Amtlicher Kreisbratt Abonmenst=Preis pro Quartal 1 Mk. 50 Pfg. Erscheint Dienstags, Donnerstags und Samstags. Wöchentliche Gratisbeilage:„Illustrierter Familienfreund.“ für den Kreis Gorde. Insertionsgebühr für die sechsspaltige Zeile oder deren Raum 10 Pfg., außerhalb des Leserkreises 15 Pig; Reklamen 30 Pfg. Redaktion, Druck und Verlag von Carl Braus in Schwerte. Nr. 38. Schwerte, Samstag, 29. Juli 1893. 26. Jahrgang. Amtliche Bekanntmachungen. Bekanntmachung. Das Westfälische Nickelwalzwerk Fleitmann, Witte& Co. zu Schwerte beabsichtigt auf seinem Grundstücke Flur IX Nr. der Steuergemeinde Schwerte einen Schmelzofen mit Generator=Gasfeuerung anzulegen. Auf Grund der§§ 17 und 18 der ReichsGewerbe=Ordnung vom 21. Juni 1869 und der Nr. 35 und 36 der Ministerial=Instruk= tion vom 19. Juli 1884 wird dieses Vorhaben hierdurch mit der Aufforderung bekannt gemacht, Einwendungen gegen die neue Anlage binnen 14 Tagen bei dem Magistrate zu Schwerte schriftlich in zwei Exemplaren oder zu Protokoll anzubringen. Die Beschreibungen, Zeichnungen und Pläne liegen in dem Bureau des Magistrats zu Schwerte zur Einsicht aus. Die Einspruchsfrist nimmt ihren Anfang mit Ablauf des Tages, an welchem das diese Bekanntmachung enthaltende Kreisblatt ausgegeben wird. Sie ist für alle Einwendungen, welche nicht auf privatrechtlichen Titeln beruhen, präklusivisch. Nach Ablauf der Frist können Einwendungen in dem Verfahren nicht mehr angebracht werden. Zur mündlichen Erörterung der rechtzeitig erhobenen Einwendungen wird gemäß Nr. 35e der vorgedachten Ministerial=Instruktion Termin auf den 18. August 1893, vorm. 10 Uhr, im Bureau des Magistrats zu Schwerte anberaumt, und wird besonders darauf hingewiesen, daß im Falle des Ausbleibens des Unternehmers oder der Widersprechenden gleichwohl mit Erörterung der Einwendungen wird vorgegangen werden. Als Kommissar des Kreis=Ausschusses fungiert Herr Bürgermeister Mönnich zu Schwerte. Hörde, den 22. Juli 1893. Der Vorsitzende des Kreis=Ausschusses: Spring, Königlicher Landrat. Der Zollkrieg mit Rußland. Die Inkraftsetzung des russischen Maximaltarifs scheint sich bisher gegen Deutschland allein zu richten, wenigstens ist bisher noch nicht bekannt geworden, daß sie auch gegen Oesterreich=Ungarn und die übrigen Staaten gerichtet wäre. Würde sich diese einseitige Anwendung bewahrheiten, so würde die gegen Deutschland gerichtete Spitze der russischen Zollpolitik noch schärfer hervortreten, man würde dann aber zugleich einen Belag für den besonderen Wert erblicken dürfen, den Rußland gerade auf einen Handelsvertrag mit Deutschland legt. Dieser Nachdruck stärkt offenbar die in Regierungskreisen noch immer vorhandenen Hoffnungen auf einen günstigen Ausgang der trotz des Maximaltarifs fortgeführten Unterhandlungen. In industriellen Kreisen fieht man der Entwickelung mit erklärlicher Unruhe entgegen. Mit Frankreich ist Rußland kürzlich zu einem Abschluß gekommen, nachdem die bestehenden russischen Zölle in einer ziemlich beträchtlichen Anzahl von Positionen für Frankreich und andere meistbegünstigte Länder ermäßigt worden sind. Für einen Teil der Waren, auf die in dem russisch=französischen Vertrage die Zölle ermäßigt sind, hat Deutschland einen viel größeren Verkehr mit Rußland, als Frankreich. Trotzdem kann unsere Regierung auf Vertrag, der dieselben russischen Zollermäßigungen wie der französischen enthielte, nicht eingehen, weil erstens diese Ermäßigungen dem Grade nach sehr unbedeutend sind, namentlich wenn man die außerordentliche Höhe der Zollsteigerungen des letzten Jahrzehnts betrachtet, und weil sich zweitens der deutschrussische Warenverkehr in ganz anderen Verhältnissen vollzieht, als der französisch=russische. Rußland setzt sehr viel mehr Waren nach Deutschland als Deutschland nach Rußland ab. Deutschland ist der größte Abnehmer, den Rußland für seine Waren besitzt. Wenn Rußland hierauf keine Rücksicht nimmt und glaubt, daß es mit Anwendung seines Maximaltarifs Deutschland bestimmen könne, von seinen Gegenforderungen für Gewährung des deutschen Vertragstarifs an Rußland abzugehen, so erklärt sich dies zum Teil aus dem Irrtum, daß Deutschland wirtschaftlich von Rußland abhängig sei und namentlich das russische Getreide für seinen Brotbedarf nicht entbehren könne. Die letzten Jahre, in denen russische Getreideausfuhrverbote bestanden, haben den Beweis geliefert, daß unser Getreidebedarf, soweit wir ihn nicht selber produzieren, mit Leichtigkeit aus den Vertragsstaaten Oesterreich=Ungarn, Nordamerika, Rumänien 2c. gedeckt werden kann. Zollkriege sind immer mit wirtschaftlichen Nachteilen auf beiden Seiten verbunden: wir können aber nicht einem russischen Irrtum zu liebe darauf verzichten, daß für unseren Vertragstarif entsprechende Konzessionen von russischer Seite gewährt werden. Läßt es Rußland daher auf einen Zollkrieg ankommen, so wird es erfahren, daß seine wirtschaftlichen Verhältnisse viel mehr als die deutschen zu einem gütlichen Ausgleiche raten. Und wirklich ist die Auflegung eines Kampfzolles auf die Einfuhr russischen Getreides wie man der „Börs.=Ztg.“ schreibt, beschlossene Sache. Der Staatssekretär v. Marschall holt sich heute (Donnerstag) in Kiel die Zustimmung des Kaisers zu dieser Maßregel, die der Bundesrat beschließen will. Damit ist der Zollkrieg in aller Form eröffnet. Am Dienstag und Mittwoch hat telegraphisch ein lebhafter Austausch von Mitteilungen zwischen Berlin und Petersburg stattgefunden. Es wird versichert, daß der Entschluß zur Anwendung des Retorsionsparagraphen des Zolltarifgesetzes sich auf die Eindrücke stützt, die dieser Meinungswechsel hier hervorrufen mußte. Deutsches Reich. Der Kaiser wird in etwa 14 Tagen auf Helgoland erwartet, um einem Probeschießen mit schweren Geschützen auf der Insel beizuwohnen. Die Vorbereitungen dazu sind jetzt beendet und die Kruppschen Geschütze auf dem Oberlande in in Batterien gebracht. Die Befestigungen nehmen den mittleren Teil der Insel ein; aus einigen flachen Panzertürmen blicken die mächtigen Kanonenrohre hervor, die Kasemattenbauten sind mit Erde und Rasen bedeckt. Vor der Südspitze des Unterlandes ist aus Quadersteinen eine Mole zum Schutze der Kriegsschiffe gebaut, und von dort aus führt ein Tunnel aufs Oberland bis in die Nähe des Gouvernementsgebäudes. Durch den Tunnel läuft ein Schienenstrang. Die Kaiserin traf am Donnerstag in Kassel auf dem Bahnhof Wilhelmshöhe wohlbehalten ein und wurde von den drei ältesten Prinzen und ihrem Gefolge begrüßt. Bei der Ankunft auf dem Schlosse begrüßten die jüngsten Kinder die Mutter an der Einfahrt. Prinz Heinrich von Preußen wird auf Einladung des Königs Humbert den großen italienischen Seemanövern beiwohnen, und zwar mit dem Admiral Herzog von Genua an Bord des„Lepanto". Der Kronptinz von Italien wird im September den deutschen Manövern beiwohnen und teils Gast des Kaisers, teils des Großherzogs von Baden und des Königs von Württemberg sein. Der Minister des Innern hat die Provinzialbehörden angewiesen, russische Auswanderer, die sich verbotswidrig in das Inland eingeschlichen haben, alsbald aus dem preußischen Staatsgebiete auszuweisen. Die erhöhte Heeresstärke wird schon am 1. Oktober d. I. in Wirksamkeit treten; es müssen daher die notwendigen Bauten von Baracken, Stallungen, Reitbahnen, Menageanstalten, ferner die Anlage von Schießständen, die Errichtung und Erweiterung von Garnisonlazaretten und Magazin=Anlagen und alle anderen Einrichtungen unverzüglich in Angriff genommen werden. Die Vorbereitungen dazu waren seit längerer Zeit mit aller Umsicht getroffen, sodaß die Arbeiten sofort beginnen können. Mit welcher Promptheit die Heeresverwaltung dabei vorgeht, ergeben die Nachrichten aus den Festungen. Am 15. Juli d. Is. wurde die Heeresvorlage vom Reichstage angenommen, am 16. Juli wurden telegraphische Weisungen gegeben, am 17. Juli wurde an einzelnen Orten schon mit der Ausführung der Arbeiten begonnen; diese letzteren waren für den Fall der Annahme der Heeresvorlage schon längst vergeben. Im schlesischen Bergrevier Waldenburg haben die reichstreuen Bergarbeitervereine beschlossen, alle Mitglieder, welche bei der letzten Reichstagswahl die sozialdemokratische Kandidatur unterstützt haben, auszuschließen und künftighin das Eindringen sozialdemokratischer Elemente zu verhüten. lichen Orten im ganzen Kanton Bern unter Androhung einer Gefängnisstrafe von 8 bis 40 Tagen oder einer Geldbuße von 100 bis 500 Franks und Einziehung der Fahnen verboten. Frankreich. Aus Siam liegen heute nur wenige Nachrichten von Bedeutung vor. In Bangkok haben keine weiteren Feindseligkeiten stattgefunden. Vor der Abreise des französischen Gesandten Pavie aus Bangkok überreichte der siamesische Minister eine Entgegnung auf die französische Notifikation der Abberufung des Gesandten, welche besagt, die siamesische Regierung sei erstaunt, daß die französische Regierung die nicht Beantwortung des Ultimatums als Weigerung, dessen Bedingungen anzunehmen, betrachte.„Es ist unmöglich,“ schreibt der Minister,„einen unbestimmten Vorschlag bestimmt entgegenzunehmen. Die Rechte Annacus sind von der französischen Regierung niemals definiert worden, aber mein Souverän, ernstlich den Frieden und die schleunigste Regelung des ganzen Falles zwischen Siam und Frankreich wünschend, hat seine Bereitwilligkeit erklärt, an Annacu und Siambodscha alle Posten, welche angegriffen worden, sowie das Gebiet in deren Nähe, Stüngtreng und Khonge mitinbegriffen, abzutreten!“ England beanstandet den Anspruch auf Abtretung des an Birma grenzenden nördlichen siamesischen Gebietes.— Eine Anzahl Kaufleute der City, die Beziehungen mit Siam haben, schicken sich an, Waffen, Munition ünd Proviant aller Art in dieses Land zu expedieren. Ungünstige Nachrichten für Frankreich kommen von der afrikanischen Insel Madagaskar. Oie Hovas errichten überall Forts und kaufen Waffen von englischen und angeblich auch deutschen Häusern. Ein Beamter des Präsidenten ohrfeigte in dessen Gegenwart einen Hovasoffizier und hat dadurch wieder Dintenklexerei der Diplomaten hervorgerufen. Belgien. Gegen das Duellunwesen will man in Belgien mit äußerster Strenge vorgehen. Ein Gesetzentwurf, welcher bereits die Zustimmung der zuständigen Kommission gefunden hat, spricht im Falle eines Duells mit tötlichem Ausgange für den überlebenden Duellanten die Todesstrafe aus. Die letztere soll selbst dann verhängt werden, wenn bewiesen wird, daß der Duellant gar nicht gezielt hat. Die Zeugen eines solchen Zweikampfes werden mit zehn= bis zwanzigjähriger Haft bedacht. Ein besonderer Abschnitt behandelt die Offiziers=Duelle. Das Gesetz verfügt die Entlassung des RegimentsKommandeurs, welcher ein Duell zwischen zwei Ofsizieren angeordnet hat, ohne Pensionsanspruch und ohne Grad. Rußland. Die russische Regierung möchte auch gern einen Brocken von der siamesischen Erbschaft haben. Sie forschte jüngst die siamesische Regierung aus, ob sie geneigt sei, die Insel Salang für eine russische Flottenstation abzutreten. Norwegen. In Norwegen bereiten sich ernste Dinge vor. Die norwegische Volksvertretung, das Storthing, hat durch den Beschluß, die Zivilliste des Königs und die Apanage des Kronprinzen bedeutend herabzusetzen, gezeigt, daß es auf die Monarchie im allgemeinen und das schwedische Königshaus im besonderen schlecht zu sprechen ist. Norwegen strebt der staatlichen Selbständigkeit zu und trügen nicht die Anzeichen, so ist es die Republik, welche vielen Bewohnern als künftige Staatsform wünschenswert dünkt. Zu den Festlichkeiten zu Tullgarn, wo Kaiser Wilhelm und die Kaiserin von König Oskar und dem Kronprinzen und seiner Familie empfangen wurden, paßte die Neuigkeit aus dem Storthing schlecht. Besonders peinlich ist die Sache für den Kronprinzen. Das Verhältnis zwischen Schweden und Norwegen wird dadurch dem kritischen Punkt entgegengetrieben. Eine thatsächliche Stockung in der schottischen Kohlenindustrie ist am Mittwoch eingetreten. Viele Bergleute weigerten sich zu arbeiten, während andere nur an drei Tagen der Woche arbeiten wollen. Der Kohlenpreis steigt pro Tonne um 1 Schilling. Der allgemeine Streik beginnt am Samstag. Westfalen und Rheinland. Aplerbeck, 27. Juli. Seit Samstag befinden wir uns nun wirklich in den Hundstagen, wenn auch die berüchtigte„Hundstagshitze" wohl zu ertragen ist. Am nächtlichen Sternenhimmel strahlt in voller Pracht der Sirius. Er, der hellste unter allen Sternen, sendet uns seine Strahlen aus dem Sternbilde des großen Hundes. Vor nahezu 17 Jahren verließen sie ihre Heimat und treffen heute das Auge des sie bewundernden Erdenbewohners, nachdem sie einen Weg von 1 069 000 Sonnenweiten zurückgelegt haben. Der glänzende Sirius, dessen Größe das Vierzehnfache unserer Sonne beträgt, hat von jeher wegen seiner Lichtfülle die Aufmerksamkeit auf sich gelenkt. Die alten Aegypter begrüßen sein Erscheinen mit Freuden, da um diese Zeit der Nil seine segenspendenden Fluten über die Ufer treten ließ, um das Land für die nächste Ernte zu befruchten. In Griechenland erwartete man sehnsuchtsvoll diese Zeit, da in ihr Obst und Wein reiften. Nach dem Sternbilde des großen Hundes wurde sie die Zeit der Hundstage genannt. Diese Bezeichnung hat sich bis heute erhalten und wird jetzt allgemeiner auf die heißeste Zeit des Jahres angewendet. Im Mittelalter setzte man während der Hundstage an manchen Orten den Gottesdienst aus und schloß die Schulen. 0 Aplerbeck, 28. Juli. Seit einigen Tagen schaltet und waltet in der Restauration des Herrn G. Dörseln ein winziges Männlein, der Zwergkellner Leonardo, der kleinste Kellner der Welt, welcher die Gäste mit einer Schnelligkeit bedient, wie sie nur von einem solchen„Federleicht“ erwartet werden kann. Trotz seiner 18 Jahre ist der kleine Ganymed nur 30 Pfund schwer, was ihm aber an Körpergewicht abgeht, besitzt er an Witz und Humor doppelt, sodaß seine komischen Gesangvorträge ebenso hörenswert sind, wie Heir Leonardo sehenswert ist. Berghofen, 26. Juli. In der Nacht zum Montag um 4 Uhr morgens wurde das Haus des Schuhmachermeisters Clemens in der Mark ein Raub der Flammen. Der Besitzer mit seiner Familie rettete kaum das nackte Leben, denn die Schlafenden wurden erst durch das Zusammenbrechen der Decke zwischen Wohnung und Hausboden geweckt. Die Entstehungsursache ist unbekannt und das alte Haus nur zu einem niedrigen Betrage versichert. Dortmund, 28. Juli. Die Arbeiter der Zeche„Friedrich Wilhelm" waren in großer Sorge, ob sie auch den ihnen zustehenden Lohn erhalten würden. Die Sache ist gestern in anerkennenswerter Weise geregelt worden, indem die Gewerke, die so wie so ihren ganzen Besitz verloren, 10 000 Mark zur Bezahlung der Arbeiter hergegeben haben. Die Arbeiter würden ja in erster Linie aus dem vorhandenen Vermögen befriedigt worden sein, es hätte aber bis zur Erledigung der Sache geraume Zeit vergehen können. Ihmert, 26. Juli. Ein Aufsehen erregender Fund wurde gestern auf der Tenne des Siepmann'schen Hauses gemacht, nämlich die Leiche des Schreinergesellen Konrad Eigenbrod. Ueber die Todesursache verlautet nichts Bestimmtes, und wird wohl durch die Obduktion erst festgestellt werden können. Am Kopfe der Leiche zeigten sich mehrere klaffende Wunden, augenscheinlich von einem schweren Falle herrührend. Münster i. W., 26. Juli. Kaiser Wilhelm hat dem Dr. Burghard Frhrn. v. Schorlemer= Alst in Anerkennung der patriotischen Hingebung des verdienten westfälischen Edelmannes sein Bildnis verliehen. Münster, 26. Juli. Herr v. Schorlemer beabsichtigt mit seinen Gesinnungsgenossen ein täglich ein= bis zweimal erscheinendes Volksblatt ins Leben zu rufen, das auf dem Standpunkt des Zentrums stehend, vorwiegend auch den besonderen Angelegenheiten der Provinz Westfalen seine Aufmerksamkeit widmen soll, um energisch die Interessen der heimischen Landwirtschaft, der Industrie, des kleinen Gewerbes und Handwerkes zu vertreten. Das Aktivkapital ist zunächst auf mindestens 100000 Mark, bestehend aus 100 Aktien à 1000 Mk. festgesetzt. Detmold, 27. Juli. Morgen feiert hierselbst das Rinkersche Ehepaar das seltene Fest der eisernen Hochzeit. Herr Gottfried Rinker ist Müller und steht im 89. Lebensjahre, seine Ehefrau Luise, geb. Wilhelms aus Bielefeld, ist 86 Jahre alt. Das Ehepaar ist umgeben von 6 noch lebenden Kindern, 35 Enkeln und 30 Urenkeln. Das Paar befindet sich für sein Alter noch sehr wohl. Siegen, 25. Juli. Auf dem Heimwege nach seiner Wohnung ist in Albaum bei Kirch. Schweiz. Die schweizer Regierung hat das Tragen oder Aufpflanzen von roten Fahnen an öffent hunden ein 73=jähriger Greis von einem Raufbold anscheinend mit einer Axt niedergeschlagen worden, so daß der Tod nach kurzer Zeit eintrat; der Thäter ist noch nicht entdeckt. Siegen, 26. Juli. Von einem Schwarm Bienen fast zu Tode gestochen wurde gestern abend ein Pferd des Maurermeisters Herrn Hubert. Das Fuhrwerk hatte in dem Hammerhütter Kirchweg gehalten, wo ein Schwarm wild gewordener Bienen, die in ihrem Stocke gereizt worden waren, sich dem Tiere auf den Körper setzte und dasselbe derart mit Stichen zurichtete, daß es in der Frankfurter Straße wie leblos zusammenbrach. Nachdem hier das Tier von seinen Peinigern befreit worden war, konnte es sich allmählich wieder erholen. § Düsseldorf, 27. Juli. Das vor der Thür stehende Jubelfest des Niederrheinischen Füsilier=Regiments Nr. 39 beschäftigt augenblicklich in lebhafter Weise das Interesse weiter Kreise unserer beiden Provinzen. Daher dürfte es vielfach willkommen sein, auch von dem Anteil zu hören, den die alten Regimentskameraden dem Feste entgegenbringen. Ein wo hölst do für dinge Vatter der Schabau?“ —„Beim Schötze Pitter,“ schluchzte der Kleine. Das Mitleid der Umstehenden schlug sofort in allgemeine— Heiterkeit um. Ein Kölner nahm den Jungen mit zur Plankgasse und es gelang mit Hülfe der angegebenen Schnapsquelle, denselben seinen Eltern wieder zuzuführen. Bad Neuenahr, 24. Juli. Heute morgen kam der Hausknecht vom VickoriaHotel am großen Sprudel vorbei, als er dort einen Ball bemerkte, den die Kinder gestern hatten hineinfallen lassen. Um den Ball zu holen, stieg er über die Einfriedigung. Bei dem trüben Wetter war die Vertiefung, in welcher der Sprudel sich befindet, in dem Maße mit Kohlensäure angefüllt, daß der Unglückliche erstickte. Die von einem Arzte angestellten Belebungsversuche blieben wirkungslos. teils schwer verwundet worden sind. Die wie rasend vin sich schlagenden Ma Fabrik wurde gänzlich, zerstiört. überwälig üsten Polizeibureüberwaltigen und zum nächsten Polizeidureau Sostale Lenegung. London, 27. Juli. Etwa 277000 Bergleute, also fast die Hälfte der englischen Bergleute, stellen morgen die Arbeit ein. Falls die Bergleute von Durham und Northumber= heste entgegenbringen. Ein land in ihrem Entschlusse verharren, eine LohnBlick in die Teilnehmerliste, soweit sie bisher erhöhung zu fordern, wird sich die Anzahl aufgestellt ist, ergiebt, daß der älteste Jahr= der Ausständischen auf etwa 460000 Mann gang, der bei der Jubelfeier vertreten sein belaufen. Der Ausstand dürfte demnach der wird, derjenige von 1826 ist. Es reihen sich größte sein, der jemals vorgekommen. Daneben 9ie oene eenebengige... si9 auf andere Gewerbszweige aussind alle Jahrgänge ausnahmslos angemeldet. zudehnen; es haben schon die Kohlenträger“ Der Senior unter den alten Kameraden dürftelbeschlossen, die Ausständischen zu unterstützen. ein 87jähriger ehemaliger 39er aus Rheydt Schwer wird Hull, das sich eben erst von den sein, der trotz seiner Jahre froh und munter Folgen des Docker=Ausstandes zu erholen andem Feste entgegensieht. Es lebt noch ein!fängt, von dem Bergleute=Ausstand betroffen älterer ehemaliger Soldat des Regiments, allein werden; seine Schiffe befördern die Ausfuhr diesem erlaubt es sein körperlicher Zustand der Kohlen der West Riding=Gruben, die nun nicht mehr, nach Düsseldorf zu kommen. ganzstillstehen werden. Da die Northumberlandangemeldet Kameraden von 84 Kohle größtenteils für die Ausfuhr berechnet und 81 Jahren und etwa 12, die bereits die list, dürften die auswärtigen Geschäfte ihre Jahreszahl 70 überschritten haben. Unter Aufträge Deutschland und Belgien zuwenden. den Städten, aus denen Anmeldungen gekom t men, steht erklärlicherweise die Garnisonstadt Cholera=Nachrichten. Düsseldorf mit ca. 500 an der Spitze; danach] Ratibor, 26. Juli. Wie die„Oberkommen Crefeld mit 160, Elberfeld mit 145, schlesische Volkszeitung“ meldet, ist in Deutschder Kreis Lennep mit 139, Barmen und Rasselwitz(Kreis Neustadt) binnen vier Stunden Dortmund mit je 100. Indessen stehen noch ein bis dahin gesunder, starker Mann unter allen zahlreiche Anmeldungen aus. Neben den An= Anzeichen asiatischer Cholera gestorben. Der Kreismeldungen aus den alten Rekrutierungsbezirken physikus wie der behandelnde Arzt hätten das des Regiments sind auch noch solche von Ka= nämliche Gutachten abgegeben. meraden eingegangen, deren Lebensberuf sie! Paris, 26. Juli. Aus Persien wird das weit in die Welt hinausgeführt hat. Es Auftreten der Cholera an verschiedenen Orten der werden ehemalige 39er erscheinen aus London, Provinz Mazan am kaspischen Meer im Norden Berlin, Tecklenburg, aus dem Elsaß, aus und Osten von Teheran gemeldet; in Rußland Coblenz, aus Neuwied und so vielen andern kommen in 7 oder 8 Gouvernemets vereinzelte Orten. So wird sich denn die Jubelfeier zu Todesfälle vor. Im moskauer Gefängnisse sind einer denkwürdigen und glänzenden Heerschau bis jetzt 15 Choleratodesfälle konstatiert. Aue über Tausende einstmaliger Soldaten gestalten, Oestreich=Ungarn wird eine beschränkte Zahl verdie, ob sie nun vor mehreren Menschenaltern, dächtiger Todesfälle im Nordosten Ungarns und ob vor kürzerer Frist des Königs Kleid ge Transsylvaniens gemeldet. Die Zahl der Todestragen haben, den ruhmreichen Fahnen ihres fälle an Cholera in Djeddah und Mekka nimmt alten Regiments treue und dankbare Erinne= ab. Das gelbe Fieber in Bahia ist ebenfalle rung bewahren. im Abnehmen begriffen. In Rio und Sontos Düsseldorf, 24. Juli. Am Samstag sind vereinzelte Fälle konstatiert. In St. Louis hat sich hierselbst aus noch unbekannten Gründen rechnet man durchschnittlich 50 Todesfälle an Cholera. ein 14jähriger Gymnasialschüler durch Er= Europäer werden wenig von der Krankheit befallen, hängen das Leben genommen. Der jugendliche indessen sind drei der Epidemie erlegen. Die BeSelbstmörder war der Sohn eines hiesigen völkerung ist sehr beunruhigt. höheren Eisenbahnbeamten. Leipzig, 25. Juli. Der„General=Anzeiger Wesel, 34. Juli. Die Cref. Ztg.“ Lipis und lunggend; meibet, daß in Gera het: Bar.““: P“Zeit isr 6.0t;(16 Personen an den schwarzen Pocken erkanst meldet: Vor einiger Zeir ist man bei den darniederliegen. Ausbaggerungsarbeiten im Rhein auf der Graudenz, 25. Juli. Auf der Grenzstation Büdericher Insel auf ein uraltes Schiff ge= Illowo an der Marienburger=Wlawkaer Eisenbahn toberi 5 Jetzt ist dasselbe so ziemlich, Floßsg; haben russche Auswanderer die schwarzen Pocken legt, sodaß seine Größenveryaltnisse festgestellt eingeschleppt. Die Kranken wurden in Cholerawerden konnten. Die Breite beträgt 6,5 Meter, baracken untergebracht. die Tiese 25 Meter und die Länge 18.5 Meter anreden uteroetractt. * Paris. Die Tollwut ist unter den zu bringen. Katzen eines Pariser Stadtviertels ausgebrochen. Ramsgate, 24. Juli. Vo Ein Schuhmacher namens Ancelin in der Rue erhielt ein Herr Richards ein Postpacket Tournefort wurde in der Nacht von einer verdächtigem Aussehen. Der Empfänger gin wütend gewordenenen Zimmerkatze im Schlafe um es zu öffnen, in ein ihm gehöriges He überfallen und fürchterlich zugerichtet. Schlaf= in Broatsairs. Es erfolgte eine szi, trunken, vor Schmerz fast von Sinnen und Explosion. Richards wurde im Gesicht und nicht wissend, wie ihm geschah, verteidigte sich an den Händen schwer verletzt ins Hospital Ancelin nur unwirksam, sodaß das tolle Tier transportiert, wo er alsbald gestorben ist. Zeit hatte, ihm die Nase und ein großes Stück Ein bei der Oeffnung anwesender Mann ersitt der rechten Wange wegzubeißen. Auf Ancelins! Verwundungen im Gesicht. eein fürchterliches Geschrei eilten die Nachbarn her=]* Ein Wahnsinniger auf der bei, befreiten ihn endlich und schlugen die Katze Auf der italienischen Eisenbahnstation tot. Ancelins wurde in Pasteurs Anstallt ge= zwischen Padua und Bologna schafft. Am nächsten Morgen tötete ein Schutz= einen Moment des Alleinseins, um, wie mann mit einem Säbelhieb eine andere Katze, nommen wird, in einem Anfall von Wahnsinn welche mit furchtbarem Geheul und weißem Lokomotive loszukuppeln und in vollem Dam anse die Voriberpzehendeu vesachte manie burch Sigale un Eietsen Hasdasantsides Coser eine, Gusten Kradeg diugen. Die Lobonosider Hernrdmucte eshcse bece bes sen sesche e laech se sche Personen, siud odachlea. bie 37 Kilometer lange Strecke in 36 Minten * Pyrmont, 24. Juli. Eine Liebes zurückgelegt. tragödie hat die Badegesellschaft in große Auf= Schneidemühl, 15. Juli. An der regung versetzt. Der bei der hier gastierenden heute stattfindenden Magistratssitzung wird der leipziger Theatergesellschaft engagierte Schau= Berliner Brunnenmacher Beyer teilnehmen. spieler M., Sohn eines höheren Beamten in Beyer beabsichtigt, in nächster Zeit seine ArHannover, hatte die Liebe einer jungen Dame beiten am Brunnen wieder aufznnehmen. Er gewonnen, die hier zur Kur sich aufhielt, und will die Rohre noch tiefer bringen, den Wassersich mit ihr heimlich verlobt. Als die Eltern auslauf verringern und klares brauchbares der Braut davon erfuhren, wurde das Ver= Wasser schaffen. Die Abbruchsarbeiten auf löbnis gelöst, und die Dame mußte ihm ab=der Unglücksstätte sind wegen Mangels an schreiben. Das hatte sich der junge Mann so Geldmitteln eingestellt worden. Durch Privatsehr zu Herzen genommen, daß er seinem Leben hülfe sind bis jetzt etwa 45000 Mark einsehr zu Herzen genommen, daß er seinem Leben hülfe u ein Ende machte. Er hatte sich vor einem gegangen. nden Zuge auf die e* Ro ser eischebes einer Peate.— Adoataen, süer 2ad0ng Galden feilseigen London, 24. Juli. Infolge einer Gas= wird, anzukaufen und dort aus Rußland ausExplosion wurde das Gebäude der National=Pro= gewanderte Glaubensgenossen anzusiedeln. vinzialbank in Dover demoliert und 4 Arbeiter Amerika ist entschieden das Land der getötet.— An Bord des aus Marseille eingetrof= sseltsamsten Ehen. Kutscher und Stallknechte fenen Dampfers„Allmua“ war ein Cholerakranker. beiraten dort Millionärstöchter, Dienstmädchen Das Schiff mußte in Quarantaine gehen. vermählen sich mit Grafen und Baronen. * London, 26. Juli. Aus New=York Aus Chicago wird neuerdings gemeldet:„Die wird dem Reuterschen Bureau vom 25. d. M. hübsche Anna Whitkower war bis vor einigen gemeldet, daß die Nationalbank und die Han= Tagen Zimmermädchen im Palmerschen Hause. delsbank in Indianopolis, ferner die Fire In=[Jetzt ist, sie die Baronesse Sohlberg, Gattin surance=Bank in Wiscounsin, sowie die Bank eines österreichischen Edelmannes. Die BeMitchel in Milwaukee ihre Zahlungen suspen=(werbung begann vor einem Jahre, als der diert hätten. Drei Banken in Louisville und Baron im Palmerschen Hause Gast war. Kentucky hätten ebenfalls die Zahlungen ein=(Vorigen Samstag war der Raran zum dritt. gestellt, Vorigen Samstag war der Baron zum dritten Male hier, und die Trauung fand statt. Das die Tiefe 2.5 Meter und die Länge 18.5 Meter. Bei der Ausbaggerung sind eine Reihe von Gegenständen, welche auf die Zeit seiner ErHaus= und Landwirtschaftliches. Gegenständen, welche auf die Zeit seiner Er=s!! Bundder Landwirte. Der wirtschaftbauung und seiner Benutzung schließen lassen,slichen Vereinigung im Reichstage sind heraufbefördert. Es sind das u. g.: Ein nunmehr 140 Reichstagsabaeordnete, darunter herausbefordert. Es sino das u. a.: Einf nunmehr 140 Reichstagsabgeoronete, darunter spanischer Reitersporn, ein spanischer alter 22 Nationalliberale, beigetreten. Dem Vereine große Anzahl Kanonenkugeln nehmen nach hereitet der Bund„er Zeit k, ae a wu Miale Her, und die Trauung sand fat. Des Duschny, 20. Juli. Während eines Paar ist nach den Badeorten des Westens abfurchtbaren Gewitters wurden, nach dem gereist.“— Baron Sohlberg ist, wie von anderer „Nowosti Duja“, kürzlich im Flecken Duschny Seite gemeldet wird, Millionär. fünf Personen vom Blitz erschlagen. An dem Sein äußerst wertvolles Pferd hatte ein Unglückstage sollte eine Hochzeit in Duschuy Pferdebesitzer in Nauen, welcher ins Bad stattfinden. Der Bräutigam hatte seinen Wohn= reisen wollte, bei einem Rittergutsbesitzer auf ort unweit des Fleckens, und als der Hoch=[Neukammer auf die Weide gegeben, wo daszeitszug mit dem Bräutigam nach Duschuysselbe mit den Pferden des Besitzers in einer unterwegs war, wurde er von einem furcht= Hürde untergebracht wurde. Kaum aber war baren Gewitter überrascht. Der Hochzeitszug das fremde Pferd innerhalb der Hürde, als erreichte ganz durchnäßt, aber glücklich den alle wie auf ein Kommando über dasselbe Flecken, und bei dem ersten Hause wurde Halt herfielen und es mit Gebiß und Hufen dergemacht, um sich umzukleiden. Der Bräutigam maßen bearbeiteten, daß es binnen kurzer Zeit und die übrigen Gäste, die mit ihm die Fahrt verendete. Den Zuschauern war es nicht möggemacht hatten, bis auf zwei, die zur Braut lich, das Tier zu retten, da das Heranwagen eilten, um ihr die glückliche Ankunft zu melden, an die erregten Tiere augenscheinlich mit betraten das Haus. Da schlug ein Blitzstrahl Lebensgefahr verbunden war. in das Haus, dem ein furchtbarer Donnerschlag folgte, und tötete auf der Stelle den Bräutigam und vier seiner Gäste. * Neueste Nachrichten. Rasselwitz in Schlesien, 28. Juli. Der gestern von hier als choleraverdächtig gemeldete Wien. Die heren, Gährg,e ächiunz Todesfal bat sich nach amtlicher Uinesuchang ale 1, ein spanischer alter 22 Nationalliberale, beigetreten. Dem VerSöbelgrif, eine groge unzagt ranonenzugeln surzurn nucg vereiret ver Suno zur Zeit der 12jährige Wilhelm, bereiteten sich ein Bad. P 28 Phelie herautgesiacht. von ungefähr 10 bis 15 Zentimeter Durch= statistische Ermittelungen über die Schädigungen Sie füllten eine beizbare Wanne mit Wasser ab..... Vutt. Uintergaus. Oentern messer, Gewehrkugeln und anscheinend eine und Verluste vor, welche die Landwirtschaft Form zum Gießen solcher Kugeln, verschiedene im Laufe der letzten Jahre durch Maul= und Scherben von alten Thontöpfen und Krügen, Klauenseuche erlitten. Wie verheerend die irdene Thontöpfe, eine Feuerzange, altes Seuchen unter dem Viehstande gewirkt, geht Schuhwerk, sowie eine Anzahl Tierknochen. daraus hervor, daß der Ausfall in der ViehMan wird im Interesse der historischen Wissen=produktion auf Grund der Ausfuhrstatistik des schaft den Versuch machen, den Rumpf des Reiches pro 1889/92 auf 300—400 Millionen Schiffes vollständig zu heben. Möge das Mark geschätzt wird. Unternehmen von Erfolg gekrönt sein. Oberhausen, 25. Juli. Schon wieder Vermischtes. Ueber Verluste, welche einzelne Berliner Sie füllten eine heizvare Wanne mir Wasser abend kurz vor 10 Uhr, als Chamberlion bei dem und heizten den Ofen. Die Knaben wurden neuen Finanzparagraphen der Humerulebill Gladnun entweder durch Kohlengase, die dem Wan= stone bekämpfte, fiel auf den Bänken der Nationenofen entströmten, betäubt oder infolge der nalisten das Wort„Judas". Die Konservativen übermäßigen Hitze, die in dem Baderaume verlangten den Ordnungsruf gegen den Rufer herrschte, ohnmächtig, und während der jüngere Oconnor, er solle das Wort zurückziehen.(Starke noch die Kraft hatte, aus der Wanne hinaus= Erregung.) Mehrere Nationalisten und Konserzukriechen, sank der ältere unter das Wasser vative gerieten in einen Faustkampf, der mühsam und ertrank in der Badewanne. Der andere unterdrückt wurde. Der Sprecher wurde in den Knabe wurde schwerkrank in ein Hospital ge= Sitzungssaal berufen, er veranlaßte Oconnor, sich Ueber einen großen Postdiebstahl wird bedauerlichen Zwschenfall zu vrgesen und die ist hier ein grauenvoller Mord verübt worden. bei dem am Samstag niedergegap.. eshstse scece sc ce ce ece ce ece sescscesescesceites sece e escech eie Ie sc lisce ele cacs esecheseshech e cdn baich ein elschalg so daß der Tod wenige Minuten späiter eintratl von etwa 2000 Mark. In den Kellerräumen leider noch nicht ergrifen worden. Iuare riletagenweberei sind für etwa 400 23. Juli. Ein 4üähriger dungel tassen... 3ud andere Geschäfte der Eisenbahnstation in Eintra nach dem Palast„Dailhy News“ schreibt die Lage sei kritisch zwischen Brüssel und Lille gestohlen worden ist. erledigt. * Der König von Portugal hat vor London, 27. Juli. Die Lords Salisbury einigen Tagen eigenhändig einen Mann fest= und Roseberry sind eingeladen, mit dem deutschen genommen, der einen anderen zu Boden ge= Kaiser in Cowes zusammen zu treffen. schlagen und schwer verwundet hatte. Nach! Die Verstimmung zwischen England und dem Bericht der Times ist die Verhaftung Frankreich wegen der siamesischen Angelegennicht so leicht gegangen. Auf der Fahrt von heiten ist augenscheinlich im Wachsen. Die von Zaue sich. dieser Tage nach Nippes— Aus der Spre, aus welcher die Leichen der perirrt. Vori erregte er das größte Mitleid infolge des Gewitters umgekommenen Fische der Lurübergehenden. Diese gaben sich die durch Arbeiter entfernt wurden, wurden mehrere größte Muhe, aus dem Kleinen herauszubringen, Zentner toter Fische, unter denen sich auch wo er in Köln wohne, aber vergebens. Er Aale befanden, gesammelt. wußte eben nur, daß er in Köln zu Hause!* Paris, 25. Juli. In Honfleur haben war. Da kam eine Frau hinzu, schob die in der Dynamit=Fabrik Albon vier aufeinUmstehenden bei Seite und sagte:„Loht mich anderfolgende Explosionen stattgefunden, durch ens mit dem Quant spreche. Saag, Männche, welche 9 Personen getötet und 20 größtender König das Handgemenge und und erheische große Zurückhaltung. Das Ende sah den einen der Beteiligten fallen. Um der Unterhandlungen zwischen England und Schlimmeres zu verhüten, sprang er mit dem Frankreich wird aber wohl nicht eine krieAdjutaten vom Wagen, es entspann sich eine gerische Verwickelung, sondern ein TeilungsSchlägerei, und der König mußte seinem Ad=labkommen sein. Der König von Siam wird jutanten, der in Gefahr schwebte, überwältigt unter britischen Schutz gestellt, d. h. er wird zu werden, zu Hülfe kommen. Er schlug ein Vasall der englischen Krone werden und den Gegner mit dem Stock übir den Kopf, Frankreich erhält den größten Teil jener aber erst den gemeinsamen Anstrengungen des Gebiete, die es jetzt von Siam beansprucht, Königs und des Adjutanten gelang es, den mit Ausnahme der China gehörenden Provinzen. Gottesdienste. Schwerte. Größere evangelische Kirche. Sonntag, den 30. Juli 1893. Frähpr. 8 Uhr: Past. Graeve. Hauptpr. ½ 10 Uhr: Past Heinenberg. e(Abendmahl.) Nachm. 2 Uhr: Kindergottesdienst. Pastor Graeve. Amtswoche: Pastor Heinenberg. Reformierte Kirche. Sonntag, den 30. Juli 1893. ½10 Uhr: Pastor Terberger. Westhofen. Sonntag, den 30. Juli 1893. Vormittags 9½ Uhr: Predigt. Pastor Falkenberg. Nachm. 2 Uhr: Kndergottesdienst. Aplerbeck. Sonntag, den 30. Juli 1893. Frühpr.: Hülfspr. Petersmann. Hauptpredigt: Pastor Meinberg. Nachm. 2 Uhr: Jugendgottesdienst. Stadtmission in Schwerte. Sonntag, 30. Juli, rachm. 4½ Uhr Bibelstunde. Westenort Nr. 12. Gefunden: Regenmantel, Geld, 2 Blechkannen, Reiseriemen. Die Polizei-Verwaltung. Bekanntmachung. Am Dienstag, 1. August, nachmittags 3 Uhr, werde ich in meinem Pfandlokale beim Wirt Herrn Strathmann in der Wanne 1 rote Kuh öffentlich meistbietind, gegen Barzahlung zwangsweise verkaufen. Schwerte, 28. Juli 1893. Matz, Gerichtsvollzieher. Schwerter Turnverein. (Mitglied der deutschen Turnerschaft.) Samstag, den 29. Juli, abends 8½ Uhr: General-Versammlung. Tagesordnung: 1. Wahl des I. und II. Gerätewarts. 2. Turnfahrt. 3. Festbericht. 4. Festbericht vom Kreisturnfest in Bielefeld. 5. Verschiedenes. Liederbücher mitbringen. Der Vorstand. Sonntag, d. 30. Juli, werden bei mir Gänse und Eier ausgeschossen und ausgekegelt. J. Hennemann, Grünenthal. Sonntag, d. 30. cr., wird bei mir ein mischgebendes Schaf (Ostfriesländer) ausgekegelt. Heinr. Walter. Das Kreisfest der evangelischen Jünglings= und Männer=Vereine der Kreisverbindung Hagen wird am Sonntag, 30. Juli d. Is, nachm. 3 Uhr, in der Kirche zu Haspe gefeiert werden. Die Festpredigt hat Herr Pastor Hohagen aus Altena übernommen. Nach dem Festgottesdienst wird eine im Saale des Herrn Schröder stattfinden. Alle Freunde des Reiches Gottes werden hiermit zu dieser Festfeier herzlichst eingeladen. Böhle, den 24. Juli 1893. Der Kreis-Vorstand. in Gerchum Sonntag, den 30. Juli, nachmittags 3 Uhr. Festprediger: Pastor Beckey=Köln. Nachfeier bei gutem Wetter im Freien. Missionsfreunde werden hiermit herzlich eingeladen. De.- Nebenverdlenst. Agenten achtbare gewandte Personen jed. Standes n. allerorts werden zum Verkaufe kurshabender Wertpapiere mit bedeutenden Gewinnchancen gegen monatl. Teilzahl, bei hohen Provisionen gesucht, wodurch leicht monatl. 300—500 Mk. ohne jedes Risiko zu verdienen. Adr. erb. an das Bankgeschäft F. W. Moch. Berlin S. W., Wilhelmstr. 12. 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Qual.„„ „ 2.„„„ Kartoffeln„„ Heu per 500„ Roggenstroh per„„ Rüböl per 100„ in Partieen von 100 Zentner. Rüböl per 100 Kilo faßw. Gerein. Oel per 100 Kilo 3 M höher als Rübol. Preßkuchen per 1000 Kilo Weizen=Vorschuß 00 per 100 Kilo Kleien per 50 Kilo Köln, 27. Juli. Weizen siger 16,50—17,25, fremder 17.50 bis 18.00. Roggen hies. 15,50 bis 16,00, fremder 16,75—18,00. Hafer hiesiger 19.50—20,50 M Berlin, 27. Juli. Weise Juli 162.50 M, Sept.=Ol 163,50 M Roggen Juli 147,71 #. Sept.=Ok. 149,00 M. Hafe Juli 178,00 J, Sept.=Okt. 156.50 # Rüböl vorr. mit Faß 48,00 4 ohne Faß 47.00 J. Juli 47,90 4 Sept.=Okt. 47,90 J, Spiritus 706 vorrätig 35,90 J, Juli 34.50 4 Aug.=Sept. 34.50 J, 50er vorrätt 100.00 K. OT und käufe dusen 3. August, gen en, sehr gute ucht cse zellen ken bei 5. August, rucht pping. 9. August orgen ces Gras th=Kamp. Ihr nachm. 3. Hessen 19. Aug. Husen. papier erschließen r empfiehlt Braus. hwerte. orgen: weinebraten, " Cavlar, e k 40 Pfg. O Pfg. Jarl Raffin. sichten. 1893. Kilo entner. Kilo übol. 8 11o 811o 1640 15 80 1540 14 40 2270 23.70 — 51 126 Weizen hie fremder 17.50 sies. 15.50 bis 18.00 # fuli. Weizen Sept.= Okt Juli 147,7 0 4p; Hafe t.=Okt. 156.50 Faß 48,00 Juli 47,90 4 Spiritus 70e Juli 34.50 Vrilagr zu Nir. 60 bir„Tchwerter Redaktion, Druck und Verlag von Carl Braus in Schwerte. Für trauernde Eltern. Stund heute früh am Fenster, Ein Schäser ging vorbei Mit einem Schaf am Seile, Das Lämmlein folgte frei. Das Schaf war ungebärdig, Riß aus, sprang hin und her, Der Schäser wollt' es fahen, Das Schaf sprang immer mehr. Da läust er nach dem Jungen, Nimmt's fort mit sanster Hand, Und sogleich hat das Alte Sich solgsam umgewandt. „Ei“, dacht' ich,„just so weislich Greift's Gott, der Herr, auch an: Gern holt er sich ein Kindlein, Die Eltern mit zu fah'n. O möcht' dann nur so mächtig Ihr Zug zum Lämmlein sein, Daß sie sich ihm zu liebe Beim Hirten stellten ein!“ Rätsel. Erzählung von E. Heinrichs. (Fortsetzung.) Am selben Abend ging Riehl zu seinem Freunde Brandner, den er mit der langen Pfeife und einem Schoppen Vier vor sich in der Laube fand. Der Stadtsekretär, wie er sich am liebsten nennen hörte, war ein behaglich aussehender Fünfziger, mit einem rötlich schimmernden glattrasierten Gesicht und einer mäßig starken Beleibtheit. Der Polizeidienst schien ihm wenig anzuhaben, denn erstens war er kein Kriminal=Genie, und zweitens gabs, wie schon bemerkt, in a keine eigentlichen Verbrecher, sondern nur Faullenzer— und Säufer, von denen wir die drei Matadore bereits hinreichend charakterisiert haben. Hätte das Städtchen eine schneidigere Polizei besessen, so wäre die rätselhafte Geschichte mit dem spurlos verschwundenen Kinde wohl nicht im Sande verlaufen. Als die Verfolgung der Zigeuner kein Resultat ergeben, hatte man die Sache ad acta gelegt und der Zeit oder dem Zufall das Weitere überlassen. Ein gewisser Schlendrian, der an patriarchalische Zustände erinnerte, herrschte nach dieser Seite hin noch sehr gemütlich in K, weshalb etwas Grausiges dazu kommen mußte, etwas ganz Unerhörtes, um Polizei und Bürgermeister, wie sämtliche Einwohner aus dem Geleise zu bringen. Dieses Unerhörte schwebte bereits in der Luft. In gewohnter Behaglichkeit saß der Herr Stadtsekretär in seiner Rosenlaube, den gefüllten Schoppen vor sich auf dem Tisch und mächtige Wolken aus der langen Pfeife in die reine Luft hinausdampfend. Es war ein wundervoller Abend, die Sonne sank in ihr goldenes Bett, ein Meer entzückender Pracht um sich ergießend, die Blumen dufteten, in den Obstbäumen säuselte es geheimnisvoll, heiliger Friede herrschte ringsum.— Durch die Stille tönte jetzt ein schwerer Männertritt. „Ah, guten Abend, alter Freund!“ rief Brandner,„dachte soeben an Dich und da hist Du,— siehst Du die Stine nicht irgendwo, daß sie noch einen Schoppen für Dich besorgt?— Meine Clara ist nicht daheim. Riehl schüttelte dem Sekretär die Hand und ließ sich auf einen Gartenstuhl nieder. „Laß nur,“ wehrte er ab,„ich trinke doch nicht. Mir ist nicht ganz wohl, mochte aber noch nicht ins Bett.“ „Hm,“ machte der Sekretär, nach einem tüchtigen Schluck den Deckel fest zuklappend,„Du bist Dein eigener Feind, Freund Riehl, gewöhnst Dir die Pfeife ab—“ „Weil sie mir nicht mehr schmeckt—“ „Unsinn, nicht als Einbildung,“ fuhr Brandner ruhig fort,„ich rauche täglich und überwinde mich selbst dann, wenn ichs einmal lassen möchte, um nicht aus der Gewohnheit zu kommen. Beim Rauchen können keine schweren Gedanken sich ansammeln, sie verfliegen mit dem Dampf.— Beim Bier allein kann ein wohlorganisierter Mensch sich nie behaglich fühlen, weil sich das Blut dabei verdickt, siehst davon kommt Dein Grübeln und Einspinnen, das taugt nichts. Ja, ja, sieh mich nur nicht so vorwurfsvoll an, ich weiß wohl, daß es das Bier nicht allein thut, aber, alter Freund, endlich muß man doch den lieben Gott walten lassen und sich in das Unabänderliche fügen. Du kannst damit nichts ändern oder bessern.“ Riehl war in den letzten beiden Jahren ganz ergraut, das Gesicht sah greisenhaft verfallen aus. Der Stadtsekretär betrachtete ihn teilnehmend. „Glaubst Du, daß genug für die Auffindung meines Enkels gethan worden ist?“ fragte der alte Mann plötzlich ganz unvermittelt. Brandner sah ihn erstaunt an und richtete sich dann in seiner ganzen Beamtenwürde auf.— „Zweifelst Du daran? bemerkte er scharf,„das wäre allerdings ein Mißtrauen, welches ich als eine Beleidigung auffassen könnte, wenn ich Dir als Freund nicht viel zu Gute halten müßte. In diesem Falle würde ich Dir raten, einen Geheimen aus Berlin kommen zu lassen, wenns Dir daran gelegen wäre, Dein Geld los zu werden.“ Riehl blickte ihn forschend an.„Einen Geheimen?“ fragte er,„was meinst Du damit?“ „Nun, einen Geheimen von der Kriminal=Polizei, einen Detektiv.“ „Ach so, davon hab' ich schon oft gelesen, glaubte aber nicht, daß sie wirklich existierten. Ein solcher trägt wohl keine Uniform?" „Nein,“ versetzte Brandner kurz, da ihn schon der Gedanke daran ungemütlich stimmte. Sie tragen jede beliebige Maske und passen wohl für ein Sodom wie Berlin, doch nicht für unsere solide Stadt. Es passiert dem Detektiv auch wohl häufig genug, daß er einen unschuldigen ans Messer liefert". Riehl versank in Nachdenken, während der Sekretär wie eine Lokomotive dampfte. „Warum ich Dich noch fragen wollte, Brandner!“ hub jener nach einer Weile etwas zögernd wieder an.„Du kennst unsere Gesetze doch genau—“ „Na gewiß, bin darin sattelfest. Frage nur zu.“ „Kann die gesetztliche Todeserklärung meines Enkels jetzt schon erfolgen?“ Brandner nahm die Pfeife aus dem Munde und machte ein etwas verblüfftes Gesicht. Diese Frage schien er nicht erwartet zu haben und ihn sehr unangenehm zu berühren. Er räusperte sich geräuschvoll, bevor er antwortete:„Hängt diese Frage mit einem darauf bezüglichen Wunsche zusammen?“ fragte er, ihn forschend anblickend. Riehl schüttelte den Kopf.„Ich möchte es nur bestimmt wissen.“ „So, so, na, dann kann ich Dir sagen, daß es mit der Todeserklärung noch etwas währen kann. Gesetzlich zehn Jahre vom Datum des Verschwindens an, wie es überhaupt mit jedem Verschollenen der Fall ist. Ausnahmen können allerdings gemacht werden, Du erinnerst Dich wohl des verschollenen Bruders der Frau Weber, welche schon nach fünf Jahren in den Besitz des Erbes gelangte; das sind nun gerade vierzehn Jahre her, er ist nicht wieder zurückgekommen, und seine Schwester hätte damals nicht heiraten können, weil Weber ohne das Vermögen nicht anbeißen wollte. Ja, das ist nun einmal so, alter Freund, Deiner Agnes, welche den Kleinen ja zur Hälfte beerbt, käme das Geld auch sehr gelegen, da sie, jung und hübsch wie sie ist, mit einer solchen Mitgift die beste Partie machen könnte. Nun gehen ihre besten Jahre darüber hin. Allerdings wäre es jetzt noch zu früh, nach vier oder fünf Jahren aber würde ich um Deiner Tochter Willen selber zu einem derartigen Gesuche raten—“ „Meinen Enkel für tot zu erklären?“ fiel der alte Riehl entsetzt ein,„nein, so lange ich lebe, geschieht das nicht.“ Sein Gesicht war weiß wie Kalk, die weit geöffneten Augen blickten starr und unheimlich, als sähen sie etwas Schreckliches, in den Garten hinaus und die hagere Greisengestalt wurde wie von einem Fieberschauer geschüttelt. Brandners Unbehagen stieg bei diesem Anblick bis zu einem gelinden Grausen. Sein Bier ließ er schaal werden, die Pfeise ausgehen, was ihm in seinen Ruhestunden noch niemals passiert war. War der unglückliche Riehl bei seinem einsamen Grübeln endlich wirklich verrückt geworden? Wundern könnte sich eigentlich kein Mensch darüber, dachte der Stadtsetretär, obwohl es ihm bei dem Gedanken, daß der Raptus gerade jetzt ausbrechen sollte, sehr schlecht wurde. Es war inzwischen in der Laube ganz dunkel geworden. Brandner erhob sich, um ins Haus zu gehen, als ein leichter Schritt durch den Garten erklang.„Da kommt meine Clara!“ brach er, freier aufatmend, das Schweigen,„Du gehst wohl noch ein wenig mit ins Haus?“ Riehl schrak zusammen und stand auf.„Ich geh heim,“ sagte er hastig,„gute Nacht!“ „So warte doch nur,“ rief der Sekretär,„Clara, Du bist es doch?“ „Ja, Vater!" erwiderte das junge Mädchen, rasch näher kommend. Ihre Stimme klang merkwürdig gepreßt.„Guten Abend, Herr Riehl!“ setzte sie beim Anblick des alten Mannes hinzu, „wollen Sie schon nach Hause?— Ich glaube, Sie haben Besuch erhalten.“ „Ich nicht, mein Kind,“ sagte er leise,„der Besuch kann nur Agnes gelten.“ Er drückte ihr die Hand und wollte dann fortgehen“ „Es war aber ein Herr,“ setzte Clara mit seltsamer Betonung hinzu. Riehl blieb stehen.„Ein Herr? Haben Sie ihn erkannt, liebe Clara?— Wer kanns sein?“ Das junge Mädchen zögerte mit der Antwort. Sie schien mit sich zu kämpfen.„Ich kenne ihn nicht,“ erwiderte sie endlich,„es schien ein Fremder zu sein.“ „Ein Fremder?“— Der alte Mann sprach das Wort langsam, als könne er es nicht begreifen. —„Gute Nacht!“ setzte er dann wieder, wie sich besinnend hinzu. Brandner flüsterte seiner Tochter einige Worte zu, worauf beide ihm rasch folgten. „Der Abend ist gar zu schön, alter Freund!“ sagte der Sekretär, seinen Arm ergreifend,„hast wohl nichts dagegen, wenn wir Dich begleiten.“ Riehl hatte nichts dagegen, doch strebte er mit seltsamer Eile vorwärts zu kommen und überließ seiner Begleitung die Kosten der Unterhaltung. Als er sein Haus betrat, kam Agnes ihm entgegen„Wo nur die alte Nette bleibt?“ sagte sie unwillig,„ich schickte sie nach einer Besorgung in die Stadt und nun läßt sie sich Zeit, man kann sich auf die Alte nicht mehr verlassen.“ Sie traten in die durch eine Lampe erhellte Wohnstube. Riehl ließ seine Blicke argwöhnisch umherschweifen.„Du hast Herren=Besuch gehabt,“ sagte er plötzlich mit drohender Stimme. Agnes fuhr erschreckt zusammen. „Es war ein Fremder hier,“ setzte er hinzu, „was wollte er? Sprich!“ „Ach, du lieber Gott,“ rief sie mit gut gespielter Ueberraschung,„jetzt wird's gut, allerdings sprach ein fremder Herr hier vor, um den Abgang der Post— er wollte nämlich noch heute abend nach N.— zu erkundigen,— das war der ganze Herren=Besuch, den Dir irgend eine Klatschbase brühwarm aufgetischt hat, Papa! Du solltest mich doch nach dieser Seite hin besser kennen.— Vielleicht hat die tugendhafte Clara Brandner diesen fürchterlichen Fremden entdeckt und mir den Liebesdienst bei Dir erzeigt, da Du jedenfalls wieder dort gewesen bist.“ Riehl erwiderte kein Wort, um Clara nicht ihrer Rache preiszugeben. Er zündete eine Kerze an, und ging, ihr eine gute Nacht wünschend, in sein Zimmer. Agnes zuckte die Schultern und ballte die Hände im ohnmächtigen Zorn, den sie auf die soeben ins Haus tretende Nette abzuladen suchte. „Konnt' nicht früher zurückkommen,“ verteidigte sich die Alte ganz energisch.„Die Läden waren zu, mußte von Hinz zu Kunz laufen und dann war’s ja auch garnicht nötig, hätte gern bis morgen Zeit gehabt, wenn das Fräulein mich nicht um jeden Preis los sein wollte“ „Unverschämte Kreatur!“ schrie Agnes,„wie kannst Du es wagen, Deiner Herrschaft so etwas zu bieten? Morgen sollst Du aus dem Hause—“ „Na, na, nur sachte,“ unterbrach Nette sie ruhig,„was ich weiß, das weiß ich,— und wenn's der Herr wüßte, ging es dem Fräulein eine Stunde schlecht. Aber ich mag ihm das gebrannte Herzeleid nicht anthun, weil er so schon genug durch Ihre Schuld zu tragen hat. Bringen Sie mich aber nicht durch Ihre Schimpfereien auf, Fräulein Agnes, sonst steh' ich für nichts.“ Sie ging in die Küche, während Agnes ihren Zorn verschluckte, die Hausthüre verschloß und sich dann ebenfalls in ihr Schlafzimmer begab. Fortsetzung folgt.) Westfalen und Rheinland. § Schwerte, 27. Juli. Am Samstag, den 29., und Sonntag, den 30. Juli, wird im benachbarten Hagen der stenographische Verband für Rheinland u. Westfalen(Stolze) seine XVII General=Versammlung abhalten. Der Besuch verspricht ein äußerst guter zu werden, hat doch in den letzten Jahren die Stolzesche Stenographie in den beiden Schwesterprovinzen einen bedeutenden Zuwachs erhalten. Am Samstag abend 6 Uhr werden im Restaurant Heibel seitens der Vereins=Vertreter die geschäftlichen Angelegenheiten vorberaten; nachdem findet dortselbst ein Kommers statt. Nach gemeinschaftlicher Einnahme des Kaffees am Sonntag morgen 7 Uhr und nach dem Spaziergang beginnt um 10 Uhr vormittags im Viktoriasaal bei Heimbeck die eigentliche General=Versammlung, auf welcher außer Herrn Lehrer Wolf=Ehrenfeld, dem Vorsitzende des Verbaudes Stolzescher Stenographen=Vereine, Herr Parlamentsstenograph Max BäcklerBerlin Vortrag halten wird. Außerdem findet für die Mitglieder des Verbandes ein Wettschreiben in drei Abteilungen(80—100, 130—150 und 180—200 Silben) statt. Nach Erledigung der Tagesordnung wird im Viktoriasaal ein Festessen stattfinden, worauf Besichtigung der Stadt folgt. Abends feiert dann der Hagener Verein„Geflügelte Feder“ sein Stiftungsfest durch theatr. Aufführungen und Festball, und zweifeln wir nicht, daß die zahlreich herbeiströmenden Jünger der Kurzschrift Hagen von der besten Seite kennen lernen werden. Hennen, 25. Juli. Im Obstbaumgarten des Herrn Schulte=Nölle hierselbst sind mehrere junge Obstbäume von frevler Hand abgeschnitten worden. Nach dieser That hat sich der rohe Patron im selbigen Baumhofe schlafen gelegt und ist hier noch mit offenem Messer in der Hand schlafend gefunden worden. Er wurde natürlich von dem hiesigen Gendarmen Rüter in das Gefängnis nach Ergste gebracht. Der in dem Frevler erkannte früher hier wohnhaft gewesene Knecht Josef Kauf, welcher auch schon vorbestraft ist, wird seine wohlverdiente Strafe bekommen. Sölde, 26. Juli. Gestern abend 6 Uhr entstand in dem Hause des Bergmanns H. Lammert zu Sölderholz Feuer. Infolge gänzlichen Wassermangels war an ein Löschen desselben nicht zu denken. Das Haus brannte bis auf den Grund nieder. Das Mobiliar wurde gerettet. + Berchum, 25. Juli. Nächsten Sonntag findet hierselbst das Missionsfest statt. Festprediger ist Pastor Beckey=Köln. Die Nachfeier soll bei guter Witterung im Freien abgehalten werden. Freunde der Mission sind zu dieser Feier herzlich eingeladen. Holzwickede, 26. Juli. An der in den Tagen vom 13. bis 15. Juli stattgefundenen Aufnahmeprüfung am Seminar zu Hilchenbach nahmen auch vier Präparanden der hiesigen Präparanden=Anstalt teil. Dieselben bestanden die Prüfung mit gutem Erfolge. Die hiesige in sehr gutem Rufe und unter vorzüglicher Leitung stehende Präparanden=An stalt wird gegenwärtig von 90 Zöglingen besucht. Holzwickede, 25. Juli. Diesen nachmittag erkrankte hier die Familie des Lokomotivführers Risken dadurch, daß die Frau anstatt Petersilie Schirling in die Suppe gethan hatte. Die Frau und drei Kinder sind schwer erkrankt, jedoch ist Hoffnung auf Genesung vorhanden. Dortmund, 26. Juli. Die Zeche „Friedrich Wilhelm", über deren Vermögen der Konkurs eröffnet ist, entließ gestern von den 280 Mann ihrer Belegschaft etwa 220, die übrigen wurden vorläufig weiter beschäftigt zum Zwecke der Bedienung der Maschinen 2c, zur Aufrechterhaltung der Baue und zur Gewinnung der für den eigenen Bedarf nötigen Kohlen. Hoffentlich währt die Entscheidung betreffs der Fortsetzung des Betriebes nicht zu lange, damit die Entlassenen womöglich bald zu ihrer gewohnten Beschäftigung zurücklehren können. Dortmund, 25. Juli. Ein Distanzmarsch Dortmund Münster soll am 6. August 5 Uhr morgens stattfinden. Bis jetzt haben sich 26 Herren eingezeichnet. Der Einsatz ist auf 3 Mk. festgesetzt. Dortmund, 25. Juli. Die Stadtverordneten beschlossen, 11000 Morgen Sandboden am Lippefluß zur Anlage von Rieselfeldern anzukaufen. Iserlohn 26. Juli. In dem nahen Dröschede waren Arbeiter mit der Herstellung eines Abflußkanals beschäftigt. Plötzlich stürzten die Seitenwände ein und verschütteten 2 Arbeiter; einer von ihnen konnte gerettet werden, der andere, ein 19jähriger Mensch aus Oestrich, war bereits eine Leiche. Brust und Kopf waren entsetzlich zugerichtet. Witten, 24. Juli. Einen glücklichen Fang machte während der vergangenen Nacht die Nachtwache, sie saßte nämlich zwei Metzgergesellen ab, welche ihren Herrn gründlich bestohlen hatten, während dieser mit seiner Familie auf dem Stiftungsfeste des Metzgergesellenvereins weilte. Durch diese Verhaftung fand sich nun, daß einzelne Gesellen ihren Meistern argen Schaden zugefügt hatten, Fleisch, Wurst, ja ganze Schinken waren ausgewandert und an Metzger in der Nachtbarschaft unserer Stadt verkauft. Mehrere Gesellen sind verhaftet, und den Hehlern ist die fremde Ware wieder abgeholt. Ein Sohn soll sogar seinen Vater arg bestohlen und dadurch dessen Geschäft ins Wanken gebracht haben. Er hat sich der Verhaftung durch die Flucht entzogen. Die Untersuchung gegen Diebe und Hehler ist bereits im Gange. Vermischtes. * Berlin, 22. Juli. Seine Hände zum Gehen benutzt ein kleiner Knabe, welchen dir bekannte Chirurg, Professor Gluck, in der gestrigen Sitzung der„Berliner Medizischen Gesellschaft vorstellte. Der seltsame Patient leidet an einer ausgesprochenen schlaffen Lähmung beider Beine, und da Krankheit bekanntlich erfinderisch macht, so hat der Kleine in verhältnismäßig kurzer Zeit gelernt, sich auf beiden Händen fortzubewegen, wobei er den Kopf abwärts gerichtet, den in den Hüften gebeugten Körper mit den bewegungslosen Beinen nach sich zieht. Ebenso weiß der kleine Armkünstler zu klettern und zu balancieren, ohne auch nur eine Spur von Unsicherheit und Ermüdung zu zeigen. Mittels eines komplizierten Bandagenapparates ist der Knabe allerdings auch in Stand gesetzt, seine gelähmten Beine zum Gehen zu benutzen, indem er dabei seine Arme auf eine transportable Bank * Vor einigen Tagen stieg ein Herr aus dem Coupee eines Eisenbahnzuges, als eine junge Dame auf ihn zuhüpfte, ihre Arme entzückt um seinen Nacken schlang, ihn vielmals küßte und sagte:„Ach, Papa, wie freue ich mich, daß Du gekommen bist!“ Der alte Herr umschlang sie mit beiden Armen und hielt sie fest an seiner Brust. Das iunge Mädchen blickte auf, und bald malte sich der Ausdruck des Entsetzens in ihrem Auge.„Aber Sie sind ja gar nicht mein Papa!“ stammelte sie und suchte sich aus seiner Umarmung zu befreien.„Doch“, sagte der alte Herr, und hielt sie fest umschlossen,„ich bin doch Papa, Du bist mein lang verlorenes Töchterlein und ich lasse dich nicht eher los, als bis ich einen Schutzmann zu sehen bekomme.“ Als der Schutzmann kam, fand er die Diamantnadel des alten Herrn in der Hand der jungen Diebin. * Siam muß annektiert werden! Den treffendsten Grund hierfür hat ein Schüler eines Pariser Collége entdeckt.„Wie heißt der König von Siam?“ fragt der Professor einen jungen Schlingel, den Sohn eines der bekanntesten Abgeordneten. Der Gefragte schweigt verlegen.„Somdetsch Phra Paramindehr Maha Kulaulonkorn Phra Kula Kom Klaoh heiß er. Sie sollten sich schämen, das nicht zu wissen!“ donnerte der Professor.„Höchste Zeit, Siam zu annektieren, wer kann solche Namen behalten“, giebt der junge Thunichtgut zur Antwort und die ganze Klasse, einschließlich des Professors, bricht in ein schallendes Gelächter aus. Für junge Gemüter ist übrigens dieser Königsname eine empfehlenswerte Lippenstudie statt des bisherigen„Konstantinapolitanischen Dudelsackpfeifenmachergesellen“ und der anderen Uebung:„Der Potsdamer Postkutscher putzt den Potsdamer Postkutschwagen"... Verfälschte schwarze Seide.— Man verbrenne ein Müsterchen des Stoffes, von dem man kaufen will, und die etwaige Verfälschung tritt sofort zutage: Echte, rein gefärbte Seide kräuselt sofort zusammen, verlöscht bald und hinterläßt wenig Asche von ganz hellbräunlicher Farbe. — Verfälschte Seide(die leicht speckig wird und bricht) brennt langsam fort, namentlich glimmen die „Schußfäden“ weiter(wenn sehr mit Farbstoff erschwert), und hinterläßt eine dunkelbraune Asche, die sich im Gegensatz zur echten Seide nicht kräuselt, sondern krümmt. Zerdrückt man die Asche der echten Seide, so zerstäubt sie, die der verfälschten nicht. Die Seiden-Fabrik G. Henneberg, (K. u. K. Hoflief.), Zürich versendet gern Muster von ihren echten Seidenstoffen an jedermann, und liefert einzelne Roben und ganze Stücke porto= und zollfrei in's Haus. Klo faßw. r 100 Kilo als Rübol. 1000 Kilo ß 00 r 100 Kilo Kilo Juli. Weizen hie 7,25, fremder 17/50 gggen hies. 15.50 b 16,75—18,00. Haftt 2050 K. 27. Juli. Weize #., Sept.=Okl koggen Juli 147,7 I. 149,00 M a, Sept.=Okt. 156.5 er. mit Faß 48,004