+ * Amtliches Kreisbratt Abonnements=Preis pro Quartal 1 Mk. 50 Pfg. Erscheint Dienstags, Donnerstags und Samstags. Wöchentliche Gratisbeilage:„Illustrierter Familienfreund.“ für den Kreis Gorde. Insertionsgebühr für die sechsspaltige Zeile oder deren Raum 10 Pfg. außerhalb des Leserkreises 15 Pfg.; Reklamen 30 Pfg. Redaktion, Druck und Verlag von Carl Braus in Schwerte. Nr. 147. Schwerte, Donnerstag, 14. Dezember 1893. 26. Jahrgang. Deutsches Reich. Deutscher Reichsta g. Am Samstag wurden zunächst Anträge auf Aufhebung schwebender Strafverfahren gegen die Abga. Leuß und König(Antisemit) für die Dauer der Session in üblicher Weise erledigt. Alsdann wurden die Anträge berufen, welche zur Reform der Alters= und Invalidenversicherung eingebracht sind. Abg. Aichbichler(Ctr.) beantragt, die verbündeten Regierungen möchten Erhebungen über die Mängel des Alters= und Invalidenversicherungsgesetzes anstellen und dann dem Reichskanzler bald einen bezüglichen Abänderungsgesetzentwurf zugehen lassen Abg v. Standy(kons) ersucht um einen Abänderungs=Gesetzentwurf für das Alters= und Invalidenversicherungsgesetz, durch welchen besonders die Mißstände beseitigt werden, die eine Folge des heutigen Markensystems sind. Beide Redner betonen, daß das Gesetz eine große Unzufriedenheit hervorgerufen habe und wegen der mit demselben verbundenen schweren Lasten stellenweise sogar direkt verhaßt sei. Staatssekretär v. Bötticher bespricht eingehend die gemachten Ausstellungen. Der Junge sei allerdings nicht so geraten, wie seine Väter es wünschten aber er habe auch selne guten Seiten. Reformen seien wohl nötig, aber keine Aenderung von Grund aus, denn wenn auch viele Leute mit der Versicherung unzufrieden seien, so seien doch wieder andere damit recht zufrieden Besseres sei schwer zu machen, und auch das Markensystem kaum zu beseitigen. Die Verwaltungskosten seien noch nicht so hoch, wie man erst angenommen habe. Eine Herabsetzung der Beiträge jetzt schon sei gefährlich, weil man in die Lage kommen könne, sie wieder erhöhen zu müssen. Die Aufhebung der Zwangsversicherung und Einführung der freiwilligen Versicherung sei mit dem ganzen Gesetzesprinzip unvereinbar. Redner verspricht die Regierung werde die Verbesserung des Gesetzes im Auge behalten uno alle hier gemachten Vorschläge eingehend prüfen. Baier. Geheimrat Landmann verteidigt die heutige Organisation der Versicherung. Abg. Dr. Sigl(wild) betont, daß mit dem„Wapperlpappgesetz, wie es in Baiern genannt werde, alle Welt unzufrieden sei; namentlich die Landwirtschaft werde dadurch schwer geschädigt Wenn dies Gesetz beibehalten und die Handels verträge neu angenommen würden, dann könne man sein blaues Wunder erleben. Abg. Gamp (freikons) macht verschiedene Reformvorschläge und wünscht die Einführung von Quittungsbüchern. Hiernach wird die Weiterberatung bis zum Montag vertagt. Die Kaiserliche Beratung betr. die Erhebung eines 50prozentigen Zollzuschlages gegen Rußland, wird in dritter Lesung angenommen. Die Debatte dreht sich um die dazu vorliegenden drei Resolutionen, Abgg. v. Heeremann(Centr.) und Möller (nat.=lib.) beantragen die Gewährung der niedrigeren Zollsätze für solche Waren, für welche die Lieferungsverträge vor Erlaß des Zollkrieges in gutem Glauben abgeschlossen wurden. Abgg. v. Salisch und v. Schöning(kons.) ersuchen um Vorlegung eines Geietzentwurfes, wonach im Falle eines Zollkrieges die Regierung auch solche Waren, die zollfrei sind, mit Zöllen belegen kann. Im vorliegenden Fall wird ein Zoll auf den bisher zollfreien russischen Flachs gefordert. Abg. Lutz(kons.) verlangt einen Zoll auf russischen Hopfen. Von diesen Anträgen wird der erste angenommen gegen die Stimmen der Konservativen, die beiden anderen werden zur Spezialberatung der Handelsvertragskommission überwiesen. Genehmigt wird dann in dritter Lesung der Handelsvertrag mit Columbien und mehrere kleinere Konventionen. Auf die Interpellation des Abg. Werner(Antis.), daß die verbündeten Regierungen veranlassen wollen, daß Ladengeschäfte an den Sonntagen des 24. und 31. Dezember bis abends 10 Uhr geöffnet sein dürfen, erwidert Staatssekretär v. Bötticher, daß in dieser Sache nicht der Bundesrat, sondern die obersten Verwaltungsbehörden der Enzelstaaten zu entscheiden hätten. Die Sache ist damit erledigt. Die Patent=, Muster= und Markenschutz=Konvention mit der Schweiz wird einer Kommission überwiesen. Der Gesetzentwurf betr. die Gleichstellung der Invaliden von vor 1870 mit denen von 1870 wird in zweiter Lesung angenommen, wobei der Wunsch ausgedrückt wird, es möchte für die bei den Mannövern verunglückten Soldaten besser gesorgt werden. Der Antrag von Benda, den Reichstagsabgeordneten Freifahrtskarten für das ganze Reichsgebiet während der Sessionsdauer zu gewähren, wird angenommen. Dienstag: Zweite Lesung der Handelsverträge. Unser Kaiser arbeitete am Dienstag morgen mit dem Chef des Militär=Kabinetts und dem Inspekteur der Feldartillerie, General=Lieutenant von Hoffbauer. Sodann nahm der Monarch den Vortrag des Ministers des Kgl. Hauses entgegen und empfing später den aus Pa lästina zurückgekehrten Präsidenten des Oberkirchenrats, Dr. Barkhausen. Abends fand im Neuen Palais ein Konzert des Hannoverschen Männergesangvereins statt, zu welchem zahlreich Einladungen ergangen waren. Der Kaiser erfuhr die Nachricht von dem Pariser Bomben=Attentat in Barby; er schien sehr überrascht zu sein und drückte seinen tiefen Abscheu gegen diese Urheber solcher Unthaten aus. Weiter äußerte der Kaiser, daß die schärfsten Abwehrmaßregeln geschaffen werden müßten. Der Kaiser hatte bekanntlich der Gemeinde Kurzel, in wrlcher Schloß Urville liegt, eine neue wangelische Kirche versprochen. Dombaumeister Tornow aus Metz wurde mit der Ausarbeitung des Projekts beauftragt, das vom Kaiser bereits genehmigt wurde, so daß nach Ausorbeitung drr Detailpläne die Grundsteinlegung, wie man annimmt, in Anwesenheit des Stifters im Frühjahr erfolgen wird. Beim Reichstage sind bisher 13798 Petitionen eingegangen. Der Erzieher der Kaiserlichen Prinzen, Lehrer Stephan, wurde von einem beklagenswerten Geschick ereilt. Er ist geistig, wie les heißt an Größenwahn, erkrankt und unter die Obhut einer Familie gestellt worden. Das preußische Kriegsministerium macht bekannt, daß der§ 9 der Dienstordnung der Kriegsa'ademie mit Königlicher Genehmigung im Abs 1 folgende Fassung erhalten hat:„Offiziere, welche während einer in der Regel mindestens dreijährigen Dienstzeit in der Offizierscharge sich bewährt haben und andererseits im Dienstalter nicht so weit vorgeschritten sind, daß vor Ablauf der nächsten fünf Jahre ihre Beförderung zum Hauptmann(Rittmeister) zu erwarten steht, sich in ökonomisch geordneten Verhältnissen befinden und vollkommen gesund sind, können sich um das Kommando zur Akademie bewerben.“ Bezüglich der Körperlänge der Rekruten gilt künftig nachstehende Bestimmung:„Das geringste Maß der Körperlänge für den Dienst mit der Waffe beträgt, soweit die Aushebung und der freiwillige Eintritt im Frieden sowie die Ersatzreserve in Betracht kommt, 1,54 Mtr. Für den Dienst ohne Waffe(Militäraphotheker, Krankenwärter, Oekonomiehandwerker, für die der seemänischen Bevölkerung angehörigen und Marinehandwerker, für die Ersatzreseve zum Dienst ohne Waffe, für Marine=Ersatz= reserve und für den Landsturm ist ein geringstes Körpermaß nicht vorgeschrieben.“ Eine Art Höllenmaschine ist wiederum durch die Post befördert worden. Gestern vormittag lief bei dem Kaufmann Moritz Friedländer in Berlin ein in Papier gewickeltes Packet ein, das die Form eines weiten Lampenzylinders hatte. Es war auf dem Postamt 40 aufgegeben und trug als Absender den Namen Dr. Cohn, Müllerstr. Das Packet wurde in Abwesenheit des Empfängers durch die Erzieherin in Empfang genommen und von derselben nach dem Eintreffen Friedländers geöffnet. Beim Zerreißen der Umhüllung erfolgte plötzlich eine Explosion, bei der Blechstücke nach allen Seiten spritzten. Das Fräulein trug an den Händen und im Gesicht Verletzungen davon, einem kleinen Sohn Friedländers wurde das Haar versengt. Die Sendung bestand aus einem zusammengebogenen Stück Blech, das mit gewöhnlichem Schießpulver und Blechstücken gefüllt war. Die Entzündung ist wahrscheinlich durch ein schwedisches Streichhölzchen bewirkt worden. Nach der„Deutschen Warte“ wird die Reichs regierung keine Initiative zu einer internationalen Anarchistenbekämpfung, wie russischerseits vorgeschlagen wird, ergreifen. Frankreich. Das Bombenattentat in der französischen Kammer ist nicht von einem Anarchisten, sondern von einem Sozialdemokraten, eimem Mitgliede eines sozialistisch=revolutionären Komitees, verübt worden. Er befand sich unter den Verwundeten, die wegen der Ueberfüllung der Krankenabteilung des Gefängnisses im Hotel Dien untergebracht wurden. Er nannte sich zuerst Marchal und gab an, in Choisy le Roy zu wohnen. Durch viele Kreuz= und Querfragen des Polizeipräfekten in die Enge getrieben, bequemte er sich aber zu einem umfassenden Geständnis. Danach ist sein wahrer Name August Vaillant. Hinsichtlich der Ausführung des Attentates erklärte er, daß in dem Augenblick, als er die Bombe habe schleudern wollen, eine vor ihm sitzende Frau, auf die er sich stützte, eine Bewegung gemacht habe, wodurch die Schwungkraft seines Armes gehemmt worden sei, so daß die Bombe auf das vorspringende Gesims der Gallerie niederfiel und hier sofort explodierte. Daher wurden mehrere auf dieser Gallerie sitzende Zuschauer und Vaillant selbst am rechten Bein und an der Nase verwundet und wird im Hote Dien so lange in Behandlung und unter Aufsicht mehrerer Polizeibeamten bleiben, bis anderweitige Anordnungen getroffen worden sind. Als Vaillant in die Krankenabteilung des Gefängnisses überführt wurde, ertönte aus dem Publikum der Ruf:„Tod den Anarchisten!" Die Zahl der Verwundeten beträgt insgesamt 80 bis 90, darunter sind etwa 30 Deputierte. Mit Ausnahme von Lanjuinais und Lemire wurde allen leicht verwundet. Der Zustand des Letzteren ist sehr ernst, aber die Aerzte glauben, ihn zu retten. Nur fürchtet man für das Leben Schillingers, des Kammerbedienten. Oesterreich. Aus Wien kommt das Gerücht, der Thronfolger Franz Ferdinand d’Este solle sich mit der Großfürstin Xenta, Tochter des Zaren, vermählen. Kaiser Alexander wird schwerlich den Uebertritt seiner Tochter zur katholischen Kirche gestatten und sonst ist die Vermählung unmöglich. Italien. In Giardinelli sind ernste Unruhen und Ausschreitungen vorgekommen. Die Manifestanten stürmten das Stadthaus und zerstörten das Archiv. Eine Abteilung Bersaglierie, welche durch den Ort marschierte, wurde von den Manifestanten angegriffen. Die Bersaglieri verstanden die Befehle der Offiziere falsch und feuerten. Acht Mann der Manifestanten wurden getötet, vierzehn verwundet. Die Manifestanten räumten den Ort, die Bersaglierie zogen sich in ein benachbartes Fort zurück. Die Ruhestörer kehrten zurück, töteten einen Gemeindebeamten und dessen Frau und trugen die Köpfe auf Stangen umher. Die bekannte Zeitschrift„Free Russia“, die sich durch ihre Enthüllungen über russische Zustände allmählich eine Stellung erringt, bringt folgende sensationelle Mitteilungen:„Das wichtigste Ministerium vom Standpunkt der Regierung, nämlich das Kriegsministerium, ist durch und durch korrumpiert. Vorigen März wurde eine Thatsache entdeckt, welche eine förmliche Panik hervorrief. Die famose Neubewaffnung, für welche während der letzten drei Jahre 60 Mill. Rbl. ausgegeben wurden, hat ein höchst melancholisches Resultat ergeben: alle neuen Flinten sind absolut wertlos und der Nettoverluft des Ministeriums beträgt 37 Mill. R. Alles muß wieder von vorn angefangen werden. Um das zu verstehen, muß man den Grad der Deparavation kennen, den die Verwaltung des gegenwärtigen Kriegsministers Wannowski in den letzten 10 Jahren erreicht hat. Diebstahl und Verschleuderung haben in den Regimentern eine solche Höhe erreicht, daß viele Teile der Armee thatsächlich Mangel an Munition 2c. leiden. Die Korruption beginnt sehr hoch. Wanuowski und General Sofiano werden beschuldigt, den Löwenenteil von jenen 37 Mill. an sich genommen zu haben. Letzten März fand eine Gerichtssitzung bei verschlossenen Thüren in Petersburg statt. Bureau von Gerson und Sachse, bei Ausgrabungen einen derartigen Ofen freigelegt, an welchem deutlich die Einrichtung zum erhitzen der Geblaseluft wahrgenommen werden konnte. * In Ingolstadt in Baynn ist am Dienstag die große Pionierremise im Brückenkopf mit vielem wertvollen Material für den Mobilmachungsfall niedergebrannt. * Ein wirkliches Luftschloß wird demnächst in Antwerpen aufgestellt werden. Dasselbe soll nach einem Berichte des Berliner PatentBureaus Gerson u. Sachse aus Bambus=, Stahl= und Aluminiumrohren konstruiert und durch Fesselballons 500 Fuß über dem Erdboden gehalten werden. In demselben wird sich ein elegant ausgestattetes Restaurant befinden, welches bei Nacht glänzend erleuchtet wird. *(Schlau.) Tante(zu ihrem Neffen): so, Paul, hier hast Du zwei Täfelchen Schokolade— eins für Dich und eins für Dein Schwesterchen!"— Der kleine Paul: „Ja, wie werde ich denn die beiden Täfelchen auseinander kennen? Ach, ich weiß schon, ich beiße ein Stück von ihrem ab!“ Vermischtes. Gießen, 9. Dez. Ein Prozeß von 27jähriger Dauer ist jetzt durch Entscheidung des Reichsgerichts zu Ende gelangt. Die Streitsumme, welche der Kläger Dr. Briel von hier als Entschädigungsrest von dem gegenwärtigen Besitzer des hiesigen Eisenmanganstein=Bergwerks Fernie verlangte, betrug die nette Summe von 3½ Millionen Mark. Das Reichsgericht hat dem Kläger die 3½ Millionen und zudem noch die Zinsen von 27 Jahren zugesprochen, sodaß die Gesamtsumme sich auf etwa 7 Millionen beläuft. Dem Rechtsanwalt des Klägers, dem bekannten ehemaligen Reichstagsabgeordneten Dr. Gutfleisch kommen 175000 Mk. Prozeßkosten zu. * Große Trauer herrscht in Emden über das Unglück der Norderneyer Fischerschaluppen, da drei Schaluppen verunglückt sind und an diesem Unglückstage acht Personen dem Meere ihr Leben zum Opfer haben bringen müssen, darunter Vater und Sohn. * Breslau, 9. Dezbr. Unter der Last einer großen Kinderschar ist das Eis des Mohleflusses eingebrochen. Zwei Knaben sind ertrunken, sieben wurden gerettet. *(Der größte Hund der Erde.)„Lord Bute", dies der Name des interessanten Vierfüßlers, macht Anspruch darauf, der größte Hund der Welt zu sein und ist auch auf der letzten Londoner Hunde=Ausstellung als solcher anerkannt worden. Bernhardiner von Rasse, hat Lord Bute eine Höhe von 1,10 Meter und wiegt 247 Pfund; auf 26 Ausstellungen hat dieser„Elephant unter den Hunden“ erste Preise sund zahlreiche Medaillen davongetragen. Vor Kurzem ging das prächtige Tier um den Preis von 19000 Dollars(ca. 76000 Mk. in den Besitz eines reichen Amerikaners über. * Der Heißluftschmelzofen, für welchen im Jahre 1828 das erste Patent erlangt wurde, soll nach den Angaben des Altertumforschers Bliß schon um 1400 v. Chr. in Palästina in der nämlichen Einrichtung existiert haben. Der Genannte hat, so schreibt das Berliner PatentWeihnachtsgebäck 1 Pfd. Mehl, 20 Lot Butter, 20 Lot Zucker, Ei. Die Butter wird zu Schaum gerührt und nach und nach das andere dazugegeben. Die Platte wird dünn mit Mehl bestreut, von dem Teig mit der Hand kleine Stückchen lang gerollt und zu Bretzeln 2c., als S geformt, auf die Platte gelegt und gleich gebacken. Zimmtleckerei.(Schweizer Gebäck.) 3 Eier werden geklopft, ein Löffel Zimmtwasser hinzu, 1 Pfd. Zucker, 1 Pfd fein gemahlene Mandeln, 2 Lot Zimmt. Dann vermischt man alles mit Mehl, sis man den Teig ausrollen kann, 2 Messerrücken dick. Kleine Figuren davon abgestochen und bei nicht zu starkem Feuer gebacken. Makronen. 14 Lot gute Mandeln, ebenso viel Zucker, 2 frische Eiweiß Die Mandeln werden nach dem Abschälen halb grob gestoßen, halb fein geschnitten. Eiweiß und Zucker wird so lange stark gerührt, bis Blasen entstehen, dann die Mandeln durchgerührt und theelöffelweise auf einer mit Wachs abgeriebenen Platte gelinde gebacken. Diese Masse ergiebt ungefähr 40 Stück Kleine Mandelkuchen. Es gehören dazu 12 Lot Zucker, 24 Lot Butter, 36 Lot Mehl, 1 Ei. Die Butter wird zu Schaum gerührt und dann nach und nach die anderen Zuthaten hinzugegeben. Etwas Mehl kann man zum Ausrollen zurücklassen. Dann wird der Teig so dick wie ein Messerrücken ausgerollt und mit einem Weinglase kleine Kuchen ausgestochen. Diese werden mit geschlagenem Ei bestrichen und in grob gestoßene Mandeln, Zucker und Zimmt gedrückt. Die Platte wird dünn mit Mehl bestreut, und die Kuchen nicht zu dicht nebeneinander daraufgelegt. Vom Büchertisch. Unter Tannen und Palmen, Erzählungen, erschien soeben in der Buchhandlung der Berliner Stadtmission, Berlin SW., Johannistisch 6. 199 S. Preis 1,50 Mk. brosch., geb. 2,20 Mk. Seit mehreren Jahren hat P. E. Evers außer bei neuen Auflagen älterer Werke nichts von neuen Werken hören lassen Soeben bringt er einen neuen Band seiner gemütvollen Erzählungen auf den Markt.„Unter Tannen und Palmen.“ Es sind Geschichten vom Glanze der Weihnachtstanne, vom Troste der Osterpalme, von der seligen Freude Bethlehems, vom ewigen Siege des Kreuzes auf Golgatha und des Grabes im Garten Josephs von Arimathia. Wir wünschen dem neuen Werkchen auf recht viel Weihnachts= und Geburtstagstischen einen Platz und in allen Hausbüchereien einen Stand. Die äußere Ausstattung ist gediegen und anmutig (auch hierbei hat die Verlagshandlung das Ihre gethan), der Preis— 2,20 Mk. für den elegant gebundenen Band— durchaus angemessen Abreißkalender für das christliche Haus auf das Jahr 1894. Berlin, Buchhandlung der Berlinr Stadtmission. Preis 0,75 Mk., portound emballagefrei 0,90 Mk. Die äußere Ausstattung ist die gleich vornehme und geschmackvolle wie im vorigen Jahre. Die Rückwand zeigt in prächtigen Farben ausgeführt das Bild des Heilandes mit der Samariterin am Vrunnen. Der Block, in Kreuzform ausgestanzt, trägt neben den gewöhnlichen Kalendernotizen(Auf= und Untergang von Sonne und Mond 2c.) einen Bibelspruch. Man merkt, daß die Auswahl der Sprüche mit großer Sorgfalt geschehen ist, sie passen sowohl zu den Zeiten Kirchenjahres, als auch für die besonderen Gedenktage vorzüglich. Neu ist die Einrichtung, daß die Rückseite mit Liederversen bedruckt ist, welche mit innigem Verständnis zu den Bibelstellen passend ausgesucht sind. Wir empfehlen den Kalender als schönen Zimmerschmuck für jedes christliche Haus. Die jetzt neu eintretenden Abonnenten auf unsere Zeitung erhalten dieselbe bis Neujahr gratis zugeschickt; auch liegt für dieselben noch eine hübsche Schreibmappe bereit, welche von den Boten nach der Bestellung verabfolgt wird. Die Exped. der„Schwerter Zeitung“ 1 Gottesdienste. Schwerte. Reformierte Kirche. Donnerslag, 14. Bez., abends 8 Uhr, Bibelsunds. Ersalzwa; zur Handelskanmer. Nach dem Turnus scheidet in diesem Jahre aus der Handelskammer für den Wahlbezirk IV Stadt Schwerte und Amt Westhofen Herr W. Rath. Auf Grund von§ 11 ff. des Gesetzes vom 24. Februar 1870 wird hierdurch der Termin zur Ergänzungswahl auf Dienstag, den 19. Dezember, nachmittags 3 Uhr, im Rathaussaale zu Schwerte festgesetzt. Der Ausscheidende ist nach den Bestimmungen des Gesetzes wieder wählbar. Ueber die Wahlberechtigung entscheiden die vom 15. bis inkl. 24. November d. J. öffentlich aufgelegt gewesenen Listen. Der Wahlkommissar: gez. Overweg. Evangelischer Arbeiter- und Bürger-Verein Schwerte. Sonntag, den 17. Dezember, nachmittags 5 Uhr. 1. Zahlung der Beiträge. 2. Besprechung verschiedener Vereinsangelegenheiten. Am 17. Dezember 1893, nachmittags 5 Uhr, sindet im Lokale der Frau Wwe. Kage=Beckmann in Ergste Generalversammlung der Viehsterbekasse statt. Tagesordnung: 1. Neuwahl des Vorstandes. 2. Verschiedenes. Der Vorstand. 28 goldene und silberne Medaillen und Diplome Spielwerke 4—200 Stücke spiesend; mit oder ohne Expression, Mandoline, Trommel. Gocken, Himmelsstimmen, Castagnetten, Harfenspiel 2c. 2—16 Stücke spielend; ferner Necessaires, Zigarrenständer, Sch weizerhäuschen, Photographi albums, Schreibzeuge, Handschuhkasten, Briefbeschwerer, Blumenvasen, Zigarrenetuis, Tabaksdosen, Arbeitstische, Flaschen, Biergläser, Stühle 2c. Alles mit Musik. Steis das Neueste und Vorzüglichste, lesonders geeignet zu Weihnachtsgeschen#en, empfiehlt H. Heller, Bern(Schweiz). Nur direkter Bezug garantiert für Aechtheit; illustrierte Preislisten sende franko. 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Fritz Henter. 9 Zu den bevorstehenden Festen, Weihnachten u. Neujjahr, empfehle ich mich zur Lieferung von eleganten Neuheiten in Visiten-Verlobungsund *„„ mit undohne Blumen in hübschem Buntdruck, sowie Billetpostpapieren zu 50/50 und 25/25 Bogen und Kouvert mit Namen in hübschen Kasetten. Schwerte. Carl Braus. G □ Holz=Verkauf. Donnerstag. den 14. Dezember d. Is., vormittags 10 Uhr, sollen in der Waldung des Guts Verghofen, Forstort Berghofermark ca 60 Nummern hochstämmige Buchen und 1 starke Eiche öffentlich meistbietend verkauft werden. Zusammenkunft an Ort und Stelle. Haus Ruhr b. Schwerte, den 7. Dezemler 1893. Freiherrlich von Rheinbaben'sche Rentei. Bekanntmachung. Auf Grund des§ 57 der Anordnungen über die Verfassung und die Thätigkeit des Berggewerbegerichtes zu Dortmund vom 8. Juli 1893 wird hierdurch bestimmt: Die vorbezeichneten Anordnungen treten mit dem 1. Januar 1894 ihrem vollen Umfange nach in Kraft. Berlin, den 5. Dezember 1893. Der Minister für Handel und Gewerbe. gez. Frhr. von Berlepsch. Durch die vorstehende Anordnung des Herrn Ministers für Handel und Gewerbe wird der Termin für die Eröffnung der Wirksamkeit des Berggewerbegerichtes zu Dortmund auf den 1. Januar 1894 festgesetzt. Das Berggewerbegericht zu Dortmund, dessen Bezirk und Zusammensetzung aus den§§ 1 und 5 der vorbezeichneten, durch die zuständigen Regierungs=Amtsblätter bereits veröffentlichten Anordnungen vom 8. Juli 1893 zu ersehen sind, ist unter Ausschluß der ordentlichen Gerichte ohne Rücksicht auf den Wert des Streitgegenstandes zuständig für gewerbliche Streitigkeiten zwischen den in Bergwerken nebst zugehörigen, unter der Aufsicht der Bergbehörde stehenden Betrieben, Salinen, Aufbereitungsanstalten und unterirdisch betriebenen Brüchen und Gruben beschäftigten Arbeitern einerseits und ihren Arbeitgebern andererseits 1. über den Antritt, die Fortsetzung oder die Auflösung des Arbeitsverhältnisses, sowie über die Aushändigung oder den Inhalt des Arbeitsbuches oder Zeugnisses, 2. über die Leistungen und Entschädigungsansprüche aus dem Arbeitsverhältnisse, sowie über eine in Beziehung auf dasselbe bedungene Konventionalstrafe. Ausgenommen von der Zuständigkeit des Berggewerbegerichts sind Streitigkeiten über eine Konventionalstrafe, welche für den Fall bedungen ist, daß der Arbeiter nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses ein solches bei anderen Arbeitgebern eingeht oder ein eigenes Geschäft errichtet. Das Verfahren vor dem Berggewerbegerichte regelt sich durch die§§ 24—56 und 58—60 des Reichgesetzes, betreffend die Gewerbegerichte vom 29. Juli 1890(Reichs=Gesetzblatt S. 141.) Die Einreichung oder Anbringung der Klage erfolgt bei derjenigen Kammer des Berggewerbegerichtes, in deren Bezirk die streitige Verpflichtung zu erfüllen ist. Dortmund, den 8. Dezember 1893. Königliches Oberbergamt. gez. Taeglichsbeck. 5 Geschafts=Eröffnung. 0 O □ S Eröffne mit dem heutigen Tage im Hause O ∆ des Herrn C. Minke, Heiligegeiststraße 1, e= U. 8 J ·0 und halte mich den geehrten Bewohnern von □ Schwerte und Umgegend bestens empfohlen. □ Ergebenst □ Fr. Dietr. Hesse. 8 sssssssscen Danksagung. Meine Mutter litt schon viele Jahre an eimem offenen Bein. Die Oeffnung war wie ein 2Markstück groß. Sie sah blutig aus und hatte oft einen brennenden und stechenden Schmerz. Fuß und Bein waren des abends angeschwollen, und meine Mutter hielt es beinahne nicht aus Als alles nichts half, wandten wir uns an den homöopathischen Arz Herrn Dr. med Hope in Hannover. Dieser heilte meine Mutter in kurzer Zeit völlig, und ich spreche daher meinen Dank öffentlich aus. Sasismißz. JerVervielfältigungs-Blätter, womit Jeder ohne die ge#rlagsten Umstände Copien in Schwars einem Schriftstücke ed. Zeichnung nehmen kann. BIIIIgst Verfahren. Keine Druckerschwärze. Keine Presse. Jedes Blatt kann mehr. male benutzt werden. S Oefar Mk. 1.60, Quart Mk. 3.20, Polio Nk. 3.60. Schwarse Vervielfältigunge- Tinte 80 Pr. die Flasche. Zum Versuch senden gegen 75 Pf. In Briefmarken 8 Vervielfältigung. Blätter und 1 kleine Flasche Tinte france. Hermann Kurwitz& Co., Klastelss. Ein Ladenlokal nebst Wohnung gesucht. 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Die Weiden liegen ca. 10 bis 20 Minuten von der Station Langschede und 1 bis 1¼ Stunde von den Stationen Holzwickede und Unna. Haus Altendorf bei Langschede a. d. Ruhr. Grf. v. Fürstenberg'sche Rentei. Schlußtermin des Verkaufs der Ruben'schen Besitzung hier Montag, den 18. Dez., vormittags 11 Uhr, im Lokale des Herrn Östermann. llohenschwert. Ich erhielt eine hübsche Auswahl Kinaben= Hohenzollernmäntel (Kragenmäntel), welche ich für Weihnachts-Geschenke sehr empfehle. Neut Schwerte, Ostenstr. 18. Ich muß die Sendung nach 8 Tagen zurückschicken. Barop. Jahres=Abschluß bro 189293. Altiva. Ausgeliehene Kapitalien Zinsenreste Kassenbestand Ende März 1893. Summa der Aktiva Passiva. Einlagen am Schlusse des Vorjahres Einlagen pro 1892/93 einschl. der zugeschriebenen Zinsen Summa Einlagen sind zurückbezahlt.... Gewinn 931060 67 „an-Pieche Bückllage, Apfelsinen, Roter Kappus billig, Weißer Kaypus à Zentner zu Mk. 2. Gemüse aller Art. F. Becker, Jägerstr. 5. 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Das Gesetz bedroht die vorsätzliche Unterlassung dieser Verpflichtung mit Geldstrafe bis zu 500 M., Haft und mit Verlust des Anspruchs auf Zinsen für das verflossene Jahr, hinsichtlich der Geschäfte, welche in dem Rechnungsauszug aufzunehmen gewesen wären. Die Bestimmung findet keine Anwendung auf den Geschäftsverkehr zwischen Kaufleuten, deren Firma in das Handelsregister eingetragen ist. Vielleicht giebt dieser Unter schied Anlaß, im Geschäftsverkehr die Gepflogen heit einzuführen, daß die Firmen durch einen kurzen Zusatz kenntlich machen, ob sie eingetragen sind. Schwerte, 12. Dez. Wichtig für Rendanten, Kassierer sowie Geschäftsführer von Orts=Krankenkassen dürfte sein, daß sich ein Komitee gebildet hat behufs Gründung eines Verbandes für Rendanten, Kassierer und Geschäftsführer von Ortskrankenkassen in Preußen. Das vornehmlichste Ziel des Verbandes soll die Herbeiführung einer gesetzlichen Regelung des so wichtigen Amtes der Krankenkassenrendanten sein. Zur Konstituierung eines solchen Verbandes soll zum 14. Januar nach Berlin eine Versammlung berufen werden. Schwerte, 12. Dez. Der kommende Januar dürfte, wenn nicht alle Zeichen trügen, für die Geschäftswelt ein Ach= und Krachmonat werden, wie er schon sehr lange nicht dagewesen. Schon jetzt wirft die Katastrophe ihre trüben Schatten voraus. Das überaus schlechte Weihnachtegeschäft in Verbindung mit den immer noch in anbetracht der schlechten Zeitverhältnisse fast unerschwinglich hoch zu nennenden Mietsforderungen für Läden und sonstige Geschäftslokale hot nach den Ermittelungen der„Polem. Korr.“ hunderte von Geschäftsfirmen in der Provinz bewogen, ihie Filialen und Niederlagen aufzugeben. Breslau, Kiel, Stettin, Köln und noch viele andere größere Provinzialstädte sind an diesem Geschäftsrückzuge beteiligt. Und so dürften denn die Geschäftsaussichten für das kommende Jahr vorerst recht trostlose werden. * Schwerte, 11. Dez. Heute morgen starb zu Crengeldanz bei Witten nach kurzem Krankenlager der Vorsitzende des Märkischen Lehrer=Gesangvereins Herr Lehrer em. Wilh. Schönebeck im Alter von beinohe 75 Jahren. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 14. d. M., nachm. 3 Uhr, vom Sterbehause, Crengeldanzstr. 73 b, aus statt. Schwerte, 12. Dezbr. Weihnachtspräsent in Sicht. Man teilt der„Volksztg.“ mit, daß neuerdings Arbeiter, welche 50 Jahre in zufriedenstellender Weise bei der preußischen Eisenbahn beschäftigt waren, durch ein Geldgeschenk von 100 A ausgezeichnet werden sollen, falls ihnen aus diesem Anlasse nicht das allgemeine Ehrenzeichen verliehen wird. werte, 10. Dez. Die Eheleute Möbelschreiner W. Becker auf der Mühlenstraße feierten heute im Kreise von Verwandten und Bekannten das schöne Fest derzsilbernen Hochzeit. ! Sölde, 11. Dez. Die gestrige zahlreich Die Sünden der Väter. Novelle von Reinhold Gehlhar. (Fortsetzung.) Katharina wurde mit dem um mehrere Jahre älteren Fritz zusammen aufgezogen. Sie genoß die ganze unverkürzte Liebe der guten Herzen, die im Müllerhause schlugen, und gedieh in dem Sonnenschein dieser Liebe prächtig. Auch die Müllersleute hatten es nie zu bereuen, sich dieses Kindes angenommen zu haben. Dies Mädchen wuchs auf zu aller Freude Als sie größer geworden war, ging sie der Mutter in eifriger Geschäftigkeit an die Hand und diente dem Vater, kam er wieder von der Arbeit, in stiller Freundlichkeit. Sie war so ganz anders als die Mädchen des Dorfes— ganz anders mit ihren dunklen sinnigen Augen, mit ihrem dunklen Lockenhaar, dem feinem Gesicht, der feinen geschmeidigen und doch kräftigen Gestalt— ganz anders mit ihrem sinnigen Wesen voll Zartheit, Hingebung und Aufmerksamkeit, al: die derben, drallen Mädchen des Dorfes Noch ging sie zur Schule, als sie eines Tages in hoher Aufregung, mit hochroten Wangen und weinend, nach Hause kam. Mit bebender Stimme erzählte sie, wie die Kinder sie ein Zigeunerkind, ein auf der Straße gefundenes Ding genannt hätten Die Eltern beruhigten sie liebreich, sie sollte nicht hinhören nach solchem Unsinn. Die Guten wollten nicht, daß des Kindes weiches Gemüt Dinge erfuhr, die zu ernst und schwer waren für ein noch ungefestigtes Herz. Katharine beruhigte sich bald, nach Kindeart, aber ein Sinnen und Grübeln war seitdem doch wach geworden in ihr, sie wurde verschlossener, zurückhaltender. Am Konbesuchte Generalversammlung des Krieger= und Landwehr=Vereins wurde durch den 1. Vorsitzenden, Herrn Lehrer Schmuck, mit einem kräftigen Hochauf unsern geliebten Kaiser eröffnet. Aufgenommen in den Verein wurden die Kameraden: W. Ebbinghaus, K. Heckmann, F. Heinzerling, H. Eckardt und P. Krümmer. Sodann gedachte der Vorsitzende in warmen Worten des verstorbenen Kameraden H. Borgmann. Die Versammlung erhob sich zum ehrenden Andenken von den Sitzen. Ein Unterstützungsgesuch eines kranken Kameraden fand allgemeine Bewilligung. Hierauf schritt man zur Vorstandswahl. Nach dem neuen Statut schieden aus dem Vorstande: Herr Schmuck, Herr Krämer, Herr Neuhaus und Herr Jokisch. Gewählt wurde mit Stimmzetteln. Der Präses, Herr Schmuck, und der Schriftführer, Herr Krämer, wurden gleich beim ersten Wahlgange mit großer Majorität wiedergewählt. Zu Beisitzern wurden die Kameraden Jokisch und W. Möller gewählt. Das bisherige Vereinslokal soll auch für das Jahr 1894 beibehalten werden. Per Akklamation wurden folgende Kameraden gewählt resp. wiedergewählt: K. Gillmann zum Hauptmann, G. Strohmann und A. Weiher zu Zugführern, W. Werth zum Fähnrich, K. Drees und W. Schmidt zu Fahnenoffiziere, K. Heimann zum Feldwebel, H. Orthaus zum Kapitän d'arms, K. Schurmann, Fr. Strohmann und F. Droste zu Kassenrevisoren. Kamerad H. Topp wurde zum Vereinsboten gewählt. Das Reinigen der Gewehre und Degen übernahm der Kamerad G. Strohmann. Zum Waffenrevisor wurde der Feldwebel K. Heimann bestimmt. Zur Schützenkompagnie meldeten sich 24 Kameraden, welche mit dem jetzigen Gewehr ausgebildet werden sollen. Zum Trommelkorps meldeten sich freiwillig die Kameraden: W. Kohlmann, H. Reck und G. Pelbrei. Der Geburtstag Sr. Majestät des Kaisers wird am 28. Januar k. J. durch Konzert, Theater und Ball gefeiert. Gemeinschaftlich wurden dann mehrere patriotische Lieder gesungen und von einzelnen Kameraden Vorträge und Ansprachen gehalten, und trat eine recht gemütliche Stimmung ein. Mit einem kräftigen Hoch auf die„Einigkeit" im Verein wurde die Versammlug geschlossen. Dortmund, 10. Dez. Auf den verschiedenen Zechen der Harpener Bergbau=Aktiengelellschaft erreichten 103 Beamte und Bergarbeiter mit Dezember ds. Is die 25jährige ununterbrochene Dienstzeit und wurden für treu geleistete Dienste von der Gesellschaft mit je einer Uhr nebst Widmung und entsprechenden Geldgeschenken belohnt. Die Zahl der Jubilare würde eine weit größere gewesen sein, wenn nicht infolge Streichung aus den Belegschaftslisten bei Gelegenheit der letzten Ausstände die Arbeitszeit der Betreffenden unterbrochen worden wäre. Oberhausen, 1). Dez. Schwer heimgesucht ist ein Ackerer in Könighardt; innerhalb weniger Tage starben ihm sechs Kinder an Diphtheritis. Bochum=Wanne, 12. Dez. Ein schrecklicher Unglücksfall ereignete sich auf dem Anschlußgeleise der Zeche„Pluto“ an der Bahnstrecke Bochum=Wanne. Ein Arbeiter wurde von der Maschine erfaßt, zu Boden geworfen und vollständig in zwei Teile geteilt. Witten, 10. Dez. Die Eisenbahnverwaltung läßt in den sogenannten„Wittener Köpfen“. den Eisenbahneinschnitt am Hohenstein, woselbst zu Anfang d. J. durch abstürzende Felsmassen firmationstage erfuhr sie alles. Weinend, in Schmerz und Dankbarkeit küßte sie den Pflegeeltern die Hände. Die zogen sie in Herzlichkeit an sich und versicherten sie ihrer treuen Liebe. Da, in jener Stunde, wurde es in dem jungen Mädchenherzen klar und fest, daß ihr ganzes Leben dem Dienst der Dankbarkeit geweiht sein müsse, sie schwor es sich am Grabe der Mutter, der Pflicht der Kindesliebe unablässig nachzuleben. Bald sollte eine Zeit kommen, wo ihre Treue eine schwere Probe durchzumachen hatte und die Pflegeeltern es merkten, welch ein Gottessegen ihnen in diesem Findelkinde beschert war. Jakob Richter war von dem Dach der Mühle, wo er ein loses Brett befestigte, abgestürzt— so unglücklich, daß er auf das treibende Mühlrad fiel und mit furchtbarer Gewalt fortgeschleudert wurde. Die Knechte brachten ihn als tot herein, Mine Richter brach vor Schreck und Schmerz bewußtlos zusammen, Katharine allein— Fritz war schon aus dem Hause— behielt den Kopf oben und traf die nötigen Anordnungen. Der Arzt fand den Müller noch lebend; aber was er konstatierte, war schrecklich— schrecklicher als der Tod. Richter hatte sich eine Gehirnerschütt rung, eine Verletzung des Rückgrats und einen Schenselbruch zugezogen Selbst wenn er am Leben bliebe, in den Gebrauch seiner Glieder würde er nie mehr gelangen. Die Müllerin kam zwar bald zu sich, aber sie war zu schwach, zu schwach an Körper und Herz, um Pflegedienst am Krankenbett zu leisten. Sie wurde in ein anderes Zimmer geschafft und mußte selbst auf lange Zeit das Bett hüten. . Fritz, kam zwar nach Hause, doch er hatte mit vem weschäft und der Wirtschaft vollauf zu thun. ein großer Eisenbahnunfall herbeigeführt wurde, überwölben. Da die Spannweite eine ganz bedeutende ist, so wird sich die Anlage eines künstlichen Tunnels zu einer recht interessanten gestalten. Witten, 12. Dez. Dem Fabrikbesitzer Theodor Müllensiefen, der sich große Verdienste um die hiesige„Diakonissenanstalt für die Mark und das Siegerland" erworben hat, ist vom Kaiser der Rote Adlerorden 4. Klasse verliehen worden. Bekanntlich ist der ältere Bruder des Dekorierten, der frühere Reichstagsabgeordnete Herm. Müllensiefen, der jetzt gesundheitshalber in Aegypten weilt, mit demselben Orden aus. gezeichnet worden. Herbede a. d. Ruhr, 10 Dez. Der infolge Genusses von schlechtem Wasser unter den Bewohnern des benachbarten Muttenthales ausgebrochene Unterleibstyphus hat zahlreiche Opfer gefordert. Einzelne Familien sind fast ganz ausgestorben. Jetzt ist die Krankheit am Erlöschen. Lüttringhausen, 12. Dez. Eine neue Irrenanstalt für Rheinland soll hier gebaut werden. An der Anstalt wird während der Jahre 1894, 1895 und 1896 gebaut werden. Die ganzen Anlagekosten sollen etwa 1 Million Mark betragen. Solingen, 10. Dez. An der Influenza sind hier hundert Personen erkrankt, und in den Tagesblättern findet man täglich einige Todesanzeigen, die Influenza als Ursache des Todes mittelbar angeben. Sogar die Stadtratssitzung war nicht beschlußfähig, weil eine Anzahl Stadtverordnete erkrankt sind. Gelsenkirchen, 12. Dez. Diebe sollen jüngst nachts dem Bureau des sozialdemokratischen Beragarbeiter=Verbandes einen Besuch abgestattet, alle Pulte erbrochen und ca. 150 Mk. in bai und Marken nebst einigen Büchern entwendet haben. Sonderbar ist es aber, daß in dem stark bewohnten Hause niemand die Diebe gehört hat, obschon das Aufbrechen der Pulte vermittels eines Stemmeisens geschehen sein soll! Stellenfelde, 10. Dez. Die Diamanthochzeit beging hier der Bauer B Müller mit seiner Frau. Müller ist 90 Jahre, seine Frau 83 Jahre alt. Das Jubelpaar erfreut sich noch einer recht guten Gesundheit. Mehlem, 10. Dez. Die geplante Weinsteuer beeinflußt bereits den Weinhandel. Käufe finden selten statt und so konnten hier einige Keller 1892r nur unter der Bedingung einen Käufer finden, daß der Winzer sich verpflichtete, beim Durchgehen der Weinsteuergesetze die Hälfte der Weinsteuer zurückzuvergüten. Gütersloh, 10. Dez. Wegen der Influenza mußte das Gymnasium hierselbst geschlossen werden. Die unfreiwilligen Ferien dauern bis zum 15. Januar nächsten Jahres. Elsenborn(Kreis Malmedey), 10. Dez. Zur Errichtung eines großen Militärlagers findet hier die Abschätzung der erforderlichen Ländereien trotz des Winters ihren Fortgang, und die Einwohner haben sich jetzt mehr mit dem Gedanken vertraut gemacht, daß sie nächsten Herbst in alle Welt zerstreut werden. Die Pfarrkirche und die Häuser des Dorfes sollen vorläufig bestehen bleiben und neben den zu bauenden Zelten vom Militär in Gebrauch genommen werden. Nächstes Frühjahr ist die Einsaat der Aecker nicht mehr gestattet und die Benutzung der Wohnungen nur bis zum Herbst noch geduldet. Laer, 12. Dez. Die Dummen werden nicht alle! Kommt da zu einer jungen Witwe eine alte Zigeunerin, um sich von derselben die Zukunft enthüllen zu lassen. Wohlweislich hatte Der Dienst an beiden Krankenbetten blieb dem jungen Mädchen fast ausschließlich allein. Das war eine Zeit, wo Katharinas Seele stark und fest wurde in treuester Pflichtübung. Oftmals, wenn sie zusammenbrechen wollte unter der Schwere ihrer Aufgabe, wenn ihr, während sie am Krankenbett saß, die müden Augen zufallen wollten— da war es ihr, als sähe sie die kranke Mutter im Bett und sahe die Müllersleute bei ihr wachen— dann raffte sie sich auf und holte sich in brünstigem Gebet neue Kraft, neuen Mut, Von einem Krankenbette zum andern wandelte sie wie ein still helfender tröstender Engel. Nur gegen Morgen, wenn beide ruhiger schliefen, gönnte auch sie sich kurze Ruhe. So ging es wochenlang. Ihre Treue fand ihren Lohn. Unerwartet schnell ging die Heilung vorwärts, endlich kam der Tag, wo der Arzt erklärte, seine regelmäßigen Besuche einstellen zu können. Jakoh Richter war gerettet, und diese Nachricht machte auch die Müllerin schnell wieder gesund und rüstig Alle wußten, auch wenn es der Arzt nicht mit Bewunderung ausgesprochen hätte, wem der Müller — nächst Gott— seine Rettung zu danken hatte — Katharinn, der Pflegetochter“ In diesen schweren Wochen aber schlug in Fritzens Herz eine innige, tiefe und treue Zuneigung zu Katharina Wurzel. Wenn er sie in ihrem stillen, freundlichen Walten sah, war es ihm, als ob ein beseligender, wohlthuender Duft von ihrem sinnigen Wesen ausging, und er gab sich gerne diesem Zauber hin. Als er dann wieder aus dem Hause ging, nahm er eine herzinnige Liebe mit und das Gelübde, dem Mädchen sein Leben in Treue zu weihen. das schlaue Zigennerweib die Verhältnisse der Witwe vorher genau ausgeforscht und so wurde es der Wahrsagerin leicht, dasjenige, was die junge Frau sich wünschte, ihr in rosigsten Farben aus dem Buche der Zukunft zu offenbaren. Vorher waren natürlich verschiedene Formalitäten zu erfüllen: sie mußte erstens die Garderobe ihrer erst vor kurzem verstorbenen Schwiegermutter und feiner 12„große“ Goldstücke(240 Mark) der Zigeunerin übergeben, ebenfalls noch Speck und Schinken; die gesamten Sachen repräsentieren einen Wert von nahe an 300 Mk. Nach Empfang dieser Sachen fand es die Wahrsagerin angezeigt, sich mit ihrer Beute aus dem Staube zu machen. Leider wurde der Behörde erst nach einigen Tagen von dem Vorfalle Mitteilung gemacht, sodaß die betrügerische Person längst über alle Berge war. In Langendreer soll eine ähnliche Geschichte vorgekommen sein. Essen, 10. Dezbr. Einen verhängnisvollen Sprung machte ein älteres Fräulein hierselbst, indem es in der entgegengesetzten Fahrrichtung während der vollen Fahrt aus der Straßenbahn sprang, so daß es gegen den Anhängewagen anprallen mußte und umgeworfen wurde, wobei es einen Beinbruch erlitt und infolge von Gehirner= schütterung schon während der Ueberführung in seine Wohnung im Krankenwagen gestorben ist. Das Perfonal trifft keine Schuld. Bonn, 10. Dez. Mehrere Säbel=Duelle haben hier zwischen Studenten stattgefunden. Einer der Studenten erhielt dabei so schwere Verletzungen, daß er bald nachher gestorben ist. Drei andere Teitnehmer wurden mehr oder weniger gefährlich verwundet und definden sich in ärztlicher Behandlung. Trier, 12. Dez. Ein merkwürdiger Reisender hielt sich dieser Tage in Trier auf. Derselbe, von herkulischer Gestalt, die Brust mit einigen von Athletenklubs verliehenen Medaillen bedeckt, kam von Rheims; er will zu Fuß nach Petersburg, wo er innerhalb einer bestimmten Frist einzutreffen hat. Es handelt sich um den Austrag einer Wette, der zufolge er 150 Pfund Gepäck in einem Tornister auf dem Rücken tragen muß. Er erbot sich, einen Kilometer mit 150 Pfund Belastung in 6 Minuten zurückzulegen. An einem begeisterten Empfang auf russischem Boden dürfte es nicht fehlen. Ems, 12. Dez. Eine große Weihnachtsfreude ist einer braven Familie durch die Gnade des Kaisers bereitet worden. Der älteste Sohn hatte sich etwa vor 6 Jahren in Mainz als Soldat in Gemeinschaft mit einem Kameraden an einem Posten vergriffen und war dafür mit 11 Jahren Zuchthaus bestraft worden. In Anbetracht des tadellosen Vorlebens des Betreffenden und seiner ausgezeichneten Führung im Zuchthause zu Wehlheiden ist ihm nun vom Kaiser die Hälfte der Strafe, also 5½ Jahre, im Gnadenwege erlassen worden. 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Ein besonderer Gedanke schien ihn in letzter Zeit unausgesetzt zu beschäftigten; er sann und grübelte, als hätte er noch eine besondere Lebensaufgabe zu erfüllen und oftmals ruhte sein Blick fragend und forschend auf Katharina Eines abends,— der Kranke saß im Rollstuhl vor der Thüre, Katharina hatte vorgelesen, nun lag das Buch im Schoß und beide blickten sinnend in den verglühenden Abend— da fuhr der Leidende mit einem leisen Seufzer auf, wieder glitt ein forschender Blick über Katharing. „Katharina,“ sagte er zögernd, als müsse er sich zum Sprechen qudlen,„Katharina, hast Du— hast Du— den Fritz— lieb?“ „Gewiß, Vater, von Herzen lieb.“ „Ich meine, so lieb, wie— wie man— daß man—“ er brach räuspernd und seufzend ab. Doch sann er dem Gedanken, der ihn beschäftigte, weiter nach. Es ging schnell mit ihm zu Ende. Nachdem er einmal wie durch ein Gotteswunder aus des plötzlichen Todes Hand gerettet war, ging er nun wohl vorbereitet in Frieden hinüber. „Fritz und Katharina“ waren seine letzten Worte— ob er noch etwas hatte sagen wollen? (Fortsetzung folgt.) * 5 S 8 2 5 Weillnaents10 Prozent Nabatt * 67 5 S 5 S 2 S 15 85 bewilligen wir von Samstag, den 9. Dezember 1893, bis Sonntag, den 24. Dezember 1893, auf sämtliche Sachen. Die bisher schon billigen Preise, welche bekanntlich auf jedem Stück deutlich vermerkt sind, bleiben bestehen. Neu eingetroffen in grosser Auswahl: Herren=Paletots, Burschen= und Knaben=Paletots mit und ohne Pelerine, Herren=Anzüge, Hosen, Joppen, Westen, Burschen= und Knaben=Anzüge, Unterjacken, Hautjacken, Normal=Hemden und=Hosen, Universal= und Leinenwäsche, sowie sämtliche Arbeiter-Gardcroben etc. Runr& Co. Schwerte Markt 1. Rester Rester Reste. Ich empfehle einen großen Posten zu unglaublich billigen Preisen, wes zu Weihnachtsgeschenken sehr geeignet. 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