6. 100 Kilo * Antlicher Krreisblatt Abonnement=Preis pro Quartal 1 Mark 50 Pfg. Erscheint Dienstags, Donnerstags und Samstags. Wöchentliche Gratisbeilage: Illustrierter Famliienfreund.“ Nro. 81. für den Kreis Hörde. Insertionsgebühr für die sechsspaltige Zeile oder deren Raum 10 Pfg. außerhalb des Leserkreises 15 Pfg.; Reklamen 30 Pfg. Redaktion, Druck und Verlag von Carl Braus in Schwerte. Schwerte, Donnerstag, 13. Juli 1893. 25. Jahrgang. Amtliche Bekanntmachungen. Bekanntmachung. Der landwirtschaftliche Kreis=Verein Hörde und Graf Armin haben mit Unterstützung anderer Mitglieder der freikonservativen Partei einen Antrag im Reichstage eingebracht, welcher lautet: Der Reichstag wolle beschließen, den Herrn Reichskanzler zu ersuchen: I. mit möglichster Beschleunigung einen Gesetzentwurf vorzulegen, durch welchen 1) dem gesamten g#rhrauchsartikel Handwerk eine organisierte Vertretung in teiligungenbeim Ankauf dieser De.,—.„ wird Handwerkerkammern gegeben wird, denen die möglichst zu schützen. Zu diesem Vernennen(Beaufsichtigung des Lehelingswesens, des Herder Kreisverein eine Persönlichteit ernenwe., bergswesens 2c., sowie die Aufgabe zu überwelche durch Entnahme von Proben auf den bechen„„„„ Lagern selbst, als auch bei den Landwirten, welche gekauft haben und Einsendung dieser Proben an die Versuchsstation in Münster, feststellen lassen wird, ob die betreffende Ware den zu stellenden Anforderungen entspricht. Den Landwirten unseres Bezirks muß dringend empfohlen werden, bei dem Kauf sich den Gehalt an Nährstoffen resp. Keimfähigkeit 2c. garantieren zu lassen. Diejenigen Firmen, welche sich der Kontrolle des Vereins unterwerfen wollen, mögen sich bis zum 1. August cr. bei dem unterzeichneten Vorstand schriftlich melden. Irgend welche Unkosten erwachsen den Firmen aus dieser Kontrolle nicht, wohl aber werden die Namen der Firmen, welche unter Kontrolle des Vereins stehen, in den Zeitungen und in den landwirtschaftlichen Versammlungen wiederholt den Landwirten des Bezirks bekannt gegeben. Mit der Ausführung der Kontrolle hat der Vorstand des Kreisvereins Hörde den Direktor der landwirtschaftlichen Winterschule, Geibel in Dortmund, beauftragt. Hörde, den 10. Juli 1893. Der Vorstand des landwirtschaftlichen Kreis=Vereins Hörde. Deutsches Reich. Der Kaiser und die Kaiserin unternahmen am Dienstag morgen einen gemeinsamen Spazierritt in die Umgegend von Potsdam. Nach der Rückkehr hörte der Kaiser im Neuen Palais den Vortrag des Chefs des Militärkabinetts, hatte sodann eine Konferenz mit dem Reichskanzler und empfing mittags im Beisein des Chefs der Kolonialabteilung des Auswärtigen Amts, Geh. Rates Dr. Kayser, den in Berlin eingetroffenen Afrikareisenden Dr. Otto Ehlers. — Am Abend traf der russische Thronfolger zum Besuche der Kaiserlichen Majestäten auf der Wildparkstation ein und wurde daselbst vom Kaiser sehr herzlich empfangen. Zu Ehren des hohen Gastes fand im Neuen Palais eine größere Festtafel statt. Nach Aufhebung derselben setzte der Thronfolger, nachdem er sich vou den Majestäten herzlich verabschiedet hatte, seine Rückreise nach Petersburg fort.— Am Kaiserhofe wurde Dienstag der Geburtstag der Prinzessin Heinrich von Preußen festlich begangen. Die Prinzessin, geboren 1866, weilt gegenwärtig noch mit ihrem Gemahl in London, wohin sich beide zu den Hochzeitsfeierlichkeiten begeben hatten. Beim Empfang des Reichstagspräsidiums am Sonntag besprach der Kaiser auch die Militärvorlage, indem er auf die militärischen Verstärkungen in den Nachbarreichen hinwies. Zur Aufrechterhaltung des Friedens sei es notwendig, daß wir gleichen Schritt hielten, unsere wirtschaftlichen Verhältnisse erforderten ferner dringend eine Beruhigung, welche allein die Annahme der Militärvorlage bieten würde. Der Monarch betonte, wie schnell in Frankreich das Kardregesetz alle Stadien durchlaufen habe. Ueber die Frage der Futternot sagte der Kaiser, was möglich sei, müsse durch die Reichs= und Staatsbehörden geschehen, um zu helfen und schlimmeren Folgen vorzubeugen. Das Präsidium wurde auch von der Kaiserin empfangen. Fürst Bismarck empfing am Samstag nochmittag den Huldigungszug von 400 Lippern. auf vie Ansprache des Festredners antwortete der Fürst in halbstündiger Rede. Finanzminister Dr. Miquel beschäftigt sich, der„Mil. u. Pol. Korr.“ zufolge, seit längerem eingehend mit der Frage einer Neform des preußischen Agrarrechtes. Er hält die Lisung, einer Reihe von Forderungen, die in vicses Gebiet fallen, für unbedingt notwendig, wenn unsere Landwirtschaft nicht weiter zurückgehen soll. Der Reichstag soll am 18. Juli geschlossen werden. Am Samstag hofft man die Militär= vorlage zu erledigen, am 17. und 18. den Nachtragsetat. Die Abgg. Gamp, von Kardorff, Merbach tragen wäre, die Interessen des Hanowerts# in technischer und wirtschaftlicher Beziehung zu vertreten, 2. diejenigen Personen von der Ausübung des handwerksmäßigen Betriebes ausgeschlossen werden, die ihre Befähigung zu diesem Betriebe nicht durch längere Ausbildung als Lehrling und Geselle dargethan haben(Befähigungsnachweis); II. bei den Bundesregierungen dahin zu wirken, daß die die Handwerker schädigende Beschäftigung der Strafgefangenen nach Möglichkeit eingeschränkt wird. In Neustettin ist die Nachwahl für den doppelt gewählten Abg. Ahlwardt auf den 18. Juli angesetzt. Kandidat der Antisemiten ist Dr. Förster, der auch wohl kaum ernsten Widerstand finden wird Die Christlich=Sozialen stellen in Neustettin Stöcker gegen den Antisemiten Förster auf. Im deutschen Reichstage sitzt zum ersten Mal ein im Dienste stehender Volksschullehrer; es ist das der freisinnige Abg. Weiß=Erlangen. Außer in Preußen finden in diesem Herbst auch noch im Königreich Sachsen die Wahlen zum Landtage statt. Die regierungsfreundlichen Blätter fürchten, daß die Sozialdemokraten noch stärker, als bisher, in den Dresdener Landtag einziehen werden. Da in Sachsen bei der Wahl nicht die absolute, sondern die relative Mehrheit entscheidet, so kann leicht auch dort die Wahl eines sozialdemokratischen Abgeordneten zu stande kommen, wo er eine absolute Mehrheit nicht erlangen würde.— Ferner finden in nächster Zeit auch in Baden Ergänzungswahlen zum Landtage statt. Von den 86 Schiffen und Fahrzeugen der kaiserlichen Kriegsmarine befinden sich gegenwärtig nicht weniger als 47 im Dierst, also mehr als die Hälfte überhaupt; es ist dies eine Zahl, die für normale Zustände bisher kaum erreicht worden ist. Von diesen 47 Schiffen kreuzen 17 in außerheimischen Gewässern oder befinden sich im Auslande auf Station. In vier Wochen, mit Beginn der großen Manöver, dürfte sich die Zahl der in Dienst gestellten Schiffe noch erheblich steigern; sie werden sich dann auf etwa 75 Prozent der gesamten schwimmenden Flottenmaterials belaufen. Bei diesen Angaben sind die Torpedodivisionsboote mit ihren Begleitbooten noch ganz unberücksichtigt geblieben. Das deutsche Reich wird also eine außerordentlich stattliche Flottille auf den Meeresfluten zu schwimmen haben. Die diesjährige Fuldaer Bischofs=Konferenz, an der außer den preußischen Bischöfen der Bischof von Mainz teilnimmt, soll am 22. August beginnen. Der Konferenz soll angeblich eine Eingabe aus katholischen Kreisen zugehen, worin die Bischöfe gebeten werden, sich öffentlich in unzweideutiger Weise gegen die Unterstützung der Sozialdemokratie durch katholische Christen auszusprechen. Belgien. Die Wassersnot nimmt, so wird aus Brüssel gemeldet, in dem hennegauschen Becken Borinage einen immer bedrohlicheren Umfang an. Zahlreiche Brunnen und Quellen sind versiegt; ein Eimer Wasser kostet 5—10 Pfg. Viele Haushaltungen sind gezwungen, das von den Ausschöpfungs=Maschinen aus den Gruben herausgetriebene Wasser, das sie mittels Aufkochens von den Mikroben zu befreien suchen, zu verwenden. Die Zechen selbst beziehen das für sie erforderliche Wasser zu teueren Preisen aus den Wasserbehältern der Eisenbahn bei Warquignies. Die bei Elauges belegene große Theer= und Ammoniak= fabrik ist niedergebrannt, da man kein Wasser zum Löschen auftreiben konnte. Die Dampfschiffahrt zwischen Namur und Dinant ist infolge des niedrigen Wasserstandes der Maas eingestellt. Frankreich. In Paris hat die Reise des russischen Thronfolgers von London direkt nach Berlin ganz gewaltig verschnupft: man kann es sich wohl selbst sagen, daß der Kaiser von Rußland nach den jüngsten Krawalltagen gerade nicht zum Besten von Frankreich denken wird. Rußland. Die russische Regierung hat die Frankreich gewährten Zollermäßigungen auch allen anderen Staaten Europas, mit Ausnahme von Oesterreich=Ungarn, Deutschland und Portugal, sowie Nordamerika und Peru nicht zugestanden. Italien. Am Sonntag vormittag platzte unter den Arcaden des erzbischöflichen Palastes in Pisa eine Bombe. Eine Säule wurde zeschmettert; Personen wurden nicht verletzt. Serbien. Ein Ministerium im Anklagezustand. Am Freitag ist, wie bereits vorher angekündigt wurde, in der serbischen Skupschtina der Antrag eingebracht worden, das frühere liberale Kabinet: Avallumowic in Anklagezustand zu versetzen. Die Anklage beruft sich besonders auf Ungesetzlichkeiten bei den Wahlen und auf Befehl der Minister begangene Gewaltthätigkeiten gegen serbische Bürger. Die Verhandlung ist auf den 15. d. M. anberaumt. Westfalen und Rheinland. * Schwerte, 12. Juli. Auf jenen köstlichen Gewitterschauer am vergangenen Sonntag reihten sich mehrere Regenschauer, denen auch in den kommenden Tagen neue Niederschläge folgen dürften, wenigstens prophezeit Herr Falb solche für diese Woche und die nächste Zeit. Auch Moritz Hauswald ist gleicher Meinung. Abgesehen von drei schwachen Regenterminen vom 10. zum 11., vom 15. zum 16. Juli und vom 5. zum 6. August, setzt er Haupt=Regentage für Deutschland auf die Tage vom 19. bis 22., vom 26. bis 29. Juli und vom 1. bis 4. August fest, sodaß also die Erntearbeit während der vier Perioden vom 12. bis 18., vom 22. bis 26., vom 29. Juli bis 1. August und vom 4. bis 8. August am ungestörtesten bewirkt werden kann.— Für die erste dieser vier Perioden hätte man also in Mitteldeutschland alsbald mit dem Roggenschnitt allgemein zu beginnen und sodann vom 16. bis 18. Juli flott einzuheimsen, da am 19. wieder Regenwetter eintreten dürfte. 1 Schwerte, 11. Juli. Unter der großer Beteiligung von faßt 300 Personen und der Teilnahme des Herrn Regierungs= und Schulrats Cremer aus Arnsberg fand gestern zum erstenmale eine Konferenz von Geistlichen, Lehrern und Presbytern der Synode Iserlohn=Altena im evangl. Vereinshaus zu Iserlohn statt. Eröffnet wurde dieselbe durch gemeinschaftlichen Gesang von„Allein Gott in der Höh' sei Ehr'“, sowie durch eine Ansprache des Herrn Superintendenten Pickert. Letzterer hieß die Erschienenen herzlich willkommen und wies hin auf die gemeinsamen Ziele, welche die Versammelten zu erstreben hätten, die Veredlung der Menschennatur. Sodann hielt Herr Lehrer Schauf von Deilinghofen einen mit Beifall ausgenommenen Vortrag über das Thema: Fürsorge für die konfirmierte Jugend. Das Korreferat hierzu hatte Herr Lehrer Heitmann=Ihmert übernommen. Beide Vortragende waren darin einig, daß mehr als bisher für das in Rede stehende Jugendalter geforgt werden möge, da der Charakter noch zu wenig gefestigt und darum gerade dieses Alter am meisten den Verführungen zugänglich sei. In die Fortbildungsschulen müsse darum auch der Religions. unterricht ausgenommen werden. Durch ihn könne Gemüt und Wollen besser erfaßt, überhaupt der Charakter gebildet werden, und das sei besser denn alle schönen Kenntnisse. In Jünglings= und Jungfrauen=Vereinen sei neben sonstigem Schönen und Guten auch eine edle Geselligkeit und Unterhaltung zu pflegen, und dürften die Grenzen in dieser Hinsicht nicht zu eng gezogen werden. Pflege des Gesanges, Jugend= und Volksspiele, sowie Einrichtung von Familienabenden seien geeignete Mittel, um diesem Bedürfnis entgegenzukommen. Die Versammlung stimmte den Ausführungen zu, namentlich auch dem über die Fortbildungsschulen Gesagten. Herr Schulrat Cremer nahm sodann das Wort und führte aus, daß alle Besserung von Zeitverhältnissen bei der eigenen Person selbst anfangen müsse, gemäß dem Worte des Dichters: „Laßt uns besser werden, gleich wirds besser sein!“ Den Schlußvortrag hielt Herr Pastor Herdieckerhoff=Oestrich. Sein Thema lautete: die Mitarbeit der Presbyter und Lehrer an der Pflege des kirchlichen Gemeindelebens. In geistvoller Weise wurde ausgeführt, wie die evangel. Kirche dem Priesterzwange entwachsen sei. Dafür sei das Allgemeine Priestertum, die Mitarbeit aller an der Förderung des Reiches Gottes von den Reformatoren gefordert worden. In dieser Hinsicht aber bleibe viel zu wünschen übrig. Presbyter und Lehrer seien in erster Linie berufen Mitarbeiter und Helser der Geistlichen zu sein. Nicht hierarchische Herrschgelüste seien es, die diesen Wunsch aussprechen ließen, sondern allein die Not der Zeit, die Förderung menschlicher Wohlfahrt. Wegen vorgerückter Zeit die Versammlung dauerte 4 Stunden— und großer Hitze wurde in eine Besprechung dieses Vortrages nicht mehr eingetreten. Es steht zu hoffen, daß die gehaltenen Vorträge als Broschüre gedruckt und für billigen Preis weiteren Kreisen zugänglich gemacht werden. Mit dem Herrn Superintendenten Pickert aber geben wir gerne dem Wunsche Ausdruck. diese erste derartige Konferenz möge nicht die letzte gewesen sein. Schwerte, 12. Juli. Ein überaus großer Leichenzug war es, der gestern nachmittag den kleinen in der Ruhr ertrunkenen Paul Honsalek zur letzten Ruhestätte geleitete. Dem Totenwagen voran schritt die erste Knabenklasse der Volksschule, prachtvolle Kränze tragend, den Schluß des langen Zuges, an den sich auf dem ganzen Wege überaus zahlreiche Teilnehmer anschlossen, bildeten die Mitschüler des Verunglückten, wiederum prachtvolle Blumenspenden tragend. Am Grabe sprach Herr Pastor Heinenberg ein ergreifendes Gebet, das manches Auge thränenfeucht machte. * Schwerte, 12. Juli. Der preußische Unterrichtsminister hat durch einen Erlaß an sämtliche Provinzialschulkollegien erneut die strengste Beobachtung der allgemeinen Verfügung vom 16. Juni 1892 eingeschärft, nach welcher der Ausfall des Nachmittags=Unterrichts, sowie einer etwaigen fünften Vormittagsstunde stets dann anzuordnen ist, wenn das hundertteilige Thermometer um 10 Uhr vormittags und im Schatten 25 Grad zeigt. Schwerte, 11. Juli. Die in vielen Teilen des Deutschen Reiches vorhandene Futter= und Streunot hat bekanntlich deu Eisenbahnminister veranlaßt, eine Frachtermäßigung von 25% herbeizuführen. Dteselbe ist auch— nach einer Bekanntmachung der Königl. Eisenbahn=Direktion Köln in der vorliegenden Nummer d. Bl.— für die Provinzen Westfalen, Rheinprovinz und HessenNassau verfügt, und verweisen wir daher an dieser Stelle auf die bezügliche Anzeige. Schwerte, 10. Juli. Auf dem gestrigen 's Bezirksturnfeste in Holzwickede erhielt der Turnwart Kuskowski vom hiesigen Schwerter Turnverein den 17. Preis(unter 32) im Wettturnen. Schwerte, 11. Juli. Am 7. April d. I. hat der Schüler H. Th. durch Wegwerfen eines brennenden Streichholzes einen kleinen Waldbrand herbeigeführt. In Rücksicht auf sein jugendliches Alter wurde Angeklagter am 5. d. Mts. vor der Strafkammer Hagen von der Anschuldigung der fahrlässigen Brandstiftung freigesprochen und seiner Familie überwiesen. Schwerte, 10. Juli. Bei den jetzigen kolossal gesunkenen Silberpreisen hat unser Silberthaler, wenn er eingeschmolzen würde, einen Silberwert von etwa 1½ M., unser Fünfmarkstück einen Metallwert von 2¼ M., unser Zweimarkstück von 90 Pfg., unser Einmakkstück von 45 Pfg. Geisecke, 10 Juli. Der hiesige Gesangverein Sängerbund=Union feierte gestern in den Anlagen und Räumen des Wirts Externbring sein 10. Stiftungsfest, das sich, wie immer, eines guten Besuches erfreute. Besonders ansprechend waren die einzelnen Lieder=Vorträge der verschiedenen Gesangvereine! auch die Kapelle that ihr Bestes zum Gelingen des Festes. Aplerbeck, 10. Juli. Ein Fest, wie es bisher hier in seiner Eigenheit nicht gesehen ist, werden sämtliche Handwerker aus dem Kreise Aplerbeck am 23. d. Mts. im Möllerschen Saale begehen. Die Vorbereitungen hierzu sind schon zum größten Teile getroffen. Alle Handwerker werden in dem Festzuge nicht nur durch Emblemen vertreten sein, sondern einzelne davon wie Bäcker, Schuster Metzger u. s. w. auf ihren historischen Festwagen in Thätigkeit treten, sodaß also frische Brötchen, Wurst u. s. w. zum Gaudium der Jugend ausgeteilt werden. Aplerbeck, 12. Juli. Am 20. d. M. feiert Herr Rendant Clarenbach sein fünfundzwanzigjähriges Amtsjubiläum. Zu Ehren des Jubilars, der sich hier einer allgemeinen Achtung und Beliebtheit erfreut, findet am fraglichen Tage ein Festessen im engsten Kreise im Hotel Herbrecht statt. nss Sölde, 8. Juli. Der hiesige evang. Frauenverein hatte vorgestern die Kinder der Waisenanstalt zu Holzwickede nach hier ein geladen, um denselben einen vergnügten Nachmittag dadurch zu bereiten, daß sie reichlich bewirtet wurden. Es war ein Vergnügen, den Kindern in die freudestrahlenden Augen sehen zu können. Den ganzen Nachmittag spielte der Posaunenchor der Anstalt schöne Lieder. Die Mitglieder des Aplerbecker Frauenvereins waren zahlreich der Einladung des hiesigen Vereins gefolgt. Holzwickede, 10. Juli Eine zahlreich besuchte Versammlung hiesiger Bürger, in welcher der Lokomotivführer Herr Filzhaut die Notwendigkeit der Gründung einer Feuerwehr für die hiesige Gemeinde hervorhob, beschloß gestern die Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr. In den provisorischen Vorstand, welcher die weiteren Schritte in dieser Angelegenheit unternehmen soll, wurden die Herren Schreiner meister Wilhelm Böckmann, Zimmermeister H Becker, Lokomotivführer Julius Filzhaut, Bergmann Carl Richwin, Schlossermeister Ch. Müller und Anstreichermeister Selig Steinweg gewählt. Schüren, 6. Juli. Ein Menschenopfer um ein Liter Schnaps. Der Bergmann K. aus Berghofen wettete mit dem Bergmann W. aus Cörne am gestrigen Tage um ein Liter Schnaps dahin, daß er— K.— den jugendlichen und kräftigen Bergmann Wille aus Wambel, 21 Jahre alt, auf den Rücken nehme und mit diesem den etwa 20 Meter langen und sehr tiefen Teich, der in dem Morkschen Steinbruche auf dem Kaiserberge hierselbst liegt, durchschwimme. Der 2c. Wille hatte anfangs zu diesem waghalsigen Kunststück keine Lust, doch wurde er endlich überredet und setzte er sich auf den Rücken des K. Dieser sprang nun mit der Last in den Teich und wurde derartig unter Wasser gedrückt, daß er sich, um sich zu retten, von der Last, nämlich dem Wille, befreite und an das Land schwamm. Während dieses nun geschah, ertrank der Wille in der Tiefe. Die von dem Bergmann W. angestellten Rettungsversuche waren ohne Erfolg. Die Leiche ist heute morgen aus dem Teich herausgeholt.(Dortm. Ztg.) Dortmund, 8. Juli. 4347 Rentner sind es, für welche die Sektion II(Bochum) der Knappschafts=Berufsgenossenschaft zu sorgen hat. Von diesen erhalten 354 100 Prozent der vollen Rente, 2 95, 28 90, 10 85, 57 80, 169 75, 32 70, 147 662, 14 65, 190 60, 440 50, 206 40, 398 33½, 358 25, 468 20, 373 15, 570 10 und 201 5 Prozent der vollen Rente. Die obigen 354 Personen, welche volle Rente bezogen, erhielten zusammen 253547 Mk., also durchschnittlich ein jeder 1000 Mk. Jahresrente. Insgesamt sind an die 4247 Bezügsberechtigten 1149627 Mk. 89 Pfg. gezahlt worden. Dortmund, 10. Juli. Festgenommen wurde am Samstag nachmittag auf Anordnung des Herrn Untersuchungsrichters beim Landgericht hier der(auch in Radfahrerkreisen weiter) bekannte Agent und Kaufmann H. von hier. Es soll sich dabei um Vorkommnisse beim Konkurse der Fahrradfirma„Schneider Cie.“ handeln. Allem Anscheine nach dürfte die Untersuchung in der betreffenden Angelegenheit noch weitere Kreise ziehen. Dortmund, 10. Juli. Für eine Ver bindung des Dortmund=Ems=Kanals mit der Ruhr durch einen Vollschiffahrtkanal sind drei Pläne ausgearbeitet. Zwei Pläne sind für eine Verbindung der Ruhr von Witten aus mit dem Dortmunder Hafen und ein dritter ist für eine Verbindung der Ruhr oberhalb Witten, und zwar so, daß der Kanal die industriereichen Dörfer Langendreer, Lütgendortmund und Marten berührt. Dortmund, 6. Juli. Den tiefsten Schacht im hiesigen Oberbergamtsbezirke hat die Zeche „Monopol II“ bei Camen erhalten, er ist bis auf eine Teufe von 775 Metern niedergebracht. Diese Riesenarbeit ist innerhalb dreier Jahre ausgeführt. Bei 450 Meter Teufe wurde das Kohlengebirge erreicht; in der weiteren Teufe wurden mehrere bis zu 2 Meter 80 Zentimeter mächtige Flötze durchfahren. Die Förderung wird so eingerichtet, daß mit jedem Zuge 90 Zentner= 8 Wagen herausgeworfen werden können. Die täg liche Föderung ist auf 20000 Zentner berechnet. Lütgendortmund, 10. Juli. Gestern abend zwischen 9 und 10 Uhr brannte hier ein Kornfeld in der Größe von 10—12 Morgen nieder. Wie das Feuer entstanden, ob durch leichtsinniges Fortwerfen von brennenden Zigarren und Streichhölzern oder durch vorsätzliche Brandstiftung, wird die Untersuchung ergeben. Iserlohn, 12. Juli. In seltener körperlicher Rüstigkeit begingen die Eheleute Faktor Fried. Wilh. Bemmer hierselbst das Fest ihrer diamantenen Hochzeit. Der Mann zählt 85, die Frau 80 Lebensjahre. Wetter, 11. Juli. Das diesjährige Harkortbergfest, Volswettturnen am Harkortdenkmal auf dem„Alten Stamm“ bei Wetter an der Ruhr, findet am Sonntag, den 13. August, statt. Geturnt wird nach der Kreiswettturnordnung in folgenden Uebungen: Weitsprung, Freihochsprung, Hantelstemmen (50 Kilogramm), Laufen, Hangeln, Steinstoßen. Zum Schluße: Ringen, an welchem nur solche Turner teilnehmen können, die sich an allen Uebungen des Sechskampfes beteiligt und mindestens 20 Punkte erreicht haben. Die Wettturner müssen punkt neun Uhr am Denkmal sein. Vorherige Anmeldung der Wettturner ist nicht nötig. Vörde, 11. Juli. Ein Ueberfall auf die Personenpost, die abends 10 Uhr von hier nach Milspe fährt, ist dieser Tage vorgekommen. Ein Strolch suchte zweimal auf der Chaussee den Postwagen zum Stehen zu bringen, indem er den Pferden in die Zügel fiel. Die Pferde scheuten, und wären um ein Haar einen Abhang hinuntergerannt, nur die Energie des Kutschers verhütete das Unglück. Der Strolch wurde von Hinzukommenden gefaßt und dingfest gemacht. Beyenburg b. Schwelm, 11. Juli. Um 10 Pfennige hat sich ein hiesiger Fabrikarbeiter drei Monate Gefängnis auf den Hals geladen. Derselbe hatte auf einer Fahrt vierter Klasse eine alte ungültige Fahrkarte benutzt, deren Tages= bezw. Ausgabe=Stempel durch Zertreten unleserlich gemacht war. Wegen Fälschung einer öffentlichen Urkunde und Betrugs wurde der Angeklagte vom Schwurgericht zu genannter Strafe verurteilt. Bielefel d, 8. Juli. Ertrunken ist gestern abend während des Badens in der Büscher'schen Badeanstalt ein an Epilepsie leidender Bäcker der Anstalt Bethel. Der Verunglückte hatte gegen das Verbot der An stalt gehandelt, welche das Baden ohne Aufsicht an fremden Orten streng verbietet. Münster 8. Juli. Das Veloziped als militärisches Beförderungsmiktel hat auch in unserer Garnison Eingang gefunden. Man kann seit einigen Tagen Unteroffiziere und Mannschaften vom 13. Infanterieregiment auf dem Stahlroß Uebungen machen sehen. Münster 8. Juli. Hier hat sich ein Komitee gebildet, welches mit Rücksicht auf die periodisch wiederkehrenden Klagen über die Zahlungsverhältnisse die Gewerbetreibenden veranlassen will, von jetzt ab regelmäßig ihre Rechnungen vierteljährlich auszuschreiben. Aus Westfalen, 9. Juli. Der Wassermangel nimmt gerade beängstigende Dimnensionen an. In vielen Städten und ländlichen Gemeinden werden die öffentlichen Brunnen nur für einige Stunden offen gehalten, während andere, namentlich hoch gelegene Orte ihr Wasser aus dem Thale mühsam heranschaffen müssen. Die Flüsse machen einen geradezu komischen Eindruck; wenn sich in dem Flußbett überhaupt Wasser vorfindet, so besteht dasselbe nur aus einem engen Rinnsal, das jedes Kind überschreiten kann. Aus Westfalen, 7. Juli. Die Lenne und ihre Nebenflüsse Rahmede, Else, Verse, Nette haben fast kein Wasser mehr, wodurch die sehr industriereichen Thäler schwer leiden müssen. Auf den mit Wasserkraft arbeitenden Werken können die Arbeiter nur einige Stunden des Tages beschäftigt werden. Gelsenkirchen, 11. Juli. Unter choleraverdächtigen Erscheinungen starb gestern früh im hiesigen katholischen Krankenhause der Eisenbahnarbeiter Franz Beckmann nach ganz kurzer Krankheit. Um die Art der Erkrankung festzustellen, wurden Absonderungsstoffe des Verstorbenen an das bakteriologische Institut in Bonn gesandt, von welchem laut der„Gelsk. Ztg.“ Montagnachmittag telegraphisch mitgeteilt wurde, daß asiatische Cholera nicht vorliege. Wattenscheid, 8. Juli. Ein Postbote kaufte sich eine Zigarre. Als er dieselbe anzündete, explodierte sie mit einer solchen Macht, daß der arme Mann vollständig das Augenlicht verlor und noch schwere Brandwunden im Gesichte erhielt. Die Untersuchung ist sofort eingeleitet. Siegen, 10. Juli. Zahlreiche Fälle von Brechruhr treten hier auf, die von einigen fälschlich auf schlechtes Trinkwasser zuruckgeführt werden; namentlich Kinder haben unter der Krankheit schwer zu leiden, ein kleines Mädchen ist bereits gestorben. Weiden au b. Siegen, 12. Juli. Unter den bei dem Eisenbahnunglück hierselbst(s. v. Nr.) zu Schaden gekommenen Personen befanden sich u. a. eine Lehrerfamilie aus Herdecke, die Lehrerin Fr. Schmidt von dort, sowie zwei junge Lehrer(Müller und Utermann) aus Wetter a. d. Ruhr. An dem bezeichneten Bahnübergange wurde der Wagen von dem eben in die Station einlaufenden Zuge erfaßt und sämtliche Insassen aus dem Wagen geschleudert. Die Lehrerin wurde vom Zuge noch 30 Meter weit mitgeschleift, bis es dem Lokomotivführer gelang, den Zug zum Stehen zu bringen. Außer dieser Lehrerin ist der Lehrer Patt aus Herdecke sowie dessen Frau erheblich verletzt worden; die beiden Lehrer aus Wetter konnten am Samstag wieder abreisen. Aerztliche Hülfe wurde allen schleunigst zu teil. Von seiten des Kreuzthaler Amtes ist auf die Gefährlichkeit des Ueberganges bereits bei der landespolizeilichen Prüfung der Bahnstrecke Kreuzthal=Hilchenbach, auch später wiederholt und noch im jüngsten Jahre zuständigen Ortes hingewiesen worden, stets ohne Erfolg. Lübbecke, 8. Juli. Im Stemmer=Moor wütet bereits seit 14 Tagen ein heftiger Moorbrand. Die getroffenen Maßregeln haben sich bis jetzt erfolglos gezeigt, so daß die Anwohner des Moores auf telegraphischem Wege von Minden Militär requiriert haben. Mehrere Quadrat=Kilometer Moorfläche sind dem verheerenden Elemente bereits zum Opfer gefallen. Herreshagen, 11. Juli. Herr Lehrer Schulte hierselbst feierte am 1. Juli sein 50jähriges Dienstjubiläum und gleichzeitig auch die goldene Hochzeit. Das seltene Doppelfest gab zu vielseitigen freudigen Kundgebungen Anlaß. Barmen, 8. Juli. Die ersten Wagen für die elektrische Zahnradbahn nach dem Toelleturm werden in den nächsten Tagen hier eintreffen. Die Inbetriebnahme der Bahn wird noch im Laufe d. Mts. stattfinden können. Elberfeld, 11. Juli. Eine sozialdemo kratische Frauenversammlung hierselbst, in welcher die„Genossin“ Frau Anna Schneider aus Köln über die industrielle Thätigkeit der Frau und ihre Rechtlosigkeit sprach, bedurfte wegen aufreizender Ausführung der polizeilichen Auflösung. Remscheid, 12. Juli. Die elektrische Bahn hierselbst ist amtlich abgenommen und eröffnet worden. Die Bahn ist von der Union, Elektrizitätsgesellschaft in Berlin nach dem System Thomson=Honston(oberirdische Leitung) erbaut worden und ist besonders dadurch bemerkenswert, daß sie Steigungen von über zehn Prozent überwindet. Die Bahn gehört einer Aktiengesellschaft, bei der die Stadt Remscheid zur Hälfte beteiligt ist. Solingen, 12. Juli. Ein schändlicher Streich ist einem hiesigen Ackerer gespielt worden. Kaum waren des Morgens dessen Hühner 10 Min. aus dem Stall, als 13 derselben plötzlich zur Erde fielen und krepierten. Die Untersuchung des Futters, das die Hühner gefressen hatten, ergab, daß die vorgefundenen Weizenköruer giftig waren. M.=Gladbach, 9. Juli. Gestern stellte sich hier ein Deserteur freiwillig. Derselbe war im Jahre 1882 desertiert und hatte sich seither in Seraing in Belgien aufgehalten, wo er als Sprachlehrer eine gute Existenz gefunden. Auch hatte er dort einen Hausstand gegründet. Gewissensbisse ließen dem Mann jedoch keine Ruhe und trieben ihn an, sich zur Verbüßung seiner Strafe freiwillig in der Heimat zu melden. Der Deserteur wurde heute uach Neuß abgeführt. Mülheim a. d. R, 9. Juli. Nicht weniger als drei Menschenleben sind hier gestern beim Baden in der Ruhr zu Grunde gegangen, nämlich zwei Knaben im Alter von 12 bis 14 Jahren und ein Kutscher der Firma Ibing aus Broich. Die ersteren, des Schwimmens unkundig, badeten unterhalb des Wellenbades am Kahlenberg, wurden vom Strom fortgerissen und fanden ihren Tod in den Fluten, der letztere geriet auf der Broicher Seite an eine tiefe Stelle, wurde von einem Krampfe befallen und vermochte es nicht, das rettende Ufer zu erreichen. Königswinter, 12. Juli. Reife Trauben finden sich bereits in den hiesigen Weinbergen, sowie auch in Reil und Zeltingen a. d. Mosel vor Kreuznach, 4. Juli. Im hiesigen Kurpark ist dicht an der Nahe auf 200 Meter Tiefe durch Bohrungen eine neue Solquelle von überraschendem Gehalt entdeckt worden. Es ist dies für Bad Kreuznach ein bedeutungsvolles Ereiguis. Das Kurhaus und alle Badehotels werden mit dieser Quelle sofort in Verbindung gesetzt werden. Kreuznach, 10. Juli. Ein vor einigen Tagen nach Ungarn entsandtes Mitglied des Kreisausschusses ist, nachdem es dort 30 000 Zentner gutes Heu angekauft hat, wovon sich der Zentner auf 5 Mark stellt, wieder hier eingetroffen. Ueber die zweckmäßige Verteilung dieses großen Futtervorrates wird der Kreisausschuß nunmehr in Beratung treten. Es ist das ein praktischer Vorgang, welcher Nachahmung verdient. Niederspay, 8. Juli. Vorgestern morgen arbeitete ein junger Pumpenmacher aus Coblenz in einem etwa 8 Meter tiefen Schacht, um einen artesischen Brunnen einznrammen. Bei dieser Arbeit stürzte ein Teil des Schachtes ein und begrub den jungen Mann. Ein Lehrling hatte so viel Geistesgegenwart, dem Verschütteten den Kopf frei zu machen, sodaß der Lebendigbegrabene nicht erstickte. Das Rettungswerk war sehr schwierig. Vierunzwanzig Stunden waren schon dahingegangen, ohne daß die zur Rettung erschienenen Coblenzer Feuerwehrlente sowie Bergleute von Braubach etwas erzielt hätten. Der Berunglückte wurde durch Zuführung von Nahrung bei Hoffnung und gutem Mut erhalten. Gestern Nachmittag begann man unter den allerschwierigsten Umständen den Brunnenschacht von oben nach unten abzutragen. Auf diese Weise gelang es heute morgen 8 Uhr, den jungen Mann aus seiner schrecklichen Lage, in welcher er 48 Stunden verharren mußte, zu befreien. Anscheinend hat er keine Verletzungen davongetragen. Emsdetten, 9. Juli. Ju der vergangenen Nacht wurde ein hiesiger Kaufmann von einem ihm unbekannten Mann geweckt, da das Nachbarhaus in Flammen stehe. Während der Kaufmann sich an den Rettungsarbeiten beteiligte, stieg der Strolch in dag Schlafzimmer desselben und stahl für 700 Mark Wertgegenstände. Wahrscheinlich ha der Mensch das Haus angesteckt, um den Diebstahl ausführen zu können. Der Fremdenverkehr am Rhein will noch immer nicht auf die gewöhnlich um übliche Höhe steigen. Die meisten Gasthöfe haben ihre Zimmer zum größten Teil leer stehen. Franzosen, Italiener und Amerikaner bleiben fast ganz aus, und Holländer sowie Engländer erscheinen auch bei weitem nicht in der Zahl der früheren Jahre. Es ist, als wenn der Fremdenstrom eine andere Richtung genommen hätte. Auch die Sommerfrischen klagen fast alle über schwachen Besuch. Gießen, 11. Juli. Eine eigenartige Ueberraschung wurde vor einigen Tagen einem begüterten Landwirt in Fritzlar zu teil. er seine Stallungen betrat, fand er den Viehbestand um zwei Kühe vermehrt. An dem Horn eines der fremden Gäste flatterte ein Zettel mit folgenden Worten:„Ich kann die Kühe nicht mehr füttern, erbarme Dich ihrer und mache damit was Du willst.“ Unterschrift fehlte. Soziale Bewegung. Cambrai, 11. Juli. Dreihundert ausständige Glasarbeiter aus der Umgegend erschienen vor dem Rate der Sachverständigen und erklärten, nicht weiter arbeiten zu wollen, wenn deutsche Glasarbeiter in den Werkstätten zugelassen würden. Cholera=Nachrichten. Die Gesundheitsnachrichten aus Mittel= und Süde frankreich lauten wenig günstig. Die Cholera gewinnt doch recht erheblich an Ausdehnung. In Toulon kamen am 10. d. Mts. 15 Erkrankungen, darunter 7 mit lötlichem Ausgang vor. Auch in Moskau wird der Ausbruch der Cholera befürchtet. In den letzten Tagen kamen daselbst 8 verdächtige Erkrankungen vor. Auch in Petersburg sind solche Fälle vorgekommen; da aber bis heute keiner tötlich endete, haden die Aerzte noch nicht alle Gewißheit über den Charakter der Erkrankungen. Aus Mekka kommen grausige Berichte über die dortigen Verhältnisse. Die Todesfälle an Cholera waren zweimal so hoch, wie offiziell angegeben war. Im Mana=Thal wurde es unmöglich, alle Toten zu begraben, der Weg von Mana nach Mekka war ganz mit Leichen besät. In Mekka blieben die Opfer der Epidemie da liegen, wo sie starben, und erst in den allerletzten Tagen ist mit der Leichenbestattung begonnen worden. In Bassorah und Mohamarak am Golf von Persien kommen täglich Hunderte von Choleraerkrunkungen vor. In Mekka starben am 5. Juli 400 und am 6. Juli 1000 Personen an der Cholera Haus= und Landwirtschaftliches. Von der unteren Lenne, 9. Juli. Die Roggenernte hat bereits begonnen. Auf tiefgründigem Boden ist der Ertrag ein recht befriedigender, sowohl an Stroh wie an Körnern. Die Qualität der letzteren läßt ebenfalls nichts zu wünschen übrig. Behandlung des Kopfschmerzes. Vor längerer Zeit machte ein Arzt in England die Beobachtung, daß sich sein Kopfschmerz, der wie bei so vielen Menschen, seine Ursache in zu starkem Blutandrange hatte, beim Schlürfen von kaltem Wasser milderte und bisweilen sogar ganz aufhöre. Non hot Dr. Kronecker schon früher die Erfahrung gemacht, daß das Schlürfen von kaltem Wasser den Puls beschleunige. Diese beiden Thatsachen veranlaßten weitere Untersuchungen und Beobachtungen in Bezug auf den Zusammenhang zwischen Blutdruck und Kopfschmerzen, wobei sich ergab, daß sich unter 200 Fällen von Kepfschmerzen ein großer Teil nach Schlürfen von kaltem Wasser besserte. ein anderer kleiner Teil unverändert blieb und der Rest sich sogar verschlimmerte. Begründet sind diese letzteren abweichenden Fälle in einer besonderen, zu dem Blutdruck in Beziehung stehenden Körperverfassung des Kranken. Beobachtet wurden die Wirkungen des kalten Wassers schon beim Nippen desselben, während dessen der Puls sofort stieg, indessen er nach beendetem Schlucken sofort wieder abnahm. Da es keine unschäd ichere Medizin geben dürfte, so kann jeder, der mit dem Uebel behaftet ist, die Wirkung des kalten Wassers an sich selbst probieren. Natüclich muß das Wasser frisch, klar und rein sein. Frühaufstehen wird für gewöhnlich für sehr schwierig und unangenehm erklärt, man findet deshalb so gern am Morgen irgend eine kleine Entschuldigung. Wem fehlt zum Frühaufstehen nicht oft Mut und Entschlossenheit? Und wer empfand nicht großes Vergnügen in der Ueberzeugung, daß es wirklich noch zu früh sei? Im allgemeinen gehört wohl bei Erwachsenen, die den Genuß, welcher im Frühaufstehen liegt, einmal empfunden haben, keine Ueberwindung und Mühe mehr dazu, diese Gewohnheit zu üben. Bei den meisten Menschen aber bleibt es täglich eine Ueberwindung. Es giebt freilich auch Zeiten, wo jeder ohne Ueberwindung früh aufstehen kann, z. B. beim Antritt einer Reise, oder um irgend eine Lieblingsbeschäftigung auszuführen, zu der sonst keine Zeit bleibt.„Wo das Wollen ist, da ist auch das Können, dies ist ein wahres Wort. Aber das Wollen ist eben die Schwierigkeit und selbst wo Gewohnheit erleichtert, macht sie es doch— selten angenehm. Man sollte sich zwingen, das Frühaufstehen als eine einflußreiche Pflicht zu betrachten: als sonst irgend etwas, es ist eine tägliche Gelegenheit zur Selbstverleugnung und es fördert Heiterkeit und gute Laune. Auch gewinnt man durch die ruhige, ungestörte Zeit, welche die frühen Morgenstunden bieten, Muße zur Einkehr in die eigene Seele. Alle häuslichen Arbeiten sollte man so früh wie möglich am Morgen erledigen, denn man gewinnt dadurch manche Stunde des Tages für andere Ver olch in das hl für 700 heinlich hat t, um den m Rhein wöhnlich um Die meisten um größten zliener und , und Holn auch bei heren Jahre. neine andere sie Sommerchen Besuch. eigenartige Lagen einem i teil. Als r den Vieh1. An dem flatterte ein sch kann die ich ihrer und schrifts####. C hundert ausmgegend erverständigen n zu wollen, Werkstätten 1 tel= und Süde jolera gewinnt in Toulon n, darunter 7 h der Cholera daselbst 8 veretersburg ber bis heute noch nicht alle inkungen. sichte über die an Cholera ngegeben war. alle Toten zu ekka war ganz die Opfer der id erst in den attung begonohamarak Hunderte von starben am 5. n der Cholero ftliches. Juli. Die Auf tiefein recht bean Körnern. nfalls nichts erzes. Vor ind die Beobvie bei so vierkem BlutanWasser mile. 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Früh am Morgen ist auch der Geist frisch und jede Arbeit geht leichter von statten. Und wie herrlich ist nicht ein Spaziergang ins Grüne am taufrischen Morgen?— Ja, Morgenstunde hat Gold im Munde! Vermischtes. * Bei einer Feuersbrunst in Kraslau(Rußland) sind 20 Personen ums Leben gekommen, 300 Wohnhäuser sind eingeäschert. Der Schaden beträgt etwa 5 Millionen Rubel. * Kassel, 7. Juli. Aus Jägerkreisen hört man, daß viele tote junge Hasen gefunden werden und besonders auf höher gelegenen Feldern. Die Tiere finden kein saftiges frisches Grün und verenden. * In einem unweit des Ausstellungsgebäudes in Chikogo gelegenen Lagerhause entstand ein größerer Brand. Beim Einsturz des Daches stürzten 20 Feuerwehrleute in die Flammen und kamen ums Leben. 5 andere Feuerwehrleute wurden durch den Einsturz eines Turmes zerschmettert und etwa 50 Personen verwundet. Die Ausstellungs Gebäude haben keinen Schaden erlitten. Der Verlust wird auf eine halbe Million Dollars geschätzt. * Während eines furchtbaren Gewitters am Samstag, das auch in und um London große Verheerungen anrichtete, kenterte bei Skegnes am Wasch ein Boot. Fast 30 Menschen ertranken. * Eine Tochter Friedrich Harkorts, die mit einem jetzt im Ruhestande lebenden pommerschen Pastor v. Scheven vermählt, ist, hat am 1. Juli in ihrem jetzigen Wohnort Potbus auf der Insel Rügen das Fest der goldenen Hochzeit begangen. * Aus Kopenhagen wird geschrieben: In den hiesigen Bahnhöfen und Theatern waren in letzter Zeit sehr viele Taschendiebstähle vorgekommen, ohne daß es der Polizei gelang, die Schuldigen zu entdecken. Vor einigen Tagen bemerkte eine junge Dame, die sich im Gedränge vor dem Billetschalter eines hiesigen Bahnhofs befand, daß ein neben ihr stehender Mann seine Hand in die Tasche eines Nachbars steckte und eine Brieftasche herausziehen wollte. Ohne zu zögern, ergriff die Dame den Herrn beim Arm und überlieferte ihn trotz seines Widerstandes der Polizei. Es stellte sich heraus, daß er der Urheber der letzten Diebstähle war. Der Polizeidirektor hat der jungen Dame für den Dienst, den sie der Justiz erwiesen, eine sehr wertvolle Diamantbrosche geschickt. Außerdem hat der Vorfall der energischen Frau einen Mann verschafft Ein Journalist hat sich mt ihr verlobt. * In einer der vergangenen Nächte, so berichtet der Mannheimer Gen.=Anz, waren zwei Herren im Begriff, sich von ihrer Kneipe nach Hause zu begeben; als sie an das Quadrat Fl. 3 kamen, stürzte plötzlich vom Dache eines Hauses eine riesige Ratte herab auf den Arm eines der Herren, der, von nicht geringem Schreck erfaßt, dieselbe, soweit es ging, mit seinem Stock eifrig bearbeitete. Die Ratte flüchtete, als sie getroffen wurde, über die Achsel des Angegriffenen, flog mit einem kühnen Satz dem anderen Herren, der den Vorgang aus unmittelbarer Nähe mit ausah, an den Hals und biß sich am Hemdkragen desselben derart fest, daß der Herr nur mit aller Mühe das wütende Tier von seinem Körper herunterreißen konnte. Die Ratte wagte noch einen zweiten Angriff, wurde aber mit dem Stocke ferngehalten und verschwand schließlich in einer Kelleröffnung. Glücklicherweise kamen die beiden Herren mit dem bloßen Schrecken davon. Ein solcher nächtlicher Ueberfall, der durch einen Biß ins Gesicht hätte verhängnisvoll werden können, dürfte zu den Seltenheiten gehören. * Ueber unsere Kaiserin druckt der Pariser Figaro“ aus dem„Pall=Mall=Budget“ einen längeren Artikel nach, der, was die Person der hohen Frau betrifft, durchweg sympathisch gehalten ist und manches glaubwürdige Detail zu enthalten scheint. Der Verfasser schildert die Kaiserin von athletischer Statur und kraftvollem Naturell, als eine deutsche Frau,„deutsch an Leib und Seele, deutsch vom Fuße bis zum Kopf, deutsch bis ins Mark der Knochen". Dabei sei sie eine Hausfrau durch und durch. Die Berliner hätten einst über ihre Vollkommenheit in der Kochkunst gespöttelt, da habe der Kaiser das charakteristische Wort gesprochen: „Es ist besser, eine Frau kann Pfannkuchen backen, als sie ist im stande, über eine Verfassungsfrage mitzureden.“ Die Bestellung der Kaiserlichen Tafel sei denn auch eine ihrer wichtigsten Sorgen und der Küchenchef täglich der erste, mit dem sie konferiert. Nie fehlen beim Frühstück oder beim Diner etliche Lieblingsgerichte des Kaisers. Speisen mit französischem Namen sind verpönt. Die offiziellen Diners dauern je eine Stunde, keine Minute mehr oder weniger. Dabei bedient je ein Lakai für zwei Tischgäste. Strengste Aufmerksamkeit ist diesen natürlich geboten, und wer sich etwas zu Schulden kommen ließe, wäre am anderen Tage eines Verweises seitens der hohen Frau gewiß. Für sich giebt die deutsche Kaiserin keinen Pfennig mehr aus, als vordem die Kronprinzessin Wilhelm ausgegeben hat. „Ihr einziger Luxus sind ihre Kinder.“ Sie hübsch zu kleiden, sei ihr größtes Vergnügen. Nach Möglichkeit sucht sie die unkleidsamen Soldatenuniformen bei ihnen zu vermeiden. Auf ihre eigene Toilette verwende die Kaiserin nur bescheidene Sorgfalt; sie habe eine gewisse Vorliebe für sehr lebhafte Farben und glänzende Stoffe. Einmal, als der Kaiser in Wien gewesen, habe er seiner Gemahlin eine Robe mitbringen wollen und dabei den Rat der Kronprinzessin Stefanie eingeholt. Als die Wahl getroffen war, sah der Monarch, daß eine zwei Meter lange Schleppe am Kleide war und sagte:„Dies Kleid wird die Kaiserin nie tragen können, oder es ist sofort in Stücke gerissen; es hängen ja immer vier oder fünf Jungen an ihren Röcken!" Den trauernden Eltern. O dos ist hart, o das ist hart, Wenn dir ein Kind genommen ward, Wohl kommt ein lichter Argenblick, Dann ist's, als wär es nicht geschehn: Du wähnst, es müsse wieder bald Dir treu und lieb ins Antlitz sehn.— Doch gleich durchschauert es dich kalt. Und wilder kehrt der Schmerz zurück, Daß dir dein Kind genommen ward. O das ist hart! O Elternherz, o Elternher;, Nicht leicht vergißt sich solch ein Schmerz Dort liegt sein Stück vergilbt Papier, Du liest den teuern Namen drauf; Du siehst sein Bildnis an der Wand— Und wieder reißt die Wunde auf. Dort liegt ein Büchlein wohlbekannt, Draus las es vor Geschichten dir; Und wieder brennt der alte Schmerz. O Elternherz! Blick' himmelan, blick' himmelan, Zu ihm hinauf, der helfen kann. Ein Englein kam im linden Wehn Und nahm's aus diesem Jammerthal. Jetzt weilt es dort im Himmelsglanz, Erlöst von aller Pein und Qual, Von Seligkeit umgeben ganz. Bald wirst du's droben wiedersehn: Bald bricht der große Morgen an. Blick' himmelan! Neueste Nachrichten. Altona, 12. Juli. Ein großer Waldund Moorbrand ist bei dem benachbarten Dorfe Barmstedt ausgebrochen. Das 31. Infanterieregiment ist zur Hülfeleistung per Schnellzug dorthin abgegangen. Man fürchtet für die Nachbardörfer. Wegen des beim Schützenfeste am 15. Juli er. im hiesigen Kämmereiwalde stattfin#enden Vogelschießens wird das Foeireren des Waldes an dem genannten Tage hiermit jedem streng untersagt. Schwerte, 11. Juli 1893. Die Polizei-Verwaltung. Lourue Pecke segunden. 1 Von wem, sagt die Exped. Btg. Brillen u. Pincenez für jede Nasenform. Spezialität: Anfertigung nach ärmicher Vorschrift, Wi.— ertüich mr beschen Haess, Optiker, nund, Westenhellweg 50. 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Für die nach der Zheinprovinz und der Provinz Hessen-Nassau, sowie bezüglich der Provinz Westfalen nach sämtlichen Kreisen der Regierungsbezirke Arnsberg und Münster und nach den Kreisen Büren, Herford, Hörter, Lübbecke, Minden, P#aderborn und burg des Regierungsbezirks Minden bestimmten Sendungen von Stren- und Juttermitteln wird auf den preußischen Staatsbahnen eine weitere Frachtermäßigung dahin gewährt, daß 25 Prz. der eingeführten Ausnahmefrachtsätze bezw. 25 Prz. der auf die preußischen Staatsbahnen entfallenden Frachtanteile den Empfängern im Reklamationswege zurückerstattet werden, wenn durch eine Bescheinigung des Vorstandes des landwirtschaftlichen Vereins oder des Landrats des Kreises nachgewiesen wird, daß das bezogene Streu= oder Futtermittel in dem landwirtschaftlichen Betriebe des Empfängers Verwendung findet, oder von einem landwirtschaftlichen Vereine oder einem Gemeindeverbande bezogen und unter seine Mitglieder behufs Verwendung in deren Wirtschaft zur Verteilung gelangt. Köln, den 8. Juli 1893. Königliche Eisenbahn-Direktion(rechtsrheinische). Den geehrten Schützen zur gefl. Kenntnis, daß ich für die Dauer des Festes auf dem Schützeuplatz ein Lager in aIg AreR nur bester Qualität unterhalte. Schwerte. Gustav Kleingarn, Zigarren= und Lotteriegeschäft. Hoflieferant Sr. Maj. d. Königs Ernst I. Die Analyse des vereideten Chemikers iantet: Der Cognac ist ähnlich zusammengesetzt wie die meisten französischen Tognaes und ist derselbe vom chemischen Standrnnkte aus als rein zu betrachten, In Schwerte allein kauflich bei Herrn hermann Irle. In Aplerbeck zu Originalpreisen käuflich bei Herren: heinr. Köppern. Aug. Kasse. Theerschwefel-Seife von der Parfümerie-Union Berlin übertrifft in ihrer bekannten Wirkung alles bisher Dagewesene. à Stück Mk. 50 zu haben bei August Hartmann, Hüsing- und Ostenstrasse. Für die Einmachezeit. Henriette Davidis' Prürrischer Aochruch für die gewöhnliche und feinere Küche. Henrictte Davidis' Kochbuch, das schon zum 29. 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Die neuen Preußischen Steuergesetze von 1893, ergänzt und erläutert durch die amtlichen Materialen der Gesetzgebung von R. Höinghaus: Ergänzungssteuer=Gesetz (Vermögenssteuer=Gesetz) nebst Wahlgesetz. 94 Seiten. Preis 60 Pfg. Kommunalabgaben=Gesetz nebst dem Gesetz wegen Aufhebung direkter Staatssteuern und dem Gesetz betr. Beihülfe zu Volksschulbauten. 167 Seiten. Preis 1 Mark. Soeben erschienen und durch jede Buchhandlung zu beziehen. Ferd. Dümmlers verlagsbuchhandlung in Berlin SW. 12. Zur Helle, Schwerte,) Selg. Schellfisch, Heute und morgen: grhast. Po 15 Kalbsbraten, Schweinebraten,# huie Donnerstag früh, Lel, Marzkäse.l frische Kartoffeln, Warmes Frühstück 40 Ptg.. 10 Pfd. 45 Pfg. Abendplatte 40 Pfg.vi:- F9“ Carl Rafün, empfiehlt F. A. Haape. Die weltberühmte Tannin-Balsam-Seife von Frau Caroline Hülsberg in Berlin, Ritterstraße 100, ist bekannt als vorzügliches Gesundheitsmittel. 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Sept.=Okt. 148.25 4 Hafer Juli 180,00 M, Sept.=Okt. 156.50 J. Rüböl vorr. mit Faß 48,25 M, ohne Faß 47,40 M. Juli 48.00 M, Sept.=Okt. 48,25 J, Spiritus 70er vorrätig 36.60 J. Juli 35 10 M, Aug.=Sept. 35.25 JK, 50er vorrätig 00.00. Viehmärkte. Dortmund, 11. Juli. Städt. Viehhof. Zum heutigen Schlachtviehmarkt waren aufgetrieben: 988 Stück Großvieh, 509 Schweine, 245 Kälber, 56 Schafe. Per 100 Pfd. Schlachtgewicht wurde gezahlt: für Ochsen 00—00 M, für Stiere 30—42 M, Kühe 1. Qual. 57—60 K, 2. Qual. 51—56 M. Schweine 1. Qual. 50—53 M, 2. Qual. 46—49 M Kälber per Pfd. Schlachtgewicht 1. Qualität 53—57 4, 2. Qualität 45—52 4, Schafe desgl. 47—55 4. Unverkauft blieben 116 Stück Großvieh, 136 Schweine, 12 Kälber. Beilage zu Nr. 81 der„Schwerter Zeitung“. Oeus und Verlag von Cerl Braus in Schwerte. Redaktion, Druck und Verlag von Carl Braus in Schwerte. Bankerott. Von Marie Nathusius. fielen, wurden die Eltern und die Tante triumphierend hineingeführt. Der erste Anblick machte staunen. Allerliebst! wunderschön! klang es sie (Fortsetzung.) Am Montag morgen stand ich höchst gedankenvoll in meiner Bodenkammer, Kleister und Farbenreste und ein mächtiger Haufe Papierstreifen lagen neben mir. Die eigentlichen Tapetenreste hatte leider Tante Dorette fortgelegt, dies waren nur die schmalen, grauen Streifen von den ganzen Stücken, doch war das blaue Muster hin und wieder hineingefahren, aus der Ferne betrachtet gab es eine leidliche Kante ab. Die Verschönerung der Kammer war nicht leicht, die eine Seite war weiß getüncht, die andere schräge Dachwand mit Holz verschlagen. Das Holz hatte so etwas Kahles Nüchternes, das mußte erst dekoriert werden. Die Streifen aber aneinander zu kleben, war ein Ding der Unmöglichkeit, ich mußte noch etwas anderes auftreiben. Ich entschloß mich zu einer Entdeckungsreise in die Rumpelkammer am Schornstein, es standen da alte Kisten, deren Inhalt mir gänzlich unbekannt war. Welch Entzücken Gleich die erste Kiste fand ich vollgepackt mit alten Noten, alte Makulatur natürlich,— das gab einen schönen, warmen Untergrund, darauf die Kanten kariert geklebt, das mußte reizend werden. Damit die Sache schneller ging, holte ich mir Theresen zur Hülfe, die war entzückt über meine Pläne, und die Arbeit flog von den Händen. Sie strich die Bogen, ich legte sie an, waren drei Viertel der Wand fertig, und es wäre noch schneller gegangen, wenn nicht bei den Noten auch Gesangstücke gewesen; Therese, die eine geschickte Sängerin war, mußte hin und wieder eines absingen. Besonders ein Stück, das seinen Platz nahe am Fenster hatte, studierte sie so lange, bis sie es auswendig konnte: Fort, daß die Leier klinge, Dann wird das Herz mir still, Geh, Fanchon, geb und singe Dir ein fröhlich Vaudville. Mittag thaten wir sehr geheimnisvoll: die Eltern forschten, was wir vor hätten, aber nichts wurde gesagt. Ihr werdet schon sehen, war die kurze Antwort. Nur Therese konnte sich einmal nicht halten und stimmte an: Fort, daß die Leier klinge, Dann wird das Herz mir still— Das Lied aus Fanchon, lachte die Tante, wo hast Du denn das her? Wie oft habe ich das gesungen!— Und sie erinnerte nun den Vater an des seligen Großvaters Musikliebe und erwähnte dabei, daß eine Kiste alter Noten, darunter manche wertvolle, unbenutzt auf dem Boden wäre. Therese sah mich bedenklich an,— unbenutzt sind sie wenigstens nicht mehr, dachte ich, und die wertvollen sind sicherlich noch in der Kiste. Aber oben in der Kammer schlug ich vor, das leere Wandstückchen für jetzt unvollendet zu lassen und mit meinen Kleidern zu behängen; wir wollten die fertige Wand erst mit dem bunten Papier fächern und dann die Tante um Erlaubnis wegen der Noten fragen. Wir fächerten aber auch die getünchte Wand, das gab dem ganzen Raume eine gewisse Harmonie und sah so wohnlich aus. Als die letzten Sonnenstrahlen in meine Zelle aus aller Munde. Die Tante war dem Fenster näher getreten, ihre Augen fielen prüfend auf die sonderbare Tapete: Fort, daß die Leier klinge, Dann wird das Herz mir still, Geh, Fanchon, geh und singe Dir ein fröhlich Vaudeville. Kinder, Ihr habt doch nicht die Noten—? rief sie entsetzt. Wir fielen etwas aus unserem Himmel und standen wie die armen Sünder da. Die wertlosen— begann ich zu stottern. Die wertlosen? sagte sie in größter Aufregung. Die schönsten! Alles meine Lieblingssachen, z. B: Mich fliehen alle Freuden, Ich sterb vor Ungeduld! Sie sagte das mit so tiefem Schmerze, daß der Vater ein Lächeln nicht unterdrücken konnte, das gab mir wieder Mut. Ach hier, Ritter Karl von Eichenhorst und Fräulein Gertrude von Hochberg. Liebe Tante,“ sagte Therese plötzlich, wie von einem Lichtstrahl erleuchtet: Du könntest ja immer hier singen. Das war dem Vater doch zu viel, er konnte ein lautes Lachen nicht zurückhalten, und das war ansteckend, auch die Tante stimmte wider Willen ein. Wir wurden aber auch tüchtig ausgescholten; doch ließ sich die Sache nicht ändern, und die gefächerte Bodenkammer entzückt die jetzige Jugend des Hauses ebenso sehr, als sie damals uns entzückte. Das Osterfest fand uns in den neuen Stuben. Im Wohnzimmer waren die roten Zitzmöbel, die früher in unserer Kinderstube standen, im guten Zimmer Tante Dorettens grüne Damastmöbel. Es sah alles sehr proper und schön aus, einen Vergleich mit früher durfte ich freilich nicht machen, wenigstens nicht laut werden lassen; denn als Christian zum erstenmal durch die Räume geführt wurde, mischten sich zwischen seine Bewunderung auch Aeußerungen ein, wie: Nur nicht zu großen Staat machen, nur nicht zu hoch hinaus wollen! Ich hätte ihm gern unsere städtische Einrichtung geschildert, aber seine ehrliche Antwort hätte ich mir denken können: Da haben wir's! das kommt davon Ostern fand uns aber nicht allein in den neuen Stuben, auch bei Kuchen, Braten und bunten Eiern. Die Tante ging immer noch von der Idee aus, uns mit ihrem lieben Dorndorf auszusöhnen und den Aufenthalt so angenehm als möglich zu machen. Am zweiten Festtag waren Pastors eingeladen, uns Kindern wurden die Eier im Garten versteckt, wir waren alle im schönsten Vergnügen. Nach den sonnigen Frühlingstagen trat eine Regenzeit ein, zugleich aber wurde auch unser Leben, unsere Aussichten trüber und trüber. Die Mutter wurde krank, der Arzt nannte es ein leichtes Nervenfieber, wahrscheinlich die Folge so vieler Aufregungen; denn jeden neu entdeckten Mangel oder Schaden in der Wirtschaft hatte sie mit Schrecken vernommen. Daß der Vater und die Tante bald angefangen, ihr solche Sachen zu verheimlichen, half nichts; die Sorgen waren nuf zu sehr in des Vaters Zügen zu lesen, dazu fühlte er sich selbst von der vielen ungewohnten Arbeit angegriffen und gedrückt. Eines Tages war der Vater mit der Tante und mit Christian nach der nächsten Stadt gefahren, um Korn= und Kartoffel=Einkäufe zu machen, die beiden ersten hundert Thaler waren nun ausgegeben, mit Zittern und Zagen war das dritte Hundert angegriffen, um Arznei und nötige Erquickungen für die Mutter zu kaufen. An demselben Abend saß ich unbemerkt im dämmerigen Fenster, da trat der Vater aus der Mutter Schlafstube und setzte sich seufzend auf das Sofa. Höre mal Dorette, sagte er zur Tante, ich habe mir die Sache überlegt, es ist gewiß besser, ich suche mir in der Stadt eine Schreiberstelle, und ein kleiner, gewisser Gehalt ist besser, als diese qualvolle Unsicherheit, oder vielmehr die bestimmte Aussicht, wenn wir unser weniges Eigentum zugesetzt haben, doch fort zu müssen. Die Tante schwieg einen Augenblick, und mir stockte fast der Atem in dieser Pause. Der Vater Schreiber in der Stadt! Eine Ernte warten wir wohl erst ab, lieber Friedrich, sagte die Tante sanft, und sehen dann, was Gottes Wille ist. Gottes Wille ist unsere Demütigung, entgegnete der Vater ernst: ja, ich habe mein Leben recht wie ein Thor hingebracht; wenn ich nur die letzten fünfzehn Jahre zurückrufen könnte! Noch ist die Hauptsache nicht verloren, entgegnete die Tante, wir werden noch einsehen, daß der Herr nicht Gedanken des Leides, sondern des Friedens mit uns hat, laß uns nur geduldig ausharren. Aber laß uns nicht widerstreben, wenn wir Seinen Willen sehen, daß wir von hier fort sollen, war des Vaters Antwort. Nur die eine Ernte, sagte die Tante noch einmal. Von dieser Ernte, fuhr der Vater ruhig fort, haben wir nach der Aussage aller Sachverständigen wenig zu erwarten. Der Boden ist ausgehungert, die Saat schlecht gewesen, von der Herbstbestellung sind ganze Stellen ausgewintert, und zum Verkauf werden wir Winterkorn wenig übrig haben. Das Sommerkorn ist nur zum Bedarf der Wirtschaft bestellt, danach würden wir höchstens im Herbst etwas Pacht bezahlen können, und im Frühjahr kaum zu unseren eigenen Ausgaben Geld genug haben. Die Tante versuchte nun, den Vater zu überzeugen, daß er sich irren könne. Das dritte Hundert von ihrem Vermögen sollte schon zur Michaelispacht mitgenommen werden. Sie rechnete so: die große braune Kuh wird in diesen Tagen ein Kalb haben, dann gewinnen wir täglich sechszehn Maß Milch mehr, der Ertrag davon ist hinreichend zu allen Ausgaben, die jetzt vorkommen. Schlägt dann im Sommer die Heuernte ein, so kann für hundert Thaler Heu verkauft werden, weil die Wiesen ganz vortrefflich sind und gewöhnlich mehr liefern als den Bedarf. Die Tante fuhr noch fort nach Art des Milchmädchens ihre Hoffnungen immer rosiger auszumalen, als Christian eintrat. Ich weiß und veraufnicht, Mamsellchen, was mit der großen braunen Kuh ist, sagte er bedenklich. Wir sprangen alle drei auf. Was ist damit? sagte der Vater hastig. Sie frißt nicht, sie steht nicht auf, sagte Christian. Die Tante war aber schon an ihm vorübergeeilt in den Stall, und ich hinter ihr her. Nun entstand eine allgemeine Bewegung in Haus und Hof: Die große braune Kuh ist krank, flüsterte einer dem andern mit Herzklopfen zu; die Mutter durfte es nicht hören. Die Bewegung dauerte die ganze Nacht, wir Kinder mußten uns zwar zu Bett legen, aber ich konnte erst gar nicht einschlafen, ich schrak oft angstvoll auf: wenn die große braune Kuh stirbt, sind wir verloren, dann muß der Vater als Schreiber in die Stadt,— ein entsetzlicher Gedanke! Als ich aufwachte, war es schon ganz hell und noch unheimlich still im Hause. Ich fuhr unter Zittern und Zagen in meine Kleider schlich in die Küche. Christine stand ganz schlafen am Feuerherd. Die Kuh ist tot? Ja, sagte sie, wir sind bis um drei Uhr gewesen. Ich schlich zum Hause hinaus in den Garten, ich setzte mich auf eine Bank, wo man über die Mauer nach Feld und Bergen sehen konnte. Die Bäume blühten, die Vögel sangen, es war ein wunderschöner Morgen. Ich faltete meine Hände, ich war, seitdem wir hier waren, schon in ein näheres Verhältnis mit meinem lieben Gott getreten, der Glaube und das Vertrauen, daß alles aus seiner Hand komme, und er allein uns helfen könne aus aller Not, hatte Wurzel in meinem Herzen geschlagen. Ach, wie schön, wie schön ist es hier, dachte ich, o lieber Gott, wenn wir hier bleiben könnten, wir wollten so fleißig sein,— ach, ich wollte nie wieder ein so albener Thor sein, als ich es in der Stadt gewesen bin, ich will nicht eitel und hochmütig sein, ich will auch gar nicht nach Menschen hin hören, was gehen mich Menschen an, die auch thöricht sind. O, ich habe den Morgen so warme Gelübde vor dem Herrn niedergelegt, und als ich nachher im Hausflur an Theresen vorbeieilte, sagte ich ihr leise und hastig: Bete nur zum lieben Gott, daß wir nicht von hier fort müssen!(Forts. folgt.) lanten dürfte sich daher für die Zukunft sehr empfehlen. Papier aus Schilf. Der Direktor der sakowschen Papierfabrik in Astrachan hat eine wichtige Erfindung gemacht. Er kam vor etwa zwei Monaten auf die Idee, Versuche zur Herstellung einer Papiermasse aus Schilfrohr zu machen. Nach angestrengter Arbeit in seinem bescheidenen Laboratorium stellt er jetzt aus Schilfrohr eine vorzügliche Papiermasse und ein treffliches Papier her. Neuere Erfindungen. Eine neue Erfindung auf dem Gebiete der Diamant=Industrie nimmt, so wird der„Frankf. Ztg. aus Antwerpen geschrieben, augenblicklich in hohem Grade das Interesse aller derjenigen in Anspruch, welche sich mit dem Verkauf von Diamanten beschäftigen. Jene Erfindung besteht näm lich darin, daß man einen echten Brillanten mit einem unsichtbaren Klebstoff auf einen weißen Saphir befestigt und diesen letzten ebenso schleift, wie den Brillanten. Auf diese Weise entsteht gewissermaßen ein einziger Stein, bei dem selbst Fachmänner die größte Mühe haben, die stattgehabte Manipulation zu entdecken. Ist der Stein aber gefaßt, sodaß der untere unechte Teil von Gold oder Silber umschlossen wird, so ist es für jeden Nichtjuwelier geradezu unmöglich, sich über den eigentlichen Wert des Steines zu vergewissern. Einen besondern Nutzen hat die Erfindung nicht, insofern man denselben nicht etwa in dem Umstande erblicken will, daß der weiße Saphir geeignet ist, einem gelblichen Diamanten einen helleren Glanz zu verleihen und also seinen Wert anscheinend zu erhöhen. Dagegen wird die Erfindung voraussichtlich zu zahlreichen Schwindeleien und Betrügereien ausgenutzt werden, und eine gewisse Vorsicht beim Einkaufe von Diamanten resp. BrilVermischtes. * Chicago, 8. Juli. Auf der Hochbahn station im Weltausstellungsplatz kam es während eines großen Gedränges auf das Gerücht hin, daß die Plattform einzustürzen drohe, zu einer großen Panik, in deren Verlaufe etwa 100 Personen niedergetreten und verwundet wurden. Fünf der Verwundeten sind inzwischen ihren Verletzungen erlegen. * New=York, 8. Juli. Nach den letzten Meldungen über einen Cyklon, welcher in der Stadt Pomeray(Jowa) am Donnerstag gewütet hat, wird der hierdurch verursachte Verlust an Menschen auf 53 geschätzt; außer dem sind 75 Personen lebensgefährlich und 150 schwer verletzt. 250 Häuser sind zerstört. Der Schaden wird auf 200000 Dollars geschätzt. * Ein junges Mädchen, das sich dieser Tage in einem Mantelgeschäft in Berlin um die offene Stelle der„perfekten Buchhalterin“ bewarb, wurde dort für eine Thätigkeit von morgens 8 bis abends 8 Uhr, mit ganz kurzer Mittagspause ein monatliches Gehalt von 25 Mark geboten! Die„Berl. Pr.“ bemerkt dazu: Eine solche Ausbeuterei mensch licher Arbeitskraft geht denn doch über die Hutschnur! * Delitzsch, 5. Juli. Vor einigen Tagen fand Förster Stierba=Grünes Haus bei einer Streife im Walde eine Visitenkarte, die folgenden Namen trug:„Sperling, Sekonde=Lieute nant in der Luftschifferabteilung Berlin"; außerdem folgende Adresse:„An Herrn Inspektor Kober=Sausedlitz mit der Bitte an den Finder diese Karte an die Adresse zu befördern. Die Rückseite zeigt die Worte:„Herzlichen Gruß allerseiss. 4500 Meter Höhe. Paul Sperling Zur Erläuterung diene: Die Karte ist am 8. Juni d. J. aus einem Ballon der Luftschiffer. abteilung herabgeworfen und ungefähr ¾ Stunden von ihrem Bestimmungsorte, Sausedlitz, wo Lieutenant Sperling als Pfarrerssohn lebte, herabgekommen. * Eine„gesunde Gegend“ muß Schöneberg sein; über die dortige Apotheke ist der Konkurs eröffnet worden. * Menschenhandel! Sehr bezeichnend für die Anschauungen unserer„besseren“ Kreise ist folgende Anzeige in der„Kölnischen (Nr. 539 1. Morgen=Ausgabe vom 4. Juli): „Aristokratische Mariage. Suche für einen Freund, Graf, vornehmstes altes Geschlecht, allererste gesellschaftliche Stellung, selbst sehr vermögend, 41 Jahre alt, passende Gemahlin aus guter wenn auch bürgerlicher Religion gleichgültig. Erforderliches Vermögen mindestens 3 mill. Mark, um standesgemäß in Berlin repräsentieren zu können. Kinderlose Witwe bevorzugt. Gefl. Aufträge unter... Kampf auf einer Lokomotive. Bei der Station Grassano in Italien gerieten auf einem in der Fahrt begriffenen Personenzug der Maschinist und der Heizer in einen Streit, der in einen Messerkampf ausartete. Schließlich feuerte sogar der Maschinist mehrere Revolverschüsse auf den Heizer ab. Erst nachdem beide schwer verwundet waren, gelang es dem Kondukteur, den Zug zum Stehen zu bringen. * In Bezug auf das Tabakrauchen haben sich die Damen wohl nirgends so sehr emanzipiert, wie in Rußland. Dort ist das Rauchen in Damenkreisen so allgemein üblich, daß sich der russische Kommunikationsminister veranlaßt gesehen hat, anzuordnen, daß alle Eisenbahnzüge auch„Rauchcoupés für Damen“ führen müssen. * Ein bedenklicher Wassermangel ist in Altona eingetreten, weil das Wasserwerk nicht genügend Wasser liefert. Die Lage ist geradezu kritisch. Das Publikum bestürmt die Stadtverwaltung um Abhülfe. Vom Büchertisch. (Die unter dieser Ueberschrift angezeigten Werke sind in der C. Braus'schen Buchhandlung vorrätig oder durch dieselbe zu beziehen.) Beschaffenheit, Pflege und Behandlung der Zähne von Dr. Arnold Wietfeldt, american dentist. Verlag von Fr. Heyn, Köln. Preis 1 K Kein anderes Land hat auf dem Gebiete der Zahnheilkunde so viele und große Erfolge aufzuweisen als das Land der Yankees. Bei der großen Bedeutung, welche gesunde Zähne für die Gesundheit des ganzen Körpers haben, ist es notwendig, daß auch unser Volk hierüber aufgeklärt wird. Diesem Bedürfnis ist der Verfasser in vorliegendem Büchlein entgegengekommen, das über Beschaffenheit, Pflege und Behandlung der Zähne kurze und gemeinverständliche Belehrung erteilt, und dem wir im allgemeinen Interesse viele L.ser wünschen. Adreßbuch der Städte Hörde und Schwerte, sowie der Aemter Aplerbeck, Barop Kirchhörde und Wellinghofen ist soeben in neuer Bearbeitung im Verlage des Herausgebers: Stadtsekretärs Pellinghoff in Hörde erschienen und gelangt an die Herren Besteller zur Versendung. Dasselbe führt die Veränderungen 2c. bis auf den heutigen Tag auf und wird sich für den Beamten wie auch ganz besonders für den Geschäftsmann als wertvolles Hülfsmittel erweisen. Der Preis für das gut ausgestattete Buch ist 3 Mark, und bittet man Bestellungen an den obengen. Herausgeber gelangen zu lassen. Willst Du den rechten Vorteil zieh'n, Insekten tilgen in der That: So ford're echtes„Zacherlin“ Und kauf' niemals ein Surrogat. Es tötet der Insekten Schar Mit absolmer Sicherheit, Und seine Wirkung, wunderbar, Rühmt man im Lande weit und breit. Was sieghaft sich Erfolg verschafft, Wird stets bedroht von Pfuschern sein; Und da ihm fehlt die inn're Kraft, Täuscht man durch hohlen, äußren Schein. Das Etiket' der Flaschen Form, Wird echtem Fabrikat entlieh'n, Man imitiert— nach dessen Norm— Den Namen selbst auf„—in“ und„—lin“. Laß Dir nicht aus der Tasche zieh'n Das Geld, um das es wirklich schad', Und nimm für echtes„Zacherlin“ Kein aufgeschwatztes Surrogat! Drum: Willst der Täuschung Du eutflieh'n, Merk' auf den Namen Zacherl g'rad; Der steht auf jedem„Zacherlin“, Doch nie auf einem Surrogat! Die Seiden-Fabrik G. Henneberg (k. u. k. 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