„ Amtlicher Areisbratt Abonnements=Preis pro Quartal 1 Mk. 50 Pfg. Erscheint Montags, Mittwochs, Freitags und Samstags. Wöchentliche Gratisbeilage:„Illustrierter Familienfreund.“ Verantwortlicher Redakteur: Johannes Braus, Schwerte. für den Kreis Hörde. Insertionsgebühr für die 6spaltige Zeile oder deren Raum 10 Pfg, außerhalb des Leserkreises 15 Pfg. Reklame 30 Pfg. Druck und Verlag von Carl Braus in Schwerte. Nr. 109. Schwerte, Freitag, 15. Juli 1898. Bekanntmachungen. Bekanntmachung Auf Grund des§ 2 der Prüfungs=Ordnung für Hufschmiede bringe ich hierdurch zur öffentlichen Kenntnis, daß der nächste Prüfungstermin bei der zu Werl bestehenden Kommission auf Sonnabend, den 10. September d. Is. anberaumt worden ist. Die Meldungen zu dieser Prüfung sind mindestens 4 Wochen vorher unter Einreichung eines Geburtsscheines und etwaiger Zeugnisse über die erlangte technische Ausbildung, sowie unter Einsendung der Prüfungsgebühr im Betrage von 10 Mark an den Vorsitzenden der Prüfungs=Kommission Herrn Kreistierarzt Wulf zu Werl zu richten, welcher demnächst die Prüflinge zur Prüfung einberufen wird. Arnsberg, den 23. Juni 1898. Der Regierungs=Präsident. In Vertret.: Müller. Bekanntmachung. Militär=Aushebung. Das diesjährige Ober=Ersatz=Geschäft für den Aushebungsbezirk Kreis Hörde findet am 30. Juli, 1., 2., 3., 4., 5. und 6. August d. J. von morgens 7 Uhr an im Bergmann'schen Saale hierselbst statt. Militärpflichtige, welche die vorgeschriebene An= und Abmeldung zur Stammrolle unterlassen, so wie diejenigen, welche der Vorladung, sich zur Musterung oder Aushebung vor der Ersatz= oder Ober=Ersatz=Kommission zu stellen, keine Folge leisten, werden mit einer Geldstrafe bis zu 30 M. oder entsprechender Gefängnisstrafe belegt. Militärpflichtige, welche bei Aufrufung ihres Namens im Musterungs= und Aushebungstermine nicht anwesend sind, werden mit einer Geldstrafe bis zu 3° Mark oder entsprechender Gefängnisstrafe belegt. Jede Störung der Ruhe und Ordnung während des Aushebungsgeschäftes wird mit einer Geldstrafe bis zu 15 Mark oder mit verhältnismäßiger Gefängnisstrafe geahndet. Eine gleiche Strafe trifft den Militärpflichtigen, welcher im Aushebungstermine ohne Erlaubnis der Ersatz=Kommission sich von dem angewiesenen Sammelplatze entfernt. Reklamationen sind bei dem Amtmann, Bürgermeister oder dem Königlichen Landrat und zwar so zeitig anzubringen, daß sie bei der Ober=ErsatzKommission noch zur Vorlage und Entscheidung gebracht werden können. Reklamationen, welche so spät eingelegt worden sind, daß sie bei der Ersatz=Kommission nicht mehr zur Vorlage und Entscheidung gebracht werden konnten, haben keinen Anspruch darauf, von der Ober=Ersatz=Kommission berücksichtigt zu werden. Die Familienmitglieder, auf deren Arbeitsoder Nichtarbeitsfähigkeit es bei der Beurteilung der Reklamation ankommt, haben mit zu erscheinen. Die Militärpflichtigen müssen sowohl vor der Ersatz= als der Ober=Ersatz=Kommission sauber gewaschen und in reinlicher Kleidung erscheinen. Unsauberkeit hat Zurückweisung von der Musterung und Beorderung zur wiederholten Gestellung zu derselben zur Folge. Die durch die Ortsbehörden den Gestellungspflichtigen zugehenden Vorladungen sind sorgfältig aufzubewahren und zum Aushebungstermine mitzubringen. 174 Militarpflichtige, welche eine endguttige Entscheidung zu erwarten haben, und eine Vorladung etwa nicht erhalten, sind verpflichtet, sich rechtzeitig bei der zuständigen Ortsbehörde oder bei dem Königlichen Landratsamte zu melden. Diejenigen Militärpflichtigen, welche die Berechtigung zum einjährig freiwilligen Dienst besitzen und in diesem Jahre der OberErsatz=Kommission behufs Erlangung einer endültigen Entscheidung vorzustellen sind, haben ihren Berechtigungsschein spätestens bis zum 22. d. M. bei dem Königlichen Landratsamte abzugeben, wenn dies noch nicht geschehen ist. Hörde, den 13. Juli 1898. Der Königliche Landrat: Spring. Gemäß§ 65 Absatz 1 des Kommunalabgabengesetzes vom 14. Juli 1893 wird hierdurch den Steuerpflichtigen bekannt gemacht, daß für das Rechnungsjahr vom 1. April 1898 bis 31. März 1899 an Gemeindesteuern in der I. Gemeinde Aplerbeck 200 Prozent der staatlich veranlagten Grund=, Gebäude= und Gewerbesteuer, 200 Prozent der Staats= und fingierten Einkommensteuer, II. Gemeinde 180 Prozent der staatlich veranlagten Grund=, Gebäude= und Gewerbesteuer, 133 Prozent der Staats= und fingierten Einkommensteuer, III. Gemeinde Hölde 180 Prozent der staatlich veranlagten Grund=, Gebäude= und Gewerbesteuer, 115 Prozent der Staats= und fingierten Einkommensteuer, IV. Gemeinde Holzwickede 160 Prozent der staatlich veranlagten Grund=, Gebäude= und Gewerbesteuer, 102 Prozent der Staats= und fingierten Einkommen= steuer, V. 153 Prozent der staatlich veranlagten Grund=, Gebäude= und Gewerbesteuer sowie der Staatsund fingierten Einkommensteuer, VI. Gemeinde Opherdicke 112 Prozent der staatlich veranlagten Grund=, Gebäude und Gewerbesteuer, sowie der Staatsund fingierten Eirkommensteuer zur Hebung gelangen. Die Steuerpflichtigen werden aufgefordert, die zu entrichtenden Gemeindesteuern in vierteljährlichen Beträgen im voraus in der ersten Hälfte des zweiten Monats eines jeden Vierteljahres bei dem Rendanten der betreffenden Gemeindekasse einzuzahlen, widrigenfalls die rückständigen Beträge im Wege des Verwaltungszwangsverfahrens nach Maßgabe der Verordnung vom 7. September 1879 (G.=S. S. 591) und der dazu erlassenen Ausführungsanweisung vom 15. September 1879 beigetrieben werden. Aplerbeck, den 11. Juli 1898. Der Amtmann: Gutjahr. 31. Jahrgang. einige Zeit bei seinem Schwiegersohn, dem soll, wie jetzt bekannt wird, verhaftet worden Rittergutsbesitzer v. Scheliha in Zesselssein weil er angehlich auf (Schlesien) Aufenthalt zu nehmen.“. Ueber das Programm für die Palästinkreise des Kaiserpaares wird noch berichtet: Die Majestäten werden am 13. Oktober von Venedig aus in See gehen und am 17. in Konstantinopel eintreffen. Am 23. findet die Einschiffung zur Weiterfahrt und am 26. die Ankunft vor Haifa statt. Das erste Nachtlager während der Landreise von Haifa nach Jerusalem soll bei Cäsarea, das zweite bei Jaffa und das dritte bei Latrum stattfinden. Nach der Einweihung der Erlöserkirche am 31. Oktober werden die Herrschaften sich nach dem Zeltlager bei Jerichow begeben und am 1. November einen Ausflug nach dem toten Meer und dem Jordan unternehmen. Der 2. und 3. soll wieder Jerusalem gewidmet hein, Welk er ungeblich auf den Dreyfusprozeß bezügliche Akten entwendet haben soll. Orient. Zwischen der Pforte und Frankreich ist es zu einem Konflikt gekommen über die Forderung der französischen Regierung, die Pforte solle die französischen Staatsangehörigen für die diesen widerfahrenen Verluste der armenischen Metzeleien schadlos halten. Die Pforte erklärte, daß sie keine Verantwortung für diese Metzeleien und ihre Folgen übernehmen könne. Frankreich hat darauf sofort Einspruch gegen die Auszahlung der griechischen Kriegsentschädigung bis zur Höhe seiner Forderung erhoben. Natürlich muß die Pforte klein beigeben und sich auch diese Maßregel gefallen lassen, obgleich ihre Behauptung, sie sei für den Ausbruch der Tages=Ereignisse. Deutsches Reich. Von der Nordlandsreise des Kaisers wird aus Molde berichtet, daß der Monarch am Mittwoch die Vorträge der Vertreter des Auswärtigen Amts, des Zivil= und Militärkabinetts hörte. Am Donnerstag machte Se. Majestät einen Spaziergang an Land. Da das trübe Wetter und die starken Regengüsse in ganz Norwegen anhalten, bleibt die„Hohenzollern“ vorläufig noch in Molde. Kaiser Wilhelm hat der Sammlung, welche das Rote Kreuz zu Gunsten der Verwundeten und Kranken im spanisch=amerikanischen Kriege veranstaltet hat, 10000 Mk. überweisen lassen. Finanzminister v. Miquel, dem die Kur in Ems außerordentlich gut bekommen ist, weilt jetzt in Wildbad im Schwarzwald. In etwa drei Wochen gedenkt er noch für sein, während tags darauf ein Ausflug nach dem Kloster Mav Saba geplant ist. Nazareth und die Berge Tiberias sollen am 8. und 9. besucht werden. Die Fahrt nach Damaskus dürfte die Tage vom 12. bis 15. in Anspruch nehmen, die Weiterreise nach Aegypten am 16. und die Ankunft in Alexandria am 17. November erfolgen. Bezüglich des Aufenthalts des Kaiserpaares im Pharaonenlande liegen aus Kairo Nachrichten vor, denen zufolge man dort bereits mit den Zurüstungen zu einem würdigen Empfang beschäftigt ist. Die Rückreise nach Deutschland wird wahrscheinlich in der ersten Hälfte des Dezember vor sich gehen. Eine starke deutsche Flotte wird das englische Geschwader, das im Herbst eine Uebungsfahrt durch die Ostsee ausführen soll, dort versammelt finden. Wie aus Kiel telegraphiert wird, dürfte am 12. September, dem Tage, an dem das englische Geschwader in den ersten Reichskriegshafen einlaufen will, die gesamte aus 4 Divisionen und zwei Torpedobootsflottillenbestehende Herbstübungsflotte unter den Oberbefehl des kommandierenden Admirals v. Knorr daselbst ankern. Im Beisein der Engländer sollen dann die Schlußmanöver unserer Flotte stattfinden. Oesterreich Ungarn. Nach der seitens der Deutschen erfolgten Ablehnung, mit dem Ministerpräsidenten in Unterhandlungen einzutreten, hat Graf Thun, der„N. Fr. Pr.“ zufolge, erklärt, daß er weitere Zugeständnisse nicht in Aussicht stellen könnte. Obwohl nun noch der verfassungstreue böhmische Großgrundbesitz die Versuche zur Anbahnung einer Verständigung fortsetzt, so ist der völlige Bruch doch schon als erfolgt anzusehen. Die Regierung hat zwar bisher noch gezögert, die Konsequenz aus den bestehenden Verhältnissen zu ziehen. Frankreich. Das Nationalfest ist in ganz Frankreich trotz des schlechten Wetters lebhafter noch als sonst durch Festumzüge und Rufe auf die Armee gefeiert worden, weil ihm die Dreyfusangelegenheit die Folie bot. Picquart armenischen Unruhen in keiner Weise verantwortlich zu machen, nicht widerlegt worden ist. Spanisch=amerikanischer Krieg. Vor Santiago hat nunmehr der Generalissimus des amerikanischen Landheeres, General Miles, persönlich den Oberbefehl übernommen; er erklärte, daß nach der Eroberung Santiagos die ganze Provinz gleichen Namens mit allen befestigten Plätzen von den Amerikanern in Besitz genommen werden würde, den spanischen Soldaten würde freier Abzug nach Spanien gewährt werden. Das klingt sehr stolz und selbstbewußt; aber es kann doch noch anders kommen. Spanien hat in dem Auftreten des gelben Fiebers unter den amerikanischen Landtruppen einen starken Bundesgenossen erhalten. Soll das amerikanische Landheer von der mit furchtbarer Schnelligkeit um sich greifenden Seuche nicht vernichtet werden, dann muß es sich beeilen, den Herd der Seuche, das füdöstliche Kuba, so schnell als möglich zu verlassen. Große Eroberungen sind dann aber vorläufig nicht mehr zu machen, um so weniger als die Regenzeit eingerreten ist und die Straßen unpassierbar geworden sind. In Madrid weiß man die Bedeutung des gelben Fiebers und des Eintritts der Regenzeit zu würdigen und schöpft neue Hoffnung. Der Ministerrat bewilligte beträchliche Hilfsmittel für Santiago und hofft, daß die Stadt vor der Kapitulation bewahrt bleiben wird. Andrerseits verlautet, daß die Amerikaner mit Zusammennahme aller Kräfte einen entscheidenden Sturm auf Santiago unternehmen würden, dem die Stadt unterliegen müßte, um sich dann sofort auf die fieberfreien Höhen zurückzuziehen, da bereits mehrere hundert Soldaten der Seucheerlegen sind. Sinnsprüche, Denksprüche, Sprüchwörter 2c. Mancher große Mann muß erst seinen Platz verlassen, damit man ganz erkenne, wie viele kleine und minder große nötig sind, um den leeren Raum auszufüllen. * Viele Menschen sagen die Wahrheit nur dann, wenn sie damit eine Bosheit verknüpfen können. „ 5100 Lessing sagt, des Fleißes dürfe sich jeder rühmen. Ich habe aber sehr oft bemerkt, daß solche, die es thun, mehr vielgeschäftig, als wahrhaft fleißig sind. Drei schöne Dinge giebt es mit G: Geist, Gesundheit und Geduld. Das schönste an ihnen ist, daß sie sich mit dem vierten G: Geld nicht erkaufen lassen. Das Enkelkind. Von G. Struder. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung) „Einen derselben frug ich nun eines Tages, wie ich es wohl anzufangen hätte, um die Adresse der Frau von Degenfeld auszukundschaften, und da sagte mir der Mann zu meiner freudigen Ueberraschung, seine Frau hätte seiner Zeit bei einer Familie von Degenfeld gedient und die Frau von Degenfeld hätte der ersteren noch vor einigen Jahren einen sehr herzlichen Brief des Inhaltes geschrieben, daß sie in der und der Stadt sich niedergelassen hätte, und daß es ihr dort ziemlich gut erginge. Die gute Frau, die ich alsbald aufsuchte, hatte den Brief indessen verbrannt oder verloren, und Straße und Hausnummer, die in dem letzteren angegeben gewesen waren, hatte sie leider vergessen.“ „Ich glaube Ihnen jetzt,“ sagte Neubert bewegt.„Mit den Dienstboten freundlich zu sein, ja selbst Briefe an sie zu schreiben, dazu war sie stets im stande, meine arme Tochter, denn sie hatte immer ein mitleidiges Herz mit allen armen und bedürftigen Menschen.“ „Sie dürfen mir auch ruhig glauben,“ entgegnete Thomas selbstbewußt.„Mag ich auch manchen leichtsinnigen Streich in meinem Leben verübt haben, so hat doch das Lügen nie zu meinen Fehlern gehört.“ „Ich erinnere mich in der That, daß Ihr Vater, wenn er sich bei mir über Sie beklagte, mehr als einmal erwähnte, daß Sie wenigstens wahrheitsliebend seien. Aber was verlangen Sie nun eigentlich von mir?“ „Das will ich Ihnen sagen. Ich dachte, zunächst nach jener Stadt zu reisen und dort meine Nachforschungen anzustellen, hierzu brauche ich aber Geld. Ich habe mich als Kohlenzieher auf einem Schiffe nach Antwerpen hinübergearbeitet, bin von dort mit dem Reste meines Geldes bis nach der deutschen Grenze gefahren und habe mich dann weiter zu Fuß ohne einen Pfennig Geld in der Tasche bis zu Ihnen durchgeschlagen. Vor allem müßte ich neue Kleider haben, denn bei dem Kohlenziehen und Heizen und dem Uebernachten im Freien sind die meinigen in den schönen Zustand geraten, den Sie gewiß schon bewundert haben werden. Wenn Sie mir nun zunächst für die Forschungsreise 3—400 Dollars oder nach hiesigem Gelde ca. 12 bis 1600 Mark aushändigen, so könnte ich sofort die Arbeit beginnen. Führt dieselbe zu nichts, so ist das Geld für Sie natürlich verloren und ich habe mich umsonst abgeplagt, bringe ich Ihnen dagegen die Adresse Ihrer Tochter, so zahlen Sie mir noch weitere 5000 Dollars aus. Man will doch auch etwas verdienen mit seiner Arbeit.“ Neubert erhob sich und ging an seinen Kassenschrank, dem er einige Banknoten und eine Anzahl Goldstücke entnahm. „Hier haben Sie 2000 Mark,“ sagte er, indem er das Geld auf den Tisch zählte,„und weitere 20000 Mark sollen Sie erhalten, sobald Sie mir glaubhafte Kunde von dem Aufenthalte meiner Tochter bringen. Aber wie wollen Sie nur von hier fortkommen, wo die Bauern Ihnen, wie Sie vorhin sagten, so eifrig nachstellen?“ Thomas lachte sorglos. „Die Esel werden mir nichts anhaben, seien Sie darüber nur unbesorgt. In dreiviertel Stunden bin ich in der Stadt, und dort werde ich es schon so einzurichten wissen, daß ich mir, ohne Verdacht zu erregen, ein neues Kleidungsstück nach dem andern anschaffe. Sie sollen bald von mir hören. Haben Sie jetzt nur noch die Güte, das Licht einen Augenblick ins Nebenzimmer zu bringen, damit ich mich unbemerkt entfernen kann.“ Sowie Neubert diesem Verlangen nachgekommen war, schwang sich Thomas miter staunlicher Gewandtheit auf den Kastanienbaum und Pokales 11 Schwerte, 15. Juli. Obgleich die Julisonne in diesem Jahre beinahe noch weniger als sonst zum Durchbruch gekommen ist, sich vielmehr fast den ganzen Tag über hinter dichten Regenwolken verborgen hält, so ist doch die Obstreife nicht zurückgeblieben, und wir können uns, wie alljährlich um diese Zeit, wieder an den saftigen Früchten unserer Obstbäume und Gartensträucher delektieren. ließ sich lautlos an dem hinabgleiten. Im nächsten Augenblicke war er im Dunkel der Nacht verschwunden. 3. Kapitel. In dem ausgedehnten Parke der Villa Drachenfels befanden sich drei Personen beisammen, die Frau Baronin von Tiefenbach, eine hübsche, etwas zu bleiche Frau von etwa 26 Iharen, deren Sohn Oskar und Fräulein Irma Winter. Während der jugendliche Stammhalter des Tiefenbach'schen Geschlechts mit einem hölzernen Pferde sich zu schaffen machte und demselben durch kräftige Peitschenhiebe vergeblich etwas mehr Feuer und Temperament beizubringen suchte, sahen die beiden Damen, die auf einer Gartenbank saßen, lächelnd dem Treiben des Knaben zu und unterhielten sich dabei angelegentlich miteinander. „Mein Mann“, sagte die Baronin,„hat ja, wie ich Ihnen bereits erzählte, jenem alten Herrn einen Besuch abgestattet, und er ist merkwürdigerweise in hohem Grade von demselben eingenommen. Ich sage merkwürdigerweise, weil Sie sowohl, liebe Irma, wie auch Oskar mir mitteilten, Sie hätten sich vor dem alten Herrn beinahe gefürchtet, wegen seines finsteren Gesichtes und seines abstoßenden Benehmens.“ „Daß Oskar sich vor ihm gefürchtet hat, ist ja richtig, gnädige Frau“, entgegnete Irma, „was dagegen meine Person anbelangt, so finden sich die Frau Baronin im Irrtum. Ich habe nur gesagt, daß mir der alte Herr ganz gewaltig impornierte, aber von irgend welcher Furcht vor ihm, war ich damals so weit entfernt, daß — Auffallend reich ist in diesem Jahre der Ertrag der Erdbeeren und Blaubeeren, sie sind gerade in Unmengen vorhanden und so billig zu erstehen, wie in vielen Jahren nicht. In Berlin wird z. B. das ganze Pfund frischer Waldbeeren zu 20 Pfg. abgegeben. Leider entspricht die Qualität der aromatischen Frucht nicht ihrer Quantität. Die Beeren lassen in diesem Jahre infolge der zu starken Nässe die erforderliche Süßigkeit und das feine Aroma vermissen, das die Waldbeere zu den bevorzugtesten Früchten macht, die wir kennen. Kirschen, Stachel= und Johannesbeeren sind gleichfalls in großer Menge vorhanden, aber auch sie besitzen nicht den gewohnten schönen Geschmack. Bezüglich des Genusses der süßen Kirschen, die nicht Jo ganz leicht zu verdauen sind, wie die erwähnten Beerenarten, ist vielleicht die Mahnung zu einiger Vorsicht am Platze. Noch mehr ist das freilich gegenüber den jetzt schon zum Verkauf gelangenden frühen Pflaumen und Birnen der Fall. Die Saison des frischen Obstes, der jungen Gemüse und Salate ist nun einmal die Zeit, in welcher die Diät zu ihrem Rechte kommen muß, wenn anders nicht der Magen rebellisch werden und uns Verdrießlichkeiten allerlei Art bereiten soll. Von irgend welchen epidemischen Krankheiten des Verdauungstraktus, die um die Mitte Juli gern bei uns aufzutreten pflegen, hat man in diesem Jahre erfreulicherweise noch nichts gehört; das kühle Wetter wird hoffentlich auch das eine Gute haben, uns vor solchen ungebetenen Gästen während dieses Sommers zu bewahren. Für die bevorstehende Ernte, die im allgemeinen eine gute zu werden verspricht, gebrauchen wir nun allerdings dringend trockenes Wetter und Sonnenschein, sonst werden tausend schöne Hoffnungen zu Wasser. Schwerte, 11. Juli. Eine für das Gastwirtschaftsgewerbe speziell für Kellner hochwichtige Entscheidung hat das Düsseldorfer Gewerbegericht gefällt. Ein Kellner hatte einem Gaste neben einem Barbetrage von 15 Mark auch Speisen und Getränke auf Kredit verabreicht. Schließlich riß der Gast aus. Bei der Abrechnung mit dem Kellner weigerte sich der Wirt, den diesem entstandenen Schaden zu ersetzen. Die Folge war eine Klage am Gewerbegericht. In dem Urteile, welches dem Kellner einen Schadenersatz für den durch Verabreichung von Speisen und Getränken entstandenen Ausfall, nicht aber eine Entschädigung für die geliehenen 15 Mark zuspricht, heißt es, daß der Kellner im Interesse des Geschäftes den Gästen Speisen und Getränke ohne sofortige Bezahlung verabreichen müsse und daher nicht unter Zechprellereien leiden könne. Das ausgeliehene Geld aber sei ihm nicht zuzusprechen, da er zu solchen Schritten nicht verpflichtet sei. Schwerte, 15. Juli. Zur Beseitigung der Unzuträglichkeiten, welche sich beim Eisenbahntransport der Fahrräder ergeben, ist in Aussicht genommen, für die Abfertigung und Verladung unverpackter einsitziger Zweiräder— es sind das etwa 90 Prozent aller auf den Eisenbahnen gefahrenen Räder.— im Binnen=Verkehr der preußischen Staatsbahnen andere Vorschriften zu erlassen. Hiernach erfolgt die Abfertigung nicht mehr an den Gepäckabfertigungsstellen, sondern in einfacher Weise an den Gepäckwagen der Züge durch die Packmeister. Die Radfahrer haben ihre Räder an die Packwagen zu bringen und bei Ankunft daselbst abzuholen. Auf Unterwegsstationen beim Wechseln des Packwagens hat der Radfahrer gleichfalls sein Rad aus dem einen in den andern Gepäckwagen zu bringen. Für die Beförderung der Räder ist eine Fahrradkarte an dem Fahrkartenschalter zu lösen, die im ganzen Gebiet der preußischen Staatsba, in für jede Entfernung 50 Pfg kostet. D dem Packmeister abzugeben, der dagegen eine Marke aushändigt und eine am Fahrrad befestigt. Gegen Rückgabe der Marke wird das Fahrrad ausgeliefert. Die Beförderung unverpackter einsitziger Zweiräder in Schnellzügen findet grundsätzlich nicht mehr statt. Die neuen Bestimmungen, die von den Eisenbahnen demnächst veröffentlicht werden, sollen am 1. September d. J. in Kraft treten. * Schwerte, 14 Juli. Der Schützenfestabschluß am nächsten Sonntag trägt nicht, wie wir berichteten, den Charakter eines„Königs balles“ sondern den einer Nachfeier. * Schwerte, 13. Juli. Die bedeutenden Niederschläge am letzten Sonntag hatten die Fluten der Ruhr wieder mächtig gehoben. Durch die günstigere Witterung der letzten Tage ist jedoch bereits wieder ein Rückgang eingetreten. Der Saatenstand ist trotz der schlechten Witterung ein guter und wäre trockene warme Witterung für die Reifeperiode von großem Werte. * Schwerte, 13. Juli. Von einem Strolch angefallen wurde gestern Abend ein 1 1jähriges Mädchen. Derselbe versuchte es in ein nahes Kornfeld zu schleppen. Durch die verzweifelten Hilferufe des Kindes wurden einige vorübergehende Männer auf den Vorgang aufmerksam, worauf der Unhold von seinem Vorhaben abließ. Leider ist der Kerl unerkanni entkommen. * Schwerte 12. Juli. Ein trauriges Bild sittlicher Verkommenheit lieferten in der vergangenen Nacht einige junge Burschen. Der Obermeister R., welcher einer Versammlung des Werkmeister=Vereins beigewohnt hatte, kam etwas spät am alten Friedhof vorbei. Hier wurde er plötzlich von einer Anzahl junger Burschen umringt, welche ohne jeglichen Grund auf ihn einschlugen. Als er sich dies verbat, versetzte ihm einer der Burschen einen Stich mit einem Messer ins Genick, sodaß er blutüberströmt zusammenbrach. Die Burschen ergriffen hierauf die Flucht und ließen den Ueberfallenen hilflos liegen. Den Thätern ist man auf der Spur. * Schwerte, 13. Juli. Wie verlautet, beabsichtigt man in hiesigen Arbeiterkreisen die Gründung eines zweiten Schützenvereins. Auch die Bürger der Schwerterheide wollen sich, wie ebenfalls berichtet wird, von dem hiesigen Schützenverein lossagen und einen eigenen Verein gründen. Schwerte, 14. Juli. Wie weit die Frechheit der Spitzbuben geht, hat sich mal wieder zur Genüge bewiesen. Drang da am Dienstag mittag gegen 2 Uhr ein Fechtbruder bei dem Dr. D. ein, stahl einen im Flur hängenden Ueberzieher und wollte damit verschwinden. Dem Kutscher, welcher ihn anhielt, gab er an, den Ueberzieher vom Herrn Doktor geschenkt bekommen zu haben. Bei einer Nachfrage bei diesem stellten sich die Angaben als unwahr heraus. Währenddem war der Dieb jedoch verschwunden. Die herbeigerufene Polizei nahm die Verfolgung gleich auf und erwischte den Spitzbuben auf dem Wege zur Herberge. Westfal § Hohensyburg, 13. Juli. Einen Ausflug nach hier machten am vergangenen Samstag die Schüler und Lehrer der königl. Baugewerkschule Barmen=Elberfeld, wo das im Bau begriffene Kaiser Wilhelm=Denkmal und die uralte romanische Kirche besichtigt wurde. Hörde, 15. Juli. Außer den bereits projektierten und fertig gestellten Straßen bahnlinien Hörde=Aplerbeck=Brünninghausen und Schwerte, ist auch eine Verbindungsbahn mit dem Nachbarorte Wellinghofen in Aussicht genommen und dürfte dieselbe im hnen für nächsten Jahre zur Ausführung gelangen, Diese ist ebenfalls die Strecke Schwerte=Horde, die es mir herzlich leid that, als er sich so rasch wieder verabschiedete.“ „Das muß ja ein ganz wunderbarer Mann sein, dieser Herr Neubert, der trotz seiner Grobheit alle Menschenherzen im Sturme für sich einnimmt. Schade, daß er uns nicht einmal zu besuchen kommt, ich hätte sonst gern die Probe angestellt, ob er auch auf mich einen solchen unwiderstehlichen Eindruck machen würde.“ „Nun, unwiderstehlich ist der alte Herr kaum, lachte Irma,„und ich glaube nicht, daß er darauf ausgeht, den Ruf um sich zu verbreiten, als ob ihm diese Eigenschaft zukäme.“ „In diesem Sinne habe ich auch jenes Wort nicht gebrauchen wollen,“ versetzte lächelnd die Baronin,„denn über sein Aeußeres und sein Benehmen hat mein Mann mich genügend aufgeklärt. Wie der letztere meint, wäre Herr Neubert durch irgend ein besonderes trauriges und schmerzliches Ereignis so menschenscheu und unfreundlich geworden, und die Neugierde hierüber, es näher zu erfahren, hat in mir den lebhaften Wunsch rege gemacht, den Herrn einmal zu sprechen.“ „Ich für meine Person hätte niemals die Courage, den alten Herrn hierüber auszufragen, und ich glaube auch, daß die gnädige Frau, wenn dieselbe Herrn Neubert je gegenüber ständen, schwerlich das Herz finden würden, in die Geheimnisse dieses verschlossenen und finsteren Mannes eindringen zu wollen.“ „Darauf wollte ich es denn doch ankommen lassen,“ meinte etwas hochmütig die Baronin. „So ein Mensch aus bürgerlichem Stande, der anscheinend nur gerade so viel besitzt, um eben auskömmlich zu leben, dürfte sich wohl hoch geehrt fühlen, wenn er von mir wegen seiner Vergangenheit befragt würde.“ „Ich fürchte, Herr Neubert ist stolzer und selbstbewußter als die gnädige Frau nur glauben können,“ wagte Irma einzuwerfen, worauf die Baronin sehr von oben herab erwiderte: „Der Stolz eines obskuren Herrn Neubert gegenüber einer Baronin von Tiefenbach wäre doch so schlecht angebracht und so lächerlich, daß auch wohl dem griesgrämigen alten es schwerlich einfallen würde, mir gegenüber den Stolzen zu spielen. Doch da kommt ja mein Mann und in seiner Begleitung befindet sich mein Vetter Robert. Ah, da werden wir einige angenehme Tage verleben.“ Die Baronin war aufgesprungen und ging ihrem Vetter, einem stattlichen Herrn von etwa 30 Jahren mit einem stattlichen, energischen Gesichte entgegen, um ihm mit lebhafter Freude die Hand zu drücken. Der Herr Vetter erfaßte leicht die ihm dargebotene Hand und führte sie galant an die Lippen, wobei er einige schmeichelnde Worte über das vortreffliche Aussehen seiner Kousine, der die frische Landluft ausgezeichnet zu bekommen schiene, an die Baronin richtete. Noch einige der gewöhnlichen Redensarten, wie sie bei einem solchen Familienbesuche zu fallen pflegen, wurden gewechselt, und dann schlug der Baron vor, sich gemeinschaftlich nach der Villa zu begeben, damit der gewiß hungrige und durstige Gast sich mit Speise und Trank erquicken könne.(Fortsetzung folgt.) bekanntlich nach Fertigstellung der oben erwähnten Linien, im nächsten Jahre zum Ausbau kommt. Die in Angriff genommenen Strecken werden noch in diesem Jahre dem Verkehr übergeben werden. Da auch das Gebäude der elektrischen Zentrale im Bickeeld der Vollendung entgegengeht, so ist zu hoffen, daß bis zum Oktober oder November der volle Betrieb ausgenommen werden kann. Auch die Geleislegung ist bereits bis inmitten der Stadt fertig gestellt. Die Bahn wird vollständig von der Dortmunder elektrischen Straßenbahn isoliert sein, da die Geleise auf den neu ausgebauten Strecken nur einen Meter Spurweite haben. Dortmund, 12. Juni. Das erste Dampfschiff für den Dortmunder Hafen ist angelangt. Es ist ein Motorboot von 12 Meter Länge, das in der Kajüte 12, auf dem Deck etwa 20—25 Personen Raum gewährt. Es gehört dem Unternehmer Stoltefuß, der es wohl für Lustfahrten auf dem Kanale benutzen lassen wird. Das Boot kam mit der Bahn an. Der Hafen bezw. der Kanal haben jetzt einen Wasserstand von 2 Meter, der für Fahrten auch größerer Schiffe völlig ausreicht. Iserlohn, 13. Juli. Die RheinischWestfälischen Ortsgruppen des All=Deutschen Verbandes halten ihr diesjähriges Sommerfest nächsten Sonntag, auf der Hohensyburg ab. Es steht zu erwarten, daß eine große Zahl Mitglieder auf dem westfälischen Kaiserberge zusammentreffen wird. Falb wird bis dahin hoffentlich auch für den lange vermißten Sonnenschein gesorgt haben. Altena, 15. Juli. Große Erregung herrscht in den weitesten Kreisen der hiesigen Bürgerschaft und allerlei unkontrollierbare Gerüchte gehen mit dem Selbstmorde der Frau Fabrikant Klincke von Mund zu Mund. Mit demselben wird auch der Pfarrer Thümmel von der lutherischen Gemeinde in Verbindung gebracht. Am Dienstag rüh hatte eine Sitzung des Presbyteriums der genannten Gemeinde stattgefunden, an der auch der Superintendent Pickert von Iserohn teilnahm und in welcher die einstweilige Enthebung des Pfarrers von seinem Amte als Geistlicher und Einleitung des Disziplinarverfahrens beschlossen wurde.— Wie gesagt, sind die Gerüchte derartig, daß es chwer wird, dieselben schon jetzt auf ihre Richtigkeit prüfen zu können und werden wohlerst die kommenden Tage Aufklärung geben. Hamm, 13. Juli.(Stoßseufzer.) Vom grauen Himmel kommt der Segen, Strömt der Regen! Wer denn klug ist, trennt sich nie Von dem sichern Parapluie. Ach, entsetzlich gießt's am Morgen Und mit Sorgen Hofft ein jeder— doch er irrt— Daß es mittags besser wird. Mittags, abends strömmt es wieder Heillos nieder, Eine Sintflut bricht herein, Und das soll ein Juli sein?!... Pluvius laß, ach! den Segen, „Stopp“ den Regen! Denn du treibst es wirklich bunt; Allzuviel ist ungesund!... Herford, 15. Juli. Am 21. Juni wurde von seiten der hiesigen Ackerbauschule beim Vorsteher Detring in der Altstädter Feldmark versuchsweise ein Stück Hafer, welches stark mit Hederich durchsetzt war, mit einer 15prozentigen Eisenvitriollösung vermittelst der Pflanzenspritze„Syphonia“ von Ph. Mayfahrt u. Komp. in Frankfurt a. M. bestäubt. Der Erfolg war ein überraschender. Schon am folgenden Morgen zeigten die Blüten des Hederich eine schmutziggelbe Farbe; die an den Stengeln befindlichen Blätter trockneten im Laufe des Tages vollständig ein. Nach einigen Tagen waren die schwacheren Pflanzen ganz vertrocknet, die stärkeren dagegen, welche bereits an ihrem unteren Teile Schoten angesetzt hatten, gingen nicht ganz ein. Es ist durch den Versuch erwiesen, daß auf die geschilderte Weise der Hederich mit Erfolg und ohne Kosten vertilgt werden kann, nur muß es etwas früher geschehen. Der Hafer hat nicht im geringsten durch die Bestäubung gelitten. Köln, 15. Juli. In der„Köln. Ztg. fand sich dieser Tage nachstehende Anzeige: „Ein Ehepaar mit 12 gesunden Kindern ist geneigt, 6 an kinderlose Eheleute in Pflege oder an Kindesstatt abzugeben, Aeußerst bequem! Rhöndorf, 14. Juli Die Aussichten für den Wein fangen nach und nach an, trostlos zu werden, die Weinblüte leidet furchtbar unter der unausgesetzt nassen und kalten Witterung und der Heuwurm, der sich bald zum Sauerwurm auswachsen wird, richtet seine Verheerungen in den Wein bergen an. Fast keine Lage ist von ihm verschont. Jede Hoffnung auf einen auch nur mittelmäßigen Herbst ist dahin. und Graudenz auf Verwendung des Großherzogs nach der kleinen Festung Dömitz in Mecklenburg gebracht worden, wo er im Hause des Kommandanten, des Oberstjeutenant von Bülow, die freundlichste Aufnahme fand.„Min Herr Oberstleutnant hadd en ganz Nest vull Döchter, ein' ümmer chöner as de anner", kein Wunder, daß unseres Gefangenen stille Leidenschaft zu Frida von Bülow, der dritten Tochter, von Tag zu Tag wuchs. Gelegenheit, oft mit ihr zusammen zu sein, fand sich bald. Da nämlich die Geliebte und ihr Bruder August Zeichentalent offenbarten, so erbat und erhielt Reuter die Erlaubnis, ihnen Unterricht zu erteilen. Einst schickte er den Bruder weg, um draußen etwas zu skizzieren. Mit der Angebeteten allein, erklärte er knieend seine Gefühle, als unvermutet der Oberstjeutenant in die Thür trat. Nach einer heftigen Szene und Auseinandersetzungen mußte der Unglückliche zur Wache und durfte sich nicht mehr im Bülow'schen Hause blicken assen. Wochen vergingen so, bis er der Frau Oberstlieutenant auf dem Wall begegnete und sie um gütige Vermittelung anflehte. Ein Zufall kam ihm bald darauf zu Hilfe. Eines Abends war das Schloß. mit Rauch erfüllt. Keiner konnte das Feuer finden. Reuter stürmte herbei, schnüffelte schnell umher und hieß mehrere hinzugeeilte Leute den Pfeifenschrank des Herrn Kommandanten fortrücken. Dieser wollte nichts davon wissen. Mit Energie schob Reuter den Schrank selbst von der Wand ab, und die Flammen schlugen gerade dort aus dem Fußboden empor. Der Herd des Feuers war entdeckt, es konnte rasch gelöscht werden, und der Groll des Gestrengen wich einer versöhnlichen Stimmung. Die Fürsprache einer Gemahlin that das Ihrige. „Na hören Sie mal, Herr Reuter! Sie sind nun unser Retter," sprach der alte originelle Oberstlieutenant,„dafür danke ich Ihnen, aber nun will ich Ihnen noch was sagen, Sie sind nicht der Ritter meiner Töchter, denn dafür danke ich auch. Na ja! ich will das vergessen; aber nun schreiben Sie mal das ein bischen auf, was ich Ihnen nun diktiere: „Ich Endesunterzeichneter erkläre hiermit, daß die Töchter des Herrn Kommandanten, Oberstlieutenant von Bülow, mir von jetzt an alle gleichgiltig sind. Friedrich Reuter, stud. jur., Staatsgefangener a. d. Festung Dömitz.“ „Was?— Jawoll, ich glaube, das ist gut so. Nun gehen Sie man wieder hinüber, und dann kommen Sie'mal heute Abend wieder her zu'ner Partie Schach!“ Reuter's Liebe zur Komman dantentochter. (Aus Gädertz,„Aus Fritz Reuter's jungen und alten Tagen". Zweite Folge. Wismar 1897.) Reuter war nach seiner Haft in Glogau * Bei dem Untergang der„Bourgogne“ ist auch eine Berliner Familie umgekommen. Es handelt sich um Th. Strauß, der 1882 nach New=York verzog, nachdem sein Kolonialwarengeschäft in Konkurs geraten war. In New=York trat er die Erbschaft eines Onkels, eine Pianofortefabrik, an. St. hatte Glück: nach einigen Jahren verkaufte er sein Geschäft, spekulierte in Eisenbahnpapieren und wurde schließlich Millionär. Jetzt wollte St. mit Frau und zwei Töchtern die Heimat wieder besuchen und ursprünglich mit dem deutschen Dampfer „Kaiser Friedrich“ reisen. Da dieser einen kleinen Unfall erlitt, entschloß er sich, das französische Schiff zu benutzen, das nun untergegangen ist. Die Hinterlassenschaft Strauß', 4 bis 5 Millionen Dollars, dürften seine Verwandten in Berlin und Ostpreußen erben. * Die deutschen Nationalfeste. Aus dem Vertrage, welcher zwischen dem Reichs=Ausschusse für die deutschen Nationalfeste und der Gemeinde Rüdesheim abgeschlossen werden soll, dürfte folgendes von allgemeinem Interesse sein: Der ReichsAusschuß für die deutschen Nationalfeste erklärt Rüdesheim—Niederwald zum dauernden, ständigen Festort. Die Nationalfeste sollen, wenn dies irgend durchführbar ist, im Jahre 1900 beginnen und, vom Jahre 1900 an gerechnet, in vier= oder fünfjährigen Zwischenräumen aufeinander folgen. Jeder parteipolitische oder konfessionelle Charakter ist dem Feste fern zu halten. Beide Teile verpflichten sich für alle Zeiten, dem vaterländischen und idealen Interesse des Nationalfestes in erster Linie zu dienen. Die Feststätte kann in den Zeiten, die vor oder nach einem Nationalfeste liegen, von der Gemeinde des Festortes kostenfrei, von anderen Gemeinden, Vereinen und dergl. gegen eine Gebühr in Benutzung gezogen, sowie gegen ein Eintrittsgeld von jedermann besichtigt werden. Bei der Benutzung und der Besichtigung der Feststätte ist jedoch der Charakter des Nationalfestes, als einer geweihten Einrichtung des deutschen Volkes, zu wahren. Die Feststätte kann nur für Zwecke in Benutzung gezogen werden, die sich innerhalb der den Nationalfesten zu Grunde liegenden Ideen bewegen. Die Feststätte besteht aus dem Land= und Wasserfestplatz. Der Landfestplatz muß eine Ausdehnung von etwa 60 Hektar haben. Der Platz ist, soweit dies für seine Bestimmung als Festplatz erforderlich ist, mit Entwässerungsanlagen zu versehen und derart einzuebnen, daß er vom Reichs=Ausschuß mit den erforderlichen Bauten und Plätzen versehen werden kann. Als Wasserbahn für sportliche Zwecke(Rudern und Schwimmen) wird die rechtsufrige Strecke zwischen Rüdesheim und Geisenheim in Aussicht genommen, unter Mitbenutzung des Rüdesheimer Hafens. Die Gemeinde verpflichtet sich, soweit es nur irgend in ihrer Macht liegt, keinerlei Geräusch verursachende oder die Umgebung verunzierende gewerbliche Anlagen in der Umgegend der Festplätze zu gestatten oder die Aufstellung von Schaubuden, sowie von Volksbelustigungseinrichtungen, die dem Charakter der Nationalfeste widersprechen, zuzulassen. Auch verpflichtet sich die Gemeinde, Veränderungen oder Bauten, welche den landschaftlichen Reiz der Festplätze zu stören geeignet sind, nach aller Thunlichkeit zu verhindern. Die Gemeinde wird dafür Sorge tragen, daß eine freie Uebereinkunft unter den Bürgern der Gemeinde getroffen werde, wonach im Festorte und in der nächsten Umgebung eine möglichst große Anzahl von Festteilnehmern ausgenommen werden kann und ihnen Unterkunft und Verpflegung zu mäßigen Preisen gesichert wird. * Zur Errichtung einer Staatsdomäne hat die preußische Regierung das große nordschleswigsche Landgut Röddinghof angekauft. * Der Mord an der ungarischen Sängerin Simon ist nun doch gesühnt worden. Die beiden Mörder, der Rittmeister Boitschew, einstiger Günstling und Vertrauter des Fürsten Ferdinand von Bulgarien, und sein Mithelfer, der ehemalige Polizeipräfekt von Sofia Novelitsch, sind am Mittwoch im Hofe des Gefängnisses zu Philippopel durch den Strang hingerichtet worden. Gemeinnütziges. Die Erbsen werden im Juli reif sein; man sammle die Schoten und dresche sie aus; das Kraut, wenn es ganz dürr ist, bringe man auf einen Komposthaufen, wenn noch grüg, grabe man es unter. Zeigen sich in den Erbsen viele Erbsenkäfer, so setze man solche 10 Mi nuten lang einer Hitze von 410 R. aus; die Maden sterben, die Keimkraft leidet nich:. Soziale Bewegung. Einen Entlassungsschein will die Berliner Tischlerinnung für die Gesellen einführen, um den schlechten Elementen das Handwerk zu legen. Eine VertrauensmännerVersammlung des Holzarbeiter=Verbandes hat sich schon einstimmig gegen die Entlassungsscheine erklärt; man will es eventl. auf einen Streik ankommen lassen. Im Hamburger Bäckerstreik haben sich die Aussichten der Gehülfen, ihre Forderungen durchzusetzen, verschlechtert. Die Vereinigten Brothändler von Hamburg und Altona lehnten ab, vermittelnd einzugreifen. Sie stellen sich auf Seiten der Meister. Im Auftrage des französischen Handelsministers hielt sich dieser Tage der Regierungskommissar Fuster in Berlin auf, um die Arbeiter=Versicherungsverhältnisse— Alters= und Invaliditäts=Versicherung, Ortsund Betriebskrankenkassen, Unfallversicherung usw.— kennen zu lernen. Herr Fuster sprach sich in hohem Maße befriedigt aus über die in Frankreich noch fremden Einrichtungen, auf deren Einführung die dortige Arbeiterbevölkerung hindrängt. Kleine Chronik. Das Hochwasser hat jetzt auch die Stadt Braunschweig erreicht. Das Sommertheater, die Parks, Gärten und Häuser stehen unter Wasser, welches noch weiter steigt. Es droht die Gefahr, daß die Wasserwerke und die elektrische Straßenbahn den Betrieb werden einstellen müssen. Das Wasser ist bereits 30 cm über den höchsten Stand im Jahre 1881 gestiegen. ertisch. Zur Reichstagsstatistik. Die Wahlschlacht ist geschlagen und wieder sendet das deutsche Volk seine 397 Reichstagsabgeordneten in das Reichsparlament. Die Zusammensetzung desselben, die wachsende Wahl=Beteiligung seit 1871, die Verteilung der Parteien nach Wahlbezirken, die Stimmen=Verhältnisse 2c. 2c. zeigt in übersichtlicher Weise die mit gewohnter Pünktlichkeit erschienene „G. Freytag's Reichstagswahlkarte des Deutschen Reichs“, die gegen Einsendung von Mk.—,95 in Postmarken durch jede Buchhandlung wie auch vom Verlage G. Freytag Henneberg-Leisse— nur d# & Berndt, Leipzig und Wien VII/1, zu beziehen#####.. Wice Zabiiten ist und deren Anschaffung wir jedem Zeitungsleser mogernsten Geweten, Farben und venn nachdrücklichst empfehlen. Neueste Nachrichten. Die Dreyfusaffäre wird immer verwickelter. Oberst Picquart ist verhaftet worden, weil er der Regierung geschrieben hatte, die vom Kriegsminister vorgelesenen Briefe, auf Grund deren die Verurteilung von Dreyfus erfolgt sei, bezögen sich garnicht auf diesen. Picquart that nichts, um sich seiner Verhaftung zu entziehen, trotzdem er genau weiß, daß derselben eine längere Gefängnis“rafe folgen wird; er äußerte kurz vor seiner Verhaftung: Man fand einen Vorwand, mich zu verhaften. Gut, ich werde mich einsperren lassen; aber um Dreyfus festzuhalten, liegt auch nicht einmal ein Vorwand vor. Picquarts Verteidiger ist derselbe Labori, der aus dem Zolaprozeß bekannt geworden ist. Labori begleitete den Verhafteten zum Gefängnis. Picquart hätte nun auf freiem Fuß bleiben können, wenn er eingewilligt hätte, ohne Beisein Laboris verhört zu werden. Er zog jedoch Laboris Beistand vor und ließ sich verhaften. Gegen die Verhaftung Picquarts ist ein von Senatoren, Schriftstellern und vielen anderen hervorragenden Männern unterschriebener Appell im„Siécle" veröffentlicht worden. Esterhazy ist verhaftet worden, weil er gefälschte Telegramme an den Oberst Picquart, welche die Unterschrift„Esperanza“ trugen, gesandt hatte. Seiner Geliebten, der„verschleierten Dame“(?), hat er außerdem Briefe diktiert, die erfundene Beschuldigungen gegen Picquart enthielten. Allerorten ist man auf neuerliche Ueberraschungen vorbereitet. Der Justizminister erklärte, gegen jedermann einschreiten zu wollen, der in der Dreyfusaffäre die Rolle eines Helfershelfers spiele. Wetterbericht. Nachdr. verboten. Voraussichtliches Wetter am: 16. Juli: Meist wolkig und trübe, ziemlich 17. Juli: Wechselnd bewölkt, windig, kühl, Regenschauer. 18. Juli: Teus heiter, teils wolkig, bei Tage ein wenig wärmer, etwas Regen. ächt, wenn direkt ab meinen bezogen— sohwarz, wrlt 65 v. Meter— in den Dessins Au Private porteund steuerfrei Ins Haus. Muster umgehend. 6. Henneberg's Seidenfabriken, Kürich.(1, Ehomasmehlkonsum. Wie früher mitgeteilt, betrug allein in Deutschland der Verbrauch an Thomasmehl während des ersten Quartals dieses Jahres 132000 Tonnen gegenüber 88000 Tonnen im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Eine ähnliche Konsumsteigerung hat sich auch im weiteren Verlauf dieses Jahres bemerkbar gemacht. betrug nämlich der Verbrauch in Deutschland bis zum 31. Mai 219000 Tonnen, während in der gleichen Zeit des Vorjahres nur 138000 Tonnen zur Ablieferung gelangten. Von diesem Gesamtquantum entfallen auf den Monat Mai im Jahre 1898 38000 Tonnen gegenüber 21000 im Vorjahre, oder mit anderen Worten: der Konsum ist im Monat Mai im Vergleich zum Vorjahre um 80% gestiegen. Diese Thatsache ist um so überraschender, als von Anfang dieses Monats an die BezugsVereinigung deutscher Landwirte mit allen Mitteln bestrebt ist, die Landwirte vom Einkauf des Thomasmehles abzuhalten, und findet diese große Konsumzunahme ihre Erklärung nur darin, daß der Konsument auf Anfrage beim Händler in Erfahrung gebracht hat, daß eine Preissteigerung des Thomasmehles trotz gegenteiliger Behauptung der Organe der Bezugsvereinigung nicht stattgefunden hat. Unsere Zeit drängt in rasender Eile vorwarts; die Anforderungen an den einzelnen Menschen steigen beständig, und so bleibt dem Menschen wenig Zeit über, sich selbst genügend kennen zu lernen. Dies ist auch der Grund, warum trotz der täglich zunehmenden Bildung so wenige Leute ihren eigenen Körper kennen, und warum die Körperpflege noch nicht die Bedeutung gewonnen hat, die sie in so hohem Maße verdient; am wenigsten aber wird die Bedeutung gewürdigt, die der Haut im Haushalt des Organismus zukommt. Die Haut ist ein weit komplizierteres Gewebe, als man gemeinhin glaubt, sie hat verschiedene Funktionen und für jede dieser ihre besonderen Organe. Sie ist ein Werkzeug, welches anderweitige Störungen im Organismus reguliert und ausgleicht. Aus diesem Grunde wird denn auch jetzt eine rationelle Hautpflege von den Aerzten allgemein empfohlen. Für eine solche Pflege giebt es kein hervorragenderes Mittel, als das„Lanolin“ genannte Fett, welches dem Fett der menschlichen Haut und der menschlichen Haare analog ist. Zur Hautpflege und als Schönheitsmittel für Groß und Klein empfiehlt es sich, das Lanolin in Form der„Canolin= Toilette=Cream Lanolin“, genannten Komposition zu verwenden, die namentlich auch in der Kinderstube nicht fehlen sollte. Beim Einkauf des Lanolin=Toilette=Cream=Lanolin achte man darauf, daß zur Garantie der Echtheit jede Packung die Marke„Pfeilring" trage. Gottesdienste Schweite. Größere erangeli che Gemeinde. Sonntag. den 17. Juli 1898. Vorm. 8 Uhr: Frühgottesdienst. Synodal=Vikar Hyprath aus Iserlohn. Vorm. ½10 Uhr: Hauptgottesdienst Pastor Heinenberg. Nachm. 2 Uhr: Kindergottesdienst. Pastor Heinenberg. Amtswoche: Pastor Heinenberg. Reformierte Kirche. Sonntag, den 17. Juli 1898, Vorm. ½10 Uhr: Gottesdienst. Synodal=Vikar Hyprath aus Iserlohn. Westhofen. Sonntag, den 17. Juli 1898. Vorm. 9½ Uhr: Predigtgottesdienst. Pastor Falkenberg. Nachm. 2 Uhr: Kindergottesdienst. Stadtmission in Schwerte. Westenort 12. Sonntag, den 17. Juli 1898. nachmittags 5 Uhr: Bibelsunde. Gestern nachmittag 5 Uhr entschlief sanft unser liebes Töchterchen Alma im zarten Alter von 4½ Monaten, was wir hiermit tiefbetrübt anzeigen. Schwerte, 14. Juli 1898. Wilhelm Ries und Frau. Die Beerdigung findet Samstag nachmittag 4 Uhr statt. Meiner lieben Mutter Caroline Beyersdorff zu ihrem heutigen 66. Geburtstage die herzlichsten Glückwunsche von ihrem Sohne August. BürgerSchützen-Verein Schwerte. Infolge der am Sonntag gehabten sehr schlechten Witterung und in Anbetracht der noch vorhandenen Gegenstände für Volksbelustigung etc. sowie des Feuerwerks, hat derVorstand beschlossen, am nächsten Sonntag, den 17. Juli eine Rachreter zu veranstalten. Das Zelt bleibt stehen. Die Musik wird von dor Kleff’schen Kapelle ausgeführt. Die Eintrittsbedingungen bleiben dieselben, das Eintrittsgeld wird jedoch ermässigt und zwar beträgt dasselbe für Konzert 25 Pfg., für Ball Mk. 1.—, für Konzert und Ball zusammen Mk. 1.—. Der Schützen-Vorstand. Franenrkiktr und Wohnung verlegte nach Olpe 15, Dortmund. (Straßenbahn: Stadthaus.) Dr. C. Morsbach, Ein in allen Hausarbeiten erfahrenes Mädchen per 1. September gegen guten Lohn nach Bielefeld gesucht. Näheres bei Frau Apotheker Wigginghaus jr. Neu!: *** Nen! von Schwerte. Partie: Markt mit Rathaus, sowie sonstige Ansichts- und Künstlerkarten soeben eingetroffen in der C. Braus'schen Buchhandlung. und Kistenteile jeder Art für Bahn, Post und Export. Kleine Kisten für Seifen, Zuckerwaren 2c., Holzwolle, Trockenrahmen, Faßhölzer 2c. empfiehlt billigst C. J. Becker, Dampfsägewerk u. Kistenfabrik in Köln=Nippes. Ein zum Milchfahren zur Molkrei und leichter Arbeit wird gesucht. Jacobs, Steinhausen. Eine Wirtschaft auf dem Lande in der Nähe von Iserlohn zu verkaufen. 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Weizenvorschuß 00 pr. 100 kg.—.— M. Kleien per 50 kg. 4,69 M. Raps 1. —.—,1.—.— M. Rüböl per 100#g in Partien von 100 Ztr.(ohne Faß) 51,00 J, Rübbl von 100 kg. faßweise(ohne Faß) 52,50. M4 Gereinigtes Oel per 100 kg 3# höher als Rüböl. Preßluchen 1000 kg. 94 4 Biehmärkte. Dortmund, 11. Juli.(Städtischer Viehhof) Zum heutigen Schlachtviehmarkte waren aufgetrieben: 863 Stück Großvieh, 810 Schweine, 282 Kälber,— Pferde, 68 Schafe. Preise für 100 Pfd. Schlachtgewicht Ochsen 66 —68.4, Stiere 48,00—53,— J., Kühe 1. Qualität 63,00—65,00 K, 2. Qualität 57,00—62,00 K, 3. Qual. 51—56 M, Schweine 1. Qualität 56.00— 60,00 M, 2. Qualität 00 bis 00 J, Kälber das Pfun Schlachtgewicht 1. Qualität 65—70= 2 Qualität 60—65 4, Scha desgl. 58—63 4 Unverkauft blieben 41 Stück Großvieh,— Schweine. KampfgenossenVereinigung Schwerte und Umgegend. General. Versammlung Samstag, den 16. Juli, abends 8½ Uhr, beim Kameraden C. Böhmer. Tages-Ordnung: 1. Umänderung der Satzungen. 2. Wahl eines anderen Vorstandsmitgliedes. 3. Verschiedenes. Nach erledigter Tagesordnung Vorlesungen:„Kaiser Friedrichs III. weihevollste Stunde. Die Schlacht bei Königgrätz am 3. Jali 1866.“ Es sind sehr wichtige Angelegenheiten zu besprechen, darum ohne Ausnahme alle antreten. Der Vorstand. TUTTUH bestehend aus 1 Oberbett 5 2 0 9 6 9 63 2 0 9 5 0 9 Unterbett Pfühl Kissen Oberbett 10 Mk. mit Wildfedern gefüllt. Einzelpreise: Unterbett 1 Pfübl 1 Kissen 10 Mi. 3 Mi. 2 Mi. mit schönen Federn gefüllt 1 Oberbeit 1 Unterbeit 2 Kissin Einzelpreise: Oberbeit Unterbeit 2 Kissen Pfühl 18 M. 18 M. 38 Mk. 5 Mi. Zusammen 1 Pfühl To nin. mit guten Federn gefüllt 1 Oberbett 1 Unterbett 2 Kissen 1 Pfühl Einzelpreise: Oberbett Unterbeit 2 Kssen 1 Pfühl 30 Mk. 20 Mk. 12 Mk. S Mr. Zusammen T0 Min. 0 8 5 * O Kavallerie-Verein Schwerte. Sonntag, den 17. Juli, abends 8½ Uhr: Versammlung im Vereinslokal. Tagesordnung: 1. Zahlung der Beiträge. 2. Aufnahme neuer Mitglieder. 3. Beschlußfassung über Anschaffung der Standarte. Der Vorstand. Gesang=Aoteilung des ev. Arbeiter= u. Burger=Vereins Schwerte Samstag, den 16. Juli, abends 8½ Uhr, im Lokale des Herrn C. Böhmer Gesang-Probe. Um pünktliches und zahlreiches Erscheinen wird dringend gebeten. Grasvertauf. Der diesjährige Grasverkauf auf der Ruhrfettweide des Herrn Gutsbesitzers Hugo Rutenborn zu Geisecke findet am 23. d. Mts., nachmittags 5 Uhr, statt. Versammlung an Ort und Stelle. Schulte, Aukt.=Kommissar. Für Kaucher empfehle mein gut sortiertes großes Lager in Zigarten, Zigaretten, Rauch= u. KauTabaten in allen Preisen u. Qualitäten. □ 1 Oberbett 1 Unterbett O 2 Kissen □ 1 Pfühl 0 aus prima Satin=Barchend mit Gänsefedern gefüllt. Zusammen Oberbett Unterbett 2 Kissen 1 Pfühl 40 Mk. 36 Mk. 21 Mk. 13 Mk. 100 MIN!E Deitstehen in Heiz u. Eiseh in grosser Auswahl. „ 0 0 Brückstr. 19. 0 nenennn anmme 4 snsuenesse Ein fast neuer Eisschrank steht zu verkaufen. Wo, sagt die Geschäftsstelle. Ein propperes Vienstmädchen per 1. August gesucht. Wo, sagt die Exp. d. Zig. Pr. Prede, prakt. Zahnarzt, Hörde, Penningskamp. Fär magonnetdekal! Allen denen, die sich durch Erkältung oder Ueberladung des Magens, durch Genuß mangelhafter, schwer verdaulicher, zu heißer oder zu kalter Speisen oder durch unregelmäßige Lebensweise ein Magenleiden, wie: Magenkatarrh, Magenkrampf, Magenschmerzen, schwere Verdauung oder Verschleimung zugezogen haben, sei hiermit ein gutes Hausmittel empfohlen, dessen vorzügliche heilsame Wirkungen schon seit vielen Jahren erprobt sind. Es ist dies das bekannte Verdauungs= u. Blutreinigungsmittel, der Hurert Kurich schr Kräuter=Wein. 0 0 0 0 „„„„„„ 0 35 Husingstr. 35 vis-à-vis der kathol. Kirche. Gustav Lohon, Zahnkünstler, Chna, am Markt. Anfertigung von künstlichen Zähnen und ganzen Gebissen. Behandlung aller Zahnkrankheiten. bofortige Beseitigung aller Zahnschmerzen. Zahnoperationen schmerzlos und sicher unter Anwendung von Cocain. Morgens von 9—12 Uhr nachm." 2—6„ Dieser Kräuter-Wein ist aus vorzüglichen, hellkräftig befundenen 0 Kräutern mit gutem Wein bereitet, und stärkt und belebt den ganzen* Verdanungsorganismus des Mensehen ohne ein Abführmittel zu sein. U Kräuter-Wein beseitigt alle Störungen in den Blutgefässen, reinigt H das Blut von allen verdorbenen krankmachenden Steffen und wirkt fördernd anf die Neubildung gesunden Blutes. 0 Durch rechtzeitigen Gebrauch des Kräuter=Weins werden Magenübel meist schon im Keime erstickt. Man sollte also nicht säumen, seine Anwendung allen anderen scharfen, ätzenden, Gesundheit zerstörenden Mitteln vorzuziehen. Alle Symptome wie: Kopfschmerzen. Aufstoßen, Sodbrennen, Blähungen, Uebelkeit mit Erbrechen, die bei chronischen(veralteren) Magenleiden um so heftiger auftreten, werden oft nach einigenmal Teinken beseitigt. und deren unangenehme Folgen, wie Beklemmung, Kolik Stuhlverstopfung schmerzen, Herzklopfen, Schlaflosigkeit, sowie Butanstauungen in Leber, Milz und Pfortadersystem(Hämorrhoidalleiden) werden durch KräuterWein rasch und gelind beseitigt. Kräuter=Wein behebt jedwede Unverdaulichkeit, verleiht dem Verdauungssystem einen Aufschwung und entfernt durch einen leichten Stuhl alle untauglichen Stoffe aus dem Magen und Gedärmen. Hageres, bleiches Aussehen, Blutmangel, Entkräftung sind meist die Folge schlechter Verdauung, mangelhafter Blutbildung und eines krankhaften Zustandes der Leber. Bei gänzlicher Appetitlosigkeit, unter nervöser abspannung und Gemütsverstimmung, sowie häufigen Kopfschmerzen, schlaflosen Nächten, siechen oft solche Kranke langsam dahin. H## Kräuter=Wein giebt der geschwächten Lebenskraft einen frischen Impuls. Hg Kräuter=Wein steigert den Appetit, befördert Verdauung und Ernährung, regt den Stoffwechsel kräftig an, beschleunigt und verbessert die Blutbildung„beruhigt die erregten Nerven und schafft dem Kranken neue Kräfte und neues Leben. Zahlreiche Auerkennungen und Dankschreiben beweisen dies. n Gebrauchsanweisung ist jeder Flasche beigegeben. Kräuter=Wein ist zu haben in Flaschen à Mk. 1,25 und 1,75 in: Schwerte, Unna, Königsborn, Aplerbeck, Herdecke, Hagen, Höde, Asseln, Annen, Letmathe, Hohenlimburg, Iserlohn, Hemer, Menden, Altena, Witten, Camen, Werl, Lünen, Haspe, Lüdenscheid, Balve, Gevelsberg, Langerfeld, Langendreer, Dorstfeld, Hamm, Schwelm, Barmen, Elberfeld, Dortmund u. s. w. in den Apotheken. Auch versendet die Firma„Hubert Ullrich, Leipzig, Weststraße 32“, 8 und mehr Flaschen Kräuter=Wein zu Originalpreisen nach allen Orten Deutschlands porto= und kistefrei. Mein Kräuter=Wein ist kein Geheimmittel; seine Bestandteile sind: Malagawein 450,0, Weinsprit 100 0 Sivcerin 100.0, Rotwein 240,0, Ebereschensaft 150.0, Kirschsaft 320.0, Zenchel, Anis, Helenenwurzel, amerik. Kraft wurzel, Enzianwurzel, Kalmuswurzel aa 10,0. Vor Nachahmungen wird gewarnt!— Man verlange ausdrücklich he. Hubert Ullrich'schen 20 Kräuter-Wein ausgeführt von der ganzen Kapelle des Infant.-Reg. No. 171(42 Mann stark) unter Direktion des Herrn A. Hermann. Karten im Vorverkauf à Person 50 Pfg. sind bei den Herren G. Kleingarn, C. Saatmann, H. Hagemann und L. Hagemann zu haben; an der Kasse 75 Pfg. Es ladet ergebenst ein R L. Hagemann. Gebrauchen Sie gegen Schwaben, Wanzen. Fliegen, Motten. J. C. F. Neumann& Sohn, Berd. Sofi 8. Zu haben bei: Aug. zur Nieden. Setzte für eigene Rechnung eine neue 0 in Betrieb, deren Faß 1200 Liter aufnehmen kann. Halte mich zum Entleeren der Abortgruben zu jeder Zeit bestens empfohlen. 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