O** Antlicher Areisbrätt n Abonnements=Preis pro Quartal 1 Mk. 50 Pfg. Erscheint Dienstags, Donnerstags und Samstags. Wöchentliche Gratisbeilage:„Illustrierter Familienfreund.“ für ven Kreis Gorde. Insertionsgebühr für die sechsspaltige Zeile oder deren Raum 10 Pfg. außerhalb des Leserkeeises 15 Pfg.; Reklamen 30 Pfg. Redaktion, Druck und Verlag von Carl Braus in Schwerte. Nr. 133. Schwerte, Donnerstag, 23. November 1893. 26. Jahrgang. Amtliche Bekanntmachungen. Bekanntmachung wegen Ausreichung der Zinsscheine Reihe II zu den Schuldverschreibungen der Preußischen konsolidierten 4%igen Staatsanleihe von 1884. Die Zinsscheine Reihe II Nr. 1 bis 20 zu den Schuldverschreibungen der Preußischen konsolidierten 4prozentigen Staatsanleihe von 1884 über die Zinsen für die Zeit vom 1 Januar 1894 bis 31 Dezember 1903 nebst den Anweisungen zur Abhebung der folgenden Reihe werden vom 1. Dezember 1893 ab von der Kontrolle der Staatspapiere hierselbst, Oranienstraße 92/94 unten links, vormittags von 9 bis 1 Uhr, mit Ausnahme der Sonn= und Festtage nnd der letzten drei Geschäftstage jeden Monats, ausgereicht werden. Die Zinsscheine können bei der Kontrolle selbst in Empfang genommen oder durch die RegierungsHaußisssen, sowie in Frankfurt a M. durch die Rlemlasse bezogen werden. Wer die Empfangnahme bei der Kontrolle selbst wünscht, hat derselben persönlich oder durch einen Beauftragten die zur Abhebung der neuen Reihe berechtigenden Zinsscheinanweisungen mit eiinem Verzeichnisse zu übergeben, zu welchem Formulare ebenda und in Hamburg bei dem Kaiserlichen Postamte Nr. 1 unenigeltlich zu haben sind. Genügt dem Einreicher eine nummerierte Marke als Empfangs= bescheinigung, so ist das Verzeichnis einfach, wünscht er eine ausdrückliche Bescheinigung, so ist es doppelt vorzulegen. Im letzteren Falle erhalten die Einreicher das eine Exemplar, mit einer Empfangsbescheinigung versehen, sofort zurück. Die Marke oder Empfangsbescheinigung ist bei der Ausreichung der neuen Zinsscheine zurückzugeben. In Schriftwechsel kann die Kontrolle der Staatspapiere sich mit den Inhabern der Zinsscheinanweisungen nicht einlassen. Wer die Zinsscheine durch eine der oben genannten Provinzialkassen beziehen will, hat derselben die Anweisungen mit einem doppelten Verzeichnisse einzureichen. Das eine Verzeichnis wird, mit einer Empfangsbescheinigung versehen, sogleich zurückgegeben und ist bei Aushändigung der Zinsscheine wieder abzuliefern. Formulare zu diesen Vergeichniffe. fus e11 den greachten Preoinzialkassen und den von den Königlichen Regierungen in den Amtsblättern zu bezeichnenden sonstigen Kassen Inentgeltlich zu haben. Der Einreichung der Schuldverschreibungen bedarf es zur Erlangung der neuen Zinsscheine nur dann, wenn die Zinsscheinanweisungen abhanden gekommen sind; in diesem Falle sind die Schuldverschreibungen an die Kontrolle der Staatspapiere oder an eine der genannten Provinzialkassen mittels besonderer Eingabe einzureichen. Berlin, den 2. November 1893. Hauptverwaltung der Staatsschulden. v. Hoffmann. Bekanntmachung. Ich bringe hierdurch zur öffentlichen Kenntnis, daß der abgekörte Hengst des Landwirtes Stratmann (B. Nr. 2 der Bekanntmachung vom 18 Oktober 1893, Amtsblatt Seite 524) in Röhlinghauen, Kreis Gelsenkirchen, aufgestellt ist. Arnsberg, den 7 November 1893. Der Regierungs=Präsident. I. V: Fornet. Deutsches Reich. Der Wahlaufruf, welchen das Zentralkommite der westfälischen Zentrumspartei am 10. Oktober Denksprüche, Sinnsprüche, Sprüchwörter etc. Schaff’ gute Bücher in dein Haus! Sie strömen eigne Kräfte aus Und wirken als ein Segenshort Auf Kinder noch und Enkel fort. Ein gutes Buch sich stets erweist Als eines Hauses guter Geist; Der Segen, der ihm beigesellt, Sich stetig neu und wirksam hält. ** Geschlossen sind der Neugebornen Hände, Zur Faust gepreßt: Als hielten sie des Glückes volle Spende Unlösbar fest Doch offen streckt sich, ausgespreizt in's Leere Des Toten Hand Nichts folgt von allem, was die Welt gewährt, Zum Grabesrand. * Wenn Liebe dir den Busen schwellt, Wenn für ein Weib dein Herz entbrennt, So frag' dein Herz in stillen Stunden, Ob es der Liebe Pflichten kenn;, Ob es in stürmevollen Tagen Der Treue fester Anker hält, Daß, wenn die Stürme Wogen schlagen, Dein Schifflein nicht in Trümmer fällt Preisgekrönte Erzählung von R. Blankenburg (Fortsetzung) sich wunzgpgar Tage waren vergangen. Ering hatte ##rbar erholt, wenn er auch freilich noch Augen##s aussah und tiefe Schatten unter den sein undutte. Er durste zum ersten Mal im Freien zum Lanzlaß auf der Bank vor der Thür, zu müde Sonnens4.! und Spielen, aber sich des warmen das Hauz'ins erfreuend, als er den Postboten auf Eretanis#schreiten sah. Es war ein seltenes nief, und„'s ein Brief für die Großmutter einihr stehend„erbot sich, ihn hineinzutragen. Neben gen Zeilen,“ bachtete er sie, während sie die wenibebten, als 6.4“: Er bemerkte, wie ihre Hände Tasche schaf“ ihn dann zusammenlegte und in die lichen Frag. War es das, was ihn zu der ängstbringt er F; veranlaßte:„Großmutter, ist er— * Nachricht von meinem Vater?“ d. J. veröffentlicht hat, macht den Staatsbehörden den Vorwurf der Verletzung berechtigter Interessen der katholischen Bevölkerung, sowie der Beeinträchtigung der Selbstverwaltung kommunaler Verbände. Der Oberpräsident unserer Provinz hat, wie wir hören, hieraus Veranlassung genommen, namens der staatlichen Verwaltungsbehörden der Provinz hiergegen entschieden Verwahrung einzulegen, und dabei betont, daß es nicht gelingen werde, auch nur einen der angeblich zahlreichen Beweise dafür beizubringen, daß innerhalb der letzten Legislaturperiode des Abgeordnetenhauses seitens der westfälischen Verwaltungsbehörden Maßnahmen getroffen worden seien, welche eine Verletzung berechtigter Interessen der katholischen Bevölkerung zur Folge gehabt hätten; es seien vielmehr diese Interessen mit Sorgfalt und Unparteilichkeit wahrgenommen worden. Es ist in dieser Verwahrung ferner darauf hingewiesen, daß der Vorwurf, wonach die Selbstverwaltung durch Entsendung ungeeigneter Beamten in die„leitenden Selbstverwaltungsämter“ beeinträchtigt werde, insoweit unverständlich sei, als die kommunalen Verbände hinsichtlich der Auswahl ihrer Beamten die freie Selbstbestimmung hätten, neben welcher nur das staatliche Bestätigungsrecht in Frage komme. Sollten etwa mit den Andeutungen des Wahlaufrufs die Landräte und Amtmänner gemeint sein, so genüge die Erwähnung der Thatsache, daß die Ernennung der Landräte auf den einmütigen Antrag der Kreistage, die der Amtmänner aber nie ander#s als entsprechend den Vorschlägen der Kreisausschüsse erfolgt sei und die konfessionelle Zusammensetzung des betreffenden Amtes hierbei die weitgehendste Berücksichtigung erfahren habe. Zum Schlusse bedauert die Verwahrung, daß mit demagogischen Schlagworten, wie Preußen zweiter Klasse, eine Mißstimmung in der Bevölkerung wachgerufen werde, welche nicht blos die staatlichen Interessen, sondern auch diejenigen gefährde, welche der Wahlaufruf mit seinen Beschuldigungen zu fördern meine. Dem Vernehmen nach ist das genannte Zentralwahlkommite eine Erwiderung hierauf schuldig geblieben. Graf Hartenau(Prinz Alexander von Battenberg) hat Memoiren hinterlassen, die nun veröffentlicht werden sollen. Der Inhalt soll einen sensationellen Charakter haben. Graf Hartenau äußerte erst vor kurzem:„Wenn ich Memoiren veröffentlichte, würde die Welt staunen, was sie daraus erfahren würde." Die Erhöhung unserer militärischen Machtmittel ist außerdem auch in Südwestafrika erforderlich. Wer es mit der Zukunft unserer Kolonien ehrlich meint, wird sich der Bewilligung der Aufwendungen, welche das Maß des unbedingt Notwendigen nicht überschreiten, nicht widersetzen können. Die neuen Handelsverträge mit Spanien, Er hatte seinen Namen noch nicht erwähnt, und die Großmutter, die nicht wußte, wie viel er von den Vorkommnissen der letzten Zeit bemerkte oder verstanden hatte, hatte ebenfalls nicht von ihm gesprochen. Jetzt sah sie, wie Erings Augen in bangender Erwartung auf ihrem Gesicht ruhten, und sie wandte sich zu ihm:„Dein Vater ist sort, Ering, er kommt nie wieder.“ Er stieß einen Seufzer aus.„Das ist gut, Großmutter. Ich habe den lieben Gott darum gebeten, denn— es wäre doch zu, zu schrecklich, wenn— Er verbarg sein Gesicht gegen ihr Kleid, und sie strich sanft mit der Hand über den dunkeln Kopf:„Mein armes Kind, Du hast nun niemand auf der Erde, als Deine alte Großmutter,“ meinte sie klagend, aber er unterbrach sie;„und Onkel Erich,“ sagte er, indem er die Augen hell zu ihr aufschlug. „Großmutter, nun kommst Du wieder nach Grashagen, und Onkel Erich wohnt bei uns, denn, siehst Du, wir können doch nicht allein in dem großen Hause leben und für die ganze Wirtschaft sorgen.“ Und als sie nicht sofort antwortete, schlang er die Arme um sie:„Nicht wahr, Großmutter, so muß es sein.“ Sie nickte wohl, aber zweifelnd und mit bekümmerter Miene, so daß er wieder hinaus ging dahin, wohin der Sonnenschein ihn lockte. Da saß er und blickte gespannt von seiner Bank auf die Straße, die nach dem Meere führte, bis die Sonne sich zu neigen begann, und der Abend kühler wurde. Da rief ihn die Großmutter herein, sehr gegen seinen Willen, denn er wollte so gern auf den Onkel warten. Er mußte ihm sein Anliegen noch heute vortragen, weil der Großmutter Art und Weise ihm nicht Vertrauen erweckend gewesen war, und er wußte schon, drinnen im Zimmer würde er bald so müde werden, daß— und da fingen auch seine Augen schon an schwer zu werden, es half nichts, er mußte zu Bett und bis morgen warten. Erich kam später nach Hause als gewöhnlich. Er war mit der Marie beim Vater gewesen und hatte seinen Segen zu ihrer Verbindung erbeten. Alle die bösen Reden, die in bezug auf Malte den Ort während der letzten Tage durchschwirrt hatten, waren auch zu dem alten Manne gedrungen. So hatte er sich seines eigenen Urteils und der VerRumänien, Serbien sind in der öffentlichen Meinung auf prinzipiellen Widerstand nicht gestoßen. Gegen den Rektor a. D. Ahlwardt stand am Samstag in Berlin vor der II. Strafkammer des Landgerichts 1. Termin zur erneuten Verhandlung in der Anklagesache wegen öffentlicher Beleidigung an. Derselbe ist beschuldigt, in einer zu Essen gehaltenen Rede das Beamtentum, insonderhei# die Beamten der Justizverwaltung beleidigt zu haben. Ahlwardt ist dieserhalb s. Z. zu drei Monaten Gefängnis verurteilt worden. Auf die von ihm eingelegte Revision hat das Reich=gericht dieses Urteil wegen eines Formfehlers ausgehoben und die Sache zu anderweitiger Verhandlung in die erste Instanz zurückgewiesen.— Zum heutigen Termine waren zahlreiche Zeugen aus Essen erschienen, der Angeklagte aber war aus Plötzensee nicht vorgeführt worden. Der Gerichtshof beschloß, mit Rücksicht auf den Beschluß des Reichsrages, den Termin aufzuheben und einen neuen Tecmin nach Schluß des Reichstages anzusetzen. Unsere Kolonien finden in dem neuen Reichsetat ausgiebigere pekuniäre Berücksichtigung entsprechend dem realen Entwicklungsgange derselben. In erster Linie kommt natürlich Ostafrika in Betracht. Die Erschließung der dortigen Einnahmequellen kann naturgemäß nur allmählich mit der fortschreitenden Entwicklung von Handel, Verkehr und Plantagenbau vor sich gehen. Vorerst können daher die mit der Ausübung der Kaiserlichen Schutzgewalt verknüpften unaufschiebbaren Aufwendungen im Interesse der Sicherstellung von Ruhe und Ordnung, sowie für den Ausbau der Verwaltung aus den eigenen Einnahmen des Schutzgebiets nicht vollständig gedeckt werden und es hat sich auch der bisherige Reichszuschuß von 2½ Mill. Mark als unzulänglich erwiesen. Der Fehlbetrag belief sich für das Etatsjahr 1891/92 auf 317 967,45 Mark, und für das Etatsjahr 1892/93 auf 463 839,46 Mark. Inzwischen hat sich aber die Notwendigkeit herausgestellt, die Schutztruppe erheblich zu verstärken, um die Karawanenstraße in ihrer ganzen Ausdehnung gegen die Beunruhigung durch räuberische Stämme zu sichern und Uebergriffen der letzteren mit Erfolg entgegenzutreten. Es besteht die Absicht, die im Wirtschaftsplan für das laufende Etatsjahr mit 1100 Mann vorgesehene farbige Truppe auf eine Stärke von 1800 Mann zu bringen und in zwölf Kompagnien zu je 150 Mann einzuteilen. Der nächste Reichsanzeiger wird die Mitteilung bringen, daß Deutschland mit England ein Abkommen getroffen hat, wodurch das bestrittene Ufer des Tsadsees als in der Machtsphäre Deutschlands liegend entgültig anerkannt wird. mittelung, die er den Anträgen eines solchen Menschen für seine Tochter geliehen hatte, herzlich zu schämen begonnen. Das hatte ihn um so bereitwilliger gemacht, jetzt Erichs Bitte zu willfahren, die von Maries Lippen und Augen kräftig unterstützt wirde.„Das ist, wie's kommen soll," und „es soll wohl so sein,“ war zwar seine ganze Antwort, aber der Händedruck, den er Erich zu teil werden ließ, war herzlich genug, und er küßte Marie in aufrichtiger Freude. Dann hatten sie einen glücklichen Abend zusammen verlebt, die drei mit einander, an dem von Vergangenheit und Gegenwart die Rede gewesen war, aber nicht von der Zukunft Und doch lag sie in Erichs Gedanken, als er am Lager des Alten saß, Hand in Hand mit Marie, und noch mehr, als er auf dem einsamen Heimweg war. Wie und auf welche Weise würden sich die Verhältnisse gestalten mit Grashagen und mit der Mutter wie mit Ering? Ja, mit der Mutter! Erich hatte den Wunsch nicht vergessen, den der Pastor ihm an das Herz gelegt hatte, aber — er wußte nicht, auf welche Weise er die Mauer der Zurückhaltung niederbrechen sollte, die sich zwischen ihnen erhob. Wie sollte er es machen, ihr die Bersicherung zu geben, daß er längst keinen Groll mehr in seinem Herzen gegen sie hegte? Als er sich seinem Häuschen näherte, sah er, daß noch Licht aus dem Fenster schimmerte. Sollte sie ihn erwartet haben? Er beschleunigte seinen Schritt, und mit einem Gefühl der Beschämung trat er in das Zimmer. Sie saß am Tisch, ein offenes Schreiben in der Hand, welches sie bei seinem Eintritt niederlegte, während sie aufstand und sein Näherkommen erwartete. „Mutter," begann er sich entschuldigend,„es thut mir sehr leid, daß ich Euch habe warten lassen. Ihr habt viel durchgemacht in diesen Tagen und solltet nichts von Eurem Schlaf entbehren, aber, aber—“ er kämpfte mit einer ihm deutlich anmerkbaren Verlegenheit,„ich habe Euch etwas Besonderes zu sagen. Ich soll Euch einen Gruß bestellen, und—“ Sie schien seine Worte nicht zu beachten, sie deutete auf den Brief, welcher vor ihr lag, und sagte mit seltsam dumpfer Stimme:„Lies ihn, Erich.“ Er blickte sie einen Augenblick fragend an, dann beugte er den Kopf über das Schreiben: Rußland. Auch in Rußland schickt man sich an, den häuerlichen Grundbesitz gegen wucherische Aufkäufe durch ein Gesetz sicher zu stellen. Dem Reichsrat ist ein darauf bezüglicher Entwurf zugegangen, nach welchem ganze Landgemeinden ihren Landanteil in Zukunft nur mit Genehmigung des Ministers des Innern veräußern und einzelne Bauern ihren Landanteil nur an Mitglieder derselben Gemeinde verkaufen dürfen. Seit dem Jahr 1870 sind eiwa 100000 Dessjätinen Bauernland in die Hände wucherischer Aufkäufer übergegangen. Der Reichsrat wird über diese Vorlage in kürzester Zeit entscheiden. Westfalen und Rheinland: Schwerte, 21. Nov. Weibliche Personen, die zur Invaliditäts= und Alters=Versicherung Beiträge geleistet haben und durch Verheiratung aus der Versicherungspflicht ausscheiden, beanspruchen häufig zwecklos bei den Vorständen der Versicherungsanstalten die Erstattung der Beiträge. Nach§ 30 des Gesetzes vom 22. Juni 1889 ist nur die Erstattung der Hälfte der geleisteten Beiträge zulässig und der Anspruch hierauf erst dann berechtigt, wenn für mindestens fünf Beitragsjahre, d. i. für mindestens 234 Wochen Marken verwendet sind. Dieser Fall wird nun zum erstenmale im Juli 1895 eintreten. Schwerte, 21. Nov. Man kann in diesem wildreichen Jahre annehmen, daß in Deutschland rund 5 Millionen Hasen geschossen wurden bezw. noch geschossen werden. Rechnet man das Durchschnittsgewicht eine Hasen zu 8 Pfund, so repräsentiert die vorgenannte Summe ein Gewicht von 40 00000 Pfund= 400000 Zentner, und das einzelne Stück zu 3 gerechnet, einen Wert von 150 0000 M Es ist dies eine horrende Summe, die ohne vielen materillen Aufwand aus der Jagd mit Hasen allein gewonnen wird. II Schwerte, 20. Novbr. Die angekündigte Krause=Vorstellung fand gestern abend im Casino hierselbst statt und hatte sich eines recht zahlreichen Besuches auch von Nichtmitgliedern des Vereins zu erfreuen. Der Vortrag des Herrn Krause über „Wesen und Bedeutung der Suggestion“ war noch ziemlich fesselnd, dagegen sind aber die eigentlichen Experimente, welche dem Vortrag folgten, als völlig mißlungen zu bezeichnen, da von zehn VersuchsPersonen keine von Herrn K. suggeriert, d. h. eingeschläfert werden konnte. Als hierüber Unruhe unter den Anwesenden entstand, erklärte der Experimentator, die Vorstellung nicht weiter fortsetzen zu können und verließ den Saal. Anzuerkennen ist, daß der Vorstand des Casino's in bereitwilligster Weise den Nichtmitgliedern das gezahlte Eintrittsgeld von 2 M zurückerstattete. Schwerte, 20. Nov. In vorvergangener Nacht soll auf der Weide bei Haus Ruhr eine einem auswärtigen Viehhändler gehörige Kuh gestohlen worden sein. Der Diebstahl kann erst nach morgens 4 Uhr ausgeführt worden sein, da von dem die Weide beaussichtigenden Manne um diese Zeit festgestellt wurde, daß noch keine Kuh „Geehrte Frau! Ihr Schwiegersohn, der Gutsverwalter Malte Hamann war am 5. d. M. bei uns, um uns zu veranlassen, ihm statt der von Ihnen bei uns niedergelegten Wertpapiere einen Wechsel auf ein Bankhaus in Amerika zu übergeben. Da uns das Gebahren des Mannes auffallend erschien, er auch keine Ermächtigung von Ihrer Seite beibrachte, weigerten wir uns seinem Begehren zu willfahren. Er geriet, nachdem er vergebens vrsucht hatte, uns seinen Wünschen geneigt zu machen, in eine heftige Aufregung und verließ unser Bureau. Heute erhalten wir den von uns Ihnen übergebenen Depositenschein zerrissen zurück mit der Aufforderung eine unserm Belieben anheimgestellte Summe für ihn nach Baltimore überweisen zu wollen, worauf wir selbstverständlich nicht eingegangen sind. Wir machen Ihnen im Gegenteil davon Mitteilung, indem wir zugleich eine neue ganz in denselben Worten ausgestellte Bescheinigung Ihres Guthabens bei uns übersenden zugleich mit einer Berechnung der bis zum heutigen Tage fälligen und nicht abgeho enen Zinsen. Ergebenst J. B Berndt, Bankhaus.“ Erich hatte den Brief gelesen, einmal, zweimal, dann wandte er seinen erstaunten Blick auf die Mutter, deren Antlitz von dunkelm Rot übergossen, von der höchsten Erregung zeugte.„Ich verstehe es nicht,“ sagte er,„was bedeutet—“ Sie unterbrach ihn.„Sagt es Dir nicht das Datum des Ausstellungsscheines,“ rief sie klagend, „muß ich es aussprechen und meine eigene Schmach über die Lippen bringen? Es ist Dein Geld, Erich, jeder Pfennig gehört Dir, es ist das einzige, was ich Dir von Deinem Erbe zurückgeben kann. Es ist das, was ich—“ sie unterbrach sich und die Hände vor das Gesicht schlagend stöhnte sie im viie bintersten Schmerzes,„ich kann die Worte nicht finden zu dem Bekenntnis meiner Sünde, o Gott, nein Gott, erbarme Dich.“ Sie sank auf ihren Stuhl und dann fühlte sie, daß Erich den Arm um ihre Schulter legte und sich über sie neigte.„Mutter, es wird Euch leichter sein, wenn Ihr mir alles gesagt habt.“ (Fortsetzung folgt.) 44 1 Spuren, die von der Polizei eiftigst verfolgt wurden, führen nach Sommerberg zu. f Schwerte, 19. Nov. Dem Küfer E. K auf der Kötterbachstraße wurde in der Nacht eine silberne Remontoiruhr aus der Weste gestohlen, die er über Nacht auf dem Abort hatte hängen lassen. Die Weste fand man im nahen Garten. Schwerte, 20. Nov. Der Märkische Sängerbund hielt gestern hierselbst im„Stadtkeller“ seine Herbst=Delegierten=Versammlung ab. Der Vorstand besteht nach erfolgter Ergänzungswahl aus den Herren C. Müller=Dortmund(Vors.), G. KochWitten, G. Middelmann=Dortmund, H. KnepperLinden, F. W. Krüger=Hagen, H. Ungerath=Hagen, A. Klauke=Lüdenscheid. Der nächste Delegiertentag wird im Monat März in Lüdenscheid abgehalten; das Verbandsfest pro 1894 hat der Gesangverein Euphonia=Dortmund übernommen, welcher Verein gleichzeitig das Fest seines 25jährigen Bestehens begeht. Mit dem im Mai oder Juni stets zu feiernden Verbandsfest ist ein Gesangwettstreit verbunden; der Festzug soll thunlichst beschränkt wer den und sich in der Regel vom Vereinslokal direkt zum Festlokal bewegen. Der Verband ist in guter Entwicklung begriffen. Sölde, 19. Nov. In der gestrigen Versammlung der hiesigrn Wasserwerkskommission wurde seitens des Rendanten Herrn Schmidt Rechnung pro 1892/93 gelegt, von der Kom mission geprüft, die Kasse revidiert und der Rechnungsabschluß in allen Punkten für richtig befunden. Diejenigen Konsumenten, welche einen Wassermesser haben, zahlen bei Verbrauch bis zu 500 Kubikmeter pro Kubikmeter 8 Psg., mindestens aber pro Jahr 12 M., bei Verbrauch von 500 bis 1000 Kubikmeter pro Kubikmeter 7 Pfg. und bei Verbrauch von über 1000 Kubikmeter pro Kubikmeter 6 Pfg. Diejenigen Konsumenten, welche das Wasser nach Einschätzung beziehen, zahlen von jedem bewohnbaren Raume pro Jahr 1 Mf., wobei jedoch mindestens 4 Mt. pro Familie gezahlt werden müssen. Das Wassernetz der Gemeinde erweitert sich mit jedem Jahre. In der Versammlung lag auch ein Antrag der Bewohner der oberen Oststraße und der östlichen Chausseestraße auf Anschluß der Wasserleitung vor. Wenn die Antragsteller die Kostensumme für Weiterlegung des Rohrnetzes tragen wollen, so ist die Wasserwerkskommission mit der Anlage einverstanden. Da die betreffenden Bewohner das Wasser weit zu holen haben, so werden sie wohl zu einem Geldopfer bereit sein, sodaß auch dieser abgelegene Teil der Gemeinde bald mit Wasser versehen sein wird. Hörde, 20. Nov. Heute morgen kurz nach 6 Uhr ereignete sich auf dem Rheinischen Bahnhof ein bedauerlicher Unglücksfall. Der kurz nach 6 Uhr von Zeche„Krone" abgelassene Kohlenzug, welcher 16 beladene Wagen mit sich führte, fuhr auf eine Menge leerer Wagen, welche in dem Geleise standen, indem sich der Kohlenzug bewegte. Da die Zechenbahn in der Nähe des Rhein. Bahnhofes bedeutendes Gefälle hat, so ist der Zusammenstoß ein furchtbarer gewesen. Sieben leere Wagen und die Lokomotive sind total zertrümmert. Der Lokomotivführer Kirchlinde, wohnhaft Uebelgönne 14 Dortmund, blieb auf der Stelle tot. Der Heizer Helwig erlitt einen Beinbruch und wurde letzterer in das Krankenhaus nach hier gebracht. Die Leiche des K. wurde vorläufig nach der Zeche geführt. Der Verblichene hinterläßt eine trauernde Witwe und ein Kind. Sonstige Verletzungen sind nicht vorgekommen Wem die Schuld an dem Unglück zuzumessen ist, wird hoffentlich die Untersuchung ergeben. Hagen, 20. Nov. Das Amtsblatt der Königl. Regierung zu Arnsberg enthält folgende Bekanntmachung: Dem Rechtsanwalt und Notar Lenzmann in Lüdenscheid ist auf seinen Antrag in seiner Eigenschaft als Notar vom 1. April 1894 ab der Wohnsitz in Hagen angewiesen. Hagen, 20. Nov. Als eine große Seltenheit dürfte wohl die Thatsache zu verzeichnen sein, daß ein 70 Jahre alter Mann hierselbst vor einigen Tagen noch einen neuen Zahn bekommen hat. Wohlgemerkt keinen künstlichen vom Zahntechniker, sondern einen echten urwüchsigen!" Backenzahn. Wie man sagt, bedeutet ein solches Vorkommnis ein sehr hohes Alter. Dortmund, 18. Nov. Ein neuerbautes Haus in der Reinoldistraße, in welchem bereits eine Bäckerei im Betriebe ist, soll polizeilich wieder geräumt werden, weil dasselbe zu früh und ohne baupolizeiliche Erlaubnis in Gebrauch genommen ist und auch ein nachträglich eingeholtes ärztliches Gutachten sich gegen die zu frühe Ingebrauchnahme des Gebäudes ausge sprochen hat. Iserlohn, 20. Nov. Einer unserer angesehensten und reichsten Mitbürger, der Geheime Kommerzienrat Herr Hugo Ebbinghaus, ist gestern abend plötzlich infolge eines Schlaganfalles aus dem Leben geschieden. Der Verstorbene, der sich durch zahlreiche Schenkungen zu wohlthätigen Zwecken— darunter eine Stiftung von 300000 Mk.— hochverdient gemacht hat und Ehrenbürger unserer Stadt war, bekleidete eine große Anzahl von Ehrenämtern und übte im Stillen viele Wohlthaten, sodaß die Armen und Bedrängten einen väterlichen Freund verlieren. Die Teil nahme ist allgemein. Soest, 18. Nov. Wie verlautet, soll von der geplanten Verlegung der 3. Abteilung der hier garnisonierenden Artillerie Abstand genommen sein. Dem Gewerbsleben unserer Stadt wäre hiermit ein großer Dienst erwiesen. Halingen bei Menden, 20. Nov. In das Getriebe eines Göpelwerks geriet das einzige Kind des dortigen Lehrers. An den erlittenen Verletzungen ist der Liebling und Stolz der Eliern verstorben.„ 8 4eu Wipper fürth, 20. Nov. Iu elenvig. licher Lage wurde, wie von hier geschrieben wird, in einem kleinen Wäldchen ein 15jähriger Gymnasiast vorgefunden: Mit den Tragriemen seiner Schulbücher waren ihm beide Hände und Füße fest zusammengebunden, und der dritte Riemen, um seinen Hals geschlungen, war an einem Lärchenstamme befestigt. Mit seinem Taschentuche, welches aber so viel gelockert war, daß er um Hülfe rufen konnte, hatte man ihm den Mund verstopft. Es ist leider zu bedauern, daß der Beraubte gar keine Angaben über die Person der Räuber machen konnte. Dieselben haben ihm etwa drei Mark Geld abgenommen; seine Taschenuhr, welche von der Kette getrennt war, fand man in dem neben ihm liegenden Regenschirm, so daß es scheint, die Räuber seien bei ihrer That gestört worden. Vorderhand sind sä tliche in der Umgegend angetroffene Landwerksburschen, als der That verdächtig, eingesteckt worden.— Die ganze Sache klingt recht unglaubwürdig Bochum, 18. Nov. Von Frauen gründ lich durchgeprügelt wurde ein Bewohner der Castroper Straße hierselbst, als er gestern eine Ehefrau mißhandelte, so daß sie vor ihm flüchtig werden mußte. Die Nachbarinnen leisteten ihr mit Knütteln, Kohlenschüppen und dergleichen derart kräftigen Beistand, daß der wenig zärtliche Ehegatte ärztliche Hülfe in Anspruch nehmen mußte. Leider werden sich die heldenmütigen Amazonen vor der Strafkammer demnächst wegen Körperverletzung mittels gefährlicher Werkzeuge verantworten müssen. Wattenscheid, 20. Nov. Eine Frau von hier erschien dieser Tage bei einem hiesigen Arzte und bat diesen, eine Operation vorzunehmen. Sie trage seit etwa zehn Jahren eine Nadel im Körper, die sie nun ganz deut lich an einer Stelle unter der Haut fühlen könne. Der Arzt entsprach der Bitte der Frau und förderte thatsächlich eine große Nähnadel zutage. Borbeck, 18. Nov. Der Druckfehlerteufel hat dem Borbecker Gemeinderat und den Borbecker Lehrerinnen einen argen Schabernack gespielt. Steht da in der Dienstags Nummer der„Essener Volksztg. zu lesen, daß die Borbecker Lehrerinnen nach einem Beschluß des Gemeinderats im Gehalt hinfüro alle 500 Jahre um 100 Mark bis 1600 Mark steigen sollen. Es ist also hier ein Alter von 6 X 500= 3000 Jahren vorgesehen. Methusalem mit seinen 969 Jahren muß also künftig vor unseren wackeren Lehrerinnen die Segel streichen.„„ 1. 90 Köln, 20. Nov. Vor mehr als 20 Jalren hatte ein wohlhabender Handwerkersohn von hier einem Nähmädchen„zu tief in die Augen“ geschaut; da einer Verheiratung jedoch die Eltern im Wege standen, wie das ja manchmal vorkommt, so ging der Bräutigam ins Ausland und ließ nichts mehr von sich hören, bis dieser Tage ein feiner Herr bei der jetzt schon älteren Näherin vorsprach und sich als den verschollenen Bräutigam zu erkennen gab, der nach langen Irrfahrten sich in Stockholm als Kürschner niedergelassen hat, zum wohlhabenden Manne geworden und nun gekommen ist, sein vor mehr als 20 Jahren gegebenes Versprechen einzulösen. Düsseldorf, 20. Nov.„Ich bin nach Amerika“, diese Worte auf einem Stückchen Papier fanden sich an der Stelle eines Bauen hauses hierselbst vor, an der der Bauer sein Geld verwahrte, das natürlich„nach Amerika“ mitgenommen war. Die findige Kriminalpolizei hat jedoch den Dieb in der Person der im Hause bediensteten Magd entdeckt. Durch eine Schreibprobe wurde das Mädchen überführt, 's leuguete aber hartnäckig den Diebstahl. Sie wurde nun verhaftet und gestand denn dem Kommissar ein, ihrem Dienstherrn das Geld sowie die Gold= und Silbersachen gestohlen zu haben und glücklech wurde alles, in einem Tuche eingepackt, aus der Erde wieder ans Tageslicht gefördert. Düsseldorf, 20. Nov. Eine große Zahl Arbeiter aus Westfalen, aus der Gegend von Bielefeld, sowie viele aus dem Kohlenrevier, trafen am Freitag auf dem hiesigen Bahnhofe ein, um sich nach Antwerpen und von da nach Amerika zu begeben. Die vielen Entlassungen aus den Fabriken und Zechen veranlassen diese Massenauswanderungen. Bonn, 18, Nov. Eine Freisprechung unter eigentümlichen Verhältnissen mußte vor dem hiesigen Schwurgericht erfolgen. Am Ostermontag dieses Jahres hatten ein Fuhrknecht aus Poulheim und ein Bekannter mit zwei Mädchen eine Wagenfahrt gemacht. Unterwegs warf der Fuhrknecht eins der Mädchen in brutaler Weise aus dem Wagen, so daß dasselbe schwer verletzt wurde. Am andern Tage verstarb es. Die Geschworenen erklärten den Fuhrknecht der Körperverletzung für schuldig, hielten aber nicht für erwiesen, daß hierdurch der Tod des Mädchens verursacht worden sei. Da aber kein Strafantrag von dem, wie gesagt einen Tag nach der Mißhandlung verstorbenen Mädchen vorlag, mußte der Bursche, troßdem er der Mißhandlung für schuldig erklärt worden, freigesprochen und die Kosten der Staatskasse auferlegt werden. Neuwied, 18. Nov. Ueberfahren wurde auf dem Bahnübergang hierselbst ein Fabrikarbeiter von einer leer fahrenden Maschine; der Kopf wurde vom Rumpfe getrennt. Rhein=Weser=Elbe=Kanal. Während die Industriellen und die Techniker sich noch streiten, welcher von den vier oder fünf aufgestellten Plänen des Baues des Kanals vom Rhein nach den Emshäfen bezw. zur Elbe den Vorzug verdiene, soll bei der Regierung die Soche bereits endgültig entschieden sein, und zwar sollen der Finanzminister Miquel und der Eisenbahnminister Thielen einer Kommission in Sachen der Kanalfrage gegenüber sich entschieden für die Annahme der Linie 4 erklärt haben, zugleich ist beschlossen worden, daß die Grunderwerbskosten nicht durch die Interessenten aufgebracht zu werden brauchen, sondern daß durch die anliegenden Gemeinden nur eine gewisse Zinsgarantie für dieses Kapital gegeben werden soll. Durch dieses wichtige Zugeständnis ist die Ausführung des Kanals resp. der Linie 4 mit Stichkanälen um ein Bedeutendes näher gerückt. Bei Linie 4 handelt es sich bekanntlich um den Plan Ruhrort=Duisburg über Herne nach Dortmund einschließlich der Zweigkanäle nach Mülheim, Cssen, Bochum, Duisburg und Neuenkamp a. Rh. Die Kosten hierfür belaufen sich auf 51 Millionen Mark. Für das zum Dortmund Emshäfen Kanal gehörende Stück bis Bevergern sollen nach den Kostenanschlägen rund 36 Millionen aufgewendet werden. Für die letzte Strecke von Bevergern über Osnabrück, Minden, Hannover, Oebisfelde nach Wolmirstedt und Magdeburg kann man das Kilometer zu 400000 Mark in Ansatz biingen. Bei 357 Kilometer Länge dieser Strecke einschließlich der Hasen=Kanäle nach Oenabrück, Minden, Hannover und Magdeburg ergiebt sich ein Betrag von 143 Millionen Mark. Es sind also noch 178—204 Millionen Mark aufzuwenden, um die ganze Wasserstraße zwischen Rhein und Elbe zu vollenden. Der fertige binnenländische RheinWeser Elbe Kanal wird demnach 214—248 Mill. Mak kosten. Die Pläne und Bestrebungen zur Herstellung eines Kanals durchs Kohlenrevier reichen bis in die fünfziger Jahre des Jahrhunderts zurück, und sind mit Zähigkeit bis zur Stunde von wechselnden Generationen festgehalten worden. Aber was vor vierzig Jahren vielleicht das einzig richtige war, was vor 25 Jahren noch für selbstverständlich galt, ist heute schon technisch unendlich schwieriger. Das Netz von Eisenbahnen und Straßen, welche das früher schon belebte jetzt aber dicht bebaute Kohlengebiet heute mit einer verwirren den Dichtigkeit überzieht, setzt einem Kanalbau ganz ungewöhnliche, nur mit kolossalen Aufwendungen zu beseitigende Hindernisse entgegen. Die Bodenpreise, welche vor 50 Jahren an manchen Stellen wenige Thaler per Morgen betrugen, werden heute nach Quadratruten gerechnet und steigen von Tag zu Tag in ganz unglaublicher Weise. Die rasende Steigerung der Kohlenförderung hat den Boden des Gebietes in einem Maße unterhöhlt, daß er auf weite Strecken mehrere Meter gesunsen ist, daß das Grundwasser einen großen Teil des Jahres von Aeckern und Wiesen nicht mehr verschwindet, daß mächtige Tagesbrüche entstehen, Häuser und ganze Straßen zu Bruche gehen 2c Die technischen Schwierigkeiten eines Kaualbaues auf einem durch den Bergbau so unterminierten Gebiet sollen nach den Versicherungen unserer Techniker zu bewältigen sein, und wir glauben es ihnen, hat doch die Technik der Franzosen die mächtig strömende Loire bei Briare auf 15 Bogen 7 m über Mittelwasser 662 m weit mit einer Riesenbrücke überspannt, die den Kanal und die Schiffszüge zu tragen bestimmt ist Aber die Kosten solcher Bauten wachsen ins Ungeheure, trotzdem man den Umfang des Kanal= querschnittes und damit dessen Leistungsfähigkeit auf das Aeußerste einschränkt. So groß die oben angeführte Summe von 214—248 Mill Mark nun auch erscheint, so kann man über die notwendige Aufwendung derselben nicht im Zweifel sein, wenn man bedenkt, daß der Kanal eine Leistungsfähigkeit von 7 Millionen Tonnen sich gerne zu, will sie aber in totaler Trunkenheit verübt haben, und zwar vermutlich deshalb, weil der Holtkamp ihn mal im Mai d. J. auf der Krollmann'schen Kegelbahn über seine Verlobung mit einer Emma P. chikaniert habe. Der Herr Staatsanwalt bittet die Frage nach vorsätzlicher Körperverletzung mit Todeserfolg zu bejahen, stellt die Beantwortung dei Frage nach mildernden Umständen, die der Herr Verieidiger zu bejahen bittet, den Herren Geschworenen anheim. Die Herren Geschworenen bezahen beide Fragen und ist darnach der Angeklagte der Körperverletzung unter Annahme mildernder Umstände schuldig. Das Urteil des hohen Gerichtshofes lautet im Hinblick auf die überaus rohe That unter Berücksichtigung der bisherigen Unbescholtenheit des Angeklagten auf 3 Jahre Gefängnis, worauf demselben 3 Monate der Untersuchungshaft angerechnet werden. Die zweite Sache richtet sich gegen den Bergmann und Steinhauer Karl Langenscheid, 19 Jahre und Bergmann Hr. Tewes 20 Jahre alt, beide zu Ende, die unter der Anklage stehen, am 23. Mai cr. auf dem Wege von Herdecke nach Hohensyburg ein Sittlichkeitsverbrechen verübt und sich der Erregung eines öffentlichen Aergernisses schuldig gemacht zu haben. Die Verhandlung fand bei verschlossenen Thüren statt und endete mit der Verurteilung des Langenscheid zu 2 Jahren Zuchthaus und 5 Jahren Ehrverlust, des Tewes zu 1 Jahr Gefängnis. Hagen, 18. Nov. Heute wurden A. Dommes aus Klingenberg und A. und W. Nölle aus Oelmühle, alle drei Landwirte, und zwar ersterer zu 1½ Jahren, die beiden letzteren zu je 9 Monaten Gefängnis verurteilt. Dieselben sind beschuldigt, sich Ende April d. J. zu Treckinghausen des qualifizierten Hausfriedensbruchs und eines Sittlichkeitsverbrechens schuldig gemacht zu haben, und fand die Verhandlung bei verschlossenen Thüren statt. Landwirtschaftliches. Hülfe beim Verschlucken. Das übliche Schlagen auf den Rücken nützt oft wenig, besonders wenn es nicht kräftig und gleichzeitig mit dem Husten selbst geschieht, um das Auswerfen zu unterstützen. Da giebt es nun kein besseres Mittel, der kämpfenden Lunge beizustehen, als die Arme gestreckt nach oben zu halten, als ob man nach der Zimmerdecke greifen wollte. Dadurch wird der ganze Brustkorb gehoben, die Lunge bekommt momentan eine andere Lage und wird befähigt, sich der fremden Eindringlinge leichter zu entledigen. Oft kommt auf diese Weise schon beim ersten kräftigen Husten alles zu Tage, was in den Weg der Lunge, statt in den der Speiseröhre geraten ist, und der Patient ist erlöst. Der Preis von Weizen und Roggen ist, nach der neuesten Lebensmittelpreistabelle, im Oktober abermals niedriger geworden. Der Weizen steht um mehrere Mark unter dem bisherigen niedrigen Preise des letzten Jahrzehnts, und der Roggen ist nur einmal, in der Zeit vom August 1887 bis April 1888 billiger gewesen. Auch der Kartoffelpreis ist sehr erheblich zurückgegangen und steht bereits unter dem niedrigen des Vorjahre ben andauernd hoch. Massengüter haben wird, und daß davon schon etwa die Hälfte genügen wird, um mit einer mäßigen Kanalabgabe von etwa einem halben Pfennig für das Tonnen=Kilometer die Ver zinsung und Tilgung des Anlage=Kapitals und die Unterhaltungskosten zu decken. An Massengütern wird es nicht fehlen; der Verkehr wird schon sehr bald viel größer sein, als der Kanal mit einer Schleuse leisten kann. Herr Oberbürgermeister Zweigert von Essen hat bereits eine Einladung an die betreffenden Gemeindevertreter zur Beratung der garantiesrage erlassen. Schwurgericht. Hagen, 17. Nov. Es kamen heute zwei Sachen zur Verhandlung, von denen die erste sich gegen der Fabrikarbeiter Ant. Jelich aus Unter grüne richtet, der beschuldigt ist, am 1. Mai cr., abends gegen 9 Uhr. zu Untergrüne den Kettenschmied Anton Holtkamp mit einem Schraubenzieher, einem gefährlichen Werkzeug, derart am Kopfe verletzt zu haben, daß dadurch der Tod des Holtkamp herbeigeführt ist. Angeklagter giebt die That an Vermischtes. * In Sidney ist ein 13jähriger Junge, der einen Hund jämmerlich mißhandelt hatte und von einem Vorübergehenden deshalb scharf getadelt worden war, worauf der Lümmel den Mann mit einem Gewehr ohne weiteres niedergeschossen hatte, zum Tod verurteilt worden. * Nach der„M. Schulztg. ist am 24. Oktober ein ritterschaftlicher Lehrer in Mecklenburg nach 42jähriger Amtsthätigkeit mit 150 Mark jährlicher Pension in den Ruhestand getreten. Wenn diese Nachricht nicht von der„Deutschen Lehrerztg." wiedergegeben würde, würden wir sie unbedingt für erfunden halten. * Eine furchtbore Explosion fand in der holländischen Pulverfabrik von Muidenstadt statt. Eine ganze Anzahl Personen kam dabei ums Leben. * Nicht weniger denn 10 Geschwister, die sämtlich in dem hohen Alter von 63 bis 83 Jahren standen, hielten kür zlich in Gjorlose in Nordseeland eine fröhliche Zusammenkunft. Alle erfreuten sie sich noch der besten Gesundheit. * Ein Negerkind, das kürzlich durch einen Reisenden aus Afrika nach Brüssel mitgebracht wurde, ist dieser Tage dort wahnsinnig geworden und mußte in eine Heilanstalt gebracht werden. Das arme Kind hat so viel Merkwürdiges seit kurzem gehört und gesehen, daß ihm dabei der Verstand verloren gegangen ist. * Der New=York und Kuba=Postdampfer „Cuy of Alexandria“, nach New=York unterwegs, ist durch Feuer zerstört worden. Am Mittwoch, als sich das Schiff 25 Meilen von Havana befand, fand eine Explosion statt, deren Ursache unbekannt ist. Große Rauchwolken stiegen von verschiedenen Teilen des Schiffes auf. Die Reisenden wurden von einem panischen Schrecken ergriffen. Boote wurden in Bereitschaft gesetzt. Da das Feuer um sich griff, mußte das Schiff seinem Schicksal überlassen werden. 34 Personen sollen umgekommen sein. Einige der Reisenden sprangen über Bord in die See. * Die„gewichtigste“ Persönlichkeit des zukünftigen Abgeordnetenhauses dürfte der Gewählte des Kreises Ratibor, Holzkaufmann und Bauerngutsbesitzer Segeth, sein. Herr Segeth, der früher bei der Garde diente, wiegt drei und einen halben Zentner und ist durch seine phänomenale Erscheinung ein im Kreise weit bekannter Mann. Der ueue Abgeordnete wird im Landtag schon dadurch Aufmerksamkeit erregen. * Eine Bärengeschichte wird aus Oberitalien gemeldet: Neulich sollte sich zu Novara in dem zu einem Zirkus umgewandelten Stadttheater, wo eine rumänische Gesellschaft ihre Vorstellungen giebt, ein Bär als Reiter zeigen. Das Theater runkenheit halb, weil auf der Verlobung Der Herr orsätzlicher hen, stellt nden Umhen bittet, ie Herren d ist darung unter Das Urinblick auf tigung der sten auf 3 konate der den Berg19 Jahre , beide zu 23. Mai hensyburg ch der Erbuldig ged bei verder VerurZuchthaus zu 1 Jahr I. Dommes aus Oelersterer zu Monaten beschuldigt, des qualiittlichkeitsund fand en statt. liches. as übliche senig, begleichzeitig das Ausnun kein ige beizuzu halten, fen wollte. hoben, die Lage und dringlinge auf diese sten alles e, statt in er Patient oggen ist, belle, im en. Der dem bisahrzehnts, der Zeit silliger geehr erhebunter dem OteiJunge, der hatte und scharf gemiel den es niederworden. 24. Oktober burg nach it jährlicher Venn diese Lehrerztg.“ unbedingt h einen gebracht ewolden werden. ges seit abei der dampfer terwegs, kittwoch, ana beUrsache gen von die ReiSchrecken gesetzt. 8 Schiff Personen keisenden r dicht gefüllt. Majestätisch einherschreitend, her etwas ungemütlich brummend, erschien Meister Petz und stellte sich mit großer Würde is Pferd, um durch Reifen und über Bretter springen. Aber schon bei dem ersten Sprung hersor er das Gleichgewicht und fiel rücklings zu Boden. Im Fallen suchte er zwar mit seinen Tatzen das Pferd zu umklammern, um einen Halt zu gewinnen, aber das edle Roß schüttelte ihn energisch von sich ab und der ungeschickte Reiter lag im Sande. Hier scheint dem braunen Gesellen der Gedanke gekommen zu sein, einen Spaziergang durch das Theater zu machen. Gedacht, gethan. Noch ehe ihn zemand daran hindern konnte, hatte er die die Arena umgebende Balustrade erstiegen und schritt, freundlich vor sich hinbrummend, vorwärts, bis er eine Loge erreichte, in der sich einige Redakteure mit ihren Freunden befanden. Ein Rechtsan walt, dem der unangemeldete und unerwartete Besuch sehr unangenehm zu sein schien, wollte rasch die Logenthür schließen, aber es war zu spät: der Bär stand bereits in der Loge, richtete sich hoch auf und musterte die anwesenden Herren mit strengem Blick. Einer von ihnen hatte sich aus Furcht unter der Heiterkeit des Publikums auf ein Bogensäulchen gesetzt, Zahnarzt und Theaterkritiker T. stand, durch die Anwesenheit des zottigen Gesellen etwas verwirrt gemacht, ratlos da, bis ihm, dem Herrn T., ein Witzling aus dem Publikum zurief:„Ziehen Sie ihm doch die Zähne aus!“ Ein schallendes Gelächter brach los, was der Bär für eine persönliche Kränkuug zu halten schien; nachdem er die Logeninsassen mit einem langen vernichtenden Blicke von oben bis unten betrachtet hatte, drehte er sich kurz um und ließ sich willig von den in zwischen herbeigeeilten Zirkusleuten abführen. * Eine verheerende Feuersbrunst hat in London am Donnerstag ein ganzes Häuserviertel in Old=Bailey und in Fleet=Lane gegenüber dem Newgate=Gefängnis zerstört, wodurch Hunderte von Personen brotlos geworden sind. Der Schaden ist enorm. Die Gebäude sind meist versichert * Ein französischer Arzt hat die Temperatur * unter einem Marineoffiziershelm im Senegal mit 41 Grad, unter dem mit Ventilationslöchern ver5 sebenen Helm der Unteroffiziere mit 39 Grad und unter dem weißen Kolonialhelm bei der stärksten * Hitze mit nur 33 Grad festgestellt. Alle dief * Temperaturen sind gering denen gegenüber, welch wir unter unseren Hüten zu leiden haben. Nach Ballin stieg die Temperatur unter einem hohen Hute, den man bei einem einstündigen Spazier gange in der Julisonne trug, auf 46 Grad. * Die Influenza tritt in einzelnen Gegenden Beyerns äußerst heftig auf. In einigen mittelfränkischen Gemeinden liegt fast die wohnerschaft darnieder, auch im Fichtelgebirg grasfiert die Seuche sehr stark. Verschiedene Todes. sölle durch Hinzutritt von Lungenentzündung werden gemeldet. * Wegen Unterschlagung in 85 Fällen wurd vom Schwurgericht in Lyck(Ostpreußen) der Kreiskommunalkassenrendont Kropat aus Lötzen, zusätzlich zu einer wegen Wechselfälschung erhaltenen 3jährigen Zuchthausstrafe, noch zu 5 Jahren Zuchthaus verurteilt. * Nach einer amtlichen Aufstellung ist die Zahl der leerstehenden Wohnungen in Berlin in I diesem Jahre wieder größer geworden. Beim Wohnungswechsel am 1. Oktober haben 103 343 Umzüge(1892: 99197) stattgefunden. Dabei waren bei 3666(4694) Wohnungen Mielserhöhungen, dagegen bei 8810(5081) Mietsermäßigungen eingetreten. 31 339(28638) Wohnungen und Gelasse blieben unveimietet. * Der Riesenprozeß gegen die der Durch stecherei beschuldigten Viehhändler und Schaffner — es sind gerade 50 Angeklagte— wird am 14. Dezember und folgende Tage vor dem Landgericht zu Hamburg stattfinden. * Ein neuer Mantel soll für den Rektor der Berliner Universität demnächst in Bestellung gegeben werden, da das jetzt in Gebrauch befindliche Prunkstück nahezu 2 Jahrzehnte alt ist und namentlich für die Hoffestlichkeiten, denen der Rektor beizuwohnen hat, nicht mehr gut genug erscheint. Der alte Mantel hat s. Z. 1600 Mk. gekostet, der neue soll auf 2400 Mk. veranschlagt sein, man glaubt jedoch, daß der Preis sich auf 2000 Ml. abrunden lassen wird. * Der„Hutnichtabnehmungsverein“, in Wehlau ist wieder ins Leben getreten. Wie i vorigen Winter mehrere Herren jener Stadt aus Gesundheitsrücksichten verabredet hatten, einen Gruß nicht durch Abnehmen der sopfbedeckung, sondern in militärischer Weise varzubringen und zu erwidern, so ist auch für biesen Winter eine gleiche Verabredung geFassen. Die Beteiligten werden dafür einen ####obeitrag spenden, welcher zu wohlthätigen öwbecken, wie im vorigen Winter, verwendet werden soll. Hamburg, 20. Nov. Der englische Lampfer„Elektra“, von Hull kommend, ist Magnsca,5(goland gesunken. Passagiere und 9#0#sind gerettet. hauer u. Seßler, einer der begabtesten BildWohn zarns, ist am Mittwoch in seiner worden in Neupest verhungert aufgefunden menschens##ßler war durch Krankheit und Not ##tischen geworden. Garten m Elephanten im Zoologischen Peben„.“ Frankfurt a. M. soll es ans sehen; der alte Bursche hat nämlich stark die Gicht und er stößt von Zeit zu Zeit klagende Trompetentöne aus. Ueber die Art der Tötung ist man noch nicht im klaren: den Versuch, ihn zu erschießen, der in Stuttgart ganz gut geglückt ist, will man nicht gerne wagen und denkt daher daran, ihn durch Einspritzen von Gift unter die Haut umzubringen. * Glückssteine. Es ist nur wenig bekannt, daß nach einer altarabischen Mythe jeder Monat einen Glücksstein hat. Theodor Körner hat dieser Myihe sogar ein Gedicht gewidmet und besingt in schwungvollen Versen die Kraft der Glückssteine. Für den Januar bestimmt ist der Hyanzinth, ein gelb roter Edelstein, auch edler Zirkon genannt. Um mit Körner zu sprechen: „Er besiegelt die Freundschaft mit fröhlicher Lust und treibt die Feindschaft aus tiefer Brust. Du sollst ihn tragen als heilige Last, am Halse, im reinsten Golde gefaßt. Februarstein ist der Amethist, von dem der Dichter sagt:„Und wird er an dem Haupte prangen, so magst du Fürstengunst erlangen.“ Im Altertum wurde der Amethist als Amulett gegen Trunkenheit getragen... Glückbringend für den März ist der Heliotrop:„Er macht die trübe Stirne klar und schützt vor des Giftes heimlicher Pein; der Herzgrube will er getragen sein.“ Der edle Saphir ist Glücksstein für April:„In glühenden Schmerzen kühlt er die Herzen; darum sorgenfrei, fest und treu, trag' ihn am Herzen.“ Wer im Mai geboren ist, der wähle den Smaragd. Körner sagt von ihm:„So wirft er auch nur den Strahlenschein, wo Liebe treu ist und engelrein. Doch an falscher Hand behagt es ihm nicht. Und so wie die Treue, der Stein zerbricht." Jnnikinder tragen den Chalcedon, für Juli wurde der gelb=weiß=rot gestreifte Carneol erkoren, für August gilt der Onix als glückbringend. Dieser ist eine Spielart des Chalcedons Von ihm sagt Körner, auf seine doppelte Färbung bezugnehmend:„Drum stellt er auch zwiefache Wirkung dar, denn er macht den Geist lebendig und klar. Doch stärkt er das Herz auch zu kühnerem Wagen, drum mögen ihn die Gewaltigen tragen. Der September hat seinen Glücksvertreter in dem Chrysolith ge funden:„Er schützt mit seiner stillen Pracht vor bösen Träumen die friedliche Nacht.“ Der Chry solith wird auch Olivin genannt. Als Stein für den Monat Oktober gilt der Aquamarin, der grün=blau schimmert:„Er weckt Eifersucht in mancher Brust, trägt man ihn in stillen Mondennächten beim einsamen Wandeln an der Rechten.“ Der gelbe Topas gilt als Glückszeichen für November:„An der linken Hand als freundliche Zierde, stillt es des Lebens wild Begierde, macht die Seele des Zornes frei und zügelt die glühende Phantasei.“ Chrysopras ist der Dezemberstein. * Lübeck, 17. Nov. Gegen 12 Ruhestörer vom letzten Reichstagsstichwahltage wurden wegen Landfriedensbruch und Sachbeschädigung heute zu Strafen von 6 Wochen bis 1¾ Jahren Zuchthaus erkannt. * Calais, 20. Nov. Der Sturmriß 200 Meter von der Ostmoole mit dem Leuchtturm fort. Von den Wächtern fehlt jede Nachricht. 11 Fischerboote wurden an die Küste geworfen. * Cherbourg, 20. Nov. Der Sturm nimmt zu. Mehrere Schiffe, darunter zwei englische, strandeten an der Küste. Der Dampfer„Orientes“ von Hernoesand nach Lissabon unterwegs, zerschellte gestern abend bei Barleur. Neun Mann von der Besatzung wurden gerettet, fünf sind ertrunken. * Paris, 20. Nov. Aus verschiedenen Teilen Frankreichs wird heftiger Schneefall gemeldet. * Die„World“ meldet aus Rio de Janeiro vom 14. November: In Nictheroy seien durch das Bombardement 300 Häuser zerstört und mehrere hundert beschädigt. Von 37000 Einwohnern seien mehrere hundert getötet. 30000 hätten den Ort verlassen. Hannover, 17. Nov. Das Urteil in dem zweiten Wucherprozesse ist gefällt. Frau Guhl, die Witwe Schwietzer und der Angeklagte Krain wurden freigesprochen, Hirsch zu 2 Jahren, Hollmann zu 2½ Jahren Gefängnis, zu je 3000 Mk. Geldstrafe und je 5 Jahren Ehrverlust verurteilt. Die sofortige Verhaftung der beiden letzten wurde beschlossen. Rostock, 20. Nov. Durch den herrschenden Nordoststurm ist Hochwasser eingetreten, welche die niederen Stadtteile überschwemmte. Warnemünde sind die Moolen überflutet, die Bismarckspromenade ist gefährdet; man sucht dieselbe durch Sandsäcke zu schützen. Der Wasserstand ist 1 Meter über Normalhöhe. Die Herren Aktionäre der Henuen-Villigster Wegebau- Gesellschaft werden zu der am 1I. Dezember d. J., nachmittags um 5 Uhr, in dem Lokal des Herrn Schwerter in Hennen stattfindenden Generalversammlung hierdurch ergebenst eingeladen. Tagesordnung: 1. Neuwahl des Vorstandes. 2. Antrag auf Auflösung der Gesellschaft. Hennen, den 20. Nov. 1893 Der Vorstand. Wolz=Verkauf. Herr Schmiemann zu Westhofen läßt Dienstag, 28. Nov. er. vormittags 10 Uhr anfangend, in seiner Waldung im Ebberge 100 Nr. langschaftige Lärchen u. Kiefern zu Balken, Sparrrn, Leiterund Bindebäume, Gerüst stangen 2c, sowie Grubenholz geeignet, nummerw. meist bietend an Ort und Stelle verkaufen. Schwerte, im Nov. 1893 Hohenschwert. Montag, den 27. November cr., Vormittags 10½ Uhr, kommen in der Buchbinder'schen Wirtschaft zu Courl nachfolgende Holzquantitäten auf Kredit gegen Bürgschaft zum öffentlichen Verkauf: 1 Distrikt Sundern 5a: 71 Stück Eichen=Nutzstämme von 25—56 cm Mittendurchmesser 120 Stück Buchen=Nutzstämme von 25—50 cm Mittendurchmesser. 11 Stück Hainbuchenstämme, 2 Aspen und 9 Stück Fichtenstangen I. und II. Klasse, größenteils auf dem Stamme; ferner: 47 rm aufgearbeitete Buchen=Reiser. 2. Distrikt Sundern 6il(südlich der Köln-Mindener Bahn): 9 Stück trockene Buchenstämme von 32—50 cm Durchmesser. 1 Stück trockene Eiche von 35 cm Durchmesser. 3. Am Körnebach cirka 30 Stück trockene Pappeln. Heeßen, den 15. November 1993. Der Oberförster Schmank. 85 Bringen unser Kohleklüger in empfehlende Erinnerung mit dem gleichzeitigen Bemerken, daß wir uns von der Vereinigung der hiesigen Kohlenhändler ausgeschkossen haben, und verkaufen wir nach wie vor die Kohlen zu 60 Pfg. p. Scheffel Engels& Langewiesche, Moltkestr. 11. Wer wagt, gewinnt! Ziehung 1 Dezember 1893 türk. Eisenbahnlose Haupttreffer: 6000 0, 400000, 300000, 200000, 60000, 30000 25000 Frs. etc. Jedes Los gewinnt 400 Fres. sicher. Jährlich 6 Ziehungen. 1 ganzes Original-Los 4 Mk. auf monatl. Finzahlung 30 Pfg. Porto, auch Nachnahne Jacob Schmid, Bank-Agentur, Kassel. Pfetfen und Stockfabrik Gebr. Dickel, Hörde und Schwerte. Kämme, sehr starke Ware, für Hausterer billigste Engros-Preise. Ca. 2000 Stück Foulard=Seide Mk. 1.35 bis 5 85 p. Met.— bedruckt mit den neuesten Dessins u. Farben— sowie schwarze, weiße und fardige Seidenstoffe von 75 Pf. bis Me. 18.65 p. Met.— glatt, gestreift, karriert, gemustert, Damaste 2c.(ca 240. versch. Qualität und 2000 versch. Farben, Dessins 2c.) Porto u. steuerfrei ins Haus!! Katalog und Muster umgehend.(2) G. Henneberg'’s Seiden-Fabrik (k. k. IIofl.), Zürich. 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Qual.„„ 9 „ C.„„„„„ Kartoffe'n„„ Heu per 510„ Roggenstroh per„„ Rüböl per 100„ in Partieen von 100 Zentner Rüböl per 100 Kilo foßw. 50150 Gerein. Oel per 100 Klle 3 K höher als Rüböl. Preßkuchen per 1000 Kilo 1161— Weizen=Vorschuß 00 per 100 Kilo Kleien per 50 Kilo 1 4/80 Köln 20 Nov. Weizen hiesiger 15,50—1600, fremder 16.50—17.50. Roggen hies. 14,50—15 00, fremder 16,00 17,00. Hafer hies. 17.00 bis 18,00, fremder 16,75—17.50 M Berlin, 20. Nov. Weizen Nov. Dez. 14100 K. Mai 149 50 M Rsagen Nov.=Dez. 126,50 M Mai 131,00 M Hafer Nov. 154 25 f Nov.=Dez. 154,25 J. Rüböl vorr. mit Faß 48.00 K Rüböl vorr. ohne Faß 47,00# Nov.=Dez 47 90 2c. April= Mo. 48.40 M, Spiritus 70er vorr. 32,10 M. Novemb.=Dez. 31.60 M. Mai 37,10 K, 50er vorrätig M 51,60. Der heutigen Nummer liegt ein Prospekt, betr.„Deutsche Hausfrauen= Kasender, bei, worauf empfehlend hingewiesen wird. KUPFurure BORTMORD. 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