Amtlicher Kreisbratt Abonnements=Preis pro Quartal 1 Mk. 50 Erscheint Dienstags, Donnerstags und Samstags. öchentliche Gratisbeilage:„Illustrierter Familienfreund.“ Verantwortlicher Redakteur Carl Braus, Schwerte. für ven Kreis Gorde. Insertionsgebühr für die sechsspaltige Zeile oder deren Raum 10 Pfg., außerhalb des Leserkreises 15 Pfg. Reklame 30 Pfg. Druck und Verlag von Carl Braus in Schwerte. 154. Donnerstag, 31. Dezember 1896. * G e s e g n e t e s N e u j a h r. Zum neuen Jahre neues Heil Für jedes Herz und neuen Frieden! Das sei der Gaben bestes Teil, Von Jesus Christus uns beschieden! Sind auch des Lebens Pfade steil Und nie von Schmerzen ganz gemieden! Zum neuen Jahre neues Heil Für jedes Herz und neuen Frieden! Zum neuen Jahre neuen Mut Und neue Kraft zum frischen Wagen! Entzog sich Dir ein zeitlich' Gut, Du lerntest den Verlust ertragen. Du standest in des Heilands Hut. Ob Deines Lenzes Saat zerschlagen: Zum neuen Jahre neuen Mut Und neue Kraft zum frischen Wagen! Zum neuen Jahre neues Glück Für Haus und Herd und neuen Segen! Zieh lässig nicht die Hand zurück, Weil Dir der Acker brach gelegen! Einst trifft auch Dich ein Sonnenblick Und Deine Scholle Frühlingsregen: Zum neuen Jahre neues Glück Für Haus und Herd und neuen Segen! Zum neuen Jahre neue Lust In selig frohem Gottvertrauen! Ein Himmel senkt sich in die Brust, Kannst Du im Glauben aufwärts schauen. Sei Dir des Trostes nur bewußt; Er muß erquickend niedertauen: Zum neuen Jahre neue Lust In selig frohem Gottvertrauen! Zum neuen Jahre neue Treu' Und neues Lieben, neues Hoffen! Ob mancher Stab gebrochen sei, Das Schlimmste hat Dich nicht betroffen. Die schwerste Prüfung zieht vorbei; Das Thor der Freistadt bleibt Dir offen: Zum neuen Jahre neue Treu' Und neues Lieben, neues Hoffen! Zwölf Glockenschläge in die dunkle Nacht hinaus, und ein altes Jahr war versunken, ein neues heraufgekommen und stand da. Ein ernster, bedeutungsvoller Augenblick! Wieder ein Jahr unseres Lebens liegt hinter uns. Eine lange Reihe von 365 Tagen ist abgestrichen von der uns gesetzten Frist. Je älter wir werden, desto tiefer empfinden wir das, desto schneller scheinen uns die Tage, Wochen und Monate dahin zu eilen. Aber der Gedanke an die Vergänglichkeit, unter deren Bann wir alle stehen und mit uns alles, was uns lieb und teuer ist, soll uns nicht niederdrücken, soll das Herz uns nicht schwach machen. Nein, starken Herzens wollen wir ihr in die hohlen Augen schauen, und wir werden finden, daß sie ihre Schrecken verliert, daß sie mit ihren scheinbar nimmersatten Händen uns wohlthun und segnen wird. Ist es nicht so? Gerade dieser unaufhörliche Wechsel und Wandel um uns her, dieser Unbestand alles dessen, was unsere Augen sehen und unsre Hände greifen, der ruft in der Menschenseele ein Sehnen, ein Verlangen wach nach etwas Bleibendem, Festem, Unentreißbarem. Das unentrinnbare Hinschwinden und Vergehen der einen Dinge macht die Unvergänglichkeit der andern desto deutlicher offenbar. Ja, das Vergängliche muß, wo es recht steht um das Menschenherz, selber dazu dienen, das Unvergängliche zu schaffen. Es kommt nur darauf an, daß wir im alles dahiaraffenden Strome der Zeit einen Halt finden für unsern Fuß, einen Felsen, auf dem wir fest und sicher stehen können, den ewigen Felsen der Treue Gottes. Dann werden die Wogen der Vergänglichkeit an uns vorüberrauschen und werden uns mehr bringen müssen, als sie uns nehmen dürfen. Was wird das neue Jahr uns bringen? Es ist eine lange Reihe von 365 Tagen. Und wie viel an wechselndem Geschick birgt sich oft in den knappen Raum eines einzigen Tages, ja einer einzigen Stunde. Nun, im allgemeinen ist es des Menschen Art, beim Anfang solch eines neuen Lebensabschnittes voll froher Hoffnung in die Zukunft zu sehen. Gar hoffnungsvoll klingen deshalb auch die Wünsche, die wir heute einander entgegenbringen. Aber wer kann es uns sagen, ob sie in Erfüllung gehen werden? Ach, ganz ähnliche Hoffnungen und Wünsche haben wir für das vergangene Jahr gehegt und einander ausgesprochen. Und wie viele darunter sind wie ein schöner Traum in die blaue Luft zerronnen. Ja, wie manch einer, dem wir damals die Hand gedrückt haben, liegt nun bereits mit all seinen Hoffnungen und Wünschen in der kühlen Erde. Was wird das neue Jahr uns bringen? Wie die Biene aus allen Blumen, auch den giftigen, süßen Honig sougt, so kann der gute wie der böse Tag uns Gewinn bringen, uns Segen eintragen. Und dann wird er es thun, wenn wir hinter dem Schicksal Gott selbst erkennen, der in unverbrüchlicher Treue über uns waltet. Da liegt's. Nimm alles hin, was Dir widerfährt, aus Gottes Hand, und es muß Dir zum Besten gereichen. Laß von Gottes Hand Dich hindurchführen durchs neue Jahr und es wird Dir gesegnet sein. Sieh in allem, was das wechselvolle Leben mit sich bringt, Gottes Schickung und Fügung. Und du nimmst es mit ganz anderm Herzen auf. Der Glaube an Gott hebt Dich innerlich empor, macht Dich stark und zufrieden. Nimm die Dinge recht, nimm sie hin als von Gott gewollt, und Du kommst über alle Schwierigkeiten. Darum Vertrauen zu dem alten Gott, der bis hierher uns gebracht hat! Zum neuen Jahr den alten Vater, Deß starker Arm die Welten hält. Er hat sein Volk seit grauen Tagen Auf Adlersflügeln treu getragen, Ihm sei die Zukunft heimgestellt. Tages=Ereignisse. Deutsches Reich. Beim Kaiser fand am Montag ein Bierabend statt, zu welchem derselbe das Hauptquartier mit seinen General= und Flügeladjutanten eingeladen hatte. Dienstag vormittag arbeitete der Kaiser im Neuen Palais mit dem General v. Hahnke. Abends fuhr das Kaiserpaar nach Berlin, besuchte die Vorstellung im Schauspielhause und übernachtete im kgl. Schlosse. Auf der Fahrt nach Berlin hörte Se. Majestät den Vortrag des Landwirtschaftsministers v. Hammerstein. Am heutigen Mittwoch wird der Monarch den Gesandten in Stuttgart v. Holleben in Audienz empfangen. Die Weihnachtsfeiertage sind politisch so ruhig, so ohne jeden Zwischenfall verlaufen, wie man es nur wünschen konnte. Die wenigen Berliner Blätter, die von der polizeilichen Erlaubnis, Sonntag früh eine Ausgabe zu veranstalten, Gebrauch gemacht haben, waren augenscheinlich in einiger Verlegenheit, ihren politischen Teil auszufüllen. Die einzige Neujahr. Altes Jahr, du willst dich nun versenken In die Tiefen stiller Ewigkeit; Noch ein letztes, freundliches Gedenken Weih' ich heute der Vergangenheit. Was du mir gebracht an guten Stunden, Wie an Tagen banger Kümmernis, Und an Segnungen, die ich gefunden, An Erquickung aus dem Paradies,— Dank= und Freudenthränen, die geflossen, Trauriges und seliges Geschick, Liebe, die ich gab, die ich genossen, Alles steht vor meinem innern Blick. Für die vielen neuen Huldbeweise, Die den Himmel mir gezeigt von fern, Für den Schutz auf meiner Pilgerreise Dankt mein Herz dem treuen Gott und Herrn! Bleibe bei mir, laß mich nicht verzagen Ob der Welt und meiner eignen Schuld. Trage mich, wie Du mich hast getragen, Mein Erbarmer, weiter mit Geduld. Neues Jahr, nicht ohne Sorge schaue Ich die Züge deines Angesichts. Dennoch bin ich stille und vertraue; Sei gegrüßt, du Bote ew'gen Lichts. Was du bringst! Ich weiß es, mehr des Trüben Als des Frohen ward mir jederzeit. Was du willst? Du weisest ernst nach drüben, In die Heimat der Vollkommenheit. Also führst du näher mich dem Ziele?— Nun, so trete ich in Hoffnung ein. Folgen noch für mich der Jahre viele, Möchten sie, gleich dir, voll Frieden sein! Der Liebe Sieg. Von A. v. Liliencron. (Fortsetzung.) 10. Kapitel. " Es war ein kalter Januartag, Schneeflocken rieselten herab und hüllten die Haupt= und Residenzstadt wenigstens für kurze Stunden in ein fleckenloses Gewand. Aber trotz dieses seltenen Reizes schien er die eilenden Fußgänger auf den Straßen wenig zu fesseln, sie strebten frierend oder in Vielgeschäftigkeit nur darnach, möglichst bald ihr Ziel, ein schützendes Dach, zu erreichen. May merkte von alledem nichts, sie stand mit glühenden Wangen in der Küche, eine große Schürze um ihre zierliche Gestalt gehüllt, und schaute mit A#wartungsvollen Augen in die Ofenröhre, aus der sie eben in stolzer Befriedigung ihr Meisterstück zog, Sondten selbst gebackene und wohl gelungene Sandtotte, deren verlockender Duft und goldige Färbung sie so entzückte, daß sie keinen anderen Gedanken hatte, als dies Erstlingswerk ihrer Lehrmeisterin zur Begutachtung zu bringen. Sie war viel zu vertieft in ihre Arbeit, um auf die Klingel zu achten, die schrill durch die Küche tönte; nur mit ihrem Kuchen beschäftigt, den sie auf eine Schüssel gethan. wollte sie rasch über den Flur in die Wohnstube eilen. Sie sah die Thür derselben sich schließen und rief der Fortgehenden, in der sie die Frau des Hauses vermutete, nach:„Er ist hoch aufgegangen, ich bin so stolz auf meinen ersten Versuch, das wird" doch weiter kam sie nicht, die Außenthür mußte weit offen stehen, denn ein goldiger Sonnenstrahl, der sich durch die Wolkenwand Bahn gebrochen, flutete hinein und sein blendendes Licht, das sich über sie ergoß, ließ sie wie erstarrt stillstehen. Es funkelte und glitzerte um sie herum, oder waren es nur die weißen Schneesterne, mit welchen dort die in einen Mantel gehüllte Gestalt übersät war und auf die das Sonnenlicht so leuchtend schien? May wurde auf einmal zu Mut als schillerten alle die Sterne um sie herum, aber am bellsten glänzten sie ihr aus dem Antlitz entgegen, das mit einem so wundersamen Ausdruck auf sie schaute, daß die Schüssel in ihrer Hand sich bedenklich neigte und das Meisterwerk der gelehrigen Schülerin zu entfallen drohte, wäre nicht Hülfe in der Person des Rittmeisters gekommen, der den gefährdeten Kuchen rettete und beiseite stellte. „Habe ich Sie erschreckt?“ fragte er in gedämpftem Tone. „Ja,“ gab sie leise zurück, aber unbewußt verriet ihr Antlitz, daß es ein freudiges Erschrecken gewesen sei. Sie war rasch aus dem Lichtkreis zurückgewichen, und zum erstenmale empfand sie als Wohlthat, worüber sie sonst oft geklagt hatte, das Dämmerlicht des Berliner Flures. Jetzt konnte er, der ihr so plötzlich nahe getreten, doch nicht mehr ihre Verwirrung entdecken, aber sie ahnte nicht, daß ein Blick auf sie in ihrer hausfraulichen Thätigkeit, in ihre errötenden Züge und strahlenden Augen, eine süße Hoffnung in ihm belebte, die vor kurzem ein Gespräch in Hollfelde erweckt hatte. Es war eine augenblickliche Pause entstanden, er fühlte, daß sie nicht zu lange ausgedehnt werden durfte und begann:„Ich war vor kurzem bei ihrem Herrn Onkel und erfuhr dort, daß sie hier in einer Pension lebten, die von Ihnen mit warmen Worten gerühmt wurde, da erwachte in mir der Wunsch, den Versuch zu machen, ob ich hier ein zeitweiliges Unterkommen für meine Mutter fände, deren Augenleiden für einige Monate ihren Aufenthalt in Berlin erfordert, da sie sich in die Behandlung eines Spezialarztes begeben muß.“ Ihre Mutter— ihre liebe Mutter soll hierber zieben!“ kam es in unterdrücktem Jubel von Mays Lippen. „Ich will offen sein,“ gestand er hastig,„nicht die Vortrefflichkeit dieses Pensionats bestimmen mich, es für meine Mutter zu wählen, sondern ich er innerte mich einer stillen Stunde im Walde, wo meine freundliche Gefährtin mich beglückte durch das warme Interesse, das sie meiner alten Mutter entgegenbrachte. Darf ich an dies gütige Herz eine Bitte richten, so ist es die, nehmen Sie sich der alten Dame, die durch ihr Augenleiden abhängiger geworden ist, hier liebreich an.“ May hatte es vergessen, wie ängstlich sie das Dämmerlicht aufgesucht, und aus dem Schatten heraus ihm entgegen tretend, zeigte sie ihm unver hohlen, welche Freude seine Worte in ihr hervorgerufen. „Und Sie meinen wirklich, daß ich unerfahrenes Ding Ihrer Mutter etwas sein könnte,“ forschte sie lebhaft. „Nicht etwas, sondern alles,“ gab er, hingerissen von seiner Empfindung, zurück,„der verkörperte Sonnenschein und das Licht ihrer Augen.“ Es war gut, daß jetzt das Mädchen zurückkam, das den Rittmeister bei der Hausfrau angemeldet hatte, und ihn nun zu ihr führen sollte, denn May war völlig verwirrt wieder in den dunklen Flur zurückgewichen und auch Harzenberg fühlte sich nahe daran, seine ruhige Haliung zu verlieren. Ein kurzer, militärischer Gruß seinerseits, eine leichte Verbeugung des jungen Mädchens, und May eilte in ihre Stube, während der Rittmeister in das geöffnete Wohnzimmer schritt. Merkwürdig zerstreut fand die Dame des Hauses den stattlichen Offizier, der ihr sein Anliegen in etwas abgerissenen Sätzen mitteilte, kaum auf ihre Antworten zu hören schien und sich mit allem einverstanden erklärte, was sie vorschlug. Er mußte wahrscheinlich große Eile haben, denn mitten in einem Satz von ihr erhob er sich mit einer kurzen Entschuldigung und dem hastigen Bemerken:„Also die Sache ist abgemacht, am 1. Februar darf meine Mutter Quartier bei Ihnen nehmen und kann dann alles andere, was noch nicht besprochen ist, mit Ihnen erörtern.“ Er empfahl sich flüchtig und eilte auf den Flur, denn von dort meinte er eben eine Stimme gehört zu haben, deren Klang ihm noch immer in den Ohren tönte, doch hier war niemand, nur der wohl gelungene Kuchen stand noch immer vergessen auf dem Seitentischchen. Er mußte lächeln über diese Entdeckung, sie hatten alle beide in der freudigen Ueberraschung des Wiedersehens alles andere darüber vergessen. Auch erinnerte er sich jetzt daran, daß wohl ein gehüllt in seiner Manteltasche ein Veilchensträußchen steckte, das er der jungen Dame hatte überreichen Neuigkeit von Belang, die sie zu melden wissen, nämlich die Enthebung des Grafen Schuwalow von dem Posten als Generalgouverneur von Warschau, war wenigstens in den Kreisen, wo man über dem hoffnungslosen Zustand des ehemaligen Berliner Botschafters längst genau unterrichtet war, bereits vorausgesehen und täglich erwartet worden. Die Untersuchung gegen den KriminalKommissar v. Tausch ist auch auf die Majestätsbeleidigung ausgedehnt worden, die der Verhaftete dadurch begangen haben soll, daß er, wie behauptet wird, falsche Berichte über den Gesundheitszustand des Kaisers in die ihm ergebenen Blätter gebracht hat. Die Anklage wegen Meineids soll sich auf vier Fälle erstrecken. Bezüglich der Verbindungen, die v. Tausch mit einzelnen Redaktionen unterhalten haben soll, ist eine ganze Reihe von Journalisten als Zeugen geladen und zum Teil schon vernommen worden. Daß die Untersuchung gegen Tausch nach der erwähnten Richtung hin ausgedehnt worden ist, geschah, wie in unterrichteten Kreisen verlautet, mit ausdrücklicher Zustimmung des Kaisers, der für den Prozeß von Anfang an ein außergewöhnliches Interesse gezeigt haben soll. Der frühere Generaladjutant Kaiser Wilhelms I., General der Infanterie Freiherr v. Steinäcker, ist in Berlin gestorben. Der Kaiser sandte den Hinterbliebenen ein Beileidstelegramm. Der„Reichsanzeiger“ veröffentlicht die Ernennung des Fürsten von Pleß zum Kanzler des Schwarzen Adlerordens. Es ist nach der„Kbl. Ztg." nunmehr ganz sicher, daß die großen Kaisermanöver im nächsten Jahre in Lothringen, und zwar östlich von Metz, in der Richtung von Saarbrücken und Saaclouis zu, stattfinden werden. Es werden daran teilnehmen das 8. und 16 Armeekorps einerseits und das 14. und 15. Armeekorps anderseits. Den Ausgangspunkt des Manövers wird die Niedstellung zwischen Metz und Forbach in Lothringen bilden. Der Kaiser wird wieder, wie vor zwei Jahren, auf Schloß Urville wohnen. Das Leiden des General v. Hahnke, des Chefs des Militärkabinetts, soll so ernst sein, daß, wie die„Bresl. Zig.“ wissen will, die Frage eines Wechsels in der Besetzung des wollen. Nun zog er es heraus und legte die kleinen Blumen auf den achtlos bei Seite geschobenen Kuchen. Ob May es wohl ahnen würde, von wem die duftige Gabe stammte? Sie wußte es nur zu gut, als sie sich leise in den Flur schlich, nachdem sein sporenklirrender Tritt auf der Treppe verhallt war. Der Kuchen sollte nicht den Verräter spielen, sie trug ihn geschwind in die Küche, mit den Veilchen aber flüchtete sie in ihre Stube, preßte die Lippen darauf und allerlei wunderlich liebliche Gedanken zogen durch ihren Sinn. Woher kam es nur, daß sie sich heute so anders gegenüber gestanden als sonst? Wohl hatte sie schon hin und wieder in Hollfelde ein so eigentümlich sprechender Blick seiner Augen verwirrt, aber dann hatten seine Züge in demselben Moment wieder die eherne Ruhe angenommen, die wie ein verhüllender Panzer jeden Blick in sein Inneres verwehrte. Harzenberg hatte ihr zwar heute vertraut, daß er ihren Aufenthalt in der Pension durch ihren Onkel erfahren habe, aber ihr nichts Näheres über seinen Besuch in Hollfelde erzählt, und doch lag da der Schlüssel zu seinem heutigen Verhalten. Er hatte den Hausherrn an jenem Tage allein zu Hause angetroffen, der ihm in behaglichster Stimmung erzählte, daß Eberhard engültig seinen Winteraufenthalt in Berlin aufgegeben habe und ganz in Hollfelde bleiben würd, um ihn völlig von seiner Arbeit zu entlasten. Als da dem Rittmeister eine verwunderte Bemerkung darüber entschlüpfte, daß der junge Freiherr nicht dem Magnete folge, der ihn jetzt wohl mehr noch als die Kunst nach Berlin ziehen müßte, da hatte der alte Herr bedächtig das Haupt gewieg t und gemeint:„Wir hatten uns alle mehr oder weniger daran gewöhnt, May und Eberhard als zusammen gehörig zu betrachten, aber jetzt scheint es mir, daß sie beide zum Nachdenken darüber gekommen sind und die Sache vielleicht mit anderen Augen ansehen, ich zweifle stark daran, ob je etwas daraus wird. Eberhard weicht meinen Fragen geschickt aus, und die Kleine hatte gar zu große Eile von hier um Hausfrau zu lernen, wie sie sich ausdrückte. Nun, sie sind ja beide jetzt in dem Alter. um sich klar über einen bindenden Schritt zu werden, und mögen thun oder lassen, was ihnen ihr Herz diktiert.“ Was Harzenbergs Herz ihm nach dieser Eröffnung diktierte, darüber war er sich sehr bald klar„ und niemand konnte es ihm verargen, daß er es plötzlich dringend geboten fand, seine Mutter zu bitten, wegen ihres Augenleidens sich für einige Zeit in die Behandlung eines Berliner Arztes zu begeben. Militärkabinetts ins Auge gefaßt werden dürfte. Der General hat vergebens in Meran rung seines Gesundheitszustandes gesucht. Die Einnahme der preußischen Eisenbahnverwaltung für die Zeit vom April bis Ende November d. Is. hat 42 Millionen Mark mehr betragen als in demselben Zeitraum des Vorjahres. Wie es heißt, ist ein Erlaß der preußischen Militärverwaltung zu erwarten, wonach den polnischen Soldaten verboten werden soll, innerhalb der Kaserne oder während der Dienststunden außerhalb derselben sich der polnischen Sprache zu bedienen. Man nimmt an, daß jeder Rekrut auf der Schule genug Deutsch gelernt hat, um sich im Deutschen verständlich zu machen, und daß es nur einer gewissen Strenge bedarf, um die Soldaten zu veranlassen, sich des Deutschen zu bedienen. Die Genehmigung zur Veranstaltung einer Geldlotterie zur Deckung des Defizits der Berliner Gewerbeausstellung soll durch Immediateingabe beim Kaiser nachgesucht werden. Die Petenten hoffen auf Genehmigung des Wunsches. Der Bund der Landwirte hat an den Reichskanzler Fürsten zu Hohenlohe, sowie an den preußischen Landwirtschaftsminister, Frhr. v. Hammerstein, eine Eingabe um Sperrung der deutschen Grenzen gegen die Vieheinfuhr gerichtet, wodurch die Tierseuchen in Deutschland, die jetzt in erschreckender Weise um sich greifen, alsbald in erfreulicher Weise nachlassen würden. Frankreich. Die französische Presse rechnet mit der geplanten Umgestaltung der Artillerie bereits wie mit einer vollzogenen Thatsache; in den chauvinistischen Blättern wird auch schon kräftig mit dem Säbel gerasselt, und es gehört die ganze Besonnenheit der leitenden Staatsmänner dazu, um die revanchelustige Menge von Thorheiten fernzuhalten. Bekanntlich suchen und finden die französischen Revanchehelden seit nunmehr 25 Jahren mit jedem herannahenden Frühjahr Anlässe zu Kriegserklärungen gegen Deutschland. Man wird auch in diesem Jahre einen solchen leicht entdecken und dann ist es nur zu erklärlich, daß man mit nicht zu bändigendem Ungestüm auf der unverzüglichen Reorganisation der Artillerie bestehen wird, für welche alles vorbereitet ist. Die Kostenfrage spielt für die franzmännischen Heißsporne in diesem Falle natürlich keine Rolle. Tritt die Neuordnung, woran kaum noch zu zweifeln ist, in Kraft, dann sind Deutschland und die übrigen europäischen Großmächte gleichfalls vor die unerbittliche Notwendigteit gestellt, für die Erhöhung der Schlagfertigkeit ihrer Artillerie schwere Opfer zu bringen. Ein Keil treibt aber dann den andern. Mit Rücksicht auf die eingehende Umgestaltung behält General Deloye die Direktion der Artillerie=Abteilung bei. Enaland. England sucht in Abessinien Unruhen anzustiften, es hat sich mit Ras Mangascha, dem heftigsten geheimen Gegner des Negus Menelik in Verbindung gesetzt, um bei seinem Vordringen gegen die Mahdisten die UnterS Die alte Dame nahm bereitwillig des SohneVorschläge an.„Du wirst in der Pension, die ich für Dich ausgesucht habe, May Wandrup aus Hollselde finden, von der ich Dir so manches erzählte, das lieblichste Geschöpf, das Deinem Sohne je begegnet ist.“ Das war das einzige Wort gewesen, das er seiner Mutter, diesen Punkt betreffend, geschrieben, aber sie hatte ihn verstanden, und in freudig banger Erwartung war sie nach Berlin gekommen. Bekannte, mit denen sie zusammen die Reise zurück gelegt, hatten sie in ihr neues Quartier gebracht, und als sie jetzt ausruhend im Lehnstuhl am Fenster saß, da pochte es leise an die Thür. Auf ihr„herein" trat schüchtern eine zierliche Mädchengestalt im blonden Lockenhaar über die Schwelle und fragte mit weicher, einschmeschelnder Stimme, „darf ich stören, und wollen Sie es mit mir versuchen, ob ich Ihnen nicht etwas heisen kann?“ Da streckten sich ihr beide Hände der alten Dame entgegen;„das kann niemand anders sein, als die kleine Maienblüte, lächelte sie,„so hat mein Sohn sie mir beschrieben, und so lebt Ihr jugendfrisches Bild schon in meinem Herzen!“ Auf dem milden Antlitz der Sprecherin lag so viel Wohlwollen und Güte, daß das anschmiegende Gemüt des jungen Mädchens im Fluge gewonnen war. Sie hatte die Tage gezählt bis zu der Ankunft der 1 utter des geliebten Mannes, und nun erfüllte sie ein heißes Sehnen, sich dieser rückhalilos hingeben zu können. Mit wahrer Inbrunst küßte sie die schlanke Hand, und als sie das leise Wort der Matrone vernahm „Gott segne Sie, liebes Kind, daß Sie der alten Frau so herzig entgegenkommen und ihr helfen wollen, da schauten ihre Bleuaugen treuherzig zu ihr empor. „O wenn Sie wüßren, wie es mich glücklich macht, daß Sie mir das erlauben wollen," flüsterte sie. Die alte Dame zog sie bewegt zu sich heran.„Ich kenne Sie bessr, als Sie ahnen, Kind, und habe Sie schon lange lieb gehabt," vertraute sie ihr. Ueberwältig: von dem Augenblick, kam Mav ihres Herzens Verlangen auf die Lippen, und sie bat:„So lange ich denken kann, habe ich mich nach einer Mutter gesehnt, ich habe sie nur so kurze Zeit besessen, geben Sie mir aus Ihrem weichen Herzen nur einen kleinen Teil mütterlicher Liebe, und ich will es Ihnen danken mit meiner ganzen S##ele.“ Als nach einer Stunde May das Zimmer der alten Dame verließ, da trug sie das blonde Köpfchen stolz und glücklich erhoben, und wie Frühlingsgezwitscher klang ihr jubelndes Sngen durch ihre Sube. Sie wußte, daß sie eine Mutter gefunden hatte und ahnte die Stunde seligsten Glückes, die ihr kommen sollte. (Forts. folgt.) stützung Abessiniens zu finden. Auf weitere Nachrichten über diese Angelegenheit darf man gespannt sein. Es soll ein sensationeller Prozeß wegen Verrates von Staatsgeheimnissen bevorstehen. sei erwiesen, daß eine fremde Regierung alle Einzelheiten über Pläne einer englischen Verteidigung besäße. Die Erregung unter der Bevölkerung ist groß. Orient. „Daily Telegraph“ meldet aus Konstantin= opel, der russische Botschafter Nelidow habe eine Unterredung mit dem Sultan gehabt, bei welcher sogar der Dolmetscher ausgeschlossen war. Nelidow erklärte dem Sultan, dessen Person sei gesichert, worauf der Sultan erwiderte, er werde sich niemals unter die Kontrolle der europäischen Mächte stellen. Die türkischen Zeitungen bringen den Wortlaut eines kaiserlichen Jradé, der Amnestie für alle an den jüngsten Ereignissen beteiligten Personen, Armenier sowohl als Türken, ausspricht. Ausgenommen von der Amnestie sind nur diejenigen, die überführt sind, Morde begangen zu haben, und deshalb zum Tode verurteilt wurden; doch soll die Todesstrafe nicht vollzogen, sondern in einfache Verbannung nach einem in jedem Fall zu bestimmenden Orte verwandelt werden. In Serbien ist eine Ministerkrise ausgebrochen. König Alexander hat das Entlassungsgesuch des Ministeriums Nowakomitsch angenommen. Westfalen=Rheinland. * Schwerte, 30. Dez: Unsere werten Abonnenten erhalten mit der heutigen Nummer unserer Zeitung einen für den praktischen Gebrauch bestimmten Kalender für das Jahr 1897 zugestellt, welchen wir freundlicher Aufnahme empfehlen. Wir geben gleichzeitig dem Wunsche Ausdruck, daß unsere Leser in dem selben nur frohe, glückliche Tage zu verzeichnen haben mögen. Diejenigen werten Leser, welche eiwa in der Zustellung der Kalender durch die Boten übersehen werden sollten, bitten wir um gefl Nachsicht und Abholung eines Exemplares in der Expedition. Neu eintretende Abonnenten erhalten den Kalender gratis. Schwerte, 30. Dez. Ein neuer Tagesschnellzug Köln=Hannover=Berlin ist, wie die„Elbf. Zig.“ erfährt, für den nächsten Sommer=Fahrplan geplant. An denselben soll ein Ansalußzug Elberfeld=Hamm gefahren werden, der Elberfeld etwa 11 Uhr vormi tags verläßt, derselbe wird gegen 8 Uhr abends in Berlin eintieffen. Schwerte, 30. Dez. Die erste Ziehung der 196. Königl. Preuß. Klassenlotterie beginnt am Dienstag, den 5. Januar. Der Hauptgewinn beträgt 30(0 M.; die Lose zu dieser Klasse müssen is zum 1. Januar 1897, abens 6 Uhr, eingelöst sein Schwerte, 30. Dez. Die Bemühungen der städtischen Behörden und der Handelskammer von Iserlohn um Herstellung einer direkten Eisenbahnverbindung von Iserlohn nach Schwerte bezw. nach Dortmund haben einen vorläufigen Erfolg gehabt Der Minister der öffentlichen Arbeiten hat nämlich laut der„Rh.=Westr. Ztg. an die Eisenbahndirektion in Elberfeld verfügt, bezüglich einer Verbindungskurve zwischen den Strecken Hengstei Holzwickede und Holzminden=Aplerbeck=Dortmund zur Abkürzung des Schienenweges zwischen Iserlohn und Dortmund im Einvernehmen mit der Königl EisenbahnDirektion in Essen, ohne Vornahme örtlicher Messungen Vorermittelungen anzustellen und über deren Ergebnis bei Vorlage einer Uebersichtskarte, sowie überschläglcher Kosten und Ertragsberechnungen zu berichten. Bezüglich der geplanten Anlage einer Eisenbahn von Iserlohn nach Schwerte durch das Baar= oder Elseihal sei bei den Ermittelungen davon auszugehen, daß eintretendenfalls diese Linie als Nebenbahn auszubauen wäre, jedoch derart, daß die Einführung des Hauptbahn betriebs ohne wesentliche Umbauten jederzeit möglich sein müßte. In der Ertragsberechnung sollen die von den gedachten Verbindungen zu erwartenden Rückwirkungen auf den Verkehr der vorhandenen Staasbahnlinien eingehend und— soweit thunlich— ziffermäßig dargelegt werden. Schwerte, 29. Dez. Die Errichtung einer neuen Gasanstalt haben die hiesigen Behörden endgültig beschlossen. Die Baukosten sind auf 170000 Mark veranschlagt worden und soll eine entsprechende Anleihe zur Ausführung des Beschlusses bei der hiesigen Sparkasse ausgenommen werden. )( Schwerte, 30 Dez. Am 2. Weihnachtsfeiertage veranstaltete der Gesangverein„Liedertafel“ zu Schwerterheide seine diesjährige Weihnachtsfeier, welche von den Mitgliedern und deren Familien recht zahlreich besucht war. Musik= und Gesang Vorträge, sowie drei Theaterstücke wechselten mit einander angenehm ab. Beim prangenden Weihnachtsbaum fand die Bescherung von etwa 180 Kindern statt. Das darauf folgende Tanzkränzchen beschloß die schöne Feier. [ Schwerte, 30 Dez. Das in einem Walde bei Bürenbruch aufgefundene Skelett eines Selbstmörders, wovon wir kürzlich berichteten, ist nach einem in dem Hute vorgefundenen Arbeitsbuche als dasjenige des Georg Schüssler, aus dem Kreise Herzfeld stammend, festgestellt worden. Derselbe soll zuletzt in Hagen und davor bei einem hiesigen Bauunternehmer als Handlanger thätig gewesen sein. Er hat die unselige That schon im Juni d. J. ausgeführt. [:] Schwerte, 30. Dez. In der vergangenen Woche wurden dem Herrn W auf der Gasstraße ein Kleid, Schürze, eine wertvolle Brosche, sowie ein erheblicher Geldbetrag gestohlen. Die Diebin hatte einen Tag die Gastfreundschaft in Anspruch genommen und war des andern Morgens unter Mitnahme der betreffenden Sachen verschwunden, wurde aber in Iserlohn gefaßt und dem dortigen Gerichtsgefängnis zugeführt. Obwohl sie anfangs die That leugnete, gestand sie, nachdem man die Sachen auf dem Boden vorfand, dieselbe zuletzt ein. (!) Schwerte, 30. Dez. Hierselbst wurde eine Dienstmagd, welche in der Ostenstraße in dem Kolonialwarengeschäfte des Herrn H. bedienstet war, wegen Entwendung einer Summe Geldes verhaftet. Schwerte. 29. Dez. Die älteste Person unseres Magistratsbezirks, der 88 Jahre alte Eckey von der Westenheide, ist in diesen Tagen zur ewigen Ruhe eingegangen. * Schwerte, 30. Dez. Der auf der Jägerstraße wohnende, dieser Tage zum Besuch seiner Tochter in Villigst weilende 70 Jahre alte Blemker gen. Tiemann wurde dort von einem Schlaganfall betroffen und war sofort eine Leiche. Schwerte, 30. Dez. Der Lokomotivheizer Fr. Humme erlitt Sonntag nacht infolge Ausgleitens auf dem hiesigen Bahnhofe einen Rippenbruch. Berghofen, 28. Dez. Eine Schlägerei aus Eifersucht spielte sich hier während der Festtage ab. Ein Soldat, welcher seine Braut besuchte, traf in dem Hause auch die Schwester derselben an und unterhielt sich mit ihr ein Weilchen. Dieses brachte den anwesenden Bräutigam der letzteren derartig auf, daß er dem Marssohne zu Leibe ging. Dieser jedoch nicht faul, zog blank und verabfolgte dem Angreifer eine gehörige Tracht. Einem anderen, der dem eifersüchtigen Bräutigam zu Hülfe kommen wollte, erging es nicht besser, denn auch dieser vermochte wegen der ihm beigebrachten Verletzungen nicht das Feld zu behaupten. Berchum, 24. Dez= Zum SchiedsmannStellvertreter hierselbst ist der Lehrer Fritz Schäckermann gewählt und am 20. cr. als solcher verpflichtet worden Sinsen bei Recklinghausen, 27. Dez. In einer Tiefe von 646 Metern wurden hier die ersten Kohlen angerohrt. Dortmund, 26. Dez. Durch die Ungültigkeitserklärung der Weseler Lotterie sind einigen„glücklichen“ Gewinnern die Feiertage verdorben worden. Ein Bergmann aus Eving, ein geborener Pole, der„glückliche“ Gewinner der 10000 Mark aus der Weseler Lotterie erschien heute mittag beim Lotteriekollekteur Schulte u. Bartels und war ganz fassungslos. Er hatte die Absicht, in seine Heimat zurückzukehren und schon wegen Landerwerbs dorthin geschrieben. Nun ist alles zu Wasser geworden. Der zweite Gewinner, ein Bergmann in Dorstfeld spielte mit einem Manne halbpart. Derselbe liegt schon seit einiger Zeit krank darnieder. Es ist nicht ausgeschlossen, daß dieser jähe Umschlag der Dinge ihm den Tod giebt. Das Lotteriegeschäft Karl Heintze, Berlin, hatte sich nach der Meldung von der Unregelmäßigkeit bei der Weseler Ziehung an den Minister gewandt und sich erboten, den überschüssigen Gewinn aus eigener Tasche zu zahlen. Derselbe hat aber erklärt, die Ziehung müsse aus rechtlichen Gründen für ungültig erklärt werden. Eickel, 29. Dez. Bodensenkungen machen sich in der hiesigen. Gemeinde in den Häusern und Straßen in gefahrdrohender Weise bemertbar. Insbesondere ist die Kaiserstraße sehr in Mitleidenschaft gezogen Gevelsberg, 30. Dez. Unter dem Vorsitze des Bürgermeisters Knippschild fand hierselbst am Dienstag eine nochmalige Sitzung des Kollegiums wegen Aufbringung des Kommunalsteuer=Defizits für 1896/97 statt. Es wurde der Vorschlag gemacht, die Einkommensteuer und Realsteuer mit 200%, sowie die Betriebssteuer mit 100% Zuschlag festzusetzen. Dieser Vorschlag wurde mit allen gegen 5 Stimmen von den anwesenden 20 Stadtverordneten abgelehnt. Hierauf fand eine geheime Sitzung statt. Nach Schluß der Versammlung erklärten die meisten Herren zu Protokoll, daß sie unter solchen Umständen ihr Mandat als Stadtverordnete niederlegen. Den nichtanwesenden Herren wird dieser Entschluß unterbreitet werden. Altendorf 29. Dez. In der Aufregung über den Tod seiner Frau, welche an den Folgen einer Lungenentzündung verstarb, machte ein in der Bahnhofstraße hier wohnender Rasierer seinem Leben durch Erhängen ein Ende. Bochum, 29. Dez Auf der Strecke der elektrischen Straßenbahn von hier nach Wanne wurde am Sonntag von einem Straßenbahnwagen ein Mann überfahren und bis zur Unkenntlichkeit zermalmt. Legitimationspapiere oder sonstige Erkennungsol jekte fanden sich bei demselben nicht vor. Bochum, 29. Dez. Der Musiker Rikolaus Hahn von hier hatte am 2 Feiertage auf dem hiesigen Schützenhofe zum Tanze aufgespielt. Am andern Morgen fand man ihn in einem Graben an Zeche„Präsident II“ tot vor. Er hatte einige Schrammen im Gesicht, sonst war er unverletzt. Bommern, 28. Dez. Sechs neue Kohlenfelder hat die Gewerkschaft„Vereinigte Bommerbänker Tiefbau" hierselbst zum Preise von 225000 Mk. angekauft, und ist mit der „Aufwältigung“, dieser Kohlenfelder bereits begonnen worden. Die Kosten hierfür werden sich auf 300000 Mk. belaufen. Da die wegen der Wasserentziehung für jene Gemeinde eine Wasserleitung baut und sonstige Neuanlagen, wie elektrische Streckenbeförderung, Kohlenförderung usw. noch treffen will, so sind hierfür noch weitere 150000 Mk. erforderlich. Durch eine Anleihe wurden 360000 Mk. aufgebracht. Die Gemarken zahlen 1897 eine Zubuße von 200000 Mk.. der Rest soll aus dem Gewinn aufgebracht werden. Die neuen Kohlenfelder sollen eine gute, abbauwertige Anthrazitkohle enthalten, mit deren Förderung man Ende nächsten Jahres beginnen wird Erle, 28. Dez Ein sonderbarer Fall. Ein z Z hier wohnender Kellner hat es socheit gebracht, eine gemütskranke sehr wohlhabende Dame aus Aachen derart zu bethören, daß ihm dieselbe zum Zwecke der Verehelichung blindlings folgte. Um die Person ihren nachgereisten tiefbetrübten Brüdern zugänglich zu machen, mußte sogar die Hülfe der Polizei in Anspruch genommen werden, da dieselbe eingeschlossen gehalten wurde. Dahl, 28. Dez. Ein Wildschwein im Gewichte von 102 Pfund wurde hierselbst im Sauerlande erlegt. Münster 28. Dez. Gelder unterschlagen hat der 16jährige Lehrling eines hiesigen kaufmännischen Geschäfts. Derselbe sollte zur hiesigen Reichsbank 2000 Mk. bringen, mit welchen er verschwand. Aus dem Münsterlande, 29. Dez. Zu einem Rechtsanwalt in einem kleineren münsterländischen Städtchen kam unlängst ein altes ehrsames Männlein, um sich bei ihm Rat zu erfragen in einer Brunnenangelegenheit. Er hat nämlich mit seinen beiden Nachbarn einen gemeinsamen Brunnen, den der eine Nachbar zuschütten und eine Pumpe gleichfalls für den gemeinsamen Gebrauch darauf stellen will.„Här“, so beginnt der Mann,„hei will ob ussen Pütt ene Pumpe stellen, wat kömmt dobi herut?"„Water", antwortet der Rechtsanwalt.„Ah so“ sagt der Mann, „Här, ich danke auk; bezahlt eine Mark und geht Düsseldorf 29. Dez. Seine General= versammlung hielt kürzlich der Zentral=Gewerbeverein für Rheinland=Westfalen hier ab. Der Verein erfreute sich in seinem letzten Geschäftsjahr bedeutender Schenkungen sowohl von behördlicher, als auch privater Seite (u. a. von der Provinz Westfalen 25000 Mk.). Der Verein veranstaltete eine Wanderausstellung in Minden und zehn Vorträge, von denen drei auf Westfalen fielen. Der Etat für 1896 schließt in Einnahme und Ausgabe mit 42000 Mk. und der nächstfolgende mit 50000 Mk. ab. Düsseldorf, 29. Dez. Ein WitwenVerein ist hier gegründet worden, um einem „dringenden Bedürfnis“ abzuhelfen. Duisburg, 28. Dez. Ein Verfertiger falschen Papiergeldes wurde hierselbst in der Person eines Lithographen festgenommen. Die zur Herstellung der Scheine benutzten Steine, Pressen und Utensilien wurden beschlagnahmt. Birgel(Kreis Düren), 29. Dez. Die königliche Genehmigung zur Annahme eines hochherzigen Geschenkes des Herrn Fabrikant Benno Schneller ist der hiesigen Gemeinde erteilt worden. Das Geschenk besteht in einem vollständig eingerichteten Kranken= und Pflegehaus nebst Nebengebäuden und in einem Kapital von 10000 Mk. zur Instandhaltung der Anstalt Werden, 28. Dez. Gestern früh fanden die Angehörigen den noch sehr rüstigen Ansteichermeister B. tot im Bette. Der Gasofen war nicht fest verschlossen und der Tod durch Erstickung eingetreten. Rheinhausen, 29. Dez. Eingeäschert wurde hierselbst die Scheune des Gutspächters Berns mit sämtlichen Vorräten. Eine erst 15jähr. Dienstmagd hatte das Feuer vorsätzlich angelegt. Die Thäterin wurde dem Kgl. Amtsgericht in Moers vorgeführt. Der Schaden beträgt etwa 15000 Mk. Wesel, 27. Dez. Die neue Ziehung der Weseler Willibrordi=Lotterie, welche infolge der Ungültigkeitserklärung der ersten Ziehung nötig wurde, beginnt am 4. Januar. Köln, 28. Dez. Der preußische Minister des Innern hat eine vom Kardinal=Erzbischof hierselbst eingereichte Eingabe, konfessionell getrennte Felder auf dem neuen Begräbnisplatz Köln=Deutz einzurichten, ablehnend beantwortet. Köln, 28. Dez. Die Verlängerung der Perronhalle Köln ist der Dortmunder Union, die bekanntlich die Halle gebaut hat, übertragen. An Eisen und Blechen erfordert diese Verlängerung zirka 300000 kg. Brebach, 27, Dez. Der Familie einer hiesigen Witwe K. wurde eine schöne Weihnachtsbescherung zuteil. Eine Tochter, welche in Saarbrücken in Diensten steht, kaufte vor kurzem ein Los von der Roten Kreuz=Lotterie. Bei der erfolgten Ziehung fiel ein Gewinn von 25000 Mk. auf dieses Los. Kreuznach, 28. Dez. Ein Küfer„herbstete“ im Jahre 1894 12 Stück Wein, kaufte nichts dazu und hatte nach dem Herbste 125(!) Stück 1894er in dem Keller. Arbeiter=Bewegung. Der Hamburger Hafenarbeiterstreik ist unverändert. Die Arbeiterzahl ist ungefähr die gleiche, wie in der vorigen Woche. Die Stimmung ist gleichfalls dieselbe. Die Ausgleichs=Verhandlungen sind wenig gefördert. Das Landgericht, das einen streikenden Heizer wegen Nötigung zu vier Monaten Gefängnis verurteilte, sproch dabei aus, daß es nicht Sache des Gerichts sei, in der Streikfrage Partei zu ergreifen. Auf eine Beschwerde beschloß das Amtsgericht, die beschlagnahmten Streikgelder den betr. Sammlern wieder einzuhändigen. Vermischtes. * Osnabrück, 30. Dez. Ein Weihnachtsbaum im Eisenbahnzuge erscheint für manchem unerklärlich und doch konnte man ihn am heiligen Abend auf den D Zügen zwischen Hamburg=Köln sehen. In einem Koupee zweiter Klasse stand ein schön mit vielen Lichtern geschmückter Weihnachtsbaum, welcher einen schönen wie gemütlichen Eindruck machte und die sämtlichen Fahrgäste in die schönste Weihnachtsstimmung, auch fern von der Heimat, versetzte, sodaß die ganze Gesellschaft im Zuge Weihnachtslieder anstimmte. Auf der Fahrt durch die schneebedeckten Felder muß das Bild des Weihnachtsbaum=Eisenbahnzuges einen herrlichen Anblick gewährt haben. Die sinnige Idee verdient gewiß alle Anerkennung. * Wieder beschäftigt eine Scheidung in den Kreisen des höchsten Adels die Gemüter. Fürst Josef de Riquet von Chimany und Caraman(das Haupt der zweiten belgischen Linie) hatte einer amer kanischen Erbin, Klara Ward aus Michigan, die Hand gereicht. Ihre Extravaganzen waren jedoch so bekannt, daß es der Fürstin nicht gelang, am belgischen Hofe empfangen zu werden. Jetzt klagt ihr Gatte nach 6jähriger Ehe auf Scheidung. weil sie mit einem Zigeuner davongelaufen ist. Die Verhandlung findet in Brüssel bei verschlossenen Thüren statt. * Aus verschiedenen Gegenden Griechenlands werden Ueberschwemmungen gemeldet, welche ungeheuren Schaden anrichteten. Auch Menschenleben sind zu beklagen. * Die Polizei in Amsterdam verhaftete den Mann, welcher drei Frauen nach Art des englischen Bauchaufschlitzers ermordet hatte. * Atlante(in Georgia, Amerka), 27. Dez. In der Nähe von Birmingham in Alabama ist ein Eisenbahnzug von der Brücke gestürzt. Es verlautet 177 Personen seien getötet. * New=York, 28. Dez. Der neulich verstorbene Millionär Pierre hinterließ 25 Millionen Franken, welche unter seine Beamten, mehrere Wohlthätigkeitsvereine, zu teilen sind. New=York, 28. Dez. Zwischen den großen Seen und Philadelphia sind enorme Massen Schnee gefallen. Das Thermometer zeigt 26° unter Null. Zahlreiche Menschen sollen bereits erfroren sein. * New=York, 28. Dez. Die Eheleute Goldschmied und deren Kinder wurden gestern Opfer einer durch eine Petroleumlampe verursachten Feuersbrunst. Die fünf verkohlten Leichen wurden unter den Trümmern aufgefunden Nachdr. verd. Voraussichtliches Wetter am 31. Dezember: Etwas wärmer, teils heiter, teils wolkig, ohne wesentliche Niederschläge. 1. Januar: Gelinde, wechselnd bewölkt, windig, geringe Niederschläge. 2. Januar: Wenig verändert, feucht, starke bis stürmische Winde. Gottesdienste. Größere evang. Kirche: Sylvesterabend 5 Uhr: liturg. Andacht. Neujahrstag(1. Januar 1897). H upip ½10 Uhr: Pastor Graeve. Nachm. 2 Uhr Kindergottesdienst: Pastor Heinenberg. Reformierte Kirche. Vorm ½10 Uhr: Pastor Terberger. Westhofen. Neujahrstag(1. Januar 1897). Vorm. 10 Uhr: Predigt. Pastor Falkenberg. Bekanntmachung. Der Entwurf des HaushaltsEtats der Stadt Schwerte für das Rechnungsjahr 1897/98 liegt gemäß§ 66 der StädteOrdnung vom 19. März 1856 vom 31. Dezember ab 8 Tage lang im hiesigen Stadthause zur Einsicht aller Eingesessenen offen. Schwerte, d. 30. Dez. 1896. Der Magistrat. Der Konkurs über das Vermögen des Kaufmanns August Doerth zu Schwerte wird nach erfolgter Abhaltung des Schlußtermins hierdurch aufgehoben. Schwerte, 22. Dez. 1896 Königliches Amtsgericht. Sparlasse Aplerbeck. Vorstands-Sitzung Samstag, den 2. Jan., nachmittags 2½ Uhr. Verein für Gesundheitspflege und naturgemäße Heilweise Schwerte. Sonntag, den 3. Jan., nachmittags 5 Uhr, im Brenne'schen Saale: Monats-Versammlung. Der Vorstand. Fr. Frede, prakt. Zahnarzt, Hörde, Penningskamp. Kohren! Um mein großes Lager zu räumen, verkaufe von heute ab bestmelierte Hausbrand kohlen, sehr stückreich, ab mein Lager, Bahnhof Schwerte, &am Scheffel 65 Pfg., franko Haus 70 Pfg. Achtungsvoll R. Engels. Prima sächsische Speiserartessern, à Zentner 3 Mark. Wiesinger, Sedanstr. 23. elegese geeg, lg lggg gggg g g g elu M Statt besonderer Anzeige. Die Verlobung unserer Tochter Helene mit dem Apotheker Herrn Frite Moennich aus Schwerte beehren wir uns hierdurch ergebenst anzuzeigen. Berlin, Weihnachten 1896. Major Spohr u. Frau Martha geb. Olschewski Meine Verlobung mit Fräulein Helene Spohr, Tochter des Herrn Major Spohr und seiner Frau Gemahlin Martha, geb. Olschewski, beehre ich mich hierdurch ergeberst anzuzeigen. Schwerte, Weihnachten 1896. Fritz Moennich, Apotheker D 8.0 53 205 KE NASE 9% FSTHESSTNTAES S#ros So#r o# b os alg bogb alc bosgb as oolg frag ha cag P 4 □ 93— 9 # Statt besonderer Anzeige. Die Verlobung ihrer Tochter Elise mit Herrn Kaufmann Heinrich Wallrabe in Hörde beehren sich ergebenst anzuzeigen Heinrich Wortmann u. Frau. Overberge, Weihnachten 1896. Elise Nortmann Heinrich Wallrabe Verlobte. Castrop, Hörde, Weihnachten 1896. e Statt besonderer Anzeige. Die Verlobung seiner Tochter Cara mit Herrn Albert Schäfer aus Düren beehrt sich anzuzeigen Wilhelm Albrecht. Hennen i., W., Weihnachten 1896. Clara Albrecht Alberr Schäfer Verlobte. Hennen i. W. Düren, Rhld. 5 P Sonntag, den 3. Januar, findet bei m statt, wozu ganz ergebenst einladet Frdr. Deitert, Wandhofe Entree 75 Pf. General=Versammlung der Viehsterbekasse für Geisecke und Lichtendorf am 3. Januar 1397, nachmittags 4 Uhr, bei Herrn Heinrich Externbrink an der Ruhrfähre. Der Vorstand. Fleischbeschau=Bücher, Fleischbeschau-Atteste, FleischbeschauStempel vorrätig bei Carl Braus. Todes-Anzeige. Es hat Gott, dem Allmächtigen, gefallen, heute früh 2 Uhr unsern innigstgeliebten Gatten, Vater, Grossvater, Bruder, Schwiegervater, Schwager und Onkel, den Gastwirt Sosef-Seitatts im Alter von 59 Jahren nach längerem Leiden zu sich in die Ewigkeit abzurufen. Um stille Teilnahme bitten Die trauernden Hinterbliebenen. Schwerte, Bochum, Haspe, Dortmund, Mülheim, den 28. Dezember 1896. Die Beerdigung findet Donnerstag, nachmittags 3 Uhr, vom Sterbehause(Holzenerweg) aus statt. P UnsohEssenz, aus echtem Arac und Ananasfrüchten bereitet, pr. ⅜ Ltr.Flasche Mk. 1.10, pr. ¾ Ltr.-Flasche M. 2.-, ausgemessen pr. Liter Mk. 2.50, Rum— Arac—Cognac echte Marken, konzessionierter Kleinverkanf bei Ernst Klein, Hlüsingstrasse 15. BauernStuten, aus echtem Bauernstutenmehl und reiner Milch hergestellt. eipfiehlt C. Hinsel. Nach§ 104 des Reichsgesetzes vom 22. Juni 1889 betr. die Invaliditäts= und Altersversicherung verliert eine Quittungskarte ihre Gültigkeit, wenn sie nicht bis zum Schlusse des dritten Jahres, welches dem am Kopfe der Karte verzeichneten Jahre folgt, zum Umtausch eingereicht ist. Hiernach verlieren alle im Jahre 1893 ausgestellten Quittungskarten ihre Gültigkeit, sofern dieselben nicht bis zum Schlusse dieses Jahres zum Umtausch gelangen. Da nach den von uns gemachten Wahrnehmungen immer noch eine große Anzahl von solchen Quittungskarten im Umlaufe sind, welche bereits in den Jahren 1891, 1892 und 1893 ausgestellt worden, so bringen wir obige gesetzliche Bestimmung mit der Aufforderung zur Kenntnis, einen Umtausch fragl. Karten rechtzeitig zu bewirken. Außerdem weisen wir auf die Bestimmung des§ 32 des genannten Gesetzes hin, wonach die aus einem Versicherungsverhältnis sich ergebende Antwartschaft(Anspruch auf die Invalidenrente und das Recht, die Rückerstattung geleisteter Beiträge unter den Voraussetzungen verlangen zu können, welche das Gesetz hierfür aufgestellt hat) erlischt, wenn während vier aufeinander folgender Kalenderjahre für weniger als insgesamt siebenundvierzig BeitragswochenBeiträge auf Grund des Versicherungsverhältnisses oder freiwillig entrichtet worden sind. Schwerte, 30. Dezember 1896. Die Polizei=Verwaltung. Mönnich. Herzliche Einladung! Am Neujahrstage, d. 1. Januar 1897, nachmittags 5 Uhr anfangend, gedenkt der hiesige „Christliche Jünglings= u. Männerverein“. im Lokale des Herrn Rassin„Zur Helle“ sein Wrihnachtssest, verbunden mit Neujahrsfeier zu begehen. Verschiedene auswärtige Redner werden Ansprachen halten. Der hiesige christl. Gemischte Chor, sowie einige Deklamationen werden zur Hebung der Feier beitragen. Der Vorstand. RIEN Kronentritt unmöglich. Das einzig Praktische für glatte Fahrbahnen. Preislisten und Zeugnisee gratis und franco. Leonhardt& Co. Berlin, Schiffbauerdamm 3. C. Braus, Schwerle. Buchbinderei. Bilder-EinrahmungsGeschäft. Warke Pfeilringt In den Apotheken und Drogerien. In Dosendaio#. bot i. in Tuben d#on. so ti Unübertroffen als Schönheitsmittel u zur Hautpflege. Die nächste Nummer erscheint des Neujahrsfestes wegen am Samstag früh. Inserate für diese Nummer erbitten wir uns bis spätestens Tonnerstag abend. Die Expedition. Danrsagung. Mit dankerfülltem Herzen teile Ihnen mit, daß der Gebrauch der von Ihrer Apotheke erhaltenen Med kamente mit dem bst nErfolg gekönt war. Die Flechten, vorher fast den ganzen Körper bedeckten und große Schmerzen verursach en sind jetzt vollständig verschwunden und konnte ich zur großen F eude unserer lb. Mutter Priorin und meiner lb. Mitschwestern ohne Untert rechung meinen Pflichten nachkommen, was sonst nicht der Fall war. Ich spreche Ihnen meinen innigsten Dank aus und werde Sie steis in meine säglichen Gebete einschli ßen, dimit Ihnen der liebe Gott alles lohnen möge. Werde nicht verfehlen, alle mit diesem Leiden Heimgesuchte an Sie zu weisen. Rülzheim b. Germersheim(Pfalz), den 27. November 1896. M. Coleta, arme Schulschwester, Gegen 50 Pig. in Briefmarken Versandt der Schriftenth.:(Beschreibung der Flechtenkrankheit nebst Belehrung für alle Kranke überhaupt und Massenatteste Geheilter(franko. Homöopath. Institut für alle inneren u. äusseren Krankheiten in Köln. 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November 1888 wird hierdurch zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß alle Militärpflichtigen, welche sich im hiesigen Verwaltungs=Bezirke aufhalten, vom 15. Januar bis 1. Februar 1897 in den Vormittagsdienststunden von 8½—12½ Uhr im Bureau für Militärsachen sich zur Aufnahme in die Rekrutierungsstammrolle zu melden haben. Hierhin gehören: a. männliche Personen, welche im Jahre 1877 im hiesigen Stadtbezirke geboren sind; militärpflichtige Personen, welche im Jahre 1877 in anderen Bezirken geboren sind, hier aber ihren Aufenthalt haben; militärpflichtige der älteren Jahrgänge, namentlich der Jahrgänge 1874, 1875 und 1876, welche noch keine endgültige Entscheidung über ihre Dienstverpflichtung durch die Ersatz=Behörden erhalten haben. Die unter b gedachten Personen müssen bei der Anmeldung ein Geburtszeugnis(vom Standesamt ausgestellt) vorlegen. Bei der Wiederholung der Anmeldung zur Stammrolle ist der im ersten Militärpflichtjahre erhaltene Losungsschein vorzulegen. Außerdem sind etwa eingetretene Veränderungen inbetreff des Wohnsitzes, des Gewerbes, des Standes u. s. w. dabei anzuzeigen. (Bei den in Schwerte geberenen Militärpflichtigen ist die Vorlegung eines Geburtszeugnisses nicht erforderlich.) Sind die Militärpflichtigen am Orte ihres Aufenthalts Wohnsitzes) zeitig abwesend, so haben ihre Eltern, Vormünder, Lehr=, Brot= oder Fabrikherren die Verpflichtung, sie bis zum obigen Termine zur Stammrolle anzumelden. Gleichzeitig mache ich darauf aufmerksam, daß auch die im Besitze des Berechtigungsscheines für den einjährig=freiwilligen Dienst befindlichen Militärpflichtigen des Geburtsjahres 1877 sich unter Vorlegung des Berechtigungsscheines in der vorangegebenen Zeit anzumelden und evtl. um Ausstand zum Dienstantritt beim Herrn Zivil=Vorsitzenden der Ersatz=Kommission in Hörde nachzusuchen haben. Wer die vorgeschriebenen Meldungen zur Stammrolle oder zur Berichtigung derselben unterläßt, wird gemäß§ 25 Abs. 11 W. O. mit Geldstrafe bis zu 30 Mark oder mit Haft bis zu 3 Tagen bestraft. Schwerte, den 30. Dezember 1896. Bürgermeister: Mönnich Illustkire Ssssrumenu Preis Curante INBEFIRSEHATLANE RüREE R Alleinige Niederlage für Schwerte bei Die Flaschev. M. 1.60an. W. HeppeAtelter für Zahnleidende. Anfertigung künstlicher Gebisse, Plombierungen, sowie sämtliche Zahnoperationen. W. Gesky, Schwerte, gegenüber dem Amtsgericht. Rrillen u. Pincenez für jede Nasenform. Spezialität: Anfertig. nach ärztl. Vorscheift Künstl. Augen. Ständiges Lager über 800 Stück. Wilh. Naess, Optiker, Dortmund, Westenhellweg 50. Telephonruf 549. Sosmmerssmmeue lt bei mir 2DC0TT statt, wozu freundlich“ einladet Rheinen. Becker. Ver Teilhaber sucht oder Geschäftsverkauf beabsichtigt, verlange meine ausführlichen Prospekte. Wilh. Hirsch, Mannheim. „Bür Gieche. Empfehle mein Meues franz. Ausschank des Dortmunder UnionBieres, hell und dunkel. 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Neuer Weizen kleiner 16,80, do. do engl. 16,30 K. neuer Roggen I. 12,30, II. 11,80 K.. Hafer I. 12,60 M, II. 11,60 M, Buchweizen I. 12,00 M, II.—.— M Kartoffeln 5,00 M, alles per 100 kg. Heu 28,00, Weizenstroh00,00, Roggenstroh 17,00 M, alles per 500 kg. Weizenvorschuß 00 per 100 kg. —.— K. Kleien per 50 kg. 5,00 K.— Alter Hafer 14,30.4.— Rapsl. 25,00, II. 24,50 J, Aveel(Rübsen) 1. 24,00, II. 23,50 J. Rüböl per 100kg in Partien von 100 Ztr.(ohne Faß) 58.50 M, Rüböl von 100 kg. faße weise(ohne Faß) 60,00 K Gereinigtes Oel per 100 kg 3 K. höher als Rüböl. Preßkuchen 1000 kg 104,— M. Köln, 29. Dez. Weizen vorrätig hiesiger 16 50—17,00 M, fremder 17,00—18,00 M. Roggen vorrätig hiesiger 12,00—13,00 M, fremder 13,25— 14,25 M Hafer vorräti hiesiger 11,50—12,50 K, fremde: 13.75—14,50 Viehmärkte. Dortmund, 29. Dez. Städtischer Viehhof. Zum heutigen Schlachtviehmarkte waren aufgetrieben: 380 Stück Großvieh, 694 Schweine, 99 Kälber, 55 Schafe. Preise für 100 Pfd. Schlachtgewicht Ochsen 00—00 Stiere 44,00—53,— M, Kühe 1. Qualität 58,00—60,00 M, 2. Qual. lität 53,00—57,00 M, 3. Qualität 47,00—52,00 J. Schweine 47,00 bis 51,00 J, Kälber das Pfund Schlachtgewicht 1. Qualität 70—75 § 2. Qualität 63—70 4, Schafe desgl. 50—57 4. Der Markt wurde geräumt.