Amtlicher Aereisbratt Abonnements=Preis pro Quartal 1 Mk. 50 Pfg. Erscheint Dienstags, Donnerstags und Samstags. Wöchentliche Gratisbeilage:„Illustrierter Familienfreund.“ TrennN. für ven Krreis Gorde. Insertionsgebühr für die sechsspaltige Zeile oder deren Raum 10 Pfg. außerhalb des Leserkeeises 15 Pfg.; Reklamen 30 Pfg. Redaktion, Druck und Verlag von Carl Braus in Schwerte. Nr. 131. Schwerte, Dienstag, 7. November 1893. 26. Jahrgang. Deutsches Reich. Unser Kaiser ließ sich am Samstag vormittag militärische Vorträge halten und wohnte dann im„Langen Stall“ bei Potsdam, dem Exerzierhause des ersten Garde=Regimentes, mit den Königlichen Prinzen der Vereidigung der neu eingestellten Rekruten der Potsdamer Garnison bei. Auch die Kaiserin war mit ihren drei ältesten Söhnen zugegen. Der Kaiser entsprach dann einer Einladung des Offizierkorps des ersten Garde=Regiments zur Tafel und arbeitete nachmittags allein. Am Sonntag vormittag wohnten die Majestäten dem Gottesdienste bei und empfingen später den Besuch der Kaiserin Friedrich aus Berlin, welche im Mausoleum in der Potsdamer Friedenskirche längere Zeit verweilt und dort einen Kranz niedergelegt hatte. Die Abgeordnetenwahlen zum preußischen Abgeordnetenhause finden am Dienstag dieser Woche statt, und werden das Resultat der Urwahlen bestätigen, daß sich in der Zusammensetzung der zweiten preußischen Kammer gar nichts Wesentliches ändert. Von den antisemitischen Kandidaten dürfte nur der Abg. Liebermann von Sonnenberg gewählt werden; Ahlwardt ist in Friedeberg=Arnswalde entschieden in der Minderheit geblieben. Der Bischof von Mainz hat einen Hirtenbrief gegen die Sozialdemokratie erlassen, welcher am letzten Sonntag von allen Kanzeln der Diözese verlesen ist. Es wird nunmehr aus Berlin bestätigt, daß dem preußischen Landtag ein Gesetzentwurf über die Einführung von Landwirtschaftskammern zugehen soll. Im Staatsministerium wird noch darüber verhandelt, ob die Einrich= tung eine nur fakultative oder aber eine obligatorische sein und wie weit der Umfang der Kammern und ihr Arbeitsfeld sich erstrecken soll. Es wird, wie die„Nordd. Allg. Ztg.“ hört, beabsichtigt, im Zusammenhang mit der Ausgestaltung des Reichsstempelwesens auch einen Stempel von 10 Pfennigen auf Frachtbriefe einzuführen. Der neue Bund der Ritter des Eisernen Kreuzes in Deutschland zählt schon rund 5000 Mitglieder. Nach Erlangung der Korporations=Rechte erhofft man durch Schenkungen u. dergl. bald ein Kapital zusammenzubringen, aus dem die Bedürftigen unter den Rittern des Eisernen Kreuzes solange unterstützt werden sollen, bis der den Rittern verheißene Ehrensold vom Reichstag bewilligt ist. Die Franzosen wurmt es nicht wenig, daß das Ausland, zumal die öffentliche Meinung der Dreibündler, es beharrlich ablehnt, an das Vorhandensein eines förmlichen Bündnisvertrages zwischen Rußland und Frankreich zu glauben. Darum fordert Herr Lockroy im Pariser„Eclair" die Regierung, auf, den Bundesvertrag wenigstens in den Hauptzügen zu veröffentlichen, wie dies die Dreibundmächte ja ebenfalls gethan hätten. Dies sei das einzige Mittel, die immer noch vorhandenen Zweifel an dem Bestehen eines solchen Vertrages zu beseitigen Herr Lockroy hat recht; das wäre das einzige Mittel, die Zweifler zu widerlegen, aber diese Widerlegung wird nicht erfolgen. Ihr Ausbleiben wird den Ernüchterungsprozeß beschleunigen, dessen Ansätze sich bereits hier und da zeigen. Ueber die deutsch=russischen Handelsvertragsverhandlungen in Berlin sind jetzt verschiedene Meldungen im Umlauf. Von beiden Seiten sind, wie es übereinstimmend heißt, gleiche Wünsche nach einem befriedigenden Abschluß der Verhandlungen geäußert; aber während nach der einen Version die Dinge noch wesentlich beim Alten ständen, soll nach der andern man in den letzten Tagen einem Ausgleich erheblich näher gekommen sein, so daß einige Aussicht auf einen Vertragsschluß vorhanden wäre. Ob dem wirklich so ist, das bleibt wohl abzuwarten. Jedenfalls ist das Festessen, welches am Freitag abend beim Reichskanzler zu Ehren der Russen abgehalten wurde, noch kein Siegesmahl gewesen. Die Erörterungen über den Spielerprozeß in Hannover dauern fort und knüpfen jetzt meist an einen Artikel der„Nordd. Allg. Ztg. an, welcher ziemlich leicht über die Spielausschreitungen fortgeht und aus dem man allgemein herauslesen will, daß keine schärferen gesetzlichen Strafbestimmungen gegen das Spiel zu erwarten sind. Hingegen soll eine Kaiserliche Kabinettsordre in dieser Sache bereits ergangen sein, die von allen Regimentskommandeuren ihren Offizieren zur Kenntnis gebracht werden soll. Daß die Offiziere, welche in dem Prozeß genannt worden sind, entlassen werden sollen, wird bestritten, wenigstens hat einer dieser Offiziere bei der Hubertusjagd im Stürmische Nacht. Sausend durch entlaubte Kronen Alter Eichen weht der Nord Und umklaget Millionen Holder Blumen, die verdorrt. Seufzend neigt und unter Aechzen Sich der Wald des Schmuckes bar, Hoch in Lüften zieht mit Krächzen Eine Wandervögelschar. Keine Sterne! Wilde Schauer Regnen stürmend auf und ab, Und der Himmel weint voll Trauer Auf des Sommers dunkles Grab. Elimar Siefken. Das Erbe. Preisgekrönte Erzählung von R. Blankenburg (Fortsetzung) Sie blickte ihn an, als ob sie ihn nicht verstanden hätte, einen starren Ausdruck in den erweiterten Augen. Dann zuckte es in dem bleichen Antlitz wie ein unheimliches Leuchten, und wieder wurde es kalt und hart. Einen Augenblick wollte es ihm fast bange werden, aber er nahm seinen Trotz zusammen, es schien ihm jetzt am geratensten, die Sache zu Ende zu führen. So öffnete er denn die Thür, die in den Hausflur führte.„Ist's gefällig jetzt, Frau Mutter?“ fragte er spöttisch. Und sie ging. Langsam mit schwerem Schritt, wieine Nachtwandlerin verließ sie das Zimmer und das Haus. Auf der Stufe der Treppe stehend hörte sie, wie von innen der schwere Riegel vorgeschoben wurde, dann war sie draußen allein, ausbestoßen, vertrieben! Es war zu schnell, zu überwältigend gekommen, sie konnte sich nicht besinnen oder hineinfinden. Sie stieg langsam in den Garken hinab; durch die alten Bäume wehte laue Frühlingsluft, und von den Zweigen tröpfelte der Tanstperab. Sie blieb stehen und blickte zu den Henstern yinüber; es konnte ja nicht sein, er mußte sie hereinrufen, sie bitten, wiederzukommen! Eine Zeit lang blieb alles still, dann trat Malte an die Fenster der Wohnstube und schloß die Laden. Es war dunkel darin, und der Lichtschein erschien in F'k schmalen Spalte der nicht festgeschlossenen Vorjetz“ des Schlafzimmers. Sie wußte, er wollte Bett gehen dort, wo— und da brach der komm#res Herzens hervor. Wie war es geGewaft rum hatte sie sich nicht mehr in der den##, Lehabt? O Gott, wie konnte sie gehen und hatte an zurücklassen, ihren Enkel! Und was Gras ate gesagt? Eine junge Frau sollte in eine Digen das Regiment führen, er wollte ihm tiefmutter geben! Eine Stiefmutter, wie sie war! Stöhnend barg sie ihr Gesicht in Händen. Was sie seit Erichs Wiederkehr mit starker Hand zurückgehalten hatte, erhob sich plötzlich in ihrer Seele, und ein kalter Schauer nach dem andern rieselte durch ihre Glieder. Lange stand sie schweigend, dann erhob sie den Kopf und blickte um sich. Das Licht im Hause war erloschen, Dunkelheit umgab sie von allen Seiten, und dichter fielen die Regentropfen. Die schlichte Mütze, welche ihr Haar bedeckte, war naß, ebenso ihre Kleider, sie fühlte sich bis auf die Haut durchkältet, und— was wollte sie hier? Drinnen schliefen sie längst, und wenn sie erwachten,— so sollte sie hier nicht mehr gefunden werden! So raffte sie sich auf; langsam, mit schwerem, schwankenden Schritt ging sie durch den Garten und ins Freie hinaus. Aber während sie wie im Traume dahinwandelnd den Weg durch die Felder schritt, stürmten Gedanken und Empfindungen durch ihre Seele, die sie blind und taub für alles machten, was um sie her war. „Ausgestoßen!“ flüsterte sie vor sich hin, und dann trat Erichs Bild vor sie, wie er sein Vaterhaus verließ nach der Verlesung jenes ungerechten Testamentes. Sie sah ihn vor sich stehen mit flammenden Augen, die gewaltige Gestalt hoch aufgerichtet, und seine Stimme klang wie Donnerton:„Ich fordere Rechenschaft von Dir, die meines Vaters Weib war und mir Mutter sein sollte!“ Anwandlungen von Scham oder Reue waren bisweilen über sie gekommen, wenn Erich ihr unvermutet auf der Straße begegnet und mit stummem Gruß vorübergegangen war, und dann hatte sie in einem Gedanken eine Art von Beruhigung gefunden. Es gab einen Weg— sie sagte nicht, daß sie ihn betreten wollte— aber er blieb ihr offen, ihm ein weniges von dem Seinen zukommen zu lassen, nicht heut odermorgen, aber vielleicht später. Und jetzt! Es war alles, alles vorbei! Ihre eigene Lage kam ihr in den Sinn; wie würden die Leute reden, wie würden sie mit Fingern auf sie weisen! Die stolze Herrin von Grashagen, die in Regen und Nacht hinausgetrieben war auf die Straße wie die geringste, mit Schande beladene Bettelmagd! Das Haupt tief gesenkt schritt sie weiter. Sie hatte nicht auf den Weg geachtet, aber unwillkürlich hatte sie denjenigen eingeschlagen, der die Badegäste von Crumbach nach Grashagen führte. Als sie jetzt die Stelle erreichte, wo der schmale Pfad auf die breitere Straße trat, mußte sie die Wendung in der Dunkelheit zu kurz genommen haben, denn ihr Fuß stieß heftig an einen der hohen Steine, die zum Schutze der Felder gegen das Hinüberfahren von Wagen an beiden Seiten aufgerichtet waren. Mit einem leisen Schrei glitt sie aus und sank zu Boden und blieb, als ob ihr der Mut fehle, sich wieder aufzurichten, auf der Erde liegen. Einige Minuten mochten vergangen ssein, als sie plötzlich gewahr wurde, wie jemand aus der Dunkelheit zu ihr trat. Eine Hand legte sich auf ihren Arm und Grunewald bei Berlin am letzten Freitag in der Nähe der Kaiserlichen Majestäten Dienst gethan, was doch nicht gerade auf eine Entlassungsmaßregel hindeutet.— In den antisemitischen Zeitungen werden die energischsten Maßregeln gegen die jüdischen Spieler gefordert, und soviel steht jedenfalls fest, daß die ganze Affaire im Reichstage wie im preußischen Abgeordnetenhause zur Sprache gebracht und ganz gründlich durchgenommen werden wird. Wünschenswert wären energische Reformen auf diesem Gebiete in jedem Falle. Der Generaldirektor der Weltausstellung in Chicago hat aus Anlaß des Schlusses dieser Ausstellung dem deutschen Reichskommissar ein Telegramm gesandt, in welchem mit warmen Worten ausgesprochen wird, daß man, obwohl das Ende der Ausstellung unter dem Schatten einer großen Tragödie(Ermordung des Chicagoer Bürgermeisters) stehe, doch der Beteiligung Deutschlands mit höchster Genugthuung gedenke und dem Deutschen Reich und seinem erhabenen Herrscher für immer dankbar bleiben werde. Seitens der deutsch=ostafrikanischen Gesellschaft ist eine sehr hübsche neue Münze für Ostafrika geprägt worden, ein Zweirupienstück. Die Aversseite stellt den deutschen Kaiser in Kürassier=Uniform mit dem Adler auf dem Helm, während die Inschrift lautet: Guilelmus II., Imperator. Auf der Reversseite befindet sich das Wappen der deutschostafrikanischen Gesellschaft, ein Löwe, der an einem Palmenbaum vorbeischreitet, mit der Aufschrift Deutsch-ostafrikanische Gesellschaft. Die Münze ist etwas größer als ein Thaler. Sammler können sie von der deutsch=ostafrikanischen Gesellschaft beziehen. Frankreich. Kaum, daß die Russenfeste in Frankreich beendet sind, beginnt wiederum der Sturmlauf auf das Ministerium. Der„Temps“ kündigt den bevorstehenden Rücktritt des Bautenministers, des Fin anzministers und des Ackerbauministers und ihre Ersetzung durch gemäßigte Republikaner an. Der am Panamaskandal so blosgestellte Rouvier soll wiederum das Finanzministerium übernehmen. Auch die Sozialisten beginnen die Abrechnung. Der Vorstand der Pariser Arbeitsbörse hat alle Mitglieder welche den russischen Festlichkeiten beigewohnt haben, als unwürdig ausgeschlossen. Im übrigen hat die Regierung den Beschluß des Pariser Gemeinderates, welcher für die Streikenden 10000 Franks bewilligt hat, für nichtig erklärt. Es ist also ein neuer Krieg zwischen Gemeinderat und Regierung in Paris, die sich unausgesetzt befehden, entbrannt. In acht Tagen treten die Kammern zusammen und dann wird es wieder außerordentlich bunt zugehen. Auch die Monarchisten glauben den Augenblick gekommen sich wieder rühren zu dürfen und ihre Zeitungen in Paris verlaugen ganz offen die Beseitigung der Verbannung der Kronanwärter, also der Nachkommen aus dem alten französischen Herrschergeschlecht. So schnell wird aber die Sache denn doch nicht gehen. Aus Paris wird es bestätigt, daß die französische Regierung dem russischen Mittelmeergeschwader Ajaccio auf Korsika als Station zur Verfügung gestellt hat. Den Engländern, welchen schon das Erscheinen eines russischen Geschwaders reichen Verdruß bereitete, ist diese Ueberlassung einer Station das Allerunangenehmste. In Gibraltar sind jetzt fast dreißig schwere britische Panzerfahrzeuge vereinigt. Die Pariser Zeitungen versichern zum Teil dem ironisch lächelnden Ausland, daß wirklich ein Bündnisvertrag mit Rußland bestehe, was man nun außerhalb der französischen Grenzen absolut nicht glauben will, teils befassen sie sich mit den Aussichten des Ministeriums Dupuy in der bevorstehenden Kammersession, daß von ehrgeizigen Politikern gar zu gern aus dem Sattel geworfen werden möchte. Der Friede unter den Parteien, der während der Pariser Russentage herrschte, ist total dahin, und der Kampf um die Macht hat mit aller Leidenschaft wieder begonnen. Nur an den Präsidenten Carnot wagt man sich seit dem letzten Telegrammwechsel mit dem Zaren nicht mehr heran. Die französischen Radikalen haben beschlossen, in der Deputiertenkammer einen Gesetzentwurf betr. die Schließung sämtlicher in Frankreich bestehender Klöster einzubringen. Bei den heutigen guten Beziehungen zwischen der französischen Republik und dem Papst ist an der Annahme dieses Antrages kaum zu denken, und die Antragsteller könnten sich die Mühe sparen. Rußland. Neulich war die Märchennachricht verbreitet, gegen den Generalgouverneur Gurko sei ein Giftmordversuch verübt. Jetzt kommt die Nachricht, Gurko sei bedenklich an Fußgangräne(Brand) erkrankt. Die Militärärzte eine leise Stimme fragte:„Habt Ihr Euch verletzt, Mutter?“ Sie antwortete nicht, aber sie setzte sich aufrecht. Einen Augenblick herrschte das Schweigen der Nacht, dann wurde es durch die bebende Frage unterbrochen:„Bist Du es, Erich? sprich noch einmal!" „Ich sah Euch den Garten verlassen,“ sagte er und es klang, als ob er mit einer Art Verlegenheit kämpfe,„und bin hinter Euch gegangen. Es ist kalt und naß auf der Erde, wollt Ihr nicht aufstehen?“ Sie gehorchte seinem Worte und schritt wieder langsam vorwärts. Sie waren jetzt auf dem breiten Wege und gingen schweigend neben einander. Plötzlich blieb die Mutter stehen:„Wie kommst Du hierher, Erich?“ fragte sie. Er antwortete nicht sogleich, und erst, als sie schon im Begriff war, auf seine Erwiderung zu verzichten, kam sie in stockender Stimme:„Die Sehnsucht nach meinem Vaterhause war über mich gekommen. Ihr wißt, daß ich mich bei Tage in seiner Nähe nicht sehen lassen darf.“ Sie schritt wieder vorwärts, und er sprach erklärend weiter:„Ich hörte in der Stille rings umher den lebhaften Wortwechsel im Hause und sah dann, daß Ihr herauskamet.“ „Hast Du verstanden, um was es sich handelte?“ fragte sie atemlos und tief erschrocken. „Ich bin nicht gesunken genug, um den Horcher zu spielen,“ war seine beruhigende und doch bittere Entgegnung. In ununterbrochenem Schweigen setzten sie ihren Gang fort, bis sie das Dorf erreichten und vor Erichs Hause angelangt waren. Dort blieb er stehen, wie zögernd.„Gute Nacht, Mutter,“ sagte er dann in gezwungenem Ton, ehe er sie verließ und über die Schwelle trat. Sie blieb draußen in der Nacht allein. Ein Gefühl körperlicher Erschöpfung kam über sie, und tiefste Niedergeschlagen heit bemächtigte sich ihrer Seele. Was hatte sie anderes erwarten dürfen, als sie von seiner Hand empfing? Ausgestoßen! Das Licht flammte in Erichs Stube auf, während sie mit trocknen, heißen Augen hineinblickte durch das unverschlossene Fenster. Er stand unbeweglich am Tisch, und sie wandte sich ab. Was hatte sie denn gehofft? Nichts, was sie verdiente, nichts, was ihr geworden war! Es schien, als ob sie sich nicht von dem Schimmer jenes freundlichen Lichtes losreißen könne oder von dem Anblick jener stillen Gestalt, und doch, was nutzte es, hier zu weilen? Aber, wie kam es, daß die Füße ihr den Dlenst versagen wollten, als ob die nassen Kleider ihr das Vorwärtskommen unmöglich machten? Noch einmal wandte sie den Blick zurück. Erich stand noch ebenso an den Tisch gelehnt, und mit einem erstickten Ton tief beweglicher Klage, schwer, als ob ihr jeder Schritt eine Qual sei, ging sie in die Dunkelheit hinein. Und dann hörte sie plötzlich schnelle, feste Tritte hinter sich, Erich stand von neuem neben ihr.„Wo geht Ihr hin, Mutter?“ fragte er schnell. „Ich weiß es nicht,“ antwortete sie matt,„vielleicht ins Wasser, vielleicht—“ Er unterbrach si:„Vergebt mir, Mutter, daß ich Euch nicht sogleich aufiorderte,—“ er stockte, ehe er hinzufügte:„Wollt Ihr zu mir kommen?" Sie blieb stehen.„Sage es noch einmal," bat sie leise, und als er jetzt fester und klarer seine Frage wiederholte, kam ihre in gebrochener Stimme gegebene Antwort:„Ich danke Dir, Erich.“ Sie trateu zusammen über die Schwelle seines Hauses und in die einfach eingerichtete Stube, welche er bewohnte. Der Ofen war nach alter Sitte an drei Seiten von der Bank umgeben, der Tisch, auf welchem die Lampe brannte, stand in der Mitte, einige Stühle, ein Kleiderschrank, eine Kommode, auf der Bücher standen und lagen, das war die ganze Ausstattung. Aber was sie auch gesehen hätte, es wäre ohne Eindruck auf die Mutter gewesen. Sie hatte die Augen niedergeschlagn, als ob das Licht sie blende, und war an der Thür stehen geblieben. Erich schaute sie aufmerksam an. Von ihren Kleidern liefen einzelne Tropfen nieder, sie flossen aus dem grauen Haar über das totblasse, erschöpfte Gesicht Ein Ausdruck des tiefsten Mitleids lag auf seinen Zügen, als er anfing, in einem seiner Schubfächer zu suchen. Er mußte die Lampe zu Hülfe holen, ehe er fand, was er wünschte, und unter anderen Sachen ein seines Tuch von ausländischer Arbeit hervorzog.„Setzt Eure Mütze ab! Mutter,“ sagte er zu ihr tretend,„sie ist naß und thut dies Tuch um Euren Kopf, ich hatte es für Euch gekauft damals— aber das ist jetzt gleich. Und trocknet Euch Gesicht und Hände, damit es Euch nicht schadet, daß Ihr im Regen draußen gewesen seid.“ Sie antwortete nicht, aber sie hob ihre Augen zu ihm auf, als ob sie sich überzeugen müsse, daß es wirklich Erich war, der so zu ihr sprach. Ihr stummer Blick schien seine Befangenheit von neuem wachzurufen, denn er sagte schnell:„Es wäre am besten, wenn Ihr zur Ruhe ginget, Mutter, die Wärme würde Euch gut thun. Dort in der Kammer steht ein Bett.“ Er öffnete die Thür, und sie folgte ihm in den kleinen Raum, mechanisch seinen Worten gehorchend, als ob sie nur mit halbem Bewußtsein handele. Sie sah, wie er das Oberbett zurückschlug und das Fenster schloß, dann fragte er:„Kann ich Euch noch helfen?“ Sie schüttelte den Kopf.„Nein,“ sagte sie, „ich brauche nichts. Geh jetzt, Erich, und nimm 1 hatten sich für eine Amputation des Fußes ausgesprochen, die Gemahlin Gurkos wollte die Amputation aber durch Zivilärzte vornehmen lassen. Diese lehnten aber ab, weil der General herzleidend sei. Gurko gilt bekanntlich als russischer Oberbefehlshaber für einen Krieg mit Deutschland. Amerika. Das Ergebnis der Preisverteilung auf der Chikagoer Weltausstellung stellt sich für Deutschland als ein überaus günstiges dar. Insoweit abgeschlossene Mitteilungen bereits vorliegen, ergiebt sich, daß in den wichtigeren Gruppen, in denen der deutsche Gewerbefleiß vertreten ist, demselben ¼ bis ½ sämtlicher überhaupt zur Verteilung gekommenen Preise zugefallen ist; unter anderen sind für Gold= und Silberwaren z. B. von den 280 im ganzen zuerkannten Preisen sogar 130 au Deutschland entfallen. Westsalen und Rheinland. * Schwerte, 6. Nov. Infolge des anhaltenden Regens der letzten Tage sind Ruhr und Lenne mit ihren Nebenflüssen bedeutend gewachsen. Bei längerem Anhalten des Regens ist Hochwasser zu befürchten. Schwerte 4. Nov. Die Königliche Regierung zu Arnsberg hat jetzt angeordnet, daß der Unterricht bei den Volksschulen im Winterhalbjahr in der Regel während der nämlichen Tagesstunden, wie im Sommerhalbjahre zu erteilen ist. Nur während der Zeit von Mitte November bis Ende Januar soll in der Regel anstatt um 8 Uhr um 8½ Uhr vormittags mit dem Unterricht begonnen werden. Aber auch in dieser Zeit ist um 10 Uhr die erste große Pause abzuhalten und spätestens um 12 Uhr mit dem Unterricht aufzuhören. Abweichungen von dieser Regel bedürfen der Genehmigung des zuständigen KreisSchulinspektors. f Schwerte, 6. Nov. Wie wir bereits berichteten, werden jetzt bei den Herbst=Kontrollver= sammlungen Fußmessungen veranstaltet. Nach den Aufschlüssen, welche den betr. Mannschaften gegeben werden, haben die Messungen den Zweck, im Mobilmachungsfalle das nötige Schuhwerk auch für die Reserve und Landwehr in ausreichendem Maße zur Verfügung zu haben. Auf die Mannschaften der Kavallerie, reitenden Artillerie 2c., sowie der Marine erstrecken sich die Messungen nicht. Schwerte, 6. Nov. Es herrscht vielfach die Ansicht, daß das Gesinde— Mägde, Knechte, Laufburschen 2c.— auch innerhalb des vermieteten Jahres mit 6 Wochen kündigen könnten, und werden fast täglich die zuständigen Behörden um Aufklärung gebeten, wie sie sich in diesen streitigen Fällen zu verhalten hätten. Die Gesindeordnung vom 8. November 1810 schreibt aber ausdrücklich vor, daß bei einer Vermietung gegen Jahreslohn das Mietsverhältnis auch das volle Jahr bedingt, wenn nicht ausdrücklich bei der Mietung ein anderes Kündigungsverhältnis, wie vierwöchentliche, sechswöchentliche oder halbjährliche Kündigung ausbedungen ist. Hervorgehoben wird hierbei noch, daß der sog. Mietsthaler, der, wie allgemein geglaubt wird, bindend sei, keine Bedeutung hat. Ob der Mietsthaler gezahlt ist oder nicht, ist nicht bindend, überhaupt ist es nicht erforderlich, daß ein Mietsthaler gezahlt wird. Die Herrschaften sowohl wie das Gesinde sind nach der Gesindeordnung verpflichtet, nachdem ein Jahreslohn ausbedungen und innerdas Licht mit Dir, ich kann mich im Dunkeln zurechtfi den, und es thut meinen Augen weh.“ „Wie Ihr wollt,“— und dann ging er, aber er ließ die Thür halb offen, so daß die freundlichen Lichtstrahlen aus der Wohnstube hineinfielen. Die zarte Rücksicht, die er auf ihre Bedürfnisse nahm, that ihr wohl, aber sie quälte sie zugleich, so trat sie schnell hinzu und schloß sie hinter ihm. Die unvorgelegte Lade des Fensters ließ sie genug erkennen, sie tastete sich dorthin, wo sie vorher einen Stuhl gesehen hatte, und setzte sich erschöpft nieder. Sie hörte Erich eine Zeit lang auf und ab gehen, als ob die Erregung, die ihre Seele erfüllte, auch ihn nicht zur Ruhe kommen lasse, endlich verstummten seine Schrite und Dunkelheit und Schweigen herrschten im Hause wie außer ihm. Sie dachte nicht daran zu Bett zu gehen, sie blieb am Fenster sitzen, einer klaren Erwägung unfähig, aber bestürmt von schnell wechselnden Gedanken und Empfindungen. Stunde auf Stunde verran; am Himmel erblichen die Sterne, zu denen sie ihre Augen aufgeschlagen hatte, das graue Liat der Dämmerung verbreitete sich vom Horizont aufwärts, es fing an, Tag zu werden. Als die ersten Strahlen der Morgensonne in das Fenster schienen, erhob sie sich langsam. Ihre Glieder schmerzten, als ob sie eine lange Krankheit durchgemacht habe, während sie leise und vorsichtig auf die Thür zuschritt. Sie trat über die Schwelle und in Erichs Stube. Dort lag er, den Kopf auf den gebogenen Arm gebettet, auf der harten Ofenbank hingestreckt in tiefem Schlaf. Sie schritt näher und, indem sie sich vorbeugte, ließ sie die Augen forschend auf seinem Gesicht ruhen. Er hatte sich verändert seit jenem Tage, als er ihr gedroht hatte ihren Verrat herauszufinden und zur Rechenschaft zu ziehen. Er war älter geworden; eine klar erkennbare Linie zog sich zwischen den dunkeln Augenbrauen quer durch die Stirn, die von dem länger gewachsenen Haar tiefer als sonst beschattet wurde. Die Wangen, auf denen die dunkeln Wimpern ruhten, waren schmaler, und um den geschlossenen Mund lag ein Ausdruck, wenn nicht der Hoffnungslosigkeit, so doch sicher des Leidens, des niedergehaltenen, mit starker Hand bekämpften Schmerzes. Aber nicht Härte oder Bitterkeit war in den klaren Zügen zu lesen, es lag Friede, erkämpfter Friede in dem Antlitz des ruhig Schlafenden. Die Mutter richtete sich empor. Es zuckte um ihre Lippen. Sie legte die Hand über die Augen und kehrte leise in ihre Kammer zurück. (Fortsetzung folgt.) halb des Jahres keine Kündigungsfrist ausbedungen ist, in der Stadt vor Ablauf des Jahres 6 Wochen und auf den Landgemeinden 3 Monate vorher zu kündigen, da andernfalls das weitere Dienstjahr stillschweigend beiderseits angenommen und verlängert ist; auch hier braucht, wie schon erwähnt, kein Mietsthaler gezahlt zu werden, da solches nur eine alte Sitte ist.— Es ist deshalb nur anzuraten, daß bei Mietung von Gesinde jedesmal eine bestimmte Kündigungsfrist vorher, und zwar unter Zeugen ausbedungen wird, um event. Unannehmlichkeiten vorzubeugen. Schwerte, 4. Nov. Eine für Landwirte wichtige Entscheidung hat das Reichs=Versicherungs=Amt unterm 9. Oktober d. J. getroffen. Hiernach bilden Lohnfuhren, welche ein Landwirt mit dem zur Bewirtschaftung seines Grundbesitzes erforderlichen Zugvieh, um dieses voll zu beschäftigen und auszunutzen, nebenher leistet, keinen selbständigen gewerblichen, sondern einen Bestandteil des landwirtschaftlichen Betriebes. Die dabei vorkommenden Unfälle sind, demnach bei der landwirtschaftlichen Berufs=Genossenschaft mit versichert. Schwerte, 6. Nov. Der 119. Gauvorturnertag findet Sonntag, den 12. November, von vormittags 10½ Uhr an in der städtschen Turnhalle zu Hagen statt. Der Uebungsstoff besteht aus Aufmarsch und Hantelübungen, Geräteturnen(Reck, Barren, Pferd) und zum Schluß Kürturnen. Das Turnen am Nachmittage besteht aus Freiübungen. Ordnungsehre und Turnspiele. Nach dem Turnen findet von 5 Uhr ab eine Sitzung im Heimbeck'schen Saale statt. Der Märkische Turngau umfaßt in 7 Bezirken jetzt 98 Vereine mit 9200 Mitgliedern, die deutsche Turnerschaft 4722 Vereine mit 469 658 Mitgliedern. Gut Heil! ! W e s t h o f e n, 6. N o v e m b e r. G e s t e r n n a c h mittag versuchte ein Fremder auf der Fahrt von Soest nach hier sich das Leben zu nehmen, wurde jedoch daran verhindert und hier ausgesetzt. Auf dem Perron nun stach sich derselbe mit seinem Taschenmesser in den Hals, so daß er vom Arzt verbunden und in das Schwerter Krankenhaus gebracht werden mußte. Ergste, 4. Nov. Aus der Vertretung der Gemeinde Ergste scheiden in diesem Jahre die Gutsbesitzer Fr. Wiesner und Fr. Hidding hierselbst aus; die infolgedessen vorzunehmende Ergänzungswahl findet am Donnerstag, den 30. November, nachmittags 4 Uhr, im Lokale der Wwe. Kage=Beckmann in Ergste statt.— An demselben Tage, vormittags 10 Uhr, findet im Lokale des Gastwirts D. Borgmann zu Berchum eine Ergänzungswahl für die Vertretung der Gemeinde Berchum statt. Aus derselben scheiden aus der Landwirt D. Hüsecken und der Landwirt A. Einhaus zu Emdan. Die Verzeichnisse der stimmberechtigten Gemeindemitglieder liegen bis zum Wahltermin im Amtsbureau zur Einsicht offen. f Aplerbeck, 6. Nov. Seit vergangenen Sonntag beginnt in der hiesigen evangelischen Kirche der Gottesdienst eine Viertelstunde später wie bisher, worauf auch an dieser Sielle aufmerksam gemacht sein möge. Zur Feier des Reformationsfestes trug der Kirchenchor im Hauptgottesdienste einige Lieder vor; abends wurde eine liturgische Feier gehalten. Wellinghofen, 4. Nov. Unter großem Andrange fand am Mittwoch nachmittag die Beerdigung der beiden in ihrem Berufe verunglückten Bergleute: Steiger Eickelberg und Hauer Spähr statt. Ein größerer Leichenzug ist gewiß noch nicht nach unserem Kirchhofe gezogen, denn Tausende nahmen daran teil. Eine größere Anzahl Kränze wurde von Verwandten und Freunden gestistet. Schüren, 3. Nov. Schon seit längerer Zeit wurde auf der hiesigen Zeche„Bickefeld=Tiefbau“ nächtlich das Kohlenstehlen bemerkt, weswegen der Polizeisergeant Wöhrmann sich am Mittwochmorgen m 4 Uhr auf die Lauer stellte und 2 Diebe mit ihrem Raube abfaßte. Holzwickede, 3. Nov. Beim Abspringen vom Wagen auf der Chaussee hierselbst wurde gestern der Arbeiter Ferdinand Köper von Unna vom Fuhrwerk überfahren und derart schwer verletzt, das er in das hiesige Krankenhaus aufgenommen werden mußte. Holzwickede, 3. Nov. Die Besitzung des Landwirts Sch. hierselbst, bestehend aus mehreren Gebäuden, ist dadurch in eine ganz bedenkliche Lage gebracht, daß infolge beträchtlichen Sinkens des Erdreichs solche Risse in den Gebäuden entstanden sind, daß das Bewohnen der Gebäude mit Gefahr verbunden ist. Das Hauptgebäude erfährt daher eine Verankerung und wird vielleicht der Einsturz unterbleiben, wenn das Erdreich wieder zum Stehen kommt. Verlautlich gräbt eine hiesige Zeche unter der Besitzung entlang Kohlen. Brakel, 31. Okt. Mitleid erregten heute auf dem hiesigen Bahnhofe zwei kleine Mädchen im Alter von 12 resp. 104 Jahren, welche den Zug von Dortmund benutzt und gemeinschaftlich auf ein Billet gefahren waren. Der Schaffner führte die jugendlichen Sünderinnen, welche laut weinten, dem Zugführer vor und dieser brachte sie dem Stationsvorsteher. Als Strafe sollten die Kleinen den doppelten Betrag des Fahrpreises der 4. Klasse von Dortmund nach hier hinterlegen, was 30 Pfg. macht. Aber o weh! der ganze Reichtum der Kinder bestand in ganzen 25 Pfg.„Na“, sagte schließlich der Zugführer,„dann wollen wir uns diesmal mit 15 Pfg. zufrieden geben, und macht Euch jetzt nur nach Hause. Da war natürlich keiner glücklicher, als die kleinen Mädchen. Unter Dankesworten entfernten sie sich. Dortmund, 2. Nov. Ein erst vor einigen Tagen aus dem Gefängnisse entlassener Bursche raubte am Dienstag abend auf belebter Straße einem angetrunkenen Arbeiter das Portemonnaie mit 22 Mk. Inhalt. Der Räuber wurde gefaßt und der Polizei übergeben. Dortmund, 3. Novbr. Die Zahl der Wahlmänner in dem Riesenwahlkreise BochumDortmund beträgt für die jetzige Abgeordnetenwahl 2275. Im Jahre 1891 waren 1907 Wahlmänner vorhanden. Dortmund, 4. Nov. Die Bahnsteigsperre besteht nunmehr seit einem Monat, sie hat hier, was den„klingenden Erfolg“ anbelangt, ein hübsches Erträgnis geliefert, da rund 17000 Karten verkauft sind. Mithin hat die Bahn eine Nebeneinahme von 1700 Mark erzielt. Unna, 4. Nov. In einen Topf mit heißem Wasser fiel das zweijährige Kind des Bergmanns M. in Billmerich. Das Kind ist bereits gestorben. Hagen, 4. Nov. Das Ergebnis bei der Nachwahl von Wahlmännern in Asbeck ist, daß drei freisinnige und ein nationalliberaler Wahlmann gewählt wurden. Da das frühere Resultat nach der Korrektur der„Hag.=Ztg. 284 für die Nationalliberalen und 282 für den Freisinn betrug, so hat demgemäß jetzt der Freisinn eine Stimme über die Majorität. Jedoch ist Bestimmtes nicht vorherzusagen. Siegen, 4. Nov. Die Grube„Bautenberg“ bei Wilden, die in den 70er Jahren nach den für die Kuxen gezahlten Preisen einen Wert von 3000000 Mark hatte, ist jetzt öffentlich gerichtsseitig versteigert und dem Meistbietenden, dem Bankhause Oppenheim in Köln, für 5000 Mk. zugeschlagen worden. Minden, 2. Nov. Aus dem Schwanenteiche zog man vorgestern die Leiche der Frau Regierungssekretär Cl. Im Sommer d. Is. verstarb auf einer Vergnügungsreise plötzlich ihr Mann, während sie vor zwei Jahren ihre blühende Tochter durch einen Herzschlag verlor. Dies alles wirkte so auf die Frau ein, daß sie den Tod im Wasser suchte. Barmen, 4. Nov. Am Mittwoch ist hier die Maschinenfabrik von August Stoffel vollständig niedergebrannt. Der Schaden ist ehr bedeutend. § Elberfeld, 6. November. Am Sams. tag abend brannten die große Margarinebutterfabrik von Iserstedt und die Wollweberei der Firma Eick vollständig nieder. Der Schaden ist ein enormer. Elberfeld, 4. Nov. Als„stiller Teilhaber“ wurde der Packer eines hiesigen Konfektionsgeschäfts ausfindig gemacht. Der Mann hatte seit längerer Zeit zur„Befriedigung“ einer größeren„Privat=Kundschaft“ Kleidungsstücke und Stoffe aus dem Geschäfte seines Prinzipals gestohlen. Aus der Rheinprovinz, 4. Nov. Auf der Nürbsirg, Hohacht und Hohwart, den höchsten Erhebungen der Rheinprovinz, nördlich der Mosel, liegt bereits eine leichte Schneedecke. Essen, 4. Nov. Gestorben ist nach langem Leiden der Ober=Ingenieur und Prokurist der Kruppschen Gußstahlfabrik, Herr Ernst Hoecker zu Essen. Derselbe erfreute sich eines hohen Ansehens als einer der obersten Leiter der Weltfirma Fr. Krupp. Mülheim a. d. R., 14. Nov. Drei im Gerichtsgefängnisse hierselbst inhaftierte Strafgefangene, welche eine Zelle gemeinsam inne hatten, versuchten zur Nachtzeit auszubrechen. Mit einem scharfen Messer, das bei ihnen vorgefunden wurde, hatten dieselben bereits einige Gitterstäbe durchsägt, als der dienstthuende Gefängniswärter sie in der eifrigsten Arbeit überraschte und den Fluchtversuch vereitelte. Köln, 3. Nov. Signor Fumagalli, der bekannte Baritonist, wurde für die Winterspielzeit mit einer Gage von 36000 Mk. an das hiesige Stadttheater engagiert. Köln, 4. Nov. Seit einiger Zeit waren hier falsche Zweimarkstücke im Gebrauch, man wußte nicht, wo dieselben hergestellt wurden. Heute morgen nun stattete die Polizei dem Hause Spulmannsgasse 44 unerwartet einen Besuch ab, wo man zwei Zweimarkstückformen, mehrere nachgemachte Zweimarkstücke, sowie einen Eimer, in dem sich die Ueberreste der Masse, aus welchen die Formen hergestellt werden, befanden, vorfand. Die sämtlichen Sachen, sowie mehrere Briefe wurden von der Polizei beschlagnahmt. Der im Unterhaus wohnende Friseur, welcher das Zimmer an die Bande vermietet hatte und mit derselben unter einer Decke lag, wurde verhaftet, während der eigentliche Hersteller der Münzen sich schon vorher aus dem Staube gemacht hatte. M.=Gladbach, 6. November. Ein gefährlicher Fund wurde gelegentlich einer Haussuchung in einem Hause hierselbst gemacht. Unter Papier versteckt, fanden zwei Beamte 3 Dynamitpatronen, welche anscheinend schon länger dort gelegen hatten. Die Beamten haben den gefährlichen Fund im Wasser vernichtet. Cleve, 6. Nov. Ein„bissiger“ Mann, der wiederholt bei Streitigkeiten von seinem Munde als Woffe Gebrauch gemacht und der am 29. Juni dem Fabrikweber Bersch in Süchteln die Nase abgebissen hatte, wurde von der Strafkammer hierselbst mit 1½ Jahren Gesängnis bei sofortiger Verhaftung bestraft. Schwurgericht. Hagen, 3. Nov. Für die am 6. November beginnende diesjährige dritte und letzte Schwurgerichtsperiode sind bis jetzt folgende Sachen angesetzt: 1. Am 6. November gegen den Fuhrknecht Mich. Weber aus Mühlenrahmede wegen Notzucht und Körperverletzung. Verteidiger Rechtsanw. Geilen. 2. Am 7. November gegen den Fabrikarbeiter Ant. Zelich aus Untergrüne wegen Körperverletzung mit Todeserfolg. Verteidiger Justizrat Geck. 3. Am 8. November gegen den Fuhrunternehmer H. Kollmann aus Schwerte wegen Meineid. Verteidiger Justizrat Brinkmann. 4. Am selben Tage gegen den Bohrseiler Rob. Fingerhut aus Stenkenburg bei Altena wegen Brandstiftung. Verteidiger Justizrat Brinkmann. 5. Am 9. November gegen a) den Ackerknecht Adam Hohmann aus Hesseln und d) den Schleifer gesellen Mich Reinstädler aus Gesenberg bei Altena wegen Körperverletzung mit Todeserfolg. Verteidiger Justizrat Dr. Schultz und Rechtsanwalt Lenzmann. 6. Am 10. November gegen den Böttcher Emil Kreil aus Wetter wegen Körperverletzung mit Todeserfolg. Verteidiger Rechtsanwalt Schmidt. 7. Am 11. November gegen die Magd Anna Hoffmann aus Oberhausen wegen Meineid und Verleitung zum Meineid. Verteidiger Rechtsanwalt Kuhlmann. 8. Am 13. November gegen den Arbeiter Schulte aus Pasel bei Altena wegen Meineids. Verteidiger Rechtsanwalt Lenzmann. 9. Am 14. November gegen den Tagelöhner Wilhelm Drees aus Schwelm wegen versuchter Not zucht. Verteidiger Justizrat Keller. Mehrere Sachen folgen noch. Cholera=Nachrichten. Dem energischen Eingreifen der Behörde ist es gelungen, die Cholera überall, wo sie sich zeigte, und auch in den von der Krankheit heimgesuchten Orten so erfolgreich zu bekämpfen, daß jetzt nur noch ganz vereinzelt neue Fälle vorkommen. Die letzteren haben, wie die Verhältnisse in Deutschland zur Zeit liegen, ein unmittelbares Interesse für weitere Kreise nicht mehr in dem Maße, daß es erforderlich erschiene, weiterhin noch täglich an die er Stelle zu berichten. Gemäß einem Beschlusse der im Kaiserlichen Gesundheitsamt gebildeten Cholera=Kommission werden daher von jetzt ab nur zweimal in der Woche und später jede Woche einmal Mitteilungen über die etwa neu vorgekommenen Cholerafälle veröffentlicht werden. Soziale Bewegung. Der Ausstand der Bergarbeiter im NordDepartement in Frankreich ist zu Ende, in dieser Woche soll die Arbeit allgemein wieder ausgenommen werden. Lenz, 5. Nov. Die Grubengesellschaft hat gestern 60 Arbeiter, meistens Syndikatsdelegierte entlassen. Haus= und Landwirtschaftliches. Obstsäfte als Arzneimittel. In erster Reihe sind die Weintrauben zu erwähnen, insbesondere die blauen Weintrauben; elbe sind nicht nur nahrhaft, sondern reinigen auch das Blut. Nach denselben kommen die Pfirsiche, gleich in der Heilkraft wie die Weintrauben, welche aber nicht überreif sein dürfen; diese nehme man in aller Frühe auf den nüchternen Magen. Eine Orange, täglich genossen, ist ein vorzügliches Mittel gegen schlechte Verdauung des Magens und heilt bei längerem Genusse den Magen vollständig. Der Apfel ist nicht nur nahrhafter als die Kartoffel, sondern er enthält auch milde und angenehme Säuren, welche auf den ganzen Körper wohlthätig wirken. Ein Aepfelesser wird selten an Verdauungsbeschwerden oder Halskrankheiten leiden. Besonders gesundheitsbefördernd ist es, wenn man abends vor dem Schlafengehen einen Apfel ißt. Der Apfel besitzt auch tonische (stärkende) Eigenschaften, und er enthält mehr Phosphor, als irgend eine andere Pflanze. Deshalb ist er für Leute, welche in immer aufgeregtem Zustande leben und denen geistige Anstrengungen auferlegt sind, ein sehr geeigneter und wünschenswerter Diätartikel. Er nährt das Gehirn und regt die Leber an. Der Apfel nährt und erfrischt sowohl Geist als Körper. Die Stelle, welche der Apfel einnimmt, kann durch keine andere Frucht ausgefüllt werden. Gekochte Aepfel sind für jüngere Kinder sogar durchaus erforderlich, denn Mütter und Pflegerinnen können dann ganz getrost alle sonst sichern Pulver und Latwergen umgehen. Der Saft aus den Reisäpfeln dient ausgezeichnet bei Leber= und Darmkrankheiten, wogegen der Kürbissaft bei Fieber und Nierenkrankheiten direkt unschätzbar ist. Die Wirkung der Citrone mag schon vielfach bekannt sein. Bei Arbeiten im Hochsommer, sei es im Freien oder in den inneren Räumlichkeiten des Hauses, wenn der Durst am meisten quält, ist dieser Saft, mit Wasser vermischt, sehr zu empfehlen, da er nicht nur den Durst stillt, sondern auch keine üblen Folgen nach sich zieht. Wird der Citronensaft in einer Tasse oder Theeschale mit schwarzem Kaffee gemischt gegeben, wirkt er vortrefflich gegen Kopfschmerzen. Wie gut aber bei Kindern alle Obstsäfte als Zusatz zum Wasser gemischt wirken, ist den Müttern bekannt. Der mit Zucker eingekochte Brombeersaft stillt den Husten, aberhauch Marmeladen aus Heidel zinem Munde der am 29. Süchteln die er Strafkamngnis bei sobeere 6. November ste Schwurgechen angesetzt: brinecht Mich. Notzucht und inw. Geilen. Fabrikarbeiter eperverletzung it Geck. runternehmer eineid. Verihrfeiler Rob. ltena wegen Brinkmann. in Ackerknecht den Schleifera bei Altena folg, VerteiRechtsanwalt Zöttcher Emil ig mit Todesnidt. Magd Anna Neineid und Rechtsanwalt Arbeiter W. n Meineids. Tagelöhner rsuchter NotBehörde ist je sich zeigte, heimgesuchten aß jetzt nur mmen. Die Deutschland Interesse für aße, daß es glich an diem Beschlusse zildeten Choitzt ab nur Woche einvorgekommeim NordEnde, in emein wiesellschaft hat ndikatsdeletliches. ttel. In sen zu ereintrauben; rn reinigen ommen die aft wie die berreif sein Frühe auf ange, täglittel gegen id heilt bei ändig. 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Sieh und erkenne auch 9 Di: Gier, der bekonnten Hildehran abfae 9, Weisheit und Gürtreuen Die Biere der bekannten Hildebrand'schen ** Natur dir Woeiphen ind Güte deines Brauerei in Pfungstadt haben in Chicago den Gottes! lersten Preis erhalten. Berlin. Im Zusammenhang mit den in Vermischtes. der Centralmarkthalle verübten Fleischdiebstählen * Das holsteinische Pferd hat sind neue Verhaftungen vorgenommen worden. auf der Ausstellung in Chicago vorzügliche Unter den verhafteten Hehlern befinden sich auch Erfolge erzielt. Der Verband der Pferdezucht= seinige Gastwirte. Die Fleischermeister, die das vereine in den holsteinischen Marschen hatte gestohlene Fleisch gekauft haben, müssen mit dessen zehn Pferde ausgestellt, die Firma Holkert in Verschleiß sehr einträgliche Geschäfte gemacht haben;### Grenley, Jowa, außerdem noch 5 Holsteiner. so haben sie zum Beispiel die gestohlenen SchinDiese 15 Pferde bestanden aus 12 Hengsten ken mit 25 Pfg. das Pfund bezahlt und verkauft verschiedenen Alters und 3 dreijährigen Stuten haben sie den Schinken mit 40 Pfg. für das und konkurrierten in 4 Altersklassen der Hengste Viertelpfund. Im ganzen sind bis jetzt wegen und 1 Altersklasse der Stuten, in welchen von dieser Diebstähle an 30 Personen verhaftet. WeiAmerika je 4 Geldpreise ausgelobt waren. Von tere Verhaftungen stehen bevor. diesen 20 Geldpreisen entfielen bei einer Be=]* Der durch das Brunnenunglück in Schneiwerbung von ca. 60 Pferden auf die 15 Hol= demühl verursachte Schaden ist nunmehr auf Die glückliche Geburt eines gesunden Jungen zeigen hocherfreut an Haspe, 6. Nov. 1893. Georg zur Nedden und Frau, Melanie geb. Irle. ½ O Kock gesunden. Die Polizei-Verwaltung. Getanntmachung. werbung von ca. 60 Pferden auf die 15 Hol=(demühl verursachte Schaden ist nunmebr auf anperstag 9 Nan d as steiner 2 erste, 2 zweite, 4 dritte und 1 vierter 779505 Mark abgeschötzt worden. Diese Summe Donnerr.-p, v. Ner. k. Geldpreis, sowie mehrere ehrende Anerkennungen. würde sich jedoch auf 459412 Mark ermäßigen, werde ich das an der Strecke Außerdem erhielt ein holsteinischer Hengst den wenn die beschädigten Gebäude wieder aufgerichter Westhofen—Schwerte höchsten Preis für deutsche Pferde, den Hengst= werden könnten.(liegende, der Eisenbahn=VerSiegerpreis. Ferner wurden von den neun* Verkracht ist das Berliner Scala=Thea= waltung gehörige Ehrenpreisen der deutschen Reichsregierung ter, ein vor einem Jahre eröffnetes Spezialitäten=[Acfer= u. Wiese (4 ersten und 5 zweiten) an Holstein 2 erste Theater. Der Direktor ist verschwunden, sein( Nuet e—.—enlund, und 2 zweite vergeben, und da bei Verkün= Vertreter sicherte den Mitspielern ein Drittel der beginnend um 9 Uhr in Westdigung und Verteilung dieser Ehrenpreise Gagen zu. hofen, öffentlich meistbietend auf seitens des Reichskommissars der Verband der!= Wiederum hat sich der Inhaver eines Ber=15 Jahre verpachten. Pferdezuchtvereine in Holstein stets obenan liner Kaufhauses erschossen. Der Mitinhaber Der Bahnmeister Erzberger. stand, sowohl bei den ersten als auch bei den der Schuhwarenfabrik von Schiller& Rosenthal zweiten Ehrenpreisen, so darf daraus wohl mit ist im Tiergarten mit einem Schuß in der rechten Recht geschlossen werden, daß das holsteinische Schläfe aufgefunden worden. Pferd einen großartigen Erfolg auf der Ausstellung errungen hat. Ein Zusammenstoß zweier Eilgüterzüge fand bei Schönebeck a. d. Elbe statt. Neuerdings schein: Eingesandt. Bund der Landwirte. Ein! Der Vorstand und die Vertrauensmänner des o. ein Riohlnecht wundan getätst Bundes der Landwirte beschlossen in ihrer heutigen Bremser und ein Viehtnecht wurden gelote., Sitzung auf Grund der mit der nationalliberalen 10 Personen verletzt, darunter 5 schwer. Der Parteileitung und den Herren Kandidaten vom Materialschaden ist bedeutend. Heede und Kommerzienrat Herbers gehabten Unter* Dom Canf= mird jetzt in Deutschland die lhandlungen, in denen Letztere auf folgende Fordem„Cons.“ wird setze im Deutschluntg vie Herungen des Bundes der Landwirte, nämlich: Gründung einer Diebstahl=Versicherungs=Gesell 1. Wie stehen Sie zu der Forderung: Ebenso schaft unter der Firma„Hermes, Versicherungs= wie die Erzeugnisse der Industrie und des GewerbeGesellschaft“, geplant. Das Grundkapital soll fleißes bedarf auch die deutsche Landwirtschaft für 2000000 Mar' betragen verteil auf 1000 We#i#n ihre sämtlichen Erzeugnisse, sobald die außerdeutschen 2000000 Mark verragen, verteitt auf 1000 Altien landwirtschaftlichen Produkte durch ihren Wettbezu 2000 Mark. Auf die Aktie wird eine Bar= werb auf dem inländischen Markte die Rentabilität zahlung von 25 v. H. geleistet, während der Rest des landwirtschaftlichen Gewerbes in Frage stellen von 75 v. H. in Solawechseln der Aktionäre hin=(resp. die wirtschaftliche Existenz der deutschen Landterlegt wird. Die Gründ erfolgt in engerem wirtschaft bedrohen, des energischen Schutzes durch erttege wiro. Die Srundung ersvige in engeren eine wirksame Zollgesetzgebung Anschluß an eine Feuerversicherungs=Gesellschaft, 2. Sind Sie bereit, darauf hinzuwirken, daß welche im Verein mit mehreren Banken sich zur die Auswüchse des Börsentreibens, insbesondere OreisErhöhung in jährlich 24 reich Inustristen Nummern san je 18., Mait blicher hilen, mchl is grahen fere Ligen Miohen: Hanoramen mit gegen 100 Figuren und 14 Reilagen mit etwa 280 Schnittmustern. Vierteljährlich 1m. 25 9f.— 25 Ur. bezieben durch alle Buchhandlungen und Hostanstalten(Pos=Zeitungs=Ratalog: Nr. 4252). Orobe=Rummern in den Buchhandlungen gratis, wie auch bei den Expeditionen Berlin W. 55.— Wien I, Operng. 3. Gegründet 1865. Todes-Anzeige. Es hat Gott dem Allmächtigen gefallen, gestern abend 6½ Uhr meinen lieben Gatten, unseren guten Vater, Bruder, Schwiegersohn und Schwager Fritz Friedrichs nach langem, mit Geduld ertragenem Leiden im Alter von 34 Jahren in die Ewigkeit abzurufen Diese Trauernachricht widmen Verwandten und Freunden mit der Bitte um stille Teilnahme Schwerte, den 6. Nov. 1893. Die trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 9. Nov., nachmittags 3 Uhr vom Sterbehause, Sedanstrasse, aus statt. Am 3. d bauer und (is. Alts. Wirt starb der Wiesen10zark Belohnung Anstalt will den durch Einbruchsdiebstahl versuchten Interesse der Algemeinheit beseitigt bezw. durch sichere demsenigen zu, welcher mir Schaden versichern, soweit er in dem Abhanden= eine wirksame Besteuerung eingeschränkt wird. Thäter der meinen Hund ver kommen oder der Beschädigung der versicherten] 3. Sind Sie bereit, darauf zu dringen, daß den Thuter, der meinen Hano verGegenstände, sowie in der Beschädigung der zu die preußische Regierung auf eine energische Be= giftet hat, so angeben kann, daß Schütze dienenden Einrichtungen heßteht handlung der Währungsfrage hinwirkt! ihrem Schutze dienenden Einrichtungen bestehl. 1 4. Sind Sie bereit, einzutreten für eine prak* Auf der Myslowitzgrube bei Myslowitz in tische Gestaltung der Eisenbahnpolitik, namentlich Schlesien durchbrach infolge Platzens eines Zylinders auch für einen die Landwirtschaft Rechnung tragenden der Wasserhaltungsmaschine das Wasser die Dämme. Ausbau des Eisenbahnnetzes, sowie für Veibilligung Die Belegschaft mußte ausfahren; die Förderung der Frachttarife für Düngemittel? ist eingestellt. Der Schaden ist groß.I 5. Erkennen Sie das Bedürfnis an, das Me* Welche verderbliche Anziehungskraft die Küsten=liorationswesen, einschließlich Entwässerungs= und Leuchtfeuer auf unsere wandernden Vögel haben, Bewässerungsanlagen, durch staatliche Zuschüsse und ergeben folgende Zahlen: In der Nacht zum 15. Beihülfen in ausgedehnterem Maße zu fördern? Oktober sind durch Anfliegen an die Laternen des 6. Wollen Sie eintreten für eine Reorganisation Leuchtturms Funkenhagen(unweit Kolberg) des Viehhandels durch Einführung einer besseren getötet: 75 Rotkehlchen, 37 Lerchen, 11 Goldhähn=(Marktkontrolle und klare amtliche Preisnotierungen? chen, 7 Staare, 2 Zaunkönige, 2 Waldschnepfen und 7. Wollen Sie darauf hinwirken, daß thunlichst ! Ente. Nach möglichst genauer Schätzung des bald den landwirtschaftlichen Zentralvereinen die wachthabenden Feuerwächters sind in dieser einen Möglichkeit gegeben wird, sich als LandwittschaftsNacht mehr denn 3000 Vögel gegen die Laterne ge= kammern zu konstituieren? 9 96122 esiamt.#a i.. 8. Sind Sie bereit, darauf hinzuwirken, daß Ein schweres Ungluck ereignere sich in der unsere Gesetzgebung in einem Sinne ausgestaltet ich ihn gerichtlich belangen kann. Emil Beyermann, Buchholz bei Westhofen. Täglich frische Fische. Hiesige Paradiesäpfel, à Zentner zu 7 8 Mark. Birnen, 3 Pfd. 20 Pfg. Fr. Becker, Jägerstraße 5. J. Neuwerth, Schwerte. 6 Hammelfleisch, à Pfund 50 Pfg., bei H. Wiecken, Brückstr. Keine Hosenträger!„Keine Rlemen mohr! Wegen Mangel an Raum Martinskirche in Lüttich während der Allerheiligen= wird, welche der Natur des ländlichen Grundbesitzes stehen 2 schöne einfache Messe, indem die große Glocke plötzlich herab= nach deutscherechtlicher Arsseotzugg, gerhezel,#ßer Kinderwagen ftürzte. Eine Person wurde getötet, sieben ver= strebungen unterstützen, welche darauf abzielen, an sehr billig zum Verkauf bei wundet. Stelle des Kapitalschuldsystems des Grundbesitzes die Auf dem Kreuzbahnhof der Provinz Rentenschuld, bezw. an Stelle der Kapitalobligation Hannover wollte sich neulich gerade ein die Rentenobligation treten zu lassen? in Bowegung 9. Wie stehen Sie der Ausgestaltung des HeimIug in Bewegung setzen, als im Schweiße stättengesetzes gegenüber, das in seinen Endzielen seines Angesichts ein behäbiger Bauersmann bezweckt, dem Kleinbauern, dem Kötter, dem seßangestürzt kommt. Mit Mühe erwischte er haften Handwerker und ansässigen Arbeite den vorletzten Wagen des abfahrenden Zuges. haltung des exporbenen oder ererbten Grundbesitzes Aber— Tücke des Schicksals— das noli!““ 70. Wie stehen Sie zu der Forderung: Nachme tangere wurde ihm jetzt von dem Schaffner dem die bestehenden Sperrmaßregeln, sowie die durch Herabzerren vom Trittbrett und durch polizeilichen Maßnahmen zur Bekämpfung der durch Zurufe des Bahnpersonals so deutlich klar ihre wirtschaftliche Schädigung so verheerend wirgemacht, daß er auf eine Weiterfahrt ver= kenden Maul= und Klauenseuche sich als unwirksam gemacht, daß er auf eine Aentjuht:: Verwiesen, dürfte es geboten erscheinen, entweder zichten mußte. Allein unser Bauersmann war wirksame Schutzmaßregeln gegen die Einschleppung nicht auf den Kopf gefallen. Kurz entschlossen und Verbreitung der Seuche zu treffen oder aber faßte er den Schaffner um die Taille mit die allgemeine obligatorische Versicherung auf dem den Worten:„Kohme eck nich mit, kommst ok nich mit!“ Und unter dem unbändigen beroffen sind, die taxmäßig festzustellende EntGelächter der Passagiere dampfte der Zug schädigung zubilligt und wie bei Lungenseuche die ohne Schaffner und Bauer ab. Welches Ge= getöteten oder auf tierärztliche Anordnung abgesicht„ schlachteten Tiere nach Taxwert ersetzt? durchaus befriedigende Erklärungen abgegeben, und nachdem auch die Verhandlungen, bezüglich der zweiten Forderung der Ueberlassung eines freiwerdenden Mandats, zu einem bef riedigenden Ergebnis geführt haben, für die bisherigen Kandidaten Herrn Ad. vom Heede und Herrn Kommerzienrat Herbers einzutreten. Das Wahlergebnis hat für den Bund der Landwirte einen den Erwartungen vollständig entsprechenden Erfolg zu verzeichnen. Wenn schon der Bund der Landwirte es sich zur Pieiirieir PIalkert zu Eichholz, derselbe war 25 Jahre ununterbrochen Mitglied der Gemeinde-Verordneten und hat in seiner Stellung durch seine Erfahrung und Thätigkeit viel Gutes für die Gemeinde geschaffen. Ein dankbares Andenken ist ihm gesichert. Lichtendorf, den 6. November 1893. Der Gemeinde-Vorstand. Ruhroruckeng.h Serkäuf. Am Donnerstag, den 9. er., 1 Uhr anfangend, verkaufe ich an Ort und Stelle die vom Abbruch der Schwerter Ruhrbrücke dort lagernden Eichen= und Buchen=Bohlen 2c. nummerweise gegen Bar und Kredit. Hohenschwert. sicht der Letztere geschnitten hat, als es später halt, die ziemlich salzige Suppe auszuessen, ist leider nicht bekannt. „ In Marseille ist am Montag die Gekreidemühle von Alexandre Brunet abgebrannt. as ist dies der neunte Brand dieser Art in Marseille während dieses Jahres. Der Schaden g., auf Franks 600000 geschätzt. Kein wunder, daß die soliden FeuerversicherungsOesellschaften alle Versicherungen auf Getreideablehnen. Der E Automate — D. R.-P.— Dieses neu erfundene instrament, das am Racktheile jeder Hose angeschnallt werden kann, macht Hosenträger und Riemen vollständig entbehrlich. Die Vortheile sind augenfallig, denn nicht nur, dass man der Unbeguemlichkeit den du. und Abknöpfens der Hosenträger enthoben ist, wird auch die ganze Haltung des Körpereine viel freiere und ungezwungenere, da„der Automat“ bei jeder Bewegung des KorBhc unn unn bal heitenn nachgiebt. Unentbehrlich für Jedermann, ben. für Turner, Radfahrer ste. Preis M. 1.25, von 2 Stück an FrankoZusendung.— Nur zu beziehen von Hermann Hurwitz& Co., Berlin C., 2 Klosterstrasse 49. „ Santander, 4. Nov. Ein mit Dynamit Aufgabe gemacht hat, den Besitzstand der staatserbeladenes Schiff geriet in Brand und flog mit haltenden Parteien zu respektieren, so scheint die ungeheurem Gugch 6. Hanster Forderung desselben in Hinsicht auf die Verteilung in der Krachen in die Luft. Alle Feuste# der Bevölkerung und die Größe des Grundbesitzes Stadt und deren Umgebung sind ge= im diesseitigen Wahlbezirke, sowie auf Grund des etungen, brennende Trümmer wurden weit günstigen Wahlergebnisses nicht unberechtigt, demder sSchlendert. Zahlreiche Menschenleben sind uuseitzen, Mandat auf einen der Seinigen fallen gngrophe zum Opfer gefallen. Leimathe, den 3. November 1893. kam bien..?“ 3. Nov. Gestern abend Taufendfaches Lod, notariell bestätigt, über Holl. wesch, eine Feuersbrunst zum Ausbruch, Tavak v. B. Becker in Geesen a. H. 10 Pfd segen 20 Häuser in Asche legte. Der frco. 8 Mk. hat die Exp. d. Bl. eingesehen. Warnung. Der grosse Erfolg, den unsere EN errungen, hat Anlass zu verschiedenen werthlosen Nachahmungen ge# geben. 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Die vorzüglichen technischen und maschinellen Einrichtungen, die gewissenhafte Verwendung von nur guten und besten Rohstoffen, und die auf langjähriger Erfahrung beruhende Fabrikationsweise haben Stollwerck'sche Fabrikate im In- und Auslande eingebürgert. 48 Medaillen und Hofdiplome anerkennen ihre Vorzüglichkeit. Stollwerck'sche Chocoladen und Cacaos sind in allen Städten Deutschland's in den durch Verkaufsschilder kenntlichen Geschäften käuflich. — M Standesamt Schwerte. Anmeldungen pro Oktober 1893. Geburten. 1 Sohn: Fabrikarbeiter Friedrich Overmann. Fabrikarbeiter Ludwig Krahnenfeld. Fabrikarbeiter Wilhelm Kirchhoff. Fabrikarbeiter Heinrich Kramer. Fabrikarbeiter Richard Engels. Fabrikarbeiter Carl Korte. Tagelöhner Friedrich Wilhelm Goßmann. Drahtzieher Peter Thomas. Ackerbürger Heinrich Moeller. Wirt Heinrich Walter. Arbeiter Friedrich Broesecke. Fabrikaufseher August Rudolf Jung. Bauunternehmer Carl Hilken.— 1 Tochter: Fabrikarbeiter Gustav Ebbefeld. Anstreichermeister Carl Schlickmann. Sägemüller Wilhelm Heimann. Fabrikarbeiter Friedrich Krick. Fabrikarbeiter Josef Eickhoff. Fabrikarbeiter Heinrich Grote. Heizer Eduard Radermacher Maurer August Michel. 1 uneheliche Geburt. Sterbefälle. Ferdinand Hellwig 5 J. 5 M. 6 T. Hedwig Dudt 6 M. 25 T. Witwe Mühlenbesitzer Heinrich Ihne, Ottilie geb. Vaerst, 72 J. 8 M. 19 T. Bertha Schulte 8 M. 4 T. Otto Hübenthal 1 J. 16 T. Franz Bartel 24 T. Clara Maria Beermann 3 J. 5 M. 16 T. Ehefrau Fabrikarbeiter Friedrich Reiter, Emilie geb. Hohlsiepe, 26 J. 9 M. 5 T. Witwe Handelsmann Ruben Herz, Hanna geb. Steinberg, 93 J. Wilhelm Kracht, 7 M. 15 T. Wilhhelm Oswald Schultz 9 J. 8 M. 13 T. Ehefrau Wirt Heinrich Dietrich Wilhelm Walter, Johanna Wilhelmine geb. Jungschläger, 37 J. 9 M. 13 T. Stellmacher Heinrich Wilhelm Schumacher, 31 J. 9 T. Stadtförster Theodor Rathoff 37 J. 7 M. 23 T. Ehefrau Fabrikarbeiter Joses Eickhoff, Anna Maria geb. Friedrich, 39 J. 3 M. 18 T. 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