„„ Abonnements=Preis pro Quartal 1 Mk. 50 Pfg. Erscheint Dienstags, Donnerstags und Samstags. Wöchentliche Gratisbeilage:„Illustrierter Verantwortlicher Redakteur: I. V.: Alexander Firchow, Schwerte. für den Frreis Gorde. Insertionsgebühr für die sechsspaltige Zeile oder deren Raum 10 Pfg außerhalb des Leserkreises 15 Pfg. Reklame 30 Pfg. Druck und Versag von Garl Braus in echwerte. 28. Jahrgang. Bekanntmachung. Die auf Anordnung des Herrn Ministers des Innern von dem Rechnungsrat Schaltenberg zufolge amtlichen Auftrages im Jahre 1875 bearbeitete und in den Jahren 1880 und 1888 in zweiter und dritter Auflage herausgegebene Zusammenstellung aller im hiesigen Regierungsbezirke geltenden Landespolizei=Verordnungen und der damit im Zusammenhange stehenden allgemeinen gesetzlichen Vorschriften soll nunmehr, nachdem dieselbe mit Rücksicht auf die im Wege der Gesetzgebung inzwischen fast in allen Zweigen der Verwaltung eingetretenen Veränderungen und wegen der zahlreichen in Anlaß der neuen Gesetze erlassenen Polizei=Verordnungen vollständig umgearbeitet worden ist, in vierter Auflage erscheinen. Indem ich allen Beamten und dem beteiligten Publikum dieses Werk, welches eine vollständige Uebersicht über das in 79 Jahrgängen des hiesigen Amtsblatts zerstreute Material der für den Regierungsbezirk geltenden Vorschriften polizeilicher Natur gewährt, hiermit empfehle, bemerke ich noch, daß dasselbe zu dem Preise von 5 Mk. schon jetzt bei den Gemeinde=, Amts= und Stadtbehörden, sowie bei dem Rechnungsrat Schaltenberg und der Verlegerin der F. W. Becker'schen Buchdruckerei, hier bestellt werden kann. Arnsberg, den 6. Juli 1895. Der Regierungs=Präsident Winzer. Bekanntmachung. Auf dem Kreistage am 13. Juli d. Is., wurden nachstehende Beschlüsse gefaßt bezw. Wahlen vollzogen: 1. Der Kreistag genehmigte mit 11 gegen 10 Stimmen eine Unterstützung von 100 Mk. für die Arbeiter=Kolonie Wilhelmsdorf und 100 wer. für die Anstalt Maria Veen. 2. Die ausscheidenden Mitglieder des Kreis=Ausschusses Gutsbesitzer A. Meinberg=Schüren und Bürgermeister Mönnich=Schwerte wurden wiedergewählt und zwar für die Funktionsperiode 1895 bis ultimo 1900. 3. Es wurde zum Kreis=Deputierten gewählt der Rittergutsbesitzer, Rittmeister a. D. Freiherr von Lilien=Opherdicke. In die Kommission für die Verwaltung der Kreisobstbau=Anlage wurden gewählt zu Mitgliedern: Gutsbesitzer Vieseler=Aplerbeck, Gutsbesitzer Natorp=Natorp; zu Stellvertretern: Gutsbesitzer Dieckerhoff=Lichtendorf, Gutsbesitzer Falkenroth=Sölde. 5. Als Kreis=Verordneter nach der Verordnung vom 30. Juni 1834 betreffend den Geschäftsbetrieb bei Gemeinheitsteitungen ansteue des verstorbenen Kreistags=Abgeordneten Gutsbesitzer Brendhoff= Menglinghausen wurde gewählt Gutsbesitzer Kahmann=Salingen. 6. In die Musterungs Kommission des Pferdebestandes für die bei einer Mobilmachung vom Kreise zu stellenden Pferde für den Bezirk HördeAplerbeck wurde Gutsbesitzer Natorp=Natorp gewählt. Derselbe wurde auch zu Nr. 7. der Tagesordnung als Taxator für die Ab schätzung der im Falle einer Mobilmachung zu stellenden Pferde gewählt. 8. Der Gutsbesitzer Vieseler=Aplerbeck und Fabrikbesitzer Schmitz=Hörde wurden als Vertrauensmänner für den Ausschuß zur Auswabl der Schöffen und Geschworenen für den Amtsgerichtsbezirk Hörde=Aplerbeck gewählt. 9. Als Sachverständiger für die Festsetzung der Vergütung für die Kriegsleistungen nach dem Reichsgesetz vom 13. Juni 1873 inbetreff deren anderweite Bestimmungen nicht getroffen sind, wurde Gutsbesitzer Eickhoff=Sölde gewählt. 10. In die Kommission für die Regulierung der Grundsätze und der Ausführung der Verteilung der Einquartierung auf die Gemeinden des Kreises wurden gewählt: als Mitglieder: Rittmeister a. D. Freiherr von Lilien=Opherdicke, Gutsbesitzer Dieckerhoff=Lichtendorf; als Stellvertreter: Rittergutsbesitzer Ebbinghaus=Dudenroth, Gutsbesitzer=Schulte=Wellinghofen. 11 Die von dem Vorsitzenden gethätigte Fzsoen. dung der 2. Hälfte der Zinsen der Kaiser=Wilheim= Augusta=Stiftung wurde einstimmig genehmigt. Hörde, den 15. Juli 1893. Der Königliche Landrat Spring. 4. Unser Kaiser ist am Freitag abend in Hernösand(Westernorrland), am Bottnischen Busen, im allerbesten Wohlsein eingetroffen. Auf ausdrücklichen Wunsch des Monarchen fand keinerlei Zeremoniell statt, auch den Zivilbehörden war aufgegeben, das Inkognito des Kaisers zu achten. Der während der Fahrt herrschende starke Nebel hatte sich gelegt. Am Samstag hörte der Kaiser Vorträge, während er am Sonntag dem Gottesvienst an Bord der Yacht„Hohenzollern“ beiwohnte. — Bei seiner Abreise von Stockholm hat Kaiser Wilhelm dem deutschen Gesandten Grafen Brach 1000 Kronen zur Verteilung unter die Armen in der Hauptstadt übergeben. Der Kaiser ließ am 25. Gedenktage der französischen Kriegserklärung an dem Sarge Kaiser Wilhelms I. im Mausoleum zu Charlottenburg bei Berlin und am Sarge Kaiser Friedrichs III. im Mausoleum der Friedenskirche zu Potsdam Kränze niederlegen. Eine Petition der kirchlich Orthodoxen gegen die theologischen Fakultäten ist gelegentlich eines kirchlichen Jahresfestes in Kropp an den Kaiser gerichtet worden. In der Petition ist von einer„zum Unheil unseres Vaterlandes“ wirkenden Lehrwillkür die Rede. Schließlich wird der Kaiser um seinen Beistand dafür gebeten, dem gelehrten Treiben ein Ende zu bereiten, durch das die gläubigen Glieder der Landeskirche mehr und mehr aus dem Verbande derselben herausgetrieben werden. Ueber die Erinnerungsartikel der deutschen Presse gelegentlich der 25jährigen Wiederkehr des französischen Krieges stellt die Köln. Zig. ihre Betrachtungen an. Frei von aller Gehässigkeit und Ruhmredigkeit sind alle diese Artikel. Um diese Erscheinung recht zu würdigen, müsse man sich einmal eine Vorstellung davon machen, wie Frankreich und die französische Presse sich verhalten würde, wenn damals nicht Deutschland, sondern Frankreich als Sieger aus dem Kampfe hervorgegangen wäre. Das ganze Jubiläumsjahr mit allen seinen hervorragenden Tagen wäre wie in Festrausche vergangen und von zarten Rücksichten auf die Besiegten wäre keine Rede gewesen. Auch wir Deutsche werden in der Periode der großen Schlachten unsere Gedenktage festlich begehen und uns der schweren Zeit und der Männer erinnern, die für die Sache geblutet haben und gestorben sind. Daß aber auch dann nichts erfolgen wird, was wie eine Herausforderung Frankreichs aussehen könnte, dafür bürgt nicht etwa die Rücksicht auf Frankreich, dem wir überhaupt irgend welchen Einfluß auf die Begehung nationaler Feste nicht einräumen können, sondern die allgemeine ruhige und friedliche Veranlagung unsres Volkes, dem heute der französische Krieg viel weniger als der ruhmvolle Waffengang erscheint, sondern als die Vorbedingung und Ermöglichung unsrer nationalen Einheit und des Wiedererstehens des deutschen Reiches. Dem lothringischen Reichstags=Abgeordneten Dr. Haas, ein Deutscher, der seine Nationalität verleugnet, wird es nun doch allzu ungemütlich in Metz. In einer vertraulichen Besprechung mit den anderen lothringschen Abgeordneten erklärte er, daß er sein Reichstags=Mandat niederlegen und in einigen Wochen nach Nancy übersiedeln werde. Das ist jedenfalls das Beste, was er thun kann. Italien. Cavalotti denunzierte Crispi der Staatsanwaltschaft wegen wiederholter Bestechung, Erpressung und Unterschlagung begangen im Amte. Die Verstärkung des Wachtdienstes an der chinesischen Grenze im Ussurie=Gebiete durch Ansiedelung von Kosaken aus dem europäischen Rußland ist definitiv angeordnet worden. Der Erfolg der bulgarischen Deputation in Petersburg wird im allgemeinen nur als recht gering angeschlagen. Die Anerkennung des Fürsten sei nicht erreicht, die Bereitwilligkeit Rußlands, einen offiziösen diplomatischen Agenten in Sofia einzusetzen, sei dagegen ein Danaergeschenk, nachdem man in Sofia mit den offiziösen Vertretern Rußlands nicht die besten Erfahrungen gemacht hat. Man denke nur an die gewaltsame Entthronung des Battenbergers. Uebrigens sprach der Zar den Bulgaren sein Vertrauen aus und versicherte sie seines Schutzes. Bulgarien. In Sofia hat am Samstag unter nicht gerade zahlreicher Beteiligung das Leichenbegängnis Stambulows stattgefunden. Wegen der Härte der Maßregeln, die Stambulow in Bulgarien zu treffen genötigt war, ist der Kreis seiner Freunde und Anhänger zunächst immer nur ein kleiner gewesen. Außerdem geht der große Haufe des Volkes mit der herrschenden Macht, Stambulow und sein Kreis stellte aber die oppositionelle Minderheit dar. Außerdem war allen Mitgliedern des Zivil= und Militärstaates eine Beteiligung an dem Begräbnis untersagt worden, weil Frau Stambulow in voller Würdigung der Thatsachen alle Beileidskundgebungen, auch die Kranzspenden des Fürsten mit der Erklärung zurückgewiesen hatte, Stambulow habe sterbend auch den Prinzen Ferdinand für seinen Tod verantwortlich gemacht. Für den ruhigen Verlauf des Leichenbegängnisses ist das Fernbleiben gewaltsam aufgedrängter Regierungsvertreter jedenfalls nur förderlich gewesen. Außer dem Kaiser von Oesterreich hatten auch die italienische rung, sowie der König von Serbien Kränze Den deutschen Kriegern. Ein Menschenalter ist geschwunden, Seit Frankreich Deutschland unterlag, Doch lebt, sind auch vernarbt die Wunden, Derselbe Geist am heut'gen Tag. Drum feiern wir im frohen Kreise Mit Sang und Bild, mit Wort und Klang, Was uns erfüllt in ernster Weise Und jubelnd uns das Herz durchdrang! Wenn wir uns in die Zeit versenken, Eins drängt uns auf sich mit Gewalt: Des alten Kaisers heißt's gedenken, Der hehren mächtigen Gestalt. Wie hat getrotzt er in Gefahren, Vor keinem Feind sich je gebückt, Doch— ungebeugt in hohen Jahren— Mit Lorbeer sich das Haupt geschmückt! Und als ein unheilvolles Brüten Ging schleichend durch der Franken Land, Griff frech in schrankenlosem Wüten Nach Deutschlands Ehre ihre Hand. Wie trat da Fürst und Volk zusammen! Nicht Bürger gab's da mehr und Heer, Eins waren sie in heil'gen Flammen, Das Saatfeld ward zum Waffenmeer. Da ging's zum Kampfe wie zum Spiele, Und Tod und Lust war kühn gesellt, Da gab es nicht der Helden viele, Das ganze Heer war nur ein Held! Auf Spichern's blutbedeckten Bergen, Bei Weißenburg und auch bei Wörth Schlug man aufs Haupt die fränk'schen Schergen, Wie sich's von deutscher Faust gehört. Und in drei schweren Kämpfen trugen Wir um Bazaine ein eisern Netz, Und ob sie sich auch knirschend schlugen, Gefangen wurden sie in Metz. Und als auf nächtlich=scheuen Wegen Napoleon von Sedan droht, Da ward nach mächt'gen Keulenschlägen Gefangen alles— oder tot!— Und ohne Weichen, ohne Wanken Schritt kalt und kühn der Siegesheld Bis vor den Fürstensitz der Franken, Der sich die Hauptstadt nennt der Welt. Doch immer weiter ging das Jagen Wie trieb er sie in hellen Haufen Im Doppelschlag vor Orleans; Noch besser lernten sie das Laufen In sieben Tagen vor Le Mans. 1ad. während noch die Bösser,ägrzen Und als Paris erst war bezwungen, Da hatten wir, ob er auch schnaubt', Dem Franzmann wieder abgerungen, Was er mit frecher Hand geraubt. Von Metz und Straßburg wehen wieder Mit Eisenkreuz und Kaiseraar, Die stolzen deutschen Fahnen nieder Auf Deutschen Volkes Heldenschar! Und was wir da erkämpft mit Schmerzen, Und was wir da erkämpft mit Blut, Das lebt noch heut in unsern Herzen, Das lodert fort in heil'ger Glut, Das stählt uns in des Friedens Tagen Der Liebe und der Treue Band, Das läßt uns Hermannsschlachten schlagen Für Herrscher und für Vaterland. So heb’ die Hand ich hoch zum Zeichen: Geloben wir's am heut'gen Tag, Wir wollen keinem Feinde weichen, Wie immer er sich nennen mag! Und will er rechts und links sich rühren, Soll Kaiser Wilhelms feste Hand Uns nur zu neuen Siegen führen, Mit Gott für König und Vaterland! Gedichtet vom Hauptmann Frhrn. von Seld anläßlich der Jubelfeier des Brandenburgischen Füsilier=Regiments Prinz Heinrich von Preußen Nr. 35 in Brandenburg a. H. uug, Fgaprerzmne, lag den Tag der Mobilmachung vor 29 Juhren. Als Prolog gesprochen beim gestrigen Krieger=Vereins zu Schwerte, vom Kameraden Weber. Unter schwerem Verdacht. Von G. v. Stramberg. (Fortsetzung.) Kaum eine Minute später stand Josefine wiederum neben ihm und schritt an seiner Seite mit bleicher, aber entschlossener Miene dem Chaussee„Ich bin doch etwas müde und angegriffen,“ bemerkte sie mit einemmale, indem sie sich einer in einiger Entfernung von dem Hause unter einer stattlichen Tanne angebrachten Bank zuwandte. Wenn Sie nichts dagegen einzuwenden haben, lassen wir uns dort nieder und ich werde Ihnen dann mit größerer Ruhe alles erzählen können, was mein Herz während des letztverflossenen Jahres Aufs äußerste gespannt durch diese Einleitung erklärte sich Rühle mit ihrem Vorschlage einverstanden, und sobald er neben ihr auf der Bank Platz genommen hatte, schöpfte sie einigemale tief Atem und begann hierauf folgendermaßen:„I## werde zmich so(kurz wie mäglich, zu fassen su die ganze traurige Vergangenheit derjenigen kennen lernen, welcher Sie bis dahin so viel Teilnahme Meine Eltern lebten, wie ich Ihnen bereits früher mitteilte, in Valparaiso, wo mein Vater ein nicht besonders großartiges, aber doch immerhin recht einträgliches Geschäft betrieb. Als mein Vater meine Mutter heiratete, hatte dieselbe bereits einen Sohn aus ihrer ersten Ehe mit einem gewissen Romero. Das einzige Kind aus der zweiten Ehe meiner Mutter blieb ich. Aus meiner Jugend erinnere ich mich, daß unser Zusammenleben ein glückliches war. Mein Vater liebte Eugen, wie mein Stiefbruder hieß, so zärtlich, als ob derselbe sein eigenes Kind wäre, und dieser vergalt jene Liebe durch ehrerbietigen Gehorsam und ein folgsames, ordentliches Betragen nach Kräften. Auch ich hatte den Bruder, der mich wie ein liebevoller Beschützer behandelte und jeden meiner kindlichen Wünsche stets sofort erfüllte, von ganzem Herzen gern, während meine Mutter geradezu ihren Abgott aus demselben machte. Auf ihn, den schönen und klugen Sohn, konzentrierte sich ihr ganzer mütterlicher Stolz und fast ihre gesamte Zärtlichkeit, denn wenn ich auch nicht behaupten kann, daß sie mich nicht gleichfalls liebevoll behandelt hätte, so fühlte ich doch sehr geghi, daß ichz, gegenDie Erinnerung an jenen Vorfall erfüllte die Erzählerin mit einem solchen Schauder, daß sie zusammenfuhr und das Gesicht mit beiden Händen bedeckte, und es dauerte eine geraume Weile, ehe se sich se weit gesop ,Hnnen, u(glassen Eier es Stimme fortfahren zu konnen:„Erlassen E es mir, Ihnen den Schmerz und die Vexzpeiklung meines Vaters oder die Klagen meiner schildern, welche ihrem Gatten vorwarf, daß er durch seine Hartherzigkeit gegenüber ihrem Sohne dieses Unglück verschuldet hätte. Diese unverdienten und unaufhörlichen Vorwürfe waren zu viel für den hartgeprüften Mann, der ohnehin entsetzlich unter dem Bewußtsein der seiner Familie zugefügten Schmach zu leiden hatte. Nach zwei Jahren stillen, aber unsäglichen Duldens wurde er durch den Tod von seinen Leiden erlöst. Um diese Zeit erhielt meine Mutter die Nachricht, daß es Eugen gelungen wäre, sich auf dem Landwege bis nach Buenos Ayres zu flüchten, und von dort aus unerkannt nach einem deutschen Seehafen zu entkommen, woselbst er sich gegenwärtig noch aufhielte. Sofort war der Entschluß meiner Mutter gefaßt. Sie wollte den Sohn, dem noch immer ihr ganzes Herz gehörte, so bald wie möglich wiedersehen, in aller Eile wurde daher unser Geschäft verkauft und mit dem kleinen uns über dem Bruder nur ein sehr venweivrurb piäßzchen übrig gebliehenen, Kapital schiften wir uns nach ihrem Herzen einnahm. Eugen wurde von ihrseneig Sefen gen wir nack langem Grchen, Eugen c Snsgnoge luß.81, muin ann netbordsgnis schzitton srinn ni ** 1170 3 Tdmluche 16 inis r gdni uz gnurie aud Mi c verwöhnt, die schwache Frau wußte ihm keinen seiner Wünsche abzuschlagen, die um so häufiger und weitgehender wurden, je weiter Eugen Alter trat, in welchem die jungen Leute bei uns die Abende statt zu Hause in den Wirtshäusern zuzubringen pflegen. Alles Geld, über welches meine Mutter verfügen konnte, gab sie heimlich dem Sohne, welcher dasselbe nur dazu benutzte, um ein sehr ausschweifendes Leben zu führen. Mit dem Alter von 22 Jahren war der früher so ordentliche und fleißige Eugen ein vollendeter Wüstling geworden, der sich zum großen Kummer meines Vaters zu keiner geregelten Thätigkeit mehr verstehen wollte und häusig genug erst am frühen Morgen halb sinnlos betrunken nach der elterlichen Wohnung heimkehrte. Mit sanften Vorstellungen sowohl, wie mit Drohungen suchte mein Vater Eugen auf bessere Wege zurückzubringen, als aber alle Versuche dieser Art an dem bereits vollständig verdorbenen und verhärteten Gemüte desselben wirkungslos scheiterten, da wies mein Vater endlich demjenigen, der nur Schande über unseren guten Namen brachte, die Thhre.,, L. SA46sich Drei Tage später durchte vie schreutiche Nachricht unsere Stadt, daß ein reicher Chilene des und noch am Abende desselben Tages wußte man Ret recheichemu cherrehenengren ruven) gerorsen Cher Jod-,noued nedss 916 alo usschiltnefteG 290 ro0 ud nsc *.Hsönötiod 8sdeid dnu 8redrän Sonis (Lglos zulchs) * Dort fanden wir nach langem Süchen a gen wieder, aber wie hatte sein Aeußeres sich veränoert! In jeder Hinsicht war er so heruntergekommen, sein Aussehen stand in einem so entsetzlichen Einklange zu der furchtbaren That, die er begangen, daß ich mich mit Abscheu von ihm wandte. Meine schwache Mutter wußte er kald zu überzeugen, daß er den Chilenen nur im Falle der Notwehr und durch einen unglücklichen Zufall ums Leben gebracht hatte, und sie verzieh ihm nicht nur, sondern gab ihm auch, in der Hoffnung, für sich und mich bei ihren Verwandten ein Unterkommen zu finden, einen großen Teil des mitgebrachten Geldes. Dann trennten wir uns wieder. Eugen blieb in der Hafenstadt zurück, während wir den Verwandten aufsuchten, aber nur um zu erfahren, daß derselbe gestorben sei und wir allein auf uns selbst angewiesen in der weiten Welt daständen. Meine Mutter wollte sogar nach dem Wohnorte Eugens zurück, diesmal aber erklärte ich mit aller Entschiedenheit, sie unter keinen Umständen dorthin begleiten zu wollen; jedoch erst, nachdem ich ihr vorgehalten, daß Eugen unter einem falschen Namen dort weilte, und daß wir unfehlbar seine Entdeckung und Verhaftung herbeiführen würden, wenn wir mit ihm zusammen lebten, stand sie von Gerdhprehl Gris nr-e, He chae. euhichen ####rnchticher Die Bittesmuio Geld, dsind sie nsguc##d unant rose#g stalcborted nognut tim toddel zim 29 Stinior„Sinnokrs chim 29 St0toS jun bild nsdnstürg nenis con froa„Jnoc 290 nochtioz olor nundälo dnoaichfreg anu zotfnn niem gesandt, die den Sarg Stambulows schmückten. Von den Mördern Stambulows sitzt der Hauptthäter, welcher den Revolverschuß abgab und dann flüchtete, bereits hinter Schloß und Riegel, er heißt Georgiew. Auch die Verhaftung der beiden Helfershelfer wird amtlich bestätigt Während die Komplizen hartnäckig leugnen, hat Georgiew erdrückt durch die Wucht der Beweise seine Thäterschaft angeblich bereits eingestanden. Spanien. Ueber einen neuen Kampf auf Kuba wird berichtet:„Marschall Campos kam in der Nacht des 11. Juli in Manzanillo an und begab sich am 12. morgens auf den Weg nach Madrugada und Bayamo mit einer Eskorte von 200 Mann Infanterie und 40 Mann Kavallerie unter dem Kommando der Obersten Baquero und Cera. In Manzanillo stieß General Santocildes mit einer gleich starken Streitmacht zu ihnen. Am folgenden Tage griffen die vereinten Truppen die Insurgenten unter Maceos Führung an. Campos leitete die Attacke persönlich. Santocildes fiel beim ersten Ansturm, viele Soldaten blieben tot auf dem Felde. Am 19. früh marschierte General Navarro mit 1300 Mann von Manzanillo und General Suarez Valdes mit 1500 Mann von Holguin nach Bayamo ab. Der Tod des Generals Santocildes, der an der Seite des Marschalls Campos fiel und einer der tüchtigsten Heerführer der spanischen Armee war, wird tief betrauert.“— Es steht also schlecht mit den Spaniern auf der Perle der Antillen und um das Unglück voll zu machen, wütet unter den spanischen Truppen auch noch das gelbe Fieber, dem bereits eine größere Anzahl der Mannschaften erlegen ist. Was soll es da nützen, daß die spanische Regierung noch in den letzten Tagen dieses Monats 6 Batterien und im September weitere 30000 Mann Verstärkungen nach Kuba entsenden will! Ehe die Nachschube eintreffen, ist der Stamm der Truppen aufgerieben, und die Verhältnisse bleiben ungeändert. Es gewinnt deshalb mehr und mehr die Meinung Verbreitung, den Spaniern wird nichts anders übrig bleiben, als, je früher je besser, ihren allerdings unrühmlichen Rückzug aus Cuba anzutreten. Unter den höheren Ständen und besonders den Grundeigentümern gewinnt die Anschauung immer mehr Raum, daß die jetzige politische und ökonomische Krise nur dadurch überwunden werden kann, daß die Vereinigten Staaten von Nordamerika eine Schutzherrschaft übernehmen oder gar die Insel sich einverleiben. Westfalen=Rheinland. Schwerte, 22. Juli. Die Eröffnung der Jagd findet im Regierungsbezirk Arnsberg statt auf Hasen, Auer= und Fasanenhennen am 14. September, auf Haselwild am 2. September. Der Beginn der Rebhühnerjagd in den Kreisen Dortmund Stadt und Land, Hörde, Lippstadt, Hamm, Soest, Bochum Stadt und Land, Gelsenkirchen und Iserlohn ist auf den 19. August festgesetzt, für die übrigen Kreise auf den 26. August er. o. Schwerte, 22. Juli. Der„Ev. Arbeiterund Bürgerverein“ hielt am gestrigen Tage seine Monatsversammlung ab, welche sich eines ziemlich guten Besuches erfreute. Nach Zahlung der Beiträge und Aufnahme ca. 15 neuer Mitglieder, durch welche die laufende Vereinsziffer auf 683 stieg, hielt Herr Dr. Renz einen hochinteressanten Vortrag über das Thema:„Königin Luise." Redner wies eingangs seiner Ausführungen auf die erinnerungsreiche Zeit hin, in der wir gegenwärtig stehen; fast jeder Tag der laufenden Wochen sei ein Gedenktag an die glorreiche Zeit von 1870/71. Einer der wichtigsten Tage sei der 19. Juli, der Todestag gab und gab, bis zuletzt unser kleines Kapital auf einige hundert Mark zusammengeschmolzen war. Die geheimen Sorgen um Eugen und um unsere Lage hatten ohnehin ihren Körper bereits stark angegriffen, und als sie dann noch von einer schweren Krankheit befallen wurde, war ihr abgematteter Körper nicht imstande, derselben Widerstand zu leisten. Sie schied aus dem Leben, nachdem ich ihr vorher auf ihrem Sterbebette feierlich hatte geloben müssen, mich stets meines Bruders, dessen Besserung sie noch immer erwartete, anzunehmen. und vor allem nie mit einer Silbe zu verraten, was derselbe in Valparaiso begangen. Sowie ich den Schmerz über den Tod meiner Mutter einigermaßen niedergekämpft hatte, begab ich mich auf die Suche nach einer passenden Stelle, wobei mich dann das Schicksal zu der Frau Kommerzienrätin Berndt führte. Von Eugen hatte ich nichts mehr gehört und schon dachte ich, daß er vielleicht wieder nach einem anderen Lande ausgewandert sei, als ich eines Tages— wie er meine Adresse erfuhr, weiß ich heute noch nicht— einen Brief von ihm erhielt, in dem er mir mitteilte, daß er mich nächstens besuchen würde, um ein Darlehen bei mir aufzunehmen. Mit welcher Angst dieser von Anfang bis zu Ende in höhnischem, frechen Tone abgefaßte Brief mich erfüllte, werden Sie begreifen, Herr Assessor. Schon der Gedanke, daß dieser so tief gesunkene Mensch sich der Kommerzienrätin, die mich wie eine Tochter behandelte, als mein Bruder vorstellen könnte, trieb mir die Schamröte ins Gesicht, dann aber quälte mich entsetzlich die Furcht, als könnte Eugen bei irgend jemand Verdacht erwecken oder gar die Aufmerksamkeit der Polizei auf sich lenken. Einige Tage, nachdem ich den Brief erhalten, saß ich gegen Abend, mit einer Stickarbeit beschäftigt, an dem offenen Fenster meines Zimmers, als ich zemand am Rande des Waldes dahinschleichen sah, der aufmerksam unser Haus nach allen Richtungen betrachtete. Dieser Mann war Eugen. Sowie er mich erkannte, winkte er mir lebhaft mit der Hand, warf noch einen prüfenden Blick auf mein Fenster und verschwand alsdann rasch zwischen den Bäumen. der Königin Luise, der Tag der Erneuerung des eisernen Kreuzes, gleichsam der Beginn der Kämpfe. In einstündigem, freien Vortrage schilderte Redner dann das Leben der Königin Luise, ließ an geeigneter Stelle passende Gedichte einfließen und wies auf die hohe Bedeutung dieser edlen Frau für die damalige Zeit, für Volk und Vaterland hin. Dem Redner, dem die Versammlung in gespannter Aufmerksamkeit folgte, wurde reicher Beifall gezollt: die Zuhörer bekundeten selbigen durch Erheben von den Sitzen. Wir schließen unsern Bericht mit dem Wunsche, daß weitere Herren erbötig sein möchten, gelegentlich in genanntem Verein einen Vortrag zu übernehmen; Vorträge verfehlen nie ihre bildende Kraft, und in heutiger Zeit sind Vereine dieser Art von weitgehendster Wichtigkeit und Bedeutung. □ Schwerte, 22. Juli. Der Kriegerverein beging gestern sein diesjähriges Sommerfest. Zwar machte der Himmel schon beim Antreten des Vereins um 1 Uhr ein düsteres Gesicht und sandte auch bald seine von Falb prophezeiten„Niederschläge", aber trotzdem rückte der Verein kurz nach ein Uhr in einer Stärke von mehreren Hundert Mitgliedern nach dem Marktplatz. Dort angekommen ergriff der Ehrenpräses Dr. Tütel das Wort, die Kameraden bittend, hier öffentlich auf dem Marktplatz ihrer patriotischen Gesinnung durch ein dreimaliges Hoch auf Se. Maj. Wilhelm II. Ausdruck zu geben. Vom Marktplatz aus ging es in stattlichem Zuge zum Freischütz, unterwegs in keiner Weise mit nassen Aufschlägen verschont. Trotz der trüben Witterung kam am Freischütz bald die alte soldatische Frölichkeit zum Ausbruch. Der zeitweise niederströmende Regen vermochte auch nicht die veranstalten Kinderbelustigungen in irgend einer Weise zu beeinträchtigen und fanden dieselben sowohl bei Beteiligten als auch bei Zuschauern in ihrer schönen Anordnung allgemeinen Beifall. Das Preisschießen, das Konzert der Kleff'schen Kapelle, sowie die Vorträge der Gesangabteilung fesselten die Festteilnehmer in einer solchen Weise, daß sich jeder wunderte, wie schnell die Zeit verflossen sei, als gegen 8 Uhr das Signal zum Rückmarsch gegeben wurde. War auf dem Hinmarsch der Regen noch einigermaßen gelinde, so regnete es auf dem Rückmarsch reinweg Bindfäden, aber auch das vermochte nicht den alten Soldaten ihre Feststimmung zu rauben, im Gegenteil, je dichter es regnete, um so lauter erscholl der fröhliche Gesang. Bei dem nachfolgenden Ball war das geräumige Vereinslokal dicht gefüllt, und verlief derselbe in schönster Weise ohne jede Trübuug. In der zweiten Tanzpause hielt der Ehrenpräses in seiner bekannten kernigen Weise die Festrede und später brachte Kamerad Weber einen gereimten Festprolog schön zum Vortrag. * Schwerte, 22. Juli. Nach einer Ver fügung des preußischen Kriegsministers ist es nunmehr auch den Gendarmen gestattet, sich auf ihren Dienstreisen des Fahrrades zu bedienen. w Schwerte, 22. Juli. Aus Anlaß der 25. Jubelfeier des deutsch=französischen Krieges hat unser Kriegerdenkmal einen neuen Anstrich erhalten. Es sieht jetzt wieder äußerst schmuck und ansprechend aus. w Schwerte, 22. Juli. Großes Interesse erregen jetzt die regelmäßig wöchentlich statt findenden Uebungen unserer freiwilligen Feuerwehr. Besonders war dies am letzten Samstag abend der Fall, wo die Wehr am Stamm'schen Neubau, Sedanstraße, übte. Zuerst wurden einige Schulübungen vorgenommen, die außerordentlich exakt verliefen. Dann schritt man zum Sturmangriff, wozu die Spritze benutzt werden mußte, da der Hydrant eine kleine Störung erlitten hatte. Auch der SturmanMeine Unruhe war hierdurch auf's höchste gestiegen, dieselbe legte sich jedoch wieder einigermaßen, als ich an den nächsten Tagen, trotzdem ich sehr häufig zum Fenster hinausspähte, von Eugen keine Spur mehr entdeckte. Ich nahm an, daß er sein Vorhaben, mich zu sprechen, endgültig aufgegeben habe, und bei diesem Gedanken beruhigte ich mich so weit, daß ich mich endlich entschloß, der Frau Förster den längst versprochenen Besuch abzustatten. Da es schon sehr spät geworden war, als ich von dort aufbrach, so begleitete mich Herr Michels bis in die Nähe der Villa, um alsdann, mich in voller Sicherheit wähnend, zu seiner kranken Frau zurückzukehren. Es war an jenem Abend sehr dunkel, so daß der Förster, als er sich etwa hundert Schritte von mir entfernt hatte, mich nicht mehr hätte erkennen können. Ich befand mich nicht mehr weit von dem Fenster meines Zimmers, als ich sah, wie ein dunkler Schatten aus demselben rasch die Wand herabglitt, und alsdann kam dieser Schatten in stürmischer Eile gerade auf mich zu. Bald sah ich, daß es mein Halbbruder Eugen war, der während meiner Abwesenheit in mein Zimmer geschlichen hatte und hier nun zufällig mit mir zu sammentrat,„. kans most.: Die Ahnung eines neuen Verorechens, Weichen Eugen begangen hatte, durchschauerte mich, und diese Abnung wurde zur Gewißheit, als er plötzlich stehen blieb und in höhnischem Tone sagte:„Ei, ei, mein sittsames Schwesterchen, trifft man Dich so spät hier im Freien! Ich dachte schon, Du wärest zu vornehm gewesen, um meiner Einladung zu einem Rendezvous zu folgen, aber das erklärt freilich die Sache auch auf eine andere Weise. Nun, Deine Abwesenheit war für mich gerade kein Schaden, nun rate ich Dir das eine an, mich nicht zu verraten. Denn wenn man mich entdeckte, so könnte mich die frühere Geschichte meinen Kopf kosten, und das hättest Du auf dem Gewissen, abgesehen davon, daß es Dir auch keine Ehre brächte, wenn Du vor der Oeffentlichkeit als die Schwester eines Mörders und Diebes daständest.“ (Schluß folgt.) griff war sehr gut, trotz des mißlichen Umstandes, daß die Leitern sich als zu kurz erwiesen. An dieser Stelle wollen wir auch noch einmal auf die Leistungen der Wehr bei dem Brande am Freitag zurückkommen. Trotz der weiten Entfernung vom Spritzenhause bis zur Brandstätte waren die Mannschaften bereits in 10 Minuten zurstelle. Allgemein muß es auch anerkannt werden, daß die Wehr, obgleich die lokalen Verhältnisse nicht günstig waren und ein heftiger Wind wehte, den Brand schnell lokalisierte, sodaß die Gefahr in verhältnismäßig kurzer Zeit beseitigt war. Ein Umstand nur erschien auffallend, nämlich daß die Wehr noch mit den alten einholmigen Leitern ausgerüstet ist, die doch längst nicht mehr den modernen Anforderungen genügen. Hätte dieselbe die neueren zweiholmigen besessen, so wäre es, unserer Ueberzeugung nach, den eifrig arbeitenden Mannschaften gelungen, wenigsteus das Vorderhaus gänzlich unbeschädigt zu erhalten. Wie wir hören, hat der Vorstand der Wehr bereits den Antrag beim Magistrat gestellt, verschiedene neue Ausrüstungsgegenstände anzuschaffen, ein Gesuch, daß wir nur befürworten können, da die Mitglieder der Wehr nicht nur ihre freie Zeit dem Allgemeininteresse opfern, sondern auch ihre Gesundheit, ja eventl. ihr Leben auf's Spiel setzen. Alles in allem kann man sich freuen, daß das Interesse an der Wehr wieder neu erwacht ist, was man am besten beurteilen kann, wenn man sich ihre frühere Lethargie vergegenwärtigt. Hoffen wir, daß es dem thatkräftigen Präses Herrn Quadbeck gelingt, sie stets auf der Höhe der Zeit zu halten.— Von dem letzten Gewitter haben wir noch nachzutragen, daß die getöteten Kühe des Herrn Sternberg versichert waren, außer den getöteten wurden noch 2 Kühe gelähmt, während einem Ochsen ein Auge ausgeschlagen wurde. Auch in der Umgegend und an ferneren Orten hat das Gewitter Schaden angerichtet. So wurde dem Landwirt Schröder zu Lappenhaus bei Geisecke ein wertvolles Fohlen auf der Weide erschlagen. In Lenninghausen bei Hennen wurde der Schornstein an der Dampfbrennerei zerstört. In Altendorf brannte das Haus des Bergmanns Krämer durch Blitzschlag ab. Bei Königsborn schlug der Blitz in die Schafherde des Gutsbesitzers Lambardt, 15 Schafe wurden getötet. Der in der Nähe be findliche Schäfer kam mit dem Schrecken davon. In Plettenberg, Niederschelden, Kreuzthal und Schledorn sind ebenfalls Häuser infolge Blitz schlages eingeäschert worden. * Wandhofen, 22. Juli. Zu der Notiz in der Nummer vom 18. d. Mts. wird uns mitgeteilt, daß von den angeblichen Messerhelden niemand verhaftet wurde. Der Vorfall spielte sich auch nicht hier ab, sondern zuerst an der Rettelmühle und dann auf der Westhofener Chaussee. § Refflingsen, 18. Juli. Gestern begingen die Eheleute Leibzüchter Karl Kirchhoff in bester Gesundheit und Geistesfrische das seltene Fest der goldenen Hochzeit. Aus der Nähe und Ferne waren sie herbeigeströmt, zu Fuß und zu Wagen, die Geschwister, Kinder, Enkel, Freunde und Bekannte. Nicht weniger als ca. 20 Enkel umringten frohbeglückt das verjüngte, allgemein so beliebte und geachtete Jubelpaar, dem der Wiederschein inneren Glückes und die weihe= und wonnevolle Feststimmung aus den Augen strahlte, wie der flutende Sonnenschein draußen, der durch der Bäume Grün lugte und auf die fröhliche Menschenschar schaute, die im Freien an langen Bänken Platz gefunden, genau an der Stelle, wo vor 50 Jahren durch Priesters Hand der Lebensbund geschlossen und eingesegnet worden. Fünfzig Jahre ist eine lange Zeit, fast zwei Menschenalter! Da ist manch Stück Familien=, Dorf= und Weltgeschichte vorübergerollt, manch Freundschaftsbund geschlossen, auch mancher Sargdeckel über teure Angehörige und liebe Freunde, da ist manch Freuden= und Schmerzesthräne dem Auge entquollen. Herr Pastor Heinenberg überreichte nach tiefempfunder, erhebender Ansprache, der er das Wort der Heiligen Schrift zu grunde gelegt:„Siehe, Ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende“, dem sichtlich bewegten Jubelpaar die von Sr. Maj. dem Kaiser gestifteten Ehejubiläums=Medaille mit einem Schreiben aus dem Kaiserlichen Zivilkabinett und nameus des Presbyteriums eine schöne Bibel. Manches ernste und heitere Wort wurde noch gesprochen an der langen, fröhlichen Tafelrunde, an der auch mancher teilnahm, der vor 50 Jahren die erste Hochzeit mitgefeiert. Möge dem verehrten Paar auch die Feier der diamantenen Hochzeit vergönnt sein! In diesen Wunsch werden gewiß viele einstimmen, die auch nicht an der gestrigen Feier teilgenommen. Der Wunsch kann bei Rüstigkeit und Geistesfrische der Jubilanten sehr wohl eintreffen. War es den Eltern des Jubelbräutigams, der, nebenbei bemerkt, 75 Jahre alt ist und auf eine 45jährige Thätigkeit als Schulvorsteher zurückblicken kann, doch durch Gottes Gnade gegeben, die Gnadenhochzeit(mit 70 Jahren) zu feiern. o. Eichholz, 20. Juli. Für den z. B. krankheitshalber beurlaubten Herrn Lehrer Möller hierselbst ist seitens der Königl. Regierung zu Arnsberg der Schulamtsbewerber Herr Kreikebaum aus Sirrin, Kreis Altena, mit der Verwaltung der Lehrerstelle betraut worden. Aplerbeck, 20. Juli. Ausgegraben sind auf dem Friedhofe die Leichen dreier Kinder einer hiesigen Familie, welche schnell hintereinander und zwar in Abwesenheit der Eltern verstorben sind. Es wurde schon längere Zeit über die Sache geredet, hoffentlich wird sie jetzt klargestellt. Die Leichen sind nach Dortmund geschafft. * Aplerbeck, 22. Juli. Dem Lehrer Friedrich Michel aus Ampen ist definitiv eine Schulstelle in der evangelischen Schulgemeinde hierselbst, übertragen worden. Hörde, 19. Juli. Auf der„Hermannshütte“ ereigneten sich in der vergangenen Nacht wieder mehrere bedauerliche Unfälle. Im Blockwalzwerk war der Arbeiter Carl Schmiemann, wohnhaft im Bickefeld, damit beschäftigt, den abgelaufenen Riemen wieder auf die Riemenscheibe zu werfen, als die bis dahin stillstehende Maschine plötzlich in Gang gesetzt wurde. Noch ehe Sch. sich in Sicherheit bringen konnte, wurde er von der Transmission erfaßt und mehreremale um die Welle herumgeschleudert. Aus einer Höhe von ca. 10 m stürzte der Unglückliche dann zur Erde, infolgedessen er außer einer erheblichen Kopfverletzung schwere innere Verletzungen davontrug. Derselbe ist bereits gestorben.— Im Gußstahlbau desselben Werkes erlitten 3 Koquillenarbeiter durch Explosion von glühenden Schlakken schwere Verbrennungen. Einer derselben, der Arbeiter Wahle aus Oberhausen, welcher seine erste Schicht machte, erlitt eine Verbrennung des rechten Auges, doch ist Hoffnung vorhanden das Augenlicht zu erhalten. Sämtliche Verletzte fanden Aufnahme im Hüttenhospitale. Dortmund, 20. Juli. Postassistent Bieling, welcher in Hamm einen Geldbrief von über 900 Mark unterschlagen hat, wurde vom hiesigen Schwurgericht zu 8 Monaten Gefängnis verurteilt. Dortmund, 19. Juli. Der Magistrat hat beschlossen, eine ständige Brandwache einzurichten, die zunächst aus 6 Mann besteht. Iserlohn, 16. Juli. Vor kurzem ist auf der Bahnstrecke Hemer=Menden an der Weiche im Hauptgleise des Anschlusses Rothöft zu Oese von böswilliger Hand der Weichenverschluß gelöst und die Weiche auf halb gestellt worden, sodaß beim Passieren eines Zuges eine Entgleisung erfolgen mußte. Nur dem glücklichen Zufalle, daß das Offenstehen der Weiche rechtzeitig bemerkt wurde, ist es zu verdanken, daß ein größeres Unglück verhütet wurde. Für die Ermittelung der Thäter hat die Eisenbahnverwaltung eine Belohnung von 100 Mark ausgesetzt. Iserlohn, 19. Juli. Ein unheimlicher und ungern gesehener Gast macht wieder seine Aufwartung. Es sind die Masern, an welcher in der Stadt Iserlohn fast hundert Personen erkrankt sind. Menden, 19. Juli. Dem hiesigen Gefängnisse ist ein schwerer Verbrecher entsprungen. Derselbe hatte sich demnächst wegen Münzverbrechens, Wilddieberei und Diebstahls zu verantworten. Eine Verfolgung blieb erfolglos. Witten, 20. Juli. In einzelnen Straßen unserer Stadt zeigen sich an den Häusern neuerdings Risse, die durch den Bergbau hervorgerufen sein sollen. Münster, 19, Juli. Der hiesige Provinzialausschuß hat beschlossen, die seit einigen Jahren nach dem Vorgange der Rheinprovinz auch in Westfalen versuchsweise vorgenommene Unterbringung von Geisteskranken auf Kosten der Provinz in klösterlichen Anstalten aufzugeben und eigene Provinzial=Pflegeanstalten unter ärztlicher Leitung in einer dem Bedürfnis entsprechenden Ausdehnung zu errichten. Höntrop b. Bochum, 19. Juli. Das Kirschenpflücken erfordert in diesem Jahre manches Opfer. Auch hier stürzte bei dieser Beschäftigung ein Mann vom Baume und konnte nur als Leiche ins Haus getragen werden. Holsterhausen, 19. Juli. Eine hier gefeierte Kindtaufe hat ein unheilvolles Ende genommen, indem ein Teilnehmer mit einem Messer lebensgefährlich verletzt worden ist, so daß das Schlimmste befürchtet wird. Der Thäter wurde noch in der Nacht verhaftet und dem Gefängnis zugeführt. Herten, 18. Juli. Ein trauriges Ereignis, wie es ja leider in unserer Industriegegend nicht zu den Seltenheiten gehört, ereignete sich in verflossener Nacht auf Zeche Fünf Bergleute waren mit Abteufungsarbeiten beschäftigt und standen zusammen auf einer sog. Bühne als aus nicht aufgeklärter Weise das Seil, an welchem der die Erd= und Gesteinsmassen nach oben fördernde Kübel hing, riß und letzterer niedersauste und hierbei die Bühne mit den daraufstehenden fünf Unglücklichen mit in die Tiefe riß. Dieselben fielen 20 Meter tief und haben alle schwere Verletzungen, wie Arm=, Bein= und Rippenbrüche davongetragen. Zwei, die Bergleute Brune und Bolle, sollen besonders schwer verletzt sein und wird an deren Aufkommen gezweifelt. Ankum, 18. Juli. Vergangene Nacht ist in unsere Notkirche eingebrochen und die selbe bestohlen. Der oder die Diebe haben die eine Kirchenthür, die eben nicht sehr diebessicher angelegt war, geöffnet, alsdann die Sakristeithür erbrochen, wo sie den Schrank, worin die Kelche 2c. aufbewahrt werden, losgebebrochen huben und daraus drei Kelche entwendet. Ebenfalls ist der Armenblock, worin die gesammelten Armengelder aufbewahrt werden, erbrochen und des Inhalts beraubt. Einen grünen Vorhang von einem der Beichtstühle haben die Spitzbuben mitgenommen, um wahrscheinlich ihren Raub darin zu packen. Möge es der Polizei bald gelingen, dieser Unholde habhaft zu werden. Unterstyrum, 19. Juli. Ein jetzt 64jähriger Fabrikarbeiter von hier hatte in den 70er Jahren in Düsseldorf eine Wirtschaft inne und konnte sich schließlich in genannter Stadt eine Villa erwerben. Da griff das Schicksal mit harter Hand in sein Leben ein, er verlor etwa 45000 Mark bei einem dortigen Bankkrach. Die Villa kam unter den Hammer, und der früher wohlhabende Mann mußte auf einem hiesigen Werke als Tagelöhner, wo er noch heute thätig ist, Arbeit suchen. Jetzt ist das Glück wieder bei ihm eingekehrt. Er hat in der letzten Ziehung der Marienburger Geldlotterie 10000 Mark gewonnen. Trotzdem sieht man ihn noch in gewohnter Weise zur Arbeit gehen. Barmen, 19. Juli. Ein bedauerlicher Vergiftungsfall hat sich hier ereignet. Die dreizehnjährige Tochter eines hiesigen Bahnbeamten klagte über Halsschmerzen und wandte sich dieserhalb an einen Arzt; derselbe verschrieb ein Rezept, lautend auf 50 Gramm chlorsaures Kali, und gab dem Mädchen mündlich die Weisung, stündlich einen Theelöffel davon in Wasser zu lösen und damit zu gurgeln. Das Kind vergaß indes die Angaben des Arztes und nahm zwei Theelöffel des Medikaments ein. Es zeigten sich natürlich sofort bedenkliche Vergiftungssymptome, Die besorgten Angehörigen riefen schleunigst einen in der Nähe wohnenden Arzt herbei, derselbe machte eine Aetherinjektion, jedoch es war zu spät, das Mädchen verschied kurz darauf. Die gerichtliche Untersuchung ist einElberfeld, 19. Juli. In Sachen des Gattenmörders Barbiers Albert Ziethen von hier werden ganz sicherem Vernehmen nach in allernächster Zeit wichtige Entscheidungen ergehen, auch stehen überraschende Mitteilungen bevor, die, was bisher kaum zu erwarten war, neue Momente für die Beurteilung des Thatbestandes enthalten werden. Soviel steht fest, daß die Ueberzeugung von der Unschuld Ziethens an der Ermordung seiner Frau jetzt auch Anhänger gefunden hat in Kreisen, die bisher allen Versuchen, die Unschuld Ziethens zu beweisen, vollständig ablehnend gegenübergestanden. Ziethen sitzt jetzt annähernd 11½ Jahre im Zuchthause zu Werden a. d. Ruhr (er wurde 1884 vom hiesigen Schwurgerichte zum Tode verurteilt, vom Kaiser aber zu lebenslänglicher Zuchthausstrafe begnadigt), jetzt wird er, wie es bestimmt heißt, bald in Freiheit gesetzt werden. Eine Entscheidung darüber wird, wenn es nicht schon früher möglich sein sollte, ohne Zweifel in der nächsten Reichstagssession, in der der„Fall Ziethen" im Plenum der Volksvertretung zur Sprache kommen wird, erfolgen. Weitere Mitteilungen entziehen sich im Interesse der Sache einstweilen der Oeffentlichkeit. Mörs, 20. Juli. Als„Neuestes" auf dem Gebiete des Radfahrens verdient mitgeteilt zu werden, daß die Hebamme Ehefrau B. zu Asberg, Bürgermeisterei Mörs Land, sich bei Ausübung ihres Berufs eines Fahrrades bedient. Es ist dies eine nachahmungswerte Einrichtung, da durch dieselbe die erforderte Hülfe schnell zurstelle ist. Köln, 19. Juli. Das gestern über die Rheingegend niedergegangene schwere Unwetter hat große Verwüstungen angerichtet und zahlreiche Unfälle herbeigeführt. Bei Poll wollte eine alte Frau ihre, ihren Eselskarren begleitende Tochter abholen und zur schleunigen Rückkehr bestimmen. Die Frau und der Esel wurden vom Blitz getötet, das Mädchen schwer verletzt. Ein Landmann wurde durch einen Blitzschlag getötet, ein anderer tötlich verletzt. Ein Kutscher, der vom Blitze getroffen wurde, stürzte von seinem Sitze herunter und war sofort tot. Aachen, 19. Juli. Der Schreiner Heinrich Sauren aus Heinsberg, der im Prozeß Mellage als Schutzeuge des letzteren verwandt wurde, ist unter dem dringenden Verdachte des Meineides verhaftet und gestern als Untersuchungsgefangener hier eingeliefert worden. Vermischtes. * Eine interessante Fracht brachte durch Vermittelung des russischen Konsuls in Kiel das Panzerschiff„Alexander II.“ für das Ministerium des Auswärtigen aus Kiel nach Petersburg mit, nämlich den in zweiundzwanzig Kisten verpackten schriftstellerischen Nachlaß des Königs von Siam, betitelt:„Eine Jubiläums=Beschreibung.“ Dieses Jubiläumswerk ist nicht auf Papier gedruckt, sondern auf zahllosen Täfelchen aus kostbaren Holzarten mit inkrustierten Buchstaben aus Edelmetall, Elfenbein und Perlmutter hergestellt. * Der junge Gemeindearzt der Ortschaft Szekudvar in Ungarn, Dr. Georg Veßa, wurde bei einer vor drei Tagen vorgenommenen Sezierung von einer großen Fliege in den Hals gestochen und starb trotz der sorgsamsten ärztlichen Pflege unter gräßlichen Leiden. Der Unglückliche hinterläßt eine junge Witwe und zwei kleine Kinder. * Aus Liebesgram übergoß ein junges Mädchen in Clouges bei Mons in Frankreich seine Kleider mit Petroleum und steckte dieselben dann an. Man fand die Lebensmüde als halbverkohlte Leiche. * Bei einer Spielerei mit einer Granate wurde ein Hornist und ein BüchsenmacherGehülfe, beide vom 91. Infanterie=Regiment zu Oldenburg, durch Explosion der Granate getötet. * Ein in der Lerchenstraße zu Altona wohnender Ganz=Invalide, der 58 jährige Arbeiter Groth, der im deutsch=französischen Kriege seinen rechten Arm einbüßte, hat seine 28jährige Frau und seine dreijährige Stieftochter mit Revolverschüssen getötet und dann sich selbst eine Kugel in den Kopf gejagt, die seinen Tod sofort herbeiführte. Anlaß zu dem Verbrechen war das unselige Kostgängerwesen, das schon in viele Familien Elend und Jammer gebracht hat. * Vom Schwurgericht in Dresden ist in diesen Tagen ein Gärtnergehülfe John zum Tode verurteilt worden, weil er trotz seines Leugnens des Mordes an einer alten, alleinstehenden reichen Frau für überführt erachtet wurde. In der Untersuchung wurde festgestellt, daß der Verurteilte mit Vorliebe Schauerromane gelesen hatte. Dergleichen Lektüre hat schon unsägliches Unheil über unser Volk gebracht. Ströme von Verderben gehen davon zumal auf die heranwachsende Jugend über. Es ist deshalb heilige Pflicht für Väter, Mütter, Hausheiren, Hausfrauen 2c. nicht nur zu kontrollieren, mit wem die Kinder oder Dienstboten u. dergl. umgehen, damit sie nichts Schlechtes hören sondern auch darauf achten, daß sie nichts Schlechtes lesen. Es handelt sich ja um der Kinder, ja um des Volkes Seele. Ein von 5 Handelsfirmen besetzt's Häusergeviert im Schiffahrts=Viertel der Stadt Cincinnati, Ohio brannte am 18. Juli früh nieder. Zwei Feuerwehrmänner wurden durch stürzende Mauern getötet, 6 tötlich verwundet. Verlust durch den Brand eine Million Mark. * Ein Frachtzug von 24 Wagen brach mit einer Brücke bei dem Orte Monument in Colorado zusammen und stürzte 50 Fuß in die Tiefe. Drei vom Zugpersonal wurden getötet, achtzehn tötlich verletzt. * Im mittelschlesischen Kreise St. hat sich gelegentlich des diesjährigen Ober=Ersatzgeschäfts der seltene Fall ereignet, daß ein Militärpflichtiger aus der Ortschaft B. als zur Artillerie brauchbar erachtet wurde, obgleich der Mann an der Hand verstümmelt ist und deshalb Invalidenrente bezieht. * Angeblich infolge Schwemmsandes sind am Mariahilfschacht bei Brux in der Nacht drei Häuser eingestürzt und spurlos im Erdboden verschwunden. Die Häuser waren rechtzeitig geräumt. Soweit bekannt ist niemand verunglückt. * Aus Rendsburg wird berichtet: Während eines starken Gewitters schlug der Blitz in das hier formierte Lehrerbataillon, das unter Leutnant Reid auf dem Exerzierplatze Uebungen abhielt und schleuderte zwei Glieder zu je 16 Mann nieder. Ein Gefreiter ist tot, vier Lehrer liegen schwer darnieder. * Zu Pfingsten haben sich der Brünner Bäckergehülse Wendelin Strzelecky und seine Braut in der Schwarzawa ertränkt, weil sie sich wegen ihrer Mittellosigkeit nicht heiraten konnten. Bei der letzten Ziehung der Roten Kreuzlose entfiel nun der Haupttceffer von 20000 Gulden auf ein Los, welches dem Strzelecky gehört hatte und nach dessen Tod in den Besitz seiner Mutter übergegangen war. * Rom, 21. Juli. Heute nacht fand in Höhe der Insel Tino bei Spezia eine Kollision zwischen den italienischen Dampfern „Ortigia" und„Maria“ statt, welch letztere 178 Passagiere an Bord hatte. Die„Maria“ sank, 148 Personen sind ertrunken. * Ein Zeuge der Beerdigung Napoleons I. lebt noch! Dem Begräbnis wohnte seinerzeit Kapitän Martin von Detroit, Mich., bei, der kürzlich seinen 95. Geburtstag feierte. Er befand sich damals auf einem von Ostindien kommenden Handelsschiffe, welches vor Sankt Helena vor Anker ging, als der Exkaiser gerade die Augen zum ewigen Schlummer geschlossen hatte. Martin wurde so einer der Wenigen, welche bei der Beerdigung des einst gefürchteten Cäsaren zugegen waren. * Das Gemeindekollegium in München bewilligte 15000 Mark zu Ehrenspenden an die Veteranen ans dem deutsch=französischen Kriege. *(Aus einem Soldatenbrief. „Liebe Eltern! Schickt mir sofort meine Manschettenknöpfe, die ich bei Euch zurückließ; das 5 Kilopacket könnt Ihr ja mit Schinken und Wurst ausfüllen. Euer Pepi.“ Wetterbericht.(agor ven.) „Voraussichtliches Wetter am 23. Juli: Etwas kühler, windig, meist wolkig bis trübe, Regenschauer. Im Osten und Südosten Abkühlung, wolkig bis trüb, windig, Regenfälle, vielfach Gewitter., 450. Eirdt, 115 24. Juli: Wechselnd bewölkt, windig, ziemlich kühl, Regenschauer. Im Westen und Südwesten: Abwechselnd heiter und wolkig, meist trocken, Nacht kühl, Tag etwas wärmer. Pfarrer, Lehrer, Beamte 2c. empf. den vorzügl. Holländ. Tabak bei B. Becker in Seesen a. H. 10 Pfund lose im Beutel nur S Mark franko. 31 I. Scherser&am Comp., Borthund, Westenhellweg 1—3. verkaufen ws. Westenhellweg 1—3. e 14 1 Eisenbettstelle. 1 Matratze. 1 Keilkissen. 1 Federoberbett. 1 Federkissen. Mark. Fir 23 Mart. 1 schwere Eisenbettstelle Patent=Spiralboden. 1 Prima Seegrasmatratze. 1 Seegras=Matratze. 1 gutes Feder=Oberbett. 1 gutes Federkissen. mit Eigene Polsterei im Hause Für 4400 Mark. 1 2schl. Holzbettstelle, nußbaum lackiert. 1 Seegrasmatratze. 1 Kopfkeil. 1 Feder=Unterbett. 1 Feder=Oberbett. Federkissen. Für 500 Mark. Holzbettstelle, 2schl., baum lackiert. Sprungfedermatratze. Seegras=Kopfkeil. Feder=Unterbett. Feder=Oberbett. Federkissen. nuß2 Fe Eine beständige Ausstellung von 60 fertigen Betten erleichtert den Einkauf. 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Pesce Poneker vor der Scheibe gegen hohen Lohn auf sofort gesucht. W. Stennes, Herdfabrik, Hamm i. W. Reshlchk zum 5. August ein tüchtiges Mädchen für Küche und Hausarbeit, levangel., gesund. Nur soche mit zufriedenstell. Zeugnis aus gutem Hause wollen sich melden bei Frau P. Harkort, Schede b. Wetter a. d. Ruhr. (Im Winter in Bonn.) e e es Arn Narurliches kohlehsaures Wge Urtheil der dury der Weltausstellung Chicago: Ein gutes Tafelwasser, rein, mild, erfrischend, reich an Kohlensäure u. Mineralsalzen Von ärztlichen Auforitäten empfohlen. Jährlicher Vensand. 4p Millionen Gefässn. Niederlage bei: W. Heppe. Eine Wohnung von 3 Zimmern nebst Stallung und Gartenland auf den 1. November zu vermieten. Zu erfragen in der Erp. Sreiselintenfasser uundbehlt Carl Braus. Gras=Verkauf. Der Verkauf des lichen Grases auf der Weide Ardeierkamp des Ritterguts Dahlhausen ist vom 19. auf Montag, d. 29. d. nachmittags 5 Uhr, verlegt. Haus Altendorf. Grfl. v. Fürstenberg'sche Rentei. Eine Wohnung von 3 Zimmern per sofort od. 1. Aug. an eine stille Familie zu vermieten. Näheres in der Expedition. Eine Wohnung von 2 Zimmern zum 1. August Kartoffeln.. Stroh(Richt=) Heu.... Butter, 1 Kilo Eier 60 Stück Ein ordentliches, evang. Kadchen auf sofort oder zum 1. August gesucht. Frau Joh. Fischer, Westenstraße. Zur Helle, Schwerte. Kalbsbraten, Schweinebraten, Schmorbraten, Beefsteak, Aal, Goulasch, Cavlar, Sülze. Warmes Frühstück 40 Pfo. Abendplatte 40 Pfo. Carl Raffim. Handelsnachrichten. Köln, 20. Juli. Weizen vorr. bies. 14,00—15,00 fr. 15.00—16,.50 Roggen vorr. hiesiger 12.50—13,00 fremder 18.50—15,00 Hafer vorr. 1r 1250- 1300 frndr 1800 50 Per 100 Kilo. Weizen per 100 Kilo 2. Landroggen 1. per 100 Kilo 2. Hafer Wintergerste per 100 Kilo Buchweizen„„„ Rübsen(Aveel)„„ Kaps 1. Qual.„„ „ 2.„„„ Kartosseln Heu per Roggenstroh per Rüböl per in Partieen von 100 Zeutner Rüböl per 100 Kilo faßw. 48 Gerein. Oel per 100 Kilo 3# höher als Rüböl. Preßkuchen per 1000 Klo 74 Weizen=Vorschuß 00 per 100 Kllo Kleien per 50 Kilo„ 1 3|0 Bersin, 20. Juli. Weizen Jul 142,50 J. August 000,00 K. Roggen Juli 123,00, August 123,50 #. Hafer Juli 130,25##, August 000,00 Ruböl mit Faß 44.00 4, ohne Faß 43.20 2. Juli 44.00 X. Okt. 44.00 J. Spiritus 70er 37,50 2. Juli 41.30 K. August 41.30 2, September 41.50 4 Der heutigen Nummer liegt eine Beilage von u— Fritschi bei, auf die wir unsere 3.00 Leser hierdurch aufmerksam machen. 9 500 100 5 Gras Verkauf. Am Dienstag, d. 30. d. M., nachmittags 5 Uhr, wird das sehr gute Gras auf der frischgedüngten Weide Hauskamp des Ritterguts Dahlhausen verkauft. Haus Altendorf bei Langschede, den 19. Juli 1895. Grfl. v. Fürstenberg'sche Rentei. E. Mosbuch. RoggenfruchtVerkauf. Im Auftrage des Herrn Wirts Oskar Herberholz werde ich am nächsten Mittwoch, d. 24. d. Mts., nachmittags 5 Uhr, zirka 2½ Morgen Roggenfrucht am Villigsterwege belegen, öffentlich meistbietend verkaufen. Schwerte. Schulte, Aukt.=Kommissar. 8 4 4 ∆ * Schwerte, Brückstraße 19. Bringe mein großes Lager Bettwaren, worin nur Karankiert= gute Thalikaten führe, in empfehlende Erinnerung. Ich offeriere: Samstag, den 27. Juli, nachmittags 5 Uhr, sollen bei dem Wirt Herrn C. Hagemann hier die pachtlos werdenden Grundstücke der evang.=reform. Pastorat auf mehrere Jahre verpachtet werden. Schwerte, 22. Juli 1895. Lemke. Serie I: Vollständiges 2schläfiges Bett, bestehend aus Oberbett, Unterbett, Pfühl und 2 Kissen, Mr. 25.00. Serie II: 2schläfiges Bett, bestehend aus Ober= bett, Unterbett, Pfühl u. 2 Kissen, mit guten Federn gefüllt, Mk. 40.00. Serie III: Bett, bestehend aus Ober= bett, Unterbett, Pfühl u. 2 Kissen, Oberbett und Kissen mit Daunen, Unterbett u. Pfühl mit Gänsefedern gefüllt, Mk. 68.00. Scrie IV: Herrschaftliche Betten Mk. 70 bis 120. 2 Bekanntmachung. Die Amtssparkasse zu Werne, Bzk. Münster, verleiht Gelder zu 4%, auf Wunsch auch gegen prozentuale oder ratenweise Amortisation. Als Unterlagen sind Beleihungs=Anträgen beizufügen: neueste Kataster=Auszüge und Versicherungsnachweis. Bei Häusern wird Besichtigung durch Sachverständige gegen billige Vergütung vorbehalten. Werne, den 13. Juli 1895. Amtssparkassen=Verwaltung. 8* Vog-Tuuer4 „* J* Sanarienvögel, Japageien Weichtresser. Zbeiigunf Uürdleine eaustntliacen Bögel 830 Eönken Aischungen. g2bverchielenen proige.# Weeer den fechtheit: Das unverlelste Siegel und de Schilunattn ein sogetnag!. Ar Prise ometiert iiiges eSsche, K % Federn à Pfund von 50 Pfg. an. Daunen„„„ 2.50 MAR.„ Umzugshalber werden mehrere gut erhaltene Kovel abgegeben als: 1 Sprungherd, 1 Mantelofen mit Marmoreinlage, 2 Tische, 1 2schläf. Bettstelle mit Matratze, 1 Anrichte mit 2 Thüren u. Ahornplatte. * # Proschüren üder Logelpflage und Preislisten Niederlagen und von Sehikfer: Co. Vogelimporthaus in Röln 7 Rhen grats zu beziehen. 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G2 Metzgermeister Stummel, Ergste. 44 Einleitung. Allgemeines über das Verhalten im Rechtsund Gerichtsverkehr. Erste Abteilung. von den Verträgen. Vertragsfähigkeit; Form der Verträge; Miets= und Pachtvertrag; Kaufvertrag; Darlehnsverträge—. Zession; Verträge über Handlungen; Bürgschaft; Pfand; Verjährung; Stempelpflicht der Verträge — mit zahlreichen Formularen zu Klagen, Verträgen 2c. Zweite Abteilung. Von dem Recht des weiteren Verkehrs. Wechselrecht; Begründung und Arten der Wechselverbindlichkeit; Zulässige Einreden gegen die Wechselverbindlichkeit— Handelsrecht; Vorschriften, Handelsgesellschaften, Handelsgeschäfte— Genossenschaftsgesetz; Konkursrecht und Konkursverfahren; Eigentumserwerb an Geundstücken, Hypothekenrecht, Grundbuchordnung; Zwangsvollstreckung in das unbewegliche Vermögen, Zwangsversteigerung; Gewerbeordnung; Verhältnisse der gewerblichen Arbeiter; Gewerbliche Hülfskassen; Krankenversicherung der Arbeiter; Eingeschriebene Hülfskassen, Reichshaftpflichtgesetz;— Urheberrecht, Patentgesetz, Marken= und MusterschutzIn bester Lage wird ein gesetz; Gebrauchsmuster=Schutzgesetz; Hinterlegungsordnung u. s. w. mit zahlreichen Formularen zu Klagen, Verträgen 2c. Dritte Abteilung. Das Familien- und Erbrecht und damit verwandte Rechtsgebiete. - Von der Ehe:— Reichs=Zivilehe=Gesetz — Ehescheidung; Adoption; Schwängerungs= und Alimentenklagen; Erbrecht; Testamente und deren Form; Erbfolge ohne Testament; Pflichtteilsrecht; Erbschaftssteuer; Vormundschaftsordnung; Gesindeordnung u. s. w. mit vielen Formularen. Vierte Abteilung. Das Strafrecht. Strafgesetzbuch; Strafbestimmungen aus anderen Gesetzen; Fünfte Abteilung. Das Reichs-Zivilprozeßrecht und das Strafprozeßrecht. Gerichtsverfassung; Verfahren nach der Reichs=Zivil=Prozeß=Ordnung; Mahnverfahren; das ordentliche Verfahren vor dem Amtsgericht; Zwangsvollstreckung; Urkunden= und Wechselprozeß; Strafverfahren; Privatklagen vor dem Schöffengericht; Kostentabellen u. s. w. mit K2 zahlreichen Formularen zu Anträgen 2c.## 6 Henriette Davidis' Kochbuch, was schon zum 29. Male in neuer, verbesserter Auflage erscheint, vereinigt in vollendeter Weise alle Vorzüge, die zu einem guten Kochbuche gehören. Dasselbe enthält über 1900 zuverlässige und selbstgeprüfte Rezepte und hat sich, wie kein anderes, den Ruf eines Musterkochbuches erworben; es sollte in keiner Küche fehlen. In der jetzt beginnenden Zeit des Einmachens und Trocknens von Gemüsen, Früchten 2c. wird ein so bewährtes Kochbuch, wie das Davidis'sche, welche außer allen wichtigen, allgemeinen Regeln 180 spezielle Rezepte zum Einmachen enthält, für jede Haushaltung von ganz besonderem Nutzen sein. Preis elegant gebunden 4,50 Mark. Vorrätig in der von Carl Prans in Sthuerte. Erfrischend, wohlschmeckend, kühlend! Bebr. Itollierck's Brause=Zimonade-Bonbons 0 Pr.) Citronen-, Erdbeer-, Himbeer-, Maiwein-, Kirschen-, Orangen-, Vanille-Geschmack; nach Gebrauchsanweisung benutzt, geben sie ein wohlschmeckendes, erfrischendes und sanitäres Getränk. In Schachtel à 10 Bonbons zu Mk. 1.— à 5„„„ 0.50 und einzeine Bonbons„„ 0.10 in allen Niederlagen Stollwerck'scher Fabrikate vorräthig. 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