Amtliches Kreisbratt Abonnements=Preis pro Quartal 1 Mk. 50 Pfg. Erscheint Montags, Mittwochs, Freitags und Samstags. Wöchentliche Gratisbeilage:„Illustrierter Familienfreund.“ Nr. 174.(1. Blatt.) Schwerte, Samstag, 5. November. 1898. 31. Jahrgang. Bebels Urteil über anarchistische Attentate. Nachdem die von anarchistischer Seite einberufene Versammlung, in welcher Herr Bebel sprechen wollte, polizeilich verboten worden, hat unter sozialdemokratischer Aegide in Berlin eine Versammlung zu demselben Zwecke: Erörterung der anarchistischen Mordthat in Genf, stattgefunden. Schon lange vor Beginn der Versammlung war der große Saal in allen seinen Teilen so dicht gefüllt, daß im buchstäblichen Sinne des Wortes kaum ein Apfel zur Erde fallen konnte. Viele Hunderte konnten daher keinen Anlaß mehr finden. Auf der Straße, wo sich ebenfalls ein zahlreiches Publikum eingefunden hatte, war unter dem Kommando von mehreren Polizei=Offizieren eine starke Polizeimacht zu Fuß und zu Pferde angeboten. Eine große Zahl Geheimpolizisten bemerkte man in und außer dem Saale. Der große sozialdemokratische Führer wurde bei seinem Erscheinen mit stürmischem Beifall begrüßt. Herr Bebel begann mit der Behauptung, daß die Ermordung der Kaiserin von Oesterreich der bürgerlichen Gesellschaft sehr gelegen gekommen sei, um ein neues Ausnahmegesetz gegen Anarchisten und Sozialisten zu schaffen. Später erklärte er, obwohl er Luccheni für einen„ehrlichen Anarchisten“ halte, dessen Mordthat für einen Schurkenstreich der italienischen Polizei.„Wir haben alle Ursache, hinter jedem anarchistischen Attentat einen Polizeispitzel im Hintergrunde zu vermuten.“ Diese Behauptung ging selbst dem nachfolgenden anarchistischen Redner zu weit; er protestierte dagegen. Herr Bebel lobt die italienischen Arbeiter als im Allgemeinen fleißig und nüchtern, nur seien sie furchtbar unwissend- und abergläubisch. Die italienische Bourgeosie treibe mit Hilfe der italienischen Regierung ein Raubsystem, das geradezu unglaublich sei. Diese Regierung habe die Kanferenzur Fnigenesetzung miernationalen Anarchisten= und Sozialistenhetze nach Rom zu berufen. Nicht die italienischen Arbeiter, sondern die italienischen Minister u. s. w. gehörten ins Zuchthaus, so rief Herr Bebel unter stürmischem Beifall. Offiziell will er natürlich von einer Gemeinschaft zwischen Anarchisten und Sozialdemokraten nichts wissen, stellt er beide als direkte Gegensätze hin. Er betrachtet den Anarchismus „als den letzten konsequenten Ausbruch des liberalen Bürgerthums, mit dem die Sozialdemokratie, die die Arbeiter zum Klassenkampfe stählt und organisiert, nicht das Geringste zu thun hat.“ Die folgenden Redner, der„sozialistische“ Anarchist Schriftsteller Landauer, der ebenfalls „Gewaltthaten verabscheut“, und der Anarchist Schlosser Wiesenthal fielen nach der Bebelschen Leistung sehr ab. Beide aber sprachen bezeichnender Weise, zum Unwillen des Herrn Bebel, für die Gemeinsamkeit von Anarchismus und Sozialdemokratie, für die Zusammengehörigkeit der„beiden Proletariatsparteien“.. Bismarcks Ansicht über die soziale Reform. „Neue Jahrhundert", unabhängige Wochenschrift in Köln, veröffentlicht bisher noch nirgends gedruckte Gespräche des Fürsten Bismarck mit Bucher. Das, wie das Blatt angiebt, völlig authentische Material wirft interessante Streiflichter auf Bismarcks Verhältnis zur sozialen Reform: „Der Gedanke der sozialen Reform lag Bismarck bereits zu Beginn des Kulturkampfes im Sinn. Ihm bangte auch nicht vor dem„Sprung ins Dunkle“, der damit unternommen wurde. Aber er verschob die Ausführung deswegen, weil zunächst der Kulturkampf, später die immer notwendiger erscheinende wirtschaftliche Reform ihn zu sehr in Anspruch nahmen und weil er einen praktischen Erfolg sich nicht davon versprach.„Es klingt ja wunderschön", sagte er damals zu Bucher,„daß man, um die Sozialdemokratie am weiteren Wachstum zu verhindern, ihr die Wurzeln abgraben, die Ursachen der Unzufriedenheit der Arbeiter beseitigen müsse. Aber es gehört eine gewisse Naivetät dazu, die ich leider nicht mehr besitze, um anzunehmen, daß selbst eine ganz augenscheinliche Verbesserung der Lage der arbeitenden Klassen die Sozialdemokraten zufrieden stellen werde Schimpfen sie nicht über das eine, so schimpfen sie über das andere. Zu bekehren sind die Leute nicht. Hätten sie jeden Sonntag ein gebratenes Huhn, so würden sie auch noch silberne Messer und Gabeln dazu verlangen... Aber das Haftpflichtgesetz, die Bestimmung, daß bei Unfällen der Arbeiter den Nachweis führen soll, daß die Schuld den Arbeitgeber trifft, wenn er seine bescheidene Entschädigung haben will, das ist in der That ein elendes Gesetz, das muß fort, dafür muß etwas Besseres her, da ist Licht und Schatten zu ungleich verteilt.. Um der Sache willen muß da etwas geschehen, nicht um Dank, den, wenn die Sache gut abläuft, uns doch andere wegeskamotieren— manchmal gerade diejenigen, die am meisten mit Händen und Füßen dagegen gestrampelt haben.“ ... Ein andermal sagte er:„Sehen Sie, Bucher, wenn man die Arbeiterschutzgesetzgebung auch auf einen Schutz vor dem Trinkteufel, dem diabolus germanicus, ausdehnen könnte, dann wäre mit einem Schlage ein großer Teil der sozialen Frage gelöst, und wir wären auch politisch um ein gutes Stück weiter vorwärts gekommen. Ich bin ganz gewiß nicht gegen ein Glas Wein oder Bier oder meinetwegen auch Schnaps, wenn einem seine Mittel nichts besseres erlauben, und auch nicht gegen ein paar Glas, aber unsere Leute sitzen im Wirtshaus, um zu politisieren, und politisieren, um im Wirtshaus zu sitzen. Da geht dann das häusliche Glück verloren, die Leute werden verbittert, und die Verbitterung, die sie von Hause mitnehmen, die übertragen sie dann auch auf die Politik.. deutsche Kaiser in Jerusalem. Jerusalem, 2. Nov. Das Kaiserpaar unternahm heute nachmittag gemeinsam den geplanten Besuch der Anstalt Talatti Cumi sowie der Mädchenschule und des Hospizes des deutschen katholischen Palästina= Vereins. Mittag empfing der Kaiser eine Abordnung des Diakonissenvereins, wobei, ebenso wie beim Empfang des französischen Konsuls, Staatssekretär Staatsminister v. Bülow zugegen war, dessen Vortrag der Kaiser später hörte. Telegramm aus Jerusalem vom 3. Nov. nachmittags: Die Majestäten besuchten heute das Johanniter Hospiz, in welchem Kaiser Friedrich als Kronprinz im Jahre 1869 wohnte, ferner die Königsgräber und das sogenannte neue Golgatha. Heute nachmittag findet in der Erlöserkirche ein Gottesdienst und morgen früh 9 Uhr die Abreise nach Jaffa per Eisenbahn statt. Es fängt eben zu regnen an. Alles wohl. In der gestern gebrachten Nachricht über die Abreise des Kaisers muß gelesen werden, daß die Abreise des Kaisers von Beirut, nicht Beireut geplant gewesen war. Die Leser werden sich diesen unangenehmen Fehler wohl schon selbst korrigiert haben. Deutsches Reich. Die Nachrichten über ein in Alexandrien gegen den deutschen Kaiser geplant gewesenes Anarchistenattentat scheinen doch infolge der heftigen Gemütserregung, in der sich die Entdecker des Komplotts befanden, nicht ganz der Wirklichkeit entsprochen zu haben. Die offiziöse römische„Tribuna“ veröffentlicht jetzt wenigstens ein ihr aus Alexandria von hervorragender Stelle zugehendes Schreiben, in welchem der angebliche Anschlag in Alexandrien in den Bereich der Fabel zu verweisen ist. Die Untersuchung gegen die verdächtigen Individuen habe keinen Beweis für deren Schuld erbracht, so daß die Verhafteten zweifelsohne entlassen werden würden. Da die Anarchisten, die angeblich das Komplott geschmiedet hatten, auch wieder Italiener waren, so hat man in Italien natürlich ein Interesse daran, daß die gegenwärtige Verhaftung und Untersuchung nichts Belastendes ergeben. Insofern kann die Tribuna Meldung vielleicht Bedenken erregen. Da von amtlicher deutscher Seite in der Angelegenheit weiter garnichts mitgeteilt worden ist, so liegt allerdings auch die Annahme nahe, daß die alexandrinischen Polizeibehörden im ersten Augenblick zu schwarz gesehen haben, was uns in dem vorliegenden Falle nur recht sein kann. Zur Fleischnot bemerkt die„KreuzZeitung", daß der einzuberufende preußische Städtetag mit Unrecht die Fleischteuerung auf die Grenzsperre zurückführe; wenn man die Sache bei Lichte besehe, dann sei es für jedermann klar, daß die Großstädte, in denen über die Höhe der Fleischpreise am lautesten geklagt wird, das Fleisch zu ihrem eigenen und dem Profite der Großhändler und Spekulanten verteuern. Ersteres durch hohe Schlachtsteuern und Abgaben für die Vieh= und Schlachthöfe, letzteres durch Begünstigung der Agenten und Händlerringe. Die Großgrundbesitzer hätten von der gegenwärtigen Fleischteuerung thatsächlich den geringsten Nutzen. An diesen Thatsachen sei nicht zu rütteln, daher werde sich der in Aussicht genommene Städtetag mit ihnen auch gar nicht beschäftigen, sondern einseitig die Grenzsperre als Ursache der Fleischteuerung behandeln.— Die„Deutsche Tageszeitung, bestreitet, daß überhaupt eine Fleischteuerung bestehe und teilt mit, daß z. B. die Metzger in Darmstadt soeben erst den Preis des Rindfleisches wie 64 auf 60 Pfg. ermäßigt hätten Sollte diese Ermäßigung in der That erfolgt sein, so müßte sie jedenfalls als Ausnahme betrachtet werden, da es von Niemandem in Abrede gestellt werden kann, das die Fleischpreise in Wirklichkeit äußerst hohe sind, und daß nur über die Gründe, die zu dieser Teuerung geführt haben, eine Meinungsverschiedenheit möglich ist. Zur Lippischen Erbfolgefrage liegt jetzt auch das Rechtsgutachten des Königsberger Staatsrechtslehrers Prof. Zorn vor, daß das Reich als eine über den Einzelstaaten stehende Autorität zur Entscheidung von Thronfolgestreitigkeiten dann für berufen erklärt, wenn es sich entweder um eine Thronstreitigkeit zwischen verschiedenen Bundesgliedern handelt, oder wenn ein Eingreifen im Interesse der Sicherheit des Reiches geboten ist. Da in Detmold der erstere Fall zutrifft, so hat der Bundesrat sich der Angelegenheit auf Anrufen des einen Teiles anzunehmen. In einer Zuschrift der„Voss. Zig.“ wird nun gleichzeitig mit der Veröffentlichung des vorstehenden Gutachtens aus. geführt, daß schon bei der Beratung der Norddeutschen Bundesverfassung, aus der doch die Reichsverfassung hervorgegangen ist, im deutschen Reichstage ein Antrag, wonach das Reich in Thronstreitigkeiten der Einzelstaaten einzugreifen habe, ohne weiteres abgelehnt worden ist. Altersgruppierung in Landwirtschaft und Industrie überschreibt die „Deutsche Tagesztg.“ einen Artikel, in dem sie an der Hand statistischen Materials nachzuweisen versucht, daß in der Landwirtschaft sehr viel mehr alte Arbeiter thätig sind als in der Industrie, so daß die Landwirtschaft auch zu den Invalidenrenten viel schärfer herangezogen werde als die Industrie. In der Land= und Forstwirtschaft beträgt die Zahl der männlichen Invalidenrentner annähernd das doppelte der männlichen Invalidenrentner in der Industrie. Bei den weiblichen Angestell en ist das in noch höherem Grade der Fall, so daß sich für die Land= und Forstwirtschaft fast viermal soviel Altersrenten wie für die Industrie ergaben, und fast doppelt so viele wie für den Durchschnitt aller Berafszweige im Reiche. Türkische Sprüchwörter. Beschwerden sind Ratschläge.— Der Adler fängt keine Mücken.— Ein alter Muselmann wird kein Ungläubiger.— Das Aug' ist ein Fenster mit der Aussicht in's Herz.— Jedes Weinen hat auch Lachen.— Des Lügners Haus brannte und niemand glaubt es ihm.— Wer die Wahrheit spricht, den verjagt man aus neun Städten. Schwarze Schatten. Roman von H. Rosenthal=Bonin. Nachdruck verboten. 21)(Fortsetzung.) „Ich leide nicht, daß Du einen andern nimmst!“ rief er aus, und seine Augen blickten noch starrer und sahen ganz weiß aus, indeß die Adern auf seiner knochigen, steilen Stirn dick hervortraten. Margarethe warf einen Blick auf ihn und ein etwas furchtsamer Ausdruck flog über ihr Gesicht. „Ich habe nicht gesagt, daß ich Dich nicht will,“ sprach sie einlenkend,„nur sollst Du mich nicht drängen, lasse mir etwas Zeit, etwa einen Monat— nein, nur zum Frühling!“ rief sie. „Und dann willst Du mich bestimmt nehmen?“ „Ja, ja!“ erwiderte Margarethe unruhig. „Gut, so will ich warten— aber nur bis dahin— nur bis dahin, erwiderte der Mann und verließ langsam und mürrisch das Zimmer. Margarethe stand auf und ballte drohend die Faust hinter dem Fortgehenden. „Nie, nie!“ stieß sie dumpf hervor.„Nie Dich, Scheusal! So haben wir nicht gewettet!“ und gleichfalls finster— die roten Lippen stärker als sonst leuchtend— die dichten Augenbraunen zusammenziehend, ging auch sie verdrossen an ihre Arbeit des Spinnens. Es ward finster; draußen brauten schwere Nebel, aus denen feine weiße, stechende Eisnadeln herniederfielen. Die Krähen krächzten über dem Tannenwald und die Wogen des Haffs brachen knisternd Schollen auf Schollen des Usereises. Margarethe hatte läugst zu spinnen aufgehört, aber auch die Lampe nicht angezündet— die Hände unthätig in dem Schoß, starrte sie in die finstere Landschaft hinaus. „Wenn es Frühling ist, wenn es Frühling ist, bin ich weit von hier,“ murmelte sie endlich,„und dann kann er mir nachpfeifen. Wir wollen sehen, wer hier der Schlauere ist,“ flüsterten ihre Lippen in das Dunkel hinaus. X. Frau Gedé saß in ihrem Bureau und führte ihr Einnahmebuch, sie betrieb einen Tabaksverkauf und ein Kommissionsbureau— das Tabaksgeschäft war sozusagen das Aushängeschild, der Deckmantel für ihre Verbindung mit der gefürchteten Baumwollencompagnie. Frau Gedé nahm die geraubte Wolle in Empfang, und zu ihr kamen die Abnehmer. Seitdem sie mit dem Spanier gebrochen, war das Baumwollengeschäft auf Null herabgesunken, denn was die einzelnen Piraten auf eigene Faust genommen und zur Verrechnung mit der Compagnie in das Depot gebracht, war nicht der Rede wert. Es fehlte die Leitung, und es war sichtbar, daß die geistige Potenz des Ganzen sich zurück gezogen und kein neues Haupt für diese organisierte Diebsbande sich aufgethan. Carlos Coruna hat die unglückliche, leidenschaftverblendete Frau für sein dunkles Treiben gedient, einem andern würde sie nicht Hehlerin machen, und sie war einig mit sich, die fernere Annahme der gestohlenen Wolle zu verweigern und von dem bescheidenen, ehrlichen Tabaksverkauf sich zu ernähren, aber die Aufregung, in der sie sich befand, das Wogen ihrer Gefühle in Rachsucht, Kummer, Verzweiflung machte ihr das ruhige Sitzen im Laden unmöglich; sie mußte sich übertäuben, und da sie ein Kapital von etwa zehntausend Dollars besaß, ging sie damit zur Börse, kaufte Eisenbahn=, Silber=, Petroleum=, Baumwollen= und Schiffsactien, spekulierte in wahnsinniger Hast und Leidenschaft so, daß der Betrag, den sie in all ihre Engagements zu stecken hatte, sechsfach die Summe übertraf, welche sie besaß, und bevor sie noch so weit zur Klarheit gekommen war, daß sie fürchten konnte, entstand eine riesenhafte Hausse, wie das nicht selten an der New=Yorker Börse durch Parteikampf geschieht, sie verkaufte alle ihre Papiere und hatte im Laufe von einem Manat den zehnfachen Betrag gewonnen, mit dem sie angefangen— So plötzlich wie sie begonnen, hörte sie auf. Sie besaß jetzt hunderttautend Dollars Vermögen, und nun kam eine eigentümliche Ruhe in ihr Herz— die Ruhe, welche auf ein neues Hoffnungslicht schaute. Es war in ihrer Seele der Plan aufgestigen, den Mann, der ja nur des Geldes wegen ihr untreu geworden— wie sie sich sagte— und den sie mit jeder Faser ihres Daseins liebte, trotz des Hasses und des Zornes, der in tobte— wissen zu lassen, daß sie jetzt eine reiche Frau sei. Sie glaubte, was sie wünschte, und zweifelte gar nicht daran, daß der Spanier bei dieser so glücklich veränderten Lage zu ihr zurückkehren würde. Eines Tages saß Carlos im Unionhotel als Graf im Parterregelaß und ließ sich von seinem Friseur das Haar brennen, als er ein Briefchen empfing, dessen wohlbekannte Schriftzüge ihn gewaltig erschreckten. Das Schreiben lautete folgendermaßen: „Carlos! Ich weiß, daß nur Deine Sehnsucht, das Geschäft aufzugeben, Dich trieb, reich zu heiraten. Ich habe in der letzten Zeit spekuliert und hunderttausend Dollars gewonnen— davon könnten wir ohne strenge Arbeit ruhig und behaglich leben. Ich bin überzeugt, daß Du mich noch liebst wie früher, und nur der Drang, ein ehrlicher Mann zu werden, Dich dazu brachte, mich zu verlassen— ich begreife Deinen Entschluß und ich bin gern bereit, Dir zu verzeihen. Amalie.“ Diesen Brief empfing der Spanier, als er mit vollen Segeln auf den hohen Fluten der Nach den Vorschriften über die Auß. bildung und Prüfung für den Staatsdienst im Baufach haben junge Leute, welche sich dem Maschinenbanfach widmen, und später in den slavische Gefahr von Wien abzuwenden gedenke, gab Lueger zu, daß eine Anzahl Slaven ungeztemend auftreten; gegen diese werde er mit üller Enschiedenheit vorgehen, welche die Wahrung des deutschen Charakters der Stadt Wien ihm auferlege. Wien, 3. Nov. Wie die„Politische Korrespondenz“ aus Petersburg meldet, werde die Abrüstungskonferenz im Februar, vielleicht erst im März und wahrscheinlich in Petersburg zusammentreten. Frankreich. Paris, 3. Nov. Der heutige Ministerrat beschäftigte sich mit der Faschoda=Frage. Gerüchtweise verlautet, Mozxegasterhgze gezhg in Kairo eine Instruktion erhaulten, die dahin geht, den ägyptischen Kommandanten von Faschoda Besitz ergreifen zu lassen. Die srriminalkammer des Kassationshofes echschen Intersen uach Velag geührsoeregepses.se Lesehsz, eie Neuwied, 2. Nov. Die Leiche eines jungen Mädchens aus der Nähe von Lokales. Jagune thausen murde am Montag ieim Walde b#i a Schwerte, 5. Nov. Ein großes, unglüchk Linkenbach mit durchschnüttener Kehle###d ist gestern glücklich verhindert wordm. Vor derz Stichwunden im Kopfe aufgesundest. Dus Hausedes Schmiedemeisters Oiterberzin d=Mäagng Mäyhen, Las Einam Modde zum Opfer gestraße hatte nämlich der Latrinenreiniger A##rzy..-,—. n. in### von Holzen einen großen, schweren Latrinenwagen fallen, wurde isvon ihren Angehörigen seit aufgestellt. Durch irgend einen unglücklichen Zu. Sonntag=Abend verwißt. Ein Arbeiter der fall löste sich nun am besagten Wagen die Schramiz, Grube Louise bei Horhausen wurde als der aller Gewalt vor das Haus des Schuhmacher That verdächtig gefänglich eingezogen. meisters Stoffeln. Durch den gawaltigen Stoß Herrn Moritz Busch gewidmet. wurde beg eine Pogzeschädigt,. Schon,— ven eg Frif. G Anz.“ veröffentlicht folschiedene Mobilien beschaugg:.„Schon vor einigen] Der„Fris. G. Anz.“ veröffentlicht folWochen ist an derselben Stelle ein Wagen ins gende Verse, mit denen der Bismarck=BuchRollen geraten, hat aber glücklicherweise an der macher Busch besungen wird: Fahnenstange vor der Wirschaft Feit einen Halt)“ Die Eiche, die alte, sie liegt gefällt, gefunden. Welch, schreckliches Unglück entstehen###### Siche, die in dett Staatsdtenst emisceten Beginn des Studiums auf der technischen Hochschuletin ZAhr urd, endiahte in holibes von der Schute Abgoechw, Pegerslafsicht und Jahr als Eleveh unter der aufsust und Leitung eines Präsidenten einer königlichen Eisenbahndirektion durchzumachen. Diese Bestimmung ist in vielen Fällen von den Maschinenbaubeflissenen nicht heachtet,worden. Sie haben entweder die prattische Beschäftigung in einer Privatfabrik ohne staatliche Kontrolle aufgenommen, oder sind unmittelbar nach dem Verlassen der Schule in das Studium bei einer technischen Hohschule ein= o0 Die, Kriminaltammer des Kassat getreiten. Die Direkoren der Gymnasen, wird nicht alle seit 1894 vorgekommenen Realgpnnasen und Oberrealschulen brhami Unregelmäßigkeiten untersuchen, sondern nur die eitenden Vorscheibten bogeuigiczigfeiten die Frage prüsen, ob Dresis der dur Vergrebung von weisghezg densdes Vorderaus war. Stellt sg beraus. besden Abheeuen, bege n Zuadfiat des uiche der Fal gewesenz. e ca.ese Stodium de Veoschen Sigalzdenst widmen Freiprechung des Erkapiäns, ome Herveides Eintrits, iun ven Staueuneng, Vb,gey sung seier Sache an ein anderes Miltärvolen, auf die Betimnungen aufmerkiam gericht ohne weiteres erfolgen. In den ersten es„Ei,37#######.64 Dezembertagen ist die endgültige Entscheidung Eine neue Art von Einjährigen Vot veg: haher bereits zu erwarten. das deutsche Heer. Beim Traiu fällt die:. gtalien, balbjährige Dienstzet, die bieher neben der Die traurige soziale Lage des talien zweijährigen bestand, weg und wird durch nischen Volkes dürfte in allernächster Zeit ene einzahrige ersesf.... g 4# schon wieder die Ursache zu Straßenunruhen Unser Kaiser wir) auch in diesem und heftigen Revolten werden. In vielen Jahre als Jagdgast des Grafen Tscthirschly Städten ist das Brot so teuer geworden, R nard in Grobtrekphz. Hezenbersheram, daß es die unbemittelten Klasen zsurtgihare klassen 1891 bis 1895 am..) Zie. Mann=[Tief unter der Rinde gesessen. sen, bune beg un bong ger wüsckehe au beichafen, vernigev. Hze, Hagheisz, penber, wornztags 9 Ubr, 2, dr Aezg.e. Jias He Möosel gerchischk und die Zweige — Die Kaiserin wird gleich nachihrer, grücktehr Hungersnot ist im anzuge. Die Hanoezs“ schaften der Prop.=Inf, der Jahres.zugen— 9(gstratzt).“ e de Viegealaute der Auecten uusconnden borden die Abschastung der Ge 15365 und 157, wuwie de Aezigeieg dez ags girte die meite Sete könnte, wenn spielende Kinder sich in der Laufbahn desWagens befänden kann sichjeder leicht ausmalen. Der Borkenkäfer aber lebt, a Schwerte, 5. Nov. Ein ungetreuer Kost= Der gehockt in ihrer Rinde. gänger ist der Arbeiter V. von biegt, inr Hersg. dans Er hat sich sorglich Gänge gebohrt emsigem Graben und Schaben As er des Mittags mit den ECheleuten cb. alein An des riesigen Stammes Vorkenschmutz im Zimmer war, nahm er aus der Schublade eine Seine Käferseele zu laben. goldene Damenuhr. Derselbe wurde nachträglich D#n Sturm, der zornig die durch den Pol=Serg, Dicke festgenommen,.] Den Sturm, der zornig * Schwerte 5. Nov. HerbstSeine Käferseele zu laben. Den Sturm, der zornig die Wipfel durchfahr, Beurlaubtenstandes resklassen haben sich an den einzelnen Tagen Und der Stamm bis zur Wurzel gebrochen, auf den angegebenen Plätzen u. A. wie folgt Da kommt behutsam das schlaue Insekt zu gestellen: Hreis Hörde Stadt Schwer=[Sechsbeinig herausgekrochen. Secheee..B 7 cc „Was umsteht ihr Menschlein so staunend (den Stamm) zu gestellen: Kreis Horde. Staor Schwerte, Gemeinde Lichtendorf, Geisecke, Villigst. wollt ihn wiegen und messen? klassen 1891 bis 1895 am Dienstag, 8. No=[Ich, kenn ihn allein, ich hab ja so lang vember, vornistags 9, Uhr, 2o. zzazen] abas die Wipfel gerauscht un mernts, geoen bos auch wiederyolg iser gus zu sein.— In Bergams stelten 1500/lag, 7. Novenber, vormittags 81, Uhr, esche pen, e ng. Wansche, Weber die Arbeit ein und begingen. Gewalt=st) die Maunschaften der Prop.Juf, der eigener Enschiebung dem votiongen v—, Be, sthätgkeiten, so daß Miltär regurur wurde. Jahresklassen 1891 bis 1897, Anfangspuchentgegen. 88 ersch; iu ungezüghrebe He, ee England staben I. bis 2 einschl. am Montag, I. Nofrichigung borüver, d Masprug]. Lage wird hier in den letzten Tagen vember, vormittags 9½ Uhr, e) die MannBuodapester Vlätern vum buostrug bowz.,) allen wirtlich unterichteten Kreisen sehrschaften der Garde und Spezialwafsen der Bielleicht sehen de ungurn ngig, Hieher an. ernst aufgefaßt. Es sei eine Täuschung, dies Jahresklassen 1891 bis 1897 und die SuperErwähnt sei noch, daß für das Denkmal der lenglischen Rüstungen 2c. als Säbelrasseln auf= revidenden am Montag, 7. November, vorKaiserin Elisabeth bereits eine halbe Million zufassen.„ Der Premierminister werde im mittags 10½ Uhr. Gulden durch freiwillige Beiträge aufgebracht starken Uebergewicht des Kabinetts mehr ge worden ist, ein neuer Beweis dafür, wie die schoben als unterstützt, und die Ueberzeugung, ben d, n e hrien.— Diesdaß das ganze Volt in dieser Angelegenheit bogoern üiore Sonoh vese, A.trolbz hinter der Neasierung seche, lasse leine schwachWestfalen=Rheinland. nattonalen Lonstite ui den Kontah shiner der Regseng schz, ase Laioe Grack= Hg g. ud 8 vun dier vichfeten genche, versammlungen der Aspechischz Böhnischhrez berzioe Rochesebiotet auziu grige, Ein leiver daß die genannten jungen Leute gestern abend mehren sich. Als in Riczahn bei Sogungoroo Zufall könne die Explosion bringen.(aug der Haßt entlassen word der Kontralchher bie beteien ubepe, Mahrid, 4. Nobr. Die öfenlichef Altena, 3. Nov. Heite worgen vu. sich wuit den orte, be,) gueh Meldel Meinung ist lebhaft mit den amerkanischen in der Nähe des Hünengrabens von einen der sungschechsche zrg, Bexior;„belgz,g#. if die Philipinen beschäftigt. Mesgerwagen das zwejährige Söhnchen des Dehzalb wurde gegen B. die straigerichliche Die Pres erkeant an, daß jeder Abgerl., gg wpaete, sg ungüicklich überfahren, daeß Untersuchung wegen Verleitung der Soldaten Europa vollständig nutzlos wäre. Eutopuyer####gfart eintrat zur Verlezung der miltärischen Dienstpflichtlsei von anderen Fragen vollständig in An=lver. Baxmen, 3. Noy, Heute worgen gegen eingeleitet. Danach erweist sich eine nenliche spruch, genommen und würde Spanien gänz= 1,. 6 uhr entgand in der Schreinerei des Melbung, daß zur Vermeidung von Konfitten lich allein kasen,„. Baunternehmers Ladwig Kolrobe Großder Aufuf nicht zu beantworten sei und der Ameriro, getreffe Ab.sseuer. Es verbrannten für ea. 30 NeuReserist nur vorireten und den Miliätzs) Die Forderung(Phsippineninseln wird bauten die fertigestellen Thüren und Fenster vbereichen bolt, als unicztg, Dostsobestetung Hen geräzigten Blätern der Ver= und sonsige grose Hasporite. Der Feuer sebt aus einer Auslassung des Wienerselhst in en ven z,z ua weitgehend oehr gelang es erst nach zpeständiger ange Preutertiate, erver, bes beschungen u ausz eschsgense, belämpft. Seit den Vestrenger urbeit, des Feurs Her zu werden. rais mit der Erklärung, daß 6 Donk he, Pmutzverfasfsang und der lleberlieserung. Explosion schlagen der Wetter2 Maßnahmen, der Behörden und dem Viewpe Eg ist aber troßdem nicht mehr recht anzu= Mann geiötet, 4 schwer und 9 leicht verletzt. wußten Zulammenwirken aller bervfeven nehmen, das Mac Kinley auf seine einmal In der Grube sollen sich keine Leute mehr Organe erreicht set, daß die früheren Gesun), erhobene Forderung verzichten weder noch befinden. Aus Ueckendorf wird über den Unestsverh=Gefähe, Wiens wiederbegeteut eisez dieselbe einschränken wird. sfall noch gemelbet: Auf Zehe„Holland“ Iehwede Geraur einer beiteren Inekton se1vneu.,—. Osasten.(Schaßt IsI sand heute mitag gegen 12 Uh welcher Beunruhigung mehr vorhauden. Auf) Die Vorgänge treten genr- Pordergrunz Mann sind geiötet, 4 schwper, 9 leichter vere Peseue be de Bungenoshe, besche guagz der aschen Fichelbliche Kaeiat scht. De Spisonr in grmalch au: Jelge Aounztons ud, de Sipreamalte in Ehia zwuschen Rasland Heislanpe. Dr Oebehziler bex. Legpe inson war schon so halb und halb don dersach wost aunimmt. Es velautet, daeßl herg sz, are bs als Lech; aure=gu.g, Thatache unterrichtet. Was waren jett diel Rußland sich der gegenwärtgen Spannung perzsaminsiung v.; Daseldarfer Arzlichen Bebundertausend Dolars dener Frau gegen delzwschen England und Frankreich bedent, ve z.exeng wurd, der Nenschesder Verte. Bilionen, weiche ihm dert winten de Ratze um seine Pläne im fernen Oden zur. Aus= Ausgaund besprachen und den Verten der der alternden Kreoiy voen de, Blüizen sZorgz führung zu hringen und als ersten SchritsAuszenv grerheg. v. zue igr mannhafteg hreriche Schinbeit berzwansigächrioen Vorat auf diesem Wege die zwangswese wenz: Oank der Versammung lg, iZ., I,. gug. Poht dacte er daran, daß er sich der einen nahme des wertvollen Vertragshafens New=[Auftreten ausgesprochen., Gleuugenng„urde Zusluchtshafen, fals auch dieses Versatzis schwang durchzusetzen. Englands ostanatisches der Antrag angenommen: 1. an den Aerzte9 osen,)o der, Kreolin wies——— ius Geschwader hält unterdessen kampfbereit im Ausschuß eine Petion zu richen mit der pür, mit der kreogn weder anzsknipien. Leschwade, Lalt unterdeisen, kampfoget im Hut, het der Regierung um wbänderung des Dann stelle er sich aber ihre Leidenschaftlich=lHafen Weihalwei. Seine kolosalen Rüstuv; geanienversicherungsgesetes in der Art vorkeit, ihr Mißtrauen vor, sie würde ihn belau=sgen gelten keinesfalls Frankreich und der geggrenoerzugerunp-ve Fr d1.; greie Gritwaß ern, seine Wege ausspionieren, wie sie es oft Austragung der Faschodaangelegenheit, son= stellig zu werden, daß die freie Arztwahl zethan, wenn sie eifersüchtig gewesen, und er dern zweifellos der Eventualität eines kriege= gesetzlich eingeführt werde; 2. in gleicher annte sie gut genug, um zu wissen, daß sie rischen Zusammenstoßes mit Rußland in den Weise eine Petition an den Reichstag zu in Fall der Entdeckung direkt zu Floxe, Zfen ostasiatischen Gewässern. Erwähnt sei beirichten und diese samichen deutschen uerzten no die Wahrheit sagen würde. Er besgz 06 dieser Gelegenheit noch, daß jetzt auch Oester= vorzulegen; 3. in einer Broschüre den Reichsaber, schrofen Bruch aufrecht zu erhatten, reich ein Kriegsschiff nach Taku entsandtstagsabgeordneten die traurigen Verhältnisse ad sandt, ür den erzsturzen, Sries ,„Ane en) hat, welches Infanterie=Truppen dort landen des ärzlichen Standes Karzulegen, wie sie sich Vort zurück. (Fortsetzung folgt.) Zeitgemäße Veträchtungen. .(Nachdruck, verboten.) Was möcht' ich sein? Ein Wünschen ohne Unterlaß zu Ward dieser Welt gegeben, möchte sein Wohl dies und das, So hört man oft im Leben, Dies Thema ist so allgemein, Drum kann ichs auch besingen; „Ich möchte sein, ich möchte sein“, So soll mein Wunsch erklingen. Ich möchte sein ein Millionär, Doch nicht, um nur zu prahlen, Ich würde gerne etwas mehr Als jetzt an Steuern zahlen. Ich möcht' als Wandrer querfeldein Nur frohen Mutes wandeln, Ich möchte auch ein Kaufmann sein Um immer recht zu handeln. Ich möcht' mit Nadel, Zwirn und Scheer' Zuweilen sein ein Schneider, Das„Sticheln“ fiel mir gar nicht schwer Auch nicht das„Bügeln“— leider. Ich möchte auch ein Böttcher sein, Nie würd' ich's unterlassen Mit jedem Ding jahraus, jahrein Mich reichlich zu befassen! Ich möchte sein ein Rechtsanwalt, Ich möchte sein ein Richter, Ich möchte sein im Dichterwald Ein hochmoderner Dichter. Dann wär ich just ein Federheld Und hätte auch zu leben, Ich lebte von dem Versengeld Das die Verleger geben. Ich möchte sein ein Militär, Dem zwiefach Sterne blinken, Ich möchte sein ein Aktionär, Dess' Aktien niemals sinken. Ich möcht' das grüne Waldrevier Als Jägersmann begrüßen, Dann wär' ich in der Lage, mir Mal selbst'was— vorzuschießen! Baumeister möcht' ich auch schon sein, Ein guter— ohne Reinfall, Dann hätt' ich wohl jahraus, jahrein, Nicht einen dummen Einfall. Ich möchte sein, ein Musikant, Dann ließ im Großen, Ganzen, Ich Jung und Alt in Stadt und Land Nach meiner Pfeife tanzen. Ich möchte wohl ein Pascha sein, Ich sag' es im Vertrauen, Dann lebt' am Bosporus ich fein Mit hundert schönen Frauen. In Frauenlieb' ein Nimmersatt, Nur eins wär etwas bitter: Wer hundert Frau'n besitzt, der hat, Auch hundert— Schwiegermütter! Ein Wünschen ohne Unterlaß Ward dieser Welt gegeben, Ich möchte sein, wohl dies und das, So hört man oft im Leben. Ich möchte sein, ein großes Licht, Ein Künstler und so weiter, Doch nur in Frankreich möcht' ich nicht, Minister sein! Ernst, Heiter. Vermischtes. * Drensteinfurt, 2. Nov. Großfeuer hat hier Montag morgen gegen 9 Uhr sechs Wohnhäuser in Asche gelegt. Das Feuer ist auf dem Boden eines Hauses auf bisher unaufgeklärte Weise entstanden. Mobiliar und Vieh wuden gerettet. * Mannheim, 3. Nov. Der Schnellzug Basel=Köln entgleiste bei Rohrbach in der Pfalz. Vier Personen wurden verletzt, der Materialschaden ist bedeutend. Neueste Nachrichten und Depeschen. Berlin, 5. Nov. Kaiser Wilhelm beförderte den Militärattachee der deutschen Botschaft in Konstantinopel, Hauptmann Morgen, zum Major und ernannte ihn nach der„Frkf. Ztg. zum Flügeladjutanten. Berlin, 5. Nov. Im Majestätsbeleidigungsprozeß Harden, der am Freitag unter Ausschluß der Oeffentlichkeit fortgesetzt wurde, beantragte der Staatsanwalt eine Gefängnisstrafe von 1 Jahr. in Büchertisch. Alle unter dieser Rubrik verzeichneten Bücher sind der C. Braus'schen Buchhandlung zu haben. Für unsere Kleinen. Illustrierte Monatsschrift für Kinder von 4 bis 10 Jahren. Herausgegeben von G. Chr. Diessenbach. Pro Jahrgang 12 Nummern. Gotha, Friedrich Andreas Zerthes. * Berlin, 4. Nov. Bis Mitternacht waren 408 Wahlen bekannt, davon 140 Konservative, 56 Freikonservative, 63 National= liberale, 9 freis. Vereinigung, 19 freis. Volkspartei, 99 Zeutrum, 14 Polen, 3 Bund der Landwirte, 2 Dänen, 1 Reformpartei, 1 Wilder und 1 Demokrat. Paris, 5. Nov. Wegen Majestätsbeleidigung ist die Nummer 460 des Pariser „Petit=Journal“ bei den Berliner Zeitungsverkaufstellen beschlagnahmt worden. Das Blatt enthielt eine karierte bildliche Dar. stellung über den„deutschen Kaiser auf Reisen.“ Wien, 5. Nov. Gerüchte von einem anarchistischen Anschlag auf Kaiser Franz Josef waren am Freitag in Pest verbreitet. Genauesten Erkundigungen zufolge sind jedoch diese Gerüchte völlig aus der Luft gegriffen. Berlin, 5. Nov. Nach Kiautschou wird im Februar n. I. ein größerer Ablösungstransport Seesoldaten von Kiel abgehen. Eine Stammkompagnie für das Kiautschouer Seebataillon ist bereits gebildet worden. Die Ausbildung der Mannschaften findet in der Heimat statt. Wetterbericht. Nachdr. verboten 6. November: Trübung und stärker werdender Wind, etwas Regen. 7. November: Meist wolkig bis trüb, mild, starker Wind. Später kälter. Berlin, 5. Nov. Nicht nur allein beim General=Debit Lud. Müller& Co., Berlin und in allen besseren Losverkaufstellen im ganzen deutschen Reiche sind die Wohlfahrts=Lose à 3 Mk. 30 Pfg. zu haben, sondern es haben des guten Zweckes halber auch Korporationen in liebenswürdigster Weise am Verkaufe dieser Lose sich beteiligt, wie z. B. der deutsche OffizierVerein, das Warenhaus für Deutsche Beamte, die Deutsche Kolonial=Gesellschaft, das Deutsche Kolonialhaus in Berlin. Die Lose erfreuen sich auch schon großer Beliebtheit und Nachfrage, so daß solche vor der Ziehung ausverkauft sein werden. Bekanntmachung. Auf dem Gehöfte des Landwirts Louis SchulteLennings zu Villigst ist die Geflügelcholera ausgebrochen. Westhofen, 4. Novbr. 1898. Der Amtmann: Graf von Haslingen Krieger-Verein Schwerte. Amt Anmeldungen der Schulden und Lasten 2c. Zum Zwecke der Berücksichtigung bei der Veranlagung zur Einkommensteuer für 1899/1900 werden diejenigen Eingesessenen des hiesigen Amts, welche ein Jahreseinkommen von nicht mehr als 3000 Mark haben, ersucht, bis zum 15. November d. Is. die Schuldenzinsen, Lasten, Kassenbeiträge und Lebensversicherungs=Prämien, deren Abzug sie vom Gesamteinkommen beanspruchen, unter Vorlegung der Beläge auf dem hiesigen Amtsbureau oder bei den betreffenden Herren Gemeindevorstehern nachzuweisen. Die früher erfolgten Anmeldungen sind zu wiederholen oder glaubhaft nachzuweisen, daß keine Veränderungen vorgekommen sind. Westhofen, 4. November 1898. Der Amtmann: Parochial Lehrer=Konferenz. Schwerte, 9. Novbr. 1898. Vortrag: Wodurch weckt und fördert der Lehrer das Interesse der Gemeinde an der Schule? Nur frühzeitiger Kauf sichert den Besitz d. in ganz Deutschl. erlaubten WohlfahrtsLoose 4-3.30, Porto u. Liste 30dextra □ zu Zwecken d. Deutschen Schutzgeblete Ziehung * in Berlin 28. Novbr. u. folg. Tage. 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Stiftungsfest-Marsch „Ach, du klar blauer Himmel:(Männerchor) Ouverture-Romantique „Hoffnung“(Männerchor) „La Paloma“, Mexikanisches Lied „Grüsse an die Heimat“(Männerchor) Les Roses, Walzer „Den Toten vom„Iltis“(Männerchor) Serenade(Solo für Flöte und Horn) (Solisten Herren Rink und Aufrichtig.) II. Teil. Einleitung und Bolero(Solo für Klarinette (Solist Herr Berk.) 11.„Ueber's Jahr. mein Schatz“(Männerchor) 12. Die schönen Ballet-Tänzerinnen 13.„Halt!“(Männerchor) 14. Wintergartensterne. Potpourri 15.„Der sakrisehe Bass:(Männerchor) 16. Wanderlust-Marsch 17.„Frühlings-Einkehr“(Männerchor) a. Volksliedchen b. Märchen 18. k) von Heilmann. „ Silcher. Keler-Bela. „ Beschnitt. „ Tradier. „ Kromer „ Waldteufel. „ Curti. Tit’e. von Linke. Tüffers. Franke. Zöllner. Kersten. Koschat. Gärtner. Neubner. Komzack. Zu diesem Feste werden die passiven Mitglieder freundlichst eingeladen.— Die Musik wird ausgeführt von der berühmten Hammer Stadtkapelle unter persönlicher Leitung ihres Dirigenten Herrn W Röller. — Karten im Vorverkauf zu haben im Vereinslokal(m. Lücke), bei Hrn. B. Feit, sowie bei den Mitgliedern. B * Hadenerstr. 1. Hori. Parscher. Hagenerstr. 1. 3 Erstes Maaßgeschäft und Stofflager am Platze. Lager in sämtlichen garantiert reinen wollenen Stoffen. Anfertigung nach Maaß unter Garantie des tadellosesten Sitzens, sowie akurate Verarbeitung. ner Anzüge von den einfachsten bis feinsten Genres. Großes Lager sämtlicher Neuheiten in Hüten, Schirmen, Schlipsen, Handschuhen, Hosenträgern, Kragen und Manschetten. Bemerke noch einem geehrten Publikum von und Umgegend, daß man in meinem Geschäft zu genau? denselben Preisen kauft wie bei jeder Konkurrenz in Hagen oder Dortmund. 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November. 1898. für den Fireis Gorde. Insertionsgebühr für die 6spaltige Zeile oder deren Raum 10 Pfg., außerhalb des Leserkreises 15 Pfg. Reklame 30 Pfg. Druck und Verlag von Carl Braus in Schwerte. — 31. Jahrgang. Zweites Blatt. Fortwährend merden Bestellungen auf die Schwerter Zeitung, amtliches Kreisblatt für den Kreis Hörde, staik verbreitetes Oegan im kaufträftigen Publikum, entgegengenommen. Der Abonnementspreis betragt pro Monat nur 50 Pfennig. * Politischer Wochenbericht. Unser Kaiser und seine Gemahlin haben auf ihrer Palästinareise die Tage höchster Feierlichkeit hinter sich, mit dem nun erfolgten Schluß des Aufenthaltes in Palästina hat die Fahrt ihren Höhepunkt überschritten In der glühenden Hitze Palästinas, die erst jetzt einiger Abkühlung gewichen ist, bot die Kaiserfahrt für die Majestäten wie für ihr Gefolge mancherlei Beschwerden, aber es waren auch Tage tiefer Erhebung und echter Feierlichkeit. Der Kaiser und die Kaiserin haben in wahrer Ergriffenheit alle die heiligen Stätten augesucht, deren Namen einem jeden Christen seit der frühesten Kindheit vertraut sind, sind den Angehörigen und Vertretern aller Konfessionen mit der gleichen Huld und Liebenswürdigkeit entgegengetreten. Wie für die hohen Jerusalempilger, so wird auch für die Bewohner Palästinas und der heiligen Stadt, welche dem Kaiserpaar einen so herzlichen Willkomm entgegenbrachten, diese Zeit eine unvergeßliche bleiben. Der Ausflug des Kaisers und der Kaiserin nach Jerusalem konnte naturgemäß keine politischen Sonderziele haben, aber er hat doch einen sprechenden Beweis für die Größe des deutschen Einflusses im Orient und für die außerordentlich guten persönlichen Beziehungen zwischen dem Oberhaupt des deutschen Reiches und dem Sulian Abdul Hamid gebracht. Der Sultan hat, wie bekannt seinem hohen Gaste jenes Territorium in Jerusalem abgetreten, auf welchem die Mutter des Erlösers der Legende nach in ihren letzten Lebensjahren gewohnt hat und wo sie auch bestattet ist. Der Kaiser hat das Gebiet, um dessen Erwerb sich verschiedene Konfessionen schon lange bemüht hatten, den deutschen Katholiken zur Verfügung gestellt, nachdem auf demselben unter großer Feierlichkeit die Kaiserstandarte gehißt war Damit ist auch die von den Franzosen umstrittene Frage des Schutzes der Katholiken im Orient praktisch entschieden. Nachdem auf dem deutschen Kaiser gehörigen Grund und Boden sich eine deutsche katholische Kirche erheben wird, ist damit zugleich ein Denkmal der Schutzherrschaft des deutschen Kaisers über die in Palästina wohnenden Reichsbürger katholischer Konfession errichtet. In dem ganzen Verlaufe dieser Kaisertage von Jerusalem liegt ein außerordentlich großer moralischer Erfolg des deutschen Namens im fernen Osten. Während der Kaiser und die Kaiserin im fernen Osten verweilten, ist die politische Erörterung auch bei uns in der Heimat eine recht lebhafte gewesen. Die Lippesche Erbfolgefrage hat wieder einmal viel Staub aufgewirbelt, und es wäre wirklich an der Zeit, daß diese Sache endlich einmal zur Ruhe käme. Das Land ist nicht groß, aber die Leute darin wissen doch auch, was ihnen am meisten am Herzen liegt und was ihnen frommt. Mögen sich doch die Lipper den Fürsten nehmen, welchen sie wollen, das ist altes germanisches Recht, und geht alle anderen Deutschen nichts an. In unserem Jahrhundert sind wir doch über die Engheit der Anschauungen fort, welche den Völkern in allem und jedem einen Vormund gab. In Preußen haben in dieser Woche die Abgeordnetenwahlen für das Abgeordnetenhaus, die zweite Kammer des Landtages, stattgefunden. Einige kleine Verschiebungen haben doch stattgefunden, in der Hauptsache aber wird das neue Abgeordnetenhaus ganz genau so aussehen, wie das frühere. Mag man darin nur Tüchtiges im arbeiten leisten und nicht in großen Worten allein. Viele Fragen des praktischen Lebens harren noch ihrer Lösung; nicht allein der Reichstag ist dazu berufen, auch die Gesamtheit der deutschen Landesvertretungen. Die Erörterungen über die ausländischen Verhältnisse, welche in der Vorwoche, namentlich mit Bezug auf Frankreich, recht bewegte waren, haben sich in dieser Woche beruhigt. Es ist aber mehr eine Stille vor dem Sturm, die herrscht, wie ein wirklicher Friede. In Paris bleibt alles unsicher. Der Kassationshof hat die Vorbereitungen für die Untersuchung getroffen, von deren Ergebnis es abhängen wird, ob eine Wiederaufnahme des Dreyfus=Prozesses erfolgt oder ob sie unterbleibt. Ob der Ex=Kapitän schon früher von der Teufelsinsel fortgebracht wird, steht dahin. Wenn sich der Kassationshof redliche Mühe geben mag, Licht in die dunkle Angelegenheit zu bringen, so sind doch auch die Gegner nicht müßig und machen gewaltige Anstrengungen, die Revision zu verhindern. Das letzte halbe Dutzend französischer Kriegsminister, alle hohe Offiziere, sind nach wie vor gegen jedes neue Verfahren, und von dem Ministerium Dupuy darf man in dieser Beziehung auch kein Uebermaß von Energie erwarten. Ueber den neuen Civil=Kriegsminister Freycinet, der dies Amt schon verschiedene Male bekleidete, ist ohnehin in der Armee schon genug gewitzelt worden, und nicht ganz mit Unrecht, denn ein Civilist ist beim besten Willen nicht im Stande, der verwickelten modernen militärischen Technik gründlich zu folgen. Man schätzt die Dauer der von dem Kassationshof begonnenen Ergänzungs=Untersuchung auf etwa zwei Monate. Es ist möglich, daß diese zwei Monate ruhig vorübergehen werden, ebenso leicht kann aber auch tagtäglich sich ein Zwischenfall geltend machen. Die momentane Ruhe bedeutet noch lange keine Beruhigung. In dem Faschoda=Streit mit England hat die französische Regierung nachgegeben, aber nicht ohne Hintergedanken. Es ist heute schon ein offenes Geheimnis, daß die Regierung des Zaren im Verein mit Frankreich die Räumung Aegyptens von den englischen Okkupationstruppen fordern wird. Die englischen Minister haben früher stets betont, sie würden die Truppen vom Nil abberufen, wenn die Mahdisten=Gefahr im Sudan beseitigt. So weit ist es aber jetzt, Rußland und Frankreich würden also mit Recht die Einlösung des früheren Versprechens fordern können. Da sich aber die Verhältnisse im fernen und fernsten Osten so ungemein zugespitzt haben, würden natürlich die Engländer direkt gegen ihr erstes Interesse handeln, wenn sie die Hand von Aegypten, und damit vom Suezkanal, fortnähmen. Große englische Rüstungen zur See sollen den Ernst beweisen, mit welchem man von London aus allen solchen Aufforderungen entgegentreten will. Das ist also der erste praktische Erfolg der Friedens=Proklamation des Zaren: Es wird nun erst recht gerüstet. Kaiser Nikolaus II. hat mit seinem Manifest einen Wink nach England hin geben wollen, aber John Bull sagt: Ist nicht! Wozu soll nun überhaupt noch eine Friedenskonferenz zusammentreten, da das Gegenteil von dem, was sie erzielen soll, schon vorher besorgt wird! Bitterbös in der Klemme sitzen die Spanier. In den provisorischen FriedensPräliminarien war bekanntlich außer der Abtretung von Kuba und Portoriko stipulirt, daß wegen des Besitzes von Manila, der Hauptstadt der Philippinen=Inseln, Endgültiges den nunmehr stattfinden Friedens=Verhandlungen überlassen bleiben sollte. Nun kommt aber der Präsident Mac Kinley auf ein Mal mit der Forderung: Abtretung der ganzen Philippinen=Inseln an Amerika. Das ist gerade so, als wenn wir 1871, nachdem in den Präliminarien die Abtretung von ElsaßLothringen ohne Belfort festgesetzt war, hinterher, als wir Frankreich zwischen den Händen hatten, nun noch Belfort beansprucht hätten. In Geschäftsdingen nimmt Jeder seinen Vorteil war, aber Recht muß doch Recht am Ende bleiben. Aber was wollen die Spanier machen, wenn sie keine Fürsprache bei den Mächten finden. An einen neuen erfolgreichen Krieg gegen die Amerikaner ist ja nicht zu denken. In Wien haben die Furcht Aeußerungen wegen der Pestgefahr ihr Ende nun so ziemlich erreicht. In der Wärterin Pecha ist der Seuche das dritte und augenscheinlich letzte Opfer erlegen, weitere neue Ansteckungsfälle werden nicht befürchtet. An Furcht den Wienern über waren aber noch die Yankee's, die für Wiener Amerikareisende eine Quaran= täne von 14 Tagen vorschrieben. Dabei ist bekanntlich in Europa nicht die geringste Sperrmaßregel gegen Oesterreich angewendet worden. Die inneren politischen Verhältnisse in Oesterreich sind nach wie vor unerfreulich, auch der Ausgleich mit Ungarn hapert noch immer. Kaiser Franz Josef selbst bemüht sich nach Kräften, eine Verständigung herbeizuführen, und man kann dem herbgeprüften Mo narchen nur wünschen, daß seine Anstrengungen bald von Erfolg gekrönt sein möchten. Ein Auseinanderreißen von Oesterreich und Ungarn wäre ja eitel Thorheit. Die orientalischen Zustände waren leidlich, die Anwesenheit des deutschen Kaiserpaares in Konstantinopel und Palästina wirkte nach allen Seiten beruhigend, auf der Insel Kreta ist es wenigstens zu keinen neuen groben Ausschreitungen gekommen. Die türkischen Truppen haben die Insel nahezu geräum Von Griechenland werden neue Anstrengungen gemacht, den Prinzen Georg, zweiten Soh des griechischen Königs, nach Kandia zu bringen. Hoffentlich geschieht es nicht! Denn die lied rliche griechische Wirtschaft steht der türkischen in keiner Weise nach. Als die größten Spitzbuben erweisen sich auf Kreta jetzt nicht die Türken, sondern die griechischen Christen. * Die einfache Erklärung für Friedens=Manifest des Zaren. Es sind über die bekannte Friedenskundgebung des Kaisers Nikolaus II. von Rußland die schönsten Stilübungen gemacht, dem russichen Selbstherrscher sind die begeistertsten Danksagungen Aller derer dargebracht, die glauben, mit Beschlüssen und einem Stoß Akten den Krieg unter den Nationen aus der Welt schaffen zu können, die sich aber wirklich hüteten, diese Theorie in Thaten umzusetzen, als hierfür Gelegentheit vorhande war, beim türkisch=griechischen und spanischamerikanischen Kriege. Der Zar hat allerdings eine Friedenspolitik treiben wollen, aber keine unpraktische EmpfindsamkeitsPolitik, sondern eine Politik der praktischen Auseinandersetzung. Das Friedens=Manifest wollte nicht der ganzen Welt den Frieden schenken, es wollte einen russisch=englischen Konflikt verhüten Das ist schon sofort bei dem Bekanntgebei der Kundgebung vermutet, die Ergländer haben das sehr wohl erkannt, und sie geben darauf die Antwort in unverblümter Weise: Wir rüsten nicht ab, wir rüsten weiter! Jetzt kommt aber auch die handgreifliche Klarstellung für die wahren Ziele der russischen Diplomatie: in Petersburg, Frankreich wird natürlich ins Schlepptau genommen, rüstet man sich zu einem kräftigen diplomatischen Feldzuge gegen die englische Okkupation in Aegypten. John Bull rüstet, und wenn auch laus seinen Geschwaderbildungen noch lange nicht Schlüsse auf einen nahen Krieg zu ziehen sind, es will sich doch zeigen, beweisen, daß er sich nicht fürchtet. Nikolaus II. hat der Welt gesagt, daß er den Frieden will, wenn man anderswo auf eine friedliche Auseinandersetzung über Interessenfragen nicht eingeht, trifft ihn für mögliche Folgen keine Schuld. Das ist die einfache Erklärung für das Friedensmanifest. Russen und Franzosen wollen gleichmäßig die Engländer aus Aegypteu forthaben, um im Orient für ihre Interessen freie Hand zu gewinnen. Rußland hat zudem hierfür noch besondere Gründe. In der schließlich ja doch erfolgenden Auseinandersetzung über die ostasiatische und zentralasiatische Frage wird den Engländern die Schlagfertigkeit wesentlich vermehrt, solange sie durch die Okkupation von Aegypten die Hand fest auf den Suezkanal legen. Rußland darf nicht einmal Kriegsschiffe durch die Dardanellen send., eine Bestimmung, die zu brechen schon lange das Bestreben der russischen Diplomatie ist. Bei der Aufrollung der Frage der ägyptischen Okkupation kann sich dies und sonst noch Manches ändern. Dann kommt aber auch für Rußland hinzu, daß es auf große Kriegskosten=Entschädigungen, die ihm der Sultan zu zahlen hat, vergeblich wartet. Aegypten ist von Rechtswegen türkischer Vasallenstaat, wären die Engländer nicht mit ihrer kostspieligen Okkupation am Nil, so könnte es weit mehr an den Sultan leisten. Das sind mehr wie hinreichende Gründe, um die Räumung von Aegypten zu betreiben. Die englische Regierung hat aber durch ihre früheren Erklärungen selbst die Handhabe zur Aufrollung der ägyptischen Angelegenheit geboten. Im Londoner Parlament ist wieder und wieder von den Ministern erklärt, Aegypten solle geräumt werden, sobald die vom Sudan her drohende Gefahr beseitigt worden sei. Mit der völligen Vernichtung der Herrschaft des Mahdi bei Omdurman ist die Gefahr verschwunden, ihrem früheren Versprechen gemäß müßte nunmehr die englische Regierung wenigstens den Zeitpunkt ungefähr nennen, an welchem ihre Bataillone Aegypten verlassen sollen. Selbstverständlich denkt sie heute, wo sich die ostasiatischen Verhälnisse so ganz außerordentlich zugespitzt haben, gar nicht daran, aus Aegypten fortzugehen, alle Hoffnungen auf einen möglichen Sieg in dem später sicheren Kriege mit Rußland beruhen auf dem Festhalten von Aegypten mit dem Suezkanal. Frankreich und Rußland werden natürlich auf die englischen Interessen keine Rücksicht nehmen, sondern sich an Versprechungen der britischen Regierung halten, sie können um so eher darauf hinweisen, als die Briten am Nil, wie allgemein bekannt, bitter verhaßt sind. Nikolaus II. wollte mit dem FriedensManifest— dessen Worten nach— weitere Rüstungen verhindern. Die Vorbedingung hierfür war eine Verständigung, die, was Rußlands Hauptinteressen angeht, heute schon als doch die Thatsachen vereitelt angesehen werden kann, denn England rüstet; zwar noch nicht zum Kriege, aber doch, um zu zeigen, daß es einen Krieg nicht scheute. Und so ist denn die Wirkung des ganzen FriedensManifestes bereits als aufgehoben ansehen, was damit in allererster Reihe erreicht werden sollte, mißlang. Das bischen Faschoda, das den Franzosen so wenig Kopfschmerzen macht, kann auch die Engländer ruhig lassen, aber die Zähigkeit der russischen Diplomatie, die langsam, aber sicher geht, ist ein anderer Faktor. Das Friedens=Manifest hat den Namen des Zaren überall hin nennen lassen; es dürfte der Beginn der erfolgreichsten praktischen Politik gewesen sein, die Rußland jemals betrieben hat. Die Aerztinnen in Theorie und war das Thema eines Vortrages, den Frl. Dr. Anita Augspurg Mittwoch Abend in Berlin vor] ca. 400 Damen und einigen Herren hielt. Eine erfreuliche Thatsache sei es, führte Rednerin aus, daß sowohl Aeußerungen des preußischen Kultusministe, als auch des Reichsamts des Innern wiederholt und mir Energie die Notwendigkeit des Vorhandenseins weiblicher Aerzte an offizieller Stelle betont hätten. Es sei sehr bedauerlich, daß man mit geringer Ausnahme die weiblichen Mitglieder der verschiedenen Krankenkassen der freien Aerztewahl beraubt seien; es sei dies eine gewisse Unbilligkeit gegen alle diejenigen, welche dem Versicherungszwang unterworfen seien. Es kämen hier eben nur staatlich approbierte Aerzte in Betracht. Aerztinnen, die den gesetzlichen, hierfür notwendigen Erfordernissen, der Ablegung einer Maturitätsprüfung und der Immatrikulation an einer deutschen Universität nicht entsprochen hätten, würden zu dieser Approbation eben nicht zugelassen. Es müsse dahr auf eine andere Weise versucht werden, zum Ziele zu gelangen. Und hierzu bietet der letzte Absatz des§ 29 der Gewerbeordnung die Handhabe. Nach diesem Passus könnten Personen unter gewissen Voraussetzungen von der vorgeschriebenen Prüfung entbunden werden. Des Weiteren erörterte Rednerin die frage der Anstellung von weiblichen Aerzten als Behülfinnen von Polizeiärzten bei zwangsweisen Untersuchungen. Frl. Augspurg war der Ansicht, es sei einer Frau unwürdig, gewissermaßen in amtlicher Funktion an der staatlichen Gutheißung der Prostitution teilzunehmen. Es biete auch die beabsichtigte Anstellung weiblicher Polizei=Arztgehülfinnen, abgesehen von dem Avancement zu wirklichen Polizei=Aerztinnen, keinerlei Aussicht für die sonstige gesetzliche Anerkennung der in Deutschland praktizierenden Aerztinnen in Bezug auf ihre Zulassung zu anderen amtlichen Funktionen.— In der Debatte zeigte sich in der Polizei=Aerztinnenfrage vielfach ein entschiedener Gegensatz zur Referentin. Besonders wurde darauf hingewiesen, daß das neuzuschaffende Amt nicht eigentlich mit der sittenpolizeilichen Kontrole zusammenhänge, sondern ausschließlich für die Untersuchung erstmalig eingelieferter weiblicher Personen bestimmt sei. Schon die Pflicht der Humanität gebiete den Aerztinnen, falls ihre Mitwirkung dabei verlangt werde, nicht durch ihre Ablehnung eine Verbesserung des jetzigen Zustandes unmöglich zu machen. Lokales. * Schwerte, 2. Novbr. Es wird darauf aufmerksam gemacht, daß jeder Landbriefträger auf seinem Bestellgange ein Annahmebuch mit sich zu führen hat, in welches die unterwegs angenommenen Sendungen mit Wertangabe, die Einschreibsendungen, Postanweisungen, gewöhn lichen Packete und Nachnahmesendungen, sowie bare Geldbeträge für Zeitungsbestellungen, Postwertzeichen u. s. w. einzutragen sind. Dem Preblikum ist freigestellt, die Eintragungen selbst zu bewirken oder diese den Landbriefträgern zu überlassen. Im letzteren Falle muß der Landbrieftrager dem Absender auf Verlangen durch Vorlegung des Buche“ die Ueberzeugung von der ersolgten Eintragung gewähre.... * Schwerte, 2. Nov. Der Marrins. Vogel. Die Zelt des Gäusebratens ist da, und sie erreicht bekanntlich a.n 11. November, dem Martin lage, ihren Höheponit. Da; gerabe die Gans, deren altrömische Vorfahren schon das Capitol rei##len, der dem heiligen Martinus, dessen Todestag der 11. November(gest. 402)— gewechte Vogel ist, hat sie wiederum ihrer Eigentümlichreit, dem Geschnalter, zu denken. L.l* der sromme Martinus nämlich zum Bischof von Tours in Frantreich erwählt werden soulle, verbarg er sich. Zufüllig aber war eine Heibe Gäuse an dem Orte, wo er sich verst ai#h#elt, welche ein solches G.schnatier erhoben, daß d.e Sachenben auf diesen Ork ausmerrsam wurden und Martians sanden. Es ist also gewiß eine der öllesten Sitten am Martinstage Gänse zu verspeisen. Die Helmat der schwersten und beliebtesten Gänse is. vorvommeln und Mealenbuirg, die sagtigen Weioeplätze dieser Länder sind die beste Beunngung für den Wohlgeschmack des Fleische", auch die Fettfütterung der„Stoppelgänse“ mit Haser, wie es in Pommern und Mlechlenburg noch meisiens geschieht. Mit der Zucht der Gause beschästigen sich dort vor allem die„Justler#ie“, d. h. deren Frauen. Man trifft zur Zei: der„Gössel“ nicht selten diese im Familien=Zimmer der Tegelöhner an, wo ihnen alle erbenkliche Pflege zu tell wres. Sobald es Frühlina wiro, ellen die Doifli der ins Freie zum„Nesselschneloa". Nesseln lieben die jungen Gäuse sehr, und die rleinen Pfücker schützen sich durch Haroschrhe vor dem bösen Brennesse! Slich. Später jühren Dol#tirder oie versammelle Heerbe zur Weide. Jeder Besitzer junger Gäuse macht sich ein Lelchen" in vie seinigen meist wiro in die Schwimmhär'e der Füße ein solches geschailfen. Wenn die Felde abgeern#et sind, kommen die Gänse auf die „Sloppeln“ vis Ansa.g Sey embe-, dann beginnt die Fellüttereng. In althergeb ach'er Weise entrichten die Gutclene die„zehrse Gaes“ als Trib.: für die sreie Füt#erung wäh#end des ganzen Sommers„an den Hof". Manche Freu töst 100 bie 120 Mark an ihre: Ganse, icht. Die garz seit gemachten Gänze werden nicht el' Tealgänse verwandl, sondern man be##et an dee Brust Spic'günse, an“ den Ke##len usw Gäuspökelfleisch r#d Weißsarer, au; den Lebe n Pestre, und da Feit wied zu Gänseschalz en georasen Das Blut benutzt d.e Hau frau zi den#elieh en Gäuseschwect. Aus der Grasschaft Bentheim, 30. Okt. Der Schmuggel steht hier leider noch in Blüte. Vor einigen Abenden warden in der Nühe von Grasdorf bei Neuenhaus 4 Kühe, die von Holland eingeschmuggelt waren, von zwei Grenzbeamten aus Neuenhaus beschlagnahmt. Die Schmuggler selbst entkamen mal wieder. Der Schmuggel wird hier mit einer solch n Raffiniertheit beirielen, die ihres gleichen suchen dürste; die Schmuggler machen ein erträgliches Geschäft, leotzdem manches den Grenzbeamten in die Hände fällt. Düsseldorf, 1. Nov. Eine Frau in Oberbilk hatte ihr 5 Jahre altes Kind allein in der Wohnung zurückgelassen und die Thür abgeschlossen, um Einkause zu machen. Das Kind spielte mit Streichhölzern, die Kleider desselben gerieten in Flammen und auf das Geschrei kamen die Einwohner des Hauses zusammen, brachen die Thüre des Zimmers auf und löschten das Feuer. Das Kind war dermaßen verbrannt, daß es im städt. Krankenhause, wohin man es gebracht hatte, verstarb. Gräfrath, 1. Novbr. Während die Frau eines Fabrikarbeiters mit Waschen beschäftigt war, begab sich ihr 1½jähriges Töchterchen in das anstoßende Zimmer, kletterte dort auf einen am offenen Fenster stehenden Stuhl und stürzte heraus. Der sofort hinzugerufene Arzt stellte schwere innere Verletzungen fest. Quisburg, 1. Novkr. Der 35 jährige Staatsanwalt Max Schulz hatte sich wegen Vergehens gegen die Sittlichkeit vor dem Landgericht München unter Ausschluß der Oeffentlichkeit zu verantworten. Der Staatsanwalt beantragte einen Monat Gefäugnis, das Gericht erkannte auf 50 Mark Geldstrafe. Krefeld, 1 Nov. Ueber einen sonderbaren Selbstmord werden der„Krefelder Zeitung" solgende Einzelheiten mitgeteilt: Der Zeichner Max Bl. kam heute Morgen ziemlich aufgeregt in seine Arbeitsstätte und äußerte seinem Prinzipal F. gegenüber, er könne nicht mehr leben. Er begab sich zeitig in einen oberen Raum des Geschaftshauses, wo er Kleesalz in beträchtlicher Menge zu sich nahm. Da die Wirkung des Kochsalzes ihm nicht radikal genag erschien, bohrte er sich noch ein kleines Messer in die Brust und trieb es durch Faustschläge in das Innere des Körpers. Nach einiger Zeit trat der Tod des irst 20 jährigen jungen Mannes ein. Der herbeigerufene Arzt erklärte den Tod durch die Wirkung des Kleesalzes. Es heißt das Bl. schon längere Zeit tiessinnig war. Bladenhorst, 2. Nov. Erschossen hat sich heute vormittag der Dr. Schweitzer, welcher auf der Chemischen Fabiik des Herrn Julius Röttger hierselbst in Stellung stand. Ein Maurerlehrling sah, wie Dr. Schweizer in die Waldungen des Freiherrn von Weichs zur Wenne ging und hörte kurz darauf zwei Schüsse fallen; als er herbeikam, lag Dr. Schweitzer in seinem Blute und war bereits verschieden. Da derselbe in geordneten Verhältnissen lebt, ist der Grund zu dieser traurigen That richt bekannt. Schweitzer ist verheiratet und hat seine Familie in Dortmund wohnen. Vermischteo. Kassel, 30. Olt. Ein schauriges Verbrechen hat sich in dem wenige Siunden von hier gelegenen Dolse Wickenrode(be. Großalmerode im Kausunger Walde) voraestern zugetragen. Dort hat der übel beleummundete Arvetter Brecher, ein Bursche von 20 Jahren, seinen leiblichen Vater, den Schneider Breacher, millelst einer Holzaxt ermordet. Bezeichnend ist, daß die Familie in demselben Gemennbehause wohrt, welches vor 2 Jahren der Schauglatz eine unter jüechterlichen Umstunden verubten Galtenmorde war, indem damals der Togelöhner Brack seine Ehefrau umbrachte. Bereichnend ist seiner, daß der junge Breuchee in Gemeinschaft mit jenem Brack früher bereits einen Nachtwächter üverfiel und deshalb zu ande thalb Jahren Gesimna#### veruriellt wurde, sowie daß der Vreucher schon als Junge mit ge,##ten Dosche auf den Valer eindrang und ihn nebestach und de halb zu einer längeren Gefüngn strafe veruriellt warde. Erst vor einigen Moneten war er auf freien Fuß gesetzt worden und trieb sich nun saut und arbeitt scheii im Dorfe umher, von den armen Eliern beherbergt und ges###erl. Der Schneider Brencher hatte am Freilag emen Anzug sertig gemacht und seine Frau brachte ihn sort ins Dolz. In dieser Zeit hat nur der bestiglische Sohn seinen Vater, der oben in der Siube mit Nahen beschäftigt war, erschle gen. Die Milbem ohner de. Hauses und die varsle##e hörlen Hülsegeschrei, hierauf Siby.K und einen dumysen Fau, dann war alles#ole. still. Während der Vatern örder in blutbeslecien Kleideln wie von den Fun##en gep#elischt von dannen floh, elllen Nachbarn in die Beenchersche Woyneng, wo sich ihnen ein entsetzlicher Anblick bot, denn der alte Breucher leg tot auf dem Boden. Er schwanm in einer großen Blutlache. De. Schädel war ihm von einer großen Holzax. gespalten. Das blutbesleckte Mordweckeug lag daneben. Von dem Vatermörder hat man noch keine Spur; er ist in die berachbarcten Wälder entslohen. Die Mönche von den Philippinen. Aus Suez wird geschrieben, daß sich auf den von Hongkong kommenden Schiffen viele Monche von den Philippinen befinden, die nach Spanien zuräckkehren, wo sie sich zur Partei der Caristen schlagen dürften. Manche Mitglieder der Klostergemenschaften auf den Philippinen bringen ansehnliche Reichtümer mit, die sie schon seit Begian des Krieges im sicheren Gewahrsam gebrocht hatten Man erzählt sich u. A., daß der Bischof vor Camarines nach Shanghai mehrere Miuionen Dollars abgesandt haben soll. In Shangha. sollen die Mönche über Lände##elen verjügen, die einen Wert von beiläusig 20 Millionen Dollars haben. Mainz, 1. Nov. Gutenberg=Jubiläum. Eine unter dem Vorsitz des Obervürger= meisters Dr. Gaßner berufene Tersammlune be stimmte als Tag der Hauptselec des Gutenberg Jubiläums den 24. Juni 1900 und jetzte##n pro visorisches Programm fest. Salonichi 1. Sept. Während eines verheerenden Unwellers, das hier wütete, ereignete sich am Zallikoffluß ein fürchterliches Unglück. Den„N. W. Tagebl.“ wird darüber gemeldet: Dieser Fluß hat selten eine nennenswerte Wasser. menge und es führt daher eine sehr frequente Landstraße mitten durch denselben. Hier ha te sich eine aus ungefähr 50 Köpfen bestehende Wandertruppe in Zelten niedergelassen, um die Nacht daselbst zuzubringen. Trag= und Reisetiere waren um das Reiselager herum angesiedelt. Diese Wanderer wurden plötzlich von den im Flußbelte heranstürmenden Wassermengen überrascht. Die erste Welle, die sich heranwalzte und Alles misich riß, soll eine Höhe von drei Metern gehabt haben und binnen wenigen Minuten war von dem Lager nichts mehr zu sehen. 45 Personen, darunter Frauen und Kinder, fanden ihren Tod und auch alle Pferde kamen in den Fluten um. Salerno, 1. Nov. Als Gistmischerin ist hier die junge Lehrerin Marie Fressa verhafter worden. In einen Setzer verliebt, versuchte sie dessen Frau und dessen drei K'nder mit Atropi: zu vergiften. Außerdem laster auf ihr der Verdacht, den Tod ihrer eigenen Mutter, welche die Liebschaft mißbilligte und vor 14 Tagen unter Vergiftungssymptomen starb, herbeigeführt zu haben. Schöffengericht. * Schwerte, 4. Nov. Die unter Vorsitz des Herrn Amtsrichters Teitge stattgefundene Schöffengerichtssitzung verhandelte heute morgen in 7 Sachen. 1. Der Fabrikarbeiter Hohage war angeklagt, dem Arbeitskollegen Sch. ein Portemonnaie mit 7 Mark Inhalt entwendet zu haben. Am 25. September d. J. waren die beiden Genannten auf einer Kindtaufe und hatten bei dieser Gelegenheit sich des Schlurfes geistiger Getränke derart hingegeben, daß sie trunken wurden. Sch. mußte zu Bett geschafft werden, bei welchem Transport der Angeklagte hülfreiche Hand leistete. Diese Gelegenheit, die jeder Empfindung bare Trunkenheit des Sch., fand in dem„hülfreichen“ H. ein williges Objekt ihrer Verloclung zum Diebstahl: der bis jetzt noch nicht bestrafte Angeklagte ließ sich in seiner sittlichen Schwäche irreführen und raubte dem Sch. seine Barschaft. Er legte ein reumütiges Geständnis ab, das bei Abmessung der Strafe als mildernd in Betracht kam. Der Amtsanwalt beantragte die geringste Strafe von 1 Tag Gefängnis. Der Gerichtshof setzte das Strafmaß auf 3 Tage Gefängnis und Tragung der Kosten sest mit der Begründung, daß er nicht auf die geringste Strafe habe erkennen können, weil der Angeklagte einem Arbeiter das Geld gestohlen habe. 2. Herr Fritz Sieberg in Westhofen halte gegen eine polizeiliche Strafverfügung von 10 Mk. oder 2 Tagen Haft, die ihm wegen Nichtanmeldung eines Umbaues an seinem Hause zugegangen war, richterliche Entscheidung beantrag.: Der Beklagte hat das Einfahrtsthor einer Dehle zumauern und einen kleineren Thüreingang herstellen lassen. Im Verlause des Verhörs entwickelte der Beklagte die durchaus irrige Ansicht, daß nicht ihn, sondern den Baumeister(in diesem Falle ein Schreinermeister) die Schuld treffe; er kenne die bezüglichen Gesetzesbestimmungen nicht. Der Vorsitzende belehrte aber Herrn S. darüber, das nicht der Bauausführer, sondern der Bauherr der Verantwortliche sei und Unkenntnis des Gesetzes nicht vor Strafe schütze; es sei Sache des Bauherrn, sich einen Bauausführer zu nehmen, der die angezogenen Gesetzesparagraphen kenne. Die richterliche Entscheidung brachte dem Beklagten insoweit Ecsolg als die Strafe auf 1 Mk. evtl. 1 Tag Haft und Tragung der Kosten festgesetzt wurde. Diese letzteren dürften den Erfolg aber illusorisch machen. Der Amtsanwalt hatte 5 Mk. evtl. 1 Tag Haft beantragt. 8. Der Flaschenbierhändler Schneider soll dem Flaschenbierhändler Boshammer 13 Patentflaschen entwendet haben. In der Verhandlung stellte sich die Sache als eine harmlose Verwechselung dar und erfolgte kostenlose Freisprechung. 4. Die Ehefrau Peter Demgen und die unverehelichte Katharina Demgen waren angeklagt aus dem Feldesdes Herrn Eckey Stielmus gestohln zu haben. Das Verfahren wurde eingestellt weil von Seiten des Eigentümers kein Strafantrag vorlag. Der Amtsanwalt hatte je 10 Mk. Strafe evtl. 2 Tage Haft beantragt. 5. Gegen die dem Trunke ergebene Witwe Schmoll war wegen Vernachlässigung ihres kleinen Kindes Klage erhoben. Der Amtsanwalt beantragte eine Geldstrafe von 3 Mk.; das Gericht erkannte auf 5 Mk. Geldstrafe eotl. 1 Tag Haft. Dos Kindchen ist von dec hiesigen Armenverwaltung der Bodelschwingh'schen Anstalt übergeben worden. 6. Unter Ausschluß der Oeffentlichkeit wurde gegen die Ehefrau Br. hier verhandelt. Das Gericht erkannte auf 5 Tage Haft und Tragung der Kosten, die durch die Untersuchungshaft als verbüßt erachtet wurde. 7. Eben alls unter Ausschluß der Oeffentlichkeit wurde gegen die hier zugereiste Sophie Z. verhandelt. Sie erhielt 5 Tage Haft, die durch die erlittenen Untersuchungshaft als verbüßt erachtet wurden. „Armen wird ein Artikel aus dem„Labouc=Leader icp oduziert, der für die Ideol-, wllchen die Anarchistisch.n„Gleichheis"=Schwärmer hutdigen, sehe bezeichnend ist. Wie besch.ä uns darauf, die folgenden charalnistischen Sätze aus jenem„Affen und Menschen“ überschriebenen Erguß wiederzugeben: „Geh zu den Affen, biederer Urwähler und Staatsbürger, und lerne ihre Lebensweise, Sitten, Gebräuche und Einrichtungen kennen. Die Affen bezahlen keine Grundrente an die Nach'ommen des alten Pavians, Orang Utans oder Gorillas, welcher das von ion u bewohnte Thal entoeckie. Auch entrichteten sie für ihre Bäame seine Miete an die mehr oder weniger degenerierten Abkömnmlinge des Schimpansen, welcher sich zuerst in ihren Wöldern ansiedelte. fällt ihnen nicht ein, eine Klique rech sgelehrter Affen zu ermächtigen, in Bezug auf Eigentums= und Besitzrechte eine allgemeine Begriffiiverwirrung herbeizufühlen, damit auf solche Weise wenige Aunerwählte in den Stand gesetzt werden, von allem und dem Besitz zu egreifen. Vach würden die Affen es für äußerst thö icht halten, einige wenige von ihnen mit der Regierung über sich zu betrauen und denselben zu gestatten, sie auszurauben und eine greuliche Mißwictschaft herbeizuführer. wörde ihnen nicht im Traum enfallen, eine große Affenstadt zu erbauen und dann die Kontrole über den G und und Boden, über die Straßen und alles andere einer kleinen Anzahl alter Gocillas oder Paviane zu übergeben, welche, während die übrigen mit Bauarbeiten beschäftigt waren, auf einem Baumstamme saßen, sich die Sonne auf den Bauch scheinen ließen und aus Langeweile nicht wußten, was sie anfangen sollien.“ Industrie. Auswärtiger Handel Deutschands. Die Einfuhrmengen betrugen im rmber 1898 in Tonnen zu 1000 Kiloum rein: 3704248 gegen 3717082 im September 1897, daher weniger 12834; die Gesamteinfuhr in den 9 Monaten Januar bis September 31 242362 gegen 29235569, daher mehr 2006 793. Die Ausfuhrmengen betrugen im September 2664413 gegen 2491757 im September 1897, daher mehr 172656; die Gesammtausfuhr in den 9 Monaten Januar bis September 22176706 gegen 20194188, daher mehr 1982518. Die Einfuhrwerte für die drei Vierteljahre 1893 betrugen nach den für 1897 festgesetzten Einheitswerten— für die Hauptgetreide und Mehlarten sind besondere Werte benutzt worden— in 1000 M: 3981 494 gegen 3538394 im Vorjahre, daher mehr 443100; die Ausfuhrwerte 2892173 gegen 2820545, daher mehr 628.71 Im Hinblick darauf, daß der den Blasenrost der Weymouthskiefer erzeugende Pilz in Deutschland neuerdings mehrfach beobachtet worden ist und eine weitere Ausbreitung desselben gleichbedeutend mit einer großen Gefahr für die Existenfähigkeit der Weymouthslieser in Deutschland erscheint, sind Maßahmen zur Unterdrückung des Pilzes angezeigt. Der Landwirtschaftsminister hat deshalb die Landwirtschaftskammern und die Vorstände der Landwirtschaftlichen Hauptvereine zu Hannover, Münster, Bonn und Sigmaringen veranlaßt, die Besitzer größerer Baumschulen auf diese Gefahr hinzuweisen und ihnen in ihrem eigenen Interesse empfehlen zu lassen, sämtliche an Blasenrost erkrankte Bäumchen, welche unverkäuflich sein werden, zu vernichten, außerdem bei Neupflanzungen von Kieferstämmchen in den Baumschulen darauf Bedacht zu nehmen, dieselben mindestens 50 Meter von Ribespflanzen— Stachel= und Johannisbeeren— entfernt auszuführen, wobei zweckmäßig beide Pflanzenarten noch durch andere Bäume getrennt werden können, um eine Uebertragung der Pilzsporen durch Wind zu verhindern. Für die Staatsforsten sind bereits im Juli d. Is. entsprechende Maßnahmen vorgeschrieben worden. Büchertisch. Die unter dieser Rubrik angezeiglen Werke sind durch die C. Braus'sche Buchyandl. zu beziehen Als erster Band des achten Jahrgangs der: Veröffentlichungen des„Vereins der Bücherfreunde", (Geschäftsleitung Schall u. Grund, Hofbuchhändler) Berlin W. 62, erschien soeben: Ueber die Alpen. Roman v. J. Gräfin von Baudissin. 50 Bogen. Preis geheftet 5 Mk., eleg. gebd. 6 Mk. Für Mitglieder des„Vereins der Bücherfreunde", kostet der Band nur 1 Mk. 85 Pf., geheftet, 2 Mk. 25 Pf. eleg. gebd. Streffon, Hesba. Dein Willegeschehe. Eine Erzählung für jung und alt. Mit fünf Bildern. 200 S. 2. Aufl. gey. Fr. 1,25.— Mk. 1. Lwd. Fr. 2= 1,60. Reise durch Spanien und Portugal für Ansichtskartensammler. Der durch die vorteilhaft arrangierte„Weltreise für Ansichtskartensammler“ rühmlichst bekannt gewordene Verlag„Kompagnie Comet“(Franz Thiemer u. Komp.) in Dresden=A., veranstaltet ab 20. Dezbr. d. J. eine Reise durch Spanien und Portugal, welche innerhalb 50 Tagen ebensoviel verschiedene Ansichtskarten der schönsten und interessantesten OrteSpaniens und Portugals enthalten soll. Die Abonnenten erhalten innerhalb der obenerwähnten Zeit sämtliche Karten richtig frankiert aus dem betreffenden Orteortsabgestempelt zuadressiert. Gleicheilig wird ein Album, welches eigens dazu hergetellt wird, bei der Abonnementsbestellung zugeliefert. Da die Reise ab 20. Dezbr. beginnt, so ist Album und Abonnement ein sehr interessantes Weihnachtsgeschenk, welches durch die 50 Tage lang täglich eintreffenden Karten in Erinnerung bleibt und lange mit Interesse verehrt wird. Die erste Karte aus Spanien würde am 25. Dezember, also am 1. Festtage eintreffen. Das Abonnement kostet inkluside des Albums 16 Mark. Der Abonnemenesbetrag kann in zwei monatlichen Raten je 8 Mk. oder im Ganzen entrichtet werden. Prospekte über die Reise, wie Probeansichtskarten versendet der Verlag gegen 20 Pfg. in Marken. Auch auf die Weltreise können noch Abonnements ausgenommen werden, da bisher erschienene Karten durch eine besondere Einrichtung von den Plätzen, die die Weltreise berührte, mit Poststempel des auf der Karte dargestellten Ortes versehen, den Nachabonnementen nachgeliefert werden. Ende dieses Jahres scheiden als Gemeindeverordnete die nachstehend benannten Herren aus: a. in der Gemeinde Lichten dorf. Landwirt H. Wortmann, gew. v. d. 1. Abteilung „ F. Hohenschwert,„„„ 1. b. in der Gemeinde Geisecke. Landwict H. Wilke gewählt von der 3. Abteilung, anßerdem ist eine Neuwahl vorzunehmen für den Landwirt Heinrich Schute gewählt voi der 2. Abteilung. c. in der Gemeinde Wandhofen. Landwirt Hr. Klempt, gewählt v. d. 3. Aoteilung Wirt Fr. Breucker„„„ 3.„ d. in der Gemeinde Holzen. Wirt W. Hüsemann, gewählt v. d. 3. Abteilung Berginval. F. Sauerländer gew. v. d. 3.„ e. in der Gemeinde Garenfeld. Landwirt H. Hölken gen. Rademacher, gewählt von der 1. Abteilung, Landwirt C. Lobbe, gewählt 2 „„ 2.„ f. in der Gemeinde Syburg. Bergmann Fr. Sichtermann, gew. v. d. 1. Abteilung Landwirt W. Brembt gnt. Brechtefeld, gewählt von der 3. Abteilung. g. in der Gemeinde Villigst. Landwirt H. Overbeck, gewählt v. d. 1. Abteilung „ Fr. Cordes,„„„ 2. h. in der Gemeinde Westhofen. Bäckermeister W. Herlinghaus, gew. v. d. 2. Abteilung „ H. Brögelmann,„„„ 2. Ferner ist eine Ersatzwahl vorzunehmen in Garenfeld von der 3. Abteilung für 1895/1900 für den zum Gemeindevorsteher gewählten Landwirt Friedrich Schulte. Zu den erforderlichen Neuwahlen habe ich Termin anberaumt: a. für die Gemeinde Lichtendorf am 23. November d J., nachmittags 4 Uhr in der Schule zu Geisecke. b. für die Gemeinde Geisecke am 23. November d. J., nachmittags 4½ Uhr in der Schule daselbst. c. für die Gemeinde Wandhofen am 24. November d. J., vormittags 10 Uhr in der Schule daselbst. d. für die Gemeinde Holzen am 24. November d. J., nachmittags 4 Uhr in der Schule zu Holzen. e. für die Gemeinde Garenfeld am 28. November d. J., vormittags 10 Uhr im Lokale des Wirts Soeding zu Garenfeld. f. für die Gemeinde Syburg am 28. November d. J., nachmittags 4 Uhr in der Schule zu Syburg. g. für die Gemeinde Villigst am 29. November d. J., vormittags 10 Uhr im Lokale der Frau Herberholz an der Ruhrbrücke. h. für die Gemeinde West hofen am 29. November d. J., nachmittags 4 Uhr in der Schule hierselbst. Indem ich zu den Wahlen hiermit einladen bemerke ich, daß die Wahllisten in den Wohnungen der betreffenden Herren Gemeindevorsteher vom 23. d. M. ab 4 Wochen lang zur Einsicht offen liegen. Westhofen, 18. Oktober 1898. Der Amtmann: Graf von Haslingen. * 5 — nur ächt, wenn direkt ab meinen Fabiiren bezogen— schwarz, weitz und farbig, von 75 Pfg. bis Mr. 18.65 p. Meter— in den modernsten Geweben, Farden und Dessins. An jedermann franko und verzollt ins Haus. Muster umgehend. 6. 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Standesamt Schwerte. Anmeldungen im Monat Oktober 1898. 1. Geburten. 1 Sohn: Lehrer Hermann Kockelke, Metzgermeister Friedrich Herng. Fabrikarbeiter Ewald Zarges, Fabrikarbeiter Karl Severing, Fabrikarbeiter Karl Kirchhoff, Kaufmann Hermann Faupel, Kesselwärter Heinrich Krabusch, Fabrikarb. Fried. Tönnies, Fabrikarb. W. Bedder, Stadtsekretär Heinr. Diedrich Wilh. Melchheir, Fabrikarb. Johann Bartsch, Betriebschef Franz Lange, Fabrikarb. H. Marquis, Fabrikarb. G. Peddinghaus, Bahnw. Fr. Pütter, Fabrikschlosser F. Frech, Elektrotechniker H. Dinkloh.„„ 9.77 6. 1 Tochter: Fabrikarb. F. Lips, Fabrikaro. Karl Holsiepe, Fabrikarb. H. Beele, Bahnarb. H. Scherbel, Walzmeister Alerander Lohmann, Fabrikarb. Gustav Krack, Fabrikarb. F. Merkisch, Fabrikarbeiter W. Peddinghaus, Fabrikarb. Gottlieb Koslowski, Konditor R. Schnepper, Schweißm. Kp. Hörrmann, 2 uneheliche Geburten. 2. Eheschließungen. Fabrikarb. Konrad Haßler und Grethe Imke Lina Gravemeier, Bergm. Ferdinand Viefhaus und Näherin Hulda Höwing, Fabrikarb Ludwig Tekhaus und Anna Brandt, Uhrm. Jakobus Lichtschlag und Anna Vogt, Ackerbürger W. Klempt und Pauline Fund, Fabrikarb. G. Palußek und Olga Hülscher, Schmiedem. G. Körner und Caroline Rigge, Brauer H. Küper und Katharina Stüttgen, Straßenbahnführer Aug. Nokolaj und Elisabeth Schneider, Schlosser W. Kruthoff und Karoline Gehrmann, Maurer Franz Josef Föert und Weberin Maria Droste, Oberbauarbeiter Aug. Stroeder und Maria Kirchhoff. 3. Sterbefälle: Marie Wilhelmine Harhoff 1. J. 3 M. 5 T., Maurer Friedrich Frank 39 J. 7 M. 14 T, Ww. Reniner Friedr. Bornemann Withelmine geb. König 61 J. 1 M. 29 T, Otto Fr. Bäcker 4 M. 6 T., Maria Catharina Staat 1 J. 5 M. 26 Aug. Hubert Rothenberg 11 M. 3 T., Wilhelmine E na Strack 6 M. 18 T., Gärtner Heinr. Henter 77 J. 7 M. 25 T., Wilhelm Bricke 6 M. 14 T., pensionierter Zugf. Gerhard Stütgen 75 J. 4 M. 2 T., Elfriede Trappmann 2 J. 6 M. 27 T, Berginvalide Wilhelm Lewe 67 J. 1 M. 17 T., Friedr. Theodoc Schramm 11 M, Invalide Johann Ewen 78 J. 11 M. 5 T., Marie Emilie Wilh. Frech 1 J. 8 M. 16 T., Ka! Wlh. Zutnieden 3 M, Wirt Kart Schniewind 53 J. 4 M. 6 T., Eine Totgeburt der Eheleute Rangiermeister Karl Heinrich Friedhoff und Ida geb. Kesper. 6 Brillen und Pincenez o für jede Rasenform. 0 0 Spezialität:0 n Anfertigung nach ärztlicher# “ Vorschrift. 6 5 Künstl. Augen. 6 Ständiges Lager ca. 1000 0 0 u. Stück. 0 0 filb. Macss, Optiker, 0 0 Dortmund, 0 0 96 Westenhellweg 96. 0 6 Telephonruf 549. 0 93000000000 Emder Weißkohl waggonweise preiswert. S. de Beer, Emden(Ostfriesld.) Telegramm=Adresse: S. Debeer. Aug. Müller, Möbel=Lager, Schwerte, Haselackgasse 3. Große Auswahl in allen Möbeln, die in eigener Werkstatt angefertigt sind und für deren Güte und Dauerhaftigkeit garantiert wird. Vollständ. Einrichtungen s in allen Holz= u. Stilarten. Billige, aber feste Preise. Auf Wunsch auch Ratenzahlung gestattet. Größe ca. 135: 200 cm Axminster 6 Mk. 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