1. u. 7M. 10„ .00 2.80 5.00 9.00 .00 .00 .00 .50 .50 hwerte. lorgen: senpfeffer, tbeef, Lachs, ülze, Caviar. ck 40 Pfg. 10 Pfg. Carl Raffin. richten. 1893 eitun Hereis brart Abonnements=Preis pro Quartal 1 Mk. 50 Pfg. Erscheint Dienstags, Donnerstags und Samstags. Wöchentliche Gratisbeilage:„Illustrierter Familienfreund. fAr ven Insertionsgebühr für die sechsspaltige Zeile oder deren Raum 10 Pfg., außerhalb des Leserkreises 15 Pig; Reklamen 30 Pfg. Redaktion, Druck und Verlag von Carl Braus in Schwerte. Nr. 123. Schwerte, Donnerstag, 19. Oktober 1893. 26. Jahrgang. Weizen Okt.= v.= Dez. 142.25 v. 123,50 M Hafer Oktv.=Dez. 154,00 Faß 48.00 M haß 47,30 M April= Mai Der vorr. 33.75 ov.=Dez. 31,30 53,25. te. r. Zum heu ren nur wenig etwa 40 Stück n großen Teil Stück der letz— 50 M. losgezen 70 Stück kostete 300— 200— 250 M, K. Der HanSchweine waren getrieben. Für Ferkel wurden onate alte 30— Schweine waDer Handel anzen schleppend. 10. Oktober. e waren aufgeRindvieh. Es## en geringe Kauf= fand bei mittn Absatz. Die sern war schlecht stsprechend. Bulund Nachfrage schweine wurden 00 Mk. die 50 I, Saugschweine Mk. und Fasels 2,50 Mk. pro t.— Nächstes 1893. Ericen öglichst ist es möghandeln und tatten. Bei che schon 2 r Expedition n Zeit noch auch manche bei der jetzt en wir höf Amtliche Bekanntmachungen. Bekanntmachung. An Stelle des Regierungs=Assessors Dr. von Reiche in Arnsberg ist der Regierungsrat Bredow in Arnsberg zum stellvertretenden Vorsitzenden des für die Sektion Hörde einnerichteten Schieds=Gerichts der Westfälischen landwirtschaftlichen Berufs=Genossenschaft ernannt worden. Hörde, den 14. Oktober 1893. Der Vorsitzende des Sektions=Vorstandes: Spring, Königlicher Landrat. Bekanntmachung. Die am 26. September 1893 erfolgte Wiederwahl des Landwirts Louis Kühl zum Schulvorsteher und des Landwirts W. Linnigmann zum Stellvertreter im evangelischen Schulvorstande zu Aplerbeist durch Verfügung des Herrn Landrats Spring zu Hörde vom 3 Oktober 1893 Nr. 13099 auf eine vierjährige Amtsdauer bestätigt worden. Aplerbeck, den 7. Oktober 1893. Der Amtmann Gutjahr. Deutsches Reich. Unser Kaiser nahm am Dienstag vormittag in Hubertusstock die Vorträge des Kriegsministers und des Chefs des Militärkabinetts entgegen. Am Abend trafen der Kaiser und die Kaiserin auf dem Stettiner Bahnhof in Berlin ein, von wo aus der Monarch später nach Bremen reiste, um dort heute, Mittwoch, der Enthüllung des Denkmals Kaiser Wilhelms I. beizuwohnen. Von Bremen trifft Se. Majestät am selben Tage abends wieder in Potsdam ein. Die Kaiserin begab sich am Diens tag abend vom Stettiner Bahnhof nach dem Lehrter Bahnhof und empfing daselbst ihre Tante, die Prinzessin Amalie von SchleswigHolstein, worauf vom Potsdamer Bahnhofe aus die Rückkehr nach dem Neuen Palais erfolgte. Oesterreich. Dem demnächstigen sozialistischen Reichskongreß Oesterreichs wird ein gestern in Letochin bei Pilsen von 53 Delegierten der sozialistischen Arbeiterpartei Westböhmens gefaßter Beschluß zur Annahme vorgelegt werden, dahingehend, falls Taafes Wahlreformentwurf vom Parlament abgelehnt werde, sofort den allgemeinen Arbeitermassenstreik eintreten zu lassen. Die Massendemonstrationen für das allgemeine Wahlrecht dauern fort. Frankreich. Admiral Avelane erhielt aus Petersburg den Befehl, keinen Handelshafen anzulaufen; infolgedessen unterbleibt der geplante Besuch in Marseille. Der Ministerrat, den Carnot empfing, beschloß am Montag, daß der Empfang der russischen Offiziere Dienstag nachmittag um 4 Uhr durch die Minister Develle und Rieunier erfolgen solle, und daß auch Carnot dem Empfange beiwohnen werde. Bei dem Bankett am Montag an Bord der„Richelieu" toasiete Admiral de la Jaille auf den Kaiser von Rußland und hob dabei die gegenseitige herzliche und liebevolle Wertschätzung und die Hinneigung hervor, welche zwischen den französischen Seeleuten und den russischen bestehe. — Admiral Avelane und die 50 Offiziere, welche ihn nach Paris begleiten, landeten um 4 Uhr nachmittags und wurden vou den Behörden unter dem Jubel der Spalier bildenden Bevölkerung zum Bahnhofe geleitet. Dort harrten ihrer 2 Extrazüge, welche aus Salon=, Restaurations= und Schlafwagen bestehen. Die Lokomotiven sind reich mit franco=russischen Emblemen geschmückt. Picard, der Betriebschef der Mittelmeerbahn=Gesellschaft, machte selbst die Honneurs und ließ während der Fahrt ein Diner von 9 Gängen mit kostbarsten Weinen servieren. Sogar an den üblichen Toasten hat es während der Fahrt nicht gefehlt. Die Russenzüge wurden in Marseille, Avignon und den dazwischen liegenden Stationen von großen Volksmengen aufs Herzlichste begrüßt. Der Bahnhof Lyon, der um 2 Uhr nachts passiert wurde, war gesperrt, um den Schlaf der Gäste nicht zu stören. In Paris ist alles zum Empfang der Gäste bereit. Die Boulevards bieten seit früher Morgenstunde ein äußerst lebhaftes Bild. Die Züge haben bis gestern über 300000 Gäste nach Paris gebracht. Trotz aller Begeisterung, die nach Aussage kompetenter Beurteiler seit dem Bestande der dritten Republik noch nicht einen derartigen Höhepunkt erreicht haben, herrscht unter den Volksmassen eine friedfertige Stimmung. Zwischenfälle werden nicht befürchtet. Italien. Bei der Ankunft des englischen Geschwaders in Tarent waren auf dem Quai Abteilungen von Infanterie und Marineinfanterie aufgestellt, welche das Geschwader mit lebhaften Ovationen begrüßten. Die ungemein zahlreich herbeigeströmte städtische undländliche Bevölkerung bereitete den englischen Schiffen einen uberaus herzlichen und würdigen Empfang. Die Stadt ist festlich geschmückt. Um 1 Uhr tauschten die Admirale Turi und Corei und die Chefs ihrer Stäbe Besuche aus mit dem Admiral Seymour, welche einen sehr herzlichen Charakter trugen. Das Programm der Festlichkeiten zu Ehren des britischen Geschwaders lautet: Dienstag offizielles Diner an Bord des Panzerschiffes Italia, darauf Serenade und Fackelfahrt auf dem Golf; Mittwoch Jagd auf Wildschweine, Hasen und Füchse auf dem Besitztum des Baron Berlingeri in Policoro; Donnerstag Five o’cloiaten, dargeboten von der Municipalität für den Admiral Seymour und die britischen Offiziere, danach Serenade. An jedem Abend findet eine elektrische Beleuchtung des Schifffahrtskanales statt, auch werden Musikkorps an verschiedenen Punkten des Kanals und der Stadt spielen. In Rom kam es bei einer Volksversammlung, die der Abgeordnete Barzilai gestern abend im königlichen Circus abhielt, zu einer großen Prügelei zwischen den Anhängern des radikalen Barzilai und den Anarchisten. Revolverschüsse fielen, die Polizei mußte die Anarchisten gewaltsam an die Luft setzen. Nach dem Schluß der Versammlung ging der Zirkus in men auf und brannte vollständig nieder. Es wird Brandstiftung vermutet. Ueber das plötzliche Erscheinen des französischen Panzerschiffes Hirondelle, sowie eines französischen Torpedobootes in den sitilianischen Gewässern wird der Pol. Corr. aus Rom gemeldet, daß diese Schiffe 8 Tage lang an der Küste kreuzten und bei Schiffern über die Ankerplätze und Wasserquellen Erkundigungen einzogen. Von den Ortschaften Sparcaforno und Rosobini, die mit elektrischen Scheinwerfern beleuchtet wurden, nahm die Mannschaft Si tuationspläne der wichtigsten Punkte auf. Erst vor kurzer Zeit versuchten französische Kriegsschiffe in italienischen Gewässern schon einmal ähnliche Manöver auszuführen. 8 Bataillone gingen zur Unterdrückung des Räuberunwesens nach Sizilien. Rußland. Der russische Thronfolger soll sich, nach einem Telegramm der F. Z. aus Kopenhagen, mit seiner Kousine, der Prinzessin Viktoria von Wales, verlobt haben.(Die Prinzessin ist die zweite, am 6. Juli 1868 geborene Tochter des Prinzen von Wales.) Zum 18. Oktober. So furchtbar einst die Todesdonner grollten Im Völkerstreit auf Leipzigs Ehrenfeld, So reich und herrlich Deutschlands Völker zollten Dank, Ruhm und Preis dem großen Herrn der Welt. Durchs Flammenmeer Auf allen Höhn umher Rief jedermann: Wer ist wie Er. Doch der Kongreß blieb nicht auf Gottes Wegen, Er machte Deutschland nicht zur Friedensburg, Da gabts aufs Neue schrecklich Tennenfegen Bei Belle=Alliance; der Herr half wieder durch. Engherzigkeit Hielt leider in der Zeit Die Fürsten in Befangenheit. Kein Schönbund war der deutsche Bund zu nennen, Sein Schicksal hats bewiesen sonnenklar. Da mehrte nach und nach sich das Erkennen, Daß nur in Preußen Heil und Hülfe war. Was mancher stets Ersehnte, nun geräts“ Im heißen Kampf bei Koniggratz. Bald stand nun auch die„Brücke“ überm Maine, Das Lied:„Lieb Vaterland, magst ruhig sein“, Wälzt siegbewußt sich zu dem stolzen Rheine, Dringt Sieg auf Sieg ins Herz des Feindes ein. Der deutsche Thron Erhebt sich, welch ein Lohn; Mein Lied, o singe stets davon! Laßt uns gedenken all der großen Wunder, Die Gott von altersher an uns vollbracht, Mein deutsches Volk, verwirf den welschen Plunder Und adle Dich durch sittenreine Pracht. Gieb Gott die Ehr', So wirst Du, hoch und hehr, Ein Pharus sein im Völkermeer. Westfalen und Rheinland. Aplerbeck, 18. Okt. Eine warme Stube ist ein sehr angenehmes Ding, besonders wenn es draußen schneit und stürmt. Aber es ist in der Regel leichter, eine Stube warm zu machen, als sie warm zu erhalten. Sehr viele Leute wissen nämlich nicht, daß reine Luft sechsmal so schnell, also auch sechsmal so billig zu erwärmen ist wie verdorbene, und daß reine Luft sich auch viel länger warm erhält, als verdorbene. Also fort mit der Angst, daß ein einmal erwärmtes Gemach auch verschlossen bleiben müsse! Die Fenster auf! Laßt sie für ein bis zwei Minuten offen, laßt die frische Luft hindurchziehen, und dann werdet ihr sehen, wie schnell sich wieder die Luft erwärmt, ja wie es noch einmal so behaglich wird in der — warmen Stube. § Schwerte, 17. Oktbr. Wir haben in voriger Nummer mit großer Befriedigung konstatieren können, daß begründete Aussicht zur Bildung einer Abteilung der Deutschen Kolonialgesellschaft in unserer Stadt vorhanden ist. Ueber die Bestrebungen dieser Gesellschaft herrscht noch so vielfach Unklarheit — selbst bei den Freunden ihrer Sache—, daß wir uns den Dank unserer kolonialfreundlichen Leser durch einige Ausführungen über die und Thätigkeit derselben zu verdienen hoffen. Die Deutsche Kolonialgesellschaft wird geleitet von Sr. Durchlaucht dem Fürsten zu Hohenlohe=Langenburg. Dem Präsidium gehören ferner an der Geheime Regierungsrat a. D. Landtagsabgeordneter Simon (Erster Vizepräsident), Staatsminister von Hofmann, Exzellenz, Reichstagsabgeordneter Graf von ArnimMuskau, Prinz von Arenberg, Mitglied des Reichsund Preußischen Landtages(Vizepräsidenten). Die Gesellschaft zählt ca. 20000 Mitglieder, von denen gegen 14000 besonderen Ortsabteilungen(ca. 250) angehören. Die Aufgaben der Deutschen Kolonial= gesellschaft sind sehr umfassend. Die Verbreitung des Verständnisses für die kolonialpolitischen Aufgaben Deutschlands ist noch ein dankbares Arbeitsfeld, es gilt, in dieser Richtung weiter thätig zu sein, um als aufklärender und belehrender Faktor im Volke der Reichsregierung und ihrer kolonialpolitischen Aktion, wie in den hierauf bezüglichen Gesetzesvorlagen fördernd zur Seite zu stehen. Zur Erreichung dieses Zweckes entfaltet die Gesellschaft eine außerordentlich vielseitige Thätigkeit. Sie giebt eine Zeitung heraus, die über alle Vorkommnisse von kolonialem Interesse unterrichtet und jedem Mitglied der Gesellschaft gratis geliefert wird, sie veranstaltet mehrere hundert Vorträge, für welche die namhaftesten Redner sich ihr zur Verfügung stellen; sie verbreitet in vielen Tausenden Kartenskizzen unserer Schutzgebiete und hat auch bereits mehrere mit großem Beifall ausgenommene Wandkarten herausgegeben, sie hat ferner eine Sammlung kolonialer Produkte in Angriff genommen, welche allmählich zu einer Auskunfts= und Prüfungsstelle für die Erzeugnisse unserer Kolonien ausgebaut werden soll; endlich erhalten speziell die Vorstände der Lokalabteilungen reichlich informatorisches Material. Es sei auch darauf hingewiesen, daß die Gesellschaft eine reiche Bibliothek besitzt, deren Benutzung jedem Mitgliede gestattet ist. Nicht minder wichtig erscheint die Unterstützung und die Ralgebung bei neuen kolonialen Unternehmungen, sowie die Schaffung und Ausbildung von Auskunftsstellen im ganzen Reiche zur unparteiischen Belehrung der des Rates ganz besonders bedürftigen Auswanderer. Die Zentrale der Gesellschaft in Berlin unterhält ein Auskunftsbureau, von welchem alljährlich Tausenden Information gegeben und Rat erteilt wird. Eine der Erbe. Preisgekrönte Erzählung von R. Blankenburg hianbr#.(Fortsetzung) Bis hieryer hatte Erich schweigend und finster zugehört, jetzt blieb er plötzlich stehen.„Malte Hamann, der Aufseher und Verhetzer, den sie mir zum Wächter gesetzt hatte. O ich weiß, wie er ihr alles hinterbringen mußte, jede jugendliche Thorheit, die sie meinem Vater berichten konnte, jeden unüberlegten Schritt. Um Gotteswillen, Herr Pastor," dann und streckte mit heftiger Bewegung beide Hände abwehrend gegen ihn aus,„sagen Sie nicht, daß er der Schwiegersohn meines Vaters geworden ist!“ „Er ist der Mann Ihrer Schwester Hertha,“ war des Pastors Antwort. Kein Ausruf des Zorns oder des Entsetzens kam von Erichs Lippen, aber er preßte die Zähne zusammen, daß der Pastor ihr Knirschen vernehmen konnte, während er stürmisch vorwärts drängte. So gingen sie den jetzt ansteigenden Weg empor, bis sie oben die Grenze des Waldes erreichten und auf das offene Feld heraustraten. Dort hemmte Erich seinen Schritt, und der Pastor blieb ihm zur Seite stehen auf der Spitze des Hügels, von der man bei Tageslicht eine weite, freie Aussicht in das offene Land genoß. Es hatte längst aufgehört zu regnen; der hier frisch daherstreichende Wind hatte die Wolken zerstreut, und die volle Mondesscheibe stand am klaren Himmel. Sie erleuchtete die freundliche Gegend. Rechts von ihnen etwas im Hintergrunde, denn sie waren schon darüber hinausgegangen, indem sie sich weiter nach links gehalten hatten, lagen die letzten Häuser Crumbachs, aus denen man noch freundliches Licht schimmern sah, im Vordergrunde konnte man Willnick erkennen, und über die ganze Fläche zerstreut lagen wie dunkle Punkte die vereinzelten Gehöfte. Nicht weit von hier am Fuße des Hügels trennten sich die Wege beider Männer, der Pastor mußte sich dann links wenden, während Erich gerade ausschreitend den väterlichen Hof bald erreichen konnte, auf dem sein Blick jetzt ruhte, als ob er ihn nie wieder abwenden wolle. Dabei zuckte es wie in verhaltenem Schmerz über sein Antlitz, dessen Züge der helle Schein des Mondes so scharf und klar hervortreten ließ, als ob man die innersten Gedanken des Mannes von der Stirn ablesen sollte, die er dem Beschauer unverhüllt darbot, denn er hatte den Hut abgenommen und hielt ihn in der Hand. Und einen ernsten Beobachter hatte er in dem Manne gefunden, welcher mit scharfem Blick sein Gesicht durchforschte, als ob er wie in einem offenen Buch seine Gedanken in ihm zu lesen bemüht wäre. Plötzlich unterbrach er das Schweigen„Sie haben mit keinem klaren Wort Ihre Schuld mir gegenüber in Abrede gestellt,“ sagte er. Erich hielt noch immer die Augen auf die Bäume gerichtet, die sein Vaterhaus beschatteten, als er in müdem, leidenschaftslosen Tone antwortete:„Würde Ihnen ein solches mehr Gewähr bieten, als was Sie bisher gesehen und gehört haben? Ich fürchte, es wäre nutzlos gesprochen,„ h feßt.— „Sie haven recht, war die ruhige, feste Entgegnung, welche ihm wurde,„es bedarf dessen nicht. Erich Hagen, Sie sind unschuldig!“ Erich zuckte zusammen, als ob der Blitz in den Erdboden neben ihm gefahren sei, und wendete sich schnell zu seinem Begleiter. Einen Augenblick lähmte die Ueberraschung seine Zunge, jetzt aber scholl ein Ruf fast des Jubels durch die Stille der Nacht, dann faßte er die Hand des Pastors und zog sie an seine Lippen.„Gott sei Dank, ich glaubte, er habe mich ganz verlassen,“ waren die bebend hervorgestoßenen Worte, und er legte den Arm um den Hals seines Begleiters. Ein tiefes Stöhnen entrang sich dem gequälten Herzen, während er den Kopf gegen die Schulter des Pastors lehnte. Abgebrochene Worte kamen über seine Lippen.„Diese Heimkehr, die ich ersehnt— von der ich auf der einsamen Wacht geträumt habe, wenn die Wellen mir das Lied vom deutschen Vaterlande sangen und nun stehe ich beschimpft, entehrt, verstoßen o Gott, was habe ich gethan, daß du mich so schwer straftest!“ Der Pastor legte seine Hand beruhigend auf das gesenkte Haupt des Gebeugten.„Tragen Sie die Heimsuchung wie ein Mann, welcher weiß, daß die Hand des himmlischen Gärtners den jungen Baum ziehen muß auch durch manchen schmerzhaften Schnitt, damit er emporstrebe und Frucht bringe zum Wohle der Menschheit und zum Preise seines Namens.“ Aber es schien, als ob Erich augenblicklich nicht im stande sei, Trost in diesen Worten zu finden. Er richtete zwar sein Haupt empor, aber der schmerzliche Ausdruck der Verzweiflung, welcher in seinen Zügen lag, schnitt dem Pastor tief in die Seele. Er faßte nach seiner Hand„Lassen Sie uns unsern Weg fortsetzen und kommen Sie fürs erste mit mir, lieber Freund,“ sagte er mit herzlicher Teilnahme in der Stimme,„wir wollen zusammen erwägen, welche Schritte Sie zu thun haben, damit das Wiedersehen mit Ihrem Vater—“ Er schwieg, denn diese Worte schienen Erichs Thatkraft aus ihrer augenblicklichen Erschlaffung geweckt zu haben. Er hob stolz den Kopf in die Höhe und ein zorniges Licht blitzte in seinen Augen auf.„Nur ein einziger Schritt geziemt mir,“ rief er heftig,„und ich werde ihn thun, sogleich, noch ehe der Mond den Wipfel jener Bäume, hinter denen mein Vaterhaus verborgen liegt, erreicht hat. Es zieht mich mit Macht dorthin, wenige Minuten und ich schreite über seine Schwelle. Mein Vater soll die Wahrneit hören, er soll es vernehmen, wer mich verriet und ihn betrog! Noch in dieser Nacht werde ich die Ketten brechen, die ihn fesseln, ich werde meiner Mutter ihr Unrecht in die Zähne schleudern, ich ich werde dem Manne, den sie in meine Stelle und „Halten Sie ein, Erich Hagen,“ unterbrach der Pastor mit erhobener Stimme,„in Ihrem fleischlichen Eifer nach Rache und Vergeltung sind Sie derselbe Mann, der zu seinem Vater treten und sprechen wollte:„Ich habe gesündigt im Himmel und vor dir? Haben Sie vergessen, daß Gottes die Rache ist, und daß er vergelten will?" „Und was verlangen Sie, daß ich thun soll," rief Erich außer sich.„Soll ich den Schimpf tragen, den die Bosheit mir angethan hat, soll ich meinen Vater in dem Glauben lassen, daß sein einziger Sohn ein dem Zuchthaus entgangener Verbrecher ist?“ Erich bebte an allen Gliedern und strebte wieder mit Eifer vorwärts, aber der Pastor ließ seine Hand nicht fahren. Ernst und mit Ueberlegenheit in Miene und Ton sagte er fest:„Nein, das sollen Sie nicht, Erich Hagen, aber Sie sollen denken, ehe Sie handeln. Ihr Vater ist krank und schwach, eine Aufregung dieser Art könnte leicht die bedenklichsten Folgen für ihn haben, für ihn und auch für Sie, denn wie würden Sie es ertragen, wenn Ihr stürmisches, von rachsüchtigen Gedanken eingegebenes Vorgehen den Tod des alten Mannes im Gefolge haben sollte, wenn Sie selbst Ihrem Leben die tiefste, unheilbare Wunde geschlagen hatten?“ Erich war sehr nachdenklich geworden. Sie hatten, jetzt schnell vorwärts schreitend, die Stelle hinter sich gelassen, wo der Weg nach Grashagen sich abzweigte, und er folgte in ununterbrochenem Schweigen dem Pastor, bis die ersten Häuser von Willnick dicht vor ihnen lagen. Da blieb Erich stehen, während er leise und doch mit fester Stimme sprach:„Sie glauben an mich, Herr Pastor, trotz allem, was Sie gegen mich gehört haben. Das danke ich Ihnen von Grund meiner Seele, und es ist mir deshalb doppelt schmerzlich, daß ich mein Urteil dem Ihren in dieser Frage nicht unterwerfen kann. Mein Vater muß meine Unschuld erfahren.“ „Und meinen Sie, daß ich Ihnen das Recht, ja die Pflicht bestreite, ihm die Wahrheit zu bekennen?“ fragte der Pastor zurück.„Alles, was ich wünsche, weil Sie mir lieb sind, ist, daß Sie frei von Bitterkeit und niedriger Rachsucht handeln, Gott und der Gerechtigkeit zur Ehre, und dazu bedürfen Sie der Sammlung und des Gebetes, Erich Hagen.“ Wieder entstand eine Pause, dann seufzte Eric aus gepreßtem Herzen.„So ist es denn, ich will mich Ihrem Willen unterwerfen, aber machen Sie meine Prüfungszeit nicht zu lang.“ dankbarsten, zugleich aber auch der dornenvollsten Aufgaben der Gesellschaft ist ferner die Besiedelung Deutsch=Südwestafrikas mit deutschen Auswanderern, die, im Einvernehmen mit dem Auswärtigen Amte eingeleitet, guten Erfolg verspricht. Auch der Hebung der deutschen Ansiedelung in außerdeutschen meit Ländern werden fortdauernd Mittel und Fürsorge zugewandt. Der Anstellung bestimmter Erhebungen für wissenschaftlich=wirtschaftliche Zwecke dient die Entsendung von Beauftragten nach einzelnen Schutzgebieten und die geplante Errichtung von wissenschaftlich=wirtschaftlichen Stationen im Anschluß an die militärischen Stationen der Regierung. Seit Jahren ferner bemübt sich die Gesellschaft mit gutem Erfolge um die Hebung der Tropenhygieine und ist endlich stets für die Bekämpfung des Sklavenhandels in Afrika mit Nachdruck eingetreten. An der Erfüllung aller dieser Aufgaben hat jeder Mann im Volke das größte Interesse. Jeder Einzelne trägt durch seine Teilnahme an ihren Bestrebungen, möge sich diese thätig oder allein durch die Mitgliedschaft äußern, an seinem Teile dazu bei, die Zwecke der Gesellschaft zu fördern. Der MindestJahresbeitrag ist, um auch dem weniger Begüterten d n Eintritt in die Gesellschaft nicht zu erschweren, nur 6 Mark(in Orten mit Abteilungen wird ein kleiner Zuschlag zur Förderung des örtlichen Vereinslebens vom Abteilungsvorstande erhoben). Der wichtigste Vorwurf, den man gegen die Gesellschaft hier und da erheben hört, ist der, sie sei nur theoretisch. Die Ziele der Deutschen Kolonialgesellschaft sind zunächst theoretisch, führen aber zu praktischen Dingen. Die Arbeiten im Interesse der genauen Erkundigung aller Verhältnisse in unsern Kolonien müssen vorerst geschehen, sollen praktische Unternehmungen mit Erfolg eingeleitet werden. Wenn man diesen Umstand berücksichtigt, wird es recht deutlich, wie Wissenschaft und Praxis gerade bei der Erschließung unserer Kolonien in unmittelbaren Zusammenhang gebracht werden müssen, und daher erfüllt die Deutsche Kolonialgesellschaft eine eminent nützliche Aufgabe, wenn sie untr Benutzung wissenschaftlicher Hülfsmittel die Grundlagen prüft und sichert, auf denen koloniale Erwerbsunternehmungen ins Leben treten können. Sie muß sich dabei bewußt sein, daß sie nicht nur helfen soll, Erwerbsgeleg nheiten zu schaffen, sondern unsolide Unternehmungen, die nicht ausbleiben können, und durch welche weitere Kreise unseres Volkes geschädigt werden könnten, zu verhindern. Im einen wie im andern Falle bedarf es der geneuesten Kenntnis der Verhältniss in unseren Kolonien; für diese Kenntnis bleibt aber noch viel zu thun. Ein anderes Beispiel, welches Theorie und Praxis im nabesten Zusammenhange zeigt, sind die Arbeit n der Gesellschaft im Nutzen der tropen=hygieinischen Wissenschaft. Alle darauf gerichteten Bestrebungen sind dem äußeren Anschein nach theoretischer Art; aber wer möchte bezweifeln, daß es keine segenswollere und erfolgreichere Aufgabe für die Deutsche Kolonialgesellschaft geben kann, als wenn sie msthilft zu sammeln an Erfahrungen, durch welche Krantheits- und Todesfälle für unsere Landsleute, die sich dem Erwerbsleben in unsern Kolonien widmen, vermindert werden können. Diesen Beispielen lassen sich noch andere aus der Thätigkeit der Kolonialgesellschaft anreihen, welche die praktische Bedeutsamkeit ihrer Bestrebungen zur Genüge darthun. Wer für koloniale Angelegenheiten Interesse hat, darin sich selbst unterrichten und dem Lande nützen will, sollte die geringe Ausgabe des jährlichen Beitrags nicht scheuen und der Deutschen Kolonialgesellschaft als Mitglied beitreten. Schwerte, 18. Okt. Für die Heizung der Personenwagen sind fortan die nachstehenden Vorschriften maßgebend: In der Zeit vom 1. Oktober bis 15. Mai müssen sämtliche Personenzüge so ausgerüstet sein, daß jederzeit geheizt werden kann. Bei der Heizung ist anzustreben, daß auf der Zugabgangsstation in den einzelnen Abteilen eine Temperatur von nahezu 10 Grad Celsius herrscht. Ob die Notwendigkeit zum Heizen vorliegt, bestimmt die Zugabgangsstation unter Beachtung der deswegen etwa vom Betriebsamte erlassenen besonderen Verfügungen. Ein von dem Betriebsamte zu bestimmender Beamter der Heizstation trägt die Verantwortung für die vorschriftsmäßige Heizung, während das Zugleitungspersonal, namentlich der Zugführer, die Befolgung der gegebenen Vorschriften, die Wirksamkeit der Heizeinrichtungen während der Fahrt u. s. w. zu überwachen und dafür zu sorgen hat, daß etwaigen Beschwerden der Reisenden, namentlich über zu starkes Heizen, nach Möglichkeit begegnet wird. Schwerte, 16. Oktbr. Zahlrech besucht war die gestern statig=fundene Monatsversommilung des ev. Arbeiter= und Bürgervereins. Herr Betriebsführer Hüsecken eröffnete nach Zahlung der Beiträge die im Reichs Kolonialdienste inne hat, beabsichtigt. Genossinnen ihrem Genossen Janz zu seinz, Sitzung und seine mit, daß wieder 14 neue Müglieher eine Landsmännin als Frau mit sich in das Ge= Abreise in die Ferne ein herzliches Lebewohl gewünscht, und heute Nacht ist Janz durch dem Verein zugeführt seien, worauf Herr Veyrer hiet deg scharzen Erdteils zu nehmen. Hägtlsche Praichung; diest. Redner senkte die Aus Henastei, 14. Ot. Gestern nochmitag stürzte freiwilligen Tod aus der Welt geschieden. wentsankten auf das vorschulpflichtge Alur der Binder ein Schaffner so unglacklich vom Trindreik eines Ver: Remscheid, 16. Okt. Ein Werkmeister soden nod die i dite Set geoitl bures de Enze. oion vesand. De Venalche, drechemnettansen 252 Maort nickt zur Beseurung angenese bung versehlt werden könne, daß es später gar uicht Kollegen vertrat, war aus Siegen. Nachdem der Zug hatte, wurde vom Schöffengericht wegen unwieder gut zu machen sei. Schon in den ersten 2 zum Stehen gebracht worden war, wurde die Leiche vollständiger Angaben zur Einkommensteuer führt. In einem in der Nähe haltenden Rekruten= Einschätzung auf grund des§ 66 des Gesetzer in den ersten Jahren keine Bedürfnisse angewöhnt Extrazuge, aus welchem vorher lautes Singen herüber:, über die Einkommensteuer=Veranlagung zu 30 worden, so braucht man sie später nicht abzugewöhnen. tönte, wurde es plötzlich still. Die lustigen Bu#sten Mark Geldstrafe verurteilt. Der Vortragende verdreitete sich dann über das Spiel= hatten dem Unglück aus nächster Näh= zuseben müssen. Düsseldorf, 16. Okt. Eine neue angezeug der Kleinen und forderte: 1. sehr wenig Spiel=;. Hagen, 16. Okt. Mit Strychnin ver- kündigte katholische Zeitung, für deren Einzeug, 2. nur haltbare Spielsachen und 3. Jsolche Spiel(giftete sich die Frau eines hiesigen Gärtners. richtung der katholische Adel das Geld hergeben Lie Untersuchung darüber, wie die Lebensmüde will, wird hier erscheinen. sachen, die das Kind selbst verändern kann. Das Kind ist ferner anzuhalten, möglichst viel seltst zu mo= in den Besitz des verdarhlichen Giftes gelg chen und soll sich nicht immer bedienen lassen. Auchsin den Besitz des vervoerviichen Gistes gelangen will, wiro hier erscheinen. Neuß, 17. Ottober. Der Weihbischhof Dr. das Bedauern der Kleinen, wenn sie irgend einmal zu konnte— man fand bei ihr ein ganzes Fläsch= Fischer aus Köln war dieser Tage zum Zi Fall kommen, ist unzweckmäßig; Uaierhaltung. Ab=lchen Strychnin— ist eingeleitet. Als Grund der Ausspendung der Fi ienkung mocht ihnen das kleine Wen unfühlbar. Auch des Selbstmordes werden traurige Familien=lseiner 9 ir: mung Verseton. Wte soll man nicht in alle Launen der Kinder einwilligen, Hume## seiner Zeit bei Anwesenheit des Kardingl=Erzbischofs ihnen nicht am Tisch den ersten Patz eintäumen und verhaltnisse angegeben. Dr. Krementz veranstalteten auch jetzt der Obertena, 17. Oktober. Die Thalsperre pfarrer Junker und der Landrat v. Schorlemer elemn nigen Sitern sich hulen, steis bei Geriage Lusm.ade=ehlsesig ir das von den Fesiesen zu Ehremn de Flwenden Kleinen den Stock zur Hand zu haben. mizz““ ttctor Wwoiset) i der nahen Rahmede Gelegenheiten benutzte der Bischof in einer allen sich dazu genötigt, so möge man derb zu= svird unter Oberleitung des Professor Intze=Aachen Teilnehmenden geradezu auffollenden Weise, den gen, damit es das Kind auch recht fühle. Aber demnächst in Angriff genommen; sie soll 320000] Ehrenplatz neben ihm einnehmenden Vater des eder Gelegenheit mit leichten Klapsen bei der Hand Mark kosten und 700000 Kubikmiter Wasser Landrats, den westfälischen Bauern König Fri in, ist grundsalsch.— Die erste und wichtigste fassen. Von den Interessenten maran 6; Prazentg G49eh. Grundlage der ganzen Erziehung ist der pünktlichste 128##:#### stentten waren oa Prosen! o. Schorlemer=Alst wegen seiner großen, steis Gehorsam. Alle Kinder müssen deu Eltern aufs Wort sfür, 16 gegen die unlage, 20 waren noch unent dauernden Verdienste um die kath. Kirche zu feiern. gehorchen. Es ist schlimm um die Erziehung bestellt, sschlossen.[Es war eine Rechtfertigung des Vorgehens des im Altena, 17. Okiober. In einem Kehricht=vergangenen Sommers von seiner Partei wegen seines Einiretens für die Militärvorlage so vielselben eine anazmessene Belohnung Ehist. s9 angegzisanen Hern, wie sie glügzender nicht seibent eine angemessene Gelohnung. Ehllich währt gedacht werden kann. 1 Neuß, 16. Okt. Heute morgen wurde in dem Die Sadt= benachbarten Uedesheim in einem Stalle ein Manu aer chchsche asid. Aaset sanche e halte aber mit unerschütterlicher Consequenz darauf, daß das, was geboten ist, befolgt, was verboten ist, unterlassen wird. Zum Schluß verbreitete sich dann noch der Vortragende über den Tiotz und Eigensinn der Kinder und gab Muttel an, um diese Uebel zu unterdrücken oder zu bekämpfen. Er schloß seine Ausführungen mit den Worten: „Geh' fleißig um mit Deinen Kindern! Habe siTag und Nacht um Dich und liebe sie und laß Dich lieben einzig schöne Jahre; denn den kurzen Taum der Kindheit sind sie dein, nicht länger!" Die Versammlung beschloß, das Stiftungsfest desshier an den Ersten Luhervereins in Iserlohn durch eine Depugion zu beschicken. Dann wurde noch m sten Samstag die Gesangübungen Schwerte, 17. Okt. Zwei Be am längsten! Lüdenschei d, 17. Oktober. verordneten hierselbst beschlossen, nach dem Vor= erstochen aufgefunden. Nähere Nachrichten fehlen noch. schlage des Magistrats und des Kuratoiums, das Stagigt.“ Zum Kaabenmoide meldet die Realprogymnasium Ostern n. I. in eine welcher am 6. v. Mts. nach dem Niederrhein abreiste, Realschule mit Progymnasinm umzuwandeln. um neue Ermittelungen nach dem Mörder des Johann Arnsberg, 17. Okt. Gegen die Ge= Hegmann anzustillen, hat in den letzten Tagen verjängnisarbeit hatte die Handwerker=Vereinigung Leiche des Hins Fuundort der hier an den Frsten Staatsaumalt mit einer eingebenk au“; sowie das Haus Buschofis einer Ntaatsanwatt mir einer Feingehenden Besihtigung unterworfen. Styrum, 15. Oktober. Ein AntirauchKlub ist von einer Anzahl Personen hier gebildet, mitgeleilt, daß am nchun der n wieder beginnen sollen,stung der Schuhmacher=Gefängnisarbeit für Vergleute, Private gebeten wurde, weil solche Arbeit das die bis dahin zu den starken Rauchern gehörten. welche in der Nähe des Hauses Reichsmarck Handwerk erheblich schädige. Der Erste Staats= Nach den Ve 5kandal gemacht und dann nach einem Hause anwalt hat die Eingabe ablehnend beschieden, verkoten, zu rauchen, und hat im Betletungsfalle zit Steinen geworfen, so daß mehrere Fenster worauf die Handwerker in dieser Angelegenheit eine Strafe von 20 Pfennigen zu zahlen. Wehe emoliert worden waren, wurden von dem hie= bei der Oberstabsanwaltschaft vorstellig gewor= dir, Miquel! Die Tabakesteuer geht in die sigen Schöffengericht wegen Ruhestörung und den sind. sachbeschädigung zu je 3 Tagen Haft und 14 Tagen Gefängnis verurteilt. Ihre Berufung gegen dieses Urteil wurde von der Strafkammer zu Hagen verworfen. Münster, 16. Okt. Eine unangenehme Ueberraschung wurde zahlreichen Geschäftsleuten * geht in die Brüche! Köln, 13. Oktober. Von Walderberg kommend wollte ein Bauernwagen mit mehreren Inhierselbst zuteil. Dieselben hatten vor einigen sassen bei Brühl das Eisenbahngeleise passieren, als Wochen eine Versammlung einberufen, um eine der erste Frühzug Köln=Bonn heranbrauste. Während beste ist,“ war die Antwort des Pastors, und er drückte herzlich die bittend ausgestreckte Hand des Seemanns. Zwischen den Häusern des Dorfes entlang, deren kleine, mit einfachen Sommerblumen geschmückte Vorgärten an die Straße stießen, gingen sie dem Pfarrhause zu. Es lag seitwärts von dem mit einer niedrigen Steinmauer umgebenem Friedhofe, aus dessen Mitte die kleine, altersgraue Kirche hervorragte. Durch die Fenster des Hauses zwischen den Weinblättern hervor, die es von oben bis unten bezogen, schimmerte freundlich einladendes Licht. Der Pastor blieb stehen und legte seine Hand auf Erichs Arm.„Kommen Sie mit mir herein, lieber Freund,“ sagte er liebevoll,„auch meine Hausfrau wird Ihnen ein freundliches Willkommen bieten, wenn sie alles gebört hat.“ Aber Erich schüttelte trübe den Kopf.„Ich will Ihnen folgen, wenn Sie es erlauben, Herr Pastor, und mit herzlichem Dank, wenn—“ er schwieg einen Augenblick und setzte dann fast verlegen hinzu—„meine Mutter schläft dort drüben, und es zieht mich heute mehr zu ihr als sonst Ihr Herz würde nie an mir gezweifelt haben, wie es das meines Vaters gethan hat, und mein erster Gruß soll ihr gelten.“ Der Pastor schaute ihm nach, wie seine hohe Gestalt durch die schmale Pforte des Kirchhofs trat und verfolgte sie, bis sie in dem Schatten des Gebäudes den Blicken verschwand. Es war ihm im Grunde ganz lieb, daß er Zeit fand, die Ankunft des unerwarteten Gastes im Hause erst zu melden, denn wenn er auch an dem guten Herzen seiner Hausfrau, sobald es galt, einem Notleidenden zu helfen, nie zweifeln konnte, so schien es ihm doch geraten, sie auf den Eintritt dieses Fremdlings vorzubereiten. Was würde sie dazu sagen, daß er ihre Teilnahme für den Vielverurteilten, Vielbesprochenen in Anspruch nehmen wollte! (Fortsetzung folgt.) chwerte, 17. Okt. Herr Obermeister vierteljährliche Abrechnung mit dem Publikum das Pferd unbeschädigt blieb, wurde der Wagen, Brune von hier übermittelte uns eine ansehn= zu vereinbaren. Die Polizei hatte herausge= in welchem sich der Ackerer Dick aus Walderberg liche Mohrrübe, welche ein Gewicht von 2¼ funden, daß die Versammlung nicht angemeldet und seine beiden Schwestern saßen, vollständig Pfund aufzuweisen hatte.(worden war, und jetzt muß jeder der Unter=zertrümmert. Dem Ackerer wurde der Kopf von: zeichner, darunter— bittere Ironie des Schick= Rumpfe getrennt, die eine Schwester jals!— ein Stadtverordneter, 15 M. Strafe den Verletzungen und die andere zahlen. Münster, 16. Ott. Infolge der HerresverStengsrsubie für Bursen, stärkung finden in der hiesigen Garnison 180 Mann welche die Erlernung der Stenographie für Bureau= keinen Platz in den Kasernen. Die eine Hälfte beamt; aufmerksam gemacht wurde, hut der Minister dieser Mannschaften wird in ein zur### t der öffentlichen Arbeiten sämliche Königliche EisenbahnFute Hufzuwersen, hatte: !! Schwerte, 18. Okt. Welchen Vorzug mar in maßgebenden Kreisen vor anderen Systemen der Stolze'schen Stenographie gieb:, mag folgende Nachricht zeigen: Unter Hinweis auf den Bericht einer Königlichen Eisenbahndnektion, worin auf die Vorteile. bieser Mannschäften wird in ein zur Kaserne ein9 ig ropf vom erlag bald re liegt schwer darnieder. Der Wärter des Schlagbaumes giebi folgendes an: Der von Köln um 12 Uhr 32 Min. nachts abfahrende Personenzug habe große Verspätung gehabt. Beim Herannahen des Zuges und Beschleunigung der Erledigung von schriftlichen Arbeiten erzielt werden kann. angelegen sein zu lassen. Von den stenographischen Systemen wird in erster Linie das Stolze'sche, neben diesem das Gabelsberg'sche empfohlen. Ueber die dieserhalb getroffenen Anordnungen und Ergebnisse wird der Minister Bericht einfordern. Holzwickede, 18. Okt. Den Lehrern Kuhlmann von hier und Heinrich Rosenbrock sind defininiv und dem Schulamtsbewerder Carl Cordi provisorisch Schul stellen in der evangelischen Schulgemeinde Altena verliehen worden. gerichtetes städtisches Gebäude gelegt, während die habe er geglaubt, es sei ein Güterzug, der in der Deshalb habe er säuß zu teisten. Im ganzen 90s Fuhrweik nog, über das Geleise fahren lassen kommt der Stadt die Unterbringung dieser Mann= und so sei durch den heranbrausenden Personenzug dir ktionen veranlaßt, sich die Förderung der Erlernung andere Hälfte in zwei dortigen Wirtschaften unter= Regel langsamer einsohre. und des Gebrauches der Kurzichrist, durch welche in(gebracht wird. Füx letztere hat die Stadt für Mann das Fuhrweit noch it de dofür ggeigneten Fällen eine wesimtliche Erleichterung und Tag 20 Pf. Zuschuß zu teisten. Im ganzen Fuhrweit noch uver das und Beschleunigung der Erledigung von schriftlichen kommt der Stadt die Uinterbringung dieser Mann= und so sei durch den## schaften, welche bis zum 1. Oktober 1894 währen das Unglück erfolgt. wird, auf 8—9000 M zu stehen. wird, auf 6—5000 M. zu stehen. Bochum, 17. Okt. Sonderbare Gäste waren es, welche am Samstag mittag in ein hiesiges Gasthaus eindrangen— eine Heerde Hammel. Mit dem Führer an der Spitze— Cholera=Nachrichten Das Reichsgesundheitsamt nacht folgende Cholerafälle bekannt: In Stettin wurde bei 4 am 13. und 14. d. Mts. erkrankten Personen(davon 1 gestorben) Cholera nachgewiesen; von den früher () Sölde, 17. Otober. Am Samétag Kellner und Hausknecht, über die sonderbaren abend feierte der Turaverein„Adler= Sölderholz] Gäste im höchsten Grade überrascht, hatten ihr dem Leithammel— war es den Schafen in gemeldeten Fällen sind 3 tötlich verlaufen. In dem Regen ungemütlich geworden und die Pölitz(Kr. Randow) 1 Neuerkrankung, von Stettin tritt ein eingeschleppt; in Grabow a. O 2 Krankheitsfälle offene Thür des Hauses lud zum Eintru#t##n. mit tätlichem Ausg des Hauses......(ult tbtlchzen uggang. Rom, 16. Oktbr. In Livorno sind 15 Er. siae Bm, Bschiss, g.uchen 1 Läste im höchsten Grade überrascht, hatten ihr krankungen und 8 Todesfäle, in Palermo 12 Ersein bleejahtiger Rekruten=Abschieds=Kranschen. möglichstes zu thun, um die Tiere aus dem krankungen und 5 Todesfälle und in Patti=Mawelches auch von passiven Mitgliedern Hausflur zu entfernen, es war keine kleine Ar=rinc 4 Erkrankungen und 2 Todesfälle Nach beit, denn wenn sie eins hiuausgeschoben, ka-Verkrankten Perso men zwei andere wieder herein.giter Das Fest, gut besucht war, verlief in schönster Weise. einer Ansprache an die Rekruten von dem Herrn Vorsitzenden, welcher dieselben ermahnte, treu zur Fahne zu halten, wechselten heitere Vorträge und Tänze ab. Die Mitglieder trennten sich erst in ftüher Morgenstunde. Dortmund, 17. Oktoker. Gstern teilte am Schwurgerichte der Vorsitzen#e beim Aufruf der schworenen mit, daß ein gleichfalls als Geschworener aueg loster hiesiger Kaufmann nach glaubhafter Muteilung inzwischen gestorben sei. Darauf meidete sick der Herr frisch und gesund und wollte Ableben noch gar nichts Bochum, 17. Okt. Um die Musik einer Straßenkapelle besser hören zu können, war ein kleiner vierjähriger Junge in der Hammerstraße hier ins Fenster geklettert und aus der Höhe des obersten Stockwerkes fiel er herab. Am Samstag ist das Kind an den erlittenen Verletzungen gestorben. Essen, 16. Okt. rina Verttäntungen und 2 Toversaue an Cholera vorgekommen. In Rom ist eine von den früher sonen gestorben. Amsterdam, 16. Oktbr. In der vergangenen Woche sind in 9 Orten 10 Cholera=Erkrankungen und 7 Todesfälle festgestellt worden. Soziale Bewegung. Lens(Frankreich), 17. Oktbr. Aus den Kohlenrevieren kommen noch immer beunruhigende Nachrichten. In Lens war die Kavallerie auf's neue zum Einschreiten genötigt. In Charleroi feiern noch über 8000 Arbeiter. In der Nähe von Lüttich Ein Ur=Germane ist hier schoß ein Sozialistenführer auf den Direktor der nichts mssen. Es stellte sich heraus im„Restaurant zur Börse“ zu sehen. Der Bart dortigen Kohlengruben und verwundete denzelben nichts wssen. Es steute sich heraus des jetzt 45 Jahre alten kräftigen Mannes hat die schwer. Gestern nachmittag kamen in Lievin ernste bei der Auslosung gemeinte Her' sersta nliche Länge von 1 Meter 50 Zentimeter. Der Ausschreitungen vor. Etwa 2000 Ausständige verdaß allerdings der wirklich gestorben ist, daß dagegen die Lokung als Bartmann stammt aus Rheinland. B schworener an einen Numensvetter, der zufallig auch #en gleichen Stand und Vornamen ha“, gegangen war. zieser wurde, da er ja wieder entlassen. Barmen, 17. Okt. Kpschlegunge höhnten die arbeitenden Bergleute, die vom Militär Ueber Nacht blind beschützt und begleitet werden mußten. Die Menge nur irrtümlich berusen war geworden ist hier ein Bandwirker, der sich tobte; es kam zu wiederholten Zusammenstößen in nur urtüglicgh berusen war, Betorden ist Ove,,„.,, E.azahem hatte(den Straßen. Lamandin und der Maire foroerten abends vorher gesund zu Belte begeven hatte. zur Ruhe auf, jedoch vergebens. Erst als von neuem Dortmund, 17. Okt. Vor etwa neun Der bedauernswerte Mann ist gezwungen, sich Kürassiere zum Angriff vorgingen, hatten die Bemühungen Lamandins Erfolg. Später brach der Tumult von neuem los; etwa 3000 Ausständige fref:: dn und as stellte sichl zum fim#in Aekaitan 5.# Sium: a at warfen die Fenster in den Häusern der arbeitenden Wippermann aufgefunden und es steule sichf lauc selerle ein Arbeiter der Firma E. 2h.] Bergleute ein. Als die Gendarmen im Galopp anspitz hier. Es sind 50 Jahre, daß derselbe rückten, zerstreuten sich die Ruhestörer Man befahren wurde in einem Garten an der Kap= s einer Operation zu unterziehen. i Gih:### Ariegge Operation zu Unterdt penbergerstraße hier die Leiche des Arbeiters! Barmen, 17. Okt. Ein seltenes JubiWippermann ausgesunden und es steule scch heraus, daß derselbe keines natürlichen Todes gestorlen war. Alle Nachforschungen, um über die Gänge nach der Post besorgt. die That Aufschluß zu erlangen, blieben erfolglos; jetzt nach so vielen Jahren scheint sich endlich das fürchtet weitere Unruhen. Truppen sind nach Lievin Elderseld, 16. Okober. In dem Konzertlokal unterwegs. Zwei Bergleute wurden verhaftet. „Im goldenen Steen“ an der Fredrichsstraße feuerte Dunkel lichten zu sollen. Die heute morgen ein stellenloser Kellner auf eine Kellnerin Sunter tchten, du fouen:## vier Revolverschüsse, ab und traf dieselbe zweimal in kürzlich verstorbene Frau eines Maurers hat deg Ruck n. Der Thäter wurde verhaftet. Die Kellauf dem Totenbette einigen andern Frauen nerin mußte ins Krenkenbaus geschafft werden. gegenüber ihren Mann als den Thäter be! Elberfeld, 13. Okt. Einer der hervorzeichnet und ist gegen letzteren jetzt die Unter=Tragendsten Führer der hiesigen Sozialdemokraten, der Maurer Wilh. Janz, hat in der verIn Brüssel fordern die Sozialisten durch Plakate die Mitglieder der Nationalvertretung auf, unter allen Umständen eine Amnestie für die bei den Unruhen verurteilten Arbeiter durchzusetzen. Zur Landtagswahl Es wird aus dem Wahlkreise darauf aufmerksam gemacht, daß die Nachricht, daß eine Vertrauensmänner=Versammlung in Dortmund die drei alten suchung eingeleitet worden. v.„n.. g. humch Ersch eim hhrzgh ssallt habe unrichtig se Iserlohn, 17. Otober. Zwei„Afrilaner“, gangenen Nacht seinem reven durch Erschießen Apgegroneten wieder aufgestent gurrs.#tchzen. seit Jahren in Kolonial Kamerun thänig gen sind zur Zeit im Elternhause zur Erholung einge= sdruß gesucht haben. In der gestrigen Nummer der Sitte gemäß an dem dem Urwahl=Tage fo toffen. Einer der beiden, der eine feste Anstellung des hiesigen„Genossen"=Blattes hatten fünf den Sonntage in Witten zusammentrin. Doft 17. Oktober. Zwei„Afrikaner“, gangenen Nacht seinem reben burch Erschießen Avgeoroneten wieder aufgesteut habe, Wg###g. kolonialdiensten in Osiofila bezw. ein Ende gemacht. Janz war seit einiger Zeit die dres hisherf, Ooslazordueten in erster Linie zu gewesene Gerichtsaktuare hierselbst, arbeitslos und soll den Tod aus Lebensüber der WahlmännerVersammlung einzuladen, welche Elternhause zur Echolung einge= druß gesucht haben. In der gestrigen Nummer der Sitte gemäß an dem dem Urwahl=Tage folgen 0 nz zu seinn hes Lebewohl Janz durch schieden. Werkmeister kommen von g angemeldet wegen un. ommensteuer des Gesetzer zgung zu 30 neue angederen EinGeld hergeben ihbischhof Dr. zum Zwecke rselbst. Wie al-Erzbischofs st der Ober9. Schorlemer chofs. Beide n einer allen Weise, den n Vater des König Frhrn. großen, stets che zu feiern. sehens des im Partei wegen lage so vielinzender nicht burde in dem lle ein Manu en fehlen noch. oide meldet die r Rautenberg, rhein abreiste, er des Johann n Tagen verFundort der luschoffs einer in Antirauchhier gebildet, irn gehörten. em Mitgliede etretungsfalle hlen. Wehe geht in die lderberg kommehreren Indassieren, als te. Während der Wagen, Walderberg " vollständig r Kopf vom erlag bald schwer dariumes giebt Ihr 32 Min. große Verdes Zuges , der in der b habe er fahren lassen Personenzug lgende Chode bei 4 am en(davon 1 den früher aufen. In von Stettin ankheitsfälle sind 15 Errmo 12 ErPatti=Maan Cholera den früher vergangenen irkrankungen n Kohlen. ide Nachuf's neue oi feiern Lüttich ektor der denselben oin ernste dige veru Militär ie Menge stößen in forderten on neuem n die Bebrach der sständige beitenden lopp anMan beich Lievin ftet. irch Plaauf, unbei den aufmerksam Vertrauense drei alten nrichtig sei. beschlossen, ter Linie zu den, welche lage folgen. ritt. Dor, dann auck noch beliebige andere Kandidaten können vann aum# diese Versammlung entbergeschiogen wpe zhe, die, Austellung. Selbiver. können auch Körperschaften und Private heim Zentral=Wahlkomitee den Antrag stellen, daß veim 0.:: Zandidaten zu der Wahlmänner= Versammlung in Witten eingeladen werden. Eine Vertrauensmänner=Versammlung der Zenmspartei des Landtagswaylkreises DortmundBochum beschloß einstimmig, den Zentrumswählern für die Abgeordnetenwahl Wahlenthaltung zu emAuch das Zentral=Wahlkomitee der westfälischen Zentrumspartei des Landtagswahlkreises Dortmund=Bochum hat jetzt einen eigenen Wahlaufruf erlassen; er ist jedoch lediglich eine Umschreibung des Aufrufs der Zentrumsfraktion und bietet nichts bemerkenswertes. Es steht nunmehr fest, daß Hofprediger a. D. Stöcker im Wahlkreise Bielefeld nicht wieder aufgestellt wird, sondern daß an seine Stelle der allerdings in demselben Fahrwasser schwimmende Rechtsanwalt Dr. Klasing tritt Man ist nun ernstlich bemüht, Stöcker im Wahlkreise Minden=Lübbecke unterzubringen, doch hat sich auch hier eine nicht zu unterschätzende Gegenströmung geltend gemacht, sodaß es den Anschein gewinnt, als sollte Stöcker diesmal auch im Landtage keinen Sitz erhalten. In einer Vertrauensmänner=Versammlung der nationalliberalen Partei im„Haideblümchen“ zu Oberhausen am Samstag nachmittag, wurde Herr Kommerzienrat Möller=Brackwede für den Wahltreis Essen=Duisburg=Ruhrort=Mülheim neben den Herren Dr. Hammacher und Freiherr v. Plettenberg als Kandidat für die demnächstige Landtagswahl aufgestellt. Vermischtes. * Greifswald, 17. Okt. Auf das gräflich Blüchersche Ehepaar in Wietzow wurde von dem herrschaftlichen Gärtner ein Attentat ausgeübt, wobei der Graf getötet und die Gräfin schwer verwundet wurde. Der Mörder entleibte sich selbst. — Der Thäter stand in einem intimen Liebesverhältnis zu einem Mädchen im Schloß, und um der Liebelei ein Ende zu machen, wurde die Magd, bei der das Verhältnis nicht ohne Folgen geblieben war, vom Gute entfernt. Ber Bräutigam wollte das Verbleiben seiner Braut bewi ken, erhielt aber aus diesem Grunde selbst seine Kündigung. Gestern gegen Mittag blickte das gräfliche Paar aus einem Fenster des Schlosses in den Park, als der Entlassene aus einem Versteck mit einem doppelläufigen Gewehr zuerst auf den Grafen schoß, der sofort tot war. Gleich darauf traf der zweite Schuß die Gräfin in den Hals, die Verletzung ist leider sehr schwer. * Bei dem bekannten Guanofabrikanten Baron Ohlendorff in Hamburg sind am vorigen Freitag mittels Einbruchs Diamanten und Schmucksachen im Wert von 150000 Mk. gestohlen worden. Ein von der Polizei veröffentlichtes Verzeichnis weist kostbare Seltenheiten auf. Auf die Entdeckung des Diebes ist eine Belohnung ausgesetzt worden * Einem Berliner Stallknecht ist Frau Fortuna hold gewesen. Derselbe hat den ersten Gewinn der Frankfurter Pferdemarktlotterie gewonnen. Der glückliche Gewinner will trotz seines Berufs nicht dem Viererzug, sondern dem Geld(rund 6000 Mk.) den Vorzug geben. * Angerburg, 11. Okt. Ueber einen grausigen Fund wird der„Königsb. Hart. Ztg.“ von hier berichtet. Die dortige Kirche soll mit unterirdischer Dampfheizeinrichtung versehen werden. Neben dem Grabgewölbe stießen die Maurer auf einen kleinen Quadratraum von vier Fuß, in diesem stand ein zerbrochener Stuhl, daneben befand sich auf dem Boden ein menschliches Gerippe und Knochen, vier Teile eines Helms und Reste von Stiefeln. Die Wände waren rund herum wie von Finger nägeln zerkratzt. Dies alles läßt darauf schließen, daß hier jemand lebendig eingemauert gewesen ist. * Zu wüsten Auftritten kam es in Graudens bei der Wahl des Kirchenvorstandes der katholischen Pfarigemeinde. Die Polen hinderten die deutschen Wähler, an den Wahltisch heranzutreten. Es sielen Schimpsworte und Rufe wie:„Wenn Ihr nicht Polnisch sprechen könnt, so bellt polnisch!“ „Die deutschen Hunde müssen totgeschlagen weiden!"“ u. dergl. Da über 100 Deutsche den Saal verließen, so siegten die Polen mit 186 Stimmen über die deutschen, die es nur auf 36 brachten. Bei der Verkündigung des Wahlergebnisses brachen die Polen in Jubelgeschrei aus und riefen:„Es lebe Polen!“ * Ein Gegenstand von hohem historischen Interesse für alle Elektriker wurde kürzlich in London ausgefunden, nämlich der Apparat, mittels dessen Benjamin Franklin zuerst ein das Lesen ermöglichendes elektrisches Licht erzeugte. Der Strom wurde, wie das Berliner Patentbureau Gerson u. Sachse mitteilt, mittels eines großen Glaszylinders erzeugt, den man mit einer, einen Seidenüberzug tragenden Bürste rieb. Der Lichtbogen entstand zwischen einer Kugel und einer Metallspitze. * Eine neue Entdeckung auf dem Gebiete der Heilkunde ist die Physiopathie, seit Hahnemann wohl die bedeutendste Reform. Während die Homöopathie ihre Mittel in Dezimal= und Centesimalpotenzen giebt, sind die Remedien der Physiopathie nach wissenschaftlichen Grundsätzen auf den Judifferenzpunkt gebracht, wo jede Giftwirkung aufhört und der Belebungseffekt beginnt. Die schwierige Mitkelwahl bei der Homöopathie ist hier durch die sinnige Gruppierung der wirkungsvollsten or ganischen Heilkörper gegen verwandte Kranksonst üblichen ganz aufgehoben. Statt der (gteinisg ven, vem Publikum unverständlichen laleinischen Benennungen sind die Mittel der Physiopathie durch Nummern bezeichnet, kurz es ist alles geschehen, um die Methode volkstümlich zu gestalten. Von Aerzten wurde die Phsiopathie günstig beurteilt, zumal außer ordentliche Heilerfolge aufzuweisen sind. Einen Ratgeber für Kranke versendet die Centrale m physiopathie, Altona, gr. Bergstr 30, un entgeltlich an jedermann. Die Palizei in Budapest entdeckt ein aus meh 4ls 50 Köpfen bestehendes Diebeskonsortium, das eu mehr als zwei Jahren die Staatsbahn syste matisch bestahl. Die Bande, die in acht separate Organisationen eingeteilt ist, hai nächtlich die Waggonthüren ausgehoben, die Plomben gelöst und die Waren gestohlen. All in im Jahre 1892 erlitt die Staatebahn einen Schaden von mehr als 60000 Gulden. Die ganze Bande ist bereits verhaftet worden. * Annorce. Eine Witwe, die bereits drei Töchter verheiratet hat, wünscht auch ihre jüngste an einen braven Mann zu verheiraten. Empfehlung: Die drei Schwiegersöhne. * Der im Aufruhrprozeß zu Breslau zu achtjährigem Zuchthaus verurteilte Rädelsführer Stanlelle hat sich im Gesängnis erhängt. * Der Elektromotorenbetrieb in der Kirche ist eine Neuerung, mit der Berlin dem übrigen Deutschland vorangehen will. In der Marienkirche soll nämlich ein dreipferdiger Motor zum Treiben des Orgelgebläses aufgestellt werden. Die Legung des elektrischen Kabels nach der Kirche wird demnächst erfolgen; dasselbe soll so bemessen werden, daß es auch für die etwaige elektrische Beleuchtung der Kirche verwendbar ist. * Der Bauunternehmer Bonvier war, um seine Arbeiter zu überwachen, auf das Haus eines Neubaus in Grenoble(Frankreich) gestiegen. Unvorsichtiger Weise ergriff er die daselbst gespannten Drähte der elektrischen Stadtbeleuchtung und erhielt einen so furchtbaren Schlag, daß er auf der Stelle tot blieb. * Antwerpen, 15. Oktober. Hier wurde ein Aufsehen erregender Juwelendiebstahl verübt. Bei hellem Tage drangen zwei elegant gekleidete Engländer in den Juwelierladen Hemeltycks mittels eines betäubenden Parfüms, raubten Juwelen im Werte von 70000 Francs und ergriffen die Flucht. Die kühnen Diebe wurden heute in Brüssel in dem Augenblick verhaftet, als sie nach Calais abreisen wollten. * Des gewesenen italienischen Ministerpräsidenten Crispis einziger Sohn, der vor einigen Monaten seines liederlichen Lebenswandels halber dem Arbeitshause in Pisa übergeben worden war, wurde auf Anweisung seines Vaters von dort entlassen und ist sogleich nach Amerika abgereist. * Der amerikanische Millionär Rockefelder, Leiter des„Standard,„Ol-Tiust“, läßt sich bei Tarytown auf einer 500 Acres großen Besitzung ein Landhaus bauen, das ohne die Einrich= tung 300000 Lstr. kosten wird. Er kündigt an, daß sein Park jederzeit geöffnet und daß das Publikum bei ihm herzlich willkommmen sein wird. * Beim Photographen.„So, mein Fräulein, bitte, jetzt recht lieb und freundlich!... Eins, zwei, drei!... So, ich danke! Nun können Sie wieder Ihr natürliches Gesicht annehmen!“ * Neue Bezeichnung. Lehrer:„Wie nennt man die Studenten noch?“— Schüler:„Musensöhne!" — Lehrer:„Gut! Und Schulkinder?“— Schüler: „Elementargeister!“ * Die angeschosseuen Treiber. Gattin:„Warum hast Du das Geschossene nicht mitgebracht? Gatte(Sonntagsjäger):„Aber wir sind doch keine Menschenfresser? Oeffentliche der Stadtverordneten am Donnerstag, 19. d. Mts., nachmittags 5 Uhr, im Rathaussaale hier. Tagesordnung: 1. Errichtung von 2 neuen Lehrräumen. 2. Antrag auf Bewilligung der skalamäßigen Gehaltszulage für zwei Lehrerinnen. 3. Antrag auf Verkauf der alten Ruhrbrücke. 4. Erwerbung einer Grundfläche an der Ruhrbrücke. 5. Antrag auf Bewilligung einer Schreibhülfe. 6. Antrag auf Beurlaubung des Herrn Stadtrats v. Eberstein. 7. Antrag auf Bewilligung von Mehrausgaben der Armenkasse 8. Antrag, betr. definitive Anstellung des Polizeisergeanten Hagemann. 9. Regelung der Gehaltsverhältnisse der Polizeisergeanten 10. Anpachtung eines Grundstücks. 11. Wahl einer Schlachthaus=Kommission. 12. Antrag auf Bewilligung einer Beihülfe für Wilhelmsdorf. 13. Anträge auf Nieder= schlagung rückständiger Kommunalsteuern. 14. Unterstellung des Stadtwaldes unter eine Oberförsterei. 15. Antrag, betr. Straßenreinigung. Schwerte, 14 Okt. 1893. Der Stadtverordneten-Vorsteher Plentz. Die beiden Stotterer. Ein Chirurg, der, leider muß ich's sagen, Im Examen durchgefallen war, Hielt's für ratsam, Seifenschaum zu schlagen, Scheerte, spielte Zahnarzt, schnitt das Haar. Klugheitsmangel war nicht eben Schuld daran, daß er durchfiel mit Kunst, Sondern seiner Zunge lahmes Streben, Das ihm jedes Wort im Mund verhunzt. Eines Tages stürzt in's Kundenzimmer Aufgeregt ein hag'rer, blasser Mann, Der mit kläglichem Gewimmer Seinen Mund aussperrend, laut begann: „Ziehi, zihzi, zihi, z'hü, hühen, Ziehn, Sie, Sie sie, Zähä, Zähä, hä, Zähä, Zih, Zähn, Zäzä ziehen, Ziehn Sie Zähä, Zähä Zähn' aus, he? Anfangs glaubt der Bader, daß ein Sparren Diesem Menschen sitze im Gehirn, Später, daß er halte ihn zum Narren; Drum erwidert er mit düst’rer Stirn: „Sperre, rehre, rechen, sprechen künftig, Sprechen Siesie, hihi, hiho hier, Vähe, verre, verni, nini nünftig Mimi, mimi, mitmi, mitmi, mir.“ „Sohonst zeihei, zeig ich ohne Spaßen, Wo der Zimim, mimmim, Zimmermann Hier das Loho, Lolo, Loch gelassen!" Drauf fängt jener Stammler wieder an: „Ach! Sie schehe, scheche, schersche, scherzen Wowo, wowohl, wohlmi mitmi mir? Mir vergehe, geheh, geht's vor Schmerzen In dem hoho hohlen Zahne hier!“ Endlich kommt's dem Bader doch zu Sinnen, Daß der Mensch sein Leidensvetter sei. Wickelt um den Zahnbrechschlüssel Linuen, Macht vom bösen Feind den Kunden frei. Neueste Nachrichten. Paris, 17. Oktober. Der Marschall Mac Mahon ist heute vormittag(Dienstag 10 Uhr auf Schloß La Forêt gestorben. Mac Mahon, Herzog von Magenta, war geboren am 13. Juni 1808 auf Sully bei Antun. Er stammte aus einer irischen Familie, diente bis 1855 in Algier, entschied im italienischen Kriege 1859 die Schlacht bei Magenta. Im deutsch=französischen Kriege war er Oberbefehlshaber im östlichen Frankreich und geriet am 1. September 1870 in deutsche Kriegsgefangenschaft. Am 24. Mai 1873 wurde er als Nachfolger von Thiers zum Präsidenten der französischen Republik gewählt Am 30. Ja nuar 1879 legte er dieses Amt nieder und ist seitdem politisch nicht mehr hervorgetreten. Die Generale Sanchez und Castrov sind in Melilla eingetroffen. Die Regierung sendet 15000 Mann dorthin. Die spanische Regierung wird vom Sultan von Manokko Genugthuung und Bezahlung der Kosten der Expedition verlangen. Oeranntmachung. Die Kgl. Steuerkasse befindet sich vom 1. d. Mts ab im Hause des Herrn Uffelmann, große Marktstr. 6, worauf hiermit wiederholt aufmerksam gemacht wird. Schwerte, 17. Okt. 1893. Kgl. Steuerkasse. Schrader, Kgl. Rentmeister. Bünder Zigarren-Versand, Gustav Meyer. 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