* Amtlicher Arreisbratt Abonnements=Preis pro Quartal 1 Mk. 50 Pfg. Erscheint Montags, Mittwochs, Freitags und Samstags. Wöchentliche Gratisbeilage:„Illustrierter Familienfreund. 111 für den Frreis Görde. Verantwortlicher Redakteur: Wilhelm Hoerster, Schwerte. Insertionsgebühr für die 6spaltige Zeile oder deren Raum 10 Pfoaußerhalb des Leserkreises 15 Pfg. Reklame 80 Pfg. Druck und Verlag von Carl Braus in Schwerte. Schwerte, Samstag, 17. Dezember 1898. Erstes Blatt. * Politischer Wochenbericht. Der deutsche Reichstag hat seine Arbeiten mit der ersten Lesung des Etats aufgenommen. Groß ist die Anzahl der Redner, welche zum Etat sprachen. Aus der Zahl der Reden aber heben sich besonders bedeutsam diejenigen der Vertreter der Reichsregierung hervor. Ihre Darlegungen gewähren ein nahezu erschöpfendes Bild der inneren und äußeren Lage des Reiches und rechtfertigen in vollstem Umfange das Vertrauen, welches die überwältigende Mehrheit der Nation für die gegenwärtige Leitung der Reichsangelegenheiten hegt. Die Beziehungen Deutschlands mit Oesterreich tragen nach wie vor den Charakter der Intimität. Hieran vermögen auch die vereinzelten Vorstöße deutschfeindlicher Elemente in Oesterreich durchaus nichts zu ändern. Zu solchen Vorstößen gehörte jüngst die Interpellation des Abgeordneten Rutkomski, betreffend eine angebliche Zurechtweisung des deutschen Konsuls in Beirut durch Kaiser Wilhelm II., weil der Konsul auch österreichische Firmen vertreten habe. Die Interpellation entbehrt schon deshalb jeglicher Begründung, weil der deutsche Konsul in Beirut Berufskonsul ist, also mit kaufmännischen Dingen gar nichts zu thun hat, und an demselben Orte zugleich ein österreichisches Konsulat besteht. Der Handelsminister Dipauli hat daher auch im Ausgleichs=Ausschusse des österreichischen Abgeordnetenhauses die Unwahrheit des der Anfrage zu Grunde liegenden Gerüchts ausdrücklich festgestellt und die Hoffnung ausgesprochen, daß damit die ganze über Gebühr aufgebauschte Angelegenheit endgültig erledigt sei. In unserem Nachbarstaate Frankreich bildet gegenwärtig neben den fortgesetzten inneren Wirren des Dreyfus=Picquart=Handels die Rede Sir Monsons, des langjährigen englischen Botschafters in Paris, den Mittelpunkt des Interesses. Sir Monson wies den Plan einzelner französischer Kreise, im Sudan französische Schulen zu gründen, mit ernst und drohend klingenden Worten zurück. Dies hat in Frankreich naturgemäß viel Staub aufgewirbelt und zahlreiche französische Preßkundgebungen hervorgerufen. Beispielsweise meint der„Temps“, es sei schwer zu entdecken, wie der französische Botschafter seinen Grundsatz der offenen Thür mit dem Bedenken gegen die Gründung französischer Schulen im Sudan in Einklang zu bringen vermöge, und weiß sich diesen Widerspruch nur mit der Annahme zu erklären, die Worte des Botschafters seien über seine Gedanken hinausgegangen. Ueberhaupt ist die verflossene Woche reich an bedeutsamen Kundgebungen hervorragender Staatsmänner gewesen. So hat der britische Kolonial=Minister Chamberlain in Wakefield eine längere Rede gehalten. In dieser Rede sprach Chamberlain auch von der„Entente“ mit Deutschland und stellte dieselbe als eine Verständigung über wichtige Interessen dar, welche die deutschen Interessen ebenso wie die englischen berühren. Daß diese Auffassung des britischen Ministers aber von der deutschen Rechtsleitung geteilt wird, beweist die Etats=Rede des Staatssekretärs von Bülow. Auch er betonte, daß es vielfach Punkte gebe, wo wir berechtigter Weise mit England zusammengehen könnten und gern zusammengingen ohne Schädigung anderweiter wertvoller Beziehungen. In anerkennender Besprechung dieser Rede des deutschen Staatssekretärs des Auswärtigen schreiben die „Times":„Das, was wir von Deutschland verlangen, und was wir bereit sind, ihm als Gegenleistung zu geben, ist freundschaftliche Haltung und Zusammenwirken da, wo ein Zusammenwirken für beide Teile von Vorteil. Wenn die Ziele beider Länder zur Zeit nicht unvereinbar sind, so glauben wir, daß Deutschland, indem es eine Freundschaft in dieser Art mit England sowohl als auch den Vereinigten Staaten pflegt, so am besten seinen Handels=Interessen dient, während von ihm niemals das Aufgeben irgend eines politischen Ziels verlangt werden wird, sofern dieses Ziel nicht englische oder amerikanische Interessen bedroht.“ Während der verflossenen Woche hat endlich auch die spanisch=amerikanische Friedens=Kommission in Paris ihre Aufgabe beendet; der Friedens=Vertrag ist abgeschlossen und damit der Untergang der spanischen Kolonialmacht besiegelt worden. Mit Kuba, Puerto Rico und den Philippinen hat Spanien mehr als 240000 QuadratKilometer mit rund 8 Millionen Bewohnern eingebüßt. Jahrhundertlange Verfehlungen haben damit ihre Strafe gefunden. Tages=Ereignisse. Deutsches Reich. Das Gesetz über die Militärstrafgerichtsordnung sowie das dazu gehörige Einführungsgesetz sind soeben im Reichs=Gesetzblatt amtlich publiziert worden. Aus dieser Veröffentlichung ist zu entnehmen, daß die Frage der Errichtung eines obersten bayrischen Militär=Senats prinzipiell erledigt ist. Der Gesetzentwurf zum Schutze Arbeitswilliger wird nicht nur scharfe Strafbestimmungen gegen den Terrorismus Streikender enthalten, sondern auch solche Bestimmungen, die etwaigen Angriffen der Arbeitgeber auf die Koalitionsfreiheit der Arbeiter mit aller Entschiedenheit entgegentreten. Der kriegsministerielle Erlaß, den der„Vorwärts“ veröffentlicht und in dem angeblich die sofortige Verhaftung der sozialdemokratischen Parteiführer im Falle einer revolutionären Erhebung angeordnet wird, ist nach den Ausführungen des Kriegsministers v. Goßler im Reichstage niemals ergangen, worauf besonders hingewiesen sei. Die agrarische Interpellation über die Fleischteuerung ist dem Reichstage nunmehr zugegangen; ihre Besprechung findet erst nach Neujahr statt. Dem Reichstage sind bereits eine ehr große Anzahl von Petitionen zugegangen, darunter auch die des Berliner Magistrats wegen Aufhebung der Grenzperren zur Beseitigung der Fleischnot. Eine Petition bezweckt die Einführung der Reichsversicherung gegen Arbeitslosigkeit. Die konservative Partei will einen Antrag einbringen, der die im unlauteren Sinne erfolgte Veröffentlichung von Geheimnissen unter Strafe stellt. Der Reichstag ist in die Ferien gegangen, ohne rechte Gelegenheit gehabt zu haben, sich während seiner kurztägigen Arbeitszeit vor dem Weihnachtsfeste müde zu arbeiten. Immerhin hat die erste Etatslesung noch im alten Jahre erledigt werden können, womit doch ein ganz bedeutendes Stück Arbeit geleistet wurde. Am 10. Februar wird die Arbeit nun wieder auf genommen und zunächst die Militärvorlage zur Beratung gestellt werden. Was die Etatslesung an heftigen Angriffen der links liberalen Parteien unterlassen hatte, das wird nun woh die Beratung der Militärvorlage in mehr als hinreichendem Maße nachholen. Die dem Militär= und Marineetat gewidmeten Debatten gehören nur einmal zu dem festen Bestande derjenigen, in denen die Oppositionen ihrem Unbehagen Luft zu machen pflegt. Hätte man nicht vorher gewußt, daß alle Wünsche und Anklagen hinsichtlich der militärischen Fragen zweckentsprechender und nachdrücklicher bei der Beratung der Militärvorlage selber vorgebracht werden könnten, die Etatslesung wäre sicherlich nicht so ruhig und sanft verlaufen, wie es der Fall gewesen. Daß es sich Herr Bebel nicht hat nehmen lassen, den„Genossen" zu zeigen, was er kann, ist nicht weiter verwunderlich; gehört doch auch in der That recht herzlich wenig dazu, unter dem Schutze der parlamen tarischen Redefreiheit hohe und höchste Personen zu verletzen und zu beleidigen. Mit der Arbeitszeit im Gastwirtsgewerbe beschäftigt sich die„Kreuz Ztg.“ in einer Artikelserie. Das konservative Blatt giebt darin eine ganze Anzahl von Beispielen, aus denen ersichtlich ist, daß die Arbeitszeiten von dem in Rede stehenden Gewerbe weitaus zu lang bemessen sind. Troßdem, meint er, wäre eine Regelung der Ruhezeiten im Gastwirtsgewerbe nach Art der Bäckereiverordnung durchaus unpraktisch; dringend zu wünschen wäre dagegen, daß auf andere Weise und besonders durch Ein= und strenge Durchführung angemessener Polizeistunden den Wirten und ihren Angestellten eine bessere Nachtruhe als bisher gewährt würde, da dies für das ganze Volk eine Wohlthat wäre. Daß die Wirtschaften bis 3 Uhr morgens oder noch länger aufgehalten werden müßten, das halten wir freilich auch nicht für nötig; ein gesetzlicher Ladenschluß zu einer 31. Jahrgang. wesentlich höheren Stunde wäre da gewiß nicht von Nachteil. Die Möglichkeit einer deutsch=französischen Annährung ist seitens französischer Schriftsteller und Staatsmänner in jüngster Zeit wiederholt erörtert worden. Einige englische Zeitungen meinen, daß eine solche Annäherung eine Beserung der europäischen Lage bedeuten würde, die England keinesfalls bedauern könnte, da sie eine Kriegsursache beseitigt, ohne eine neue zu erzeugen. Die„Köln. Ztg.“ meint dazu, daß die Möglichkeit einer deutsch=französischen Annäherung erst dann gegeben sei, wenn das Wort Elsaß=Lothringen aus dem Sprachschatze der französischen Staatsmänner verschwunden ein wird. Dies Wort ist das Barometer, an dem Deutschland wie das Ausland mit großer Sicherheit ablesen können, in welcher Lage sich die deutsch=französischen Beziehungen jeweilig besinden. Frankreich. Aus Paris wird gemeldet, daß Oberst Picquart nun doch ein Gesuch um Haftentlassung an den Militärgerichtshof eingereicht hat. Die Entscheidung liegt nunmehr in der Hand des Kriegsministers Freycinet, der sich innerhalb 24 Stunden schlüssig machen will— daß Freycinet von der Unschuld Picquarts überzeugt ist und denselben gern aus dem Militärgewahrsam entließe, unterliegt keinem Zweifel. Es fragt sich nur, wie weit er sich im Banne Zurlindens befindet. Da das Interesse des Generalstabs vertritt und dessen Wunsch daher auch dem Kriegsminister Respekt einflößt. Alle Revisionsfreunde und Picquarte anhänger verlangen daher, damit der militärische Einfluß trotz des Zivilkriegsministers nicht stärker werde als der der Staatsgewalt, daß auch der Militärgouverneur von Paris dem Civilstande anzugehören habe. Da aber eine Personalveränderung in dem Gouverneursposten von Paris nicht von heute zu morgen vollzogen ist, so muß die Haftentlassung Picquarts, trotz dessen Gesuches, als zweifelhaft angesehen werdt. Rußland. Hebung des russischen Petroleumexports nach Deutschland. In einer im Petersburger Finanzministerium abgehaltenen Sitzung des Tarifkomités behufs Hebung des russischen Petroleumexports nach Deutschland beschlossen, auf der kaukasischen Bahn vom 1. Februar 1899 ab per Pud Petroleum an Fracht 12 statt 19 Kopeken zu erheben, sofern das Petroleum nicht weniger als 28 Proz. Heizstoff enthält und ihm nicht weniger als 15 Proz. schwerer Oele beigemischt sind. Uns kann es schon Recht sein, wenn das Petroleum billiger wird. Von einem Petroleum=Ring will Herr Witte jedenfalls nichts wissen. Ostasten. Von den Philippinen werden nun Schwierigkeiten gemeldet. Die Aufständischen daselbst weigern sich, die spanischen Gefangenen auszuliefern und verlangen dafür ein Lösegeld von 80 Millionen Mark; d. h. gerade soviel, Sinnsprüche, Denksprüche, Sprüchwörter 2c. Wer nicht von innen herzlich an dir hängt, gen such' von außen nicht erst festzuhalten, Sonst wird der Mensch, der heimlich von dir drängt, Zu haßerfülltem Feinde sich gestalten. Hat dich Niedertracht angegriffen, denk nicht, es sei der Gipfel der Gemeinheit. Warte, und du wirst erfahren, daß es noch Niederträchtigeres giebt. Vor Verbitterung dich zu schützen, giebt es nur ein Mittel: Behalt fest im Auge, daß Menschen auch Edelstes vollbringen können. Und geschieht es auch nicht dir: daß es geschieht, sei dir Trost genug. Schatten. Roman von H. Rosenthal=Bonin. Nachdruck verboten. 44)(Fortsetzung.) So kreuzten sich die Gedanken in Johann's Sinnen.„Heute wird die Entscheidung nahen!“ murmelte er vor sich hin.—„Wo werde ich mich heute abend befinden?— Noch hier— das wäre schrecklich—“ Die Ankunft seines Verteidigers unterbrach sein Grübeln. Er holte ihn ab zum Sitzungssaale. Dieser war mächtig groß; weiße Marmorsäulen schieden den Zuschauerraum von den Räumen für die Zeugenbänke, dann befand sich zur Seite eine vergitterte Abteilung für Angeklagte und dieser gegenüber eine Estrade mit den Plätzen der Geschworenen. In der Mitte zwischen diesen erblickte man den halbkreisförmigen, mit grünem Tuch beschlagenen Tisch der Richter, vor diesem ein Tischchen mit dem Sessel des Staatsanwaltes. Das amphitheatralisch ansteigende Auditorium war dicht gedrängt gefüllt, man erblickte auf den vordersten Bänken die vornehmsten Damen der New=Yorker Gesellschaft— Flora und Eveline fehlten unter ihnen. Die Richter saßen an ihren Plätzen, die Geschworenen waren vollzählig da, und die Verteidiger der Compagnie der Diebe blätterten in ihren Akten. Hinter dem Gitter befand sich die gefangene Compagnie, vor dieser Abteilung, auf Stühlen, weit von einander getrennt saßen der Spanier und John Braughlam— diese beiden schieden außerdem noch zwei Polizisten, bewaffnet mit geladenen Gewehren, an jedem Stuhl stehend. Den Hauptangeklagten gegenüber erblickte man eine Bank und Sessel noch unbesetzt. Es herrschte lautlose Stille. Der Staatsanwalt ergriff eine Glocke, läutete und las dann die Anklageschrift. Das Vorlesen war beendet. Der Staatsanwalt machte eine Pause. „Die Compagnie sist überführt und hat gestanden,“ fügte er jetzt dem Verlesenen hinzu. „Angeklagter Coruna, was haben Sie darauf zu erwidern?“ richtete er das Wort an den Spanier. „Daß nur der zehnte Teil von dem allem wahr ist— daß der eigentliche Chef der Gesellschaft jener Mann ist, Johann Wredow, den ich nicht hier unter den Gefangenen erblicke, antwortete der Spanier laut und ruhig. „Und Sie, John Braughlam?“ wandte sich der Ankläger an den Irländer.„Was ist Ihre Meinung?“ „Ich sage, Herr, daß ich tüchtig bei der Sache war und noch dabei wäre, wenn mich die Hunde von Policemen nicht gefangen hätten,“ gestand ungeniert John Braughlam. „Wer war der Chef der Compagnie?“ fragte ihn der Staatsankläger. „Nun, jener Schuft, der Wredow, der uns die Suppe eingebrockt hat,“ lautete John's Erwiderung. Der Staatsanwalt ergriff neuerdings die Glocke. Die Thür öffnete sich, und Frau Gedé mit ihrem offiziellen Verteidiger und Johann mit Doktor Wendland und Herrn Velhout traten ein und nahmen auf den leeren Stühlen Platz. Ein Gemurmel durchlief bei ihrem Erscheinen den Saal und die Zuschauertribünen wurden unruhig. Der Staatsanwalt winkte hinauf, und lautlose Stille lagerte sich wieder über den ganzen Saal. „Frau Gedé,“ sprach nun der Staatsankläger laut,„Sie haben der Behörde einen unschätzbaren Dienst geleistet, indem Sie den Hauptverbrecher namhaft machten und den Weg angaben, auf welchem seine sofortige Gefangennahme erfolgen konnte; machen Sie sich ferner um die menschliche Gesellschaft verdient dadurch, daß Sie jetzt offen alles eingestehen was Sie roch wissen— ohne sich selbst schonen. Bei diesen Worten des Anklägers fuhr John Braughlam wild auf und wollte reden. Er wurde nur mit Mühe zum Schweigen gebracht und ihm bedeutet, daß er noch warten müßte. Die Kreolin erhob sich jetzt. Sie stand unbeweglich wie eine Bildsäule, sie warf einen kurzen Blick auf den ganz vernichteten Spanier drüben, der durchaus nicht mehr der schöne, elegante Mann von früher, sondern gealtert, heruntergekommen und verwildert aussah— dann sprach sie durch den ganzen Saal vernehmbar: „Seit fünf Jahren war ich die Hehlerin jenes Mannes— des Carlos Caruna, der mir dort gegenübersitzt. Er leitete das Ganze stets bei allen Unternehmungen, er sagte mir jedesmal vorher, daß gestohlen Gut ankommen würde, ermahnte mich zur Vorsicht und brachte dann Käufer. John Braughlam diente ihm als Spediteur, der sorgte für den Transport vom Hafen zu meinem Magazin, und dann schaffte er die Ballen zu den Käufern. Die übrigen Männer dort im Gitter kenne ich nur vom Ansehen, und den Herrn hier, der neben mir sitzt,“ sie deutete auf Johann Wredow, „habe ich nie gesehen und seinen Namen nur als Fluch einmal von Carlos Coruna nennen hören.“ „Wann war das?“ forschte der Staatsankläger. „Vor drei oder vier Monaten.“ (Fortsetzung folgt.) Phiwie die Amerikaner den Spaniern für die lippineninseln zahlen wollen. Die Nach könnte daher zweifelhaft erscheinen, wenn nicht bereits eine mitttelbare Bestätigung funden hätte. Wie nämlich aus Madrid meldet wird, haben dort viele auf den lippinen ansässige Spanier den Wunsch z Ausdruck gebracht, es möchte ihnen angesich der Behandlung, die ihren gefangenen Lan###leuten seitens der Eingeborenen zu Tei werde, Gelegenheit geboten werden, auf Wege in die Heimat zurückzukehren. Es ist nicht ausgeschlossen, daß auch den Amerikanern aus diesem Zustande Verdrießlichkeiten erwachsen. Nachricht sie gegePhisan acht sen Zustande Verdrießlichkeiten ert Schöffengerichtssitzung. Schwerte, 16. Dezember. Zur heutigen Verhandlung standen 1. Dem wiederholt vorbestraften Gelegenheitsarbeiter A., der sich während der letzten drei Monate dem Trunke derart ergeben hatte, daß er nicht mehr im Stande war, sich ein Unterkommen zu verschaffen und fortwährend die Polizeiverwaltung nötigte, für ein Quartier zu sorgen, wurde, weil er wiederholt wegen solcher Fälle Strafen verbüßte und damit den Beweis seiner Neigung zum Müßiggange erbrachte, 2 Wochen Haft zudiktiert und der Landespolizeibehörde überwiesen. Außerdem hat er die Kosten des Verfahrens zu tragen.„.s, i 1111 2. Der gegenwärtig in Leipzig in untersuchungshaft sitzende und wiederholt vorbestrafte Knecht K. hatte am 30. Mai d. I. bei Gelegenheit einer Dienstannahme beim Herrn Landwirt Rosenwerth in Holzen sich zweier rechtswidriger Handlungen schuldig gemacht, nämlich durch Vorspiegelung falscher Thatsachen sowie durch Betrug. Er erschwindelte sich von besagtem Landwirt unter dem Vorwande, sich Arbeitskleider holen zu wollen, 4 Mark Geld, kaufte sich aber die Kleider nicht und kehrte auch nicht wieder zurück, sondern verschwand. Das Gericht verurteilte ihn zu 6 Wochen Gefängnis und die Kosten. 3. Der schon vorbestrafte Arbeiter E. von Holzen hatte sich der Körperverletzung mittels Stockes schuldig gemacht. Er erhielt dafür unter Annahme milderner Umstände 2 Monate Gefängnis und hat die Kosten des Verfahrens zu tragen. Wegen Fluchtverdachts wurde er sofort verhaftet. 4. Der Sattler M. aus Wien, der wiederholt wegen Bettelns und Landstreichens vorbestraft ist, konnte eine berufsmäßige Arbeit nicht finden und mußte irgend eine andere Gelegenheitsarbeit annehmen. Die Bescheinigung dieser Arbeitsthätigkeit in seinem Arbeitsbuche ließ ihn befurchten, bei den Sattlermeistern nicht mehr als vollgültiger Geselle angesehen zu werden und dadurch in die Verlegenheit zu geraten, in seinem Berufe keine Arbeit mehr zu erhalten. Diese thörichten Erwägungen verleiteten ihn zu der strafbaren Handlung, in seinem Arbeitsbuch das Wort„Arbeiter“ wegzuradieren und dafür Sattler hinzuschreiben. Das Gericht verurteilte ihn dafür zu einer Haftstrafe von einer Woche, die durch die erlittene Untersuchungshaft als verbüßt erachtet wurde. Außerdem hat er die Kosten des Verfahrens 5. Der Kirmeskrämer R. aus Hannover hatte am 22. Oktober bei Gelegenheit der hiesigen Kirmes der Witwe B. von hier mit dem derselben gehörigen Korbe derart ins Gesicht geworfen, daß die Nase blutete und einige Hautabschürfungen entstanden. Die Ursache, bezw. den Hergang dieses Falles berichten wir mit dem folgenden Fall, weil er unmittelbar mit diesem zusammenhängt. Das Gericht verurteilte R. wegen obengenannten Vergehens zu 30 Mark Strafe und Tragung der Kosten. 6. Auf der Anklagebank saß der Kohlenhändler B. von hier. Er war angeklagt, am 27. Oktober nachts erstens den Kirmeskrämer R. aus Hannover mit einem gefährlichen Instrumente derart mißhandelt zu haben, daß die Aufnahme des R. ins katholische Krankenhaus nötig wurde, und zweitens der Ehefrau des R. gegenüber sich einer einfachen Körperverletzung schuldig gemacht zu haben. Die Verhandlung rief in der Bürgerschaft ein großes Interesse hervor, der Zuhörerraum war dicht gefüllt mit Publikum aus den Bürgerkreisen. Die Verteidigung führte Herr Rechtsanwalt Backhausen von hier, als Gutachter wurde Herr Dr. Munkenbeck von hier vernommen; außerdem war eine große Anzahl Zeugen geladen. Der Thatbestand ist folgender: Die Mutter des C Angeklagten B. hat auf dem Kirmesplatz in i unmittelbarer Nähe der Bude des R. aus Hannover mit ihren Backwaren Platz genommen, und zwar soll ihr Korb dem R. den Eingang zu seiner Verkaufsbude versperrt haben. Hierüber wurde R. ungehalten und schleuderte mit dem Fuß den Korb von sich. Die Witwe B., Mutter des Angeklagten, wollte ihren Korb nunmehr aufnehmen; R. kam ihr zuvor und warf ihr alsbald der Korb ins Gesicht, so daß ihr die Nase blu= tete und am Munde noch geringe Wunden# entstanden. Im Laufe des Abends erfährt ich seiner eigenen Aussage gründet wird der Protest durch Unregelmäßigder Angerklagte, vog, our, egene, vu, ger steiten und ungesetzliche Beinflusung. urch emen Pontboten den Vorkal wit sen., Berden, 18. Dez. Selbstmord im Peater, Er vor mt Phaite mehrere Wirt, Zuchthause. Gestern hat sich der hier sulammeg gevesen und bate weher,„I, pigen Mord un 15 Jahren Zuchchaus chaten vesucht, wodurch ihm durch den Al, urteiute Khnig vom Riederrhein durch beffnen bholgenutß das voll Vewußiseinfür die dolgen)., Schlagader am Hasse mit einem Meisel seine„du, Helos sich nichtin der Artgerägtsinen Aeben Ende genagz, “ wurpve Opepe.... heniste, ganzes Breckerfeld, 14. Lez. Am Sonntag s habenandem Vt., wessoeschepen zg der Ver=stürze die Diernstmagd des Hern J. B. hierbschr voe,iwickelt, ist glusnahme einersselbt bein Fensterpuzen so unglücklich zur Erde, biung Strafe, strafet gewesen. Nacheldaß se schperverletze ins Haus getragen. und dem der Angeklagte sich von den beiden ges ein Arzt zu Rate trennt hatte, ging er zum Markt, tras vort mit einem anderen Bekannten zusammen, Emden, 15. Dez. Nach wenigen Tagen der ihn noch zur Rache aufreizte. Es wurde der Ruhe wütet seit gestern abend wieder ein ihm das zur Erde gelaufene Blut gezeigt, heftiger Sturm in der Nordsee und an deren um seine Erregung zu steigern. Nach Schluß Küsten. Da der Wind aus Nordwesten herder Kirmes, als der Krämer abzubrechen anzieht, nimmt das Wasser der Ems eine gebegann, hielt der Angeklagte den Zeitpunkt fahrdrohende Höhe an, weite Ländereien überfür gekommen, er brachte ihm mit einem flutend und an Deichen und Wällen rüttelnd. er brachte ihm mit einem großeren Schraubschlüssel die Schläge bei, die ärztliche Hülfe erforderlich machten. Außerdem hatte er der Frau des R., vorher einige Faustschläge versetzt. Nach der Zeugenvernehmung, die im wesentlichen das bekundete, was wir eben berichten, gab Herr Dr. Munkenbeck einsehr eingehendes Gutachten über die Art der Verletzung des R. Herr Rechtsanwalt Backhausen beleuchtete die Milderungsgründe, die bei der Strafabmessung in Betrag gezogen werden müßten, und kam zu dem Schluß, daß es nicht sowohl eine überlegte That, als vielmehr der Ausbruch einer natürlich entstandenen Erregung, die sich nach den Umständen begreifen lasse, sei. Das Gericht verurteilte ihn unter Annahme mildernder Umstände zu 500 Mark Geldtrafe.„ 43arheiter Gulat u. 7. Der Gelegenheitsarbeiter Rulasenitz aus Niederstrelitz ist angeklagt, am 28. Nov. d. I. gebettelt zu haben. Er erhält vier Wochen Gefängnis und Tragung der Kosten. 8. Der Arbeiter Risse war wegen nächtlicher Ruhestörung in eine Polizeistrafe von 5 Mark genommen. Der Angeklagte beantragte richterliche Entscheidung. Es wurde jedoch bei der Strafe belassen und ihm noch die Kosten des Verfahrens auferlegt. Lokales. y Schwerte, 16. Dez. Nach den heute vormittag stattgefundenen Lehrproben in der evangelischen Volksschule an der Hüsingstraße wurde seitens der hiesigen Schuldeputation beschlossen, die Lehrer Becker aus Gummersbach und Wiegerig aus Annen bei Soest für die Östern nächsten Jahres an der hiesigen Volksschule zu besetzenden Lehrerstellen der Königlichen Regierung in Arnsberg in Vorschlag zu bringen.— Zur selben Zeit wird dem Lehrer Bönert an der hiesigen katholischen Schule eine Lehrerstelle definitiv übertragen werden. Die Wahl desselben hat bereits die Bestätigung der Königl. Regierung gefunden. Die betreffende Stelle wird bis dahin von einer Lehrerin verwaltet.— Krankheitshalber ist die Lehrerin Kruse an derselben Schule bis Ostern nächsten Jahres beurlaubt und wird diese Stelle bis zu diesem Zeitraum vertretungsweise ausgefüllt.— Zur erstgenannten Anstellung von zwei evangelischen Lehrern waren nicht weniger als 66 Bewerbungen eingereicht. y Schwerte, 16. Dez. Am Sonntag nachmittag 4 Uhr findet im Duisberg'schen Saale am Markt eine Weihnachtsfeier für die unter der Leitung von Schwester Mina vereinigten Strickschüler statt.— Für die Schülerinnen der höheren Töchterschule wird eine Weihnachtsfeier am nächsten Mittwoch nachmittag im Hagemann'schen Saale veranstaltet.„# Test in i.dem 8ch a Schwerte, 17. Dez. Fasl in jedem Jahre werden auf dem evangelischen Friedhof Tannenbäumchen abgehauen, ohne daß es gelingen wollte, die Thäter bei ihrem lichtscheuen Treiben abzufassen. Vor einigen Abenden sind nun wiederum zwei der schönsten Bäumchen abgehauen. Die Spuren führen bis zur Hörderstraße und sind von da nicht weiter zu verfolgen. Hoffentlich gelingt einmal, die Burschen bei ihrem Treiben abzuSchwerte, 17. Dezember. Zu einer Schlägerei kam es zwischen zwei Metzgergesellen if der Hagenerstraße. Die Leute machten hiereinen derartigen Radau, daß die Polizeibeamten einschreiten mußten. Westfalen=Rheinland. Iserlohn, 15. Dez. In der heutigen Schöffengerichtssitzung hierselbst waren nicht weniger wie sieben Redakteure fast aller Parteischattierungen vertreten und zwar infolge mehrfacher Privat=Beleidigungsklagen. Es klagte zunöchst der Redakteur Schäfers vom Märkischen Volksblatt gegen den Redakteur Grünrock vom Hohenlimburger Gemeinnützigen, sowie gegen Redakteur Wenske jr. vom Iserlohner Anferner der Bürgermeister Fritsche in 5 in gegen den Redakteur resp. Verleger und den Redakteur Kretschmer vom Iserden zeiger; Fälle.. Fust u. lohner hatte Bekanntmachung. Es wird hiermit zur allgemeinen Kenntnis gebracht, daß die Maul= und Klauenrich Rabel zu Hacheney erDeuschnann vom Verisgeizangzglgt und gaschen isre. 98 Hache.,. Voertes vom Veloygacge tam zin Vergleig Die zur Vekämpfung der Gevelsberg, 15. Dez, Feuer. Heutel Welinghofen, 15.Dez. 1898. nachmittag wurde durch das Nebelhorn der elektrischen Zentrale Feuer im 1. Revier signalisiert. Es brannte in der Fabrik von Kottenhoff u. Wehdekind. Der Brand wurde von den eigenen Arbeitern gelöscht. Quisburg, 14. Dez. Der Wahlprotest gegen die Wahl des Reichubgeordneten Kommerzienrat Möller ist mehr dem Reichstage eingereicht worden. Bevöllig gehemmt, die Ostfriesischen Inseln Die Schiffart ist heute Verbindung mit den unterbrochen. Kopenhagen, hiesigen Firma August großen Webereien sind brannt. Ein Feuerwehrmann wurde Der Schaden wird auf ¾ Millionen in Europa, 111 in Afrika, 82 in Amerika, 5 in Ozeanien und Polarregionen, dagegen nur 2 in Australien. Asien wird also von mehr als der Hälfte der Bewohner der Erde bevölkert, Europa von nahezu einem Viertel. 16. Dez. Die der Neubert gehörenden heute früh niedergeverletzt. Kronen Vei Kühen können nach ganz normalen Geburten umfangreiche Druckgeschwüre in der Scheide auftreten. Die Schleimhaut der gequetschten Teile stirbt dann ab und es entsteht ein, mit gelbem Schorfe bedecktes Geschwür. Im Allgemeinen sind derartige Quetschungen nicht sehr gefählich. Wenn sich aber die Quetschungen auch auf den Muttermund und den Tragsack erstrecken, dann kann der Tod durch Blutvergiftung eintreten. Es empfiehlt sich daher, derartige Quetschungen bald tierärztlich behandeln zu lassen. In leichteren Fällen genügen Ausspülungen mit 1 pCt. Alaunlösungen, die man aber wenigstens 8—10 Tage lang fortzusetzen hat. Die Einscritzungen macht man am besten mit einem Gummischlauch und Trichter. Zum Einspritzen verwende man jedes Mal 3 Liter Flüsigkeit. Im Betriebe waren 300 Personen beschäftigt.„„ 9.: En Spohn * Lathen, 15. Dez. In Spahl bei Lathen brannte gestern morgen das Wohnhaus Beerbten N. N. Theiken bis auf den Grund. Das sämtliche Vieh, mit Ausnahme einer Kuh, die sich im Stalle los gerissen hatte, kam in den Flammen um. Auch sind die sämtlichen Erntevorräte, sowie der größte Teil des Mobiliars verbrannt. Die Entstehungsursache des Feuers ist unbekannt. In Ostrhauderfehn brannte in der Nacht auf Dienstag das P. Schlüter'sche Haus, das von den Familien Schlüter und Schiffer Ricken bewohnt wird, vollständig nieder. Die Bewohner konnten nur das nackte Leben retten. Das Mobiliar, sowie 1 Kuh, 2 Schafe, 1 Ziege und 2 Schweine fielen den Flammen zum Opfer. Die Familie Ricken verlor außerdem noch eine kleine Summe Geldes. Trotz des heftigen sturmes konnten die Nachbarhäuser gerettet werden. Die Bevolkerung oer Erde beträgt, wie uns das Internationale Patentbureau Carl Fr. Reichelt, Berlin NW. 6 mitteilt, nach den neuesten Schätzungen 1,480,000,000. Dieselben verteilen sich auf die verschiedenen Erdteile in folgender Weise: Asien 825,954,000, Europa mit 357,379,000, Afrika 16,393,300, Amerika 121,713,000, Ozeanien und Polarregionen 7,500,400 und Australien 3,230,000. Von je 1000 Bewohnern der Erde leben 588 in Asien, 242 Die im Handel zu findenden Feuerlöschgranaten sind trotz ihrer verhältnismäßigen Billigkeit noch so teuer, daß ihr Preis der allgemeinen Einführung hindernd im Wege steht. Es wird daher unsere Leser interessieren, ein Rezept zu erfahren, wie man sich dieselben auf einfache und billige Weise herstellen kann. Wir entnehmen dasselbe einer uns zur Verfügung gestellten Mitteilung des Internationalen Patentbureaus Carl Fr. Reichelt, Berlin NW. 6. Man löse, um sie herzustellen, 20 Pfd. gewöhnliches Salz und 10 Pfd. Salmiak in 30 Litern Wasser und fülle diese Lösung in Flaschen von dünnem Glas, die beim Werfen leicht zerbrechen können. Diese so hergestellten Löschgranaten können jedes kleinere Feuer leicht zum Erlöschen bringen, sind daher sehr geeignet, um entstehende Stubenbrände zu ersticken. Die Flaschen müssen natürlich gut verschlossen und womöglich versiegelt sein, um das Verdunsten des Inhaltes zu verhüten. Beim Gebrauch wirft man sie mit ziemlicher Heftigkeit in das Feuer oder in seine Nähe. Die Flasche zerbricht, der Inhalt läuft aus und entwickelt Dämpfe, welche die Flammen esticken. Briefkasten der Redaktion. F. H. in Ergste. Besten Dank für Eingesandtes; wir werden solches baldmöglichst bringen, doch Verzeihen sie uns, wenn wir die letzten 2 Verse in der letzten Strophe im Interesse unserer Leser umwandeln zu müssen glaubten. Besten Gruß. Bekanntmachung. Bei der am 1. d. M. abgehaltenen Revision der Lebensund Genußmittel durch den vereideten Chemiker Herrn Dr. Fritsche wurde festgestellt, daß die hier zum Verkauf gebrachte Milch reine Vollmilch war, sowohl die Abend= wie Morgenmilch. Sämtliche Proben zeigten ein spezifisches Gewicht von 30 bis 40 Grad und hatten einen Fettgehalt von 3¼ bis 4 Prozent. In den revidierten Spezereigeschäften herrschte Ordnung und Sauberkeit und waren die entnommenen Proben frei von Beimischungen. Fruchtgelée war mit Stärkezucker hergestellt deklariert, daher nicht zu beanstanden. In einem Geschäfte wurde neben Naturbutter auch Margarine feilgehalten, was nach dem Gesetz nicht statthaft ist. Schwerte, 12. Dezbr. 1898. Verthold. Grosser in genr. Kando bei Sands-Leschef, Schwerte, 8 Hagenerstrasse 8. Die Polizei=Verwaltung: Hartung, Amtmann. Ein properes Mädchen, Tochter ordentlicher Eltern, für halbe Tage gesucht. Näheres in der Expedition. Ev. ArbeiterBürger=Verein, hwerte. MonatsVersammlung Sonntag, 18. Dezember, nachmittags 5 Uhr, im Saale des Herrn Ludw. Hagemann. Tages=Ordnung: 1. Zahlung der Beiträge. 2. Aufnahme neuer Mitglieder. 3. Vortrag: Friedrich Harkort, ein Bahnbrecher heimischer Industrie und Kultur. Verschiedenes. Der Vorstand. Christbaum=Koufekt Größe ca. 135 Axminster Tapestry Größe ca. 170 Perser Imitation Smyrna Royal 200 cm 6 Mk. 13„ 235 cm 32 Mk. 28 hochsein, inkl. Kiste, ca. 240 große oder 440 kleine Stücke enthaltend, Mt. 2.50 p. Nachn. Friedr..Joseeeer.— Mietzsch, Dresden A. 4.KunnnakA Steppdecken aus eigener Fabrik, ca. 160X 200 cm gr., handgenäht, per Stück 6 ½/ Mark. Gardinen per Meter 13 Pfg., Paar 1,50 Mark. M. Schneider & Cie. BERLIN C., Spittelmarkt 11. Eigene Weberei in Landeshut i. Schles. 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Juli 1847 sämtliche männliche unbescholtene volljährige Mitglieder der Synagogengemeinde, welche sich selbständig ernähren und mit Entrichtung der Abgaben für die Synagogengemeinde während der letzten drei Jahre nicht im Rückstande geblieben sind, berechtigt. Schwerte, den 15. Dezember 1898. Der c. Bürgermeister: Berthold, Regierungs=Assessor. Ostenstr. 18. Die Martini fälligen Pachtgelder werden am Dienstag, 20. d. Mts., morgens 11 Uhr, im Hotel Sternberg erhoben. Haus Altendorf b. Langschede. Gräfl. v. Fürstenberg sche Rentei-Verwaltung. W. Ortmann, Westenthor, empfiehlt sein großes Lager in Cigarren zu Weihnachtsgeschenken in originellen Verpackungen zu 25, 50, 100 Stück in Kisten, Reise=Koffern, Nistkästchen Hutschachteln, Nachtkonsölchen u. s. w. und ladet zum Besuch seiner Ausstellung freundl. ein. Theater in Schwerte. Im Saale des Herrn Carl Böhmer. Direktion:HermineHauptmann. Sonntag, 13. Dezember: Große Eröffnungsvorstellung. Der Postillon von Müncheberg. 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Schwerte, den 14. Dez. 1898. Der Stadtverordnetenvorsteher: Landsberg. Zur Beaufsichtigung meines Dampfkessels nebst Maschine suche ich einen zuverlässigen Mann. Ad. Ferd. Koenig, Gelenkkettenfabrik. Beste u. billigse Bezugsguele für garantirt neue, doppelt gereinigte und gewaschene, echt nordische Bettfedern. Wir versenden zollfrei, gegen Nachn.(jed. belieb. Quant) Gute neue Bettfedern per Pfd. für 60 Pfg., 80 Pfg., 1 M., 1 M. 25 Pfg. u. 1 M. 40 Pfg.; Feine prima Halbdaunen M. 60 Pfg. u. 1 M. 80 Pig.; Polarfedern: halbweiß 2 M., weiß 2 M. 30 Pfg. u. 2 M. 50 Pfg.; Silberweiße Bettfedern 3 M., 3 M. 50 Pfg., 4 M., 5 M.; ferner: Echt chinesische Ganzdaunen (sehr fallkräftig) 2 M. 50 Pg. u. 3 M. Verpackung zum Kostenpreise.„„Pei Beträgen v. mindestens 75 Mk. 5% Rabatt. Nichtgefallendes bereitw. zurückgenommen. Pecher& Co. in Herford iun Wetalen. Bekanntmachung. Bei den diesjährigen regelmäßigen Gemeindeverordneten=Ergänzungswahlen sind im Amtsbezirk Westhofen für die Periode 1899—1904 folgende Herren zu Gemeindeverordneten gewählt bezw. wiedergewählt worden: a. Gemeinde Westhofen: Bäckermeister Heinrich Koch von der II. Abteilung, Bäckermeister Heinrich Brögelmann von der II. Abteilung. b. Gemeinde Garenfeld: Gutsbesitzer Heinrich Reuhaus von der I. Abteilung, Landwirt Carl Lobbe von der II. Abteilung, Fabrikarbeiter Hermann Höbener von der III. Abteilung, für die Restwahlperiode von 1895—1900. c. Gemeinde Wirt Carl Dickmann von der I. Abteilung, Landwirt Wilhelm Brembt gen. Brechtefeld von der III. Abt. d. Gemeinde Holzen: Berginvalide Friedrich Sauerländer von der III. Abteilung, Wirt Wilhelm Hüsemann von der III. Abteilung. e. Gemeinde Lichtendorf: Landwirt Heinrich Wortmann von der 1. Abteilung, Landwirt Friedrich Hohenschwert von der I. Abteilung. f. Gemeinde Geisecke: Landwirt Heinrich Schulte von der II. Abteilung, Landwirt Heinrich Wilke von der III. Abteilung. &g Gemeinde Villigst: Landwirt Heinrich Overbeck von der I. Abteilung, Landwirt Friedrich Cordes von der II. Abteilung. h. Gemeinde Wandhofen: Landwir Heinrich Klempt von der III. Abteilung, Wirt Friedrich Breucker von der III. Abteilung. Dies wird mit dem Bemerken bekannt gemacht, daß Einsprüche gegen die Gültigkeit der Wahlen innerhalb zwei Wochen bei dem Gemeindevorstande anzubringen sind. Westhofen, den 13. Dezember 1898. Der Amtmann: Graf von Haslingen.] Fondantsund Pralinées, Crème-Chocolade, per Pfd. 80 Pfg. Abfallrocks per Pfund 50 Pfg., empfiehlt Ernst Klein, Hüsingstr. Freuudlich möbliertes=Zinmer mits voller Pension zu vermieten. Wo, sagt die Exped. d. Blattes. Eine schöne Wohnung von 3 Zimmern pr. sofort oder später an eine ruhige Familie zu vermieten. Wo, sagt die Expedition Zeitung. Ein neuerbautes bestehend aus 9 Zimmern 2c., ist nebst Stallung und Garten unter günstigen Zahlungsbedingungen zu verkaufen. 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Willich beabsichtigt 742 auf dem Grundstück Flur II, 150 der Steudaß mit dem Predigen allein nichts gemacht ist. Aber unsere Kultur, unsere Anstalten, das Leben, das wir ihnen vorleben, die Art unseres Verkehrs mit ihnen, der Beweis, daß wir unter einander einig sind, darauf kommt es an. Es ist jetzt eine Art Examen, das wir abzulegen haben für unseren protestantischen Glauben und und woReligion und für das christliche Bekenntnis gewinnen können. Sorgen Sie, daß es so bleibe!“ unser Bekenntnis, worin wir ihnen den Beweis Brückenbauanstalt und eine Maschinenfabrik geben müssen, was Christentum ist, Es wird dies auf Grund des§ 17 der durch sie ein Interesse für unsere Gewerbeordnung mit der Aufforderung hiermit bekannt gemacht, etwaige Einwendungen gegen die projektierten Anlagen, welche nicht auf privatrechtlichen Titeln beruhen, binnen einer Präklusivfrist von 14 Tagen in doppelter Ausfertigung bei der unterzeichneten Behörde anzubringen. Nach Ablauf dieser Frist können Einwendungen in dem eingeleiteten Verfahren nicht mehr angebracht werden. Die revidierten Zeichnungen und Beschreibungen liegen während der gedachten Frist im Bureau des Stadtbauamtes im Rathause, Zimmer Nr. 16 ,zu jedermanns Einsicht während der täglichen Dienststunden aus. Zur mündlichen Erörterung der rechtzeitig eingehenden Einwendungen wird hiermit Termin auf Montag, den 2. Januar 1899, vormittags 11¼ Uhr im Rathaussaal hieselbst anberaumt, wozu die Interessenten unter der Eröffnung eingeladen werden, daß im Falle des Ausbleibens des Unternehmers oder der Widersprechenden gleichwohl mit der Erörterung der etwa vorliegenden Einreden vorgegangen werden wird. Hörde, den 15. Dez. 1898. Die Polizei=Verwaltung. Evers. besoldeten Beigeordneten mit 11 gegen 11 Stimmen beschlossen. Bei der Stimmengleichheis gab Herr Kommerzienrat Herbers als Vorsitzender den Ausschlag für die Anstellung des Beigeordneten. Dessen Gehalt soll 4200 bis 2500 Mk. betragen. Annen, 14. Dez. In der vergangenen Nacht ist das Haus des Bergmanns F. Weil auf dem Wartenberg total abgebrannt. Das Haus selbst ist mit 5000 M. versichert; leider war von den Mobilien des Hausbewohners kein Stück versichert und trifft deshalb denselben ein Daß das Syrische Waisenhaus in Jerusalem empfindlicher Schaden, da eine Anzahl Mobilien Die Kaiserrede in Bethlehem. Nach den Aufzeichnungen des Kölner Pastors Schneller, die vom Reichsboten wiedergegeben werden, lautet die Kaiserrede in Bethlehem: „Wenn ich die Eindrücke dieser letzten Tage wiedergeben soll, so muß ich sagen, daß ich doch vor allem sehr enttäuscht bin. Ich wollte das eigentlich hier nicht aussprechen. Aber nachdem ich gehört, daß es auch anderen, z. B. meinem Oberhofprediger, nicht anders ergangen ist, so will ich das doch vor Ihnen nicht zurückhalten. Es mag ja auch sein, daß die sehr ungünstige Zufahrt zur Stadt Jerusalem mit dazu beigetragen hat. Aber wenn man diese Zustände an den heiligen Stätten sieht, wie es da zugeht, das kann einem das Herz durchschneiden. Es ist doch eine gewaltige Thatsache, an deren Schauplatz wir stehen, die Emanation der Liebe des Schöpfers, und wie wenig entspricht dem das, was wir gesehen haben! Ich bin darum doppelt froh, hier in Bethlehem den ersten erhebenden Eindruck im Heiligen Lande durch die Feier in Ihrer Mitte empfangen zu haben. Gerade dies Beispiel von Jerusalem mahnt uns dringend, daß wir die kleinen Abteilungen bei unserer Konfession möglichst zurückstellen, und daß ganz fest geschlossen hier im Orient die evangelische Kirche und das evangelische mit seiner Zweiganstalt in Bir Salem in der Philisterebene in hohem Maße das Interesse Seiner Majestät des Kaisers erregt hat, erhellt unter anderem auch aus folgendem Telegramm, welches Seine Majestät vor einigen Tagen an Pastor Schneller in Köln gerichtet hat: Potsdam Schloß, den 3. Dezember. Pastor Schneller, Köln a. Rh. Ich danke Ihnen herzlich für die freundlichen Wünsche zur glücklichen Heimkehr aus dem heiligen Lande. Mögen die von Ihnen vertretenen Anstalten auf der von Ihrem seligen Vater mit seltener Hingabe und unerschütterlichem Gottvertrauen geschaffenen Grundlage als Stätten treuer evangelischer Liebesarbeit auch ferner reichen Segen erfahren und verbreiten! Wilhelm I. R. Deutscher Reichstag. Im Reichstag hielt am Donnerstag bei der fortgesetzten Etatberatung zunächst der Abg. Bebel(Soziald.) eine zweistündige Rede, in der er die Annäherung an England billigte. Weiter erklärte er, daß an höchster stelle bereits ein neuer Flottenplan erwogen werde. Bezüglich der Ausweisungen sprach Bebel nur von„barbarischen Maßnahmen, ohne jedoch zur Ordnung gerufen zu werden. Als er aber erklärte, diese Ausweisungen ständen in krassem Widerspruch zu der Rede, die der Kaiser bei der Einweihung der Erlöserkirche in Jerusalem gehalten, und daß die bezüglichen Ausführungen über„Brüderliebe“ darin deshalb nur Phrase gewesen seien, erhielt er seitens des Präsidenten den wohlverdienten Ordnungsruf. Großen Unwillen erregte auch die Bemerkung des Redners, er bedauere, daß der Reichskanzler nicht anwesend sei, doch der habe Wichtigeres zu thun, er befinde sich auf der Saujagd. In sehr langen Ausführungen ergeht sich Redner alsdann über den Schießerlaß des Ministers v. d. Recke. Kriegsminister von Goßler erwidert darauf, daß die Sitte, über die Köpfe von Empörern in der preußischen Armee völlig unbekannt sei. Ein Befehlshaber, der derartiges anordnete, verbrannt ist. Ueber die Entstehungsursache des Feuers ist nichts bekannt. Menden, 14. Dez. Heute vormittag ½11 Uhr ist der von hier abgelassene Güterzug in der Richtung nach Iserlohn zu unweit des Ritterguts Edelburg auf der Oese entgleist. Das Begleitungspersonal ist ohne Unfall davon gekommen. Die Lokomotive und 5 Wagen gingen aus dem Geleise; die Passagiere der folgenden Personenzüge mußten an der Unfallstätte umsteigen. Von Letmathe trafen alsbald Arbeiter ein, die die Aufräumungsarbeiten vornahmen, sodaß das Geleise gegen Abend wieder frei wurde. Werden, 14. Dez. Selbstmord. Vorgestern hat sich der hier wegen Mord zu 15 Jahren Zuchthausstrafe verurteilte König vom Niederrhein durch Oeffnen der Schlagader am Halse mit einem Meißel seinem Leben ein Ende gemacht. Münster, 14. Dez. Der landwirtschaftliche Hauptverein beschloß die Veranstaltung einer Ausstellung für Moor= und Haidekulturen im Jahre 1900. Aachen, 14. Dez. Das hiesige Schwurgericht verurteilte den früheren Bildhauer und Luftschiffer Ney aus Berlin wegen Ausgabe falschen Geldes zu vier Jahren Zuchthaus und dessen Mutter, die Hausiererin Witwe Ney, zu zwei Jahren Zuchthaus, sowie beide zu fünf Jahren Ehrverlust und Polizeiaufsicht. Oeynhausen, 14. Dez Feuer. Am Montag morgen ½6 Uhr stand in dem neuerbauten Café des Hotels Pavillon der große Saal in Flammen. Es gelang binnen kurzer Zeit, des Feuers Herr zu werden und es auf seinen Herd zu beschränken. Der angerichtete Schaden ist immerhin ein sehr erheblicher und beläuft sich auf etwa 15000 Mk. Gemeinnütziges. Pulver zum Vorzeichnen von Stickmustern auf dunklem Grund. Dieses Pulver besteht aus 1/8 fein gebeuteltem Kolophoniumpulver, 1/6 Copalpulver und ⅛ genannten Bestand„„ feinstem Bleiweiß. Die würde vor ein Kriegsgericht gesteur teile mengt man sorgfältig durcheinander. werden. Nach einer kurzen Entgegnung des Die Anwendung des Pulvers erfolgt in der Staatssekretärs von Posadowsky auf die Bebelschen Ausführungen über die Ausweisungen ergreift Abg. Lieber(Ctr.) das Wort, in dem er besonders darauf hinweist, daß das Vertrauen zu der Regierung in die gute deutsche Gesinnung des Centrums erfreulicherweise zurückgekehrt sei. Nachdem sich Liebermann von Sonnenberg noch gegen den kenntnis auftrete. Sonst können wir nichts sozialdemokratischen Vorredner ausgesprochen machen. Wir können nur durch das Beispiel wirken, durch das Vorbild und den Beweis, daß das Evangelium ein Evangelium der Liebe ist nach allen Himmelsrichtungen hin, und daß es andere Früchte trägt. Auf die Muhammedaner kann nur das Leben der Christen Eindruck machen. Das kann ihnen kein Mensch übel nehmen, wenn sie vor dem christlichen Namen keine Achtung haben. Kirchlich spalten sie sich, sie müssen sogar durch äußere Gewalt der Waffen von den Streitigkeiten zurückgehalten werden. Politisch reißt man unter allen möglichen Vorspiegelungen ein Stück nach dem andern von ihnen weg, wozu man gar keine Berechtigung hat, so daß ihre Einwirkung vollständig gesunken ist und man auf dies tiefe Nieveau heruntergekommen ist. Jetzt sind wir an die Reihe gekommen! Das Deutsche Reich und der deutsche Name haben im ganzen osmanischen Reiche jetzt ein Ansehen gewonnen, wie es noch nie gewesen ist. An uns liegt es nun, zu zeigen, christliche Religion eigentlich ist, daß die Ausübung der christlichen Liebe auch gegen die Muhammedaner einfach unsere Pflicht ist, nicht durch Dogmen und Bekehrungsversuche, lediglich durch das Beispiel. Der Muhammedaner ist ein sehr glaubenseifriger Mensch, so und die Einführung der Wahlpflicht empfohlen hat, vertagt sich das Haus. Der Etat geht an die Budgetkommission. Lokales. * Schwerte, 17. Dez. Wir machten unlängst noch darauf aufmerksam, daß sehr im Interesse einer Stadt liege, wenn auf die Reinigung der Straßen gesehen wird. Besonders augenfällig ist die Unerträglichkeit des Straßenschmutzes auf dem Holzenerweg in der Nähe der Bahnüberführung. Hier Abhülfe zu schaffen, wäre eine dankbare Aufgabe. Der Schlamm des Fahrdammes ist mit der Zeit so tief resp. so hoch geworden, daß er die vor nicht zu langer Zeit erfolgte kostspielige Anlage eines brauchbaren Trottoirs illusorisch macht, indem der Schmutz des ganzen Weges über die Bordsteine hinweg sich auf das Trottoir drängt. Also schleunige Abhilfe thut not. Westfalen=Rheinland. Iserlohn, 15. Dez. Anstellung eines besol deten Beigeordneten. In der gestrigen geheimen Sitzung der Stadtverordneten wurde die Anstellung eines bekannten Weise, indem man die durchlöcherte, straff über dem Stoff befestigte Zeichnung damit stark bepudert und mit Farbe nach zieht. Mehr Kolophonium und weniger Copal macht bei geringerer, mehr Copal als Kolophonium bei höherer Erwärmung kleben. Vor Weihnachten. Dämm'rung im Stübchen; Die Mägdlein und Bübchen Lauschen andächtig, Wie Mütterlein prächtig Vom Christkind erzählt. „Bald wird es kommen Und alle die frommen Kinder bedenken Und reichlich beschenken, Christkindelein lieb. Da heißt's nun gehorchen, Vom frühesten Morgen! Sich inniglich lieben Und ja nicht betrüben Das himmlische Kind. Denn jetzt schon zuweilen Sieht fliegend man eilen Mit Flügelein golden Das Christkind in holden Dämmerungsschein.“ Wie dunkel im Stübchen! Die Mägdlein und Bübchen Zusammen rücken! O könnten wir blicken Das himmlische Kind! Horch! hat's nicht gerauschet? Ganz stille! gelauschet! Seht Ihr's nicht schimmern? Und goldig flimmern Christkindeleins Haar? Lieb' Christkind komm' nieder, Hör' unsere Lieder Und Bitten ertönen, Und hilf uns verschönen Das heilige Fest! Tante Johanna. Büchertisch. Die unter dieser Rubrik angezeigten Werke sind durch die C. Braus'sche Buchhandlung zu beziehen Langenscheidts Litterarischer Abreiß=Kalender für 1899. Mit 305 Porträts. 80 Preis 75 Pfg. Langenscheidtsche Verlagsbuchhandlung(Prof. G. Langenscheidt). Folgende Beurteilung ist uns zugegangen:„Mit guter Auswahl verzeichnet Langenscheidts Litter. Abreiß=Kalender(Berlin, Langenscheidts VerlagsBuchhdlg.) für jeden Tag eine Reihe von Dichtern, Komponisten, Künstlern, Gelehrten und anderen berühmten und merkwürdigen Männern unter Beigabe eines meist sehr scharfen Miniatur=Porträts nebst einigen charakteristischen Citaten aus den Schriften und Werken klassischer Dichter und Denker. Selbstverständlich sind auch die kalendarischen Angaben vollzählig vertreten. Auch sind den Rückseiten der Blätter kurze Biographien hervorragender Schriftsteller, die an dem entsprechenden Tage geboren sind, aufgedruckt. Der Kalender ist sehr brauchbar und nicht nur allen Männern der Feder, sondern auch allen ihren Gönnern bestens zu empfehlen. Der Preis von 75 Pfg. ist mäßig. Ein prächtiges und wertvolles Weihnachtsgeschenk für jung und alt. Ein Leser schreibt uns:„In Ihrem geschätzten Blatte wurde kürzlich auf eine neuartige sogenannte Accordzither aufmerksam gemacht, welche die MusikinstrumentenFabrik I. T. Müller in Dresden=Striesen in den Handel bringt. Ich habe mir eine solche Zither kommen lassen und muß gestehen, daß das wirklich ein ausgezeichnetes Musikinstrument ist, welches sich bald wegen seiner leichten Erlernbarkeit und sonstigen vorzüglichen Eigenschaften die allgemeine Gunst des Publikums erringen dürfte. Wie viele hegen den Wunsch,„ein Instrument spielen zu können“, müssen aber auf die Erfüllung desselben verzichten, weil es ihnen an Zeit und Gelgenheit gebricht, sich die hierzu nötige Mühe und Ausdauer erfordernde Notenkenntnis und manuelle Fertigkeit zu erwerben. Bei der Müller'schen Accordzither kann man sich alle Vorkenntnisse in einer Stunde aneignen, indem die hierzu beigegebene Unterrichtsschule jedem halbwegs aufgeweckten Kinde ein sofortiges Spielen des Instruments ermöglicht. Die leichte Erlernbarkeit dieses Instruments geht schon daraus hervor, daß nur die einfache Melodie zu spielen ist, während die begleitenden Accorde durch einfaches Drücken auf sehr sinnreich angebrachte Manuale hervorgebracht werden, dabei hat diese Zither einen so schönen und vollen Ton, der von keinem andern derartigen Instrumente erreicht wird. Alle diese Eigenschaften, sowie der mäßige Preis, der ja dadurch, daß ein kostspieliger und zeitraubender Unterricht zur Erlernung nicht notwendig ist, noch bedeutend herabgesetzt wird, machen die Müller'sche Accordzither so recht zum Familien=Instrument für jedes Haus geeignet und zu einem prächtigen, gewiß überall willkommenen WeihnachtsGeschenk.“ 0Prozent extra Rabatt auf alle schon reduzierten Preise während der InventurLiquidation. Muster auf Verlangen franko. Modebilder gratis. Todesfall eines Teilhabers und Neu-Uebernahme veranlassen uns su einem Wirklichen Ausverkauf sämtlicher Bestände in Damenkleiderstoffen für Winter, Herbst. 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Die„Krefelder Zeitung" verbreitet folgendes Extrablatt: Ueber den Verlauf der heutigen Vergleichsverhandlung erhalten wir folgende offizielle Erklärung: In der heute nachmittag unter dem Vorsitze des Heren Beigeordneten Dr. Bertram stattgehabten Besprechung der Arbeiter und Arbeiterinnen der Firma Ernst Engländer mit der Kommission der Stofffabrikanten wurde neben der Regelung einiger weniger wichtigen Forderungen eine Einigung dahin erzielt, daß die Löhne um 1½ resp. 2 Pf. pro Meter zu erhöhen seien, wogegen man anderseits auf die Alterszulage von 5 pCt. resp. 10 pCt. verzichtete. So ist erfreulicherweise durch beiderseitiges Entgegenkommen einem Zustande ein Ende gemacht, dessen Fortdauer allgemein aufs tiefste beklagt worden wäre. Vermischtes. Es giebt doch sonderbare Käuze. In Arendsee(Altmark) verschwand vor Jahresfrist der geistig nicht normale Sohn eines Einwohners, nach Monaten erst entdeckte man ihn in einer Erbhöle des Ollendorfschen Tannenwaldes. Er war nur mit einer Decke und Sandalen bekleidet, lebte in der von ihm selbst zugerichteten Höhle von wilden Waldfrüchten und entlief, sobald ein Mensch in seine Nähe kam. Ganz verwildert, fing er an, aus aufgefundenen Holzstämmen eine Kapelle zu bauen und schrieb Gedichte, worin er die Hoffnung auf die Nähe des jüngsten Tages aussprach. Endlich entdeckte ihn im Sommer die Polizei. Die Höhle wurde zum Wallfahrtsort. Jetzt ist der junge Mann von neuem entflohen, um sein altes Spiel wieder aufzunehmen. * Memel, 15. Dez. Bei Pillkallen in der kurischen Nehrung strandete ein unbekannter Dreimaster. Von der 10 Mann betragenden Besatzung sind fünf Mann ertrunken, die übrigen gerettet. * Landsberg a. W., 14. Tez. Kürzlich wurde über einen ehemaligen deutschen Einjährig=Freiwilligen, der seit dem deutschfranzösischen Kriege vermißt wird und sich noch in französischer Gefangenschaft befindet, berichtet. Der hiesige Fleischer Fischer, der 4 ½ Jahre in der französischen Fremdenlegion diente, hat nach seiner glücklichen Flucht aus Saida, wie mitgeteilt, dem hiesigen Bezirkskommando von der Gefangenschaft des ehemaligen Einjährigen Anzeige gemacht. Zur Aufklärung dieser Angelegenheit hat die militärische Behörde die nötigen weiteren Schritte unternommen. Inzwischen sind an den Fischer aus allen Teilen Deutschlands Briefe geschrieben worden, in denen Eltern, Geschwister und sonstige Verwandte von vermißten Einjährigen aus dem letzten Kriege ihn flehentlich bitten, ihnen so schnell wie möglich mitzuteilen, wo sich der aufgefundene Gefangene aufhält. Nach den angestellten Nachforschungen hat sich ergeben, daß der Einjährige Wilhelm Borgmann heißt und in einem Turme zu Marseille festgehalten wird(?). Der genaue Plan und die Zeichnung des Turmes nebst Angabe der Zelle, in der der Gefangene sich befand, als Fischer davon Kenntnis erhielt, sind in Händen der Behörden. Der Gefangene stammt aus der Umgegend von Berlin, wo seine Eltern zur Zeit des Krieges ein großes Gut besaßen. Die Erlebnisse des F. und seines Genossen während ihrer achttägigen Flucht sind außerordentlich abenteuerlich. Der Gefährte des F. hatte sich wenige Kilometer von der Grenze bereits zum Sterben niedergelegt und weigerte sich, weiter zu gehen, um noch mehr Qualen zu ertragen. F. gelang es jedoch, ihn noch bis über die Grenze und so in Sicherheit zu bringen. Im Heilbronner Wahlkrawallprozeß ist jetzt das Urteil gefällt worden. Die Geschworenen verneinten, daß Aufruhr vorliege. Demzufolge wurden sechs Angeklagte wegen groben Unfugs zu fünf und sechs Wochen Haft verurteilt, die durch die Untersuchungshaft als verbüßt erachtet wurde. Drei der Angeklagten wurden freigesprochen. — In der Heinitzgrube bei Kattowitz stürzte ein Gerüst ein und begrub unter seinen Trümmern sieben Monteure. Einer derselben war sofort tot, drei sind schwer, die übrigen leicht verletzt.— Die höchsten Besuchsziffern seit ihrem Bestehen hat die Berliner Universität. Die Zahl der immatrikulierten Studenten beträgt 6151; ferner sind noch 4841 zum Hören der Vorlesungen berechtigt, darunter 234 Frauen. * Carl Feit, Schwerte, Hüsingstr. 22. Grösstes FahrradGeschäft am Platze. Habe stets auf Lager und vertrete 8 weltbekannte Marken. Empfehle besonders als Neuheit: Revolver-Glocken, Acetylenlaternen, Carbid usw. Reparaturen an Rädern (auch von mir nicht gelieferten) werden in eigener besteingerichteter Werkstatt prompt und gut ausgeführt. Frau Witwe Drüfel in Holzen laßt Mittwoch, den 23. Dezember er. nachmittags 3 in ihrer Waldung am Hofe: 00 Nummern Kotlannen zu Bauholz, Leiter= und Bindebäumen, Gerüst=, Frechtungs= und Bohnenstangen 2c. geeignet, nummerw. meistb. verkaufen. Sammelplatz auf dem Hofe und an Ort und Stelle. Hohenschwert, Schwerte. C. u. 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