alk N. u. ne. t * reisen Cchwerte. ene er von emüsen reitung isten, pver. f0. ndlung ) P f g. ckstr. erte. leak, wurst, Pig. Rafdn. „ Amtiiches Aereisbratt Abonnements=Preis pro Quartal 1 Mk. 50 Pfg. Erscheint Dienstags, Donnerstags und Samstags. ntliche Gratisbeilage:„Illustrierter Familienfreund.“ Wöchenrucge Gcatisbeilage: Nr. 109. für den Kreis Hörde. Insertionsgebühr für die sechsspaltige Zeile oder deren Raum 10 Pfg., außerhalb des Leserkreises 15 Pfg; Reklamen 30 Pfg. Redaktion, Druck und Verlag von Carl Braus in Schwerte. Tchweite, Somstag, 10d. Soshender 1906. 26. Jahrgang. Deutsches Reich. Nachdem der Kaiser am Mittwoch das Kommando des 14. badischen Armeekorps geführt und mit demselben das 15. zurückgeworfen hatte, übernahm der Monarch am Donnerstag das Kommando des letzteren Korps. Vorher hielt der Monarch noch eine kurze Ansprache an das 110. Regiment und betonte darin, er nehme gern den Vorschlag des Großherzogs von Baden an, der Chef eines Regimentes zu werden, das den Namen seines Großvaters trage und von dem er stets nur ihnen aber nur dann als Uebung anzurechnen, wenn die nicht anzurechnende Zeit der Freiheitsstrafe von kürzerer Dauer als das dritte Dienstjahr ist. Im„Judenflintenprozeß" des Rektors a. D. Ahlwardt findet die Revisionsverhandlung am 19. d. M. vor dem Reichsgericht in Leipzig statt. Frankreich. Ein russisches Hetzblatt erscheint jetzt unter ken rezitieren wird.— Mit Beginn der Herbst=ger als sechs Gottesdienste werden ihm ein saison ist wieder flotteres Leben in den Verein feierliches Gepräge geben. Die Teilnahme am eingekehrt und seitdem derselbe seine Sitzun= Kongreß scheint eine großartige werden zu wolgen im berühmten Schultheißschen Ausschank(gegen=len. Der Herr Oberpräsident Studt und Herr über der Passage) abhält, besuchen uns viele Konsistorialpräsident von Westhofen haben ihr Landsleute, die nur für ein paar Tage in der Erscheinen zugesagt. Auch unsere olerste kirchReichshauptstadt weilten. Die Sitzungen des liche Behörde, der Oberkirchenrat in Berlin, Vereins finden regelmäßig jeden zweiten und wird vertreten sein. Von England und Holvierten Samstag im Monat statt.— Auch unser land haben sich Gäste angesagt. Den Eröffjetzt unter„Westfalen=Liederbuch“ findet noch flotte Abnehmer, nungsgottesdienst wird am Montag, den 2., nachm. dem Titel„Rord“ selbst in Paris. Es begintlseder geselige Verein solle es sich als Kommers= um 4 Hex,rogersteestliche Großvaters trage und von dem er steis nurssite Freankteich zelamiert hun heauislen, 4 Schwerte, 15. Spienber. Wie wir Münster, in der Reinoldirche halten. Auf Gutes gehort. In dem Mondver brängte, der weil schon zu Csars Zeien der Rhein Frankrichel bereits berichteten, seierte der Rohschmiedemester das übrige Programm, werden wir bald zurüickKaiser das 14. Armeiorps an den Aivei]“. Zu Casars Zeiten gab es auch Habert Sondermann bei der Firma With. Rath kommen. Heute, mögten wir noch einmal auf swischen Seiz und Lauterburg, Vit einen noch kaigt Mozopiter in Enropa, sondern mursin 25sähzeiges Jutikam. Das Feschen, an die in unseren Progranm gusgesprachene Bilte iupesanten Feuergerfechte ereichten die evouu in Asien. Mögen sit ehersals wieder dehin gehen, den der Pinzpel miös Frau, Beamte und Mit, aufnersam wachen, wong Leldungen wegen gen zwischen dem badichen und elschtschen,“, guf den russischen Flotenbesuch larbeiter teilnahmen, verlief in schönster Weise und Freiguarier und wegen Nagweis an geigne: Armekors ihr Ende. Von Lauterburg, Inhr un g. vo Zi. Bichune des, Nischen Mitcl=]Helt die Feiernden bis in später Abendstundesten Gasthösen bis spätestens zum 15. d. Mis. der Kaser, mittels Sonderzuges, noch, Stut,)v Ponion up, bie vichg peilter als in Htelter usammen. Der Toost des Hern Rath auf densan Herrn Stäps, Dortmund, Märtsche Straße eent potiht an Boachnüteg gugh die busezu Pariagoe, Gagiand igt, aseig nun desz von Achier zuge von den schsnen Eiogurnchnn 63, Selangenz, eligz, Sritgzuschgpese find aus aus Kassek eintraof. Der Empfung und vie Hondon soen Cookoup v, 2., um 11. Staber zwischen Arbeitgeber und Arbeluchmer. der evangelisgen Bürgerschaft Vortmunds eine Begrüßung der Kaiserlichen Mojestäten berzge wirz z., us in Prompter We)e, Vm M.timer. 2.8 Billigst, 15 Sepbr. Ein rütselhafter große Menge von Anerbieten gekommen, ihre sich in den üblichen Formen, die gegenseitige wird die erste Dioision des engtischen V uueim.::, Mord ist hier gestern abend ½8 Uhr ungefähr 70 Fremdenzimmer für die Teilnehmer des KonBegrüßung mit dem Könige und der Königinsgeschwaders unter dem Oberbesehl des Lord Se., Schritte von der Iserloher Landstraße auf der Weide gresses gastfreundlich zu öffnen. von Würtemberg war die herzlichste. Denl mour einen ofiziellen Besuch in dem sabitalienischen des Herrn Dietr. Hergezrziechzen Vgezz#grmgezenen— n Dortmund, 14. September. Am fürsftlichen Herrschaften wurden lebhafte Ova=[Krigshosen Tarent abstaten. Das ist ein Winkigenonner, nag sest etuger Feitrmehzrere Mals einen 16. und 17. Sepiember fiudet hierselbst der 16. dionen dargebracht. Heute(Freitag) ist beilut dem Zausäett, den von in Borts Hon vor gau gelsehdesen Botanlet, wicher, wie aush gesten Verdandstag des Hauppetbandes Arendscher Stuttgart Korpsparade, Samstag sind großes stehen wird, wenn er auch nicht die überströmende abend, mit dem Einheimsen verschiedener Kräuter sich Stenographen im Kölnischen Hofe statt. Der Manöver und abends reist der Kaiser nach Begeisterung, die sich an der Seine breit macht, beschäftigte, Plöslich krachte ein Hehaß gergicher Lafl Tagesordnung nach ist dieser Verbandstag, welcher Augarn zu den dortigen großen Mandvern, vt., vppier, ixigeg, ig, Ifeiu, eincs Starzes ian benselken Augenblscke srang ein mit graem Hut zum ersten Male in unserer Provigz tagt, einer denen auch der König von Sachsen und Prinz General Meiribde. s usy gpve.—.½, und Joppe belleideter Monn aus dem Gehölz, ergriff der wichigsten und bedeutungsvolsten für die Leopold von Baiern beiwohnen werden. vom Pferde gestorben. General Miribel wn=, den im Blute Daliegenden und transportierte ihn ellian Arendssche Schule. Der Vorstand des HauptverDer Kronprinz von Italien hat sich maß=]bekanntlich jenseits der Vogesen als der französische in das dichte Gehölz. Als kurz nach der That sich pandes, unter Leitung seines 1. Vorsitzenden Herrn gebenden italtenischen Versönlichleiten gegenüber!Molte geseiert und man erwarte von ihm in Freoserseig hoatiges Besser, weiches er iu der Hand 3. Mansbacher, eines geborenen Westfalen, fordert anberordentlich beriedgt über die Aufnachmes stächsten Krige grße Thatn. Hest, zur Erde, eigesf sein an einer Eiche gelchnes zu rigem Besache des Verbandetages auf. Bei ausgesprochen, die er am Rhein überall ge] Charles Lesseps wurde in Freiheit gesest.(Gewehr und rief mit Donnerstimme:„Seil. Schriftt der Bedeutung, welche die Stenographie in der funden hat. Er sei glücklich über den Empfang, Italtev, zihnen mit Genug= vlis soättr dann noch einige Leuie den Mald zu um= heutigen Zeit erlangt hat, dürste der Besuch des den er bei dem Kaser gefunden, und sei volter! D bn,gung, n; gag britsche Mitel, stelensuchten, wor e5 bereits duniek geworden, und sand Verbandstages für jedermnann von größtem Interesse Verwunderung üiber die Manöver, an denensthzung die Meio,2; dop—..u.1., Gezen man heute, morgen, auch nicht die gerngste Spux, wiche sein. er ein großes Interesse nehme. Am Sonn= meergeschwader alle bedeutenderen italienischen Ousen zur Enldekung des Thäters führen könnte. Nur eine! 8 Dortmund. 13. Sept, Kongreß für innere abend gedenkt der Kronprinz von Stuttgart besuchen werde und zu gleicher Zeit ein stets kriegs Blutlache kenrzeichnete den Ort der blutigen That.— Mission in Dortmund,(2.—5, Hktober.) Die uch Monza zu seinen Eltern zurückzukehren, fertiges heimisches Geschwader gebildet werden solle. Wie wir soeben noch erfahren, ist der Name des so Teilnahme am Kongreß scheint eine großartige werd be a reundschaftlichen Sie erkanen darin nicht nur die enge Verkapfung zlszlch zu Tode Gzonmenen Hase und stammt, aus den zu wolen. Der Oberpräsdent Stast und die dem Kaiser in verztchen, 1teuppsoneg) Dant der evalischesitalienischen Interessen sondern auch per weiverzweigen Familse der Lampe. Trotz seines Herr Konsistorialpräsdent von Westpogen haben ihr Telezrammen, ihre Freude und ihren Dantsoer englischeitalenischen„Inieressen, sonven. vn, sillen und zurückgezogenen Lebens war derselbe doch Erscheinen zugesagt., Auch unsere oberse tirchliche kundgegeben haben. den festen Willen der beiderseitigen Regierungen, überall sehr beliebt und wurde sehr oft bei den fein= Behörde, der Oberkirchenrat in Berlin, wird verVorstand des brandenburgischen Be= allen russischen und französchen Uebergriffen im sten Gesellschaften zu Tafel gezogen, was auch der treten sein. Von England und Holland haben sich secht wit ntehmer, eungeortzerikg. eine Belohnung von 100 K auf die Entdeckung des sgggeesgeg. 11 Sent des deutschen Kriegerbundes geht, geit Witeilmer eng vezrsgn. eine Belohnung von 100 a auf die Entdecklung des einem nachahmenswerten unternehmen um. er W2inee.. Thäters ausgsetzt haben. will versuchen, eine Arbeitsvermittlungsstelle Der„Stand.“ meldet aus New=York: Die Wellinghofen, 14. Sept. Der Bergfür zur Entlassung kommende Reservisten zu Agenten der Dampfschiffe erklären, daß die mann Karl Korizius aus Hörde, Wellinghofer schaffen.(Auswanderung aus den Vereinigten Staaten Straße 148, war auf der Zeche„Krone“ mit Zur Hülfeleistung bei Eisenbahn=Unglücks=ldie Einwanderung übersteigt. Die Anzahl der dem Ansetzen eines Aufhauens zum Pfeilerfällen ist von den Eisenbahn=Direktionen jetzt Auswanderer in die Küstengebiete des Mittel=(hau beschäftigt, als unverhofft größere GeFürsorge getroffen, daß bei Unalücksfällen sofort, meeres sei aufs Doppelte gestiegen und die steinsmassen hereinbrachen und ihn so ichwer Iserlohn, 11. Sept. Ein 5jähriges Kind hierselbst fiel aus dem zweiten Stockwerk eines Hauses auf den Kopf eines Mannes; dieser erlitt eine erhebliche Verletzung, das Kind aber blieb unverletzt und lief munter davon. Altena, 11. Sept. Den Professoren Herren sillen ist von den Eisenbahn=Oiretignen, Jet Auswanderer in die Kutenverzegenes Kute, bau beschäftigt, als unverhoft, größer, Ge Dr. Johnever und Arthur Titius vierseilbt is Fürforge getofen, daß bei Uinglücksfälen ofort, weres Ve. Au; Zremten gegruiegen, und diel steinsmassen heresgbrachen und ihn so[Grzsder Rang der Räte 4. Klasse Allerböcht vernoch vor Ankunft des Arztes, durch die Eisen= Anzahl der nach Bremen Geyenden sei 10 bis an der linken Schutter, Schlüsselbein und der Rang der Räte 4. Klasse Allerhöchst verdie erste Hülfe geleistet werden 20 Proz. mehr, als die der Ankömmlinge. Man n#chten Seite verletzten, daß er in das evange— — 5/40 zenhiesiger 5—180 ir mder jes. 19.25 18.00. zen Sepiz. 157.25 33.25 K. ser Sept.= 156.00. 48.60 A. 4775 M. Mai 49.10 tig 36 25 Nov.=Dez. K 00.00, st. Städt. chlachtgetrieben: Schweine, afe. Per ht wurde 0.2, für 1. Qual. 2—56. 57 K 2. ver Pid. dt 66—70 9. Schafe uft blieben bahnbeamten dir erste Harge Bxleisteg werben f8d Fregtinicht, und en dr. umammg rechten Seile verlepten, oaß er in das evangekann. Die Bahnärzte haben die Zug= und schreibt diesen Umschwung der Schließung von lische Krankenhaus„Bethanien“ zu Hörde geStationsbeamten mit Verhaltungsmaßregelu Minen und Fabriken zu. bracht werden mußte, versehen, während alle zur ersten Hülfeleistung] Die Meldungen aus Brasilien lauten für die Schüren, 11. September, Gestern morgen erforderlichen Gegenstände, in besonderen Ret=Regierung in Rio de Janeiro, die vor wenigen(Sonntag) emdeckte eine, Verohnersg, ges,„War'schen tungstisten enthalten, auf jedem Zuge vorhan= Togen rgg, ggx, Holz, du Boßz,(enp, zur gesen, Hoseibst bfiadlichen Teiche eine Leiche., Dieselbe wurde den sein müsen. genug. Das starte Fort Santa Cruz, im Hasen aufs Land gezogen und in derselben, wie schon kurz Wiener Blättern wird aus Dresden tele= der Hauptstadt, hat sich dem Aufstande angeschlossen gemelder, die Person des 30 Jahre alten und unvergraphiert: Wie verlautet, treffen im Okto= und mit der Flotte die Kanonen gegen die Stadt heirateten Schneiders Daum aus Hörde polizeilich ber der deutsche Kaiser und mehrere deutsche gerichtet. Es heißt bereits, der Präsident Beixoto fanden norgens Bepoßner des Sseinbruches am Rande Fürsten daselbst zu dem Zwecke ein, um an habe das Unmögliche eines längeren Widerstandes des Teiches einen Hut und Rock, es wurde auch gleich der Feier des 50jährigen Militärdienstjubiläums eingesehen, zumal sich auch die Zivilbevölkerung mit Feuerhaken in dem Teiche gesucht, doch ohne Erdes Königs Albert teilzunehmen. gegen ihn erklart, und seine Bereitwilligkeit, sein folg. Hierbei wird ihm die rechte Stirn verletzt sein, des Kinigs Aibert teithunehnen, Apigrig soven in euy, zuagesgrachen.— Der Büresdeam de Deiche balt vier ene lche Wounde. Das Bei der Preisverteilung für lanongrischafte= Amt niederzuegen,.—.—.. gb„[Motio des Selbstmordes wird in geistiger Unnachtung liche Gegenstände auf der Chicagoer Weltaus= gerkrieg in Argentinien gestaltet sich nach Veu=(gesucht, nicht ausgeschlossen ist es aber auch, doß Liestellung sollte Deutschland, nach einem Chicagoer Yorker Berichten zu wahren Raubzügen. beskummer ihn in den Tod getrieben hat. Er war Telegramm, ner 21 Preise erhalten haben.] Afrika. nämlich mit einer Witwe in Hörde, die vier Kinder b get, utt 8 g.8 Afrikg kommen mehrere interessante Nach= hat, verlobt und beide wollen bald die Ehe schließen, Diese Nachricht bedarf der Richtigstellung inso Lan lezten Kämpfen, schen Ara,]Die Braut hat sich aber endich abgeneigt gezeigt, vell fern, als sie sich lediglich auf die Liqueuraus=srichten. Von den letzten Kämpfen zwise,. Daum dem Schnapse zugethan gewesen. Hierüber soll stellung bezieht, und als auf die 38 ausstellen=bern und den Truppen des Kongostaates wird ler sich sehr unglücklich gefühlt haben. Die Leiche hat den deutschen Firmen im Ganzen 27, und nicht bekannt, daß es wahre Blutbäder gewesen sind, hiernach über acht Tage im Teiche gelegen.(Dortm. Ztg.) 21, Preise entfallen sind. Auch hier ist das Die Menschen fressenden Eingeborenen stürzten sich Hörde, 12. September. Als die Mitglieder Ergebnis der Preisverteilung für die deutsche an der Seite der kongostaatlichen Truppen wie des Turnvereins„Jahn“ am vergangenen Sonntag Industrie ein sehr günstiges. wilde Tiere auf die Araber; ganz entsetzliche Greu= zu dem lücklenberger Turnfeste marschierten, bemerkNach einer Entscheidung des Kriegsmini=lelszenen haben sich abgespielt. Schonungslos wurden ten sie in der Nähe der Zeche„Krone“ einen steriums für die ch die Einführung der die Gefangenen zu Tode gemartert, um später Körper an einem Pfahle baumelnd. Näher tretend, zweijährigen Dienstzeit entstandene Uebergangs= beim Siegesmale verzehrt zu werden.— In Tri= sahen sie, daß dort ein aufgeknüpfter Mann hing. zeit sollen diesenigen Mannschaften der Fuß=(polis ist die Meldung aus dem inneren Sudan Da die Gliedmaßen desselben noch zuckten, schnit truppen, der fahrenden Feldartillerie und des eingetroffen, daß der berüchtigte arabische Skla= der Turner S. den Strick schleunigst durch, woTrains, die sich im dritten Dienstjahre befinden venhändler Jobehr Pascha, ein Günstling des ver= rauf Wiederbelebungsversuche angestellt wurden, und Ses schasien Kecieal. L eicht kesetaetsct. ds eaite ue gelchiche honlen, 4 aid egene acher Khascheher e. daß ihnen diese Dienstzeit als Uebung anzu= Araber bedeuten. Froh über das gelungene Rettungswerk zogen die wird die über 2 Jahre hinausgehende Dienstzeit] Westfalen und Rheinland. bekanntlich als Uebung angerechnet.) Diejenigen]—n Schwerte, 14. September. Der den Lebensmüden erblickten, der sich froh und lustig Manschaften, die jetzt im zweiten Dienstjahre Westfalen=Verein zu Berlin hält am Sonntag, den unter den Festteilnehmern umhertummelte. stehen, eine Freiheitsstrafe über sechs Wochen 17. September, in den Viktoriasälen, Leipzigestr.] w Dormund, 13. September. Der erlitten und deshalb nachzudienen haben, sollen 134, einen plattdeutschen Abend, in welchem unser Kongreß für innere Mission in Dortmund in der Regel das dritte Dienstjahr im Dienst bekannter Landsmann Wilhelm Täpper aus Bochum(vom 2.—5. Oktober d. J.) naht heran, die behalten werden; diese Zurückbehaltung ist aus Reuterschen und westfälisch=plattdeutschen Wer= Vorbereitungen sind fast vollendet. deicht weniliehen worden. Soest, 14. September. Im Kreise Soest und benachbarter Gegend sollen eine Reihe von Kleinbahnen gebaut werden; in's Auge gefaßt und näher untersucht werden sollen die Strecken: HammWerl=Wickede, Werl=Neheim, Neheim=Sundern, Gerlingen=Soest, Warstein=Belecke=Soest, StockumNiederense, Soest=Beckum und Beckum=Münster. Aus Westfalen, 13. Sept. Auf vielen Höfen des Landes tritt augenblicklich die Geflügel=Cholera auf und fordert manches Opfer unter den Hühnern. Man glaubt, daß dieselbe aus Polen und Ostpreußen durch sogenannte Treibergänse eingeschleppt ist. Enten, Hühner und Gänse werden von dieser Krankheit befallen und verenden dann schnell. Gelsenkirchen, 12. September. Auf der Strecke der köln=mindener Eisenbahn zwischen hier und Kray wurde heute morgen, laut„Rhein.= Westf. Ztg.“, die Leiche eines Reservisten, welcher vom Zuge überfahren worden war, zwischen den Schienen gefunden. Gelsenkirchen, 12. September. Wegen allzu starken Andranges schlagender Wetter sind nach der„W. Vztg.“ in letzter Zeit auf Zeche„Hibernia“ mehrere Betriebspunkte abgeschlossen worden. Man fürchtet sogar, daß die ganzen unteren Sohlen außer Betrieb gesetzt werden müssen, um dem Olpe, 14. Sept. Ein Nimrod von hier hat, als er zwischen den Gärten ein Häslein jagte, nicht nur dieses geschossen, sondern auch ein Dienstmädchen in das Auge getroffen; obgleich den unglücklichen Schützen eine direkte Schuld wohl nicht trifft, ging ihm die Sache doch so zu Herzen, daß er sofort anspannen ließ und mit dem Mädchen nach Gießen in die Klinik fuhr, um womöglich die Sehkraft des Auges noch zu erhalten. Siegen, 14. September. Der Mühlen besitzer Franz, dessen Scheinwechsel der Vorstand des Siegener Bankvereins hinter dem Rücken des Aufsichtsrats acceptiert und zu buchen unterlassen hat, ist wegen Teilnahme an der Herstellung von Scheinwechseln verhaftet worden. Der Bankverein hat nunmehr seinen Bankerott angemeldet. Siegen, 13. September. 2000 Pfund Speck, welche in den Schornstein des Metzgers Link hierselbst zur Räucherung gehängt worden waren, gingen infolge eines Schornsteinbrandes in Flammen auf. Das Feuer blieb im übrigen auf seinen Herd beschränkt. Düren, 13. Sept. Ein Mordversuch an einem Kinde, der vor einigen Tagen im benachbarten Orte Gürzenich unternommen wurde, ist noch glücklich vereitelt worden. Bei dem Handelsmann Fr. in Gürzenich wohnte ein noch nicht 16 Jahre altes Mädchen aus Merzenich, dem die Wartung des einige Monate alten Kindes des Fr. anvertraut war. Kürzlich nun erhob das Kleine, nachdem es gebadet und zu Bette gebracht worden war, ein durchdringendes Geschrei. Die Mutter des Kindes eilte hinzu, nahm das sich windende Kind aus dem Bettchen und suchte dasselbe zu beruhigen. Der Zustand des armen Würmchens verschlimmerte sich aber fortwährend, bis plötzlich eintretendes Erbrechen anscheinend Erleichterung brachte. Zugleich aber sahen die Mutter und die anderen hinzugekommenen Hausbewohner und Nachbarn, daß das Kleine eine gelbliche Masse erbrochen hatte. Während man hierüber Vermutungen austauschte, lief plötzlich das Kindermädchen davon, und als einige Personen ihm nacheilten, gerade in den Teich. Dort herausgeholt, gestand es dem inzwischen herbeigeholten Ortsvorsteher, daß es die Absicht gehabt habe, das Kind, dessen Wartung ihm zu lästig geworden, durch Eingeben von Schwefelholzköpfen aus dem Wege zu räumen. Die jugendliche Verbrecherin wurde verhaftet und dem Amtsgericht hierselbst übergeben. Gerüchtweise verlautet, dieselbe Person habe im vorigen Jahre in Birkesdorf als Kindermädchen Stellung gehabt; das derselben anvertraute Kind sei nach kurzer Zeit gestorben. Ob der Tod dieses Kindes auch auf ein Verbrechen zurückzuführen ist, darüber wird wohl bald Aufklärung geschafft werden. Barmen, 13. Sept. Die Gwissenlosigkeit mancher Kostwirte geht doch zu weit. So erschien gestern morgen die Polizei bei einer an der Hochstraße wohnenden Kostwirtin, wobei sie nicht nur den bereits auf dem Ofen befindlichen Braten, sondern auch das noch im Schrank befindliche Fleisch beschlagnahmte. Es waren laut der„Barm. Ztg.“ insgesamt 16 Pfund, welche die gewissenlose Frau zum Preise von drei Mark bei dem Abdecker Petry angeblich als Hundefutter gekauft hatte und welches sie nun ihren Kostleuten vorsetzen wollte. Die Frau hat das schändliche Verfahren schon länger getrieben; die Untersuchung gegen dieselbe ist eingeleitet. Caub, 14. September. In einer hiesigen Metzgerei wurde eine Kuh geschlachtet, welche das gewiß seltene Gewicht von 710 Pfund hatte. Man merkte an ihr keine Spur von Futtermangel. Das Vorfett an dieser Kuh wog 138 Pfund und mit den Nieren sogar über 200 Pfund. Krefeld, 11. Sept. Auf Haus Schönwasser produzierte sich gestern eine Miß Dorina in ihren Kraftleistungen, indem sie u. a. ein lebendes Pferd von 500 Pfund Gewicht mit den Zähnen von der Erde hob. Niederrhein, 14. September. In den letzten Nächten sank das Thermometer hierselbst so tief, daß am frühen morgen alles bereift war. Alte Bauersleute wollen aus mehrfachen Anzeichen auf einen frühen und strengen Winter schließen. Mülheim a. Rh., 13. September. Ein blutjunger Weltreisender wurde obdach= und mittellos hier aufgegriffen. Nachdem er seinen Eltern 20 Mk. stibitzt, womit er die ganze Welt zu bereisen gedachte, verließ der unternehmungslustige, 13jährige Bursche seine Heimatsstadt Bremen am Montag=Morgen, ausgerüstet mit einem Kursbuche, einer Taschenuhr, einigen Butterbroten und einer Touristenflasche. Da letztere, sowie sein Portemonnai inhaltslos geworden, war es mit seinem Mut und seiner Unternehmungslust zu ende. Die Polizei nahm sich seiner an. Köln, 12. Sept. In einer Fabrik an der Rosenstraße lief gestern ein Arbeiter einer Maus nach, dabei stieß er mit dem Kopfe so heftig gegen einen Ventilator, daß er eine Schädelspaltung erlitt und der Tod sofort eintrat. Lingen, 14. Sept. Infolge der günstigen Witterung in diesem ganzen Sommer nehmen die Arbeiten am Rhein=Ems=Kanal namentlich auf der Strecke zwischen hier und Meppen, einen raschen Fortgang. Die Bauunternehmer scheinen gute Geschäfte dabei zu machen. In letzter Zeit haben die besten der beim Bau beschäftigten Arbeiter, meist sind es Holländer, durchschnittlich 4 M. bis 4. M. 50 Pfg. verdient. Aachen, 9. September. Heute nachmittag wurde ein hiesiger Mann verhaftet, der seine leibliche Mutter aus einem Fenster ihrer an der Sandkaulstraße Nr. 51 belegenen Wohnung gewaltsam herauswarf, sodaß die Frau einen Schädelbruch erlitt und ins Mariahilfspital verbracht werden mußte. An ihrem Aufkommen wird, dem „Echo“ zufolge, gezweifelt. Vom Rhein, 14. September. Die Freude der Winzer wird immer größer, da sie, je näher der Herbst rückt, sicherer sind, nach einer Reihe von Jahren wieder einmal für die gehabte Mühe den Lohn einheimsen zu können. Es ist auch wirklich eine Freude, die Weinberge am Rhein in kraftstrotzendem Aussehen von dunkelgrüner Farbe zu sehen, die großen Früchte sind trotz ihrer Masse von Laub noch völlig bedeckt, so daß sie nur beim Wegbiegen der Blätter zu sehen sind. Bemerkenswert ist, daß gerade die Weinbergslagen ersten Ranges, die seit langer Zeit immer nur minimale Ernten lieferten, in diesem Herbst am besten aussehen. Zell an der Mosel, 14. September. Ein schönes, großes Faß, welches einen Inhalt von 10000 Liter fassen soll, hat die Firma Zimmermann=Graeff hierselbst bauen lassen. Das große Riesenfaß ist dazu bestimmt, Zeller 93er Crescens aufzunehmen und wird seinen Platz im heutigen Schloßkeller finden, woselbst die Kurfürsten von Trier schon im 12. Jahrhundert Weine lagern hatten, allerdings nicht in solch großen Fässern. Cholera=Nachrichten. Der Stand der Cholera giebt nach wie vor keinen Anloß zu ernsten Besorgnissen: In Berlin, wo bereits seit mehreren Wochen kein neuer wirklicher Cholerafall mehr vorgekommen war, hat sich die Zahl der Cholerakranken immer mehr verringert, von 6 auf 4, dann auf 2, und nunmehr sind auch die beiden letzten als geheilt entlassen worden. Auch die Zahl der choleraverdächtigen Personen hat sich immer mehr verringert, so daß jetzt in keinem der Berliner Krankenhäuser ein choleraverdächtiger Fall beobachtet wird. Die Cholerastationen sind infolgedessen aufgelöst worden und Berlin als cholerafrei zu betrachten. Dagegen sind in Papiermühle bei Solingen 6 Erkrankungen an Cholera vorgekommen, die preußische Regierung hat daher die Absendung von Spezialsachverständigen angeordnet. In St. Goar ist am 8. September die Frau eines Schiffsführers an Cholera gestorben.— In Hamburg sind auf einem von Rotterdam gekommenen Schiffe 6 Personen unter choleraverdächtigen Erscheinungen erkrankt. Bei einer Person, die gestorben ist, wurde Cholera konstatiert. Es sind umfassende Abwehrmaßregeln ergriffen worden.— Auch im Weichselgebiet ist ein Cholerafall vorgekommen, bei einem in Kurzebrack tot vorgefundenen Flößer wurde Cholera konstatiert. Im Auslande ist der Stand der Cholera ziemlich derselbe geblieben. In der Bukowina scheint die Epidemie erloschen zu sein, in Italien, Rußland und Konstantinopel dauert sie fort. In England, Amsterdam und Leerdam sind nach wie vor vereinzelte Fälle vorgekommen, und auch in Spanien sollen einzelne Fälle konstatiert sein. In Livorno erregt die Cholera wegen der Heftigkeit ihres Auftretens Besorgnisse. In Sizilien gab es Volksaufstände, als polizeilich die Schließung von Brunnen mit ungesundem Wasser angeordnet wurde. Erst nach Freigabe der Brunnen konnte die Ruhe wieder hergestellt werden. Soziale Bewegung. Brüssel, 24. Sept. Ein Referendum der Kohlenarbeiter in der Borinage verhält sich ablehnend gegen den Streik, da die Hülfskassen erschöpft seien. In Charleroi soll demnächst auch ein Referendum gehalten werden. Etienne, 14. Sept. Die Kohlenarbeiter an der Loire und im Langedoc haben beschlossen, sich dem Streik der nordfranzösischen Kameraden anzuschließen, wenn als Forderung u. a. achtstündige Arbeitszeit und Aenderung des Gesetzes über die Grubendelegierten gefordert werde. London, 14. Sept. Der Kohlenpreis im Becken von Leeds wird morgen um einen weitern Schilling für die Tonne erhöht werden. Das heute bekannt gemachte Ergebnis der Abstimmung der Bergarbeiter von Lancashire und Cheshire stellt eine große Mehrheit zugunsten der Fortsetzung des Ausstandes fest. durch einen Revolverschuß verwundet. Die Räuber sprengten darauf den Gepäckwagen mit Dynamit, entnahmen demselben 15 000 Dollars und verschwanden im nahen Walde. * In dem Juweliergeschäft von Wratzke und Steiger in Halle wurde in der Nacht zum Montag eingebrochen. Der Schaden beträgt 18000 Mk. * Aus Astrachan wird eine Dampferkatastrophe auf der Wolga gemeldet. Die an Bord anwesenden 27 Personen sprangen ins Wasser, nachdem Feuer ausgebrochen war, 15 ertranken. * In Karlsruhe ist am Montag vom Frauenverein„Reform“ das erste deutsche Mädchengymnasium eröffnet worden. Die Stadtverwaltung daselbst hat ein Schulhaus unentgeltlich zur Verfügung gestellt. * Mächtige Kohlenlager sind in Newfoundland entdeckt worden. * Nach der Zeitschrift„The Engineer“ hat die Weltausstellung in Chicago ein Defizit von 16000000 Dollar oder 3 Millionen Pfd. Sterl. gehabt. *(Höchste Auszeichnung.) Die seit ihrem mehr als 45 jährigen Bestehen auf fast allen Welt=Ausstellungen preisgekrönte Firma H. Underberg= Albrecht hat nunmehr auch auf der Welt=Ausstellung in Chicago 1893 für den von ihr erfundenen und allein echt fabrizierten Boonekamp of Maag=Bitter die„Chicago=Medaille mit Diplom als höchste Auszeichnung erhalten. * In Salzwedel ist ein Lohgerbereibesitzer, der während der Nacht von einem Insekt ins Gesicht oberhalb des Auges gestochen worden war, an den Folgen des Stiches gestorben. Wie die Untersuchung ergeben hat, ist durch den Insektenstich Milzbrand übertragen worden, der den Tod des Mannes zur Folge gehabt hat. Gottesdienste. Schwerte. Größere evangelische Kirche. Sonntag, den 17. September 1893. Frühpr. 8 Uhr: Past. Heineaberg. Hauptpr. ½10 Uhr: Past. Graeve, Nachm. 2 Uhr Kindergottesdienst. Pastor Heinenberg. Amtswoche: Pastor Graeve. Reformierte Kirche. Sonntag, den 17. Sept. 1893. ½10 Uhr: Pastor Terberger. Westhofen. Sonntag, den 17. September 1893. Vormittags 9½ Uhr: Predigt. Pastor Falkenberg. Nachm. 2 Uhr Kindergottesdienst. Aplerbeck. Sonntag, den 17. September 1893. Frühpr.: Pastor Meinberg. Hauptpredigt: Pastor Kipper. Nachm. 2 Uhr: Jugendgotiesdienst. Stadtmission in Schwerte. Sonntag, 17. Sept., nachm. 4½ UhrBibelstunde. Westenort Nr. 12. *(Nach der Felddienst=Uebung.) Lieutenant:„Weshalb mußte gestern bei der Felddienst=Uebung die Brücke genommen werden?“— Soldat:„Weil hinter der Brücke der Marketender mit dem Bier hielt!“ *(Zeitgemäß.) Frau:„Hier habe ich Ihnen die Speisen aufgeschrieben, die ich und mein Mann besonders gern essen. Nehmen Sie darauf bedacht!“— Köchin (liest den Zettel):„Das trifft sich gut, gnä' Frau, das sind lauter Sachen, die ich auch mag. Da brauch' ich denn doch nicht immer doppelt z' kochen!“ *(Eingegangen.) Kommis(in der Theehandlung): „So, bitte, hier ist ein Pfund Karavanenthee!“— Köchin: „Ist das aber wirklich echter Karavanenthee?"— Kommis:„Gewiß! hier liegt zufällig sogar noch ein Kameelhaar darin!“— Köchin:„Aber das ist ja von — Ihrem Schnurrbart!“ *(Höchste Reinlichkeit.)„.. Ich sage Ihnen, meine Gnädige, die Reinlichkeit auf meinem Gute ist geradezu kolossal! Sonntags erhält sogar jede Vogelscheuche— frische Wäsche!“ *(Im Heiratsbureau):„Ich wünsche, mich mit einer ehrbaren Dame zu verheiraten!“—„Wünschen der Herr Baron mehr Ehr oder mehr Bar?“ *(Kanzleistil.) Ein Gerichtsvollzieher pfändet einer Frau, die zum zweitenmal verheiratet war, ein Schwein, das noch aus ihrer ersten Wirtschaft stammte, und trug folgenden Vermerk in das Protokoll ein: „Gepfändet ein Schwein aus erster Ehe!“ Hochseiner Bratfisch, Preiselbeeren u. große junge cennenküken, Stück 1,00—1,20 Mk., Ia. holl. Vollheringe, Dtz. 40 Pfg, empfiehlt F. * Der einzige Deutsche, der frei auf den deutschen Eisenbahnen fährt, ist Fürst Bismarck. In den siebziger Jahren verlieh der Verein der deutschen Eisenbahnverwaltungen dem Fürsten unter Darbringung eines Salonwagens diese Vergünstigung, die auch heute noch aufrecht erhalten wird. Der Kaiser und die deutschen Fürsten zahlen überall, auch auf Staatsbahnen, die für jedermann geltenden Extrazugpreise. * Von einer für heutige Zeitverhältnisse recht charakteristischen„Familientragödie“ giebt folgendes Inserat in einer Berliner Vorortzeitung Kunde:„Ich erkläre hiermit, daß die Verlobung meiner Tochter Marie mit dem Kaufmann Herrn X. 5 Minuten vor der amtlichen Trauung aufgehoben wurde, indem der ehrenwerte Stiefvater des Herrn X. zu mir heramrat mit der Bemerkung, daß es jetzt Zeit sei, daß ich mich erkläre, welche Mitgift ich meiner Tochter gebe.... Wenn mir die Daumschraube des sehr ehrenwerten Herrn Stiefvaters nicht paßte und ich dem ehrenwerten Herrn Stiefvater die Thür wies, so glaube ich als Ehrenmann gehandelt zu haben.“ Das Inserat ist mit der genauen Adresse des Einsenders unterzeichnet. * Der Verein zur Besserung entlassener Strafge fangener hat in diesem Jahre 1757 Strafentlassene in Arbeit gebracht. * Eine Jagd auf Berliner Schulkinder wurde dieser Tage auf dem Felde hinter der Brauerei Friedrichshain veranstaltet. Dort trafen täglich 20—30 Kinder zusammen, welche, statt die Schule zu besuchen, sich kleine Höhlen bauten und in denselben dem Kartenspiel oder anderen Vergnügungen oblagen. Diesem Treiben machte der Inspektor der Brauerei nunmehr dadurch ein Ende, daß er mit den Kellnern das Feld umstellte und die kleinen Sünder zusammentrieb, um sie der Polizei zu überliefern. * Brüssel, 12. Septbr. Aus dem Zuchthause in Reckheim(Limburg) entflohen während eines Spazierganges 37 jugendliche Sträflinge. Dieselben konnten bis jetzt nicht ergriffen werden. * Chicago, 13. September. Ein Eisenbahnzug der Seeufer=Gesellschaft wurde gestern Nacht in der Nähe von Keßler durch 20 maskierte Männer überfallen. Der Lokomotivführer schlug einen der Banditen zu Boden, wurde jedoch Bekanntmachung. Auf Grund der Vorschriften der Regierungs=Präsidial= Polizei=Verordnung vom 12. März 1891 wird in nächster Zeit eine Revision der Steinbrüche hiesigen Amtsbezirks tattfinden. Die Steinbruchbesitzer werden zur Vermeidung von Strafe darauf hingewiesen, daß die Brüche mit sicherer Einfriedigung versehen sein müssen, das Unterhöhlen oder Unterminieren der Grubenwände unter allen Umständen verboten ist, und die Böschung bei losen Bodenarten höchstens in einem Winkel von 45 Graden angelegt werden darf. Westhofen, 12. Sept. 1893. Der Amtmann Rebber. Todes-Anzeige. Heute morgen 5½ Uhr nahm der liebe Gott meine teure Frau, unsere treue Mutter, meine liebe Tochter, unsere gute Schwester und Schwiegerin Frau Lehrer Saamann, Johanna geb. Rosenkranz, nach längerem Leiden zu sich in die Ewigkeit. Lindenhorst u. Aplerbeck, den 14. September 1893. Die trauernden Angehörigen. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 17. d. Mts., nachmittags 3 Uhr, in Aplerbeck vom Elternhause aus statt. Cerannimachung. Am Samstag, 16. d. Mts., vormittags 9 Uhr, werde ich am hiesigen Pfandlokale 1 pferd(Ponny), 1 Wagen(Break), nud 1 Nähmaschine öffentlich meistbietend gegen Bar zwangsweise versteigern. Schwerte, 15. Sept. 1893. Matz, Gerichtsvollzieher. Bekanntmachung. Samstag, den 23. d. Mts., nachmittags 5 Uhr, soll der hiesige InteressentenSteinbruch bei dem Wirt Gravert hierselbst verkauft werden Derselbe liegt ½ Stunde vom hiesigen Bahnhof entfernt und enthält sehr gute Steine. Die Verkaufsbedingungen sind bei dem Unterzeichneten einzusehen. Holzwickede, 14. Sept. 1893. Der Verwalter: Schröer. Evangelischer Arbeiter- und Bürgerverein Schwerte. Sonntag, den 17. Sept., nachmittags 5 Uhr, Tagesordnung: 1. Zahlung der Beiträge. 2. Aufnahme neuer Mitglieder. 3. Vortrag: Kriegserinnerungen von 1870/71. 4. Verschiedenes. Evangelischer Arbeitrr Verein zu Avlerbeck. Sonntag, 17. Sept. 1893, nachmittags 4 Uhr: Monatsversammlung. 1. Zahlung der Beiträge. 2. Aufnahme neuer Mitglieder. 3. Vortrag. Dr. Eichhoff, arzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten. Elberfeld, Bembergstr. 9. (Kranke finden Aufnahme i. allen Klassen meiner Abteilung im städt. Krankenhause.) Ein älteres christl. Fräulein sucht als Gaushartkrin, Stütze der Hausfrau, oder als Krankenpflegerin Stelle. Auf Wunsch Eintritt sofort. Näh. in der Exped. Sonntag, den 17. Sept., findet auf der Wiese des Hrn. Schulte Großenbräuker in Villigst Froschschieben und HolzschuhWettrennen für Damen und Herren statt, wozu freundlichst eingeladen wird. Ein erfahrenes Tienstmädchen sucht dauernde Stellung. Gefl. 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Es ist die Uebersetzung eines von englischen Militärs und Politikern veröffentlichten Zukunftsbildes. Eine kurze Inhaltsangabe möge die Leser von einem Phantasiegebilde unterrichten, dessen Schöpfern man wenigstens Sachkenntnis nicht absprechen kann: An Zukunftsschlachtenbildern hat es in der deutschen Presse bisher nicht gefehlt; sie bezweckten sämtlich die künftigen Schlachten und Gefechte vom militärischen Standepunkte aus, je nach der Phantasie der Verfasser, in Brillantfeuerbeleuchtung sich abspielen zu lassen. Das Werk „Der große Krieg von 189—“ hat sich höhere Zwecke gestellt. Es behandelt das Feld der großen Politik in Europa, für welche die Thaten der Armeen und Flotten nur die einzelnen Staffeln zur Erreichung des Friedenszieles abgeben. Dennoch werden auch in ihm Schlachten und Gefechte mit großer Genauigkeit geschildert.„Der große Krieg von 189—“, der, wie es heißt, in der englischen Ausgabe an sehr hoher Stelle vorgelegen und lebhafte Anerkennung gefunden hat, verdient, abgesehen von dem allgemeinen Interesse, ganz besondere Beachtung schon deshalb, weil in ihm zum ersten Mal, und ohne daß die Darstellung in der englischen Presse auf Widerstand gestoßen wäre, entschieden die Ansicht ausgesprochen ist, daß England sich im Falle eines Krieges offen auf die Seite des Dreibunds stellen und thätigen Anteil an den Kämpfen nehmen wird. Und weiter weist das Buch— gewiß ein unparteiischer Zeuge— schlagend nach, daß Deutschland im Falle eines Krieges nach zwei Fronten kaum genug Truppen besitzt. Wir hätten hier also eine weitere Rechtfertigung der Militärvorlage. Der Krieg beginnt— wir folgen bei der nachstehenden Schilderung einer Kritik der englischen Ausgabe des Buches durch die preußischen Jahrbücher — auf der Balkanhalbinsel zwischen Serbien und Bulgarien, aus den hieraus entstehenden Verwickelungen geht eine Kriegserklärung Rußlands an Oesterreich hervor. Deutschland eilt nun seinem Bundesgenossen zu Hülfe und wird nun selbstverständlich von Frankreich angegriffen. Hierauf überschreiten italienische Truppen die französische Grenze. England unterstützt die Bulgaren und zerfällt darüber mit den Gegnern des Dreibundes. Die Russen, in Polen, Kleinasien, Afghanistan, Sibirien und Bulgarien beschäftigt, erleiden Niederlagen auf Niederlagen; die Deutschen dringen durch belgisches Gebiet— die französischen Sperrforts umgehend— siegreich bis Paris, werden hier aber geschlagen und mit großem Verlust auf Metz zurückgeworfen. Unterdessen sind aber die Russen völlig geschlagen worden, und die in Polen stehenden deutschen Armeekorps können daher nach dem Rhein gezogen werden: als nun die Franzosen in das Reichsland eindringen, stoßen sie unvermutet— die deutsche Regierung hatte den Telegraphenverkehr zwischen Rhein und Weichsel inhibiert, um keine Nachricht von ihren Truppenverschiebungen ins Ausland gelangen zu lassen— auf eine neue kampfbereite Armee und sehen keine Möglichkeit des Erfolges, worauf der Friede geschlossen wird. Die Kosten des Krieges trägt Rußland, das aus seinen polnischen Provinzen ein unabhängiges Reich bilden muß und die Allianz mit Frankreich verliert. Ueber eine allgemeine Abrüstung wird diskutiert, aber zu positiven Bestimmungen kommt es bei der Schwierigkeit dieser Frage nicht. Aeußerst thätigen Anteil nimmt England am Kriege: es unterstützt die Bulgaren und Türken aufs wirksamste durch Landungen von größeren Truppenmassen, es schützt die italienischen Küsten vor einer französischen Landung und gewährt dadurch dem italienischen Heere die Möglichkeit, in Frankreich einzudringen und den Deutschen Hülfe zu leisten. Ebenso hält es eine französisch=russische Landung von der deutschen Küste fern und verhindert endlich den Anschluß der Dänen an Rußland, die im Verein mit russischen und französischen Korps von Jütland aus auf das schutzlose Berlin zu marschieren gedachten, während die deutsche Armee fern in Polen und Frankreich kämpfte“. Als die Haupttendenz des seltsamen Buches, an dem u. a. drei Redakteure der„Times“ und der bekannte Kriegsberichterstatter Archibald Forbes mitgearbeitet haben, ergiebt sich demnach die Absicht, den angeblichen Wert der englischen Bundesgenossenschaft für den Dreibund darzulegen und England auf seine großen Aufgaben im künftigen Kriege hinzuweisen. Vermischtes. * Chikago ist der Sitz des größten Geschäftes der Welt. Es wird dies niemand bestreiten, der den nachstehenden Ausweis von Armour und Co. für das am 1. April 1893 zu Ende gegangene Geschäftsjahr liest. In diesem Jahre schlachtete die Firma 1,730,000 Schweine, 1,800,000 Rindvieh und 625,000 Schafe, und ihre Verkäufe beliefen sich auf 102,000,000 Dollars. Sie beschäftigte 11,000 Leute, denen sie zusammen 5,500,000 Dollars Löhne zahlte. Zur Fortschaffung ihrer Erzeugnisse an Schinken, Speck, Schmalz u. s. w. waren 4000 Eisenbahnwagen und 700 Pferde in fortwährendem Betriebe. Außerdem beschäftigte sie noch 750 Mann in ihrer Leimfabrik, welche 12,000,000 Pfund Leim erzeugte. In den Schweineschlächtereien der Firma wurden an einem Tage rund 5000 Borstentiere verarbeitet, im Winter bis zu 10,000 an einem Tage, ferner gegenwärtig 4500 Stück Rindvieh täglich. Für den Laien interessant sind auch die großen Gefrierhäuser und Pöckelhallen. Armour beherrscht vollständig den Weltmarkt in Schweinefleisch und Schmalz. * Wie der Bürgermeister Inhaber einer Samenhandlung werden kann, zeigt folgender Vorfall. Das Bürgermeisteramt K. in der Eifel bestellte für mehrere seiner Bürger unter anderen Sämereien auch 200 Pfd. Saatwicken. Wer beschreibt aber das Erstaunen des Bürgermeisters, als er nach einiger Zeit eine Rechnung über 100 Zentner Saatwicken erhält, mit dem Bemerken, es seien augenblicklich nicht mehr aufzutreiben, die übrigen 100 Zentner seien aber in der Anlieferung und würden erster Tage abgehen. Wirklich erfolgte auch die Anzeige, daß die ersten 100 Zentner an der nächsten Bahnstation angelangt und wie üblich binnen 24 Stunden abgeladen werden müßten. Nun gab es ein Hinundherlaufen, Abbestellen, VerDer sterbende Arzt. Er lag in Pein und großen Schmerzen, Er, der so vieler Helfer war. Der Tod stieg näher ihm zu Herzen, Er wußt' es wohl— er schaut' es klar. Der schwerste Abschied war genommen Von Weib und Kind— sein Haus bestellt. Nun mocht' das letzte Scheiden kommen, Denn er sprach still:„Wie's Gott gefällt!“ Doch wie auch seine Kräfte sanken Und wie auch wuchs des Leidens Pein, Er ging bei seinen lieben Kranken Im Geist noch täglich aus und ein, Von Bett zu Bette liebreich schreitend; Wie er's gethan in schöner Zeit; Den guten Rat mit Trost begleitend, Mit einem Scherz voll Freundlichkeit. Drum sprach er kurz vor seinem Ende Zu seiner treuen Pflegerin: „Noch einen Gruß den Kranken sende Von mir, wenn ich gestorben bin. Die schönsten Blumen aus den Kränzen Nimm, die man schickt, ging ich von hier, Wie werden ihre Augen glänzen, Sagst du, es sei ein Gruß von mir!“ Und so geschah's.— Die Schwester brachte Still einen Strauß in jeden Saal. Man rief:„Ach, daß er unser dachte!“ Und manche Thrän' ins Aug' sich stahl, Die niedertropfte in das Kissen. Voll Schmerz und Freude, brennend heiß, Noch mancher hat wohl weinen müssen Ob solcher Liebe Treu=Beweis. Ein Rätsel. Erzählung von E. Heinrichs. (Fortsetzung.) Während der Detektiv seinem Gasthof zueilte, über5 ob der Assessor in seiner Mitteilung hinsichtlich oder ob dax' völlig aufrichtig gegen ihn gewesen Geständnis nur eine Finte sei, um die Fährte deg" ommene Diebstahls=Geschichte auf ###s, wahren Thäters senden zu können, ohne sich vorher die Blöße geben zu müssen, sich zu ner Neinung bekehrt zu haben. Wer in aller Welt soute so piotzlich den Mord eingestanden haben?— Der alte Riehl oder seine Tochter, sonst war niemand bis jetzt verhaftet worden und aus eigenem Antrieb würde sich doch wohl keiner zu einer solchen That bekennen. Als er am Hause des Stadtsekretärs vorüberkam, sah er diesen gerade aus der Thür treten, um anscheinend einen Spaziergang zu machen. Seine Tochter stand am Fenster und blickte dem Vater nach. Lange ging einige Schritte weiter, bis jener um eine Ecke verschwunden war, dann kehrte er um und trat entschlossen in das Brandner'sche Haus, dessen Thür nach alter Weise noch mit einer Glocke versehen war. Er wurde, als er seinen Wunsch, das Fräulein zu sprechen, geäußert, von der Magd gemeldet und angenommen. In der nächsten Minute stand er vor Clara, die ihn höflich begrüßte und nach seinem Anliegen fragte. „Es ist eine Bitte und eine Frage, die ich an Sie richten möchte, mein gnädiges Fräulein!“ versetzte Lange, der sich eine gewisse weltmännische Gewandtheit angeeignet hatte,„die ergebenste Bitte zunächst, meine Dreistigkeit, als Fremder Sie ohne Weiteres zu belästigen, mir freundlichst verzeihen zu wollen.“ „Meine Verzeihung haben Sie, Herr Dietrich, so heißen Sie ja wohl," Clara warf einen Blick auf seine Karte,—„kann ich Ihre Frage beantworten, so sehe ich nicht ein, weshalb ich's nicht thun sollte.“ „Ich danke Ihnen von Herzen, meine Gnädige! — Sie kehrten heute Morgen ganz früh von einer Reise heim—“ „Das ist richtig,“ fiel Clara lächelnd ein,„ich glaube, Ihnen auf der Promenade begegnet zu sein, oder waren Sie's nicht?“ „Ja, ich sah Sie dort, und möchte Sie nun fragen, ob Sie auf Ihrer Reise vielleicht einem Bekannten aus hiesiger Stadt oder Umgegend begegnet, beziehungsweise auf irgend einer beliebigen Station gesehen haben, mein gnädiges Fräulein?“ Clara blickte ihn befremdet an, eine solche seltsame Frage schien sie allerdings wohl nicht erwartet zu haben. Ihr schönes Antlitz, das sich mit einer flüchtigen Rote bedeckt hatte, nahm einen stolz abweisenden Ausdruck an.„Ich verstehe Sie nicht, mein Herr," versetzte sie kalt,„und weiß nicht, was Sie mit Ihrer inquisitorischen Frage bezwecken?" Lange sah sie bittend an.„Sie gelobten mir von vornherein ihre Verzeihung, meine Gnädige!“ sagte er, seine Stimme dämpfend,„weil ich diese Antwort fürchtete. Und doch handelt es sich dabei um mehr, als Sie zu ahnen vermögen, vielleicht um Leben und Tod, Freiheit oder Verurteilung armer Menschen, an deren Unschuld ich stets fest geglaubt.“ „Sie sind nicht der, wofür Sie sich hier ausgeben,“ sprach Clara in sichtlicher Aufregung,„ich hab' es gleich geahnt.“ „Allerdings bin ich ein anderer als der Rentner Dietrich, gnädiges Fräulein,— ich will es Ihnen mit der Bitte, es selbst ihrem Herrn Vater zu verheimlichen, im Vertrauen mitteilen, da ich zu viel Vorteilhaftes von Ihnen gehört habe, um nicht ganz sicher zu sein, mein Vertrauen nicht getäuscht zu sehen.“ „Sie haben Vorteilhaftes von mir gehört?“ fragte Clara mit einem bitteren Lächeln. „Ach, jene alberne Verleumdung wird wie der Nebel vor dem Sonnenlicht vergehen,“ erwiderte Lange ruhig.„Darüber werden Sie sich doch gewiß keinen unruhigen Augenblick gemacht haben, gnädiges Fräulein!— Ich bin also ein Kriminalbeamter, ein sogenannter Detektiv, Namens Lange, und in der Rieyl'schen Sache heimlich thätig—“ „Sie halten den alten Mann für schuldlos," unterbrach ihn Clara erregt,„nicht wahr?“ „Gewiß, ihn und auch die Tochter, obgleich nicht zu leugnen ist, daß sehr belastende Verdachtsgründe gegen beide vorhanden sind. Von Anfang an verfolge ich eine andere Spur,— bei welcher Sie vielleicht jetzt im stande wären, mir einen Fingerzeig zu geben, meine Gnädige, wenn Sie die Güte hätten, meine Frage von vorhin zu beantworten.“ „Sie wollen wissen, ob bekannte Personen von hier oder der Umgegend mir auf irgend einer Station begegnet sind?“ sagte Clara zögernd, ihn mit einem ängstlich=unschlüssigen Ausdruck anblickend. „Sie würden mir, beziehungsweise den beiden Gefangenen vielleicht einen großen Dienst damit erzeigen.“ „Gut denn, auf der Haltestation Z., wo ich ausstieg, begegnete mir der Volontär Hamburt von Rautenhof.“ In Langes Augen blitzte es freudig auf.„Er fuhr mit dem Berliner Zug weiter?" fragte er haftig „Ja, ich sah ihn abfahren," erwiderte Clara, den Detektiv entsetzt anblickend.„Ihn verfolgen Sie also?— Großer Gott, haben Sie Beweise für seine Schuld?“ „Hm, dann hätte ich ihn längst schon abgefaßt. — Gründe genug sind da, meine Gnädige,— er ist erwiesenermaßen der heimliche Geliebte der kleinen Riehl, deren Geld ihm gut zu statten käme, wenn der Alte verurteilt und die Tochter alleinige Erbin geworden wäre. Hat er doch mehr Schulden als Haare auf dem Schädel, darunter hiesige Spielschulden, die bekanntlich unweigerlich bezahlt werden müssen. Meinen aufrichtigsten Dank, gnädigs Fräulein, ich muß eilen, um den nächsten Zug nicht zu versäumen. Da man den Herrn Volontär mit der Verleumdung gegen Sie in Verbindung gebracht hat, so werde ich jetzt auch diese Sache zu der meinen machen, den Verleumder finden und zur Rechenschaft ziehen. Empfehle mich Ihnen ergebenst, meine Gnädige!“ Er verließ rasch das Haus, Clara in einer unbeschreiblichen Aufregung zurücklassend. Als Lange den Bahnhof erreichte, war soeben ein Zug von M. eingetroffen. Die Laternen waren bereits angezündet. Er löste sich eine Fahrkarte und sah sich plötzlich beim Umwenden dem Assessor Steinmann gegenüber. „Ah, guten Abend, Herr Assessor!“ „Sie sind's, mein lieber Lange?— Wollen Sie abreisen?— Wie steht's denn eigentlich hier?“ Lange warf einen Blick auf seine Uhr.„Habe noch beinahe eine Viertelstunde Zeit, freut mich sehr, Sie noch getroffen zu haben, Herr Assessor! Wollen Sie mich draußen anhören?" Steinmann nickte und schritt hinaus.— Hier teilte der Detektiv ihm mit leiser Stimme das Neueste und den Zweck seiner Reise mit. „Der Elende,“ sprach der Assessor halblaut, „es kann kein Zweifel darüber walten, daß er der 26. Jahrgang. weigern u. s. w. Wer auf den 198 Zentnern sitzen bleibt, steht abzuwarten. Der Irrtum war dadurch entstanden, daß der Bürgermeistereisekretär statt 200 Pfund 200 Zentner geschrieben hatte: * Zur Kieler Spionenaffaire meldet man der Frankfurter Zeitung, daß die englische Lustyacht„Insekt“ ohne die Herren Dubois und Daguet am Donnerstag nach Cowes in See gegangen ist, wo sie geheimatet ist, und zwar unter Führung des Kapitäns Bailey. Es haben sich also doch so gewichtige Verdachtsmomente ergeben, daß die Voruntersuchung eingeleitet werden mußte. Man wird gegen die Franzosen auf Grund des neuen, Ende Juli sanktionierten Gesetzes gegen die Spionage vorgehen, falls sich ergiebt, daß die Aufzeichnungen für die französische Regierung gemacht sind. Die Untersuchungsbehörde ist noch immer der Meinung, daß die Herren nicht das sind, wofür sie sich ausgeben, sondern Offiziere. Man soll bei Einleitung des Verfahrens mit aller Schonung gegen die Fremden vorgegangen sein. Sie wurden unter dem Vorgeben auf das Polizei=Bureau citiert, daß sie ihre Pässe vorzeigen sollten. Inzwischen wurde die Nachsuchung an Bord des„Insekt“ vorgenommen. Herr Daguet weigerte sich, die Schlüssel zu den Kasten und Schubladen herauszugeben, und in diesen Kasten fanden sich alle Karten und Aufzeichnungen. Außer den zu bauenden und bereits vollendeten Befestigungen von Helgoland sind auch die Fortifikationen von Kiel und Wilhelmshaven skizziert, und zwar mit eingehenden Randbemerkungen. * Lübeck, 13. September. Das Gut Mieckow bei Teterow ist abgebrannt, wobei 707 Schafe umkamen. * Madrid, 13. September. In Villaviciosa stehen 184 Häuser unter Wasser, von denen 14 eingestürzt, und 22 dem Einsturze nahe sind. Die Zahl der umgekommenen Menschen ist unbekannt. Geibenstrsse zu bezieben. Man verlange Muster mit Angabe des Gewünschten von von Elten& Keussen. Crefeld. Dieb und wahrscheinlich ein noch größerer Verbrecher ist.“ „Sie teilen also auch darin meine Meinung, Herr Assessor?“ fragte der Detektiv. „Ja, es ist bei mir sogar zur Ueberzeugung gelangt. Woher aber wissen Sie, daß er diese Richtung genommen hat?“ „Durch eine Dame,“ erwiderte Lange lächelnd, „à propos, Herr Assessor, ist Ihnen die Verhaftung der kleinen Riehl bekannt?“ „Ich hab's in den Zeitungen gelesen— das war ja ganz unausbleiblich, vielleicht hat sie dem Geliebten in irgend einer Weise bei der Unthat geholfen, wer kann's wissen!— Ist die Dame, von welcher Sie jene Mitteilung empfangen, mir bekannt?“ „Gewiß, Herr Assessor!“ versetzte der Detektiv ihn scharf beobachtend,„es ist Fräulein Brandner, die Tochter des Stadtsekretärs, brauche wohl nicht um Diskretion zu bitten.“ „Selbstverständlich,“ sagte Rudolf Steinmann mechanisch— sein Gesicht hatte sich plötzlich ganz seltsam verändert, es war leichenblaß geworden, während die Augen einen unheimlich starren Ausdruck angenommen hatten. „Fräulein Brandner, welche in letzterer Zeit recht viel Unangenehmes hat erdulden müssen," fuhr der Detektiv rasch fort,„war, wenn ich nicht irre, zu einer Verwandten gereist und kehrte heute früh mit dem Nachtzuge wieder heim, sicherlich, um sich den neugierig=boshaften Blicken der lieben Nachbarn zu entziehen. Ich begegnete ihr, als sie vom Bahnhofe kam, auf der Promenade, wo sie mit dem alten Schuhflicker Weide sprach, der sie für die beste aller Frauen erklärt. Als nun Herr von Lingen mit heute abend diesen Auftrag gab, siel mir das Fräulein wieder ein. Ich ging zu ihr, erklärte ihr im Vertrauen meine Aufgabe und die junge prächtige Dame, welche sich anfangs natürlich ablehnend verhielt, sagte mir schließlich, als ich den alten Riehl ausspielte, daß sie den Volontär Hamburt auf der Station Z., wo sie auf einige Minuten ihr Coupé verlassen, mit dem Berliner Zuge habe abfahren sehen.“ „Sie soll ja sehr eng mit ihm liert gewesen sein,“ bemerkte Steinmann bitter,„hätte die Dame nicht für so ruchsachtig gehalten, ihn jetzt zu denmunzieren „Um Vergebung, Herr Assessor,“ sagte Lange sehr ernst nud nachdrücklich,„Sie werden die junge Dame von Kindheit an gekannt haben, wie ich glaube, während sie mir ganz fremd ist, da ich sie nur dieses einzige Mal gesprochen habe.— Desungeachtet würde ich mich nicht bedenken, für ihre Frauen=Ehre und Tugend mit meinem Leben einzustehen und den schändlichen Verleumder zur Rechenschaft zu ziehen, wie ich's mir auch fest gelobt.— Ah, da läutet es zur Abfahrt," setzte er hinzu,„empfehle mich Ihnen, Herr Assessor!“ Fort war er, Rudolf Steinmann mit dem unbehaglichen Gefühl einer soeben empfangenen wohlverdienten Lektion zurücklassend. (Fortsetzung folgt.) Preise und Warenverzeichnis über einen Teil der großen Lager Wrin—. F zu Ausverkaufspreisen. Posten Kleiderkattun 25 Pf. 1„ Kleiderstoffe 45„ 1„„ schwere Ware 70„ 1„ Halbleinen, 24„ 1„ Bettmöbel 22 u. 28„ 1„Hemdentuch 20 u. 24, 1„ Schürzendruck 54„ 1„ Betttuchleinen 140 u. 160 Ztm. breit 80„ 1„ Servietten St. 16„ Tischtücher St. 60,, 1Posten Gardinen Paar 1.80 „„ 2.20 „ 3.00 „Läuferstoffe Mt. 20 Pf. „ Teppiche 20„ 80„ Tischdecken 1 Mk„ Hemdenflauelle Mtr. 30 Pf. „„ schwer Mtr. 44„ „ Kleiderbiber 40„ 1 Posten Federn 40 u. 60 Pf. „„K 80 u.120 „„ K 180„ „ Daunen Kp; 2.20, 2.80 Mk. „„ hochsein 3.10„ „Barchend Mtr. 70 Pf. „Atlasbarchd, 95„ „ Barchend 160 Ztm. breit, hochfeinen Atlas, Mtr. 1.80, 2, 2.50, 2.90 Mk. Herrengarderobe. 1 Post. Kammgarnanzüge 19M. „ 22½„ „ hochsein 28, Buckskinanzüge 15, „ feinfein 20, hochsein 25 9 Kinderanzüge 1.90, „ 2.50„ „ 3.00„ „ 4.00„ 5.00„ Herrengarderobe. 1 Post. Lederhosen 1.50 M. 1„ schwere„ 1.90„ 1„ Zwirnhosen 2.00„, 1, Hamburg. 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Die Stimmung ist indes im ganzen besser, als in der Vorwoche und kamen in den jüngsten Tagen ziemlich namhafte Abschlüsse zustande. Von den enropäischen Märkten sind London, Amsterdam, Paris 2c. heute abermals höher, während Berlin ziemlich erheblich verflaute. 1 Heutige Notierungen: Weizen inl, 15,75—16,00, do. fremder 16,00—17,00, Roggen, inl. 13,75 bis 14,00, do. fremder 15.00 bis 17,00, Hafer inländ. 17,00—17,25, do. fremder 16,50—18,00, Futtergerste 11,80—12,25, Mais 11.50.—12,50 Weizenvorschuß inkl. Sack 22,00 bis 23,00, Roggenvorschuß inkl. Sack 20,50—22 00. Kleie 4,75 bis 4,78, Rüböl inkl. Faß 52,00—00,00 ### Alles per 100 Kilo frachtparität Dortmund exkl. Sack bei Abnahme von Dopelladungen.— Neuß, 13. Sept. 1893. 15 20 1470 13 50 12.50 51 50 Weizen 1. Qual. per 100 Kilo 2.„ Landroggen 1.„ per 100Kilo 2.„ Wintergerste per 100 Kilo Buchweizen„„„ Rübsen(Aveel)„„ Raps 1. Qual.„„ „ 2.„„„ Kartosseln„„ Heu per 500„ Roggenstroh per#„ Rüböl per 100„ in Partieen von 100 Zentner. Rüböl per 100 Kilo faßw. Gerein. Oel per 100 Kilo 3 2 höher als Rübol. Preßkuchen per 100) Kio Weizen=Vorschuß 00 per 10) Kilo Kleien per 50 Kilo Köln 14 Sept Weizenhiesiger 15.50—16,00, fremder 16 25—17 5), Roggen hies. 14,25—1:0. fr mder 16,25- 18.00. Hafer hies. 19,25 bis 20.00, fremder 16,50—17.25 A. Berlin, 14. Sept. Weizen SeptOk. 151,25 J. Nov.=Dez. 155.00 M. Roggen Sept. Okt. 131,25 4. Nov.=Dez. 135,00 J. Hafer Sept.Ok. 159,00 a Nov.=Dez. 155.00 A. Rübol vorr. mit Faß 48,50 K. Rüböl vorr. ohne Faß 4760 K. Sept.=Okt. 48,30. April=Mai 49.25 #. Spiritus 70er vorrätig 85.9 Sept.=Okt. 33.75 J, Nov.=Dez. 122.— 50