Kreisblatt Abonnements=Preis pro Quartal 1 Mk. 50 Pfg. Erscheint Dienstags, Donnerstags und Samstags. Wöchentliche Gratisbeilage:„Illustrierter Familienfreund.“ für ven Kreis Gorde. Insertionsgebühr für die sechsspaltige Zeile oder deren Raum 10 Pfg., außerhalb des Leserkreises 15 Pfg; Reklamen 30 Pfg. Redaktion, Druck und Verlag von Carl Braus in Schwerte. Nr. 111. Schwerte, Donnerstag, 21. September 1893. 26. Jahrgang. Amtliche Bekanntmachungen. Geschäfts=Plan, betreffend die im Jahre 1893 in der Provinz Westfalen abzuhaltenden Körungen der Privatbeschäler. Die Körung(indet tat. am Tag Monat. in auf dem Plotze vor dem Für a den Kötbezirk. b. die Kreise. um (Zeitangabe) 7. Okober Langendreer Am Bahnyos(B.=M.) a. Langendieer 9½ Uhr v. 4. b. Bochum St. u. L. Dortmund St. u. L. Gelsenkirchen Hattingen Hörde Hagen Hotel Lünenschloß a. Hagen„,„ 9½ Uhr v. d. Hagen St. u. L. Iserlohn Olpe Altena Schwelm Siegen Wittgenstein Hotel Schäffer a. Meschede 10 Uhr v. d. Meschede Arnsberg Brilon Auf dem Markt a. Soest 10 Uhr v. d. Soest Hamm Lippstadt Warendorf, den 5. September 1893. Der Königliche Gestüt=Direktor: v. Saldern, Major a. D. 5, 6. Meschede Soest Bekanntmachung. Vor kurzem ist in Berlin C. Poststraße 29 II als Organ für das Straßenbahn= und das Kleinbahnwesen: „Die Straßenbahn" erschienen. Es ist diese Zeitung vom 1. Juli d. Js. in Redaktion und Verlag genommen. Indem ich besonders hierauf hinweise, kann ich diese Wochenschrift namentlich als Fachorgan des Kleinbahnwesens nur empfehlen Hörde, den 11. September 1893. Der Vorsitzende des Kreis=Ausschusses: Spring, Königlicher Landrat. Deutsches Reich. Der„Staatsanzeiger für Württemberg“. veröffentlicht nachstehendes Schreiben des Kaisers an den König Wilhelm:„Durchlauchtigster, Großmächtigster Fürst, freundlich lieber Vetter und Bruder! Die heute beendeten großen Uebungen des 13. Armeekorps haben in jeder Beziehung ein so erfreuliches Resultat ergeben, daß Ich Eurer Majestät Land und Truppen nicht verlassen kann, ohne Meiner gestern nach der vortrefflichen Parade ausgesprochenen lebhaften Befriedigung und Anerkennung nochmals wärmsten Ausdruck zu geben. Euer Majestät Armeekorps befindet sich in jeder Beziehung in einem durchaus kriegstüchtigen Zustande, ist vollkommen geeignet, im Heere unseres deutschen Vaterlandes die Stelle einzunehmen, welche sich für die Söhne des schönen württembergischen Landes mit seiner glorreichen Vergangenheit gebührt. Ich habe mit Freude wahrgenommen, daß in dem Korps von allen berufenen Stellen an sorgfältiger Ausbildung der Truppen mit großer Sachkenntnis und Hingabe und mit unermüdlichem Fleiß gearbeitet worden ist. Ich spreche Euer Majestät Meinen herzlichen Glückwunsch aus zu solchen Leistungen. Es gereicht Mir zur Freude, mit der Ueberzeugung hier zu scheiden, daß Ich Mich mit Eurer Majestät über die hohe Wichtigkeit und den tiefen Ernst, welcher in der kriegsgemäßen Ausbildung der Armee für das Wohl des gesamten Vaterlandes liegt, in vollster Uebereinstimmung befinde. Indem Ich Eure Majestät bitte, auch Ihren Truppen und deren Offizieren, insbesondere dem kommandierenden General, Kenntnis von Meiner lebhaften Anerkennung geben zu wollen, spreche Ich zugleich nochmals Meinen herzlichsten Dank aus für die Meinem Herzen so wohlthuende, liebevolle Aufnahme, die Mir und der Kaiserin, Meiner Gemahlin, in Eurer Majestät Haus und in Ihrem Lande bereitet worden ist. Ich verbleibe mit der Versicherung vollkommenster Hochachtung und in aufrichtiger Freundschaft Euer Majestät freundwilliger Vetter und Bruder. (gez.) Wilhelm.“ Ein Rätsel. Der Kaiser wird der Gemeinde Kurzel bei Metz, zu der Schloß Urville gehört, eine evangelische Kirche bauen lassen und hat die erforderlichen Weisungen bereits erteilt. Zum Kirchenbau in Saarburg i. L.— der dortige Pfarrer Gerbert hat am Sonntag in Kurzel in Anwesenheit des Kaisers gepredigt— spendete der Kaiser die Summe von 15000 Mt. Die Kaiserin Auguste Viktoria ist mit ihren Kindern am Montag nachmittag wohlbehalten von Schloß Wilhelmshöhe bei Kassel im neuen Palais zu Potsdam angekommen. Die kaiserliche Familie wird dort Weihnachten verbleiben. Im Reichstage beginnen heute, Mittwoch, die Verhandlungen über die Sonntagsruhe im Bergbau, Hütten= und Salinenwesen mit Vertretern der Arbeitgeber und Arbeiter. Zur Vertretung der Arbeitgeber sind die größeren wirtschaftlichen Vereinigungen der Montanindustrie aufgefordert, auch einzelne hervorragende Industrielle direkt eingeladen worden. Vertreter der Arbeiter sind von den Gewerbe=Aufsichtsund Bergrevier=Beamten über die Einzelheiten der schon seit einigen Monaten bekannt gewordenen Vorlage, betr. die Sonntagsruhe in der Montanindustrie informiert und direkt zur Teilnahme an den Konferenzen aufgefordert worden. Den Vorsitz wird Unterstaatssekretär im Reichsamt des Innern, Dr. v. Rottenburg, führen. Verschiedene Beamten des Reichs werden an den Verhandlungen, die etwa 2—3 Tage dauern werden, teilnehmen. Die nichtpreußischen Bahndirektionen Norddeutschlands haben ebenfals der Einführung zehntägiger Rückfahrkarten zugestimmt, deren allgemeine Durchführung nunmehr von Preußen abhängt. Das Reichs gericht in Leipzig, verhandelte am Dienstag die Revision Ahlwardts im Judenflintenprozeß, in welchem Ahlwardt zu fünf Monaten Gesängnis verurteilt worden war. In dreistündiger Verhandlung beantragte der Reichsanwalt Verwerfung der Revision, weil dieselbe prozessual und materiell unbegründet sei. Ahlwardt wohnte der Verhandlung bei. Er versuchte, in längerer Rede auszuführen, daß er garnicht habe beleidigen, sondern nur dem Vaterlande habe dienen wollen. Ahlwardt und dessen Verteidiger, Rechtsanwalt Friedrich, beantragten Aushebung des Urteils. Der Verhandlung wohnte ein äußerst zahlreiches Publikum bei. Ein trauriges Geschick hat während der Kaisermanöver den Hauptmann Luthmer vom 31. Feldartillerieregiment betroffen. Es wird dabei berichtet: Bei Stöckweiler hatte das betreffende Regiment in langer Linie auf günstiger Höhe auf die im Vorrücken begriffene feindliche Infanterie geraume Zeit Schnellfeuer abgegeben, als der Befehl vom Regimentskommandeur kam, das Feuer einzustellen. Die Batterie des Hauptmanns Luthmer hatte diesem Befehl eben folge geleistet, und der letztere ritt rasch zur Nebenbatterie, wo im betäubenden Lärm dieser Befehl nicht so rasch gehört werden konnte. Als der Hauptmann dicht an das erste Geschütz dieser Batterie anritt, krachte der Schuß und dem Hauptmann unglücklicherweise gerade in das Gesicht. Der Hauptmann stieß, nach dem Gesichte langend, den Ruf aus: „Meine Augen“, nachdem ihn der furchtbare Luftdruck einige Meter weit vom Pferde gerissen hatte. Sofort war ärztliche Hülfe zur stelle, und Hauptmann L. wurde behutsam zu Wagen nach Hofen und später mit dem Eilzug nach Straßburg zur Klinik gebracht. Ob es der ärztlichen Kunst gelingen wird, ihm das Augenlicht zu erhalten, erscheint leider sehr zweifelhaft. Ausdrücklich wird bemerkt, daß den kommandierenden Offizier des Nebengeschützes, von dem der Unglücksschuß ausging, ein Vorwurf in keiner Weise treffen kann. Frankreich. Bei dem Wettkriechen der französichen Hafenstädte um die Ehre des russischen Flottenbesuchs schien bisher Marseille die meisten Chancen zu haben; es wird aber nichts daraus, denn, wie der Botschafter von Mohrenheim dem Marseiller Bürgermeister erklärt hat, hat der Zar ausdrücklich verboten, daß seine Flotte andere Häfen als Toulon und die Offiziere andere Städte als Paris besuchen. In Toulon und in Paris wird aber das unterste mindestens zu oberst gestellt. Aber was sagt ein großes einflußreiches Blatt, der„Temps“ dazu: er warnt vor Uebertreibung der Bedeutung der Touloner Flottenkundgebung und egt gleichzeitig dem französischen Volk nahe, sich durch übertriebene Veranstaltungen von Festlichkeiten nicht vor Europa lächerlich zu machen.(Diesen gestrengen Schulmeisterton wird das Blatt wohl noch zu bereuen haben. In dem Umstande, sich lächerlich zu machen, sucht der gewöhnliche Pariser ja eben die größte Ehre!) Der Rat hat aber noch nicht geholfen. Die Zahl der Provinzstädte, welche Ehrengeschenke für die Russen bewilligen, vermehrt sich täglich, das gleiche gilt von den Vorschlägen für die Pariser Feste. Mit vielem Beifall wird Erzählung von E. Heinrichs. (Fortsetzung.) Das Haus des Arztes befand sich in der Nähe, unmittelbar an der Promenade, wohin sie sich jetzt schweigend begaben. Der Stadtsekretär sah ebenso vleich und erregt aus wie Rudolf Steinmann.— Beide wehrten energisch die Erfrischungen ab, die der Doktor auftischen wollte. „Gut also,“ sagte Letzterer, als sie am Tische Platz genommen,„schießen Sie los, Rudolf, wir sind Verbündete und erwarten Offenheit.“ „Die Ihnen auch im vollen Umfange werden soll, meine Freunde!“ erwiderte der junge Mann, entschlossen den Kopf hebend.„Bevor ich jedoch mit meiner Erzählung beginne, möchte ich Ihnen, Onkel Brandner, eine Frage vorlegen, deren Beantwortung für mich Leben oder Tod, Glück oder lebenslange Reue und Einsamkeit bedeutet. Glauben Sie, daß Ihre Clara, für welche ich bis heute die alte Liebe treu bewahrt habe, meiner Werbung jetzt Gehör schenken würde?“ Brandner sah ihn überrascht an, während der Doktor eine Flasche Wein entkorkte und still vor sich hinlächelte. „Ist das Dein Ernst, Rudolf?“ fragte der Stadtsekretär nach einer kleinen Pause. Sollte ich vielleicht mit solchen heiligen Dingen scherzen?— Ich bitte Sie aus tiefstem Herzensgrunde um eine offene, wahrheitsgetreue Antwort.“ „Nun gut, die sollst Du haben, Rudolf!— Ich weiß, daß sie hesonders in letzterer Zeit sehr mißtrauisch geworden ist und daß die Thatsache, von ihren langjährigen Freunden und Bekannten so kurzer Hand durch eine ausgestreute Verleumdung verurteilt und vervehmt zu sein, ohne ihr ein Wort der Verteidigung zu ermöglichen, sie sehr verbittert hat. Als Du so rasch das Feld räumtest, bei Deinem Abschiedsbesuch einen so ganz anderen Ton als vorher gegen sie anschlugst, da mußte sie ja glauben, daß auch Du die schmähliche Verleumdung für Wahrheit hieltest und ihr, deren Charakter Du stets richtig erkannt, eine solche Erniedrigung zutrautest. Das brach ihren Stolz, ihre ganze Selbstbeherrschung, eine Art Verzweiflung erfaßte sie und verriet mir ihren Herzenszustand. Ich glaube, Dir darnach wohl Hoffnung machen zu dürfen, Rudolf, denn daß ich Euch mit Freuden meinen Segen geben würde, weißt Du ja, mein lieber Junge!“ Rudolf nickte, sah aber doch noch recht hoffnungslos aus. Der Doktor, welcher mittlerweile drei Gläser gefüllt hatte, schob jedem eins zu, um auf eine glückliche Verlobung anzustoßen. Die Gläser gaben einen hellen Klang Rudolf hatte sein Glas geleert und begann jetzt mit gedämpfter Stimme die Erzählung jener Vorgänge im Club, welche den Doktor wiederholt zu einem lauten Bravo veranlaßten. Als der junge Mann einen Augenblick inne hielt, meinte auch der Stadtsekretär mit einem zufriedenen Lächeln, daß er in der ganzen Geschichte noch keine einzige Dummheit abseiten Rudolfs habe finden können. „Es kommt jetzt, nur Geduld, mein väterlicher Freund!“ erwiderte der Assessor melancholisch. Er erzählte nun kurz und hastig die überraschenden Schluß=Vorgänge, welche den Doktor mit heller Freude und Befriedigung, den Stadtsekretär hingegen mit einem recht unbehaglichen Gefühl erfüllten. „Das war in der That nicht sehr vorsichtig von Dir, Rudolf, wenn ich's auch gerade nicht als eine Dummheit bezeichnen will,“ brummte er mit einem bangen Vorgefühl. „Ach, was, nehmt nur die Sache nicht gleich so tragisch,“ rief der Doktor, eifrig die Gläser wieder füllend.„Wenn Ihre Clara nach diesem Ritterdienst, der gleichbedeutend ist mit ihrer glänzenden Rechtfertigung und der schmählichsten Niederlage des Verleumders, unserem Assessor die zwar etwas voreilige, aber im Grunde ganz notwendige Verlobungs=Erklärung als ein Verbrechen anrechnen könnte, dann verdiente sie, zeitlebens mit dem häßlichen Verdachte beladen zu bleiben. Jetzt dieses Glas der treuen Liebe, womit Rudolf uns Männern ebenfalls eine Ehrenrettung erwiesen hat.“ Man lachte und kam dadurch in eine heitere Stimmung. „Ich erlaube mir einen Vorschlag zur Gütemeine Freunde!“ fuhr der Doktor nach einer kleinen Pause fort.„Sie bringen jetzt Ihren Schwiegervater in spe nach Hause, mein lieber Steinmann, und schmieden das Eisen, so lange es heiß ist. Zeit gewonnen, alles gewonnen! Brandner weckt sofort die Tochter, um ihr die Werbung des Assessors mitzuteilen. Will sie, woran ich nicht zweifle, mehr davon hören, dann erzählt er ihr den Vorgang im Club, das glückliche Resultat und bittet, da der Freier unten wartet, und nicht eher das Feld räumen wolle, um eine sofortige Entscheidung, Sie muß im Sturm genommen werden, das andere findet sich später.“ „Verzeihen Sie, Doktor.“, meinte Rudolf,„vor einer solchen Parforce=Werbung schrecke ich zurück, sie scheinen Fräulein Claras Charakter nicht zu kennen oder ihn zu unterschätzen.“ „Ach, Unsinn, ich habe allen Respekt vor ihr, was Sie aber Charakter nennen, ist im Grunde doch nur weiblicher Stolz oder Eigensinn. Hier hilft kein weiteres Zaudern und Bedenken, erfährt sie morgen von der Geschichte, dann stellt sie Sie unzweifelhaft als Lügner hin, betrachtet Ihr Vorgehen als einen Art des Mitleids oder als eine Zwangsfolge Ihrer mannhaften Verteidigung und giebt Ihnen so gewiß einen Korb, wie Sie da vor mir sitzen, mein lieber Rudolf!“ „Das alles hab' ich mir ganz genau schon selber gesagt,“ seufzte der junge Mann,„befürchte aber, durch eine derartige Werbung ganz und für immer mit ihr es zu verderben.“ „Jawohl,“ sagte der Stadtsekretär, der nachdenklich vor sich yingevlickt hatte, plötzlich nachdrücklich,„darin hast Du recht, Rudolf, und wie ich meine Tochter kenne, so würde sie lieber zeitlebens einsam und unglücklich bleiben, als einem Manne ihre Hand reichen, der sie nach ihrer Meinung aus Mitleid heiraten wolle. Ich halte es mit dem geraden Weg der Wahrheit, damit alles Mißtrauen schwinde und beide Teile klar sehen. Mein väterlicher Rat ist der, uns jetzt nach Hause zu begeben Während ich mich ins Bett lege, schreibst Du einen Brief an Clara, worin Du ihr Dein ganzes Herz ausschüttest. Diesen Brief bringe mir morgen früh selber ins Haus und komme dann so um nenn Uhr persönlich zu uns, um Dir die Antwort zu holen.“ „Soll ich ihr schreiben, daß ich die Verleumdung geglaubt und hauptsächlich deshalb die Riehl'sche Sache abgegeben habe?“ fragte Rudolf mit stockender Stimme. „Allerdings, es darf keine Falte Deines Herzens ihr verborgen bleiben, mein Sohn!— Weshalb aber bist Du jetzt hergekommen?“ Der Doktor hustete.„Na, jedenfalls ist ihm die Erkenntnis seines Unrechts aufgegangen," bemerkte er,„und hat ihm keine Ruhe gelassen, da es ihm vor allem oblag, den Verleumder zu entdecken und zu züchtigen. Ich bin überzeugt, daß Sie nur deshalb nach X. gekommen sind, Assessor!“ „Das bin ich in der That auch nur,“ erwiderte Rudolf mit feierlichem Ernste.„Gott allein weiß es, wie sehr ich gelitten habe und wie oft ich schon auf dem Sprunge gestanden, hierher zu kommen, um Claras Verzeihung zu erlangen. Ich hätte es vielleicht niemals erfahren, weil man sich zu hüten schien, in meiner Gegenwart davon zu reden, bis ein anonymer Brief mich darüber aufklärte.“ „Den kein anderer als Malten geschrieben hat,“ schaltete der Doktor ein,„weil er Sie für den künftigen Schwiegersohn des Stadtsekretärs hielt.“ „Ich zweifle nicht mehr daran, daß er der Schreiber ist,“ fuhr Rudolf rasch fort,„und habe später mich selber oft ins Verhör genommen, ob nicht geradezu verbrecherisch gewesen sei, einem anonymen Wisch Glauben zu schenken und ob ich vor mir selber verantworten könne, die Ehre einer mir durch lange Freundschaft so nahe stehenden Dame verunglimpfen zu lassen, ohne den Vereumder zur Rechenschaft zu ziehen. Gott mag wissen, ob ich jemals mich aus dieser trüben Flut der Zweifel und des Mißtrauens emporgerungen hätte, wenn nicht—“ „Ja, ja, Sie erzählten es mir, junger Freund!“ fiel der Doktor scheinbar ungeduldig ihm ins Wort, „wenn Sie nicht schließlich Ihre Mutter ins Vertrauen gezogen und ihr den anonymen Brief gezeigt hätten,— und wenn diese vernünftige Frau Ihnen nicht tüchtig den Kopf gewaschen und Sie per ordre de mufti auf die Reise geschickt hätte. Nur nicht sentimental werden, lieber Rudolf, das kleidet einen Criminal=Assessor schlecht. Ich bin ganz sicherlich auch ein Freund der Offenheit und Wahrheit, aber kein Eulenspiegel, und damit basta! Schreiben Sie meinetwegen einen ellenlangen Brief an Fräulein Clara, ich bin damit einverstanden, nur hüten Sie sich vor kleinlicher Offenheit, damit verderben Sie sich den Brautstand und die Ehe erst vollends. Die beste Frau kann durch zu viel Offenheit zum Drachen herangebildet werden.“ „Dagegen opponiere ich, Doktor!“ versetzte der Stadtsekretär ernst,„die erste Lüge im Brautstand oder in der Ehe ist der Same des Mißtrauens, und wehe, wo dieser Giftbaum emporschießt, unter seinem Schatten kann weder Liebe nach Vertrauen wohnen, er tötet Glück und Frieden. Laß Dir das gesagt sein, Rudolf!— Ruhig, Doktor!“ wandteer sich zu dem Arzt.„Sie haben Ihre Frau früh verloren und können nicht mitreden. Im Uebrigen werde treue Der Doktor drückte dem Stadtsekretär schweigend die Hand, er wußte es nur zu gut, daß seine Ehe nicht glücklich gewesen, weil das gegenseitige Vertrauen verloren gegangen war. „Gott segne Ihre Werbung,“ sagte er leise zu dem Assessor, als dieser mit Brandner das Haus verließ. (Fortsetzung folgt.) ren und können nicht mitreden. Im 4zg e ich zeitlebens Ihr Schuldner bleiben für Iyre Freundschaft. Und nun vorwärts, Rudolf!“ 152 4 eine Anregung des Schriftstellers Philipp Gille begrüßt, den Russen in der Spiegelgallerie des Versailler Schlosses, dem Schauplatz bei der Kaiserproklamation von 1871, einen Punsch anzubieten. Das Ergebnis der öffentlichen Geldsammlung für die Pariser Feste während der beiden ersten Tage ist übrigens von einer niederschmetternden Kläglichkeit. In der Millionenstadt Paris gingen kaum 30 000 Franks ein, ein Beweis, daß der Patriotismus doch oft beim Geldbeutel ein Ende hat. Rußland. Der russischen Regierung wird bei der in Frankreich herrschenden überschwänglichen Begeisterung für den Flottenbesuch nachgerade doch etwas unheimlich zu Mute und sie versucht, abwiegeln zu lassen. So wird aus dem russischen auswärtigen Ministerium folgende Note nach Paris verbreitet:„In den hohen und höchsten Petersburger Kreisen wird trotz ihrer großen Sympathien für Frankreich unverhohlen dem Wunsche Ausdruck gegeben, bei den Manifestationen, der Pariser und Touloner Bevölkerung während des Aufenthaltes der russischen Seeleute einen absolut friedlichen Charakter bewahrt zu sehen. In denselben Kreisen erklärt man offen, daß die Entsendung des russischen Geschwaders an und für sich schon ein feierlicher Beweis für die engen politischen Beziehungen beider Länder sei und daß, über die Grenzen einer freundschaftlichen Höflichkeit und gemessenen Gastlichkeit hinauszugehen, die Interessen beider Länder total verkennen heiße. Noch deutlicher ist das Petersburger Journal „Graschdanin," dessen Herausgeber Fürst Metschersky anerkannt nahe Beziehungen zum Petersburger Hofe hat. Das Blatt preist die russische Politik der freien Hand, die keinen Bundesgenossen suche, als die weiseste und praktischste und erklärt rundweg, bei einem festen Bündnis mit der französischen Republik würde die französisch=russische Freundschaft sich längst verflüchtigt haben. Rußlands mißtrauisches Verhalten gegenüber dieser Freundschaft gründe sich auf die Befürchtung, in Rußland könnten sich selbst Neigungen bis zur Sympathie mit dem umstürzlerischen Dunstkreis der Franzosen ausbilden. Allerdings sei zugegeben, daß das jetzige freundschaftliche Verhältnis eine lebensfähige, vom politischen Standpunkt aus augenblicklich sehr vorteilhafte Thatsache sei.— Wenn die Pariser Zeitungen diese Aeußerungen ihren Lesern unterbreiten würden, würden sich deren Phantasien wohl etwas legen, aber die Anfrichtigkeit ist in Paris niemals sehr groß gewesen, wenn sie den Radauhelden nicht in ihren Kram paßte.— Nach dem neuen Plane der Umschaffung der russischen Grenzwache sollen die berittenen Brigaden der Grenzwache bedeutend verstärkt und gleichzeitig GrenzwachDetachements geschaffen werden, die den Aufklärungsdienst versehen werden. Großbritannien. Das englische Oberhaus hat, wie erwartet wurde, nachdem die Homerulevorlage heftig bekämpft worden war, mit großer Majorität(419 gegen 41 Stimmen) den Gesetzentwurf verworfen. Der entscheidenden Sitzung wohnten der deutsche, russische, türkische und umerikanische Botschafter bei. Was nun werden wird, muß abgewartet werden; in radikalen Kreisen macht man lebhaft Stimmung gegen das Oberhaus und fordert dessen Abschaffung. Die liberale nationale Vereinigung erließ ein das Oberhaus scharf angreifendes Manifest, in dem gegen die Anmaßung der Lords protestiert und die Forderung aufgestellt wird, daß das Oberhaus entweder abgeschafft oder reformiert werde.— Im Unterhause war die Ernennung des Herzogs von Connaught zum Befehlshaber des Lagers von Aldershot angegriffen worden, doch wurde die Ernennung vom Staatssekretär des Krieges Campbell=Bannerman energisch verteidigt, da der Herzog vorzüglich für diesen Posten geeignet sei.— Gewissermaßen als Gegenstück zu dem bevorstehenden russischen Flottenbesuch in Toulon wird im Oktober ein englisches Geschwader von Griechenland lommend verschiedene italienische Häfen, Tarent, Neapel, Civitavecchia, Livorno Spezia und Genua anlaufen. Wie der„Politischen Correspondenz“ aus Rom gemeldet wird, hat die Ankündigung, daß die erste Division des englischen Mittelmeergeschwaders unter dem Befehle des Vice=Admirals Lord Seymour zu der gleichen Zeit, wo der Besuch eines russischen Geschwaders in Toulon erfolgt, die italienische Küste besuchen wird in Rom bedeutenden Eindruck hervorgerufen. Es herrscht dort die Ansicht vor, daß dieses Zusammentreffen kein zufälliges sei, sondern daß man namentlich im Hinblick auf die Auslegungen, welche die geplante Schaffung eines russischen Mittelmeergeschwaders von der öffentlichen Meinung in Frankreich, wie in England erfahren hat, Grund habe, zwischen den beiden erwähnten Vorgängen einen gewissen kausalen Zusammenhang anzunehmen. Im Staatsschatz zu Philadelphia wurde in letzter Zeit ein Diebstahl begangen, über den jetzt Einzelheiten vorliegen. Bei einer Revision des Barbestandes, der in einem Keller aufbewahrt wurde und 16 Millionen Dollar enthält, fand man den Keller geöffnet und stellte eine Fehlsumme von 134000 Dollar fest Der Wächter wurde verhaftet und räumte den Diebstahl ein. 100000 Dollar sind bereits aufgefunden und die fehlenden 34000 will der Wächter ebenfalls zurückerstatten. Die Herrlichkeit des brasilianischen Präsidenten Peixolo und seiner Regierung ist völlig zu Ende, wenn er dem Namen nach auch noch die erste Stelle des Landes inne hat. Die gesamte Marine und die besten Landtruppen sind zu dem Führer der Revolution, dem Admiral Mello, übergegangen. In Rio de Janeiro scheint jetzt der Pöbel zu herrschen. Der Redakteur der Zeitung„Herald“ ist in grausamster Weise ermordet. Die Provinzen Bahia und Pernambuco sind zur Revolution übergegangen, in Rio Grand sammeln die Aufständischen ihre Streitkräfte, um die schon wiederholt geschlagenen Regierungstruppen zur Ergebung zu zwingen. Die Flotte hat jetzt die innere Bai von Rio de Janeiro verlassen, da es an Lebensmitteln auf den Schiffen zu mangeln begann und bombardiert nun von der See aus die Stadt. Der Schaden ist sehr groß.— Der mexikanische Kongreß ist vom Präsidenten Porsirio Diaz eröffnet. Afrika. In Südafrika macht der Matabele=Häuptling Lo Bengula, der erst vor kurzem einen Raubzug bis zum Fort Victoria unternommen hat, den Engländern schon wieder zu schaffen. Wie dem Reuter'schen Bureau aus Kapstadt gemeldet wird, ist die Vorhut der Matabele gegen die Grenze des Gebiets der Gesellschaft Maschonaland vorgerückt. Die zur Aufklärung verausgesandten Leute haben bereits den Lundefluß, einen Quellfluß des ins Meer mündenden Sabiflusses, an der Grenze des Maschonalandes erreicht. In dem Fort Victoria, welches zum Widerstand gegen den Angriff der Matabele gut ausgerüstet ist, wurde Sturm geläutet.— Der König der Matabelen ist in dem weitesten Sinn des Wortes ein absoluter Herrscher. Er ist Herr über Leben und Tod, und Herr über jeden und alles in seinem Land. Alles gehört ihm, und er verschenkt, wenn es ihm beliebt, Nahrung, Frauen und Sklaven an seine Unterthanen. Nicht nur das: als „Regen=Doktor“, läßt er es regnen, wenn es ihm nötig erscheint, als„erster Zauberer“ findet er jeden heraus, der dem Staat gefährlich werden könnte. Dies ist gewöhnlich ein reicher Mann. Er sagt seinen jungen Soldaten, wo sie mit Erfolg einen Einfall machen können, damit sie Mädchen und Vieh mit nach Hause bringen. Das Land ist in militärische Distrikte geteilt, jeder Distrikt enthält ein Regiment, welches von Indunas befehligt wird und in einem„Kraal“ seine Garnison hat. Die Regimenter sind an Stärke verschieden, einige davon sind aus Mannschaften vom reinsten Zulublut zusammengesetzt. Außer dem Soldaten enthält jeder„Kraal“ eine oder mehrere„Königinnen", Lobengula hat 66 und Sklavinnen und Kinder. Jeder Ochs, jede Kuh gehört dem König. Kein Vieh kann ohne seine Erlaubnis geschlachtet werden. Alles gebraute Bier muß nach dem Königlichen„Kraal“. gesandt werden. Die jungen Soldaten, besonders die, welche die königliche Garde ausmachen, bilden das unruhige Element der Armee. Sie streben danach, ihre Speere in Blut zu waschen, „Männer zu werden“ den Zulu=Ring, eine große Auszeichnung, zu erhalten und die Erlaubnis zu bekommen, zu heiraten. Gelegenheiten zu Einfällen und sich auszuzeichnen, waren in letzter Zeit nicht sehr zahlreich, und die Soldaten sind ruhelos unter dem Kommando eines Königs, der mit den Europäern in Frieden zu leben wünscht, und ärgern sich, daß eine englische Gesellschaft den Maschonas Schutz gewährt. Denn die Maschonas betrachten sie als ihr Eigentum und ihre Sklaven. Westfalen und Rheinland. Schwerte, 16. Sept. Das ZentralKomitee des Preuß. Vereins zur Pflege im Felde verwundeter und erkrankter Krieger veranstaltet in diesem Jahre die 6. Geld=Lotterie, um die für die Zwecke der Vereinsthätigkeit der deutschen Vereine vom roten Kreuz erforderlichen Mittel zu erlangen. Der Vertrieb der Lose ist durch besondere Kabinetsordre den Kgl. Lotterie=Einnehmern übertragen, welche auch, wie uns mitgeteilt wird, die Gesamtzahl der Lose fest übernommen haben und die Gewinne seiner Zeit bar ohne Abzug zahlen werden. Der ausgiebige Absatz der Lose ist in anbetracht der patriotischen Zwecke und der günstigen Gewinnchancen(bei einem Einsatzpreise von 3 Mark ist der geringste Gewinn auf 15 Mark, der höchste auf 100000 Mark festgesetzt) nicht zu bezweifeln. Aplerbeck, 15. Sept. Postkarten für drei Pfennige werden jetzt, für den Aufgabeort und den dazu gehörigen Landbestellbezirk gültig, in Baiern eingeführt. Wir begrüßen diesen Fortschritt in der Hoffnung, daß die deutsche Reichspost sich möglichst bald dem Vorgehen Baierns anschließen wird. * Schwerte, 20. Sepiember. Die nun angebrochenen Periode des ersten Mondviertels dürfte für dinächsten Tagen bis etwa zum 22. dieses Monats für Zeutraleuropa ergiebige Riederschläge bringen. Schwerte, 19. September. Ein strenger Winter steht uns bevor, wenn die alten Bauernregeln richtig gehen. Die Nüsse tragen nämlich so voll, daß man Büschel von 3 bis 5 Stück wahrnemen kann, die Schlehen sitzen übervoll, im Hochwold beugen sich die Zweige der Buchen unter ihrer Fruchtlast, und die Eichen haben soviel Eicheln angesetzt, daß dieselben überall zwischen den Blättern hervorlugen. Ein solcher Reichtum von Waldfrüchten soll aber bei der weisen und fürsorglichen Mutter Natur einen strengen Winter andeuten. Schwerte, 18. Sept. Die jetzt zur Reserve entlassenen Mannschaften seien auf folgendes aufmerksam gemacht: Sie haben sich spätestens 14 Tage nach ihrer Entlassung aus dem aktiven Dienst bei dem Hauptmeldeamt bezw. Meldeamt unter Vorlage ihrer Militärpapiere anzumelden. Diese Meldung ist auch dann erforderlich, wenn der Entlassene an dem Orte bleibt, in dem sein Truppenteil in Garnison steht. Jeder Aufenthaltswechsel ist der oben bezeichneten Kontrollstelle anzuzeigen. Sie haben dienstlichen Befehlen der Kontrollstelle, öffentlichen Aufforderungs= und Gestellungs=Befehlen unbedingt Folge zu leisten. Bei Anbringung dienstlicher Gesuche und Beschwerden sind die Mannschaften des Beurlaubtenstandes verpflichtet, den vorgeschriebenen Dienstweg(Hauptmeldeamt, Meldeamt, Bezirksfeldwebel) einzuhalten. Desgleichen sind sie im dienstlichen Verkehr mit ihren Vorgesetzten(Bezirksfeldwebel, Bezirksossizier, Bezirkskommandeur), oder wenn sie in Militäruniform erscheinen(wozu auch der Entlassungsanzug gehört), der militärischen Disziplin unterworfen. * Schwerte, 18. Sept. In dem festlich geschmückten Saale des Herrn Feit beging gestern der Garde=Verein sein 3. St ftungsfest, verbunden mit Sedanfeier. Trotz der etwas ungünstigen Witterung hatte sich eine ansehnliche Anzahl Mitglieder des GordeVereins sowie des hiesigen Krieger=Vereins eingefunden. Herr Hauptmann D. Krämer eröffnete das Fest mit einer gu ausgeführten Polonaise, welche gleichzeitig für die Tanzlustigen den Tanz eröffnete. Nachdem bestieg Herr D. Krämer die Rednerbühne und feierte in einer längeren Rede und begeisterten Worten die Bedeutung des Tages und wies darauf hin, daß jeder echte Deutsche sich wohl der Pflicht bewußt sein müsse, die er dem Vaterlande zu bringen verpflechtet wäre, und daß jeder Wehrfähige, wenn notwendig, sein Gewehr oder Säbel zur Hand nehmen müsse, um sich gegen die Feinde des Deutschen Reichs tapfer und mutvoll zu wehren. Redner kam hierauf auf die Tugenden des Solda enstandes zu sprechen und forderte zum Schluß die Festgenossen auf, mit ihm einzustimnen in ein kräftiges Hoch auf unsern vielgeliebten Kaiser, die Anwesenden stimmten hierin unter großer Begeisterung ein und sangen, nachdem die letzten Klänge eines kräftigen Tusches verstummt waren,„Heil dir im Siegerkranz" und„Deutschland, Deutschland über Alles“. Ohne Disharmonie verlief das Fest, und trennten sich die letzten Gäste erst in früher Morgenstunde, * Schwerte, 20. September. Riesen und Abnormitäten der Vegekation sind in diesem Jahre nichts besonders Seltenes. Dennoch dürfte uns eine Kartoffel, welche uns von dem Bahnwärter Stressig zugesandt wurde, wegen ihrer monströsen Körperfülle und 2½ pfündigen Schwere einer Erwähnung wert sein. Allgemein wird die diesjährige Kartoffelernte, wenn überhaupt, so doch gewiß nicht viel gegen die des Vorjahres zurückstehen. * Schwerte, 20. September. Wie wir hören, begiebt sich kommenden Sonntag der hiesige Gesangverein„Cäcilia“ nach dem bei Menden gelegenen Holzen, um eine theatralische Abendunterhaltung zum Besten einer in Halingen zu erbauenden Kapelle zu veranstalten. Schwerte, 18. Sept. Zu der auch von uns mitgeteilten anderweiten Regelung der Fahrkarten=Kontrolle bringt die„Rh.= und Ruhrztg." als Erläuterung einige Beispiele: 1. Reise von Düsseldorf(abgesperrte Station) nach Dortmund(abgesperrte Station). Der Reisende übergiebt am Eingange zu dem abgesperrten Teile der Station Düsseldorf seinen Fahrtausweis dem dort befindlichen Bahnsteigschaffner, welcher denselben nach Prüfung und Richtigbefund durchlocht und rückgiebt. Der Reisende erlangt hierdurch den Zutritt zu dem Bahnsteige und dem Zuge. Beim Einsteigen in den Zug oder später während der Fahrt ist der Fahrtausweis auf Erfordern des Fahrpersonals zur Nachprüfung vorzuzeigen, sodann aber bis zum Austritt aus der Ankunftsstation Dortmund aufzubewahren und dem am Ausgange aus dem abgesperrten Teile dieser Station befindlichen Bahnsteigschaffner zu übergeben, welcher den Ausweis prüft und je nachdem die Gültigkeit mit dem Austritt abläuft oder nicht, denselben an sich behält oder zurückgiebt, worauf dem freien Austritt aus der Station nichts mehr im Wege steht.— 2. Reise von Düsseldorf(abgesperrte Station) nach Münster(nicht abgesperrte Station). Der Zugang, das Einsteigen in den Zug und das Verhalten während der Fahrt vollzieht sich wie in dem Falle zu 1. Der Unterschied besteht nur darin, daß der Fahrtausweis von dem Zugschaffner vor Ankunft auf der Station Münster abgenommen wird. Für den Austritt aus der Station Münster bedarf es der Vorweisung eines Ausweises nicht, da der Verkehr daselbst in der bisherigen Weise freigegeben bleibt.— 3. Reise von Wesel(nicht abgesperrte Station) nach Düsseldorf(abgesperrte Station). Der Zugang in Wesel vollzieht sich, da dort Bahnhofssperre nicht eintritt, in der bisher üblichen ungehinderten Weise, ebenso das Einsteigen in den Zug und das Verhalten während der Fahrt. Ein Unterschied liegt nur darin, daß der Fahrtausweis, da in Düsseldorf Bahnhofssperre vorhan den ist, bis zum Austritt aus dieser Station aufbewahrt und dem Bahnsteigschaffner zu übergeben ist.— 4. Reise von Sterkrade(nicht abgesperrte Station) nach Münster(nicht abgesperrte Station). Das Verfahren ist vollständig dasselbe wie bisher allgemein üblich, da Eingang in Sterkrade und Ausgang in Münster völlig frei und ungehindert bleibt. r Westhofen, 10. Sept. Heute wurde hierselbst ein Verein für Bienenzucht gegründet, der sich Ausbreitung und Hebung des rationellen Betriebes der Bienenzucht zur Aufgabe gestellt hat. Dieser Verein wird sich mit Beginn des neuen Jahres dem„Westfälischen Verein für Bienenzucht" anschließen, welcher gegenwärtig 58 Vereine mit ca. 1700 Mitgliedern umfaßt und unter Leitung des Landrats Freiherrn von Vincke zu Hamm steht. Die erste Versammlung war, trotzdem dieselbe nur wenigen Imkern bekannt war, gut besucht und gewann besonders durch die Anwesenheit des Herrn Gosmann=Elfringhausen, Schriftführer des Westf. Vereins für Bienenzucht, an Interesse, welcher einen lehrreichen Vortrag über „Nutzen der Bienenzucht" hielt. Redner zeigte, daß der Nutzen, den die Bienenzucht gewähre, sich 1. als rationalökonomischer, 2. als moralischer, 3. landwirtschaftlicher und 4. als materieller erweise. Der Herr Referent war der Ansicht, daß die Zahl der Bienenstöcke in Westhofen hinsichtlich der guten und ergiebigen Bienenweide verzehnt= ja verzwanzigfacht werden müsse. Die Handhabe der Honigschleuder, der ausgiebigste Gebrauch von Kunstwaben, die Verhinderung der unnötigen Schwärme würden in guten Jahren reiche Ernten an Honig hervorrufen und demnach würde die Bienenzucht auch bei rationeller Behandlung lohnenden Nebenerwerb abwersen. Haben doch in diesem Jahre einige Bienenzüchter von 30—40 Völkern 1500 Pfd. Honig geerntet, welche einem Geldwert von 1500 Mark entspricht. Wahrlich eine hübsche Nebeneinnahme! Redner zeigte ferner, daß die Biene, eine Lehrerin der Einfachheit, des Fleißes und der Ordnungsliebe, eine wichtige Rolle spiele bei der Blütenbefruchtung, wodurch jeder mittelstarke Bienenstock einen indirekten Nutzen von 50 Mark bringe. Aus diesem Grunde schon sei jeder Landwirt verpflichtet, die Bienenzuchtvereine zu unterstützen oder sich selbst unter die Imker zu begeben. Der junge Verein schritt zur Vorstandswahl, und wurden die Herren H. Schumacher zum Vereinsvorsteher, Lehrer Lagemann zum Schriftführer und Rendanten und Bahnvorsteher Kuhte zu Kabel zum Beisitzer durch Zuruf gewählt. Die nächste Versammlung wird am 8 Oktober stattfinden, wozu noch durch das Blatt eingeladen wird. Wir wünschen dem jungen Vereine eine recht große Mitgliederzahl und das Erreichen der gesteckten Ziele. § Dortmund, 17. September. Kongreß für innere Mission in Dortmund(2.—5. Oktober). Auch der Herr Minister des Innern wird sich durch den geheimen Oberregierungsrat Harder aus Berlin auf dem Kongreß vertreten lassen.— Im Programm sind einige Aenderungen eingetreten. Anstatt des Hofpredigers Stöcker, der leider nach Chicago eingeladen ist, hat Herr Hofprediger D. Braun aus Stuttgart, aus früheren Kongressen als Festprediger rümlichst bekannt, die Predigt am 4. Okt., 6 Uhr abends, in der Petrikirche übernommen. Generalsuperintendent Dryander wird uns hoffentlich treu bleiben trotz übermäßig gehäufter Amtsgeschäfte. Er würde zu gleicher Zeit in St. Marien predigen. Von den Gegenständen, die in den Versammlungen zur Verhandlung stehen, dürfen wir wohl sagen, daß sie mit Weisheit den Bedürfnissen unserer Zeit und der Eigentümlichkeit unseres Industriebezirks angepaßt worden sind. Weist nicht das Thema:„Die sittliche Bedeutung der Arbeit im Lichte des Evangeliums“(Dientag, den 3. Oktober, vorm. 9 Uhr) auf den tiefen Schaden hin, daß man die Maßstäbe für die sittliche Würdigung der Arbeit zu verlieren und dieselben zum Mittel für den Zweck des Geunsses herabzuwürdigen anfängt? Welche Frage könnte zeitgemäßer sein als die„Verwertung der Sonntagsruhe?“ Wird nicht ein Vortrag über: „Die Teilnahme der Gebildeten am kirchlichen Gemeindeleben“, einmal den Anlaß zu rechten Auseinandersetzungen zwischen der beklagenswerten Gleichgültigkeit der sogen. höheren Stände und der Versäumnisse der Kirche geben? Und vollends die Donnerstags=Vorträge von Pfarrer Lic. Weber=M.=Gladbach und von Superintendent Nelle=Hamm über„Wohnung, Familien= leben und Kostgängertum" bezw. über„Die Pflege der konfirmierten männlichen Jugend“ greifen Fragen auf, deren ernste Bedeutung in religiös=sittlicher, gesundheitlicher, volkswirtschaftlicher Beziehung offenbar ist und deren ersprießliche Erledigung deshalb von Männern in verantwortlicher Stellung jeglicher Art angestrebt werden sollte.— Wir sind deshalb der festen Ueberzeugung, daß wir nur hinzuweisen brauchen auf die Fülle von Erbauung, Belehrung und Anregung, die von gediegenen bewährten Männern geboten werden wird, um die evangelischen Westfalen von Stadt und Land, sofern in ihnen ein Gefühl für die Ehre und Würde unserer Kirche und für die hohen Aufgaben der inneren Mission, die unser Volksleben mit den gesunden Kräften des Evangeliums durchsäuern will, lebendig ist, in freudige Begeisterung zu versetzen, daß sie, wenn erstmal die Glocken mit feierlichem Klang den Kongreß einläuten, in hellen Scharen herbeiziehen, um sich zu erbauen, sich mit zu erfreuen und in einem schönen, würdigen, segensreichen Verlauf des Kongresses einen Sieg der Sache des Evangeliums zu feiern. Lünen, 16. Sept. Ein bereits 67 Jahre alter Witwer hierselbst bekam nochmals Lust, zu heiraten. Er suchte sich ein Kirchderne aus, dessen Großvater er hätte sein können. Als die Schöne von seinen Bewerbungen nichts wissen wollte, suchte er durch Halsabschneiden seinem Leben ein Ende zu machen, wurde aber rechtzeitig daran gehindert. Iserlohn, 19. Sept. Wie jetzt durch Untersuchungen festgestellt ist, rührt der in diesem Sommer hier sich sehr stark zeigende Wassermangel nicht allein von der allgemeinen Trockenheit her, sondern zum großenteil von Wurzelwucherungen, die ganze Rohre auf meterlange Strecken fast voll. ständig durchwachsen und den Wasserab= und Zufluß teilweise unmöglich gemacht hatten. Iserlohn, 19. Sept. Der Provinzialrat wie auch der Bezirksausschuß hat unserer Stadtverordneten=Versammlung das von jener in Anspruch genommene Wahlrecht eines Armen= und Krankenhausarztes abgesprochen, weil nach einem Ministerialreskript der Armenarzt Gemeindebeamter ist. Nach der Städteordnung darf hiermit aber auch der betreffende Arzt nicht Mitglied des Stadtverordneten Kollegiums sein. § Hohenlimburg, 19. September. Ein schrecklicher Unsall ereignete sich hier heute mittag in der Herrenstraße, indem 2 Kinder des Schneidermeisters R. aus einem Fenster des 4. Stockwerks auf die Straße fielen. Das ältere der Kinder von zwölf Jahren fiel auf das jüngere von sechs Jahren derartig, daß dies sofort tot war, während ersteres fast völlig unverletzt blieb. Auf welche Weise das Unglück entstanden, konnten wir nicht in Erfahrung bringen. Hagen, 17. Sept. Es ist der Gedanke angeregt worden, eine Fahrt der Westfalen zum Fürsten Bismarck nach Friedrichsruh zu veranstalten. Man hat bereits eine Anfrage nach Kissingen, dem zeitigen Aufenthaltsorte des Fürsten, ergehen lassen, ob der Plan auf Billigung rechnen könne. Eine Antwort ist bis jetzt noch nicht eingetroffen. Paderborn, 14. Sept. Ein erst vierzehnjähriger Knabe aus Lippstadt hatte wegen schwerer Körperverletzung vor der hiesigen Strafkammer sich zu verantworten. Im April d. J. mit andern Kindern auf dem Felde spielend, hatte er ein Feuer angezündet und darüber einen im Boden stark durchlöcherten BlechEimer gesetzt, durch welchen die Flammen durchschlugen. Hierauf setzte er ein zweijähriges kleines Mädchen, welches in wenigen Augenblicken lebensgefährlich verbrannt war, so daß es acht Wochen im Krankenhause behandelt werden mußte. Der Knabe, dem auch von seinem Lehrer kein gutes Sittenzeugnis ausgestellt wird, weiß nicht einmal einen Grund für seine schändliche That anzugeben. Unter Ausschluß mildernder Umstände wurde er wegen schwerer Körperverletzung zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Aus dem Sauerlande. In einzelnen Gegenden zeigen sich jetzt wieder ganze Rudel Wildschweine und verwüsten Hafer= und Kartoffelstücke; es ist nichts seltenes, daß die Tiere in der Zahl von 10—20 erscheinen. Billerbeck, 16. Sept. Eine Bande Korbmacher stattete am Montag nachmittag gegen 4 Uhr dem Hofe des Schulzen Homoet auf der nahen Beerlage einen„Besuch“ ab. Die gerade anwesenden Knechte und Arbeiter suchten die Leme vom Hofe zu entfernen, stießen hierbei aber auf Widerstand, ein Mann wurde sogar mit dem Messer übel zugerichtet, sodaß der Besitzer des Hofes, der zur Jagd gerüstet dastand, schließlich das Gewehr ergriff und auf die Strolche schoß. Einer derselben, Johann Schulte aus Türmen, blieb tot auf dem Platze, während ein anderer, Hermann Krondick aus Münster, schwer verwundet ins hiesige Krankenhaus gebracht wurde. Das Gut war vor längeren Jahren bei nächtlichem Ueberfall ausgeplündert worden. Aus dem Siegerlande. Die Kartoffelund Grummeternte ist hier ziemlich gut ausgefallen; die Kartoffeln haben weniger gelitten, als man anfangs annehmen konnte. Barmen, 17. Sept. Als ein Zeichen der Zeit, führt die„B. Ztg. an, daß auf eine Anzeige„Kassenbote gesucht“, nicht weniger denn 228 Angebote eingegangen sind. Mülheim a. Rh., 18. Sept. Nach Verübung angeblich bedeutender Unterschlagungen ist hier der Postsekretär Kelling flüchtig geworden. Er hatte sich eben zur Reise in Zivil gekleidet, als zwei Polizeibeamte bei ihm erschienen, um Haussuchung zu halten. In der höflichsten Weise bat er die Polizei bei ihm einzutreten, ließ dieselben vorangehen, warf hinter ihnen die Thüre zu und schloß sie ein, während K. schleunigst die Flucht ergriff. Die Polizeibeamten sprengten die Thür und nahmen die Verfolgung des Flüchtlings auf, an der sich auch Postbeamte, einer sogar per Veloziped, beteiligten. Am Rande eines Gehölzes in der Nähe der Stadt wurde K. erblickt, als er in demselben verschwand; dasselbe wurde sofort umstellt und auf das Genaueste untersucht, aber ohne Erfolg. Bis heute fehlt jegliche Spur von dem Flüchtling. Königswinter, 14. September. Ein Schiffer aus Linz wollte gestern seine an Blutvergiftung plötzlich erkrankte Schwester(24 Jahre alt) im Nachen nach Bonn zur Klinik bringen, selbige starb jedoch während der Fahrt und mußte er denn hier Kehrt machen, um die Leiche wieder nach Hause zu bringen. Neuwied, 19. Sept. Ein Zirkuskünstler aus dem benachbarten Dierdorf hat sich dem Gericht freiwillig mit der Angabe gestellt, daß er unweit Nancy gemeinsam mit einem Freunde einen ihm unbekannten Menschen überfallen, beraubt und getötet habe. Gewissensbisse sollen dem Verbrecher keine Ruhe gelassen haben. Die Untersuchung wird die Richtigkeit seiner Angaben wohl näher feststellen und dann die Auslieferung an die französischen Justizbehörden erfolgen. Höchst, 17. Septbr. Als die Kaiserin Friedrich kürzlich von hier aus nach Schwalbach fuhr, geriet ein junger Angestellter eines Bankgeschäfts irrtümlicherweise in den Salonwagen. Als er seines Irrtums gewahr wurde und sich entfernen wollte, wies die Kaiserin dem Manne in Arbeitertracht einen anderen Teil des Salonwagens an und hieß in Platz nehmen. Sie schaute dem Mitpassagier sodann belustigt zu, als er sich einen mitgebrachten Apfel herzhaft schmecken ließ. An der nächsten Haltestelle stieg der Reisegefährte der Kaiserin nicht sobald aus, als auch schon ein Polizist Hand auf ihn legte. Die Kaiserin verwies dem Manne des Gesetzes den Uebereifer und wünschte dem ganz verblüfften Passagier gute Heimiehr. Cholera Nachrichten. Dem Reichsgesundheitsamt sind aus Hamburg 16 Choleraerkrankungen gemeldet, davon 6 mit tötlichem Verlauf. Es ist indessen zu hoffen, daß diesma! die Epidemie in der im Vorjahre so schwer geprüften Handelsstadt keine weitere Verbreitung erlangt. hamburger Medizinalkollegium macht bekannt, daß durch Bodensenkung bei der Sankfiltration am 15. September etwas unceines Wasser aus dem alten Zuleitungskanal mit in die Leitung geflossen ist. Der Schaden ist bereits seit Sonnabend beseitigt, die Filter fungierten tadellos. Also wieder ein Beweis, daß das Wasser Träger der Cholera ist. Im Rheingebiet verstarb zu Emmerich ein aus Dordrecht eingetroffener Schiffer. Charleroi, 19. September. Es herrscht hier große Aufregung, weil sieben neue Cholerafälle vorgekommen sind. Von seiten der Behörden werden umfassende Maßregeln zur Verhütung der Weiterverbreitung der Krankheit getroffen. Die offiziöse„Montagsrevue" bezeichnet die unga rischen Cholerabulletins als der Wahrheit nicht ent sprechend. In den letzten Wochen seien in Ungarn wöchentlich circa achthundert Choleraerkrankungen vorgekommen. Soziale Bewegung. Der Bergarbeiterstreik im Norddepartement Frank reich nimmt große Ausdehnungen an, in den nächsten Tagen dürften bereits 50000 Arbeiter ausständig sein. Kleinere Tumulte kommen fast stündlich vor, größere Krawalle sind bisher unterdrückt Die Verhältnisse im Streikgebiet Großbritanniens sind unverändert. Die Leute wollen bis zum Aeußersten aushalten. Das Elend von Frauen und Kindern ist entsetzlich. Vermischtes. sofortigen Tod herbeiführte, ein neben ihm auf dem Wagen befindlicher prinzlicher Lakai trug beim Sturz vom Wagen Schenkelbrüche an beiden Beinen davon. Die Tiere rasten bis zur Neissebrücke, wo sie mit ihrem Sattelzeug an dem Geländer hängen blieben. * Halberstadt. In der Nacht zum 8 September wurde der Artist Julius Heilig in der Nähe von Roclum durch die Trollmann'sche Zigeuner=Gesellschaft überfallen und seines Wohnwagens beraubt. In dem Wagen befan den sich außer den Utensilien eines Puppentheaters auch zwei Kinder des Heilig: ein Mädchen, zwei Jahre alt, von heller Gesichtsfarbe und hellem Haar und ein Knabe, dreieinhalb Jahre alt, mit dunkelblondem Haar und schwarzbraunen Augen. Die Kinder sind von den Zigeunern mit entführt worden. Man sollte diese Nachricht nicht für möglich halten, wenn sie nicht durch amtliche Bekanntmachung der hiesigen Staatsanwaltschaft ihre Bestätigung fände. * Von einem ungeheuerlichen Verbrecherpaar wird aus Andreasberg bei Göttingen berichtet. Dort sind die Eheleute Humm in Haft genommen worden wegen dringenden Verdachts, ihre vier kürzlich verstorbenen Kinder gewaltsam getötet zu haben. Die Leichen der Kinder und die des Vaters der Ehefrau Humm wurden ausgegraben und seziert. An der Leiche des zuletzt verstorbenen Kindes, bei dessen Tode der Verdacht gegen die Eltern rege wurde, ergab der ärztliche Befund Zertrümmerung der Schädeldecke; außerdem wurde konstatiert, daß das Kind durch Nahrungsentziehung dem Hungertode nahe gebracht war. Bei der Leiche eines zweiten Kindes wurde Vergiftung als Todesursache festgestellt; bezüglich der anderen Kinderleichen ist der Sektionsbefund noch nicht bekannt. Die Sektion der Leiche des Bergmanns Bindfeil, des im 64. Lebensjahre plötzlich verstorbenen Vaters der Frau Humm, ergab ebenfalls Vergiftungserscheinungen. Da die Leiche noch gut erhalten war, dürfte auf Arsenikvergiftung geschlossen werden. Es wird erzählt, daß der Vater der Frau Humm öfters gegen Bekannte geäußert habe, er fürchte, einmal einer Vergiftung zum Opfer zu fallen. * Löwen. Hier nahm ein junges Mädchen ein Abführmittel, das es als Glaubersalz von einem Droguisten geholt hatte. Da das Salz fremdartig schmeckte, ließ das Mädchen auch seine Mutter davon kosten, und die Folge war, daß beide kurz darauf unter entsetzlichen Schmerzen starben. Statt Glaubersalz hatten sie Kleesalz genossen. * Lille. In dem Dorfe Fouguerolles wurden 49 Gebäude durch Feuer zerstört. Letzteres soll durch die Unvorsichtigkeit eines siebenjährigen Kindes entstanden sein. Die Seiden-Fabrik G. Henneberg (k. u. k. Hofl.), Zürich sendet direkt an Private: schwarze, weiße und farbige Seidenstoffe von 75 Pf. bis Mk. 18.65 v. Meter — glatt, gestreift, karriert, gemustert, Damaste 2c.(ca. 240 versch. Qual. und 2000 versch. Farben, Dessins 2c.) portound zollfrei. Muster umgebend. Bekanntnachung. Diejenigen Personen hiesigen Stadtbezirks, welche für das Jahr 1894 einen Wandergewerbeschein wünschen, haben sich bis spätestens zum 10. Okt. er. unter Vorlegung des diesjährigen Gewerbescheins persönlich aus dem Magistratsbureau zu melden. Schwerte, 20. Sept. 1893. Der Bürgermeister. Bekanntmachung. Samstag, den 23. d. nachmittags 5 Uhr, soll der hiesige * Das öffentliche Ausrufen der Speisenkartin ist wohl das Neueste auf dem: Gebiete der Wrishausreklame. Diesen Geschäftskniff hat der Besitzer einer Wirtschaft in Berlin in der Nähe des Stadtbahnhofs Alexanderplatz ersonnen. Von Zeit zu Zeit erscheigt vor dem Eingang des Lokals ein Mann, der die Liste der vorrätigen Gerichte verliest:„Heute giebts Rindsbraten, fein, würh, saftig. Beefsteak, deutsch und englisch. Schweinebraten, gedämpftes Hammelfleisch, Rebhuhn. Alles sehr billig. Oran i. Algier, 19. September. Die Wälder von Domi=Tabot stehen seit mehreren Tagen in Flammen. Das Feuer umfaßt eine Fläche von 20 Klm. Zur Bekämpfung des Brandes ist Militär abgeschickt. * Durch einen Wirbelsturm sind in Valladolid (Spanien) 3 Personen getödtet, 4 verletzt worden. Die Ueberschwemmung in Villaranas hat viele Opfer an Menschenleben gesordert. Es sind bereits 50 Leichen anfgefischt. * Der frühere Student Walter May, der in den letzten Jahren in der sozialdemokratischen Bewegung in Berlin und Leipzig eine gewisse Rolle gespielt und dann in Chemnitz als Leiter des dortigen sozialdemokratischen Blattes und als Volksredner von sich reden gemacht hat, hat sich in einem an die„Genossen“ gerichteten Schreiben von der sozialistischen Partei losgesagt. Er begründet seinen Schritt damit, daß er durch reifliches Nachdenken zu Ueberzeugungen gekommen sei, die ihm die Zukunftsgesellschaft der Sozialdemokratie als ein Hirngespinst erscheinen ließen. Was er bisher geschrieben, betrachte er jetzt als Ausfluß jugend lichen Leichtsinns. * Dresden, 18. Sept. Zwischen Pirna und Schandau sind zwei Eisenbahnzüge zusammen. gestoßen. Ein Personenwagen wurde hierbei voll. ständig zertrümmert und es sollen mehrere Passagiere verunglückt sein. * Mehrere Hamburger Sarghändler hatten fest auf die Wiederkehr der Cholera gerechnet und sich dementsprechend„versehen"; sie bleiben jedoch mit ihrem Vorrat sitzen und etliche mußten schon ihr Geschäft schließen. Zur Illustrierung der„Lage“ diene die Thatsache, daß kürzlich in einer Gerichtsvollzieher-Auktion hunderte solcher Särge meistbietend versteigert wurden. * Zur Nachtzeit drang in dem bei Würzburg gelegenen Dorfe Veitshöchheim ein Strolch in ein Haus, welches von zwei einzelstehenden Damen bewohnt wird, knebelte sie und raubte das Haus aus; hierauf setzte er das Haus von oben und unten in Brand. Durch die herbeigerufene Feuerwehr konnten die Damen gerettet werden. * Ein schwerer Unfall hat sich am Montag vormittag in Kamenz ereignet. Das Viergespann des Prinzen Albrecht von Preußen wurde, wie das häufig geschieht, von dem Leibkutscher des Prinzen durch die Straßen bewegt, um die Pferde einzufahren. Plötzlich scheuten die Tiere und rasten in wilder, tollster Flucht davon. Der Leibkutscher, ein alter Diener des Prinzen, wurde dabei vom Bock herabgeschleudert und erlitt einen Genickbruch, der seinen InteressentenSteinbruch bei dem Wirt Gravert hierselbst verkauft werden Derselbe liegt ½ Stunde vom hiesigen Bahnhof entfernt und enthält sehr gute Steine. Die Verkaufsbedingungen sind bei dem Unterzeichneten einzusehen. Holzwickede, 14. Sept. 1893. Der Verwalter: Schröer. SAEEE Der Turn-Verein„Eintracht“ 8 Schwerte # feiert am Sonntag, den 24. September, X. Verciuslokole 65. Feit sen 8 Rekruten=Abschiedsrranzchen### 8 durch„ 4 2 Konzert, Schauturnen u. Ball. F Anfang nachmittags 4 Uhr. 8n# Nichtmitglieder, durch Mitglieder eingeführt, haben Zutritt. 8 NB. Die pass. Mitglieder werden hierzu im Krieger= und Landwehr=Verein der Schulgemeinde Höchsten, Sonntag, den 24. Sept., Versammlung. 1. Aufnahme neuer Mitglieder. 2. Rechnungslage. Der Vorstand. freundlichst eingeladen. Der Landwirtschäftliche Wilkerschule zu Dortmund. Beginn des Wintersemesters 1893/94 am Montag, den 30. Oktober er., vormittags 8½ Uhr. Schulgeld 30 Mark pro Semester. Anmeldungen nimmt entgegen und Auskunft erteilt bereitwilligst Dortmund(Ardeystr. 5), im Septbr. 1893. Der Direktor: Geibel. Tanzunterricht. Diese Woche Freitag, den 22. d. Mts., eröffne ich im Saale des Wirts Herrn Rafsin einen Tanzkursus. Achtungsvoll H. Weber, Tanzsehrer. Schweine= Versicherungs=Verein Schwerte. Am Sonntag, den 24. er., von morgens 8 bis abends 7 Uhr, findet eine Nachzahlung auf jedes Stück Schwein von 1,00 Mk. statt. Es wird den Mitgliedern pünktliche Zahlung ans Herz gelegt, da unser Kassierer andern Tages keine Zahlung mehr annimmt. Der Vorstand. Das an der Linde gelegene zum 2. Pfarrfonds gehörende Ackerlank, bisher vom Herrn Färber angepachtet gewesen, ist unter der Hand anzupachten. Hohenschwert. Eine schöne, geräumige Wöhnung, 25 Minuten von der Stadt, bestehend aus drei Zimmern, Keller, Stallung, mit oder ohne Garten, ist an eine anständige ruhige Familie zum 1. Novbr. oder später zu vermieten. Von wem, sagt d. Exp. d. Bl. S 110.— 0 Kaffee-Essenz in Dosen. Anerkannt bester und ausgiebigster Kaffeezusatz. Ueberall vorräthig. Vor Nachahmungen wird gewarnt. Eine geräumige Wohnung von 3 Zimmern, Küche, Keller und Garten ist in der Nähe der Stadt an eine ordentliche Familie zum 1. Novbr. oder später zu vermieten. Von wem, sagt die Exped. Eine hübsche Wohnung von 4 bis 5 Zimmern auf Mai 1894 von einem jungen Ehepaar gesucht. Gefl. Offerten mit Preisangabe unter B. D. 45 an die Exped. d. Ztg. erbeten. Hammelfleisch, à Pfund 50 Pfg. bei H. Wiecken, Brückstr. Blumentopfhüllen zu haben bei Carl Braus. Eine Wohnung von 3 Zimmern nebst Keller und Bodenraum per 1. Nov. zu vermieten. Hagenerstr. 79. Eine Wohnung von 3 Zimmern in der Stadt von 2 stillen Leuten auf den 1. Nov. zu mieten gesucht. Von wem, sagt d. Exp. d. Bl Blaustein zur Weizenbeize empfiehlt billigst die Drogerie von Wilhelm Frd. Gust. Gottschalf, Hilden, Rheinpr. Importhaus franz. 0„ Arrac, Rum u. Medicin. Weine. Spezialität I Samitats-„ · Cognac.P Verkauf zu Originalpreisen bei Wilh. Heppe i. Schwerte. S ist das beste Mittel, um Ratten und Mäuse schnell und sicher zu vertilgen. Unschädlich für Menschen und Haustiere. Zu haben in Packeten à 50 Pfg. bei Wilh. Heppe, Drogerie, Schwerte. 0 Rademanns Kindermehl beses undf s. Schwache rationell z personen, stes Kinder- ndie FleischZ nährmittel. danahrung 2c § vollkom§ nicht vertramenster Er-Ullgen, finden satz für ss in Rade§ Mutter= F gmanns Kin; mitch.#dermehl ein — slsl ganz vorVon allen§: zügliches,# Autoritäten Idabei angeals das 01 nehmes0 Beste z# Stärkungs. Kemnpiobien, G. pitil. Rademanns Kindermehl ist in den Apotheken, Droguerien u. Kolonialwaren= handlungen zum Preise von K. 1,20 per Büchse erhältlich. 5 Bochum. Essen. Die Kerser Kochoiten Gelsenkirchen. Dulsburg. in Aubag, hesen und Paretets-Btelten sind in reichhaltiger Auswahl eingetroffen. Elegante Anfertigung nach Mass unter Carantie für tadellose Ausführung. Hochfeine Anzüge nach! zu Mk. 45.—, Mk. 55.—, Mk 65,—. Grösstes Lager feiner fertiger Herren- u. Knaben- Garderobe. Gowre Kammmm Dortmund, nur Westenhellweg 46. Am 20. u. 21. Oktober 1893. Grosse Verlösung von Goldund Silber-Gegenständen zu Massow, die mit 90% bar garantiert sind. Jeder Gewinner kann den Gegenstand oder Geld nehmenOriginal-Lose à 1 Mk., 11 Stück für 10 Mk.(Porto u. Liste 20 Pfg extra) empfiehlt und versendet das mit dem Alleinverkauf der Lose betraute Bankgeschäft Carl Heintze, Ehierden tindens. Die Lose versende ich auch gegen Briefmarken oder unter Nachnahme. Eee-In Schwerte zu haben bei G Kleingarn. Verlosungs-Plan. Gsw. Wert bar 1 1 1 3 4 5 10 a à a a 20 a 50 à a 100 200 300 500 1000 50000 25000 10000 5000 4,000 3000 2000 1000 500 300 200 100 50 20 10 4000 fl. 45000 23500 9000 9000 10800 10.800 9000 9000 9000 13500 18000 18000 13500 9000 9000 18000 Mk. 6197—259000 bar 233100 Mk. Für eine leistungsfähige Kinderversicherung wird ein tüchtiger Agent für Schwerte u. Amgegend gesucht. Schriftliche Offerten unter B. H. 672 durch die Exped. der Schwerter Zeitung. 500 feinste Zigarren 10 M., 12, 15, 18 u. 20 M.(von überseeischen Tabaken) offeriert franco Hs. Dümlein, Hüningen, Elsass. Kartoffelverkauf, Lichtendorf, für Herrn Frd. Hohenschwert Freitag, den 22. Septbr., nachmittags 5 Uhr, 6 Morgen ganz in der Hofes nummerw. meistb. an Ort und Stelle. Schwerte, 13. Sept. 1893. Hohenschwert. Kurlossel=Prrkauf. Samstag, nachm. 4 Uhr, läßt Herr Gutsbesitzer O. Schwarzelühr in Holzen auf dessen am Kommunalwege nach Höchsten belegenen Acker 3 Morgen Kartoffeln(magnum bonum) in Nummern an Ort u. Stelle verkaufen. Westhofen. Sundermann. Freitag, den 22. Sept., nachmittags 5 Uhr, werde ich in der Nähe meines Hofes 4 Morgen sehr gut geratene Kartoffeln (magnum bonum) öffentlich zum Verkauf aussetzen. Sammelplatz auf dem Hofe. Ergste, 16. Sept. 1893. L. Bormann. RRRRRRRRRRRRRRRRRARN Ru 36#8# Die nachweislich durch tausende von Nachbebestellungen anerkannten, garantiert vorzüglich guten. Bettfedern versendet nur die WeltFirma Hamburg, gegen Nachnahme nicht unter 10 Pfund. Neue Bettfedern 60 Pfg. das Pfd., sehr gute Sorte 1.25 Mk. das Pfd., feine Halbdaunen 1.60 u. 2 Mk. das Pfd. Halbdaunen, hochfein, 2.35 Mk. das Pfd., Ganzdaunen(Flaum) 2.50 u. 3 Mk. das Pfd. Bei Abnahme von 50 Pfund 5% Rabatt. Umtausch gestattet. w * # 28 * 28 * * * * * 3 23 Den Empfang der neuen Regenmäntel und Kleiderstoffe zeigen ergebenst an und empfehlen zu sehr billigen Preisen Gebrüder Grügelsicpe, Schwerte. 26 36.20 * 26 # 3 Pfeifen- und Stockfabrik Gebr. Dieker, Hörde und Schwerte. 5 Grus=Berkäuf. Freitag, den 22. d. Mts., nachmittags 4 Uhr, werde das Gras in meiner Wiese am Dieckerhofe zum Verkaufe aussetzen. Lichtendorf, 19. Sept. 1893, H. Brüggemann. Zur Helle, Schwerte. Heute und morgen: Kalbsbraten, Sauerbraten, Trüffelleberwurst, Sülze, junge Hahnen, Cavlar, Frankf. Würstchen. Warmes Frühstück 40 Pig. Abendplatte 40 Pfg. Oarl Raffin. 50 Kg.—100 Pfd. Kartoffeln Brot 5 Kilo Butter per Pfd. Eier 7 Stück Neuß, 19. AN RRARRRRRRRRRARRARRUN Holz- und Polster-Möbel grosser Auswahl. Dekorationen jeden Genres. 8 Bahnhof- und Karlstrassen-Ecke. vollständiger Dr. Eichhoff, aragfür Haut- und Geschlechtskrankheiten. Elberfeld, Bembergstr. 9. (Kranke finden Aufnahme i. allen Klassen meiner Abteilung im städt. Krankenhause.) Ein älteresschristl. Fräulein sucht als Haushälterin, Stütze der Hausfrau, oder als Krankenpflegerin Stelle. Auf Wunsch Eintritt sofort. Näh. in der Exped. Die weiteste Verbreitung in Deutschland hat die Berliner Abendpost mit dem Unterhaltungsblatt: Deutsches Heim. Abbonnement: vierteljährlich 1 Mk. 25. bei allen Postanstalten. Nächste Ziehung 1. Oktober 1893. Lau Reichsgesetz vom 8. Juni 1871 im ganzen deutschen Reiche gesetzlich zu spielen erlaubte ottomanische Staals-Eisenbahn-Lose. Haupttreffer: 600000, 300000, 60000, 25000, 20000 2c. 2c. Nur„bare“ Geldgewinne. Jedes Los gewinnt! Die Monats=Einlage beträgt auf ein ganzes Los nur 4 Mark mit sofortigem Gewinn=Anrecht. 30 Pfg. Porto auf Nachnahme. Gewinnl. gratis. Näheres besagen die Prospekte, welche ich gratis und franko verschicke.— Gefl. Aufträge umgehend erbeten. Bank=Agentur F. Bertsch, Konstanz. Von dem Abbruch Elberfelderstraße 81/83, früher C. Asbeck& Co., sind noch verschiedene sehr gut erhaltene Fenster, Thüren, Doppelu. Flurthüren, alles von Eichenholz, sowie Balken, Bretter, eichene Hausteine, ein Thür= und Feustergewände, Gesimse, Verdachungen, Balkone, Treppen 2c. billig abzugeben. Näheres an Ort und Stelle und bei Chr. Vitua, Baugeschäft, Körnerstraße 84, Hagen i. W. Gacdter, Jeiehnt Ulicher Cacho. n Pulver- u. Würfelform. Zu haben in den meisten Konditoreien, Kolonial-, Delikatessund Droguengeschäften. Ein erfahrenes Dienstmädchen sucht dauernde Stellung. Gefl. Offerten bef. die Exped. Danksagung. Schon seit 2 Jahren lint ich an Störungen in der Verdauung und ihren Folgen. Nicht selten wurden dadurch Brustbeklemmungen und Wallungen des Blutes nach dem Kopfe verursacht. Besonders nach dem Genuß mancher Speisen, vorzüglich Schwein fleisch, hatte ich viel zu leiden. Aerzte, die ich zu Rate zog, gaben der Vermutung Ausdruck, daß ich auch zu Hämorrhoiden Anlage hätte. Ich wandte mich daher an den homöopathischen Arzt Herrn Dr. med. Hope in Hannover. Die Mittel, welche ich erhielt, bewährten sich vortrefflich und ich kann nicht umhin, für die erfolgreiche Kur meinen herzlichsten Dank hiermit auszudrücken. (gez.) F. Schmidt, Stettberg in Mittelfrauken. Gesucht wird ein tüchtiges, braves Tienstmädchen zum 1. Nov. nach Hagen. melden bei#28. Schwerte. Handelsnachrichten. Schwerte, 20. Sepr. 1893. Ter 2.4 50 2ter 4 2 Iter 4# 20 1 50.— Sept. 1893. 30 2— 101— 120 50 Weizen 1. Qugi. 15140 der 100 Kilo 2.„ 14|90 Landroggen 1.„ 13|50 per 100Kilo 2.„ 12|50 Hafer 1850 Wintergerste per 100 Kilo Buchweizen„„„ Rübsen(Aveel)„„ Raps 1. Qual.„„ „ 2.„„ Kartoffeln„„ Heu per 500„ Roggenstroh per„„ Rüböl per 100„ in Partieen von 100 Zentner Rüböl per 100 Kilo faßw. Gerein. Oel per 100 Kilo 3 J höher als Rüböl. Preßkuchen per 1000 Kilo Weizen=Vorschuß 00 per 100 Kilo Kleien per 50 Kilo 5/40 Köln, 19. Sept. Weizen hiesiger 15,50—16,00, fremder 16,25—17,50. Roggen hies. 14,25—15.50, fremder 16,25—18,00. Hafer hies. 19,25 bis 20,00, fremder 16.50—17,25+ Berlin, 19. Sept. Weizen Sept.Okt. 150.25 J Nov.=Dez. 153.25 K. Roggen Sept.=Okt. 129,50 M Nov.=Dez. 132,25 K. Hafer Sept.Okt. 158.75 J Nov.=Dez. 150,75 R. Rüböl vorr. mit Faß 48,25 M Rüböl vorr. ohne Faß 47,30 M Sept.=Okt. 48,10 J, April= Mai 48,80 J, Spiritus 70er vorr. 34.90 R. Sept.=Okt. 33,00 J., Nov.=Dez. 32,50 M, 50er vorrätig K 00,00. Dortmund, 19. Sept. Städt. Viehhof. Zum heutigen Schlachtviehmarkt waren aufgetrieben: 639 Stück Großvieh, 525 Schweine, 187 Kälber, 154 Schafe. Per 100 Pfd. Schlachtgewicht wurde gezahlt: für Ochsen 00—00 M, für Stiere 38—48 M, Kühe 1. Qual. 56—60 M, 2. Qual. 50—55 M. Schweine 1. Qual. 52—56 K. 2. Qual. 00—00 M Kälber per Pfd. Schlachtgewicht 1. Qualität 61—64 9, 2. Qualität 51—60 4, Schafe desgl. 45— 53 4. Unverkauft blieben 68 Stück Großvieh, 7 Kälber.