Amtliches Kreisblatt Abonnements=Preis pro Quartal 1 Mk. 50 Pfg. Erscheint Montags, Mittwochs, Freitags und Samstags. Wöchentliche Gratisbeilage:„Illustrierter Familienfreund.“ 2 Verantwortlicher Redakteur: Wilhelm Hoerster, Schwerte. e für den Krreis Golde. Insertionsgebühr für die 6spaltige Zeile oder deren Raum 10 Pfg., außerhalb des Leserkreises 15 Pfg. Reklame 30 Pfg. Druck und Verlag von Carl Braus in Schwerte. Nr. 140. Mittwoch, 7. September 1898. 31. Jahrgang. Amtliche Bekanntmachungen. Bekanntmachung. Der bisherige zweite Stellvertreter des Standesamtsbezirks Berghofen, Calculaturbeamter Gustav Kleff zu Berghofen ist als erster stellvertretender Standesbeamter und Wirt Heinrich Heimsoth zu Berghofen als zweiter stellvertretender Standesbeamter für den Standesamtsbezirk Berghofen mittelst Erlasses des Herrn Oberpräsidenten der Provinz Westfalen vom 20. Juli 1893 J.=Nr. 8265 ernannt worden. Die Genannten sind von mir verpflichtet und in ihr Amt eingeführt worden. Hörde, den 30. Ang. 1898. Der Vorsitzende: V.: Hentzen, Regierungs=Assessor. Zu den Kaiser=Tagen. (Nachdruck verboten.) Hannover, 3. Septbr. Heut, am Tag der großen Kaiserparade über das 10. Korps, die 17. Division und die KavallerieDivision B, war buchstäblich von früh an nicht nur„ganz Hannover auf den Beinen“, sondern auch die umliegenden Städte und Ortschaften entsandten endlose Massen, die sich zu Fuß und zu Wagen— und auf was für Wagen mitunter— mit der Eisenbahn und auf dem Rade dem Festplatze zu bewegten. Für die Radfahrer waren denn auch bei den großen Tribünen besondere Vorkehrungen zur Aufbewahrung der Maschinen getroffen. Es ist ein weiter Weg von Hannover bis da hinaus, aber in seiner ganzen Länge war er von Harrenden besetzt, die der Majestäten ansichtig werden wollten. Um neun Uhr verließen der Kaiser und die Kaiserin das Schloß. Se. Majestät fuhr im offenen Zweispänner, begleitet vom Flügeladjutanten Oberst Mackensen, er trug die Uniform der Königsulanen. Die Kaiserin folgte im Sechsspänner à la Daumont, mit Spitzenreitern, eskortiert vom Oberststallmeister Grafen Wedel und Premierlieutenant v. Melgemoff, sowie einer Abteilung der Leibgarde der Kaiserin. Ihre Majestät trug ein weißes, geblümtes Seidenkleid, darüber das Band des Schwarzen Adler=Ordens; an ihrer Seite saß die Oberhofmeisterin Gräfin Brockdorff. Auf dem Wege durch Linden bildeten die Kriegervereine der Provinz Hannover, des Großherzogtums Oldenburg und des Herzogtums Braunschweig, die Veteranen=Vereine, Gesangvereine, HandwerkerInnungen, Feuerwehren, diese in ihren kleidsamen Uniformen mit eigenen Musikkorps, die kommunalen Vereine und die Schulen Spalier, im Dorfe Recklingen ebenso. Den kleinen, frischen, braunen Bauernmädchen und Dorfjungens lachte die Freude aus den hellen Augen, und jeder vorbeigehende Offizier wurde mit staunender Bewunderung begrüßt. Hatten doch die Herren Lehrer ihre Mühe, die jugendliche Begeisterung in angemessenen Grenzen zu halten. Am Eingang zur Stadt Linden, bei der vom Architekten Sasse hinter der Ihme=Brücke erbauten schönen Ehrenpforte standen die städtischen Behörden, die Geistlichkeit und Ehrenjungfrauen. Bürgermeister von Lichtenberg redete den Kaiser, der seinen Wagen halten ließ, folgendermaßen an: „Ew. Kaiserl. und Königl. Majestät bringen die Vertreter der Stadt Linden ihren allerunterthänigsten Willkommengruß ehrerbietigst dar. Seit jenem für Linden bedeutungsvollen Tage, an welchem Ew. Majestät zum ersten Male das Gebiet dieser Stadt zu berühren geruhten, haben wir unter Ew. Majestät mächtigem Schutze eine lange segensreiche Friedenszeit durchleben dürfen. In ungeahnter Weise hat sich unsere junge Industriestadt infolge des im verflossenen Decennium Ew. Majestät Regierung in allen Weltteilen sichtbar gewordenen und anerkannten Emporblühens und Wachstums unserer deutschen Industrie entwickeln können. Mit dankerfülltem Herzen werden Ew. Majestät heute begrüßt von der Einwohnerschaft unserer Stadt, die getragen ist von der zuversichtlichen Hoffnung, daß Ew. Majestät noch viele weitere ruhm= und segensvollen, unserer Hände Arbeit schirmenden und fördernden Frieden erhalten werden. Allen Gefühlen des Dankes und den Wünschen, welche wir mit der Bürgerschaft unserer Stadt am heutigen Tage hegen, geben wir, das Gelübde unerschütterlicher Treue und Anhänglichkeit erneuernd, durch die Worte Ausdruck: Gott segne, Gott schütze Ew. Kaiserl. und Königl. Majestät!“ Der Kaiser dankte ihm, indem er hervorhob, er freue sich zu hören, daß die Industrie in Linden gute Fortschritte mache, und er erhoffe ein weiteres Wachstum derselben. Der Bürgermeister brachte ein Hoch aus, und die Kapelle der Feuerwehr fiel mit Musik ein. Der Kaiserin überreichte Fräulein Laporte einen Strauß und sprach einige Verse. Hierauf traten zwei Knaben vor, die ebenfalls jeder ein Bouquet überreichten. Die hohe Frau dankte lächelnd, nahm die drei Blumensträuße und fragte unter anderem die Knaben nach ihrem Namen, indem sie diesen und dem Fräulein Laporte die Hand reichte. Unter brausenden Hurrahs der völkerung fuhren die Majestäten weiter. In Ricklingen war vom Architekten Bögemann ein Obelisk errichtet, der die Erzeugnisse des Kreises, Salz, Kohlen u. s. w. versinnbildlichte. Hier hatten die Vertreter des Landkreises Ricklingen, der Landrat Dr. Meister, der Kreisausschuß, die Kreistagsmitglieder nebst der Geistlichkeit und den GemeindeVertretern der vom Paradefeld berührten Ortschaften Aufstellung genommen und der Landrat begrüßte die Majestäten. Beim Ricklinger Holz angekommen, stieg der Kaiser zu Pferde und begab sich durch die große Ehrenpforte auf das Paradefeld. Das Wetter war trübe, klärte sich aber alsbald auf. Die Kaiserparade. Der erste, die Kaisermanöver regelmäßig einleitende militärische Akt, die große Parade, fand heute vormittag bei sehr günstigem Wetter statt. Das Barometer hatte wenig glückliche Aussicht eröffnet und in der That sah es heute früh trübe genug aus, die Wolken hingen tief und einige Güsse schienen unausbleiblich. Von allen Seiten strömten die Truppen nach dem vom Generalkommando sestgelegten Plan herbei, um ihre Plätze hinter der Trace der Aufstellung einzunehmen und sich vor dem Einrücken in die Linie auszuruhen. Auf der dichtbesetzten Tribüne wurden alle anmarschierenden Truppenteile mit lebhaftem Interesse beobachtel. Um 9½ Uhr wurde dem kommandierenden General die Meldung erstattet, daß alles zur Stelle sei. Einige Minuten später wird die Aufstellung eingenommen. Fast unabsehbar dehnt sich die Linie, die im ersten Treffen eine Ausdehnung von 2500 Metern hat. Einige Minuten später wird dem kommandierenden General die Ankunft Sr. Majestät gemeldet; er giebt das Ankündigungskommando „Gewehr über“, dem alsbald das Präsentieren folgt. Eine starke Aufregung bemächtigt sich der Zuschauer, als der Kaiser von glänzender Suite gefolgt, nach dem rechten Flügel der Aufstellung sprengt, um zunächst die Front der 37. Brigade abzureiten. Brausendes Hurrah ertönt, als Se. Majestät, der Ulanenuniform angelegt hatte und einen Schwarz= braunen ritt, auf dem Paradefelde erscheint. Das Wetier vorher so wenig versprechend, hatte sich aufgeklärt und helle, doch nicht zu heiße Sonne bestrahlte das glänzende militärische Bild. Die Kaiserin folgte diesmal zu Wagen Ihrem hohen Gemahl; sie hatte in einem à la Daumont bespannten Wagen Platz genommen und trug ein weißes Kleid nebst dunklen Pelzboa, dazu einen weißen Hut mit weißen Federn verziert. Volle vierzig Minuten nahm das Abreiten der beiden Treffen in Anspruch, das bei der zweiten Linie vom linken Flügel aus erfolgte. Dann nahm der oberste Kriegsherr vor der Mitte der Tribüne Aufstellung, um den Parademarsch abzunehmen, der bei der Infanterie zunächst in Kompagniefront erfolgte. Der Wagen mit der Kaiserin, an deren Seite die Oberhofmeisterin saß, stand rechts neben dem Kaiser. Die Zuschauer erhoben sich, um mit Hochs und Tücherschwenken die Majestäten zu be grüßen, eine Ovation, die dankend durch militärischen Gruß und Verneigen erwiedert wird. Als das Regiment Prinz Albrecht sich nähert, setzt sich der hohe Chef, dessen Namen er trägt, an die pitze, um sein Regiment dem Kaiser vorzuführen; salutierend senkt der Prinz den Feldherrnstab vor Sr. Majestät und sprengt dann an des Kaisers Seite, wo er von nun ab verbleibt und vom Kaiser ins Gespräch gezogen wird. Regent Herzog Johann Albrecht führt das Mecklenburgische Grenadier=Regiment Nr. 89 vorbei. Die beiden Pionierbataillone 10 und 9 bilden den Schluß der Infanterie, deren erster Vorbeimarsch stark eine Stunde in Anspruch nimmt. Der Vorbeimarsch des zweiten Treffens eröffnet das Oldenburgische Dragonerregiment No. 19, vorgeführt vom Erbgroßherzog von Oldenburg, der also den Chef des Regiments, den Großherzog, vertritt. Der zweite Vorbeimarsch fand in Eskadrons= front im Galopp statt. Um 1½ Uhr ritt der Kaiser nach kurzer Kritik zu den Kriegervereinen. Er nahm den Rapport derselben entgegen und sprach seine Freude aus. so viele alte Krieger begrüßen zu können. Um 6½ Uhr fand bei den Majestäten im Rittersaal des Kgl. Schlosses Paradetafel statt. Während derselben brachte der Kaiser einen Trinkspruch aus, den wir schon in voriger Nr. brachten. Gegen 9 Uhr war großer Hannover, 4. Septbr. Am heutigen Feldgottesdienste auf dem Waterlooplatz nahmen die zu hiesiger Garnison gehörenden und die hier im Quartier liegenden Truppen teil. Die Predigt hielt Herr Militärpfarrer Rocholl über Epheser 6, v. 10—11:„Zuletzt meine Brüder, seid stark in dem Herrn und in der Macht seiner Stärke. Ziehet an den Harnisch Gottes, daß Ihr bestehen könnt gegen die listigen Anläufe des Teufels". Nach Beendigung des Gottesdienstes trat der Kaiser in das offene Karrée und hielt eine Ansprache, in der er sagte: Angesichts der Waterloosäule ständen die Truppen auf historischem Boden; er erinnere an die Waffenbrüderschaft zwischen Engländern und Deutschen bei Waterloo. Die englische Armee habe soeben vor wenigen Stunden in Afrika den Sieg über einen viel stärkeren Feind errungen; er fordere die Truppen auf, in ein Hoch einzustimmen auf die Königin von England, die als Chef eines deutschen Regiments auch der Armee angehöre. Ein dreimaliges Hoch donnerte über den weiten Platz. Es folgte ein Parademarsch in wobei Prinz Albrecht das 73. Regiment, Herzog Johann Albrecht zu Mecklenburg die 17. Dragoner und Generaloberst Graf Waldersee die Königsulanen kotogierten. Heute abend um 7 Uhr begab sich das Kaiserpaar nach dem Ständehause, wo die Provinz den Majestäten ein Festmahl gab. Der Vorsitzende des Provinziallandtages Graf zu Inn= und Knyphausen begrüßte das Kaiserpaar und brachte demselben ein Hoch. Der Kaiser erwiederte darauf: „Meine Herren, Ich danke Ihnen von Herzen für die Gesinnung, die Mir durch den Mund Ihres Vorsitzenden in so herrlicher Rede soeben entgegengeklungen ist. Ich danke Ihnen zugleich im Namen der Kaiserin für den Empfang und die Einladung zum heutigen Tage. Mit Freuden erfüllt es Uns, wenn Wir unter den Vertretern des friesischen und niedersächsischen Stammes Uns bewegen können, diesen Repräsentanten Unserer kerndeutschen Stämme. Wer in den Augen von Menschen zu lesen versteht, der wird finden,— Ich glaube Ich kann das— wie warm und herzlich, wie offen, ehrlich und ungemacht die Sympathie des Volkes Uns entgegenschlägt, bei Alt und Jung, und das ist der schönste Lohn, der einem Monarchen und einer Kaiserin werden kann. Sie haben freundlichst einen Zug gestreift, für dessen Erwähnung Ich Ihnen dankbar bin. Sie können sich versichert halten, daß bei der Erinnerung an Meine große, unvergeßliche Urgroß mutter, die Königin Luise, Ich damals auch der hohen, schwergeprüften Frau gedacht habe und es Mir ein wahres Herzensbedürfnis und eine Beruhigung für Meine Seele war, als Ich wußte, daß Ich Ihr eine Freude bereiten konnte, und Ihre Majestät hat die Gnade gehabt, Mir durch Uebersendung eines wundervollen Bildnisses Meiner hochseligen Frau Urgroßmutter zu danken. Hier aber an dieser Stelle fordere Ich Sie auf, mit Mir das Glas zu erheben und auf das Wohl der von Mir heißgeliebten Provinz zu trinken, deren Blühen und Gedeihen Mir stets am Herzen liegen wird und für die Ich Meine ganze Kraft einsetzen werde. Die Provinz Hanover Hurah! Hurah! Hurah!“ Gegen 10 Uhr fuhren die Majestäten zum Schlosse zurück. Minden, 5. Septbr. Das Kaiserpaar traf heute früh 9½ Uhr hier ein. Auf dem Bahnhof waren zum Empfange anwesend der Oberpräsident, der Regierungspräsident und der Landrat. Die Majestäten begaben sich im offenen Sechsspänner, eskortiert von einer Schwadron der Magdeburger Husaren, durch Minden nach dem Paradefeld. Die Stadt prangte im Flaggenschmuck, die Schulen und Vereine, darunter die freiwillige Feuerwehr und das städtische Bürgerbataillon mit den Stadtoffizieren bildeten Spalier. Bei dem Eingang zur Altstadt an der Ehrenpforte auf dem Platz des früheren Weserthores war ein Standbild des Großen Kurfürsten errichtet. Hier standen auch die Behörden, die Geistlichkeit und Ehrenjungfrauen mit Achselschleifen in den Farben des Kaisers und der Kaiserin. Oberbürgermeister Bleck trat, als der Kaiserliche Wagen hielt, vor und hielt eine kurze Ansprache. Der Kaiser erwiederte etwa folgendes:„Er habe mit lebhafter Befriedigung und aufrichtigem Dank vernommen, daß die Bürgerschaft aus eigener Initiative das große Werk fördern wolle, das er im Sinne habe, und in patriotischer Weise fast über ihre Leistungsfähigkeit hinaus die Hälfte der auf Westfalen fallenden Kosten übernommen habe. Die Stadt habe damit bewiesen, daß sie wohl wisse, wo ihre Zukunft liege. Ihm habe bei dem großen Werke selbstverständlich auch das Wohl Mindens am Herzen gelegen. Sein hoher Ahne und Vorfahre, dessen Standbild die Stadt aufgestellt habe, sei derjenige, dessen Regierungsmaximen er sich am meisten als Vorbild genommen habe. Er hoffe, daß die nächsten 250 Jahre die Stadt weiter in ihrer Entwicketung fördern würden. Die Kaiserin nahm einen Blumenstrauß aus den Händen des Fräulein Haeseler huldvollst dankend an. Unter brausenden Hochrufen fuhr das Kaiserpaar zur Mindener Haide, wo die Parade stattfand. Am Schlusse der Parade ernannte der Kaiser seine Schwester, Prinzessin Viktoria, zum Chef des 53. Regiments. Oeynhausen, 5. Septbr. Um 3 Uhr 6 Min. traf der kaiserliche Sonderzug hier ein. Der Kaiser entstieg als erster dem Sonderzug und nahm die Begrüßung des Bürgermeisters Thiele huldvollst entgegen. Launig äußerte sich der Kaiser, der außerordentlich frisch aussah, zu dem Bürgermeister Thiele:„Na, Sie werden wohl ein strenges Gericht über Ihre Soldateska ausüben.“ Der Kaiser meinte die starke Einquartierung, mit welcher Oeynhausen augenblicklich belegt ist. Die Kaiserin äußerte sich zu dem sie begrüßenden Bürgermeister:„Es freut mich, einmal in die Stadt Oeynhausen zu kommen, in der mein Mann bereits einmal war.“ Der Kaiser führte unter dem jubelnden Beifall der Menschenmenge die Kaiserin zu dem zweispännigen Wagen. Das Gefährt fuhr in langsamem Trabe auf die Farne Villa zu durch die prächtig geschmückten Straßen. An dem Eingang der Klosterstraße erhob sich eine geschmackvolle Ehrenpforte; unter dem Bogen standen zur Linken die Ehrengäste und der Vorstand des Frauenvereins, zur Rechten die amtlichen Vertreter der Stadt, an der Spitze der Bürgermeister Thiele. Hier machte der Wagen mit dem KaiserSinnsprüche, Denksprüche, Sprüchwörter 2c. Erst wer den Schein als solchen erkannt hat, vermag sich desselben ohne Gefahr zu freuen. Er wird dann von ihm nicht dauernd Befriedigung verlangen und sich somit den Schmerz der Enttäuschung ersparen. ** Viele Menschen besitzen eine merkwürdige Fähigkeit. Tritt in ihr kleines Geistesheim ein Gedankenriese, so schrumpft er sofort so ein, daß sie ihn als Nippsache verwenden können, mit der sie spielen. Das Enkelkind. Von G. Struder. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung) „Sollte Thomas vielleicht diese Gegend fur immer verlassen haben?“ frug Irma weiter. „Wenn er sich heute nicht sehen läßt, so wird er wohl definitiv von hier verschwunden sein,“ meinte Neubert nachdenklich und wie zu sich selbst sprechend.„Denn heute abend läuft sein Kontrakt mit mir ab, und morgen hat er überhaupt nichts mehr zu verlangen.“ „Hast Du denn mit diesem abscheulichen Menschen einen Kontrakt abgeschlossen?“ frug Irma erstaunt. Der Großvater erwiderte hierauf: „Ja, Kind, das habe ich gethan, und zwar um Deinetwegen. Das Ganze werde ich Dir gelegentlich einmal weitläufig auseinandersetzen, jetzt habe ich hierzu weder Lust noch Zeit, da dort hinten bereits unser Häuschen am Horizonte emportaucht.“ Herr Neubert hatte sich kaum in sein Zimmer begeben, als Frau Reiz ihm meldete, daß ein Herr ihn zu sprechen wünsche, und wenige Minuten später trat Thomas mit dreister Miene vor den Hausherrn. „Ich komme, um mein Geld in Empfang zu nehmen,“ sagte er, indem er sich zwanglos auf einen Stuhl niederließ.„Ihr Enkelkind ist gefunden“— „Was Sie sagen!“ erwiderte Neubert ironisch. „Und wo ist der liebe Junge und wie heißt er?“ „Ich denke wir lassen alle beide die Verstellungen bei Seite,“ fuhr Thomas in anmaßendem Tone fort,„denn wir verlieren hiermit nur überflüssige Zeit. Wenn ich Ihnen damals sagte, daß das Kind Ihrer Tochter ein Junge sei, so geschah dies allein deshalb, um zu verhindern, daß Sie von selbst auf die richtige Spur gerieten. Daß Sie diese Spur trotzdem gefundnn haben, das hätte ich aus Ihren letzten Worten sofort gemerkt, wenn es mir auch nicht bekannt gewesen wäre, daß Sie die frühere Gouvernante der Baronin zu sich genommen haben und sie mit den kostbarsten Geschenken aller Art überhäufen.“ „Nun ja, ich habe eben Glück gehabt und zufällig hier in der Nähe eine Enkelin von mir entdeckt, und ist Ihnen das Glück ebenso günstig gewesen, das heißt, haben Sie den versprochenen Enkel gefunden, so sollen Sie, sofern Sie mir die nötigen Beweise für Ihre Entdeckung vorlegen, die versprochene Belohnung sofort haben.“ „Ist das Ihr Ernst?“ „Sehe ich vielleicht aus wie jemand, der Spaß macht?“ „Dann muß ich Ihnen erklären,“ versetzte Thomas wütend,„daß Ihr Versuch, mich um meine Provision zu bringen, Ihnen schlecht bekommen soll. Sie haben sich schriftlich verpflichtet, mir für den Fall, daß ich den Aufenthaltsort Ihres Enkelkindes ermittle, 50 000 Mark bar auszuzahlen; in diesem Kontrakte ist mit keiner Silbe die Rede davon, daß dieses Enkelkind ein Junge sein müßte, und wenn Sie daher diesen Kontrakt nicht halten wollen, so ist das eben ein...“ „Halt, Bursche,“ fiel ihm hier Neubert in die Rede.„Keine Schimpfworte, denn sonst müßte ich Sie vor die Thüre werfen und dann wäre es mit unseren weiteren Verhandlungen definitiv zu Ende. Auch Ihre Drohungen sind ganz und gar überflüssig, denn einschüchtern lasse ich mich nicht, am allerwenigsten von einem solchen grünen Jungen, den ich schon einmal mit meinem Stocke zur Raison gebracht habe und den ich nicht fürchte, selbst wenn er, wie in diesem Moment so anmutig die Zähne fletscht. Also was ich sagen wollte: Meine Bemerkungen von vorhin sollten Sie nur darauf hinweisen, daß Sie eigentlich auf die festgesetzte Belohnung gar keinen Anspruch haben. Sie werden sich deutlich erinnern, daß bei unserer Abmachung nur von einem Enkel die Rede war, und Sie werden mir auch ferner zugestehen, daß ich meine Enkelin nicht durch Ihre Hilfe, sondern ganz gegen Ihren Willen wiedergefunden habe. Sie wollten das Mädchen heiraten, um sich mir dann später als den Mann meiner Enkelin repräsentieren zu können und nach meinem Tode in den Besitz meines Vermögens zu gelangen, damit sich dies aber ermöglichen ließe, war es unbedingt nötig, daß der wahre Name des Mädchens mir unbekannt bliebe. Denn Sie wußten recht gut, daß ich mich aus allen Kräften gegen die Heirat meiner Enkelin mit einem solchen Lumpen gesträubt haben würde und darum arbeiteten Sie in Wirklichkeit die ganze Zeit über gegen mein Interesse und gegen die eigentlichen Intentionen unseres Kontraktes. Ich schulde Ihnen nicht das Geringste, aber ich bin gleichwohl bereit, Ihnen die Hälfte der ausbedungenen Summe auszuzahlen, jedoch nur unter folgenden Bedingungen: Erstens legen Sie sofort den Kontrakt auf den Tisch.— Zweitens händigen Sie mir die Papiere aus, welche den Beweis liefern, daß das frühere Fräulein Winter meine Enkelin ist. Daß Sie mit diesen Papieren hierher gekommen sind, betrachte ich als selbstverständlich. Drittens verpflichten Sie sich, diese Gegend sofort zu verlassen und mit dem nächsten Dampfer nach Amerika zurückzureisen. Damit Ihnen aber die Eingehung dieser Verpflichtung und das Festhalten derselben möchlichst erleichtert werden, gebe ich Ihnen kein bares Geld, sondern einen Brief an mein Bankhaus in Newyork, worin ich dasselbe ersuche, dem Richard Thomas, insofern sich derselbe persönlich mit dem Briefe dort einfindet, 25000 Mk. (6000 Dollar) auszuzahlen.(Fortsetzung folgt). 5 paar Halt. Der Bürgermeister trat vor und hielt eine Ansprache. Der Kaiser hörte dem Bürgermeister mit großer Aufmerksamkeit zu. Er dankte dem Redner herzlichst für seinen Willkommensgruß. Er sagte, er freue sich sehr, wieder einmal in Oeynhausen zu sein, einem Badeorte, welcher vielen tausenden Menschen Heilung bringe, er wünsche der Stadt eine mächtige gedeihliche Entwickelung. Darauf überreichte die Frau des Burgermeisters Thiele der Kaiserin einen prachtvollen MarschallNiel=Rosenstrauß, welchen die Kaiserin huldvollst entgegennahm. Oeynhausen, 6. September. In der herrlich geschmückten Glashalle des Kurhauses, deren einzelne Räume man in einen gewaltigen großen Saal umgewandelt hatte, fand abends das Paradediner statt. Der Kaiser erhob sich im Verlaufe desselben und brachte einen Trinkspruch aus. Derselbe hatte folgenden Wortaut: Ew. Excellenz haben Mir heute Westfalens kampferprobte Söhne in vortrefflicher Verfassung vorgeführt und ebenso haben in den Reihen Ihrer Regimenter die Söhne Bückeburgs in hervorragender Weise sich gezeigt. Nicht zum mindesteu dient zur Unterstützung und Hebung des gesamten militärischen Bildes die Anwesenheit der alten, braven einstigen Division Fransecki. Ich danke Ihnen für die vortreffliche Haltung in der Sie Mir die Truppen vorgeführt haben: ein erhebender Anblick für den Kriegsherrn, ein beruhigender Anblick für den Landesherrn. Ich glaube mit gutem Gewissen das Ihnen ausgesprochene Lob vertreten zu können, zumal in Meinem zehnten Regimentsjahre, und ich glaube, wir können getrost uns sagen, daß der hohe Herr, dessen weithin schauendes Denkmal auch heute über den Platz hingeblickt hat, von oben herab zufrieden zugeschaut hat dem, was seine kampfestreuen Westfalen heute geleistet haben. Ich glaube der Ueberzeugung Raum geben zu dürfen, daß das VII. Armeekorps am heutigen Tage nicht ein Haar schlechter ist, wie Ich es von Sr. Majestät, Meinem Höchstseligen Herrn Großvater, übemnommen habe.— Ich hege die feste Zuversicht, daß die ruhmreiche Tradition und die glorreiche Geschichte, die sich an die Fahnen und Namen der heute in Parade gestandenen Regimenter knüpft, dieselben auch in Zukunft, sei es im Kriege, sei es im Frieden, dazu anfeuern wird, stets ihrer Namen und ihrer Geschichte eingedenk zu sein und, ihrem Fahneneid treu, ihr Gelübde zu erfüllen, wie sie es bisher gethan haben. Ich trinke auf das Wohl der heute in Parade gestandenen Regimenter des VII. Armeekorps und der Division Fransecki. Hurrah! Hurrah! Hurrah!“ Nach Schluß des Parademahles um 7 Uhr fand der große Zapfenstreich statt, ausgeführt von sämtlichen Kapellen und Spielleuten des VII. Armeekorps. Der Kaiser fuhr 5 Uhr 25 Minuten in einem Schimmelgespann zum Bahnhof, von wo ihn der Sonderzug 5 Uhr 35 Minuten nach Bückeburg führte. Von dort begab sich der Monarch zu Pferde ins Manövergelände. Der Himmel war bedeckt, aber das Wetter schön. Der Kaiser trug die Uniform seines Garde=Ulanenregiments mit Mantel. Der Abfahrt des Kaisers wohnten nur wenig Menschen bei. Die Kaiserin wird sich gegen 8 Uhr voraussichtlich gleichfalls zum Manöver 2egeden. Tages=Ereignisse. Deutsches Reich. Der Kaiser wird auch in diesem Jahre den in der Uckermark zwischen Prenzlau und Angermünde stattfindenden Manövern des Gardekorps am 15. und 16. September beiwohnen. Die Kaiserin Friedrich stürzte am Montag bei einem Spazierritt zu Homburg v. d. Höhe vom Pferde und erlitt hierbei leichtere Verletzungen. Die Kaiserin wurde von einem Wagen der Brunnenverwaltung noch Schloß Friedrichshof gebracht. Oberschiedsrichter beim Kaisermanöver ist der Kaiser; ihn vertritt an den Tagen, wo er etwa selbst die Führung übernimmt, Prinzregent Albrecht von Braunschweig. Unter dem Kaiser fungieren sechzehn Schiedsrichter. Ober=Hof= und Domprediger Dryander ist am Sonntag in der Berliner DomInterimskirche in sein neues Amt feierlich eingeführt worden. Vom Hofe wohnten Prinz und Prinzessin Friedrich Leopold der Feier bei. Hinsichtlich des jüdischen Religionsunterrichts will das preußische Kultusministerium in Zukunft den Gemeinden, die mindestens 12 schulpflichtige Kinder zählen, aber keine staatlich geprüften Religionslehrer unterhalten können, einen Zuschuß gewähren. Zwischen England und Deutsch= land soll einer noch der Bestätigung bedürftigen Londoner Meldung zufolge ein Abkommen getroffen worden sein, das unter gewissen Bedingungen ein Schutz= und Trutzbündnis umfaßt. Thatsache ist, daß der deutsche Botschafter in London, Graf Hatzfeldt, in jüngster Zeit wiederholte Konferenzen mit dem ersten Lord des Schatzes als Vertreter Lord Salisburys hatte. Ob dabei aber so weit reichende Beschlüsse und Vereinbarungen getroffen worden sind, wie die Londoner Blätter meinen, das bleibt doch noch abzuwarten. Das Abkommen soll sich in erster Linie auf der Frage der Zusammensetzung der Gewalten beim internationalen Tribunal von Aegypten, dann aber auch auf die Delagoabai beziehen, gegen deren Erwerbung durch England die deutsche Regierung ihren Protest aufgegeben habe. Dortmund, 6. Septbr. Zu dem heute in Oeynhausen stattfindenden Festmahle beim Kaiserpaar hat auch Oberbürgermeister Schmieding eine Einladung erhalten. Derselbe wird auch an dem Festmahl in Porta teilnehmen. Zu der Hoftafel in Oeynhausen haben ferner Einladungen erhalten: Berghauptmann Täglichsbeck und Oberpostdirektor Rehbock. Frankfurt a. M., 3. Septbr. Heute fand die Vermählung der Prinzessin Sybilla von Hessen, jüngsten Tochter der verwitweten Landgräfin von Hessen, mit dem Freiherrn von Vinke statt. Leipzig, 6. Septbr. Die Teilnehmer der Arbeitsnachweis=Konferenz, welche gestern unter Vorsitz Dr. Martens aus Hamburg abgehalten wurde, faßte folgende Resolution: Die Versammlung spricht die Ueberzeugung aus, daß im Interesse des Groß= und Kleingewerbes der Arbeitsnachweis von den Arbeitgebern und Arbeitnehmern zu organisieren ist. Deutsche Kolonien. Der„Reichsanzeiger“ schreibt: Laut telegraphischer Meldung des Gouverneurs aus Kiautschou hat am 2 d. Mts. die Erklärung des KiautschouKaiserfahrt nach dem heiligen Lande. (Nachdruck verboten.) 3. Konstantinopel. II. In ihrem Innern bietet die nicht mehr im byzantinischen Geschmack geschmückte Stadt nicht viel Sehenswertes. Der Verkehr in den Straßen verbietet sich von selbst. So benutzen denn die Fremden jeden Augenblick, um das unvergleichliche landschaftliche Bild zu genießen und sich auf das Wasser zu begeben. Dies geschieht meistens in Kaiks, Fahrzeugen, die Konstantinopel eigentümlich sind, ähnlich wie die Gondeln Venedigs, ungemein schmal und lang gebaut, sodaß man mit der größten Vorsicht ein= und aussteigen muß; diese Kaiks werden mit trefflichen Ruderschlägen ungemein schnell vorangetrieben. Oder man nimmt einen der großen Lokaldampfer, die beständig von der Schiffsbrücke abgehen. Größere Ausflüge in die schöne Umgegend zu unternehmen, ist immer lohnend. Hier auf der Schiffsbrücke gehen die Fremden spazieren. Man sieht hier viel Leben zu Wasser und zu Lande. Schrill pfeifende Dampfer kommen an und fahren ab, rasche Kaiks huschen wie Libellen über die blauen Wasser, Botschafterwagen mit goldverbrämten Kawassen(Gendarmen) oder Ministerwagen mit berittener Eskorte poltern donnernd in eiliger Hast über die Planken der Schiffsbrücke, schwere mit Ochsen bespannte Lastwagen ächzen daher. Zerlumpte, malerische Bettler tasten ihre Wege durch die Menge zu den Mildthätigen; nur die Frauenwelt fehlt. Wohl sieht man hier und da verschleierte Frauen aus dem türkischen Volke oder modern gekleidete Europäerinnen, aber sie verschwinden in der Menge. Die vornehmen Türkinnen bleiben zu Hause oder fahren in geschlossenen Wagen. Der Turban ist in Konstantinopel die Ausnahme. Der schwarze Rock, der rote Fez bilden die Regel in der türkischen Männerbekleidung und tragen nicht zur Mannigfaltigkeit bei. Man sieht belebte Straßen in Galata, die vom Windhauche bewegten Mohnfeldern gleichen, Fez neben Fez, wie rote Blumen. Konstantinopel eignet sich wenig zu längerem Aufenthatt. Der gesellige Verkehr beschränkt sich auf die Botschafter=Hotels und die Häuser der europäischen Kolonien. Es giebt kein Lokal, um den Abend zu verkürzen, keinen Korso, keinen Ort, an welchem sich die elegante Welt zu Wagen oder zu Fuß bewegen könnte, es sei denn, daß man die „süßen Wasser von Europa“ in den Sommermonaten dazu zählt. So nämlich nennt in Konstantinopel der Volksmund ein von Wasser durchzogenes Wiesenthal am oberen Ende des Goldenen Horns, wo sich am Freitag Nachmittag ein gutes Stück türkischen Volkslebens abspielt, und wo bei Skutari an den süßen Wassern Asiens zwei kleine Flüsse münden, nachdem sie sich vorher vereinigt haben, die süßes Wasser enthalten, während das im Goldenen Horn salzig ist. Die Flüßchen durchfließen das Thal Kiathané und hierher in dieses Thal, welches mit hübschen Baumgruppen und saftigen-Wiesen geschmückt ist, wo zahlreiche Kaffeehäuser und Brücken sich finden, pilgern an jedem Freitage, dem türkischen Wochenfeiertage, viele Tausend türkischer Frauen zu Fuß, zu Wagen, auf Eseln und Pferden, per Dampfer und im schnellen Kaik, um die Einförmigkeit ihres Daseins für einen Tag in der Woche zu vergessen. Hier kann man das türkische Volksleben betrachten: Kinder in phantastischen Kostümen machen den Eindruck einer Maskerade, die auf dem Boden ausgebreiteten Teppiche und Strohmatten am Rande des Wassers, die fliegenden Kaffeeschänken, welche hin und her Kaffee, Eis, Früchte und Gebäck anbieten, die fidelnden Zigeuner, die bulgarischen Hirten, welche die Sackpfeife mißhandeln, die bunten Staatskarossen der Vornehmen, die jungen, auf der Fahrstraße galoppierenden Reiter, das alles ist unter dem Zusammenklingen der Flöten, Geigen, Schalmeien, Pauken, Dudelsäcke und Tambourins für Gebietes zum Freihafen stattgefunden. Die Vergebung von Land wird noch im Laufe des Monats September durch Ausschreibung erfolgen. Die plötzliche Verabschiedung zweier Offiziere des 1. Garde=Regiments zu Potsdam, sowie die Beurlaubung eines Prinzen vom selbigen Regiment erregt großes Aufsehen. Es handelt sich in dieser Angelegenheit um den Erbprinzen Alfred von Sachsen= Koburg=Gotha, Premierlieutenant, den Sekondelieutenant von Götze, Sohn des früheren kommandierenden Generals vom VII. Armeekorps und um den Adjutanten des Füsilier=Bataillons des 1. Garde=Regiments Edler von der Planitz. Als das Regiment mit dem 1. Garde=Dragoner Regiment in Döberitz zur Schießübung weilte, huldigten die jungen Offiziere dem Kartenspiel, das mit so großer Leidenschaft gespielt wurde, daß der Erbprinz etwa 60000 Mk., Lieutnant v. Götze sein ganzes Geld verspielte. Hierbei kam es zu erregten Auftritten; v. G. beschuldigte in der Erregung einen seiner Mitspieler des Falschspiels, und die Folge davon war eine Duellforderung. Die Sache kam zu Ohren des Kommandeurs Oberstlieutenant v. Plettenberg, der unverzüglich dem Kaiser Meldung machte. Es fiel denn auch auf, daß der Kommandeur am Tage der Brigadebesichtigung nicht sein Regiment kommandierte, sondern statt dessen telegraphisch zum Kaiser berufen wurde und bald darauf auch zum Koburger Hof reiste. Zum Duell kam es demzufolge nicht. Statt dessen wurde ein Ehrengericht eingesetzt, und die Sache endigte mit der Verabschiedung der beiden Offiziere, während am nächsten Tage bei der Parole des 1. Garderegiments folgender Befehl ansgegeben wurde: „Auf Befehl der Division wird der Erbprinz von Sachsen=Koburg=Gotha, Königliche Hoheit, bis zum 30. September beurlaubt“. Auffallen mußte auch, daß der Kaiser sofort nach seiner Rückkehr aus dem Elsaß am Montag, 9. August, früh 6½ Uhr das 1. Garderegiment zwecks„Besichtigung“ nach dem Bornstedter Felde allarmierte, wobei der Monarch das Offizierkorps um sich versammelte und eine längere Ansprache an dasselbe hielt. Der Erbprinz ist mit seiner Mutter zu Besuch bei dem Großfürsten Sergius von Rußland nach Moskau gereist. Nach seiner Rückkehr wird er fernerhin Dienst im Leibregiment zu Darmstadt thun. Der Erbprinz ist bekanntlich ein Kousin des Kaisers Wilhelm. Oesterreich Ungarn. Ofen=Pest 6. September. In der Konferenz der Unabhängigkeitspartei wurde der Abgeordnete Eötvös beauftragt, im Abgeordnetenhause ein Mißtrauensvotum gegen die Regierung wegen ihrer Haltung in der Ausgleichsfrage zu beantragen. Italien. Rom, 3. Septbr. Die Antwort Italiens auf den Abrüstungsvorschlag des Zaren ist gestern abend nach Petersburg abgegangen. Blättermeldungen zufolge haben die Konferenzden Fremden ein farbenreiches und interessantes Bild. Sehenswürdigkeiten Konstantinopels, an denen kein Fremder vorbeigehen kann, sind die Aja Sofia, der Selamlik und der Bazar. An jedem Freitag besucht der Sultan eine Moschee von seinem Palast Yildiz Kiosk aus unter dem Aufmarsch der Truppen, die Spalier bilden in festlicher Auffahrt. Der Zweck dieses sich wöchentlich wiederholenden Schauspiels ist der, den Sultan als treuer Anhänger des Propheten, als Kalifen— Beherrscher aller Gläubigen— seiner Hauptstadt und seinen Truppen zu zeigen. Freilich, in dem gebeugten Manne mit dem sorgenschweren Antlitz, der heute auf dem Thron der Kalifen sitzt, dürfte auch der treueste Ottomane den geistigen Nachfolger Muhammeds II., des Eroberers von Byzanz, kuum erblicken. Man zeigt den Fremden auch das Serail, einen großen mit Festungsmauern und Türmen umgebenen Garten, in dem eine Anzahl von Gebäuden stehen, die einst dem Sultan zur Residenz dienten; jetzt sind Ministerien darin und Wohnungen der verwitweten Sultaninnen. Die mit Divanen, Teppichen und Kronleuchtern möblierten Kiosks und Empfangssäle, die dicke Platane der Janitscharen, die Nägel, an denen die Köpfe der enthaupteten Paschas einst bei Bab Humaium ausgehängt, das Loch in der Mauer, durch welches die schuldigen Sultaninnen in einem Sack in den Bosporus geschleudert wurden, die Waffen in der Kirche der heiligen Irene, welche ein Arsenal geworden, hatten nur ein untergeordnetes Interesse. Der Franzose Pierre Loti durfte die Schatzkammer des alten Serails, des Schlosses des Kalifen bei Konstantinopel, besichtigen, was sonst nur wenigen vergönnt ist. Er schildert den Eindruck, den dieser Besuch auf ihn gemacht, und erklärt, daß die in dem alten Gebäude enthaltenen Reichtümer von wahrhaft unschätzbarem Werte sind. Seit acht Jahrhunderten werden dort die kostbarsten und seltensten Edelsteine, die prachtmächte sich verpflichtet, an den bestehenden. Verträgen nicht zu rütteln. Dänemark. Kopenhagen, 6. Septbr. Die Zeitung „Politiken“ meldet: Die Regierung beschloß, die Einladung des Zaren zur FriedensKonferenz dankend anzunehmen. Rußland äußerte den Wunsch, die Konferenz möge Ende 1898 oder Anfang 1899 stattfinden. Die Krankheit der Königin von Dänemark hat sich verschlimmert. Fortdauernde Atemnot verursacht Erstickungsanfälle. Die Kaiserin=Witwe von Rußland, die Prinzessin von Wales und die Herzogin von Cumberland bringen den ganzen Tag am Krankenlager zu und wachen des Nachts abwechselnd. Holland. Königin Wilhelmine von Holland hat am Montag unter ungeheurer Begeisterung der Bevölkerung ihren Einzug in Amsterdam gehalten. Eine zahlreiche Menschenmenge wogte in den reich geschmückten und beflaggten Straßen; es herrschte ein geradezu lebensgefährliches Gedränge. Die Ausschmückung der ganzen Stadt ist hauptsächlich durch natürliche Blumen bewirkt. Die Königin traf gegen 2½ Uhr nachmittags ein und fuhr mit ihrer Mutter zu Wagen durch die ganze Stadt, entlang einem Spalier von 15000 Vertretern der bürgerlichen und militärischen Korporationen. In ihrem Gefolge erregten besondere Aufmerksamkeit die malerischen Gestalten des Sultans von Siak und des Sohnes des Sultans von Koutei aus Indien. Das Glockenspiel der Kirchen tönte in das Treiben des festfrohen Publikums hinein. Nach der Ankunft im Palais defilierte das Militär vor der Königin, die vom Balkon aus herabsah. Auf allen Dächern und Tribünen, an allen Fenstern war kein Stellchen mehr frei. Alle Welt hatte Orangebänder um die Strohhüte gelegt. Den anziehendsten Eindruck machte der Domplatz vor dem Schlosse. Inmitten goldstrotzender, phantastischer Fontainen erhebt sich ein Momument mit der symbolischen Figur Amsterdams, worunter die alte Statue der Magd von Holland verborgen ist, umgeben von dekorierten Flaggenmasten. Abends war die Stadt großartig illuminiert. Bis tief in die Nacht hinein amüsierte sich das lustige Völkchen auf den Straßen. Asien. Theheran, 6. Sept. Der Schah von Persien tritt Ende dieser Woche eine Reise nach Europa an. Spanien und Amerika. Madrid, 6. Septbr. Der Ministerpräsident verlas im Senat ein Dekret der Regierung, welches ihn ermächtigt, einen Gesetzentwurf einzubringen, welcher die Regierung bevollmächtigt, die Souveränität Spaniens über den Kolonialbesitz gemäß der Festsetzungen des Präliminiarfriedensvertrages aufzugeben. Sagasta verlangt, daß die Frage geheim verhandelt werde, und ordnet deshalb die Räumung der Tribünen an, was trotz vollsten Wunderwerke der Kunst angesammelt, silberne und goldene Waffen, die mit großen Diamanten verziert sind, große Thronsessel, die mit Rubinen, Perlen und Brillanten ausgelegt sind, Theetassen und Kistchen aus einem einzigen Smaragd gearbeitet. Millionen und Millionen sind in den großen finsteren Sälen aufgehäuft, wo man die kostbaren Metalle und die Perlen in tausend phantastischen Farben leuchten sieht. In einem Saale stehen an den Wänden viele mit unerhörter Pracht gekleidete Wachspuppen gleichförmig aufgereiht. Bis zum Beginn dieses Jahrhunderts wurde jedesmal, wenn ein Sultan starb, in dieses geheime Zimmer eine lebensgroße Wachsfigur gebracht, welcher man die Galakleider des verstorbenen Monarchen anlegte. Man gab ihr wundervolle Waffen, bedeckte sie mit Edelsteinen von unermeßlichem Werte, und so blieb sie stehen, überschüttet mit Reichtümern, die für immer verloren sind. Die langen und üppigen Gewänder sind eigenartige Brokatstoffe mit großen, geheimnisvollen Mustern, deren Farben allmählich verschossen sind. Die herrlichen Dolche, deren Knöpfe aus einem einzigen Edelsteine gemacht sind, werden mit der Zeit vom Rost verzehrt. Die 28 türkischen Herrscher, die von der Eroberung Konstantinopels bis zum Ende des vorigen Jahrhunderts regiert haben, stehen dort als Puppen in dem dunkeln Raume, stumme Zeugen verflossener Größe und Pracht. Die zur Aufnayme unseres Kaisers und seines Gefolges vom Sultan angeordneten Umbauten und Neueinrichtungen sind nahezu vollendet. Die für den Kaiser bestimmten Wohnräume liegen im sogenannten Tsit Kiosk, dem als Neubau eine große und prunkvoll ausgestattete Empfangshalle angefügt wurde. Die Gesamtkosten der vorgenommenen Umbauten werden ausschließlich der inneren Ausstattung auf eine Million Mark berechnet. Einspruchs eines Senators unter Murren der auf der Tribüne Anwesenden geschieht. Madrid, 6. Septbr. Der„Liberal“ meldet aus Barcelona: Die Gendarmerie hob eine 37 Mann starke revolutionäre bewaffnete Bande auf; eine weitere Bande wird bei Hospital gemeldet. Madrid, 6. Septbr. Die KöniginRegentin verlieh dem Präsidenten Faure den Orden vom Goldenen Vließ. Die Revision des Alle Juristen der Regierung erkennen die Notwendigkeit der Revision aus juristischen und politischen Gründen an, die heute nicht mehr umgangen werden kann. Allerdings möchte der eine oder der andere Minister, daß die Kammer einen diesbezüglichen Wunsch ausspräche, allein damit dürften sie nicht durchdringen. Paris, 4. Sept. Ein Extrablatt der„Presse". meldet die Demission Cavaignacs. Wie es heißt, werde Bourgeois das Kriegsministerium interimistisch übernehmen; man fügt hinzu, Cavaignacs Nachfolger werde der General Saussier sein. Die von Paris abwesenden Minister wurden telegraphisch benachrichtigt; man glaubt, am Montag werde ein Ministerat stattfinden. Paris, 4. Sept. Cavainac richtete folgendes Schreiben an Brisson:„Ich habe die Ehre, mich an Sie zu wenden und ich bitte Sie, dem Präsidenten der Republick mein Entlassungsgesuch zu übermitteln. Es besteht zwischen uns eine Meinungsverschiedenheit, durch deren Fortdauer die Regierung in einem Augenblicke lahmgelegt würde, wo es besonders ihrer Entscheidung bedarf. Ich bleibe von der Schuld des Dreyfus überzeugt und nach wie vor entschlossen, mich einer Revision seines Prozesses zu widersetzen. Zwar ist nicht meine Absicht, mich den Verantwortlichkeiten der gegenwärtigen Lage zu entziehen, aber es würde mir nicht möglich sein, dieselben auf mich zu nehmen, ohne mir dem Chef der Regierung, welcher ich anzugehören die Ehre habe, einer Meinung zu sein. Genehmigen Sie 2c.“ Paris, 4. Sept. Die meisten Blätter sprechen ihre Befriedigung über den Rücktritt Cavaignacs aus. Derselbe habe um jeden Preis die Revision des Dreyfus=Prozesses verhindern wollen, welche unter den gegenwärtigen Verhältnissen einzig im Stande sei. dem Lande die Ruhe wiederzugeben. Mehrfach versichert man, Cavaignac werde die Führung der nationalistisch=antisemitischen Gruppe übernehme 1. aris, 4. Sept. Frau Dreyfus hat auf Grund des Paragraph 3 des Artikels 443 der Strafpcozeßordnung an den Justizminister Sarrien ein Gesuch um Revision des Prozesses gegen ihren Gatten gerichtet. Paris, 5. Sept. Bei dem heute vormittag abgehaltenen Ministerrat gab der Justizminister den Empfang des Revisionsgesuches der Frau Dreyfus bekannt. Der Justizminister ersuchte den Kriegsminister um Mitteilung des Protokolls über das Geständis Henrys und der Aktenstücke des Dreyfusprozesses. Der Justizminister wird das Ergebnis der Prüfung dem nächsten Ministerrate mitteilen, welcher erst nach Ernennung des neuen Kriegsministers stattfindet. Paris, 5. Sept. Cavaignac erklärte einem Mitarbeiter des„Echo de Paris“ gege füber, wenn die Regierung die Revision beschließe, begehe sie einen schweren Fehler. Die Revision sei eine wahnsinnige That, woran er nicht teilnehmen wolle. Man werde sehen, in welchem Zustande das Land sich nach dem neuen Prozesse befinden werde.— Clémenceau fordert Brisson in der„Aurore“ auf, er möge untersuchen, warum die in die Dreyfussache verwickelten Mitglieder des Generalstabes in so auffallender Weise befördert und ausgezeichnet wurden. Wie der„Gaulois“ meldet, erfähit man, das Kriegsministerium sei bereis offiziell davon verständigt worden, daß Esterhazy ent schlossen sei, sich selbst als den Urheber des Bordereaus zu denunzieren. Paris, 4. Sept. Der Senator Trarieux, der so unermüdlich in den Dreyfushandel die Sache des Rechts und der Wahrheit vertreten hat, fordert einfach in einem längeren Schreiben den Kollonieenminister Trouillot auf, die moralischen und physischen Leiden des Gefangenen auf der Teufelsinsel zu erleichtern. Es sei unmöglich, das barbarische Ausnahmeregime, dem Dreyfus unterworfen sei, noch fortzusetzen, da alles die baldige Feststellung des Justizirrtums, dem der unglückliche zum Opfer gefallen, voraussehen lasse. Der Minister möge aus freier Initiative zu seinem eigenen Besten in dieser Hinsicht handeln, da er sonst vielleicht recht unsanft dazu gezwungen werden könnte. Paris 5. Sept. Brisson empfing heute morgen Saussier und stattete darauf dem Präsidenten Faure einen Besuch ab. Später teilte Brisson den übrigen Ministern mit, Saussier sei morgens zu ihm gekommen, um ihm Gründe zu nennen, weswegen er das ihm angebotene Kriegsportefeuille glaube ablehnen zu müssen. Auch Zurlinden, an den sich Brisson wandte, erwiderte, er glaube nicht, den Ministerposten annehmen zu können. Brisson wandte sich darauf an andere Generäle, deren Antwort noch aussteht. Paris, 5. Sept. Das Begräbnis Henry's fand heute in Pogny ohne kirchliche Zeremonien statt, da der Bischof von Charlons trotz des Zeugnisses des Stabsarztes von Mont Valerien, daß Henry den Selbstmord infolge Geistesstörung verübte, es anordnete. Berlin, 5 Sept. Das Kl. Journal“ meldet aus Paris, der Ministerrat beschloß die Revision des Dreysusprozesses wegen falscher Zeugenaussage, nicht wegen der Illegalität.(!!) Paris, 6. Sept. Nach einer halbstündigen Besprechung mit dem Präsidenten und einer darauf folgenden mit Brisson nahm General Zurlinden das Portefeuille des Krieges an. Die Einnahme von Omdurman. Das Bollwerk des Mahdismus, die Stadt Omdurman am Zusammenfluß des Weißen und des Blauen Nils(Egypten) gegenüber dem seit 1884 zerstörten, in der Gabelung am Zusammenfluß gelegenen Khartum, ist gefallen, der egyptische Sudan ist der Kultur wiedergegeben. Der Berichterstatter des Reuterschen Bureaus telegraphiert aus Omdurman vom 2. d. M.: Eine Kavalleriepatronille ging heute früh gegen Omdurman vor und fand die feindliche Armee zum Angriff in Schlachtordnung vorrückend mit einer drei bis vier Meilen breiten Front. Unzählige Fahnen und Standarten wehten über den Reihen der Mahdisten, die mit lauter Stimme sangen. Die englisch=egyptische Armee stellte sich sofort auf, um den Angriff zu empfangen. Um 7 Uhr 20 Minuten erschien der Feind auf dem Gipfel des Bergkammes oberhalb unseres Lagers und rückte in geschlossenen Reihen vor, unsere Flanken überflügelnd; um 8 Uhr 20 Minuten eröffnete unsere Artillerie das Feuer, das die Derwische beantworteten. Dann erfolgte ein Angriff auf unsere linke Flanke, und nach ihrer gewöhnlichen Taktik stürzten sich die Derwische von dem Bergkamm auf uns. Aber die Andringenden wurden vollständig zerschmettert durch das Feuer unserer sämtlichen Waffen. Die Derwische wandten sich nun gegen unser Zentrum, auf das sie einen wütenden Sturm ausführten. Eine große Streitmacht von Reitern versuchte dem Bleihagel zu trotzen, sie wurde aber buchstäblich weggefegt und zog sich zurück, indem sie das Feld mit Leichen bedeckt zurückließ. Um 11 Uhr 15 Minuten befahl Kitschener den allgemeinen Vormarsch mit staffelförmig aufgepflanzten Bataillonen. Sobald die Brigaden den an den Nil angrenzenden Bergkamm erreicht hatten, wurde die egyptische Brigade von dem Feinde wieder angegriffen. Dieser hatte sich unter dem Schutze des Kammes wieder geordnet und bildete unter der schwarzen Fahne des Khalifen (Oberbefehlshaber der Derwische) selbst eine dichtgeschlossene Kolonne, um eine äußerste Anstrengung zu machen und das Geschick des Tages zu wenden. Eine Streitmacht von 15000 Mann stürzte sich auf die Sudanesen, die unterstützt von dem Feuer der Maxim=Geschütze, tapfer aushielten. Die englische Infanterie eilte herbei; die Armee des Khalisen wurde in einer Vertiefung überrascht, sah sich dem vernichtenden Feuer dreier Brigaden und ihrer Artillerie ausgesetzt und warf sich in voller Flucht nach Omdurman. Der ausdauernde Mut der Derwische ist jedes Lobes würdig; sie trotzten dem schrecklichen Feuer ohne die geringste Furcht. Nach Erbeutung der Fahne des Khalifen begann die englische Armee um 12 Uhr 15 Min. wieder den Vormarsch und besetzte am Nachmittag Omdurman. Nur zwei englische Offiziere sind gefallen, mehrere verwundet. Der Verlust der Derwische beträgt weit über tausend Mann. Kairo, 5. Septbr. Die letzte Depesche Kitscheners besagt, der Rest der Streitkräfte des Khalisen habe sich ergeben. Kitschener habe eine große Zahl Gefangener. Die Kavallerie ist noch auf der Verfolgung des Khalifen begriffen, welcher mit nur 140 Mann sich anscheinend nach Kordofan gewandt habe. Kitschener hat am Samstag Chartum aufgesucht und die Stadt als vollständige Ruine vorgefunden. Kairo, 6. Sept. Eine Depesche des General Kitschener vom 4. d. M. besagt, die Verwundeten würden den Fluß hinab befördert. Die österreichische Schwester Therese Grigoline und alle europäischen Gefangenen sind befreit und befinden sich wohl. Unter den Einwohnern Omdurmans herrsche große Freude über die Ankunft Kitscheners. London, 5. Septbr. Die„Times“ meldet aus Kairo: Bei der britischen diplomatischen Agentur ging gestern ein Telegramm des deutschen Kaisers ein:„Er sei aufrichtig erfreut, seine Glückwünsche aussprechen zu können zu dem herrlichen Siege bei Omdurman, der endlich den Tod des Gordon rächt.“— Der Korrespondent des „Daily Telegraph“ in Omdurman schätzt, daß 15000 Derwische gefallen sind und der Gesamtverlust der britischen Truppen 500 Mann betrage. Derselbe Korrespondent meldet, Osman Digma sei mit dem Khalifen geflohen. London, 5. Sept. Die englischen Verluste bei Omdurman beziffern sich auf 23 Gefallene, subalternoffiziere und Mannschaften, von denen 19 auf das 21. Lanzenreiter=Regiment entfallen 99 Mann sind verwundet, unter denen 12 Offiziere sich befinden. Die egyptischen Truppen hatten 11 Mann Todte und 230 Verwundete. Unterlassung wolle man verzeihen, da uns der Mangel an Zeit ein Erscheinen zum Beginn des Festes nicht gestattete. Westfalen=Rheinland. A Höchsten, 7. Sept. Ein Raub Flammen der gestern nachmittag das Haus Wirts Schmuck auf dem Höchsten. wurde des Bäckers und (!) Westhofen, 5. Sept. In der Stadtverordneten=Versammlung am vergangenen Samstag wurde Folgendes verhandelt: Den Stadtvertretern wurde der angefertigte Stadtbauplan zu Besichtigung vorgelegt; derselbe wird demnächst zur Einsichtnahme der Bürgerschaft aufgelegt werden. Sodann nahm Kollegium davon Kenntnis, daß die Bohrversuche für die geplante Wasserleitungsanlage in der Wanne bei Syburg am 5 d. M. beginnen sollen.— Ferner wurde eine Besichtigung des Hohlweges vorgenommen und die Neupflasterung der Strecke von der Hauptstraße bis zum Hohlwege beschlossen; die Strecke befindet sich in sehr schlechtem Zustande. Der Antrag der angrenzenden Grundbesitzer an der Oestergasse auf Vermessung der Gasse wurde genehmigt. Dieselbe Dortmund, 5. Sept. Schwindlerin. Bei einem Konditor im nördlichen Stadtteil erschien vorgestern eine anständig gekleidete Frauensperson, welche Dienstmagd bei einer angesehene Bürgersfamilie sein wollte, für ungefähr 6 Mk. Backwerk verlangte und dabei bemerkte, die Herrschaft werde am folgenden T ge die Rechnung begleichen. Der Konditor gab der Person auch das Verlangte, hörte aber am folgenden Tage, als er die Rechnung einschickte, daß die Herrschaft niemand zu ihm geschickt hatte, er also beschwindelt worden war. Neueste Nachrichten. Oeyhausen, 6. Sept. Der Kaiser empfing eine aus fünf Herren bestehende Abordnung des westfälischen Bauernvereins. Die Abordnung bestand aus den Herren Dr. Freiherrn v. Landsberg=Vehlen, Geheimen Oekonomierat Winckelmann, Erbmarschall Freiherrn von der Recke, Gutsbesitzer Müllhausen=(?) Recklinghausen und dem Generalsekretär des Vereins Dr. Schulte. Die Abordnung überreichte dem Kaiser eine Gruppe von Landeserzeugnissen und nahm abends 7 Uhr an dem sogenannten Zivildiner in dem Glaspavillon teil. Köln, 6. Sept. Der„Rheinische Bauernist in schlechtem Zustande und dient meist nur verein", beschloß, für sofortige Errichtung von in in schiechtem Zustunve und dient meist nu: Getreidelager=Genossenschaften auf genossenschaftales. (Nachdruck nur mit Quellenangabe gestattet.) * Schwerte, 7. Sept. Ein Bruder des Gärtners Herrn Baader von hier feierte am verflossenen Mittwoch als Angestellter der Aschendorf'schen Buchdruckerei in Münster sein 50jähriges Dienstjubiläum. Nach einem Bericht des „Münsterischen Anzeigers“ war es eine selten schöne vom Geiste des sozialen Friedens getragene Feier. In gerechter Würdigung der Gnade dessen, der Herrn Baader das köstlichste unter den Eütern, die Gesundheit und Arbeitskraft in ungebrochener Fülle bis zum heutigen Tage gewährt, wurde in der Ludgerikirche durch eine heilige Messe die Feier eingeleitet, die dem Jubilar den rührenden Beweis von dem Wohlwollen des Chefs der Firma sowohl wie von der aufrichtigen Kollegialität seiner Geschäftskollegen, die ihre Aufmerksamkeit durch ein sinniges Geschenk(silberne Schnupftabaksdose) bekundeten, erbracht. Herr Bürgermeister farwick heftete nach einer herzlichen Rede dem zubilar einen allerhöchst verliehenen Orden an die Brust. W Schwerte, 7. Sept. Schlägerei. Zu einer Schlägerei kam es in der Nacht vom sonntag zum Montag in der Nähe der Ruhrbrücke unweit der Wirtschaft Stricker, zwischen mehreren jungen Burschen aus Schwerte und Villigst. Einer der Villigster bekam mit einem scharfen Instrument, anscheinend einem Messer, einen Schlag auf den Kopf, wodurch eine klaffende Wunde entstand. Derselbe war hierdurch kampfunfähig geworden und mußte sich sofort in ärztliche Behandlung begeben. Auch ein Schwerter hat seinen Teil bekommen. Wer den Streit angefangen und durch was derselbeentstanden, entzieht sich leider unserer Kenntnis. S Schwerte, 7. Sept. Feuer. Gestern nachmittag entstand in den Rosen in einem Hause ein Stubenbrand, welcher dadurch hervorgerufen ist, daß der Kamin defekt war. Durch das thatkräftige Eingreifen der Arbeiter des Nickelwalzwerks wurde das Feuer bald gelöscht. Verbrannt sind Kleidungsstücke und Leinenzeug. Der entstandene Schaden beträgt über 100 Mark. * Schwerte, 7. September. Bei Herrn Heinrich Schrage in Bührenbruch stehen ein Apfelund Birnbaum, die schon Früchte tragen, in voller Blüte. Schwerte, 7. Sept. In der Nacht vom Sonntag auf Montag haben in den Gärten am unteren Mühlengraben mal wieder Garten diebstähle stattgefunden. Es sind den Dieben neben anderen Früchten besonders die Stangenbohnen, die jetzt eingemacht werden, an den Fingern hängen geblieben. * Schwerte, 7. Sept. Unserm Bericht über das Fest der Kampfgenossen=Ver einigung haben wir noch nachzutragen, daß Herr Wirt Ed. Pferdekämper den Willkommengruß entbot und einen Toast auf die Krieger ausbrachte, die Bedeutung der Kriegervereine in das rechte Licht rückend. Diese unabsichtliche als Wassergraben. Der Ausbau des alten Hohlweges bis Holzen wird nicht verwirklicht werden, da sich dieser Anlage zu große Terrainschwierigkeiten entgegenstellen. Das ursprüngliche Projekt, der Ausbau des Wannenweges und Uebergabe an den Kreis, wird wohl zur Ausführung kommen. * Westhofen, 7. Sept. Am nächsten sonntag findet im Lokale des Herrn Schulte eine Versammlung zwecks Gründung eines ev. Männer= und Arbeitervereins statt.„Wir machen auch an dieser Stelle besonders darauf aufmerksam. Hörde, 2. Sept. Zu Tode kam gestern nachmittag ein älterer Mann namens Claßen. Er befand sich auf einem Wagen des Fuhrunternehmers Konrad, dem die Pferde durchgingen. Claßen fiel vom Wagen und blieb tot. Die andern Insassen wurden leicht verletzt. Hörde, 5. Sept. Herr Tull, General= direktor des Hörder Bergwerks= und Hüttenvereins, ist zum Kommerzienrat ernannt worden. Derselbe, auf eine kleine Erhohlungsreise begriffen, weilt augenblicklich in dem Luftkurort Friedrichsroda. Dortmund, 5. Sept. Dem Kahnen im Hafen ist schon wieder ein blühendes Menschenleben zum Opfer gefallen. Gestern gegen 11 Uhr machte der Gelbgießer Fritz Menzen aus der Unionstraße mit einem Freunde eine Kahnfahrt im Hafen. Als beide einmal ihre Plätze wechseln wollten, kenterte der Kahn, beide fielen ins Wasser, Menzen vermochte nicht, sich durch Schwimmen zu retten, er ertrank, Der so plötzlich aus dem Diesseits Gerufene wird als trefflicher Mensch geschildert. — Kähne, die so leicht kentern, sollte man nicht benutzen. Dortmund, 5. Sept. Ueberfahren. Auf der Dortmund=Enscheder Eisenbahn wurde bei der Wärterbude Nr. 4 die Leiche eines Mannes gefunden, der überfahren worden war, es war ihm ein Bein und eine Hand vom Leibe getrennt. Den Namen des Verunglückten und die näheren Umstände, wie derselbe auf das Bahngeleise gekommen sein mag, konnte nicht erfahren werden.— Ueber ein weiteres trauriges Vorkommnis wird berichtet. In der Nähe der Station Preußen war ein kleines Kind des Rottenführers Karl Wulle durch eine Hecke auf das Bahngeleise gekrochen. Der Bahnwärter bemerkte das Kind, als eben ein Zug im Einfahren begriffen war. Rasch eilte er hin, es gelang ihm auch, das Kind vor der Lokomotive wegzureißen, doch bekamen beide einen solchen Stoß, daß sie zur Seite flogen; hierbei hat das Kind, wie uns gemeldet wird, das Leben eingebüßt. licher Grundtage höheren Orts einzutreten. Köln, 6. Sept. In heutiger Versamlung wurde einstimmig der„Verband Deutscher Drahtstift=Fabrikanten“ gegründet. Albany, 6. Sept. Der von Montreal auf der Delaware=Hudson=Bahn nach Albany laufende Schnellzug stieß gestern abend in der Nähe der Station Cohoes auf einen offenen Güterwagen auf. Beim Zusammenstoß wurden 18 Personen getötet, 10 tötlich verletzt. Wetterbericht. Nachdr. verboten. 8. Sept.: heiter, trocken, Nacht kühl, Tag ziemlich warm, stellenweise Morgennebel. 9. Sept.: Wenig Aenderung. Todesfall 10 Prozent extra Rabatt auf alle schon reduzierte Preise während der InventurLiquidation. Muster auf Verlangen franko. Modebilder gratis. 2) eines Teilbabers und Neu-Uebernahme, veranlassen uns zu einem Wirklichen Ausverkaufs sämtl. Damenkleiderstoffe für Sommer, Frühjahr, Herbst und Winter u. offeriren beispielsweise: 6 Meter soliden Sommerstoff z. Kleid f. M. 1.50 Pf. 6 Meter soliden Cubanostoff z. Kleid f. M. 1.80 Pf. 6 Meter soliden Lurlei, modern z. Kleid f. M. 2.10 Pf. 6 Meter soliden Crêpe-Careaux z. Kleid f. M. 3.30 Pf. sowie modernste Kleider- u. 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Auf besserem Weizenboden, der kalkreich ist, bedarf es gewöhnlich einer Kaligabe nicht; in Rücksicht auf die kalibedürftigen Nachfrüchte ist jedoch eine Kalidüngung nicht zu unterlassen. Eine Phosphorsäuregabe ist jedoch auf alle Fälle notwendig und giebt man je nach dem Kulturzustand des Bodens 300—500 kg p.o 1 ha. Die Stickstoffmengen, welche der Weizen im Herbst gebraucht, sind nicht sehr bedeutend und können bequem durch 50—75 kg schwefelsaures Ammoniak pro 1 ha beschafft werden; den weiteren Stickstoffbedarf wird man im nächsten Frühjahr durch eine dem Stande des Weizens entsprechende Kopfdüngung mit Chilesalpeter(50—100 kg pro 1 ha) decken. jede kluge Hausfrau kauft stets die feinsten Fabrikate Brennholz hat abzugeben Richard Engels, Kohlenhandlung, Moltkestr. 11. ie angenehm!! wenn man endlich von den lästigen Kopfschuppen befreit ist; man gebrauche Optermann's Brennesselwasser und wird finden, daß jede weitere Schuppenbildung von selbst aufhört. 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Der Anstrich des Steigerturms soll vergeben werden. Offerten sind bis zum Donnerstag, den 8. September, vor mittags, auf dem Stadtbauamt einzureichen, wo auch die Bedingungen einzusehen sind. Schwerte, den 2. Sept. 1898. Der Brandrat. Die Regulicrung des Weges auf der Heide, welcher von der Hörder Chaussee am Walde entlang nach der Ostbergerstraße führt, wird unter Verlängerung der Frist nochmals ausgeschrieben. Angebotsformulare und Bedingungen sind auf dem Stadtbauamt einzusehen und können gegen portofreie Einsendung von 1,50 Mark dort bezogen werden. Offerten sind verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen bis zum Montag, den 12. d. M., vormittags 11 Uhr, ebendaselbst einzureichen. Schwerte, den 3. Sept. 1898. Das Stadtbauamt. Kurkosserverkauf. Montag, den 12. d. M., nachmittags 4 Uhr, werde ich im Auftrage der Frau Wwe. Boerstinghaus hier circa 1½ Morgen Kartoffeln am Kirschbaumswege, und am selben Tage um 4½ Uhr ca. 1 Morg. Kartoffeln am Klusenwege nummerweise öffentlich meistbietend verkaufen. Schulte, Aukt.=Kommissar. Grasverkäuf. Der Verkauf des II. Grasschnittes in der LietheWiese des Guts Wandhefen findet statt am Donnerstag, den 8. Septbr., nachmittags 6 Uhr. Haus Altendorf b. Langschede. Gräflich von Fürstenberg'sche Rentei=Verwaltung. RRRRRRRRRRRRRnnnARNN Garde= und* Landwehr=Verein u Schwerte. Sonntag, den 11. Septbr. er.: 20 Sedanfeier 3 im Saale des Herrn W. Ostermann durch Konzert und Ball. a 36 s se * #8 ½ Ansang 7 Uhr abends.## Mitglieder nebst 1 Dame frei, für jede weitere Dame wird Mk. 0.50 Entree erhoben. 2 * * 3 3 * 28 Der Vorstand. RRRRRRRRRRARRRRRARNN Nichtmitglieder nebst 1 Dame haben gegen Mk. # 1.50 Entree Zutritt. * Vereinsmütze und Abzeichen sind anzulegen. Der Vorstand. GKRR RR a 3, c, Schwerter.# urn-Verein ¾ (Mitglied der deutschen X Turnerschaft) X feiert am Sonntag, den X # SsET, II. September,# nachmittags 3 Uhr anfangend, im Lokale des Herrn### L. Hagemann sein diesjähriges„ a Schülerwettturnen X K verbunden mit X am Rekruten=Abschiedskränzchen 8 X nach folgendem Programi. 24 X nach folgendem Programm: X 1. Aufmarsch und Freiübungen der Turnschüler. 2c 2. Wettturnen der Turnschüler.(Reck, Barren, Pferd, X *3 Stemmen und Springen.) 8 3 3. Turnen der beiden Musterriegen vom Gaufest. 4. Kürturnen, Turnspiele u. s. w. 5. Preisverteilung. Während des Turnens findet K0e 0 0 5 68 S i E8* OSS K00 0 2 S D 192.— — — O 2 O Srasverkauf in den Wiesen Laugewiese und Melkenkamp des Ritterguts Altendorf am Donnerstag, den 15. September, nachmittags 4 Uhr. Haus Altendorf b. Langschede. Gräflich von Fürstenberg'sche Rentei=Verwaltung. Vertäuf. 1 Kleiderschrank, 1 Pultschrank, 6 Nohrstühle und sonstige Gegenstände unter der Hand zu verkaufen. Alles fast neu. Senningsweg 30. Diejenigen Gemeindeglieder, welche sich für Gründung eines evang. Männer= u. Arbeitervereins in Westhofen interessieren und demselben beizutreten beabsichtigen, werden ersucht, Sonntag, den 11. September er., nachmittags 5 Uhr, im Saale des Herrn Wirts H. Schukte hier sich zu versammeln. Westhofen, im Sept. 1898. Falkenberg, Pfarrer. Dr. Oether’s Backpulver feinge Kuchen und Klöße. Rezepte gratis von Ernst Klein, Aug. zur Nieden. Carl Trog. * X X X X X X X X X X X E. statt.— Abends 8 Uhr: Beginn des Festballes Entree zum Konzert und Turnen 30 Pfg. „„„ Turnen und BALL — Mark 1.25.— Nichtmitglieder können durch Mitglieder eingeführt werden. Die Eltern der Turrschüler, sowie Freunde und#### Gönner des Vereins werden hierdurch freundlichst### eingeladen. 94 Der Vorstand. * X X X X X X X X X X X X R Hüsingstrasse 25, empfiehlt: Küchenlampen von 30 Pfg. an. „„ mit Spiegel M. 1.20. von M. 1.75 an. 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Solche Erfolge verdienen meiner Ansicht nach veröffentlicht zu werden, was hiermit geschieht. Nr. 140, Loxten b/Versmold i[Westfalen, den 9. April 1898. C Stodieck. Die Unterschrift des C. Stodiick wird beglaubigt. Loxten, den 9. April 1898. Der Gemeinde=Vorstand: Hartwich. Adresse:„Privatpoliklinik, Kirchstr. 405, Glarus“ 0 72 S 1— 0 S 09 5000985 er. 40. Schiemrr, 0 S verkaufe trotz meiner bekannten Billigkeit zu nachstehenden ermäßigten Preisen: 6 Meter Kleiderbiber, waschecht, jetzt nur Mk. 1.90. 6 Meter prima Gedruckt, waschecht, jetzt nur Mk. 2,10. 6 Meter prima Siamosen, waschecht, jetzt nur Mk. 2,40. Hauskleider, solide Ware, 6 Meter jetzt nur Mk. 1.70. Halbwollene und reinwollene Kleiderstoffe so billig, daß nur durch großen Umsatz einen bescheidenen Nutzen erziele. Angesammelte Kleiderstoffreste enorm billig. Guten ungebleichten und bunten Biber jetzt nur 22 und 25 Pfg. das Meter. Guten 150 cm breiten Betttuchbiber jetzt nur 60 Pfg. das Meter. 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M. 11.50 per 100 Kilo, Hafer I. Qual. M. 15.60, II. Qual. 14.60, neuer Hafer M.—.— per 100 Kilo, Kartoffeln per 50 Kilo M. 0,00—0,00 M., Heu per 50 Kilo M. 2.00—3,00, Luzernerheu per 50 Kilo M. 3,70, Maschinenstroh per 500 Kilo M. 20,00, Flegeldrusch per 500 Kilo M. 22,—, Butter per Kilo M. 2,60, Eier pr. Schock(60 St.) M. 4,20, Raps per 100 Kilo 1. Qual. M 23—, 2. Qual. M. 20.—. Aveel(Rübsen) 1. Qual. M. 21,50, 2 Qual. M. 19,— per Kilo, Rüböl per 100 Kilo in Partien von 100 Ztr.(ohne Faß) M. 51,50, Rüböl per 100 Kilo faßweise(ohne Faß) M. 53,—, gereinigtes Oel per 100 Kilo M. 3.— höher als Rüböl. Preßkuchen per 1000 Kilo M. 97,—. Weizenvorschuß 60 per 100 Kilo M.—.—, Kleien per 50 K lo M. 4,80. Diehmärkte. Dortmund, 5. Sept.(Städtischer Viehhof.) Zum heutigen Schlachtviehmarkte waren aufgetrieben: 749 Stück Großvieh, 921 Schweine, 126 Kälber,—Pferde, 163 Schafe. Preise für 100 Pfd. Schlachtgewicht Ochsen 65 —6724, Stiere 46,00—55,— M, Kühe 1. Qualität 60,00—63,00 4, 2. Qualität 55,00—60,00 K, 3. Qual. 50—55 ∆ Schweine 1. Qualität 55,00— 61,00 K, 2. Qualität 00 bis 00 J., Kälber das Pfund Schlachtgewicht 1. Qualität 70—75 4, 2. Qualität 65—70 4, Schafe desgl. 57—63 4 Unverkauft blieben 22 Stück Großvieh, 18 Schafe.