“ geht am Sonnabend nach Hankau. Hd. London, 18. Okt.„Daily Expreß“ meldet: Wie bestimmt verlautet, wird Lord Roberts den Posten eines Generalissimus der englischen Armee nicht annehmen, weil die Regierung ihm die Aktionsfreiheit, welche er bei der Annahme des Postens verlangt, nicht gewährt hat. General Buller werde infolgedessen zum Generalissimus ernannt werden. a.##a., London, 17. Okt. Das Total=Ergebniß der Wühlen ist folgeudes: 401 Ministerielle und 296 Oppositianeile. Hd. Wien, 18. Okt. Der„Pol. Corresp.“ zufolge wird das diplomatische Korps einschließlich des russischen Gesandten in den nächsten Tagen in Peking vollständig versammelt sein. Paris, 18. Okt. Dem„Figaro" zufolge beabsichtigt der französische Automobilklub, im nächsten Für den redaktionellen Teil verantwortlich: Franz Miller. Namhafte Ersparnis im Haushalt erzielt die Hausfrau mit den 5 Maggi zum Würzen, S Gemüse-und Kraftsuppen, 5 Bouillon-Kapseln. Stets frisch und in großer Auswahl zu haben bei Wilh. Heppe, Medizinal=Drogerie, Kolon. und Delik. in geschmackvollen Mustern und reichhaltiger Auswahl empfiehlt Carl Braus, Buchdruckerei. Buchhandlung. Schwerte. Limburger Holländer empfiehlt Carl Trog. Gottesdienste Schwerte. Größere evangelische Gemeinde. Sonntag, den 21. Oktober 1900. Vorm.½10 Uhr: Hauptgottesdienst Pastor Heinenberg. —(Abendmahl.)— Nachm. 2 Uhr: Kindergottesdienst Pastor Wischnath. Nachm. 5 Uhr: Abendgottesdienst Pastor Graeve. Reformierte Kirche. Sonntag, den 21. Oktober 1900. Vorm. ½10 Uhr: Predigtgottesdienst Pastor Terberger. Westhofen. Sonntag, den 21. Oktober 1900. Vorm. 10 Uhr: Predigtgottesdst. Nachm. 2 Uhr: Kindergottesdienst Pastor Falkenberg. Stadtmission in Schwerte. Sonntag, den 21. Oktober 1900, nachmittags 5 Uhr: Bibelstunde(Westenort 12). Abends 8 Uhr: Jünglingsverein. Arbeiter= u. Burger=Verein, Schwerte. Monatsversammlung Sonntag, den 21. nachmittags 5 Uhr, bei Herrn Hagemann. Tagesordnung: 1. Zahlung der Beiträge. 2. Einführ. neuer Mitglieder. 3. Vortrag über die Vehmgerichte. 4. Anmeldung zur Sterbekasse. 5. Verschiedenes. Der Vorstand. Rrung=Terrauf! Am Samstag, den 20. Oktober er., vormittags 9½ Uhr, werde ich in meinem Pfandlokale beim Wirt Böhmer hierselbst: 1 noch fast neuen Glasschrank gegen Bar versteigern. Der Verkauf findet be stimmt statt. Schwerte, 19. Oktbr. 1900. Morgenroth, Gerichtsvollzieher. Tadentskat in der Nähe des Marktes zu mieten gesucht. Schriftl. Ang. mit Preisangabe an die Exped. Garde= und Landwehrverein Schwerte. Sdnntag, den 21. d. Mts., abends 8 Uhr: Generalversammtung im Saale des Herrn W. Ostermann. Tagesordnung: 1. Zahlung der Beiträge. 2. Aufnahme neuer Mitglieder. 3. Beschlußfassung über KaiserGeburtstagsfeier. 4. Verschiedenes. Der Vorstand. Reservisten, welche sich bis zum 1. Januar u. I. zur Aufnahme anmelden, sind von Zahlung des Eintrittsgeldes befreit. Wohnung von 4 Zimmern(sehr freundlich), nebst Zubehör, Garten und Stallung per 1. Februar 1901, auf Wunsch auch früher, zu vermieten. Wandhofen. G. Waldmann. Wehnung von 3 Zimmern zum 1. November zu vermieten. Westenstraße 15. Eine Wohnung von 4—6 Zimmern, zwei Keller, Waschküche, und Garten zu vermieten. Alles neu renoviert. Kuhstraße 24. Eine Wöhnung von 2 Zimmern zum 1. November zu vermieten. Zu erfragen in der Exped * Himmer nebst Zubehör versetzungshalber pro Jan. oder Febr. 1901 an ruhige Familie zu vermieten. Otten, Lehrer. Verantwortlich für den redaktionellen Teil: „ Kranz Miller, für den unzeigenteil: Julins Humme in Schwerte. Drus und Verlag von Karl Braus in Scwerte. bietet grost * 0)* vieler Systeme zu vorteilhaften Preisen. Biliges Angebot in fertigen guten Betten, ∆ Bettbezugen 2c. sowie in sämtlichen Manufarturwaren zu den bekannten billigsten Preisen. * 1 schläsiges Ober= oder Unterbett mit 7 Pfund gereinigten Federn gefüllt Me. 9.00. *„„„„ 16„„„„„ 15.50. *„10„„ Halbdannen„„ 17.50. Der- Pfühl##„ 3„„ Federn„„ 4.00 “ Kissen mit 2 und 3 Pfund gereinigten Federn gefäll Me. 2.50, 3.00 und 4.00. ∆ Fertige 2 schläsige Bettbezüge in Kattun und Siamosen, berannte waschechte Ware, dur. 2.50. Jeder bei mir gekaufte Aeberzug wird umsonst genäßt, desgk. Betten. 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Der Erste Staatsanwalt Die Inhaber offener Ladengeschäfte werden hiermit zu einer Beratung im Ostermann'schen Lokale auf Samstag 9 Uhr abends eingeladen, um diejenigen Tage festzustellen, an welchen für unsere Stadt die gesetzlich erlaubte längere Offenhaltung der Läden gewünscht wird. Ernst Müller. S. Rosenberg. Aug. Heppe. W. Heppe. Habe in meinem Lokale ein neues Pianino aufgestellt u. steht dasselbe bei festlichen Gelegenheiten zur gefl. Benutzung. Heinrich Schäfer, Wirtschaft „Zu den drei Linden“ Schwerterheide. Chocolade Cacao Größtes Kaffee=Inport=Geschäft Deutschlands# im direkten Verkehr mit den Konsumenten mit üiber 500 Filialem empfiehlt seine so sehr beliebten Kaffees, Chocoladen und Zuckerwaren in vorzüglicher Qualität zu den billigsten Preisen in Schwerke nür Bruckstraßt 3. Ohne Konkurrenz. Ree K Allgemeine Kranken= u. Sterbekasse K K der Metallarbeiter. (Eingeschr. Hülfskasse Nr. 29, Hamburg.) Jiliale Schwerte. Sonntag, den 21. Oktober im Saale des Herrn L. Hagemann: Feier des K K K A * K K K Zur Helle, Schwerte Sauerbraten, Hammelbraten, Schmorbraten, Sülze Gänsebraten, Caviar. Allgäuer Dellkatess- Käse. Warmes Frühstück 40 Pfg. Abendplatte 40 Pfo. Cari Rafnn. 2 freundlich möblierte Zimmer (im Notfalle 1 größeres) für 1. Novbr. ges. Offerten erb. an Oberlehrer Scholtz, Hüsingstraße 37. 12. Stiftungsfestes K bestehend aus„ M K Konzert, Theater und Ball. R A Anfang nachmittags 4 Uhr. K Zur Aufführung gelangt:„ 2 K„Der dumme Joseph“. M K Komisches Lebensbild in 4 Aufzügen. 2 K Eutree für Mitglieder 50 Pfg., für Fremde# Mk. 1,00. Eine Dame frei...,. 2 Zu recht zahlreichem Besuch ladet freundl. ein### Der Vorstand.# NB. Mitglieder haben ihre Abzeichen anzulegen.# ∆ Einmachfrüchte schützt sicher vor dem Verderben mein = Salicyl-Kräuteressig. Alle anderen Einmachartikel bekannt gut und preiswürdig bei Ernst Klein, Hüsingstraße 15. 0 5 9 8 0 52 0 5 0 89 0 65 0 5 0 5 0 5 0 6 * Dem verehrten Publikum von Schwerte und Umgegend teile ergebenst mit, dass ich mein harn o. kerhleste berisge helie elbe a n mir geschenkte Vertrauen meinem Nachfolger gefl. im selben Maasse zukommen zu lassen. Hochachtungsvoll W. Gesky. Ein Abreiskalender mit bibl Betrach: tungen auf den Vorder= und kurzen jählungen, Gedichten 2c. auf den Rücksetten der Tagesblätichen. 1 Expl.= 75 Pfg., 13/12 Erpl=9 Um möglichste Verbreitung und kanntmachung wird herzlich gebeten. Vorrätig: bei Carl Braus in Schwerte. Ein tüchtiges properes Dienstmadchen per 15. November gesucht. Frau Hüttenbeamter Mertens, Schwerte, Markt 9. In eine deutsche bessere Familie nach Amsterdam wird ein fleiß., saub., gesund., flinkes evgl. Mädchen gesucht für Küche u. Hausarbeit sobald wie möglich. Lohn 200 M. u. freie Reise. Näh. Hagenerstr. 33. Bezugnehmend auf obiges Inserat empfehle ich mich dem pp. Publikum mit dem ergebenen Bemerken, dass ich, gestützt auf langjährige Praxis in den renommiertesten Ateliers, alle vorkommenden fachtechnischen Arbeiten in bester Weise erledigen werde und bitte das meinem Vorgänger bewiesene Vertrauen gütigst auf mich übertragen zu wollen. Hochachtungsvoll O. Lebioda. O 55 s##e Geschäfts=Eröffnung. s Den geehrten Bewohnern von Schwerte und Umgegend zur gefl. Nachricht, daß ich mit dem heutigen Tage im Hause der Frau Wwe. Weber, Mährstraße Nr. 3, eine Schweinemetzgerei eröffnet habe. Indem ich prompte und aufmerksame Bedienung zusichere, bitte ich um geneigten Zuspruch. Hochachtungsvoll Adoll Schäler. Schwerte, den 19. Oktbr. 1900. 66 Handels=Nachrichten. Neuß, 16. Okt. Rüböl per 100 kg in Partieen von 100 Ztr.(ohne Faß) 66 25, Rüböl per 100 kg faßweise(ohne Faß) 67,75 M, gegereinigtes Oel per 100 kg 3.4 höher als Rüböl. Preßkuchen per 1000 kg 109# Kleien per 50 kg 5.30 Butter per Kilo 2.40 K. Eier per Schock(60 Stück) 4.80 M.— Weizen neuer I. 16,50, II. 14,80, III. 13,80, Mk., Roggen neuer I. 14,20 II. 12,80, III. 11,80, M— neuer Hafer I. Oal M. 12.80, II. 11,80,#, alter Hafer M. 15,00, per 100 kg.— Raps I. Qual. M. 29.50, II. Qual, M. 28, 50, alles die 100 Klgr. Viehmärkte. Dortmund, 17. Oktbr.(Städt. Viehhof.) Zum heutigen Zuchtund Faselviehmarkte waren aufgetrieben: 700 tragende u. frischmilchende Kühe und Rinder, ca. 450 Schweine resp. Ferkel und 18 Pferde. In Hornvieh langsamer Handel, Preise wenig verändert, etwa ½ der Zufuhr blieb unverkauft. Am Schweinemarkt war das Geschäft mittelmäßig und verblieb ein erheblicher Ueberstand. Man zahlte für Achtwochen=Ferkel 1,50 bis 1,75 M. pro Woche, vierteljährige Faselschweine 27—34 Mk., halbjährige 48—56 Mk. pr. Stück. Pferdehandel still. Nächster Markt lam Mittwoch, den 31. Oktober er. Amtlicher Eereisbrat. Abonnementspreis pro Quartal 1 Mk. 50 Pfg., exel. 80 Pf. Bestellgeld, wenn durch die Post bezogen. Erscheint Montags, Mittwochs, Freitags u. Samstags. Wöchentliche Gratis=Beilage, „Illustrierter Familienfreund. Alle Kreis= und Lokalpolizeilichen Verordnungen etc. für den Kreis Hörde erlangen gemäß Bekanntmachung der Königl. Regierung durch Veröffentlichung in der„Schwerter Zeitung" rechtsverbindliche Kraft. für den Kreis Gorde. Insertionsgebühr für lokale Anzeigen die sechsgespaltene Zeile oder deren Raum 10 J, außerhalb 15 J, Reklame=Zeile 40 4 Druck und Verlag von Carl Braus in Schwerte, FernsprechAnschluß Nr. 85, Amt Hörde. Telegr.=Adr. Braus, Schwerte=Ruhr. Nr. 165. (2. Blatt.) Schwerte, Freitag, 19. Oktober 1900. 33. Jahrgang. Mit Schluß des laufenden Jahres haben aus der Gemeindevertretung auszuscheiden: 1. in Aplerbeck. a. Gutsbesitzer Louis Kühl, gewählt von der 1. Abteilung, d. Apothekenbesitzer Otto Leunenschloß gewählt von der 1. Abteilung, c. Landwirt Wilhelm Linnigmann gewählt von der 2. Abteilung, d. Ingenieur Louis Fortmüller gewählt von der 3. Aoteilung. 2. in Berghofen. a. Rentner Gustav Ortmann, gewählt von der 1. Abteilung, b. Bergmann Gustav Dieckerhoff get. Ortmann, gewählt von der 2. Abteilung, c. Bergmann Louis Schopp, gewählt von der 3. Abteilung. 9. in Holzwickede. a. Landwirt Friedrich Schoof, gewählt von der 2. Abteilung, b. Landwirt Eduard Middelschulte, gewählt von der 2. Abteilung, c. Wirt Karl Luicke, gewählt von der 2. Abteilung. Außerdem ist von der 1. Abteilung für den von Holzwickede verzogenen Gemeindeverordneten Herrn Korfmann für die Dauer der Restfunctionsperiode bis 31. Dezember 1904 auf Anordnung des Kreisausschusses zu Hörde eine außergewöhnliche Ersatzwahl vorzunehmen. 4. in Opherdicke. a. Landwirt Wilhelm Krämer, gewählt von der 2. Abteilung, b. Landwirt Heinrich Schmier, gewählt von der 2. Abteilung. 5. in Sölde. a. Obersteiger Wilhelm Vollmann, gewählt von der 3. Abteilung, d. Bergmann Karl Heiman, gewählt von der 3. Abteilung. Zur Vornahme der Wahlen werden hierdurch nachstehende Termine anberaumt: 1. Für die Gemeinde Aplerbeck im Saale des Wirts Schulte, Hotel zur Post: Am Donnerstag, den 22. Nov. 1900 für die 3. Abteilung von 10 Uhr Vormittags bis 3 Uhr Nachmittags, für die 2. Abteilung von 4½ Uhr bis 5½ Uhr Nachmittags und für die 1. Abteilung von 6 bis 6½ Uhr nachmittags; 2. Für die Gemeinde Berghofen in dem Saale des Wirts Gockel: Am Donnerstag, den 22. November 1900 für die 3. Abteilung von 10 Uhr vormittags bis 8 Uhr nachmittags, für die 2. Abteilung von 4½ Uhr bis 5½ Uhr nachmittags und für die 1. Abteilung von 6 bis 6½ Uhr nachmittags; 3. Für die Gemeinde Holzwickede bei dem Wirt Linhoff: Am Dienstag, den 20. November 1900, Nachmittags 3 Uhr Ergänzungswahl für die 2. Abteilung und Nachmittags 5 Uhr außergewöhnliche Ersatzwahl für die 1. Abteilung; 4. Für die Gemeinde Opherdicke in dem Saale des Wirts Grauheer: Am Samstag, den 24. Nov. 1900, Nachmittags 5 Uhr für die 2. Abteilung; 5. Für die Gemeinde Soelde in dem Saale des Wirts SchulteSütering: Am Freitag, den 23. November 1900 für die 3. Abteilung von 10 Uhr Vormittags bis 4 Uhr Nachmittags. Die wahlberechtigten Gemeinde=Eingesessenen der vorbezeichneten Abteilungen werden zu den Wahlterminen unter Hinweis auf den§ 28 der Landgemeinde=Ordnung für die Provinz Westfalen vom 19. März 1856 mit dem Bemerken eingeladen, daß die Gemeinde=Urwähler= und Abteilungs=Listen vom 20. Oktober bis einschließlich 16. November d. J., bei den betreffenden Herren Gemeindevorstehern zur Einsichtnahme offenliegen. Reklamationen gegen die Richtigkeit der Urwähler= und Abteilungslisten müssen innerhalb der Frist der Offenlegung bei den betreffenden Herren Gemeindevorstehern schriftlich eingereicht oder zu Protokoll gegeben werden. Aplerbeck, den 13. Oktober 1900. Der Amtmann: Gutjahr. Kundschau. Die ganze Welt ist einig in der Verurteilung der englischen Politik und der zunehmenden Mißwirtschaft in England. Wenn dereinst das Treiben der bis in die höchsten Kreise hinauf vertretenen Geldspekulanten und gewisser Lieferanten für Heer und Flotte völlig aufgedeckt sein wird, so wird die Welt staunen; und sollten einmal sittliche Grundsätze in England wieder maßgebend sein, dann dürften die Namen Chamberlain, Rhodes, Beit und viele andere auch dort gebührend gebrandmarkt werden, wie vor hundert Jahren. Was man bei uns von diesen Männern hält, brauchen wir nicht erst zu sagen. Bekanntlich ist jetzt dem Kolonialsekretär Chamberlain nachgewiesen nicht nur, daß er seine Frau, seine Tochter, seine Brüder und deren Vetterschaft zu Eigentümern von fünf großen Fabriken, die fast ausschließlich für das Heer und die Flotte arbeiten und zu hohen Preisen unbrauchbares Material liefern, gemacht und obendrein durchgesetzt hat, daß der Hauptbeteiligte bei jenen Firmen, sein Sohn, Lord der Admiralität wurde, sondern auch, daß er persönlich und unmittlbar an den Firmen beteiligt ist, deren Existenz auf Lieferungen für das Heer und Flotte beruht. Mit diesen Enthüllungen ist der gute Ruf Chamberlains, der so wie so nur sehr schwach war, endgiltig vernichtet. Es scheint aber, als ob das in England weiter nichts zu bedeuten hat, denn nicht eine einzige der großen Zeitungen (außer den radikalen) hat ein Wort des Tadels für denselben, vielmehr preisen sie ihn andauernd als Muster aller staatsmännischen Eigenschaften. Noch greller wird es durch das Ergebnis der Wahlen beleuchtet, wie wenig man in England heutzutage an solchen Dingen Anstoß nimmt. Gerade diese Gleichgiltigkeit der öffentlichen Meinung gegen offenkundige Korruption verrät ein Zerbröckeln der sittlichen Grundsätze, weist auf allgemeinen sittlichen Niedergang. Soweit hätte es nicht kommen können, wenn es in England noch ein kraftvolles Königtum gäbe, denn in der Person des Monarchen wird die Staatsgewalt erhoben über alle Parteien und vermag infolge dessen in allen sozialen Gegensätzen ausgleichend, sowie der Korruption entgegen zu wirken. Die neueste Geschichte Englands und, fügen wir hinzu, der Vereinigten Staaten ist eine Apologie des Königtums, wie sie überzeugender nicht sein kann. Weil aber die Monarchie in England nur noch dem Namen nach besteht, fehlt der Faktor, der ausgleichend wirken kann. Bei aller äußeren Macht und Blüte leidet England an unheilbaren Wunden. Während ein kleiner Teil des Volkes unermeßliche Reichtümer aufhäufte, sank die große Masse zur zerdrückendsten Armut herab. Mit der Verarmung der kleinen Landeigentümer ist der Grundbesitz in die Hande der Aristokratie und der Finanz gekommen, und indem die Industrie den reichen Fabrikanten anheimfiel, verschwand allmählich der Handwerkerstand. Der Bauernstand und der bürgerliche Mittelstand, der Kern der Nation, hat abgenommen, während sich die Zahl der Fabrikarbeiter, die von der Hand zum Munde leben, vielfach gemehrt hat. Schwere den Gemeinden auferlegte Armensteuern und zeitweise Zuschüsse der Regierung vermögen dem Elend nicht zu wehren. Infolgedessen haben schon wiederholt im Laufe dieses Jahrhunderts Aufstände stattgefunden, und auch in neuerer Zeit hat eine Reihe von Erschütterungen begonnen, welche noch nicht zum Abschluß gelangt ist. Alle Fundamente sind ins Wanken geraten. Diese radikale Bewegung ist erklärlich genug in einem Lande, wo die unteren Klassen schändlich vernachlässigt sind, wo der alte kirchliche Glaube, bisher das Gegengewicht gegen den Radikalismus, im Verschwinden ist, und wo die Berechnung des Nutzens immer mehr an die Stelle des sittlichen Maßstabes getreten ist. Artikel von allgemeinem Interesse. Für Kinder und Kranke ist eine neuartige Matratze bestimmt, die der Distriktsveterinär Batié in Foca construirt hat. Dieselbe bietet an ihrem Kopf= und Fußende fur den Anblick nichts ungewöhnliches dar, und erscheint als eine mit starkem wasserundurchlässigen Stoff bezogene Polstermatratze(Fig. 1.) Besonders stark muß der Bezug auf der Unterseite sein, wo die Matratze nur am Rande aufliegt. Sie wird hier von einem in einer Hohlfalte des Bezuges eingeschlossenen metallenen Rahmen getragen. Der Rahmen ruht in der Bettstelle auf einem festen oder federnden Auflager. Der Mittelteil des Matratzenkörpers ist in senkrechter Richtung von zahlreichen Abflußröhrchen durchsetzt(Figur 2), die sich der jeweils durch den Druck der auf der Matratze ruhenden Person veränderten Matratzenhöhe anpassen. Ein Druck auf -444½ 444 + s• c Fig. 1. den Körper des Kranken kann daher nicht ausgeübt werden. Die durch die Röhrchen hindurchtretende Flüssigkeit gelangt in den Auffangbehälter, der hier durch ein unter der Matratze aufgespanntes Lacken aus undurchlässigem Stoff dargestellt ist. Dieser Auffangbehälter hat in der Mitte ein Loch, an das sich ein Gummischlauch anschließt, der die ablaufende Flüssigkeit in ein an der Bettstelle befestigtes verschließbares Sammelgefäß ableitet. Dadurch wird der Eintritt kalter Luft von unten durch die Röhrchen unter den Körper verhindert. Soll jedoch zum Zweck der Ventilation mehr Luft demselben zugeführt und das Bett im Sommer angenehm kühl erhalten werden, so kann der Schlauch abgenommen und die Flüskeit in einem untergestellten Gefäß aufgefangen werden. Es ist leicht verständlich, daß ein Feuchtliegen auf dieser Matratze so gnt wie ausgeschlossen ist. — Regenschirme mit elektrischer Beleuchtung. Ein Regenschirm, an dessen Krücke eine elektrische Glühlampe angebracht ist, um im Nebel, wie er in England herrscht, oder auch im Dunkel der Treppenflure den Weg zu erhellen, ist die neueste englische Erfindung, die unter dem Namen„Gingham“ in den Handel gebracht wird. Der Erfinder soll bereits 30000 Stück von verschiedenen englischen Detailleuren in Auftrag bekommen haben. Vermischtes. — Die Wäsche der Kaiserin. Im Berliner Schloß sind zwei Weißzeugkammern eingerichtet. Die eine, die sich bei der Wohnung des Herrscherpaares befindet, kann als„Privat=Weißzeugkammer“ bezeichnet werden und zerfällt in drei Teile. Die Leibwäsche der Kaiserin ist unmittelbar der„Garderobenfrau" unterstellt. Jeden Tag wird reine Wäsche aufgelegt. Schäden werden ausgebessert, die Gedecke dann aber nicht mehr für die kaiserliche Tafel verwandt. Die Kastellanin bestimmt über Bettbezüge, die täglich gewechselt werden, über die Handtücher usw. Die große Weißzeugkammer enthält Gedecke, die bei den großen Festen in Gebrauch genommen werden, sowie die Bezüge für die fremden Gäste und dergl. mehr. — Die Haushaltungswäsche zeigt das W. mit der Krone. Gwöhnlich gehört zur Ausstattung einer fürstlichen Braut nur ihre Leibwäsche. Heiratet sie doch meist in die Heimat des Gemahls und findet einen eingerichteten Haushalt vor. Gewaschen wird sämtliche Wäsche in Potsdam. Dort ist ein großes, mit allen Erfindungen, welche die moderne Technik auch auf diesem Gebiete gemacht hat, ausgestattetes Waschhaus, nach dem täglich die gebrauchte Wäsche gesandt wird. Von alten Zeiten her ist es Brauch im preußischen Königshause, eine Kinderausstattung mit blauseidenen Bändern zu binden, sobald das Neugeborene ein Sohn ist, mit rotseidenen für kleine Mädchen. Da nun gewöhnlich bei Prinzen ein Sohn ersehnt wird, soll es sich in den ersten Jahren der Ehe des Prinzen Friedrich Karl von Preußen stets ereignet haben, daß die Wäsche blau gebunden— bereit lag; hieß es dann„Eine Prinzeß“ so wurde schleunigst mit den Bändern gewechselt, was viermal geschah, bis bei der Geburt des Prinzen Friedrich Leopold endlich die blauseidenen Bänder in Gebrauch kamen. Jeder Gebrauchsgegenstand ist selbstverständlich zu mehreren Dutzenden vertreten. Die verwitwete HerzoginMarie von Sachsen Koburg=Gotha, einzige Tochter des Kaisers Alexander II. von Rußland, besitzt alles 12Dutzendweise.— Die deutsche Kaiserin liebt es, wie endlich bemerkt sein mag, sehr, weiße mit Handstickereien oder echten Spitzen verzierte Unterröcke, nicht nur die modernen seidenen, zu tragen, wie denn auch einfache weißwollene, mit in Seide ausgeführten Languetten, sogenannte„Anstandsröcke“ in ihrem Besitz sind. Für die Leibwäsche fürstlicher Herrschaften wird natürlich nur die feinste Leinwand, der zarteste Batist, oder weiche Seide verwandt, wie für Tischgedecke und Handtücher lediglich der kostbarste, seidenglänzende Damast in Frage kommt. — Leben und Treiben der Chinesen in Berlin. Die Chinesen in Berlin, deren Zahl im Laufe der letzten Monate sehr geschmolzen war, beginnen sich wieder anzusammeln, und zwar sind es meist Kaufleute, welche aus Rußland kommen. Auch die Scheu, sich in ihrer asiatischen Tracht öffentlich zu zeigen, haben die bezopften Herren wieder verloren. Allerdings die Mitglieder der Gesandtschaft scheinen aus ihrer Zurückhaltung, deren sie sich seit Beginn der asiatischen Wirren befleißigen, noch nicht heraustreten zu wollen. Die sonst hier weilenden Söhne des himmlischen Reiches, es sind deren gegen 30, haben infolge der immer friedlicher klingenden Nachrichten aus ihrer Heimat ihre, wie sie nun selbst sagen, unberechtigt gewesene Furcht völlig verloren. Am Donnerstag holten sie die öffentliche Feier des Drachenfestes, welches bereits vor mehreren Wochen in aller Stille begangen wurde, nach. Wie es seit Jahren bei Beginn des Herbstes der Fall war, kamen sie nach Treptow, um ihre Drachen steigen zu lassen. Diesmal freilich sah man nicht so originell gebaute papierene Luftsegler, wie in früheren Zeiten. Man ließ überhaupt nur sechs Drachen steigen. Im vorigen Jahre waren es über dreißig. Das Schauspiel gestaltete sich trotzdem ganz interessant und lockte viele Zuschauer an, mit denen sich die Gelbhäute, die deutsch ziemlich gut verstanden, recht rege unterhielten. Bei Eintritt der Dunkelheit zündeten die Chinesen kleine rote Stäbchen an, die sie in einer Reihe an den Boden gesteckt hatten, und zerstreuten kleine gelbe Papierschnitzel. Es soll dies ein Opfer vorstellen, welches den Nachtdämonen besonders der Sternengöttin, dargebracht wird. — Chinesisches Begräbnis. Die Chinesen bestatten ihre Toten mit dem größten Pomp. Die Anordnung des Leichenzuges ist gewöhnlich folgende: an der Spitze desselben schreiten die lärmenden Musiker, welche ein ohrenzerreißendes Geräusch hervorbringen, welches sie Musik nennen. Es folgen die Leute, welche des Verstorbenen Rangzeichen tragen, wenn er von hohem Stande war. Ihnen reihen sich die Träger von Tierbildern, Götzen, Sonnenschirmen und blauen und weißen Papierlaternen an. Dicht vor dem Sarge gehen die chinesischen Priester. Ueber dem Sarge wird meist ein Baldachin von einem Dutzend Leuten getragen. Hinter dem Sarge schreitet, in weiße Leinwand gekleidet, der älteste Sohn, welcher sich auf einen derben Stock stützt. Dies soll bedeuten, daß er zu erschöpft durch den Schmerz und Lasten sei, um ohne Stock gehen zu können. Die anderen Kinder und Verwandten folgen dem Haupt=Leidtragenden. Alle sind in weißleinene Gewänder gekleidet. Die Frauen werden in Sänften getragen. Sie schluchzen und klagen in Pausen im Chore. Ist der Begräbnisplatz erreicht, so stimmen die Priester die Totenmesse an, und der Sarg wird in die Gruft versenkt. Ein großer länglicher Tisch von weißem Marmor wird vor das Grab gestellt. Mitten darauf werden ein Rauchbecken, zwei Vasen und zwei Kerzenleuchter gestellt— dann findet eine Papier=Verbrennung statt. Papierne Figuren von Menschen, den, Kleidern und anderen Dingen— von den Reichen werden auch die wirklichen Sachen geopfert— werden verbrannt. Man glaubt, daß dies alles sich wieder erneuere, um dem Toten im Himmel der Chinesen zum Gebrauch zu dienen. — Wie Cristian de Wet die narrte. Lord Methuen war einmal ganz sicher, de Wet in seinem Zeltlager zu überraschen. Die Engländer chen sich heran und stießen auf eine Schildwache aus Holz, die vor den leeren Zelten stand und einen Brief an die Adresse Methuens trug. Dieser Brief lautete: „Erlauben Sie mir, Ihnen diese alten leeren Zelte anzuvertauen. Ich habe in dieser Woche eine Ladung neuer Zelte erobert, die für das englische Heer bestimmt waren, und über deren Vortrefflichkeit ich Ihnen mei Kompliment mache. Entschuldigen Sie mich, daß Sie nicht abgewartet habe, aber Sie konnen in zwei Jahren wieder vorbeikommen. Christian de Wet. Ein anderes Mal spielte de Wet Lord Roberts selbst einen Streich. Er hatte bei Heidelberg die Telegraphenlinie unterbrochen und seinen eigenen Morse=Apparat daran geknüpft. Auf diese Weise empfing er eine Depesche des Generals Hunter, worin er Lord Roberts mitteilte:„Ich halte de Wet; schicken Sie mir Verstärkung!“ Um beiden englischen Führern ein Vergnügen zu machen, telegraphierte de Wet an Hunter:„Einverstanden. Verstärkung unterwegs. Roberts“, und an Roberts:„Verstärkung unnütz; de Wet mit 5000 Mann gefangen. Hunter. Spät am Abend traf die Depesche in Pretoria ein und wurde von den Offizieren mit reichlichem Champagner gefeiert, aber schon am anderen Morgen kam von dritter Seite eine Depesche aus Bloemfontein, daß Hunter von de Wet stark bedrängt werde. Dieser hatte sich nämlich das Telegramm zu Nutze gemacht, um den der Unterstützung bedürftigen Hunter sofort anzugreifen. — 142 Falle von Hysterie sind im Laufe von 2½ Monaten im deutschen Heere zur Beobachtung gekommen, außerdem 24 nervöse Zufälle als Folge von Verwundung und 109 Fälle von Nervenschwache. Am häufigsten äußern sich solche Erkrankungen bei den Soldaten als Störung der Muskelbewegung. Die hysterischen Krämpfe treten häufig nach starken Erregungen oder nach körperlicher Ueberanstrengung ein. Nach Ueberwindung der Krämpfe bleibt dann der Betroffene in einem eigentümlichen geistigen Zustande, der ihn Handlungen begehen läßt, welche nach den Militärgesetzen mit schweren Strafen belegt sind. Dazu gehört besonders der Trieb, sich von der Truppe zu entfernen und planlos herumzuirren. Ten 8 — Siech unv ereno aus Transvaa zurückgekehrt ist dieser Tage der 17jährige Paul R., der Sohn eines Berliner Magistratsbeamten, welcher Bekanntmachung. Es wird hierdurch zur allgemeinen Kenntnis gebracht, ß die von dem Magistrat zu Schwerte beantragte und n dem Königlichen Finanzministerium genehmigte Neumessung Gemarkung Schwerte nunmehr durch Organe der Közlichen Regierung zur Ausführung gebracht wird. Dabei rd nicht nur ein Betreten der Gemarkungsgrundstücke von chwerte, sondern auch der angrenzenden Grundstücke der nachbarten Gemeinden durch die beteiligten Vermessungsamten und Techniker, sowie deren Begleiter erforderlich, doch rd hierbei auf Schonung der Früchte möglichst Rücksicht Zugleich wird hierdurch darauf aufmerksam gemacht, daß S unbefugte Fortnehmen, Vernichten, Umwerfen, Beschädtgen, er Unkenntlichnachen der Messungegeg, der Bes. gur ich§ 30 des Feld= und Forstpolize, vom 1. M1 80(G.=S. für 1880 S. 230), das Wegnehmen, Vernichten, nkenntlichmachen oder Verrücken der Grenzmarken aber der estrafung nach§ 274 des Strafgesetzbuches für das Deutsche eich(R. G. Bl. für 1871 S. 128) unterliegt. Die Grundeigentümer werden im eigenen Interesse ercht, den Ladungen der Vermessungsbeamten und Techniker reitwilligst Folge zu leisten oder sich durch Bevollmächtigte ertreten zu lassen, da von denjenigen, welche nicht erscheinen wird, daß sie mit dem Ergebnis der Vermarkung Der Bevollmächtigte hat sich durch eine schriftliche, von em Grundeigentümer vollzogene Vollmacht, welche im Tervorzulegen und abzugeben ist, auszuweisen. Die Grundbuch= oder sonstigen Besitz=Dokumente sind m Termin vorzulegen. Arnsberg, den 13. August 1900. Königliche Regierung, Abteilung 111. gez. Brenken. Bekanntmachung, igrigraungh Die Vakanzenliste bezüglich der für zionbersergung. berechtigte Militär=Anwärter vorbehaltenen, Stellen lieg auf dem Kreisbureau Hörde zur Einsicht o Geburten: Ein Sohn: Kaufm. Schlofe, ggisg Grgn, George Hinz, Fabrikarb. Wilh. Reininghaus, Stationsassist. Eine Tachter: Fabrikarb. Friedr. Wilh. Homrich, gbganet Karl Heinr„Friedr. Winkhaus, Fabritark,ishelmt: grieke, FaEttling, Schwerte. Arbeiter Heinr. Rettinghausen und Wwe, Eheschließungen. Fabrikarb. Aug. Dahlbüdding und Rinke, Lina Maria Auguste geb. Meier, Sterbefälle: J. B. M. Gessinger, 2 J. Presser H. F. W. Brand, 28 J. Ehefrau Fabrikarb. Klem. Beckmann, Josephine 45 J. Anitte Betty von Banzels, 1 M. W. Herkele. 11 M. Kaufm. E. Weishaupt, 45 J. Fabrikarb. Th.Bölling, 62 J. Ehefrau Wirt D. Duisberg, Wilhelmine geb. Duhme, 79 J. Anna Kissing, 1 J. A. W. Kitzki, 1 J. vor etwa ¾ Jahren sich heimlich aus der elterlichen Wohnung entfernt hatte. Dem jungen Mann, der in einem Engros=Geschäft als Lehrling bedienstet gewesen, war es gelungen, sich Freifahrt auf einem Hamburger FrachtDampfer nach Lourenzo Marquez zu verschaffen. In Pretoria angelangt, trat er bei dem deutschen Kommando ein und machte zahlreiche Kämpfe mit. Von den Engändern gefangen genommen und in Johannesburg vorübergehend interniert, gelang es ihm, mit Hilfe einiger Landsleute zu entfliehen. Er schloß sich dem Kommando des Generals De Wet an, wurde aber bald krank und lüchtete über die portugiesische Grenze. — Ein ungeheures Gebäude mit 24 Zimmern aus vorpompejanischer Zeit wurde nach einer Meldung aus Rom auf dem Landsitz der Familie Deprisco in Boscoreale unter der Erde entdeckt. Alle Wände sind mit Fresken von großer Schönheit bedeckt. — Kriegsmarken und Reliquien vom südafrikanischen Kriege gelangen jetzt in London zum Verkauf. Die Schokoladenschachteln der Königin brachten mit Inhalt durchschnittlich.30 Mark, eine am Charfreitag in Mafeking ausgeteilte Brotration erzielte dagegen 129 Mark. Ein vollständiger Satz von Belagerungsmarken aus Mafeking wurde für 559 bis 852 Mark verkauft, vier Freistaat= und Mafeking=Marken 332 Mark. Belagerungspapiergeld aus Mafeking im wirklichen Wer von 36 Mark brachte 160 Mark. Unter dieser Rubrik werden alle bei der Redaktion eingehenden Bücher resp. Zeitschriften registriert, ohne für den Inhalt oder die Tendenz irgend welche Verantwortung zu imen. Eine besondere Besprechung behalten wir uns vor. Alle diese Bücher tschriften sind auch in der C. Braus'schen Buchhandlung in Schwerte zu beziehen. (Eingegangene Bücher und Zeitschriften). Bücher, wie Menschen haben ihre Schicksale. Dies hat auch die„SonntagsZeitung für Deutschlands Frauen" erfahren, die vor drei Jahren mit einem Abonnentenstand von kaum einem Tausend ins Leven trat und heute schon eine Gemeinde von über hunderllausend Leserinnen zählt. Acht Beilagen, deren jede schon eine selbstständige Zeitschrift für sich bedeutet, unterrichten unsere Frauen und Töchter über alle Fragen des täglichen Lebens und bieten ihnen Unterhaltung in Hülle und Fülle. Der mit seltenem Geschick redigierte Unterhaltungs= und Modeteil, die praktisch gehaltene Kochschule, sowie die vorzüglichen Kunstbeilagen.. ene Sonntags=Zeitung für Deutschlands Frauen zu einem praktischen wie gehaltvollen Familienblatt. Der Preis beträgt wöchentlich 20 Pfg., Abonnements werden von allen Postanstalten sowie in der Expedition dieses Blattes entgegengenommen. Ein vom k. Rechnungsrat G. Fischer herausgegeheggs us uu Preis 80 Pfg.), enthält auf 44 Seiten die neuesten BestimUebereinkommens, des Handelsgesetzbuches und des deutschen Eisenbahngütertarifs, ferner Kilometerfrachttabellen aller Tarifklassen zwischen 1 und 1500 Km. sowie Entfernungszeiger für die Hauptstationen Deutschlands und auf der letzten Seite noch die gebräuchlichsten Formulare. Das Büchlein sei allen Interessenten bestens empfohlen. Samuel Gobat, evangelischer Bischof in Jerusalem. Ein Lebensbild von T. Schölly. Mit Gobats Bild in Stahlstich. IV und 196 S. 8. geh. Fr. 1,50.— Mk. 1,20. Lwd. Fr. 2,50.— Mk. 2. Es war ein glücklicher Gedanke, das Leben Bischof Gobats in einheitlicher Bearbeitung neu darzubieten. Mit geschickter nützung des vorhandenen Stoffes hat der Verfasser ein packendes Lebensbild jenes bedeutenden Mannes gezeichnet. Die einzigartige Gestalt Gobats, als Missionar in Abessynien und später als evangelischer Bischof in Jerusalem, tritt durch diese anziehende Biographie auf's neue in ihrer ganzen Bedeutung hervor. Das Bildnis Gobats in feinem Stahlstich ist eine wertvolle Beigar Wir wüßten für ernste Christen keine Schrift, die wie diese Lebenobeschreibung eine Fundgrube ist für die Stärkung im Glauben und im Gottvertrauen; die wie diese des treuen Gottes weise und barmherzige Führung erkennen läßt. Eine ganz besondere Anziehungskraft übt Gobats Lebensbild auch auf junge Leute aus.— In knapper und doch höchst anschaulicher Darstellung fesselt das Buch bis zum Schluß. Wir sind überzeugt, daß dieses Lebensbild bald zu den beliebtesten christlichen Volksbüchern gehören wird. Eine moderne Orientreise. Tagebuchblätter von Dr. A. Langmesser. 180 S. geh. Fr. 1,25.— Mk. 1. Lwd. Fr. 2.— Mk. 1,60. Verlag von Kober C. F. Spittlers Nachfolger in Basel. Wohl sind schon manche Orientreisen beschrieben worden; r diese hat durch ihre Anschaulichkeit und durch die Lebendigkeit ihrer Schilderungen ihre eigenartigen Vorzüge und wird daher in den verschiedensten Kreisen willkommen geheißen werden und gewiß auch dankbare Leser finden. In schlichter Sprache, in frischem angenehmen Stil erzählt der Verfasser nur selbst Gesehenes und Erlebtes aus Egypten, Palästina, Konstantinopel und Griechenland. Er schildert eine Gesellschaftsreise unter Leitung der Firma Kappus und Palmer, wie sie in jetziger Zeit häufig unternommen werden und einen anderen Charakter tragen, als die früheren, mühsamen Reisen. 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