Amtlicher Kreisbratt Abonnements=Preis pro Quartal 1 Mk. 50 Pfg. Erscheint Montags, Mittwochs, Freitags und Samstags. Wöchentliche Gratisbeilage:„Illustrierter Familienfreund.“ Verantwortlicher Redakteur: Wilhelm Hoerster, Schwerte. für den Krreis Gorde. Insertionsgebühr für die 6spaltige Zeile oder deren Raum 10 Pfg., außerhalb des Leserkreises 15 Pfg. Reklame 30 Pfg. Druck und Verlag von Carl Braus in Schwerte. werte, Montag 26. September 1898. Nr. 151. Bekanntmachungen. Bekanntmachung. Auf Grund des§ 132 des Gesetzes über die allgemeine Landesverwaltung vom 30. Juli 1883 der Vorschriften des Vorflutgesetzes vom 15. November 1811 und des Gesetzes über die Benutzung der Privatflüsse vom 28. Februar 1843, sowie auf Grund des§ 66 des Zuständigkeitsgesetzes vom 1. August 1893 setze ich hiermit den Schlußtermin für die diesjährige Reinigung und Ausräumung der im Amte Wellinghofen vorhandenen Bäche, Gräben und Wasserläufe auf den 15. November er. fest, wobei ich zugleich bemerke, daß nach diesem Termine eventl. die Reinigung und Ausräumung auf Kosten der Säumigen durch einen dritten im polizeilichen Zwangswege bewirkt wird. Wellinghofen, den 21. Sept. 1898. Der Amtmann, i. V.: der 1. Amtsbeigeordnete: Frickenhaus. * Der Kaisersturz in China. In der„roten Stadt“ in Peking hat der junge Kaiser des himmlischen Reiches durch den vielleicht unfreiwilligen Vernunftsschritt zur europäischen Kultur eine Revolution gegen sich heraufbeschworen, die ihm den Thron gekostet, nach einer allerdings unverbürgten Mitteilung des britischen Konsuls sogar das Leben. Er erließ bekanntlich unmittelbar nach der Absetzung Li=Hung=tschangs ein Edikt, worin in hochtönenden Worten dem Reiche Reformen nach europäischem Muster angekündigt wurden; auch zeigte er sich den Bestrebungen Japans, eine Verbündung mit China herzustellen, sehr geneigt. Dieser allerhöchste Wille des„Sohnes des Himmels“ scheiterte an der von dem westlichen Nachbar genährten zähen Laune der Adoptiv=Mutter des Kaisers, der Kaiserin=Witwe, die von Reformen nichts hören mag und ein Feind des europäisierten Japan ist. Der in hohen Aufgaben willensschwache Kaiser, der nur die beengende, zu praktischen Thaten entkräftende Luft seines weiten Palastes geatmet, legte die Regierungsgewalt in die Hände der Kaiserin=Witwe und huldigte ihr mit den Palastbeamten. Nach der Unterzeichnung des diesbezüglichen Ediktes soll er ermordet sein. Es wäre vielleicht zu opitimistisch gedacht, wollte man in oben angeführten Beweggründen ausschließlich die Ursachen der Absetzung oder Hinwegräumung des Kaisers erblicken. Nach der gegenwärtigen Situation auf dem Schauplatz der Diplomatie in Peking ist man zu anderen Schlußfolgerungen berechtigt. Der englische Gesandte Macdonald forderte vor Kurzem die Entlassung Li's und Rußland verlor dadurch die beste Hülfe zur Ausführung seiner weitgreifenden Pläne in China. LiHung=tschang ist ein Freund Rußlands. Alle Abrüstungsmanifeste können die Thatsache nicht beseitigen, daß England und Rußland vor wie nach in Ostasien erbitterte Gegner sind. Daß Rußland angesichts dieses Fiaskos unthätig geblieben sein soll, ist nach der Regsamkeit in der Verfolgung seiner ostasiatischen Projekte, die täglich das ganz besondere Interesse der in China interessierten Mächte herausfordert, sehr unwahrscheinlich. Deshalb kann man auch den nicht offiziellen Meldungen über Konferenzen des früheren russischen Gesandten in Peking, jetzt in Söul, Pawloff, mit der Kaiserin=Witwe und der baldigen Wiedereinsetzung Li's eine gewisse Glaubwürdigkeit nicht absprechen. Dem Exvice=König wirft man offenkundig die Veranlassung zum Morde des Kaisers vor, und fähig ist der verschlagene, listige Li dazu. Wir erinnern uns noch der Frage, die LiHung=tschang 1896 beim Besuche des Fürsten Bismarck an diesen richtete, sie lautete etwa, wie man am besten gegen die Dynastie, wenn er nicht gar gesagt hat, gegen den Kaiser vorgehen könne. Diese Frage bildet ein Charakteristikum des kaiserlichen Ratgebers; Treue, Ergebenheit und selbstlose Hingabe bis in den Tod sind dem Li lächerliche Begriffe; für Geld und gute Groschen in der Form von Rubeln ist ihm alles feil. Um auf den Kern der Sache zurückzukommen, so zeigen die Ereignisse, daß England der Genasführte ist. Es hatte seinen Gegner in die Grube gestürzt, aber der tückische Li=Hung=Tschang hat es mitgerissen im Vertrauen auf den Gegendienst Rußlands, das ihn wahrscheinlich wieder emporheben wird, während England wohl nicht auf eine helfende Hand zu hoffen hat und sich allein aus dem Sumpfe des Spottes emporkrabbeln muß, wenn nicht der gar nicht unmögliche Sturz der Mandschu=Dynastie überhaupt das Blatt gänzlich wenden sollte. In der Kette der Unthätigkeiten des chinesischen Kaisers bildet die Absicht, seinem Volke die Wohlthätigkeit von Reformen zu gewähren, ein nach asiatischen Verhältnissen gewaltiger Schritt. Es ist eigentlich zu bedauern, daß, als er anfangen wollte aktiv zu regieren, nicht mehr regieren durfte. Und das passiert einem Herrscher über 500000000 Menschen, der allein mehr Soleaten haben könnte als ganz Eurova zusammen. Zum sozialdemokratischen Parteitage sind bereits 90 Anträge vom„Vorwärts“ veröffentlicht wurden. Ein großer Teil davon bezieht sich auf die Frage der Beteiligung an den Landtagswahlen. Von den für die Tagesordnung eingegangenen Anträgen sind besonders die bemerkenswert, die sich auf „Koalitionsfreiheit",„Die hausindustrieelle Ausbeutung",„Die Stellung der Sozialdemokratie zum Militarismus und zur „Kolonialpolitik“ und den!„Arbeiterschutz in den deutschen Bergwerken" beziehen. Die Agrarfrage wird den Parteitag wiederum beschäftigen. Von Königsberg in Preußen wird beantragt, der Parteivorstand möge in Zukunft bei den Ausgabeposten„Reichstagskosten“ unter voller Wahrung der Parteiinteressen auf Ersparnisse hinwirken. Weitere allgemeine Anträge beziehen sich auf eine Ausdehnung der Partei=Agitation, namentlich in den östlichen Landesteilen und„in den schwarzen Bezirken". Von den vier auf die Presse bezüglichen Anträge handeln drei vom „Vorwärts“. Sieben Anträge betreffen die Herausgabe von Broschüren. Es wird u. a. die unverzügliche Herausgabe einer Agitationsbroschüre verlangt, worin die Geschichte und Entwickelung des bestehenden Koalitionsrechts, seine Verschlechterung durch Polizei= und Verwaltungs=Maßregeln, sowie alle darauf bezüglichen Dinge und Vorgänge eingehend geschildert werden. Die Broschüre soll die Behandlung, die den Arbeitern gegenüber seitens der gesetzgebenden Körperschaften, der Gerichte, der Verwaltungs= und Polizei=Behörden beliebt wird, gebührend kennzeichnen und gegenüberstellen, in welcher Weise die Unternehmer von den maßgebenden Instanzen beschützt und gefördert werden nach dem Grundsatz des Herrn von Bötticher: „Wir arbeiten ja nur für Sie!“ Viele Forderungen werden an die sozialdemokratischen Reichstagsfraktionen gestellt: sofortige Anfrage wegen der„Zuchthausvorlage“, Wiederholung der Anträge auf Einführung der dreijährigen Legislaturperiode, eines gesetzlichen Achtstundentages, eines Reichs=Vereins= und Versammlungsgesetzes, der allgemeinen 1jährigen Dienstzeit, eines Milizheeres, Beschleunigung der Wahlprüfungen im Reichstage, Antrag, wonach die verfügbaren Gelder der Invaliditäts= und Altersversicherung zu dem mäßigen Zinssuß von 1 Prozent zu gemeinnützigen Zwecken verwendet werden sollen, Verbot an die in die Reichstagskommissionen entsandten Abgeordneten, Versprechungen einzugehen, welche sich auf die Geheimhaltung seitens der Regierungsvertreter gemachter vertraulicher Mitteilungen beziehen; ferner soll die Reichstagsfraktion nicht auf den ihr im Präsidium des Reichstages zustehenden Posten, wie vor fünf Jahren, freiwillig verzichten, sondern ihre Ansprüche darauf zur Geltung bringen, endlich soll die Fraktion mit dem im Reichstage herrschenden Usus brechen, wonach die Person des Kaisers nicht in die Debatte gezogen werden darf. Außerdem liegen noch acht Beschlußanträge vor, von denen sich der eine auf die verstärkte Agitation für die Maifeier, ein anderer gegen die Kolonialpolitik, ein dritter gegen die Besteuerung der großen Warenhäuser, der vierte gegen die freisinnige Volkspartei richtet, die„durch ihr arbeiterfeindliches und zages Verhalten keinen Schutz gegen Reaktion" biete. Der fünfte endlich verlangt, daß die Partei nicht ihre Politik nach dem jeweiligen Verhalten der Regierung richte, sondern unter allen Umständen ihr Ziel verfolge: Sturz der herrschenden Klasse und die Ergreifung der politischen Macht, um den kapitalistischen Charakter des Staates zu beseitigen und ihn aus einem Unterdrückungswerkzeug zu einem Befreiungsmittel der Arbeiterklasse zu machen. Tages=Ereignisse. Deutsches Reich. Das Kaiserpaar in Ostpreußen. Der Kaiser und die Kaiserin, welche den Tag vorher der Eröffnung des neuen 31. Jahrgang. Stettiner Hafens beiwohnten, trafen Sonnabend mittag im Jagdschloß Rominten ein, Das Dorf hatte sich prächtig herausgeputzt. und die Bewohner begrüßten die Majestäten mit Jubel. Wie in Rominten verlautet, soll in dem 7 Kilometer entfernten Jagdbunde auch ein Jagdschloß für die Kaiserin, eventl. für die kaiserlichen Prinzen nächstens gebaut werden, weil dieser Ort wegen seiner romantischen Lage an den Ufern der Rominte dem Kaiser besser gefallen haben soll als Theerbude. Zum bevorstehenden Kaiserbesuch in der Türkei. Das türkische Kamattschiff„Assar=i=Tewfik," die Korvette„Idschalje“ und eine Yacht des Sultans sind dazu bestimmt, dem Kaiser Wilhelm zur Begrüßung in die Dardanellen entgegenzufahren und ihn nach Konstantinopel zu begleiten. Die Schiffe werden momentan für diesen Zweck ausgerüstet. Einen der Glanzpunkte der Palästina= reise unseres Kaiserpaares wird neben den Feierlichkeiten in Jerusalem der Aufenthalt in Baalbek bilden. Das Lager und die Zelte werden in den Ruinen des Sonnentempels aufgeschlagen, und zwar erfolgt die Ankunft zur Zeit des Vollmondes. In dem Silberschein der vom Mond beleuchteten Nacht werden sich Bilder von wunderbarer Schönheit entwickeln. In den Ruinen erwartet man den Sonnenaufgang, der um diese Jahreszeit von großartiger Schönheit ist. Alljährlich wird über die Schulausbildung der bei dem Landheer und der Marine eingestellten Mannschaften eine Statistik aufgenommen. Es liegen uns jetzt die Zahlen für Preußen aus dem Jahre 1897/98 vor. Darnach waren von 151 398 Mannschaften 170 ohne Schulbildung, das sind 11 auf 10000; im Ersatzjahre 1879/80, das zum Vergleich daneben gestellt wird, waren es noch 230 auf 10000, also fast zwanzigmal soviel. Das ist ein erheblichen Kulturfortschritt. Am stärksten beteiligt sind an den Rekruten ohne Schulbildung die Provinzen Posen mit 43, Ostpreußen mit 37, Schlesien mit 19, die Rheinprovinz mit 13, Pommern mit 7 und Brandenburg mit 5; die übrigen Provinzen weisen 1 oder 2 auf, wobei zu bemerken ist, daß vom Jahre 1879/80 in Posen unter 10000 solcher Rekruten noch 1099 ohne Schulbildung waren; diese Zahl hat sich auf 42 zu 10000 verringert, ebenso hat sich in Ost= und Westpreußen die damalige Zahl der Analphabeten auf den zwanzigsten Teil verringert. Wie verlautet, wird in konservativen Kreisen beabsichtigt, alsbald nach Eröffnung des Reichstages eine Interpellation an die Regierung bezüglich der zur Bekämpfung der anarchistischen Gefahren geplanten Maßnahmen zu richten. Bochum, 23. Septbr. Eine öffentliche Bergarbeiterversammlung, in welcher gegen die in der Oeynhauser Kaiserrede angedeuteten Strafverschärfungen gegen streikende und Sinnsprüche, Denksprüche, Sprüchwörter 2c. Schlägt die Zeit dir manche Wunde, Manche Freude bringt ihr Lauf: Aber eine sel'ge Stunde Wiegt ein Jahr voll Schmerzen auf. Die Lieb' umfaßt des Weibes volles Leben, Sie ist ihr Kerker und ihr Himmelreich; Die sich in Demut hingegeben, Sie dient und herrscht zugleich. Schwarze Schatten. Roman von H. Rosenthal=Bonin. Nachdruck verboten. I. Es war ein frostiger Herbstmorgen. Die Luft schimmerte blaßblau in mattleuchtender Sonne, in kurzer Ferne lagerten überall bräunliche Nebel, und die Hausdächer, Simse, Verzierungen, die hunderttausend Telegraphendrähte des Häusermeeres der Stadt New=York zeigten eine dicke schneeweiße Reifkruste. Am Hafen und Fluß brauste schon das Leben, in voller Kraft pfiffen, zischten die Dampfer, ächzten die Krahnen, klirrten die Ketten, rollten unaufhörlich Fuhrwerke jeder Art, strömte es ein und aus in Tausenden von Läden und Magazinen. In den vornehmen Quartieren der Stadt jedoch war es noch seltsam ruhig, dort wo die Millionäre, die Fürsten der Spekulation, der Börse, der Bergwerke, Fabriken und Eisenbahnen wohnen, erwachte das Leben erst später. Die fünfte Avenue lag noch wie schlafend da, einige wenige Lieferanten mit Wagen und Körben fuhren langsam und schweigend von Haus zu Haus. Nur vor einem der großen Marmorsteinpaläste, der wie die übrigen noch tot dastand, hatte sich eine Gruppe Menschen versammelt, von denen die meisten in kurzen, harten Schritten hin und her trabten sichtbar, um sich die erstarrten Füße zu erwärmen, und sehnsüchtig auf eine große Uhr in einem prunkvoll verschnörkelten Turme schauten, die ihnen irgend eine Entscheidung anzeigen mochte. Die Menschen, sämtlich Männer von jeder Altersstufe und in sehr wenig eleganter Kleidung, waren hierher gelockt worden durch eine Annonce, die ankündigte, daß hier ein Portier gesucht werde. Es war auffällig, daß der Besitzer des Palastes sich diese natürlicherweise wenig noblen Aspiranten in seinen Palast bestellt hatte und die Angelegenheit nicht lieber durch einen seiner vielen Kommissionäre und Angestellten besorgen ließ; jedoch Herr Aron Volthout engagierte stets jeden, auch den geringsten seiner Angestellten selbst, er sah ihn einige Augenblicke in seinem eigenen Arbeitszimmer hell und scharf an und entschied sich dann— so mochte er es auch hier bei der Suche nach einem neuen Hauswart halten wollen. Die Uhr im Turme an der nahen Ecke der Straße schlug Neun, und mit dem letzten Schlage öffnete sich eine kleine Thür unten in dem Palaste, die nach einem Souterrain zu führen schten. Ein halbdunkler Vorraum nahm die Stellesuchenden auf und ein Mann in Dienerkleidung kam jetzt mit einem Blatt Papier, schrieb die Namen der Erschienenen auf und las sie vor, indem er die Leute nach dem Alphabet aufstellte. „Wredow, Ihr seid der Letzte,“ sprach er zu einem jungen Manne, der nichts weniger als einem Portier gleichsah; das schien auch dem Diener aufzufallen, denn er fuhr zu bemerken fort:„Eure langen Malerhaare hättet Ihr auch draußen lassen können.“ „Hab' keine fünf Cents, Herr!" erwiederte ziemlich gleichmütig der Angesprochene. Nun wurden die Männer einzeln von dem Diener eine Treppe hinaufgeführt und gingen wohl einen anderen Weg aus dem Hause, weil die übrigen Harrenden nichts mehr von ihnen sahen; die Prüfung dieser mußte nicht sehr lange dauern, denn ziemlich bald kam der Letzte mit den Künstlerhaaren daran. Er wurde in einem sehr einfachen Gemach, das mit vergoldeten alten Ledertapeten und schwarzen, mit Bronze eingelegten Möbeln ausgestattet war, von einem kleinen Herrn mit weißen Haaren, einem braunen, faltigen Gesicht, das große, helle, scharfe blaue Augen belebten, empfangen. Der Blick des kleinen Mannes haftete einen Moment auf dem Eingetretenen. „Ihr seid ein Deutscher?“ fragte der kleine Herr mit auffallend starker Stimme— es war der berühmte Bergwerksbesitzer Jan Aron Velhout, ein vielfacher Millionär. „Ja, Herr! Ein Preuße, ein Pommer!“ „Und heißt Wredow?“ ließ Herr Velhout weiter vernehmen. „Das ist mein Name.“ „Was wart Ihr bisher?“ „Alles Mögliche, Herr: Fuhrmann, Geigenspieler, Reitknecht, Klavierspieler—“ „In wie viel Jahren?" unterbrach Herr Velhout die Aufzählung. „In zehn— so lange bin ich hier.“ „Wie alt wart Ihr, als Ihr hier ankamt?“ erkundigte sich der Millionär. „Sechzehn Jahre alt, Herr.“ „Weßhalb branntet Ihr von Hause durch?“ „Ich konnte nicht Bauer werden, wie meine Mutter es durchaus wollte— mein Sinn stand nach der Musik.“ „Und jetzt meldet Ihr Euch um eine Portierstelle?“ warf Herr Velhout ein. „Die Not zwingt mich, Herr, und dann glaube ich hier einige Stunden täglich gewinnen zu können, meine Kunst zu üben.“ „Hm, hm!“ räusperte sich Herr Velhout, „Ihr spielt die Geige?“ Der Mann stimmte zu. „Ihr werdet mir die Spatzen vom Dach verjagen durch Euer Gekrächz, Mann.“ „Nein, Herr, das werde ich nicht— Niemand wird gestört werden, denn ich werde im Keller spielen.“ Herr Velhout lachte kurz auf. Er schaute noch einmal den jungen Mann scharf und ruhig an— dann drückte er auf einen Knopf und ein Diener erschien. (Fortsetzung folgt.) arbeithindernde Arbeiter Stellung genommen werden soll, ist für den 9. Oktober hierselbst in Aussicht genommen. Als Referenten sind bestimmt Schröder=Dortmund, Möller=Bochum, Pokorny=Gelsenkirchen, Limbertz=Dortmund, Schürholt=Dorstfeld und Hue=Essen. Schönhausen a. E., 23. Sept. Fürst Herbert Bismarck ist hierher zurückgekehrt. Sein Söhnchen ist vollkommen genesen. Der Fürst wird zunächst in Schönhausen bleiben, dann auf einige Zeit nach Berlin und nachher eudgültig nach Friedrichsruh, das wesentlich ausgebaut wird, übersiedeln. Oesterreich=Ungarn. Wien, 24. Septbr. Die„Neue Freie Presse" verzeichnet das Gerücht, Dr. Baernreither werde zurücktreten, falls sich der Reichsrat wegen fortdauernder Aktionsunfähigkeit wieder vertagt. Als Nachfolger Baernreithers wird in erster Linie der Pole Milewsli, daneben Graf Leopold Auersperg genannt. (Baernreither gehörte, bevor er als Handelsminister ins Kabinett trat, dem verfassungstreuen böhmischen Großgrundbesitz an, er ist längst rücktrittsreif, denn als er das Portefeuille übernahm, that er es nur gegen die Zusicherung, daß vom Ministerium Thun nichts gegen die Deutschen unternommen werden solle; trotzdem hat er die Vergewaltigung des Grazer Gemeinderats und andere deutschfeindliche Maßnahmen der Regierung mit unterzeichnet. Schweiz. Bern, 24. Sept. Außer der Ausweisung von 36 Anarchisten aus der Schweiz faßte der Bundesrat noch folgende Beschlüsse: 1) Der Bundesanwalt wird beauftragt, über weitere in der Schweiz sich aufhaltende Ausländer, die an der anarchistischen Propaganda sich beteiligen oder gefährliche Anarchisten sind, dem Bundesrat mit Beschleunigung einen Bericht und Antrag vorzulegen. 2) Die Kantone werden eingeladen, Ausländer der in Ziffer 1) erwähnten Kategorie, sobald sie ihr Gebiet betreten, dem Bundesanwalt namhaft zu machen und mit Bezug hierauf auf dieselben zu berichten. 3) Die Kantone werden weiter eingeladen, das Treiben aller in ihrem Gebiet sich aufhaltender Anarchisten genau zu überwachen und dem Bundesrat etwaige Gesetzesübertretungen sofort zur Kenntnis zu bringen, besonders diejenigen, die sich auf das Bundesgesetz betreffend Ergänzung des Bundesstrafrechts und Verbrechen gegen die öffentliche Sicherheit beziehen. England. London, 24. Septbr. Die Königin Viktoria verlieh dem Vizekönig von Indien, Curzon, die Pairwürde mit dem Titel Lord Curzon of Kedleston=Ireland; dem Erbprinzen von Meiningen verlieh die Königin das Großkreuz des Viktoriaordens.—„Pall Mall Gazette“ schreibt, der britische Konsul in Shanghai habe die Nachricht übermittelt, daß der Kaiser von China ermordet worden sei; das Auswärtige Amt bezeichne die Nachricht nicht als offiziell, sondern lediglich als Wiedergabe des Straßengerüchts. London, 24. Sept.„Daily Chronicle“ befürwortet hinsichtlich des Todes des Königs Dalietva und der Uebelstände der dreifachen Kontrolle über die Samoa=Inseln die Aufteilung der letzteren unter Deutschland, England und Amerika. Dabei solle Deutschland Upolu erhalten. Italien. Rom, 24. Sept.„Popolo Romano“ sagt, der Abbruch der diplomatischen Beziehungen mit Kolumbien brauche niemand Die Kaiserfahrt nach dem heiligen Lande. (Nachdruck verboten.) 11. Jerusalem. IV. Die Omar=Moschee. Es war am Sonntag. Einer evangelischen Andacht hatteich im Johanniterhospize beigewohnt. Am Nachmittage ging ich durch das Damaskus=Thor zur Grotte des Jeremias, wo der Prophet einst seine Klagelieder geschrieben haben soll, erstieg den Hugel, unter welchem die Grotte liegt, um die Aussicht von dort auf Stadt und Umgegend zu genießen, und wanderte dann um einen Teil der Stadt an der Mauer entlang bis zum Jaffa=Thore, wo ein reges, sonntägliches Treiben der Pilger den Platz vor dem Thore belebte. Alle Nationen, alle Farben und alle Trachten der Welt sieht man hier beisammen. Juden, Türken und Christen bewegen sich durcheinander, Neger, Farbige und Weiße, Laien und Geistliche aller Konfessionen, türkische Derwische, katholische Mönche, armenische Priester, griechische und russische Popen, die Beduinen Arabiens, die türkischen Soldaten, die Baschi Bozuks, eine Art freiwillige Kavallerie, wilde Kerle,— Perser, Nussen, Syrier, Griechen, Kopten, Abessinier, Europäer aller Nationen, alles ist vertreten! Die Frauen der Einheimischen sind ganz in weiße Tücher gehüllt, und wenn sie muhammedanischer Religion sind, so haben sie das Gesicht mit einem dunklen Schleier bedeckt, die christlichen und jüdischen Frauen dagegen nicht. Für Montag hatten wir die Erlaubnis erzu beunruhigen. Man könnte in solchem Verhältnis zu Kolumbien auf beliebige Zeit hinausbleiben. Dagegen sei sicher, daß, falls Kolumbien sich dem Schiedsspruch des Präsidenten Cleveland nicht fügen oder den Pflichten der in zivilisierten Ländern üblichen Gastfreundschaft gegen die Italiener sich entziehen sollte, Italien nicht zögeru würde, als letztes Mittel Gewalt anzuwenden. Rußland. Odessa, 24. Sept. 25 Offiziere und 707 Mann sind gestern zur Verstärkung der auf Kreta stehenden russischen Truppen an Bord des Dampfers„Kiew“ nach Kreta abgegangen. Amerika. New=York, 24. Sept. Der„Standart“ meldet: Heute geht eine größere Zahl Ingenieure im Auftrage der amerikanischen Gesellschaft zur Erschließung Chinas nach China ab. Die Gesellschaft hat zahlreiche Projekte in China unter Kontrolle, darunter die Bahn Hankau=Kauton=Baulun, welche ganz unter amerikanischen Auspizien steht. Ferner sicherte sich die Gesellschaft Anwartschaft auf die Nachfolge des belgischen Eisenbahnkontraktes, falls letzterer nicht eingehalten wird. Santiago de Chile, 23. Sept. Der Minister des Auswärtigen in Chile und der argentinische Gesandte unterzeichneten gestern hier ein Abkommen, durch welches beide Länder die zwischen ihren Sachverständigen strittigen Punkte betreffend die Grenzlinie vom 26. 52. 45. Grad südlicher Breite bis zum südlichsten Punkte der Grenze der beiden Länder dem Schiedsspruch der Königin Viktoria von England unterbreiten. Die Verhandlungen zwischen den beiden Regierungen schweben noch betreffend den Teil der Grenze nördlich vom 26. 52. 45 Grad südlicher Breite, und da Chile darauf bestehen soll, daß auch dieser Teil der Grenze dem Schiedsspruch unterbreitet werde, während Agentinien es ablehnt, die ganze Grenzlinie dem Schiedsspruch zu unterwersen, so sind die Schwierigkeiten noch nicht gehoben. Afrika Prätoria, 24. Sept. Bei dem gestern abend zu Ehren des Präsidenten des Oranjefreistaates veranstalteten Festmahl besprach dieser in Erwiderung auf den Toast, welchen Präsident Krüger auf ihn ausgebracht hatte, die freundschaftlichen Beziehungen zwischen beiden Republiken, welche keine Einschüchterung gegen andere in sich schlössen. Was das Projekt der„Vereinigten Staaten von Südafrika" betreffe, so sei dies, falls es auf eine politische Union hinziele, undurchführbar, denn die Republiken könnten ihm nur zustimmen, wenn es sich auf republikanischen Grundsätzen aufbaue, die Kolonien Südafrikas aber nur, wenn es innerhalb des Rahmens des britischen Reiches bleibe.— Der Präsident Steyn reiste heute nach der Delagoabai ab. Ostasien. Auch die neu eingelaufenen Nachrichten über die Regierungskrisis in Peking gestatten noch keine klare Uebersicht über die Lage. Das bereits dementierte Gerücht vom Tode des Kaisers tritt aufs neue auf. Nach Darstellung Londoner Blätter ist die Vertreibung Kangynmeis, des Vizekönigs von Kanton, auf dessen Rat der Kaiser eine Aera überstürzter Reformen inaugurierte, auf russische Umtriebe zurückzuführen.— Die „Times“, berichten aus Shanghai: Dem dortigen Taotai ging aus Peking der Befehl zu, den bisherigen Hauptratgeber des Kaisers Kang Yumei zu verhaften, der infolge beten, die Omar=Moschee zu besuchen, welche auf dem Haremplatze, dem einstigen Berge Moriah, liegt. Dieser Platz hat eine Länge von etwa 500 Meter und eine Breite von 330 Meter und ist im Westen und Norden von Gebäuden der unregelmäßigsten, jedoch höchst pittoresken Bauart, mit Säulenhallen, Erkern und dergleichen, welche teils als Schulen, teils als Wohnstuben, Wohnungen des Scheiks der Moschee und andern benutzt werden, im Süden und Osten aber von der Stadtmauer eingeschlossen. Etwa in der Mitte des Platzes befindet sich eine mit Platten von bläulichem Kalk: stein bekleidete Plattform, zu welcher von allen Seiten breite Treppen hinaufführen. Wo diese Treppen auf der Plattform münden, ist jedesmal eine Säulen=Arkade von 3, 4 auch 5 Spitzbogen vorhanden, gewissermaßen das Eingangsthor bezeichnend. In der Mitte der Plattform erhebt sich die große OmarMoschee, nach denen in Mekka und Medina das größte Heiligtum des Islam. Die Form der Moschee ist ein Achteck von 60 Fuß Seitenlänge. Zwei holzbedeckte niedrige Schiffe laufen rund herum; über dem Mittelschiffe wölbt sich eine mächtige Kuppel, und vier Portale führen in das Innere, welches durch 52 Fenster von farbigem Glase und außerdem mit zierlichem Eisengitter ein mattes, aber sehr magisch wirkendes Licht erhält. Die äußern Wände sind unten mit Marmor bekleidet, oben mit glasierten Ziegeln, auf denen auch Koran=Spruche angebracht sind. Der Tambour der Kuppel hat im Innern alte Mosaiken in Arabeskenform, die Kuppel selbst des Regentschaftsedikt sich am Mittwoch an Bord eines Dampfers der Jardine=Gesellschaft von Peking nach Sanghai begeben haben soll. Der Taotati ersuchte den englischen Konsul, bei der Verhaftung Kangs mitzuwirken, den er als einen seines Amtes entsetzten Verbrecher bezeichnete. Offenbar beschloß die Partei der Kaiserin die Absetzung des Reformators, dessen sofortige Hinrichtung wahrscheinlich ist, sobald man ihn verhaftet hat. Die chinesischen Beamten aus Shanghai glauben allgemein an das Gerücht vom Tode des Kaisers. London, 24. Sept. Eine Shanghaier Depesche der„Daily Mail“ besagt, die Absetzung Kang Yumeis sei von der russischen Partei gewünscht. Zum Schutze der britischen Interessen sei ein rasches Vorgehen britischerseits nötig.— Nach einem Telegramm verschiedener Londoner Blätter aus Shanghai erhob der britische Konsul gegen die Durchsnchung britischer Schiffe nach dem flüchtigen Kang Yumei Einspruch. Der Admiral des britischen ostasiatischen Geschwaders beabsichtige, eine Streitmacht in Taku zu landen. Die„Frankf. Ztg.“ meldet: Die Eisenbahnverbindung zwischen Tientsin und Peking ist eingestellt. Ernste Gerüchte befinden sich im Umlauf.— Dem Bureau Dalziel wird, laut„Fraukf. Ztg.“, aus Shanghai gemeldet: Das in Peking erlassene Dekret bestimmt nominell, daß die Kaiserin=Witwe den Kaiser in der Regierung des Landes assistieren wird; thatsächlich schafft es aber eine Regentschaft. Das Gerücht vom Tode des Kaisers ist unwahr. Wenn aber das Dekret bestehen bleibt, dann wird der Kaiser politisch ein bloßes Werkzeug in den Händen LiHung=Tschangs und der Kaiserin sein. LiHung=Tschang wird, hinter der Kaiserin steckend, den Tsung Li=Yamen dirigieren und kontrollieren und so eine größere Macht haben, als vor seiner Entlassung aus dem TsungLi=Yamen. Alles Interesse konzentriere sich nun auf die Aktion des britischen Geschwaders, welches sich bei Taku im Golfe von Petschili befinde. Admiral Seymour begiebt sich dorthin zum Geschwader. Der Paris, 24. Sept. Picquart wurde gestern nicht verhört. Labori erschien zweimal im Gefängnis Cherche Midi, um Picquart zu sehen; man antwortete ihm jedoch, Picquart sei in engerem Gewahrsam und die Erlaubnis, Picquart zu sehen, würde erst erteilt, wenn die Versetzung in den Anklagezustand angeordnet sei.— Admiral Reveillère richtete an den früheren Kolonialminister und jetzigen Deputierten Guieysse, welcher sich gegen die Einberufung der Kammer anläßlich der Revisionsfrage ausgesprochen hatte, ein Zustimmungsschreiben, worin er erklärt, jetzt, wo ein Teil der Presse an die Gewaltthätigkeit und an einen Staatsstreich zu appellieren wage, sei der Kassationshof allein berufen, Frankreich aus dem unglückseligen Wirrsal herauszuführen. Es sei ausschließlich Sache des Kassationshofes, über die Revision Beschluß zu fassen.— Der Ministerrat wird heute vormittag unter dem Vorsitz Brissons zusammentreten. Dem Vernehmen nach wird der Ministerrat sich mit den Anträgen beschäftigen, über welche die Revisionskommission heute abend endgültig Beschluß faßt.— Gestern nachmittag begab sich Mme. Paulmier, die Gemahlin des Deputierten für Calvados, nach dem Bureau reich vergoldetes und rot gemaltes Holzschnitzwerk. Sechszehn Säulen tragen die Kuppel, welche nach byzantinischem Muster gebaut ist und von dem später entstandenen arabischen Baustile nur dort Spuren zeigt, wo neuerdings Reparaturen oder Erneuerungen vorgenommen sind, z. B. an den Holzdecken der Seitenschiffe. Die Kuppel hat 15 Meter Durchmesser und 30 Meter Höhe. Der Raum unter ihr ist nicht zugänglich und durch ein vergoldetes Gitter abgeschlossen, denn seinen Boden bildet der heilige Stein, auf dem Muhammed gen Himmel fuhr, mit dem er wieder vom Himmel zurückkam, und welcher jetzt nach dem Glauben der Muhammedaner an dieser Stelle in der Luft schwebt. Es ist ein ganz unregelmäßiger Fels, auf dem Eindrucke des Fußes Christi, Muhammeds und der Propheten gezeigt werden. Eine rote Brokatdecke liegt über diesen heiligen Stein. Unter ihm befindet sich eine Grotte, in die wir hineinstiegen, darin sind Nischen, in denen David und Salomo gebetet haben sollen. Eine Metallplatte auf dem Boden verschließt die Oeffnung des Brunnens, welcher den Eingang zum Totenreich bildet. Neben der Moschee steht ein kleiner, von Säulen getragener Tempel mit einer Kuppel, welcher der Richterstuhl Davids genannt wird. Auch eine solche Steinkanzel in arabischem Stile ist auf der Plattform an dem südlichen Ende erbaut. Auf demselben Platze am äußersten südlichen Ende liegt die Aksa=Moschee, eine einst von Justinian erbaute Basilika, durch spätere Anbauten ist sie jetzt siebenschiffig geworden. „Lanterne" und verlangte Millerand zu sprechen. Da dieser abwesend war, ging der Redakteur Olivier zu Mme. Paulmier, welche auf den Eintretenden zwei Revolverschüsse abgab. Olivier wurde in den Unterleib getroffen, infolgedessen er in das Hosp tal geschafft werden mußte. Mme. Paulmier wurde verhaftet. Sie gab an, sie habe Millerand töten wollen wegen des gestern in der„Lanterne" erschienenen Artikels betr. den Brief Paulmiers, worin dieser verlangt, daß der Kriegsminister den durch die DreyfusAngelegenheit hervorgerufenen Angriffen auf die Armee Einhalt thue. Diesen Artikel betrachte sie als für sich und ihren Gemahl beleidigend.(Das Schießen pflegen doch sonst die Männer zu besorgen; sollte Herr Paulmier nicht die Hosen anhaben?)— Der Verfasser des Artikels der„Lanterne“, wegen dessen die Frau des Deputierten Paulmier den Redakteur Olivier schwer verwundete, war nicht letzerer, sondern der Journalist Turot. Der betreffende Artikel war ein Entrefilet mit beleidigenden Angaben über das Privatleben Paulmiers. Paris, 24. Sept. Die im Justizministerium zusammengetretene RevisionsKommission spaltete sich in zwei gleiche Parteien und sprach sich mit drei gegen drei Stimmen gegen die Revision aus. Die Regierung ist jedoch der Ansicht, daß die Stimmengleichheit ihr die volle Aktionsfreiheit, zugleich aber auch volle Verantwortlichkeit für die Entscheidung überlasse. Sie vertagte die Entscheidung auf Montag. Damit der Ministerrat dann vollzählig sei, wurden die Minister Viger aus Orleans und Peytral aus Marseille telegraphisch für Montag einberufen.(Das Ministerkollegium hat sich schon früher für die Revision erklärt; trotz des Beschlusses der Revisions=Kommission wird also die Revision dennoch durchgeführt werden. A. d. R.) Paris, 24. Sept. Eine große Anzahl Wähler des Arbeiterviertel Clignancourt beschlossen, Picquart als Kandidaten für den Gemeinderat aufzustellen. Paris, 24. Sept. Rambaud, Minister im Kabinett Möline, sagte bei einem Zweckessen in Recologne:„Wie alle meine Ministerkollegen, kannteich Henrys Fälschung; es wäre besser gewesen, davon keinen Gebrauch zu machen. Abg. Tramu rief ihm sofort zu:„Ah! Sie haben die Fälschung gekannt und nichts gesagt! Sie haben die Schuldigen ruhig im Amte gelassen, damit sie ihre kleinen Künste weiter üben! Sie sind mir saubere Leute, Sie Auslese unseres öffentlichen Lebens!“ Lokales. (Nachdruck nur mit Quellenangabe gestattet.) Schwerte, 26. Sept. Der hiesige Gesangverein Liedertafel feierte gestern im Saale des Herrn Böhmer sein Rekrutenabschiedskränzchen durch Konzert, Theater und Ball. Der Besuch war ein guter. Das Fest verlief in ungezwungener, fröhlicher Weise. Der Verein gab einige Gesangpiecen zum Besten, die den wohlverdienten Applaus fanden. Die theatralische Aufführung gefiel allgemein und ließ erkennen, daß man emsig geübt hatte. Am meisten Heiterkeit erregten die Experimente des Herrn Henrichs mit seinen Papiermenschen. Einen alle Festteilnehmer befriedigenden Abschluß fand die Feier in einem schön verlaufenen Ball. * Schwerte, 26. Sept. Ein den Verein ehrendes Rekruten=Abschiedskränzchen feierte gestern der hiesige Turnverein„Eintracht" im Saale des Herrn Raffin. Er zeigte mit seinen turnerischen Aufführungen, daß die Turnabende rege besucht werden und ihr Zweck, zu üben, nicht vernachlässigt wird. Wir wunschen dem Verein, in seinem Streben die turnerische Befähigung Ihr Inneres ist einfach mit Ausnahme der Kuppel, welche bunt verziert ist, ihr Portal ist zu den Zeiten der Kreuzfahrer umgebaut. In der Moschee befinden sich zwei dicht nebeneinander stehende Säulen von Verde antico, zwischen denen nur die Gerechten durchkommen können. Nur einigen magern Menschen gelang das. Unter der Moschee befinden sich weit ausgedehnte Gewölbe, die wohl dazu erbaut wurden, um den Platz, der hier abschüssig war, in eine Ebene zu verwandeln. Zu diesem Zwecke scheint überhaupt ein großer Teil des Platzes überbaut und unterwölbt zu sein und befinden sich viele Cisternen, Kapellen und dergleichen in diesen Gewölben. In einem derselben zeigte man uns die Wiege Christi, eine in Marmor gehauene Nische, die wahrscheinlich einmal für ein Heiligenbild gemacht wurde. Wir durchwanderten den interessanten Platz, auf dem einst der Tempel Salomonis stand, in allen Richtungen. Es stehen auf ihm zwei kleinere Moscheen, mehrere Brunnen, ein Bad und sieben Kuppelgräber, die sogenannte Wely)s, darunter das der Tochter Fatineh, der Tochter Muhammeds. Schöne, gruße Cypressen verzierten den Platz, der um die Plattform herum ganz mit Gras bewachsen ist. Wir stiegen auchkauf die Mauer an der Ostseite, von wo man einen guten Ueberblick auf den Oelberg und die Thäler Josaphat und Hinnom hat. Aus der Mauer ragt hier ein Säulenstumpf ein Kanonenrohr etwa 3 Fuß hervor; auf diesem Rohr soll Muhammed beim jüngsten Gerichte sitzen.(Forts. folgt.) seiner Mitglieder unablässig zu fördern, nicht zu jedem Falle für einen unbescholtenen jungen ermatten, er wird sich nicht nur ein Verdienst um Mann immer noch ein würdigeres undedleres liche Erziehung, die, wenn eine geistige Fortent=Jonathans oder überhaupt frem dländischer wickelung nebenher geht, nur von günstiger Mächte den Kuhfus zu tragen und als KanonenWirkung in sowohl hygienischer wie sozialer sutter zu dienen. Beziehung auf das spätere Leben des Jänglings) Bochum, 23. Sept. Einen tragischen Schwerte, 19. Sept. Herr Amisrichter Ausgang nahm eine Wagenpartie, die die Fuhlhage wird unsere Stadt bald verlassen bei dem Oberrealschulbau beschäftigt gewesenen und nach Dortmund übersiedeln Es wird sein Anstreichergehülfen am Mittwoch unternahmen. Scheiden in allen Kreisen unserer Stadt einem les: Aus Anlaß der Einweihung der neuen Lehrzweiter ein allgemein beliebter und geehrter Richter anstalt veranstalteten dieselben einen Ausflug war. Seine Liebenswürdigkeit und Leutseligkeit, mittels Kremser nach dem Hebewerk in Henrichensein gerechter Sinn in allen menschlichen Fragen burg. Gegen 8 Uhr abends wurde die Rück machten den Kreis seiner Freunde mit jedeg„ gaß; fahrt angetreten. In der Nähe von Datteln größer. Nimmt es da wunder, wenn eine Anzahlfsahte g..„. Schwerter Bürger Herrn Fuhlhage gegenüber bemerkten die Insassen des Wagens, dessen seinem Wunsche Ausdruck gab, daß Herr Fuhlhage Jalousien man des kühlen Wetters wegen ganz die m't dem 1. Oktober d. J. erledigte Stelle unseres zugezogen hatte, daß das Gefährt hin= und Stadtoberhauptes übern=unser, z“ GZemeinweseng in herschwankte und etwas nicht in Ordnung sein seine Hände legen, weil sie unerschütterlich überzeugt könne. Mehrere der Gehülfen sprangen aus sind, daß unter der sachkundigen Hand des Herrn dem Wagen und erlitten hierbei einige geringere Fuhlbage das Wohl unserer Stadt gesördert werde. Verletzungen, nur drei Personen blieben noch Am Mittwoch findet im„Hotel Bieß; ein Abschieds= im Wagen. Von dem Kutscher des Herrn essen stan, das in seiner gewig, regen Veteijgung Haudereibesitzers Karsch hierselbst gehörenden Kremsers sah man nichts, wie rasend jagten die Pferde über Stock und Stein dahin. Endlich hielt sie ein Polizeibeamter in ihrem wilden einen Beweis der allgemeinen Liede und Verehrung zum Ausdruck bringen wird. Westfalen=Rheinland. Hörde, 23. Sept. Herr Bürger=].. gn““ Psror— 0, meister Evers ist vom gestrigen Tage ab sauf ein. Man zündete nun eine Laterne an wird vom und begab sich auf die Suche nach dem vermißten Kutscher. Nachdem man eine ziemliche 23 Sept. Auf dem„Hörder Stiecke zurückgegangen war, fand man den gestern wiederum ein Arbeiter Kutscher auf der Landstraße liegend tot vor. Hörde Verein", kam zu Tode. Daselbst war ein einer Arbeit beschäftigt, in deren Verlaufe ein eiserner Träger ins Weichen geriet und dem Aermsten den Kopf zerquetschte, sodaß der Tod sofort eintrat. Hörde, 23. Sept. Hörde bricht sich Bahn. Der erste Hoflieferant hat hierDerselbe, ein Monteur mit Der Kopf zeigte einige Verletzungen. Allem Anscheine nach ist der Kutscher vom Bock gestürzt und hat einen Genickbruch erlitten, der seinem Leben ein jähes Ende bereitete. Der auf so tragische Weise zu Tode Gekommene ist der 28jährige Kutscher Albert Wilkebach hierselbst. Er war seit einem halben Jahre verheiratet. Die Leiche wurde zum Totenhause in Waltrop aufs tiefste erschütterten Teilnehmer der unglücklichen Wagenpartie langten erst in der Nacht hier wieder an. Bochum, 23. Septbr. Ein großer Konkurrenzkampf ist auf der Strecke BochumWiemelhausen=Stiegel entbrannt. Bisher beHerren die Hüte gestohlen.— Aus einer sorgte der Haudereibesitzer Fork von hier diese an der Bornstraße wurde gestern dem Omnibusverbindung, indem er dreimal am des Herrn Kersting, Langestr. 18, ein Geschäft in feinem Kaffee, Thee und dergleichen Artikeln eröffnet. Das goldene Hoflieferantenwappen über der Thür erregt allgemeine Aufmerksamkeit. Dortmund, 24 Sept. Im Wiener Café wurden in vergangener Nacht mehreren Weide an ver Gornzttuge wurde gesttn erm Tage einen We Pferdemaller Bahrt von hier ein schwarde zuräckfahren ließ Jezt sind och zwei Wallach gestohlen. Das Tier ist mittelgroß und hat an den Hinterbeinen weiße Fesseln.. Giüne, 21. Sept. Ev. Bürger=Verein. zurackfahren leß. Jehr sind noch„wei Unternehmer auf dem Plane erschienen. Zwischen den Konkurrenten findet ein fortwährendes In der am heutigen abend stattgefundenen Wettfahren statt. Es ist jetzt nicht nur eine Vorstandssitzung des ev. Bürger=Vereins wurde sechsmalige Verbindung nach Brenschede hin zunächst beschlosen, nach der Sommerpause die Den Fahrgästen kommt dieser Weikampf sehzr regelmäßige Monatsversamalung wieder ab= gelegen. Man ist gespannt, wie die zuhalten. Zur Eröfnung derselben und in Peigeu: Benz, i brstuug, wie de anbetracht des schönen Herbstwetters wird der Sache enden wird, bezw. wer den Sieg Verein am nächsten Sonntag einen gemeinClarenbach beschäftigt sind, desertierten gestern vonträgt. Ronsdorf, 21. Sept. Flucht. Von dem bei Letmathe gelegenen Hirschberg unterdesselben nachmitags eine Mionatsversgug gas erzählt:„Dat maht nir; von dem Züg ham gute Wetter an, und darf den Teilnehmern ein schöner nachmittag in Aussicht gestellt werden.— Dann wurden abermals fünf neue Mitglieder aufgenommen. Kaiserswerth, 24. Sept. Eine ungeahnte Ausdehnung haben Kaiserswerther Anstalten genommen. GegenLetmathe, 22. Sept. Diebstahl. wärtig beträgt die Gesamtzahl der Schwestern H. hierselbst ein Korb Fische gestohlen. Um den Verdacht auf einen an der Sache völlig Unbeteiligten zu lenken, ließen die Gauner ein Notizbuch, das sie einem Knechte des Kauf11 Diakonissen=Schülerinnen. Das Mutterhaus hat 34 Tochter=Anstalten; davon befinden sich in Kaiserswerth selbst 10 mit 100 Schwestern, Noizbuch, das sie einem Knechte des Kauf= in Deutschland außer Kaiserswerth 11 Tochtermanns K. aus dem Käschen seines Frachtwagens Anstalten mit 61 Schwestern, außerhalb Deutschentwendet hatten, an der beiteen gjeHgagg lands 12 Tochter=Anstalten mit 76 Schwestern. endecte und das Roizbuch benerite, 91 ude gusf 151 Arbeitefeldern chlig, in Wesselen97 nicht wenig über die Raffiniertheit der gußerdeutschen Arbeitsfeldern 24 Schwestern. tpeit der übe), uen wirken allo im Rbeinland 516 rannt und in die Luft geschleudert. Ein vierter kam glimpflicher davon, flog aber immerhin blutend in die Gasse. Jetzt endlich, als die Verwirrung und Aufregung bereits den Höhepunkt erreichte, trat der Bestie ein Dr. Zapf entgegen. Ein erster Schuß drang dem Ochsen in die Brust, ohne auf der Stelle zu töten, sodaß das Tier noch einen, wenn auch erfolglosen Angriff auf einen Wagen ausführen konnte. Es traf das vorgespannte Pferd in die Weichen, doch da Dr. Zapf ihm gleichzeitig einen Kolbenhieb versetzte, wurde der Hornstoß abgelenkt. Der nun aus Deckung erfolgende zweite Schuß schlug dem Tier durch den Leib und ein dritter ging ihm hinter das linke Ohr. Es hatte eine Stunde gedauert vom ersten Alarm bis zum letzten Schuß Von den vier Verletzten sind zwei schwer, zwei leichter verwundet. * New=York, 24. Sept. Bei einer Explosion in den Kohlengruben von Browsville wurden 54 Bergleute verschüttet, von welchen 27 durch einen andern Schacht sich retten konnten. Fast alle sind verletzt. 8 Leichen sind geborgen. Die übrigen 19 scheinen auch verloren zu sein. Die Explosion ist durch Bergleute verursacht, welche offene Lampen gebrauchten. * Hechingen, 24. Sept. Das Kloster Stetten, woselbst sich die ehemalige Familiengruft der Hohenzollern befindet, ist heute nacht niedergebrannt. Die gothische Kirche ist erhalten geblieben. Die deutsche Marseillaise.„Was ist des Deutschen Vaterland?“ fragte dichtend zu Anfang des Jahres 1813 Ernst Moritz Arndt. Als man im April 1814 das Dankfest bezüglich des Einzugs der Alliierten in Paris feierte, wurde dieses Lied im Berliner Opernhause von der berühmten Schauspielerin Bethmann deklamiert; denn singen kannte man es noch nicht, da eine Melodie dazu fehlte. Aber noch in demselben Jahre wurde eine solche von dem Studenten der Theologie Cotta in Jena komponiert. Und lange blieb es bei dieser Komposition, bis Reichard, der damalige königlich preußische Musikdirektor, sich damit befaßte. Er war mit Arndt eng befreundet. Im Jahre 1824 besuchte er den damals von seiner Professur suspendierten Dichter in Bonn und wurde von ihm ersucht, das erwähnte Lied zu komponieren, wie er bereits mit dem„Mann“ und dem„Feldmarschall“ gethan habe. Zwar hatte Reichardt die Melodie schon entworfen, verschwieg es jedoch noch, weil er noch zweifelte, im Formellen eine genügende Ausdrucksweise zu finden. Erst im August 1825 glaubte der Komponist, daß sein Opus probefähig sei, und auf einer in Gesellschaft von vier musikalischen Freunden unternommenen Reise durch Schlesien sangen sie das Lied von der Höhe der Schneekoppe hinab zum ersten Mal, auf daß ganz Deutschland es vernehme. Seitdem tönte es fort als ein nie verhallendes Echo durch ganz Deutschland, Europa und andere Weltteile, wo immer nur deutsche Herzen schlagen. Im Jahre 1826 in Berlin veröffentlicht, wurde dem frisch=frei=frohen Liede allgemeinere Verbreitung zunächst durch die daselbst im Jahre 1828 tagende große Naturforscher=Versammlung, vor welcher es von den Liedertafeln gesungen wurde. Die zehn Strophen des Arndtschen Liedes hatte der Komponist in sechs zusammengefaßt, worüber der Dichter anfänglich recht ungehalten war. Seit der großen GewerbeAusstellung in Berlin fügte er indeß wieder eine Strophe hinzu, nämlich:„Das ist des Deutschen Vaterland, wo Eide schwört der Druck der Hand, Wo Treue hell vom Auge blitzt, und Liebe warm im Herzen sitzt. Das soll es sein, das soll es sein, das, wackrer Deutscher, nenne Dein!“ Im Jahre 1849 war Reichardt in Paris und wurde von den Franzosen schlankhin nur als Monsieur le compositeur de la Marseillaise prussienne vorgestellt. In Mexiko wurde vor fünfzig Jahren das erste große Gesangsfest veranstaltet, wozu die hohe Geistlichkeit den großen Saal des Hauptklosters als einzig und allein brauchbaren Raum mit Zuvorkommenheit bewilligte und auch in corpore anwesend war. Es traten die verschiedenen Nationalitäten mit ihren Gesangvereinen auf: Engländer, Franzosen, Italiener u. s. w. zuletzt sechzig Deutsche, welche das Lied mit unbeschreiblicher Begeisterung vortrugen. Es wurde stürmisch da capo begehrt. Darauf trat der Bischof, von der Geistlichkeit umgeben, zu dem Dirigenten und dankte für den Genuß, ganz besonders, weil ihnen auch dadurch Gelegenheit geworden, die„missa protestantica“ kennen zu lernen. werflich, weil dadurch die Milchergiebigkeit beeinträchtigt wird. Es ist bekannt, daß die Milchabgabe der Kuh mit deren Seelenleben in Zusammenhang steht. Wird die Kuh in irgend einer Weise beunruhigt, so tritt eine Stöcung im Milchabsonderungsprozesse ein. Nun geht aber die Fütterung niemals ohne Unruhe ab. Eine Kuh ist der andern um das vermeintlich bessere Futter neidisch und sucht ihr dasselbe streitig zu machen. Während also die Aufmerksamkeit der Kuh in hohem Grade durch die Fütterung in Anspruch genommen wird, soll sie ruhig sich der Milchabgabe hingeben. Das ist regelmäßig nicht der Fall, die Kuh ist unruhig, und weil sie es ist, so ist es der Melker auch, und dies giebt Veranlassung in einer nicht immer sanften Mahnung seitens des Melkers zur Ruhe. Die Kühe sollen aber sanft behandelt werden, weil Beunruhigungen aller Art die Milchergiebigkeit der Thiere beeinträchtigen. Wird die Hauptmahlzeit vor dem Melken, verabreicht, so verhalten sich die Tiere während des Melkens vollkommen ruhig, und es entfallen die obigen Ursachen der Schmälerung des Milchertrages. .## friedlicher Weise Pärt, IIm Ganzen untn—.— in Rheinland 516 Diebe erstaunt. In friedtiche: A###e#turr: Schwestern auf 167 Stationen, in sich die Sache auf. Möge es der Polizei geSchwestern auf 107 Stallonen, in Westfalen 100 Schwestern auf 36 Stationen, im übrigen Vermischtes. Basel, 21. Sept. Eine aufregende der nächtlichen Raubvögel habhaft zu Deutschland 1.10 Schwestern auf 18 Stationen geande Waenu ag: se 19 Stationen.— Ju den Kralenhzasen zu auch ein Kaufmann in Hemer, erhielten nämlich 6 für höhere Mädchenschulen und 17 für Volksder ein rechteckiges Billet mit den Abbildungen Lehrerinnen ausgebildet. deutscher und amerikanischer Flaggen enthielt. Auf der Vorderseite der Karte stand Folgendes: Rekrutierung Office 77—79 S. Clark=Straße, Szene spielte sich gestern, am Montag vorChikago. Um mich in den Dienst der Ver= mittag, am Zentralbahnhofe ab. Beim Auseinigten Staaten zu stellen, verpflichte ich mich laden eines Transportes von Schlachtochsen in das deutsch=amerikanische Regiment in gelang es einem Tiere, sich los zu reißen. Chikago einzutreten und jeder Aufforderung, Nachdem der kräftige wilde Ochse eine Weile mich einzustellen, Folge zu leisten. Name. zwischen den Schienen umhergeirrt war, ohne Adresse.“ Auf der Rückseite ist dann noch daß man seiner hätte habhaft werden können, auszufüllen: Alter, Höhe, Gewicht, Geschäft fand er bei der Milchrampe den Ausweg auf usw.— Abgesehen von der an und für sich den Zentralbahnhof. Einen ihm den Weg abschreckenden, auf einen geschäftlichen Tric vertretenden Packträger warf er, ihn als erstes hindeutenden Form der Aufforderung, gebieten Opfer betrachtend, mehrere Meter hoch in die die entsetzlichen Schilderungen, welche über die Luft, sodaß der Aermste schwer verletzt darVerpflegung der amerikianischen Soldaten wäh= niederliegt. Dann stürmte das rasende Tier end des letzten Krieges laut geworden sind auf den freien Platz und rannte einen kas schärfste Mißtrauen gegen amerikanische Zweiten nieder, welcher es halten wollte. Ein riegsdienste. Selbstverständlich wird sich in dritter Mann wurde ebenfalls von ihm angeBüchertisch. Alle 8 Tage ein Modenblatt! Erstaunlich ist der Aufschwung, den die allb liebte„Deutsche Moden=Zeitung", Leipzig, in der kurzen Zeit ihres Bestehens genommen, und daher wird die am 1. Oktober erscheinende Wochen= Ausgabe sicher mit großer Freude begrüßt werden. Statt bisher alle 14 Tage, kommt nunmehr jede Woche eine Nummer heraus und bringt Anregung für fleißiges Schaffen, Unterhaltung und Belehrung, dadurch ist es möglich, das rasche Pulsieren der Mode in thunlichst schneller Folge zur Anschauung zu bringen und den Fortlauf der Aufsätze und Novellen weniger lange, als bishir zu unterbrechen. Es ist geradezu erstaunlich, was dese Zeitschrift für den ungemein billigen Preis von viertetjährlich nur 1 Mk. 50 Pf. bietet. Nach der uns vorliegenden ersten Quartals= Nummer dürfte der„Deutschen Moden= Zeitung“ ihr Ruf nur Gediegenes zu bringen, treu bleiben, und es ist zu erwarten, daß das achttägige Erscheinen dazu beitragen wird, den Abonnentenkreis noch mehr zu erweitern.— Jede Buchhandlung, sowie alle Postanstalten nehmen Bestellungen auf dieselbe entgegen. Man verlange eine Probe=Nummer gratis von der Geschäftsstelle der„Deutschen Moden=Zeitung, Aug. Polisch, Leipzig. Briefkasten der Redaktion. Bertha, hier. Wenn wir Ihnen durch Mitteilung des Liedes:„Der Mensch soll nicht stolz sein“, eine Freude machen können, thun wir es nicht mehr wie gerne. Sie müssen aber auch den Inhalt beherzigen. Es lautet: Der Mensch soll nicht stolz sein Auf Glück und auf Geld, Es lenkt halt verschieden Das Schicksal die Welt; Dem Ein'n hat's die Gaben Die goldnen bescheert, Der Andre muß graben Tief unter der Erd! Der Mensch soll nicht denken, Ein Andrer wär zu schlecht, Vor'm Himmel hat Jeder Das nämliche Recht; Der Himmel läßt wandern Den Ein'n hochgeehrt, Und führt auch den Andern Tief unter die Erd! Der Mensch soll nicht hassen, So kurz ist das Leben, Er soll, wenn er g'kränkt wird, Von Herzen vergeben! Wie Viel' hab'n hienieden Den Krieg sich erklärt, Und jetzt machen's Frieden Tief unter der Erd! Rohseidene Bastkleider Mk. 13.80 bis 68.50 per Stoff z. kompl. Robe— Tussors und Shantung. Landwirtschaftliches. Soll während des Fütterns ge- Pongees— sowie schwarze, weiße und farbige HennebergSoil wahrene dev Hallern=vrSeide von 75 Pfa. bis Mk. 18.65 per Met.— in den modernsten molken werden? In den meisten Wirt= Geweben, Farben und Dessins. An Private porto- und schaften ist es üblich, die Kühe während des steuertrei ins Haus. Muster umgehend.„# x. Fag, Melkens zu füttern. Dieses Verfahren ist ver=!G. Henneberg's Seidenfabriken, Türlch.(3 Größe ca. 135: 200 cm Axminster 6 Mk. 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Qual. 14.60, neuer Hafer M. 12.50 per 100 Kilo, Kartoffeln per 50 Kilo M. 0,00—0,00 M., Heu per 50 Kilo M. 2.00—8,00, Luzernerheu per 50 Kilo M. 3,70, Maschinenstroh per 500 Kilo M. 16,00, Flegeldrusch per 500 Kilo M. 18,—, Bekanntmachung. Trotz des häufigen Spülens der Hydranten ist das Leitungswasser nicht immer rein zu halten und kommt häufig braunes Wasser aus der Leitung Da durch den Genuß dieses unreinen, ungekochten Leitungswassers Erkrankungen vorkommen können, bezw. schon vorgekommen sind, so empfehlen wir, das Wasser vor dem Trinken abzukochen. Schwerte, 20. Sept. 1898. Die Polizei=Verwaltung. Bekanntmachung. Frau Witwe Ackerbürger F. Börstinghaus läßt ihre an der Hagenerstraße belegene Perren Besitzung bestehend aus Wohnhaus, Scheune, Stallung und Hofraum am Freitag, den 14. Oktober er, rachmittags 4½ Uhr, im Lokale des Herrn Wirts Börstinghaus, Hüsingstraße, öffentlich meistbietend zum Verkauf aussetzen. Schulte, Aukt=Kommissar. Oeffentliche Sitzung der Stadtverordneten am Donnerstag, 29. Sept. 1898, nachmittags 4 Uhr, im Rathaussaale hier. Tages=Ordnung: 1. Vorlage verschiedener Verträge über Erwerb von Grundstücken. 2. Anträge betr. Anlage von Bürgersteigen 2c 3. Antrag betr. Ausdehnung der Wasserleitung. 4. Antrag betr. Ausarbeitung eines Teils des Bebauungsplans. 5. Errichtung einer TelephonAnlage. 6. Aufstellung einer Straßenlaterne. 7. Antrag auf Entfernung von Sträuchern 2c. in den Anlagen. 8. Kostenfestsetzung für das Anzünden der Laternen. 9. Bewilligung des Kredits für Verbesserung der Dammstraße. 10. Antrag auf Aenderung von Feuerwehrgerätschaften. 11. Festsetzung des Gaspreises für städtische Beleuchtung. 12. Bewilligung eines Zuschusses für Wilhelmsdorf. 13. Vorlageeines Dienstvertrags. 14. Vorlage des Hauungs= und Kulturplans. 15. Festetzung eines Lehrergehaltes. 16. Neuwahl von 2 Magistratsmitgliedern. 17. Wahl von 2 Beisitzern und Stellvertretern für die Stadtverordnetenwahlen. 18. Verfügung betr. Vertretung des Bürgermeisters. 19. Vorlageeines Dankschreibens Schwerte, den 23. Sept 1898. Der Stadtverordnetenvorsteher: Landsberg. Kurkssserderrauf. Donnerstag, den 29. Septbr., nachmittags 4 Uhr, verkaufe ich im Bohlhage 4 Morgen prima gutgeratene Karloffern in Abteilungen gegen Kredit. Trappmann, Gutspächter auf Hachen Hof bei Ergste. Von der Uebung zurückgekehrt! Zahnarzt Crone, Hagen, Bahnhofstrasse 43. Zertileir2.. Verpachrat„ Die sehr guten Fettweiden Waldemei, Stenniger und Hahnenkamp des Ritterguts Altendorf sollen am Donnerstag, den 6. Oktober cr., nachmittags 3 Uhr, beim Herrn Wirt Nordhaus zu Altendorf öffentlich meistbietend verpachtet werden. Die Weiden liegen ca. 30 Minuten von der Station Langschede und 1 bis 1¼ Stunde von den Stationen Holzwickede und Anna. Haus Altendorf b. Langschede. Gräflich von Fürstenberg'sche Rentei-Verwaltung. Empfange in den ersten Tagen einen Waggon Eikamewaron. und verklufe denselben zu kolossal billigen Preisen. Kein Schund, nur gute schwere Ware. Es liegt im Interesse eines jeden Käufers, sich diese sehr günstige Gelegenheit nicht vorübergehn zu lassen. F. Neuwerth. *„ Hanostrich= sowie Maschinensteine liefert Dortmunder Verkaufs=Verein für Dortmund. Piatz-Vertreter für feines natürliches Mineralwasser einer älteren, renommierten Mineralquelle gesucht. Wagen u. Pferde erwünscht. Nur prima Firmen finden Berücksichtigung. Offerten unter„Quelle 1898“ an Haasenstein& Vogler, A.-G., Köln. Ggugabase Sabase Gabage Sabase SOßeSess! Das Volk, In im Geiste des Christentums und Deutschtums geleitete Tageszeitung. kämpft offen und rücksichtslos, 90 mu unabhängig nach oben und unten, in gemeinverständlicher in Sprache und volkstömlichem Ton gegen die sozialen I# Schäden der Gegenwart, tritt ein für alle arbeitenm den Stände gegen den Mammoniemus, gegen den in In falschen Liberalismus, gegen das Judentum, gegen a die Sozialdemokratie. Emporgediehen als Organ des kleinen Mannes, der schwer bedrängten Bauern und Handwerker, Beamten und Arbeiter, ist es auch ein Lieblingsblatt weiter Kreise der gebildeten Welt geworden, soweit sie noch christlich ist, deutsch fühlt und sozial denkt. „Das Volk“, das täglich im Umfange von 8 bis 12 in Seiten erscheint, kostet vierteljährlich 0 2,10 NI. Probenummern versendet kostenfrei die Geschäftsstelle, n Berlin SW, Wilhelm-Strasse 30/31. 40 Gagagababagagagagagabagagagagagabann Lungenkatarrh. ungenle#idenden bringe ich zur Kenntnis, daß die Privatpollklinik in Glarus meine Frau von einem chronischen Lungenkatarrhe mit Husten, Auswurf, Atembeklemmung, Mattigkeit, Verstopfung und Schmerzen in Brust und Rücken durch briefliche Behandlung vollkommen geheilt hat. Vorher h it#n wir uns an einig: Orte gewandt, ohne Hülfe zu finden, w.shalb dieser Ersolg um so höher anzuschlagen ist. Meine Frau erfreut sich jetzt des besten Wohlseins und ist wieder rüstig wie in f ühern Tagen. Steeden, Post Runkel(Nassau), den 12. Apcil 1898. Wilhelm Naß. Daß Wlhelm Naß von hier vorstehende Unterschrift in meiner Gegenwart eigenhändig vollzogen, wird hiermit bescheinigt. Steeden, den 12. April 1898. Weidemann, Bürgermeister. Adresse:„Privatpoliklinik, Kirchstr. 405, Glarus“ (Scmeh SAE WEEN macht Kuhmilch leichter verdaulich und erhöht den Nährwert wesentlich. Von vielen Aerzten empfohlen. Stets frisch vorrätig bei Wilh. Heppe, Schwerte. Ernst Klein, 9 Zam Taarlalwechser erlauben wir uns zum Abonnement auf die Leitschion der gesamten Titteratur, sowie auf die Lirvor-Zburkalt für Herren= und Damen=Garderobe ergebenst einzuladen. Bestellungen ersuchen baldgefälligst direkt oder durch die Zeitungsboten an uns gelangen zu lassen. Sollten bisherige Abonnenten in den Journalen eine andere Auswahl vornehmen wollen, so beliebe man uns gefälligst sofort davon in Kenntnis zu setzen, da nach dem 29. Sept. keine Aufbestellungen berücksichtigt werden können. Erscheint ¼ jährl. 14tägig, 1,50 monatlich, à Heft 0,50 monatlich, 0,90 14tägig,„ 3,00 wöchentlich, àHest 0.10 wöchentlich, 2,50 Allgemeine deutsche Hebammen zeitung Alte und Neue Welt Arbeitsstube Aus fremden Zungen Aus aller Welt Bazar..... Bibliothek der Unterhaltung u. des Wissens Chronik der Zeit.. Daheim Das Buch für Alle Derprakt. Maschinenkonstrukteur 14tägig, Der gute Kamerad Deutsche Helden. Deutscher Hausschatz Deutsche Rundschau Deutsche Frauenzeitung Deutsche Modenzeitung Die Lehrerzeitung Dies Blatt gehört der Hausfrau wöchentlich, Das Hausmütterchen. Für alle Welt Fürs Haus Fliegende Blätter Gartenlaube Häuslicher Ratgeber Illustrierte Chronik der Illustrierte Welt Illustrierte Wäschezeitung Illustrierte Blätter. Journal für Gasbeleuchtung Jugendblätter Mode=Salon Moderne Kunst Modenwelt, große. Modenwelt, kleine Mode und Haus Modentelegraph.. Monatsschrift für Kinder Monatshefie, illustr. Musikzeitung Prakt. Ratg. f. Obst=u. Gartenbau wöchentlich, Quellwasser fürs deutsche Haus wöchentlich, Soldatenhort Soldatenfreund Ueber Land und Meer Von Haus zu Haus Zur guten Stunde jährlich 13 Bände, à Band 0,75 jährlich 28 Lief., à Heft 0.25 wöchentlich, 2,— in Heften, à Heft 0,50 14tägig, à Hest 0,30 4.— 2.— jährlich 15 Lief. à Heft 0.50 20tägig, à Heft 0,40 6.— wöchentlich 3X, 2 50 14tägig, 1,50 monatlich 3X, 1,— 1,25 wöchentlich, 1,— jährlich 28 Hefte, à Heft 0,40 wöchentlich, 1,— wöchentlich, 1,— wöchentlich, 1,60 14tägig, à Heft 0.25 monatlich, à Heft 0,50 wöchentlich, 1,25 14tägig, à Heft 0.25 14tägig, à Heft 0,30 monatlich, 0,60 wöchentlich, 1.— monatlich 3X, 10.— monatlich, 0,75 14tägig, à Heft 1.25 14tägig, à Heft 0,60 1.— 14tägig, 0,75 14tägig, 1.— monatlich, à Heft 1,75 monatlich, 0,50 wöchentlich, 1,25 14tägig, 1.— 1 1,50 wöchentl., à Heft 0,20 ... monatl., jährlich 9,— . w ö c h e n t l i c h, 3.— .. monatlich, à Heft 0,50 Oktav=Ausgabe, 1,— . wöhentlich, 1,50 . vierteljährl. 7X, 2,50 Die Journale kommen Samstags zur Ausgabe. 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