Aemtricher Areisbratt = Abonnements=Preis pro Quartal 1 Mk. 50 Pfg. Erscheint Montags, Mittwochs, Freitags und Samstags. Wöchentliche Gratisbeilage:„Illustrierter Familienfreund.“ Verantwortlicher Redakteur: Friedrich Keim, Schwerte. für den Kreis Hörde. Insertionsgebühr für die 6spaltige Zeile oder deren Raum 10 Pfg., außerhalb des Leserkreises 15 Pfg. Reklame 30 Pfg. Druck und Verlag von Carl Braus in Schwerte. Nr. 16. Schwerte, Freitag, 28. Januar 1898. 31. Jahrgang. Amtliche Bekanntmachungen. Bekanntmachung. Auf Grund des§ 2 der Prüfungs=Ordnung für Hufschmiede bringe ich hierdurch zur öffentlichen Kenntnis, daß der nächste Prüfungstermin bei der zu Altena bestehenden Kommission auf Dienstag, den 29. März d. J., anberaumt worden ist. Die Meldungen zu dieser Prüfung sind mindestens 4 Wochen vorher unter Einreichung eines Geburtsscheines und etwaiger Zeugnisse über die erlangte technische Ausbildung, sowie unter Einsendung der Prüfungsgebühr im Betrage von 10 Mk. an den Vorsitzenden der Prüfungs=Kommission, Herrn Kreistierarzt Grebe zu Altena i. W., zu richten, welcher demnächst die Prüflinge zur Prüfung einberufen wird. Arnsberg, den 5. Januar 1898. Der Regierungs=Präsident I. V: Müller. Bekanntmachung. Die Reklamationen der pro 1898 gestellungspflichtig werdenden Personen aus hiesigem Amtsbezirke auf Befreiung oder Zurückstellung vom Eintritt in das stehende Herr oder die Marine müssen auf dem Amtsbureau, Zimmer Nr. 2, angebracht werden, und zwar für die Militärpflichtigen 1. aus den Gemeinden Hengsen, wichede und Hölde am Montag, den 14. Februar er., 2. aus den Gemeinden Berghofen und Schüren am Dienstag, 15. Februarer., 3. aus den Gemeinden Aplerbeck und Opherdicke am Mittwoch, den 16. Jebruar er. während der Bureaustunden von 9 bis 12 Uhr vormittags und von 3 bis 6 Uhr nachmittags an jedem der vorgenannten Tage. Die Reklamation ist von den Eltern oder dem Vormunde des Militärpflichtigen persönlich anzubringen und sind alle zur Begründung derselben erforderlichen Dokumente wie die Geburts= oder Sterbe=Atteste der Eltern, die Geburts=Atteste der noch lebenden Geschwister des Reklamanten, die Steuerzettel des Vaters und der verdienstfähigen Geschwister des Reklamanten, Schulddokumente, Zinsquittungen, ärztliche Atteste über andauernde Erkrankungen der Eltern oder Geschwister, sowie über Bezug von Pensionen des Vaters und des Arbeitsverdienstes des Paters der und verdienstfähigen Geschwister des Rekilamanten mit vorzulegen. Vorigjährige Reklamationen des Militärpflichtigen sind zu erneuern. Aplerbeck, 24. Januar 1898. Der Amtmann: Gutjahr. Eltern, sämtlicher Geschwister, sowie Steuerzettel und der Nachweis des Arbeitsverdienstes während der letzten 6 Monate zu erbringen. Die Höhe der Invalidenpension, sonstigen Renten und die Schuldenzinsen müssen ebenfalls nachgewiesen werden. Bei behaupteter Erwerbsunfähigkeit empfiehlt sich die Beibringung eines ärztlichen Zeugnisses. Schon im Vorjahre angebrachte Reklamationen sind zu wiederholen. Barop, 22. Januar 1898. Der Amtmann: Reintzsch. Bekanntmachung. Dem Bergmann Heinrich Nienaber zu Groß=Barop ist ein gelber Teckel zugelaufen. Der rechtmäßige Eigentümer kann innerhalb 8 Tagen gegen Erstattung der Futterkosten bei der unterzeichneten Behörde seine diesbezüglichen Ansprüche zur Geltung bringen. Barop, 24. Januar 1898. Die Polizei=Verwaltung: Reintzsch. Tages=Ereignisse. Deutsches Reich. Preußisches Abgeordnetenhaus. 8. Sitzung am 26. Januar. Das preußische Abgeordnetenhaus beriet, nachdem es den Gesetzentwurf über die Aufhebung der Beamtenkautionen unverändert endgültig angenommen, den Zentrumsantrag betr. Aenderung des Kommunal=Wahlverfahrens. Abg. Fuchs begründete den Antrag, die Uebelstände, die jetzt bei den Gemeindewahlen zu Tage treten, bedurften dringend der Abhülfe. Minister des Innern v. d. Recke erwiderte, die Regierung verkenne die Notwendigkeit der Reform nicht, aber ihre Zeit sei noch nicht gekommen; denn wenn man an eine Wahlreform gehe, dann sollen auch dauernde Zustände geschaffen werden. Abg. v. Eynern(natl). stand dem Antrage sehr mißtrauisch gegenüber, willigte aber in eine Kommissionsberatung ein Abg. Wetekamp(frs.) ging der Antrag noch nicht weit genug, das geheime und direkte Wahlrecht müsse eingeführt werden, wogegen Abg. v. Zedlitz(frkons.) sich im entgegengesetzten Sinne äußerte. Abg. von Dallwitz(kons). empfahl Kommissionsberatung, die schließlich auch beschlossen wurde. Nächste Sitzung: Freitag.(2. Etatsberatung). Fischbeck(fr. Verg.) sucht durch zahlenmäßige Angaben den Nachweis von der Schädlichkeit des Börsengesetzes zu erbringen. Nach kurzer weiterer Debatte wird der Titel bewilligt. Es werden dann der Reihe nach ohne bemerkenswerte Erörterungen angenommen die Titel „Statistisches Amt,“„Normal=Aichungskommission", „Reichsgesundheitsamt“. Bei letzterem Titel beantragt Abg. MüllerSagan(fr. Verg.) Einstellung von 30000 Mk. in den Etat zur Errichtung einer biologischen Versuchsanstalt für wissenschaftliche Erforschung wirtschaftlich nutzbarer Lebensbeziehungen von Pflanzen und Tieren. Staatssekretär v. Posadowski erklärt, die Regierung stehe dem Verlangen wohlwollend gegenüber, doch sei dasselbe nicht vor 1900 realisierbar. Die Vertreter aller Parteien wünschen sofortige Errichtung der Anstalt. Mittwoch 2 Uhr: Anträge, betr. SacharinBesteuerung und betr. Koalitionsrecht. lang und wurde überall mit brausenden, nicht enden wollenden Hochs begrüßt. Der Kaiser sah wohl und frisch aus und wurde nicht müde, für die ihm dargebrachten Ovationen immer aufs Neue durch militärischen Gruß und Winken mit der Hand zu danken. Die Festlichkeiten verliefen aufs Glänzendste. Zur chinesischen Frage ist zunächst die erfreuliche Thatsache zu melden, daß der Dampfer„Darmstadt“ mit dem Auslandsbataillon in Kiaotschau wohlbehalten eingetroffen ist. Das Schiff hat den weiten Weg von Kiel bis zur chinesischen Küste in 36 Tagen, d. h. 4 Tagen weniger als geplant war, zurückgelegt. Prinz Heinrich wird mit seinem Geschwader in etwa 14 Tagen im Hafen von Kiaotschau eintreffen. — Die Eifersüchteleien zwischen England und Rußland betreffs Aufnahme einer chinesischen Anleihe besteheu noch unverändert fort. Es steht fest, daß Rußland den Chinesen eine Anleihe zu den gleichen Bedingungen anbot, wie England das gethan hat. Frankreich noch die russischen Wünsche unterstützt, so wird England wohl auch betreffs der Anleihe das Nachsehen haben. Staatssekretär v. Bülow wird wegen seiner Erklärung, Dreyfus habe mit amtlichen deutschen Stellen niemals in Verkehr 26. Sitzung vom 26. Januar. Der Reichstag beriet heute zunächst die Initiativahträge betr. Saccharin. Der Antrag Ploetz wünscht zur Hebung der Zuckerindustrie alsbaldige Vorlegung eines Gesetzentwurfs betr. Einführung eines SaccharinZolles und Erhebung einer Fabriksteuer auf im nlande produziertes Saccharin. Der Antrag Paasche setzt für Saccharin und verwandte Stoffe eine Verbrauchsabgabe von 80 Mark pro Kilo sowie einen gleich hohen Zoll fest. Nach Begründung der Anträge durch die Antragsteller und einer Bekämpfung derselben lichen deutschen Stellen des Abg. Hennes(fr. Verg). erklärt der Schatz= gestanden, von der französischen Chauvinistensekrekär Frhr. v. Thielmann, daß beide Anträge spresse in unflätigster Weise beschimpft. Man nicht soviel helfen würden, als das Beschreiten eines dritten Weges, den er für gangbar halte, nämlich die Einführung von Verkehrsbeschränkungen für das Saccharin, mit Ausnahmen zu Gunsten der Apotheken. Nach kurzer weiterer Debatte werden beide Anträge an eine besondere Kommission überwiesen. Darauf trat das Haus in die Beratung des Antrages Auer und Gen. ein, betr. unbeschränktes Versammlungs= und Koalitionsrecht unter Aufhebung aller entgegenstehenden landesgesetzlichen Bestimmungen. Abg. Geyer(soz). begründete den Antrag unter Ausfällen gegen die sächsische Regierung, die der sächsische Bevollmächtigte Fischer zurückzuweisen ablehnte. 15 Sturm fr.(kons.) bat um Ablehnung des Antrages, Lenzmann(fr. Verg.) empfahl ihn. Darauf wurde die Beratung vertagt. Freitag 2 Uhr: Etatsberatung. Bekanntmachung. Den Termin zur Anbringung von Reklamationen auf Zurückstellung oder Befreiung vom Militärdienst und der Reklamationen der Reservisten, Ersatzreservisten und Landwehrleute auf Zurückstellung im Falle einer Mobilmachung habe ich auf Donnerstag, 3. Februar, und Gierfeihß, 4. Jebruar, d. Z. im Amtshause sterselbst(Vormittags von 9.bis 12. Uhr) anberaumt. Die Reklamationen, welche persönlich anzubringen sind, müssen nötigenfalls auch durch Vorlage von Attesten und Dokumenten begründet werden. Namentlich sind die Geburtsscheine der Albumblätter. Wenn du geliebt, wenn du gehofft, Wenn du gestrebt, gerungen, Wenn du mit starkem Willen oft Dein blutend Herz bezwungen; Dann fühlst du, wie zu höherm Wert Erwacht dein ganzes Leben, Denn jeder Schmerz, der dich beschwert, Wird dich nur höher heben. „„ Wahrer Herzensglaube ist die Grundlage alles Glückes, aller Gesundheit und des langen Lebens. ** Fröhlicher Mut hilft durch; was Fröhliche thun, gerät gut; fröhliche Menschen sind nicht nur glückliche, sondern auch gute Menschen, ohne Neid und Mißgunst. Deutscher Reichstag. 25. Sitzung vom 25. Jan. Der Reichstag setzte heute die Beratung des Etats des Reichsamts des Innern beim Titel „Börsenausschuß“ fort. Abg. Barth(fr. Vrg.) betonte, daß die Aufhebung des Terminhandels im Getreide gerade für den Mittelstand nachteilige Folgen gehabt habe. Abg. Hahn(fraktl.) wies diese Behauptung zurück und hob hervor, daß das Gesetz bereits günstige Folgen habe bemerken lassen. Abg. Paasche(nl.) betont unter Polemik gegen Dr. Barth dasselbe. Die Kaisers=Geburtstagsfeier ist auch diesmal in der Reichshauptstadt glänzend verlaufen. Vom frühen Morgen bis späten Abend, ja bis in die Nacht hinein strömten Tausende und Abertausende der Straße„Unter den Linden“ zu, um die glänzenden Auffahrten sowie militärischen Schauspiele und womöglich den Kaiser selbst zu sehen und ihm aus voller Brust ein kräftiges Hurrah darzubringen. Derselbe fuhr wiederholt in offener Equipage die historische Straße der Reichshauptstadt entnc Man behauptet in diesen Blattern ganz offen, der Staatssekretär habe, um den Spion zu schützen, wissentlich ein Unwahrheit gesagt u. dgl. mehr. Die der Regierung nahe stehende.„Temps“ bezeichnet die Erklärung v. Bülows als wichtig, enthält sich aber jeder weiteren Bemerkung. In den Blättern, welche dem Minister des Auswärtigen, Hanotaux nahe stehen, wird versichert, daß dieser weder durch den Dreyfus=Passus noch durch den übrigen Inhalt der Bülow'schen Rede überrascht war. Die Regierung habe Grund, Herrn v. Bülvw für den Dreyfus=Passus dankbar zu sein, denn nunmehr werden selbst die Feinde des Kabinetts zugestehen müssen, daß nur dank der Vorsicht und Klugheit des Ministeriums die deutsch=französischen Beziehungen nicht gelitten haben. Frankreich. In der Pariser Deputiertenkammer äußerte sich der Kriegsminister Billot gelegentlich der Beratung über das Heeresbudget sehr abfällig über die zweijährige Dienstzeit und bezeichnete die dreijährige Dienstzeit als das notwendige Minimum zur Heranbildung von Unteroffizieren. Billot schloß seine Ausführungen mit einem Hymnus auf die französische Armee, welche dem Gesetze ergeben Erzählung aus dem Anfang des 9. Jahrhunderts Von J. Stockhausen. (Nachdruck verboten). (Fortsetzung.) Da trat Sigrun, welche unbemerkt wieder eingetreten war, unwirsch zwischen Irmengart und Friedebert. Mit kalter Hand streifte sie Irmengarts Wange und sagte, auf Friedebert deutend:„Was will dieser? Er lernt aus Büchern und kann nicht helfen!" Von draußen vernahm man jetzt den Klang von Rosseshufen. „Das ist der Vater!“ sagte Frau Bertha, „Friedebert geh hinaus zu ihm und bring ihm schonend die bange Kunde."... 2.1 „Du hier, mein Sohn und nicht im Stift?“ rief Wolfbrant verwundert, als er sich mit einem kräftigen Satz aus dem Sattel schwang. „Bringst du mir Gutes?" Da blickte er in sein traurig Friedebert?“ Antlitz.„Was ist geschehen, „Vater,“ hob der Sohn zaghaft an,„du bist ein wehrhafter Mann. Deck dir mit festem Schild die Brust, daß der Speerwurf abpralle und nicht ins Herz treffe— die Wurd umwandelt unser Haus und bedroht Angilas Leben.“ Der starke Mann fuhr zusammen, als hätte es ihn schon getroffen.„Angila, mein Turteltäubchen, mein kleines Reh? Angila, sagst du?“ Friedebert neigte stumm das Haupt. Sie gingen hinein, Wolfbrant mit schwerem schwankenden Schritt. Als er sein Kind da liegen sah, blaß wie ein weißes Röslein, erch des Fiebers Glut, warf er sich hin vors Lager und stöhnte laut.„Angila, rief er,„kennst du deinen Vater nicht mehr?" und heftig griff er nach des Kindes Händchen. „Still, still,“ gebot Sigrun;„ein Kind, das in Krämpfen liegt, darf man nicht beim Namen rufen, auch beileibe nicht anrühren. Ihr verderbt alles. Mein Schlafzauber unter dem Kissen kann nimmer wirken, wenn's nicht ganz still in der Kammer ist.“ „Ja,“ sagte Irmengart leise,„laßt uns alle hinausgehen. Es nimmt dem Kinde schier dem Oden, stehen wir hier um sein Bettchen. Auch braucht der große Heiland uns nicht. Er ist stark genug, allein zu helfen.“ Friedeberts Auge ruhte bewundernd auf der Sprecherin, als wäre sie eine Heldin. Alle verließen auf der Jungfrau Mahnen das Gemach, nur die Mutter blieb bei ihrem sterbenden Kinde. Schweigend setzten sie sich in die Föhrenhalle. Hildrud und Heribert hatten die allgemeine Verstörung zu ihrem Vorteil benutzt und waren auf den Heuboden geklettert, um von da aus in den Taubenstall zu schlüpfen; Jünglinge aber weilten noch auf der Wiese Jetzt brach Vater Wolfbrant das dumpfe Schweigen:„Als ich in fahler Dämmerung mit dem Herzog heut über den Werder ritt, ihm zur Rechten— ihm zur Linken der Meier von Hiddenhausen, und wir von dem redeten, was auf dem Ding beratschlagt war, nahm ich plötzlich, längs der Weiden am Wiesensaum, eines andern Zuges wahr, der bewegte sich langsam neben dem unsern. Schwere, dunkle Mäntel wallten den Reitern über die Schultern, weit über die Mähne und den Schweif ihrer die Jungling über weitten noch auf der dnse beim Ueben oes Waffenwerks. Rosse hinab. Ich rief den andern zu, ob sie auch des Zuges Acht hätten, doch keiner wollte ihn sehen, auch der Meier von Hücker nicht, unser letzter Mann, der doch sonst Augen hat wie ein Luchs. Nun weiß ich, was der Zug mir bedeutet,“ schloß er mit einem dumpfen Seufzer. Sigrun nickte beistimmend. „Vater,“ rief da Friedebert mit tiefer Bewegung und legte seine Hand sanft auf des Vaters Arm—„Vater, auch ich hab heute einen Zug erschaut, willst du, daß ich dir davon rede?“ „Sprich, Friedebert, und künde, was du schautest.“ Einen Augenblick schien der Sohn zu zaudern; dann aber schloß er des Vaters Hand fest in die seine und mit bebender Stimme begann er:„Fern im Land der Sonne, das sie Morgenland nennen, sah ich den Zug. Ein hoher, milder Mann wanderte mit seinen zwölf Gefährten aus einem entlegenen Sprengel, wo er den Leuten Liebes gethan hatte, wieder hinab in seinen heimatlichen Gau. Nach langer Abwesenheit wollte er seine Burg am Meere einnehmen. Da kam er durch eine Stadt, in welther er zuvor auf einer Hochzeit bei armen Leuten ein herrliches Wunder gewirkt hatte. Das Wasser in den Thonkrügen hatte er in schäumenden Meth verwandelt, zur Verwunderung der Schaffwärter und Schenken. Da ward er offenbar als der Menschen Mundherr, als der Könige Kräftigster, und seine treuen Mannen redeten auf dem Wege von des Hohen hehrer Gottesthat. Da geschah es, daß eine Staubwolke sich vor ihnen erhob, schneller Trab eines Rosses ließ sich vernehmen, und siehe, schon sprengte ein Reiter heran, der trug ein blinkend Kleid, denn er war einer von den Hauptleuten des Landes, aus des Königs Heerbann. Als er des hohen Mannes, der ruhig, mild die Straße hinabwandelte, ansichtig wurde, stieg er eilend vom Rosse, sank vor ihm nieder und bat ihn flehend, er möge doch hinabkommen in seine Hausburg, zum totkranken Kindlein. Der hehre Helfer schaute den Knieenden an mit forschendem Blick, als wollte er fragen: Glaubest du auch, daß ich dir helfen kann? Wiederum hob da der Königische flehend die Hände:„Herr, komm hinab, ehe mein Kind stirbt!“ Da merkte der Göttliche, daß in ihm leuchtender Glaube war, volles Vertrauen zu seiner Hilfe, drum sprach er huldvoll:„Geh hin, dein Kind, es lebet!“ — Da eilte er hin, getrost und wohlgemut. Auf dem Wege aber stieß zu ihm sein Gesinde, von ferne schon rufend:„Dein Kind lebet!“ Erforschend von ihnen die Stunde, darinnen es besser geworden war, sprachen die Leute: „Gestern um Mittag entwich das Fieber.“ Da merkte der Vater, es sei die Stunde gewesen, in welcher der Göttliche zu ihm gesagt: Dein Kind lebet! Und er gelobte sich dem Himmelskönig fortan zum Dienst, mit seinem Hause und Herzen, froh und freiwillig. Das war der Zug, den ich erschaute, mein Vater,“ schloß Friedebert tief aufatmend seine Rede. „Mein Sohn, wo schautest du ihn?“ „Im Evangelienbuch, mein Vater. Dein Auge sah den Zug der bleichen Wurd, da lenkte Gott mir den Blick, daß ich zur selbigen Zeit den Todesbesieger erschaute mit seinem lichten Gefolge, uns allen zu Leben und Heil!“ (Fortsetzung folgt.) und außerhalb der Parteistreitigkeiten stehe. Dieses Lob hat die Armee natürlich dem Streit um die Drexfussache zu verdanken. Zur Agitation für Dreyfus wird aus Paris berichtet, daß Zola's Freunde sich bemühen, den deutschen Botschafter Grafen Münster zur persönlichen Zeugenaussage in dem bevorstehenden Prozesse zu bewegen. Im Ganzen ladet Zola 104 Zeugen vor. Unter den Diplomaten befinden sich der russische Botschaftsrat, der russische Militäguttache, die beiden Sekretäre der deutschen Vorschaft, der österreichische, der italienische und der englische Militärattachee. Die Herren der deutschen Botschaft erfuhren ihre Zeugenzitation erst aus den Zeitungen. Die ehemaligen Mitglieder des Kabinetts Dupuy, welche Zola als Zeugen zitierte, beschlossen, einheitlich vorzugehen, und zwar mit absoluter Wahrung des Ministergeheimnisses. Zola verlangt, daß sowohl die Akten des Dreyfus=Prozesses, wie die des Esterhazy=Prozesses in der Verhandlung vorgelegt werden. Unter seinen Beweisstücken sollen sich sechs bisher unbekannte Briefe Esterhazys befinden. Orient. Es ist kein Zeichen, das auf eine friedliche Entwickelung deutet, wenn die Aufständischenführer auf Kreta dem Drängen Rußlands bei der Pforte zustimmen, der Prinz Georg von Griechenland solle Gouverneur von Kreta werden. Daß diese Kandidatur eine für den Frieden Europas geradezu gefährliche ist, steht außer Frage. Der Sultan weigert sich auch fortgesetzt, dem russischen Ratschlage Folge zu leisten, ja er soll die Kandidatur bereits definitiv abgelehnt haben. Daß Rußlands Vorschlag von England und Frankreich unterstützt wird, ist Thatsache; daß derselbe aber trotzdem nicht zur Ausführung gelangen wird, darf man zuversichtlich erwarten. Die Unruhen auf Kreta sind für den Augenblick beigelegt worden. der Familie L. von hier betroffen. Der Kleine war in den Besitz einiger Pfennige gekommen und kaufte sich dafür bei einem hiesigen Händler Feuerwerkskörper. Durch das ungeschickte Abbrennen derselben verletzte sich der Kleine an der rechten Hand. * Hennen, 27. Jan. Zu der in voriger Nr. d. Bl. gebrachten Notiz von einem Wurstdiebstahl wird berichtigend mitgeteilt, daß von seinem solchen keine Rede sein kann. Der bestohlen sein sollende Landwirt Pelzing hat lediglich von einem jungen Manne aus seiner Wohnung zwei Würste holen lassen und diese nebst einer Portion Eier in einer Wirtschaft in Rheinen mit einigen guten Freunden verf e Nr 86 Hörde, 25. Januar. Der frühere Beigeordnete Evers hierselbst wurde Freitag als Bürgermeister der Stadt Hörde feierlichst eingeführt. Wambel, 21. Jan. Heute, am 21. Januar, war ein hiesiger Landwirt eifrig mit Kartoffelausgraben beschäftigt, gewiß ein seltener Fall, mitten im Winter. Der betreffende Landwirt hatte im vergangenen Herbste nicht Zeit gehabt, das ganze Feld abzuernten, jetzt holte er das Versäumte nach. In No. 11 und 12 der„Schwerter Zeitung“ veröffentlicht Herr S. einen Aufsatz über die Frage der Umwandlung der Schwerter höheren Stadtschule und zieht aus seinen Erörterungen die Schlußfolgerung, daß für Schwerte nur ein Progymnasium mit fakultativem Englisch(im tausch mit Griechisch) zu erstreben sei. Die Mitteilungen des Hrn. S. haben mich indessen zu einem ganz entgegengesetzten Urteil geführt, welches ich hiermit ebenfalls der Oeffentlichkeit übergebe. Zunächst muß ich die angegebenen Lehrpläne etwas übersichtlicher gruppieren: In den Klassen Sexta bis Untersekunda zuWeslelen Sibeinlang Schwerte, 28. Jan. Die Unfallkasse des Märkischen Turngaues hatte im vergangenen Jahre einschließlich des Bestandes eine Einnahme von 1599,26 Mk. Die Ausgabe betrug 272,75 Mk. Unterstützt wurden 18 Turner für 219 Tage mit 1,50 Mk. pro Tag, 4 Turner für 59 Tage mit 0,75 Mk. pro Tag. Außer diesen 22 schweren Unfällen sind 13 leichtere ohne Entschädigung zur Anmeldung gelangt. Der Kassenbestand beträgt 1226,51 Mk. Schwerte, 26. Jan. Von einem schweren Unfalle wurde der 4jährige Sohn Physik, Chemie u. Mineralogie Schreiben Zeichnen 168 Stunden. Wie ersichtlich, nehmen die alten Sprachen, Latein und Griechisch, auf dem Progymnasium allein 44 4, 18= 62 Stunden= 37 des gesamten wissenschaftlichen Unterrichtes in Anspruch, das Latein allein, bei Austausch des Griechischen gegen Englisch immer noch 26 Prozent! Nach den Angaben, welche Herr Rektor Dr. Renz in der letzten Stadtverordnetensitzung machte, sind von den ca. 120 Schülern der höheren Stadtschule in den sechs Jahren von 1892—1897 im Ganzen 24 Schüler auf ein Gymnasium übergegangen, von denen aber die Hälfte, also pro Jahr im Durchschnitt, das Abiturienteneramen gemacht haben, während die übrigen 12 Schüler wohl nach Erlangung des Einjährigenrechtes abgegangen sind. Hiernach ist also die Kenntnis von Latein für noch nicht 2% aller Schüler eine Notwendigkeit gewesen, und es liegt kein Grund vor, anzunehmen, daß sich dieses Verhältnis in Zukunft wesentlich ändern werde. Aber auch dann, wenn die Zahl derjenigen Schüler, welche das Gymnasial= abiturienten=Examen machen will, noch erheblich höher würde, so wäre das m. E. kein Grund, welchen die Stadt berechtigen könnte, allen übrigen Schülern das Latein aufzuzwingen und sie dafür in den Realfächern zurückzusetzen. Der bei weitem größte Teil der Schüler verläßt die Anstalt nach Absolvierung der Quinta, um ins praktische Leben überzutreten; für alle diese Schüler sind Latein und Griechisch nur ein Ballast, welchen sie bald wieder abwerfen, während die Realfächer es sind, deren möglichst weitgehende Kenntnisse sie für den Kampf ums Dasein aufs dringendste bedürfen. Aber auch für diejenigen Schüler, welche das Einjährige=Examen auf der Anstalt machen wollen, ist die gründlichste Ausbildung in den realen Wissenschaften weit wichtiger, als verhältnismäßig unvollständige Kenntnis der alten Sprachen, zumal die Berechtigung, welche das Examen für verschiedene Subalternstellen gewährt, genau die gleichen sind für Realanstalt, wie für Progymnasium. Die Notwendigkeit des Progymnasiums besteht also nur für die wenigen jungen Leute, welche sich gelehrten Studien widmen wollen. Diese aber sind zunächst geistig so beanlagt und deren Eltern so situiert, daß die Knaben sehr wohl durch Privatunterricht in Latein und Griechisch so weit gebracht werden können, daß sie in diesen Fächern das Aufnahmeexamen für Obersekunda am Gymnasium bestehen können; in den übrigen Fächern sind sie ja den Gymnasialschülern voraus. Ein für hiesige Verhältnisse sehr großer Uebelstand beim Progymnasium würde aber auch darin bestehen, daß auf dieser Anstalt nur diejenigen Schüler versetzt werden können, welche in dem Hauptlehrgegenstand, dem Latein(26 das Ziel ihrer Klasse erreicht haben. Erfahrungsgemäß ist die Zahl solcher Schüler, welchen das sehr schwer wird, nicht gering; sie alle aber, mögen sie auch in anderen Fächern noch so tüchtig sein, werden dadurch in ihrer Entwickelung zurückgehalten, und für alle diejenigen,— und das ist die weit überwiegende Mehrheit!— welche im späteren Berufe der Kenntnis der lateinischen Sprache nicht bedürfen, eine schwere und nicht zu verantwortende Belastung bedeutet. Bädeker, Stadtverordneter. Neueste Nachrichten. Der deutsche Matrose Schulze vom Schiff „Kaiser“ ist, als er sich bei Tsimo auf Wachtposten befand, in der Nacht vom 24. auf den 25. Januar von chinesischem Gesindel ermordet worden. Ein Telegramm des Vizeadmirals v. Diedrichs an das Auswärtige Amt in Berlin bestätigt das Vorkommnis. Weiter wird gemeldet, daß entsprechende Maßnahmen zur Ermittlung der Thäter eingeleitet worden. Schultze, von der 6. Komp. der 1. Matrosendivision, war im Jahre 1875 in Neu=Rennebeck, Kreis Blumenthal, als Sohn eines Arbeiters geboren. Von Beruf ist Schulze Seemann, in die kaiserliche Flotte ist er am 1, Februar 1896 als Ersatzmann eingetreten.— Der Ort Tsimo liegt innerhalb der neutralen Zone, etwa 48 Kilometer nördlich dem am Hafen besetzten Orte Ching=tauskau, in welch letzterem sich deutsche Garnison, Postanstalt und Verwaltung befinden. Zur chinesischen Frage hat jetzt auch der Kaiser von Rußland eine Aeußerung gethau, die jedweder Befürchtung, es könnte bezüglich Ostasiens zu einem Konflikt zwischen Japan, England und Rußland kommen, den Grund entzieht. Zu den Offizieren des Prebraschen Regiments äußerte sich der Zar nämlich folgendermaßen:„Ich wollte schon lange Ihrer Einladung Folge leisten, doch lagen mir die Vorgänge im Osten schwer auf der Seele. besonders die Schwierigkeiten mit Japan. Jetzt hat sich Gottlob alles geklärt, keinerlei Konflikt ist zu befürchten.— Aus London wird gemeldet, daß, wenn die britische Regierung festbliebe, China Englands Bedingungen für die chinesische Anleihe annehmen und Tatienwan zum Freihafen erklären werde. Nach der obigen Erklärung des Zaren könnte es fast den Anschein haben, als sei der russische Widerspruch in dieser Angelegenheit aufgehoben worden. Schluss der Wintersaison. Restausverkauf der Winter- und Frühjahrsstoffe zu äusserst reduzierten Preisen — Frühjahrs- und Sommerstoffe.— 6 Meter Sommer-Nouveauté zum Kleid für M. 2.40 Pf. 6„ Loden„„„„„ 3.60„ versenden in einzelnen Metern franko ins Haus. Sämtliche Neuheiten für die kommende —.— Saison sind bereits eingetroffen.—— Muster auf Verlangen franko. Modebilder gratis. 8) Versandthaus: Oettinger& Co., Frankfurt a. M. Separat-Abteilung für Hierrenstoffe: Stoff zum ganzen Anzug für M. 3.25 Pfg., Cheviot zum ganzen Anzug für M. 6.85 Pfg. 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O S— Mate—" * Krita gpassel mön uit.:„ Kngnngennonumm KL. (Mischung von hell und dunkel gebrannten Bohnen) sehr kräftig und reinschmeckend, empfiehlt per Pfund zu Mk. 1.— Julius Boecker, Schwerte, Hagenerstraße 10. in verschiedenen Nummern vorrätig bei 2c. Frauen-Klinik. Autr. f. salt in 3 Klasen. Zur Helle, Schwerte. Sauerbraten, Caviar, Sülze. Frankfurter Würstchen, Warmes Frühstück 40 Pfd. Abendplatte 40 Pfo. Carl Raffin. Bringe meine Sachriarer in empfehlende Erinnerung. Carl Braus. * In Mar Hesse's Verlag in Leipzig, Eilenburgerstraße 4, ist soeben erschienen: Katechismus des guten Toues und der feinen Sitte dieser Ratgeber des guten Kones der sachlchste, geschmack. dngs erschien; u Bateit vun,(Neus Balt,) Katechismus der weiblichen Erwerbs- und Betganten von Constanze von Franken.„Preis brosch. russurten 2 M., elegant gebunden 2.50 M. Mit aufrichtigem Staunen sehen wir, wie groß die dem weiblichen Geschlecht erschließen. Allen Mächen und Frauen, die einen Beruf ergreisen wollen, sei dieses vorzügliche Buch bestens empfohlen. Katechismus des Haushalts von Franken. Preis brosch. 2 M., elegant gebunden 2.50 M. Kurze und bündige Antworten auf alle wichtigen Veridhige Bogeber in. boner un. Auzerglüchainide, Vor. Wie gratuliere ich? gäge u. Festaufführungen 5 zu allen festlichen Gelegenheiten von Constanze v. Franken. K Preis brosch. 2 M., elegant gebunden 2.50 M. * Nicht hohler Pathos, sondern ein schlichter, von Herzen estisce chsec chcesehcic eliet Zu beziehen durch jede Buchhandlung, sowie direkt von g Max Hesse's Verlag in Leipzig. Saatgut=Ausstellung u. Saatmarkt, veranstaltet von den landwirtsch. Kreisvereinen Dortmund, Hoerde, Hamm und Bochum. Der 13. Saatmarkt findet im der Kölnischen Hofe 2# in Dortmund statt. Handelsnachrichten. Hagen, 26. Januar. Wochenmarktbericht. Die Durchschnittspreise der Nahrungs= und Genußmittel stellten sich auf dem gestrigen Wochenmarkte wie folgt: Kartoffeln, Zentner 2,50—4,00 Mk. roter u. weißer Kappus Kopf 20 4, Rüben Pfd. 5 4, Felderbsen Pfd.—4 Spinat Port 15—20 4, Kopfsalat 2 Kopf 25 4, Spargel Pfd.— bohnen Pfd. 00 J., Trauben weiße Pfd. 1—2 M., Trauben rote, Pfd. Zwiebeln 3 Pfd. 25 4, Perlwiebeln 1 Pfd. 00 4, Apfelsinen St. 5—10 4, Aepfel 1 Pfd 15—20 4, Radieschen Bund 0 J, Süßrahm= butter Pfd., 1,20—1,30 M, Bauernbutter 1,25—0,00 M, Eier, Schock 4,00 K. Enteneier Stück 10 4, Gänseeier Stück— 4, junge Hühner und Hahnen Stück 1,50 bis 1,80 um. Legehühner Stück 2.00—2,50 M, Enten Stück 5 M, Perlhühner Stück 4 K, Tauben, Stück 50 bis 60 4, Heringe, frische Schellfisch Pfd. 20 b. 35 4, Braifisch Pfd. 20—35 4, Schweinefleisch Pfd. 70— 80 4, Rindfleisch Pid. 60 bis 70 J, Kalbfleisch Pfd. 65—75 4, Hammelfleisch Pfd. 65—70 3, geräucherten Speck 90 4. Schinken Pfd. 0.90—1.00 4, Schmalz Pfd. 70—80 4, Schwarz= brot 9 Pfd. 70 J, Pumpernickel 4 Psd. 50 4, Graubrot 3 Pfd. 50 4, Semmel 3 Pfd. 50 4, Feingemahlenes Brot 3 Pfd. 50 4, Siegenerbrot 9 P'd. 1 M, Lipperbrot 10½ Pfd. 1 M, Schlachtganse Stück 5—6+, junge Gänse 3 big 4,50 M, Schruten Stück 5—7 K, Citronen S:. 10 3, Rosenkohl Pid. 30 4, Kohlrabi St. 5-.00 4 Endivien 3 Stück 20.4, rote Rüben 3 Stück 10 4, Sellerie St. 5 bis 10 4, Meerettig Stück 20—25 4 Wirsing St. 15—25 4, Schollen Pfd. 25—40 J, Seehecht Pfd. 25 4, Flußhecht Pfd. 70 4, Salm Pfd. 120 4, Knurrhahn, Pfd, 20 4, geräuch. Schellfisch St. 30 b. 35 J, geräucherten Seelachs St. 30 4, Scheibenhonig Pfd. 80 4 Schleuderhonig Pfd. 0,80—1,00.4 gtrocknete Pflaumen Pfd. 40 J. Feigen Pfd. 30 bis 35 4. Wallnüsse 1 Pfund 35 Pfg., Pflaumen Pfd. 00—40 4 Pfirsiche 30—60 Rosenkohl 25—30 4, Butterkohl 3 Stück 20 4, Kürbis Pid. 0 4. amerik. Nüsse Pfd. 50 J, Kastanien Pfd. 30 Pfg., Steckrüben St. 5 bis 10 Pfg. Birnen Pfd. 15 Pf. Viehmärkte. Dortmund, 26. Jan. Städtischer Viehhof. Zum heutigen Zuchtund Faselviehmarkte waren aufgetrieben: 700 Stück Hornvieh, 709 Schweine resp. Ferkel und 25 Pferde. In Hornvieh war der Handel bezüglich guter Tiere bei hohen Preisen recht flott, in Mittel= und geringer Ware zeigte sich weniger Nachfrage u. Absatz. Ueberstand: Etwa 150 Tiere. Am Schweinemarkt war das Geschäft gleichfalls flott, nur einige ältere Tiere blieben unverkauft. Acht=Wochen=Ferkel 2,50—3,00 M. pr. Woche, für ¼ jährige Faselschweine 39—45 M., für halbjähr. 57—63 K. pro Stück. Pferdehandel still. Nächster Markt am Mittwoch, 9. Februar. Iserlohn. Schwerte. Unterricht im Malen u. allen kunstgewerbl. Techniken erteilt wöchentlich Mittwochs im evangelischen Vereinshause. Frieda Cornelius. Mündl. od. schriftl. Anmeldungen: Hagen, Bergstr. 100. Dr. Ottos Universal=Haus=Lexikon. Ein praktisches hand- u. Nachschlagebuch für alle Fälle des Lebens, Ratgeber in Haushalts=, Wohnungs=, Küchen=, Gartenund Rechtsangelegenheiten, bei Festlichkeiten und in Krankheitsfällen, Anstands= und Schönheitsregeln— Toilettengegenstände und kosmetische Mittel, Pflege der Haustiere Das Werk ist ein goldener Hausschatz, der geradezu unentbehrlich ist für alle Familien und solche, die sich einen Hausstand gründen wollen, wie auch für Jeden einzelnen, der in irgend welchen häuslichen Angelegenheiten praktischen Rat erteilt haben will. Es vereinigt in sich: Kochbuch, Rezeptbuch, Hausmittelschatz, Anstandslehre,# juristischen und ärztlichen Ratgever, Gärtnereihandbuch# u. s. w. und ist unter Mitwirkung bedeutender Fachkräfte von bewährter Feder geschrieben Das Universal=Haus Lexikon erscheint in 30—33 Heften, monatlich 1 Heft, und kostet pro Hest zo Pfg. Zu beziehen durch alle Buchhandlungen und durch die Expedition dieser Zeitung. Probehefte sendet gegen 23 Pfg. in Briefmarken der Verlag des Universal=haus-Lerikon(O. Hemster), Berlin C. 22, Große Präsidentenstr. 1—2. 9 2 Holzlisten und Kistenteile jeder Art für HOlZKISGG Bahn, Post und Erport. Kleine Kisten für Seifen, Zuckerwaren 2c., Holzwolle, Trockenrahmen, Faßhölzer 2c. empfiehlt billigst C. J. Dampfsägewerk u. Kistenfabrik in SchönSchnellSchreiben, Rund= und gothische in kurzer Zeit durch Selbstunterricht ohne Lehrer zu erlernen. Preis Mark 1.— Vorrätig bei Carl Braus. empfehlen wir ganz besonderer Weachtung. Die Firma liefert den Beweis, daß sie in Wezug auf Güte der Qualitäten und Billigkeit der Preise alles von ihr bisher Gebotene übertrifft. Gestern morgen 10 Uhr entschlief unser lieber Vater, Bruder, Schwieger-, Gross- und Urgrossvater, der Schneidermeister Frdr. Heese im Alter von 82 Jahren Um stille Teilnahme bitten Die trauernden Hinterbliebenen. Schwerte u. Dortmund, 27. Januar 1898. Die Beerdigung findet Samstag, den 29. d. M., nachm. ½3 Uhr, vom Sterbehause Beckenstr. 48 aus statt. Der unterm 27. November 1897 gegen den Bergmann Carl Steinmeier erlassene, in Nr. 153 der Schwerter Zeitung pro 1897 veröffentlichte Steckbrief wird hiermit als erledigt zurückgenommen. Schwerte, 26. Jan. 1898. Königl. Amtsgericht. K„„„ K Curn=Herein X „Eintracht“ X 3(Mitglied der deutschen A Turnerschaft) K feiert am &a Sonntag, den 30. Januar cr., in nachm. 4 Uhr anfangend, Vereinslokale bei Herrn C. Rassin (zur Helle) den Geburtstag Sr. Maj. Kaiser Wilhelm II. durch u. Während des Konzertes: Großes Schauturnen, bestehend aus Turnen an Geräten und Aufführen von Aufwärschen mit Stabübungen. Karten zum Konzert im Vorverkauf à 40 Pf. sind bei den Mitgliedern, sowie im Vereinslokale (zur Helle) zu haben, an der Kasse 50 Pfg. BALL findet geschlossen statt, doch können Nichtmitglieder durch Mitglieder eingeführt werden. Die Musik wird ausgeführt von der Kugel'schen Kapelle aus Sölde. Zu zahlreichem Besuche ladet ergebenst ein Der Vorstand. NB. Die passiven Mitglieder, sowie die Eltern der Turner und Turnschüler werden zu dieser Feier hierdurch freundlichst eingeladen. Turner mit Vereinsabzeichen(Mütze) erscheinen. X X X X X X X X X X X X X X X X X X X X X e S Kriegerverein Schwerte. Am Sonntag, den 30. Januar cr., Geburtstagsfeier Sr. Maj. Kaiser Wilhelm II. 6 — im Vereinslokale— beim Kameraden L. Hagemann(im Reiche des Wassers), bestehend in Konzert, Theater und Ball. Anfang 5 Uhr. Nur Mitglieder und deren Familienangehörige haben Zutritt. Kinder unter 16 Jahren können zum Ball nicht zugelassen werden. Der Vorstand. Fur Küucher empfehle mein gut soctiertes großes Lager in Zigarren, Zigarretten, Kauch= u. KauTabaten in allen Preisen u. Qualitäten. * 9•9 0 35 Hüsingstr. 35 vis-à-vis der kathol. Kirche. Nur prima abgebrannte und versandfähige Hochfeiner TguaGg. Scherer& Co. Langen(Bez. Darmstadt). Aerztlich empfohlen. Frei von Essenz, schädlichen oder auf Täuschung des Publikums berechneten ungehörigen Beimischungen. Laut amtl. Analysen frz. Cognac gleich, wegen Wegfall von Zoll aber viel billiger als letzterer. Fl. Mk. 1.80, 2.—, 2.50, 3.—, 3.50, 4.— 5.— Cognac zuckerfrei Mk. 3.—. Reines Weindestillat. Bevorzugt von Zuckerkranken und Genesenden. Alleinige Verkaufsstelle Wilh. Heppe, Drogerie, Schwerte. Weilenbad Geiseche. Sonntag, den 6. Febr. er., feiert der Gesang.„SängerbundVerein Union“ den Geburtstag Sr. Maj. des deutschen Kaisers Wilhelm II. durch Konzert, Gesang, Reuter=Vorträge und Ball. NB. Für die Reuter=Vorträge ist der rühmlichst bekannte Recitator Herr Spieker aus Dortmund gewonnen. Anfang der Feier: Nachmittags 4 Uhr. Es ladet ergebenst ein Der Vorstand. KRRRRRRRRRE Holz-Verkauf. Im Kämmerei=Walde der Stadt Schwerte sollen am Mittwoch, den 2. Februar 1898, vormittags 10 Uhr anfangend: 1. 64 Nummern Eichen=Brennholz, 2. 66 Nummern Eichen=Reisig, 3. 5 Nummern Buchen=Brenuholz, 4. 2 Nummern Fichten=Bauholz, 5. 8 Nummern Fichten=Stangen, zu Leiterbäumen pp. geeignet, öffentlich meistbietend zum Verkauf ausgesetzt werden. Zusammenkunft am„Freischütz“. Schwerte, den 23. Januor 1898. Der Magistrat. Empfehle: PrimaPferde. Fleisch, Knackwürstchen. Warmes Frühstück zu jeder Tageszeit. Jägers Pferdemetzgerei, Kleppingstraße. Gebaristagsfeier Sr. Maj. Kaiser Wilhelm II. feiert der Krieger= und Landwehr-Verein der Schulgemeinde Höchsten am 30. dieses Monats sein diesjähriges Winter=Kränzchen durch Konzert, Theater und Ball im Lokale der Wwe. Overkamp hierselbst, wozu freundlichst einladet Der Vorstand. BAMRARRLERC MDLRRRARRRAR RARRRARRAERERGE liefert zum billigsten Preise E. Conrad, Hlenggs. Wohnung: Hellpothstr. 25. Werkstatt: Friedrichstr. 6(Hof). Natur=Landbutter. Netto 8 Pfd. Probekolli 6,20 M. fr. R. Sievers, Priedrichshof, O.-Pr. 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Po der Schwerter Zenl...,, „ Druck und Verlag von Carl Braus in Schwerte. Verantwortlicher Redakteur: Friedrich Keim, Schwerte. Helbst. Erzählung von E. Vely. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Die junge Witwefühlte nach dem Ring, welchen sie von Fritzens erstarrter Hand gezogen und neben ihren Trauring gesteckt hatte— Hunger war ein schreckliches Wort, und sie hatte in diesen Tagen immer gemeint, es raune ihr's jemand in die Ohren. Und frieren würden sie auch gewiß müssen, die Kleinsten und Größeren, und wenn sie den kühnsten Wunsch ihres Herzens nicht wahrmachen könnte, daß aus dem Henrich ein gelehrter Mann würde, wie der Großvater? Und wenn sie der Tod einmal schnell abforderte und die Kinder ständen ganz verwaist da? Es ging alles rund mit ihr.„Fritz, ach Fritz, warum bist du fort?“ flüsterte sie mit zuckenden Lippen. „Wenn's dir hier zu einsam wird, packst du auf und kommst, brauchst nur einen Boten herüber zu schicken, dann soll ein Leiterwagen für deine sieben Sachen kommen. Auf eine Fuhre gehen sie ja deine Habseligkeiten; das erz, Haus jau— so— kommen?: Sie Tes, wo s8 dir einfällt, wo du sagst: Vetter Anton ist ooch ein guter alter Knabe.“ Er fuhr mit zwei Fingern über ihre Wange und faßte dann nach iyrem Kinn.„Und wirst sehen, wie gut sich das anläßt— bist fein'raus und kannst in dem großen Wesen wirtschaften und Dich haben wie’ne Hausfrau davon—“ „Wie?“ Sie war sprachlos und schüttelte seine Hand ab.„Sag's noch einmal Auton Fischbach, ich bin ein bißchen schwer von Begriffen geworden in dieser Zeit.“ Er lachte.„Na, das ist doch nicht Chaldäisch, was ich vorgebracht habe? Bist meine leibliche Kousine und arm wie eine Kirchenmaus, und ich bin reich, du kommst einfach in mein Haus und bist da!“ Er lachte noch vertraulicher.“ Wie wir uns miteinander stellen, das geht keinen was an, danach hat n Ihre Arme sanken schlaff herunter, sie rückte mit dem Stuhl weiter ab, weil sie nicht die Kraft hatte, ihn fortzustoßen. „Anton— Anton— daß du mir das anthust! Noch neulich— da hast du anders gesprochen, da that es dir leid „Daß wir nicht vor sechs Jahre zusammengekommen sind— freilich, das ist auch schade,“ gab er zu. „Und heute?“ Ihre Augen bekamen plötzlich Leben, ein unheimliches Funkeln war drin. „Ja freilich— aber da sind die vier! Sieh mal, wenn die nicht wären? Aber, das ist doch keine angenehme Zugabe für einen Mann, wie ich! Einem andern seine vier Kinder— und noch dazu solch einem „Halt!“ Sie sprang auf und schob ihn plötzlich bis in die Mitte des Zimmers.„Sag' gar kein Wort weiter— um des Himmelswillen nicht“ — aber— was fällt denn dir ein?“ keuchte der erstaunte Mann. „Der Fritz ist nicht mehr da!“ rief Line, wenn der gewußt, hätte, welch' ein elender Geselle du bist! O, Fritz, Fritz! Dagelegen ist er mit der Angst in den Mienen, jedes Haar gesträubt! Ich kann es nie, nie vergessen— und nur einen Augenblick habe ich denken können—“. Sie schüttelte sich wie im Abscheu.„Schandbube, der du bist, kommst hierher und thust seiner Frau solchen Schimpf an!“ Ein wilder Laut entfuhr ihr.„Geh ich bin ein armes, verlassenes Weib mit einem Häufchen Waisen, aber wer mir meine Ehrbarkeit antasten will, sieh, gegen den wehre ich mich-- und bis auf—“. Ihre Augen irrten nach dem Tischkasten, in welchem die Messer lagen. Sie sprach das Wort nicht aus, aber er verstand sie. Mit dem Thürgriff in der Hand sagte er:„Ist auch gut! Ist mir auch recht. Habs wie du willst, iß aus was du dir einbrockst, die ganze Armensuppe! Kommt doch wohl noch ein Tag, wo du dran denkst, wie dumm du gewesen bist, als der Anton— aber das laß dir gesagt sein, dann bin ich nicht zu finden, gewiß nicht. Fürs Anbetteln und Anpumpen hat der schwere Fischoach nichts über, das kannst du auf der Landstraße hören, wenn du fragen willst.“...,. Eins und „Geh— so geh doch!“ ries Eine, und dann sprang sie zu ihren Kindern hin und nahm ihre kleinen Hände fest in die ihrigen. „Haltet eure Mutter, Kinder, haltet sie recht “ Ueber Antons breites Gescht slog ein „Habe man dich nicht so, Schulmeisters Line, mit einem Frauenzimmer wird unsereins ja wohl noch fertig: wenns kratzen will, bindet man ihm die Finger fest, und wenns beißt, hält man ihm den Mund zu.“ „Wage es nicht, mir nahe zu kommen!“ „Ach nein, gewiß nicht. Bin ja auch nicht dein Geschmack, hast es früher gesagt— aber wenn man Mitleid hat. Sie wissen nicht genug davon zu sagen, die Leute, in welcher Schwulität du säßeft. Vorhin im„Kronprinzen“habe iches Einrichtungen getroffen werden, welche auch dann, wenn das Signal wieder in die„Halt“= Stellung gebracht worden ist, das Umlegen der Weichen noch so lange verhindern, bis der zugelassene Zug die Weiche vollständig durchfahren hat. Die älteren Weichen= und Signal=Stellwerke sollen infolgedessen umgeändert, die neuen aber gleich unter Berücksichtigung dieser Vorsichtsmaßregel hergestellt werden. du säßest. Vorhin im„Kronprinzen" ha hören müssen, daß der Herr Gemahl auch noch'n Häufchen Kreidestriche in den Wirtschaften hinterlassen hat. Sollst großartig gesagt haben, die übernehmest du auch—'ne nette Erbschaft! Aber wer weiß— Sand in die Augen! Hast vielleicht gute Freunde. Mein Gesicht gefällt dir nicht, aber vorhin hattest du hier Besuch, dem sein's ist wohl besser nach deinem Geschmack geraten?"(Forts. folgt.) Westfalen=Rheinland. * Schwerte, 28. Jan. Vermieter und Mieter seien darauf aufmerksam gemacht, daß vom 1. Februar ab sämtliche Mietsverträge gestempelt sein müssen. Die Vermieter sind straffällig, wenn sie die Verträge nicht stempeln lassen; letztere sind außerdem un2 Schwerte, 28. Jan. Zur Verhütung von Eisenbahnunfällen hat sich Minister Thielen veranlaßt gesehen, in einem Erlaß auf die mit dem vorzeitigen Umstellen der Weichen verbundenen Gefahren aufmerksam zu machen und anzuordnen, daß nunmehr □ Schwerte, 28. Jan.„Notausgänge“ in Eisenbahnzügen. Um dem reisenden Publikum im Falle der Not den Uebergang von Wagen zu Wagen zu ermöglichen, fordert der preußische Eisenbahnminister die Direktionen, in deren Bezirk Personenwagen mit umgebauten Plattformen vorhanden sind, auf, sich binnen drei Wochen darüber zu äußern, ob es sich empfehlen würde, die nach den Uebergangsbrücken der Wagen führenden Thüren der Vorbaue neben den Dornverschlüssen mit Thürdrückern auszurüsten, so daß die Thüren von innen und außen durch die Reisenden geöffnet werden können. Die Neueinrichtung wäre natürlich so zu treffen, daß eine mißbräuchliche oder gefahrbringende Benutzung derartiger Durchgänge ausgeschlossen ist. Schwerte, 27. Jan. Die kolossale Menge von 48423 987 Tonnen Steinkohlen wurde im Jahre 1897 im Oberbergamtsbezirk Dortmund gefördert gegen 45002114 Tonnen im Jahre 1896 und 41 145 745 Tonnen im Jahre 1895. Gegen das Vorjahr sind mithin 3421 873 Tonnen mehr gefördert worden, das sind 68437460 Ztr. mehr. Die Zahl der beschäftigten Arbeiter ist von 166965 am Schlusse des Vorjahres auf 185636 oder um 18621 Mann gestiegen. + Schwerte, 27. Jan. Am vergangenen Sonntag feierte der hiesige Turnverein „Turnerbund“ seinen ersten Unterhaltungsabend. Trotzdem der Verein erst wenige Monate alt ist, so war er, dank seines Strebens und Fleißes, in der Lage, zu zeigen, was er schon zu leisten vermag. Die Uebungen am Reck und Barren wurden exakt ausgeführt, auch Aufmarsch sowie Haltung der Turner waren tadellos. Ganz besonders schön und interessant gestalteten sich die Pyramiden und lebenden Bilder. Turngenosse Dithmar brachte mit begeisterten Worten das Hoch auf Se. Maj. den Kaiser aus. Der Verein hat es verstanden, das anwesende Publikum bis zum letzten Augenblick durch seine musterhaften Leistungen zu fesseln. Wir wünschen dem Verein ein ferneres Wachsen, Blühen und Gedeihen! Gut Heil! Schwerte, 24. Jan. Der Eisenbahnbeamten=Verein beging gestern„im Reiche des Wassers" den Geburtstag Sr. Majestät des Kaisers in sehr schöner Weise durch Konzert, Theater und Ball. Das Theater bestand in der Wiedergabe dreier Einakter, die so ge1 83 Das beiliegende Preisverzeichnis des CRIR NTAT 8410 lungen dargestellt wurden, daß die Lachmuskeln während der Zeit stets in Thätigkeit blieben und die Darsteller reichen Beifall ernteten. Bei Beginn der Feier brachte das Mitglied Th. Brinker in schönen Worten den Kaisertoast aus. Dem Verein wurde zum Geburtstag des Kaisers bei Beendigung des Konzertes ein dreifaches Geschenk zu teil. Quer über die Bühne war ein schwarz=weißroter Vorhang gezogen, und als nach einigen einleitenden Worten des Vorsitzenden Herrn Bergmann der Vorhang verschwand, zeigten sich zwischen Blumendekorationen plaziert die in schöne Rahmen eingefaßten Bildnisse unserer drei Kaiser: Wilhelm I., Friedrich III. und Wilhelm II. Die Bilder sind dem Verein von dem Vorstande desselben geschenkt worden. Dortmund, 21. Jan. Ein in der Steinstraße bedienstetes, etwa 20 Jahre altes Mädchen stürzte sich heute morgen, wahrscheinlich in der Absicht, sich das Leben zu nehmen, in den Hafen. Die Selbstmordkandidatin war jedoch von einigen am Hafen arbeitenden Männern beobachtet worden, welchen es gelang, sie völlig bewußtlos dem nassen Element zu entreißen. Die Ursache zu dem traurigen Schritt dürfte, nach einem in der Kleidertasche des Mädchens vorgefundenen Briefe zu schließen, in Liebeskummer zu suchen sein. Hagen, 24. Jan. In letzter Nacht gerieten in einer Wirtschaft der Landgemeinde Eckesey die dort ansässigen Arbeiter Werthmann und Buchholz mit einander in Streit. Der Wirt sah sich durch den Vorfall genötigt, die Streitenden zum Verlassen des Lokals aufzufordern. Draußen angekommen, versetzte Buchholz seinem Gegner einen tiefen Messerstich in den Hals, der den sofortigen Tod herbeiführte. Der Mörder, ein 20jähriger Bursche, ist verhaftet. Vörde, 25. Jan. Sehr entgegenkommend zeigte sich der Provinzial=Ausschuß gegenüber dem Plan einer Bahn von hier nach Haspe. Er erhöhte nämlich in seiner letzten Sitzung die bereits bewilligte Beihilfe von 150000 auf 200000 Mark. Iserlohn, 23. Jan. Herr Bürgermeister Fritzsche erläßt nunmehr folgende gegenüber den schweren Anschuldigungen Mellages etwas flaue Erklärung: Die gegen mich gerichteten Behauptungen in dem„Appell an das Rechtsgefühl der Bürgerschaft Iserlohn unterzeichnet H. Mellage, sind teils unwahr, teils entstellt. Auf weitere Auseinandersetzungen gehe nicht ein und überlasse jedem, zu glauben, was er für gut befindet. Bochum, 24. Jan. Gegen das Urteil im Fernickel=Prozeß ist seitens der Verteidigung das Rechtsmittel der Revision eingelegt. Herr Redakteur Quandel, ehemaliger Volksschullehrer, beansprucht den ihm versagten Schutz des§ 193, da er thatsächlich ein gerissene Schulschäden aufgedeckt hat, und hofft, falls es zu einer nochmaligen Verhand lung kommt, mit wesentlich vermehrtem Zeugenmaterial ein anderes Urteil zu erzielen. Herne, 26. Jan. Die Ursache der Eisenbahnkatastrophe wird sich wohl, schreibt die„Herner Ztg., nicht genau ermitteln lassen. Es ist möglich, daß sich die Weichenzunge nicht genau angelegt hat, sodaß die Räder der Lokomotive zwischen Schiene und Zunge fassen sonnten. Auch das Federn der Maschine, namentlich beim schnellen Durchfahren der Weiche, kann schuld sein, daß die Maschine an der Kreuzung ein Hindernis gefunden hat und übersprang, ohne zu entgleisen. Falsche Weichenstellung scheint ausgeschlossen zu sein, denn das Einfahrtssignal war gegeben und Weiche und Signal sind eng verbunden und werden vom Zentralstellapparat aus bedient.— Die Kosten des Eisenbahnunfalles werden für den Staat sehr hohe sein. Man darf die Entschädigungsgelder an die Verwundeten, bezw. an die Hinterbliebenen der Verunglückten auf eine halbe Million schätzen. Wanne, 25. Jan. Wohl einzig sind im preußischen Staate die Bestimmungen über die Lehrerbesoldungen im hiesigen Amte. Danach erhalten nämlich die Lehrerinnen im 3. und 4. Dienstjahre je 80 Mk. höheres Gehalt, als die im gleichen Dienstalter stehenden Lehrer! Barmen, 21. Jan. Eine sehr segensreiche Thätigkeit hat seit 18 Jahren der Barmer Verein für Ferienkolonien entfaltet. Er hat bis jetzt 3800 arme kranke Kinder in seinem Kurhause in Königsborn verpflegt und 1200 in den Stadtkolonien untergebracht; die zahlenden und auswärtigen Kinder sind dabei nicht mitgerechnet. Erfreulicherweise st dem Verein wieder eine neue Stiftung von 1200 Mk., die 17., gemacht worden, die dem Stifter, Aug. Hollweg, das Recht einräumt, jährlich ein Kind für Königsborn zu bestimmen. Neviges, 19. Jan. An den Folgen einer Blutvergiftung verschied heute im hiesigen Krankenhause ein 22jähriges Mädchen. Dasselbe hatte, der„N. H. V. zufolge, am Samstag ein Pöckchen, welches sich an der Lippe gebildet hatte, aufgedrückt, und am andern Tage schwollen der Mund und Hals bedenklich an. Trotz der operativen Ereignisse konnte die Aermste nicht mehr gerettet werden. den. Anders wenn es sich um Erzeugung guter Braugerste handelt. Muß man in diesem Falle stickstoffreiche Düngemittel verwenden, weil der Boden nicht genügend Kraft besitzt, um eine reiche Ernte hervorzubringen, so gebraucht man lösliche Stickstoffsalze wie sie im Chilisalpeter oder schwefelsauren Ammonik enthalten sind. Mehr als 18—24 kg Stickstoff pro ha anzuwenden, dürfte im Allgemeinen nicht ratsam sein. Vor allen Dingen kommt es darauf an, die zur Erzeugung einer reichen und qualitativ befriedigenden Gerstenernte unentbehrlichen Mineralbestandteile dem Boden in genügendem Maße zuzuführen. Daß die Gerste für Phosphorsäure und Kali ein großes Bedürfnis hat, ist bekannt genug; daraus ergiebt sich folgerichtig die Forderung, diese Nährstoffe überall in genügendem Maße zuzuführen. Wir empfehlen zur Befriedigung des Phosphorsäurebedarfs die Benutzung von Thomasmehl in der ungefähren Stärke von 300—400 kg per ha. Die Kalidüngung kann sowohl mittels Chlorkaliums als auch mittels Kainits bewirkt werden; beide Düngemittel haben sich bei zahlreichen Düngungsversuchen gut bewährt. Zu bemerken ist noch, daß sich die Kalidüngung auf den nach der leichten Seite hinneigenden Bodenarten nötiger erweist, als auf den schweren, daß also selbstverständlich auf jenen stets die stärkere Kalidüngung anzuwenden ist. 100—150 kg Chlorkalium oder 300—600 kg Kainit pro ha werden in Verbindung mit den angegebenen Stickstoff= und Phosphorsäuremengen genügen, um eine qualitativ und quantitativ adellose Gerstenernte zu erzielen. und Landwirtschaftliches. Zum Anbau der Gerste. Die Gerste verlangt, wenn sie gedeihen soll, einen guten Kraftzustand und eine sorgfältige Vorbereitung des Bodens. Koppe schreibt: „Nur in feiner Krume gedeiht dies Kind der höheren Ackerkultur. Daneben kommt es natürlich hauptsächlich auf die Düngung an, die stets von entscheidendem Einfluß auf die Qualität der Gerste ist. Bestimmte stickstoffreiche Düngemittel, wie Stallmist, Jauche, Pferch u. s. w. erweisen sich als unvorteilhaft, weil die Gerste dadurch klebereich wird und sich weniger tauglich für Brauzwecke zeigt. Ein etwas weiterer Spielraum in der Ver wendung stickstoffhaltiger Düngemittel ist beim Anbau von Futtergerste gegeben. Dabei braucht man, wie Prof. Maercker ausführt, nicht übermäßig vorsichtig zu sein; man kann vielmehr soviel Stickstoff geben, als die Gerste ertragen kann, ohne sich zu lagern, denn man wird durch die reichliche Stickstoffdüngung eine stickstoffreiche und somit für Fütterungszwecke wertvolle„Gerste produzieren und auch das Stroh wird stickstoffreicher und wertvoller werVermischtes. * Hohes Alter. In Bodenheim bei Mainz feierte die bei ihrem„Jüngsten“, dem 61jährigen Landwirt Codini, lebende Witwe Christine Codini, geborene Stigur, ihren 103. Geburtstag. Die Frau ist nicht mehr im Stande zu gehen, auch das Augenlicht ist schwach geworden, dagegen hört sie noch sehr gut, ist geistig frisch und erfreut sich eines guten Appetits. Wenn die Greisin guter Laune ist, erzählt sie gern von Napoleon I. und Wilhelm I., die sie beide persönlich gekannt hat. * Plötzlich erblindet ist in Gleiwitz ein 16jähriges Mädchen. Dasselbe hatte sich gesund und munter zu Bett gelegt und mußte beim Erwachen die schreckliche Entdeckung machen, daß es während der Nacht völlig erblindet war. Vorher hatte die Bedauernswerte niemals über ein Augenleiden zu klagen gehabt. Ob das Erblinden mit einer vor langerer Zeit überstandenen Scharlach=Erkrankung in Verbindung gebracht werden kann, steht noch dahin. Das so schrecklich heimgesuchte Mädchen befindet sich in ärztlicher Behandlung. Wasche mit Luhn'8 Terpentinist eine Lust bunte Gewebe jeder Art damit zu reinigen, weil alles Farbe behält und weich bleibt. 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