Amtliches Aereisbrart bonmenst=Preis pro Quartal 1 Mk. 50 Pfg. Erscheint Dienstags, Donnerstags und Samstags Wöchentliche Gratisbeilage:„Illustrierter Familienfreund.“ für den Kreis Golde. Insertionsgebühr für die sechsspaltige Zeile oder deren Raum 10 Pfg., außerhalb des Leserkreises 15 Pfg; Reklamen 30 Pfg. Redaktion, Druck und Verlag von Carl Braus in Schwerte. Nr. 37. Schwerte, Donnerstag, 27. Juli 1893. 26. Amtliche Bekanntmachungen. Bekanntmachung, betreffend die Beschäftigung von Arbeiterinnen und jugendlichen Arbeitern in Ziegeleien. Vom 27. April 1893. Auf Grund des§ 139 a des Gesetzes, betreffend die Abänderung der Gewerbeordnung vom 1. Juni 1891 (Reichs=Gesetzbl. S. 261) hat der Bundesrat nachstehende Bestimmungen, betreffend die Beschäftigung von Arbeiterinnen und jugendlichen Arbeitern in Ziegeleien, erlassen: Die Beschäftiguug von Arbeiterinnen und jugendlichen Arbeitern in Ziegeleien unterliegt folgenden Beschränkungen: Arbeiterinnen und jugendliche Arbeiter dürfen zur Gewinnung und zum Transport der Rohmaterialien, sowie zu Arbeiten in den Oefen und zum Befeuern der Oefen, Arbeiterinnen auch zur Handformerei(Streichen oder Schlagen) der Ziegelsteine mit Ausnahme der Dachziegel(Dachpfannen) und der Bimssandsteine (Schwemmsteine) nicht verwendet werden. 11. In Ziegeleien, in denen das Formen der Ziegelsteine auf die Zeit von Mitte März bis Mitie November beschränkt ist, sind bei der Beschäftigung von jungen Leuten zwischen 14 und 16 Jahren und von Arbeiterinnen Abweichungen von den Vorschriften der §§ 135 Absatz 3, 136 Absatz 1 Satz 1, 137 Absatz 1 und 2 der Gewerbeordnung unter Beobachtung der nachfolgenden Bestimmungen zulässig: 1. Die Beschäftigung darf an keinem Tage länger als 12 Stunden dauern. 2, Innerhalb einer Woche darf die Gesamtdauer der Beschäftigung 66 Stunden nicht überschreiten. 3. Die Arbeitsstunden dürfen nicht vor viereinhalb Uhr morgens beginnen und nicht über neun Uhr abends hinaus dauern. 11I. Wenn für die Beschäftigung von jungen Leuten oder von Arbeiterinnen von den unter II nachgelassenen Abweichungen auch nur zum Teil Gebrauch gemacht wird, finden die auf die Pausen bezüglichen Bestimmungen der§§ 136 Abs. 1 und 137 Absatz 3, sowie die Bestimmungen des§ 138 Absatz 2 der GewerbeOrdnung mit folgenden Maßgaben Anwendung: 1. Zwischen den Arbeitsstunden muß den jungen Leuten und den Arbeiterinnen vormittags, gegen Mittag und nachmittags je eine Pause gewährt werden. Die Beschäftigung muß jedesmal nach längstens vier Stunden durch eine Pause unterbrochen werden. Die Dauer der Mittagspause muß mindestens eine Stunde, die der übrigen Pausen mindestens je eine halbe Stunde betragen. 2. Der Arbeitgeber hat dafür zu sorgen, daß an eine: in die Augen sallenden Stelle der Arbeitsstätte eine Tabelle nach dem nachstehenden — Muster ausgehängt ist, in welche üvereinstimmend mit den nach§ 138 der Gewerbeordnung der Ortspolizeibehörde gemachten Angaben die Zeitabschnitte einzutragen sind, während deren die jungen Leute und die Arbeiterinnen der Regel nach beschäftigt werden sollen. Daneben brauchen in dem nach§ 138 Absatz 2 der Gewerbeordnung an der Arbeitsstätte auszuhängenden Verzeichnis der jugendlichen Arbeiter die Arbeitszeit und die Pausen hinsichtlich der jungen Leute nicht angegeben zu werden. Aenderungen in dem regelmäßigen Beginn und Ende der Arbeitszeit und der Pausen sind innerhalb der oben unter II bezeichneten Grenzen ohne vorherige Anzeige an die Oitspolizeibehörde gestattet, wenn sie durch Witterungsverhältnisse erforderlich werden. Jedoch müssen an jedem Tage, an welchem Aenderungen erfolgt sind, in die Tabelle Beginn und Ende der Zeitabschnitte, während deren die jungen Leute und die Arbeiterinnen an diesem Tage beschäftigt worden sind, sowie die Gesamtdauer der auf diesen Tag fallenden Arbeitszeit eingetragen werden. Die Tabelle muß über diejenigen Tage der letzten zwei Wochen, an welchen Aenderungen erfolgt sind, Auskunft geben. Der Name desjenigen, welcher die Eintragungen bewirkt hat, muß aus der Tabelle zu ersehen sein. 3. An der Arbeitsstätte muß neben der nach§ 138 Absatz 2 der Gewerbeordnung auszuhängenden Tafel eine zweite Tafel ausgehängt werden, welche in deutlicher Schrift die Bestimmungen unter 1, II und III wiedergiebt. IV. Die Bestimmungen unter 1 treten am 1. Januar 1894, die Bestimmungen unter I1 und Ill mit dem Tage der Verkündigung in Keaft. Sämtliche Bestimmungen haben bis zum 1. Jan. 1898 Gültigkeit. Berlin, den 27. April 1893. Der Stellvertreter des Reichskanzlers: von Boetticher. Bekanntmachung. Auf Grund des§ 2 der Prüfungs=Ordnung für Hufschmiede bringe ich hierdurch zur öffentlichen Kenntnis, daß die nächsten Prüfungstermine bei den zu Werl und Altena bestehenden Kommissionen auf Samstag, den 16 September d. Is., in Werl und Dienstag, den 26. September d. Is., in Altenaanberaumt worden sind. Die Meldungen zu diesen Prüfungen sind mindestens 4 Wochen vorher unter Einreichung eines Geburtsscheines und etwaiger Zeugnisse über die erlangte technische Ausbildung, sowie unter Einsendung der Prüfungsgebühr im Betrage von 10 Mark an den Vorsitzenden der betreffenden Prüsungs=Kommission, Herrn Kreistierarzt Wulf zu Werl oder Herrn Kreis tierarzt Grebe zu Altena zu richten, welche demnächst die Prüflinge zur Prüfung einberufen werden. Arnsberg, den 7. Juli 1893. Der Regierungs=Präsident. I. V.: Fornet. Bekanntmachung, betreffend Frachtermäßigung für Streu= und Futtermittel. Für Heu= und Strohsendungen werden in der Regel lange Wagen gestellt. Nach einer Anordnung des Herrn Ministers der öffentlichen Arbeiten vom 25. März d. J. ist es für diese Sendungen— zunächst bis zum 31. August d. I.— gestattet, sofern ein offener langer Wagen nicht vorhanden ist, zwei offene Wagen regelmäßiger Ladefähigkeit und von gewöhnlicher Länge— bis zu 7,2 Meter— zur Beladung zu stellen unter Berechnung der Fracht nach dem wirklichen Gewichte der Ladung, mindestens aber für 5000 Kg. für jeden Wagen, nach dem Satze des Spezialtarifs III. der 10000 Kg. Klasse. Durch Erlaß vom 30. Juni d. J. hat der Herr Minister die Königlichen Eisenbahn=Direktionen darüber verständigt, daß der vorgedachte Erlaß vom 25. März d. J. wegen der Gestellung von 2 Wagen auch für den Ausnahmetarif für Heu und Stroh Anwendung finden soll. Nach einem ferneren Erlasse des genannten Herrn Ministers wird auch für Heu= und Strohsendungen von nur 5000 Kg. die Verwendung von 2 offenen Wagen regelmäßiger Ladefähigkeit von je nicht mehr als 7.2 Meter Länge bei Frachtb=rechnung nach den Sätzen der Tabelle B. b. des Ausnahmetarifs vom 26. v. M. zugestanden. Die Königliche Eisenbahn=Direktion zu Berlin ist mit der Bekanntmachung der Maßregel beauftragt. Für einfache Ladungen Heu und Stroh von 5000 Kg. und mehr ist inzwischen eine besondere Frachtermäßigung ebenfalls bewilligt worden dadurch, daß an Stelle der gewöhnlichen Sätze des Spezialtarifs II auf diese Sendungen die Sätze der Tabelle d. des Ausnahmetarifs vom 26. v. Mts. Anwendung finden. Hierbei ist zu bemerken, daß lam Bekanntmachung der Eisenbahn=Direktion zu Berlin vom 21. Juni ds. Is. (Reichsanzeiger Nr. 147 dritte Beilage) der Ausnahmetarif für Torfstreu und Torfmull bis zum 1. tember 1894, dagegen für Futtermittel bis auf Weiteres Geltung hat. Zu Gunsten der Bezüge von Streu= und Futtermitteln für die landwirtschaftlichen Betriebe wird von den Sätzen des Ausnahmetarifs vom 26. v. M. zufolge ministerieller Bestimmung vom 2. bezw. 4 und 11. d. Mts. noch ein besonderer Nachlaß von 25% für die Strecken der preußischen Staatsbahnen gewährt. Diese weitere Ermäßigung tritt ein bei Sendungen nach sämtlichen Keisen der R gierungs=Bezirke Arnsberg und Münste;, sowie nach den Kreisen Büren, Halle, Herford. Höx er, Lübbecke, Minden, Paderborn, Warburg und Wiedenbrück des Regierungsbezirks Minden. Der Fravinichlaß wird in der Weise gewährt, daß 25% vo; den durch den Ausnahmetarif vom 26. v. M. iü Torfstreu und Futtermittel eingeführten Frachtsätz n bezw. 25% der auf die Preußtschen Staatsbahnen entfallenden Frachtanteile den Empfängern im Reklam stionswege zurückerstattet werden. Letziere haben zu dem Behufe durch eine von dem Landrate des Kreises auszustellende Bescheinigung nachzuwessen, daß die bezogenen Streu= und Faut rmittel in dem landwirtschaftlichen Betriebe des Empfängers Verwendung finden oder von einem landwirtschaftlichen Verein oder Gemeindeverbande bezogen und unter die Mitglieder desselben, behufs Verwendung in deren eigener Wirtschaft, zur Verteilnng gelangen. Im höheren Auftrage bringe ich Vorstehendes zur Kenntnis de: Landwirte des Kreises. Hörde, den 24. Juli 1893. Der Königliche Landrat: Spring. Deutsches Reich. Der Kaiser und die Kaiserin, welche sich des besten Wohlseins erfreuen, sind am Bord der Jacht„Hohenzollern“ am Montag nachmittag wieder in Kiel eingetroffen. Der Aufenthalt daselbst soll ungefähr zwei Tage währen, während welcher Zeit Vorbereitungen für die Reise nach England getroffen und Kohlen für die Jacht „Hohenzollern“ eingenommen werden. Der Kaiser nahm am Dienstag vormittag im Kieler Schlosse die Vorträge des stellvertretenden Chefs des Zivilkabinetts, sowie des Chefs des Militärkabinetts entgegen und arbeitete hierauf mit dem Staatssekretär des Reichs=Marineamts und dem Chef des Marinekabinetts. Infolge Annahme der Militärvorlage sollen, wie es heißt, bei den Garde=Infanterie=Regimentern vierte Bataillone schon am 1. Oktober d. J. neu ausgebildet werden. Die Stämme werden dazu, wie bei allen Neuformationen, aus den bestehenden Truppenteilen entnommen. Um die Zahl der Unteroffiziere gleich annähernd voll zu machen, sollen die abkommandierten Unteroffiziere durch Gefreite ersetzt und in die Front eingereiht werden. Die nunmehr in Angriff genommene Reform des deutschen Heerwesens bezeichnet der russische „Swet“, als eine„außerordentlich ernst zu nehmende Thatsache" und spricht die Ueberzeugung aus, Rußland und Frankreich würden diese„neue und höchst ungewöhnliche Maßregel Deutschlands“, die ein Beweis sei für kriegerische und offensive Absichten desselben, durch beträchtliche Verstärkung ihrer Grenztruppen beantworten. Deutschland mit Oesterreich=Ungarn seien auch bisher bereits mehr als ausreichend stark gewesen, um den Verteidigungskrieg auch gegen zwei Fronten mit sicherer Aussicht auf Erfolg zu führen; der ins Auge geTabelle über die Arbeitszeit für jugendliche Arbeiter über 14 Jahre und Arbeiterinnen. Ein Rätsel. Erzählung von E. Heinrichs. (Fortsetzung.) Die Sonne sank im Westen, ein kühlerer Wind strich durch die unheimlichen Trümmer, welche noch einige wohlerhaltene Gänge enthielten. Mit atemloser Hast, von der fortwährend jammernden Magd gefolgt, durchsuchte der alte Mann diese vom letzten Schimmer des Tages erhellten Gänge, alle Ecken und Winkel der verschiedenen Steintrümmer, doch nichts war zu finden, kein Lebenszeichen von dem Kleinen zu entdecken. Halt! halt!— Was war das? Die Magd hatte eine Schnalle gefunden, welche der Vermißte am Gürtel getragen, sie lag zertreten in einem der Gänge; er war also wirklich hier gewesen. Wo konnte er geblieben sein, nachdem er die Ruinen wieder verlassen hatte? Fortgelockt? Den alten Riehl überlief es kalt bei diesem Gedanken, den er unwillkürlich mit seiner Tochter Agnes in Verbindung bringen muße. Haßte sie doch das Kind der Schwester, welches ihr den Weg zum Reichtum versperrte, ganz offenkundig,— und war sie nicht nach dem Zeugnis der Magd lange genug außerhalb des Gartens gewesen, um, vom endlich ganz unterjocht, irgend etwas dem Kleinen gefährlich den, ihn am Ende gar verderben konnte? der ihm geradezl doch wieder Ledanken, sind mit sch fortgelockt hatten. Holbsaie scon zu Hause, meinte „Dann wäre Fräulein Agnes doch sicher hergekommen, um den Herrn zu benachrichtigen,“ sagte die Magd kopfschüttelnd. Nun suchten und riefen sie aufs Neue ringsumher, soweit Füße und Stimme zu tragen vermochten, doch alles war umsonst, von dem Kleinen war nichts zu hören, noch zu sehen. Verzweifelnd kehrten sie ins Haus zurück, wo Agnes ruhig bei einer Tasse Thee saß, während die kleinen Gäste bereits abgeholt waren. „Ihr habt den Ausreißer nicht gefunden?" rief sie mehr verwundert als erregt. „Nein,“ erwiderte der Vater, schweratmend auf einen Stuhl niedersinkend,„keine Spur ist von ihm zu entdecken als diese Schnalle, welche Nette in der Ruine fand, ein Beweis, daß er dort gewesen ist.“ Er reichte ihr die Schnalle, sie dabei mit brennenden Augen beobachtend. Agnes war jetzt bleich und erregt geworden, ihre Hand zitterte heftig, als sie das Beweisstück ergriff und betrachtete, worauß sie mehrere Male tief und erregt aufatmete. „Ja, es ist wirklich seine Gürtelschnalle,“ sagte sie hastig,„er wird sie im Eifer des Versteckens verloren haben, da sein Gürtel an der Bluse befestigt ist, Wenn er nur nicht nach dem Entenweiher gelaufen ist," setzte sie plötzlich zögernd hinzu. „Großer Gott!“ brach es von den Lippen des Vaters in wilder Verzweiflung,„das sagst Du so kalt, das fürchtest Du, und konntest die Kinder sich selber überlassen, die ich Deiner Wachsamkeit anvertraut? O, daß ich Dir folgte und meine Pflicht vergaß, Dir, deren Selbstsucht ich kannte.“ Er taumelte empor und rief nach der Magd, die schluchzend erschien. „Nach der Polizei!“ keuchte er und brach dann bewußtlos zusammen. Doch auch die polizeilichen Nachforschungen führten auf keine Spur, da man die Zigeuner verfolgt und ins Verhör genommen, aber kein fremdes Kind bei ihnen gefunden hatte. Der Entenweiher, ein ungefähr eine halbe Stunde von der Sandschlucht entferntes, im Volksmunde verrufenes Gewässer, wurde ebenfalls gründlich untersucht, doch auch hier keine Spur von dem Vermißten gefunden. Das Kind blieb verschwunden und das unheimliche Rätsel unaufgeklärt. Zwei Jahre waren seit jenem traurigen Geburtstage vergangen. Der alte Riehl, welcher damals schon erkrankte, hatte sich nur langsam erholt und schien wie ein Schatten dahin zu schwinden. Er lebte in einsiedlerischer Abgeschlossenheit, scheute die Gemeinschaft der Menschen und mied sogar die Gesellschaft der eigenen Tochter, indem er meistens in seinem Zimmer blieb und hier seine Mahlzeiten ein zu sich nahm. Offenbar fühlte der unglückliche Mann ein unüberwindliches Entsetzen vor Agnes, weiche des Vaters Schrullen mit Gleichmut ertrug und vor der Welt eine Märtyrermine aufsetzte, im Uebrigen aber ihrer Eitelkeit und Vergnügungssucht bald wieder die Zügel schließen ließ. Nur mit einem einzigen seiner Freunde, dem Stadt= und Polizei=Sekretär Brandner, hatte der alte Riehl den Umgang aufrecht erhalten, weil er in der Häuslichkeit desselben wahren Trost und aufrichtige Teilnahme fand. Besonders wars die anmutige Tochter des Sekretärs, welche sich des verzweifelten alten Mannes nach jenen fürchterlichen Tagen angenommen und ihn vor der Nacht des Wahnsinns bewahrt hatte. Clara Brandner hatte sich trotz der Väter Freundschaft doch nicht zu Agnes Riehl hingezogen gefühlt, sie waren niemals Freundinnen geworden, fühlten sich im Gegenteil so sehr von einander abgestoßen, daß sie sich selbst in Gesellschaften geflissentlich zu meiden suchten. Seit dem Verschwinden des Kindes aber war Agnes der sittenreinen und pflichtgetreuen Clara ein Gegenstand tiefster Abneigung, ja, der stillen Verachtung geworden, da sie dem eitlen, oberflächlichen und herzlosen Mädchen die Hauptschuld an dem Unglück beimaß, denn obwohl der alte Riehl gegen jedermann darüber geschwiegen, so hatte es Nette in ihrem Kummer und Zorn doch nicht unterlassen können, ihrem lieben Fräulein Brandner hinreichende Andeutungen darüber zu machen, wer die eigentliche Veranlassung des ganzen Unglücks trage und wie unschuldig der alte Herr Riehl daran sei. Selbstverständlich hütete Clara sich, der Welt gegenüber, wie sich diese in den gesellschaftlichen Kreisen der kleinen Stadt spiegelte, den Umfang ihrer Abneigung gegen Agnes Riehl nur anzudeuten, oder gar ihre Verachtung zu äußern, geschweige denn irgend eine Anklage gegen sie auszusprechen. Sie war zu fein gebildet, um nicht die gesellschaftliche Höflichkeit in jeder Form aufrecht zu erhalten, aber die beiden jungen Damen, deren Väter so eng befreundet waren, wußten es ganz genau, daß sie Feindinnen waren. Weshalb?— Agnes Riehl nannte ihre Gegnerin im stillen eine scheinheilige Heuchlerin, während diese genügenden Grund für ihre Abneigung, ihre Verachtung zu haben glaubte. Es konnte nicht fehlen, daß Agnes, als zwei volle Jahre seit Leos Verschwinden verflossen waren, ihren Vater aufforderte, die nötigen Schritte zu der amtlichen Todeserklärung des Knaben zu thun, um in den Besitz des Vermögens, das ihnen von Rechtswegen jetzt gehöre, zu kommen. ?“ fragte Riehl, sie entsetzt anblickend, „habe ich Dich recht verstanden, ich soll Mariannens Kind für tot erklären lassen und sein Erbe an mich reißen?“ „Natürlich meine ich das,“ erwiderte sie ungeduldig,„oder glaubst Du etwa, Leo könne noch am Leben sein und eines Tages zu uns zurückkehren?“ „Glaubst Du es nicht, Agnes?“ fragte der alte Mann, auf sie zutretend und ihren Arm mit krampfhaftem Griff pressend. „Du thust mir weh, Papa!“ rief sie, zornig mit dem Fuß stampfend,„laß mich doch los, was hast Du denn nur? Weshalb starrst Du mich so fürchterlich an?“ „Sage mir, ob Du imstande bist, seinen Tod mit Sicherheit zu behaupten,“ fuhr Riehl mit kaum verständlicher Stimme fort, ihren Arm los lassend und auf einen Stuhl niedersinkend.„Weißt Du anzugeben, wo die kleine Leiche zu finden ist?“ Agnes war bleich geworden und schüttelte sich, ob vor körperlichem Schmerz, ob vor Zorn oder Cntsetzen war nicht zu unterscheiden. „Woher sollte ich's denn wissen?“ murrte sie, den Vater scheu betrachtend,„vielleicht ist seine Leiche nie aufzufinden und das Geld kommt dann schließlich in andere Hände. Es würde Dir kein Mensch verdenken, Papa!— Ich weiß, daß sich alle darüber verwundern, weshalb Du den Antrag jetzt nicht stellst.“ „Mögen sie's thun,“ sprach der Vater nach einer Pause,„ich kümmere mich nicht mehr um die Menschheit.“ Dann erhob er sich und stellte sich dicht vor sie hin, ihr finster drohend ins Auge blickend. „Und wenn noch zwanzig Jahre in dieser Ungewißheit vergehen sollten,“ fuhr er mit fester Stimme fort,„obleich ich so lange nicht mehr leben werde, so schwöre ich's hier, keinen Pfennig mehr von dem Erbe meines Enkels beanspruchen zu wollen, als was seine selige Mutter, die über kurz oder lang Rechenschaft über ihr Kind von mir fordern wird, uns in ihrer Herzensgüte zugesprochen hat.“ „Lieber Himmel, wie theatralisch!“ höhnte Agnes, die bis auf die Lippen erblaßt war,„wozu denn das alles? Man wird Dich einfach für verrückt erklären, Papa, da Du nicht annehmen darfst, daß ich damit zufrieden sein werde. Ich habe nach dem Testament dasselbe Recht wie Du und werde dieses Recht mir durch Deine Schrullen nicht verkümmern lassen.“ „Versuche es nur, mich bei Seite zu schieben," erwiderte er dumpf,„es wird Dir nichts nützen.“ Er richtete sich aus seiner gebeugten Stellung empor und sah sie starr an.„Ich habe das Gesetz auf meiner Seite und werde die Paragraphen desselben faßte Zuwachs könne somit nur für offen sive Zwecke bestimmt sein. Die Nordd. Allg. Zig. bestätigt offiziös, daß die Inkrastsetzung des russischen Maximaltarifs zum 1. August erfolgen soll.— Die russische Gesetzsammlung veröffentlicht das Gesetz bereits. Damit würden sich natürlich die Aussichten auf den Abschluß eines deutsch-russischen Handelsvertrags voreist statk verringern. Der bisher geltende russische Tarif ist das Resultat fortgesetzter Zollerhöhungen, so daß unter seinem Einfluß die deutsche Einfuhr nach Rußland seit einem Jahrzehnt fortwährend zurückgegangen ist. Trotzdem hal Rußland noch einen Moximaltarif errichtet, der hohe Zuschläge auf die bestehenden Zölle enthält. Die letzten Veteranen Deutschlands aus den Befreiungskriegen hat der Vorstand des Bezirks 9 des deutschen Kriegerbundes zu ermitteln gesucht. Hiernach beträgt die Zahl derselben noch 43, deren Geburtsjahre in die Zeit von 1786 bis 1797 fallen. Die ältesten Veteranen sind Uhrmacher Göhring in Otten sen 1786 und Wygold in Velbert(Rheinland) 1789 geboren. Die meisten Veteranen entfallen noch auf Pommern mit 10, Hannover mit 8, Schlesien mit 6, Rheinland mit 4. In Berlin wohnt noch ein Zeuge der Völkerschlacht bei Leipzig, der 1795 geborene Christian Müller. Nur zwei Offiziere aus dem Befreiungskampf leben noch, Generallieutenant a. D. Müller=Hannover und Oberst a. D. v. Holtzendorf in Sachsen. Belgien. In Antwerpen hat sich ein privates Komitee gebildet zu dem Zwecke, um im Jahre 1894 eine internationale Ausstellung für Erzeugnisse der Industrie, Kunst und Wissenschaft zu veranstalten. Das Komitee ist dabei von der Voraussetzung ausgegangen, daß die nach Schluß der Ausstellung in Chicago zurückkommendenden europäischen Ausstellungsgegenstände ohne erhebliche Weiterungen und Kosten über Antwerpen befördert werden könnten. Die belgische Regierung fördert dies Unternehmen und hat bereits an Deutschland eine Einladung zur Teilnahme an der Ausstellung gerichtet. Frankreich. Der Ministerrat hat heute, Dienstag, die Flotten= und Heerbewegungen festgestellt, welche die Ablehnung des französischen Ultimatums durch Siam nötig macht. Die dem Kontreadmiral Humann übermittelten Befehle werden noch geheim gehalten, doch scheint eine Beschießung Bangkoks nicht in Aussicht genommen zu sein. Es wäre auch fraglich, ob die fremden Mächte hiergegen nicht Einspruch erhoben hätten. Frankreich wird sich einstweilen auf die Blockade der siamesischen Häfen und Küsten beschränken. Die Blockade wird dem Handel schwere Wunden zufügen, namentlich wird England hart betroffen, aber auch Deutschland wird nicht unwesenlich in Mitleidenschaft gezogen. Man ist in Bangkok der Ansicht, daß noch weitere Kriegsschiffe vor Saigon eintreffen würden, um an der Zerstörung der Befestigungen an der Mündung des Flusses teilzunehmen. Es wird in Bangkok ein starker Widerstand vorbereitet. Die fremden Staatsangehörigen werden von englischen, holländischen und deutschen Kriegsschiffen geschützt werden. Das deutsche Kanonenboot„Wolf“ ist schon am 23. dort eingetroffen. voll für mich oder vielmehr für meinen Enkel in Anspruch nehmen Wenn das arme Kind durch ein Verbrechen auf die Seite geschafft ist, dann wird die That keine Früchte tragen, wenigstens müssen nach dem Gesetze zehn Jahre vergangen sein, bevor die Todeserklärung erfolgen kann Du siehst also,“ setzte er mit leiser, kaum verständlicher Stimme hinzu,„daß Du trotz alledem eine alte Jungfer wirst, wenn das Geld bei Deiner Heirat einzig und allein den Ausschlag geben soll.“ Agnes zuckte zusammen.„Was sollen diese Reden, Papa?“ stieß sie heftig hervor, hat sich Dein Verstand durch Dein einsames Grübeln verwirrt?— Man müßte Dich unter Kuratel oder mindestens unter eine geeignete Aufsicht stellen, damit Du mit Deinen verworrenen Reden keinen Nachteil anrichtest.“ „Mein Gott, mein Gott, erhalte mir den Verstand,“ stöhnte Riehl, beide Hände vor's Gesicht pressend.„Sag' mir eins, Agnes,“ wandte er sich mit einer gewaltsamen Anstrengung an die Tochter, „wußtest Du bestimmt, daß Leo es war, welcher an jenem Unglücksabend nach der Schlucht lief?“ „Ich sagte Dir ja gleich, daß ich die Büsche knacken hörte, mir aber nichts dabei dachte,“ versetzte sie ungeduldig,„hätte ich an Leo gedacht, da wäre ich doch sofon hinterdrein gewesen, um ihn zurückzuholen. Ich bin überzeugt, daß die Zigeuner ihn dennoch gestohlen und ihn vielleicht dann aus Furcht, als sie sich verfolgt sahen, umgebracht haben. Wir hätten doch sonst wohl eine Spur von ihm gefunden.“ „Gott gebe, daß es so wäre,“ seufzte der Varer, wie unter einer Zentnerlast aufatmend,„möglich kann es immerhin sein, aber alsdann auch ebenso wahrscheinlich, daß sie ihn versteckt gehalten haben und daß er noch lebt. O, wenn ich diese Hoffnung festhalten könnte, und—- und“ „Ja, warum denn nicht?“ fiel Agnes in ihrem gewöhnlichen kalten Tone ein,„eins von beiden kannst Du doch nur, entweder ihn für tot oder für lebendig halten. Da Du das erstere nicht willst, so hast Du ja die Freiheit, die Hoffnung festzuhalten, ihn noch einmal lebendig wiederzusehen. Ich vermag es nicht und die Mehrzahl meiner Bekannten ebenso wenig, weshalb Du auch kein Recht besitzest, mir den Genuß des Vermögens und die Aussicht auf eine gute Partie so grausam zu verschließen.“ „Schweig!“ rief der alte Mann mit gebieterischer Stimme,„ich will kein Wort mehr davon hören.“ Agnes preßte die Lippen zornig zusammen und verließ das Zimmer.(Forsetzung folgt.) Westfalen und Rheinland. * Schwerte, 26. Juli. Die Wettermacher erwarten wieder vom 26. bis 29. Juli zahlreiche Gewitterregen, welche hoffentlich bei der Ernte nicht allzu unbequem werden. Falb schreibt:„Der nächste kritische Tog, der 28. Juli, ist zwar nur dritter Ordnung; allein im Hochsommer trifft es sich meistens, daß auch die schwächere Mondkraft ziemlich energisch zur Geltung kommt. Es stehen daher um diesen Termin wieder stärkere Gewitter zu erwarten. Ebenso auch um den 4. August.“ Nach der Hochfluttheorie haben wir keinen trockenen Herbst, sondern einen nassen September=Oktober, und keinen strengen Winter, sondern einen milden Dezember=Januar zu erwarten. Schwerte, 24. Juli. Der 27. Kongreß für innere Mission wird vom 2. bis 5. Oktober in Dortmund abgehalten werden. Schwerte, 26. Juli. In unserer Nachbarschaft kursieren falsche Thalerstücke. Dieselben tragen die Jahreszohl 1868 und das Bildnis Kaiser Wilhelm I. Die Prägung ist sehr gut, indessen fühlt sich das Geldstück fettig an und hat eine blaugraue Farbe. Der Klang ist sehr gut. Also Vorsicht. Schwerte, 25. Juli. Auf dem am Sonntag stattgehabten Turnfeste in Berghofen errangen die Turner des hiesigen Turnvereins„Eintracht“ C. Scheiff den II. Preis am Barren, Heinrich Fischer den IV. Preis am Reck; auf dem Turneste in Dortmund errang der Tuiner Wilhelm Huster den II. Preis im Weitsprung und Steinstoßen. Schwerte, 25. Juli. Am Sonntag abend passierte unsere Stadt eine Dortmunder Ausflügler= Gesellschaft, welche von Iserlohn kam. Bei der Abfahrt von dort wollte eine Dame, welche bereits ihren Platz im Wagen eingenommen hatte, noch einmal aussteigen, blieb jedoch mit dem Kleide hängen und stürzte kopfüber so unglücklich zum Wagen hinaus, daß sie besinnungslos und mit zeibrochenem rechtem Arm aufgehoben wurde. Die Rückkehr wurde dadurch ganz unliebsam verzögert, da ärztliche Hülfe in Anspruch genommen werden mußte. Schwerte, 23. Juli. Gestern abend gegen 9 Uhr verursachte ein hier zugereister Handwerksbursche vor der Herberge zur Heimat dadurch einen gewaltigen Menschenauflauf, daß er, nachdem ihm wegen seiner Trunkenheit die Thür gewiesen, dem Herbergswirt einige Fensterscheiben einschlug und gewaltigen Lärm machte, um aufgenommen zu werden. Hierfür erhielt der Bursche derartige Prügel, daß er besinnungslos liegen blieb. Vom Arzt untersucht, wurde der Fremde dann in die Verpflegungsstation aufgenommen und heute morgen eingesperrt. Er wird sich demnächst wegen Hausriedensbruch zu verantworten haben. Schwerte, 26. Juli. Der hiesige Arbeiterund Bürgerverein beschloß in seiner am Sonntag im Vereins=Lokale Gasthof Brenne stattgehabten Monatsversammlung am 20. August zur der glorreichen Schlacht bei Sedan einen Familien= ausflug nach Hohensyburg zu machen. Der stattliche Verein besitzt jetzt, nachdem seit dem letzten Feste 30 Mitglieder aufgenommen sind, bereits 400 Mitglieder. f Aplerbeck, 25. Mai. Das am vergangenen Sonntag in den Anlagen des Gastwirts Möller gefeierte Handwerker=Innungsfest ist in schöner Weise bei zahlreicher Beteiligung verlaufen. Der lange Festzug war hübsch arrangiert und bewegte sich in guter Ordnung durch die Straßen. Der großen Musikkapelle folgten die Meister und diesen die Gehülfen und Lehrlinge in ihren Berufskleidern. Im Zuge waren etwa 20 Gewerbe vertreten, und arbeiteten die Schlosser, Schneider, Schuhmacher und Schreiner auf 2 und 4spännigen Wagen. Köstlich nahmen sich die Schornsteinfeger in ihren Zylindern auf den Schimmeln aus. Auch war die Jugend ganz zufrieden damit, von den Bäckern mit Brötchen traktiert zu werden Ein Konzert und Ball machten den Schluß des schönen Festes. Berghofen, 23. Juli. An der hiesigen evangelischen Schule ist definitiv dem Lehrer Gustav Knoop eine Lehrerstelle übertragen. § Sölde, 23. Juli. Während des Gewitters in der Nacht von Freitag auf Samstag traf der Blitz das Dach des Schulhauses zu Sölderholz. Der Blitz schlug in die Südseite des Daches und fuhr an der Nordseite durch dasselbe, eine Anzahl Dachziegeln zerstörend, wieder hinaus. Das Schulgebäude ist mit einem Blitzableiter versehen, der noch vor kurzem untersucht und für leitungsfähig befunden wurde.— In der Gemeinde Holzwickede schlug der Blitz in eine Stiege und entzündete dieselbe. Hörde, 26. Juli. Bei hiesigen Metzgern kostet das Pfund Rindfleisch jetzt nur 35 Pfg. Dortmund, 25. Juli. Durch die Anmeldung des Konkurses der Zeche„Friedrich Wilhelm“ find etwa 300 Bergleute plötzlich brotlos geworden, da voraussichtlich der Betrieb vorläufig auf die notwendige Unterhaltung der Grube beschränkt werden wird. Böhle, 22. Juli. Unter recht reger Beteiligung wurde heute im Lokale des Herrn Bonsmann hierselbst das Jahresfest des landwirthschaftlichen Kreisvereins für Hagen Stadt und Land abgehalten, mit dem Tierschau und eine reichhaltige Ausstellung von land= und hauswirtschaftlichen Gegenständen verbunden war. Hagen, 24. Juli. Der Gießer S. von hier glitt in der Fabrik von Eicken& Co. aus und fiel gerade vor die Oeffnung des Schmelzofens. In demselben Augenblicke floß auch die glühende Masse aus dem Ofen, ergoß sich über den Körper des Arbeiters und verbrannte denselben in entsetzlicher Weise. Frau und zwei Kinder betrauern den Tod des treuen Gatten und fürsorglichen Vaters. Herdecke, 24. Juli. Die Verhandlungen unserer städtischen Behörden mit dem Herrn Oberpräsidenten bezüglich der Errichtung eines Seminars in unserer Stadt sind zum Abschluß gebracht. Die Stadt Herdecke stellt den Grund und Boden, sowie das auf demselben zu errichtende Gebäude; dafür zahlt der Staat Miete. Als Annehmlichkeit für unsern Ort haben wir zu verzeichnen, daß das Seminar 120— 150 Schüler unserer Elementarschule gratis unterrichtet, dadurch werden 3 Lehrerstellen an unserer Schule eingehen. Die Seminaristen werden bei den Bürgern der Stadt wohnen, da das Seminar als Externat eingrichtet wird. Schon im Herbst muß unsere Stadt zwei große Lehrräume zur Verfügung stellen, da alsdann schon etwa 60 Seminaristen eintreffen werden. Bochum, 24. Juli. Zwei hiesige Polizeibeamten wurden in vergangener Nacht bei einer Schlägerei schwer verletzt. Der christlich=soziale Arbeiterverein hatte im Saale des Wittes Feldhege, ftüher Philipp, an der Wittenerstraße hierselbst gestern nachmittag sein Stiftungsfest. Unter mehreren jungen Burschen enstand bei dieser Gelegenheit Streit, der in einer furchtbaren Schlägerei ausartete, wobei Messer und Revolver eine traurige Rolle spielten. Als die Anwesenden Polizeibeamten dem Unfuge ein Ende machen wollten, wandte sich die ganze Schar der robusten Gesellen gegen diese, sodaß sie in direkter Lebensgefahr schwebten. Zwei der Beamten erhielten durch Messerstiche und Steinwürfe sehr schwere Verletzungen. Bis jetzt sind bereits 15 Verhaftungen vorgenommen worden. Mehrere der Tumultuanten wurden von der Zeche, wohin sie sich bereits zur Arbeit begeben hatten, abgeholt und in Gewahrsam gebracht. Hamm, 24. Juli. Auf dem Friedhofe erhängte sich hier ein 70jähriger Orgeldreher an einem Grabgitter. Münster, 20. Juli. An Stelle des zum Befehlshaber der 2. Gardedivision ernannten General=Lieutenants v. Bomsdorf ist der bisherige Brigadekommandeur Frhr. v. Hammerstein=Loxton in Frankfurt a. d. O. zum Kommandeur der 13. Division in Münster ernannt worden. Münster, 26. Juli. Einen weißen Raben beherbergt das Städtchen Groenlo. Ein Bürger sandte nämlich, ohne seinen Namen zu nennen, 200 Mark an den Gemeindeempfänger mit der Angabe, daß er zu niedrig besteuert sei. Der biedere Mann leitete sein Schreiben mit den Worten ein:„Gebet Gott, was Gottes ist und dem Kaiser, was des Kaisers ist.“ Paderborn, 25. Juli. Anläßlich des lebhaften Eintretens des hiesigen Dompropstes Stuckmann für die Militärvorlage wird ein Vorkommnis von anno 70 aufgefrischt. Dompropst Stuckmann war s. Z. Feldprediger. Als am 16. August die 38. Brigade zum Angriff auf die Bruviller Höhen aufmarschiert war, bei dem die 16er und 57er so furchtbare Verluste erlitten, wurden die Regimenter vorher von den Geistlichen angesprochen. Der erste, welcher redete, war so unglücklich in Ton und Wahl seiner Worte, daß er mehr schadete als nutzte.„Während er sprach— so heißt es in dem bekannten Werke Fritz Hönigs, Zwei Brigaden,— sah man schnurstracks von Tronville her einen einzelnen Reiter, dessen Stola in der Luft flatterte, in fliegender Gangart heranjagen, und beim Näherkommen erkannte ich in ihm den katholischen Feldprediger Stuckmann, einen lieben Bekannten schon seit 1866. Vor Oberst von Cranach, 57. Regiment, parierte er sein Pferd wie ein vollendeter Kavalleriest, sodaß dieses entschlossene Bild allein wieder belebend wirkte, und nachdem er mit dem Obersten einige Worte gewechselt, hob er sich in den Bügeln und sagte in seiner scharfen westfälischen Mundart:„Kameraden, das 3. Armeekorps steht in hartem Kampfe. Euch ist die„Aufgabe zugefallen, es herauszuhauen. Greift darum den Feind todesmutig an, dann wird Gott bei Euch sein. Amen.“ Das hatte Hand und Fuß und wirkte wie ein Zauber. Düsseldorf, 24. Juli. Ein eigentümlicher Fall von Blutvergiftung ereignete sich hierselbst. Einem Schlossermeister war auf der Straße eine Fliege in das linke Auge geflogen, jedoch gelang es ihm nach kurzer Zeit, das Tier wieder zu entfernen. Andern Tags war das Auge aber derart angelaufen, daß er einen Augenarzt zu Rate ziehen mußte, welcher eine Blutvergiftung konstatierte, wodurch sämtliche Sehnerven angegriffen worden sind. Trotz der sofort angewandten Mittel ist die Vergiftung weiter vorgeschritten und der Verletzte bereits auf einem Auge erblindet. Köln, 22. Juli. Die Kaiserin wird am Montag, 4. September, vormittags 10 Uhr hier eintreffen, um der Stadt Köln einen Besuch zu machen. Dieselbe wird zunächst den Dom, das Augusta=Hospital und das WöchnerinnenAsyl besichtigen. Die Stadt hat der Kaiserin ein Frühstück angeboten, welches in Gürzenich stattfindet. Nach dem Frühstück soll noch ein Besuch der St. Martinskirche stattfinden. Um 4 Uhr wird die Abreise erfolgen. Die Kaiserin hat sich für die Zeit ihres Hierseins jeden äußeren Prunk in den Straßen, wie Triumph= bogen, Fahnenmasten usw. verbeten mit dem ausdrücklichen Bemerken, es sei ihr Wunsch, Köln selbst zu sehen. Koblenz, 22. Juli. Die Brigade= und Divisionsmanöver in der Eifel und auf dem Hunsrück sind wegen des dort herrschenden Wassermangels aufgegeben. Größere Truppenübungen finden in der Nähe der Garnisonstädte statt. Die Kaisermanöver beginnen am 6. September. Boppard, 22. Juli. Welche Unmassen Kirschen von hier aus versandt werden, ergiebt sich aus folgender der„Bopp. Zig.“ entnommenen Zusammenstellung: Durch die Köln=Düsseldorfer Boote wurden verladen 5555 Körbe im Gesamtgewicht von 2778 Zir. Durch die Eisenbahn wurden verladen 3417 Körbe; die höchst erreichte Zahl an einem Toge beirug per Bahn 121 Körbe. Von dem Hauptversandorte Salzig aber wurden vielleicht ebenso viel Körbe wie von hier versandt. Verden, 19. Juli. Zwischen Himmel und Wasser an einem Fährseil schwebte vor einigen Nächten ein Einwohner aus Westen an der Allerfähre. Von einem Ausfluge zurückgekehrt, konnte er den Fährpächter auf der anderen Seite der Aller nicht auf die Beine bringen. Kurz entchlossen, ergriff er mit den Händen das Seil, o daß er unter demselben hing, während er die Beine darüber kreuzte. So arbeitete er sich mit Klemmzügen weiter, hatte aber nicht berechnet, daß durch sein Gewicht das Seil, je mehr er nach der Mitte kam sich immer stärker senkte. So tauchte es ihn im Wasser auf und ab, bis auf eine gellenden Hülferufe der Pächter erschien, noch zeitig genug, um den Drahtseilkünstler, den die Kräfte verließen, im Boot aufzufangen. Der Gerettete schwor:„Einmal und nicht wieder.“ Trier, 24. Juli. Auf eine etwas eigentümliche Weise suchte ein Müller in einem nahegelegenen Oertchen seine stehengebliebene Taschenuhr wieder in Gang zu bringen; er legte sie nämlich in den Weihwasserkessel, brachte sie aber, als dies nichts half und die Uhr ganz verrostet war, zu einem Uhrmacher in die Stadt. Die bergmännische Ausstellung in Gelsenkirchen. Schon zur Zeit des ersten Aufblühens des Bergbaues an der Ruhr führte im Jahre 1855 das Gefühl der Zusammengehörigkeit zur Gründung von Vereinen der technischen Grubenbeamten, die jetzt in der Zahl von 7 in den größeren Orten des Oberbergamtsbezirks bestehen, insgesamt 1400 Mitglieder zählen und unter sich einen Verband gebildet haben. Im laufenden Jahre fiel dem Verein Gelsenkirchen die Aufgabe zu, den 3. Varbandstag dieser Vereine bei sich aufzunehmen, und im Schoße dieses Vereins tauchte der Gedanke auf, mit dem Verbandstage eine bergmännische Ausstellung zu verbinden. Daß dieser Gedanke ein glücklicher war, hat die am 1. Juli begonnene Ausstellung bewiesen. Es ist eine Fachausstellung zustande gekommen, welche als solche den großen Vorteil hat, daß nicht zur Sache gehörige Gegenstände fast vollkommen fehlen und vor allen Dingen mit vereinzelter Ausnahme der verkäufliche Jahrmarktströdel wegfällt, der hier von gar keinem Nutzen sein würde. Der thatsächliche Wert des Vorgeführten und die überaus rege Beteiligung der bergmännischen Kreise bei der Eröffnung regen sogar den Gedanken an, ob sich nicht zweckmäßigerweise solche Ausstellungen in regelmäßigen Pausen wiederholen lassen, auf beschränktem Raum und mit bestimmtem Programm, sodaß nur wirklich wertvolle Sachen gezeigt werden und ein Bild von dem Fortschreiten der bergmännischen Technik gegeben wird. Unter dem Ausgestellten ist nach einem Bericht der„K. Z.“ vor allen Dingen hervorzuheben das von dem Verein technischer Grubenbeamten zu Gelsenkirchen selbst Gebotene, zusammengestellt von Markscheider Trompeter, Schalke. Es sind das mehrere große Profilbilder des westfälischen Kohlenbeckens und eine Uebersicht der Kohlen aus den verschiedenen Flözen mit den liegendsten beginnend bis zum jüngsten bekannten. Dementsprechend eine möglichst vollständige Sammlung von Gesteinsstufen mit Petrefakten aus der Flora und Fauna des Steinkohlengebirges, darunter einige sehr wertvolle Stücke. Die Sammlung allein ist für den Fachmann den Besuch der Ausstellung schon wert; die Bezeichnungen derselben dürften noch etwas vervollständigt werden, damit ein möglichst großer Kreis der Besucher den Vorteil des Verständnisses und Genusses hat. Anschließend daran sind noch einige Proben von Erzen und Versteinerungen ausgestellt. Größere Bergbaugesellschaften haben teils Sammlungen ihrer Erzeugnisse, Petrefakten, zeichnerische Darstellung der Bauten unter und über Tage, sowie sehr unterrichtende Modelle ganzer Bauwerke und einzelner besonderer Einrichtungen ausgestellt. Von den Betriebsmitteln des Bergbaues sind am reichhaltigsten vertreten die indirekten Arbeitseinrichtungen unter und über Tage; um dieselben auch teilweise in Betrieb zeigen zu können, ist eine besondere Maschinenhalle gebaut. Für diese liefert den Dampf ein Umlauf=Wasserrohrkessel der Gewerkschaft Orange=Schalke von 180 gm Heizfläche und 10 Atm. Ueberdruck, der in einer gefälligen eisernen offenen Halle derselben Firma untergebracht ist. Damit wird neben einer Reihe von kleineren eine liegende 50=pferdige, sehr sauber ausgeführte! Wirtz u. Co., Schalke; von der Weppen, Essen. teb Eisenhütte Westfalia= Aus Stahlblech gepreßte Förderwagenräder, Damptmgschy hi, ihrerseits den zahlreichen ganze Wagenkasten und einzelne Teile stellt Aunen angetriechen, v. Shuckrt im sehr ausbildungsfähiger Art Hermang Siebef, Dpnomo, un Hise Kraft gibt. Außerdem Bochum, her, in ähnlicher Weie 2, Koch, und Tobolet. o. Maschinengebäude neben einigen Siegen. Räder, Achsen und sonstige Teile in Motoren der Deutzer Gasmotoren= Stahlguß= und Eisenwerke, vorm. Mundscheid ene. 16=pferdio willingsmotor ju. C. und Oeling u. Co., Düsseldorf. In Fabrik von, vn. di, Do„„meinen Seilen und Kabeln sind hervorzuheben gelten derselben, Fegesege“ e von e gusgestellten und Guilleaume Mülheim a. Rh.; Böcker u. Elektrisichte, v.uuschof, Ee szind in der Halle Co., Schalte; Heinrich Grilo, Düsseldorf, Elektromotoren autrenp“, z,der und Brems= und Heinrich Puth, Blankenstein. Das außereine ganze Anzayt von V'o Dampf, Wasser, sordentlich wichtige Gebiet der Aufbereitung haspeln im Betriebe, die burc werden, ebenso ist außer verschiedenem, dahin gehörenden in Luft und Eletr3 mi, den verschiedenen An= den Ausstellungen der Kohlengruben selber erberen o Bentilatoren und Pumpen für vollkommen vertreten nur durch die Maschinenesei 9 hältnisse. Dabei zeigt sich, daß fabrik Baum in Herne, welche ein sehr schönes ge; der Firmen immer noch der Ansicht Modell ihrer neuesten Kohlenauslese und eine im Bergbau verwandte Maschine Wäscheanlagen ausstellt. Die Firma hat damöglichst viel Geräusch beim Betriebe nach auch in England zur Zeit einige Einmachen. Benachbarte Maschinen zeigen, daß richtungen in Ausführung, wie denn überdies nicht nötig ist; die Elektrizität insbeson= haupt in dieser Besonderheit deutsche Fabriken dere hat jedenfalls Fortschritte nach der Rich= im Auslande arbeiten; es dürfte bei dieser tung eines raschen und doch ruhigen Ganges! Gelegenheit an den vor einigen Tagen in der Maschine gebracht. Von der Maschinen=[England erfolgten plötzlichen Tod des Inhalle aus wird natürlich auch die elektrische genieurs Lühring, Dresden, erinnert werden, Beleuchtung der Ausstellungshallen und Plätze welcher ebenfalls viele Wäschen drüben a besorgt, außerdem werden aber von dort aus geführt hat. zwei bemerkenswerte Kraftübertragungen er= Von Hülfsbetrieben sind zu erstellt, und zwar beide zum Betrieb von maschi wähnen eine Dampfschiebebühne mit feuerlosem nellen Förderstrecken in einer Entfernung von Kessel im Betriebe von Lokomotivfabrik Hoheneinigen 100 Meter, die eine der Firma Jorissen zollern, Düsseldorf; zwei sehr reichhaltige u. Co.=Düsseldorf, durch einen Motor der Ausstellungen von Brückenwagen, Kranenwagen, deutschen Elektrizitätswerke=Aachen angetrieben, Winden und ähnlichen der Mannheimer Madie andere von C. W. Hasenclever Söhne= schinenfabrik Mohr& Federhaff und de Fries Düsseldorf, Antrieb durch Schuckert. und Co., Düsseldorf, sowie der Firmen Gebr. Von größeren Pumpeinrichtungen Körting und Klein, Schanzlin und Becker in sind bemerkenswert Kolben und Saugventil ihren bekannten Artikeln. In Treibriemen einer Hebung von 1340 mm Durchmesser zu und verwandten Gegenständen Johann Biertz, einer Wasserhaltung für den unliebsam be=Viersen; Richard Becker, Mülheim a. d. R. rühmten Otto=Schacht II, der Mansfeldschen Karl Schwanitz, Berlin; verschiedenartige Gewerkschaft gehörig, ausgestellt von Haniel Sicherheitsvorrichtungen für Dampfkessel, beu. Lueg, Düsseldorf, eine liegende Doppel= sondere Feuerungsroste und sonstige Erfindunplungerpumpe mit gesteuerten Ventilen fürsgen: Rich. Schartzkopf, Berlin; Joh. Caspur sind von der Epidemie folgende Provinzen heim= zu übernehmen und im Zeitraume von etwa sechs gesucht: Podolien, Bessarabien(ungefähr 9 Er= Wochen zu vollenden. Die Kosten belaufen sich krankungen und 5 Todesfälle täglich), Saratow, nach dem vorgelegten Anschlage auf etwa 800000 Kiew, Kursk, Woranesch, Wladimir, Twer, Tuba] Mark, während das Schiff einen Wert von etwa Vermischtes. * Frankfurt a. M., 21. Juli. Der Polizeibericht meldet: Nach Mitteilung der Polizeidirektion in Metz wurde der Reisende B. Stolz hierselbst mit drei anderen Reisenden gelegentlich eines Ausflugs nach dem Grenzort Vionville von französischen Soldaten angegriffen. Die Beförde ersucht Stolz und seine Begleiter sich zu melden. * Frankfurt a. M., 17. Juli. Gestern abend starb plötzlich der Landrichter Dr. Buchholtz infolge einer Blutvergiftung, welche sich durch einen Mückenstich zugezogen hatte * Offenburg, 21. Juli. Auf dem hiesigen Bahnhof wurde ein Amerikaner verhaftet, der eine große Summe Geldes bei sich hatte. Der Verhaftete hatte in Haslach, wo er sich einige Tage aufhielt, Mädchen zur Reise nach Amerika zu verleiten gesucht. Man glaubt nach der„Bad. Landesztg.“, daß man in ihm einen Mädchenhändler erwischt hat. * Nienburg, 20. Juli. Der mächtige plungerpamge eine unterirdische Wasserhaltung von derselben Firma. Klein, Schanzlin u. Becker, Frankenthal, zeigen eine liegende, vierfach wirkende Verbund=Duplexpumpe, Maschinenfabrik Gritzner, Durlach, stehende und liegende Compound= Duplexpumpen, Max Greeven, Crefeld, kolbenlose Kraftpumpen, Zeichnungen unterirdischer Harkort, Harkorten; Fahrendeller Hütte, Bochum, Aug. C. Funke Hagen, und Gust. Pickhardt, Bonn; letztere u. a. mit dem Tectorium, dem unzerbrechlichen Drahtglas. Besondere Zerreißmaschinen und Biegemaschinen zur Untersuchung von Draht und Drahtseilen bringt A. v. Turnogrocki, Essen a. d. R.; außerdem Wasserhaltungen, Schalker Eisenhütte und sind natürlich in reichhaltiger Auswahl GePrinz=Rudolfshüte, Dülmen. In Bezug auf zähe und sonstige Gebrauchsartikel für den den Schachtbau bringt der Schalker Gruben= Bergmann vorhanden. In besonders musterhüttenverein umfassende Muster von gußeisernen gültiger Weise sind die Brausebad=EinrichtunSchachtringen mit Bleidichtung oder Holz=gen für Bergwerke und Febriken sowie auch picotage, ebensolche Haniel u. Lueg. stanjen u. Co., Duisburg, stellen ineinandergreifende Cementschornsteine zu Schachtausgen für Gergwerte und Fabriken sowie auch Car=selegantere Bade=Einrichtungen durch Göhmann u. Einhorn, Dortmund, in Verbindung mit Alex. Schulte daselbst dargestellt worden. mauerungen in wirklicher Größe und eine! Ein besonderes Gebäude enthält alle die EinMauerung im Modell aus; die Aktiengesell=richtungen und zeigt den bedeutenden Fortschaft für Monierbauten ihre bekannten Ar- schritt der Bade=Einrichtung, Trocknung und beiten darunter ein sehr schlankes Monier= Aufbewahrung der Kleider beiten, barunter ein sehr schranks MonterDachgewölbe von 17 m Spannung, unter den im Vergleich zu Will man jedem einzelnen 17 Millionen Mark repräsentierte. Der Unternehmer war mit seinem Personal bereits an Ort und Stelle, untersuchte die Lage des Schiffes und stellte danach die zu treffenden Dispositionen und deren Kosten fest. * L o n d o n, 1 8. J u l i. N a c h e i n e r A t h e n e r Drahtmeldung des„Standart“ ist Dörpfeld, Direktor des deutschen archäolischen Instituts in Athen, von Harsalik zurückgekehrt, wo er die Ausgrabungen auf Kosten der Frau schliemann fortgesetzt hat. Er glaubt, er habe die Ueberreste des eigentlichen Troja Homers entdeckt, indes nicht in der zweiten schicht, wie er anfänglich wähnte, sondern in der sechsten. Er hat eine große Anzahl von Gegenständen, die dem mykenäischen Zeitalter zugeschrieben werden können, blosgelegt, desgleichen mehrere Gebäude und einen Teil der Mauern der Stadt, die zweimal so groß wie die in der zweiten Schicht vorgefundenen spuren sind. Die Gebäude sind nicht wie die in Tiryns zusammenhängend, sondern von einander getrennt. Die großen Stadtmauern sind nahezu sechs Fuß dick; die der Akropolis bestehen aus riesigen, regelmäßig behauenen 16 Fuß dicken Quadersteinen. Die Forschungen Brand im Lichtenmoor und den angrenzenden endlich durch die anbaltenden Nieder= werden hat, ist jeer euug, vuttg uu, uu Regierung fortgesetzt. schläge der letzten Tage gelöscht worden. Die Regte Anwohner der vom Feuer heimgesuchten MoorAbsolute Sicherheit gegen Diebstahl, auch seitens des Kassierers, bieten die neuesten ameHaidedistrikte haben eine schwere Zeit hinter seitens des Kassierers, bieten die nebezw. Hozt g i eine schitr: Dt: 7 rikanischen Geldschränke dar, welche ein äußeres sich und können nach langen Tagen voller Be= Schloß mit Schlüsselloch u. s. w. überhaupt drängnis erleichtert aufatmen. Sie mußten zuletzt drängnis erleichtert aufatmen. En uno### nicht enthalten. Zu einer bestimmten Stunde Nocht für Naczt wochzen und bo, jzsch, gezepliütg des Tages ösnen sich die mächigen FlügelDer angerichtete Schader ist leyr gveutend. thüren, welche unter dem Einfluß eines UhrTorfgewinnung ist für Jayie himaus au werkes stehen, von selbst. Zu irgend einer Strecden nicht du denen. zn Pinneberg anderen Zeit ist die Oeffnung vollkommen unDas königliche Amtsgericht in###ntorr9 möglich. Dadurch, daß jede äußeren Schloßhat nach den„Hamb. Nachr.“ geßener=gant teile fehlen und eine ununterbrochene SchutzAltonaer Kaufmann wegen Gewer„rg.,1.1, decke den ganzen Schrank umgiebt, ist auch die travention eine Strafvollstreckungs= Versuguug Sicherheit gegen Feuer eine sehr bedeutende. * Eine heitere Szene spielte sich dieser Tage in einem herumziehenden Theater auf e dem Meßplatze zu Lille ab. Der Zauberkünstler Sarbacan richtete am Schlusse einer seiner Vorstellungen folgende Ansprache an das Publikum:„Jetzt will ich die angekündigte sensationelle Enthauptung eines Zuschauers erlassen, in welcher es heißt, daß wegen der genannten Kontravention noch 31 Mk. 65 Pfg. und 38 Mk. 12 Pfg. Kosten zu zahlen sind, an deren Stelle im Unvermögensfalle 5 Tage 6 Stunden 51 Minuten Haft treten. * Bischof Anzer, ein Oberpfälzer, Leiter der deutschen Mission Süd=Schautung, erhielt, wie die„Pfälzer Zeitung“ mitteilt, soehez, rag pornehmen. Ich fordere irgend einen Herrn, Regierung eine ganz auperge-##t sieh diesen Oyaratig, tzrziahen michte der sich vieser Operation unterziehen möchte, auf, zu mir auf die Bühne zu kommen.“ Sofort meldete sich ein junger Mann aus Dachgewölbe von 17 m Spannung, un. 5i, gw. F4heit zehen den Mörmaarss 5.3 welchem aber die Schalung entfernt werden die Möglichteit geben, den Warmegrab des mußte, damit es beweiskräftig dastände. Haniel! Wassers zu stellen, so sind die Gegenstromu. Lueg und Schüchtermann u. Kremer bringen hähne von H. Schaffstächt, Gießen, der auch Förderauslöse-Vorrichtungen und mechanische Bade=Einstichtungen ausstellt, zu empfehlen. der chinesischen u.gerung eine ganz außerge, wöhnliche Ehrung. Der amtliche Akt besagt: „Auf eine Eingabe des Prinzen Tsching und Tsung-li- Kamen(tcmut hie# hen, an Se. Armentières, der, von Eifersucht geplagt, mit Majestät, mit Rücksiche aug vir hoyen Verdtenste seiner Braut Streit gehabt hatte, und stieg Ew. bischöflichen Hieichrhaltung der Eintrache die zur Bühne führende Treppe hinan, mit unseres Volkes und die Erhuutm2tg der Eittttucht dem ihm von der Verzweiflung eingegebenen unter Christen und Nichtchriffen, hat der Kaiser Enzich„..“ Tape Fiee9 96 Ew. Gneden das Großmandarinat dritten Entschlusse, sich den Kopf aoschneiden zu rassen. # Schon war alles zu der mit Spannung erbis sest keinem Missonarirgend welcher Nation warteten Enthauptung bereit, als. plöslsch die jammernd auf die Bühne stürzte, ihren GeAufsatzvorrichtungen(Caps), deren Wichtigkeit Im Freien haben außer einer Anzahl der einleuchtet, wenn man im Freien das Muster oben schon genannten noch Aufstellung gefunden eines Förderkorbes mit vier Wagen überein=[Feld= und Industriebahnen von Arthur ander, wie ihn die tiefen Gruben meist brauchen, Koppel, Bochum, mit verschiedenen Wagen, von Wirtz u. Co, Schalke, sieht. Von Hand= darunter auch ein Elektromotor mit zwei Acund maschinellen Bohrgeräten ist eine große cumulatoren=Tendern von Schuckert u. Co. bezw. Auswahl vorhanden, am umfassendsten haben Accumulatorenfabrik, Hagen, zur elektrischen da ausgestellt: C. A. Chaineux, Aachen, Fahrendeller Hütte, Bochum, R. W. Dinnenthal, Bochum, Duisburger Maschinen=Aktien= gesellschaft, Dingler'sche Maschinenfabrik, ZweiFörderung in der Grube. Außerdem ist eine fortbewegbare Krankenbaracke, System Docker, von M. Schneider, Gelsenkirchen, ausgestellt, enthaltend u. a. Schutzbrillen, Atmungsappabrücken; das Betriebsmaterial ist noch aus= rate und Aehnliches, worin auch in der Hauptschließlich Preßluft. Zur Erzeugung dieser halle eine Anzahl Firmen ausgestellt haben. stellt Dinnenthal Teile der vorzüglichen Compressoren von G. Schütz, Wurzen, aus. Interessante Bohrkerne und Zeichnungen größerer ausgeführter Luftbohrungen zeigt C. I. Winter, Camen. An Sprengstoffen und Zündern sind vertreten die Erzeugnisse von Dahmen u. Ein besseres Bild endlich, wie es„unten“ wirklich aussieht, als die auf manchen Ausstellungen erbauten Modelle von Grubenstrecken u. s. w. geben die bei Magnesium=Blitzlicht aufgenommenen Photographien von F. Schätzke, Bochum, aus den verschiedenen Betriebsverrichtungen. Die vorstehende, natürlich nicht erschöpfende Co., Castrop; Sprengstoff=Aktiengesellschaft Aufführung des Gebotenen zeigt wohl dentlich, iynamit„Artier*f, daß man es mit einer sehr lehrreichen AusCarbonit, Hamburg; Dynauir=Atllengeseuschaft Hamburg; Roburitfabrik Witten; nur mit Zündern Friemann u. Wolf, Zwickau; W. Norres, Schalke. Interessant sind die vergleichenden Versuche mit dem Pranzl'schen Juap Mu..chn Bun stellung zu thun hat und daß derselben ein fleißiger Besuch gewünscht werden darf. Von ganz besonderem Nutzen für das Gefühl der Zusammengehörigkeit wird es auch sein, wenn Brisangmesser, einem angebohrten Bleiklotz, sie recht zahlreich von Bergleuten besucht wird, der mit 10—15 Gramm Sprengmasse geladen was in dem hierfür hervorragend günstig geund durch die Explosion aufgeweitet wird, ix Phief, es zeigt sich, daß die Zündung mit einem em Sinne rufen wir ihr noch ein bestärkeren Hütchen die Wirkung wesentlich erhöht. Das Gegenstück dieser Abteilung bildet die sehr zahlreich beschickte Ausstellung von Sicher ampen. Das Benzin sonderes„Glückauf“ zu. Paris, 24. Juli. Es wird offiziell festDas Benzin hat als gestellt, daß in den letzten Wochen in Frankreich Brennstoff die Oberhand, was an elektrischen 758 Personen an der Cholera gestorben sind; in Grubenlampen vorhanden, ist noch zu schwer= Marseille allein 278 Personen. In Nimes tritt fällig und teuer. Es sind da zu erwähnen die Cholera täglich gefährlicher auf. Friedmann u. Wolf, Zwickau; Böll u. Distel= Pest, 24. Juli. In den letzten 24 Stunmann,Waldenburg; H. Feise, Hamme; W. Seip= den sind in Szathmar zwei und in Apahide bei pel, Bochum; W. Bein u. Co. und Otto Vogel=Klausenburg eine verdächtige Erkrankung vorgesang, Gelsenkirchen. Für elektrische Lampen:!“ C. Pollak u. Co., Frankfurt, Accumulatorencommen.— Gestern kamen in der Stadt Dees ein Todesfall an Cholera und heute zwei Erkrankunfabrik, Hagen, M. Vorster, Jena und Franz gen vor. Feldhaus, Köln. Ausgedehnt ist auch die Wie man der Pol. Korr. aus Petersburg Ausstellung der gerippten Wetterlutten, ver- schreibt, ist die Cholera in den letzten Tagen dort zinkten Förderwagen, Kauenschränke u. s. w.; aufgetreten und waren bisher vier Fälle zu verhier ist zu nennen der erste Anfertiger der zeichnen.— In Moskau kommen täglich ungefähr gerippten Lutten M. Würfel, Bochum; dann 8 Erkrankungen und 4 Todesfälle vor. Ferner in seiner Eigenschaft als Missionar zu Teil geworden. Das Uebermaß meiner Freude treibt mich, Ihnen sofort diese Mitteilung zugleich mit meiner herzlichsten Gratulation zugehen zu lassen.“ Bekanntermaßen werden die chinesischen Würdenträger in neun Klassen geteilt, zu deren erster die Mitglieder des Kabinettsrats und die sechs Minister gehören; die zweite umfaßt die Vizekönige und Gouverneure der Provinzen; zur dritten, welcher jetzt Bischof Anzer beigesellt ist, zählen die obersten Kriminalrichter, sowie die Generale der Infanterie, also die nächsthöchsten Beamten der Provinz. Die Vorrechte, durch welche die Träger dieses Rangessich ausgezeichnen, sind ungemein zahlreich. Dieselben führen den Titel Exzellenz(Tas jen), tragen die höchste Mandarinatskleidung, auf der Spitze des Galahutes den lichtblauen Knopf, um den Hals eine aus 108 Kügelchen bestehende kostbare Kette, auf Brust und Rücken der Tunika das gestickte Bild eines Pfauen. Bei öffentlichen Aufzügen benutzen sie die grüne Staatssänfte und ein Gefolge von 10 Reitern; als Insignien der Würde werden zwei rote Sonnenschirme, zwei Fächer, Titeltafeln, Fahnen mit Bildern von Drachen und geflügelten Tieren u. a. m. vorangetragen. Elf Schläge auf den Gong(Tamtam) befehlen allen Bewohnern der Präfekturen, Subpräfekturen und Distrikte, sich ehrerbietig zurückzuziehen. Ebenso sind die Wohnungen dieser Würdenträger in vielfacher Weise ausgezeichnet. * Tavannes im Berner Jura, 24. Juli. In Tramolan brannten vergangene Nacht zwei Häuser ab, wobei fünf Personen in den Flammen umkamen, außerdem ist heute vormittag ein Kind gestorben, welches während des Brandes aus dem dritten Stocke in den Garten geworfen wurde. Es wird Brandstiftung vermutet. * Die schreckliche Katastrophe, welche vor wenigen Wochen den Untergang des englischen Panzerschiffes„Viktoria“ und den Tod von hunderten von Menschen zur Folge hatte, bildet auch in materieller Hinsicht einen großen Verlust selbst für das reiche Britannien. Wie immer in solchen Fällen, wird auch hier der Plan erwogen, das Schiff zu heben. Ein Italiener, Balsamello, welcher schon neulich zu Civita Vecchia im Beisein von Sachverständigen sehr befriedigende Versuche mit einem von ihm erfundenen System der Schiffshebung anstellte, hat sich dem englischen Marine. ministerium angeboten, die Hebung der„Vkitoria“ liebten unter dem Rufe:„Nein, Paul, du darfst nicht sterben!“ in die Arme schloß und ihn mit Gewalt aus der Meßbude schleppte. Man kann sich denken, welche erheiternde Wirkung diese rührende Szene auf sämtliche Zuschauer ausübte. Neueste Nachrichten. Berlin, 26. Juli. Wie der„Voss. Ztg.“ von zuständiger Seite mitgeteilt wird, sollen die im Herbst 1892 eingestellten Mannschaften unbedingt im Herbst 1894 entlassen werden, die im Herbst 1891 eingestellten könnten dagegen nicht bestimmt vor Herbst 1894 auf Entlassung rechnen, jedoch würden die Dispositionsurlaube thunlichst ausgedehnt. Bangkok, 26. Juli. Gestern, am 25. Juli, abends, verließ der Botschafter Pavie mit 3 französischen Kanonenbooten den Hafen. Es herrscht vollkommene Ruhe. Vom Büchertisch. (Die unter dieser Ueberschrift angezeigten Werke sind in der C. Braus'schen Buchhandlung vorrätig oder durch dieselbe zu beziehen.) Billig Fleisch oder: Die Kaninchenzucht als Mittel zur wohlfeilen Volksernährung und als Nebenerwerb. Anleitung zur Kaninchenhaltung, Zucht und Mast, sowie zur Verwertung der Erzeugnisse. Auf Grund langjähriger Erfahrungen bearbeitet. Zu beziehen von der Expedition der„Neuen Blätter für Kaninchenzucht“ in Wildpark, Bez. Potsdam. 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Hauske D 1 Es ladet freundlichst ein Der Vorstand. c Montag, den 31. Juli er., morgens 11 Uhr, verkaufe für Frau Witwe Gosmann gt. Becker in Dortmund ihre in Berchum Wohnhause, Einwohnerhau Hofraum, Obsthof, Garten und einer kleinen Waldparzelle. Im Wohnhause wurd seit längeren Jahren ein Spezereiund Kurzwarengeschäft mit gutem Erfolge betrieben. Ca. 1/5 des Kaufpreises kann gegen mäßige Zinsen auf der Besitzung stehen bleiben. Sammelplatz in der Wirtschaft Pelzing zu Verchum. H Albrecht, amtl. Auktions=Kommissar in Hennen. Ia. Intarnat, „ Nottlee, sowie alle anderen Landwirtschaftlichen Sämereien in feinster Ware; ferner Herbstrübsamen, lange, weiße, rotköpfige, Saatwicken, Hafer u. s. w. empfiehlt Schneider Sölderholz. 55 88 % Gbrechdurchfau der Kinder tritt bei andauernder Hitze besonders stark auf und infolge dessen ist auch die Sterblichkeit eine weitaus größere als in den kühlen Monaten des Jahres. 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Qualität 53—58 4, 2. Qualität 45—52 4, Schafe desgl. 45—50 4. Unverkauft blieben 18 Schweine.