* Amrricher Lrreisbratt Abonnements=Preis pro Quartal 1 Mk. 50 Pfg. Erscheint Montags, Mittwochs, Freitags und Samstags Wöchentliche Gratisbeilage:„Illustrierter Familienfreund.“ Nr. 184. Verantwortlicher Redakteur: I. G. Wefer in Schwerte. Schiverte, Freitag, 24. November 1899. * fAr den Kreis Gerde. Insertionsgebühr für die 6spaltige Zeile oder deren Raum 10 außerhalb des Leserkreises 15 Pfo. Reklame 30 Pfg. Druck und Verlag von Carl Braus in Schwerte Erstes Blatt. Ueber die Ankunft unseres Kaiserpaares in England liegen die folgenden Einzelheiten vor: Die Dacht„Hohenzollern“ traf mit der kaiserlichen Familie an Bord Montag früh 7 Uhr vor Portsmouth ein und wurde von der englischen Torpedobootsflottille eingeholt. Es herrschte so dichter Nebel, wie er dieses Jahr noch nicht beobachtet wurde, und das Wetter war sehr kalt. Es war unmöglich, die„Hohenzollern“ oder die britische Floite zu sehen, die den deutschen Kaiser begrüßen sollte. Auch als die„Hohenzollern“ unter donnernden Salutschüssen in den Hafen einlief, war der Nebel noch äußerst dicht. Die Stadt selbst hatte keinerlei Flaggenschmuck angelegt, aber zahlreiche Zuschauer erwarteten die Ankunft des Kaiserpaares, bei dessen Landung lebhafte Begrüßungsrufe laut wurden. Die englischen Schiffskapellen spielten die deutsche Nationalhymne. Nach der Begrüßung durch die englischen Prinzen bestiegen Kaiser Wilhelm, der Admixglsuniform trug, und Kaiserin Auguste Villbria mit ihren Kindern den bereitstehenden Hofzuz, der sie nach Windsor brachte. Auf venn dortigen Bahnhof fand großer Empfang statt, worauf die Majestäten mit dem Prinzen von Wales nach dem Schlosse fuhren. Hier begrüßte Königin Viktoria ihre hohen die Begrüßung war sehr herzlich Abends fand Familiendiner statt. Königin Viktoria ist über den Besuch ihres kaiserlichen Enkels sehr erfreut. Sie sprach zu Mitgliedern der Umgebung ihre hohe Dankbarkeit gegen Gott aus, der ihre Gebete erhört und ihr am hohen Lebensabend noch einmal vergönnt habe, den lieben Sohn des unvergeßlichen Kaiser Friedrichs und ihre geliebte Tochter wiederzusehen und dessen Familie ihre Liebe erweisen zu können. Ueber den Empfang hat der Monarch sich höchst befriedigt ausgesprochen, und er hatte nach den vorliegenden Berichten guten Grund dazu. Die Engländer sind hocherfreut darüber, daß der deutsche Kaiser gekommen ist, wenn sie aber nach wie vor versuchen, den Besuch politisch auszubeuten, so sind sie auf dem Holzwege. An Einzelheiten verzeichnen wir die folgenden:„Am Dienstag früh machte der Kaiser mit seinem Gefolge einen Spazierritt, worauf er ins Schloß Windsor zurückkehrte und frühstückte. Später jagte Se. Majestät mit dem Prinzen von Wales, dessen Sohn — dem Herzog von Dork,)nieg, und dem von Connaught, seinem Onter, und dem Prinzen Christian zu Schleswig=Holstein. in Great Park. Abends fand große Ze###fel im Schlosse zu Ehren des deutschen Kaiserpaares statt. An dieser nahm auch das gesamte diplomatische Korps teil. Dagegen war Ministerpräsident Lord Salisbury nicht zugegen, und zwar infolge des kurz vorher erfolgten Todes seiner Gemahlin.— Die Persönlichkeit des Kaisers und der Kaiserin hat in Windsor einen großartigen Eindruck gemacht. Ganz unbeachtet blieben die beiden jungen kaiserlichen Prinzen(die ührigens seekrank waren). Anstatt, vaß ihr Wagen vorfuhr, mußten sie sich ihn erst suchen und wanderten einsam nach dem entfernten Flügel des Stationsgebäudes, um nachzufahren. Als Kaiser Wilhelm den Long Walk passierte, löste eine elegante junge Dame auf einem Balkon ein Veilchenboukett vom Busen und warf es in die Equipage. Der Prinz von Wales sing es geschickt auf und überreichte es dem Kaiser. Dieser nahm es lächelnd entgegen und dankte der Spenderin mit liebenswürdigem Gruß. ein englischer Panzerzug umgeworfen. Als die Engländer ihn ausgerichtet hatten und einen neuen Vorstoß versuchten, wurden sie nachdrücklich zurückgeschlagen. Colesberg im Kapland wurde von 1300 Buren besetzt, bei Kimberley fand ein unbedeutenderes Vorpostengefecht statt, bei dem die Engländer schließlich das Hasenpanier ergriffen. Die Buren unter ihren General Joubert, der nicht tot, sondern recht lebendig ist, gehen den Verstärkungen der Engländer unter General Buller mit der gebotenen Vorsicht, aber ohne jede Furcht entgegen. Da die Engländer es selbst nicht leugnen können, daß die Streitkräfte der Buren über Estcourt und dem Mooi River hinaus hart auf Maritzburg zu drängen, so möchten sie diese Fatalität durch die Angabe bemänteln, General Joubert habe die Belagerung von Laoysmith als erfolglos aufgegeben. Diese Bemankerung ist zu durchsichtig, als daß sie Glauben finden könnte. Die Sache liegt vielmehr ganz offenbar so, daß entweder General Joubert die Ueberzeugung gewonnen hat, die Mannschaft des englischen Generals White sei vollständig ohnmächtig und so wenig zu fürchten, daß es jene kleine Burenabteilung, die zu diesem Zwecke zurückgelassen wäre, in Schach halten könnte, oder die Stadt Ladysmith ist, wie schon zahlreiche Privatdrahtungen meldeten, thatsächlich gefallen. Auch dann könnte General Joubert auf eine weitere Belagerung verzichten, und die freilich sehr euphemistisch gehaltene Wendung der englischen Kriegsberichterstatter entspräche der Wirklichkeit. Wann die Buren mit dem Hauptkorps der Engländer in der Nähe von Pietermaritzburg zusammenstoßen werden, ist noch gänzlich ungewiß. Es scheint als habe es General Buller gar nicht eilig, sich mit den Buren zu messen. Er soll in übertriebenem Selbstvertrauen Dispositionen getroffen haben, die ihm voraussichtlich noch verhängnisvoll sein werden. Er hat, wie berichtet wird, den Leichtsinn begangen, die landenden Hilfstruppen auf drei Kolonnen zu verteilen, Kapstadt, East London, Durban und sein Korps damit so verzettelt, daß an Erfolg kaum zu glauben ist. Die Buren sind in der glücklichen Lage, warten zu können, da sie hinreichend mit Proviant versehen sind.— Auf dem südlichen Kriegsschauplatze machen die Buren so rapide Fortschrite, daß auch die Engländer diese Erfolge nicht mehr zu leugnen wagen. Nachdem sie schon eine ganze Reihe von Städten des nördlichen Kaplandes in ihren Besitz gebracht, haben sie sich jetzt auch der wichtigen Stadt Jamestown genähert, deren Besetzung unmittelbar bevorsteht, ja vielleicht schon erfolgt ist. Die besetzten Städte werden systematisch unter die Herrschaft des Orangefreistaates gestellt. An die Afrikander soll ein Aufruf ergangen sein, so melden die Engländer, sich den Buren anzuschließen. Dieser Aufruf soll bisher wenig Erfolg gehabt haben. Thatsache ist, daß seitens der Buren ein derartiger Aufruf nicht ergangen ist, daß aber Afrikander immer offener und zahlreicher die Sache ihrer Blutsverwandten zu ihrer eigenen machen. — Was die vermehrt und zählt jetzt 22 Vertreter. Die Antisemiten fielen in allen sechs Bezirken, wo sie sich versuchten, durch und haben statt zwei nur noch einen Sitz(für Heidelberg Land) in der Kammer. Die Demokraten verloren zwei Bezirke und gewannen dafür zwei andere neue, sodaß sie ihre 7 Sitze beibehalten; die Sozialdemokraten gewannen Durlach und Pforzheim und vertreten somit jetzt 7 statt 5 Bezirke. Die Konservativen zählen 2 Sitze(Karlsruhe=Land und Eppingen) und außerdem ist noch ein Wilder(für DurlachLand) in der Kammer verblieben. Frankreich. § In Paris schlagen sich die herzlich langweiligen Verhandlungen des Staatsgerichtshofs gegen die des Komplotts gegen den Staat Angeklagten von einem Tage zum andein und vertiefen nur den Eindruck, daß es um die französische Justiz bitter böse bestellt ist. Herr Derouléde, Herr Guérin und Genossen, also die Angeklagten, führen nach wie vor das große Wort und der Gerichtshof steht diesem Gebahren vollständig machtlos gegenüber. Guérins Verhör, das bereits am Dienstag begonnen hatte, füllte auch noch die Mittwochssitzung zum guten Teile aus. Herr Guérin vergoß Thranen, als er erzählte, wie sehr er von den Juden ausgebeutet worden sei, über seine eigenen betrügerischen Manipulationen verrieth er weder Betrübnis noch sonst etwas, was die Vorgänge in Fort Chabrol anlangt, so suchte er sich bezüglich dieser, freilich mit wenig Glück, als Held und Retter Frankreichs aufzuspielen. Die Verhandlungen werden am heutigen Donnerstag fortgesetzt. § Schwermütige Betrachtungen mnupfen mehrere Pariser Blätter an Kaiser Wilhelms englische Reise an. Sie zweifeln nicht daran, daß der Besuch, obschon er angeblich nur aus Familienrücksichten erfolge, wichtige politische Ergebnisse haben werde und meinen, Frankreich dürfe sich nicht beklagen, wenn sie ihm nicht vorteilhaft seien. Kaiser Wilhelms Depesche an den Präsidenten Krüger sei eine mittelbare Einladung gewesen sich mit Deutschland gegen England zu vereinigen. Frankreich aber sei taub geblieben und habe dadurch der deutschen Politik den Weg vorgeschrieben, den sie jetzt einschlage.— Payverlapapp! fortgesetzte Ergänzung des Burenheeres anbetrifft, so wird darüber gemeldet, daß sich freiwillig Stellende ihren Wünschen entsprechend untergebracht werden, worauf in dem betreffenden Distrikt Rekrutenaushebungen stattfinden und gegen Baarzahlung, auch gegen Requisitionsschein requiriert werden. Hierauf erfolgt denn jedesmal eine Gegenproklamation der Engländer, worin zur Treue gegen die Königin aufgefordert wird. Aber der Eintritt der Afrikander in das Burenheer wird dadurch nicht geringer, sondern wächst, wie gesagt mußte eine Tividende von 200 Mk. für die Reservisten der Garde aussetzen, um wenigsten einige von biesen zu bewegen, in Südafrika Kriegsdienste zu nehmen. England und Transbaal. w. Donnerstag, 20. November. Obwohl ein weiterer Transport Verstärkungen in Kapstadt eingetroffen, ist die Lage der Engländer nach wie vor eine mehr als peinliche und beängstigende. Nirgends haben sie bisher einen Erfolg zu verzeichnen gehabt und auch die Ankunft der Verstärkungsmannschaften hat den Mut und die Thatenfreudigkeit der Buren nicht zu dämpfen vermocht. Dem General Buller sind die Buren ein gut Stück Weges entgegenmarschiert und zwar über Estcourt hinaus. Jenseits des Moori River bei Weston hat bereits ein Gefecht stattgefunden, das jedoch noch keine Entscheidung gebracht hat, bezüglich dessen aber selbst die englischen Blätter keine Siegesnachrichten zu veröffentlichen wagen. In der Nähe von Estcourt wurde Politische Uebersicht. Deutsches Reich. * Ein Wort des Kaisers. Ein„Goldenes Buch des deutschen Volkes an der Jahrhundertwende", das jetzt fertiggestellt worden ist und zur Ausgabe kommt, enthält folgende Einzeichnung Sr. Majestät des Kaisers: „Von Gottes Gnaden ist der König, daher ist er auch nur dem Herrn allein verantwortlich. Er darf seinen Weg und sein Wirken nur unter diesem Gesichtspunkt wählen. Diese furchtbar schwere Verantwortung, die der König für sein Volk trägt, giebt ihm auch ein Anrecht auf treue Mitwirkung seiner Unterthanen. Daher muß ein jedermann im Volke von der Ueberzeugung durchdrungen sein, daß er für seine Person mitverantwortlich ist für des Vaterlandes Wohlfahrt. Wilhelm. I. R.“ * Die badischen Abgeordnetenwahlen haben die Hoffnungen der Feinde des Bestehenden getäuscht, da die Nationalliberalen mit 23 Sitzen die stärkste Partei im Landtage bleiben, was namentlich für die Präsidentenwahl von Bedeutung ist und gegebenen Falls auch die von der Opposition angestrebte Verfassungsänderung, welche eine Zweidrittelmehrheit erfordert, vereiteln wird. Das Zentrum hat seinen Besitzstand um ein Mandat(Oberkirch) „n sie seyr„„„stu„ 106. Sitzung vom 21. November. Das Haus beginnt nach endgiltiger Annahme des Gesetzentwurfs betr. die gemeinsamen Rechte der Besitzer von Schuldverschreibungen die dritte Beratung der Postvorlage. Die Artikel 1 und 2 gelangten unter Ablehnung von Abänderungsanträgen in der Fassung zweiter Lesung zur Annahme. Bei Artikel 3 entspann sich eine längere Debatte über einen sozialdemokraktischen Antrag, der verhindern will, daß die Zeitungsspedition an Sonn= und Festtagen verboten wird. Dieser Antrag wird von den Abgg. Dr. Lieber und Dr. Marcour(Ztr.), Singer(Soz.), sowie Rickert(frs. Vergg.) befürwortet, vom Staatssekretär v. Podbielsky und dem mecklenburgischen Bundesbevollmächtigten v. Aertzen dagegen bekämpft. Bei der Abstimmung wird er gegen die Stimmen der Rechten angenommen. Zu Artikel 4 wird ein Antrag des Abg. Dr. Müller(frs. Vp.) genehmigt, der bestimmt, daß den in den Postdienst übernommenen bisherigen Angestellten der Privatposten die gleichen Dienstbezüge garantiert werden, die sie bisher genossen. Ferner wird das schiedsrichterliche Verfahren als zweite Instanz wiederhergestellt. Der Rest des Gesetzes blieb unverändert. Nach Genehmigung der Novelle zur Fernsprechgebührenordnung vertagte sich das Haus. Am Donnerstag steht die Gewerbeordnungsnovelle in zweiter Lesung auf der Tagesordnung. Lokales. Schwerte, den 24. November. ** Die Weihnachtssaison hat begonnen, in den Verkaufsgeschäften regen sich viele fleißige Hände, um die Läger zu assortieren, und eine geschmackvolle Weihnachts=Ausstellung herzurichten. Auch in hiesiger Stadt wetteifern die einzelnen Geschäfte hinsichtlich einer hübschen, dekorativen Ausstattung der Schaufenster, die, obwohl viele Kosten und Mühe verursachend, doch manches für sich hat. Freilich, wer auf den Namen eines reellen Kaufmanns Anspruch erheben will, muß auch darauf sehen, daß der Inhalt fenster auch demjenigen des Ladens entspricht. Darum die Mahnung an alle Geschäftsleute ohne Ausnahme:„Fort mit den sogenannten billigen Lockartikeln aus den Schaufenstern! Die Preise, mit denen die im Schaufenster ausgezeichneten Gegenstände gekennzeichnet sind, müssen auch im Laden maßgebend sein!" Abgesehen davon, daß eine gegenteilige Handlung gegen das mit vieler Mühe errungene, dem Schutze des gesamten Handelsstandes dienende Gesetz wider den unlauteren Wettbewerb verstößt, wirft es auf ein Geschäft, gleichwohl welcher Branche, kein gutes Licht, wenn es auf Täuschungen beruhende Artikel auslegt, um auf diese Weise Kunden in den Laden zu locken. Dieser Hinweis dürfte gerade für die jetzige Weihnachtszeit, wo naturgemäß viele und große Einkäufe gemacht werden, am Platze sein. Bei dieser Gelegenheit richten wir an unsere werten Leser die Bitte, bei ihren Einkäufen in erster Linie diejenigen Geschäfte zu berücksichtigen, welche ihre Anzeigen der„Schwerter Zeitung" zuwenden. Auch versäume man nicht, namentlich bei größeren Einkäufen, sich auf die „Schwerter Zeitung“ zu beziehen, damit die Geschäftsleute immer und immer wieder auf den Erfolg ihrer Insertion aufmerksam gemacht werden. ** Für die Kriegervereine. Aus der Gemeinde Linderhausen bei Schwelm wurde im Laufe des Sommers ein zum Kirchspiele Schwelm gehöriges Mitglied des Linderhauser Kriegervereins mit Musik zur letzten Ruhe geleitet. In der Stadt angekommen, verbot ein Polizeisergeant der Musik das Spielen, weil kein polizeilicher Erlaubnisschein vorgezeigt werden konnte. Die Musik mußte sich dem Verbote fügen, der Verein betrat aber den Beschwerdeweg. Nun ist eine generelle Verfügung erlassen, daß die Kriegervereine zu den Musikaufzügen gelegentlich der Beerdigung eines Kameraden, also zu dem Zuge zum Friedhof und von diesem zurück eine polizeiliche Erlaubnis nicht bedürfen, daß jedoch eine vorherige Anzeige erforderlich ist. ** Es ist nicht hinreichend bekannt, daß die Fernsprech=Teilnehmer nicht nur für jede vorsätzliche oder fahrlässige Beschädigung der bei ihnen aufgestellten Fernsprecheinrichtungen, sondern auch für den dabei durch Feuer entstehenden Brandschaden der Reichstelegraphen=Verwaltung gegenüber haftbar sind. Diese Haftpflicht erstreckt sich nicht nur auf die Apparate und Zubehörteile nebst dem Batterieschrank, sondern auch auf die sämtlichen Zuführungsleitungen innerhalb der Grenzen des betreffenden Gebäudes. Sie sollten daher sämtlich gegen Feuersgefahr versichert werden. ** Der hiesige Bürger=Schützenverein hatte am vergangenen Samstag im Lokale seines Königs, Herrn Stamm, seinen diesjährigen WinterSchützentag. Wenn auch der Besuch desselben etwas zu wünschen übrig ließ, so nahm nichtsdestoweiniger einen derartig schönen Verlauf, daß sämtliche Festteilnehmer mit hoher Befriedigung — zum Teil erst in früher Morgenstunde— zu den heimatlichen Penaten zu ückkehrten. Den Festlichkeiten des Bürger=Schützenvereins, welcher seit einiger Zeit Herrn Bürgermeister Rohrmann an der Spitze hat, hat sich auch dieser„Schützentag“ in würdiger Weise angeschlossen. Bemerkt sei noch, daß am Vorabend des Festes Herrn Brauereibesitzer Wilhelm Ostermann in Anerkennung seiner Verdienste um den Verein ein Diplom als Ehrenpräses überreicht worden war. §§ Die am Mittwoch Abend im Lokale des Herrn Walter stattgehabte Versammlung der ehem. Marinemannschaften von Schwerte erfreute sich einer äußerst regen Beteiligung. Nach gegenseitiger Begrüßung der Kameraden wurde dann zur Vorstandswahl geschritten. Es gingen aus der Wahl hervor: Kapitän Lüders=Westhofen als Vorsitzender; Kamerad Stiefermann als Schriftführer; Kamerad Walter als Kassierer; Kamerad Nolte und Lohnstein als Beisitzer. Ferner kam man nach einer lebhaften Debatte zu dem Entschluß, sich dem Hagener Marineverein anzuschließen und hierorts eine Zweigstelle zu errichten.— Durch gegenseitiges Austauschen der Erlebnisse auf hoher See der einzelnen Kameraden herrschte in der Versammlung bald eine heitere Stimmung, wozu auch das edle Naß des Herrn Walter nicht wenig beitrug. Zum Schluß wurde von dem Kameraden Tillmann ein hochinteressanter Vortrag über die samoanischen Inseln und deren Erwerbung gehalten, der mit einem Hoch auf unser deutsches Vaterland und den ersten Admiral, unsern obersten Kriegsherrn, endete. t. Lehrerwahl. Montag Nachmittag war die Schuldeputation zusammengetreten, um für den verstorbenen Lehrer Becker eine Neuwahl vorzunehmen. Für die durch den Tod des genannten frei gewordene Lehrerstelle an der evangelischen Volksschule waren 17 Bewerbungen eingegangen. Die meisten Stimmen fielen auf den zur Zeit in der Nahmer bei Hohenlimburg thätigen Lehrer Heer, der aus unserer Stadt stammt und bis vor etwa Jahresfrist an der evangelischen Volksschule in Arnsberg wirkte.— Voraussichtlich werden zu Ostern nächsten Jahres an der evangelischen Volksschule zwei weitere Lehrerstellen, an der katholischen Volksschule eine neue Lehrerstelle geschaffen. ** Die Einwohnerzahl unserer Stadt beträgt nach der neuesten Personenstandsaufnahme 11621 Personen. Seit dem Vorjahre ist also eine Zunahme von mehr als 500 Personen zu verzeichnen. ** Wie in unserer heutigen Nummer amtl. bekannt nacht wird ist für den Bezirt der Stadt Schwerte Wie in unserer heutigen Nummer amtl. bek und das Amt Westhofen der Schornsteinfegermeister Ludwig August Arteldt aus Bevengsen an Stelle des verstorbenen Bezirks=Schornsteinsegers Nolte ernannt worden. 1( Die Eheleute Wilhelm Velten und Frau Mathilde geb. Luttrop hierselbst feierten dieser Tage im Kreise ihrer Angehörigen das Fest der silbernen Hochzeit. ** Der Neubau des Herrn Wirts Fr. Westhoff an der Hagenerstraße ging durch Kauf zum Preise von 31000 Mark in den Besitz des Herrn Kaufmann Liese über. Herr W. will neben diesem Hause ein neues Wirtschaftshaus aufführen. * Herr Drechslermeister Emil Altfeld von hier kaufte für den Preis von 15000 Mk. das Haus des Herrn H. Bährensmann an der Hagenerz. Große Treibjagd. In den Jagdgründen des Schwerter Waldes wurde am Samstag an allen Ecken Umschau nach jagdbarem Wild ge halten. Auf Ginladun, abrichesitzergh geitmann, Lege= Berlin und der Ov in der Schwerter Geweilche verren die 9og) Schwerter Walde inne martung besv, in„7 FZager in früher Morgenoben, eingefunden, um Meister Lampe das Lebensund s Karnickel. Auch einige, sollen den Jägern zu Gesicht gekommen sern.. 6 Jene rohe Gesellen, welch= Zraxtenhgauf, ihr Müitchen an Bäumen, Lauben 2ce. uu., spgg, sind glücklicherweise ermittelt worden. begangene, von einer rohen Gesinnung zeugende That sei ihnen die jedenfalls zu erwar Plarische Strase veozg fz. az dem Polizeiwacht, 83 Am Dienstag ,— Hundedieb, seitzu. weister Witte gelungen, ein= Framer, wie sich der nehmen. Baueleve Heinrich, war im Besitze eines Mensch anfänglich vonnt=und lenkte durch sein ertvolen Penehmen di, Aufmerksamkeit der verdächtigs. VenzBuu.n.. Jeu. 150 Mi, wert) oliye o Hferto hn von einem Reisenden vowens Zweiselgs ist der Hund gestoplen. Im Beite de, Vesto,gonigen Paopieren, ein Peand, en, o ein Fahrad für 60 Mi. versez. vor. Dieses Rad will der saubere Patron in Bochui o erMan hat es hier allm Anscheine nach Musik und Theater. ** Schwerte, 20. November. Das am vestrigen, SoRännergesangverein Herrn Lücke von den, Konzert reihte sich den Owortet vera Gesangskonzerten in würdiger vorhergegange hatte sich eines sebr auten Besuchs Weise an uno hatte gig eines seye 9—., Schlue zu erftreuen. Doß./g. Hörerspoiaufs hefriedigt des Konzerts im u., Pein,mnanchen Nummern den Konzertsagl=Zeifal zuteil wur de und eine S1. Dezenber 1901 laust., um Aeberinzimnung sesheche ue v, sig ür ergshad nui der berbszusben, fec, enair ichr Veriächere ver. ors oe Ge Liage zwar furcgztur, daß Her Ausgaibe. esc e e smausce, essioen uie grtug, dah dersAufgabe der Konmisg geszchiged- Phant. bers Lasen wase, de bosghieten Haste Aadbe sias Velangs pichenl nistend adier 6. u bes Auie egalde, 8i fei eder ushone ad nict Bster echen und ur uf, C6en uode besaoge 9 g e iter der Betrag bei der Be werden. Die Kommisson solle ura eschscoge, o haukosten aut gerechnet werde, Kollegium die Arbeit erleichtern, da letztere z. B. schnung der Sto pen gglsg erst später ein Aller= bei den Eratsberatung mn nicht 6 Stunden zubringen e Euschad v.; Hrunöftück nur zu dem damaligen tznne Nor Weibnachten werde die Kommisson Bings tönne bos Orunbtn,) das seik 80) Me. pral“nur 4 wosf, Zusammen treien müssen, aber im Verte berechuet wer den un, der 200 Mt. für die übrigen seien nur 2 Sitzungen jährlich erforderlich. tuo d ro u habe erheblich zu hoch angekauft. Der Antrag wurde angenommen und in die =Dinfloh damals bauen wollte, habe man Kommission gewähl: Homel, Weinberg, H m bedentet, daß er warten soll, bis die Straße mann und Schermeng. Da sich eine Einigung nicht erzjelen ließ, indem loh sich benachteiligt glaube, so müsse er sich die angeschnittenen Baugrundstücks. eue Aescheben, bo er u feuhd erzeik worden— Goltesdienste Wan lochBedingungen seien b esicen. aaich, miggäaer fauteh Er habe eben vergzlieg, BAbeter: Pgaigeszke peäshenld a. elickeur se. einen Bauplatz gegagzgrsgshrzzune jetzt nur emner wohl nicht so leicht feststellen. Bürgerm. Rohrin: In der Nähe sei jetzt in teignung a un gung mit einer gepisen er vollen Berechtigung it einer digen Genugthzung, venn eppohporbereitete zen wohlgelungene, wie der Vorsitzende bune be b iun Seuer Begahg Geäche Woy, enn guch setwas reichliche, wie dies ckliche, wenn auch erwas tr.cht.c#, wie dies rdings bei den vorhergegangegeze,isonzerten serweise ein mehr als fleibiges erke muß notwendigekier#se ein mehr udium vorausgegangen sein, das die ganze Hinsung des einzelnen an die Sache erfordert uno le Anerkennung verdient. Die Hauptzier But und jeder Verührunge ve. Dos uder häorde unter den Fernatensg. u..4 eiheaden und dasobransaiden diege ule 8619 Dirigenten. Schwerte. Größere evangelische Gemeinde. Sonntag, den 26. November 1899. (Totenfeier.) Vorm. ½10 Uhr: Hauptgottesdienst Pastor Heinenberg. (Abendmahl.) Nachm. 5 Uhr: Liturg. Andacht. Amtswoche: Pastor Heinenberg. ferner beschlossen, nachdem sich Schumacher mit dem Preise einverstanden erklärt hat, dessem Wunsche Folge zu geben und die Kosten für eine lebende Hecke in Höhe von 140 Mk. zu bewilligen, sodaß sich der Gesamtb.trag auf 3673,50 Mk. beläust. Dem Antrage wurde beigestimmt. 9. Bestellung eines Rechnungsrevisors für die städtischen Kassenrechnungen pro 1898/99. Der Magistrat beantragt, als Revisoren zu bestellen den Kreisausschußsekretär Templin und den Stadtsekretär Melchlein und zwar letzteren für die Schulrechnungen. Die Versammlung war damit einverstanden. 10. Heranziehung der Anlieger der Beckestraße zu den Straßenbaukosten. Der Antrag ist als dringlich eingebracht, und wird daher noch auf die Tagesordnung gesetzt. Die Kosten sind auf Mark 30,65 pro laufende Meter festgestellt und erfolgt die Einziehung auf Grund der bestehenden Vorträge. Die Offenlegung der Rechnung soll demnächst erfolgen. Die Versammlung erklärte sich mit dem Antrage einverstanden. Bürgermeister Rohrmann teilt sodann noch mit, daß die Klage des Zimmermeisters Rappert auch vom Oberverwaltungsgericht abgewiesen sei.— Die Personenstandsaufnahme habe wieder ein erfreuliches Bild von der Entwicklung der Stadt geli fert. Die Gesamt=Einwohnerzahl beträgt 11 621 gegen 11 057 im Vorjahre. Seit 3 Jahren nehme die Stadt um ca. 550—560 Einwohnern zu. Schluß 6 Uhr.— Darauf geheime Sitzung. Man koche eine Suppe mit grünen Gemüsen u. Wurzelgewächsen oder mit präservierten Gemüsen, füge etwas(einen Theelöffel auf 1 Liter Suppe) II zum Würzen der Suppen, hinzu und WEE deren Schmackhaftigkeit wird überraschen. Zu haben bei Eirnst Klein. Original=Fläschchen werden mit Maggi billig nachgefüllt. bog vung e eg# Ereignung Reformierze Kirchzag . Spanke und Taxator Krämer Sonntag, den 26. Lcovemver 1899. burch, den Baurat Gpont zund die Rute mit 110) Sonn.(Totenfeier.) Mark bewertet. 200 Mk. sei entschieden zu hoch Vorm. ½10 Uhr: Past. Terberger. Karts auf den Tsch bes Hausk, DuisbzrgzsSeantearse. sion in Schwerte. KE) Bekhofen. ger 190 Sonntog,(gienzeegge## Krecuurs..# Korbwarengeschäft am Platze Nachm. 2 Uhr: Kindergottesdienst 9egg Pastor Folkenberg. strats wurde alsdann angenommen. 2. Kanalisation der Moltkestraße unter Beseitigung des in demselben Zgehaudenen Interessentenkanals. Die Konn betragen 4000 M. Bürgerm. Rohrmann: Es seizuerst beabsichtigt gewesen, diesernzesteno Hagz ven eit es habe sich aber herausgesteut, rup ein Teil tot zwischen Bismarck= und Hagenerstraße liegen hleibe, bis die Kanalisation an der Hagener Straße er folgt sei. Den Interessenten sei der Anschluß an den Privatkanal nur auf Widerruf gestattet und hätten den Vorteil, an Stelle eines nicht genugen„ den Kanals einen ausgebauten zu bekommen. Die#„ bosc e zut werden können. Die Vorlage wurde# LOdes-Anzeige. angesommen wurde eines Mitgliedes der Armen= F- hat Gatt dem A1l. waltung an Stelle des Rentners E. Schuhmacher sen., der die auf ihn gefallene Wiederwahl ab gelehnt hat. Hagen i. W., Hoch- u. Kampstr.-Ecke Grösstes und billigstes eiwe und Sauberkeir verdienen die höchne Keusiks der Sorehot dur. Grastet dr muerchor„Barbarosio, angemessenger Weise Kasseler Zwei=Stundenchor id sein Lieb“ wurde das Ohr mit süßem Konzers anberift, so brachte diesen die zise zur Durchführung. J. ** Schwerte, 24. November. Vom hiesigen Se Stadtverordneten=eitzung. ht nach dem Stenogramm(Syst. Scheithauer. L. Schwerte, den 24. November. auf eines Teiles des alten es an den Elektrotechniker H. loh. Die= Gaubommisson het VGesechlogen, stedenden Teil des alten Garsegnegez, s Grundstück des Herrn Dinkloh schneidet, bos für 150 Wpe, 20 Lauadratrute zu versteren fur 100 v.. gu. 5 Quadratruten. de Granbftülck von 15 Ruten kostenios an in Teit sole er num wit Verwaltung Geerwähne dies nun, um der Beriouttung#ewähne birs num, um de. Wenn es nicht st zur Verwaltung werde aber auf solche Weise hädigt. Es sei vielleicht angemessen, für die efallene Wiederwahl ab geleh. schuhmacher hat die Wayl wegen vorgeruaten Alters abgelehnt. Der Magistrat hat beschlossen, unter Anerkennung der langjährigen Dienste in seiner Stelle wurde Herr C. LetNeuwahl der Mitglieder der Sparkassen=Verwaltung und deren StellBürgermeister Rohrmann glaubt, daß das den Wunsch geäußert, auch aus der Baukomgission bleiben. Die Ausscheidenden wurden dann sämtlich wiedergewählt. 5. Uebernahme von Bürgschaft für den Schwerter Spar= und Bauverein. Der Magistrat hat in einer Sitzung vom 25. Oktober beschlossen, der Iunngikitähen, viS hwerter Spar= und Bauoerein für 100000 Mark Bärg. 9) Far bete 10000 Mik und die früheren 50000 Mk., zusammen 150000 Mk., eine Kautionshypotheke auf sämtliche vorhandenen und noch zu erwerbenden Grundstücke eingetragen wird. Bei Erwerbung eines Grundstücks durch einen Genossen, chaft eingeroge,„willigung nur verweigertwerden den„Vorstande des Vereins ein Mitglied des c) dem Vorstande des Gerems um Miiglie. des Magistrats und des Stadtverordnetenkollegiums im Aufsichtsrate vertreten sein wird. Bädeker fragt an, ob die Eintragung für 2 möglich sei und wie es dann werde, wenn die B a c) mit dem Antrage überemn. Die Eintraverein als Dahrlehngeber eingetragen und diese eistioe Hppothe der Staut als Sicherheit verpfändet wird. Er bitte, die Sache möglicht zu beschleunigen, weil sie in großer Verlegenheit seien. Er habe schon einige tausend Mark hergegeben, für die Mitglieder der empfiehlt zu WeihnachtsGeschenken: Kinderwagen Sportwagen Puppensportwagen Puppenwagen Leiterwagen Kindertische Kindersessel Kohrsessel Blumentische Triumpfstühle Schautelstühle verstell. Kinderstühle Notenstander Arbeitsständer Wäschepuffs Papiertorde Bekanntmachung. Nähkörbe Es wird hiermit zur öffent=) Marktkörbe lichen Kenntnis gebracht, daß für den Bezirk der Stadt Zeitungsmappen Westhofen der Schornstein= Wachstuch und egermeister Endwis zexgan Auflegestoffe ille des verstorbenen Bezirks= sowie alle anderen Korbschornsteinfegers Nolte zu waren zu bekannten Schwerte ernannt ist. billigen Preisen. Westhofen, 15. Nov. 1899. Der Amtmann: Graf von Haslingen Bekanntmachung. Die Herstellung Schulraumes im ersten Stockwerke des alten Schulhauses zu Westhofen, veranschlagt zu 740 Mark, sowie der Neubau eines Abortes soll am Freitag, den 24. Novemder dieses Jahres, vormittags 11 Uhr, im Lokale des Wirts Hermann Weiberg hierselbst mindestfordernd verdungen werden. Kostenanschlag und Verdingungen liegen im Amtsbureau zur Einsicht offen. Westhofen, 20. Nov. 1899. Der Amtmann: Graf von Haslingen. Es nai Gott dem Allmächtigen gefallen, gestern morgen um 6 Uhr nach kurzem Leiden unser liebes Töchterchen Elfriede im zarten Alter von 38 Monaten wieder zu sich zu nehmen, was wir hiermit allen Freunden und ## Verwandten mit der Bitte " um stille Teilnahme anzeigen Schwerte, d. 23. Novbr. 1899. Metzger Fr. Lewe und Frau. Gesucht z. Januar ein 15 bis 16 jähriges zweites Vienstmädchen in kinderlosem Haushalt. Stellung angenehm. Frau Direktor Röchling, Kabel i. W. Wilh. Schild Bielefelder Leinen- und Wäschefabrik Hagen I. W. Elberfelderstrasse 30 fertigt Oberhemden = nach Mass= unter Garantie tadellosen Sitzes. 2 Wohnungen, 2 und 3 behör, pr. 1. Februar zu vermieten. Offerten unter Z. 110 in der Expedition abzugeben. 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Bezemoer v. vormittags 10 Uhr, lsch urche. n 80 Nrn. schwere Haufen BucheltBrennholz(Stammende), 80 Nrn. schwere Haufen BuchenBrennholz(Reiserhaufen), 30 Nrn. Eichen=Geschirx, Zusammenkunft beim Wirt Beisner zu Welllinghoferheide bezw. an Ort und Stelle. Bstostnchollen. dder Obberkörster. Ortskrankenkasst für den Stadtbezirk Schwerte(Ruhr). Ordentliche General=Versammlung Mittwoch, den 6. Dezember 1399, abends punkt 8 Ahr, im Lokale des Wirts Herrn Carl Kaffin(Zur Helle). Tagesordnung: 1. Wahl eines Ausschusses für die Prüfung der Rechnung des laufenden Jahres(§ 50 der Satzungen). 2. Neuwahlen für den Vorstand. Schwerte, den 20. November 1899. Der I. Vorsitzende: gez. F. Oppermann. 2U0 Stdon-Motar! für die Mallts des-Tegularer-Preisce. U-“ und 115 cm breite Cover Coat-Qualitäten in vollständigem Farbensortiment, die Hervoragende 10015 am brote veinur haher 2 bg, 3Mark gekostst haben, verkauten vir au 10Uy N.y ALo Pig. aus Motel! Der Verkauf dieses Postens, welcher wohl alles bisher Gebotene bei weitem übertrifft, bietet eine nicht wiederkehrende Gelegenheit zum Einkauf von Weihnachts-Geschenken und begann am Donnerstag, den 16. November. S. Scherserar ai estenhellweg 1-3 Dortmund Westenhellweg 1-3 „ Kreisblatt EERR.“ S Verantwortlicher Redakteur: I. G. Wefer in Schwerte. für den Areis Gorde. Insertionsgebühr für die 6spaltige Zeile oder deren Raum 10 P außerhalb des Leserkreises 15 Pfg. Reklame 30 Pfg. Druck und Verlag von Carl Braus in Schwerte. Nr. 184. Zweites (Alle kreis= und lokalpolizeilichen Verordnungen fstr den K#is Hörde erlangen gemäß Bekanntmachung der Königlichen Regierung zu Arnsberg durch Veröffentlichung in dem amtlichen Kreisblott„Schwerter Zeitung“ rechtsverbindliche Kraft.) scheidung in der Hand hatte, hat, wie üblich, bis zum letzten Augenblick gewartet, ehe es mit seinem Votum hervortrat. Während die Zentrumsblätter am Samstag und am Sonntag noch meldeten, die„ausschlaggebende" Partei des Reichstages werde noch zur zweiten Lesung der Streikvorlage Abänderungsanträge einbringen, auf Grund deren eine Kommissionslesung der Vorlage zur Gewißheit geworden wäre, beschloß das Zentrum in seiner vor der zweiten Plenarlesung am Montag abgehaltenen Fraktionssitzung, Anträge Bekanntmachungen. Polizei Verordnung, betreffend die Wanderschafherden. Auf Grund der§§. 6, 12 und 15 des Gesetzez tag abgehaltenen Fraktionssitzung, Anträge über die Polizeiverwaltung vom 11. März 1890) überhaubt nicht einzupringen und auch gegen und des S 137 des Geetzes über die algemeich die, Kommissionslesung zu stimmen. Die den Geover der Vortzschnes unterikt worden b be be L-ignuacgungnr u,. De sozialdenskratse Faktion beichieh e9 SiezH, Hetreffend die Wanderschaf, daraufhin schleunig, von der Einbringung jedweder Abänderungsanträge sade einuschaltenden Besot zanderurkiande mus oi Erledigung der ganzen Angeleg=ghosi, gicht Bei Beantragung der Wanverattunnt, mautß auszubalten. Präsident Graf Bauestrem der Schäfer ferner durch Vorlegung emes osh; unterstützte diesen Wunsch der Sozialdemokratie insofern, als er über den Antrag Stumm, daß ihm während und am Ziele der Wanderung der Kommissionsverlesung verlangte, abstimmen für eine in dem Weideberechtigungsscheine genau ließ, sobald dieser Antrag eingebracht worden zu bezeichnend„eiz, eine der Grobe der Bcse war. Die Abstimmung ergab das nach den der Srationztrag gut KomVerhältnisse zu der in den Weideberechtigungs= wartende Resultat. Der antrug auf scheinen angegebenen Weidezeit fehzusetzezggscheing missionslesung wurde mit allen gegen die nur gütig, wenn ihr die Weideberechtigungestheine Simmen der beiden freisinnigen Parteien schläge des Zentrums betr. Ausbau des Koalitions= rechts keine Aussicht auf Zustimmung der Reichsregierung haben, so sei für seine Partei das Bedürfnis nach Kommissionsberatung fortgefallen. Diese Erklärung des Zentrumsführers erregte große Sensation. Staatssekretär Graf Posadowsky stellte erregt fest, daß es noch nie vorgekommen sei, eine so wichtige Regierungsvorlage ohne Kommissionsberatung abzulehnen. Die verbündeten Regierungen müßten darin ein sehr bedenkliches Zeichen erblicken. Nach weiterer Debatte, an der sich die Abg. Heine(Soz.), v. Löbell(kons.) Richter(freis. Vp.), Rösike,(lib.) Bachem (Ztr.), Bassermann(ntl.), Röllinger(Els.) beteiligen, wird„ Hagse. die ganze Vorlage nogelehnt. (Fortsetzung im Hauptblatt.) S 2. angeheftet sind. Der im Eingang des§ 1 bezeichneten Polizeiverordnung wird folgendes weitere Schema beiSchema D Weideberechtigungsschein. Dem Schäfer.....(Name) aus.... (Wohnort) Amte.....(Name) steht auf meinem Grundbesitze hierselbst fstr seine Schafherde von etwa..... Stück Winterweide während der Zeit vom..... bis zum..... zur Verfügung. Das Weidland ist etwa..... ha groß. Ort...... Datum.....: Name des betreffenden Lanowirts. Vorstehende Unterschrift des.....(Name) zu..... wird mit dem Bemerken beglaubigt, daß das Weideland für etwa.....(Zahl) Ort.....„Datum..... Die Ortspolizeivehörde. S 3. Die Strafbestimmungen des§ 11 der Polizeiverordnung vom 14. Mai 1888 finden auch dann Anwendung, wenn vorstehende Bestimmungen nicht betrachtet werden. Die Polizeiverordnung tritt einen Monat nach ihrer Veröffentlichung in Kraft. Arnsberg, den 20. Juli 1899. Der Regierungs=Präsident. In Vertretung. A II c 2427. Müller. und etwa der Häfte der Nationalliberalen abgelehnt. Da die Mehrheit nun schon die Kommissionslesung ablehnte, so kann ihr Votum über die Vorlage selbst nicht zweifelhaft sein. Es fragt sich nur, ob die dritte Lesung ein günstigeres Resultat zeitigen wird. Treten nicht ganz besondere Ueb-rraschungen ein, dann wird dies allerdings ebenso negativ ausfallen als das der ersten und zweiten Lesung ausgefallen ist. Was die Regierung thun wird, darüber läßt sich im Augenblick nichts sagen; so ernst wie mit der Kanalvorlage scheint es ihr mit der Streikvorlage nicht zu sein. (Nachdruck verboten.) XVIII. Nachbarrecht. Aus der nachbarlichen Lage von Grundstücken ergeben sich erfahrungsgemäß nicht selten Streitigkeiten allerlei Art. Das Bürgerliche Gesetzbuch hat deshalb in einer(anzen Reihe von Paragraphen Bestimmungen über die Regelung des nachbarlichen Verhältnisses von Grundstücken getroffen Als Hauptgrundsatz gilt hierbei, daß zwar jedem Eigentümer die freie Verfügung über sein Grundstück zusteht, daß dieses Verfügungsrecht aber gewissen Be schränkungen unt rliegt, sofern sich aus demselben wesentliche Schäden für das Grundstück des Nachbars ergeben. Die Zuführung von Gasen, Dämpfen, Gerüchen, Rauch, Ruß, Wärme, Geräusch, Erschutterungen u. s. w. muß sich der Grunderforderliche Stütze verliert, es sei denn, daß für eine genügende anderweitige Befestigung gesorgt ist. Ist die Schädigung mit Sicherheit vorauszusehen, so kann der Bedrohte die Weiterführung der Arbeit untersagen und die Beseitigung des bereits Ausgeführten verlangen, wenn nicht für genügende anderweitige festigung gesorgt wird. Der Eigentumer eines Grundstückes kann endlich Wurzeln eines Baumes oder eines Strauches, die von einem Nachbar=Grundstücke eingedrungen sind, abschneiden und behalten. Das gleiche gilt von herüberragenden Zweige, wenn der Eigentümer dem Besitzer des Nachbar=Grundstückes eine angemessene Frist zur Beseitigung bestimmt hat und die Beseitigung nicht innerhalb der Frist erfolgt. Dem Eigentümer steht dieses Recht jedoch nicht zu, wenn die Wurzeln oder die Zweigen die Benutzung seines Grundstückes nicht beeinträchtigen. Das abgeästete Holz fällt demjenigen zu, der die Beseitigung vorgenommen hat. Früchte, die von einem Baume oder einem Strauche auf ein Nachbar=Grundstück hinüberfallen, gelten als Früchte des Grundstückes, auf das sie gesallen sind. Es kann sie also der Eigentümer, Besitzer, Pächter oder überhaupt derjenige, der den Fruchtgenuß von dem Grundstücke hat, sich aneignen. Der Eigentümer des Baumes tha nicht das Recht, das Nachbar=Grundstück zum Zwecke des Abnehmens oder Auflesens der Früchte zu betreten. Ist dagegen das Nachbar=Grundstück, auf das die Früchte gefallen sind, ein dem öffentlichen Gbrauche bienenetr,g. E. Fn—.g oder schütterungen u. s. w. muß sich der Grund=(dienendes, z. B. ein öffentlicher Weg oder stöcks=Eigentümer dann gefallen lassen, wenn Platz, so bleiben die Früchte Eigentum des sie entweder die Benutzung seines Grundstückes Baumbesitzers, ger nchr öber nur anwesennich errirächtigen sie durch eine Benutzung des anMits. ab 14 Tage lang im zeichneten zur allgemeinen Einsichtnahme offen. Pett ine Derf Antmann: Hartung. Die Streikvorlage ist gefallen. * Die Streikvorlage ist gefallen. auch in zweiter Lesung. Das Zentrum, das die EntSinnsprüche, Denksprüche, Sprüchwörter 2c. „Süß getruncken, sauer bezahlt.“ „Ein Staat ohn' Recht, ist ein Leib' ohn Seel“" „Großmut verzeiht, Leichsinn vergißt.“ 105. Sitzung vom 20. November. Berlin, 21. November. Der Reichstag trat am Montag in die zweite Beratung der Streikvorlage ein. Trotz der Wichtigkeit des Beratungsgegenstandes waren die Bänke und Tribünen des Hauses ziemlich leer. Im Laufe der Sitzung erschien Reichskanzler Fürst Hohenlohe am Bundesratstische. Zunächst sprach Abg. Büsing(natl.), der unter Unruhe der Sozialdemokraten erklärte, seine Freunde wollten Verbindungsfreiheit, aber keinen Verbindd zwahrt bleiben. Abg. v. Stumm(frkons.) verschärfenBeratung durch eine Kommson ven 2e Ppgzisegeide sei den rechtere Vorlage wie die vorliegzrne; r dem Reichstag noch niemals gemacht worden. Zum Schluß wendet sich Redner gegen die Sozialdemokratie. Präsident Graf Ballestrem bringt sofort den Antrag zur Abstimmung. Der Antrag wird mit großer Mehrheit abgelehnt, va außer der Rechten lediglich etwa die Hälfte der Nationalliberalen dafür stimmen. Hierauf erhält Abg. Lieber(Ztr.) das Wort: er äußert, da die VorKleine Chronik. Deutsches Reich. * Ein Grubenbrand entstand am Montag bei Zabrze in Oberschlesien, und zwar in der Ludwigglücksgrube. Der zweite Schacht brannte Vertet an der ermitht er bort ein.(g86 /18 Zeihn Mann werden vermish. ei der. er durch Lärm, Qualm, Gerüche und letzungen davon. Die Feuersbrunst entstand durch eine erhebliche Fagizsernzslichen Bergleute ist besiegelt; alle ist und der Wert seines Hauses oder Gartens)". Die Eisenbahn=Einnahmen steigern sich dadurch stark gemindert wiro; denn die Be=fo„Die 6s deutschen, Bahnen(Zänge aar nicht oder nur unwesentlich beeinträchtige oder wenn si. euich eine Venutzung des andern Grundstückes herbeigeführt werden, die nach den örtlichen Verhältnissen bei Grundstücken dieser Lage gewöhnlich ist. Baut sich also bespielsweise zemand in einem FabrikViertel an oder erwirbt er dort ein Gartendadurch stark gemindert wird;K nutzung der Fabrik=Grundstücke ist ohne derartige Einwirkungen auf die Nachbarschaft nicht möglich. Errichtet dagegen jemand auf freiem Felde eine Fabrik, so brauchen sich die Anlieger die Zufuhr von Qualm, Ruß u.s. w. auf ihre Grundstücke, soweit deren Benutzung dadurch wesentlich beeinträchtigt wird, nicht gefallen zu lassen. Droht einem Grundstücke die Gefahr, durch den Einsturz eines auf dem Boden des Nachbars befindlichen Gebäudes oder Werkes beschädigt zu werden, so kann der Eigentümer des bedrohten Grundstückes verlangen, daß fortgesetzt. Die 68 deutschen Bahnen(Lär 42 805,90 Kilometeter) vereinnahmten im Otrover aus dem Personen=Verkehr 40,0 Mill. Mk.(mehr 2,2 Mill. Mk.) und aus dem Güterverkehr 104,5 Mill., d. h 5,1 Mill. Mk. mehr. * Ueber die Verwendbarkeit der Fahrräder bei der Kavallerie entrollt Oberstleutnant v. Unger im„Militär. Wochenblatt“ ein zutreffendes Bild, das zugleich veranschaulicht, daß die jetzige Zuteilung von einem Fahrrade, im Kriege von zweien, einem Kavallerieregiment auf die Dauer nicht genügen dürfte. Nachdem er über die vielfältige Benutzung des Rades durch Ordonnanzen im inneren Dienst sich eingehend ausgesprochen, führt er die Möglichkeit der Verwendung der Radfahrer im Felde aus, um sodann ss Slseheg: Das Fahrad ist bei der Kavallerie langen, daß zu schließen: Das Fahrrodg rg die zur Abwendung der Gefahr erforderliche piek zur Pferdeschonung bei, daß man sich nicht Vorkehrung getroffen werde. Auch darf ein bedenken sollte, jede Eskadron und jeden Stab Grundstück nicht in der Weise vertieft werden, mit zwei teilbaren Rädern auszustatten. daß der Boden des Nachbar=Grundstückes dielstens sollte die wichtige Frage durch eingehende eine junge Frau. Roman von Ida von Conring. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Sie dürfen sich nicht wünschen, mit mir zu tauschen; das wäre ja Flucht vor dem kleine Soldatenfrau.— Sie wissen wohl, daß man daran nicht denken darf.“ Ein tiefer Seufzer war die Antwort. „Ich bin auch müde,“ sagte Rita.„Sie glauben nicht wie öde und nutzlos das lange Leben vor mir liegt. Ich habe keine Arbeit und keine Freude, so lang der Tag ist.“ Und Ihre glückliche Ehe?“ „Ach liebe Frau Hermann, was habe ich denn meinem Mann? Der Dienst nimmt ihn den ganzen Tag in Anspruch— am Abend ist er dann so ermüdet, daß er am liebsten schweigend neben mir sitzt. Gestern habe ich ihm vorgelesen, aber er schlief dabei ein.“ Ja sagte die alte Frau mit feinem Lächeln Grethe hat schon recht: Der Frauen Zustand ist beklagenswert.“ „Und ist das etwa nicht wahr?“ rief Rita . Bon don sehr heftig.„Ihre Tochter gab mir noch gestern Broschüren über die Frauenfrage. Mit welcher begeisterten Zustimmung habe ich die gelesen: da wird von uns Frauen wohl viel gefordert, aber nichts ohne Gegenleistung, und herzerfreuend ist es, zu sehen, wie der jahrhundertelang unterdrückte, schwächere Teil der Menschheit sich endlich auf seine Rechte beunt.. g. tam gmigrerstch „Und wo bleiben die Pflichten. Mißverstehen Sie mich nicht, bitte. Ich hindere Bertha nicht, sich an den Forderungen der Emanizipation zu beteiligen, obwohl ich nicht finde, daß sie weiser oder glücklicher durch ihr Streben wird; doch ist sie alt genug, um ihre eigenen Wege zu gehen. Was ich fürchte, ist, daß bei der so stürmisch gefordetten, auf Gymsien und Universitäten gelehrten Verstandesund Geistesbildung das warme Herz und die zarte Frauengüte zu kurz kommen könnten. Gewiß bin ich mit allen vernünftigen Forderungen einverstanden, aber unsympathisch berührt es mich, daß man das Juwel des Lebens das häusliche Glück, das Heiligtum der Kindererziehung, als etwas, gleichsam Untergeordnetes, den minderbegabten Frauen zuteilt.“ Rita hatte ihre Augen, die sich langsam mit großen Thränen füllten, niedergeschlagen. „Als etwas Untergeordnetes wohl nicht,“ sprach sie leise—„aber sagen Sie mir, ist nach Ihrer innersten Überzeugung die Ehe ein Ersatz für die großen Opfer, welche sie fordert? Die alte Frau faltete langsam die weißen, mageren Hände:„Lieber Gott, ob sie das ist!“ sagte sie weich.„Einem andern Menschen alles sein dürfen, alles sein können, ist das nicht Glückes genug? Selbst abgesehen von der tiefen, treuen Gattenliebe, wie sie in den meisten Ehen herrscht, in denen die Frau ist, wie und was sie sein soll— da kommen Kinder, hilflose, zarte Geschöpfe— der Mutter gehörig, der Mutter bedürftig— ach und wie sehr! Wenn unsre Zeit nur bessere Mütter hätte wäre sie nicht so ohne Liebe und Wärme!“ „Sie hatten noch Kinder außer Bertha?“ Frau Hermann richtete die lichtlosen Augen auf Rita: Ja, drei Söhne,“ sprach sie feierlich. „Gott gab mir viel und nahm fast alles wieder — meinen lieben Mann, dann unser großes Vermögen, dann meine prächtigen Jungen. Sie starbenalle, fast erwachsen an der Schwindsucht. Schließlich forderte der liebe Gott das letzte Opfer— das meiner persönlichen Unabhängigkeit— ich wurde blind, vielleicht vom vielen Weinen. Aber keinen Moment habe ich bereut, Frau und Mutter geworden zu sein— was habe ich für Liebe geben und auch nehmen dürfen!“ Es war ganz still geworden— der Papagei kletterte auf seiner Stange umher.— Er legte das weiche graue Köpfchen auf die Seite und blinzelte Rita drollig an:„Meine gute Mutter,“ sagte er mit tiefer Stimme. Frau Hermann lächelte. „Er gehörte meinem Jüngsten,“ erklärte sie,„der hat ihn das gelehrt.“ „Nun und jetzt— wollen Sie schon fort?“ Rita legte ihr heißes Gesichtchen an die Schulter der alten Frau: „Wenn ich nur eine Mutter hätte!“ seufzte sie,„wie sehr entbehre ich sie jetzt, wo mir so oft Rat und Leitung fehlt! Wie gut ist doch Bertha daran!“ Die alte Frau lachte hell auf. „Lieber Himmel, Bertha erzieht mich. Ich bin viel zu altmodisch und ungelehrt;Sie glauben gar nicht, wie sehr sie mich übersieht.“ Rita dachte an die nachlässige, unordentliche Erscheinung der Tochter, wie sie da, im staubiges Atelier, an ihren Vorhängen malte. Die kamen ihr plötzlich wie ein Abbild des Mädchens vor. Bemalte Packleinwand, die wie Brokat wirken solte. amen Gemisch Rita betrat mit einem sellfumen Gemisch von Empfindungen ihr Zimmer. In ihren Ohren klang noch der Ausspruch der Blinden nach:„Gott gab mir viel und nahm fast alles wieder!" Diese Frau die so starkmütig ein furchtbares Leid trug hatte ihr das unbewußt gesuchte Gegengewietz, dessen sie nach Käthes frivolem Briefe beourste nicht vorenthalten. Rita schob das Bild des Brautpaares in sein Rosenversteck zurück une bemühte sich, den harmonischen Eindruck, den sie empfangen, in sich nachwirken zu lassen. Sie philosophierte sich endlich in eine ihrem tiefsten Empfinden fremde, fast übertriebene Glückseligkeit hinein, die sich umso lauter äußerte, als sie einen Mißklang in der Tiefe ihrer Seele damit zu übertönen strebte. (Fortsetzung folgt.) Versuche geklärt werden. Was man im Frieden nicht übt, weiß man im Krieg nicht gnzgwrenden. - Ueb ung macht wahr: der Reise nach Transvaal befindet sich der Gastwirt B. aus Krottbus(Mark). Der alte Soldat war mit den Kriegsberichten der Engländer nicht zufrieden und beschloß, sich persönlich an Ort und Stelle von dem Gang der Kriegsereignisse zu überzeugen. Auch will er, wenn es nötig ist, in den Reihen der Buren mitkämpfen. *„Erlauben Sie mal, Sie olle Schlachtersche,“ mit diesen Worten drängte sich jüngst eine alte, ehrwürdig aussehende Frau in einem Pferde: bahnwagen zu Berlin an einer auf dem Tri#orett stehenden korpulenten Dame, Frau G., merkte Frau E., daß ihr Portemonnaie fehlte; sie Sotort vies de m. zicken woln E, hier machen, Bedriegersche, sone Zil„ean Er lichet Wurm: Der Larm locte einen Schrzane führte. Dort entpuppte sich das„ehrliche Wi als berüchtigte Taschendiebin, die auch Frau E * Beim Fahneneid! In einer größeren geb., Unter=Offizier der Res., alleiniger Inhaber eines gutgehend. Engros=Geschäfts in einer Großstadt der Rheinprov., sucht ein sehr junges Mädchen im Alter v. 18—23 J., ebensalls aus tadenoser gamisze behufs Heirozztg und Verwandte von Damen, die eine Angis# von über 100000 Mk. erhalten, wollen sich u. 39740 an die Exped. d. Bl. wenden. Photographien werden erwünscht. Strengste Diskr. nach jeder Richtung hin beim Fahnened, zageschertze * Der Hamburger Dampfer„Patria., v. bekanntlich in Brand geraten war, ist am Montag unweit Deal an der englischen Küste im Schlepptau des Dampfers„Hansa“ gesunken. Der Kapitän, der seinem brennenden Schiff gefolgt war, befinde sich in Dael. Ausland. § Jetzt ist auch in Madrid ein Pestfall vorgekommen. Er ist aus Oporto eingeschleppt worden und betrifft einen Bahnhofsangestellten. Vorsichtsmaßregeln sind ergriffen. § Eine Staatspleite ist in Montenegro in Sicht! Aus Cettenje wird gemeldet, daß die finanziellen Verlegenheiten des Fürsten von Montenegro ihren Höhepunkt erreicht haben. Der Zeitpunkt wird nicht mehr fern sein, wo Montenegro seinen Staatsbankerott erklärt.— Will denn Väterchen", in Petersburg seinem„einzigen Freunde in Europa“ nicht beispringen mit ein paar lumpigen Millionen? 8 Beim„Fest der Bäume“, das dieser Tage in Rom stattfand und dem auch Königin Margherita beiwohnte, wurde der Fürstin ein zweijähriges Mädchen mitsamt einer Bittschrift von einem ärmlich gekleideten Ehepaar in den Wagen geworfen. Die Königin schrie erschreckt auf, und die Menge, im Glauben an ein Attentat, sammelte sich um den Wagen, der anhielt. Die Kronprinzessin reichte das Kind aus dem Wagen. nachdem sie die Bittschrift angenommen hatte. Das Ehepaar wurde verhaftet. Jansan, * Auf dem englischen Dampfer„Jahlr.“, der aus Sautos in Newyork eingetroffen ist, sind der Kapitän und ein Offizier an der Pest erkrankt. Letzterer ist bereits gestorben. Auf der Insel Mauritius im Indischen Ozean haben sich in der letzten Woche 65 neue Fälle von Pest und 35 Todesfälle ereignet. In Oporto sind zwei neue Fälle von Pest eingetreten; drei weitere Personen sind der Seuche erlegen. geringfügiger Ursache bekamen die 4 Personen unter sich Streit, in dessen Verlauf Welzer mit einem Stockeisen einen so wuchtigen Schlag über den Kopf erhielt, daß die Schädeldecke zertrümmert wurde, an deren Folgen er kurz darauf verschied. Weil nicht feststeht, wer den tödlichen Schlag ausgeführt hat, sind heute morgen alle drei Personen verhaftet worden. * Iserlohn, 19. Nov. In der Reitund Fahrgeschirrbeschlagfabrik der Firma Hch. Sudhaus Söhne hierselbst ist ein Streik ausgebrochen. Es handelt sich um die Abschaffung der Akkordlöhne unter den dort be schäftigten Schleifern. In einer Sitzung des Gewerkschaftskartells wurde beschlossen, den Streik als berechtigt anzuerkennen, nicht allein wegen Nichtanerkennung des Koalitionsrechts. Die Firma hat sich nämlich erklärt, daß sie das Verhältnes zu ihren Arbeitern ohne fremde Beihilfe ordnen will. * Velen, 20. Nov. Ein eigentümliches Verkehrshindernis hat sich hier ereignet. Die gegen 1 Uhr nachmittags von hier nach Coesseld abgehende Borkener Post konnte dieser Tage erst eine halbe Stunde nach der fahrp anmäßigen Zeit abfahren, weil 2 mit der Post ankommende Herren den Wagen nicht verlassen und wartende Passagiere nicht einsteigen konnten. Einem der Herren war namlich auf der Vorstation ein Rockzipfel seines Ueberziehers zwischen die Wagenthür eingeklemmt worden und alles Schieben und Ziehen half nichts, die Thür zu öffnen und die Insassen zu befreien. Bald haite sich hier die halbe Gemeinde um den Postwagen versammelt. Das tragikomische Schauspiel stimmie zu allgemeiner Heiterkeit, die sich in ungezwungener Weise kundgab, bis unser guter Postmeister ein Einsehen gebrauchte und die Postwagenhür gewaltsam erbrechen ließ. Düsseldorf, 21. Nov. In der gestrigen Sitzung der Strafkammer wurde eine Angelegenheit verhandelt, mit welcher s. Zt. sich die Blätter sehr eingehend beschäftigt hatten und die unsern Lesern noch bekannt sein dürfte: Es betraf die Klage des Feldwebels Stallmann, durch dessen Verschulden, wie von den„Neuesten Nachrichten“ behauptet wurde, der Pionier Schöler aus Duisburg den Tod in den Wellen des Rheins fand. Aus der Verhandlung ging folgendes hervor: Am Abend des 29. Juli fuhren der Pionierfeldwebel Stallmann und zwei Pioniere aus Deutz einem Nachen bei Kaiserswerth über den Hörde, 22. Nov.(Das warme Würstchen.) Eiligst, so schreibt das„Hörder Volksbl.“, schlüpfte Herr N. in die Kleider. Er wollte mit der Bahn nach U. fahren und hatte sich verschlafen. Da galt es flink zu sein! Darum mahnte er auch seine Gattin, während er rasch in die Stiefel fuhr: Käthe mak mi wacker den Koffee feddig, dat ick mi nohiär nit obtehalten brucke. Eck hä nit mä viäl üäwer!"„Eck stell dat Water all op und kuack die schnell en warm Wörstken, dat kannst de noch täten" entgegnete die sorgende Hausfrau und stellte den Topf mit Wasser auf die Gasflamme.„In tiän Minuten es ei feddig.“ Mißmutig knurrte Herr N. über zehn Minuten wären viel zu lange, er habe höchstens fünf Minuten Zeit, das Würstchen hätte auch schon am Abend vorher gekocht werden können und dergleichen. Mittlerweile begann das Wasser zu summen, der Hausherr aber fertig gestiefelt und frisiert schritt unruhig in der Küche auf und ab. „Sind dä tiän Minuten noch nit rüm? brummte er wieder.„Eist fiefe“ wer die Antwort.„Nu kann ek awer nit mä wachten“ hieß es wieder,„ek maut furt un kann dat Würstken leider nit mä jäten.“„Dann dreig ek di't in, wacht noch en Ogenblick" besänftigte die Gattin.„Nei ek maut gohn!“ sagte Herr N. bestimmt und ergriff Hut und Stock.„Na, de tiän Minuten sind, Gott si dank, rüm Du ungeduldig Mensche, de Wurst es gar“ entgegnete seine Frau und hob den Deckel von dem dampfenden und brozelnden Kessel. Doch gleich darauf stieß sie einen Schreckensruf aus:„Ach Gott, Fritz, nu hä ek in de Ile vergiäten— dä Wourst in'n Pott te dauhn!“„Un ek krieg den Zug nit mä!“ sagte Herr N. und stellte Stock und Hut wieder in die Ecke,„iäben schlät acht! Use Uhr es noch do tau nogohn!“ * Dortmund, 20. Nov. Die Arbeiter Johann Bußmann, Otto Schuster, Karl Klostermann und Hermann Welzer, welche an einer Dampfdreschmaschine in der Nähe der Stockheide beschäftigt waren, hatten am Sonntag Abend, nachdem sie von der Stadt zurückgekommen waren, zwei zusammenliegende Strohhaufen als Schlafstätte gewählt. Aus Rhein, um Pontons, die von Wesel her kommen sollten, zu erwarten. Im Strome begegnete dem Nachen ein Dampfer mit zwei Schleppkähnen. Der Nachen fuhr auf den Dampfer zu; nach Angabe des Feldwebels und des einen Pioniers deshalb, weil sie Soldatenlieder singen hörten und der Meinung waren, es sei der Dampfer der Pioniere. Kurz vor dem Schiffe bemerkte der Feldwebel seinen Irrtum, worauf er dem an den Rudern sitzenden Pionier Friedrich Schöler zurief, er solle kräftig durchziehen, damit sie aus dem Bereich des Dampfers kämen. Dies gelang aber nicht mehr, und der Nachen stieß an den Dampfer an; vergeblich suchten die Leute sich festzuhalten, sie kamen mit ihrem Nachen zwischen den Dampfer und den ersten Schleppkahn. Hier griff Schöler nach den Schleppseilen, er ließ trotz Zurufens nicht los und wurde so ins Wasser hineingezogen. Der zweite Pionier Oberembt hielt den Verunglückten fest, mußte ihn aber los lassen, als seine, O.'s Kräfte abnahmen. Sch. tauchte noch einmal an den Seilen auf, verschwand aber dann in den Wellen und ertrank. Ueber diesen Vorfall brachten die hier erscheinenden„Neuesten Nachrichten in ihrer Nummer 173 einen Artikel, in welchem die Bemerkung stand, daß der Mann bei etwas mehr Umsicht des Feldwebels hätte gerettet werden können; der Feldwebel habe sich überhaupt sonderbar benommen, indem er einem Augenzeugen, einem Fährmann, gegenüber bestritten habe, daß ein Dritter im Nachen gewesen sei. Der Feldwebel St. stellte auf Grund dieses Artikels gegen den verantwortlichen Redakteur der„Neuesten Nachrichten", Gustav L., Strafantrag wegen Beleidigung. Der Angeklagte bestritt jede Absicht der Beleidigung. Das Material zu dem Artikel stammte von dem Fährmann K., der auch heute bekundete, daß der Feldwebel auf Vefragen in Abrede gestellt habe, daß jemand ertrunken sei; daß der Feldwebel itn dabei barsch anzefahren habe, wollte der Zeuge nicht behaupten. Festgestellt wurde auch, daß der Feldwebel Si. nach dem Unglücksfall zu dem Pionier O. gesagt hat, er solle stillschweigen und gegenüber der Zivilbevölkerung, die sich am Ufer gesammelt hatte, nichts verlautbaren lassen, er der Feldwebel, werde den Vorfall an maßgebender Stelle sofort melden. Dies ist auch geschehen. Der Pionier O. bekundete noch, er habe mit dem Feldwebel die Unglücksstelle abgesucht, indes umsonst. Der Staatsanwalt hielt eine Beleidigung für vorliegend und beantragte gegen den Angeklagten 150 Mark Geldstrafe. Das Gericht setzte eine solche von 30 Mark fest, indem es davon ausging, daß der Artikel an dem Mangel leide, daß nicht alles, was berichtet worden, den Thatsachen entspreche. Das Mitgeteilte war geeignet, den Feldwebel in der öffentlichen Meinung herabzusetzen. Gleichzeitig erkannte das Gericht aber auch an, daß das Verhalten des Feldwebels nicht als ein ordnungsmäßiges angesehen werden könne, es sei nicht richtig gewesen, die Parole auszugeben, den Zivilisten gegenüber den Vorgang zu verschweigen, zumal da es sich um ein Menschenleben handelte.„ * Höntrop, 20. Nov. Der bei dem Landwitt und Ziegeleibesitzer Speberg hierselbst in Diensten stehende Ziegelmeister Heinrich Maas aus Deimold machte gestern seinem Leben durch Erhängen ein Ende, nachdem er einige Stunden vorher einen zur Auslöhnung der Ziegelarbeiter bestimmten Geldbetrag in Höhe von 2140 Mk. erhoben hatte. Es stellte sich heraus, daß er die ganze Summe per Postanweisung an seine in Detmold lebende Frau bei dem hiesigen Postamte eingezahlt hatte, die betr. Anweisung war indessen noch nicht expediert, sodaß sie von der Polizeibehörte mit Beschlag belegt wurde. Maas war 40 Jahre alt und bis jetzt immer ein zuver lässiger Mann gewesen, sodaß zu vermuten steht, daß er die unselige That in einem Anfalle von Geistesstörung begangen hat. * Siegen, 21. Nov. Zwei liebeglühen den Jünglingen pessierte in der Nachbarschaft Siegens dieser Tage ein unliebsames Mißgeschick. Dem Diagge ihres Herzens folgend, schickten sie sich on, ihren bei einem Gastwirt bed enst ten„Bräuten“ ein Ständchen zu bringen. Doch##ider hatte der gestrenge Dienstherr für solche Liebesbezeugung kein rechtes Ve ständnis und schickte seinen„Cäsar“ hinaus, sich mit den Sängern ein wenig zu benehmen. Als diese des Hauswächters ansichtig wurden, machten sie schneu kehrt, genieten aber in ihrer Zerstreutheit alsdann in eine Düngergrube und wurde ihnen so unverhofft eine gehörige Abkühlung zuteil. 21. Nov. Herr Landgerichtsrat Brisken, welcher vor einigen Tagen in aller Stille und Zurückgezogenheit(er hatte sich jede äußere Feier verbeten) sein 50jähriges Dienstjubiläum feierte, hat diesen Tag leider nicht lange überlebt. Am Donnerstag wurde derselbe nämlich von einem Schlaganfalle betroffen dem er nach kurzer Zeit erlag. Herr Brisken war wegen seines offenen biederen Charakters allgemein beliebt. Ebenso zeichnete ihn ein tief frommer Sinn aus. * Borbeck, 20. Nov. Der Mann ha Ahnung! Ein Bergmann aus der Stadt bewarb sich vor einiger Zeit in einem nachbarten Otte um eine Polizeikommissar stelle und reichte nebst seinem recht int ressanten Bewerbungsgesuch seinen Lebenslauf ein. Letzterem entnehmen wird folgende äußerst imposante Stellen:„... Doit wurde ich Groß erzogen, auch die Evangelische Volksschule besucht habe. Und als ich 14 Jahre alt war und der Stärkste Knabe von meine 8 Geschwister wurde, mußte ich in der fremde, das ich von mein Verdienst meine Eltern etwas unterstützen könnte. Im Jahre 1890 wurde ich in R. zum Infanterie Regiment Nr. 144 aus gemustert, und im Herbste als Ersatz Rekrut bei der 11. Kompagnie dieses Regiments eingestellt. Dort habe ich gut gelernt so daß ich die Rekruten von mein Ersatz welche nicht deutsch verstehen konnten die Instruktion in polnisch und deutsch erteilen mußte. Zu Manöver solte ich Gefreiter werden und das war für die Kameraden der Aelteren Jahrgenge ferdruß. Diese haben mich gepeinigt so das ich einmal dem Ende mach wolte und da hab ich auf vier Tage den Dienst verlaßen und ein Bauer hat mir beredet das ich meine Drill=Jake ausgezogen und sein Jope angezogen und mir über die Grenze begeben soll. Dises habe ich aber nicht gethann sondern habe mir an die Compagnie zurückgestelt weil ich aber in der CivilJope war so wurde ich wegen Fahnenflucht und unter schlagung des Königlichen Dinst Gegenstandes bestraft. Aber aus dem Militär Paß zu sehen das nach meine strafe 10 Monaten wo ich Gefreiter wurde und später Unteroffizier. Ich wollte gerne weiter dinen aber das Kaisermanöver 1893 habe ich am rechten Oberschenkel eine Eusere Dinst beschädigung zu gezogen. Da wurde ich am 31. Dez. 93 als Zeitig halb Infalide Entlaßen. Die leiden haben sich gebesert so das ich 1897 gesund und Felddinst wegig wurde. Am 1. Okt. habe ich mich verehlicht. Und die Ehe ist sehr glücklich, bis jetzt wurden wir mit zwei Kinder Menlichen geschlechts beschert ich arbeite in der Grube als Hauer. Und habe aus meinen Verdienst schon etwas erspart. ... Der Untergebenster".— Diesem gewissenhaften Bewerber wäre doch eine Polizeikommissarstelle zu wünschen. ein Missionar, auf und betonte in seinem ganzen Wesen den wohlerzogenen Ehrenmann. Und doch hat dieser selbe Herr mit eigener Hand manches junge Mädchen umgebracht, das ihm nicht zu Willen sein wollte. Bei einem solchen Angriff auf die Frau seines jungverheirateten ersten Offiziers büßte er endlich sein vollgerütteltes Maß der Sünden mit dem Tode; ein wohlgezielter Axthieb des in seiner Hausehre gekränkten Maaten spaliete dem Schuften den Kopf. Sein Leichnam wurde ohne Weiteres, in der Nähe der Marianen über Bord den Haifischen zum Fraß vorgeworfen. Seine Wittwe oder vielmehr eine von den vielen, die er hinterließ, lebte noch geraume Zeit danach in Apia und verheiratete ihre Tochter dort an einen deutschen Arzt, der sich allerdings der Seeräuberstochter durch die Scheidung wieder entledigte. Ein Sohn dieser merkwürdigen Ehe wird zur Zeit auf einer höheren Schule in Deutschland erzogen, fern von allem, was ihn an seinen berühmten Großvater und dessen Kumpanen erinnern könnte. Von dem berühmtesten Südsee mann wird in einem Bericht der„Köln. Ztg. aus Apia(Deutsch=Samoa) erzählt. Es war Bully Hayes, jener famose Seeräuber und Wegelagerer des großen Ozeans, der fast ein halbes Jahrhundert lang diese ungeheuere Wasserfläche unsicher gemacht hat. H. hatte viele Jahre hindurch sein Hauptlager in der samoaischen Hauptstadt Apia, und zur Zeit, als die deutschen, amerikanischen und englischen Kriegsschiffe noch nicht zu den dauern den Erscheinungen des dortigen Hafens gehörten, pflegte der große„Gentleman Priate“ hier anzulaufen und sich von seinen Schandthaten zu erholen. Bully Hayes pflegte mit großer Kaltblütigkeit an Bord von Schiffen zu gehen, deren Kapitän gerade an Land war, bedrohte dann die Besatzung mit dem Revolver, wenn sie sich nicht sofort in seine Dienste begeben wollte, und hatte meist die Genugthuung, mit einigen wenigen seiner unerschrockenen Spießgesellen die schönsten und wertvollsten Schiffe in seinen Besitz zu bringen. Er pflegte mit seinen Genossen ehrlich zu teilen und dadurch ihre unbedingte Ergebenheit zu gewinnen, so daß er auch bei den gewagtesten Abenteuern stets auf ihre Mithilfe rechnen konnte. In Apia trat er stets tadellos schwarz gekleidet, wie Entscheidung und Rechtspflege. Wichtig für Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Nach Beschluß des Bundesrats verlieren in Zukunft alle auch vor dem 1. Januar 1900 ausgestellten Quittungskarten innerhalb zweier Jahre nach dem Tage ihrer Ausstellung die Giltigkeit, so daß eine im Jahre 1897 ausgestellte Karte nicht mehr, wie bisher, am 31. Dezember 1900 ungiltig wird, sondern schon zwei Jahre nach dem Ausstellungstermin ihre Giltigkeit im Jahre 1899 verloren hat. Die Versicherten, die Karten aus dem Jahre 1898 und früher besitzen, werden hiernach gut thun, sogleich nach dem 1. Januar 1900 ihre Karten umzutauschen. Auf die Giltigkeit der verwandten Marken hat diese Bestimmung keine Bedeutung, so daß für eine Beunruhigung kein Anlaß vorliegt. Ferner werden vom 1. Januar k. J. ab neben den bisherigen Wochenmarken auch Marken für zwei Wochen und für dreizehn Wochen ausgegeben. Diese neuen Marken müssen aber entwertet werden, widrigensalls Bestrafung erfolgt. Bei den Wochenmarken besteht dieser Zwang zur Entwertung bekanntlich nicht. Die Entwertung darf nur in der Weise erfolgen, daß auf jede Marke das Datum des Tages, an dem die Entwertung erfolgt, in arabischen Ziffern handschriftlich mit Tinte oder durch Stempel eingetragen wird. Eine am 2. März 1900 zu entwertende Marke müßte also den Vermerk„2. 3. 00“ erhalten. Alle Abweichungen von dieser Art der Entwertung können mit Geldstrafe bis zu 20 M. bestraft werden Im Streite mit der Reichsbank hat Ella Goltz, einst die Geliebte Grünenthals, gesiegt. Als Ella Goltz s. Zt. verhaftet worden war, wurden bei ihr eine Anzahl von Stücken der Rheinischen Stahl= und der Rheinisch=Westfälischen Industrieaktien mit Beschlag belegt. Sie haben jetzt einen Wert von 80000 M. Die Reichsbank, als die durch die Grünenthal'schen Verbrechen Geschädigte, erhob Ansprüche auf diese Wertpapiere. Als der Ella Goltz die Herausgabe verweigert wurde, erhob sie Klage gegen die Reichsbank indem sie behauptete und unter Beweis stellte, daß ihr diese Papiere vor langer Zeit geschenkt worden seien und G. keineswegs habe durchblicken lassen, daß sie auf unehrliche Weise erworben seien. Jetzt ist das Urteil in diesem Streite gefällt worden: Die Reichsbank muß die streitigen Papiere der Klägerin zurückgehen. Eine für Lehrer wichtige Streitfrage hat die Kgl. Regierung in Potsdam bis zum Reichsgericht verfolgt. Der Lehrer emer. Kark Laacke in Spandau verheiratete sich im vorigen Jahre zum zweiten Mal, und da er Mitglied der Lehrerwitwenkasse des Regierungsbezirks Potsdam auch nach dem Tode seiner ersten Frau geblieben war, beantragte er die Eintragung der zweiten Eheschließung in das Grundbuch der Witwenkasse für die Elementarlehrer des Bezirks Potsdam. Die Königl. Regierung lehnte den Antrag indes ab mit folgender Begründung:„Da Sie die Ehe. mit Ihrer jetzigen Frau erst nach Ihrer Pensionirung beschlossen haben, steht Ihrer etwaigen Witwe ein Anspruch auf Pension aus der Bezirks=Witwenkasse nicht zu. Gegen diesen Bescheid wandte sich Laacke beschwerdeführend an den Minister. Er erhielt aber zur Antwort, daß sein Anspruch abgelehnt werden müsse. Der Emeritus L. strengte darauf beim Landgericht in Potsdam eine Klage gegen die Witwenkasse, vertreten durch die Königl. Regierung, an. Das Landgericht, zweite Zivilkammer, erkannte für Recht:„Die beklagte Kasse wird verurteilt, anzuerkennen, daß der Kläger Mitglied der betreffenden Kasse ist, und daß, falls er vor seiner jetzigen Ehefrau sterben sollte, dieser gegen die beklagte Kasse das Recht auf Zahlung der gesetzlichen Witwenpension zusteht. Die Kosten des Rechtsstreits werden der beklagten Kasse zur Last gelegt. Die von der Königlichen Regierung gegen dieses Ueteil eingelegte Berufung beim Königlichen Kammergericht wurde zurückgewiesen. Hiergegen legte die Königliche Regierung Revision beim Reichsgericht ein. Diese letzte Instanz die Revision am 16. November d. J. verworfen, und somit ist das Erkenntnis des Königlichen Landgerichts in Potsdam jetzt rechtskräftig geworden. für die Samstag=Nummer der Schwerter Zeitung, amtliches Kreisblatt, werden entgegengenommen bis Samstag Vormittag 9 Uhr; solche größeren Umfanges bitten wir jedoch schon am Tage vorher auszugeben. Expedition der„Schwerter=Zeitung. Von einem größeren Hüttenwerke wird für die Erledigung der Unfall=, liditäts= und AltersversArbeiten ein zuverlässiger junger Mann zum Eintritt per 1. Dezember d. J. gesucht. Meldungen mit Angabe der Gehaltsansprüche unter Z 3000 zu richten an die Geschäftsstelle dieser Zeitung. Für die bevorstehende Winterzeit bringe ich mein reichhaltiges Lager aller Neuheiten der Saison, wie: Unterjacken, Anterhosen, Normathemden, und Kinder-Hauben, Tücher, Handschuhe, Shawls etc. in empfehlende Erinnerung. Reelle Bedienung u. billigste Preise sind meine Geschäftsprinzipien. num cn ncnen Schwerte, Marktplatz 3. IDU GCACISERHACDTOE ACDTOESEISCHIDG ACDISCEIGG OG IGDS AIEHGEIAGH TDG GGIHE SCLGDE SCTOGIOG IGDE G68) Holzbrandartiner sind in zweiter Sendung und in grosser Auswahl eingetroffen. Carl Braus, Schwerte i. W. Lade zur Besichtigung ergebenst ein. Kein Kaufzwang. Illustrierter Katalog kostenfrei ins Haus. Habe mich in Schwerte(Wirtschaft Ww. 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