* Amtliches Kreisbratt Abonnements=Preis pro Quartal 1 Mk. 50 Pfg. Erscheint Montags, Mittwochs, Freitags und Samstags. Wöchentliche Gratisbeilage:„Illustrierter Familienfreund. Verantwortlicher Redakteur: Wilhelm Hoerster, Schwerte. für den Kreis Görde. Insertionsgebühr für die 6spaltige Zeile oder deren Raum 10 Pfeaußerhalb des Leserkreises 15 Pfg. Reklame 80 Pfg. Druck und Verlag von Carl Braus in Schwerte. Tages=Ereignisse. Unser Kaiser, der Tags zuvor aus Prökelwitz heimkehrte, besichtigte Donnerstag vormittag das 1. und 2. Garde Dragonerregiment auf dem Truppenübungsplatz Döberitz bei Spandau. Später kehrte Se. Majestät nach dem Neuen Palais bei Potsdam zurück.— Nach der„Voss. Ztg.“ wird der Kaiser am 16. Juni in Hamburg eintreffen und beim Gesandten Grafen WolffMetternich absteigen. Tags darauf beabsichtigt der Monarch an einer Ruderregatta bei Kuxhaven teilzunehmen.— Zum Bau einer neuen Mädchenschule bewilligte der Kaiser der katholischen Gemeinde zu Heilsberg ein Gnadengeschenk von 24000 M. Der Kaiser hat seine besondere Teilnahme an dem schweren Unglück aussprechen lassen, das den schweizerischen Gesandten in Berlin, Dr. Roth, betroffen hat, und mit seiner Vertretung bei den Beerdigungsfeierlichkeiten in der Schweiz den Ge sandten in Bern, Herrn v. Bülow, beauftragt. Der Kriegsminister v. Goßler erklärte in der Budgetkommission des Reichstags, daß die neue Militärstrafgesetzordnung bestimmt am 1. Oktober 1900 in Kraft treten werde. Die Kanalvorlage beherrscht zur Zeit die politische Lage in Preußen. Von Interesse ist nun eine Auslassung des Finanzministers von Miquel, der sich nach dem „Hann. Kur.“ am 2. d. M. gegenüber einem hohen Provinzialbeamten dahin ausgesprochen hat, daß er bestimmt darauf rechne, die Kanalvorlage durchzubringen. Die zweite Lesung im Abgeordnetenhause wird etwa am 15. d. M. beginnen. In neunzehn Berliner Volksversammlungen haben Mittwoch abend die Sozialdemokraten Stellung gegen die Streikvorlage genommen. Alle Referenten, die durchweg aus Reichstagsabgeordneten der Partei bestanden und zu denen auch Bebel, Auer, Liebknecht und Singer gehörten, kritisierten natürlich auf das Schärfste die Vorlage. In sämtlichen Versammlungen wurde eine gleichlautende Resolution angenommen, in der gegen die Streikvorlage Protest erhoben wird. Man sollte von dem Reichskanzler die volle Verbindungsfreiheit, wie solche schon vor längerer Zeit versprochen wurde, fordern. Die Versammlungen waren außerordentlich stark besucht. Hannover, 9. Juni. ReichstagsErsatzwahl Emden-Norden: Graf Kuyp hausen(kons.) wurde mit 8302 Stimmen gewählt. Agena(natlib.) erhielt 7202 Stimmen. Berlin, 9. Juni. Unter gewaltigem Zulauf sprach gestern Graf Pückler in einer Versammlung hierselbst über die wachsende Ausdehnung des jüdischen Einflusses und exemplifizierte insbesondere auf die jüdischen Aerzte und Rechtsanwälte; als er sagte„und der deutsche Michel sieht das alles ruhig mit an und gafft und gafft und klatscht den jüdischen Freunden womöglich noch Beifall, so daß man aus der Haut fahren könnte, anstatt den Knüppel zu nehmen und kräftig dazwischen zu hauen, daß die Fetzen fliegen und daß alle die Kränke kriegen in das klappernde Gebein", erklärte der überwachende Polizeileutnant auf Grund des§ 5 des Vereinsgesetzes die Versammlung aufgelöst. Die Anwesenden brachen in stürmische Hochrufe auf den Polizeileutnant aus.„„. Glogau, 8. Juni. Pfarrer Majunke hat nach der„Voss. Ztg.“ in seinem Testament, das heute veröffentlicht wurde, die Armen der Gemeinde Hochkirch zu Erben seines beträchtlichen Vermögens eingesetzt. Dresden, 8. Juni. Aehnlich wie in Berlin fanden auch hier drei sozialdemokra tische Protestversammlungen gegen die Vorlage zum Schutze Arbeitswilliger statt, in denen gleichlautende Resolutionen gefaßt wurden. Die Referenten mußten durch die überwachenden Beamten wiederholt zur Mä ßigung ermahnt werden. Ein Redner nannte die Gesetzesvorlage Provokation zum Straßenkampfe, ein anderer forderte verblümt zur selbsthülfe bezw. Auflehnung auf. Beiden wurde durch die polizeiliche Ueberwachung das Wort entzogen. England. London, 9. Juni. Eine Versammlung von Kaufleuten, Fabrikanten und Rhedern in Glasgow nahm eine Resolution an, welche die Beunruhigung über die ernste Schädigung des britischen kolonialen Handels durch die Ausdehnung fremder Länder ausdrückt. Die Redner wiesen dabei vornehmlich auf Deutsch land und Amerika hin. Italien Rom 9. Juni. Senat. Bei der Beratung des berichtigten Budgets für 1898/99 erklärt der Schatzminister, das Budget werde mit einem Ueberschuß von 3 Millionen abschließen. Der Minister tritt für eine wirkliche und foxtgesetzte Sparsamkeit ein und betont, daß sich Symptome des wirtschaft lichen Aufsch dungs des Landes bemerkbar machten. Alles lasse glauben, daß der wirtschaftliche Aufschwung anhalten werde. Die taatspapiere befänden sich in natürlichem Aufsteigen. In dem geheimen Konsistorium das auf den 19. d. Mts. festgesetzt ist, wird der Papst zwölf neue Kardinäle ernennen, nämlich den Nuntius in Madrid, die Erzbischöfe von Goerz, Toulouse, Turin, Ferrara, Reggio di Calabria, die lateinischen Patriarchen von Antiochia und von Konstantinopel, den Sekretär der Kongregation der Propaganda, den Sekretär der Kongregation der Bischöfe und geistlichen Orden, schließlich den spanischen Kapuziner Llaneras, dem Nuntius von Madrid und dem Erzbischof von Goerz soll der Kardinalshut von päpstlichen Delegaten überbracht werden; die übrigen zeha erhalten ihn in dem öffentlichen Konsistorium am 22. Juni. In beiden Konsistorien sollen zahlreiche Bischöfe ernannt werden. Niederlande. keiten, die sich aus der ungenauen Veröffentlichung der Konferenzverhandlungen ergaben, erhielt Graf Münster dieser Tage den Auftrag, zu beantragen, daß die Protokolle der Plenar= und Kommissionssitzungen gleich nach der Fertigstellung veröffentlicht werden. Die Entscheidung der Konferenz hierüber wird täglich erwartet. Frankreich. Paris, 9. Juni. Die Anklagekammer beschloß die vorläufige Freilassung Picquarts. Südamerika. Laut Nachrichten, die über Rom nach Europa gelangt sind, wüten in Peru Indianerbanden in grauenerregender Weise. 5000 Mann stark überfielen sie Städte und Dörfer, die Bewohner unter grausamsten Martern niederschlachtend oder lebendig ver brennend und alle bewegliche Habe fortschleppend. Am schrecklichsten hausten sie bei Cerpu, wo sie angeblich 50 junge Männer aus der Bewohnerschaft aussuchten, brieten und verzehrten. Die Aufregung in Peru ist ungeheuer. Deutspher Der Reichstag beendigte am Freitag zunächst die zweite Lesung der Novelle zum Invaliditäts=Versicherungsgesetze, indem er den Rest dieses Gesetzentwurfes fast debattelos in der Kommissionsfassung genehmigte. Zu dem Gesetzentwurf beantragten die Sozialdemokraten alsdann die Hinzufügung eines zweiten Artikels, der eine Novelle zum Krankenversicherungsgesetze enthält und die land= und forstwirtschaftlichen Arbeiten in die Krankenversicherung einbezogen und die Verpflichtungsdauer der Krankenkosten von 13 auf 26 Wochen ausgedehnt wissen will. Präsident Graf Ballestren machte zunächst Bedenken geltend, ob er diese Anträge, die mit der Hauptfrage nur in loser Verbindung ständen, nach der Geschäftsordnung zur Beratung stellen dürfe, ließ die Beratung jedoch zu, da sich kein Widerspruch erhob. Die Debatte bestand ausschließlich in einer Polemik zwischen sozialdemokratischen und konservativen Abgeordneten über die Lage der ländlichen Arbeiter im Osten des Reiches. Nachdem auch Staatssekretär Graf Posadowsky um Ablehnung der sozialdemokratischen Anträge gebeten, erfolgte dieselbe mit großer Majorität. Die von der Kommission beantragte Resolution Letr. Beseitigung der Karenzzeit im Krankenversicherungsgesetze wurde debattelos angenommen. Die Vorlage betr. Verwendung von Mitteln des Reichsinvalidenfonds wird in zweiter Lesung debattelos genehmigt. Auch der Gebührentarif für den Nordostseekanal gelangte in zweiter Lesung zur Annahme; hier wurde jedoch ein Antrag Broemel angenommen, der die Vollmacht des Bundesrates zur Tariffestsetzung nur auf 3 Jahre und nicht wie die Vorlage wollte, auf 5 Jahre verlängert. Alsdann folgten Wahlprüfungen. Nachdem diese in größerer Anzahl ausnahmslos nach den Kommissionsbeschlüssen erledigt sind, vertagt das Haus die weitere Beratung auf Sonnabend 1 Uhr. Schluß ½7 Uhr. kommen. Es sei weder die Frage des geheimen noch des passiven Wahlrechtes gelöst und vor der ersten Klasse mache die Vorlage Halt. Man gewinnt den Anschein, als ob es der Regierung nur darum zu thun sei, die Plutokratie zu begünstigen. Finanzminister von Miquel konstatierte die günstige Aufnahme der Vorlage; die Mehrheit des Hauses sage sich, es sei das Beste, den Sperling auf dem Dache zu nehmen.(Heiterkeit.) Der Landtag werde hoffentlich nicht auseinandergehen, ohne die Korrekturen des Gemeindewahlrechtes vorgenommen zu haben, die durch die Steuerreform nötig geworden seien. Abg. Stengel(frkons) hatte an dem Entwurf nichts weiter als die späte Einbringung auszusetzen. Abg. Ehlers(freis. Vereinig.) machte seine Zustimmung von dem Ergebnis der Kommissions Beratung abhängig. Nachdem Abg. Vorster(frkons.) die Vorlage bekämpft, ging diese an eine besondere Kommission. Sonnabend: kleinere Sachen Lokales. * Schwerte, 10. Juni. Lehrermangel im westfälischen Industriebezirk. der„Köln. Ztg.“ befindet sich folgende Dortmunder Korrespondenz:„Im westfälischen Industriebezirk macht sich gegenwärtig wieder ein großer Lehrermangel fühlbar. Lehrerstellen, die schon zu Östern hätten besetzt werden müssen, bleiben bis zum Herbste unbesetzt, und auch dann wird es der Regierung nur möglich sein, einen geringen Teil mit Lehrkräften versorgen zu können. Um die Errichtung eines neuen Lehrerseminars hat sich bei der Provinzialregierung schon die Stadt Unna beworben.“ Schwerte, 10. Juni. Das Abonnementskonzert der Hammer Stadtkapelle im Westfälischen Hof hatte diesmal nur einen mittelmäßigen Besuch aufzuweisen, was wohl darin seinen Grund hat, daß nach Ankündigung das Konzert im Garten stattfinden sollte, die kühle Witterung einen Aufenthalt im Garten aber wenig verlockend ercheinen ließ. Je nach der Witterung dem Wunsche der Gäste entsprechend das Konzert in den Saalraum zu verlegen, daran hatte Herr Quadbeck in einer Sorge um die Annehmlichkeiten seiner Besucher wohl gedacht, nicht aber der Herr Kapellmeister, der sich mit seiner Kapelle nur auf ein Gartenkonzert eingerichtet hatte. Es ist aber, wie das Beispiel gezeigt hat, nicht klug, zu viel Vertrauen in die Beständigkeit des Wetters Die Ausführung des Programms befriedigte allgemein. Haag, 9. Juni. Wegen Unzuträglich Preußischer Landtag. Das preußische Abgeordnetenhans beriet am Freitag die Gemeindewahlrechtsvorlage in erster Lesung. Minister v d Recke begründete den Entwurf, auf dessen Annahme noch in dieser Session die Regierung den größten Wert lege. Abg. v. Heydebrand(kons.) beklagte die späte Einbringung der Vorlage und empfahl gründliche Kommissionsberatung. Abg. Herold(Ctr.) erklärte, daß seine Partei der Vorlage freundlich gegenüberstehe. Abg. Dr. Sattler(ntl.) gab der Hoffnung Ausdruck, daß es gelingen werde, die Vorlage so zu gestalten, daß auch der Mittelstand zu seinem Rechte komme. Dagegen äußerte Abg. Richter(frs. Vp.), es werde nur Flickwerk herausWestfalen=Rheinland. § Hagen, 8. Juni. Schwurgericht. An der zweiten heute anstehenden Sache stehen1) der Papierarbeiter Fritz Siegfried, 19 Jahre alt und aus Stübbecken bei Iserlohn, wegen Jagdvergehens und Körperverletzung vorbestraft und 2) der Maurer Josef Staufenbiel, 20 Jahre alt, aus Niederhemer, noch nicht bestraft, unter Anklage. Dieselben sind beschuldigt: 1. In der Nacht zum 31. Juli v. J. bei Hemerhardt a. beide gemeinschaftlich den Bergmann Diedrich Radix zu Niederhemer, und zwar Siegfried mittelst geschlossenen Messers, Staufenbiel mittelst Papierstockes, b. Siegfried allein den Feiler Georg Marx zu Oberhemer mittelst gefährlichen Werkzeuges körperlich mißhandelt zu haben; 2) Siegfried am 31. Oktober v. J. vor dem königlichen Amtsgericht zu Iserlohn in der Untersuchungssache betr. Mißhandlung des Marx und Radix wissentlich ein falsches Zeugnis mit einem Eide bekräftigt, 3) Staufenbiel in den Monaten Juli bis Oktober zu Hemer und Iserlohn den Beschuldigten Siegfried zu dem Meineide vorsätzlich bestimmt zu haben. Der Sachverhalt ist kurz folgender: In der Nacht vom 30. zum 31. Juli zwischen 11 und 12 Uhr, begegneten dem auf dem Wege von seiner Arbeit in Iserlohn nach seiner Wohnung in Niederhemer befindlichen Bergmann Radix in der Nähe bei Hemerhardt 4 Personen, die ihn anrempelten. Radix meinte, man möge doch die Leute in Ruhe lassen. Kaum hatte er dies gesagt, als er ohne weiteres zu Boden geschlagen wurde. Er war an den Armen und auf dem Kopfe unmenschlich mißhandelt worden. Um Sinnsprüche, Denksprüche, Sprüchwörter 2c. „Große Naturen bleiben dieselben, auch wenn sie im Kittel eines Tagelöhners ihr elendes Dasein fristen.(M. Kretzer.) ** * „Man kann nicht leben, ohne daß die Leute sprechen, Nicht Rosen sammeln, ohne daß die Dornen stechen.“ (Jul. Hammer.) eingesogen hatte, weil ihn das Wasser zu heben und hin und her zu schaukeln begann: das Element, dem er den Schatz mit übermenschlicher Kraft abtrotzen wollte, drückte ihn in die Seite, lag ihm auf der Brust— er mußte dagegen ankämpfen, daß er nicht die Besinnung verlor, und da fiel plötzlich ein heller Lichtschimmer auf den Grund des Meeres und erhellte die aufgerissenen Steine, er zeigte dem Taucher, daß er an der Stelle, wo heute Morgen der ertrunkene Kamerad gearbeitet, sich befand, Der Bernsteinsucher. Roman von Rosenthal=Bonin. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Während dessen war der Taucher mit Hül fe seines Steines im Augenblick auf den Grund des Meeres gesunken, er fühlte die aufgewühlten Steine unter sich, der Grund war trotz des Lichtes des Leuchtturms tief nachtdunkel— er tastete nach der Lücke, die er gegraben, er fand sie nicht, er suchte, er grub mit den Händen in wahnsinniger Hast— er fühlte, daß er noch wenige Sekunden unter Wasser bleiben konnte — sein Kopf glühte ihm— das Blut schlug wie mit Hämmern an seine Schlafen, vor seinen glühenden Augen drehten sich in wahnwitziger Geschwindigkeit glühende Kreise, die ihn in's Gehirn brannten, und in seinen Ohren war ein Brausen, Schlagen, Klingen und Pfeifen, das ihm den Kopf zu zersprengen drohte— er entließ jetzt die Luft, welche er vom Tauchen wenige Schritte hinter ihm lag sein Schatz, er kroch, an den Steinblöcken sich festhaltend, dorthin und erreichte den Platz,— da lag, von dem Wasser völlig bloßgespült, ein großes, braunes Stück, mehr als halbarmlang, er ergrief es, es war im Wasser federleicht; er durchschnitt die Schnur des Steines, welcher ihn hinabgezogen, und fuhr wieder in die Höh. Er warf das Stück in den Kahn und schwang sich dann mit Hülfe des Mädchens hinein; er drückte sich in die Augen, weil er nichts sehen konnte, er schlug sich an die Ohren weil ihm Bertchen etwas zurief, das er nicht verstand. Bertchen ergriff das Messer, das der Taucher zugleich mit dem Schatz in den Kahn geworfen, und schnitt das Seil ab, welches das Boot an dem Ankerstein festhielt, sie schnitt die Schnur durch, welche den Körper des Tauchers, der noch immer auf dem Rücken im Boote lag und unheimlich stöhnte und keuchte, umwand, dann ergriff sie die Ruder mit fieberhafter Hast und brachte das Boot aus dem Lichtstreifen und lenkte es in die schwarze See hinaus. Sie zog die Ruder mit einer Hast, mit einer Aufbietung von Kraft, als gälte es ihr Leben— das Boot glitt durch die tiefdunkle Flut tonlos vorwärts, aber es schien ihr, als käme sie nicht von der Stelle, denn der Lichtstreifen war noch ganz in ihrer Nähe, und noch immer lag der Taucher im Boote, nach Atem ringend und röchelnd, wie ein Verscheidender, — es war ein grauenhaftes Geräusch, das ihre Todesangst vermehrte und sie zu erneuerter zu unerhörter Anstrengung antrieb. Wie lange würde sie das noch aushalten, — ihre Kraft zählte nur noch nach Minuten das fühlte sie, ihre Arme erlahmten, ihre Brust war ohne Atem und die Schultern hielten das Ziehen der Ruder nicht mehr aus— da richtete sich der Taucher auf und schaute umher, seine Blicke hafteten auf dem Strande, wo er das elektrische Licht gewahrte, und jetzt wußte er, daß er entdeckt sei und daß man ihn verfolgen würde, das rief seine ganz gesunkenen Lebensgeister wach, das bewirkte, daß er den letzten Rest seiner Schwäche und Erschöpfung, die ihn so schwer in Fesseln geschlagen, überwand, seine stählernen Kräfte kehrten in ihre alte gewohnte Elastizität zurück und sein eisener Wille bäumte sich auf gegen die Verfolger. „Die Ruder!" stieß er noch immer atemlos, hervor,„dort liegt eine Flasche Rum, reich sie mir.“ Das Mädchen gab ihm die Ruder in die Hand und setzte ihm die Flasche an den Mund. Er that einen tiefen Zug— dann, die Zähne zusammenbeißend, zog er die Ruder, daß sie, schwer sich biegend, zu zerbersten drohten. Mit Pfeilgeschwindigkeit schoß der Kahn jetzt durch die pechschwarze Flut. Bertchen band ihr Umschlagtuch um die Schultern des wassertriefenden Mannes und nahm dann schweigend Platz an dem Steuer. Es ward kein Wort zwischen den beiden gesprochen; denn der Taucher zog gleichmäßig die Ruder, das Mädchen hielt krampfhaft den Steuergriff fest, unbeweglich hinaus in die dunkle Nacht starrend und auf jedes Geräusch hinter sich lauschend. Einmal schien es ihr, als hörte sie Stimmen, als blitzte Lichtschimmer nicht gar fern von ihr auf; auch der Taucher mußte etwas Aehnliches vernommen haben, denn er ruderte verzweifelter— dann wurde es wieder still. Lautlose Finsternis umgab sie, in lautlose Finsternis fuhren sie hinein, Wohin? Vor ihnen lag eine Wüste von wohl hundert Meilen Wasser! Zur Rechten durften sie sich nicht wenden, sie hätten noch die preußische Küste erreicht; zur Linken winkte ihnen die dänische Insel Bornholm als einziger Rettungspunckt, aber auch zwischen dieser und ihnen lagen noch vierzig Meilen Wasser. Die Strömung trieb jedoch dorthin, es kam alles darauf an, in die ser Nacht noch weit genug vom Lande abzu kommen, um in der Frühe ohne Furcht vor Entdeckungen ein Segel aufsetzen zu können, dann war bei ruhiger See diese Strecke in vier Tagen zu durchschiffen; so lange reichte der auch der Proviant im Boote. (Fortsetzung folgt.) Set unzFeiser Georg Parr und bessen Thefrau auf Wege von Bilveringsen nach Niederhemer. Die Eheleute hatten Waren geholt H einen Korb zwischen sich. Einer der vier wietewpegen Körperverlezung vorbestrasten Erdarbeiter W. Ulrich, bezzwsgngze beiden mann aus Nieder hasder ,ächher di V. einer sr ten als die Thiler. Diesze wieFehrmag,g gaken in der Voruntersuchug, 46 ge, Der hal se weg; die Cheleute Maxze, er bezeichnete Staufenberg und Siegfried als die wie te doß bereis guch Eiegfriede gag er trotz Gene goi, eie easchs hane Gieshe de wöhnlich der Fall, sucht der eine die meiste Schuld auf den andern abzuwälzen. Keiner will der Urheber des Planes, die Schuld auf den diesmal völig unschulbigen beieggtieh sagt, Stalsenbiel habe ihn zu dem Meineide verkonerzengg nächt gePeriogen, als Oberbürgermeister die Leitung der stabtinen Verwaltung. Der Verstorbene stand im Alter voen d: Johen,. Zui. In Sclich bei Cornelimünster schnitt gestern beim Grasmähen der Ackerer Sauren, der in den letzten Tagen mehrfach Anfälle von Geistesstörung gezeigt halte, dem Ackerer Flögels den Hals durch. Sauren ist festgenommen. § Hohensyburg, 10. Juni. Die Eheleute wendig bezeichne, gefordert werde, werde aus der am Bau beschäftigt waren, zum Teil schwer eusdu un e u, e gaur ee e Begehge une die Sishzäask Astsigent sihet waren und auch de inech Miastbekomme der Verein keine Gelder. Eine Ein= noch fehlten. tragung sei gleichbgbeztgicht auf Grundstückeeinz Hamburg, v. Ju die Kaution könne vog nugt auf rtr ziht, g. klagesache der Fürstlich Bismarcscher, gegen die Photographen Wilcke und Priester fehlten. Hamburg, 6. Juni. In der Ziviligen werden, die dem Verein noch nicht geklagesache der Fürstlich Bismarckschen, Erben photoEubhastalion nerde die Stadt nichts verlieren, da graphischen Aufnahmen der Leiche Bismarcks auf dem Totenbette verwarf das hanseatische Oberlandesgericht die Berufung der Beklagten als unbegründet unter Verurteilung der Photographen in die Kosten des Revisionsorsfchrns. Schluß der provinziellen Nachrichten. Gütersloh, 9. Juni. Das 55. Prodie Grundstücke im Werte steigen.— Backhausen: Daß die Stadt sich zu sichern suche, sei verständverein werde die Beöingungen des Karl Flasche zu Wanne bei Hohenspbu=Zochzes. gern annehmen, letzterem auch jederzeit die Einam 20 Juni das Fest der sübernen; gug sicht in die Bücher und in die Grundakten beim Auch wir bringen dem Jubelpaare unserr Ving, Gerscht gestatten, Derartige Kautelen, wie sie und Segenswunige der. g#(brand, Bafldie Herren Weinberg und Duisberg verlangten, Hennen, 9. Juni. wettdorand. v.,(machlen ein Weiterarbeiten des Vereins hinfällig. bde e n de Glag fere Haächos.— Beinbergz Er Gahschesgeaist 2e Krish, Guter Stob, 6. 3. gebötige Kutz am Pritzyxag: Es it dies hetf unhziliges Verlangen, wenn sich die Stad:(vinzialest des Wesfälischen Haupivereins der euriem derens der arnts Kau..— sichern suche. Da man doch zu keinem Entschluß Gustav=Adolf=Stiftung wird am 27. und 28. komme, beantrage er die Sache zu vertagen und Zuni in hiesiger Stadt nach folgender Festin anderen Städten Erkundigungen einzuziehen. hnung begangen werden: Am 27. Juni, Vom send, traten Verein, der e sntersizen woll Disgurzgzterrern. den beschup, e, Rikelpalzwperk Mider= und ersprieslich gewirkt habe, unrinxgrt, Harr Dasporg=pfartern. Juni. Ein bedauete sich in der unteren ir Hostachend de der Jectug nienats zu eiuer Verschog, Erldodgunichge ader vertasd er den Meidtruse. Lia 15sheiger Aebeiter der Veriechrstrote wervde, Der Mogstzgu verengern Magstrasbeschlus iundbite, denselbenanzunehmen. Terlindenschen Fabrik hatte sich an der Varfeltag des Mlschaeslgris be), Die. Bostaunzug,äog de Aun Gaunen, ter dis betigen Behnubergerghes, eehen was man sich daraus mache. Meineid nachzuweisen, bedürfe man 7 Perst Staufenbiel dagegen sagt, Siegfriegze,oggez ge. willig bereit erklärt, vor Gericht gerabe so auszusagen, wie vor dem Amte, da sonst ja sein Zeugnis gar keinen Zweck habe. Siegfried giebt auch die Mißhandlung des Marx zu, will sich nur der Faust bedient haben. Von den heutigen Zeugen Fehrmann und Ulrich steht fest, daß sie sich bei dem grundlos vom Zaune gebrochenen Ueberfall des Radix und des Marx ganz passiv verhalten haben, ig daß Ulrich sggar dazwischegtrat, um der Mißhandlung des Marx ein Ende zu machen. Ds beide Angeklagte sich gefährlicher Werkzeuge bedient haben, steht nach der Beweisaufnahme fest, nur erscheint es fraglich, ob Siegfried auch den Radix körperlich mißhandelt hat. Bezüglich des Staufenbiel steht fest, daß er den Radix selbst dann noch in roher Weise mißhandelt hat, als dieser auf der Flucht begriffen war. Nach dem Spruch der Geschworenen ist Siegfried der gefährlichen Körperverletzung des Marx und des wissentlichen Meineids, Staufenbiel der gefährlichen Körperverletzung des Radix und der Beihülfe zum Meineide schuldig. Bezüglich der letzteren Strafthaten ist als Milderungsgrund angesehen, daß die Angeklagten sich durch Angabe der Wahrheit einer Strafverfolgung aussetzen konnten. Das Urteil des hohen Gerichtshofes lautet gegen Siegfried auf 1 Jahr 9 Monate, gegen Staufenbiel auf 2 Jahre 6 Monate Gefängnis. Von der Verl Mulf erneute Vorstels um 2 Meier 9/.—.76 biegenden schweren Mann kam zu Falle und gingen ihm über die bestehe Brust, wodurch er sofort getötet wurde. Den Lenker des Fuhrwerks trifft keine Schuld an Bürgersteige. die Straße dann wären man es bef 12 Meter belassen. Der Hellweg sei Die Gesahr die Her damit die Fahrbahn später, wenn es erforderlich 9. W sei, ohne weiteres erweitert werden könne; dem sleichen Zweck solten auch die ursprüngich pro= Wbesthofe zu, 8 Huisberg woe hereis am 1. Januar saufforderte. esesien Versten Beuen u—. Der Begtu, BAuen un len betgssen Vu.: Tezer vunr uit Garealdg, nie den uuseplangen chi, eine Neuwahl bozunehrizg Seitengewehr einen Stich in den Leib. Der e de Soesheeeeggee ean ue ge tich ue gusteige seduegnatge wuede un duen aldaschen in der vorigen Sitzung vereits vorgelegen und Amtsdauer hinaus, nach raglich zu geneytigen. Schwerverletze wurde sungas Von der Verhängung von Zuchthaus= linienpläue. Es la#n vor die Pläne der Hörstrafe ist noch mal abgesehen worden. derstraße vom Kreuzungspunkte mit der Mälmke e sce seschelcer ents e ae ece hlche 9 Wahl zweier Mitglieder gchwerte, und sich betrank, widersetze sicth der Wachspaochun msterigde der beiden Miglieder strouille, die ihn zum Verlassen des Lokales abgelaufen, was mitzuleilen vergessen war. Las., nan der gou er sich befig wehrve, anzien sen enun, hätigkeit der beiden Herren üb sehnigen. und wurde vom! Juli Krantenwagen in das Garnisonlazaret nach ginz verbracht. des darf geosermnahsen zur ein Prosortaun biden lele) Heren mobhnen de Wod=Teises der Genosen= man nict. Es wor am Freitag Abendzienlich Kluchtinienpläye würden In Zesderung eines Laudwirtschastliche Kaufsgenosenschaftauf die pöt, als ein Genehmigung vorgelegt; di Pitren: überkam und be eune eoe, verschzedener Rlucht.l v. Beinberz meimt nan 65 u. sü die Venscgeler— nieste, alledngg vinem Koperantung aund uer beundunr Die Goihonnes gaut si dal Daskl scheit der Vanter„Ceuerdlan= von 4.80 Mit. auf 5.20 Mie. ertöbt. E biden= Die ganze Nacht haten sie gestritten um die schurd seine 3 Kndertätgich Bolme der ssonge Miorgens und der pskt traten denn die 12. Waz eines Delegierten für ziz beiden Musensöhne um die sechte Morgenweitfälischen Städtetag Bädeker gewählt stunde im wankenden Geleite zweier eo v die Wahl an und bittet, einen hinaus auf den Kaiserplatz, jeder von ihnen Stelvertreter zu ernennen, da er nie mit Fe, eine gefüllte Champagnerflasche in der schußschbvutpe den stellvertretenden Vorteher, Herrn bereiten Hand. Der Abstand wurde geVerstraße vom Kreuzungs. d 9. Juni. In vergangener bis kurz vo. dem Eingang zum evang. Friedhof, Dortmund, v. Juni. O##e## dem Speckebruch 1 und 2, von einem Teile des Nacht ist eine furchtbare Blutthat verübt worden. Portmunderweges und der Eisenbahndämme bis Der bis gegen 1 Uhr in der am Westwall zur Einmündung des Klusenweges, von dem proelseueuen Auenhhnerichen Pirschot, Reisender on den, ganzen Leil wuischen der Hörderstraße, Kaufpann Felir Finger von bier, Vveisen.“, der Bayagoftraße und dem Eisenbahndamm.— der Firma Wippermann u. Holzen in Hagen, Ostermann beantragt bei der Einmündung der trat um die angegebene Zeit in Damenbeglei Hohenzollernstraße in die Hörderstraße eine kleine tung aus dem genannten Lokale wal. In der Nähe des Springbrunnens am gegeben hat, werden die ganzen Vorlagen unter Rondel bekam er mit dem Schlosser Heintich gleichzeitiger Annahme des Antrags Östermann Schöne Vortwvetsel, angebich beshalb, weil genchrigenegnigung ein Sctohne bvoer, be, Veogegacht halt. Letzerr rags mit der Winve Waltenberg. Wirve abfälige Vegertung gemacht gatte. ger.: Waltenberg tritt an die Stadt lasten, kosten= und zog dann ein Messer und v rsetzte seinem Gezuer hypothekenfrei den Landstreifen, der durch die einen Stich in den Hals. Schöne schleppte Fluchtlinie der Mährstraße von ihrem sich noch bis auf die Treppe des Zohnorzt3,vop,pitg an die Stadr ab; lestere hat die Koten Meyr Ekert, wo er infolge des Biutversernts für Verngesung, Auslassung ze zu tragen. Der euuezient un Aurt., Staudut, udeu, ng ebe euehugcgen Gerelte anlesitr geistse säicht. den Finger fest. 5. Verkauf einer starzzznen Parzele gu delt.“ Dererste betrift Dortmund, 9. Juni. Der Verteidiger den Leromottghenpanes zeines Hausez winsche Son, de bezgs gger legenheit geines Heusauen Veudte Haifeg he der vorgestern vom Schwutgeritzt wegen Kin, Herr Bleibtreu einen vor seinem pause geiegenen, desmord zu 2 Jahren Gefängnis verurteilten der Stadt gehörend n Spließteil zu erwerben. Der eseuog. gat füie dis Vzerureile einstra auf 150 Markt pro Lucheurigte. H5i56el 35. anwalt Stüc, 9g. v. ot e.v. v„ei5z, Die Versammlung schloß sich vem Vorschlage an Gnakengesuch eingereicht. Der Herr Verse.r.= und genehmigte den Vertauf. ist durch die Herren Geschworenen zu 6. Iustandsetzung des Verbindungsweges e veranlaßt worden, die sich von der Hörder= nagh, Per, 9 säatlich dereit erklärt haben, das Guadengesuch Stärkte von 15 Zentineter ist ein Kostenaufwand zu befürworten. Die Sache lag auch für die von 200 Mark erforderlich. Die Abnahme der Angeklagte, die von ihrem Verführer im Stiche Asche soll durch den Flurhüter geschehen. Der Pesden Vu. Bibe, ud eudeu en Aur h#e,, Acberzschne vex Bierzsgelt, sür, den hervorgeht, daß der Gerichtshof auf die geset) 1. eter Tpar= und Bauverein. Pieser lich niedrioste Stafe erkanne. Antag hat der vorigen Stung seog, 6 3ehäs Wetter, 8. Juni. Das (14.) Harkortbergfest für die Turner der Mär II. Nieberschlagung ggutze munn,geheigg, kommen Sie dozu, dier zu niesen?: Tableau! schiage en ven, Die Versammlung war damit messen, so gut es noch ging. Wie Zeugen einvertanden, Sodopd,ingende Anträge verhan, nahmen die Uhr in die Hag, zsud Teif, guaf e Der ede bostaufe de,=Huztang woste und noch ein Kgal. Die Pfgzkeg. Kog lorischen Badeanstgu Mark erforderlich ist... Gust, wse ber manchem Pistotnomu. e Vetoug von igr agse Zeil wieder Hau. Noch sanden die Gegner. Aber nun richtetsen erlassen Verbot sorgen, ebenfalls ein Magistrat„beschlasseg, hat, eine Sklassige Schule, Er hoffe, hierzu für einen Treppenhalten.9. Du isberg hält eine Sklasige Schule Schule arhe e Borschlag des Magstrats fand alfordere, Der Borschlag des Magistrats fund allSchluß der öffentlichen Sitzung um 7 Uhr, darauf geheime Sitzung. d berioe bee, rnd HeloizeMärischen IGlesek, de Lagschest zuier dacg, Velsers, Magsta, eschielse Klooramm=Steamen, Hangeln und Laufen; Einragung.— Bürgem. Rohrmann: Der Be es ee, p. tag set noch nicht angegeten, Der Antrag be be ben.#., urgen zegen zwecke nur die Stellung des Kollegums im Prinzp Derne, 8 Juni. Heute miorher, voge, zu erfahren. Von Seiten des Herrn Backhausen fäuf Uhr geschah auf Zeche„Scharnhorst“ ein sei die Anfrage ergangen, unter welchen Bedingräßliches Unglück. Dem Bergmann Wester= gungen die Stadt eventl. die wick(Osterhol,) wurde beim Haniteren wit über herbezichren possen. E. Duisberg steht auf dem Boher durch Auschlagen des lebteren dem Standpunkte des Herrn Weinberg, für deraus dein Vem, Aises eine Hanbreit overhaulb grige Sachen viZen Wagsteat aiczei, Hichebes beben egegegeben ein, Drschestealales eresieh, Kerdenr. 8. bür=3 59p, Aü= Damals habe das Kolegium die Sache vergermisise, die Oesinck hzugd schäumte das Frauben. sebode, werdseng v. Magistrat müsse daher das und gluck, grus, Htau chaumtet, bus Ttuubenerteot werde, per Vevor jedoch ein solches blut in den Hals und auch uder Kinn und oben un eoge werde, müsse man auch dafür Weste. Aber die ganze Ladung war für Baden gegeben und den einen doch zu viel. Er sank in Knie und auf das Gesäß. Doch am Boder banden Vei.„Poder,bosez,uf dem Das Kase noch blieb der Mut ihm treu. Todesmutig, oder ein uny Hen erforderlichen Betrag. Derswie der sterbende Fechter von Ravenna, 30g Antrag beraf den beschogsenen Neubaulund zog er, bis der leste Tropfen verspritzt einer 12 klasigen Volkschule. Für den ganzen ngr. Dann sank er um. Gerührt pretzte Bau war ein Trepvengusgg gichergeseben, der der„überlebende“ Gegner ihm stumm die er von e Durch bie Anlegung eines zweiten Hand. Ein Wink und ein in Vereischaft Treppenaufganges würden die Kosten unier Um(stehender Kutscher fuhr mit der„Leiche“ von Magistrat beschlossen hat, eine 2. wgargen Tolen.= in den Schacht hinuntergesauen sein. Gilbert von hier war erfordetlichen Verband an. gegen 6 Uhr, nach längerem Kranksein gestor Wenn das, was man hier als unumgänglich not Witterbericht. Nachdr. verboten 11. Juni. Wärmer, ziemlich heiter, trocken. Juni. Zunehmend bewölkt,warm, GewitterMan schreibt uns über das bekannte Kopfwasser Javol z. Beispiel.:„Das erhaltene Javol hat unsern vollsten Beifall gefunden und vortreffliche Dienste geleistet. Wir haben fast alle bekannten Kopfwässer und sonstige Präparate versucht, doch müssen wir sagen, daß keins dovon dem Javol an die Seite zu stellen Paris, 8. Jui Itolge einer bosdepähhischgen wuie denselen alfichig die Explosion brach heute vormittag in einemiist, und Verpreitung. Wir haben das Javol bereits Piaterialugrenioen u. Buignouhe, Hreis raz enbengich in Belangesteig eisek- he kane aus, dei weichen zpei Menschen ihren Looswerden nicht vigächze dasharsanmetweich, pelfanden Eif Peronen wurden vervundet, v. D. in C. Jang zeocg haßössgbesfelles bas beie darunter mehrere schwer. blche Birhe — Stecke iu Gegen den unten beschriebenen Töpfer(Kesselstocher) Richard Soland, geboren 18. April 1876 zu Fürstenwalde, in Hoerde wohnhaft, welcher flüchtig ist, ist die Untersuchungshaft wegen Diebstahls verhängt. wird ersucht, denselben zu verhaften und in das nächste Gerichtsgesängnis abzuliefern. 4 J 688/99. Dortmund, 6. Juni 1899 Königliche Staatsanwaltschaft. Beschreibung: Alter: 23Jahre. Statnr: schlank. Größe: 1,72 m. Haare: dunkelblond. Nase: gewöhnlich. Gesicht: länglich. Augen: grau. Gesichtsfarbe: gesund. Besondere Kennzeichen: Pockennarben im Gesicht. — k e n u t m a c h u n g. Da zum größten Teil auf den im Gemeindebezirk Geisecke und Villigst belegenen Ruhrweiden unter dem auf denselben befindlichen Rindvieh die Maulund Klauenseuche ausgebrochen ist, so wird, um ein weiteres Umsichgreifen der Seuche am wirksamsten zu verhüten, hierdurch über sämtliche in den genannten Bezirken belegenen Weiden, soweit der hiesige Amtsbezirk in Betracht kommt, die Sperre verhängt. Westhofen, 8. Juni 1899 Der Amtmann: Graf von Haslingen. Bekanntmachung. Das behufs Erhebung der Abgabe zur Bestreitung der Entschädigungen für das an Milzbrand und Lungenseuche gefallene Rindvieh aufgestellte Verzeichnis des Rindviehbestandes der Gemeinde Hennen nach dem Stande am 1. Juni d. J. liegt vom 10. ds. Mts. vierzehn Tage lang zur Einsicht der Beteiligten auf hiesigem Amtsbureau offen. Anträge auf Berichtigung des Verzeichnisses sind innerhalt der 14 tägigen Frist bei dem Unterzeichneten anzubringen. Rheinen, den 8. Juni 1899. Hiddemanngt. Schulte=Rheinen. General=Lehrerkonferenz. Dienstag, den 13. Juni er., morgens 9 Uhr. 1. Lehrprobe. Lehre vom Schall. I. Knabenklasse. Schule am Hösingthor. 2. Vortrag: Ueber SchulzeugMisse Zwei Talernenwarter zum Anstecken, Löschen und Putzen der Straßenlaternen werden zum 15. Juni gesucht. Schwerte, den 6 Juni 1899. Verwaltung des städtischen Gaswerks. var Von der Hö derstraße (Kirchhof) bis zur Kämmereikasse am Donnerstag morgen 4 eine silberne Uhr verEIloren. Gegen Belohnung abzugeben in der Exped. Grasverkauf. Montag, den 12. Juni d. Is., nachmittags 4 Uhr, soll das Cret in den Flößwiesen des Guts Ruhr nummerweise meistbietend verkauft werden. Zusammenkunft an der Rettelmühle. Haus Ruhr bei Schwerte, den 5. Juni 1899 Freiherrlich von Rheinbaben'sche Rentei. Grasvertäuf. Donnerstag, den 15. Juni d. Is., nachmittags 5 Uhr, soll das Gras in den Wiesen des Guts Berghofen(Berghofswiese u. Waldwiese) nummerweise meistbietend verkauft werden Haus Ruhr b. Schwerte, den 5 Juni 1899. Freiherrlich von Rheinbaben'sche Rentei. Grasbeltäuf. Samstag, den 17. Juni d. Is, nachmittags 6 Uhr, soll das Gras in den Flurpöten bei Lichtendorf nummerweise meist bietend verkauft werden. Haus Ruhr bei Schwerte, den 6. Juni 1899. Freiherrlich von Rheinbaben'sche Rentei. K Gaenstucht Farsch Facke 22 in grösster Auswahl. Grasverkauf. Montag, den 19 Juni d. Is., nachmittags 5 Uhr, soll das Gras in der Flößwiese Hairodt am Elsebach nummerweise meistbietend verkauft werden. Haus Ruhr bei Schwerte, den 9. Juni 1899. Freiherrlich von Rheinbaben'sche Rentei. Bis auf Weiteres Gepöleltes Schweinekleinfleisch Ohren, Psoten, Rippen, Schnauzen, Schwänze 2c. in Gebinden à ca. 50 und 100 Pfund. Zentner nur Mk. 18,— ab Neumünster. Julius Werner, Neumünster 1. H. Grasvertäufe Schwerte. Mittwoch, den 14. Juni cr., und zwar nachmittags 5 Uhr: in Westhofswiese a. d. vordersten Bruch, nachmittags 5½ Uhr: in der Pastoratwiese am Mühlengraben, nachmittags 6 Uhr: in Munkenbeckswiese am Osterthor nummerw. meistb. an Ort und Stelle. Hohenschwert. Fünf Mark pro Quartal bei allen deutschen Postanstalten. N. 5.—. Bekanntmachung. Auf Grund des Gesetzes vom 25. August 1876 betreffend u. a. die Gründung neuer Ansiedelungen machen wir hiermit solgenden Bouantrag bekannt:.. Dappel. Wwe. Möller=Schwerte für ein Wohnhaus mit Stall auf Flur 9 Nr. 209 „Auf dem Kreuzfelde" Gegen diesen Antrag kann nach den§§ 15 und 16 des Gesetzes von den Eigentümern, Nutzungs, Gebrauchsberechtigten und Pächtern der benachbarten Grundstücke Einspruch gründet werden, welche die Annahme rechtfertigen, daß die Ansiedelung den Schutz der Nutzungen benachbarter Grundstücke aus dem Feld= oder Gartenbau, aus der Forstwirtschaft, der Jagd oder der Fischerei gefährden werde. Die Einsprüche sind zur Vermeidung des Ausschlusses bis zum 21. Juni d. Is. einschließlich bei der unterzeichneten Behörde schriftlich oder zu Protokoll abzugeben. Schwerte, den 1. Juni 1899. Die Polizei=Verwaltung. Rohrmann. Gras= u. Fulterbau=Terkau zu Haus Husen b. Dienstag, den 13. Juni, nachmittags 4 Uhr anfangend: Sehr guter Futterbau, ca. 16 Morgen, sowie Wiesen= und Gras=Parzellen b im Hause. — Sammelplatz Allee.— Die Verwaltung des Rittergutes Husen b. Westhosen a. d. Ruhr. aDer Alleinverkauf dieses Mineralwassers I. Ranges „Dreikönigsquelle“ für Schwerte und Umgegend ist Herrn Carl Lefhaus übertragen. Anna, im Juni 1899 Der Generalvertreter für Westfalen; Koch. „BerlinerNeueste Nachrichten“ Unparteiische Zeitung.“- Nr 1088. 2 mal täglich. 77 Postzeitungsliste Nr. 1038. Bei den ausserordentlich bedeutenden Preisunterschied zwischen Superphosphat und Thomasmehl ist für die Herbstmonate ein grosser Andrang für die Lieferung des Redaktiont. 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Hagemann 0(im Reiche des Wassers) ihr diesjähriges 2 ° Stifbungelest„ ane tenen„ C. Janes Haudelsschule, Hagen, Kölnerstr. 39. Schnellschönschreiben, Rechtschreiben, Buchführung, Rechnen, Wechselrecht, Maschinenschreiben, fremde Sprachen. Auswärtigen Schülern wird Fahrgeld vergütet. Schützenbund Schwerte. Bataillons= Befehl! Die Compagnien stehen am Sonntag, den 11. Juni, punkt 4 Uhr, beim Vereinswirt Lüke zum Abmarsch bereit. Der Major. Den Vertrieb unserer allgemein bekannten und eingeführten Schützenbund Schwerte. Compagnie=Befehl! Sonntag, den 11. Juni, nachmittags 2 Uhr: Antreten der 3. Compagnie an meiner Wohnung 2. Speckebruch Nr. 5 zum Gewehröl. Empfang. 3 Uhr: Abmarsch zum Vereinslokal. Der Hauptmann. welcher bisher für einen Teil von Rheinland, Westfalen und angrenzenden Provinzen in den Händen eines Grossisten lag, haben wir die Absicht, direkt an die Händlerschaft zu vergeben. Wir bitten deshalb die Nähmaschinenhändler an Orten, wo wir noch nicht vertreten sind, sich mit uns in Verbindung setzen zu wollen. Wenn erwünscht, könnten dieselben auch die Vertretung für unsere übrigen Fabrikate: eutonia“=Bogenschiff=Nähmaschinen und „Planet“=Fahrräder erhalten. Baer& Rempel, Bielefeld, Nähmaschinen- und Fahrradfabrik. (Gegr. 1865.) 82 nach foigendem 0 Programm: Nachmittags 2 Uhr: Antreten der Mitglieder G im Vereinslokal.— Punkt 3 Uhr: 9 Festzug durch die Stadt. S Hierauf: 0 Grosses Konzert, S ausgeführt von der Giesenkirchen'schen Kapelle □ aus Dortmund unter Leitung ihres Dirigenten. 0 0 0 0 Abends 8 Uhr: Fest-Ball. Sträftige Frauen zum Spulen für Sonntag nachmittags — gesucht.— Freischütz. Suche auf sofort zwei tüchtige Peter Fries, Hagen i. W., Neue Friedrichstraße 17. J. 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Es ist eben für die Verfolgung ernster politischer Angelegenheiten nicht die rechte Jahreszeit; im Juni, zumal wenn er so vom Wettegbe, günstigt ist, wie der heurige, hat alle anderes zu thun, als den Reden der Vol###vertreter im Reichstage oder im Abgeordnetenhause zu lauschen. Und nicht bloß im großen Publikum, im Kreise der Herren Abgeordneten selber ist das Interesse an der gesetzgeberischen Thätigkeit merklich erlahmt. Davon künden die leeren Bänke in den Sitzungssälen, die bis zur Vertagung resp. dem Schluß der Session wohl auch mehr Lücken als besetzte Plätze aufweisen werden. Und doch drängt sich, wie gesagt, in die kurze Spanne bis zur Vertagung des Reichstags, bis zum Schluß der preußischen Landtagssession, eine wichtige Entscheidung über die sübers.. g 4 Im Reichstage souen einem Beschluffe des Seniorenkonvents zufolge nicht nur die Novelle zum Invaliditätsversicherungsgesetz und die Vorlage betr. die bessere Versorgung der Kriegsinvaliden und deren Hinterbliebene, sowie das Handelsprovisorium mit England und der Nachtragsetat erledigt werden, sondern es soll auch noch das Abkommen mit Spanien, nach dem wir gegen eine Entschädigung von 17 Millionen Mark die noch im spanischen Besitze befindlichen Südsee=Inseln, wenn irgend möglich verabschiedet, und ganz bestimmt noch die Streikvorlage in erster Lesung durchberaten werden. Bezüglich der sämtlichen genannten Vorlagen macht man sich keine große Sorge, nur die Streikvorlage stellt sich als das Schmerzenskind der Regierung dar. Trotz der tagtäglichen warmen Empfehlungen dieser Vorlage in den Regierungsblättern will und will sich die ablehnende Stimmung der Majoritätsparteien des Reichstages nicht ändern. Ja selbst solche nationalliberale Organe, die der Vorlage anfänglich die günstigste Prognose gestellt hatten, erklären jetzt, daß, wenn sich die in der Zentrumspresse veröffentlichten Darlegungen mit den Anschauungen der Zentrumsmitglieder des Reichstages wirklich decken, die Vorlage alsdann von vornherein ganz aussichtslos sei und es daher richtiger wäre, dieselbe möglichst rasch zu beseitigen, als sie bis zum Herbst liegen zu lassen und für so lange Zeit dadurch der Sozialdemokratie Agitationsmaterial zu verschaffen. Im preußischen Abgeordnetenhause, das voraussichtlich bis weit in den Juni hinein versammelt bleiben wird, giebt es noch sehr viel zu thun. Das Wichtigste ist die Kanalvorlage, der Entscheidung des Hauses darüber ist eine prinzipielle Bedeutung beizulegen. Neuerdings heißt es, es sei gute Aussicht für die Annahme der Vorlage vorhanden. Diese Zuversicht wird zwar auch wieder als willkürlich und unbegründet bezeichnet; daß aber die Aussichten der Vorlage gestiegen sind, wird von keiner Seite bestritten. Ueber die internationale Friedenskonferenz im Haag läßt sich trotz der täglich einlaufenden längeren oder kürzeren Telegramme nichts neues sagen. Die Einzelheiten des Verlaufs der Konferenz bestätigen nur, was dieser selbst prophezeit wurde: Es kommt nichts dabei heraus, und alle Welt kann zufrieden sein, wenn das Resultat der Haager Verhandlungen gleich Null ist und kein Minus aufweist, d. h. also nicht noch Unfrieden gestiftet hat...."(6 11 14 Von der chinesischen Frage ist zett auch wieder viel die Rede, da Rußland sehr entschieden seine Ansprüche auf den Bau einer Eisenbahn von Port Arthur direkt bis Peking aufrecht erhält und England, um nicht zurückzustehen, gleichsalls mit umfangreichen Eisenbahnbauplänen hervortritt. Was China sagt, ist gleichgültig. Rußlands und Englands Interessen rücken im fernen Ostasien aber immer näher aneinander, so daß der Zusammenstoß am Ende nicht ausbleiben kann. Trotz Friedens= und Abrüstungskonferenz wird daher um China ein ganz gewaltiger Krieg zwischen den beiden Rivalen ausgekämpft werden müssen; das weiß man in London und in Petersburg. Die russische Regierung hat es mit dieser unabwendbaren Auseinandersetzung z. Z. noch garnicht Die Friedenskonferenz hindert den Ausbruch eines Krieges ja auch aufs wirksamste und gewährt Rußland Muße, seine Eisenbahnbauten und sonstigen Kriegsvorbereitungen in aller Ruhe fortzusetzen. Ist Rußland zum Losschlagen fertig, dann wird die Auseinandersetzung jedenfalls auch bald erfolgen. Was wird in Frantreich werden? Das ist eigentlich die schwerwiegendste aller Fragen, die gegenwärtig in Europa aufgeworfen werden. Wird es der Regierung gelingen, das Einvernehmen mit der Armee zu erhalten, oder wird das an und für sich schon mehr als lockere Land in diesen stürmischen Tagen zerreißen, und wird ein plopricher Staatsstreich eine politische Umwälzung Frankreichs herbeiführen? Das ist die wichtige Frage, hinter welche alle Einzelheiten, auch die interessantesten Tagesereignisse, zurücktreten müssen. Die Nepublik schwebt in Gefahr, ja in der äußersten Bedrängnis. Was hilft es der Regierung, wenn sie auch die ganze Deputiertenkammer hinter sich hat, wenn die Armee ihr den Gehorsam aufsagt und plötzlich einen der ihren oder einen der Thronprätendenten auf den Schild erhebt. Zweimal hat Frankreich derartige gewaltsame Veränderungen schon durchgemacht und weshalb sollte die dritte Republik nicht das Schicksal ihrer beiden Vorgängerinnen teilen dürfen. Unterwirft sich die Regierung den Generalen, verzichtet sie auf eine Strafverfolgung derer, die durch den Dreyfusprozeß kompromittiert worden sind, dann mag die Katastrophe für den Augenblick wohl noch vorüberziehen. Ob der Armee nicht etwa schon der Triumph der Regierung und des Bürgertums in der Dreyfussache zuviel ist, ob sie nicht trotzdem und alledem auf einer Wiederverurteilung des von der Teufelsinsel Heimkehrenden bestehen wird. Wer will das sagen. Derjenige Oberst in Rennes, welcher in dem neuen Dreyfuskriegsgericht den Vorsitz zu führen bestimmt ist, erklärte ungeschürt und öffentlich, er werde die Gründe und das Urteil des Kassationshofes überhaupt nicht lesen, sondern den jüdischen Verräter erwürgen, wenn er ihn zu richten habe: Sollte dieser Oberst derartige Reden zu führen wagen, wenn er sich nicht des Rückhalts der Heeresleitung bewußt wäre? Es ist daher die Annahme nicht von der Hand zu weisen, daß die Armee die Opferung Dreyfus' auch heute noch verlangt und sie zur Bedingung ihres Friedens mit der Regierung und der Republik macht. Oder will die Armee doch nicht ganz so weit gehen, will sie vielleicht durch ihre drohende Haltung nur die gegenwärtigen bürgerlichen Machthaber einschüchtern und sie zur Einstellung etwaiger Verfolgungspläne veran lassen. Träfe diese Möglichkeit zu, sie wäre noch die günstigste von allen. Freilich soll auch der mutige Dupuy angesichts der ernsten Komplikation der Lage den Mut noch nicht verloren haben, sondern mit der gesamten Regierung fest entschlossen sein, die Schuldigen zur Verantwortung zu ziehen. Ist das wirklich des Antirevisionisten Ernst, oder spielt er nur Komödie, um seine Hände in Unschuld zu waschen, wenn das Renner Kriegsgelicht das Dreysusdrama mit einer wiederholten Verurteilung des Unschuldigen zum Abschluß bringt? Die österreich=ungarischen Ausgleichsverhandlungen wollen und wollen nicht zum Ziele führen. Jetzt sollen die Aussichten auf eine Verständigung günstiger sein, als während der letzten Wochen, aber irgend welche Garantieen, daß das angestrebte Ziel nun wirklich erreicht wird, bestehen nicht. Es wird auch solange kein geordneter und gesetzlich geregelter Zustand in Kraft treten, als Graf Thun im Amte steht. Trotz all seiner schönen Worte ist und beibt der gegenwärtige österreichische Ministerpräsident ein Deutschenfeind, der seinen Frieden mit dem wichtigsten Kulturträger der habsburgischen Monarchie, dem Deutschtum nun und nimmermehr machen wird. Und so lange die Deutschen nicht für die Teilnahme an den gesetzgeberischen Arbeiten zurückgewonnen sind, so lange ist auch eine Entwicklung Oesterreichs ausgeschlossen. Die Folge davon aber wieder ist, daß die transleitanische Reichshälfte immer mehr das Uebergewicht erhält und schließlich doch ihre wirtschaftliche Unabhängigkeit von Oesterreich durchsetzen wird. Auf den Philippinen nehmen die Sorgen der Amerikaner kein Ende. Die Tagalen haben sich das den Amerikanern ungünstige Regenwetter zu Nutze gemacht und in einem energischen Vorstoß die große Mehrzahl derjenigen Positionen zurückgewonnen, aus denen sie bereits vertrieben worden waren. Es hieß darauf hin denn auch, die Regierung der Vereinigten Staaten habe beschlossen, die Feindseligkeiten auf den Philisppipen während der Regenzeit einzustellen. in Newyorker Kabeltelegramm merder nun zwar soeben das gerade Gegenteil, den Beschluß der Regierung in Washington, den Kampf mit allen Mitteln und vollster Entschiedenheit fortzusetzen. In solchen Fällen ist aber beschließen leichter als handeln. Ohne ganz wesentliche Verstärkungen sind die Amerikaner vorläufig zweifellos zu ohnmächtiger Thatenlosigkeit verurteilt. Ueber solche Verstärkungsmannschaften, wie sie zur aussichtsvollen Fortsetzung des Unterwerfungskrieges notwendig wären, verfügen aber die Vereinigten Staaten überhaupt nicht. An eine Wendung zum Besseren ist also vor der Hand garnicht zu denken. In Spanien ist man mit der Abtretung der Südseeinseln an Deutschland außerordentlich zufrieden. Sonnen! Wer andren eine Grube gräbt Fällt selbst hinein— So heißt es La France hat's an sich selbst erlebt, Der neuste Sturm beweist es! Was kam nichtalles an den Tag Und Schlag auf Schlag und Krach auf Krach Folgt jenseits der Vogesen, „ giebt jetzt viel zu:lesen; Entfacht ist der Parteien Wut, Das ist ein wild Gebahren, Dies hat selbst der Cylinderhut Des Herrn Loubet erfahren Le comte Christiani schlug ihn ein, Das war nicht nobel, nein gemein, Doch giebts noch Paragraphen Die solchen Unfug strafen! Ein Sturm brach los, man sah ja schon Die Geister längst in Rage, Was kommt heraus o grande nation? Am End die grande Blamage! Mars aber sieht ins Erdenthal, Ihm ward ein neuer Hoffnungsstrahl, Es giebt ja doch noch Streiter, Das tröstet ihn! Ernst Heiter. (Nachdruck verboten.) Abermals Sturm! Es war im Lenz,.u8 geschig Ein Junitag war sonnig aus beschieben. Die Konferenz im Schloß im Haag Beriet noch Völkerfrieden, Die Völker waren nicht ergrimmt, Nein, friedlich waren sie gestimmt, In diesem Sinn plaidierten Im Haag die Delegierten.— Allüberall ein Friedenshauch Und hoffnungsfrohe Mienen Und friedlich kaufte Deutschland auch Die span'schen Karolinen. Die Cortes sprachen allgemein: Nimm hin, Germania, sie sind Dein! Du kannst sie besser schirmen Als wir, vor künftgen Stürmen. Zum Nichtstun war nun Mars verdammt, Sein Loos schien täglich härter, Er sprach, ich geh zum Steueramt Als Militair=Anwärter. Setzt man den Krieg auch außer Kraft Die Steuer wird nicht abgeschafft, Hier giebts auf alle Fälle Noch eine Lebensstelle.— So war zur Zeit der Dinge Stand, Der Friedensengel lachte. Da hörte man aus einem Land, Wie es im Innern krachte. Es war das Land so sturmdurchweht, Wo alles auf dem Dreyfus steht, Und auf so schwachen Füßen Kann Gutes nicht ersprießen. Der Kassationshof hat der Welt Den Urteilsspruch verkündet Und Dreyfus ist des Tages Held, Der nun Erlösung findet. Er kommt!— Das Urteil ist gefällt, Büchertisch. Ueber die Wiesbadener Maifestspiele berichtet in einem prachtvoll illustrierten Artikel Carl Lahm im neuesten(19.) Heft der„Modernen Kunst“. (Verlag von Rich. Bong, Berlin, Leipzig, Wien, Stuttgart, Preis des Heftes 60 Pfg.), das auch wegen seines sonstigen bildnerischen und litterarischen Inhaltes aufmerksamer Beachtung wert ist. Wer die„Moderne Kunst“ einmal kennen gelernt hat, wird sie schwerlich mit einer anderen illustrierten Zeitschrift vertauschen wollen. Neuerdings steht Afrika im Vordergrunde des öffentlichen Interesses. Mit Rücksicht darauf veröffentlicht soeben die bekannte Familienzeitschrift Illustrierte Chronik der Zeit“(Union Deutsche Verlagsgesellschaft, Stuttgart) einen zeitgemäßen Artikel, betitelt:„Die südafrikanischen Burenrepubliken". Wer nun die geschichtliche Entwickelung der Burenrepubliken, über welche weite Kreise nur mangelhaft unterrichtet sein dürften, im Zusammenhange kennen lernen will, den verweisen wir auf den oben genannten Artikel, der viel des Interessanten und reiche Belehrung bietet. — Zurückgeselzte Sommerstoffe.— 10 Prozen! extra Rabatt auf alle schon reduzierten Preise wegen vorgerückter Saison Muster auf Verlangen franko Modebilder gratis. Met. solid. Galene-Sommerstoff z. Kleid f. M. 1.50 Pf. Meter soliden Mestor- Zephir z. Kleid f. M. 1.80 Pf. Meter soliden Crèpe-Carreaux z. Kleid i. M. 2.40 Pf. Meter extra prima Loden z. Kleid f. M. 3.90 Pf. 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Getränk— altgermanisches Volk. 11. kleines Tier— Teil d.Schiffsausrüstung 1 2 männlicher Vorname. 23 mathemat. Bezeichnung. 3 4 Werkzeug. 45 Strom in Asien. 1 4 Baum. 1 5sweiblicher Vorname. 41 Stadt in Hannover. •.Charade. (Viersilbig.) Das erste Paar Zeigt sonnenklar, Daß etwas an der Sache fehlet. Der Letzten Schar Wird immerdar Von Reu vergangner Schuld gequälet. Das Ganze gar Zeist offenbar, dient für Bessres als Ersatz nur. Doch scheint mir klar, Es ist fürwahr Schon gut genug, füllt's seinen Platz nur. Auflösung folgt in nächster Nummer. Auflösung der Rätsel aus voriger Nummer: Lösung des Rösselsprungs: Wenn wir zu weiser Ruh gei „„„ gkommen Nach langem Kampf in uns'rer Brust, Der Leidenschaften Glut verglommen Belächeln wir mit Spötterlust Uns selbst, wie wir uns ihnen beugten, Qualen, die sie uns erzeugten Die n F i n s i e u n s A r z r u g.. (Puschkin). Lösung des Worträtsels: Hausherr. 53 Ort in Posen. Lösung des Anagramms: Kinde, Erich, Insel, Christ, Ialm, seil, Tanger, Alma, Geier, Selma, Wange, Augen, kielm, Leim. — Reichslagswahl. Lösung des Tauschrätsels: Los, Moos. Carl Feit, Schwerte, Hüsingstraße 22. Größtes Fahrrad-Geschäft — am Platze.— Empfehle besonders als weltbekannte Marken: Adler, Duplez, Opel, Westfalia, Lurus- und Torpedo-Räder. Durch grösseren direkten Abschluss bin ich in der angenehmen Lage, Räder von M. 160 an unter weitgehendster Garantie bis zu den feinsten zu liefern. Grosses Lager in sämtlichen Fahrradzubehörteilen. Eigene Fahrrad-ReparaturWerkstatt. NB. Beim Kauf von neuen Fahrrädern werden gebrauchte in Zahlung genommen. Fahrunterricht für Damen und Herren täglich im Saale. Hervorragendes, wirksamstes und äusserst mildes Waschmitter für den Haushalt und die Toilette: Meete FRudolf Plümer, mit dem Hammer. Alleinig. Fabrikant: Hern. Heininghaus ir. Dampf-Seifenfabrik, gegründet 1849. Dortmund Zu haben in allen besseren Colonialwaren- u. Droguenhandlnngen. 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Die Abendausgabe enthält telegraphische Berichte über die bedeutendsten politischen, wirtschaftlichen und lokalen Ereign isse des Tages, die Berliner Börsenkurse desselben Tages, die Kurse der Warenbörsen Rheinland= Westfalens, vermischte, feuilletonistische und FamilienNachrichten aller Art, und den Anfang der Berichte über die Parlamentsverhandlungen desselben Tages. reichhaltiges Feuilleton. un ud Vernreidin, ot Vaust, dn Gusesieheseandgengn, auntengrechen Rashtisteantent ans Ssng eune ud ausaersaner Verfoigng des ihenuischeweisälichen Stzer, ihesehaet. beten, der Bolhit, der Punf, Tagesorgon an seinen zeichen Iuhalt das Halten irzend einer auderen göeren Zeiung enbehrlich maczt. Neu eintretende Rbonnenten erzauentgelzlsch ugesechachres a# beung, von o Dir. pesenden auf Woans 14 Tage Prodkenunmern. Nr. 6364 der offiziellen Zeitungs=Preisuste. Wohnung von 3 Zimmern auf August an stille Familie zu vermieten. Zu erfragen in d. Geschäftsst. Zum 1. 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