O„„ Amtliches Kreisblatt Abonnements=Preis pro Quarta! 1 Mk. 50 Pfg. Erscheint Montags, Mittwochs, Freitags und Samstags. Wöchentliche Gratisbeilage:„Illustrierter Familienfreund. S! Verantwortlicher Redakteur: Wilhelm Hoerster, Schwerte. Pertn.F. für den Kreis Gorde. Insertionsgebühr für die 6spaltige Zeile oder deren Raum 10 Pfe außerhalb des Leserkreises 15 Pfg. Reklame 30 Pfg. Druck und Verlag von Carl Braus in Schwerte. Nr. 66 Freitag, 28. April 1899. Amtliche Bekanntmachungen. Bekanntmachung Der Herr Minister des Innern hat durch Erlaß vom 25. März d. J. 1I 3605 dem Tiergartenverein in Königsberg i Pr. die Erlaubnis erteilt, zu Gunsten der Einrichtung eines zoologischen Gartens eine dritte öffentliche Ausspielung von goldenen und silbernen Gegenständen, sowie von Schmucksachen mit Edelsteinen und von Fahrrädern zu veranstalten und die Lose in der ganzen Monarchie zu vertreiben. Es werden 150.00 Lose zu je 1 Mark ausgegeben und gelangen 2100 Gewinne im Werte von 50 180 Mark zur Verlosung. Arnsberg, den 7. April 1899. Al b. 468. Der Regierungs=Präsident. Winzer. Landcepolizeiliche Anordnung Mit Bezug auf Nr. II 4 Absatz 3 der durch den Herrn Reichskanzler am 20. Juni 1886 bekannt gemachten Bundesratsbestimmungen(Zentralblatt für das deutsche Reich Seite 200 f.) betreffend die Ausführung des Gesetzes vom 25. Februar 1876 über die Beseitigung von Ansteckungsstoffen bei Viehbeförderungen auf Eisenbahnen(Reichs=Gesetz=Blatt Seite 163) ordne ich an: § 1. Eisenbahnwagen mit Klauenviehsendungen(Rindvieh, Schafe, Schweine, Ziegen), welche von einer Verladestation zum Abgange gelangt sind, in deren Umkreis von 20 Kilometern die Maul= und Klauenseuche herrscht, beziehungsweise noch nicht nach§ 69 der Bundesratsinstruktion vom 80. M4gl 1895(Reichsgesetzblatt Seite 357) für 27. Juni erloschen erklärt worden ist, sind gemäß den bestehenden Vorschriften zu reinigen und durch sorgfältiges Bepinseln der Fußböden, Decken und Wände mit 5prozentiger Karbolsäurelösung zu desinfizieren. § 2. In gleicher Weise wie die zum Transport benutzten Wagen, sind die bei der Verladung und Beförderung der Tiere zum Füttern, Tränken, Befestigen oder zu sonstigen Zwecken benutzten Gerätschaften der Eisenbahnverwaltungen zu reinigen und zu desinfizieren. § 3. Rampen, Ladebrücken, Vieh=Ein= und Ausladeplätze und Viehöfe der Eisenbahnverwaltungen mit undurchlassendem Boden sind nach ordnungmäßiger Reinigung sowohl an der Verladestation wie an der Ent adestation mit 5prozentigr Karbolsäurelösung zu überpinseln bezw. I abzuschwemmen, Rampen pp. mit durchlassendem Boden aber sind mit der gleichen Lösung mittels Gießkannen oder Spritzen stark zu besprengen, bis die Fläche durchweg feucht erscheint. § 4. Die Ortspolizeibehörde jedes verseuchten Ortes I ist verpflichtet, den im Umkreise von 20 Kilometer belegenen Eisenbahnstationen, soweit an denselben Vieh verladen wird, Mitteilung von jedem Ausbruche und dem Erlöschen der Maul= und Klauen* s e u c h e i n n e r h a l b 2 4 S t u n d e n n a c h d e m B e k a n n t werden zu machen. § 5. Die Anordnung tritt mit dem 1. Mai 1899 in Kraft. Arnsberg, den 14. April 1899. Der Regierungspräsident. In Vertretung: Michaelis. bei der zu Altena bestehenden Kommission auf Dienstag, den 27. Juni 1899 anberaumt worden ist. Die Meldungen zu dieser Prüfung sind mindestens 4 Wochen vorher unter Einreichung eines Geburtsscheines und etwaiger Zeugnisse über die erlangte technische Ausbildung, sowie unter Einsendung der Prüfungsgebühr im Betrage von 10 Mark an den Vorsitzenden der Prüfungs=Kommssion Herrn Kreistierarzt Grebe zu Altena zu richten, welcher demnächst die Prüflinge zur Prüfung einberufen wird. Arnsberg, den 7. April 1899. Der Regierungs=Präsident. A Ill b. 2721. In Vertretung: Müller. Bekanntmachung. Die festgesetzten Kreishundesteuer=Hebelisten der Gemeinden des diesseitigen Amtsbezirks für das Jahr 1899 liegen vom 27. April er. ab zwei Wochen lang bei den betreffenden Herrn Gemeindevorstehern zur Einsicht öffentlich aus. Gegen die Veranlagung steht den Steuerpflichtigen binnen einer vom 11. Mai er. an zu berechnenden Frist von 2 Monaten die beim Kreisausschusse in Hörde anzubringende Berufung zu. Aplerbeck, den 19. April 1899. Der Amtmann: Gutjihr. Betanntmachung Auf Grund des§ 2 der Prüfungsordnung für Hufschmiede bringe ich hierdurch zur öffentlichen Kenntnis, daß der nächste Prüfungstermin dem Lande Der Zufall gefällt sich mitunter in krausen Launen. Und auch zur Stunde sind wieder einmal solche zu verzeichnen: Zur selben Zeit, in welcher der Zusammentritt der vom Kaiser Nikolaus II. von Rußland angeregten Konferenz, die Europa, wenn auch nicht den Frieden, so doch eine Erleich terung der Kosten der bestehenden schweren Waffenrüstung bringen soll, nahe bevorsteht, gährt es im Lande dieses so friedfertigen und ein goldenes Zeitalter verheißenden Monarchen an allen Ecken und Enden. Während alle schwärmerische FriedensTheoretiker der Erde dem Selbstherrscher aller Reußen begeistert zujubeln und ihn bis in den Himmel mit ihren Lobpreisungen erheben, sind die„glücklichen“, Unterthanen des Zaren in heller Entrüstung über das so wenig Segen bringende Regiment in Rußand selbst. Alle Schwärmer in Europa sind von dem Zaren hingerissen, Die gebildeten Kreise der russischen Nation sind aber gar nicht hingerissen, sondern sagen mit einem bisher unbekannten Nachdruck: Es muß anders werden bei uns! Und sie taxieren die Regierung des Zaren mit der an sich selbst erfahrenen Praxis, die bessere Kenntnis ist ihnen also wohl kaum abzustreiten. Nikolaus II. ist durch zwei Kundgebungen von historischer Bedeutung bisher bekannt geworden. Die Friedenskundgebung soll noch zeigen, was sie in Wahrheit bedeutet, die frühere Aeußerung, daß alle Wünsche nach einer russischen Verfassung utopistische Träumereien, ja Unsinn seien, hat bereits ihre Bedeutung bewiesen. Es ist in Rußland unter dem Szepter des heutigen Zaren in der Verwaltung nicht besser geworden, sondern schlimmer, denn die Russen wurden mit der Zeit gescheidter, und sie empfinden darum die korrupte Beamten=Wirtschaft doppelt schwer. Die Reformthaten des Zaren haben absolut versagt; das gilt nicht blos von politischen Angelegenheiten, das gilt schon von den einfachsten Verwaltungssachen. Es ist eine Thatsache, daß in den seit Jahren notleidenden Ostprovinzen von den Beamtenkliquen Unterstützungen und Vorräte zu allem anderem verwendet sind, als wozu sie bestimmt waren, und daß diese Herren den Adjutanten des Zaren, die ihrem wohlmeinenden Herrn die Wahrheit berichten sollten, einfach den Weg versperrten. Jeder einsichtsvolle Russe sagt heute: Unser Zar, der heute Europa den Frieden geben will, ist nicht im Stande, seinem eigenen Lande Ordnung zu geben. Die Zeiten der Selbstherrlichkeit sind vorüber, wir verlangen das Recht mitzusprechen, wie es alle Völker haben. Das ist der Grund für die gewaltige Bewegung, welche gegenwärtig ganz Rußland durchwogt. Der gefällige Telegraph verschweigt das alles, er verschweigt selbst die Studentenkrawalle, nachdem er anfangs so gethan, als ob es sich hier um unpolitische Thorenstreiche handele. Von solchen ist aber in Wahrheit keine Rede, die gesamten gebildeten Elemente Rußlands sind der heute herrschenden unwürdigen Polizeiwirtschaft satt, sie geben dem, was sie beseelt, kräftigen Ausdruck, und die Verwaltung kann nicht mehr alle Personen, welche zu opponieren wagen, nach Sibirien schicken, dazu sind es heute zu viel. Die Studentendemonstrationen sind in ihrer Art bisher unerhörte politische Kundgebungen, mittels welcher dem Kaiser Nikolaus offen zugerufen wird: Es muß anders werden! Gieb uns eine menschenwürdige Verwaltung. Das sind die krausen Launen des Zufalls. Hier der verhimmelte Zar mit dem Oelzweig des Friedens in der Hand, dort der Selbstherrscher, welcher mit kurzem Wort auch die leiseste freie Regung abweist Ein Land des Friedens und der Freundschaft will Nilolaus II. um alle Nationen schlingen, und er hat für seine eigenen Reichsangehörigen kein Recht und keine Gerechtigkeit. Zu Gunsten des Zaren spricht es, daß er gar nicht weiß, wie entsetzlich die Verwaltungsmißbräuche in Rußland sind, ist doch seine moskowitische Umgebung bestrebt, ihm jeden, der über Väterchens Regiment nicht vor Freuden weint, als argen Nihilisten hinzustellen; aber die Stimme der Wahrheit, die heute nur wie dumpfes Brausen zum Zarenthrone empordringt, wird klarer und klarer werden, und die eherne Glocke der Volksstimme, die heute nach Recht ruft, kann einmal auf dem morschen Selbstherrschertum das Gericht ankündigen. Die außerhalb Rußlands noch nicht sehr beachtete Bewegung ist so angewachsen, daß es mit dem einfachen Totschweigen nicht mehr weiter geht. Das Rad des Schicksals rollt ununterbrochen für Fürsten und für Völker; und auch in Rußland wird es einst— mit oder gegen den zarischen Willen— einmal anders werden, weil es anders werden muß. Tages=Ereignisse. Deutsches Reich. An die Berliner Stadtverordneten=Versammlung ist von dem Stadtverordneten Preuß in Gemeinschaft mit 28 anderen Stadtvätern ein Antrag eingebracht worden, der die Versammlung auffordert, bei dem preußischen Minister des Innern anzufragen, wie es mit der Bestätigung des Bürgermeisters Kirschner zum Oberbürgermeister von Berlin stehe. Herr Preuß hat die abzusendende Eingabe an den Minister seinem Antrage gleich beigefügt. Die Ein. gabe schließt: Eure Excellenz wolle die Entscheidung über die Bestätigung des gewählten 32 Jahrgang. Oberbürgermeisters von Berlin herbeiführen oder uns über die Gründe bescheiden, welche einer Erledigung der Frage im Wege stehen. Der Sozialdemokrat Singer war von den Berliner Stadtverordneten bekanntlich zum Mitgliede der Schuldeputation gewählt worden. Herr Singer wurde aber nicht bestätigt und der städtischen Verwaltung aufgegeben, sich einen neuen Kandidaten zu nominieren. Mit dieser Verfügung hat sich die Stadtverordneten=Versammlung in ihrer jüngsten Sitzung beschäftigt und beschlossen, eine Neuwahl nicht vorzunehmen. Der Krieg wird also fortgesetzt. Eine Spende von 22000 Mk. hat der Kaiser als weiteren Beitrag zu den Bauarbeiten auf der Saalburg in Aussicht gestellt. Zur Schutztruppe für Deutschwestafrika sind am Dienstvg vier Offiziere, 9 Unteroffiziere und 353 Mann mit einem sonderzuge vom Lehrter Bahnhof in Berlin ausgerückt. Zunächst ging es nach Hamburg und von dort wurde die Seereise angetreten. Ein Zusammengehen Deutsch= lands und Englands hat Prinz Heinrich von Preußen in Ostasien empfohlen. Wie der „Ostasiat. Lloyd“ berichtet, verlieh der Prinz in Shanghai beim Stapellauf eines unter deutscher Flagge fahrenden Tenders mit dem Hinweis auf die anwesenden Engländer der Hoffnung besonderen Ausdruck, daß die schwarz=weiß=roten Farben Deutschlands in Zukunft mit den rot=weiß=blauen Farben Englands stets gemeinsam und in inniger Freundschaft wehen möchten— Weiter wird mitgeteilt, daß Prinz Heinrich auf einem Kriegsschiff den Jangtse hinauffuhr, um die Vizekönige von Nanking und Hankau zu besuchen. Der„Reichsanzeiger“ meldet: Dem bisherigen Kommandeur des 10. Korps (Hannover), General der Infanterie v. Seebeck, wurden die Brillanten zum Großkreuz des Roten Adlerordens mit Eichenlaub und Schwertern am Ringe verliehen. Der Bezirksausschuß in Berlin verhandelte über die Klage des Berliner Magistrats gegen den Polizeipräsidenten wegen Versagung der Bauerlaubnis zu einem Friedhofsportal für die Märzgefallenen. Der Vorsitzende, Geheimrat Kayser, schlug zur Ermöglichung eines Ausgleichs zwischen den Parteien Vertagung der Verhandlung vor. Der Gerichtshof beschloß diesem Vorschlag gemäß, da von keiner Seite Widerspruch erhoben wurde. Dortmund, 27. April. Die Kanalkommission des Abgeordnetenhauses wird Anfang nächster Woche mit den Vertretern der Regierung eine Informationsreise nach Dortmund machen, um von hier aus sich aus eigenem Augenschein über den DortmundEms=Kanal zu unterrichten und sich über die wirtschaftlichen Verhältnisse und Bedürfnisse im rhein.=westf. Industriegebiet ein Urteil zu bilden. Die Mitteilung, daß zwei Lesungen der Vorlage von der Kommission in Aussicht genommen seien, ist unzutreffend. Sinnsprüche, Denksprüche, Sprüchwörter 2c. Wer etwas gelten will auf deutscher Erden, In fremdem Lande muß geboren werden. Du, Deutscher, sollst zum Tempelbau Der Menschheit Steine tragen, Doch nicht des heimischen Geistes Dom Deshalb in Trümmer schlagen. Otto v. Leixner. „Wer keine Sorg und Leiden hat, Der wisch mir diesen Reimen ab.“ chtt Vereint. Von E. W. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) „So muß ich es Ihnen als Arzt befehlen, Sie sind schon über die Maßen angestrengt, und noch eins, ich möchte Ihre Hülfe für die Nacht nicht entbehren. Sie haben mir bisher stapfer beigestanden, die Krisis tritt ein und da swäre es mir lieb, Sie an meiner Seite zu haben; Sie müssen dann aber auch frisch und kausgeruht sein, denn sonst stehen uns schwere Stunden bevor. Gehen Sie also jetzt, ich lasse Sie rufen, wenn ich Ihrer bedarf, werden Sie kommen, fühlen Sie sich stark genug?“ „Ich komme.“ „Gut, doch halt, noch eins. Verraten Sie TIhrer Mama nicht, daß heute die Entscheidung eintritt. Sie ist so schon völlig hin und muß zur Ruhe gehen.“ Erna neigte stumm den Kopf, verließ das Krankenzimmer und ging durch den riesengroßen Flur die breite Treppe hinauf nach ihrem Zimmer. Es war ein hohes weites Gemach, wie alle Räume in dem großen altertümlichen Schlosse. Die dunkle Wandtäfelung und die gepreßte Ledertapete schien fast zu ernst für ein Mädchenzimmer, dagegen gaben bequeme Polstermöbel und ein weicher Smyrnateppich dem Raume ein behagliches Aussehen. In der einen Ecke stand ein prächtiger Blüthner'scher Flügel, Ernas ausschließliches Eigentum, in der Nähe des Fensters ein Schreibtisch, auf dem sich allerlei zierlicher Mädchentand befand. Durch das Laub der Rüstern, die ihre schlanken Zweige bis zum Fenster neigten, drang ein grünliches Licht. Erna legte wie geblendet die Hand über die Stirn. Die Augen schmerzten und eine bleierne Schwere lag ihr in allen Gliedern; doch sie sollte ja frisch sein für die Nacht; o, was wird sie bringen, diese Nacht? Sie vertauschte ihr Kleid mit einem weichen Hausgewand, löste die schweren Flechten und steckte das prächtige Haar zu einem einzigen Knoten am Hinterkopf, dann streckte sie sich auf die Chaiselongue und versuchte zu schlafen. Doch nur ein unruhiger fieberhafter Schlummer überkam sie, und sie fuhe erschreckt aus einem wirren Traume in die Höhe, als es leise an die Thür pochte. Es war völlig dunkel, sie öffnete mit zitternden Händen, ihr Mädchen stand draußen. „Der Herr Professor läßt Sie bitten, jetzt zu kommen, gnädiges Fräulein!“ Sie nickte, strich glattend über ihr Haar und ging lautlos den Korridor entlang; die große Wanduhr zeigte die zehnte Stunde, als sie unten durch den Flur schritt und leise die Thür zum Krankenzimmer öffnete. Der Professor war allein. Frau v. Hillern hatte sich auf sein Machtgebot zur Ruhe begeben, eine kleine Lampe brannte zu Füßen des Bettes und verbreitete ein schwaches, undeutliches Licht in dem weiten Raum. Der Kranke wälzte sich unruhig in den Kissen, dunkle Fieberglut lag auf dem abgezehrten Gesicht und leise abgerissene Worte kamen von seinen Lippen. Der Arzt saß regungslos, nur hin und wieder winkte er dem jungen Mädchen, dann tropfte sie eine helle Flüssigkeit in einen Löffel und benetzte damit die Lippen des Vaters. Draußen lag eine wundervolle Mondnacht über der Erde, die Rasenplätze und Bäume waren wie mit silbernem Licht übergossen; hier drin, im dunklen Krankenzimmer vergingen dem bekümmerten Kindesherzen qualvolle Augenblicke der Angst und Sorge, ernster und immer ernster blickte der Professor auf den ringenden Körper, Erna war neben dem Bett in die Knie gesunken, den Kopf im stummen Gebet auf die gefalteten Hände gesenkt. Da schlug die Schloßuhr zwölf in dumpf dröhnenden Schlägen, sie schauerte in sich zusammen es war ihr, als müsse auf diesen Schwingungen das teuere Leben mit hinüber schweben in die Ewigkeit. Und wirklich, es wurde plötzlich still vom Bett her, das Stöhnen und Aechzen hörte auf, die geballten Hände lösten sich und der Kopf sank bewegungslos in das weiche Pfühl. Der Professor erhob sich und beugte sich lange und forschend über das Bett, volle zehn Minuten verstrichen, da richtete er sich auf,„die Krisis ist überstanden.“ In der That verkündeten ruhige tiefe Atemzüge, daß der Kranke in ruhigem erquickenden Schlummers lag. Lautlos tropfte Thräne auf Thräne auf das weiße Linnen, dann erhob sich Erna von den Knieen und trat in das Nebenzimmer, die furchtbare Spannung ihrer Nerven löste sich in befreienden Thränen. Am offenen Fenster lehnend ließ sie die würzige Nachtluft die heiße Stirn umwehen, ein inbrünstiges Dankgebet stieg gen Himmel auf. Da stand plötzlich der Professor neben ihr, er war unhörbar auf dem weichen Teppich eingetreten. „Ihr Vater schläft ruhig und sieht der Genesung entgegen, gehen Sie nun auch wieder zur Ruhe, Sie haben es nötig, ich werde den Rest der Nacht bei dem Kranken bleiben.“ Das junge Mädchen wandte sich um, sein schönes männliches Gesicht mit dem dunklen Vollbarte erschien ihr wie verklärt in dem hellen Mondlicht, wie einer plötzlichen Eingebung folgend, ergriff sie plötzlich seine Hand und drückte sie an die Lippen. „O Gott, was thun Sie!“ sagte der Professor, ihr rasch die Hand entziehend. Erglühend wandte sie sich ab und verließ das Zimmer. ** Seit dieser Nacht sah Erna den Professor seltener, wohl kam er noch täglich nach dem Kranken zu sehen, mit dem es stetig besser ging und auch, als Herr von Hillern anfing das Bett mit dem Lehnstuhl zu vertauschen saß Hellwig oft noch stundenlang in seiner ruhigen Art mit ihm plaudernd bei ihm. Der ganze Haushalt sah mit unbegrenzter Dankbarkeit zu dem berühmten Manne auf, nur Erna vermied # führen wollten, seien in dieser Angelegenheit kaiserlicher als Herr v. Stumm. Nach kurzen Ausführungen des Abg. Bassermann(natl.) vertagt sich das Haus. Donnerstag 1 Uhr: Zweite Lesung des Bankgeseges. begeben. Die Teilnahme des Prinzen an der D ereiers besaluswäirigenüms Gesandten Grasensoli;, Dospöggsen eiapt gpersen B5s 120 Pon. eteg G., aiserin ist nan ihrer auf 150 Millonen erhuht ngggben, vie Kommiston Wolf=Mettereich.— Die Ratsetnn#s:) hat die Erhöhung um 60 Millionen beschlossen, Reise nach Prinkenau(Schlesien) in Verlin wieder die in zwei Raten erfolgen soll. Ein Antrag v. 81se4 24, vorl Zer etgelgt eins ve. usitaen, Rale ein Antrag, z. Seumn 8r . eis her auf der Ginie Viel= Pordr be.11.u—., zschließliche Uebernahme ver Summe durch Schluß ½7 Uhr. (73. Sitzung vom 27. April.) Der Reichstag beriet am Donnrstag das Bankgesetz in zweiter Lesung. Nach der Vorlage Vertreter Jeuer=Köln, für die Vertretung auf dem Genossenschaftstage Schweier=Köln. Kiel, 26. April. Der Stapelauf, eines neuen, maligen Rate, ein Antrag Arendt(frkonf) fordert für die Tagessahr: un. Dienstag die ausschließtiche urbernuhme der Summe durch timmten deutschen Postdampfers sand Teziatt, das Reich. Die Antragsteller begründen ihre AnMittag auf den Horpols hielt Hie Taufrede, Frausträge, die schließlich abgelehnt, werden, während v. Köller vollzog den Taufakt, Das Schiff erhielt den Namen„Prunz Veinrich von Preußzenten Sohne des Prinzen Heinrich von Pleußen. Der Ministerpräsident Szell hat auf die Frage, ob Oesterreich=Ungarn eine Gebietserwerbung in China beabsichtige, mit einem entschiedenen Nein geantwortet. Damit erledigen sich alle in letzter Zeit im Umlauf gewesenen Gerüchte. träge, die schließlich abgelehnt werden, während der§ 1 der Vorlage in der Kommissionsfassung mit großer Mehrheit angenommen wird. Beim§ 2 beantragt Abg. Schönlank(Sz.) den Dividen enbezug der Anteilschein=Inhaber auf 5 Prozent im Maximum zu begrenzen Abg. Graf Kanitz(kons.) beantragt, das Dividenden=Maximum auf 6 Proz. festzusetzen. Auch§ 2 wird unter Ablehnung der dazu gestellten Abänderungsanträge mit großer Mehrheit in der Kommissionsfassung angenommen. Bei Artikel 5, der von dem Privatdiskontsatz handelt, liegt außer einem unwesentlichen Antrage Heine(Ztr.) ein Antrag v Levetzow vor, der der Reichsbank überhaupt verbieten will, unter ihrem Der„Figaro“, verößfentlicht jetzt die Aus- offiziellen Banksatz zu diskontieren. sagen der ehematigen Beimister Bartzag., uud Nach längerer Debatte, in welcher auch de Guerin vor dem Kassationshofe. T####hou## ktär v. Posadowsky sagte aus, er habe während des Zola=Prozesses den General Billot Zweifel an der Schuld Dreyfus aussprechen hören. Guerin, der bei dem ersten Dreyfus=Prozeß Justizminister war, bekundete, daß er erst durch zweitenezung“=Fusinan Phtesenundsil den General Meraer von der Verhaftung.— Preußischer Landtag. eosihng, Ppred, st auf GHand be) Das Mrhzichzeicheresenl Steike, habe. Die Verurteilung sei auf Grunr des a# Das preußische Staatssekretär v. Posadowsky zu eingehenden Darlegungen gegen den Antrag Levetzow das Wort ergreift, wird der§ 5 in der Kommissionsfassung Schließlich wird auch der Rest des Entwurfs in der Fassung der Kommission angenommen. ise Gesur.e der Oustizanträge zrutelenundsalisch, Bordereaus und des Tiktats erfolgt. Bezgl. der Verurteilung waren alle Minister, mit Ausnahme Hanotaux, einig. Von der Mitteilung geheimer Akten an die Mitglieder des 1894er Kriegsgericht habe er erst im Zola=Prozesse gehört. Von einem Geständnis Dreyfus' habe er nie etwas gehört. England.. 64, Der Erzbischof von Westminster, Kuroinal Vaughan in London, hat einen sechsmonatigen Urlaub für Rom erhalten. Man schließt aus diesem seltenen Vorkommnis, daß der genannte Kardinal die nächste Anwartschaft auf den Stuhl Petri hat, wenn derselbe infolge Ablebens Leo's XIII. in früherer oder späterer Zukunft einmal erledigt ist. Amerika. Der Zwischenfall Coghlan wird auf der deutschen Botschaft in Washington als praktisch beendet angesehen. Derselbe wird mit einem Verweis Coghlans durch den Kommanam Mittwoo, nachs kteinere Vullagen. Eine tängere Debatte entstand bei dem Gesetzentwurf, der weitere 5 Mill. M. zur Errichtung von Beamtenund Arbeiter=Wohnhäusern fordert. Nicht, daß die Mitglieder des hohen Hauses die Vorlage bekämpfen, sie wünschen vielmehr genaue Auskünfte über Einzelheiten, die Finanzminister v. Miquel auch bereitwilligst erteilt. Der Entwurf ging zum Schluß an die Budgetkomission zur Vorberatung. Einstimmige Annahme fand sodann ein freikonservativer Antrag, die Regierung wolle beim Bundesrat dahin wirken, daß Mittel zur Gewährung von Beihülfe von 120 M. an alle als berechtigt anerkannten Veteranen bereit gestellt werden. Den Einwand des Ministers v. Miquel, daß zunächst die Gemeinden die Ehrenpflicht hätten, für diese alten Leute zu sorgen, ließ das Haus nicht gelten. Die nächste Sitzung findet erst am Mantag statt. (Kommissionsbericht über den Antrag Gamp betr. Die Leutenot auf dem Lande.) Deutscher Fleischer=Verband. Elberfeld, 26. April. Der Rheinisch=Westfälische Bezirksverein im Deutschen Fleischerverbano hielt heute im„Deutschen Kaiser“ seinen 20. Bezirkstag ab. Vertreten waren 38 Innungen mit 99 Stimmen, der Vor= mehrung und Veroegeruug ves aus stand mit 9 Stimmen. Namens der Stadt Elber= entnehmenden Wassers und zur Anlag Lokales. * Schwerte, 28. April. Wegen des schriftlichen Verkehrs zwischen Post und Publikum hat Staatssekretär v. Podbielski an die Oberpostdirek= tionen folgendes verfügt: Eingaben des Publikums sind mit möglichster Beschleunigung zu behandeln. Soweit sie zur Erledigung durch die beteiligte Verkehrsanstalt geeignet erscheinen, sind sie an diese abzugeben. Der Absender der Eingabe ist hiervon zu benachrichtigen. Falls die Erledigung bei der Oberpostdirektion erfolgt und voraussichtlich nicht binnen acht Tagen geschehen kann, ist ein Vorbescheid zu erteilen. § Schwerte, 28. April. Am nächsten Sonntage, den 30. d. M., wird im Hauptgottesdienste der größeren evangelischen Gemeinde hier ein geistlicher Inspektor der Berliner Stadtmission die Teilnahme der Gemeindeglieder für dieses hochbedeutsame Werk der Inneren Mission zu wecken suchen. Die Arbeit der Stadtmission in Berlin geht nicht nur blos Berlin an, sondern das ganze Vaterland, alle Provinzen desselben, geht also auch uns an. Fast eine Million der Bewohner Berlins sind zugewanderte Kinder der Provinzen. Trotz des gesegneten Werkes des Berliner Kirchenbaues zählen einige Gemeinden noch über 100 000 Seelen, mehrere zwischen 70—80 000; viele über 50000 Seelen. Unzählige geraten in religiöse Gefahr und in sittliche Not, um schließlich dem Elende und der Schande zum Opfer zu fallen. Das ist das Arbeitsfeld der Stadtmission. Als Gehülfin der Kirche thut sie mit 5 Inspektoren, 10 Kandidaten, 47 Stadtmissionaren und 10 Gehülfinnen durch Hausbesuche, Sonntagsschulen, Schriftenverbreitung und durch christliche Vereine mannichfachster Art ihren bewahrenden und rettenden Dienst. Vielen hat sie dadurch eine Führerin zum Heiland der Seelen und zur Heimat im Himmel werden dürfen. Leider hat die Zunahme der freiwilligen Gaben mit der notwendigen Ausdehnung der Arbeit nicht gleichen Schritt gehalten. Die Stadtmission in Berlin steht jetzt, nachdem sie lange Zeit keinen Mangel hatte, vor einem Fehlbetrage von mindestens 10000 Mk. Das Werk verdient thätige Teilnahme und kräftigere Förderung allerorten.., Mpiz dem b. * Schwerte, 28. Aprit. Ma vem heutigen Tage ist in Hörde das Fernsprechvermittelungsamt eröffnet. Die Zahl der an dasselbe angeschlossenen Teilnehmer berägt 75. Die Geschäftsstunden sind die gleichen wie bisher beim Dortmunder Vermittlungsamt.„ Bi, Sertmuns * Schwerte, 28 April. Die Dorrmunder „Tremonia“ schreibt: Unsere Ruhrthalsperre, welche wir im Interesse unseres Wasserwerks bei Geisecke anlegen wollten, hat nicht die Genehmigung der Regierung gefunden, und zwar aus dem Grunde, weil auf Kosten der sämtlichen Interessenten an der Ruhr im Sauerlande durch die Regierung größere Ruhrthalsperren angelegt werden. Unsere Stadt dürfte zu diesen oberen Ruhrthalsperren mit einem jährlichen Kostenbeitrage von 30 bis 40000 Mk. herangezogen werden, sie steht sich dabei noch besser, als wenn sie selbst eine solche Thalsperre gebaut hätte. Das von der Stadt Dortmund bei Schwerte neuerdings erworbene Terrain in Größe von ca. 1400 Morgen können wir auch ohne eine eigene Ruhrthalsperre sehr wohl gebrauchen für die Ver.####rhesserung des aus der Ruhr zu Die Leiche Schwierings, die man am Montag schon weggebracht, war wieder an Ort und Stelle geschafft worden und alles in die Lage gebracht, wie man es zuerst gefunden hatte. Geklärt ist die Sache wohl auch durch den Lokaltermin nicht weiter worden. Mitzuteilen ist noch, daß nachträglich auch das Portemonnaie Schwierings in der Nähe der Fundstelle der Leiche gefunden worden ist. Die vielen Freunde des Toten wollen nicht glauben, daß derselbe selbst Hand an sich gelegt habe. Um einen Raubmord, wie auswärtigen Blättern gemeldet ist, handelt es sich aber keineswegs. Bismarckicier auf Hobensyburg. Von dem Ausschuß für die Bismarckfeier auf Hohensyburg geht uns ein Aufruf zu, dem wir folgende Stellen entnehmen;„ Westfalen! Landsleute: Der 11. Mai rückt herEs ist der Tag, an dem vor 4 Jahren die Töchter und Söhne der Roten Erde zu Hunderten und Aberhunderten im Sachsenwalde weilten, um Deutschlands großem Sohne zu huldigen. Unvergeßlich bleibt der Friedrichsruher Empfang Allen, die an ihm teilgenommen haben. Zweimal seitdem waren wir zu fröhlicher Gedenkfeier versammelt. Auf Hohensyburg, der stolzen, sagenumrauschten Wittekindsfeste über dem Zusammenfluß von Ruhr und Lenne, von wo Westfalens Kaiserdenkmal auf lachende Auen herniedergrüßt, vereinigten wir uns, um einige Stunden nochmals ganz der Erinnerung an jene unvergleichliche Fahrt zu leben. Noch häufig, recht häug noch hofften wir dem Lebenden unsern westfälischen Treugruß an diesem Tage zujubeln zu können. Der 10. Mai ist der Tag, an dem vor 4 Jahren die Teilnehmer der Westfalenfahrt zu dem großen Kommerse in Hamburg sich zusammenscharten, an dem 24 Jahre vorher im Gasthof zum Schwan in Franksurt auf die Friedenspräliminarien von Versailles die beiderseitigen staatlichen Insiegel gedrückt wurden. Daß die patriotische Begeisterung über die glorreichen Ereignisse des Jahres 1870,71 im Westfalenvolke ungeschwächt fortlebt, daß die Liebe der Westfalen zum Fürsten Bismarck seit seinem Tode noch im Wachsen ist, davon wird, dessen sind wir gewiß, auch dieser 10. Mai auf der Hohensyburg wieder Zeugnis ablegen. Für alle westfälischen Verehrer des verstorbenen Altreichskanzlers, für alle westfälischen Gaue muß an diesem 10. Mai die Parole sein: Auf nach Hohensyburg! Mit der Feier ist die Beschlußfassung über die Gründung eines„Westfälischen Bismarckbundes" verbunden. Die Anm ldungen zur Teilnahme sind an Herrn Kreissekretär a. D. Secherling in Hagen i. W. zu richten. binetsrate teilte der Marinesekretär Long mit, daß er von dem Kapitän Coghlan ein Schreiben erhalten habe, in welchem dieser jede Absicht einer Beleidigung des deutschen Kaisers oder des Admirals Diederichs in Abrede stellt. Seine Rede im Union=LeagueKlub wurde nur im Kreise von Freunden gehalten; die Berichte der Zeitungen seien erteilt. Bezüglich des Punktes 4 der Tagesord= Hexsuhr bis Dortmund durch nung, Antrag betreffend Ersatz für Hauptmängel. geigen# Gebiet legen zu können. bei Schlachtvieh wurde beschloss n, den. Gegenstand“ Schwerte, 28. April. Verhaftet und dem auf dem Verbandstage nochmals zur Sprache Zu.!..7 Amtsgericht zugeführt wurde der Tagebringen und dort zu beantragen, daß ein dahin=) Ontg;. Carl B. von Herdecke, welcher sich begehendes Immediatgesuch an den Kaiser gerichtet schäftigungslos zum Besuch bei seinen Verwandten werde. Ferner soll beim Verbandstage beantragt]schäftsgst aufhielt. Der Vorgang zu dieser Verwerden, die von der Haftpflichtversicherugg, ge bersetnu, ist folgender: B., welcher etwas angezahlten Prämien nicht mehr an die Verbanos=(ix, trunken war, bekam von den Gebr. M. vor der epd ern 3 Vorstandes auf Uebernahme der halben Sch'schen Wirtschaft mehrere Ohrfeigen, weil diese Grund zu der Annahme gehabt haben sollen, V. habe sie aufgelauert, zumal V. als er der Gebr. Zeitggen, Sein Kure.e2. Uute geaeies r ent echen bertreven, und ente Hemnächst vom Dienst der Fleischerinung in Rhendt auf de Bestistase.„ sie a. wurde eine längere Resolution angenommen, die Aufruf an die Obstzüchter zur Bekämpfung der sogenannten Schorfkrankeit(Fusicladium) des Kernobstes. Die Schorfkrankheit des Kernobstes hat in den letzten Jahren eine starke Ausbreitung erreicht, wodurch ein großer Ernte=Ausfall verursacht wurde; die Obstzüchter können daher nicht dringend genug auf diese Krankheit aufmerksam gemacht und zu deren Bekämpfung aufgefordert werden. Die Bekämpfung der Krankheit wird ohne große Mühe und mit sehr geringen Kosten durch rechtzeitiges Bespritzen der Bäume mit Bordelai er Brühe vor und nach der Blute bewirkt, wie dies in Fachblättern und auf der unlängst in mehr als 40000 Exemplaren verteilten Obstschädiger=Wandtafel näher beschrieben ist. In welch' augenfälliger Weise selbst eine einmalige Bespritzung der Bäume zu Gunsten einer regelrechten Ausbildung der Früchte wirkt, und wie bedeutend der Wert des Obstes hierdurch gesteigert wird, ergiebt die bildliche Darstellung, die einem kürzlich in der deutschen landwirtschaftlichen Presse(vgl. Nr. 17 vom 1. d. Mts.) erschienenen Aufsatz über den Schädling beigegeben worden ist. Vorstehenden Aufruf bringe ich hierdurch zur. öffentlichen Kenntnis. Der Vereins=Direktor des landwirtschaftlichen. Kreis=Vereins Hörde. Spring. zurückziehen. Deutscher Reichstag. (72. Sitzung vom 26. April.) Der Reichstag beschäftigte sich am Mittwoch mit dem Antrage Hitze auf Vorlegung eines Gesetzentwurfs betr. Einrichtung von Arbeitskammern. Zu diesem Antrage liegen zwei Zusatzanträge vor, die gleichzeitig zur Beratung stehen. Ein Antrag des Abg. v. Heyl(natl.) will besondere Abteilungen bei den Gewerbegerichten gebildet wissen, ein Antrag Roesicke=Pachnicke will den Berufsvereinen Rechtsfähigkeit geben und sie berechtigen, mit einander in Verbindung zu treten. Endlich steht noch ein Antrag Pachnicke mit zur Beratung betr. die Errichtung eines ReichsarbeitsAbg. Hitze(Ztr.) begründete seinen Antrag, der dazu dienen solle, den Frieden zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern wieder herzustellen und den Aberglauben zu beseitigen, als sei die Sozialdemokratie die einzige wahre Vertreterin der Arbeiterinteressen. Abg. Pachnicke(fr. Verg) betonte bei Befürwortung seines Antrages, er möchte in dem Reichsarbeitsamt ein Observatorium der Arbeit errichtet wissen. Abg. v. Stumm(fr.kons.) nennt dies Anträge einen Triumph der Sozialdemokratie, da sich mit deren Forderungen große Parteien im Reichstage, wie eben diese Mitteilungen zeigten, einverstanden Abg. Heyl v. Herrnsheim(natl.) tritt unter scharfer Polemik gegen den Vorredner für seinen Antrag ein. Wenn Herr v. Stumm diesen einen Stein für die Arbeiter nenne, so müsse er auch die kaiserlichen Februar=Erlasse ebenso nennen, denn sein Antrag sei nur eine Anregung dieser Abg. Roesicke(wildlib.) tritt für die Errichtung eines Reichsarbeitsamts ein. sinnigen, die die Februar=Erlasse des Kaisers ausam 5. April dem Reichstag zugegangen ist. Die„Ausländische Fleischwaren sind nur zur Einführung in das Reichsgebiet zuzulassen, wenn es gelingt, sie einer mindestens gleichwertigen Untersuchung zu unterwerfen, wie sie gegenüber den heimischen Produkten der Landwirtschaft und der Fleischer vorgesehen ist. Die Art und die Kosten solcher Untersuchungen sind im Gesetz festzulegen. Eine Fleischbeschau außerhalb des Deutschen Reiches zum Zweck der Einführung ist nicht zuzulassen, selbst nicht durch deutsche Beamte. So than weit durch einen etwaigen Ausfall der fremd=zunländischen Fleisch= und Fettwaren der Bedarf des deutschen Volkes nicht gedeckt wird, ist lebendes ausländisches Vieh unter solchen Bedingungen zuzulassen, die eine Verseuchung der heimischen Viehbestände ausschließen und soweit es Schlachtvieh ist, ist es derselben doppelten Kontrolle zu unterwerfen, die für deutsches Schlachtvieh vorgeschrieben ist. gen, unter welchen lebendes ausländisches Vieh zur deutschen Fleischbeschau zugelassen wird, sowie die Vorkehrungen, welche gleichzeitig die Seuchenübertragung auf heimische Viehbestände ausschließen, mussen im Gesetz festgelegt werden. Schlachtungen, die ausschließlich für eigenen oder der Familie Bedarf bestimmt sind, sind von der Fleischbeschau zu befreien. Geeignete Garantieen gegen Mißbrauch dieser Bestimmungen sind im Gesetz festzulegen. Die Fleischbeschau wird von den dazu aus. gebildeten und vereidigten Sachverständigen ausgeführt, dergestalt, daß einwandfreies Fleisch von ihnen freigegeben wird, während bei Beanstandungen und Konfiskationen auf Verlangen des Eigners der vorgesetzte Tierarzt des Schauise büirch die Brgane der 3 Das Gebührenweseg habe sie aufgelauert, zumal B.“„ M. ansichtig wurde gerufen haben(vu, wo ist ein Wagenschwengel und auch in der Sch.'schen Wirtschaft die Aeußerungen hatte fallen lassen. Nachdem V. von den beiden M.'s die Ohrfeigen bekommen hatte, lief er fort, ging dann mit seinem Vetter, dem Barbier M. nach dessen Barbiersalon, holte sich dort eine lange spitze Haarschneidescheere und lauerte damit die Gebr. M. auf. Diese hatten noch einige andere Wirtschafteu besucht und kamen etwas später nach Hause. In der Nähe ihrer Wohnung wurden sie dann von den beiden überfallen und wurde Wilhelm M. ganz schrecklich zugerichtet und zwar soll dieses hauptsächlich V. getyan haben. Außer einem Stich im Rücken und einen in der Schulter hat er oberhalb des rechten Auges eine ca. 6 cm lange, breite klaffende Stirnwunde. Derselbe mußte sich sofort in ärztliche Behandlung begeben. V, welcher den verhängnisvollen Stich ausgeführt hat, flüchtete nach vollbrachter That. Derselbe wurde später auf einem Abort versteckt aufgefunden und verhaftet. a Schwerte, 28. Aptil. Durch einen Gendarm wurde vorgestern der Gelegenheitsarbeiter vom Felde wegen Bettels festgenommen und dem königl. Amtsgericht. ängstlich mit ihm zusammen zu treffen, es legte sich ihr stets ein seltsam beklemmendes Gefühl ums Herz, wenn die Equipage mit den Apfelschimmeln, die ihn geholt, in den Hof fuhr, meist floh sie dann auf ihr Zimmer oder nahm Hut und Handschuhe und ging in den Park. Sie wußte, daß er Wittwer war und ein Töchterchen besaß, die jedoch seit dem Tode seiner Gattin bei deren Eltern lebte. Er hatte einmal erwähnt, wie schmerzlich es ihm sei, das Kind nicht daheim zu haben, aber sein Beruf nehme ihn so in Anspruch, daß er sich Westfalen=Rheinland. S Ergste, 28. April. Als gestern morgen 7 Uhr der Kutschwagen des Gutsbesitzers H. hierselbst, in welchem mehrere Personen von Villigst nach Hohenlimburg fahren wollten, die Chaussee hierselbst passierte, machten die beiden Pferde, als sie an dem gewohnten Abfahrwege vorbeikamen, plötzlich eine scharfe Wendung nach diesem Wege. Der Kutscher parierte die Pferde, um diesen Seitensprung zu verhüten, wobei die Verkuppelung an der Wagenstange riß und der Wagen von der steilen Böschung abstürzte. Es ist geradezu ein Wunder, daß die Insassen sowie Kutscher und bezirks hinzuzuziehen ist. Das Gebührenwesen Pferde unverletzt geblieben sind. Das Verdeck des federnlager Feuer aus, welches den ganzen Dachstuhl zerstörte. Bei dieser Gelegenheit traten die Vorteile der hydraulischen Leiter recht hervor. Dortmund, 27. April. In Sachen des Todes des Sägewerksinhabers Herrn Schwiering hat getern bei dem Wirt Herrn Meininghaus in Brambauer Lokaltermin stattgehabt. Anwesend waren die Herren erster Staatsanwalt Haarmann, UnterWetterbericht. Nachdr verboten 29. April. Bei wechselnder Bewölkung ziemlich warmes Wetter mit Regenfällen. Gewitter. Neueste Nachrichten und Depeschen. Berlin, 27. 2pril. Eine deutsche amtliche Depesche aus Apia vom 18. April besagt: Nach Eintreffen der letzten Post verließ das amerikanische Kriegsschiff„Philadelphia“, den Hafen von Apia und begab sich nach dem amerikanischen Vertragshafen Pagopago. Die englischen Kriegsschiffe setzten allein die Beschießung der Stranddörfer an der Nordküste von Upolu fort. An Land finden kleine Gefechte statt. Am 17. April kam es 3 Meilen von Apia zu einem Zusammenstoß, der mit dem Rückzuge der Tamuleute endigte. Getötet und verwundet wurden etwa 70 Mann, von den Europäern wurde niemand verletzt. Eine in Reserve liegende englische Abteilung nahm nicht am Kampfe teil. Berlin, 28. April. Unser Kaiser ist am Donnerstag aus dem Jagdschloß Kaltenbronn nach Karlsruhe zurückgekehrt. Die Jagd war infolge des ungünstigen Wetters nicht allzu ergiebig. Wiederholt ließ der Monarch sich von dem Vertreter des Auswärtigen Amtes Grafen Wolff Vortrag halten; am Donnerstag nahm er im Karlsruher Schloß auch den Vortrag des Chefs des Militärkabinets von Hahnke entgegen. Abends wohnte der Kaiser der Festaufführung von Siegfrieff Wagner's Oper„Bärenhäuter" bei. Am heutigen Freitag besucht Se. Majestät Wiesbaden. Berlin, 28. April. Es wird bestätigt, daß Kaiser Wilhelm am Pfingstsonntag zur Enthüllung des Erzherzog Albrecht=Denkmals in Wien eintreffen wird. Es sind verschiedene Hoffestlichkeiten in Aussicht genommen.— Am Donnerstag empfing Kaiser Franz Josef den neuernannten deutschen Militärattachs v. Bülow. zwar in den ihr einheitlichen Sätzen zu regeln. Die Befugnisse des Bundesrats sind zu beschränken auf den Erlaß von Vorschriften, welche zur Ausführung des Gesetzes erforderlich sind. Keinesfalls dürfen ihm Vollmachten gegeben werden, durch die er befugt wird, den Umfang der Fleischbeschau zu erweitern oder zu verengern und dadurch die Zulassung fremder Fleischwaren und Viehes zu erleichtern ader zu erDie diesen 5 Punkten entgegenstehenHoulatd 99 P. bis Mt. 5 85 per Meter— langnesische, chinesische 2c. in den neuesten bie Vut. v,gon Ps. Meut:— zuponennur, wrätfsche 2e. in denneuesten Tessins und Farben, sowie schwarze, weiße und farbige Henneberg=Seide von 75 Pf. bis Mk. 18.65 per Meter— in den modernsten Geweben Farben und Dessins. An jedermann ranko und verzollt ins Haus. Muster umgehend. G. Henneberg's Seidensabriken, Bürich.93 April. den Bestimmungen er Landesgesetzgevung sino Erster Staatsanwalt Haarme der Sache etwas anzugeben Dortmund, 27. 2.,—, Ein Riesen=Welthaus wird demnächst am Steinplatz erstehen. Das von der bekannten Firma Meyer u. Günther benutzte Geschäftshaus— bisher der Firma Morschhäuser u. Ploeger gehörend— ist, wie uns von zuverlässiger Seite mitgeteilt wird, von der erstgenannten Firma angekauft worden. Desgleichen hat die Firma Meyer u. Günther auch die beiden nebenan liegenden Häuser an der Steinstraße käuflich erworben. Diese drei Häuser sollen in Bälde zu einem weltIstädtischen Riesen=Etablissement vereinigt werden Gottesdienste Schwerte. Größere evangelische Gemeinde. Sonntag, den 30. April 1899. Vorm. ½10 Uhr: Havptgottesdienst Stadtmissions=Inspektor Fischer aus Berlin. (Kollekte für die Berliner Stadtmission.) Nachm. 2 Uhr: Kindergottesdienst Pastor Graeve Amtswoche: Pastor Heinenberg. Reformierte Kirche. Sonntag, den 30. April 1899. Vorm. ½10 Uhr: Past. Terberger. Sonntag, den 30. April 1899, nachmittags 5 Uhr: Bibelstunde(Westenort 12). Westhofen. Sonntag, den 30. April 1899. Vorm. ½10 Uhr: Predigtgottes dst. Nachm. 2 Uhr: Kindergottesdienst Postor Falkenterg. in dem Konkurse über das Vermögen des Kaufmanns X) S. Schönebaum in Schwerte soll die Schlußverteilung stattfinden. Der verfügbare Massenbestand beträgt 1760,12 Mk. Hiervon sind vorab die Gerichtskosten in Höhe von ca. 400 Mk. und 25% einer nachträglich auf 537 Mk. festgestellten Forderung in Abzug zu bringen. Zu berücksichtigen sind 21293,63 Mk. nicht bevorrechtigte Forderungen. Die Schlußrechnung liegt auf der Gerichtsschreiberei des Königl. Amtsgerichts hier zur Einsicht offen. Schwerte, den 26. April 1899. Der Konkursverwalter: Backhausen, Rechtsanwalt Süssrahmbutter aus der Geldernschen Molkerei Mk. 1,10 per Pfund. I. Weinberg. Berichtigung. In der Anzeige des Königlichen Amtsgerichts in Nr. 65 der„Schwerter Zeitung" betreffend Zwangsversteigerung der Grundstücke des — Schlossers Eduard HövelFreundliche Einladung. Am Sonntag, den 30. April, nachmittags 4 Uhr anfangend, findet im Saale des Herrn W. Möller zu Aplerbeck eine Evangelisations=Versam pe statt, in welcher Herr Missions=Inspektor Scursberg aus Neukirchen eine Ansprache halten wird. Jedermann ist herzlich willkommen. Eintritt frei. Auch nur mit Wasser und Suppenkräutern oder Teigwaren hergestellte Suppen werden vorzüglich bei Verwendung von wovon wenige Tropfen, nach dem An•Wysenrichten zugefügt, genügen. Zu haben Original=Fläschchen von 35 Pf. an bei L. Weinberg. Bekanntmachung. Auf der Straßenbahnstrecke Schwerte=Freischütz werden voraussichtlich in den nächsten Tagen Probefahrten stattfinden. Es ist wünschenswert, daß Eltern und Lehrer die S Kinder auf die Gefahr hinweisen, welche mit dem Betreten 5 der Geleise beim Herannahen### der Wagen verbunden ist. Schwerte, 27. April 1899. Die Polizei=Verwaltung Rohrmann. Steckbriefs-Erledigung. 4 5 Der gegen den Schneiberge ge sellen August Althaus, geboren 2. Mai 1872 zu Hörde, unter dem 18. März 1899 wegen Diebstahls erlassene Steckbrief ist erledigt und wird hierdurch zurückgenommen (Aktenzeichen: 4 J 280/99.) Dortmund, 24. April 1899. Der Erste Staatsanwakt. Spar= und Ban=Verein Schwerkc. Fehler unterlaufen; es findet . S. fur Gechgngt der Aade über die Erteilung des Zuschlags General=Hersat..„ ssondern an 1. Juli 1899, am Sonntag, den 30. April d. JS., vormittags 12 Uhr, statt. nachmittags 5 im Gasthose Ostermann hier. Tages=Ordnung: 1. Erstattung des Geschäfts=Berichtes. 2. Vorlage der Bilanz. 3. Entlastung des Vorstandes und des Aussichtsrates. 4. Wahl von Aussichtsratsmitgliedern. 5. Besprechung über die Zahlung der Geschäftsanteile. 6 Verschiedenes. Der Vorstand. Am Samstag, den 29. April, abends 8 Uhr, im Saale des Herrn Karl Böhmer: Ein Knade braver Eltern für mein Geschäft(gegen Vergütung) sofort gesucht. Ed. Pferdekämper. Noch einige Sechsziger Gartenland ganz in der Nähe dir Stadt zu haben. Zu erfragen Ostenstraße 11. besorgt Patente, Marken u. 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Die Preise waren ziemlich hoch, der Handel schleppend. Der Schweinemarkt war mit 700 Stück beschickt. Bei flottem Handel stellten sich die Preise wie folgt: Faselschweine vorts billig zu, verkaufen. I11118 5.x T##af Girk. 2.00—2.50 u pro Alterswoche, Näh. durch die Exp. d. Z.]vis-a-vis der kathol. Kltcye: Saugschweine 2.50—3.00 u pro och fette Schweine 45 bis Prima Der- Sauerbraten. Kalbsbraten, Schmorbraten, Sülze, Cavlar, Soleler. Frankfurter Würstchen. Warmes Frühsttick 40 Pfo. Abendplate 40 Pfo. Carl Rarfin. Holländische zum Pflanzen wieder vorrätig bei L. Weinberg. S am Platze. □ Sämtliche inneren und äußeren 0 Stuckarbeiten sowie alle in diesem Fach einschlägigen Arbeiten werden prompt und sauber der Neuzeit entsprechend ausgeführt. Auskunft wird erteilt sowie Bestel8 Linburger Käse ##in ganzen Laiben pr. Pfd. 45 8 Pg. ∆ F. Weischede, 9 17 Hüsingstroße 17. 0 0b Hochfeine sächsische SMaghun 8 bonum, Ci4 feinste Speise- und Olf Pflanzkartoffel, □ empfiehlt zu billigen Gebr. 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Druck und Verlug von Satt Graus in Schwerte. 32. Jahrgang. Amtliche Bekanntmachungen. Bekanntmachung. erder Hahes sich empsehlt Besenigen Maße nd vor der Revision prüfen zu lassen, um einer Beder Einziehung der unrichtig beselbe zu überwinden.“ Der Kardinal antwortete:„Danke Euer Majestät von Herzen für gütige Erinnerung, welche mir stets kost bar und teuer sein wird und werde Majestät in meinem leidensvollen Gebete fortwährend Langensalza, 28. April. Bei der Landtagsersatzwahl in Mühlhausen=Langensalza wurde Freiherr von Zedlitz=Neukirch (frkons.) mit allen abgegebenen Stimmen abstimmung unverändert nach der zweiten Lesung Eine längere Debatte findet alsdann über eine Resolution Arendt statt, welche zur Sicherung reichlicher Geldbestände in der Reichsbank allerlei Maßnahmen vorschlägt, insbesondere Erhöhung Gezeiner Finanzrat Glasenapp belämpft diese Resolution in sehr scharfen Ausführungen, Nach kurzer, weiterer Debatte wurve die Resolution mit großer Mehrheit abgelehnt. Nachdem der Abg. Liebermann(Ant.) wegen Beleidiaung des Abg. ein schier unerschöpfliches Sündenregister, in dem auch eine zweijährige Zuchthausstrafe wegen Straßenraubes vorkam. Er wird sich demnächst auch noch wegen Hundediebstahls(es handelt sich um den Köter, den, wie wir schon meldeten, Kn. it noch zwei anderen in der Kuhstraße abgeschlachtet hat) vor der Hagener Strafkammer 6) Michael W, zur Zeit in Frankfurt, hatte hier im Jahre 1897 dem Kastellan B. eine Flasche hampagner und Hospital, wo er lebensgefährlich darniederliegt. Der Mann nennt sich Bergmann Franz Dutz. Nach Aussage der Aerzte ist eine Hoffnung auf Erhaltung des Lebens nicht vorhanden. Die Schädeldecke ist vollständig zersplittert. Hagen, 24. April. Im Saale des Weidenhof fand gestern nachmittag eine Katholikenversammlung statt. Herr Kaufmann Karl Vormann, machte die Mitteilung, daß es Herrn Dr. Lieber wegen plötzlicher Erkrankung nicht möglich gewesen sei, an der Versammlung teil zu nehmen. Herr Landtagsabgeordneter Lehrer Sittard=Aachen sprach über die Schulfrage. Der Redner behandelte zuerst die geschichtliche Entwickelung der Schulfrage bis auf unsere Tage, dann wurden die Hagener Schulverhältnisse berührt. Bekanntlich ist hier den Geistlichen die Lokalschulaufsicht genommen und eine Schuldeputation gebildet, in welcher die Geistlichen Sitz und Stimme haben. Die fünfviertelstündige Rede fand großen Beifall. Hierauf fand eine von Herrn Vormann verlesene Resolution, welche sich gegen die Hagener Schulverhältnisse wendet, fast einstimmige Annahme. Genannte Resolution soll dem Oberbürgermeister überreicht werden. Für Herrn Dr. Lieber, welcher das polische Resumé übernommen hatte, sprang der telegraphisch herbeigerufene Herr Redakteur Lerch=Krefeld ein. Der Redner wußte sich seiner Aufgabe glänzend zu entledigen. Die Besprechung der politischen Vorgänge der letzten Zeit in teils ernster, teils humoristischer Weise fand allgemeinen Beifall. Schürufer, 26. April. Heute vormittag ist von einem Mortorwagen ein Kind des Steigers Thüner überfahren und seinen schweren Verletzungen erlegen. Untröstlich war der zur Zeit abwesende Vater, als er, vom Dienst gerufen, den Tod seines Kindes erfuhr. Niedermarsberg, 25. April. In den von der Hagener Jagdgesellschaft„Hubertus“ angepachteten Jagden wurde dieser Tage ein prächtiger Auerhahn geschossen. Derselbe hatte eine Länge von einem Meter und das respektable Gewicht von 12 Pfund. Ein selten schönes Exemplar. Oberhausen, 26. April. Der vor längerer Zeit auf bisher unaufgeklärte Weise verschwundene Polizeiinspektor Emil Dräger wurde, wie ein Telegramm aus New=York meldet, jetzt dort verhaftet. Derselbe wird nach Deutschland ausgeliefert werden. Annen, 26. April. Des Lebens überdrüssig scheint der Arbeiter Heinemann gewesen zu sein, denn derselbe sprang, nachdem er sich erst einen Stein an den Körper gebunden und noch einen kräftigen Schluck aus der Flasche genommen hatte, in den zu Rüdinghausen befindlichen Steinbruch. Hombruch, 25. April. Gestern verunglückte auf der Zeche„Louise“ der Bergmann Roggenkamp aus Hacheney. Der Verunglückte hinterläßt Frau und zwei Kinder. Brambauer, 27. April. Als gestern morgen der Förster Vogt durch die hiesigen Waldungen ging, begegneten ihm vier junge Leute, die allerhand Unfug trieben. Als Vogt die Leute aufforderte, den Wald zu verlassen, nahmen sie eine drohende Haltung an und machten Miene, den Beamten anzugreifen. Letzterer mußte von seiner Waffe Gebrauch machen und gab auf die Burschen einen Schuß ab, wodurch einer der Leute schwer verletzt wurde. Der Förster zog sich dann zurück, während die Burschen davonliefen, den Verwundeten aber mitnahmen. Ueckendorf, 24. April. Die von verschiedenen Blättern gebrachte Notiz, daß Direktor Hüttemann gemeinsam mit Pfarrer Kraemer ertrunken sei, entbehrt jeder Begründung. Witten, 24. April. Durch Absturz von einem 80 Meter hohen Felsen an der Landstraße nach Blankenstein verunglückte gestern der Schlosser Stein aus Heven(Kr. Bochum.) Er war sofort tot. Soest, 24. April. Dem städtischen Kranken= und Waisenhaus ist nunmehr vom deutschen Konsul in Stockholm die amtliche Mitteilung über die Ursellsche Erbschaft zugegangen. Danach ist dem Kranken= und Waisenhaus der sechste Teil der etwa 1300000 Kronen betragenden Hinterlassenschaft zugefallen, in deutschem Gelde also 50000 bis 60000 Mark. Beckum, 24. April. Brave That eines 13jährigen Mädchens. Das Söhnchen des Arbeiters Becker war hier in den Südteich gefallen. Während nun mehrere dort anwesende Kinder und hinzukommende Frauen laut aufschrieen, sprang die erst 13jährige Tochter Anna des Fabrikanten Herrn Gerh. Becker rasch entschlossen in das tiefe Wasser. Es gelang ihr auch, das Kind dem nassen Elemente zu entreißen und vor dem sicheren Tode des Ertrinkens zu retten. Die heldenmütige That des jungen Mädchens verdient höchste Anerkennung. öln, 26. April. Eine neunzehnjährige Schülerin des Kölner Konservatoriums, die in der Nacht vom 19. zum 20. März ihr unehelich geborenes Kind sofort nach der Geburt eingestandenermaßen durch Verstopfen des Mundes mit Watte getötet hatte, wurde vom Schwurgericht freigesprochen. Köln, 26. April. Die Königin Elisabeth von Rumänien(Carmen Sylva), die bekanntlich die Würde der Königin des Festes der ersten Kölner Blumenspiele angenommen hat und eine Vertreterin zur Feier am 7. Mai entsenden wird, hat den bisherigen neun Preisen einen weiteren durch Stiftung ihrer sämtlichen Werke(26 Bände) hinzugefügt. Täglich treffen beim Stifter der Kölner Blumenspiele Dr. Johannes Fastenrat Gedichte der französischen felibres (Troubadours) ein, in denen sowohl Carmen Cylva wie der Kaiser Wilhelm II. verherrlicht werden. Koblenz, 23. April. Der mehrfach vorbestrafte Lotterie=Kollekteur G. in Lübeck hatte Lose mehrerer in Preußen verbotener Lotterien nach hier versandt. Es wurde in der vorigen Woche gegen ihn verhandelt und das Urteil ausgesetzt. Die Strafkammer verurteilte ihn wegen Lotterievergehens in 4 Fällen zu einer Gesamtstrafe von 2000 Mk. und in die Kosten. Koblenz, 24. April. Bei einer Kahnfahrt auf dem Lacher See schlug das Boot um. Von vier Insassen ertranken zwei. Bonn, 24. April. Zu dem Dienstmann=Duell ist die„D. Reichsztg.“ in der Lage, noch nachzutragen: Man hat sich vielfach vergeblich bemüht, zu erforschen, wie die Dienstmänner dazu kamen, ein Pistolenduell einzugehen. Das hat sich jetzt herausgestellt: die beiden Männer gerieten in Meinungsverschiedenheit und waren im Begriffe, handgreiflich zu werden, als ein Kollege ihnen sagte:„Sit doch verständig. Pitter, wenn ehr üch haut, kommt ehr wägen Körperverletzung en et Gefängnis, wenn ehr evver dujelliert, dann kommt ehr op Festung, und dat es viel feiner.“ Da nun die Herren die Festung dem Gefängnis vorzogen, so beschlossen sie das Duell. Vermischtes. * Hamburg, 24. April. Das Vollschiff „Thekla“, Eigentum der Rhedereifirma G. J. H. Siemers u. Co. ist nach dem Spruch des Seeamts als verschollen zu betrachten und zweifelsohne mit der ganzen Besatzung — 24 Mann— untergegangen. Das Schiff hatte am 5. Februar vorigen Jahres mit einer Ladung Kohlen Leith verlassen, hat aber seinen Bestimmungsort Rio de Janeiro nicht erreicht. Die„Thekla“, die 1878 Registertons netto groß war, wurde im Jahre 1892 in Hamburg aus Stahl erbaut. * Berlin, 26. April. Das„Tagebl.“ meldet aus London: Der von New=Orleans nach New=York bestimmte Dampfer„General Whitney“ ist bei Floridagesunken. 27 Personen, unter welchen sich der Kapitän befindet, sind ertrunken. * Berlin, 25. April. Der wegen Ermordung der Bertha Singer angeklagte Guthmann wurde nach zehntägiger Verhandlung heute vom Schwurgericht freigesprochen. * Polna, 25. April. Der Kürschnergehülfe Janda ist unter dem Verdacht, die Näherin Anna Hrudza ermordet zu haben, deren verstümmelte Leiche im Walde bei Polna aufgefunden worden war, verhaftet worden. In der Wohnung des Janda wurden blutbefleckte Kleider vorgefunden. Janda leugnet, den Mord begangen zu haben. * Berlin, 27. April. Der„Lok.=Anz.“ meldet aus Mailand: In der Gemeinde Fontana, Provinz Bologna, ging ein gewaltiger Bergsturz nieder. Das ganze Thal ist gesperrt. Die Einwohner wurden rechtzeitig gewarnt und konnten sich in Sicherheit bringen. Viel Vieh ist umgekommen. * Odessa, 26. April. Im Instruktions= saal der Kaserne Nr. 5, wo eine halbe Kompapnie Soldaten zum Unterricht versammelt war, hat eine furchtbare Gasexplosion stattgefunden. Acht Personen, ein Offizier, drei Unteroffiziere und vier Gemeine wurden getötet, sechs Gemeine verwundet. Der Saal hat starke Risse erhalten. * Ofen=Pest, 26. April. In der Ortschaft Guta im Komitat Komorn brannten bei heftigem Sturm 300 Häuser nieder. Aus den Trümmern sind bisher die verkohlten Leichen von vier Kindern und sieben Frauen hervorgezogen, doch dürften noch mehr Opfer vorhanden sein. Auch ein Gensdarm kam bei dem Brande um. Die Rettungsarbeiten wurden durch den Sturm erschwert. Geunge zu Nr. 56 dir Schaer.: gc " a n d u n d G e i g u n C e n v r a n t s u e n u n— R äcäe Rechir chen eshet e Zur Samoa=Frage. Zur Richtigstellung der Meldungen über angebliche Konflikte zwischen den deutschen und fremden Marinevertretern in Samoa veröffentlicht die„Norddeutsche Allg. Zeitung“ Stellen aus den bis zum 23. März reichenden schriftlichen Berichten des Kreuzers „Falke". Korvettenkapitän Schönfelder berichtet:„Ueber die Verhältnisse des Offizierkorps und der Besatzung des„Falke" zu den Engländern und Amerikanern sind die wüstesten Berichte verbreitet. Gerade einige Landsleute werden nicht müde, durch Schüren solcher Gerüchte eine Verhetzung zwischen den Offizieren und Mannschaften herbeizuführen. Thatsächlich ist das Verhältnis zwischen Kommandanten und Offizieren ein durchaus höfliches und entgegenkommendes. Trotz des angestrengten Wachtdienstes beteiligte sich der englische Kapitän Sturdee beim Begräbnis des Obermatrosen Vichl mit Deputation von 1 Offizier und 16 gültig eingestellt. Eine gegen Dr. Esser wegen Herausforderung seines Gegners, Dr. Wagner zum Zweikampf mit torrichen Waffen verhängte Festungsstrafe sei vom in einen Tag Stuveneiner Deputation von 1 Offizier und 14 Mann. Admiral Kautz hißte Flagge und Gösch halbstocks. Streitigkeiten zwischen deutschen Mannschaften und Engländern und Amerikanern sind nicht vorgefallen. Bei einem gelegentlichen Zusammentreffen waren die militärischen Angehörigen der drei Nationen über die herrschenden Gerüchte empört. Auch bei einem gelegentlichen Zusammentreffen des Kommandanten und der Offiziere des„Falke“ mit den englischen und amerikanischen Offizieren und Konsuln wurden die „Porpoise" und„Royalist“ die Beschießung der Mataafaleute in ihren Stellungen rings um Apia. Eine der besten Granaten der „Philadelphia“, auf den Apiaberg gerichtet, explodierte zu früh. Ein Sprengstück schlug in das deutsche Konsulat, das ohne Benachrichtigung geblieben und noch bewohnt war. Ich sandte sofort einen Offizier zu Kautz mit der Mitteilung, daß das deutsche Konsulat noch nicht geräumt sei und seine Geschosse dort eingeschlagen seien und bat ihn, das Feuer über Apia weg einzustellen, bis die Deutschen in Sicherheit wären. Kautz sagte dem betreffenden Offizier, daß er auf meine Angabe hin nicht mehr über Apia wegschießen werde. Am nächsten Tag sandte er den Flaggleutnant zu mir und drückte sein Bedauern über den Vorfall aus. Am 16. März traf Kautz Anordnungen, daß Offiziere und Mannschaften in Uniform stets ungehindert passieren könnten. Die amerikanischen Posten verhalten sich durchaus entgegenkommend. Der Fall Dr. Esser. Zum Falle des in einer Broschüre von Dr. Hans Wagner scharf angegriffenen angeblichen Afrikaforschers Dr. Esser schreibt der„Hamb. Korresp.“: Aus Berlin ist gemeldet worden, daß infolge der bekannten Angriffe gegen den Oberleutnant der Landwehr Dr. Max Esser eingeleitete militärgerichtliche Ermittelungsverfahren sei endKaiser im Gnadenwege 1.— g1.henarrest umgewandelt worden. In vieser Begnadigung würde eine feierliche Ehrenerklärung von allerhöchster Stelle liegen, die uns fast unglaublich erscheinen will. Man müßte denn annehmen, daß der Kaiser von den hierzu berufenen und hierfür verantwortlichen Persönlichkeiten nur ganz unzulänglich über den Stand der Dinge unterrichtet worden sei. Jedenfalls ist die Angelegenheit damit nicht abgethan. Dr. Wagner hat in seiner Broschüre die schwersten Vorwürfe gegen Dr. Esser erhoben. Dr. Esser soll den von ihm beschriebenen Reiseweg von Mossamedes bis zum Kunene und dessen Mündung, der mindestens 1000 Kilometer beträgt, nicht gemacht und vor dem Militärgericht eingestanden haben, daß er diese Rute nicht im „Zusammenhang“, gemacht, habe. Ferner habe er zugegeben, daß er östlich des Chellagebirges nicht gebesen sei, sondern sich hinsichtlich jenes Gebietes auf Mitteilungen anderer gestützt habe. Damit wäre der wissenschaftliche Wert der Reise des Herrn Dr. Esser etwa auf den einer Spreewaldpartie reduziert und ihr flunkernder Historiggraph in seiner wissenschaftlichen Ehre aufs sschwerste kompromittiert. Dazu kommt dann eine Reihe weiterer ehrenrühriger Bezichtigungen, deren Material den Ehrenrat der Berliner Burschenschaften zu dem Verdikt veranlaßt hat, die Satisfaktionsfähigkeit des Dr. Esser. trotz seines Offizierscharakters in Zweifel zu ziehen. Schließlich sei nur noch erwähnt, daß Dr. Wagner erzählt, es sei jemand bei ihm gewesen, der ihm für 3000 Mark sein Material abkaufen wollte und andere lockende Versprechungen macht, wenn er nichts mehr gegen Dr. Esser schriebe. Eine Aufklärung über diese Dinge ist unerläßlich, und bis diese erfolgt ist, hätten wir den Spruch der allerhöchsten Stelle lieber zurückgehalten gesehen.“ Berghofen, 26. April. Vor der Dortmunder Strafkammer wurde wegen Majestätsbeleidigung unter Ausschluß der Oeffentlichkeit gegen den Bergmann Heinrich H. aus Berghofen verhandelt. Der Angeklagte, dem zwei Fälle nachgewiesen wurden, erhielt eine Gefängnisstrafe von 8 Monaten. Aplerbeck, 26. April. Bei der im November v. I. stattgehabten Perfdnenstandsaufnahme betrug die Seelenzahl in der Gemeinde Aplerbeck 7838, in der Gemeinde Berghofen 4970, in der Gemeinde Schüren 3549, in der Gemeinde Sölde 3894, in der Gemeinde Holzwickede 3974, in der Gemeinde Hengsen 877 und in der Gemeinde Opherdicke 500. Der Amtsbezirk Aplerbeck zählt also insgesamt 25602 Seelen gegen 23392 bei der Volkszählung im Dezember 1895 und gegen 24521 bei der Personenstandsaufnahme im November Aplerbeckermark, 25. April. Der Bau des großen Wasserreservoirs, das hier von dem Dortmunder Wasserwerk in der von Rheinbaben'schen Waldung angelegt wird, schreitet rüstig vorwärts. Die Anlieferung der Rohre hat bereits stattgefunden. irde, 25. April. Ein schreutscher Unglücksfall ereignete sich gestern abend beim Schichtwechsel auf der benachbarten „Freie Vogel und Unverhofft.“ Der Hauer Fritz Figgen aus Berghofen wollte noch auf einen im Förderkorb stehenden Kohlenwagen eine Hacke auflegen, als auch im selben Augenblick der Korb emporging und den Kopf des Unglücklichen erfaßte und furchtbar verstümmelte. Der Unglückliche wurde sodann in den Schacht geschleudert und stürzte in den Sumpf. Der Tod muß sofort eingetreten sein, die Leiche konnte kurz nach dem Unfall geborgen werden. Das Unglück ereignete sich im Schacht„Wasserbank“, woselbst die Hauptförderrng der Kohlen stattfindet. Der so jäh aus dem Leben Gerissene war ein braver Mann. Eine Frau und 3 Kinder beweinen ihren Ernährer. Iserlohn, 25. April. Ein weiterer Fall von Pockenerkrankung ist von hier zu berichten. Ein 13jähriges Mädchen ist von der tückischen Krankheit befallen und heute mittag in der Isolierbaracke des früheren städtischen Krankenhauses untergebracht worden. Festgestellt ist, daß das erkrankte Kind mit seinen Geschwistern im Hause verkehrt hat, wo der erste Pockenfall auftrat. Iserlohn, 24. April. Einer Tierquälerei, der die Bestrafung eines der Beteiligten sofort folgte, machten sich drei Knechte aus Refflingsen auf dem Gerlingserweg schuldig. Einer derselben kam in etwas angeheiterter Stimmung einem Pferde zu nahe und erhielt einen Tritt. Nunmehr fielen alle drei über das sich bäumende Tier her. Beim Erscheinen einiger Männer nahmen zwei reißaus, während der dritte seine Mißhandlungen fortsetzte. Ein beherzter Arbeiter nahm aber dem Knechte die Peitsche weg und hageldicht sauste es auf den Missethäter nieder, der nicht schnell genug das Weite zu suchen wußte... 8. Iserlohn, 25. April. Hier starb kürzlich, wie wir schon meldeten, an den Pocken eine Frau Knigge. Wie soeben aus Hannover verlautet, soll dort auch der Ehemann Knigge, der dorthin vor einigen Wochen verzog, an den schwarzen Blattern erkrankt sein. Dortmund, 26. April. Der Verwalter Franz Henkel, Ikegasse 6, wurde in vergangener Nacht durch das Geschrei seiner Ziege wach. Er eilte in den Stall und sah in diesem einen Mann, der damit beschäftigt war, die Ziege ebzuschlachten. Der nächtliche Eindringling machte Miene, den Henkel anzugreifen. Dieser griff zu einem Spaten und versetzte dem Menschen einen wuchtigen Hieb auf den Kopf. Die benachrichtigte Polizeipatrouille schaffte den Mann ins