) Armtlicher Kreisblatt Abonnements=Preis pro Quartal 1 Mk. 50 Pfg. Erscheint Dienstags, Donnerstags und Samstags. Wöchentliche Gratisbeilage:„Illustrierter Familienfreund.“ für den Kreis Hörde. Insertionsgebühr für die sechsspatige Zeile oder deren Raum 10 Pfg. außerhalb des Leserkreises 15 Pfg.; Reklamen 30 PfgRedaktion, Druck und Verlag von Carl Braus in Schwerte. Nr. 76. Schwerte, Samstag, 30. Juni 1894. 27. Jahrgang. Amtliche Bekanntmachungen. Bekanntmachung. Einziehung der gestempelten Briefumschläge und Streifbänder. Die noch in den Händen des Publikums befindlichen gestempelten Briefumschläge und Streifbänder, welche seit dem 10. Dezember 1890 seitens der Verkehrsanstalten nicht mehr verkauft worden sind, verlieren vom 1. Juli 1894 ab ihre Gültigkeit und werden darüber hinaus zur Frankierung von Postsendungen nicht mehr zugelassen. Dem Publikum soll indeß gestattet sein, vom 1. Juli 1894 ab die alsdann noch nicht verwendeten derartigen Wertzeichen bis spätestens Ende Dezember 1894 nach dem Nennwert des Stempels gegen Freimarken zu 10 oder 3 Pfennig bei gleichzeitigem Offiziere des Militärstaats Carnots empfingen den neuen Präsidenten auf der Freitreppe. Casimir Perier ist der fünfte Präsident der dritten französischen Republik; seine Vorgänger waren Thiers, Mac Mahon, Grevy und endlich der von Mörderhand gefallene Carnot. Er ist der Träger eines historischen Namens, ein großes Talent, ein vielseitig gebildeter Mann, ein vielfacher Millionär und ein guter Republikaner— wie man sieht, vereinigt er alle Eigenschaften in sich, die der Leiter der französischen Politik braucht. Der Großvater Perier's gründete 1802 ein Bankgeschäft in Paris, ward 1817 liberaler Deputierter, 1828 Handels= und FinanzRückempfang des Betrages der Herstellungskosten minister und 1831 Konseilspräsident und Mivon 1 Pfenmig für den Briefumschlag und ½ Pfennig]: dos Innern, er starb 1832 an der für das Streifband umzutauschen. Ist nur ein nister veo..... der einzelnes Streifband umzutauschen, so muß die Cholera. Der Vater war von 1830—46 GeVergütung von Herstellungskosten unterbleiben. schäftsträger an mehreren Höfen, sodann MitEbenso kommen bei dem Umtausch einer größeren, glied der Deputiertenkammer, 1849—50 der nicht durch 2 teilbaren Zahl von Streifbändern für Nationalversammlung, 1871 bis Februar 1872 das überschiefende Exenplar Herselungstosen,wpirige. dus Gungen 24 5i5 Februar 1872 nicht zur Erstattung.(Minister des Innern. Der Tod rief ihn am Die Posthülfstellen und die amtlichen Verkaufs=16. Juli 1876 ab. stellen für Postwertzeichen haben mit dem Umtausch] Der jetzige Präsident, der erst 47 Jahre n Postsendungen, welche etwa nach dem 30. Juni zählt, wird als ein breitschultriger, etwas un1894 noch in Briefumschlägen und Streifbändernstersetzter, kräftiger Mann von Mittelgröße, der gedachten Art ohne anderweitige Frankierung rundem Gesicht und gesunder Farbe geschildert. aufgeliefert werden, sind den Absendern unter Die ganze Erscheinung macht in der stets eledies nicht ohne ganten weiteres thunlich sein sollte, als unfrankiert zu in Zivil. Im Feldzug von 1870/71 hat er behandeln. als Hauptmann der Mobilgarden das Kreuz Auf gestempelte Briefumschläge und Streif= der Ehrenlegion davongetragen, nachdem er bei bereits am 1. Februar 1891 versoren haben, und Bagneux den auf den Tod verwundeten Major welche seit dem 1. Juli 1891 nicht mehr umgetauscht de Dampierre aus dem Feuer getragen hatte. werden, sowie auf Rohrpost=Briefumschläge erstreckt Dieselbe Unerschrockenheit, wie im Kriege, besich diese Anordnung nicht. zund dig Versehrs, währte er auf dem politischen Kampfplatze, als anstalten auch zum Umtausch der neueren Brief= Deputierter in der Kammer, als Unterstaatstrage seiner Regierung dem Kaiser für die Teilnahme zu danken, die er Frankreich bei dem traurigen Heimgang des Präsidenten Carnot erwiesen hat. Die aus Frankreich fliehenden Italiener wenden sich nicht nur nach Italien, sondern sie suchen auch in Deutschland Schutz vor den Verfolgungen jenseits der Vogesen. In sind z. B. über tausend aus Frankreich flüchtende Italiener angekommen, darunter auch manche Geschäftsinhaber. Sie lagerten im Freien; es herrscht großer Jammer bei ihnen. Daß Deutschlands Ansehen im Auslande in den letzten Jahren zurückgegangen sei, wird manchmal in einzelnen Zeitungen behauptet. den Fäusten. Während die Rufe ertönten:„Es lebe die soziale Revolution!",„Nieder mit der Reaktion!“, verkündete Challemel=Lacour die Stimmenzahlen der anderen Kandidaten und fügte darauf hinzu:„Da Casimir=Perier die Mehrheit der Stimmen erhalten hat, proklamiere ich ihn als zum Präsidenten der Republik gewählt.“ Das linke Zentrum erhob sich und brach in stürmischen Beifall aus. Die Sozialisten erneuerten ihre Rufe. Ein Schriftführer verliest darauf das Protokoll der Sitzung, die unter den Rufen:„Es lebe die Republik!“ geschlossen wird. Perier antwortete auf die Mitteilung von seiner Wahl sosort mit der Annahme. Dieselbe ist in Paris sehr günstig ausgenommen worden. Zur Aufumschläge und Streifbänder nicht mehr befugt. Berlin, 26. Juni 1894. Der Staatssekretär des Reichs=Postamts. I. V: Fischer. sekretär und endlich als Vizepräsident der Kammer. Die republikanischen, gemäßigten und konservativen Blätter begrüßen die Wahl Casimir Bekanntmachung. Periers, dessen Festigkeit und Loyalität sie herAuf Grund der Ferien=Ordnung vom 8. Januar vorheben. Die radikalen Blätter konstatieren, 1884 werden für die Volksschulen des Kreises Hörde, die Wahl bedeute einen Sieg der konservativen schulen in den Städten Hörde und Schwerte, die Parteien über die fortgeschrittenen Republikafünfwöchentlichen Ferien für das Sommerhalbjahr 1894 ner; einige bemerken, sie sei eine Herausforderung der Demokratie. Das sozialistische Blatt „Petite Republique“ sagt in einem heftigen Kirch hörde und Weikinghofen Leitartikel, Casimir Perier vertrete die klerikale no: Aristokratie und die Plutokratie. Alle Republikaner sollten sich auf einen neuen 16. Mai vorbereiten.— Die Gruppe der sozialistischen auf 3 Wochen, beginnend am 23. Juli, 2. für das Amt Westhofen auf 2 Wochen, beginnend am 23z,3“;, vorbereiten.— Die Gruppe auf 2 Wochen, für densenigen zu 2 auf 3 Wochen Oeputierten protestiert in einem Manifest gegen bestimmt. Die Festsetzung des Beginnes dieser Ferien die Wahl Casimir Perier's, die durch Vereinibleibt einstweilen vorbehalten.(gung von Klerikalen, Ralliierten und KapitaAn den gehobenen Schulen und den Volksschulen listen zustande gekommen sei und die Republik der Städte Hörde und Schwerte fallen die fünswöchent=...“ lichen Ferien mit den für die höheren Schulen be= gefährde.. 85, a, Von Wiener Blattern wird die Wahl Casimir Perier's durchweg auf das sympathischste begrüßt. Die„Neue Freie Presse“ schreibt:„Seit Thiers stand keine so scharf richen Fernn un den für die hoheren=Schuten stimmten Ferien zusammen. Hörde, den 25. Juni 1894. Der Königliche Landrat Spring. Bekanntmachung.„8gghrägte Versönlichkeit an der Spitze Franf, sird beabsichtigt, die Wegestrecke, welche uusgepragle Personlichten an der Spite Frauliterhalb des Hauses des Wirts Rudolf Schulte reichs. Die Wahl bedeutet, den unbeugsamen untrthate der cu.„,•s Witls Btube) chure Entschluß des französischen Bürgertums, sich in der Aplerbeckermat auf die Provinzialchausse durch Schrecken und Mord nicht einschüchtern Schwerte=Hörde einmündet, aufzuheben und zu lassen, und ist eine würdige, mutige Antzu verlegen derart, daß der Weg künftig zwi= wort auf das Attentat. An Perier knüpft sich schen dem Hagse, des Wirts Schulte und dem die Hoffnung, daß er sein Volk mit Würde Hause des Vauers Schmedthenke auf die„„„„* und Einsicht vertreten, sich aber als Freund Provinzialchausee mündet.„achen des Friedens und der Eintracht bewähren wird.“ Einsprüche hiergegen sind binnen 2 Women. Das„Fremdenblatt“ sagt:„Perier ist ein bei Vermeidung des Ausschlusses bei dem Un= energischer Vertreter des Prinzips der Ordterzeichneten anzubringen und zu begründen, nung im Staate und wird sicherlich den an Aplerbeck, den 25. Juni 1894. ihn gestellten Anforderungen zu genügen wissen. Die Wünsche der ganzen gebildeten Welt werDie Polizei=Verwaltung. Hutjahr. den ihn bei seinen Bemühungen zur VerteidiDer neue Präsident der französischen gung der Gesellschaft begleiten: Republik. Deutsches Reich. Vom Kongreß in Versailles wurde am Angesichts der erschütternden Vorgänge in Mittwoch Casimir Perier zum Präsidenten der Frankreich werden die in Kiel beabsichtigten französischen Republik erwählt und zwar mit Festlichkeiten auf Kaiserliche Anordnung ein 451 von 853 Stimmen. stilleres Gepräge erhalten. Von zuverlässiger Nach der Wahl begaben sich die Minister Seite wird mitgeteilt, daß der Kaiser am Monunter Führung Dupuy's zu Perier, um ihm tag vormittag, als er die Nachricht von der das Ergebnis mitzuteilen. Der Senatspräsi= Ermordung des Präsidenten Carnot erfuhr, dent hielt eine Ansprache, auf welche der neue auf's Schmerzlichste ergriffen wurde und länPräsident mit Thränen in den Augen ant=Igere Zeit sehr erregt war. Er äußerte wähwortete. Er führte aus, die Ehre des Amtes rend des Tages wiederholt seine Trauer über lege ihm die schwerste Verantwortung auf, er das tragische Geschick des hochverdienten Präsiwerde mit Patriotismus und Energie der Re=denten. Der geplante, auf dem Panzerschiff publik und der Demokratie zu dienen suchen.„König Wilhelm“ zu veranstaltende Festball Um 7¾ Uhr traf Perier mit Dupuy unter dürfte fortfallen; statt dessen wird eine bescheiKürassiereskorte in dem Ministerium des Aus= denere Festlichkeit in den Räumen der Marinewärtigen ein, wo die Präsidentschaft provisorisch akademie stattfinden. Am Donnerstag veranihren Sitz hat. Als der Wagen in den Ehren= staltete das Seeoffizierkorps einen großartigen hof einfuhr, intonierte die Militärkapelle die Ruderkorso zu Ehren des Kaisers. Marseillaise, die Ehrenkompagnie präsentierte: Der französische Botschafter Herbette in und die Nationalflagge wurde gehißt. Die Berlin hat sich nach Kiel begeben, um im AufWer die ausländischen Verhältnisse aus eigener rechterhaltung der Ordnung wurde auf dem BahnErfahrung und nach eigenem Urteil kennt, hof Saint=Lazare ein besonderer Sicherheitsdienst und nicht nur aus deutsch=feindlichen Zeitungen, für die Rückkehr der Kongreßmitglieder aus Verwird darüber lächeln. Der Deutsche wird failles eingerichtet. heute im Auslande nicht weniger, sondern noch] Der Leibkutscher Carnots, welcher der mehr, als vor zehn Jahren respektiert, wie Ueberführung der Leiche nach dem Elysee man selbst aller Orten in Frankreich erleben beiwohnte, fiel beim Anblick des Sarges tot kann, und die„Köln. Ztg.“ hat ganz Recht, nieder. wenn sie schreibt, daß nicht das Mindeste ge= Rußland. schehen sei, um jene Behauptungen als berech Die russische Regierung hat definitiv auf eine tigte erscheinen zu lassen. allgemeine Herabsetzung der Getreideausfuhr=TaOesterreich. frife, die bekanntlich geplant war, verzichtet, weil Nach dem Omladina=Prozeß entdeckte die sie sich davon praktischen Nutzen nicht verspricht. Prager Polizei eine Vereinigung junger Leute Italien. von 16 bis 20 Jahren, die sich die„Rächer; Die Polizei in Mailaud hat entdeckt, daß Tschechiens" nannten und dieverurteilten Omladi= Cesario, als er in Mailand war, zwischen den nisten rächen wollten. Sie verfolgten hochverräte= Anarchisten von 1890—1893 die Korrespondenrische Ziele und hatten die Verübung von Attentaten zen vermittelte. Alle beschlagnahmten anarchistigeplant. Heute findet vor dem Prager Aus=schen Veröffentlichungen und Korrespondenzen truschußsenat die Schlußverhandlung gegen dreigen die Adresse: Santo Cesario, postlagernd Maider Rächer statt, die wegen Hochverrats, Störung land. Man ist überzeugt, daß es sich um ein der öffentlichen Ruhe und Ordnung, des Ver= internationales, gegen die Oberhäupter der Staaten brechens gegen das Dynamitgesetz und unbefug= und einige politische Persönlichkeiten ins Werk geten Waffentragens angeklagt sind. Einer der setztes Komplott handle. Man erkennt außerdem drei war vor seiner Verhaftung auch in Wien; eine gewisse Beziehung zwischen dem Mörder Cares wurde bei ihm ein scharfer Dolch gefunden. nots und den gegen den Zaren und gegen Frankreich. spi gerichteten Attentaten. Ueber Mangel an Teilnahmekundgebungen] In Süditalien(Sizilien) sollen jämmeraus Aulaß der Ermordung des Präsidenten liche Zustände unter den Arbeitern und TageCarnot können die Franzosen sich wahrlich löhnern bestehen. Ganze Häuser stehen leer; nicht beklagen. Kein europäischer Staat hat Arbeiter ziehen auf den versäumt, amtlich sein Bedauern über die nähren sich von Pflanzen. Auf öffentlichen Mordthat Ausdruck zu geben, die meisten Plätzen versammeln sich Frauen und Kinder Souveräne haben an Frau Carnot Beileids= und bejammern in lauten Worten das Elend. telegramme übersandt. Ersichtlich hat das in Die Polizei muß fast täglich Plakate entfernen, Paris befriedigt und mit besonderer Genug= die zur Revolution und Brandstiftung aufthuung hat man von den großartigen, in Italien fordern. veranstalteten Kundgebungen Kenntnis genom Angesichts der Italienerhetze in Südfrankreich men. Man ist denn auch von dem Gedanken uud der in hellen Haufen von dort in die Heimat einer Italienerhetze, der in Südfrankreich fliehenden Italiener ist es auch in verschiedenen zuerst auftauchte und der schon praktische Ver= italalienischen Städten zu antifranzösischen Demonwirklichung zu finden schien, bald wieder abge= strationen gekommen. Die Behörden sind sofort kommen, und namentlich in Paris ist nichts eingeschritten, die Sache wird auch keine weiteren passiert, was zu irgend welchen Reklamationen Folgen haben, doch steht wohl so viel fest, daß von römischer Seite aus Anlaß geben könnte. die Italiener sich hüten werden, wie bisher in In Lyon sind, wie bekannt, mehrere italienische Massen nach Südfrankreich auszuwandern. Mit Kaffeehäuser demoliert, man hat dort und in der Freundschaft zwischen den Angehörigen beider anderen Städten harmlose Italiener oder Leute, Nationen ist es trotz aller offiziellen Redensarten die italienischer Abstammung zu sein schienen, total vorbei. mit Faustschlägen traktiert, wobei auch mancher! China. brave Südfranzose seine gehörige Tracht Prügel] Ueber die Pest in China, welche jetzt am abbekam, weil er für einen Sohn der apeni=]furchtbarsten in der Stadt Hongkong wütet, nischen Halbinsel gehalten wurde, aber die italie= schreibt eine Hongkonger Zeitung vom nische Regierung wird wegen dieser Vorkomm=d. I.: In der ganzen Stadt giebt es kaum nisse, die bei der ersten Aufwallung wohl er= ein Haus, in welchem nicht ein Toter liegt. * klärlich, wenn auch nicht entschuldbar waren, Die Plage begann im muhammedanischen Viertel schwerlich eine offizielle Note nach Paris richten. und breitete sich mit furchterlicher SchnelligDie Sache wird im Stillen abgemacht werden keit über die ganze Stadt aus. Täglich werden und die französische Regierung den Geschädigten hundert neue Erkrankungsfälle gemeldet. Am einen genügenden Ersatz zukommen lassen. Westthor unternahm es gestern ein Mann, von Mag also auch die traurige Begebenheit noch 9 Uhr früh an jedesmal, wenn ein Sarg an kleinere Katzbalgereien zeitigen, an ernste Kon= ihm vorbeigetragen wurde, ein Geldstück in flikte zwischen Italien und Frankreich wird einen Kasteu zu werfen und bis um 4 Uhr doch nicht gedacht zu werden brauchen. Es nachmittags hatte er 170 Särge gezählt! Die ist gut, daß die Sache so abgeht, denn greift verstorbenen Kinder werden entweder in Körbe der Italiener schnell zum Messer, greift der gelegt oder in Matten gewickelt und dann beFranzose nicht minder schnell zum Gewehr, erdigt. Wo der Schmutz am stärksten und die und recht heißes Blut haben beide Völker. Wohnungen am meisten übervölkert sind, findet Caserio, der Mörder Carnots, hatte sein die Seuche die größte Zahl der Opfer. Da Verbrechen bereits seit längerer Zeit geplant. die Plage sich jetzt auch rapid nach dem platten Er erkundigte sich schon mehrere Tage vorher Lande ausbreitet, finden die Menschen, welche wiederholt über die Kosten einer Reise nach Lyon. aus der Stadt fliehen, in der ganzen UmEinmal äußerte er: Schade, daß ich in Italien gebung nirgends eine Stätte mehr, die ihnen verurteilt worden bin. Wenn ich nicht fürchten Schutz vor diesem Würgengel bietet. Die einmüßte, meine Strafe in den Steinbrüchen von geborene Bevölkerung drängt sich in den Tempeln Sizilien abbüßen zu müssen, wäre der König zusammen und fleht zu den dort aufgestellten Humbert und der Papst schon längst in die Götzen in einer extravaganten und wahnsinLuft gesprengt worden. nigen Manier. Es ist schier unmöglich, die Bei Verkündigung des Wahlergebnisses durch Zahl derjenigen anzugeben, welche der Pestilenz den Kongreß=Präsidenten Challemel=Lacour wurde bereits zum Opfer gefallen sind, da die Beder Name Casimir=Periers mit lautem, anhalten=hörden alles aufbieten, die Thatsachen zu verdem Beifall begrüßt. Die Sozialisten protestierten heimlichen. An der Thür der größten Armenheftig, mehrere drohten andern Abgeordneten mit lapotheke ist ein Plakat angeschlagen, worauf P die Thatfache vernelbet wich, daß bis zunivon 5 Köpsen, welche in der bepten Bot von pleschen st eine ganze Familte infaige p pworden fad. Diese Ziser bleibt abers der Polizei dingest genacht worden. Veisosiger Pige schwer erkrankt; drei Kiuder e e. ue, Aude Anun u, Airhanld unrchh, unhen ubez Aah unr a Ker aeien Kans elidhe uer e .[lenen Sachen Falschmünzerwerkzeuge gefungen, von seut dem großen Brand ges##eg, gat in eeeee..#8 sind Man glaubt, daß die Bande die falschen Mark= der Nacht vom Donnerstag zum Freitag ein Iun vieten Gegenden des iutsgen tesg zen. und Thaler=stücke fabriziert und in den Ver= ganzes Häuserviertel, darunter über zwanzig in deisen Tagen große Hogtrutg, noderg=zen gebracht hat, welche jüngst hier so große große Warendepots, zerstört. An sechzig Beisenders dr Bezik von Konio, wod= n,[Beunrahigung hervorgerufen haben.(Spritzen und dreihundert Feuerwehrleute, fast sebung von Alepo hoben schwer Heilten. Boht)“ Gepelz ber g, 28. Juni. Hier sprang die gesamte, Feuerwehr, Londons, arbeiteten riche Dorter fud genz verstor, Beode, un. Hund einen auswärtigen Radfahrer ins die ganze Nacht unter fortwährender Lebensen wbüig vernichtt worden, biete Wenscen. und Rad, haß d., Tahrer zu Fall kam und wiesgefahr. Erst gegen morgen wuroe man des gene Herden Bietz kud ungetonnen. Der bursc, beigabt siegen blieb. Man brachte den jungen Feuers Herr. Handerfäinfzg in einen des wüde Unweter hervorgernseue Schodeu be gi, zu eine Wirschaft, woselbst ein hinzu=(brennenden Stall bernouge vonooner Posttrigt wehere Milionen Pioster. Die. Vegierung) Pscomy) Arz die nötigen Verbände am Kopfelpferde wurden unter den aufregendsten Szenen hat mit anerkennenswerter Schneligteit Betupg“=) ur9 am Arme anlegte.(gerettet. Soviel bekannt, ist kein Menschenwitel, Zelte, Brot und Ged fur die verurgug,— Bochum, 24. Juni. In der vergangenen fleben zu beklagen. Der Schaden istungehener ten Landteute obgrichct uud v, bepsz wenschliche Nacht brannte die alte zur„Tonhalle“ gehörige und läßt sich noch gar nicht näher schäßen den des Hogel“ zu wuitdern, lopeu, ,uchiet dag Köchling'sche Bierbrauerei vollständig nieder.[Der meilenweit sichtbare Feuerschein locte Krast zu thmpermog, Allem voran vungu.—,. soll von einigen jungen Leuten kolosale Menschermassen an, die nur durch Beispzicl von Bohtzatigteit, weiches der Sotu mutwilligerwese angelegt worden sein. Wies ein starkes Polizeiaufgebot mühsam in Ordnung o, ve sagaen Uinterhanen. So dat ar sungtl Altenessen, 28. Juni. d bos nen u ian Grichenland Burschen haben sich in der hiesigen katholischensden, die vor 70 Jahren infelge sclagender Weiter zu welcher der Eingang wegen des umgekommen waren. Die Erinnerung an dieses Erweiterungsbaues leicht ist, zu schaffen ge= Unglück ist noch nicht erloschen, und die Archive rerung.. chaltar die darüber enthalten ausführliche Berichte. Die Leiund Rheinland.(macht. Sie schrieben auf den Housuzrat,„# schen waren wohlerhalten, und es war keine Fäulnis Leser machen Worte:„Hoch lebe die Sozialdemokute, seingereien; sie sehen aus, als oh der Tod soeben Schpgese, 28. Juni, bohere be bogeu o geichen großer Roheit. seingelreien würe. Als man die Körnzg, herigen vie auf die Betamntnachung des berm. Landrats in Gewiß ein Ben,. 2.,g8.. I hesteht swolte, blieb nur ein Staubhaufen übrig. Du heutiger Nummer, betr., die fünswöchentlichen Sommer=] Vom Rhein, 28. Juni. Es oestehe###te, blieb nur ein St Ferien, aufmerksam. Darnach fallen die Ferien der!.. Teg Hufs vieh, 2 Pferde, 1800 Zentner Getreide, Erbsen und Oelkuchen, sowie eine große Menge noch unausgedroschenen Getreides. Entstanden ist das Feuer durch den Leichisinn eines Arbeiters, der nach dem Anzünden einer Zigarette das noch brennende Streichholz achtlos ins Stroh warf. * Gießen, 25. Juni. Heute früh wurden bei einem Brande 3 Kinder im Alter von 8 bis 11 Jahren von der Mutter aus dem dritten Stocke herab auf ausgebreitete Betten geworfen und gerettet. Die Mutter selbst wurde durch Nachbarn, von denen einer sich die etwas zu kurze Leiter auf die Schultern stellte, in Sicherheit gebracht. Der Vater war mit dem jüngsten Kinde durch Rauch und Flammen ins Freie gelangt. * Ein Velozipedist rutschte am Montag in München an der Wittelsbucherstraße mit seiner Maschine die Uferböschung hinab in die hochgehende Isar und verschwand unter lauten Hilferufen von den entsetzten Zuschauern in den Wellen. Verunglückten eine große Summe gespendet. Die Pesioer Aumuenz ber de unteihenigeu. Sturgze. Vom Rhein, 28. OPaupschifoheisz, somengen Arbeiter sosenz, eshreckt dovon, und Foltschulen Hörde der sseitens der Kömn=Lajseldorfer Dampfschifgiete, nichts konnte sie bewegen, die Arbeit in dem Schacht Sios geu due aus eue zae ogeele die Ascht, ui den Konongereuheztröinene Bnit er i auni e ucte ben, Steeuten ulengr un te ustenu Sselschof, bie Aosch, zund luntscheinisch Iu vaname gracs amn ia. Zu en urae währead de Feren für die Aenter in Sommer= und Essenbaht=Direkionen rechtv, wonach die, Re, bares Feuer aus, das über 300 Gebäude im beberbb= keren geirennt. gr.. 24. J.L.un, d.s einen Vertrag abzuschließen, wonach vre vrI„erisen T.eis der Stadt verzehrte und gegen 5000! Peron gumepte 28 Juni. Die Beteiligung des!„hillats der Demyfschiffe auch auf den Eisenbeidtr Ferzen, gerermnt ot.—. u. leinen Vertrag abzuschleßen, wonach vie dier(pistzis.y en der eiaue veizteutr und gegen baog Scwerte 2c, Sunz ei: Sun tourviuers der Dampschzisse uuc auf den Eisen= Personen ihres Obdachs beraupte. Man schätzt besiaen evong, Arbeter, un, ue ged vPerhonzsest bahnen benutzt werden könnnen. sden Gesamtverlust auf drei Milionen Dollar, doch un 1. Ju1t u Seiner heutstudephozgteenternger ga.)—.., 28 Juni. Bei Ahrweiler wurde s ist eine genaue, Abschitzung bei der algeneinen wod eie dbras rige enz uund au uugeger ug1, Bonn, 2, Nacht der Vitugr. Wamens Verpirung nach nicht miäglich genesen. den sch zu demieten agsemelbei. Bit Rüchichz, au in der vergangenen Lugt ver Altar, Ruuren= Personen wurden geistet;, dreisig bis vierzig andere diese grobe Zaht st der Verluchanestelt, ob die Ffahri Kuerzen, von einem Schreinergesellen ermordet, epiesten schwere Versetzungen. d dene vio uu. Hehalbvug, eso ziah zs lals er denselben, der anscheinend verwundet 2 London, 27. Juni. Bie sest sad zweietwa Samstag abend bei shrer Anmeldestelle zu er= und röchelnd im Graben lag, helfen wollke. hundertoierundfänfzig Leichen aus der Albiongrube kundigen, ob dieser Versuch Erfolg gehabt hat, und,I Mainz, 25. Juni. Der Andrang zu geschofft worden. Die Behörden erklären jetzt, der falls ein Sonderzug gesichlt wird, wann derselbe von dem Festplatze des deutschen Bundesschießens Verlust an Menschenleben betrage über dreihundert war gestern abend ganz bedeutend. Auf dem Neueste Nachrichten. Rom, 29. Juni Der„Kapital“ zufolge habe die Polizei drei Anarchisten verhaftet, die in Verdacht erregender Weise um den Kammerpalast herumschlichen, und bei ihnen Papiere beschlagnahmt, welche erkennen ließen, daß ein Attentat auf die Kammer geplant gewesen sei. Außerdem wurden 38 Anarchisten verhaftet, wodurch die Polizei einem weitverzweigten internationalen Komplott auf die Spur gekommen sei. Antwerpen, 29. Juni. In vergangener Nacht explodierte eine Dynamitpatrone und beschädigte, zwar unbedeutend, das Haus des Großkaufmanns Ed. Huybrechts. Man glaubt ein anarchistisches Attentat. an fals em Sonpezug gesicllt wird, wann derselbe von dem Festplatze des deutschen Bundesschießens Verlust an Menschenleben betrage über dreihundert, .)S 29. Juni. Nachstehend bringen wur gestere, abeno huuz bevennn=.—.— sog eine Zahl nicht registrierter Arbeiter mit eingewir noch die Verteilung der Preise gelegentlich des Platze spietten 5 Musikkorps. Es wurde ein fahren sei. Gestern wurde in der Umgegend eine am Sonntag stattgefundenen Festes des Turnver Feuerwerk abgebrannt, an das sich eine Fackel=(furchtbare Panik veranlaßt durch das Gerücht, ein eins„Eintracht“: Die Ehrenpreise im Festzuge er= polonaise anschloß. Bei der Feldfestscheibe Rettungskorps von vierundfünfzig Mann sei umDen Ehrenpreis im Weithochsprung Voat=Hörde.— Deutschland losten Feilhauer(Berlin) und gekommen; dasselbe stellte sich jedoch als unbeAm Reck errangen: 1. Preis: Ldam=Marten. 2.] Lutz(Innsbruck) um die ersten Preise, da gründet heraus. Die Aufräumungsarbeiten dauern Preis: Lohölter=Sommerberg, 3. Preis: Happe= beide je 36 Ringe hatten. Feilhauer erhielt sort. Bei der Berdigung der Opfer schließen sich Altenbagen„Gut Heil“. 4 Preis: Sögemever= den Kaiserpreis, einen prachtvollen Pokal, Lutz sämtliche Gruben der Umgegend an. Der Lord Schumacher Preis: Wiehmers= ein Bild und 1000 Mk. bar, zusammen im Mayor von London erließ einen Aufruf zur Marten. 3. Preis: Schnauz=Brackel„Germania“, Werte von 1400 M.; letzteren Preis hatte der Sammlung für die Hinterbliebenen, die er minde4 Preis: Isken=Eckesey, Im Stemmen: I. Preis: Schützenverein in Hannover gesiftet. stens auf 150 Witwen und 300 Waisen schäst. Bültmann=Marten, 2. Preis: Mever=Maren. 3.) Mainz, 27. Juni. Bei einer Stockung des Dag Unglüick ist größer als irgend eins in Wale ve Germanig: Im Stabhochspringen: 1. hiesigen Schützenseszuges lanen Alzeyer Schüßen seit 1878 und in England seit 1866. Preis: Brell=Brackel Eintracht“. 2. Preis: Bren= vor einem Laden zu stehen, in dessen Schaufenster) 2 Bei einem Brande auf dem Gute Mirogoscheid=Sommerberg. 3. Preis: Lesing=Höchsten einige Damen Ploz genommen hatten, bei denen niewis bei Argenau verbrannten 51 Stück RindSersbo: en a Kost=Pe„e Vner Zeie ande Hoggatbute schon dur gristenm Büche 1. Preis: Diever=Miarten, 2. Preis: Orun,Preig; gewichen war, ohne daß die Gefallsucht anscheinend Gottesvienste. Auf den TotalAusverkauf meines Tapelen-, Teppich-, Möbelstoff-, Gardinen-, Portièren-, Tischdecken-, Linoleum-, Kokosläufer-, Wachstuchetc. etc. Lagers mache ergebenst aufmerksam. Die Ausverkaufs-Preise sind in roten Zahlen neben den bisherigen Preisen vermerkt. Carl Döring, Dortmund, Nur Westenhellweg 51 und 53. Diret and der Fahrt also aus erster Hand in jedem Maaß zu beziehen. Man verlange Muster mit Angabe des Gewünschten von von Elten& Keussen. Crefeld. Sonntag, den 1. Juli 1894. Schwerte. Größere ev. Kirche. Frühpredigt 8 Uhr: Pastor Graeve. Haupipr. ½10 Uhr: die erste Jugendblüte schon der gereifieren Wi Selch doek al Seishen in uemzasan Garend er. auasden usten de iun Sschzataden ur aul rang Lesing=Höchsten„Vorussia“. innige Heiterkeit, hervorgerufen durch ein unterhalb Schwerte, 28. Juni. Von Opher= des Schaufensiers angebrachtes Plakat, auf dem dicke kommend, wird am nächsten, Sonntag früh die Worte standen:„Wegen vorgerückter Saison gauptpr. u.10 Uhr der Bischof Herr Simar von Paderborn hier zu herabgesetzten Preisen.“„„ Pastor Heinenberg. eintreffen, um die Firmung vorzunehmen.] Koblenz,27. Juni. Durch die reiche Kir= Nachm. 2 Uhr: Kindergottesdienst. Zu seinem Enpfange werden große Vorbereis schenermne ist ein großer Segen unseren Nachbar=) umzwache, Taosk Heinenberg. tungen getroffen. Freiherr von Liliens Vierer= gemeinden zuteil geworden. Man kann sich kaum zug bringt den Herrn Bischof bis zur Rekto= erinnern, eine Kirschenernte wie in diesem Jahre ratschule, von wo die zu firmenden denselben erlebt zu haben, und man muß in der That stauin feierlicher Prozession abholen und zur Kirche nen, wenn man hört, daß die meisten Orte, in Felenen.(denen der Kirschenbaum angebaut ist, auf eine §§ Westhofen, 28. Juni. Ein Arbeiter Einnahme von 40=, 50=, ja bis zu 70000 Mk. eines hielgen Steinbruches in der Rähe bes uchan. seiner Nähe befindliche Pulversack, in dem sich vel-perspretzender Steags, 26. Juniziesährigese Reformierte Kirche. Vorm. ½10 Uhr: Past. Terberger. Syburg. Vorm. ½10 Uhr: Pastor Falkenberg. Stadtmission in Schwerte nachm. 5 Uhr: Bibelstunde. Westenort Nr. 12. P g F PHA ziemliche Duantist Nauver befand, INe, versprechegzen, Piand, wie den Bezgeansten noch eine Ziemtiche, K4uun.un... m dürften die Feldfruchte auf unseren reichgesegzutr: auf bis jetzt noch nicht aufgeklärte Weise Feuer Fluren kaum je zuvor gezeigt haben. Die Getreiund explodierte. Im nächsten Augenblick standen dearten stehen gut in Halm und in den Aehren. die Kleider des Arbeiters in hellen Flammen. Mit der Trotzschneller Hülfe seitens der Mitarbeiter war geradezu Zppigen Stand, so daß es den Landwirten der Bedauernswerte so schrecklichverbrannt, daß an gutem Futer nicht mangelt. Auchdie, Kargeeln das Fleisch in Fetzen vom Körper herabhing. lassen sich sehr gutan, sie stehen Dersofortreguirierte Arzt verordnete die Ueber Wester egänsigt, so werden Scheunen, Böden und führung in das ev. Krankenhaus in Schwerte, Zesier die Erträge kaum zu fassen vermögen. wo er hoffnungslos darniederliegt. Der Ver=steuet er.. unglückte ist Italiener und steht im 19. Leben= Eholera=Nachrichten. jahre. Todes-Anzeige. Heute nacht um 2 Uhr entschlief nach langem, in Geduld ertragenem Leiden meine innigst geliebte Frau, unsere gute Mutter, Schwiegertochter, Schwester, Schwiegerin und Tante Julie Sprave Krieger-Verein Schwerte. Am Sonntag, den 1. Juli, fällt die GeneHagen, 28. Juni. Der Verbandstag In Deutschland sind Chokerafälle auch in ral=Versammlung aus. „fälischen Schuhmacher=Innungen findet der letzten Woche nicht vorgekommen. Hiugegen]„a Wangtamg ctt. 9. lanten die Nachrichten über die Cholera in Der vorstand. geb. Schumacher im 39. Lebensjahre. Um stille Teilnahme bitten Die trauernden Hinterbliebenen. Sommerberg, den 29. Juni 1894. Die Beerdigung findet Montag, nachmittags 4 Uhr, statt. den 2. Juli, der weitfähtischen#####uten die Nachrichten über die Cholera in an 15. und 16. Juli vier soat.. ,.2,„[Oesterreich=Ungarn ungünstig. In Galizien Dortmund, 27. Juni. Innicht gerugen hat die Cholera neuerdings um sich gegriffen: Schrecken wurde gestern ein im Mittelpunkt vom 12. bis 19. Juni sind in zusammen 9 der Stadt wohnender Kaufmann von Ver Gemeinden der Bezirke Borzezow, Hufatyn, versest. Derselbe hatt dux, Bezahlige von Giztg und Tarnobrzeg 31 Erkrankungen und Rechnungen fünfhandert Mark in Doppel= 15 Todesfälle vorgekommen; die Gesamitzahl konen auf den 4sch i seive gauf kurze) der Ertrankten seit Wiederausbruch der Seuche Zum Reinigen des Mühlengravens nehme ich kronen auf den„s6ag“, seinem vontor der Erkrankten seit. Wiederausbruch der Seuche Montag, Zeit verlassen. Bei seiner Rückkehr war das beläuft sich auf 154, der Gestorbenen auf 84.] und die folgenden Tage Geld verschwunden. Man wollte bereits der Vermischtes. Posite Augeige erstuten, WPächerchen Har: Der Erforscher des ägppischen Altertans, ebe, Mammon an sich genommnen hatte und Brugsch Pascha, hat im Rithal bei Lassor Herm. Schmidt, Pe s bodur furchzauste Hungersnat enstanden und die folgenden an. doun in Monat Juli Harfelbst Katsiabenden ggei=ssei. Nach anderen Angaben Zersg, Zuschrifen Eine Woh loigen Krit-Arigenunbon 1/ er 4.r g... 85.56 des Eudocger Ehrig, Geburt, was der ven zwei Zimmern, 2. Etage, pr. ede nest fur de 2Sceut u. uden, Bostogu Zai uach mit I,enße Statchalterschasft simmt Angast zu vrmiten. Das von Aug. Plel, Löwen= drogerie, Hörde i. W. hergestellte Schweinepulver ist das Beste, um die Freßlust der Schweine zu fördern und dieselben vor mancherlei Krankheiten, Rotlauf 2c. zu schützen. Per Packet 30 u. 60 Pfg. Allein echt zu haben in Schwerte: L. Weinberg. Dr. Coleman, homöopath Arzt, Dortmund, Prinzenstraße 10, (Ecke der Balkenstr.) : An Wochentagen nur nachm. von 3—5 Uhr, an Sonn= u. Feiertager nur vormitt. v. 9—11 Uhr. Kartoffeln, Fliegenpapier empfiehlt Carl hochfeine magnum bonum keimfreie Ware, tadellos, sowi Salatmölle, sogen. fahlrot Mölle, alles hies. 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Erschienen waren u. a. der Vorsitzende des Bundes der Landwirte für Westfalen, Freiherr von Ketteler=Harkotten, und Schwarzenraben, der zweite Direktor des Bundes Dr. Suchsland=Berlin, der Reichstagsabgeordnete SchulzeHenne=Soest. Die Verhandlungen eröffnete Gutsbesitzer Sümmermann=Scheda; derselbe hieß die imposante Versammlung herzlich willkommen und betonte, daß heute ein Zusammenschluß aller Landwirte eine dringende Notwendigkeit sei, wenn eine Besserung der landwirtschaftlichen Verhältnisse eintreten solle. Einen solchen Zusammenschluß biete der Bund der Landwirte, der freilich von gegnerischer Seite in der schamlosesten Weise bekämpft würde. Nichtsdestoweniger sei der Bund existenzfähig und stände im Dienste des Vaterlandes.„Nichts für uns, alles für's Vaterland“ sei seine Devise. So sei er die treueste Stütze für Thron und Reich und fördere die Hohenzollernpolitik von ganzem Herzen. Begeistert wurde darauf in das ausgebrachte Hoch auf Se. Majestät den Kaiser eingestimmt. Dr. Suchsland=Berlin verbreitete sich in einstündiger Rede über„Die Organisation des Bundes". In klarer, gemeinverständlicher Weise legte er die wirtschaftliche und wirtschaftspolitische Bedeutung des Bundes der Landwirte dar, ausgehend von seiner Gründung bis zu seiner heutigen blühenden Entwickelung. Vor der Gründung hätten die Landwirte plan= und zusammenhanglos dahingelebt. Seit der großen Tivoliversammlung sei das anders geworden; derselben seien größere Versammlungen in Mainz, Posen u. s. w. gefolgt, und heute umschließe der Bund alle Landwirte Deutschlands. Es sei auch eine Genugthuung, daß unsere Bestrebungen in der Schweiz, Oesterreich=Ungarn, ja sogar im fernen Amerika freudigst anerkannt würden. In dem Bunde der Landwirte fände jeder Landwirt eine Vertretung und seine geistige Selbständigkeit. Bereits im ersten Jahre zählte er 178000, heute bereits über 300000 Mitglieder und 30000 Vertrauensmänner. Die Behauptung der gegnerischen Presse, daß bereits 50000 Mitglieder ausgetreten seien, wäre eine grobe Unwahrheit. Redner wendet sich dann zu den Erfolgen, welche der Bund der Landwirte schon aufzuweisen habe, als da sind: Bekämpfung der Futternot, Erlaß des Ausfuhrverbots, Erlangung preiswürdiger Waldstreu, billiger Bezug von Düngemittel, sachgemäße Auskunft aller technisch= wirtschaftlichen Fragen u. s. w. Redner betont nochmals die nationale Wirtschaftspolitik des Bundes der Landwirte und erntete für seine Ausführungen reichen Beifall. Kammerherr Freiherr von Ketteler knüpft an die Inschrift an, welche seit 200 Jahren über seiner Hausthür steht:„Einigkeit baut, Uneinigkeit zerstört“ und forderte alle Anwesenden zu einmütigem Zusammenhalten auf. Er faßt nochmals die Ziele des Bundes kurz zusammen und entkräftet alle auf ihn geschleuderten Verleumdungen. Direktor Kaldeweit=Soest beantwortet eingehend die Frage:„Wie können wir auf unsern Höfen leben?" Der Staat habe die Pflicht, jeden produktiven Stand so zu stellen, daß er seine Produktionen auch absetzen kann und weist dann den Vorwurf zurück, daß die Landwirtschaft die Industrie vernichten wolle. Die landwirtschaftliche Produktion habe sich wohl erhöht, aber der Reinertrag sei zurückgegangen. Die Landwirtschaft müsse selbständig werden. Der große König Friedrich habe gesagt:„Ich bin müde über Sklaven zu regieren. Die Landwirte seien keine Sklaven in unserem Staate, sondern freie, selbständige Männer! Reichstagsabgeordneter Schulze=Henne=Soest hält es für bedenklich, daß vor der Wahl den Abgeordneten bestimmt formulierte Fragen zur Beantwortung vorgelegt würden, wie es der Bund thäte; ferner warnt Redner, die Gegensätze zwischen Industrie und Landwirtschaft immer hervorzuheben; dies könnte nur dahin führen(namentlich in den westlichen Provinzen), daß die Sozialdemokratie gefördert würde. Nunmehr wandte sich Gutsbesitzer Hidding= Ergste, Bezirksvorsitzender für Iserlohn, an die Versammlung unter Bezugnahme auf ein Wort des Altreichskanzlers, daß die Landwirte sich wohl auf ihrer Scholle sorgten und mühten, es aber unterlassen bezw. nicht verstanden hätten, sich die Gunst der Gesetzgebung zuzuwenden. Der Bund der Landwirte richte sich nicht gegen die Industrie, vielmehr erkenne er deren Bedeutung für unsere heimatliche Provinz an; allein man dürfe nicht vergessen, daß auf der einen Seite die Hämmer pochten und die Essen glühten, daß auf der andern auch Tausende von Landwirten sich in ländlicher Abgeschiedenheit auf derselben Scholle mühten, die zum Teil ihre Urahnen schon bebauten, als sie dem Sachsenherzog Wittekind das Schlachtroß zäumten, daß man erhalten müsse die Höfe, „an deren Saum sich reckt der Eichenbaum“. Redner findet es unverständlich, daß mehrere Blätter in unserm Bezirke sich noch bemühten, die Bewegung, welche der Bund hervorgebracht, tot zu schweigen. Eine frivole Unterstellung sei es, wenn gesagt würde: Der Bund schwimme im radikalen Fahrwasser. Wenn die Stunde schlüge, von der der Dichter singt: „Verlaß die Pflugschar, laß den Meißel fallen, Die Leyer stumm und still der Webstuhl stehe, Verlasse deine Höfe, deine Hallen: Vor dessen Antlitz deine Fahnen wallen, Er will sein Volk in Waffenrüstung sehn"— dann würden die Landwirte zur Stelle sein; denn „Das ruhmbedeckte Zollernschwert Schützt in manchem Kampfe, Daß uns der Feinde Rosse Huf Niemals die Saat zerstampfe. Drum schwören wir, wenn immer auch Der Heroldsruf ertöne: Wir wollen treu zum Kaiser stehn, Die Väter und die Söhne.“ Ein wahrer Beifallsturm erhob sich nach dieser Rede. Gutsbesitzer Bering giebt seiner Freude darüber Ausdruck, daß der Bund der Landwirte kein Gegner der landwirtschaftlichen Vereine sei, welche seit 50 Jahren großes geleistet hätten: diesen wollen wir auch ferner treu bleiben, ebenso dem Westfälischen Bauernverein. Die Bestrebungen des Bundes der Landwirte wollen wir dadurch thatkräftig unterstützen, daß wir alle Mitglieder desselben werden. Gutsbesitzer Sümmer=Scheda stattete allen Rednern seinen Dank ab und resümiert noch einmal die Verhandlungen und schloß mit einem donnernden Hoch auf den Bund und das deutsche Vaterland. Stehend wurde darauf noch die Strophe:„Deutschland, Deutschland über alles“ gesungen. Schläft sanft das Thal in Abendruh' und Frieden Abseits vom Weg ist ihm sein Glück beschieden. Rauh weht die Luft auf seinen Höhen, Und lang und kalt ist Winterszeit; Doch lieblich schmückt im Frühlingswehen Das Thal mit Blumen sich sein Kleid. Du kannst im grünen Eichenwaldes Rauschen Dann wundersamen Zaubermärchen lauschen. Es kündet Dir aus alten Zeiten Verfall'ner Burgen Sprache stumm Von blut'gen Kriegen, harten Streichen Um Glaubenslehre, Ehr' und Ruhm.— Doch jetzt zieht süßer Friede sanft und milde Beglückend durch das lachende Gefilde. Ist auch nicht wie in mildern Zonen Der Aussaat Segen reich und groß,— Zufried'ner Sinn ist leicht zu lohnen, Arbeit und Müh trägt hartes Los Und dankt dem Schöpfer dennoch fromm bescheiden All'zeit für seines Dasein Freud’ und Leiden. Und fragst Du mich nach seinem Namen,— Mein Heimatland ist's, klein und rein! Ein Bergkranz säumt gleich einem Rahmen Sein wunderlieblich Bildnis ein, Drin siehst Du grüne Au'n und Wiesenmatten,— Es ist mein„Sauerland“ im Waldesschatten! Hagen. Eintadung zür Bestraung. Soziale Bewegung. Chicago, 27. Juni. Gehern abend ordnete der amerikanische Eisenbahnarbeiterverband an, daß die Weichensteller der Illinois=Centralbahn die Arbeit einstellen sollen. Durch den Streik sollen die Pullmannwagen boykottiert werden. Die Führer der Arbeiter behaupten, der Streik werde sich bald auf fünf andere Bahnen ausdehnen. Die schottischen Kohlengrubenarbeiter haben nunmehr am Dienstag den Streik gegen die Lohnherabminderung begonnen. 65000 Bergleute nehmen am Streik Teil und nur 5000 setzen die Arbeit fort. Infolgedessen werden viele Hochöfen ausgeblasen und die Eisenhütten zum Stillstand kommen, wodurch wiederum 20000 Arbeiter beschäftigungslos werden. Mit dem 1. Juli beginnt das 3. Vierteljahr 27. Jahrganges der Schwerter Zeitung, Kreisblatts für den Kreis Hörde. Wir gestatten uns, an unsere Freunde in Stadt und Land erneut die Bitte zu richten, auch ferner für immer weitere Verbreitung unseres Blattes sich gütigst mit verwenden zu wollen. Auch für die Folge wird es fortgesetzt unser Bestreben sein, unsern Lesern wohlgesichteten, interessanten Unterhaltungsstoff zu bieten und dem Blatte die ihm im Familienkreise gewordene Stellung eines Hausfreundes zu erhalten. Unsere geehrten Postabonnenten bitten wir, das Abonnement auf die„Schwerter Zeitung" gefl. sofort erneuern zu wollen, um Unterbrechungen in der regelmäßigen Zustellung der Zeitung vorzubeugen de Da die„Schwerter Zeitung" das verbreitetste Blatt in Schwerte und Umgegend ist, so ist sie nicht nur allein das wirksamste, sondern auch das billigste Insertionsmittel, denn Preis und Wert der Anzeigen werden bekanntlich durch die Verbreitung einer Zeitung bedingt. Die Sauerland. Kennst Du das Land, das still verborgen Im Schatten seiner Wälder liegt? Auf seinen Bergen tagt der Morgen In Sagen traumhaft eingewiegt Sommerstoffe à Mk.—.75 per Meter in garantiert ächtfarbigen Waschstoffen versenden in einzelnen Metern an jedermann Erstes Deutsches Tuchversandtgeschäft Oettinger& Co., Frankfurt a.M., Fabrik-Depöt. Modernste Muster bereitwilligst franko.(1) Beachte das Kleine. Die kleinste Sache kannst Du gut verrichten, Die kleinste schlecht. Aus lauter kleinen Dingen Besteht der Tag, bestehen alle Tage, Besteht das Leben. Darum warte nicht Mit Deiner Weisheit, Deiner Redlichkeit, Bis große Dinge mit Posaunen kommen. An jede wende Du Dein ganz Gemüt, Die ganze Seele, alle Lieb' und Treu'. Den Stempel, den Du jedem aufgedrückt, Den siehst Du, und er kommt Dir wieder vor Wie alte Münzen, jed’ aus and'rer Zeit, Mit Deinem Bildnis, und Du freust Dich dran. So wendet auch an jedes kleinste Blümchen Die Sonne ihre ganze Kraft— ein Weilchen, Die Erde ihren ganzen Fleiß, wenn auch Nur kurz, und jedes prangt ihr schön geschmückt. Und so bezwingt sie, Tag für Tag das Jahr. Wer nur den Tag gewinnt, der hat die Schlacht Gewonnen. Du gewinne Augenblicke! Denn hast Du jeden Augenblick besieg:, Hast Du das ganze Leben Dir gewonnen, Das ganze Leden Dir geschmückt, Dir leicht Die ungeheure Last der Zeit gemacht. So trägt ein Kind den Baum in Spänen fort. Der Kirchwe Erzählung von I. Aus dem Dänischen von E. R. (Schluß.) Nach einer Weile trat der Doktor ein, eine Apfelblüte im Knopfloch, teilnehmend und ruhig wie immer: „Wie es scheint, ist eine Veränderung vorgegangen. Das Fieber hat nachgelassen. Nun, ich hegte immer die Hoffnung, daß Ihre Frau Gemahlin durchkommen würde.“ „Ist es möglich? geht es ihr wirklich besser?“ „Sogar bedeutend besser, aber die Kräfte sind natürlich erschöpft. Ein paar Austern wären am Platz und Wein mit Ei. In einigen Tagen werden Sie auch für Ihre Flinte Gebrauch haben, Herr Oekonomierat!— Guten Tag, gnädige Frau, — was wünschen Sie? Ihr Herr Gemahl bietet Ihnen Wein, oder würde Bouillon oder Milch Ihnen vielleicht lieber sein?“„..2 88u6, „Ich möchte einen Tropfen Wein— ich vanke Dir, John!“ „Sie müssen ganz still da liegen und die Gedanken ruhen lassen.— Sie tragen die Verantwortung, 16 er Rat Der Arzt entfernte sich. „Ich möchte so gern mit Dir reden, John.“ „Warten wir bis morgen, liebste Marie!“ „Wer ist im Zimmer nebenan?“ es scheint mir —,“ sie wechselte die Farbe. Im selben Augenblick trat Bertha still und leise ein. Das ehrliche Gesicht der Alten drückte Milde und Zufriedenheit aus, sie sprach in ihrem gewohnten ruhigen Ton, als sei nichts vorgefallen. Bertha war eben eine echte, rechte Krankenwärterin. „Ein paar Theelöffel voll?— so, und nun trinken wir das bißchen, was noch übrig ist.— So, gesegne es Gott!“ John aber mußte hinaus; es war ihm Bedürfnis, sich auf die Kniee zu werfen, sich selber anzuklagen und Gott zu loben und zu danken. In diesen Tagen waren es gerade zwei Jahre her, seitdem er sie zum erstenmal gesehen hatte. Die blühenden Obstbäume, der Vogelgesang, die Beleuchtung, alles erinnerte ihn an jene Zeit. Er ging seinen Lieblingsweg durch den Wald und folgte dann dem Kirchweg bis ins Dorf. Due Thür zum Kirchhofe stand offen, es lagen frische Kränze auf dem kleinen Grabe. „Mein Herzensjunge, mein Kind!“— Thränen trübten seinen Blick, aber es waren nicht bittere, trostlose Thränen; die Hoffnung war in sein Herz eingezogen, die Hoffnung auf ein Wiedersehen dort oben.„Unser Bürgerrecht ist im Himmel“— jetzt glaubte er daran. Marie lag mit geschlossenen Augen da, aber sie schlief nicht; Thränen rollten ihr über die Wangen herab, Bertha sah es, aber sie verhielt sich still. Die Natur forderte ihr Recht, wie konnte es anders sein? „Bist Du allein hier, Bertha?“ „Ja wohl, gnädige Frau.“ „Ich möchte so gern die Wiege sehen.“ War ein„Nein“ nicht schädlicher, als die Erfüllung dieses Wunsches? Bertha war der Ansicht und holte die kleine Wiege herbei. „Liebe gnädige Frau, Sie müssen sich jetzt wiederholen, was der alte Herr Oberst sagte, als ihm seine Lieben entrissen wurden: Der Herr hat es gegeben, der Herr hat es genommen, der Name des Herrn sei gelobet!“ „Ich versuche es zu stammeln, Bertha!“ Bertha entfernte sich leise mit der Wiege und gab, nachdem sie die Thüre hinter sich geschlossen hatte, auch ihren Thränen freien Lauf. Nach einer Weile erschien sie völlig gefaßt mit einer einladenden Erfrischung am Lager der Kranken. „Der Herr hat nach Austern telegraphiert und einen reitenden Boten nach der Station geschickt; vor Abend wird er aber wohl nicht hier sein können. Die gnädige Frau müssen jetzt gleich von diesem etwas genießen— bitte, noch ein wenig mehr — so, das lasse ich mir gefallen." „Erholten die kleinen Knaben deines Neffen sich?“ fragte Marie mit schwacher Stimme. „Danke, ja, gnädige Frau, sie sind in der Besserung." „Ich sehne mich darnach, sie zu sehen. Und das kleine Mädchen von Svendsens, sie erkrankte doch wohl nicht auch?“ „O nein,— nun muß ich aber gehen, gnädige Frau; hier steht die Klingel.“ Wie mochte es nur zugegangen sein, daß Bertha wieder da war? Ach, es gab so vieles, was sie gern wissen möchte. Kurz darauf trat John ein; er glaubte sie schlafend und näherte sich leise dem Stuhl, der neben ihrem Bett stand— sein fester Platz in diesen Krankenheitstagen. „Ich schlafe nicht, lieber John.“ Er nickte und küßte die Hand, die sie ihm entgegenstreckte. Marie hätte so gern von ihrem Kinde gesprochen, aber in den Zügen ihres Gatten suchte sie vergeblich nach dem Ausdruck des Schmerzes; seine Stirn war unbewölkt und voller Frieden. Hatte er in der Freude über ihre Besserung seinen kleinen Knaben vergessen, ebenso wie er in der Trauer um sein Kind sie vergaß? o nein, nein! aber es war doch, als fehle ihr das Verständnis in Bezug auf ihn. „Bitte, Herz, trinke ein wenig Wein, nur ein paar Tropfen!" „Lieber John, Du bist so gut und lieb gegen mich, aber ich kann nicht immer essen oder trinken — nur eins ist mir Bedürfnis: mit Dir zu reden.“ John blickte sie an, als prüfe er das Maß ihrer Kräfte, und kniete dann an ihrem Bett nieder. In abgebrochenen Sätzen flüsterte er ihr zu, daß ihr Weg jetzt auch der seinige sei, daß seine Gedanken wie die ihrigen auch ihr geliebtes Kind an einem und demselben Orte suchten, daß sie von jetzt an miteinander in die Kirche und zum Tisch des Herrn, wo er noch nie gewesen, gehen wollten. Als die Leute beim Abendessen saßen, trat der junge Gutsbesitzer ein. „Bleibt ruhig sitzen, meine Freunde“— er sagte nicht wie sonst„ihr Leute"—„ich wollte euch nur sagen, daß es meiner Frau besser geht; ich weiß, daß ihr sie lieb habt. Es geht ihr viel besser, Gott sei Lob und Dank!" Ein freudiges Gemurmel ließ sich vernehmen; alle hatten die junge Herrin lieb! Der Vogt reichte seinem Herrn treuherzig die Hand. Es lag noch mehr in seinem Blick als Freude über die Genesung der jungen Frau, es lag noch ein Willkommengruß in demselben, die harte, schwielige Hand war eine Bruderhand. Manches Gebet hatte er im Kämmerlein für seinen Herrn emporgesandt, jetzt war die Erhöhrung da. Peter stand für sich, seine Augen strahlten. Niemand wußte, was er gethan hatte! Am folgenden Tage strömten allerlei Geschenke in die Küche: Wildbret, Fische, Spargel, Blumen aus Feld und Garten, aus Wald und Moor; alle Geber wollten Grüße überbracht haben. Bertha nahm alles in Empfang, dankte für alles und that im übrigen, was sie wollte. Peters Barsch und Svendsens Erdbeeren wurden der Patientin gebracht, die nach einem stärkenden Schlaf mit gutem Appetit erwacht war. „Es verschlägt nicht, Bertha,“ sagte sie lachend. John und seine Gattin trennten sich nicht mehr am Hag, sondern gingen miteinander den Kirchweg entlang, während die Glocken des Großvaters läuteten; sie stützte sich so zuversichtlich auf seinen Arm. Wie hatten sie doch so vieles zu besprechen! John machte Vorschläge und sie prüften und überlegten miteinander; das anvertraute Gut sollte ja rechtlich verwaltet werden, Gott zu Ehren und dem Bruder zu Nutz und Frommen. Eine Handfertigkeitsschule, eine Volksbibliothek und noch so vieles andere mußte gegründet werden, es war, als wenn eine innere Stimme Rat erteilte. Im folgenden Sommer lag wieder ein schönes Knäblein in der Wiege. Hand in Hand saßen die Eltern da und schauten den kleinen Weltbürger an. John dachte nicht wie ehedem an der Wiege des kleinen Oskars mit Stolz daran, daß dieses Kind der Erbe von Strandvoldgaard sei— nein, er wußte jetzt, daß es ein Erbe des Himmelreichs war, und dankerfüllt beugte er sich demütig vor seinem Gott und Herrn. Gobrader-Kardfmchn DORTMUND, Westenhellweg 46. usverkaufs-Preise * 0 für den S Sommer-Ausverkauf. Neue Waren zum Kostenpreis, zurückgesetzte, sowie leicht Beschmutzte für die Hälfte des bisherigen Preises. 3 In dieser Woche, von Mittwoch, den 27. Juni, bis Mittwoch, den 1. Juli, werden besonders ausgelegt: Das Restlager solider Kleiderstoffe... Ausverkaufspreis Ntr. 55, 75, 95 Pfg. Das Restlager hocheleganter Kostüm=Stoffe Ankverkaufspreislltr. 120, 150, 195Pfg. Das Restlager Wollmousseline...... Ausverkaufspreis Ntr. 35, 65, 85 Pfg. Das Restlager echter Kattune u. Eréspons Ausverkaufspreis Nir. 20, 30, 65 Pfg. * Eine Partie neuester Sommer-Interröche. Ausverkaufspreis 150 Pfg., Wert das Doppelte. 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Juli 1894, von morgens 10 Uhr ab Empfang der Vereine. 11 Uhr: Chor-Probe und Früh-Konzert im Vereins=Lokal bei Herrn A. Wacke. Vorm. 12 Uhr: Grosser Festzug durch folgende Straßen der Stadt: Bahnhofstr, Sedanstr., Beckenstr., Westenstr., Kötterbachstr., Mühlenstr., Hellpoth, Ostenstr., Kampstr, Friedrichstr., Hüsingstr., Mährstr., Schulstr. zum Marktplatz, von dort über Hagenerstraße zum Festlokal Feit in der Wilhelmstraße. Vor Auflösung des Festzuges Begrüßung der Länger auf dem Marktplatze, sowie Absingen d. Chorliedes von sämtl. Vereinen, Dirigent: Herr Lehrer W. Baumöller. Nachmittags 3 Uhr: Anfang des KONZERTS, die Musik wird von der 24 Mann starken Kapelle des Herrn C. II. FrankeLüdenscheid ausgeführt. Nachdem großer Fest=Ball. Entree zum Konzert 60, im Vorverkauf 50 pfg., zum Ball 1 Mark. Festkarten zu 1,25 Mk. sind zu haben bei den Herren: Wacke, Feit, Menke, Quadbeck, Brenne, sowie in den Zigarrenhandlungen von hagemann und Kleingarn und bei den Mitgliedern. Das Fest findet statt in den vergrößerten Lokalitäten des Herrn J. Feit. Die Bürger von Schwerte werden höflichst gebeten, an dem Tage zu flaggen. Der Festausschuß. Dortmunder Möbel=Fabrik Hleinrich Feldhaus, Verkaufslokal: Westenhellweg 127. Fernsprecher Nr. 79. Dortmund, gegründet 1357. I. Kaupsr. 1ic u. 12. Fernsprecher Nr. 79. Stete Ausstellung von Muster-Zimmern mit Dekorationen in den einfachsten bis zu den elegantesten Ausführungen. Aeltestes u. größtes Möbel=Geschäft am Platze. Teppiche, Gardinen, Möbelstoffe. Billigste Preise unter Garantie. Gesindenlenstbucher vorrätig in der C. Braus'schen Buchhandlung. beste und billigste Bezugsisurut für fertige Herren- u. Knaben-Garderobe. Herren=Anzüge in Kammgarn, Velour, Cheviot,... 12—40 Mk. Joppen, I und IIreihig, von 5—20„ Hosen in Kammgarn, Velour, Cheviot..... 250—15„ und Knaben=Anzuge..... von 1.50—15„ Ein großer Posten waschechter Sommer=Hosen u.=Joppen zu und unter Einkaufspreis. Ein großer Posten Zwirn=u. 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