* Amtliches Arreisbratt Abonnements=Preis pro Quartal 1 Mk. 50 Pfg. Erscheint Montags, Mittwochs, Freitags und Samstags. Wöchentliche Gratisbeilage:„Illustrierter Familienfreund.“ Verantwortlicher Redakteur: Friedrich Keim, Schwerte. Schwerte, Freitag, 18. Februar 1898. für den Krreis Gorde. Insertionsgebühr für die 6spaltige Zeile oder deren Raum 10 Pfg, außerhalb des Leserkreises 15 Pfg. Reklame 30 Pfg. Druck und Verlag von Carl Braus in Schwerte. 31. Jahrgang. Amtliche Bekanntmachungen. Bekanntmachung. Es wird hiermit zur allgemeinen Kenntnis gebracht, daß die Maulseuche unter den Rindviehbeständen des W. Holsiepe, G. Steinkühler und der Ww. Flume zu Höchsten erloschen ist. Die zur Bekämpfung der Seuche angeordneten Verkehrsbeschränkungen 2c. sind aufgehoben. Wellinghofen, den 14. Februar 1898. Die Polizei=Verwaltung. Hartung, Amtmann. Tages=Ereignisse. Deutsches Reich. Preußisches Abgeordnetenhaus. 22. Sitzung am 16. Februar. Das preußische Abgeordnetenhaus beriet heute Anträge aus dem Hause. Die Abgg. Weyerbusch(kreikons.) und Mies(Ztr.) beantragten die Aenderung des§ 54 des Gemeindesteuergesetzes im Sinne einer Entlastung der Haus= und Grundbesitzer, sowie der Gewerbetreibenden. Der Regierungsvertreter sah keinen Grund zur Aenderung und legte dar, daß bei der Durchführung des Antrages Mies die Einkommensteuerzuschläge ganz enorm steigen würden. Abg. Nölte(Ztr.) hielt die Anträge für teilweise zu weitgehend, Abg. Winckler(kons.) für undurchführbar, die Abgg. v. Dobeneck(kons.) und Ehlers(freis.) befurworteten den Antrag Weyerbusch, worauf beide Anträge an eine Kommission gingen. Donnerstag: Forstetat. 23. Sitzung vom 17. Februar. Im preußischen Abgeordnetenhause kamen heute nach Erledigung des Forstetats bei der Beratung des Etats des Ministeriums des Innern die polizeilichen Mißgriffe zur Sprache. Minister v. d. Recke nahm die Polizei in Schutz. Die Presse sei in der Darstellung solcher Vorkommnisse nicht immer ganz ehrlich. Der gutgesinnte Teil der Bevölkerung möge diesem gemeingefährlichen Unfug entgegentreten. Unsere Polizei gehöre zu der tuchtigsten des Kontinents. Aus dem Hause beteiligten sich Mitglieder aller Parteien an der Debatte. Verschiedentlich wurde der Wunsch ausgesprochen, die Schutzleute materiell besser zu stellen. Fast alle Redner verteidigten die Presse; sie brauche nichts aufzubauschen, weil die Vorkommnisse für sich sprächen. Der Minister teilte noch mit, daß Polizei=Reformen vorbereitet würden. Nach weiterer Debatte wurde der Einnahme=Titel genehmigt. Die Weiterberatung findet heute (Freitag) statt. Deutscher Reichstag. 32. Sitzung am 16. Februar. Der Reichstag setzte heute die zweite Lesung des Antrages Auer auf reichsgesetzliche Regelung des Vereins= und Versammlungsrechtes fort. Abg. Geyer(Sozialdem.) befürwortet den Antrag unter Hinweis auf die Entwickelung des öffentlichen Lebens, auf die Schulung aller Parteien, namentlich auch der Arbeiterpartei. Abg. Rickert(fr. Vg.) erinnert an das Versprechen des Reichskanzlers und schlägt vor, das Versammlungsrecht unbeschränkt freizugeben, das Vereinsrecht aber mit einem Zusatz, der die Koalition gestattet. Singer beschwert sich darüber, daß keine Regierungsvertreter anwesend sind und daß das Zentrum sich nicht zu dem Antrag äußere. Bassermann(nat.=lib.) erklärt sich gegen den Antrag, Auer, aber für eine auf liberaler Grundlage beruhende reichsgesetzliche Regelung des Vereins= und Versammlungsrechts. Abg. Lieber erklärt, der Antrag Auer sei aussichtslos, seine Partei glaube den Arbeitern besser zu dienen, wenn sie die Anerkennung der Berufsvereine, die Sicherung des Koalitionsrechts der Arbeiter für wirtschaftliche Zwecke und die Aufhebung des Verbindungsverbots zu erreichen trachte. Abg. von Mehlow(kons.) wendet sich entschieden gegen den Antrag Auer. Schließlich werden der Antrag Auer sowie der Antrag Rickert auf Kommissionsberatung abgelehnt. Es folgt der Antrag Müller=Walden(Antisem.) auf Vorlegung eines Gesetzes, betreffend staatliche Prüfung von Versicherungsbedingungen von Privatgesellschaften. Der Antrag wird trotz allseitiger Zustimmung zurückgezogen, nachdem vom Bundesratstische eine baldige Vorlage, betreffend reichsgesetzliche Regelung des Gegenstandes, angekündigt worden war. Donnerstag 2 Uhr: Postdampfer=Novelle, Reichseisenbahnamt. 33. Sitzung vom 17. Februar. Der Reichstag setzte heute bei fast leerem Hause die Beratung der Postdampfer=SubventionsVorlage sort. Abg. Weiß(fr. Vg.) wendete sich gegen die vorgestrigen Ausführungen des Abg. Friese und erklärte die Laboration für schädlich. Staatssekretär Graf Posadowsky begründete in längerer Ausführung die Vorlage, in der er besonders die Meinung abwies, es schädige die Subvention die nicht subventionierten Linien und lähme den Unternehmungsgeist. Auch die Ansicht, auf den Subventionsdampfern überwiege die fremdländische Ware, wird von dem Staatssekretär als irrig bezeichnet. Unser ostasiatischer Handel bedürfe jedenfalls der subventionierten Linien, und durch unser Volk gehe das Gefühl, daß sich uns in Ostasien eine große Aussicht erschließe und daß eine große Nation dafür auch Opfer bringen müsse. Abg. Müller=Fulda (Ztr.) fordert Berücksichtigung der süddeutschen Interessen. Graf Limburg=Stirum(kons.) erklärt, für die Vorlage stimmen zu wollen, von der er keinen Nachteil für die Landwirtschaft befürchte. Abg. Jebsen führt aus, daß unser Handel mit Ostasien seit Bestehen der subventionierten Dampferlinie zugenommen habe. Molkenbuhr(Soz.) spricht sich gegen die Vorlage aus, die nur den Besitzenden Nutzen gewähre. Abg. Hahn(fraktionslos) kann zwar die der Landwirtschaft aus der Vorlage drohende Gefahr nicht verkennen, tritt aber dennoch für die Vorlage ein. Darauf vertagt sich das Haus. Freitag 2 Uhr: Militäretat. Der Kronrat, der soeben in Berlin stattfand, hat nach Mitteilungen des Landwirtschaftsministers im Herrenhause Beschlüsse von großer Tragweite ergeben. Zunächst ist darin die Frage, obnoch in der laufenden Session des Landtags eine Vorlage über Maßnahmen zur Verhütung weiterer Hochwasserkatastrophen eingebracht werden soll, negativ entschieden worden. Die Regierung hat die Ueberzeugung gewonnen, daß diese Frage noch nicht technisch vorbereitet ist. Man hofft, im Herbst den Provinziallandtag zu hören und in der nächsten Tagung des Landtags dann auf sicherer Grundlage eine gesetzliche Regelung herbeiführen zu können. Der Minister hat zugesagt, daß der Staat mit Rücksicht auf den außerordentlichen Charakter der betr. Maßnahmen einen erheblichen Teil der Kosten übernehmen werde. Weiter soll eine grundsätzliche Entscheidung darüber getroffen worden sein, daß in der Folge alle Zweige der wasserwirtschaftlichen Verwaltung in einem Ministerium vereinigt werden. Der frühere preußische Kriegsminister General der Infanterie v. Kaltenborn=Stachau ist nach kurzem Krankenlager in Braunschweig gestorben. Hans v. Kaltenborn war am 23. März 1836 zu Magdeburg geboren. Kriegsminister wurde er an Stelle v. Verdy's am 6. Oktober 1890. Großen Einfluß konnte er im Reichstag nicht erlangen, er war ein tüchtiger Divisionsführer, aber rhetorisch wenig begabt. Am 19. Oktober 1893 nahm er seine Entlassung. Unter seiner Amtsführung wurde die zweijährige Dienstzeit zur Thatsache. In der Justizkommission des Reichstags wird gegenwärtig bekanntlich die Novelle zur Zivilprozeßordnung beraten In der Kommission ist nun von sozialdemokratischer Seite der Antrag eingebracht worden, in der Eidesformel die Worte:„Ich schwöre bei Gott dem Allmächtigen und dem Allwissenden", ebenso wie die Schlußworte:„So wahr mir Gott helfe“ gestrichen werden. Daß diesem Antrage nicht stattgegeben werden würde und nicht stattgegeben werden konnte, lag von vornherein auf der Hand. Die Kommission entschied sich denn auch mit erdrückender Majorität für die Beibehaltung jener zur Streichung empfohlenen Worte. In China wird dem Prinzen Heinrich auf direkten Befehl des chinesischen Kaisers der denkbar glänzendste Empfang bereitet werden. Die deutschen Damen in der japanischen Hauptstadt Yokohama haben eine Sammlung veranstaltet, um für den Betrag unsern deutschen Truppen in Kiaotschau allerlei Annehmlichkeiten zu verschaffen, um ihnen so den Aufenthalt an der chinesischen Küste zu erleichtern. In erster Linie wird an Zigarren und Tabak gedacht. Die deutsche Frauenwelt Shanghais wird dem Beispiele ihrer Schwestern in Yokohama folgen. Betreffs des Margarinegesetzes mag auch an dieser Stelle ausdrücklich hervorgehoben werden, daß nach einer vom Staatssekretär Grafen Posadowsky gemachten Mitteilung im Reichstage eine Definition des Begriffes „Getrenute Verkaufsräume“ durch Bundesratsverordnung erfolgen und noch vor dem 1. April cr. bekannt gegeben wird. Der Verlauf der Versammlung des Bundes der Landwirte, so schreibt die„KrzZtg. erst heute an leitender Stelle, hat erkennen lassen, daß über das Wesen einer Politik der Sammlung in den maßgebenden Kreisen sich immer mehr Klarheit durchringt, daß man in ihnen über die Notwendigkeit solcher Vereinigung aller christlich=monarchischen und nationalgesinnten Elemente unseres Volkes nicht im Zweifel ist. Hoffen wir, daß das begonnene Vereinigungswerk weiter kräftige Helfer und Förderer finden möge zum Heile unseres ganzen Volkes. Aus Kiaotschau wird gemeldet, daß man bereits jetzt von einem Aufblühen der jungen deutschen Kolonie sprechen kannn. In jeder Woche und mit jedem Dampfer treffen neue Ansiedler ein, und ein Geschäft thut sich neben dem andern auf. In der vorigen Woche haben sich allein vier Schuhmacher und vier Schneider aus Shanghai in Kiaotschau niedergelassen. Es wird mit bienenartigem Fleiße gearbeitet. In Tsintau werden Anlagen zur Straßenbeleuchtung geschaffen. Die Arbeiten, welche für Wohnzwecke nötig sind, werden von 50 Zimmerleuten, 30 Schlossern und 20 Maurern beschafft.— Nach den neuesten Meldungen drängt Japan China nicht zur sofortigen Zahlung der Kriegsschuld, sondern ist dieserhalb mit ihm in Verhandlungen eingetreten. Um Wiederaufnahme des Verfahrens gegen den Barbier Ziethen, eventl. um Begnadigung desselben war von dem Schriftsteller Hocker=Eberswalde ein Immediatgesuch an den Kaiser gerichtet worden. Dieses Gesuch ist jetzt abschlägig beschieden worden. Dr. Karl Peters, der bekannte, zur Zeit in London weilende Entdeckungsreisende, chreibt in der„Zukunft" über die handelspolitische Lage in Ostasien:„Daß China für die Erschließung durch europäisches Kapital reif ist, kann nicht mehr bezweifelt werden. Der Einzug des Kapitalismus in dieses Reich der ungeheuren menschlichen Arbeitskraft muß zur Schaffung neuer Werte für die Volkswirtschaft führen, deren Umfang heute noch unberechenbar ist. Industrielle Unternehmungen und Handelsbeziehungen werden ins Riesenhafte wachsen und die Nationen, die diese Aufschließung vornehmen, werden dort im großen Stil verdienen. Deutschland hat durch die Erwerbung eines chinesischen Hafens deutlich gezeigt, daß es energisch mit an dieser Arbeit teilnehmen will und daß es sich gewissermaßen häuslich auf dem Schauplatz der bevorstehenden Entwickelung niedergelassen hat.“ Dem Staatssekretärdes Auswärtigen Amtes, Herrn v. Bülow, ist vom Kaiser der Rote Adlerorden erster Klasse mit Eichenlaub verliehen worden. Frankreich. Am neunten Verhandlungstage im Prozeß Zola herrschte in der Umgebung des Justizpalastes und in den Wandelgängen desselben Ruhe. Auch beim Eintreffen Zolas ereignete sich keinerlei Zwischenfall. Bei Beginn der Sitzung verlas der Präsident den Gerichtsbeschluß, wonach die nochmalige Vernehmung der Madame De Boulancy über weitere Briefe Esterhazy's abgelehnt wird. Sodann wurde General Pellieux befragt, ob er gegenüber den gestrigen Erklärungen des Schreibsachverständigen Meyer seine Behauptung aufrecht er halte, das Facsimile sehen dem echten Bordereau absolut unähnlich? General Pellieux schränkte seine frühere Behauptung etwas ein. Er sagte: Die Verteidigung hat hier die Erklärungen unserer Sachverständigen Wirst wohl auf Erden— Wirst wohl auf Erden keinen finden, Der wie die Mutter treu Dich hegt, Der früh und spät Dich so im Herzen Fürsorglich als sein Kleinod trägt. Und nimmer schreitest Du im Leben So sorglos, wie an Mutterhand— Und niemand bleibt Dir unverbrüchlich So wie die Mutter zugewandt. Und keinem wird je so hinieden Zum echten Labsal Deine Lust— und keiner ist, der so betroffen Von Deinem Leid in tiefster Brust, Und keiner ist, der dem Verirrten Die schwerste Schuld so mild vergiebt, Als wie die Mutter, die erbarmend In Not und Tod getreulich liebt. Und nimmer wird auf weiter Erde Dir köstlicher zu teil ein Gut, Als wenn Dir strahlend Muttersegen Als hehrster Stern am Haupte ruht! Irma Krauschner zu Moskau. Kriedebe" Erzählung aus dem Anfang des 9. Jahrhunderts. Von F. Stockhausen. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Er wollte sein Roß anspornen, aber Friedebert regte sich nicht von der Stelle.„Nun, Friedebert, was säumest du?“ „Hohen Dank schulde ich meinem Herrn für die gute Meinung und ehrenvolle Berufung! Doch ich bitte Euch, laßt mich im Frieden meine Straße ziehen. Denn Eurem Wunsch kann ich nicht willfährig sein!“..„ „Wie, Friedebert, ist denn mein Wunsch nicht auch der deine?“ fragte Wittekind verwundert. „Er ist nicht mehr; ich begrub ihn— der Wunsch ist tot!“ „Laßt ihn doch ziehen! Was verschwendet Ihr Wort und Bitte an einem Mönch?“ rief Herzog Bruno verächtlich. „Ja, laßt ihn ziehen, den Mönch!“ wiederholte Friedebert tonlos und erhob sein Auge flehend zu seinem Herrn. „Dein Entschluß schmerzt mich, Friedebert. Doch ehre ich den freien Willen jedes sächsischen Mannes. Wie könnt' ich dich zur Umkehr zwingen, da ich sehe, daß du gehen willst. So fahre denn wohl! Doch gedenke des Gelübdes, das du einst mir gethan, ein Gotteskrieger zu werden. Du wirst dein Wort einlösen, ich weiß es, Friedebert!“ Hoch baumten sich die ungeduldig gewordenen Rosse. Herr Wittekind winkte Friedebert noch einen Handgruß zu und sprengte mit dem Herzog davon. Der schritt fürbaß, eilenden Schrittes jetzt. Die schon verloren geglaubte Kraft regte sich wieder mächtig ihn ihm. Er wendete das Antlitz südwärts, dem Eggeweg zu, jener großen Verbindungsstraße, welche über den Kamm des Osning in den Padergau führt. Lassen wir unsern Wandrer jetzt seinen einsamen Weg ziehen. Einsamkeit ist wie eine trautriefende Wolkennacht, die ein verstörtes Herz wohl zu erquicken vermag. Aber sie wirkt nur dann Segen, wenn man nicht sich und seinen Schmerz allein in ihren Schatten trägt, sondern vor allem den Glauben an den, welcher durch das, was er uns versagte, uns läutern und erziehen will. Ohne die reinigende Kraft dieser Erkenntnis kann Einsamkeit viel eher dem, der in sie eingeht, zum Fluch als zum Segen werden. Und Friedebert zieht ja nicht allein. Wir ahnen, was für lebendige Gedanken die Einsamkeit des heiligen Waldes in ihm wirken mag. Denn barg nicht der geheimnisvolle Buchenschatten des dunklen Osning der Väter Heiligtum? Aus den hohen Felskapellen der Eggestersteine weht es ihn an wie Geistergruß. Die Steine erheben ihre Stimme, redend von der gewaltigen Zeit, als das Blut sterbender Römer über sie hinspritzte. In jener Höhlennische, wo Friedebert das Haupt zum Schlummer hinlegt, ächzt es aus tiefen Rissen und Spalten— es ist das Stöhnen der unter den Frankenbeilen zuckenden Sachsenhelden, ihr klagendes Echo im Mitternachtswind! Aber in der stärkenden Morgenluft lauscht er anderen Stimmen! Sie mahnen ihn zum mutigen Gerkampf, zur Abwehr gegen den neidsinnigen Feind, zu holder Treue gegen Westfalenart und heimisches Wesen. Und wenn er nach mühevoller Wanderung endlich droben eine freie Bergkuppe gewonnen hat und von da den Blick weiterschweifen läßt auf die Stätten altgermanischen Heldenruhms, dann erhebt sich auch der Geist in ihm stolz und frei! Hohe Freude schwellt ihm die Brust, ein Sohn dieser Erde zu heißen, die Armin getragen, den Stürmer zu Sieg und Freiheit— dann vergißt es Friedebert, daß er auf diesem heiligen Boden keine Heimstätte mehr besitzt, vergißt es über der Begeisterung, ein Sohn dieses Vaterlandes zu sein, dem auch er hinter dumpfen Klostermauern zu dienen Willens ist! Und also senkt sich ein triebkräftig Samenkorn aus dem heiligen Eichenhain der Väter in dieser Wanderzeit in Geist und Gemüt des losen, ein stiller Lebenskeim zu freudiger Entfaltung für stille Tage. Elftes Kapitel. Es war an einem der folgenden Osterfeiertage, als man in der Burg das Mahl einnahm. Nur Herzog Albion mit seinem Sohne war zugegen. Die andern Gäste hatten nach Vollzug des Berlöbnisses eiligen Abschied genommen. Als Irmengart in den Ring der Zeugen getreten war und Herr Bruno ihr die goldenen, reich mit Edelsteinen verzierten Armspangen um das Handgelenk gelegt hatte, da war Berthulf vom Berge bald darauf zu Pferde gestiegen und weggeritten und auch Diether nahm Abschied von seinen gastlichen Verwandten. Irmengart hatte aufrichtige Betruonis über dies Scheiden empfunden und heute, da sie sich mit dem Verlobten zum erstenmal allein, ohne die ablenkende Unterhaltung der fröhlichen Vettern wußte, vermißte sie diese sehr in der Burg. (Fortsetzung folgt.) ins Lächerliche gezogen. Sie hat ihnen nur Amatourexperten, sogar einen Fremden entgegengestellt. Ich verlange, daß dieser nochmals gehört wird, um ihn zu fragen, woher er die Briefe hat, mit denen er das Bordereau verglich. Der Anwalt des Majors Esterhazy, Tézéras, verlangt, daß Esterhazy's Briefe an Frau De Boulancy, deren Echtheit Esterhazy nicht bestreitet, vollinhaltlich vorgelesen werden, und zwar im Beisein der Frau De Boulancy; denn die aus dem Zusammenhang gerissenen Sätze, wie„Der Klown Sausiir" u. s. w., gäben kein Bild des Seelenzustandes Esterhazy's im Jahre 1883. Immerhin ist Esterhazy auf das Aergste kompromittiert. Der Pariser Zolaprozeß dürfte erst am Montag oder Dienstag zu Ende gehen. Die für den Generalstab eintretenden Pariser Blätter haben als das Hauptereignis des neunten Verhandlungstages die Rede Generals Pellieux hervor, die im ganzen Lande mächtigen Widerhall finden werde. Die Zola freundlichen Journale verurteilen scharf das allzudurchsichtige Manöver Pellieux, auf die Geschworenen Eindruck machen zu wollen, indem er die Campagne zu Gunsten der Revision des Prozesses Dreyfus als Vorbereitung zu künftigen Niederlagen darstellte. Im Senat gedenken Thevenet und Trarieuy über Unregelmäßigkeiten im Dreyfus=Prozeß zu interpellieren. Der Justizminister wird beantragen, die Interpellation bis nach dem Zolaprozeß zu vertagen. Westsalen Rheinland. Schwerte, 18. Februar. Der Herr Staatssekretär v. Podbielski hat bestimmt, daß die Kündigungsfrist jetzt für angestellte Postunterbeamte von 4 Wochen auf 3 Monate erhöht wird. Die lebenslängliche Anstellung erfolgt bereits nach 8 Jahren, von der ersten Anstellung an gerechnet, bei tadelloser Führung. Früher waren dazu zwölf Jahre erforderlich, und zwar 1895 sogar noch 15 Jahre. Seitens der Postunterbeamten wird diese neue Verfügung mit Freuden begrüßt. * Schwerte, 17. Fedr. Ein beoauernswerter Unfall passierte gestern nachmittag dem Fuhrmann Martin aus Westhofen auf der Hörderstraße. Als er im Begriff war, einen ihm hindernden Karren aus dem Wege zu räumen, scheute das Pferd, welches nicht zum Stehen gebracht werden konnte. Der Fuhrmann geriet nun unglücklicherweise unter das Fuhrwerk, sodaß er schwere Verletzungen am Kopf und einen Schenkelbruch davontrug. Der Verunglückte wurde dem evangelischen Krankenhause zugeführt. X Schwerte, 18. Februar. Die in Sittlichkeitssachen angeklagte Frau H. ist heute morgen vom hiesigen Schöffengericht zu 3 Tagen Haft bestraft worden, weil sie sich der polizeilichen Sittenkontrolle entzogen hat. Die mitangeklagte Tochter kam mit einem Verweis davon. )( Schwerte, 18. Febr. Zum Flurhüter ist der bisherige Jagdaufseher W. Sroka, ein geborener Schlesier, der zuletzt bei einem Freiherrn im Münsterlande in Diensten stand, mit großer Majorität gewählt worden.„(65 Schwerte, 16. Fevruar. Ein böser Empfang wurde einem hiesigen Scherenschleifer von seiner in Dortmund wohnenden, von ihm getrennt lebenden Ehefrau zu teil. Als er dieser in ihrer an der Bornstraße belegenen Wohnung vorgestern einen Besuch abstatten wollte, wurde er von ihr und einem Kostgänger überfallen und derart mißhandelt, daß er noch an demselben abend in das Krankenhaus zu Dortmund übergeführt werden mußte. Höchsten, 17. Febr. Die hier ausgebrochene Maulseuche ist erloschen.— Am Dienstag wurde der Korbmacher Brüggemann von dem Fußgendarm Glatzel verhaftet und dem Amte Wellinghofen vorgeführt. Nach Vernehmung wurde Brüggemann, welcher sich in unsittlicher Weise vergangen haben soll, dem Amtsgericht zu Hörde zugeführt. örde, 16. Febr. Es liegt ein fremder Kerl im Bett! riefen vorgestern abend erschreckt die Gesellen des Schneidermeisters H. hierselbst, als sie sich nach des Tages Last und Hitze zur Ruhe begeben wollten. Natürlich lief nun alles, was Beine hatte, auf die verdächtige Bettstelle zu, wo drei fremde Gesichter, jäh aus süßem Traume geschreckt, die aufgeregten Gemüter anstierten. Kaum aber wurden die drei Schläfer sich ihrer Lage bewußt, als sie aufspringen und das Weite suchen wollten. Das ging jedoch nicht so leicht, wie sie gedacht. Einer der Gesellen kam plötzlich mit der Mitteilung heraus, daß ihm ein Portemonnaie mit 36 Mark Inhalt fehle, und dies war den anderen Veranlassung, die drei so lange festzuhalten, bis Polizei erschienen war, um die fremden Eindringlinge festzunehmen und eine Untersuchung einzuleiten. Die Festgenommenen waren der obdachlose Arbeiter W. B. und 2 Gymnastiker, welche sich in die Wohnung des Herrn H. geschlichen hatten, um ihr müdes Haupt in den weichen Bettpfühlen desselben auszuruhen. Dortmund, 16. Febr. Das Dienstmädchen einer Herrschaft von hier war beim Herabfallen von einem Stuhle auf ein Knäuel Strickgarn gefallen, in dem einige Stopfnadeln steckten. Eine solche Nadel drang durch die Wucht des Falles dem Mädchen in den Arm und brach ab. Es gelang dem hinzugerufenen Arzte nicht, den Rest der Nadel(das Oehr) aus dem Arme zu entfernen, sodaß das Mädchen dem Hospitale überwiesen wurde, wo nach Zuhülfenahme der Röntgenstrahlen, die sofort den Sitz des Nadelstückes erkennen ließen, durch eine Operation das Oehr entfernt werden konnte. X Hagen, 15. Februar. Bei einem Volksschulbau hierselbst stellte sich nach einiger Zeit heraus, daß das verwendete Holz schlecht wurde, brüchig und rissig, und daß man einen nicht unbedeutenden Schaden hatte. Die Untersuchung ergab, daß das Holz mit einer Krankheit behaftet war, daß in demselben sich ein Pilz eingenistet hatte, der nun auch bei vielen anderen Hölzern gefunden wurde. Es bleibt nun nichts anderes übrig, als dieser Kalamität gegenüber fortan bei allen öffentlichen Bauten das Holz vor seiner Verwendung mikroskopisch untersuchen zu lassen. X Iserlohn, 15. Febr. Ein trauriges Familienbild, lediglich auf die Herrschaft des Schnapses zurückzuführen, entrollte die letzte Hagener Schwurgerichtsverhandlung. Der Schuhmacher L. Sander von hier war mit seiner Frau 42 Jahre verheiratet. Die beiden Leute vertrugen sich ganz gut, nur wenn sie geschnapst hatten(auch die Frau, aus Ostpreußen gekommen, huldigte dem Getränke) begann der Streit. Ende Januar d. J. warf die Frau dem Manne einen Teller an den Kopf und der Mann schlug die Frau mit einem Kaffeekessel derartig auf den Kopf, daß ein Schädelbruch die Folge war und die Frau bald verstarb. Nun muß der Mann, der 62 Jahre alt und bislang unbestraft ist, vom Schwurgericht verurteilt, 2½ Jahre im Gefängnis zubringen. Kastrop, 16. F.br. Die diesjährige Versammlung des Westfälischen Provinzialvereins des katholischen Lehrerverbandes ist Erzählung von E. Vely. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Der Baumeister beugte sich vor, sein Bärtchen nervös drehend.„Ueber die kleinen Erzeugnisse Wilrodes sind die Damen ganz unterrichtet, wie ich sehe.“ „Der Maler ist auch ein interessanter Mann, wie man sagt.“ Fräulein Alice senkte die Wimpern.„Ich schwärme für Kunst— warum haben Sie ihn nicht mitgebracht, Herr Baumeister?“ „Er beschäftigt sich am liebsten mit der Natur, mein gnädigstes Fräulein, und möglichst in der Einsamkeit.“ Der Student lachte, Frau von Starkloff stellte ihre Tasse hin und sagte:„Eine Frau wie die Matthies mit so vielen Töchtern im Hause sollte fremde Herren nicht aufnehmen, aber solche Menschen sind immer unbedächtig.“ „Ach, ja!“ und„ja, freilich!“ bestätigten die beiden anderen Damen. „Komm, machen wir einen Gang,“ forderte der Baumeister den Studenten auf. „Recht nahe an den hübschen Zwillingen vorbei, was?“ fragte Eduard. „Nein!“ Sehr ernst sagte der andere das und dann:„Jede ungeschickte Annährung, mein Junge, muß ich mir verbitten, verstehst du mich?“ Eduard riß die hübschen blauen Augen weit auf.„Ach so—“ Und dann drückte er den Arm seines Bruders.„Kannst du dich aber verstellen!“ „Nur den richtigen Augenblick abwarten, mein gutes Brüderlein, wo es mein Recht ist, mir die zukünftigte Frau Baumeisterin Ilse zu holen— die rechts am Tische.“ „Das ist Ernst, wirklicher Ernst?“ fragte der hübsche Mensch ganz erregt. „Durch meine Besuche bei Wolfram Becker habe ich die Familie kennen gelernt, und Ilse ja, die kann ich Dir ja nun gar nicht beschreiben— das beste, natürlichste und lieblichste Geschöpf, das es geben kann. Die einfachste und netteste kleine Frau Meisterin wird sie werden, die ja an der Seite eines Brückenbauers durch die Provinz gezogen ist.“ „Alle Wetter! Aber Geschmack hast du Bruderherz!" Dann schob der Student das Käppchen aufs andere Ohr.„Und an Mutter hast du wohl nicht gedacht— die—“ „Muß sich in das Unvermeidliche finden, der Assessor wird ja wohl Fräulein Alice erwählen. Ich bin nun mal einer von den Menschen, die für sich selber sorgen.“ An einem andern Tische trank man Maiwein, stieß klingend an und führte laute Reden, es war eine Herrengesellschaft. Auch von hier aus wurden die hübschen blonden Töchter an der Seite der stattlichen Mutter bemerkt. (Fortsetzung folgt.) auf Pfingsten verlegt worden. Die Versammlung findet hierselbst statt. Witten, 16. Februar. Auch im abgelaufenen Jahre hat das evangel. Diakonissenhaus für die Grafschaft Mark und das Siegerland hierselbst eine segensreiche Thätigkeit entwickeln können. In das neue Jahr trat die Anstalt mit 140 Schwestern ein. Die Zahl der Außenstationen stieg auf 38 und die in denselben thätigen Schwestern auf 88. Im Krankenhause der Anstalt wurden während des Jahres 1897 insgesamt 1566 Kranke verpflegt. Die Zahl der Pflegetage war über 50000 gegen 43412 im Vorjahre Zur Verbesserung der Einrichtungen des Hauses soll demnächst auch die mediko=mechanische Behandlung der Unfallverletzten eingeführt werden. Bochum, 15. Febr. Wie eine herzlose Mutter handeln kann, zeigte folgender Vorfall: Auf der Anklagebank erschien die Ehefrau des Bergmanns August Dreyer von Eickel, die sich wegen fortgesetzter Mißhandlungen ihres 2jährigen, außerehelichen Kindes zu verantworten hatte. Die Angeklagte brachte s. Z. ein Kind weiblichen Geschlechts mit in die Ehe, welches ihr offenbar im Wege war. Schlief das arme Würmchen, dann riß sie es aus dem Bettchen, warf es zur Erde und trat es mit den Füßen. Zur Züchtigung bediente sich das herzlose Weib eines Leibriemens mit Schnalle und eines dicken Stockes, sodaß das arme Kind vielfach über und über mit Striemen bedeckt war. Selbst bei der stärksten Kälte.schickte sie das arme Wesen vor die Thür. So betrieb sie ihr Unwesen mit dem armen Würmchen über ein volles Jahr. Das Kind war völlig abgemagert und fast einem Geripp ähnlich. Alle Ermahnungen der Nachbarn fruchteten nicht, bis schließlich Anzeige erstattet und die herzlose Mutter dieserhalb zur Verantwortung gezogen wurde. Gewiß keine zu hohe Strafe, werden die Leser sagen, wenn sie hören, daß das entsetzliche Weib nur zu 6 Monaten Gefängnis verurteilt wurde. Münster, 16. Febr. Bedeutend milder als der Vertreter der Anklagebehörde beurteilte die Strafkammer hierselbst die Vergehen, welche 17 Einwohner von Ochtrup auf die Anklagebank brachten. Die Angeklagten sollten sich der Uebertretung der Polizeistunde, des Auflaufes, des Widerstandes gegen die Staatsgewalt, der Zusammenrottung und des Aufruhrs schuldig gemacht haben. Der Staatsanwalt beantragte die Verurteilung von 16 Angeklagten und zu Gefängnisstrafen bis zu sieben Jahren. Das Urteil lautete jedoch bei neun der Angeklagten auf Freisprechung und die anderen acht wurden nur zu einer Geldstrafe von je 50 Mk verurteilt! Fürwahr, ein gewaltiger Unterschied! 1: Brilon, 17. Febr. Dem westfälischen Dichter der„Sprickeln und Spöhne", Gymnasialdirektor Dr. Fr. W. Grimme. soll in seinem Geburtsorte Assinghausen(Kreis Brilon), unterhalb der malerisch gelegenen Pfarrkirche, ein Denkmal errichtet werden. Elberfeld, 16. Februar. Der wegen des Vohwinkeler Eisenbahnunglücks angeklagte Stationsassistent Zimmeck wurde von der trafkammer freigesprochen. Büren, 15. Februar. Bei der Entlassungsprüfung am kathol. Lehrerseminar hierselbst ereignete sich der seltene Fall, daß alle 35 Prüflinge die Prüfung bestanden. Grevenbroich, 16. Februar. Beim Schlachten einer Kuh hierselbst wurde in deren Magen ein schwerer goldener Trauring gefunden. Letzterer war noch gut erhalten und trug die Jahreszahl 1883 nebst den beiden Namen der Brautleute. Duisburg, 16. Febr. Auf entsetzliche Weise sind zwei Kinder der Arbeiter=Familie de Leer hierselbst ums Leben gekommen. In Abwesenheit der Eltern wollte der 4 jährige Sohn Heinrich das verlöschende Herdfeuer durch Petroleum anfachen. Die Kanne explodierte und das umherspritzende Petroleum setzte die Kleider des unvorsichtigen Knaben und seiner 5jährigen Schwester Elisabeth in Brand. Ein 2jähriges ebenfalls in der Stube anwesendes Schwesterchen blieb unverletzt. Durch den Knall der Explosion und den Feuerschein wurden die Hausbewohner herbeigerufen, die den Brand löschten und die schwerverletzten Kinder ins Vinzenzhospital brachten, wo beide Kinder bald durch den Tod von ihren Qualen erlöst wurden. Krefeld, 17. Febr. Seit Einführung der bedingten Verurteilung wurde im hiesigen Amtsgerichtsbezirk in 27 Fällen Strafaufschub beantragt und auch bewilligt. Die erkannten Strafen betrugen bis zu 4 Monaten Gefängnis. Unter den 27 Verfehlungen waren allein 21 Diebstähle. Köln, 15. Februar. In der vorigen Woche befand sich der neue Generalpostdirektor v. Podbielski auf einer Inspektionsreise hierselbst. Aus diesem Anlaß fand eine Sitzung der Handelskammer statt, welcher Herr v. Podbielski und zwei Ministerial= direktoren beiwohnten. In der Sitzung, deren Tagesordnung zehn Beratungsgegenstände umfaßte, wurden ausschließlich postalische Angelegenheiten besprochen. Uebrigens soll Herr v. Podbielski beabsichtigen, seine Inspektionsreise auch auf das rheinisch=westfälische Industriegebiet auszudehnen.— Bei dem Frühstück, welches im Anschluß an die Handelskammerverhandlungen zu Ehren des Herrn v. Podbielski hier stattfand, antwortete derselbe auf ihm geltende Reden des Präsidenten der Handelskammer Geh.=Rat Michels und des Oberbürgermeisters Becker in längerer Ansprache, worin er u. a. ausführte:„Noch vor wenigen Jahren standen wir im Welthandel an vierter Stelle. Frankreich und die Verein. Staaten von Nordamerika haben wir überwunden und jetzt stehen wir mit England an zweiter Stelle. England ist uns noch mit 4 Milliarden überlegen, aber wir wollen nicht rasten, bis wir an erster Stelle stehen; dies muß unser Streben sein. Aachen, 15. Februar. Drei diebische „Höhlenbewohner“ hatten sich vor der hiesigen Strafkammer zu verantworten, nämlich ein 12jähriger Schüler aus Klinkheide, ein 20jähriger Tagelöhner aus Schützenheide und dessen daselbst wohnender Bruder, ein 17jähriger gewerbloser Bursche, die beiden letzteren wegen Diebstahls vorbestraft. Dieselben hatten sich im Herbst vergangenen Jahres bei Klinkheide in der Nähe der Wurm eine Höhle eingerichtet, in welcher sie sich häuslich niederließen. Zur Nachtzeit unternahmen sie in der Umgegend vollständige Raubzüge, schleppten alles Erbeutete in ihre unterirdische Behausung zusammen, wo sie es verzehrten, und verschliefen die übrige Zeit daselbst. Auf diese Weise hatten die Burschen zu Klinkheide, Pannesheide, Kohlscheid, Schützenheide und Rumpen eine ganze Menge Sachen gestohlen, wie Brot, Hühner, Mineralwasser, Schnaps, eine Laterne nebst Oelkrug, Röcke, Schuhe u. s. w. Bei einem zu Kohlscheid wohnenden Bergmann hatten sie sogar eine 7 Monate alte Ziege gestohlen, dieselbe in ihre Höhle verbracht, dort abgeschlachtet und verzehrt. Die meisten dieser Diebstähle wurden mittels Einbruchs oder Einsteigens ausgeführt, wobei dem Zwölfjährigen als dem Jüngsten gewöhnlich die „Hauptarbeit“ zugeteilt wurde. Letzterer gab an, er sei dazu nur dadurch bestimmt worden, daß seine beiden Genossen ihm stets versprochen hätten, wenn er sich in der von ihnen bezeichneten Weise an dem in Aussicht genommenen Diebstahl beteilige, dann dürfe er auch„in der Mitte“ schlafen. Durch diese Vergünstigung habe er in der kalten Höhle immer wärmer gelegen, wie die beiden anderen. Nach Erledigung der Beweisaufnahme wurde der Zwölfjährige mangels genügenden Erkenntnisses der Strafbarkeit seiner Handlungsweise freigesprochen, jedoch einer Erziehungsanstalt bezw. einer Besserungsanstalt überwiesen, der Zwanzigjährige wurde zu 5 Monaten Gefängnis und wegen Munddiebstahls zu einer Woche Haft und der Siebzehnjährige zu 3 Monaten Gefängnis und wegen Munddiebstahls gleichfalls zu einer Woche Haft verurteilt. * Bochum, 17. Febr. Schon wieder eine Grubenkatastrophe, wie sie gräßlicher kaum gedacht werden kann! Eine überaus große Zahl wackerer Bergknappen ist in der Frühe des Tages, als sie eben die Schicht begonnen hatte, urplötzlich aus dem Diesseits gerissen worden. Die Krankenhäuser hallen wieder von dem Gestöhn der zahlreichen Verletzten. Namenloses, herzzerreißendes Weh ist wieder über eine große Anzahl von Familien hereingebrochen. Eine Explosion schlagender Wetter ist auf Zeche„ver. Karolinenglück" um 7 Uhr morgens auf dem östlichen Teile der fünften Sohle eingetreten, deren Umfang sich noch nicht ganz übersehen läßt. Die giftigen Explosionsgase, die Nachschwaden, aber zogen zur 4. und 3. Bausohle und suchten da ihre Opfer. Zahlreiche Bergleute sind auch auf diesen Sohlen durch Ersticken zu Tode gekommen, andere wurden nur betäubt und konnten von den Rettungsmannschaften herausgeschafft werden, wo ihnen sofort Hülfe zu teil wurde. Zahlreiche ärztliche Hülfe war bald zur Stelle, die Bergungsarbeiten wurden sofort in Angriff genommen. Zuerst wurden 11 Leichen zu Tage gefördert, Zug um Zug kamen neue Opfer aus der Grube, von denen leider nur zu viele gleich in die Leichenkammer geschafft werden mußten, wo sich nach und nach eine große Zahl Leichen ansammelte. Die Leichen waren zum größten Teile über und über mit Brandwunden bedeckt, andere zeigten schwere Verletzungen, Knochenbrüche u. s. w., manchem hingen die Fleischfetzen vom Leibe. Die Verletzten und Betäubten, etwa 40, wurden in die Krankenhäuser gebracht, in der Hauptsache in das Bergmannsheil. Der Zeche umstanden große Menschenmengen, diejenigen, welche Anzehörige auf der Zeche hatten, drängten sich wohl auch bis zum Schachte durch, um Kunde über das Schicksal der Ihrigen zu erhalten. Da spielten sich ganz ergreifende Scenen ab, wenn ein Totgeglaubter oder Totgesagter unversehrt, wenn auch etwas betäubt zu Tage kam. Eine Frau, die zwei Kinder auf den Armen hielt, schluchzte laut auf vor Freude als sie ihren Gatten unversehrt nach Hause führen konnte. Ein armes Mütterchen brach kraftlos zusammen, als sie sah, daß ihr einziger Sohn, ihr Ernährer, tot herausgebracht wurde. Einer Familie sind zwei Söhne entrissen worden. Noch immer war der Förderkorb in Thätigkeit, jeder Hub derselben brachte neues Elend Die Verletzten wurden in die Steigerstube gebracht, deren Boden man mit einer dichten Strohdecke und wollenen Decken belegt hatte, um die Verletzten einwickeln zu können. Schüttelfrost und brennender Durst befällt bekanntlich diejenigen zunächst, welche den Nachschwaden ausgesetzt gewesen sind und Verbrennungen erlitten haben. Es war seitens der Zeche in reicher Weise für Getränke, Wein, Kognak, Branntwein und auch Essig gesorgt und die Krankenschwestern, deren vier anwesend waren(zwei evangelische und zwei katholische) begannen ihre Samariterdienste. In der Stube waren auch zwei katholiche Geistliche anwesend, um die Sterbesakramente zu spenden, wo es notwendig war. Welche Fülle an Stoff könnte ein Maler der realistischen Schule bei einer solchen Gelegenheit sammeln, wie treten da alle menschlichen Tugenden, insbesondere Hülfsbereitschaft, Selbstaufopferung in den Vordergrund. Ein Bergmann, der sich auf dem Wege zum Krankenhause wieder erholt, kehrte aus demselben wieder zurück zur Grube, um am Rettungswerk sich beteiligen zu können. Nur durch Zurede ließ er sich hiervon abbringen. Ein anderer an den Rettungsarbeiten Beteiligter büßte sein Leben ein. Bei den Rettungsarbeiten, die mit dem größten Opfermut betrieben werden, muß größte Vorsicht obwalten, da man dem Explosionsheerd nahe gekommen und für Wetterführung und Sicherung des Oberbaues gesorgt werden muß, sie sind sehr erschwert durch die Nachschwaden. Die Rettungsmannschaften fallen meistens betäubt nieder, sodaß sie wieder zu Tage gefördert werden müssen. Nach vorläufiger Markenkontrolle stellte sich heraus, daß 140 Marken nicht wieder abgeliefert sind. Ueber die Ursache des Unfalles läßt sich noch gar nichts Bestimmtes segen; ob die wirkliche Ursache ermittelt wird, ist fraglich, denn diejenigen, welche Auskunft geben könnten, sind tot. Der Revierbeamte, Herr Oberbergrat von Sobbe, war schon um 8 Uhr in der Grube, auch der Direktor der Zeche, Herr Springorum aus Dortmund, trat früh ein. Tiefe Trauer hat sich über die hiesige Gegend verbreitet, das Unglück ist auch zu entsetzlich. Die Gesamtzahl der Verunglückten ist zur Zeit noch unbestimmt. Bis gegen 7 Uhr abends betrug die Zahl der Toten 61. Man befürchtet, daß nahezu 100 Bergleute ein Opfer der Katastrophe geworden sind. Die Katastrophe auf„ver. Karolinenglück“ ist eine der größesten, von denen sonach unser Industriebezirk in der letzten Zeit heimgesucht worden ist. Gott möge die Witwen und Waisen trösten in dem schweren Leide, das so unvermutet hereingebrochen ist. Die Beerdigung ist auf Sonntag nachmittag angesept. Die Ansprüche der Runkelrübe an die Nährstoffe des Bodens. Bei der hohen Bedeutung der Runkelrübe für die Ernährung des Rindviehs sollte man die alte Erfahrung, daß starke Düngung für die Hervorbringung guter Ernte unentbehrlich ist, daß die Rübe nicht nur eine kräftige Düngung liebt, sondern diese geradezu verlangt, nicht außer Acht lassen. Ein Rübenacker kann nicht zu reich sein sein, je mehr Nähr stoffe er der Rübe bietet, desto besser. Die Erträge können ganz unglaublich gesteigert werden, sofern bei guter Sortenwahl der Boden nur die nötigen Nährstoffe besitzt. Beschäftigen wir uns zunächst mit der Nährstoffentnahme einer zufriedenstellenden Ernte, die wir mit 60000 kg pro ha nicht zu hoch ansetzen wollen. Dadurch werden dem Acker entzogen: 144 kg Stickstoff, 342 kg Kali und 60 kg Phosphorsäure. In einer Stallmistdüngung von 36000 kg führen wir dem Boden zu: 180 kg Stickstoff, 226 kg Kali und 93 kg Phosphersäure. Das scheint ja im Allgemeinen zu genügen; nur die Kalientnahme wird nicht gedeckt. Diese Folgerung ist irrig; denn zunächst darf man nicht vergessen, daß von dem ursprünglich im Stallmist enthaltenen Stickstoff der Pflanze nur etwa ein Drittel zu gute kommt, sodaß wir nur etwa 60 kg Stickstoff als wirksam in Ansatz bringen dürfen. Auch das zugeführte Kali wird wohl nur zur Hälfte ausgenutzt und die Phosphorsäure eher noch in etwas geringerem Grade. Unsere Stallmistdüngung ist also keineswegs hinreichend, um einen Ertrag von 60000 kg Rüben zu produzieren. Dafür spricht auch die praktische Erfahrung; denn wo Erträge von 60000 und mehr kg vom ha erziehlt worden sind, da hat man neben der Stallmistdüngung starken Gebrauch von künstlichen Düngemitteln gemacht. Daß Stickstoff nebenbei zugeführt werden muß, ist ohne weiteres einleuchtend, aber auch ohne stärkere Phosphorsäuregabe ist auf eine gute Ernte nicht zu rechnen. Bekanntlich erfreut sich die Phosphorsäure seit langer Zeit bei der Rübendüngung eines besonderen Rufes. Etwas anders liegt die Sache bezüglich der Kalidüngung trotz der sehr starken Kalientnahme. Denn die Runkelrübe wird in der Regel auf einem kalihaltigen Boden angebaut und besitzt in hohem Grade die Fähigkeit, die im Boden enthaltenen Kalimengen auszunutzen. Um aber einer Verarmung an Kali vorzubeugen, werden wir gut thun, wenigstens an teilweisen Ersatz nebender Stallmistdüngung zu denken. Nachdem wir nunmehr feste Unterlagen haben, fragen wir uns, welche künstlichen Düngemittel zur Verwendung gelangen sollen. Am einfachsten liegt die Sache bei der Phosphorsäure. Wir verwenden etwa 300—400 kg Thomasmehl pro ha und haben darin eine stetig fließende Phosphorsäurequelle, die allen Ansprüchen der Rübe genügt. Als stickstoffhaltige Düngemittel stehen uns für den thätigen kalthaltigen Boden das schwefelsaure Ammoniat, für andere Bodenarten der Chilisalpeter zur Verfügung. Wir gebrauchen etwa 150—300 kg schwefelsaures Ammonia oder 200—350 kg Chilisalpeter. Zuviel kann in dieser Richtung kaum gethan werden. Neymen wir ferner noch, je nach der Bodenbeschaffenheit, etwa 400—600 kg Kainit, so dürfen wir des Erfolges sicher sein. Vermischtes. * Ueber das Erdbeben in dem Gebiete der Lahn in der Nacht zum Sonnabend wird dem„Rhein. Merkur“ gemeldet: In Braubach wurde nachts um 11¼ Uhr ein Erdstoß wahrgenommen. Er war von einem unterirdischen, deutlich wahrnehmbaren Rollen begleitet. In Ems wurde durch ein etwa drei bis vier Sekunden dauerndes heftiges Erdbeben, das von einem lauten donnerartigen Getöse begleitet war und an Stärke dem des Sommers 1892 kaum nachstand, ungefähr 10 Minuten nach 11 Uhr die Einwohnerschaft aus dem Schlafe aufgeschreckt. Aus anderen Orten wird ebenfalls gemeldet, daß der Erdstoß recht heftig war und mehrere Sekunden andauerte, begleitet von unterirdischem, donnerstarkem Rollen. Fenster und Thüren klirrten und knatteiten in ihren Rahmen; Möbel, Spiegel und Bilder gerieten in Vibration. Die Richtung des Erdstoßes wird ganz verschieden angegeben. Zu einem förmlichen Straßen kampf wäre es beinahe in Münden(Hannover) seitens der Vertreter des weiblichen Geschlechts gekommen, wenn nicht die Polizei rechtzeitig eingeschritten wäre. Diese Erregung hat ihre Ursache in einem Feuilletonartikel, in welchem natürlich ein Herr W. die Strickerinnen der Lindener Fahnenfabrik von Otto Tribian ganz harmlos nur als„Mädchen" bezeichnet. Die Damen, Künstlerinnen in ihrem Fach, wollten sich diese Titulatur, welche sie nach ihrer Meinung auf eine gleiche Stufe mit den Fabrikarbeiterinnen und Dienstmädchen stellt, nicht gefallen lassen und opponierten hiergegen in verschiedenen„Eingesandt“ der„M. N.“. Die Fabrikarbeiterinnen und Dienstmädchen thaten nun wiederum dar, daß sie sich mit den FahnenDamen, diesen Künstlerinnen, was Titel, Herkunft und Bildung anbetrifft, vollkommen gleichberechtigt fühlen. Dieser Zeitungskrieg artete, wie bereits anfangs gesagt, in Straßenkrawall aus, bei denen die Polizei die gekränkten und ergrimmten kampflustigen Weiber auseinander treiben mußte. * Eine schreckliche Explosion fand in Havannah an Bord des amerikanischen Kreuzers„Maine“ statt. Das Kriegsschiff geriet infolge derselben in Brand und ging unter. Boote von dem spanischen Kreuzer „Alfonso XII.“ leisteten Hülfe und retteten einige Mann, die sich durch Schwimmen über Wasser halten konnten. Sechs Verletzte von der Mannschaft, sowie ein Ossizier wurden ins Militärlazarett gebracht. Unverletzt ist Kapitän Sigsbee. Der Verlust an Menschenleben ist noch nicht genau ermittelt. Es dürften über 100 Mann von der Besatzung tot oder verwundet sein. Kapitän Sigsbee sagt aus, die Explosion habe im Bug stattgefunden. Der spanische Admiral Manterola beorderte eine Anzahl Boote zur Hülfe. General Blanco beauftragte die anderen Generale, die Hülfeleistung einzuleiten. Feuerwehr= leute standen den an's Ufer geschafften Verwundeten bei. * Auf dem Eise des Kulmersees bei Marienwerder in Westpreußen sind fünf Kinder eingebrochen und ertrunken. Zuerst brach der achtjährige Sohn des Bahnarbeiters Malkowski, der sich auf der dünnen Eisdecke belustigte, ein. Ihn versuchte die dreizehnjährige Bertha Pinewski zu retten. Sie brach aber auch ein. Dies bemerkte die Schwester der letzteren. Diese benachrichtigte ihre Mutter, eilte dann sofort zurück und versuchte im Verein mit zwei sieben= resp. achtjährigen Mädchen eines Arbeiters den Eingebrochenen zu helfen. Aber alle drei brachen ebenfalls wieder ein. Zuletzt stürzte noch Frau Pinewski ins Wasser und geriet gleichfalls in die größte Gefahr. Sie wurde schließlich mit eigener Lebensgefahr vom Mühlenpächter Ringermuth gerettet, während alle fünf Kinder umkamen. * Eine bestialische That ohne Gleichen vollführte in Neustadt(Röhn) ein Dienstmädchen. Ihr mehrere Monate altes uneheliches Kind hat sie am 6. ds. Mts. in einem Stalle der Gastwirtschaft zu Löhrrieth in einen Treberbottich geworfen und so lange in die Brühe getaucht, bis das Kind erstickt war. Die Rabenmutter entschuldigte ihre unnatürliche grausige That damit, daß sie sich in großer Not befunden habe, zeigte aber sonst wenig Reue darüber. Wetterbericht. Nachdr. verboten Voraussichtliches Wetter am: 19. Februar: Ziemlich trübes, in der Temperatur nicht erheblich verändertes Wetter mit Niederschlägen bei starkem Winde. 20. Februar: Ein wenig kälteres, veränderstark windiges Wetter mit Niederschlägen. 21. Februar:„Aufheiterndes, vorwiegend trockenes Wetter, ruhiger, nachts und morgens Frost. Varnphang-Seide— nur ächt, wenn direkt ab meinen henneberg-veius-Zabriken bezogen— schwarz, weis farbig, von 75 Pfg. bis Mk. 18.65 p. Meter— in den modernsten Geweben, Farben und Dessins An Private portound steuerfrei ins Haus. Muster umgehend. G. Henneberg's Seidenfabriken, Kürich. 71 3 Gottesdienste. Schwerte. Größere evargelische Gemeinde. Sonnabend, 19. Februar 1898. (Brandbeitag.) Vorm. ½10 Uhr: Hauptgottesdienst. Pastor Graeve. Nachm. 2 Uhr: Kindergottesdienst. Pastor Heinenberg. Sonntag, 20. Februar 1898. Vorm. ½10 Uhr: Hauptgottesdienst. Pastor Heinenberg. Nachm. 2 Uhr: Kindergottesdienst. Pastor Graeve. 5 Uhr: Abendgottesdienst. Pastor Graeve. Amtswoche: Pastor Heinenberg. Reformierte Kirche. Sonntag, den 20 Februar 1898, vorm. ½10 Uhr: Gottesdienst. Pastor Terberger. Lutherische(nicht unierte Kirche) Sonntag, 20. Februar 1898, im Hause des Herrn Heinr. Haver nachm. 5 Uhr: Gottesdienst. Kirchenrat Dr. Schmidt aus Elberfeld. Stadtmission in Schwerte. Westenort 12. Sonntag, 20. Februar 1898 Bibelstunde. Westhofen. Sonntag, den 20. Februar 1898. Vorm. 10 Uhr: Predigtgottesdienst. Nachm. 2 Uhr: Kindergottesdienst. Pastor Falkenberg. Bekanntmachung. Am 16 d. Mts. sind die Geschäftslokale des Stadtbauamtes, sowie des Gas= und Wasserwerks von der alten nach der neuen Gasanstalt verlegt worden, und von jetzt ab sämtliche Beleuchtungsgegenstände nur auf dem neuen Gaswerk zu bekommen. Magistrat. ### SCIEEN IS CHIRCDIRUDTCDE TCDE RCHTCLETCDE EGTCE AEISCISCTOS SGTOE Schwerter 1. von Betastraße. Jeoes gult„„„ wird auf Wunsch innerhalbs 30 Minuten gesohlt. 5 [8] Hertensohlen 1.80 Mk. Herrenabsätze 60 Pf. s8 1 30„ Damenabsätze 50„ 5 Eil Knaben= u. Mäbchensohlen Knaben= u Mädchenabsätze 1s S 1.00 bis 1.20 Mk. 40 Pf. Empfehle Prime empfehle mein gut soctiertes Rind- großes Lager fleisch in Tetg. Schrustsch, hochf., zu Tagespreis, Kuhr= u. Rheinsisch, Pfund 20—30 Pfg., Ruhr- und RheinHiechte, Pfd. 65 Pfg., Bückinge u. Rohesen, 3 Stück 10 Pfg., a. Blutapfersinen, Stück 15 Pfg. Nächste Woche: Fische aller Art, sowie selbstgewässerten Stock=Fisch, —— täglich frisch,—— empfiehlt PAHaape Junges Mädchen aus guter Familie für kleinen Haushalt gesucht. 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Turn=Verein „Eintracht“ — Schwerte— (Mitglied der deutschen Turnerschaft). Sonntag, 20. Februar cr., nachmittags 4 Uhr, im Vereinslokale bei Herrn C. Rassin(zur Helle): ausserordentliche GeneralVersammlung. Tages=Ordnung: 1. Ballotage. 2. Delegiertenwahl. 3. Rechnungslage. 4. Verschiedenes. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht Der Vorstand. NB. Passive Mitglieder haben volles Stimmrecht. Garde= und Landwehrverein Schwerte. Sonntag, den 20. d. Mts., abends 7½ Uhr: GeneralVersammlung im Saale des Herrn W. Ostermann. 1. Zahlung der rückständigen Beiträge. 2. Aufnahme neuer Mitglieder. 3. Verschiedenes. Der Vorstand. Die Fortsetzung des Tanz= und Anstands=Kursus findet im Saale des Herrn Raffin„zur Helle“ vom 1. März an jeden Dienstag und Donnerstag abend statt, und zwar für jugendliche Schüler von 5—7 Uhr, für Erwachsene von 8 Uhr an. Anmeldungen werden daselbst erbeten. Kessler, Tanz= und Anstandslehrer. Zwangsversteigerung Am Samstag, 19. Febr. c., vormittags 9 Uhr, werde ich in meinem Pfandlokale beim Wirt Böhmer: 1 Kleiderschrank öffentlich meistbietend gegen Bar versteigern. Der Verkauf findet statt. Schwerte, 18. Febr. 1898. Morgenroth, Gerichtsvollzieher. In der Nähe von Wandhofen, an der Westhofer Chaussee, sind mehrere Baustellen mit Gartenland zu verkaufen. Das Nähere ist zu erfragen bei Schulte, Ankt.=Kommissar. Weiße à Zentner 1.— Mk., gelbe à„ 1,50„ frei ins Haus. Käufer wollen sich bis Samstag abend melden. W. Neveling, Hagenerstrasse 36. Für Kohhrmänden! schwarze und farbige Krerderstorre sowie Kousirmanben=Jackelts und KKragen sind in großer Auswahl eingetroffen und empfehlen dieselben zu bekannt der billigen Preisen. Die Arbeiten und Lieferungen für die Herstellung zweier Stallgebäude nebst Nebenanlagen bei den Mietwohngebänden für Eisenbahnbedienstete auf Bahnhof Holzwickede sollen ungeteilt vergeben werden. Zeichnungen, Berechnungen und Bedingungsheft liegen bei der Königlichen Eisenbahn Betriebsinspektion 3 in Hagen und in unserm hiesigen Verwaltungsgebäude(Zimmer Nr. 112) zur Einsicht aus Abdrücke des Bedingungsheftes mit Zeichnungen sind gegen Einzahlung von 3,50 M., ohne nungen von 2,00 M, nur von dem Vorsteher unserer Kanzlei zu beziehen. Anerbietungen sind versiegelt und mit der Aufschrift:„Registratur V Angebot auf Herstellung zweier Stallgebäude auf Bahnhof Holzwickede" versehen bis zum 2. März d. Is. postfrei an uns einzusenden, an welchem Tage vormittags 11 Uhr(Zimmer Nr. 106) die Eröffnung derselben in Gegenwart der etwa erschienenen Anbieter erfolgen wird. Zuschlagsfrist vier Wochen. Elberfeld, den 7. Febr. 1898 Kgl Eisenbahn=Direktion. Den besten Ersatz für Cognac bieten UTT Höchste Auszeichnung auf allen beschickten Ausstellungen Versand in Kistchen von 6 Flaschen an, Dampf- Kornbranntwein-Brennerei und Presshefefabrik von Albert& Guslav Lohmann, Witten. Schutzmarke. 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Gegen diesen Antrag kann nach§§ 15 und 16 des Gesetzes von den Eigentümern, Nutzungs=Gebrauchsberechtigten und Pächtern der benachbarten Grundstücke Einspruch erhoben werden. Der Einspruch muß durch Thatsachen begründet werden, welche die Annahme rechtfertigen, daß die Ansiedelung den Schutz der Nutzungen benachbarter Grundstücke aus dem Feld= oder Gartenbau, aus der Forstwirtschaft, der Jagd oder der Fischerei gefähren werde. Die Einsprüche sind innerhalb einer Präklusivfrist, beginnend am 11. Februar d. Is., bei der unterzeichneten Behörde schriftlich oder zu Protokoll abzugeben. Schwerte, 9. Febr. 1898. Die Polizei=Verwaltung. Bekanntmachung. Der Haushalts=Plan des Amts Westhofen, sowie die Haushalts=Pläne der EinzelGemeinden hiesigen Amtsbezirks für 1898/99 liegen vom 17. dieses Monats ab 14 Tage lang auf hiesigem Amtsbureau zur Einsicht offen. Westhofen, 15. Febr. 1898. c. Amtmann: Graf von Haslingen. Dr. Hartung, Frauen-Klinik. Dortmund, Elisabethstr. 2 Aufn. f. statt in 3 Klassen. Papster sen Hetten empfiehlt Carl Braus. Kreiwillige Keuerwehr. Sonntag, den 20. Februar, nachm. 5 Uhr beginnend, im Kaisersaal des Herrn W. Quadbeck Wler-Kranzchen bestehend in Konzert, Theater, Jebend. Bildern u. Ball. — Während des Konzerts— findet eine Verlosung mit großartigen Ueberraschungen statt. Ueberschuß wird zu einem wohlthätigen Zweck verwandt. Zu dieser Feier werden die Herren Ehrenmitglieder und Bürger unserer Stadt ergebenst eingeladen. Schwerte. Der Vorstand. sagt die Presse „Kürschners Jahrbuch Kalender, Merk= u. Nachschlagebuch für jedermann. 950 Spalten, 80 850 Illustr. aus allen Ge Sie sagt: bieten, eleg. brosch. nur 1 M., geb. 1,50 M. Bietet das Wissenswürdigste einer ganzen nicht zu kleinen Bibliothek dar. (Hamb. Nachrichten.) Es ersetzt eine ganze Bibliothek. (Wiesbad. Tagebl.) Sammelbuch deutschen Fleißes, Fundgrube des Wissens, eines der wohlfeilsten illustrierten Werke. (Leipziger Zeitung.) 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