Abonnements=Preis pro Quartal 1 Mk. 50 Pfg. Erscheint Montags, Mittwochs, Freitags und Samstags. Wöchentliche Gratisbeilage:„Illustrierter Familienfreund.“ Nr. 147. Verantwortlicher Redakteur: Wilhelm Hoerster, Schwerte. : f ü r d e n K r e i s G o r d e. Insertionsgebühr für die 6spaltige Zeile oder deren Raum 10 Pfg., außerhalb des Leserkreises 15 Pfg. Reklame 30 Pfg. Druck und Verlag von Carl Braus in Schwerte. Schwerte, Montag, 19. September 1898. 31. Jahrgang. Amtliche Bekanntmachungen. Kürzlich sind einem preußischen Reisenden an der Grenze von Rumänien dadurch Weiterungen erwachsen, daß sein Paß nicht ordnungsmäßig visiert war. Ich nehme daraus Verankassung, mit Bezug auf die Verfügungen vom 8. August 1879(II. 9556), 81. Juli 1891(lI. 9494), 3. August 1891(II. 9694) und 8. Dezember 1893(II. 14987) in Erinnerung zu bringen, daß zum Uebertritt auf rumänisches Gebiet ein Paß erforderlich ist, während eine Paßkarte oder sonstige Ausweise(insbesondere auch Militärpapiere) nicht genügen, ferner daß die Pässe, die zur Reise nach Rumänien beschafft sind, vorschriftsmäßig visiert sein müssen, und daß die diplomatischen und konsularischen Vertreter Rumäniens von ihrer Regierung angewiesen worden sind, das Visum kostenfrei zu erteilen. Berlin, den 13. August 1898. Der Minister des Innern. In Vertretung gez. Braunbehrens. Nach Artikel 38 Nr 6 Absatz 2 der Anweisung vom 5. August 1891 zur Ausführung des Einkommensteuergesetzes dürfen nur diejenigen Schuldenzinsen u. s. w. bei der Veranlagung berücksichtigt werden, deren Bestehen keinem Zweifel unterliegen. Diejenigen Steuerpflichtigen oes hiesigen Amtes, denen infolge eines 3000 Mark nicht übersteigenden Einkommens eine Steuerklärung nicht obliegt, werden daher ersucht, bis zum 25. Oktober er. die Schuldenzinsen, Lasten, Kassenbeiträge und Lebensversicherungsprämien, deren Abzug sie vom Gesamteinkommen beanspruchen, unter Vorlegung der Belege,(Zins=Beitragsprämien=Quittungen) auf dem hiesigen Amtsbureau oder bei den betreffenden Herren Vorstehern nachzuweisen. Wellinghofen, den 12. Septbr. 1898. Der Amtmann: I. V. Der 1. Amtsbeigeordnete. Frickenhaus. Betanntmachung. Diejenigen Personen hiesigen Amtsbezirks, welche für das Jahr 1899 einen Wandergewerbeschein wünschen, haben sich bis spätestens zum 20. Oktober d. J. unter Vorlegung des diesjährigen Gewerbescheines persönlich auf dem hiesigen Amtsbüreau zu melden. Wellinghofen, den 13. Sept. 1898. Der Amtmann: I. V. Der 1. Amtsbeigeordnete Frickenhaus. Einladung Abonnement auf die Feilung auf die S 119•) (alleiniges amtl. Organ des etwa 100000 Einwohner zählenden Kreises Hörde) mit der Gratis=Beilage „Illustr. Familienfreunt für das mit dem 1. Oktober neu beginnende Quartal.„ 6 Die„Schwerter Zeitung oringt neben gediegenen, sittenreinen Roman=Feuilletons interessante belletristische Lektüre, sowie treffliche Leitartikel und politische, provinzielle, landwirtschaftliche und industrielle... richten; insonderheit sucht sie vaterlandische Gesinnung unter Vermeidung jedes Parteiund Klassenfanatismus zu pflegen und auf allen Gebieten den Lesern mit Nachrichten schnell zu dienen. Die„Schwerter Zeitung“ wendet vornehmlich den lokalen Interessen ihre Aufmerksamkeit zu, und von keiner anderen hier gelesenen Zeitung wird sie darin erreicht. Es sind denn auch unsere Bestrebungen, ohne Opfer zu scheuen, die„Schwerter Zeitung" immer mehr.auszugestalten, eitens des Publikums nicht unbelohnt geblieben, denn wir haben einen schönen Zuwachs an Abonnenten zu verzeichnen. Aber ungeachtet dieses Erfolges werden wir nicht aufhören, die„Schwerter Zeitung“ unter Belassung des von allen hier gelesenen Zeitungen billigsten Preises von monatlich 50 Pfennigen weiter auszubauen; es würde also im Interesse eines jeden Kreiseingesessenen liegen, auf die„Schwerter Zeitung“, das einzige amtliche Blatt des Kreises Hörde, zu abonnieren. Jetzt hinzutretende Abonnenenten erhalten die Zeitung bis zum 1. Oktober gratis. Zur Kaiserrede in Deynhausen. Auf der roten Erde, in Westfalen, sind nun schon zum zweiten Male aus dem Munde des deutschen Kaisers inhaltsschwere Worte gesprochen worden, welche der Presse aller Parteirichtungen seit Tagen Veranlassung zu lebhaftesten Besprechungen gegeben haben. Wir halten es für wichtig, über das Resultat dieser Auslassungen im Zusammenhang zu referieren und glauben einige wichtige neue Gesichtspunkte aufstellen zu können. Das erste Mal war es im vorigen Jahre in Bielefeld, wo der Kaiser es aussprach, daß harte Bestrafung diejenigen treffen solle, die Arbeitswillige von der Arbeit abhalten wollten. Dieser wohlverstandene Wink hat vielfach die Gerichtshöfe bewogen, gegen Streikende, welche den Versuch machten, andere Arbeiter von der Arbeit unter Anwendung von Drohworten abzuhalten, recht hohe Strafen zu verhängen. Der§ 153 der Gewerbeordnung vom 1. Juli 1883 setzt für sog. Nötigung eine Strafe bis zu 3 Monaten Gefängnis fest, falls nicht nach dem allgemeinen Strafgesetz eine noch härtere Strafe verwirkt ist. Das Strafgesetzbuch für das deutsche Reich hat aber in§ 240, der da lautet:„Wer einen andern widerrechtlich durch Gewalt oder durch Bedrohung mit einem Verbrechen oder Vergehen zu einer Handlung, Duldung oder Unterlassung nötigt, wird mit Gefängnis bis zu 1 Jahr oder mit Geldstrafe bis zu 600 Mark bestraft,“ eine äußerst scharfe Waffe gegen Uebergriffe streikender Arbeiter. Wie die Statistik über gerichtliche Bestrafungen ergiebt, haben denn auch die deutschen Gerichtshöfe vielfach bei solchen Fällen auf das Strafmaximum erkannt, weil man durch recht hohe Strafen abschreckend zu wirken glaubt. Aber die Reichsregierung hält die vorhandenen Strafbestimmungen noch für viel zu gelinde, um die Arbeiter von ihren mehrach hervorgetretenen Ausschreitungen abzubringen, und deshalb arbeitete man neue gesetzliche Bestimmungen aus, die zwar im einzelnen noch nicht bekannt sind, die aber, nachdem der Kaiser sich in einer Rede zu Oeynhausen darüber ausgelassen, so viel erkennen lassen, daß sie hinsichtlich des Strafmaßes für Ausschreitungen Streikender ganz enorm sein werden. Wörtlich lautete bekanntlich die Rede des Kaisers wie folgt:„Der Schutz der deutschen Arbeit, der Schutz desjenigen, der arbeiten will, ist von mir im vorigen Jahre in der Stadt Bielefeld feierlich versprochen worden. Das Gesetz naht sich seiner Vollendung und wird den Volksvertretern in diesem Jahre zugehen, worin jeder, er möge sein, wie er will und heißen, wie er will, der einen deutschen Arbeiter, der willig wäre, seine Arbeit zu vollführen, daran zu hindern versucht oder gar zu einem Streik anreizt, mit Zuchthaus bestraft werden soll. Die Strafe habe ich damals versprochen, und ich hoffe, daß das Volk in seinen Vertretern zu mir stehen wird, um unsere nationale Arbeit in dieser Weise, soweit es möglich ist, zu schützen. Recht und Gesetz müssen und sollen geschützt werden, und so weit werde ich dafür sorgen, daß sie aufrecht erhalten werden.“ Aus den Worten des Kaisers geht hervor, daß nicht allein die Uebergriffe, welche sich Ausständige gegen ihre arbeitenden Kollegen erlauben, mit Zuchthaus bestraft werden sollen, sondern auch, daß das Anreizen zu einem Streik mit einer gleichen Strafe belegt werden soll. Es wird sich fragen, was unter Anreizen zum Streik zu verstehen ist, denn daß damit der Kaiser gemeint haben sollte, daß alle diejenigen, die einen Ausstand planen, darüber Rede halten und Beschlüsse fassen, welche die Arbeiter zum Streik aufmuntern, ins Zuchthaus wandern sollen, ist kaum anzunehmen. Einmal widerspricht ein gesetzliches Einschreiten gegen die Arbeiter, welche einen Streik in szenieren, der durch die Verfassung gewährleisteten Koalitionsfreiheit, welche ihrem Untergange geweiht wäre, falls derartige Bestimmungen Gesetz werden würdenn. Andererseits hat der Kaiser aber selber die Berechtigung der Arbeiter, ihre Lage zu verbessern anerkannt. Er that dies bei Gelegenheit des Empfanges der sog. Kaiserdeputation der rheinisch=westfälischen Bergarbeiter am 16. Mai 1889, wobei er sagte: „Es ist ja menschlich natürlich, daß jedermann versucht, sich einen möglichst günstigen Lebensunterhalt zu erwerben. Die Arbeiter lesen Zeitungen und wissen, wie das Verhältnis des Lohnes zu dem Gewinn der Gesellschaften steht. Daß sie mehr oder weniger daran teilhaben wollen, ist natürlich.“ Später hat der Monarch alsdann auch noch mit kräftigen Worten seine Meinung den Bergwerks= und Hüttenbesitzern über die schlechten Lohnverhältnisse ihrer Arbeiter zu erkennen gegeben. Die Ankündigung des Kaisers hat dain der Presse der verschiedensten Parteien heftigen Widerspruch oder andere Meinungsäußerungen, nirgends aber begeisterte Zustimmung hervorgerufen. In der offiziösen Presse beginnt man übrigens schon darauf hinzuweisen, daß es besser sei, den Gesetzentwurf erst abzuwarten, ehe man sich unnötig über Bestimmungen, die in ganz anderer Form in demselben vorkommen werden, aufrege. Es ist anzunehmen, daß zu drakonischen Gesetzbestimmungen der Reichstag niemals seine Zustimmung geben wird. Daß dann die Reichsregierung zu dem Mittel der Reichstagsauflösung greifen wird, bezweifeln wir. Tages=Ereignisse. Der„Königlich preußische Staats=Anzeiger“ macht bekannt, daß für die Wahlen zur neunzehnten Legislaturperiode des Hauses der Abgeordneten als Wahltermine der 27. Oktober für die Wahl der Wahlmänner und der 3. November für die Wahl der Abgeordneten festgesetzt sind. Die Morgenblätter melden: Hinsichtlich der von den Stadtverordneten Berlins getroffenen Wahl des Stadtverordneten Singer zum Mitgliede der städtischen Schuldeputation erließ der Minister ein Reskript an den Magistrat, welches denselben in die Unmöglichkeit versetzt, die Wahl zu bestätigen. Die Berliner Anarchisten werden jetzt polizeilich scharf überwacht, selbst solche Personen, welche schon seit einiger Zeit nicht mehr observiert wurden, unterstehen gegenwärtig wieder der amtlichen Kontrole. Ein besonderes Augenmerk hat die Polizei auf Ausländer, da sich diese vielfach unter falschen Namen hier aufhalten. Es sind übrigens in der letzten Tagen mehrfach ausländische Anarchisten von Berlin abgereist, da sie der Gefahr einer Ausweisung entgehen wollten. Wie verlautet, sollen übrigens alle zweifelhaften Individuen demnächst, soweit sie Ausländer sind, aus Berlin ausgewiesen werden. Wilhelmshafen, 17. Sept. Die Flottenübungen sind beendet. Der kommandierende Admiral v. Knorr holte heute gegen 9 ½ Uhr seine Flagge vom „Blücher" nieder. Das letzte Flaggensignal war„3 Hurrah für Kaiser Wilhelm II.“ Die nach Kiel gehörigen Schiffe der Flotte verlassen noch heute Wilhelmshafen. Kiel, 17. Sept. Der Kaiser hat angeordnet, daß 200 Marinematrosen, je 100 von der„Hohenzollern“ und der „Hertha“, den kaiserlichen Zug von Jaffa nach Jerusalem begleiten. Die„Hertha“ verläßt Kiel am Sonntag früh. Thu' Deine Pflicht! Zu jung und alt, zu Weib und Mann Tritt jeder Morgen frisch heran Und spricht zu jedem: Sorge nicht, Wie's morgen wird— thu' Deine Pflicht! jeder Tag ist lieb und hold, Nicht jeder lacht im Sonnen##old, Heut ist er dunkel, morgen licht— Frag nicht danach— thu' Deine Pflicht! So ist's im krausen Lauf der Welt: Der eine steigt, der and're fällt. Geh' graden Wegs; ins Angesicht Sieh jedem frei— thu' Deine Pflicht! Was morsch und alt zusammenbrach, Nicht sinn' und träum' ihm sehnend nach! Steh fest— was um Dich fällt und bricht, Vorwärts den Blick— thu' Deine Pflicht! Rasch rennt die Zeit mit Lust und Leid, Die Stunde ruft,'s ist an der Zeit; Der Morgen mahnt, der Abend spricht: Kurz ist der Tag— thu' Deine Pflicht! Kurz ist ist der Tag, rasch ist der Tod, D'rum sei ein Helfer in den Not, Und was Du thust, mehr thust du nicht— Das merke wohl— als Deine Pflicht! Das Enkelnino. Von G. Struder. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Als Neubert und der Graf sich jetzt nach den beiden anderen Personen umsahen, bemerkten sie, wie diese in vollem Gallopp davonfuhren. „Der Vogel ist uns diesmal entwischt,“ sprach Neubert ärgerlich.„Es ist mir wirklich unbegreiflich, wie der Kerl sich losreißen konnte, denn wen ich einmal gepackt habe, der macht sich so leicht nicht wieder frei. Doch das Unglück ist einmal passiert und es bleibt daher vorläufig nichts übrig, als unverrichteter Dinge nach Hause zurückzukehren.“ „Wäre es nicht gut, wenn wir sofort die Ortspolizei von dem beabsichtigten Attentate in Kenntnis setzten?“ frug der Graf, worauf Neubert verächtlich erwiderte: „Das hätte keinen Zweck, denn dem Burschen ist die hiesige Polizei doch nicht gewachsen und die kriegt ihn sicher nicht, wenn er sich nicht kriegen lassen will. Wenn wir noch etwas gegen den Kerl unternehmen wollen, so müssen wir uns dies vorher reiflich überlegen und es auf morgen verschieben, heute können wir nichts besseres thun, als das unterbrochene Abendessen wieder aufzunehmen und ruhig zu Ende zu führen.“ Als beide in der Wohnung Neuberts wieder eintrafen, frug Irma natürlich sofort, wo sie denn eigentlich gewesen seien, ihr Großvater verweigerte indessen jede nähere Auskunft hier über. „Wir wollen die Sache heute abend auf sich beruhen lassen,“ erwiderte er, denn Du könntest am Ende diese Nacht von bösen Träumen geplagt werden. Morgen kann Dir der Herr Graf die Geschichte ausführlich erzählen, und Du hast alsdann auch Gelegenheit, Dich Bei diesen Worten schaute Irma unwillkürlich den Grafen. an, und als sich dabei ihre Blicke trafen, geschah es, daß beide mit einem Male lebhaft erröteten. Dem alten Neubert entging dieser Umstand nicht, aber er begnügte sich damit, verstohlen vor sich hin zu lächeln, worauf er beide aufforderte, sich mit ihm wieder an den Tisch zu setzen. Dank den vortrefflichen Weinen und der guten Laune des Hausherrn wurde die Unterhaltung bald eine recht lebhafte. Neubert schien sich besonders für die Privatverhältnisse seines Gastes zu interessieren, denn er richtete eine Menge Fragen an ihn, welche der Graf mit großer Offenherzigkeit beantwortete. Zuweilen schüttelte Neubert bei seinen Antworten bedenklich den grauen Kopf, einige Male schienen dieselben ihn dagegen durchaus zu befriedigen, „Sie haben, wie ich sehe, stellenweise ganz gesunde Ansichten,“ sprach er zuletzt,„und aus Ihnen könnte vielleicht noch etwas recht Tüchtiges werden, wenn nicht die Ihrem Stande eigenen Vorurteile Ihnen hierbei im Wege ständen. Denn das Arbeiten gilt ja bei Leuten Ihres Standes für schimpflich, und wenn ich Ihnen daher z. B. als Gegenleistung für Ihren Dienst zu einer angesehenen, d. h. in Bürgerkreisen angesehenen Stellung verhelfen wollte, so würden Sie ein solches Anerbieten höchst wahrscheinlich als Ihnen unwürdig zurückweisen.“ „Darin irren Sie sich vollständig, Herr Neubert," versetzte der Graf lebhaft.„Sie glauben nicht, wie müde ich dieses unthätige Leben bin, und wie gerne ich irgend eine Beschäftigung ergreifen würde, wenn ich nur eine solche finden könnte. Bis jetzt habe ich mich vergebens um eine solche bemüht, denn es scheint mir beinahe so, als zähle in bürgerlichen und geschäftlichen Kreisen der adelige Name für alles andere eher denn für eine Empfehlung. Man hält uns von vornherein für hochmütig und für zu stolz zum odentlichen Arbeiten, man fürchtet auch vielleicht, daß wir eine ganz besonders zuvorkommende Behandlung verlangen würden, und daher weist man uns, anstatt uns näher zu prüfen, einfach ab. Wollten Sie mir Gelegenheit verschaffen, meinen guten Willen zum Arbeiten praktisch zu bethätigen, so würde ich Ihnen den Beweis liefern, daß ich auch etwas leisten kann und daß ich Ihrer Fürsprache mich in jeder Hinsicht würdig erweisen würde.“ „Hm, wir wollen einmal sehen,“ meinte Neubert.„Ich hätte z. B. selbst hinreichende Beschäftigung für Sie, aber für den alten Grobian, wie man mich hier nennt, zu arbeiten, dessen dürfte sich der Herr Graf v. Lindenberg doch wohl schämen.“ „Ich sollte mich schämen!“ rief der Graf ganz entzückt aus.„Ach, Herr Neubert, nichts könnte mir erwünschter und angenehmer sein, als für Sie zu arbeiten, und ich kann Sie nur recht herzlich bitten, mich einmal auf die Probe zu stellen. Ich bin überzeugt, daß Sie mit mir zufrieden sein werden.“(Forts. folgt.) Leipzig, 17. Septbr. Eine sozialdemokratische Protestversammlung gegen das vom Kaiser angekündigte Streikgesetz, in der Liebknecht sprechen sollte, wurde polizeilich verboten.... 10 Sepihr## Braunschweig, 10. Septol. Der Regent Prinz Albrecht hat dem Geheimen Kommerzienrat Krupp in Essen das Kom mandeurkreuzerster Klasse des Ordens Heinrichs des Löwen verliehen. Ulm, 16. Septbr. An die Hauptversammlung des Gustav Adolf=Vereins ist folgendes Telegramm gelangt: Seine Majestät der Kaiser und König haben Allerhöchst sich herzlich gefreut, von der 51. Hauptversammlung des Gustav Adolf=Vereins so freundlichen Gruß und treue Segenswünsche für Allerhöchstihre Palästina=Reise zu erhalten. Seine Majestät lassen bestens danken und der Gustav Adolf=Sache eine immer weitere Ausbreitung im deutschen Vaterlande wünschen. Auf Allerhöchsten Befehl v. Lucanus, Geh. Kabinetsrat. Spanien. Vigo, 16. Septbr. Gestern nachmittag zog ein Volkshaufe vor die Wohnung des Generals Toral und verlangte die sofortige Ausschiffung der von Kuba angekommenen spanischen Soldaten. Dann zog die Menge zum Hafen, wo der Anblick der an Land kommenden halbnackten Soldaten den Unwillen steigerte. Als General Toral sich an Bord des Dampfers„Leon XIII.“ begeben hatte, drängten die Manifestanten heran und warfen eine halbe Stunde lang mit Steinen nach dem Schiff. Die Ordnung wurde erst in vorgerückter Abendstunde wieder hergestellt Madrid, 17. Sept. Wie hierher gemeldet wird, ist General Augustin, der frühere Gouverneur der Philippinen, mit seiner Familie in Genua eingetroffen, von wo er sich ohne Aufenthalt nach Spanien begiebt. Amerika. Buenos=Aires, 17. Sept. Die Kammer votierte der Regierung ihr Vertrauen und ermächtigte sie, sobald es als zweckmäßig erscheine, 80000 Mann zu mobilisieren. Die Aussichten auf eine friedliche Lösung des Streites mit Chile werden gleichwohl immer günstiger. Aegypten. London, 17. Septbr. Die„Morning= Post“ meldet aus Kairo: Der Sirdar besitzt die uneingeschränkte Vollmacht, Faschoda als ägyptisches Gebiet in Anspruch zu nehmen; wenn nötig, soll Gewalt angewandt werden, um die gegenwärtige Besatzung des Platzes zu vertreiben.— Nach einer Depesche des „Daily Telegraph“ aus Kairo gedenkt der Sirdar ein Ultimatum zu stellen, worin er Marchand auffordert, Fuschoda sofort zu räumen. Wenn hierauf die Franzosen feuern, soll dasselbe erwidert und Faschoda mit Gewalt genommen werden. Paris, 17. Septbr. Ueber den heutigen Ministerrat wird folgende offizielle Note ausgegeben: Der Justizminister setzte die Thatsachen auseinander, welche sich für ihn aus der vorgenommenen Prüfung der, Dreyfus=Akten ergaben, und legte dar, daß er nach dem Wortlaut des Artikels 444 der Strafprozeß=Ordnung nicht berechtigt sei, über das an ihn auf grund des Paragraphen 4 des Artikels 442 gerichtete Revisionsgesuch einen Beschluß zu fassen, bevor die durch Gesetz im Justizministerium bestehende Kommission ein Gutachten abgegeben habe. Der Ministerrat ermächtigte hierauf den Justizminister, diese Kommission zusammenzuberufen. Der Ministerrat war ½1 Uhr beendet. Die Minister werden am Nachmittage nochmals im Ministerium des Innern zusammentreten. Man versichert, hierbei werde die Demission Zurlindens und Tillayes offiziell mitgeteilt. auf Kreta. Konstantinopel, 16. Sept. Nach einer Meldung aus Kandia sind bis gestern abend 42 Unruhestifter an die Engländer ausgeliefert worden.— Dschevad Patcha hat dem englischen Konsul in Kanea mitgeteilt, daß angesichts des strengen Tones des Admirals Noel er die sofortige Aburteilung der Ausgelieferten befürchte und deshalb die Vertagung erbitte, bis die Erledigung des von türkischer Seite gemachten Vorschlags der Aburteilung durch einen gemischten Gerichtshof erfolgt sein werde. Der englische Admiral soll vorgeschlagen haben, daß die andern Kriegsschiffe ihre Truppen von Kandia zurückziehen und die Engländer allein gelassen werden sollen. In Kandia sind weitere 200 Mann russischer Truppen gelandet worden. Der Tod der Kaiserin von Die Ankunft des Deutschen Kaisers. Wien, 17. Septbr. Kaiser Franz Josef in der Uniform seines preußischen Kaiser FranzGrenadier=Regimentes mit dem Bande des Schwarzen Adlerordens traf 20 Minuten vor der Ankunft des deutschen Kaisers in offener Equipage vor dem Nordbahnhofe ein und begab sich in den schwarzdrapierten Hofwartesalon, woselbst die Mitglieder der deutschen Botschaft, der Reichskanzler Fürst Hohenlohe und der Staatsminister von Bülow die Ankunft des Kaisers erwarteten. Um 1 Uhr fuhr der Zug in die Halle ein. Kaiser Wilhelm, welcher die Uniform eines österreichisch=ungarischen Generals trug, war bereits am Fenster sichtbar. Der Kaiser entstieg eiligst dem Zuge. Kaiser Franz Josef schritt dem Kaiser Wilhelm entgegen; die Monarchen schüttelten sich zweimal die Hände, nahmen die Helme ab und küßten einander dreimal; beide Kaiser waren tiefbewegt. Die Umgebung bemerkte, wie Kaiser Wilhelm dem Kaiser von Oesterreich, welcher sich wiederholt dankend verheugte, seine herzlichste Teilnahme ansdrückte. Die Monarchen fuhren nach erfolgter Vorstellung der Suite zur Hofburg. Mit dem Zuge, mit welchem der deutsche Kaiser ankam, trafen zwei prächtige Kränze, der eine von Kaiser Wilhelm, der andere von seiner Gemahlin, ein. Beide Kränze legte Kaiser Wilhelm sofort nach seiner Ankunft in der Hofburg auf dem Sarge nieder. Um 6 Uhr abends fand in der deutschen Botschaft ein Diner statt, woran der deutsche Kaiser mit Gefolge teilnahm. Kaiser Wilhelm verweilte dort bis 8 Uhr, worauf die Abreise erfolgte. Die Leichenseier in Wien, 17. Septbr. Seit dem frühen Morgen herrschte auf sämtlichen Straßen und Plätzen unbeschreibliches Leben. In den ersten Nachmittagsstunden wurden die Straßenlaternen angezündet, und breite mächtige Flambeaus schlugen zum Himmel empor. Hinter den Spalier bildenden Truppen harrte lautlos die dichtgedrängte Menge. Glockengeläute verkündete den Harrenden mit dem Schlage der vierten Stunde, daß die Spitze des Trauerzuges sich in der Hofburg in Bewegung setzte. Der Leichenzug wurde von einer Abteilung Kavallerie eröffnet. Der Zug nahm seinen Weg über den inneren Burgplatz, den Michaeler= und den Josephsplatz durch die Augustinerstraße und bog sodann in die Tegetthofstraße gegen den Neuen Markt ein, wo in der Gruft unter dem unscheinbaren Kirchlein der Kapuziner die Mitglieder des Kaiserhauses zur letzten Ruhe gebettet werden. Als der Leichenwagen vor der Hauptpforte der Kapuzinerkirche angelangt war, wurde der Sarg gehoben und unter Vorantritt der Geistlichkeit in die Kirche getragen; hier wurde er auf die in der Mitte des Raumes aufgestellte, rings mit brennenden Kerzen umgebene Bahre niedergelassen. Es wurde sodann der feierliche Akt der Einsegnung vollzogen. Dann sangen die Sänger der Hofmusikkapelle das Libera, worauf der Sarg von Kammerdienern und Leiblakeien gehoben und unter Trauergebeten der Kapuziner, welche ihn mit Fackeln begleiteten, in die Gruft hinabgetragen wurde. Hinter dem Sarge schritt Kaiser Franz Josef die düstere Grufttreppe hinab; ihm folgten nur einige der Hofchargen. In der Gruft wurde die letzte Einsegnung vorgenommen. Nach Beendigung der Gebete übergab der erste Obersthofmeister dem Guardian der Kapuziner den Schlüssel zum Sarge und empfahl diesen seiner Obhut. Kaiser Franz Josef verließ hierauf die Kirche, die sich nun allmählig leerte. Trauerkundgebungen. Berlin, 17. Septbr. Heute vormittag fand in der Hegwigkirche ein Requiem für die Kaiserin von Oesterreich statt. Die Honneurs machte der Geschäftsträger Velies. Für die deutsche Kaiserin erschien die Oberhofmeisterin Gräfin Brockdorff. Ferner waren anwesend die hier weilenden Prinzen und Prinzessinnen, die Generaladjutanten des Kaisers, die Hochwürdenträger. In Vertretung des Reichskanzlers erschien der Staatssekretär v. Posadowsky. Ferner waren zugegen Finanzminister v. Miquel und die übrigen Staatsminister und Staatssekretäre, die Bundesratsbevollmächtigten, das diplomatische Korps, die Generalität, der Chef der Reichskanzlei v. Wilmowski und zahlreiche Mitglieder des Auswärtigen Amts. Die hier ansässigen Oesterreicher, Ungaren und Bayern waren in großer Zahl erschienen. Wien, 17. Sept. Zu den heutigen Trauerfestlichkeiten trafen in den ersten Morgenstunden ein Prinzregent von Bayern, König von Rumänien, Prinz Christian von Schleswig=Holstein, Herzog Alfred von Sachsen=Koburg=Gotha. Turin, 17. Sept. Der Prinz von Neapel wird dem Kaiser Franz Josef ein eigenhändiges Schreiben des König Humberts überbringen, in welchem derselbe der erhabenen Tugenden der Kaiserin Elisabeth gedenkt und seine sowie der Königin herzlichste Teilnahme erneut zum Ausdruck bringt. (Nachdruck nur mit Quellenangabe gestattet.) ! Schwerte 19. Sept. Der evangelische Arbeiter= und Bürgerverein hielt gestern nachmittag im Saale des Herrn Hagemann eine Monatsversammlung ab, die gut besucht war. Dieselbe wurde durch den Gesang des alten Lutherliedes:„Ein feste Burg ist unser Gott“ eröffnet und dann wieder vier neue Mitglieder unter den laufenden Nummern 970—73 ausgenommen. Herr Otten gedachte des Tages von Sedan, dabei besonders die Pflichten hervorhebend, die uns das Gedächtnis dieses Tages auferlegt. Dann machte Herr Lecking Mitteilungen über:„Die innere Mission“, die am 22. September die Jubelfeier ihrer 50jährigen Wirksamkeit begeht. Der Vater der innern Mission ist Johann Heinrich Wichern, der im Jahre 1833 das bekannte rauhe Haus bei Hamburg gründete. Er hatte seit Jahren das Leben des Volks mit lebendigem Herzen und scharfen Blick und gerade in seinen Tiefen verfolgt. So sah er 1848 in dem Revolutionsjahre all die Not, all die Verwirrung, all die Zuchtlosigkeit, die in der Revolution an den Tag trat, aber er sah auch längst die Mittel zur Heilung solcher Not und daher konnte er in diesem Sturme das Brausen des Frühlings vernehmen und sprechen: Der Tag der großartigsten Entfaltung der innern Mission ist jetzt angebrochen. Auf dem Kirchentage zu Wittenberg sollte 1848 das Wohl der Kirche beraten werden. Wichern war auch da. Er hielt jene berühmte Rede, die man mit Recht den Ruf zur innern Mission genannt hat. Voll Vertrauen und Begeisterung sah man zu Wichern auf, der zum Führer aller geworden war. Mannigfaltig ist die Arbeit an der Kinderwelt in Krippen, Kleinkinderbewahranstalten, Kinderhorten, Sonntagsschulen, Waisen= und Rettungshäusern. Auch für die heranwachsende Jugend wird gesorgt; davon zeugen die 2000 Jungfrauenvereine, die 1400 Jünglingsvereine, 66 Marthaschulen, 106 Mägdeherbergen, die Lehrlings= und Gesellenheime, sowie die 450 Herbergen zur Heimat. 13 Brüderhäuser mit ca. 2000 Brüdern und 73 Mutterhäuser mit 1200 Diakonissen entfalten ihren Dienst an allen Orten In der Monatsversammlung im Oktober wird Herr Lehrer Otten einen Vortrag halten. * Schwerte, 19. Sept. Reiche Ernte hielt der Schnitter Tod vergangene Woche in der hiesigen evangelischen Pfarrgemeinde. Es starben nicht weniger denn 11 Personen, von denen nur zwei erwachsen waren, während die übrigen 9 im zarten Kindesalter infolge Lungenentzündung oder Masern dahingerafft wurden. * Schwerte, 19. Sept. Von der PolizeiVerwaltung geht uns folgender Bericht zu: Kürzlich sind einem preußischen Reisenden an der Grenze von Rumänien dadurch Weiterungen erwachsen, daß sein Paß nicht ordnungsmäßig visiert war. Hierzu ist zu bemerken, daß nach den bestehenden bestimmungen zum Uebertritt auf rumänisches Gebiet ein Paß erforderlich ist, während eine Paßkarte oder sonstige Ausweise(insbesondere Milttärpapiere) nicht genügen, ferner, daß die Pässe, die zur Reise nach Rumänien beschafft sind, vorschriftsmäßig visiert sein müssen, und daß die diplomatischen und konsularischen Vertreter Rumäniens von ihrer Regierung angewiesen worden sind, das Visum kostenfrei zu erteilen. * Schwerte, 19. Sept. Das Tierschaufest des landwirtschaftlichen Vereins im Lokale des Herrn L. Hagemarn verlief in schörer Weise. Die Ausstellung war recht reichlich beschckt und brachte den Beweis, daß unsere Landwirte das Bestreben bethätigen, im Acker= und Gartenbau, sowie in Vieh= und Geflügelzucht günstigere Resultate zu erzelen. Auch verschiedene G wertetreibende hatten sich an der Ausstellung beteiligt und landwirtschaftliche Geräte ausgestellt. Aufmersamkeit verdient auch die Ausstellung von Kaninchen, die nachher noch Veranlassung zu einer großen Loserei gab. Gegen ½7 Uhr begann das Festessen, das eine über Erwarten große Beteiligung auswies und Küche und Keller des Herrn Hagemann Ehre machte. Nach dem ersten Gang brachte der eiste Vorsitzerde, Herr Gutsbesitzer Vogt, das Kaiserhoch aus, das mit Begeisterung ausgenommen wurde, worauf die Nationalyymne stehend gesungen wurde. Herr Provinzial=Landtagsabgeordneter Dickerhoff brachte nach dem zweiten Gang ein Hoch auf Herrn Landrat Spring und Herrn Direktor Geibel aus; ersterer konnte geschäftlicher Verhältnisse wegen das Fest nur während kunzer Zeit mit seinem Besuche zu beehren. Nach dem dritten Gang ergriff Herr Gutsbesitzer Hauptmann der Landwehr Hidding das Wort zu einer Rede auf Judustrie und Landwirtschaft und weihle diesen sein Glas. Herr Gutsbesitzer Schehmann brachte den Damen ein Hoch. Raummangels halber müssen wir auf ein eingehendes Referieren über diese Reden verzichten und können erst in nächster Nummer näher darauf eingehen Den Schluß des Festes bildete ein schön verlaufener Ball. Die ausfuhrliche Tafel der Prämierten bringen wir in nächster Nummer. Westfalen=Rheinland. * Hohensyburg, 19. Sept. Das herrlich sommerliche Wetter, das uns gestern beschieden war, hatte seine Wirkung auf die Besucher Hohensyburgs nicht verfehlt. Schon am Morgen brachten die Züge von Schwerte und Hagen viele Ausflügler und nachmittags konnte man sie scharenweise vom Westhofener Bahnhof den Berg hinan pilgern sehen, um sich oben in der schönen Luft zu ergehen und das seiner Fertigstellung entgegengehende Denkmal zu besichtigen. Bis zur Vollendung des Denkmals dürfen immerhin noch 2 Jahre vergehen. Iserlohn, 16. Sept. Ein unvermutetes Zusammentreffen. Auf dem Lagerplatze des Bildhauers T. an der Lehmkuhle hatten sich nächtlicherweise in letzter Zeit mehrfach Personen herumgetrieben, denen man die Absicht zu stehlen zutraute. Ein Diebstahl war aber bis jetzt noch nicht vorgekommen. In vorletzter Nacht wurde nun T. benachrichtigt, auf seinem Grundstück zeigten sich unheimliche Gestalten. Der Benachrigte versammelte seine Getreuen um sich und fünf Mann hoch rückte man, in den Händen mächtige Knüppel tragend, gegen den unbekannten Feind vor. Richtig, da waren die Gesuchten— schon gerieten die Knüppel in fibrierende Bewegung, als von der Gegenseite gerade kein donnerndes, aber doch ein recht energisches „Halt, wer da!“ laut wurde. Und siehe da, die vermeintlichen Einbrecher entpuppten sich als zwei behelmte Hüter des Gesetzes, welche jedenfalls von der Sache gehört hatten und ebenfalls auf der Suche nach den nächtlichen Eindringlingen waren. Nach dem bekannten „Tableau“ löste sich das Recontre in Wohlgefallen auf. Gevelsberg, 15. Septbr. Eine Witwe Namens Wittenberg stach sich beim Haferbinden mit einer Distel oder scharfen Rispe in die Hand. Die unscheinbare Wunde verschlimmerte sich derart, das Blutvergiftung eintrat, an deren Folgen die beklagenswerte Frau gestorben ist. Mülheim a. d. R., 16. Sept. Erschossen in der Notwehr hat Mittwoch abend gegen 8 Uhr der Inhaber des elektrotechnischen.Geschäftes Karl Schneider seinen Schwager Emil Künzel. Der letztere, der übrigens als rabiater Mensch bekannt war und schon mehrere Jahre im Zuchthaus gesessen hatte, war, trotzdem ihm das Haus seines Schwagers schriftlich durch einen hiesigen Rechtsanwalt verboten worden, in das Haus des Schneider eingedrungen, hatte die Frau(seine Schwester) bedroht und begann alles kurz und klein zu schlagen. Künzel hatte schon kurz vorher Drohungen gegen seinen Schwager ausgestoßen. Als nun infolge des rabiaten Auftretens Schneider, welcher sich nicht im Hause befand, herbeigerufen wurde, sah er, wie Künzel seine Frau bedrohte und verwies er ihm das Haus, doch ohne Erfolg. Im Gegenteil wandte sich Künzel nun, der sich übrigens mit einem dicken Knüttel versehen hatte, gegen Schneider. Dieser, in der Notwehr, griff zu seinem Revolver— den Waffenschein hatte er sich gerade wegen der fortwährenden Bedrohungen seines Schwagers ausstellen lassen— und schoß auf Künzel mehrere Schüsse ab. Beim dritten Schuß stürzte Künzel hin und war eine Leiche. Auf der Straße hatte sich eine große Menschenmenge angesammelt. Schneider stellte sich sofort nach der That bei der Polizei, doch soll er sich bereits wieder auf freiem Fuß befinden, da die That nur in Notwehr geschehen. Die Leiche des Künzel wurde nach dem Totenhause geschafft. * Lemgo, 14. Sept. Ein großer Brand, von welchem 20 Häuser ergriffen wurde ist hier heute ausgebrochen; Einzelheiten fehlen noch. Die Detmolder, Lager und SalzuflerFeuerwehren sind zur Hilfe aufgeboten. Senne, 15. Sept. Ein Düsseldorfer, der eben im Inf.=Regt. Nr. 158 seiner Militärzeit genügt, teilt folgende interessante Episode aus dem letzten Kaisermanöver mit: Die 2. Kompagnie unseres Regiments, bei welcher ich stehe, hatte bei dem Gefecht in der Nähe von Bergkircher, am 9. d. M., die Aufgabe, den obersten Kamm des Wiehengebirges zu besetzen. Es handelte sich darum, das Vordringen des X. Armeekorps zu verhindern, was auch bestens gelang. Unser Zug, unter Führung des Leutnants W., faßte auf einer Felsenpartie Posto, hinter uns lag eine kleine Waldwiese— ein idyllisches Plätzchen mit reizender Aussicht auf das Westfalenland. Plötzlich gab es eine frohe Ueberraschung. Der Kaiser erschien und ließ auf der kleinen Wiese Tische aufschlagen, um mit seinem Gefolge das Frühstück einzunehmen. Als der Kaiser uns bemerkte, wir waren 26 Mann, schickte er uns Obst. Wir waren schon seit aller Frühe auf den Beinen und ließen uns die Spende treflich schmecken. Nach 10 Minuten befahl er unseren Leutnant an seinen Tisch und gleich darauf erhielten wir— diese Ueberraschung!— Ordre, den schweren Tornister abzulegen, die Gewehre zusammenzusetzen und bei dem Kaiser zu lagern. Oh, noch selten ward ein Befehl so rasch ausgeführt! Zwar bubberte uns allen das Herz vor freudiger Erregung, indessen das ging wie ein Donnerwetter. In wenigen Minuten lagen wir im Gras um unseren obersten Kriegsherrn herum, nur wenige Schritte von ihm entfernt. Darauf bekamen wir, von einem alten General gereicht, Marsala, Rotwein, Weißwein, Würste und Obst, und so frühstückten wir guter Dinge an der kaiserlichen Tafel. Der Kaiser, in Königs=Ulanen=Uniform, sah vorzüglich aus und schien sehr lustig. Unser Leutnant bedankte sich nach einer Weile. Der Kaiser schüttelte ihm dreimal die Hand und sagte, er solle seinen Hauptmann grüßen und ihm mitteilen, daß wir bei Majestät gefrühstückt. Nach einer Stunde zogen wir fidel zu unserer Kompagnie zurück, wo unser Erlebnis, das sicher keiner von uns so rasch vergessen wird, zuerst ungläubigem Staunen, dann aber ehrlichem Neid begeanete. Vermischtes. * Petersburg, 14 Sept. Ein schreckliches Verbrechen ist 20 Werst vom Kirchdorfe Tulun verübt worden. Der Bauer Lyckin mit seiner ganzen Familie wurde ermordet und verbrannt; man fand die halbverkohlten Ueberreste seines Weibes und zweier Kinder von der Mordstätte ungefähr eine Werst entfernt liegen. Die halbangebrannte Leiche Lytkins zeigte 4 Schußwunden in der Brust und eine gräßliche Schädelwunde. Zwei der grausigen That verdächtige Tartaren sind verhaftet wordenVirneburg(Eifel), 14. Septbr. Seit gestern Mittag 12 Uhr brennt hier eine ganze Hauser reihe. Acht Wohnhäuser nebst zugehörigen Scheunen und Stallungen sind bereits ein Raub der Flammen geworden. Der Brand wütet noch weiter, da es hier in der hohen Eifel, 240 Meter über dem Meere, an Wasser mangelt, ein Löschen daher nicht möglich ist. Die Bewohner der Häuser sind durchweg kleine Leute, deren Hab und Gut zum größten Teile verbrannt ist. Das Vieh konnte gerettet werden. Menschen kamen laut„K. V.“ nicht zu Schaden; dagegen ist die eben eingebrachte Ernte vollständig hin. Die Gebäude sind versichert, Einrichtung, Ernte u. s. w. nicht. Zum Glück weht nur schwacher Wind, sonst wäre der Wald bedroht; denn die Tannen sind gegenwärtig sehr trocken. * Ostfriesland, 13. Sept. Die Brigg„Felicitas“ aus Delfiel ist an der norwegischen Küste gestrandet. Die Mannschaft ist wahrscheinlich zu Grunde gegangen, da man von ihr noch keine Nachricht hat. * Dresden, 14. Sept. Unweit der böhmischen Grenze zwischen Ober=Sohland und Schönau wurde die 60jährige Frau Läsche aus Ober=Schönau von dem österreichischen Grenzaufseher Schmidt aus Wölmsdorf erschossen. Die Frau befand sich noch in Begleitung mehrerer anderer Personen, die jedoch entflohen sind. Sie hatte sich etwas Kaffee und Petroleum für ihren Haushalt in Sosland geholt und wollle diese Waren unverzollt über die Grenze bringen. Die Kugel drang ihr in den Rücken und trat an der Brust wieder heraus. Die Frau war sofort eine Leiche; sie hinterläßt mehrert Kinder. Neueste Nachrichten. Paris, 17. Sept. Der Kriegsminister Zurlinden richtete folgendes Schreiben an den Ministerprasidenten Brisson: Ich habe die Ehre, Sie zu ersuchen, meine Demission als Kriegsminister entgegenzunehmen. Ein gründliches Studium der Dreyfusakten hat mich zu sehr von der Schuld des Genannten überzeugt, als daß ich als Armeekommandant mich mit irgend einer andern Lösung der Frage als mit der völligen Aufrechterhaltung des gefällten Urteilspruches einverstanden erklären könnte. Wien, 17. Sept. Die„Politische Korrespondenz“ schreibt, in gut unterrichteten Kreisen verlaute, die italienische Regierung beabsichtigte die Initiative zu ergreifen, um die Veranstaltung einer Konferenz behufs Beratung gemeinsamer Maßregeln zur Bekämpfung des Anarchismus anzuregen. Bochum, 17. Sept. Auf der hiesigen Zeche „Präsident“ ist ein Anschlag veröffentlicht worden, nach dem den sämtlichen italienischen nicht naturalisierten Arbeitern gekündigt worden ist. Die anderen Zechen werden der„Bochumer Volksztg.“ zufolge höchst wahrscheinlich diesem Vorgehen folgen. * Handels=Register des Königlichen Amtsgerichts zu Schwerte. In unser Firmen Register ist unter Nr. 91 die Firma Schwerter Hutbazar, Herrenund Knaben=Garderoben=Geschäft und als deren Inhaber der Kaufmann Vernhard Stern zu Schwerte am 14. Septe ber 1898 eingetragen. Bekanntmachung. Die Anfuhr von 30 Schachtruten Ruhrkies und 10 ruten Asche zur Instandsetzung der Kommi nalwege in Wandhofen, sowie das Auswersen der Wegegräben soll am Montag, den 19. September d Is, nachmittags 5 Ahr, im Lokale des Wirts Fr. Breucker zu Wandhofen mindestfordernd verdungen werden. Westhofen, 13 Sept. 1898. Der Amtmann: Graf von Haslingen Verkauf. Mittwoch, 21 ds morgens 9 Uhr anfangend, werde ich bei dem Gastwirt Böhmer hier einen großen Posten Damenhüte Mädchenund Knabenmützen verkaufen. Schulte, Aukt.=Kommissar. Kurkosserderkauf. Sonnabend, 24. Septbr., nachmittags 5 Uhr, läßt Herr H. Heinke zu Eichholz 1½ Morgen Kartoffeln auf der Schwerter Heide zwischen Lips und Witwe offmann nummerw. meistbietend an Ort und Stelle verkaufen. Hohenschwert. Kuriosserverkaus! Montag, den 26. Sept., nachmittags 5 Uhr, läßt Herr Hrch. Böckelühr zu Böckelühr 3 Morgen Kartoffeln in der Nähe des Hofes nummerweise meistbietend an Ort und Stelle verkaufen. Hohenschwert. KartoffelVerkäufe Donnerstag, den 22. Septbr., und zwar nachmittags 5 Uhr für Frau Witwe Drüfel zu 2 Morgen an der Hörderstraße in der Nähe des Wirts Sprave, sodann nachmittags 6 Uhr für Herrn Hrch. Hohenschwert am Bergerhofe 3 Morgen auch in der Nähe des Wirts Sprave nummerweise meistbietend an Ort und Stelle. Hohenschwert, Schwerte. Todes-Anzeige. Heute morgen 9 Uhr entschliof sanft und gottergeben mein lieber Gatte, unser guter Vater, Sohn, Bruder und Schwager, der Gutsbesitzer K. Wöston gt. Schulte-Osthennen im Alter von fast 50 Jahren. Osthennen u. Heil, den 17. Sept. 1898. Die trauernden Hinterbliebenen. Meiner geehrten Kundschaft zur gefl. Nachricht, 15. dfs. Mts. meine—. Hanblung und Lager daß ich mit Die Beerdigung findet Dienstag, den 20. September, nachmittags 4 Uhr, in Hennen statt. 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Expedition: Berlin S bs., Königgrätzerstrasse 42 Schnelle, ausführliche und unpartelische polit. Berichterstattung. Wiedergabe interessierender Meinungsäusserungen der Parteiblätter aller Richtungen.— Ausführliche Parlaments-Berichte.— Treffliche militär. Aufsätze. Interessante Lokal-, Theater- und Gerichts-Nachrichten.— Eingehendste Nachrichten über Musik, Kunst u. Wissenschaft.— Ausführlicher Handelsteil.— Vollständigstes Kursblatt.— Lotterielisten.— Personalveränderungen in der Armee, Marine und Zivilverwaltung sofort und vollständig). —37— 8(Gratis-)Beiblätter 1.„Deutscher Hausfreund“, illustrierte Zeitschrift von 16 Druckseiten, wöchentl. 2.„Illustrierte Modenzeitg.“ Sseitig m. Schnittm. mtlch, 3.„Humoristisches Echo“, wöchentlich. 4.„Verlosungsblatt“, sehnt. 5.„Landwirtsch. Nachrichten, wöchentlich. 6.„Die Hausfrau“, wöchentlich. 7.„Produkten- und WarenMarktbericht“, wöchentl. 8.„Deutscher Rechtsspiegel“, Samml. neuer Gesetze und Reichsger.-Entscheid, nach Bedarf. 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Erwartungsvoll hält sich verborgen noch Der Zola; es wird ihm gelingen Sich selber und Dreysus, die Wahrheit zugleich An's Tageslicht wieder zu bringen. Schon mancher General der grande Nation Ist über den Dreyfus gestolpert, Weil es mit Ehre und Wahrheit und Recht Gewaltig in Frankreich geholpert. Es konnte Minister Cavaignac Sich selber zurecht nicht mehr finden; Den gordischen Knoten soll lösen nun Der neue Minister Zurlinden. Ihm schallet entgegen das Wort Revision, Trotz der Patrioten Gewinsel, Und Hoffnung zieht in des Gefangenen Brust Dort, weit auf der Teufelsinsel. Zwar malt man den Teufel bereits an die Wand, Ein Krieg soll uns werden beschieden; Schweigt stille, ihr Wühler, Hosiannah nur ruft, Zar Nikolaus sprach ja von Frieden. Das war führwahr ein erlösendes Wort, Der Menschheit zum Nutzen und Frommen, Nun wird auf Erden gewiß recht bald Das goldene Zeitalter kommen. Die Ober= und Unter=Leutnants, Hauptmänner, Majore, Obristen, Kurzum das gesamte Kriegshandwerk Beeilt sich schnell abzurüsten. Wir sollen fortan nur zivil noch sein, Nicht mehr unter aller Kanone Das Dasein führen, so lautet der Trost Vom russischen Kaiserthrone. Doch richten den Anblick wir über den Rhein, So hört man ganz anders es klingen: Renanche! so tönt's uns entgegen dort Für Elsaß und auch für Lothringen. Und wenn dann der Blick nach Ostasien schweiftSo sieht man zusammen was brauen, Man merkt, daß auf Erden nimmer ist Dem russischen Frieden zu trauen. Es brennt auf der Welt an so manchem Ort, Begeistrung entfachen die Siege, Auch große Freude rief Englands Sieg Hervor im Mahdistenkriege. Von tanzenden Derwischen hat man viel In allen Blättern gelesen, Das ist ein echter Derwischtanz Bei Omdurman gewesen. Des braven Gordon Tod gerächt Ist an dem grausen Khalifen, Er ließ zurück all sein Elfenbein, Als alle von dannen liefen. Auch in das Konzert der Großmächte ist Ein Mißton wieder geklungen: Auf Kreta ist wieder der Teufel los, Die Friedenssaite gesprungen. In Deutschland hat ein Manövertoast Ganz mächtig gewirkt dieser Tage; Wer anreizt zum Lohnkrieg, der soll fortan Ins Zuchthaus hinein ohne Frage. Verbrecher gehören ins Zuchthaus hinein, Die unschuldige Menschen erstechen; Wie wird man den Mord an der Kaiserin Nach Genfer Recht nun wohl rächen? Entrüstung erfüllet die ganze Welt, Die anarchistische Bande Ausrotten müßt' man mit aller Kraft In jedem gesitteten Lande. Ob sich das Orakel aus Petersburg Von Frieden wird nunmehr bewähren, Das wird allen Völkern auf der Welt Die Zukunft schon rechtzeitig lehren. *) Durch unsern in kürzester Zeit so beliebt gewordenen Ernst Heiter angeheitert, schwang sich auch Herr Wilh. Nickel auf den Pegasus. Wir überlassen es unsern werten Lesern, einem von beiden den Lorbeerkranz zuzuwerfen. Lucchenis Jugend. Aus den Jugendjahren des Mörders der Kaiserin Elisabeth werden jetzt zahlreiche Einzelheiten bekannt, die das Bild von der Entwickelung und dem Charakter des elenden Mordbuben zu vervollständigen geeignet sind. Wie man weiß, wurde Luigi Luccheni von der Verwaltung des Findelhauses von Parma im Jahre 1882 dem Ehepaar Nicasi in Varanno Melegari zur Erziehung übergeben. Luccheni war damals 9 Jahre alt. Sein Pflegevater ist von Beruf landwirtschaftlicher Arbeiter, in Wahrheit aber lebte er vom Bettel und von der Erziehung von Findelkindern. Er zählt heute 80 Jahre. Das Dorf Varanno Melegari liegt im Apennin, unweit der Eisenbahnstrecke Parma=Spezia, 40 km von Parma entfernt. Diese Gegend ist seit langem eine Hochburg der italienischen Sozialdemokratie. Die Stadt Parma selbst war in der vorigen Session durch einen sozialdemokratischen Dorfschullehrer im Parlamente vertreten. Der junge Luccheni besuchte in Baranno Melegari die Schule und hier scheint er zusammen mit dem Alphabet und den 4 Spezies das sozialdemokratische Evangelium gelernt zu haben. Mit 11 Jahren hatte er es in seiner revolutionären Gesinnungstüchtigkeit schon so weit gebracht, daß er eines Tages seinen schmierigen Filzhut nach dem Bilde des Königs Humbert, das die Schulstube schmückte, warf und das Glas des Bildes zerbrach. Der Lehrer und die Schulbehörden kümmerten sich so wenig um diese Rohheit, daß das zerbrochene Glas bis auf den heutigen Tag noch nicht durch ein neues ersetzt worden ist. Vor seinen Mitschülern zeichnete sich Luccheni im übrigen durch Fleiß und Begabung aus. Ganz erstaunlich war seine Fertigkeit im Kopfrechnen. Wenn man ihm das Alter eines Menschen sagte, so gab er sogleich an, wieviel Minuten die betreffende Person gelebt oder wieviel Pulsschläge sie im ganzen Leben gehabt habe. Auch im Kartenspielen und in der „Morra“, hatte er unter seinen Kameraden nicht seinesgleichen. Trotzdem er ein Findelkind war und ein wenig stotterte, wagten deshalb die Dorfkinder nicht, ihn auszuspotten und zu verhöhnen. Aus diesen Charakter= zügen erkennt man, daß Luigi Luccheni kein normales Kind war. Sein Stottern, die merkwürdige Fähigkeit im Kopfrechnen, seine unnatürlichen, frühreifen Revolutionsgedanken lassen auf ein gestörtes Nervensystem schließen und gehören nach Lombrosos Lehre zu den Kennzeichen des geborenen Verbrechers. Im Jahre 1887 kam der nun 14jährige Luccheni als Diener zum Pfarrer Don Giuseppe Benusti von Varanno Melegari, ein Jahr später wieder als Diener zum Grundbesitzer Savi in Rubiano, und da es ihm auch hier nicht gefiel, so wurde er Arbeiter am Baue der Eisenbahn Parma=Spezia. Aber auch hier war seines Bleibens nicht. Mit anderen Arbeitern wanderte er nach der Schweiz, nach Oesterreich und Ungarn. Nirgendwo hielt er es lange aus oder lernte ein sordentliches Gewerbe. Der Verkehr mit revolutionär gesinnten Arbeitsgenossen und das vagabondierende Leben haben sicherlich seine revolutionären Instinkte gestärkt und ihn eine große Strecke weiter auf der fürchterlichen Bahn gebracht, die ihn schließlich zu dem verabscheuungswürdigsten Verbrechen führte. Im Dezember 1894 stellte sich Luccheni zum Militär und wurde dem 13. KavallerieRegiment„Monferato“ in Neapel zugewiesen. Und siehe da, das geregelte Leben, die eiserne militärische Disziplin äußerten den günstigsten Einfluß auf den angehenden Anarchisten. Er wurde ein braver Soldat, erwarb die Medaille des afrikanischen Feldzuges und erhielt bei seiner Verabschiedung das Zeugnis, daß er mit Treue und Ehre gedient habe. Noch mehr, sein Hauptmann, Prinz Deyera d'Aragona, bot ihm eine Stelle als Diener in seiner Familie an, und so schien Luccheni nun endlich eine sichere Existenz gewonnen zu haben. Aus seiner Soldatenzeit liegt ein Brief vor. Er ist datiert„Caserta, den 11. März 1895“ und an seinen„Teuerster Bruder“ gerichtet, einen jungen Mann in Lucchenis Alter, ebenfalls ein Findelkind und ebenfalls von dem Bettler Nicasi erzogen. Der Brief ist so gewandt und korrekt abgefaßt, wie man es von einem Handlanger, der nur drei Jahre eine Dorfschule besucht hat, kaum für möglich halten würde. Einige Stellen des sehr langen Briefes sind für die Denkart Lucchenis charakterisch. Nachdem er seinem„Bruder“ erzählt hat, wie sich das Soldatenleben den Tag über abspielt, fügt er hinzu:„Aber was einen am meisten die Geduld verlieren läßt, ist die Wut, die man hinunterschlucken muß, zumal mit diesen verdammten Unteroffizieren und Gefreiten. Auch wenn Du recht hast, sagen sie:„Halt's Maul!“ und Du mußt ganz stille sein, sonst fliegst Du in's Loch. Aber bis jetzt bin ich, Gott sei Dank, noch niemals bestraft worden. Meine Vorgesetzten haben sogar ein gutes Auge auf mich.“ Am e 3 n 9 0 n n 3 18 in it, ze ie zu en ich orkir Uiind von sich ige em den Ules das ilig inverAus Ich Leilfahr Mir Anollste Von G. Struder. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) „Ja, aber wie wäre es mit Ihren Gehaltsansprüchen? Die Leute halten mich für reich, weil ich kürzlich die Equipage gekauft habe, die ich bei der nächsten Gelegenheit mit Profit wieder zu verkaufen gedenke. Aber in Wirklichkeit ist es mit meinem Reichtum gar nicht so weit her, so daß ich Irma dereinst nicht mehr zurücklassen werde, als daß sie eben von den den Zinsen des Kapitals leben kann.“ „Die Höhe des Gehalts ist für mich ganz Nebensache,“ versetzte der Graf mit einem feurigen Blick auf Irma.„Ich will ja nur endlich anfangen zu abeiten, ich will ein Feld haben, auf dem ich thätig sein und vorwärts commen kann, damit ich dereinst in die Möglichkeit versetzt werde, mir aus eigener Kraft ein Heim zu gründen. Dahin geht mein ganzes Bestreben, Herr Neubert, und das wird Herr Neuvelt, ster iym des Genf...! die Rede. Um keinen Preis möchte ich Sie derangieren, zumal da ich ja im Dorfe ohne Schwierigkeit ein Unterkommen finden werde. Und um welche Stunde darf ich Ihnen morgen vormittag meine Aufwartung machen?" „Wann Sie wollen. Wir stehen in der Regel vor sieben auf, gegen acht wird gefrühstückt und wenn Sie sich hierzu einfinden wollen, sollen Sie uns herzlich willkommen sein.“ Diese Einladung nahm der Graf bereitwilligst an und dann verabschiedete er sich in herzlicher Weise von dem Hausherrn und seiner Enkelin, um hierauf von Johann geführt, den Weg nach dem„Goldenen Hirsch“ anzutreten. „Nun, Irma, wie gefällt Dir eigentlich der Graf?“ frug Neubert in neckischem Tone seine Enkelin.„Mir hat er recht gut gefallen allerdings weniger deshalb, weil er ein schöner, als weil er ein aufrichtiger und ehrlicher Mann ist, aus dem bei gutem Willen noch mals etwas mal da ich von solchen auch nicht das Mindeste verstehe.“ Aber Du verstehst doch so viel, um beurteilen zu können, ob die Anwesenheit gerade dieses Sekretärs im Hanse Dir angenehm oder lästig wäre?“ „Nun wird es mir aber zu bunt mit Deinen Fragen,“ erwiderte sie mit unbeschreiblicher Verwirrung,„und um mich denselben zu entziehen, laufe ich jetzt einfach fort. Schlafe wohl und bessere Dich, Du guter, böser Großpapa.“ Einen raschen Kuß drückte sie auf seine Wange und dann eilte sie hinaus, während Neubert ihr mit einem äußerst vergnügten Lächeln nachschaute. Als auch er sich bald nachher nach seinem Schlafzimmer begab, sah er so zufrieden und entschlossen aus, als wäre er in einer wichtigen Angelegenheit vollständig mit sich einig geworden. Nortung ingeeroralle ßvarkunund Broß= jedesrecht keinte erabel Nacht kein Auge zugethan haltent; und vurt, glühen Deine Wangen wie im Fieber, soll ich vielleicht den Arzt rufen lassen?" „Mir fehlt durchaus nichts,“ stammelte Irma.„Ich finde es nur so ungewöhnlich heiß im Zimmer, und die Herren werden es mir daher nicht verübeln, wenn ich mich auf eine Weile in die frische Luft begebe.“ „Dieselbe wird Dir jedenfalls nicht schaden, liebes Kind," versetzte Neubert zärtlich.„Gehe also nur immerhin im Garten spazieren, der Graf und ich werden uns inzwischen ein wenig von unseren Geschäften unterhalten.“ „So, Herr Graf,“ fuhr er nach der Entfernung Irmas fort, jetzt sind wir allein und jetzt können wir in aller Ruhe unsere Angelegenheit besprechen. Sind Sie noch immer bereit und entschlossen, eine Stelle bei mir anzunehmen?“ (Fortsetzung folgt.) Schlusse des Briefes heißt es:„Lieber Enrico, ich bitte Dich, mir etwas zu schicken, nicht viel, sondern nur, um den andern zu zeigen, daß ich auch etwas von Hause bekomme. Wenn Du mir die Bitte erfüllst, so wirst Du sehen, daß Du keinen Schaden leidest, denn in zwei Jahren werde ich beurlaubt und kann Dir helfen. Ich weiß wohl, daß ich nichts verdiene, denn als ich draußen in der Welt war, habe ich mich um euch auch nicht gekümmert, aber was willst Du, ich war jung und dachte an nichts.“ Wie man sieht, war die soldatische Disziplin gar nicht nach seinem Geschmack, aber er hütete sich wohl, aufzumucksen. Einer starken Faust gehorchte er, aber sobald er wieder sein eigener Herr war, stürzte er sich wieder ins Unglück. Was die Bitte um Geld an seinen Bruder anlangt, so ist daran bemerkenswert, daß er das Geld bloß haben will,„um den anderen zu zeigen, daß er auch etwas von Hause bekomme.“ Bei einem anderen als Luccheni könnte man das Ehrgefühl nennen, bei ihm aber ist es eine Regung krankhafter Eitelkeit, die sich in den nächsten Jahren so maßlos entwickeln sollte, daß sie von seinen Bekannten für eine Hauptursache seines Verbrechens gehalten wird.„Luccheni“, so erklären seine Jugendbekannten,„ist sicherlich vom Größenwahnsinn befallen worden. Ein bischen hatte er schon als Junge. Er wußte, daß er mit der Ermordung einer Kaiserin die ganze Welt in Aufruhr bringen würde, und dieser Gedanke hat ihm keine Ruhe mehr gelassen.“ Nach seiner Enlassung vom Militär wurde Luccheni, wie schon angedeutet, Diener im Hause des Fürsten Deyera d'Aragona. Aber nach kaum zwei Monaten, als ihm sein Herr den ungerechtfertigten Wunsch, einem Pferderennen beiwohnen zu können, abgeschlagen hatte, kündigte er seine Stellung und im März 1897 begab er sich nach der Schweiz. Nur anderthalb Jahre der wahnwitzigen anarchistischen Agitation, die in Lausanne und Genf von italienischen Emigranten betrieben wird, waren also nötig, um aus dem braven Soldaten, der mit Ehre gedient hatte, aber durch Naturanlage, Lebensschicksal und Erziehung für den anarchistischen Wahnwitz besonders empfänglich war, den schändlichsten aller Mordbuben zu machen. Westfalen=Rheinland. Bochum, 10. Sept. Gefängnispost. In einem hiesigen Geschäft murde zwischen anderen Viertelpfund=Düten, die im Gefängnis hergestellt waren, eine solche gefunden, die aus zwei ineinandergeklebten Düten bestand. Die Innenseite trug folgende Aufschrift:„Trage alle deine Leiden mit Geduld; an deinem Unglück bist du selber Schuld.“ Gefängnis zu Bochum, im Jahre 1898. Oeynhausen, 15. Sept. Zwei jungen Damen, von denen die eine aus Lübbecke war und während der Kaisertage hier zu Besuch weilte, ist die Ehre und das Glück zuteil geworden, dem Kaiser morgens bei seiner Ausfahrt ins Manövergelände ein Bouquet von Feldblumen zu überreichen. Es wird berichtet, daß der hohe Herr den Strauß mit beiden Händen hocherfreut ergriffen und ihn dem diensthabenden Adjutanten übergeben habe. Der Blumenstrauß habe sodann seinen Platz auf der Frühstückstafel im Salonwagen gefunden. Auf die Frage des Adjutanten, welchen Gnadenbeweis die Damen sich für die köstliche Blumenspende erbitten wollten, haben sie erklärt, Se. Majestät möchte doch bei seiner demnächstigen Anwesenheit in Jerusalem von dort eine Ansichtspostkarte zusenden. Düren, 12. Sept. Heute nachmittag während des kurzen Gewitters wurde ein Ackersmann mit seinem Pferde bei Birkesdorf vom Blitzerschlagen. Bonn, 11. Sept. Dr. Reusig, der nach dem tötlich verlaufenen Zweikampf mit Dr. Fischer seine Stelle als Assistent der chirurgischen Klinik unserer Universität niedergelegt hatte, ist nunmehr als Oberarzt bei dem Militär=Reitinstitut in Hannover angestellt worden. Sein Patent rührt laut„B. G.=Anz.“ vom 25. August her. Dr. Reusig gehörte bisher der Reserve des Landwehrbezirks! Kassel als Oberarzt an. Verschiedenes. Der Zopf im Postwesen. Man schreibt der„Frankf. Ztg.“: Ich habe an einem Postschalter der deutschen Reichspost eine deutsche Reichspostkarte für 5 Pfennige gekauft, um einem Freunde eine Mitteilung zu machen. Ein paar Minuten darauf fällt mir indessen ein, daß ich diese Mitteilung schicklicher Weise nicht per Postkarte machen kann. Da ich aber zufällig ein Kouvert bei mir habe, stecke ich eine Visitenkarte in dasselbe und gehe an den Schalter, um mir die Postkarte gegen eine 5 Pfennigmarke umzutauschen.„Bedaure!" schallt es mir entgegen,„das geht gegen meine Instruktion. Wir dürfen weder umtauschen, noch das Geld zurückgeben!“ Halt, denke ich mir, der deutschen Reichspost werde ich schon diese Ungefälligkeit heimzahlen. Ich stelle mich an das Schreibpult, schreibe eine x=beliebige Adresse auf die Postkarte und gehe noch einmal an den Schalter, wo mir nun die beschriebene Postkarte gegen eine 5 Pfennigmarke unweigerlich umgewechselt wird. Also erster Zopf: vollwertige Postkarten werden nicht zurückgenommen, entwertete jedoch für den vollen Kaufwert!— Ein andermal habe ich eine entwertete Postkarte, d. h. also eine verschriebene, die ich nicht mehr gebrauchen kann und die ich daher am Schalter gegen eine neue umtauschen will. Aber das geht nicht! Der Beamte erklärt mir, daß er nur befugt sei, das Geld oder andere Postwertzeichen dafür zu geben.„Nun, so geben Sie mir das Geld dafür!" sage ich und erhalte 5 Pfennige, die ich sofort mit dem Bermerken wieder hinlege:„Und für diese 5 Pfennige bitte ich um eine Postkarte", die ich von dem ganz perplex dreinschauenden Beamten auch erhalte. Jetzt erkläre mir ein Mensch den Zweck und die Ursache, dieser Vestimmungen! Das letzte Zigarrengeschäft der Firma Ahlwardt u. Co. in Berlin ist dieser Tage vom Gerichtsvollzieher ausgeräumt und dann geschlossen worden. Bei der Pfändung fanden sich nur noch leere Zigarrenkisten und Zigarettenschachteln vor, sodaß kaum die Kosten gedeckt wurden. Der Reichstagsabgeordnete Ahlwardt bemühte sich vergeblich bei dem Hauswirt um Zurücknahme der Exmission; sein Angebot von 50 Mark, wofür er um eine Frist bis zum 30. d. M. bat, wurde vom Wirt zurückgewiesen, weil dieser seit April die Miete noch nicht erhalten hat. Herr Ahlwardt hat sich nun nach Friedeberg, dem Hauptort seines Wahlkreises, gewandt, und beabsichtigt, sich dort anzukaufen. Seine Bemühungen nach dieser Richtung hin sind aber bis jetzt fehlgeschlagen. Die Kneipen seines Schwiegersohnes Bodeck und die übrigen Berliner Geschäfte der Firma Ahlwardt u. Co. sind schon vor einiger Zeit in anderen Besitz übergegangen. * Neueste Andrée=Spur? Andrces Bruder erhielt vom zweiten Leiter der WellmannExpedition, Leutnannt Baldwin, einen Brief, worin dieser seine Ueberzeugung ausspricht, daß die von der Expedition bei Kap Tegethoff auf Franz Josefsland angetroffenen Spuren menschlicher Wohnungen von Andrée herrühren müßten, da seit 25 Jahren kein Fahrzeug dort gelandet sei. Auch Andrées Bruder hält dies nicht für unmöglich, während die Wohnungsspuren nach Wellmanns Ansicht von norwegischen Walfischfängern herrühren. Steuermann verhaftet. Der Steuermann des vom Torpedoboot„S. 37“ in der Ostsee treibend aufgefundenen und nach Kiel geschleppten Segelschiffs„Adeline", welcher behauptete, der Schiffer Dogege sei beim Segelsetzen ertrunken, ist plötzlich flüchtig geworden. Er wird von der Staatsanwaltschaft verfolgt wegen Verdachts, den Schiffer überwältigt und über Bord geworfen zu haben. * Ein Bonmot des Kaisers ilhel m. Ein Berlinec Blatt meldet: Bei den Manövern in Westfalen war der Kaiser in bester Stimmung, davon zeugt auch ein Scherz, den er jüngst in Gesellschaft mit mehreren Generalen machte. Man kam auf das Manifest des Zaren zu sprechen.„Jawohl, meine Herren", meinte der Kaiser,„der ewige Frieden ist jetzt gesichert, und aus Anlaß des Erlasses des Friedensmanifestes hat Se. Majestät der Kaiser Nikolaus geruht, seinem Garderegiment Zivilanzüge zu verleihen. Landwirtschaftliches. Welche Hühnerrassen soll der Land wirt halten: Die Frage kann, wie der„Praktische Wegweiser", Würzburg, schreibt, erst dann beantwortet werden, wenn der eigentliche Zweck der Zucht bekannt ist. Handelt es sich um die Erzielung guter Eierleger, dann ist die Kreuzung unseres deutschen Landhuhnes mit Italienern anzuraten. Hühner, die neben dem Eierertrage auch als Fleischhühner gelten, erhält man durch Kreuzung des Landhuhnes mit Minorka, Andalusier, Houdan, la Bresse und Doppelkreuzungen zwischen Minorka und Langshan. Die aus den Kreuzungen entstandene Nachzucht muß einer strengen Zuchtwahl unterzogen werden, und es dürfen nur die Eier bestlegender und charakteristischer Hühner zur Weiterzucht verwendet werden. (Die unter dieser Ueberschrift angezeigten Werke sind durch die C. Braus'sche Buchhandl. zu beziehen.) Gemeinnütziges. Das Schlafzimmer muß am Tage gehörig gelüftet werden; aber auch bei der Nacht muß durch Offenlassen wenigstens eines Fensterflügels für Zufuhr frischer Luft gesorgt werden. Was der Mensch ausatmet, sind gasförmige Ausscheidungen der Lunge, die bei geschlossenem Zimmer im Verein mit der Ausdünstung der Haut langsam die Luft verpesten, namentlich, wenn mehrere Personen in demselben Zimmer schlasen. Das beständige Einatmen derartig verdorbener Luft ist gesundheitsschädlich, ja geradezu einestetige Vergiftung und viel ekelhafter, als vieles andere, was man für unappetitlich hält. Sorget also für frische Luft! Nebenbei ist auch das Aufstellen von Blattpflanzen im Zimmer ratsam, da diese Sauerstoff abgeben. I. Schlef. Preisliste gratis und franko. Herzlicher Dank.s Jahrelang litt ich an Bleichsucht, meine Kräfte waren vollständig erschöpft, meine Beine wollten mich nicht mehr tragen, ich konnte weder arbeiten noch essen und das Wenige, was ich aß, nicht vertragen. Auf's Tiefste ermattet, war meine Gemütsstimmung eine trostlose. Durch den kurzen Gebrauch des Lamscheider Stahlbrunnen, Verwaltung der Emma=Heilquelle, Boppard a. Rh., bin ich von diesem Leiden völlig geheilt. Wer mich noch vor wenigen Wochen sah und heute meine blühenden Wangen, meine fröhliche Gemütsstimmung und Arbeitslust wahrnimmt, findet es begreiflich, daß ich voll innigen Dankes allen bleichsüchtigen Damen dieses ausgezeichnete Heilmittel auf das Wärmste empfehlen möchte. Schloß Reifenthal b. Niederterhaus, 10. Juli 1898. .. Lonise Henning. beug in welcher die neuesten Pariser Moden veröffentlicht werden. Her- Jeden Monat eine Schnittmuster=Beilage. Dieselbe enthält Originalschnitte zur Selbstanfertigung von Taillen, Kleidern, Kindergarderobe, Wäsche und außerdem reizende und praktische Handarbeiten, zahlreiche Monogramme Gratisbeilage: Für unsere Kleinen. Illustrierte Kinderzeitung für Kinder von 7—13 Jahren. Jede Woche erscheint eine Nummer. Preis pro Nummer 10 Pfg., vierteljährlich Mk. 1.40. Nr. 3146 der Post=Zeitungsliste. Verlag von Robert Schneeweiss in Berlin W., Elßholsstraße 19. Zu beziehen durch alle Buchhandlungen und Postanstalten, in Schwerte durch die C. Braus'sche Buchhandlung. Probenummern gratis und franko. Rezepte und Ratschläge für Haus u. Hof, Küche u. Keller in den Rubriken: Fürs Haus. — Gemeinnütziges.— Gesundheitsrflege.— Häusliche Kunst. — Für die Küche.— Backwerke.— Getränke.— Hausund Zimmergarten.— Tiere. — Fragen und Antworten.— Rätselecke.— Briefkasten. Der Gewähltes und interessantes Feuilleton. Jede Nummer enthält einen großen, spannenden Roman und interessante Novellen, gute Erzählungen und witzsprühende Humoresken. uS ewuns u Sois grots da be tos uus Somnnn u. Wissenschaft.— Ausführlicher Handelsteil.— Vollständigstes Kursblatt.— Lotterelisten.— Personalveränderungen in der Armee, Marine und Zivilverwaltung sofort und vollständig). *37 6. wochentiich. „Die Hausfrau“, wöchentlich. 7.„Produkten- und WarenMarktbericht“, wöchentl. 8.„Deutscher Rechtsspiegel“ Samml. neuer Gesetze und Reichsger.-Entscheid. nach Bedarf. Im Roman-Feuilleton erscheint demnächst der aussergewöhnlich spannend geschriebene neue Original-Roman: „Seine Braut“ von Gräfin Bethusy-Huc(Moritz von Reichenbach). Neu hinzutretenden Abonnenten wird der im alten Quartal erschienene Anfang des Romans auf der Expedition mitzuteilendem Wunsch unentgeltlich nachgeliefert. Anzelgen in den„Berliner Neuesten Nachrichten“ haben vortreffliche Wirkung! Preis für die 6 gespaltene Zeile 40 Pf. Auf Wunsch Probe-Nummern gratis und franko! Neuheit! Lebende Neuheit! POStKarten eingetroffen in der C. Braus'schen Buchhandlung. Zu haben in den meisten Konditoreien, Kolonial-, Delikatessund Droguengeschäften. Erinnern Sie sich beim Einkauf v. Farben, Lacken, — Tapeten— und aller einschlägigen Artikel der — Firma— Ernst Klein, Hüling= straße 15.