Amtliches Kreisblatt Abonnements=Preis pro Quartal 1 Mk. 50 Pfg. Erscheint Dienstags, Donnerstags und Samstags. öchentliche Grausbeilage:„Illustrierter Familienfreund.“ Verantwortlicher Redakteur Carl Braus in Schwerte. für den Kreis Hörde. Inserationsgebühr für die sechsspaltige Zeile oder deren Raum 10 Pfg., außerhalb des Leserkreises 15 Pfg. Reklame 30 Pfg. Druck und Verlag von Carl Braus in Schwerte. Nr. 76. Schwerte, Dienstag, 30. Jui 1896. 29. Jahrgang. Gries Blatt. Käuser gleichmäßig srasbar. Eine Ausnahnel neren Mißbrauchs zerstort und der Verkufer des Zuständigteitsgesetzes genchmigt. hiervon macht frische Milch, welche auch zur zur gerichtlichen Bestrafung gezogen wird. Arnsberg, den 23. Mai 1896. Autliche Vekanntmachuncgen., verzust pergen Harsze und in den Hürern) Das Blücken, von Gefüigel, das Ahzsehen Namend beggteszungt, Ausschusses, Belanntmachung. z 5„ 2. von Haarwild, Fischen pp. auf dem Markt= Der Vorsitzende: Auf Grund der Ferien=Ordnung vom 8. Januar Getreide, Hülsenfrüchte, Kartoffeln, Stroh, splatze ist untersagt. J. V.: 84 besimme sich binsichzlich der biestgsggg, fünfe Futterkräuter, Rüben aller Art, sowie Eier 8 16. Blümke. Löchentlichen Volksschul=iferien das stolgen::„„ dürkag auf dem Wochenmarkte nur nach Gewicht es etimme 6 bnsighez,der Biezätzrig, Knt Futerkräuter, Rüben aller Art, sowie Ger]„ 3=4uge nach Schlutz schenti chen vehohenen Schulen“ soigeneg„fen auf dem Wochenmarkte nur nach Gewichl Spätestens eine Stunve nug, Schluß, Des B. A. 3454. vn ven Städen Hörde und Schwerte(aus= verlauft werden. Wochenmartes muß jeder Händleg, Leige FisetiaA der Schule zu Schwerterbeide), sowie dem S 6. Handeszutensitien, Warenreste, und Abfaue Eließlich der Schule zu Schwerterheide), sowie dem Amte Annen, fallen die Ferien mit den für die S 6... fesapeFetensitien, Warenreste und eutfeang Vorstehende Marktordnung, wird hierdurch Amte Anpen, falten die Ferien mit den für oie Butter, wenn sie dem Käufer nicht vorge= sseyer Art von dem Marrtplutze entfernt bezüglich der Höhe der im§ 20 angedrohten Eheren Schulen bestimmten Ferien zusammen. wogen, sondern in sogenannten Wellen verkauft haben. Geldstrafe auf Grund des§ 144 des Gesetzes Gyr de, pr oder, Schule zu Schwerterheide) wird, muß mindestens 1½ oder ¼ Kilogramm§ 17. über die allgemeine Landesverwaltung vom berden die Ferien getell in Gow, ve und Herbst= volwiegen. Sie darf nicht unter 80 Prozent]. Jedes laute marktschreierische Anpreisen, 30. Juli 1883 genehmigt. peren de Ferien ereu u Soppeg u, Sepp)oiun Puerset enhalten, nuß reine Naturssowie das Ifentliche Versteigern von Waren, Arnsberg, den 8. Juni 1896. Die sommerserien für diese Schulen werden hutter sein und darf keinerlei andere Bei= auf dem Wochenmarkte ist verboten. Der Regierungs=Präsident: v gszuangs an 3b. Jait,(uesoner Danitsat enhalen Ein geringeren Von den zum Verauf auf den Wochen=(C. 8) 8.23, für die Amisbezirkte Warop, Kirchbörde, Gehalt an Butersett als 80 Prozent wird markt gebrachten Gegenständen„wirh ein 4 UIlb 3557. Bechtiwob= Zczwertercheisen, ewie für Junbeving. als Fälschung angiechen. VerHaungel),„Fezenze nach der Größever— 8 achen, beginnend am 20 Juli. Kunstbutter verkauft, ist verpflichtet, solches praumes, den bieselven einneymen und zwar Vorstehende Marktordnung der Gemeinde au 2 Wotzen, izsonggnrs am 21. Juy, Sunhtvuy= Zusgrout, ,eunnis te, wachen ein Einheitsas von 10 Pfg. für jedes an= Aulerseck wird hiermnit zur öite rte. butter verkauft, ist verpflichtet, solches Raumes, ven bieselben einnehmen und zwar Vorstehende Marrroronung der Oaten, iu benienlen. i 1.5 Mochen.6 i u su, g7, g. gefgangene Luadratmeter; dennach st zu ent uis gebracht. dr Sconig usd Aeuug Au un Anraige uräiche urarkane der unge uchehi zuer Bidhe den Tiche den 23. Juni 1896. sunde Lebensmitel dürsen nicht zum Verkaufe). einem. Haufen für jeden angefannsdue he die eihliche bstegegue, Weschshrizeg an 10 Pse sn für spilbersIs 149 Nr. 6 der Reichsgewerbe=Ordnungs2. Fur Waren, die auf Stangen nis gebracht. Aplerbeck, den 23. Juni 1896. Der Amtmann: Gutjahr. reisen Bekanntmachung. nis der Unstände die gesevliche Ver,. Eehnung 12. Fur Wären, ore auf Stan zberechztigte Miltär=Anwärter vorbehaltenen 5 dem Reichsgesetze vom 14. Mai 1879, feilgeboten werden, für jedes anProugobereougge dem Kreisbureau zu Hörde zaur oder nach dem Reichägesete vom 14. Mai 187., gefangene laufende Meter Stange rsch osen esobhuegu u en in Geratheniuatl, sonie Gebruchegegensänden ein. 3. Von einem eisachen Handkorbe Polizeiserorduung, sehszahshazseher aie gscgat ane. Lische sie Siase usen, Bale betreffend tschließung derselben vom Wochenmarkt eventl.]## den Verkehr auf den in der Gemeinde auch zu Zwecken des gesetzlichen Strafver= o. Von einem Schie bereits bestehenden und noch“ Ein von der Polizeibehörde zu Aplerbeak/6. Von einem„durch, Hunde oher zu errichtenden Wochenmärkten. beauftragter Sachverständiger entscheidet darüber, Esel gezoge ob die Waren als unreif, verdorben, verfülscht Auf Grund der§§ 5 und 6 des Gesetzes oder als ungesund zu bezeichnen sind. des 869 der Pesch=genezrbezZrhnung,. Jeder. Verkäufer, ror 10 20 Wagen 7. Von einem größeren, durch Pferde pp. gezogenen Wagen oder Karren 40 rIk 88cd und de 869 der Reichzgewerber= Oruung, bessen wirasioviche Untersachung durch Brenn /8. Von einer Gans, einem TrutLowvie des Gesetes vom 26. upril 1872 wird, Penr.—. higten Fleischbeschauers] hahn, einer Ente, einem Huhn, ach Beratung und im Einvernehmen mit dem stempel, eines Hzesauprzanges soschen Aus.] Rebhuhn, einem Paar Tauben, Weneinde Vorkande und unter Butinnzagzswesez riste den Verkäuser, abgesehen von ders einem Hasen, Kaninchen, eneg, e eee e Secee eue zehas eastechacene Vel, Besidag ich die Bortchead uter Bkr. 8 hre, D. R. verden der Gezik des bruders mann P#. März 1857 nachstehende Polizei=VerPrdnung erlassen: I. Allgemeine Bestimmungen. § 1. Wöchentlich werden zwei Wochenmärkte und zwar an jedem Mittwoch und Samstag auf dem Marktplatze in Aplerbeck abgehalten. Für den Marktverkehr werden auch die erhöhten Fußsteige von der Eisenbahn=Ueberführung #bis zur Emscherbrücke und bis zu dem Gasthofe„Zur Post“ freigegeben. Fällt auf den beiden vorgenannten Wochentagen ein, der im§ 12 der RegierungsPolizei=Verordnung vom 2. Mai 1878 erwähnter gesetzlicher Feiertag, so wird der Markt an dem vorhergehenden Wochentage abgehalten. S 2. Der Markt beginnt in den Monaten April bis inkl. September morgens 8 Uhr und in den Monaten Oktober bis inkl. März morgens 9 Uhr und endet ohne Unterschied der Jahreszeit um 11 Uhr vormittags. Für die Marktzeit ist die Turmuhr der Kirche der evangelischen Gemeinde Aplerbeck maßgebend. la# Gesepbän) ein, Gegenstände des Wochenmarktverkehrs sind: 1. Rohe Naturerzeugnisse aller Art mit Ausschluß des größeren Viehs. Ritze, 2. Fabrikate, deren Erzeugung mit der 20. Land= und Forstwirtschaft, dem Garten und Obstbau oder der Fischerei in unmittelbarer Verbindung stehen oder zu 38 H den Nebenbeschäftigungen der Landleute al9. der Gegend gehören oder durch TagePgg. löhner=Arbeit bewirkt wird, mit AusTr. 2 schluß der geistigen Getränke. er Eltern 3. Frische Lebensmittel aller Art, einschließlich geräucherter oder gesalzener Fleischwaren, auch gesalzener, geräucherter und getrockneter Fische. Schwein„ 8 4. ten. Zum Marktverkehr gehörende Gegenstände, osenthal,# welche von außen in der Gemeinde Aplerbeck hereingebracht werden, dürfen an Markttagen vor beendeter Marktzeit, an keinem anderen, aie den für den Marktverkehr bestimmten Praus, Platze verkauft oder gekauft werden. Tages=Ereignisse. Deutsches Reich. Deutscher Reichstag. Der Reichstag beriet am Freitag zunächst bei Fortsetzung der zweiten Lesung des Bürgerlichen Gesetzbuches den§ 1552, welcher von der Ehescheidung handelt. Dieser Paragraph, der die Ehescheidung bei unheilbarem Wahnsinn für zulässig erklärt, war von der Kommission gestrichen worden. Nach den Beschlüssen der Kommission wandte sich außer dem preußischen Justizminister Schönstedi, der ihn im Namen der Mehrzahl der verbündeten Regierungen bekämpfte, die gesamte Linke, sowie ein großer Teil der Freikonservativen und die Nationalliberalen bis auf zwei Mitglieder; auch von konservativer Seite erklärten einige vereinzelte Mitglieder den Kommissionsbeschluß für unannehmbar. Für denselben traten das Zentrum, das Gros der Konservativen, die Polen, Welfen und Elsässer ein. Die Antisemiten enthielten sich der Abstimmung. Der Paragraph wurde schließlich mit 125 gegen 116 Stimmen abgelehnt. Die Zusatzanträge zu den folgenden Paragraphen wurden durchweg abgelehnt und diese in der Kommissionsfassung zum Beschluß erhoben. Es sind dies die zur Beschlagnahme veyufs nrafreauziugen Ver Befinden sich##evorstehenh, uinter Nr. 8 den Abschnitt„Verwandischaft; beir. Paragraphen, fahrens vorliegt, aus dem Marktverkehre polizei= und 9 speziell aufgeführten Marktwaren auf sowie die, welche die Unterhaltungspflicht und das fahrens vortegt, aus dem vcartgee,[Wagen, Karren, Tischen oder in Körben, so Rechisverhältnis zwischen Eitern und Kind im alich vesetg“.(wird der für letztere festgestellte Tarifsatz gemeinen behandeln. Zum Titel rechtliche Stellung S 9. swiro ver,„u,, prere, e; gu der unehelichen Kinder wird ein sozialdemokratischer Nur gehörig gereinigtes, unverdorbenes ohne Rücksicht auf die Anzahl der Bertiuue-[Antrag angenommen, wobei nach Verbeiratung Verkaufe ausgestellt werden. artikel entrichtet.„... der Mutter das Kind den neuen Familiennamen Getreide darf dum Veriaute uurgerten, v.. Umgekehrt ist die für Fuhrwerre festge= auf Antrag des Ehegauen erhält, Nachdem noch Jeder Sack muß oben in der Mite und unten sezte Gehühr nicht zu zahlen, wenn die ein im Inieresse der unebelichen Wöchnerinnen geFrucht von gleicher Beschaffenheit enthalten, seßte Gronze Lutyz. 9u But,, u gusper= stellter Antrag Auer angenommen, vertagt das Wird nach Probesäcken verkauft, so müssen die Waren nicht direkt von demselben ausuet Haus die Weiterberatung. be bod e e ide van der nämlichen Ve skauft, sondern vor dem Verkaufe abgeladen Der Reichzgg, vezgpeie am Segzsegdse 2. übrigen Süce Gereige von, gswichen be,) Vixhen. lieberragt der Unfang der Waren(Setung des B. G. V, Eine läingere. Zebaute verschaffenbeit und von demselben Gewichte, wie Hie sinterlage auf der sie sich befinden, so anlaßte zunächst zum Titel Familienrecht ein sozialdie Probesäcke, enthalten. wird nach dem Umfange der orsteren die demokratischer Antrag über die Vaterschaft bei unwiro, nugh dem Umfunge der ersteten die ehelichen Kindern. Der sehr weit gehende Antrag IT Marktpolizei und Strafbestimmungen. Gebühr bemessen. wurde aber abgelehnt und der Titel Familienrecht . Beartponize une Sptuee# S 19. nach der Vorage angenommen„Mitziger, war die 9 40.1 Kein Marktbesucher darf Gegenstände, Verhandlung, die beim Titel„Vormundschaft“ zur Die Marktpolizei wird von dem seitens welche er zum Markt bringt, feilbieten, bevor pon Manie,Fel versange, die Anlegung von Mündes Gemeinde=Vorstandes ernannten Markt= ler das Standgeld entrichtet hat, zu welchem belgeldern allgemein in landwirtschaftlichen Pfandmeister, welcher auch von anderen Polizei= Zweck er sich bei dem Marktgeldempfänger briefen oder solchen der Ritterschaft zuzulassen, beamten der Gemeinde Aplexbeck zunterstützt zu melden hat. während nach der Vorlage nur solche Pfandbriefe werden kann, gehandhabt. Den Anorduun=]“ Die Quittung über das bezahlte Mark=(gesanet ertliärt hot. Laudwirschoftsminister stelt geld ist sorgfältig aufzubewahren und auf eine ausführliche Erklärung im Reichsanzeiger in Erfordern des revidierenden Polizeibeamten Aussicht und erklärt die Pfandbriefe für erstklassige vorzuzeigen. Wer ohne eine solche Quittung Papiere, indem er eie Angriffe der Agrarier auf überall und sogleich Folge leisten. während der Marktzeit auf dem Wochenmarkte ebwebrk.= gas Erbrectze wird nach urwesentlscher 8 41:.. gu. lbetroffen wird, hat das doppelte Marktstands= Debatte nach der Vorlage angenommen. Damit Das Aufstellen und Abbrechen der Buden, geld zu entrichten. ist die zweite Lesung des B. G.B. beendet. Es Tische, Bänke, Wagen pp. sowie die Anwei=Vt:—§ 20. folgt, die Beratung des Einführungsgesetzes, in das sung der Verkaufsstellen, ordnet der Markt=) liebertretungen dieser Marktordnung wer= nehmen beantragen. Feichskamsser Für Johenmeister an. Pferde und andere Zugtiere, den, soweit nicht nach den Strafgesetzen eine sobe tritt diesem Antrage entgegen und erklärt, die zum Heranbringen der Wagen benutzt höhere Strafe verwirkt ist, mit Geldbuße daß die Verb. Regierungen in ihrer Mehrzahl darsind, dürfen auf dem Marktplatze nicht aufe bs zu 30 Mt. oder verhältnuismäßiger Haft au beseisigen nech ebe dos B. G. p in Frot ge. oestelt bleiden.„ sbestraft.. siren sei. Nach weiterer Debale werden die An8 21. träge abgelehnt. Der Schluß des Einführungsge§ 12. Dem Marktmeister muß auf Verlangen jede Auskunft über Menge und Erlös der Marktwaren erteilt werden. § 13. Es wird strenge darauf gehalten, daß beim Marktverkaufe nur gestempelte und richtige Gewichte, Maße und Wagen gebraucht werden. Gegen die Inhaber ungestempelter Gewichte, Maße und Wagen wird nach den bestehenden Strafgesetzen verfahren. S 14. § 21. träge abgelehnt. Der Diese Polizei=Verordnung tritt mit dem setzes wird ohne erhebliche Debatte angenommen. Tage der erfolgten ortsüblichen Bekannt= Dienstag: Dritte Beratung des B. G.=B und des machung durch das Regierungs=Amtsblatt Margarinegesetzes. für die Gemeinde Aplerbeck in Kraft. Aplerbeck, den 30. März 1896. Die Ortspolizei-Verwaltung gez. Gutjahr, Amtmann. Die Kieler Woche erreicht am heutigen Montag mit der Abfahrt des Kaiserpaares nach Wilhelmshaven zur Schiffstaufe ihr Die Kaiserin hatte sich am Freitag nach Plön begeben, woselbst sie vom Kronprinzen Prinzen Eitel Fritz empfangen wurde. Nach § 14.] Vorstehende Marktordnung wird bezüglich herzlicher Begrüßung begab sich die K Bei Gegenständen, welche für ein be lder Bestimmungen in S 1 Abf. 1, 3,ejäös, er, Fusz den Beinzen die Blamen= und Gemüsestimmtes Maß oder Gewicht verkauftwerden, 3 und 8 18 auf Grund des S 65 ver=Zesetzg gage hesigzigen. Der Kaser weilte am Samstag muß das angegebene Gewicht, oder Maß, sich Gewexbe=Zrdizug,§ 1 und 12 des Gesetzes bete besichtigen. Trapemünde zur Regatta. wirtlch vorfinden, wbdrigenfauls die ursprunge vom 26. Bpri 461e, betrefend die Erhehung lund Sonnag in Lrovensnde zur Regal Montag früh kehrten die Majestaten nach Kiel zurück und im Laufe des Tages sollte die Weiterreise nach Withemshoven erfolgen. In Berlin weilten neulich 500 englische Schiffsbauer. Zu Ehren derfelden sund Kaiserhof ein Nahl statt, das sich zu einte hen deutsch=englischen Verdrüderungsr. gestaltete. Der Unionsbrändenr Lord Ho#etown sagte in seinem Kuiserchft:„Der berst: 1nd Wilhelm sein.“ K #0 Der Hinesische Vizekönig Li=Hung Tschang, welcher bekanntlich im Laufe der verflossenen Woche in Stertin, in Kiel und in Hamburg geweilt und dem Fürsten Bismarck einen Besuch gemacht hat, ist nunmehr in Essen beim Kanonenkönig Krurr eingetroffen. Am Samstag hatte er noch in Berlin dem Galafest beizewohnt, welches Vertreter des Handels und der Industrie in der Ausstellung gaben. Vor seiner Abreise nach Essen hat Li=Hung=Tschang auch eine mehrstündige Unterredung mit dem japanischen Gesandten Aoki gehabt. Li Hung Tschang war Samstag abend auf der Ausstellung. Bei dem Bankett zu Ehren desselben, an welchem 250 Personen teilnahmen, brachte Minister von Bötticher ein Hoch auf den verehrten Gast aus. Die Professoren haben den Schädel Li=Hung=Tschangs mit RöntgenStrahlen photographiert und den Sitz der Kugel entdeckt, welche er im letzten Kriege über dem Auge erhielt Bei dem Besuche Li=Hung=Tschangs beim Fürsten Bismarck sagte dieser, daß er sich hachgeehrt fühle, den bekanntesten und berühmtesten Staatsmann Chinas persönlich kennen zu lernen.„Wir haben beide lange Zeit ein großes Land unseren Herren regieren helfen!“ Der Vizekönig antwortete:„Ich habe blos für China etwas thun können, aber Durchlaucht für die ganze Welt!“ Fürst Bismarck fuhr fort, er habe während seiner Amtsthätigkeit immer den Wunsch einer Annäherung an China gehabt,„aber die Hindernisse, die nicht in mir lagen, waren zu groß!“ Voraussichtlich wird sich der Reichstag, nachdem er die zweite Lesung des bürgerlichen Gesetzbuches beendigt hat, für den 29. und 30. Juni vertagen, sodaß die dritte Lesung am Mittwoch und in den folgenden Tagen stattfinden kann. Wegen Verdachts des Hochverrats ist der Sattlergeselle Hahnhäuser kurz vor der Einweihung des Kyffhäuserdenkmals in einer Ortschaft am Fuße des Berges verhaftet worden, weil er geäußert haben soll, das „Kyffhäuserdenkmal solle die Einweihung nicht erleben". Die Behörde scheint in der That einen Attentatsversuch befürchtet zu haben, denn es sind umfassende Vorsichtsmaßregeln bei der Einweihung des Kyffhäuserdenkmals getroffen worden. Wie dem„Berl. Tagebl.“ ein Teilnehmer an der Festlichkeit mitteilt, war nämlich rings um den Berg herum eine dreifache, geschlossene Postenkette von Infanterie gezogen, und auf allen zum Kyffhäuser führenden Wegen hatten in Abständen von ungefähr 100 Metern 20—30 Mann starke Kavallerieabteilungen Aufstellung erhalten. Wenn man in der letzten Zeit unvermutet an eine Höhle oder Schlucht des Berges kam, lugten einem wie Berggnome daraus Pioniere entgegen; nach dem alten Sitz Barbarassas werden sie kaum gesucht haben, viel eher nach etwa gelegten Minen. Gegen das Duellunwesen hielt auf der Kreissynode in Breslau Professor Kaufmann einen scharfen Vortrag; er führte in der Begründung seiner Vorschläge aus, das Duell erziehe Raufbolde, sei ein Schutz für Rowdies in Glacehandschuhen und eine Quelle der Vergiftuug und Entartung der Begriffe über Ehre und Recht.„Satisfaktionsfähig“ sei heutzutage, wer als bummelnder Student Geld vergeude, kleine Leute betrüge, Mädchen verführe, dagegen werde dem die Ehre abgesprochen, der vor dem Feinde tapfer kämpfte, aber für unsittlich halte, sein Leben auf die Lotterie des Kugelwechsels zu setzen, wenn es sittlich verkommenen„Gentlemen“ beliebe. Die Synode beschloß, Kaufmanns beifällig aufgenommene Rede zu drucken und als Flugblatt in weiten Kreisen zu verbreiten. Theodor v. Wächter ist unter die Spiritisten gegangen. In einer öffentlichen Erklärung teilt er mit, er hätte sich überzeugt, daß es sich bei den Erscheinungen des Spiritismus um wirkliche Kundgebungen aus der Geisterwelt handle, aber ebenso„klar sei es erwiesen“, daß nur unerlöste, unlautere und erdgebannte Geister sich darin beteiligten, deren Hereinziehen in unsere Leidenswelt sowohl ihrer, als unserer eigenen Entwickelung schade. Rechtsanwalt Fritz Friedmann ist DonnersD Wiener Antisemiten weilen nunmehr * Ariin wo sie von Führern der verschiedenen enemmscden Gruppen festlich empfangen sind. Samstag und Sonntag unternahmen die Herren. von denen ein kleiner Teil das Weiderl“ mitgebracht hat, einen Gruppenfnaziergang zur Besichtigung der öffentlichen Gebäude und Denkmäler Berlins. Das Hauptinteresse konzentrierte sich auf den Reichstag und die Börse. Rußland. Der Zar leidet an einem Anfall von Gelbsucht. Der feierliche Einzug des Kaiserpaares ist noch nicht vollständig aufgegeben. England Die englische Regierung entsendet im Herbst 1500 Mann Truppen nach Egypten. Die Vorschläge der Botschafter der europäischen Mächte an die Pforte, betr. Einführung von Reformen auf Kreta haben im Yildig=Kiosk eine günstige Aufnahme gefunden Damit ist allerdings bei der bekannten Saumseligkeit der hohen Pforte noch keineswegs gesagt, daß die Reformen nun auch bald zur Einführung gelangen werden, und dies um so weniger, als beinahe in allen unter osmanischer Oberhoheit stehenden Gebieten der Aufruhr in hellen Flammen steht, so daß die Pforte, selbst wenn sie wollte, kaum überall ordnend eingreifen könnte. Westfalen=Rheinland. Schwerte 29. Juni. Rudolf Falb prophezeit uns für die letzten Tage des Juni, etwa um den 29. wieder eine Zunahme der Gewitter, während im ganzen zu dieser Zeit das Wetter, abgesehen von seinem etwas stürmischen Charakter, trocken bleiben wird. Erst nach dem 3. Juli sind wieder etwas stärkere Niederschläge zu erwarten, worauf dann Abnehmen des Regens bis um den 12. zu erwarten ist. Schwerte, 27. Juni. Daß das Niedertreten des Getreides strenge bestraft wird, sei hier zur Warnung mitgeteilt; denn§ 368, Abs. 9 des Str.=G.=B. droht Geldstrafe bis zu 60 Mk. oder Haftstrafe bis zu 14 Tagen dem an, der unbefugt vor beendeter Ernte über Wiesen oder bestellte Aecker 2c. geht. Es erscheint in dieser Zeit, da so mancher beim Blumenpflücken rücksichtslos in die Getreidefelder hineindringt, angebracht, jene Gesetzesbestimmung in Erinnerung zu bringen. Schwerte, 29. Juni. Welcher Unfug mit den sogenannten Schneeballkollekten getrieben wird, zeigt wieder folgender Fall: Im Januar v. Is. wurde der Jagdaufseher Ott in Ulm von einem Wilderer meuchlings durch einen Schrotschuß schwer verletzt, der Oberjäger Schäfer aus Nußbach durch Schüsse verwundet und darauf mit dem Kolben erschlagen. Für den ersteren, sowie für die Witwe Schäfer hat dann irgend jemand eine Schneeballkollekte veranstaltet, und zwar in der Weise, daß jeder Empfänger eines Kollektenbriefes demselben 10 Pfg. in Briefmarken beifügen, den Brief zweimal abschreiben, mit dem nächsten Buchstaben des Alphabets versehen und sodann alle drei Briefe an bekannte mildthätige Personen weitersenden soll; mit 3 Mark Wert=Inhalt sollte jeder Brief an die Expedition der„Deuschen Jäger=Zeitung" in Neudamm abgestoßen werden, die Empfänger der mit„8“ bezeichneten Briefe hätten keine Abschriften mehr zu machen, sondern unter weiterer Befügung einer 10=PfennigMarke die Briefe ebenfalls an die genannte Sammelstelle zu senden. Ob der Urheber dieser Kollekte wohl daran gedacht hat, welche horrende Anzahl von Briefen in Umlauf zu setzen sind, wenn dieselbe streng durchgeführt werden foll? Es sind im Ganzen 100663293 Stück! Muß man die in einer folchen Kollekte liegende, sehr starke Zumutung an die Arbeitskraft mildthätiger Geber schon als einen groben Unfug bezeichnen, so wächst dieser noch, wenn man bedenkt, daß das Aufbringen des Kapitals 100 Prozent Unkosten an Porto verursacht. Wenn auch selbstverständlich eine solche Sammlung nicht streng durchgeführt wird, so bleibt dieses Mißverhältnis doch immer dasselbe, und es leuchtet ein, wieviel Geld kopflos zum Fenster hinausgeworfen wird, das sonst besser seinen Zweck erfüllen kann. Der Urheber dieser Kollekte hat es gewiß gut gemeint; möchte er es sich jedoch vergegenwärtigen, daß mit einem derartigen fabelhaften Unternehmen an die Güte der Mitmenschen nicht appeliert werden darf. Als ein weiterer Unfug bei dieser Kollekte kommt noch hinzu, daß der Veranstalter derselben die„Deutsche Jäger=Zeitung" in Neudamm ohne deren Wissen und Willen als Empfangnahmestelle genannt hat. Da Kollekten, wie die in Rede stehende, überdies gesetzlich verboten sind, ersucht die„Deutsche Jäger=Zeitung" wiederholt dringend, die Schneeballkollekte für die Witwe Schäfer und den Jagdausseher Ott einzustellen. § Schwerte 29. Juni. Die Eisenbahn=Behörde hat die Verkehrs=Erleichterungen auf den Strecken der Direktion Elberfeld zusammengestellt. Dieselben werden, in Taschen=Format gedruckt, an der hiesigen Fahrkarten=Ausgabestelle unentgeltlich verabfolgt. * Schwerte, 29 Juni. An den Vorstand des hiesigen Krieger=Vereins ging aus St. Petersburg folgendes Schreiben ein: Da ich soeben aus den Zeitungen ersehe, daß für das Kyffhäuser=Denkmal noch nicht genügend Geld vorhanden ist, so erlaube ich mir, als früheres Mitglied Ihres Vereins, Ihnen einliegend 10 Rubeln(etwa 32 Mt.) für obiges Denkmal zu übersenden. Mit kameradschaftlichem Gruß W. Gerdes. Herr Gerdes war s. Z. Betriebsdirektor an der hiesigen Eisen=Industrie und verließ Schwerte vor etwa 3 Jahren, um in Rußland an einem größeren Werk der Eisenwarenbranche thätig zu sein, hat aber unserm Städtchen und dem Vaterlande ein warmes Herz bewahrt. - Schwerte 29. Juni. Gestern fand in Barop ein Gesangwettstreit statt, zu dem sich etwa 30 Vereine zum friedlichen Kampfe eingefunden hatten. In der Klasse lllb konkurrierten folgende Vereine: Quartett=Verein Witten,„Wachtel" Hamm, Schönthaler Männer= chor Wetter, Deutsche Schleife Dortmund, Niegedacht Hombruch, Männergesangverein Hombruch, Quartettverein Schwerte. Dem letzteren hiesigen Vereine gelang es, bei scharfer Konkurrenz den 3. Preis bestehend, in einer silbervergoldeten Medaille, zu erringen und gebührt dem Verein lobende Anerkennung. Schwerte, 27. Juni. Vorgestern fand in den Räumen der Restauration„Zur Flora“ (H. Schneider) ein Konzert der Hüttner'schen Kapelle aus Dortmund statt, welches gut ausgeführt wurde und sich eines zahlreichen Besuches erfreute. Der zweite Teil des Programms bot ganz besonders ansprechende, dem Geschmack des musikliebenden Publikums anpassende Musikstücke welche wohlverdienten Beifall ernteten. Schwerte, 29. Juni. Die Freiwillige Feuerwehr hielt am vergangenen Freitag in den Gartenanlagen des„Westfälischen Hofes“ ihre Generalversammlung ab. Dieselbe wurde von dem 1. Chef, Herrn Quadbeck, eröffnet. Vor Eintritt in die Tagesordnung erhoben sich die Anwesenden zu Ehren des an demselben Tage zu Grabe getragenen Mitgliedes Brenne von ihren Sitzen. Die Tagesordnung wurde in glatter Weise erledigt. Der 1. Chef erstattete in ausführlicher und sachlicher Weise den Jahresbericht und die Delegierten berichteten über den Verbandstag in Münster. Bei der darauf folgenden Vorstandswahl wurden sämtliche Mitglieder wiedergewählt, ein Zeichen des einmütigen Verhältnisses, welches in der Wehr herrscht. Die Kassenverhältnisse der Wehr, über die der Geldwart Stern berichtete, sind inbezug gegen früher als günstige anzusehen. Nachdem noch beschlossen war, der Einladung der Freiwilligen Feuerwehr Hörde zur Teilnahme an deren 25 jährigen Jubelfeier am 26. August, Folge zu leisten, war die Tagesordnung erledigt und bei einem Gläschen Freibier erklang noch manches„Gut Schlauch.“ L Schwerte, 29. Juni. Die Jubelfeier des Märkischen Lehrer=Gesangvereins, die bekanntlich am 1. und 2. Juli in Hagen stattfindet, steht nahe bevor. Da die weitgehendsten Vorbereitungen getroffen sind, so darf man einen großartigen Verlauf des Festes erwarten. Am Abend des 1. Juli findet im Heimbeck'schen Saale ein Konzert des Hagener Lehrer=Gesangvereins unter Leitung des Herrn Musikdirektors Kayser und des städtischen Orchesters unter Leitung des Herrn Kapellmeisters Schmitt statt, das nach dem uns vorliegenden Programm allen Freunden der Musik recht genußreiche Stunden bereiten wird. Am folgenden Tage wird dann der Gesangchor märkischer Lehrer um 11 Uhr in der Johanniskirche auserlesene Sachen der Kirchenmusik zu Gehör bringen. Die Mannigfaltigkeit von Chor= und Einzelgesang, Orgelspiel und die Verschiedenheit der Chorgesänge in Charakter und Art der Komposition, vom liedmäßigen Satze bis zur ausgeführten Motette wird einen tiefen Einblick in den Reichtum der Schätze gewähren, über welche unsere Kirchenmusik gebietet. Ferner wird ein umfangreicher Festhymnus, der vom Herrn Lehrer Linneweber zu Hagen gedichtet und vom Herrn Seminar=Musiklehrer Knabe zu Soest in Musik gesetzt ist, ebenfalls von mächtiger Wirkung sein. Hagen, 27. Juni. Der Grundstein zur vierten evang. Kirche wurde hierselbst in feierlicher Weise gelegt. Innerhalb zehn Jahren hat die größere evang. Gemeinde, deren Seelenzahl auf 33000 angewachsen ist, zwei neue Kirchen gebaut, gewiß ein Zeichen von großer Opferwilligkeit. Refflingsen, 27. Juni. In der ver gangenen Nacht ist der Overhoff'sche hierselbst ein Raub der Flammen geworden Das Vieh wurde gerettet; ein Teil des Mo., biliars und sämtliche noch vorrätige Streu= und Futtervorräte sind verbrannt. Menden, 26. Juni. Vor den Schranken der Strafkammer in Hagen standen gestern der Steinhauer Wilh. K. und Fabrikarbeite Frz. R. beide von hier, angeklagt wegen Wilddieberei. Es waren zu diesem Termine über 30 Zeugen geladen. Die Staatsanwalt schaft beantragte gegen beide Angeklagten 3 Jahre Gefängnis. Nach Urteilsverkündigung erhielten dieselben jeder 1 Jahr Gefängniz und 3 Jahre Ehrverlust. Scharfenberg b. Bril n, 24. Juni. Der Schmiedemeister Henne hierselbst fand gestern unter der fröhlichen Schar seiner jungen Küchlein ein Tierchen mit vier vollständig entwickelten Beinen. Der Eigentümer beabsichtigt, dasselbe dem Herrn Professor Dr. Landois in Münster für den dortigen zoologischen Garten einzu. senden. Gewiß eine außerordentliche Abnormität. Essen, 27. Juni Herr Geheimrat Krupp hierselbst hat seiner Vaterstadt die Summe von 600000 Mk. zur Errichtung eines neuen Krankenhauses zur Verfügung gestellt. Bei dem Bau der Anstalt sollen alle praktischen Neuerungen und Erfahrungen, welche auf dem Gebiete des Krankenhauswesens im letzten Jahrzehnt gemacht wurden, Anwendung finden; zu diesem Zwecke ist ein höherer Beamter des Werkes angewiesen, die großen Krankenhaus. Anstalten in den verschiedenen Städten Deutschlands zu besuchen. Werden, 25. Juni. Als nicht den Thatsachen entsprechend stellt sich jetzt die Mitteilung heraus über den Einzug der Deputation unseres Kriegervereins, die an der Einweihung des Kyffhäuser=Denkmals teilgenommen hat. Das Geschichtchen lief durch alle Provinzblätter. Der„Rhein.= Westf. Ztg. wird nun berichtigend mitgeteilt, daß die Deputation nicht wieder nach Essen zurückgekehrt und auf diese Weise nicht zum zweiten Mal eingetroffen ist. Thatsächlich liegt der Vorgang derart, daß der Kriegerverein beschlossen hatte, die heimkehrende Deputation zu empfangen. Da aber die Ankunftszeit derselben nicht bekannt war, so begaben sich die früher als erwartet angekommenen Deputationsmitglieder nach dem am Bahnhof liegenden„Werdener Hof“ und warteten dort, bis sich der Verein versammelt hatte, dann zogen sie mit demselben in die tadt. Aus diesem hingezögerten Einzug ist die Legende von der Rückehr nach Essen vermutlich entstanden. Der Deputation war vorher nicht bekannt gewesen, daß sie abgeholt werden sollte, sie erfuhr dies erst auf dem Bahnhofe. Damit fällt auch die Kritik in der Notiz, welche anzudeuten schien, daß die Deputation aus irgend welchen Absichten den Einzug selbst ins Werk gesetzt hätte. Bonn, 27. Juni. Ein sonderbarer Sport besteht, wie in der Generalversammlung der deutschen Gas= und Wassermänner mitgeteilt wurde, in unserer Stadt. Hierselbst wird die Zertrümmerung der Straßenlaternen, insbesondere der mit Glühlicht versehenen, in solchem Maßstabe betrieben, daß regelmäßig jeden Tag mindestens ein neuer Glühkörper eingesetzt werden muß. Düsseldorf, 27. Juni. Die Glücksgöttin war einem jungen Manne hierselbst hold, der in der Lotterie 20000 Mk. gewann. Nachdem er das Geld ausbezahlt erhalten hatte, wurde er seiner Braut untreu und reiste nach Berlin, von wo er sobald noch nicht zurückzukehren gedenkt. Nobele Gefinnung. Arbeiter=Bewegung. Solingen, 27. Juni. Ueber den Streik der Reider wird gemeldet:„Bei dem jetzt schon zwei Wochen andauernden Streik der Federmesserreider ist ein Ende noch nicht abzusehen. Inzwischen hat sich bei den mit den Reidern eng verwachsenen anderen Branchen auch ein Rückschlag bemerkbar gemacht; der Fabrikant, welcher keine Messer mehr gereidet bekommt, läßt dem Schmied, dem Schleifer, dem Ausmacher und sonstigen Arbeitern selbstverständlich keine Aufträge mehr zugehen, weil er eben das Material nicht mehr zusammenstellen kann und auf diese Weise kommen hunderte von Arbeitern außer Verdienst. Eine Lähmung der hiesigen Industrie wird, wenn nicht bald zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern Frieden gemacht wird, nicht ausbleiben. Abgesehen davon, daß hierdurch für die hiesige Industrie ein dauernder Schaden erwächst, ist der mit dem Streit verbundene Verlust für die Arbeiter sowohl als für die Fabrikanten kaum zu berechnen. Dürfte sich doch der Ausfall an Arbeitslohn allein auf wöchentlich 30000 Mark beziffern. Hoffentlich wird, da von beiden Seiten Annäherungsversuche gemacht werden, recht bald eine Einigung erzielt. Die Sektion der Reider zahlt an ihre streikenden Berufsgenossen, se nach der Bedürftigkeit, Unterstützungen bis zum Betrage von 15 Mk. wöchentlich; für Mann und Frau werden 9 Mk., für das erste Kin 2 Me und für jedes andere Kind je 1 Die diese einn der woll feld So im eifr aud Bewu eber die En der ent geb Ko ent eud euc De liel der (M ger her Eis mit Ja ihr 90 Pr 6 (0 S bl. und für„" undere nine*. an Unterstützung gewährt.“ Ut. 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Er führte sie zu einem großen Kornfelde und sagte ihr:„Tochter, diese Kornähren werden in den Händen derer, die sie gläubig pflücken, zum goldenen Schmuck; je größer und voller die Aehre, desto herrlicher das Geschmeide. Du darfst einmal durch das Feld gehen und suchen; aber nicht einen Schritt darfst du zurück thun.“ die Jungfrau dankte und ging in das Feld. Im Vorwärtsschreiten sah sie manche rroße, volle Aehre. Aber sie pflückte sie nicht; sie hoffte noch schönere zu finden. Endlich wurden die Halme immer kürzer und dünner, die Aehren mager und verkümmert. Nun bedauerte sie, die großen Aehren zurückgelassen zu haben und verschmähte, von dem armseligen Zeuge um sie her etwas zu pflücken; denn sie fand keine Aehre, welche ein vollkommenes Korn hatte. Sie schritt weiter; aber ach! ganz taub wurden die Aehren; endlich stand sie am Ende des Feldes— ohne irgend eine Aehre!— Der gute Geist brauchte ihr wegen ihrer Thorheit keinen Vorwurf zu machen; nur zu deutlich sah sie selbst, daß es zu spät war,— ebenso wie die vielen Tausende, die an ihrem Lebensabend mit Trauer und Bedauern der tausend goldenen Gelegenheiten denken, Gutes zu thun, welche unwiederbringlich für sie verloren sind, weil sie nicht rechtzeitig benutzt werden. Du hast schon einen guten Teil deines Lebens hinter dir; willst du noch auf bessere Gelegenheit warten, Treue zu beweisen und Liebe zu üben? * Die schönste Hand. An einem heißen Sommertage saßen zwei Mädchen in der Laube im Hause traulich beisammen. Sie plauderten eifrig über dies und das. Da kamen sie auch auf die Schönheit der Hände zu sprechen. Begriff uud Merkmale einer schönen Hand wurden erörtert und festgestellt. Da kam eben der Großvater der beiden Mädchen auf die Laube zu. Lächelnd berichteten ihm die Enkelinnen, wovon sie gesprochen und forderten ihn mit jugendlicher Keckheit auf, zu entscheiden, wer von ihnen beiden die schönste Hand habe. Der Greis blickte auf die dargebotenen Hände der Mädchen, schüttelte den Kopf und sprach:„Kinder, das kann ich nicht entscheiden! Wenn ihr wissen wollt, wer von euch beiden die schönste Hand hat, so wendet euch an die Armen; die können es euch sagen. Denn das ist die schönste Hand, welche am liebsten den Armen giebt und dabei die andere nicht wissen läßt, was sie thut.“ * Seit vier Jahren hat es in Zacatecas (Mexiko), einer hochgelegenen Bergstadt, nicht geregnet, infolgedessen eine schreckliche Dürre herrscht. Das nötige Wasser muß mit der Eisenbahn herbeigeschafft werden und wird mit funf Pfennigen das Liter verkauft. * 5759 Personen machten im vorigen Jahre in den Vereinigten Staaten von Amerika ihrem Leben ein Ende. Das sind also beinahe 900 Personen weniger als im Königreich Preußen, trotzdem die Vereinigten Staaten noch einmal so viel Einwohner wie der preußische Staat haben! In welchen Ursachen mag wohl dieser auffällige Unterschied zu suchen sein? * Brüssel, 24. Juni. Die Aerzte stellten fest, daß der Soldat de Ruiter, der in der Kaserne in beirunkenem Zustande geschossen, für seine Handlungen verantwortlich sei. Es sei klar, daß er unter dem Einfluß starker Alkoholgenüsse gehandelt, aber nach dem Militärgesetz sei das keine Entschuldigung. Er ist gewissermaßen ein zum Tode Verurteilter. Der Sergeant, welcher den betrunkenen Wüterich schadlos machte, ist zu einer hohen Auszeichnung vorgeschlagen worden. * Große Enttäuschung hat die Berliner Ausstellung den zahllosen Privatlogierhausbesitzern, wie den Vermietern einzelner Zimmer bereitet, indem die weitaus größte Mehrzahl trotz des starken Fremdenbesuchs bisher noch nicht den geringsten Nutzen davon gehabt bat. Die Ursache liegt darin, daß Berlin eine Unmenge kleiner, sehr billiger Hotels besitzt, und daß diese fast ausnahmslos in den verschiedenen Annoncenblättern 2c zu finden sind, welche den nach Berlin kommenden Fremden auf einer der letzten Eisenbahnstationen in den Wagen geworfen werden. * Petersburg, 26. Juni. Eine 15köpfige Räuberbande überfiel die Station Moloknoro an der baltischen Bahn, gerade als ein Personenzug dort anhielt. Zwischen dem Stations= und Zugpersonal und den Passagieren einerseits und den Räubern andererseits entspann sich ein blutiger Kampf. Vier Räuber wurden tötlich verwundet, die übrigen entflohen. * Der Besuch des Kyffhäuser wächst jetzt sehr. Große Verstimmung aber erregt bei all' den Tausenden, die jetzt das Denkmal besichtigen wollen, daß hierfür von jedem Erwachsenen 50 Pfennig, von jedem Kinde 25 Pfennig erhoben werden. Wer besonders den Turm besteigen will, mach zahlen, aber das Denkmal selbst muß freigegeben werden. Denn die deutschen Krieger haben dies Denkmal geschaffen, damit sich das deutsche Volk, salt und jung, daran erbauen, nicht aber, damit man Geld daraus schlagen soll. Eine furchtbare Feuersbrunst wütete in der Nacht vom Mittwoch zum Donnerstag in dem Dorfe Königsfelde bei Stettin, wodurch fast das ganze Dorf zerstört wurde. Das Feuer kam in dem Stalle des Bauernhofbesitzers Valbeck aus. In etwa einer Stunde standen die Wohnhäuser und Wirtschaftsgebäude von 17 Bauerngehöften in Flammen. Es gelang, einen Teil des Viehbestandes zu retten, jedoch wurde alles andere Inventar vernichtet. Kaum war dieser Brand gelöscht, so brach auf dem Gehöft des Besitzers Dreblow von neuem Feuer aus. Ein Löschen war nicht möglich; bald standen Wohnhäuser, Ställe, Scheunen usw. in Flammen. Alles wurde verbrannt. Im Ganzen sind im Dorfe siebzig Gebäude in Asche gelegt! Nur die Kirche, das Schulhaus und fünf Häuser blieben vom Brande verschont. Drei Kinder werden vermißt und sind vermutlich in den Flammen umgekommen. Von den Abgebrannten sind nur Wenige versichert, sodaß die Not und das Elend der armen Bewohner grauenhaft ist. Das Feuer wird auf Brandstiftung zurückgeführt, doch ist der Thäter unbekannt. *(Sie transit gloria mundi.) André Henry, der Schwimmlehrer des Prinzen Lulu, Bademeister in Biarritz, ist im Elend als Hundescherer gestorben. Während der letzten Jahre des Kaiserreichs war er eine ungesehene Persönlichkeit; er ging im Sommer nach Biarritz, wo er die Hofdamen in die Meereswellen tauchte und Monsieur de Bismarck kennen lernte, und verdiente viel Geld. Aber mit dem Kaiserreich schwand die Herrlichkeit, Henry sank immer tiefer, wurde schließlich Hundescherer und ergab sich dem Trunk. Er starb am Schlag. * Bekanntlich ist in Schweden bezüglich der Fernsprechgebühren eines der billigsten Länder, und doch weist das dortige Fernsprechwesen nicht allein einen riesigen Aufschwung in de: letzten Jahren auf, sondern auch sehr günstige finanzielle Resultate. Nach dem soeben erschienenen neuesten Jahresberichte der schwedischen Fernsprech=Verwaltung betrug nämlich im Jahre 1891 die Länge der Leitungsanlagen 22764 km, die Anzahl der aufgestellten Apparate 10294, im Jahre 1892: 29528 km und 12559 Apparate, 1893: 39225 km und 15971 Apparate, 1894: 46832 km und 19083 Apparate und 1895: 55 100 km und 22100 Apparate. Die Bruttoeinnahmen sind während der letzten 5 Jahre von 744983 Kronen auf 1 920000 Kronen und die Ausgaben von 486 684 Kronen auf 960000 Kronen gestiegen. Für die Ausführung der Fernsprechanlagen hat die Verwaltung des Telegraphenwesens von dem „Staats= und Reichsschuldenkontor, eine Gesamtanleihe von 5930000 Kronen erhalten, von der bereits 1065000 Kronen zurückbezahlt wurden. * Miß Gertrude Vanderbilt, eine Tochter des New=York Millionärs, hat sich mit Henry P. Whitney verlobt. Das Vermögen der jungen Dame wird auf 100000000 Mi. geschätzt. Sie ist eben 20 Jahre alt geworden. Erst im letzten Jahre führte sie ihr Vater in die„Gesellschaft" ein. Eine große Schönheit ist sie nicht. Aber sie besitzt ein„nettes“ Wesen und soll sehr„demokratisch“ angehaucht sein. Der Bräutigam, ein Sohn des früheren Marinesekretärs, wird vom Vater natürlich auch mit einigen Milliönchen versorgt werden. * Heil Dir im Siegerkranz! Wohl nur wenigen dürfte bisher die interessante Thatsache bekannt gewesen sein, daß die Melodie der preußischen Nationalhymne „Heil Dir im Siegerkranz“ einem schlesischen Wallfahrtsliede entlehnt ist. Die in Trier erscheinende theologische Zeitschrift„Pastor bonus“(„Der gute Hirte“) bringt hierüber folgende Notiz:„Zahllose große und kleine Tonkünstler haben bekanntlich im Laufe der Zeit ihren Bedarf an neuen Ideen aus dem reichen Schatze katholisch=kirchlicher Melodien zu decken versucht; daß aber unser ganzes preußisches Vaterland dort eine gewaltige Anleihe gemacht hat, war bisher im Dunkeln geblieben. Herr E. Handtmann in Seedorf an der Elbe erzählt in der Kreuzzeitung vom 10. 7. 1894 aus den Traditionen seiner Familie betreffs unsers„Heil Dir im Siegerkranz“ folgendes: Der Texi des„Königsliedes" wurde in Schlesien und Glatz durch die preußischen Soldaten im Jahre 1813 bekannt. Von Berlin und aus Brandenburg kommende Soldaten brachten den Text mit, aber niewand konnte das Lied singen. Da begegneten eines Tages Offiziere des schlesischen Heeres, unter ihnen Scharnhorst, einem Wallfahrtszuge, der unter Führung des katholischen Pfarrers Thamm von Cudowa (der weltbekannten Frauenheilquelle) nach Reinerz zog unter dem Gesange: Heil Dir, o Königin, Des Brunnens Hüterin Heil Dir, Maria! Zu Segen und Gedeih'n Laß sprudeln klar und rein Allezeit den Labequell: Heil Dir, Maria! Scharnhorst, ein großer Musikfreund, fragte den Pfarrer, woher diese Melodie stamme. Thamm erwiderte:„So haben wir hier in den schlesischen und mährischen Bergen schon von Alters her gesungen, es ist das ein ganz alter Wallfahrergesang.“ Diese Angabe wurde spater in Schlesien durch katholische Geistliche und auch durch Protestanten bestätigt. Die Offiziere griffen erfreut die schöne Melodie auf, unterlegten ihr den Text des „Königsliedes" und bürgerten sie ein. Oeffentlich wurde beides zuerst am 3. September 1813 in Teplitz vor Friedrich Wilhelm III. gesungen. Eine durchaus nicht unwahrscheinliche Vermutung des Herrn Handimann geht weiter dahin, daß sie auch in Frankreich und England wenigstens teilweise aus früherer Zeit nachgewiesene Singweise„einer altkirchlichen Wallfahrermelodie entstammte, die internationalen Charakters, in Deutschland und Oesterreich in reinem Original festbehalten worden war und auf der Grenze beider Reiche, im schlesischen Gebirge, zur glücklichen Stunde in neuer Weise weltbekannt wurde.“ * Der Zahnarzt. Zahnärzte sind die solidesten Charaktere. Sie dulden nichts Hohles und packen alles an der Wurzel an. Nur tapfer sind sie nicht, denn am liebsten— reißen sie aus. Neueste Nachrichten. Der„Preußische Staatsanzeiger“ schreibt: Der König hat den Handelsminister v. Berlepsch von seinem Amt unter Belassung des Titels und Ranges eines Staatsministers entbunden und dem Unterstaatssekretär im Eisenbahnministerium, Staatssekretär des Staatsrats, Brefeld, zum Handelsminister ernannt. Der neue Handelsminister steht im Alter von 57 Jahren. Er ist Westfale, katholisch und unvermählt. Er gilt als fleißiger Arbeiter und hat im Landtag häufig Entwürfe sachlich vertreten. Weiter aber ist von ihm wenig bekannt, politisch hat er sich nie hervorgethan. In Persien ist bereits auf den neuen Schah ein Attentat verübt. Der Schah blieb jedoch unverletzt. Der Thäter, wieder ein Babist, ist verhaftet. Abentur-Ausverkauf 18sc. Kleiderstoff-Angebot weit unter Preis: Meter eleganter Sommerkleiderstoff, 75.# Met. schwer. Crepe=Cheviot, doppeltbreit, 2 doppeltbreit, in neuen englischen Mustern, Mk.# neuester Kostüme=Stoff, in guten dunklen Farben, Dieses Angebot gilt bis zur nächsten Anzeige— Muster werden nicht abgegeben! Jacobsohn, Gladbacher Fabrik-Depot. Lina Neveling Heinrich Linnhoff, Verlobte. Westhofen, Ruploh b. Soest, im Juni 1896. Wege=Sperrung. Der Kommunal=Weg gen„Westhofen nach Shourg wird ausgebaut und ist die Wegestrecke von der Husener Mühle aufwärts bis zum Dorfe Syburg vom 1. Juli d. Is. ab bis auf weiteres Fuhrwerk Westhofen, 27. Juni 1896. Der Amtmann Rebber. Dienstag große und kleine Haselschweine Schwerte. Emil Cohen. UnterleibsBrüche. Mein Sohn Josef, 12 J. alt, litt seit einiger Zeit an einem schmerzhaften Leistenbruch, welcher ihm stets herabsank. Herr Dr. med. Lausch, Düsseldorf, Sternstraße 3, hat denselben innerhalb 4 Wochen so gründlich geheilt, daß er jetzt kein Bruchband mehr trägt und auch nicht das Geringste mehr spürt. Köln, Rh., Kl. Brinkgasse 10. Frau Ioden. Kostume. 2 tüchtige Gehülsinnen gegen hohen Lohn und ein ordentliches Lehrmädchen auf sofort gesucht. Näheres in der Expedition. Patent. ERTRAGT Kraftiges Sohlleder, das Pfd. zu 1,25 Mk., kauft man bei Heinr. Sauerland, Hagenerstraße 4. Suche für meinen bürgerl. Haushalt ein ordentliches für alle vorkommenden Arbeiten auf sofort oder später. 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September 1896, vormittags 9½ Uhr, vor dem unterzeichneten Gericht— an Gerichtsstelle— versteigert werden. Das Grundstück ist mit 4,92 Thl. Reinertrag und einer Fläche von 17 Ar 94 □-Meter zur Grundsteuer, veranlagt. Auszug aus der Steuerrolle, beglaubigte Abschrift des Grundbuchartikels, etwaige Abschätzungen und andere das Grundstück betreffende Nachweisungen, sowie besondere Kaufbedingungen können in der Gerichtsschreiberei II eingesehen werden. Alle Realberechtigten werden aufgefordert, die nicht von selbst auf den Ersteher übergehenden Ansprüche, deren Vorhandensein oder Betrag aus dem Grundbuche zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerks nicht hervorging, insbesondere derartige Forderungen von Kapital, Zinsen, wiederkehrenden Hebungen oder Kosten, spätestens im Versteigerungstermin vor der Aufforderung zur Abgabe von Geboten anzumelden und, falls der betreibende Gläubiger widerspricht, dem Gerichte glaubhaft zu machen, widrigenfalls dieselben bei Feststellung des geringsten Gebots nicht berücksichtigt werden und bei Verteilung des Kaufgeldes gegen die berücksichtigten Ansprüche im Range zurücktreten. Diejenigen, welche das Eigentum des Grundstücks beanspruchen, werden aufgefordert, vor Schluß des Versteigerungstermins die Einstellung des Verfahrens herbeizuführen, widrigenfalls nach erfolgtem Zuschlag das Kaufgeld inbezug auf den Anspruch an die Stelle des Grundstücks tritt. Das Urteil über die Erteilung des Zuschlags wird am 18. September 1896, vormittags 10 Uhr, an Gerichtsstelle verkündet werden. Schwerte, den 25. Juni 1896. Königliches Amtsgericht. Krieger= und Landwehr=Verein Höchsten. Am Sonntag, den 5. mittags 12½ Uhr, Antreten der Mitglieder im Vereinslokal zum Abmarsch nach dem 25jährigen Jubelfest nach Berghofen. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen bittet Der Vorstand. Marinierte Heringe, a Stück 5 Frz. Gessinger, Hüsingstraße 37. Krankheiten aller Art als: Augen=, Ohren=, Nasen-, hals-, Brust-, Lungen-, Magen=, Leber-, Nieren-, Blasen- und Geschlechtsleiden, Yschias, Gicht. Rheumatismus, Drüsen, Flechten Ausschlag u. dergl. wird mit nachweislich bestem Erfolge ohne Medizin behandelt u. geheilt. Sprechstunden in Schwerte, Bahnhofstraße 17, Mittwochs von 9—11 Uhr morgens. A. Benner, Prakt. d. medizinslosen Heilk. Hagen, Körnerstraße 50. 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Okt. 000 00 J. Mais Jun 89.50 J., Sept. 89,75 4. Roggenmehl Juni 14.95 4. Juli 14,95 #. Weizenmehl 0 18,50—15,50+ Weizenmehl 00 20,25—18,75#. Der heutigen Nummer liegt eine Beilage der Firma I. Mohr Wwe., Nortorf, bei, auf ldie wir hierdurch hinweisen. * echnikum der freien Hansestadt Bremen (Baugewerk-, Maschinenbau-, Schiffsbau- und Seemaschinistenschule) versendet auf Verlangen Programme kostenlos. Auch Elektrotechniker finden die beste Gelegenheit zur Ausbildung. Amtlicher Kereisbratt Abonnements=Preis pro Quartal 1 Mk. 50 Pfg. Erscheint Dienstags, Donnerstags und Samstags. Wöchentliche Gratisbeilage:„Illustrierter Familienfreund.“ Schwerte, Dienstag, 30. Juni 1896. Zweites Blatt. * Die Berliner Gewerbeausstellung. XVIII. Man pflegt unser Jahrzehnt mit besonderem Stolz das elektrische zu nennen und will damit sagen, daß die Elektrizität die Hauptlieferantin von Licht und Kraft sei. Wer sich vom Gegenteil überzeugen will, dem können wir einen Besuch des Gasindustriegebäudes in Treptow dringend empfehlen. Als es Edison und von Hefner=Alteneck gelungen war,„die Teilbarkeit des elektrischen Lichtes" praktisch anzuwenden, schien es um das Gas geschehen zu sein. Man prophezeite den Gaslaternen dasselbe Schicksal wie den Oellampen und hielt sogar alle Kapitalien, welche in Gasanstalten festgelegt waren, für ziemlich rettungslos verloren. Es begann nun ein stiller, erbitterter Kampf zwischen Gas und Elektrizität. In dem Beleuchtungswesen hatte die letztere so bedeutende Vorteile errungen, daß an eine Konkurrenz vorläufig nicht zu denken war. Die Gasindustrie warf sich daher zunächst mit Eifer auf Koch= und Heizvorrichtungen.„Koche mit Gas!“ wurde ein geflügelter Imperativ. So entstanden die Gasherde und=Oefen, welche wir in vorzüglichen Konstruktionen im Gasindustriegebäude bewundern können. Die Flamme versetzt hier ein Asbesttuch in helle Rotglut, und man glaubt sich wieder in die Zeit der Kamine zurückversetzt, wo sich alt und jung um den lodernden Holzstoß zu versammeln pflegten. Ein Gasofen strömt neben der Wärme noch ein gut Teil Gemütlichkeit aus, und das erklärt seine große Verbreitung. Während sich hier das Gas ganz neue Absatzgebiete erschloß, stellte ihm auch die konkurrierende Elektrizität neue Probleme. Es handelt sich um kleine Motoren. Man brauchte Kraftquellen von wenigen Pferdestärken, um die Lichtmaschinen für Hotels und Villen zu treiben. So entstand eine bedeutende Motorenindustrie, und die Abgabe von„Kraftgas“ bildet heute für viele Gasanstalten die Haupteinnahmequelle. Wir finden in unserer Spezialausstellung diese Motoren, deren Verwendung eine recht mannigfaltige ist. Da sie nicht denselben strengen polizeilichen Bestimmungen wie die Dampfmaschinen unterworfen sind, so hat man sie sogar für Straßenbahn= und Bootsbetrieb verwandt. Von besonderem Interesse ist aber die Entwickelung des Gasbeleuchtungswesens. Der „Deutsche Verein von Gas= und Wasserfachmännern“, hat die Entwicklung der gesamten Beleuchtung durch eine Reihe von Ausstellungsobjekten sehr anschaulich dargestellt. Wir gelangen vom Kienspahn über Kerzen, Oel und Petroleum zum Gas. Als nun die Elektrizität die Führung an sich riß, hatte sich die Gastechnik noch nicht von dem alten Schnittbrenner losgemacht. Sie war mangels einer ernsthaften Konkurrenz einigermaßen versumpft, und es war möglich, daß sich das Institut der Sparbrenner entwickelte. Durch diese Erfindung wurde der Gaskonsum etwa um die Hälfte vermindert. Die Flammen aber schrumpften zu leuchtenden Punkten von ca. ½ Nachtlichtstärke zusammen. Bereits nahmen die Arm= und Beinbrüche auf den Berliner Hintertreppen in erschreckenderweise zu, als das elektrische Licht wieder Leben in die Technik brachte. Man suchte der Konkurrenz zunächst durch die Gas=Carboration zu begegnen. Es wurden ihm die Dämpfe von Kohlenwasserstoffen zugesetzt, welche, wie man an den ausgestellten Kandelabern sehen kann, die Leuchtkraft recht bedeutend erhöhen. Den Vogel schoß aber schließlich Auer mit seinem Gasglühlicht ab. Durch die Verwendung der Edelerden, welche, wie die Technik mangels besserer Begriffe sagt, ein sehr großes Lichtemissionsvermögen haben, wurde das Gasglühlicht dem elektrischen ebenhürtig, und durch seine geringen Installationskosten überflügelte es dasselbe. Es wäre Luxus, Gasglühlicht besonders auszustellen. Wir finden es in und außerhalb Treptow reich vertreten. Freilich droht in der Acetylengasbeleuchtung auch ihm ein neuer Konkurrent, aber der bleibt jedenfalls„in der Familie", die„Gasmänner" machen es unter sich aus. Den Herren von der Glüh= und Bogenlampe gegenüber bilden sie eine geschlossene Phalanx. Sie haben einen schweren Streit, der zu Beginn recht aussichtslos für sie war, mit Glück durchgeführt, und bei diesem Hals an Hals Rennen hat das Publikum den Vorteil gehabt. Hoffen wir also im Interesse weiterer Fortschritte, daß die endgültige Entscheidung noch recht lange auf sich warten läßt. Haus= und Landwirtschaftliches. Frische(neue) Kartoffeln rasch und bequem zu schälen. Wasche die Kartoffeln ein wenig, lege sie auf ein grobes Tuch und bestreue dieselben mit grobkörnigem Salz, schlage alsdann das Tuch um und ziehe dasselbe fest mit den Kartoffeln hin und her, was am besten zwei Personen besorgen. Durch die heftige Reibung des Tuches mit dem Salz löst sich die noch dünne Schale der Kartoffeln in kurzer Zeit vollständig ab. Um Kartosseln, welche man kaufen will, auf ihre Güte zu prüfen, schneide man eine Kartoffel in der Mitte durch und reibe beide Teile aufeinander. Wenn die Sorte gut und mehlig ist, so kleben die beiden Hälften zusammen und es ist an den Rändern und der Oberfläche leichter Schaum zu sehen. Wasser darf selbst bei Druck nicht ausfließen, denn wo das der Fall ist, kochen sich die Kartoffeln wässerig und haben schlechten Geschmack. Inbetreff der Farbe ist es gewöhnlich ein gutes Zeichen, wenn das Fleisch der Kartoffeln weiß ist oder in das Gelbliche spielt, doch giebt es auch gelbliche Sorten, die sehr gut sind. Um den Ertrag der Kartoffeln zu vermehren und dabei auch weniger kleine und mehr große und mittelgroße Knollen zu erzielen, wird jetzt in einigen Gegenden ein besonderes Verfahren angewendet, welchem bedeutender Erfolg nachgerühmt wird und das daher immer mehr in Aufnahme kommt. Dasselbe besteht einfach darin, daß um die Mitte Juni oder anfangs Juli die Stengel der Pflanzen, wenn diese vollkommen entwickelt sind, niederbeugt und soweit mit Erde bedeckt werden, daß nur die Spitzen heraussehen. Diese Bedeckung soll dazu dienen, die Saftbewegung in den Stengeln zu mäßigen und mehr auf die Knollen abzuleiten. Zugleich aber soll dies Verfahren auch wesentlich dazu beitragen, die Erkrankung der Knollen zu verhüten. Das Abbrechen der Kartoffelblüten ist ebenfals als gutbewährtes Mittel zu empfehlen. Nachdem die Fortpflanzung der Kartoffel durch Knollen, nicht durch Samen geschieht, so wäre es unnütz, die Samen auf Kosten der Knollen sich ausbilden zu lassen. Brechen wir die Blüten rechtzeitig ab, so kommen die zur Ausbildung der Samen bestimmten Stoffe den Knollen zu gut und diese nehmen an Menge und Güte zu. Kartoffeln als Reinigungsmittel. Der Abgang der rohen Kartoffel, die Schale, ist, in kleine Stücke geschnitten und mit nicht zuviel Wasser vermischt, das beste Reinigungsmittel für Karaffen und beizt selbst veraltete Flecke aus dem Glas. Die rohe, geriebene Kartoffel(vorher nur gewaschen, nicht abgeschält) giebt eln vorzügliches Präparat zum Waschen von farbigen Wollsachen und Tapisseriearbeiten, die nach zweimaligem Durchwaschen nur mit Zusatz von Essig gespult werden. Zum Scheuern von Blech und Zinn giebt die in Wasser ausgelaugte Kartoffelschale ein der Pottaschenlösung ähnliches Beizmittel; auch lassen sich Messer mit einer durchschnittenen Kartoffel putzen. — Rohe Kartoffeln bilden die besten und leichtest zu beschaffenden Tintenwischer, besonders, wenn es gilt, Federn von getrockneter Tinte zu befreien, die ihnen eine dicke Kruste verleiht und sie untauglich zum Schreiben macht. Man braucht die Feder nur mehrere Male an verschiedener Stelle in eine rohe geschälte Kartoffel zu stechen, um ihr ein neues, von jeglicher Tintenspur befreites Aussehen zu geben. * Die gesegnete Mundsperre. Bei uns ist vor einiger Zeit eine närrische Geschichte passiert. Es wird unser Doktor zu einer Frau gerufen, er solle aber eiligst und schleunigst erscheinen. Der Doktor macht sich auf und kommt in das bezeichnete Haus und findet die Frau im Großvaterstuhl sitzend. Sie sperrt den Mund weit auf, macht ein jämmerliches Gesicht und stößt nur unverständliche Töne aus. Der Doktor sieht gleich, die Frau hat die Maulsperre. Er läßt den Barbier kommen; der muß ihr einige Schröpfköpfe setzen, und in einer halben Stunde ist das Gesicht wieder in Ordnung. Nun muß die Frau dem Doktor erzählen, wie das gekommen.„Herr Doktor,“ sagte sie,„die Leute sagen immer, ich hätte ein ganz gottloses Maul, es muß auch wahr sein, ich will aber in meinem Leben nicht wieder zanken und schimpfen. Ich hatte schon lange auf meine Frau Nachbarin einen Pick, ich Sinnsprüche, Denksprüche, Sprüchwörter 2c. Die Clique macht heutzutage mehr Talente, als die Natur. „„ * Es giebt Schwächen, deren nur der Starke fähig ist. ** * Auch auf einem Steckenpferd kann man sich zu Tode reiten. Wera Paulowna oder die Entscheidung im Schipkia=Paß von A. v. Liliencron. (Fortsetzung.) IX. Sie redeten ihr zu:„Er liebt dich nicht, Er spielt mit dir“— da neigte sie das Haupt, Und Thränen perlten ihr vom Angesicht, Wie Thau von Rosen. Emanuel Geibel. Fürst Krapotkin, dem Iwan schon in der Frühe des nächsten Morgens die versprochenen Erklärungen gebracht, hatte ihm auf das Gütigste versichert, sein Mögliches thun zu wollen, damit der Name des Grafen nicht in diese fatale Angelegenheit verwickelt würde. Er hatte auch Wort gehalten, aber es waren zuviel Menschen gewesen, welche die Anschuldigungen des roten Gesellen angehört hatten, so daß trotz aller Bemühungen des Fürsten das Gerücht von der Mitschuld des Grafen Rostotschin wie ein Lauffeuer durch Baden=Baden slog. Wie das bei solchen Gelegenheiten immer zu sein pflegt, war die Sache, bedeutend vergrößert, bald das Gesprächsthema in den höheren wie niederen Kreisen der Gesellschaft. Der Fürst bestritt alles auf das Entschiedenste und behauptete, selbst die verhängnisvolle Spazierfahrt vorgeschlagen zu haben. Zugleich sprach er sein Bedauern aus, daß die erschütterten Vorgänge des Abends die Nerven des alten Herrn dermaßen angegriffen hätten, daß er augenblicklich völlig unfähig sei, in den gewohnten Kreisen wieder zu erscheinen, er selbst sei bei seinem heutigen Besuche nur von der jungen Gräfin empfangen worden. Man war in der Gesellschaft viel zu artig, um dem Fürsten offen zu widersprechen, man ehrte in ihm seinen seinen Takt wie sein edles Herz, das den alten Herrn zu schonen suchte, aber man blieb völlig überzeugt davon, daß der Graf , Ddie eine oder die andere Weise in diesen nihitistischen Streich verwickelt sei. In den russischen Kreisen hatte man schon zu oft von den gefürchteten Drohbriefen der Nihilisten gehört, um nicht bei dieser Sache leidlich richtige Schlußfolgerungen ziehen zu können. Es war durchaus keine Unwahrheit, wenn der Fürst es aussprach, daß die Nerven des Grafen Rostotschin traurig erschüttert wären. Er fühlte sich„wirklich gebrochen an Körper und Geist, und vschon orei Tage seit jener unseligen Fahrt vergangen waren, hatte ihn noch keine Bitte der Tochter, keine Vorstellung Iwans bewegen können, sein Zimmer zu verlassen. Bei verhangenen Fenstern, in einen Lehnstuhl in sich zusammen gesunken, saß er da und starrte trübe vor sich hin. Seine Freuden hatten in der Welt gelegen, und jetzt, da diese, wie er sich sagte, mit den Fingern auf ihn wies und sich achselzuckend von ihm wandte, da brach sein schimmerndes Gebäude der Lust zusammen und er tastete vergebens nach einem Halt in der grenzenlosen Leere, die ihn umgab. In mürrischer Empfindlichkeit wandte er sich von Wera, denn er konnte den entsetzten Blick ihrer Augen nicht vergessen, als er an jenem Abende vor sie hintrat. Schweigend, wie in traumhaftem Gehorsam, hatte sie für den Erschöpften gesorgt, als aber sein Mund sich öffnen mollte, um zu ihr von den Schauern der letzten Stunden zu sprechen, da waren die dunklen Augen in ihrem blassen Gesichte unnatürlich groß geworden, und ihre Stimme hatte einen fremdartigen Klang gehabt, als sie ihn gebeten:„Sprich nicht von diesem furchtbaren Ereignis, ich kann es jetzt nicht ertragen, denn ich weiß alles.“ So hatte denn der Graf geschwiegen, aber der Tochter Antlitz war für ihn ein quälender Vorwurf geworden, darum verbannte er sie, so viel er konnte, aus seinem Zimmer. In seinen guten Tagen hatte er sorgsam alles Unangenehme beiseite geschoben, und daher suchte er auch jetzt krampfhaft danach die Stimme des Gewissens zu betäuben, welche nie lauter zu ihm sprach, als wenn ei Wera erblickte. Wie ein hülfloses Kind klammerte er sich in dieser Zeit an Iwan an, er fühlte instinktiv, daß dieser es war, welcher ihn, so viel er vermochte, geschützt hatte. Von ihm ließ er sich erzählen, auf welche Art Wera das Geheimnis erfahren hatte, und vertraute ihm, wie der erste Drohbrief der Nihilisten ihn erschreckt, so daß er ohne weiteres Bedenken den lästigen Ruhestörern das Geld geschickt habe. Erst durch ihr zweites Schreiben sei ihm klar geworden, wie gewagt sein Thun gewesen war, denn nun hätte er, ohne sich sosort zu kompromitieren, nicht anders handeln können, als dieser anscheinend harmlosen Aufforderung zu folgen. Aufreibende Klagen und ein nutzloser Jammer über die Schlechtigkeit der Menschen, welche ihn durch Drohungen und List in diese Sache verwickelt hatten, bildeten immer das Ende eines jeden Gesprächs. Was sich aber ganz besonders gleich einem scharfen Stachel in sein Herz bohrte, war die Bemerkung, daß seine lustigen Freunde sich ganz von ihm zurück zogen, denn außer dem Fürsten Krapotkin und einigen alten Damen, welche, wie er grämlich meinte, nur die Neugier hergetrieben, hatte sich niemand in diesen drei Tagen dei ihm sehen lassen. Am liebsten wäre er nun sofort abgereist, um den Undankbaren den Rücken zu kehren, welche in den Zeiten der Freuden mit ihm geschwelgt hatten und jetzt, da es ihm schlecht ging, kein Wort des Trostes oder der Aufheiterung für ihn fanden. Doch Iwans verständigen Vorstellungen war es gelungen, die Abreise der Familie um einige Tage noch hinaus zu schieben. Der Graf hatte es eingesehen, daß er durch solchen schnellen Aufbruch nur Oel ins Feuer gießen würde und fügte sich nun, wenn auch widerwillig, in den Aufschub. Während Neffe und Onkel über diese Sache verhandelten, stand Wera im Nebenzimmer am Fenster. Draußen sah es jetzt so aus wie in ihrem Innern. Der Sturm, der in den letzten Tagen die stolzen Häupter der Tannen gebeugt und wirbelnd den Staub der Erde aufgejagt hatte—. legte sich jetzt, auch der Regen ließ nach. Nur hier und da fielen noch einzelne schwere Tropfen nieder, und ab und zu zog ein kurzer Windstoß ächzend durch die Bäume, so daß es klang, wie das letzte Aufschluchzen eines Kindes, das sich müde geweint hat. So müde fühlte sich auch Wera, deren junges Haupt schwer an die Scheiben lehnte; die Augen, die sich auf die graue Wolkenwand richteten, hatten in der Stille viel geweint in diesen Tagen, und durch dies fröhliche Herz war der Sturm gezogen, der mächtig gerüttelt hatte an allem, was es wünschte und hoffte. Bleischwer hingen am Himmel die dunklen Wolken herab, und kein Stern wollte sich zeigen, so sehnlich auch die umschleierten Augen des Mädchens nach seinem tröstlichen Glanze ausschauten. Fröstelnd zog sie das Tuch um die Schultern und wandte sich von dem trüben Bilde fort. am Kamin, wo trotz des Juniabends ein Feuer brannte, hatte Iwan vorhin ihren Wiegestuhl für sie zurecht geschoben, mechanisch setzte sie sich dorthin und lauschte auf das Prasseln des Feuers. Sie bemerkte es kaum, daß ihr Vetter wieder in das Zimmer gekommen war und zu ihr heran trat. Wehmütig betrachtete sie der junge Graf. Ihr Bild trat vor seine Seele, so wie er sie noch vor wenig Tagen gesehen, in demselben Stuhle sitzend, von Sonnenschein umspielt, strahlend, lächelnd,— und jetzt!!! „Arme, liebe Wera,“ murmelte er unbewußt lauter als er wollte. Sie blickte auf.—„Ja arm und verlessen bin ich jetzt,“ seufzte sie,„nur Du bleibst uns in alter Treue. Komm, setze Dich zu mir, Du bist ja mein Bruder, mein teuerster Freund, es ist mir ein Trost, Dich bei mir zu wissen, bleibe jetzt, denn mir ist einsam und bange ums Herz!“ Er ließ sich dicht an ihrer Seite nieder und nahm liebkosend ihre Hand, während sie langsam fortfuhr:„Du hast es mir ja vorher gesagt, Dein Querkopf würde manches lernen müssen, er würde sich noch oft wehe thun und müde werden, und ich wollte es Dir damals nicht glauben, weil das Leben so sonnig schien. Es war, als hätten mich Flügel getragen, so sanft und so behutsam glitt ich hindurch und Liebe lächelte auf mich herab, Liebe winkte mir und verhieß mir eine wonnige Zukunft. Da kam über Nacht der Sturm, der brach meine Flügel; die Wolken deckten die Sonne zu und verhüllten meine Zukunftsträume, es wurde kalt um mich und öde. O Iwan, ich habe so viel, so viel zu lernen und bin so matt und müde, bin ein thörichtes Kind, das nicht Herr werden kann seines Herzens!“ „Du mußt Geduld haben mit dem Kinde," tröstete er,„die rauhen Wege sind ihm ungewohnt, aber der treue Herr der es hindurch führt, wird es auch schützen und seinem Herzen einen freundlichen Sonnenstrahl schicken, der es erquickt.“ Still, mit gefalteten Händen hörte Wera ihm zu, leise nur nickte sie mit dem Haupte, dann aber richtete sie sich plötzlich auf.„Du bist immer wahr gegen mich gewesen,“ sprach sie beklommen, „sage mir nun noch eins, war Fürst Urbinoff in diesen Tage nie hier?“ Angstvoll hingen ihre Augen an seinen Lippen. Er fühlte wie sein Herz schmerzlich aufwallte.„Nicht ein einziges Mal. Es scheint, daß er sich von dem Kleinod gewandt hat, welches er einst so brennend begehrte, weil er den Gedanken nicht ertragen kann, daß ein Schatten auf den Vater des Mädchens gefallen ist, das er zu seinem Weibe erwählen wollte,“ gab er bitter zurück.„Er hat nicht den Mut"... „Iwan,“ unterbrach sie ihn bebend,„wie kannst Du den einer Feigheit zeihen, dessen ganze Seele erfüllt ist von stolzem Mannesmut. Hat es Dich nicht selbst mit Begeisternug erfüllt, wenn Du seinen Worten lauschtest, die zum Heldenkampfe entflammten!“ „Was nützt das Rasseln des Schwertes vor dem Streit,“ zürnte der Graf.„Jetzt war Augenblick gekommen, seinen Mut zu beweisen, jetzt schlug die Stunde, wo es galt, der Geliebten zur Seite zu stehen und sie an sich zu ziehen. Aller Welt zum Trotz hätte er kühn hervortreten müssen mit seiner Liebe. So aber zeigten die Tage der Prüfung, daß er nich: Stand halten konnte, und daß sein Stolz größer ist als seine Liebe. Darum ist er Deiner nicht wert, Wera, und darum verdient er es nicht, daß Dein Herz sich um seinetwillen in Schmerz verzehrt!“ Bei Iwans ersten Worten bedeckte das junge Mädchen die Augen mit der Hand. Ach, in den schlaflosen Stunden der letzten Nächte hatte eine leise Stimme ihr zugeflüstert, daß es sich jetzt zeigen müsse, ob er sie wahrhaft liebe, und dann hatten sich dunkle Schleier um das lichte Bild gelagert, das sie von ihm in der Seele trug. Ihr junges, heißes Herz litt viel in diesen Tagen, aber mit dem erfinderischen Geist der Liebe entschuldigte sie Urbinoffs Handlungsweise immer wieder und hielt fest daran, daß, möchte kommen was da wolle, ihr Herz ihm doch gehören sollte. So hatte sie sich auch jetzt wieder schnell empor gerafft, und als der Graf schloß, flammten ihre dunklen Augen und ein brennendes wot zog wber hr Botts gge Uer uich „Du sollst ihn nicht scheiten, soun ion erniedrigen,“ rief de bestig, bac nicht an seiner bören, Iwan, denn ic hweiße 2.34 ui, ganze Wel, großen und edlen Seele, od aucy vie ganze Welt dagegen spräche. Habe ich es Dir nicht schon neuich gesagt, als er den Kionsky verteidigte, sein stolzer, gerader Sinn schreckt vor allem zurück, was hatte mir schon lange vorgegommen, sie einmal recht tüchtig abzuwaschen. Heut nun finde ich Gelegenyeit: als ich aber eben im besten Zanken und Schimpfen bin, bleibt mir der Mund so stehen, wie Sie gesehen haben.“ — Das ist bei uns passiert. (Aus dem Boten Bethesdas.) * Ein neues furchtbares Schiffs=Unglück. Wie der„Ostasiatische Lloyd“ aus Shanghai meldet, ist im dortigen Vorhafen der der „Indo=Chino=Dampfer=Gesellschaft", gehörige Flußdampfer„Owno“ mit dem englischen Küstendampfer„Newchwang“ zusammengestoßen. Der„Owno“ sank sofort, von den 350 chinesischen Passagieren wurden nur wenige gerettet. Vom anderen Schiffe wurde niemand beschädigt. * Ein unheimlicher Vorgang ereignete sich in der amerikanischen AquariumMenagerie, die zur Zeit in Mannheim ihr Zelt aufgeschlagen hat. Nachts wurden die Aufseher durch das Stöhnen und Schnauben eines Pferdes aus dem Schlafe geweckt. Nach diesen Geräuschen hörte man plötzlich ein ziemlich starkes Knirschen und Krachen, etwa so, als wenn Aeste oder Knochen zerbrochen würden. Dann war alles still. Als man dem Geräusch nachging, fand man im Pferdestall ein zum Schlachten bestimmtes Pferd verendet am Boden liegen; um den Leib des toten Tieres aufgewickelt erblickte man eine 8 Meter lange Riesenschlange. Wie sich herausstellte, hatte die Schlange dem Pferd eine Anzahl Rippen eingedrückt und das Rückgrat zerbrochen. Der „Mörderin“, die den wahrscheinlich mangelhaften Verschluß des Schlangenbehälters benutzt hatte, um zu entschlüpfen und einen Raubzug zu unternehmen, hatte niemand eine so enorme Kraftleistung zugetraut. Natürlich ist sie über Nacht berühmt und eine Hauptzugkraft der Menagerie geworden. * Die Musik als Heilmittel. Welchen beruhigenden Einfluß die Musik auf das Gemüt auszuüben imstande ist, dürfte wohl allgemein bekannt sein. Unlängst hat ein rumänischer Arzt diese Eigenschaft der Musik zu einem unmittelbaren Heilmittel erhoben, indem er sie bei einem unter Kindern häufig auftretenden Leiden, der sogenannten„nächtlichen Furcht“ mit bestem Erfolge anwendete. Ein dreijähriges Mädchen, welches in jeder Nacht mehrere Male mit den Aeußerungen des größten Entsetzens vor irgend einem eingebildeten Gegenstande erwachte und kaum zu beruhigen war, wurde folgender Kur unterzogen: Einige Zeit vor dem Schlafengehen mußte sich das Kind in die Nähe des Klaviers setzen, wo ihm die— glücklicherweise musikkundige— Mutter, jedesmal einen der drei Brillantwalzer von Chopin vorspielte. Das Kind schlief schon in der ersten Nacht ruhiger; in dem Maße, als die Musiksitzungen andauerten, wurde der Schlaf immer fester, bis endlich alle Erscheinungen vollkommen verschwanden. Allmählich schränkte man die Sitzungen ein, ohne doß sich das Leiden wieder gezeigt hätte. Die nächtlichen Furchterscheinungen sind besonders bei Kindern, welche erst kurze Zeit zur Schule gehen, ein häufig beobachtetes Uebel. Den musikverständigen Leserinnen kann das obige Mittel daher zum Versuch, dadurch die Geister der Furcht zu bannen, empfohlen werden. * Automatische Sparkassen sind eine neue Einrichtung, die sich in Italien seit einem Jahr aufs Beste bewährt. Sie sind an vielen Straßenecken aufgestellt. Wirft man ein Zehncentimes=Stück in den Spalt, so kommt unten die Empfangsbestätigung heraus. Je fünf solcher Empfangsbestätigungen können in den öffentlichen Sparkassen gegen ein Einlagebuch eingetauscht werden, wodurch der Besitzer in den Genuß der vorgeschriebenen 4prozentigen Verzinsung tritt und auch an den sonstigen Vergünstigungen Anteil erlangt. Diese Automaten haben den Vorteil, daß der Einlegende an keine Zeit gebunden ist und seine Einlagen ohne Formalität und Umständlichkeit erledigen kann, was für die arbeitenden Klassen sehr inbetracht kommt. Trotz der ungünstigen wirtschaftlichen Verhältnisse wurden im Jahre 1895 in Padua— wo der Versuch zuerst angestellt wurde— zwölftausend Franks in drei solchen Automaten gesammelt. Mailand und andere Städte Norditaliens sind denn auch dem Beispiele Paduas bereits gefolgt. * Zeitungspapier kann nicht nur zum Verpacken Verwendung finden, sondern kann auch, vermöge seiner Undurchlässigkeit für die Luft, als Schutz gegen die Winterkälte dienen. Mancher legt sich bei Erkältung eine Zeitung auf die bloße Brust; ferner wegen derselben Eigenschaft läßt Eis selbst im warmen Zimmer lange sich aufbewahren, wenn man es in Zeitungspapier schlägt. Ferner wirkt die Druckerschwärze auf Motten und Milben so tötlich wie Kampher; man braucht also Kleidungsstücke, Pelze 2c., um sie gegen Mottenschaden zu schützen, nur in alte Zeitungen zu hüllen. Schließlich giebt die Asche von Zeitungspapier wegen der darin enthaltenen Druckerschwärze ein vorzügliches Putzmittel für Messer und Gabeln ab. Also wer sich Zeitungen zum Lesen nicht hält, der halte sie wenigstens— gegen Mottenfraß und zum Messerputzen. das Tageslicht scheut. Um des Vaters Namen hängen sich die finsteren Gerüchte, und wir haben nicht die Macht und das Recht, sie zu zerstören. Aus solchem Hause darf er sich jetzt nicht die Braut wählen, in einer Zeit, wo alle die Seinen auf ihn blicken, wo er ihnen voran leuchten soll in jedem Schritt, den er thut. Jetzt nicht, jetzt ist nicht die Stunde für ihn, und was die Zukunft bringt, weiß Gott allein. Ich sage Dir, Iwan, wenn er jetzt vor mich binträte und begehrte mich zum Weibe, ich würdes ihm seinen Wunsch verweigern. Ich will nicht, daß eine Aufwallung des Mitleids und der Liebe ihn zu einem Schritt bestimme, den er in späteren Tagen vielleicht als übereilt emsände, wenn er hören müßte, daß man sein Weib als die Tochter des Nihilistenfreundes bezeichnete. Alle die Gründe, die ich Dir nannte, würde ich ihm wiederholen, aber dann noch ein Wort hinzufügen. Ich würde ihm sagen, daß ich immer an ihn und an seine Liebe geglaubt habe, und auch daran glauben würde, sollten wir uns nie mehr im Leben begegnen. Mein Herz, meine Gedanken und mein Gebet wollte ich ihm mitgeben und dieses Geständnis sollte mein Abschiedswort sein für ihn.“ Wera hatte mit fliegendem Atem gesprochen, der Strahl ihrer Augen konnten aber Iwan nicht täuschen, er wußte, daß, wenn auch die Lippen es nicht zugeben wollten, doch das junge Herz vor allem sich nur deshalb so krank und so zerrissen fühlte, weil der, dem es sich zu eigen gegeben hatte, in der Stunde der Not ihm fern blieb. Aber er schwieg, um ihr wundes Gemüt nicht weiter zu quälen. „Ich habe noch eine Sache mit Dir zu besprechen, Wera," begann er nach einer Pause, „Dein Vater wird noch für längere Zeit im Auslande bleiben, er selbst macht Dir aber den Vorschlag, nach Petersburg zurückzukehren. Gräfin Kiosk, Deine Tante, wird Dich mit Freuden aufnehmen, und für Dich kann das Wanderleben, das Dein Vater wahrscheinlich zu führen gedenkt, nur sehr beschwerlich sein, während, wenn Du unter dem Schutze der Gräfin Kiosk lebst, die Verhältnisse, in denen Du Dich dort befindest, für Deine Zukunft von weittragenden Folgen sein können.“ „Ich verstehe Dich völlig,“ erwiderte das Mädchen einst, zaber Du selbst könntest mir nie raten, eine meiner Pflichten zu verletzen um eignen Gewinnes willen. Sollte mir nur ein ersehntes Glück winken, um den Preis, daß ich meinen gebeugten Vater jetzt verließ, dann würde ich es nie begehren. Wo mein Vater hinzieht, gehe ich mit, das ist mein fester Entschluß; ich will ihn pflegen und ihn auftichten, so viel ich es vermag. All sein Glück sinkt in den Staub, er verzweifelt an den Menschen, die ihm jetzt den Rücken kehren, nur Du bleibst ihm und seines Kindes Treue. Die sollst Du nicht beschämen, der Vater aber soll es wissen, daß er auch eine Tochter hat, die bereit ist, Not und Schmach mit ihm zu teilen.“ „Wera, mein Kind,“ klang es jetzt wie in unterdrücktem Schluchzen aus dem Nebenzimmer. Der alte Graf hatte, unbemerkt von den beiden, die Thüre geöffnet, welche sie trennte, und ihr letztes Gespräch mit angehört. Wetterbericht.(Nachdt. verd Voraussichtliches Wetter am 30. Juni: Zeitweite heiteres, meist wolkiges bis trübes, warmes Wetter mit Regenfällen und Gewittern. 1. Juli: Etwas kühleres, wechselnd bewölktes Wetter, keine oder nur unwesentliche Niederschläge: Erprobt seit 1880 u. belobt in taus. Zuschr. ist nur der Holl. Tabak, 10 Pfd. lose im Beutel frko; 8 Mk., bei B. Becker in Seesen am Harz.[4 Das Mädchen erhob sich hastig, um zu ihm zu eilen. Dort im Lehnstuhl saß der Vater und breitete seine Arme der Tochter entgegen.„Das willst Du wirklich, Kind,“ murmelte er,„um Deines geschmähten Vaters willen, der das Unglück über Dich gebracht hat, diesem alten Manne zu Liebe wolltest Du den Lebensfreuden in Deinen jungen Jahren entsagen und mit mir ziehen einer unsicheren Zukunft entgegen.“ Wera kniete neben dem Lehnstuhle nieder und legte ihren Kopf auf seine zitternde Hand. „Ich gelobe, Dir eine treue Tochter zu sein,“ sprach sie feierlich,„ich will Dir dienen und Dein pflegen in Liebe und kindlichem Gehorsam.“ Seine Thränen fielen auf ihr Haupt.—„Und Du vergiebst Deinem Vater?" flüsterte er gepreßt. Sie blickte ihn liebend an.„Wir alle haben unsere Fehler, uns allen muß viel vergeben werden, und auch Du, mein Vater, mußt mir verzeihen, wenn meine eigenen Gedanken und Träume mich so eefüllten, daß mir nur wenig Zeit blieb, für Dein Freude und Dein Behagen zu sorgen.“ „Wir waren uns fremd,“ klagte er. „Il, das waren wir, mein Vater, aber nun wollen wir ruhen lassen, was vergangen ist, und wollen von neuem beginnen. Du sollst es erfahren, daß Deine thörichte, phantastische Wera auch eine liebende Tochter sein kann, die alles aufbieten wird, um Dich wieder fröhlich und gutes Mutes zu sehen.“ „Auch Du wirst wieder frisch und glücklich werden,“ meinte der alte Herr und strich liebkosend über ihr weiches Haar.„Iwan hat es ja früher so gut verstanden, Dein kleines Kinderherz zu beschwichtigen, er wird auch diesmal sein bestes thun. Es war eine bittere Erfahrung, mein armes Kind, sich in dem Manne getäuscht zu sehen, den Du liebtest. Aber die Wunde wird vernarben, und Dein Stolz wird Dir zu Hülfe kommen, um eine Liebe aus dem Herzen zu reißen, die nur so kurze Zeit erwidert wurde.“ Ein namenloses Weh zuckte um der Tochter Mund, als sie sich von den Knieen erhob.„Um eines bitte ich Dich, mein Vater,“ flehte sie,„wenn Dir meine Ruhe lteb ist, sprich nie zu mir von dieser Liebe, die ich immer in meinem Innersten bewahren werde, wie das stille Gedenken an einen fernen Abgeschiedenen.“ „Wie Du willst, gab er nach,„aber nun ruse mir Iwan, mich verlangt, noch manche Dinge mit ihm zu besprechen, jetzt, da ich weiß, daß Du mich nicht verlassen wirst." Wera gehorchte und atmete erleichtert auf, als sie sich nach den schmerzlichen Gesprächen nun endlich allein wußte. Ermattet ließ sie sich auf ihrem alten Platze nieder und preßte die gefalteten Hände gegen die Stirn.„„O mein Gott," betete sie,„hilf mir hindurch, verlaß mich nicht in diesen furchtbaren Tagen. Sie sagen, er liebt mich nicht, und eine verzagte Stimme in meinem Innern ruft mir dasselbe zu. Ich aber liebe ihn dennoch, ich werde ihn nie vergessen, und trotz allem glaube ich an ihn und seine Liebe. Ach dieses thörichte und verzagte Herz, es glaubt und zweifelt zu gleicher Zeit.“ (Fortsetzung folgt.) EmttAorsue!., Schwerte. Empfehle sautliche Keuherten in WCHorront- Khlasonkottokkolt Herren=Anzüge in Cheviot von 9, 12, 15 bis 23 Ml. Herren=Anzüge in Velour und Kammgarn von 10, 15, 10 bis 30 Mt. Knaben=Anzüge in den elegantesten Facons von 2,50 bis 10 Mr. Buckskin=Hosen in schön gestreiften Dessins von 3, 5, 7 bis 9 Mk. Großes Lager in 1 in Zwirn und Englisch=Leder, nur gute Qualitäten, zu den denkbar billigsten Preisen. 2 9 9 Endlich sind wir wieder in der Lage, unsere berühmte Germania=Collection zu dem fabelhaft billigen Preise von nur Mk. 7.50 zu versenden und zwar besteht dieselbe aus folgenden 15 Gegenständen: 1 schöne Goldin=Herren= oder Damen=Remontoir=Taschen=Uhr, Ankerwerk, genau gehend, zwei Jahre Garant. 1 schöne Goldin=Uhrkette. 1 Berloque(Anhängsel) zur Uhrkette. 1 Taschenmesser mit 2 Klingen, Korkzieher, Glasschneider, Glasbrecher. 1 Messerschärfer„Blitz“; jedes Messer wird nach 8- bis 10 maligem Durchziehen scharf. 1 Thermometer, zeigt stets die Temperatur genau und verläßlich an. 1 Baroskop(Wetter=Anzeiger), zeigt die bevorstehende Witterung 24 Std. früher an. 1 englische Federwaage, wiegt bis 12½ Kg 2 herrliche Wand=Decorations=Bilder, Landschaften, Seestücke oder Engel darstellend in gemustertem polirtem Metall=Rahmen. 2 goldimitirte Manschettenknöpfe mit Mechanik. 3 goldimitirte Chemisettenknöpfe. 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