##X Abonnemens=Preis pro Quartal 1 Mark 50 Pfg. Erscheint Dienstag, Donnerstags und Samstags. Wöchentliche Gratisbeilage:„Illustrierter Familienfreund.“ für den Fireis Gorde. Insertionsgebühr für die sechsspaltige Zeile oder deren Raum 10 Pig außerhalb des Leserkreises 15 Pfg.; Reklamen 30 Pfg. Redaktion, Druck und Verlag von Carl Braus in Schwerte. Nr. 46. Donnerstag, 20. April 1893. 25. Jahrgang. S Amtliche Bekanntmachungen. Reichstagswahl... Puszitgung k.es Mhghigesehes Auf Grund des§ 8 des Wahl=Reglements vom 28. Mai 1870 zur ausfuhrung des Wahlneseh. für den deutschen Reichstag vom 31. Mai 1869 sind für die Landgemeinden des Kreises Hörde für die am 5. Mai stattfindende Ersotzwahl die nachstehenden Festsetzungen in betreff der Wahlbezirke, der Wahllokale und Wahlvarsteher arttonten:. Namen der Wahlbezirke 5 Namen der dazu gehörigen Ortschaften Namen des Wahl=Vorstehers Stellvertreters Bezeichnung des Wahl=Lokales Gutsbesitzer besiher Wi.tschaft Raven, Bahnhofstr. 11 Saal des Wirts Spill, Wittenerstraße 21 Bekanntmachung. Diejenigen Steuerpflichtigen, welche gegen Veranlagung zur Einkommensteuer Berufung einlegen, nache ich darauf aufmerksam, daß nach den Bestimmungen im Art. 62 I Absatz 2 der AusführungsAnweisung vom 5. August 1891 es Sache der Steuerpflichtigen ist, die zur Begründung des ngelegten Rechtsmittels der Berusung erforderlichen Thatsachen und Beweismittel in den Berufungshriften genau auszuführen.— Die Folgen der Beweisfälligkeit haben die Berufungseinleger sich event. selbst zuzuschreiben. Der Vorsitzende der Einkommensteuer Veranlagungs=Kommisiion. Spring, Königlicher Landrat. Belcher genieur Pack, Kaufmann Beyer, Lehrer Schulte=Schüren, Gutsbesitzer ckhoff Gemeinde= Vorsteher Saal des Wirts Eckardt, Provinzialstraße 23 Saal des Wirts Westermann Saal des Wirts Weßling(früher Thomas) Schule zu Berghofen, 2. Klasse Schule zu Berghofermark, 1. Kl. Saal des Wirts Wilberg ev. Schule, 2. Kl. Westermann, Gemeinde=Vorsteher Thichener, stellv. Gemeinde=Vorst. Rose, stellvertr. Gemeinde=Vorst. Baumeister, stellv Gemeinde=Vorst. Schule, 4 Kl. ev. Schule Opber= dicke, 2. Klasse Saal des Wirts Bergmann, Baroperbaide Saal des Wirts Gustav Thöing Saal des Wirts Schüttler, Station Barop Wirtschaft Stein Overkamp, Spezereihändler Köper, stellvertr. Gemeinde=Vorst. Huntermann, stellv. Gemeinde=Vorst. Mettegang, Kaufmann Kötter, GemeindeVorsteher Drücke, Lehrer Rasche, Oekonom Gockel, Oekonom Für die Städte erfolgt die betreffende Bekanntmachung durch die Magistrate. Die Wahl findet am einem äußeren Kennzeichen versehen sind(§ 10 Absatz 2 des Gesetzes), hat der Wahlvorsteher zurückzuweisen. Insbesondere hat derselbe auch darauf zu achten, daß nicht statt eines mehrere Stimmzettel abgegeben werden. S 19. Ungältig siad:„ 1. Stimmzettel, welche nicht von weißem Papier, oder welche mit einem außeren Kennzeichen versehen sind, 2. Stimmzettel, welche keinen oder keinen lesbaren Namen enthalten, 3. Stimmzettel, aus welchen die Person des Gewählten nicht unzweifelhaft zu erkennen ist, 4. Stimmzettel, auf welchen mehr als ein Rame, oder der Name einer nicht wählbaren Person verzeichnet ist, 5. Stimmzettel, welche einen Protest oder Vorbehalt enthalten. Hörde, den 14, April 1893. Der Königliche Landrat Spring. terdrückt. Fünf sozialistische Führer sind im ihre Borinage verhaftet worden. Hegemann, stellv. Gemeinde=Vorst. stellv[Wohnung des Gemeinde=Vorstehers Wirtschaft Vittich Gemeinde=Vorst. zu Löttringhausen Jägerhof meister Striebel, Gemeinde=] Wirtschaft verordneter 1 Schnittker Schulte, Kaufmann Wirtschaft Kübadt Rüdinghausen Kettler, steüvertr. Wirtschaft Wienold Gemeinde=Vorst. I Benninghofen Heinrichs. Guts.=(Wirtschaft Thomas besitzer] Renninghausen Hollmann, Rentner Wirtschaft Reisner 3. Mai 1893, in den Stunden von 10 Uhr vormittags bis 6 Uhr abends, in den bezeichneten Wahllokalen statt. Für den Stadt= und Landkreis Dortmund und den Kreis Hörde ist ein Abgeordneter zu wählen. Auf die folgenden Bestimmungen der§§ 10 und 11 des Gesetzes und§§ 14 und 15 Absatz 3 und 4 und§ 19 des Reglements wird noch besonders aufmerksam gemacht. § 10. Das Wahlrecht wird in Person, durch verdeckte, in eine Wahlurne niederzulegende Stimmzettel ohne Unterschrift ausgeführt. Die Stimmzettel müssen von weißem Papier und dürfen mit keinem äußeren Kennzeichen versehen sein. S 11. Die Stimmzettel sind außerhalb des Wahllokals mit dem Namen des Kandidaten, welchem der Wähler seine Stimme geben will, handschristlich oder im Wege der Vervielfältigung zu versehen. § 14. Zur Stimmabgabe sind nur diejenigen zugelassen, welche in die Wählerliste aufgenommen sind. Abwesende können in keiner Weise durch Stellvertreter oder sonst an der Wahl teilnehmen. § 15. Der Stimmzettel muß derart zusammengefaltet sein, daß der auf ihm verzeichnete Name verdeckt ist. Stimmzettel, bei welchen hiergegen verstoßen ist, oder welche nicht von weißem Papier, oder welche mit Der Kampf um das allgemeine Stimmrecht. der Nacht vom Freitag zum Samstag sah es in Brüssel recht schlimm aus, die Unruhen gewannen an Ausdehnung und nahmen einen wirklich meuterischen Charakter an. Der Bürgermeister verbot die Abhaltung einer Arbeiterversammlung und weigerte sich, das geschlossene„Volkshaus“, den Versammlungsplatz der Sozialisten, wieder öffnen zu lassen. Daher herrschte in der Stadt die größte Aufregung, und es kamen unzählige Zusammenstöße ernster Art vor. Die Gendarmen hieben mit den Kolben und die Polizisten mit ihren Säbeln drein, auf beiden Seiten gab es zahlreiche Verwundete, im ganzen wohl über hundert. Vi 6 Uhr abends bis Mitternacht dauerten die Unruhen. An einigen Stellen versuchte man Barrikaden zu bauen, die Gaslaternen wurden ausgelöscht und es fielen Revolverschüsse. Brüsse glich einer vom Feinde überfallenen Stadt. Auch in Provinzen ist es zu vielen Krawallen gekommen, die Zahl der Streikenden hat wesentlich zugenommen. Am Sonntage fanden zahlreiche Versammlungen statt, in welchen unter lautem Tumult der allgemeine Streik gefordert wurde. Von Polizei und Militär waren umfangreiche Maßnahmen getroffen, um den Zuzug größerer Arbeitermassen von außerhalb nach Brüssel zu hindern. Im Kohlenrevier von Charleroi wollen die gesamten Bergarbeiter mit der neuen Woche den Streik beginnen. Als der erste Bürgermeister Brüssels, Buls, mit dem Deputierten Graux spazieren ging, erhielt er von einem Teilnehmer an dem Zuge der Streikenden, der ihn erkannte, einen Schlag mit einem mit Blei gefüllten Rohrstock. Er wurde schwer verletzt nach seiner Wohnung geschafft. Polizeiagenten eilten alsbald nach dem Attentat auf ihren Chef zur Hülfe herbei und hieben mit dem blanken Säbel auf die Menge. Es entstand ein furchtbares Durcheinander, in dessem Verlaufe sechs Revolverschüsse fielen. Inzwischen war die Gendarmerie telephonisch von dem Vorfalle benachrichtigt und 50 berittene Gendarmen galoppierten mit gezücktem Säbel heran und versprengte die Menge. Ein Polizeiinspektor wurde im Rücken verwundet, mehrere Arrestanten sind ebenfalls verletzt worden. Um 6 Uhr abends war der Zustand des Bürgermeisters zufriedenstellend; es ist möglich, daß er am Montag seine Geschäfte wieder aufnehmen kann, da die Verletzung weniger schwer ist, Schule in Syburg als man anfänglich glaubte. Der König ließ sich nach dem Zustande des Verwundeten erSchule in Eichholz kundigen. Der Vorfall rief in der Stadt Schule in Geisecke große Bewegung hervor. Am Montag beginnen in Brüssel Festlichkeiten zu Ehren der heimkehrenden Afrikaforscher. Ob diese stattfinden werden? Es wäre zu bedauerlich, wenn die Tapfern, die heimkehren von dem harten Zug, sich in Brüssel in Afrika zu befinden glauben müßten. Als in der Nacht zum Sonntag der Bürgermeister Corbisier in Frameries Sicherheitsmaßregeln gegen eine befürchtete Zerstörung der Telegraphendrähte traf, erhielt er eine Kopfwunde. Darauf erfolgte ein Bajonettangriff der Gendarmen; mehrere Aufrührer wurden verletzt, sie sind aber davongekommen. In Hornu wurde ein Plünderungsversuch unWirtschaft Over. kamp Wirtschaft Eckardt Wirtschaft Arns Neue Schule zu Westhofen Schule in Holzen Deutsches Reich. Preußisches Abgeordnetenhaus. In der Samstagsitzung wurde die neue Sekundär bahnvorlage in erster Lesung beraten. In seiner Einleitung erklärte Eisenbahnminister Thielen: An der geringeren Zahl der vorgeschlagenen neuen Bahnbauten trage die finanzielle Lage die Schuld; das Gesetz über die Kleinbahnen ermögliche ja aber dem Privatkapitale sich wieder mehr als bisher am Bau von Eisenbahnen zu beteiligen. Ueber den Stand des Kleinbahnwesens werde dem Hause in nächster Zeit eine Uebersicht zugehen. Nach Schluß der Debatte, in welcher nur lotale Wünsche zum Ausdruck kamen, wurde die Vorlage der Budgetkommission überwiesen. Am Montag beginnt die zweite Beratung des Vermögenssteuergesetzes. Am Montag wurde die zweite Beratung der neuen Ergänzungssteuervorlage(Vermögenssteuer) begonnen. Abg. von Eynern(nat=lib) beantragt Ersatz der Vermögenssteuer, die nur Erbitterung hervorrufen werde, durch eine Erbschaftssteuer. Finanzminister Miquel verteidigt die Ergänzungssteuer, die lange nicht so ungleich wirken werde, wie eine Erbschaftssteuer und bei den geringen Sätzen überhaupt keie Belastung bedeute. Abg. von Jagow(kons.) erklärt sich für die Vermögenssteuer nach den Beschlüssen der Kommission. Abgg. v. Bülow und v. Krah(freik.) beantragen, statt des Namens Ergänzungssteuer— Vermögenssteuer zu sagen. Abg. von Hüne(Ztr.) bittet, es bei der Ergänzungssteuer zu lassen. Für eine Vermögenssteuer seien die Steuersätze viel zu niedrig. Abgg. Würmeling(Ztr.) und von Zedlitz(freik.) sind für die Vorlage, um die Steuerreform zum Abschluß zu bringen. Abg. Meyer(freis.) ist kein prinzipieller Gegner einer Vermögenssteuer, vermag aber keinen Grund zur willigung neuer Steuern zu entdecken und stimmt deshalb gegen die Vorlage. Generalsteuer=Direktor Burghardt und Abg. Enncccerus(nat=lib.) verteidigen die Vorlage, während Abg. Friedberg(nat=lib) eine Erbschaftssteuer vorziehen würde.§ 1. wird hierauf unverändert genehmigt, und damit das Prinzip der Vermögenssteuer, ebenso§§ 2, 3 und 4. Aisdann wird die Weiterberatung bis Dienstag vertagt. Am Dienstag wurde die zweite Beratung des neuen Ergänzungssteuergesetzes fortgesetzt. Die Debatte verlief, da es sich nur um die Detailbestimmungen handelt, ganz still. Die§§ 5—10 wurden unverändert angenommen. Bei§ 11 wird auf Antrag des Abg. Meyer(freis) beschlossen, daß Wertpapiere nach ihrem Verkaufswerte, nicht nach dem Börsenkurse veranschlagt werden sollen.§§ 12—14 werden debattelos angenommen.§ 15 handelt von der Veranschlagung der Lebensversicherungen. Abg. Meyer(freis.) beantragt, den§ 15 zu streichen, auf Ersuchen des Finanzministers Dr. Miquel wird derselbe aber aufrecht gehalten. Die §§ 16—18 werden ohne erhebliche Debatte angenommen und dann die Sitzung bis Mittwoch vertagt. Deutscher Reichstag. Die Montagssitzung des Reichstoges mußte wieder einmal wegen Beschlußunfähigkeit des Hauses vorzeitig abgebrochen werden. Fortgesetzt wurde die zweite Beratung des neuen Wuchergesetzes, in dessen Artikel 2 bestimmt wird, daß alle Personen(mit Ausnahme von Bankinstituten und bestimmten Gesellschaften), die gewerbsmäßig Geld= oder Kreditgeschäfte treiben, bei Strafe verpflichtet werden, alljährlich den Schuldnern einen Rechnungsauszug mitzuteilen. Staatssekretär Hanauer empfiehlt die Vorlage, Abgg. von Buol(Ztr.) und Hahn(kons.) befürworten Aufrechterhaltung des Prinzips der neuen Bestimmung, beantragen aber einige Milderungen. Abgg. Büsing(nat.=lib.), von Bar,(freis.), Schrader und Krause(freis.) erblicken in der neuen Bestimmung nur eine schwere Belästigung des gewerblichen Verkehrs und wünschen die Beseitigung derselben. Vor der Abstimmung bezweifelt Abg. Dr. Dohrn die Beschlußfähigkeit des Hauses Die Auszählung ergiebt die Anwesenheit von nur 151 Mitgliedern, worauf die Sitzung abgebrochen wird. Dienstag: Spionagegesetz. Der Reichstag beschließt Einstellung des gegen den Abg. Kunert(Soz) beim Amtsgericht zu Schweidnitz schwebenden Strafverfahrens für die Dauer der Session und beginnt dann die zweite Beratung des Spionagegesetzes. Nach§ 1 wird mit Zuchthaus nicht unter zwei Jahren und Geldstrafe bis zu 15000# bestraft, wer vorsätzlich Schriften, Zeichnungen oder Gegenstände, deren Geheimhaltung im Interesse der Landesverteidigung erforderlich ist, oder Nachrichten solcher Art in den Besitz oder zur Kenninis eines anderen gelangen läßt, von denen er weiß oder den Umständen nach an annehmen muß, daß dadurch die Sicherheit des deutschen Reiches gefährdet wird. Sind mildernde Umstände vorhanden, so tritt Festungsstrafe nicht unter 6 Monaten ein, neben der auf Geldstrafe bis zu 10000 4 erkannt werden kann. Abg. von Bar(freis.) schlägt eine andere Fassung des§ 1 vor, welcher namentlich die Lage der Nichtbeamten in solchen Fällen klar stellen soll. Abg. Stadthagen(Soz.) behauptet in heftiger Rede, während welcher er zur Ordnung und zur Sache gerufen wird, das ganze Gesetz sei überflüssig und solle schließlich blos gegen die Sozialdemokraten angewendet werden. Staatssekretär Hanauer betont, lediglich die heutigen unzureichenden Bestimmungen hätten die Einbringung des Gesetzes veranlaßt. Abg. Gröber(Zir.) tritt den Bedenken des Abg. Stadthagen entgegen. Abg. Schneider(nat.=llb.) verteidigt den Entwurf ebenfalls, dessen Notwendigkeit durch mehrfache, in der Kommission mitgeteilte Fälle erwiesen sei. Abg. Schrader(freis.) befürwortet den Antrag von Bar, hält aber die Regierungsvorlage für zu weitgehent. Abg. Heine(Soz.) ist gegen die Vorlage.§ 1 wird schließlich mit einigen unerheblichen Aenderungen unter Ablehnung des Antrages von Bar mit 153 gegen 57 Stimmen angenommen. Es folgt nun die schon zweimal wegen Beschlußunfähigkeit des Hauses vertagte Abstimmung über die Vorschriften des neuen Wuchergesetzes betr. den Sachwucher. Das Haus verweist sich abermals als beschlußunfähig; nur 167 Mitglieder sind anwesend. Die Sitzung wird abgebrochen. Nächste Stzung: Mittwoch 1 Uhr.(Anträge aus dem Hause.) — Der Abg. Fusangel ist in den Reichstag eingetreten. Die italienische Reise ist nunmehr von dem Kaiserpaare am Dienstag abend gegen 10 Uhr vom Anhalter Bahnhof in Berlin aus angetreten worden. Die Hinreise wird durch Tirol (über den Brenner) erfolgen, die Rückreise durch die Schweiz(über den Gotthardt). Die Begrüßung durch den Schweizer Bundesrat erfolgt auf der Heimreise in Luzern am Vierwaldstädtersee. Die Ankunft des Kaiserpaares in Rom dürfte etwa Donnerstag vormitttag gegen 10 Uhr erfolgen. Die kaiserlichen Prinzen werden auch in diesem Jahre einen mehrwöchentlichen Aufenthalt auf Wilhelmshöhe nehmen und voraussichtlich Mitte Juni eintreffen. Ueber die Stellung der preußischen Regierung zum Jesuitengesetz schreibt die„Post“: In Kreisen, welche mit den maßgebendsten Stellen Fühlung haben, wird es als ausgeschlossen betrachtet, daß an eine Aenderung der Stellungnahme der preußischen Regierung zur Frage der Aufrechterhaltung des Jesuitengesetzes zu denken sei. Auch im Zentrum sei man sich hierüber nach den im vorigen Jahre vom Grafen Caprivi abgegebenen Erklärungen völlig klar. Schießproben auf den Dowe'schen Schutz panzer sollen nach dem„Anz. f. d. Holld.“ demnächst in Spandau angestellt werden. Man will also wirklich Ernst machen. Die Verlesung des Berichts über die Verhandlungen der Militärkommission des Reichstages wird voraussichtlich am Freitag stattfinden. Die„Köln. Volksztg.,“ ein bekanntes Zentrumsorgan, deutet an, daß ein Teil der Zentrumspartei einer Vereinigung mit den Konservativen in Sachen der Militärvorlage nicht abgeneigt ist. Das Blatt sagt, gegenwärtig würde nach dem, was vorausgegangen, eine Spaltung des Zentrums in der Militärvorlage besonders verhängnisvoll sein und ermahnt daher eindringlich zur Einigkeit.— Auf der anderen Seite steht jedenfalls bisher fest, daß die Verhandlungen zwischen dem Grafen CaK Sinnsprüche, Denksprüche, Sprüchwörter 2c. Mit gift'gem Weib ist lebenslang gequält, Wer sich ein Weib der Mitgift wegen wählt; Gift bleibt Gift, von welcher Art es sei, Und solche Hochzeit ist Giftmischerei. *„* Was ist der Ruhm? Ein eingebildet Leben Atem anderer! *„* Das ist die köstlichste der Gaben, Die Gott dem Menschen giebt, Die eitle Selbstsucht zu begraben, Indem die Seele glüht und liebt. *„* Wer höher steigt, als er sollte, Fällt tiefer, als er wollte. *„ * Wer viel spricht, hat wenig Zeit zu denken. *„* Mancher hat nichts als seine Frechheit, und er macht doch sein Glick auf der Welt. * * Die Wahrheit ist wie ein Goldblättchen, das man nur mit Watte auftragen darf. Endlich gefunden. (Fortsetzung.) „Kommen spät, Doktorchen, sehr spät, bemerkte mißfällig der Hofrat mit einem Blick auf seine Uhr,„sind wohl eben erst vom Lande herein?“ „Doch nicht,“ entgegnete der Arzt,„sondern hatte ganz in der Nähe noch einen Patienten zu besuchen.“ „So spät?“ fragte der Hofrat zurück, indem er besorgt die Augenbrauen in die Höhe zog. „Solche abendliche Besuche lassen immer auf eine Gefahr der Krankheit schließen; doch nichts Ansteckendes, liebster Doktor?“ „Das läßt sich bis jetzt noch nicht bestimmen,“ entgegnete dieser achselzuckend,„indes,“ setzte er lächelnd hinzu,„werden Sie immerhin wohlthun, heute meine Nähe zu meiden.“ „Ach Scherz! Weiden mich doch nicht für so feig halten!“ suchte sich der Kleine zu rechtfertigen, „muß freilich gestehen, daß ich eine angeborene Abneigung gegen alle ansteckenden Krankheiten habe.“ „Und alle Achtung vor einem Arzt, der aus einer Krankenstube kommt," ergänzte unter dem Gelächter der beiden anderen der Medizinalrat. „Ist freilich nicht so gefahrlos, als in einer fürstlichen Kanzlei zu sitzen, und ein Besuch in den Spitäleren nicht so genußreich wie eine Hoftasel." Zum Glück für den verspotteten Hofrat wurden in diesem Augenblick die beiden seitlichen Thürflügel auseinander geschlagen, und der sich bietende Aublick war vollständig hinreichend, dessen aufKeigende Empfindlichkeit zu besänftigen. Auf dem mit schneeigem Damast überhangenen Tische inmitten des geräumigen Eßzimmers glänzten die schweren, silbernen Bestecke und funkelten die fein privi und dem Abg. Frh. v. Hüne als Vertrauensmann des Zentrums bisher zu keinem Resultat führten, und daß auch noch keine Grundlage gewonnen ist, auf welcher die Verständigung sich vollziehen könnte. Serbien. Ob und in wiefern bei dem serbischen Staatsstreich Rußland die Hand im Spiele hatte, läßt sich vorerst nicht ersehen. Die Königin Natalie ist, wie aus Livadia gemeldet wird, dort am Donnerstag vom Zarenpaare empfangen und zur Frühstückstafel gezogen worden. Es ist schwer zu glauben, daß sie und König Milan in den Plan nicht eingeweiht gewesen seien. König Alexander gilt trotz seiner Jugend als ein Mensch von auffallendem Ernste und überraschender Frühreife, sodaß man nicht ohne Weiteres annehmen kann, er habe bloß die Rolle einer willenlosen Puppe bei den Vorgängen gespielt. Der Termin der Großjährigkeit ist in der serbischen Verfassung, wie hier noch bemerkt sein mag, auf das vollendete 18. Lebensjahr festgesetzt. Die„Kreuzztg. meldet aus Belgrad: Die enthobenen Minister sollen wegen der in den Staatskassen fehlenden 2 Millionen und die Regenten wegen Verfassungsverletzung ange klagt werden. Westfalen und Rheinland. Schwerte, 17. April. Der Wetterprophet Rudolf Falb dürfte entschieden an Anhängern verlieren, nachdem auch sein auf gestern vorhergesagter„kritischer Tag erster Ordnung" keine Witterung brachte, die nicht der seit Wochen herrschenden Luftströmung entspräche. Die Witterung war am morgen schön und warm, es wurde dann windiger und gegen Abend fiel etwas Regen, der in der Nacht in verstärktem Maße herniederging. Das war aber auch alles und berechtigt jedenfalls nicht zu der Behauptung, daß die Witterung kritisch war, denn von Falbs Voraussage, daß der Tag heftige Niederschläge und Finsternis bringe, traf nichts ein. Allerdings hatten wir gestern eine Sonnenfinsternis, übrigens die letzte in diesem Jahrhundert, welche aber für uns nicht bemerkbar war. Dieselbe erstreckte sich auf fast gauz Südamerika, den mittleren Teil des Atlantischen Oceans, die Südhälfte Europas mit Einschluß Süddeutschlands, das westliche Afrika und Teile Kleinasiens. Die Finsternis dauerte 4 Minuten 49 Sekunden, kam also der größtmöglichsten Dauer, welche 6 Minuten beträgt, nahe. Bei dieser Gelegenheit möchten wir mitteilen, wie man noch im vorigen Jahrhundert über die Sonnenfinsternis dachte. Am 4. Juni 1788 war eine Sonnenfinsternis im Kalender angezeigt. Der Magistrat von Worms beschloß nun, tags zuvor durch Trommelschlag geschliffenen Gläser und Karaffen im Lichte des darüber brennenden Kronleuchters. Jungfer Regine aber, prangend in schneeweißer Haube und Schürze, legte mit hochgerötetem Antlitz die dampfende Suppe vor. Bald klapperten die silbernen Löffel gar lustig, und der Hausherr, der sein vorheriges Unbehagen zu verbergen sich bemühte, warnte lächelnd mit aufgehobenem Zeigefinger sein Gegenüber, sich mit der krebsschwänzigen Vorkost den bevorstehenden Genuß der fetten Spiegelkarpfen nicht zu verderben, die der Heisterbergische Fischteich heut' in die Küche geliefert. Und nun waren sie da, die zart bläulichen, in grüne Petersilie gebetteten Prachtxemplare eines Karpfenteichs, die— der Hofrat konnte dies zuverlässig beurteilen— kein Mensch in der ganzen Stadt so schmackhaft zuzubereiten verstand, als Mamsell Florchen. Mit den kleinen klugen Aruglein vergnüglich blinzend, führte er eben einen gewaltigen Bissen in den in beständig kauernder Bewegung begriffenen Mund, als es sich blitzschnell wie ein finsterer Schatten über das eben noch glänzende Antlitz legte und er mit tonloser Stimme die Worte ausstieß:„Versalzen— vollständig versalzen!" Diesmal widersprach die übrige Tischgesellschaft nicht in gewohnter Weise gegen die hofrätliche Ansicht, sondern Doktor Witte wie Schloßhauptmann Eberstein stimmten lachend bei. „Ihre hübsche Haushälterin ist verliebt gewesen," rief letzterer seinem Nachbar belustigt zu, der mißmutig soeben die Gabel weglegte.„Ja, ja, so kommt's an den Tag, und Sie, lieber Heisterberg, können einstweilen an ein anständiges Hochzeitsgeschenk denken. Das muß eine heimliche Liebe sein, und ich könnte wirklich den Mann be neiden, wegen dessen uns das hübsche Pfarrtöchterlein heute den Karpfenschmaus versalzen hat!“ „Und ich sage, wenn mir meine Mamsell solch einen Streich gespielt, ich wollte ihr das Verliebtsein austreiben, und das eben nicht auf sanfte Weise!" tobte der Hofrat, indem er auf seinem Stuhle umherfuhr und wütende Blicke auf den für einen Feinschmecker gänzlich verdorbenen Fisch warf. „In diese Lage würde ich meiner Tochter gegenüber nicht kommen, meinte der Schloßhauptmann und lehnte sich in seinen Stuhl zurück, während er mit spöttischem Lächeln auf den entrüsteten Sprecher herabsah.„Zu solchen Künsten wie Kochen, Plätten und Zimmerreinigen kann man Leute halten. Meinen Sie nicht auch, meine Herren?“ „Und ich meine,“ schrie der kleine Dicke, der es trotz seiner Aufregung nur zu wohl gemerkt, folgende Verordnung bekannt zu machen:„Da morgen, den 4., in der Frühe sich eine sichtbare Finsternis ereignen wird, welche nach den bisherigen Erfahrungen sehr üble Folgen und schädliche Ausdünstungen auf dem Erdreiche befürchten läßt, so wird hiermit von Obrigkeits wegen bei unnachsichtlicher Strafe befohlen, vor 12 Uhr mittags kein Vieh aus der Stallung und zur Weide zu lassen.— Der Graf G., der jedenfalls dem Aberglauben weniger zugänglich, als der hochlöbliche Magistrat der guten Stadt Worms, erfuhr dies zufällig und verhinderte durch seinen Einfluß die Bekanntmachung der lächerlichen Verordnung, welche aber nichtsdestoweniger gar bald im Publikum bekannt ward. Schwerte 18. April. Angesichts der jetzt wieder wie alljährlich im Früjahr erfolgenden Einziehung von Reservisten und Landwehrleuten zu Friedensübungen ist es wohl angebracht, darauf hinzuweisen, daß die Familien dieser Mannschaften einen gesetzlichen Anspruch auf Unterstützung haben Der Anspruch ist keineswegs von der Frage der Bedürftigkeit abhängig. Derselbe ist bei der Gemeindebehörde anzubringen und erlischt, wenn solches nicht binnen vier Wochen nach Beendigung der Uebung geschieht. Auf Unterstützung haben Anspruch: 1. Die Ehefrau des Einberufenen und dessen Kinder unter 15 Jahren, sowie 2. dessen Kinder über 15 Jahren, Verwandte in aufsteigender Linie(Eltern) und Geschwister, diese jedoch nur dann, wenn der Einberufene ihr Ernährer ist. Die täglichen Unterstützungen sollen für die Ehefrau 30 Proz. und jede andere unterstützungsberechtigte Person 10 Proz. des ortsüblichen Tagelohnes für erwachsene männliche Arbeiter am Aufenthaltsorte der Einberufenen betragen. Schwerte, 19. April. Nachdem das Schlachthaus so gut als fertig ist und man jetzt auch mit dem Neubau der Ruhrbrücke begonnen hat, geht es jetzt auch an die Herberge zur Heimat, deren Bau dem Bauunter= nehmer Thiele hierselbst übertragen worden ist. Aplerbeck, 18. Aptil. Da der Steigerturm der hiesigen freiwilligen Feuerwehr so schlecht geworden ist, daß er durch einen neuen ersetzt werden muß, beabsichtigt man, einen solchen aus Eisen herstellen zu lassen. Voraussichtlich wird derselbe den Kostenpnnkt von 1000 Mark überschreiten, und hat sich die Westfälische Provinzial=FeuerSozietäts-Direktion in Münster bereit erklärt, hierzu 200 Mark zu bewilligen. Hoffentlich folgen die andern Feuer=Versicherungs=Gesellschaften diesem guten Beispiele. Holzwickede, 18. April. Auf Zeche„Freiberg und Augustenhoffnung" waren die Bergleuee Becker und Terkowski aus Sölde im Begleitüberes esnpeiamenn wohin der Sprecher gezielt,“ ich meine, daß eine Frau, welche nicht weiß, ob ein Wasser kocht, die größte Strafe für einen Mann sei, und meine ferner, daß es eine Sünde ist, solch köstliches Gut, wie diese Kaipfen hier, zu verderben, weil man die Gedanken nicht bei der Sache hatte. Nun, ich sollte an Ihrer Stelle sein," nickte er mit kirschrotem Gesicht nach Heisterberg hin,„in dieser Stunde noch müßte mir die Mamsell aus dem Hause!“ „Verlassen Sie sich darauf, daß ich Mamsell Flora eine ernste Rüge erteilen werde," versicherte dieser, der bereits seit einer Weile ingrimmig seine Serviette zusammengedreht hatte, und dem jetzt der Boden unter den Füßen zu brennen begann. Vereinigte sich denn heute alles, um ihn um das gehoffte Vergnügen eines gemütlichen Abends zu briogen? Und dies alles sollte ein Mädchen wie Flora Wolfram zu verschulden vermögen? Wenn sie es nicht einsah, wie gut sie es in ihrer jetzigen Stellung hatte, dann mochte sie doch ruhig gehen; er bekam sicher zehn andere Haushälterinnen für die eine; und ihm sein Haus und seine Zimmer in der von ihm gewohnten Ordnung zu erhalten, und in der Weise seiner verstorbenen Mutter für seinen Tisch zu sorgen, das konnte doch gewiß auch jede andere lernen. Flora war also nicht so unentbehrlich, als er anfangs gedacht, und konnte gehen, wenn es ihr beliebte. Das stille Mädchen, das immer die Augen so sittsam zu Boden schlug, wenn er hin wieder etwas weniges Geschäftliches mit ihr zu sprechen, hatte ja doch wohl auch ein Herz gleich andern jungen Mädchen; weil er aber nie an etwas dergleichen gedacht, so mochte ihn wohl die Thatsache ein wenig überrascht haben. Doch morgen schon wollte er sich das Mädchen, das er kaum anders als verstohlen angesehen, einmal bei Tageslicht genau betrachten! wollte mit kaufmännischer Genauigkeit alle ihre ihm bekannten Eigenschaften prüfen. Also morgen! Aber zwischen heute und morgen lag noch eine lange Winternacht, und Herrn Heisterberg wollte es bedünken, als ob es eine unerquickliche Nacht für ihn werden würde, wenn er sich mit seinem unklaren Denken und Empfinden nicht noch vor Schlafengehen ins Reine gebracht sah. Warum auch warten bis morgen? Stand doch eben in diesem Augenblicke Floras ganze liebliche Gestalt lebensfrisch vor seiner Seele und hatte er daher wahrlich nicht nötig, sie erst bei Tagesscheine rüfend zu mustern, um zu dem Resultat zu gelangen, daß sie jung und hübsch, nein, daß sie mehr als das, daß sie schön sei. Und würde er es morgen besser wissen, als er es bereits heute hebliche Brandwunden erlitten. Mühlheim a. d. R., 11. April. Auf der Strecke Kettwig Mühlheim sollen in cg. Wochen auf Veranlassung der Deutsch= Fischereigenossenschaft in Berlin 200000 jungLachse in die Ruhr eingesetzt werden. Von dem Schleusenmeister Krummfinger wurden gestern 20000 dieser jungen Fische hereingesetzt. doch befürchtet man, daß von diesen viele der kalten Wassertemperatur erliegen werden. * Volmerdingsen, 15. April. In d# etzten Wochen sind Gaben aus den verschredensten O ten, teils von benannten, teils von ungenannten Gebern, letztere in Altena, Augustdorf, Arus Bielefeld, Breckerfeld, Bünde, Benz, Bonn, Brügge, Charlottenburg, Cleve, Crenzthal, Dortmund. Duisberg, Düsseldorf, Elberfeld, Erkelenz, Essen, Frankfurt a. M., Gadderbaum, Gevelsberg. Goch, Gütersloh, Hamm, Herford, Höxter, Iserlohn, Kettwig, Köln, Koppenhagen, Lüdenscheid, Minden, Niedernheldau, Oldenbura, Oehnhausen, Rüsinghausen, Soest, Wald, Weh„Jatruspforte“ eingegangen. Jeder freundliche Geber hat ohne Zveifel die Empfindung es gut und recht sei, einer An. I.hoffen werden, wenn sie im Augen###rrungnis ihr Gleickg wicht einzubüßen die(Gendene hun eiue stöhliche Arbeit unter ##ben„. ihun, wenn die Schultern mit chulden übertaster sind. Der„Wittekinds=Hof“ hat eine erhebliche Erleichterung durch die eingesendeten Haben erfahren. Einige der Leser zwar haben die „.„welche, umi mihr Interesse für die vorhandene Not zu Aweck n, meist in kunstlose Reime gekleidet mi Stott, ja Wut beanwortet, viele, viele aber haven unsere Lage und unsern Sinn no uns zur Erbauung der Jatruspforte gern holfen. Das erfüllet uns mit großer, dankharer Freude. Gats che daß bei so biel Unheil in der Weist noch dankbare Herzen hat, die in ebe ihm dieren mögen. 5000.K hasten wir erbeten. Eo semen daran noch 800 M. Hoffentlich ommen auch diese noch zusammen, denn die„Jairuspforte“, ein sprech ndes Denkmal der Liebe von Gottes Kindern in Westtalen und bis hinaus nach Gualemaa sei und bleibe. Denk, wie viel Weh, wie viel Ach— Seufzt nach Jairi Gemach! Herford, 16. April. Die 8. VerbandsGeflügelausstellung für Westfalen und Lippe, welche vom 22. bis 24. d. M. in Herford auf dem Schützenhofe stattfinden wird, verspricht recht würdig den früheren Ausstellungen des Verbandes sich anzureihen. Mit dieser Ausstellung verbindet der Verein„Fauna“=Herford zugleich die Feier seines 25jährigen Bestehens, und ist derselbe bestrebt, die Ausstellung recht glanzvoll zu gestalten. Vermischtes. g München. Unser Kaiserpaar trifft am Mittwoch mittag 12 Uhr auf seiner Fahrt nach Rom hier ein. Indeß findet nur ein Aufenthalt von 5 Minuten zwecks Maschienen= wechsel statt, und zwar außerhalb der Bahnwußte, daß sie die schätzbarsten häuslichen Eigenschaften, daß sie ein edles Herz, einen schaifen Verstand und bei liebenswürdiger Heiterkeit eine himmlische Sanftmut besaß, wodurch sie bei der langen Krankheit seiner Mutter dieser ihre schweren Leiden so wesentlich erleichtert hatte. Ja, es bedurfte keiner weiteren Erötterung: Flora war der Neigung des besten der Männer würdig; sie mußte der Schmuck eines jeden Hauses werden, und der Mann, der sie liebte—. Heisterberg kam mit seinen Betrachtungen nicht weiter. Unter der dunklen Seidenweste empfand er schmerzend Stich auf Stich, und ob er die schlanke Hand noch so fest darauf drückte, es änderte nichts. Fast hörbar hämmerte das Herz in der breiten Mannesbrust, die solcher Schläge gänzlich ungewohnt war, und wie sehr er sich auch bemühen mochte, diese seltsame Aufregung in seinem Innern niederzukämpfen, so wollte ihm dies dennoch nicht gelingen. Dabei stieg ihm das Blut heiß zu Kopfe, und ein bitterer Groll erfaßte ihn gegen den Unbekannten, dem Flora ihr Herz geschenkt haben sollte. Nein, sie sollte, durfte keinen Mann lieben; sein ganzes Ich empörte sich dagegen, und daneben fand er seine Macht= und Rechtlosigkeit, ihr dies zu wehren, auf das niederschlagendste. Ach, für das Gehalt, welches er ihr gab, erwarb er sich wohl den Anspruch auf ihr thätiges Schaffen, aber kein Geld und kein Gold erkauften ihm die Herrschaft über ihr Denken und Fühlen, und über ihr Herz verfügte sie allein. Von einem Sturm der widerstreitendsten Empfindungen gepackt, sprang Heisterberg auf und eilte nach der Thür. „Wo wollen Sie hin?“ fragte der Medizinalrat, der Heisterberg bereits seit einer Weile still besbachtet hatte. „Zu Mamsell Flora und mich bedanken für den Genuß, den sie mir und meinen Gästen bereitet hat,“ klang es gereizt zurück. „Nun, dann können Sie sich den Weg ersparen," bedeutete der Doktor ihn lächelnd,„denn ich weiß ganz bestimmt, daß meine hübsche Pathe es nicht gewesen ist, die uns den verheißenen Karpfenschmaus versalzen hat, und daher weder den Tadel ihrer Gäste verschuldet, noch ihre Vorwürfe verdient.“ „Was sagen Sie, Doltor, Mamsell Florchen wäre es nicht gewesen?" riefen Eberstein und der kleine Hofrat fast wie aus einem Munde, während Heisterberg den schon erfaßten Thürdrücker losließ, um in hellem Erstaunen zu dem Tische zurückzukehren. Und nun erzählte der alte Hausarzt, in welchem Zustande das Mädchen heut abend heimgekommen sei, und forderte sodann die Herren auf, an Vertinge. 4 Hauer B. wobei beide er. oslen: Au in ca. 4 * Deutschen 200000 junge berden. Von inger wurden se hereingesetzt. jesen viele der werden. pril. In## 1 verscheedensten on ungenannten #orf, Arusberg, Bonn, Brügge, mund. Duisberg, Frankfurt a. M., tersloh, Hamm, Köln, Koppenheldau, Oldenst, Wald, Wehgangen. Jeder sie Empfindung sei, einer Ansie im Augenscht einzubüßen e Arbeit unter Schultern mit ekinds=Hof“ hat ie eingesendeten war haben die die vorhandene Reime gekleidet tet viele, viele Zinn verstanden ssorte gern geinkbarer Freude. il in der Welt die in Glaube K. hatten wir K. Hoffentlich n die„Jairusebe von Gottes nach Gualema'a vie viel Ach—. 8. Verbandsn und Lippe, . in Herford ird, verspricht tellungen des dieser Ausina“=Herford en Bestehens, stellung recht aar trifft am seiner Fahrt idet nur ein s Maschienen= b der BahnKKlichen Eigeneinen scharfen Heiterkeit eine ch sie bei der r ihre schweren Ja, es beflora war der dig; sie mußte rden, und der ichtungen nicht weste empfand id ob er die f drückte, es erte das Herz olcher Schläge ehr er sich auch gung in seinem m dies dennoch zu Kopfe, und sen den Unbeeschenkt haben Mann lieben; gen, und dachtlosigkeit, ihr gendste. Ach, b, erwarb er tiges Schaffen, uften ihm die len, und über einem Sturm sepackt, sprang Thür. der Medizinalter Weile still bedanken für sen Gästen beden Weg erächelnd,„denn hübsche Pathe en verheißenen daher weder noch ihre Vorimsell Florchen erstein und der unde, während drücker losließ, sische zurückzuHausarzt, in it abend heimdie Herren auf, Weil hier die Reise im strengsten 1.28 ven sofshaltestegeg, sg is jeder Empfang abgelehnt. . aie 8- uughen, deh denr Bühde ##ist, mag daraus“ zst und passiert werden kann. noch fest 319“ zine der größeren blühenden Städte # e Bessprem,“ men. Es heirscht statker Wind. Rogarns, h“, um das Leben zu reiten, Gut und A#des bog Fiammen preisgebend. Bis jetzt sind Etreidemagazine, Holtzniederlagen, ein Gasthof und Esug bundert Hhoser niedergebrannt. 2 Perionen .JJ verwundet. Viele reiche Kaufsind verbrans!, Annährend tausend Perleute boben gHgaghlgg; der Schaden beläust sich auf eine halbe Milion Galden. ene 1g, 16. April. Seit Donnersson guf dem Kurischen Haff fünfzehn tag seyte.. Man befürchtet, daß sie gekentert Fischerboote.“ eien, trug den Sieg über seinen Gegner Hall da= uns weiter, das erste Jahr geht vorüber, und von, den er in 9½ Minuten kampfunfähig weitere Wochen und Monate verfließen in eintömachte. 15789 Mk. Verdienst in der Minuteniger Fahrt. Angenommen, wir wären eine große — das ist nach unserer Ansicht eine gewiß gut! Gesellschaft in dem Zuge, Männer, Frauen un bezahlte Handarbeit. Kinder, so könnte jeder ruhig seinem Berufe nache, Fürkei):„lgehen, Zeit ist noch genug vorhanden. Die Jahre Eingestürzt ist in Araben(Lürkel) einey). Zahin, die Kgaben werden zu Männern, Karavanenherberge und begrub unter ihren Hi; Männer zu Greisen— und die Sonne wäre Trümmern die 3. 3. in demfelbepzggegesan, noch nicht erreich. Ihre Kiader, ja die Kindesmelten Menschen. Die Zoyt,cher,„.der aug tinder würden es noch nicht erleben. Nach fost gesundenen Opfer beträgt 20 avur und 8/300 Jahren würden viellicht die Uellentel der chykrükttsstr. Ausgewanderten das leuchtende Gestirn erreichen. Haus= und Landwirtschaftliches.(Die Erde und der Mond wären ihren Augen Veiwendung von alten Zeitungspapieren.]längst entschwunden. Nur als eine Sage, die sie Leitungepapier behätt bekapnttitz den Geru# de“(von ihren Vorfahren überkommen, ginge die Rede unter ihnen, daß ihre Ahnen einst auf einem Sterne sich besunden hätten, der„Erde" hieß, auf wllchem Tag und Nacht, Sommer und Winter, Eine gräßliche Szene hat sich in Paris K. 9 Menagerie Pezou abgespielt. Während Vorstellung wurde dem Löwenbändiger von einem jungen Löwen die linke Hand abgebissen und der Arm zerfleischt; nur ### gampfe gelang es, den ungluckAlles Heitnigr Lapire Rehan beramench den cheruch der Druckerschwärze an sich und macht dessen Anwendurg daher nicht immer möglich. Der in New=York erscheinende„Foltschrin der Zeit“ giebt die Thatsame ols gans sicher au, Jas Zesianzspopir vox Moiten uitmnale ganz sicher an, daß Zeitungspapier von Motten niemals schem Tag und Nacht, Sommer aufgefressen würde, denn die Druckerschwärze wirkt so Wolten, Blumen und Vögel wären, und auf welcher gut wie Kampfer, und is ist deshalb auch vorteithaff, deg nachts am Himmel der Mond seig bleiches alte Journale unter die Saubenteppiche zu legen, um Motanftaß zu verh udern; ebenso hot(s sich bewökr,[Anlitz zeige. in Christi Nachfolgern.“ Von O. Funcke, Postor in Bremen. Verlag von C. Ed. Millec, Bremen, 1893. 362 S. 3 M, In diesem Bande, dem 21. der Funckeschen Scriften, wirden alle heutigen brennenden Fragen, namentlich die soziale und Frauenfrage, gründlich erörtert, indem durch die Ausführungen, wie Jesus Christus mit den Menschen, mit Freund und Feind, mit den Armen und Reichen, den Kranken und Gesunden umgegangen ist, an die Christen ernste Mahnungen ergehen und ihnen ihren Mtmenschen gegenüber große Aufgaben gegeben werden: Bei aufopfernder Selbstverläugnung brennende Liebe zu üben. Das ist die Lösung der soztalen Feage, denn der Umgang mit Armen und Geringen umfaßt ja dieselbe. Auch hat der Verfasser ganz recht, wenn er die Seelenpflge des einzelnen betont. Dieselbe hat Erfolg, wenn sie u Christ Geit geichiet. Eine neue Erfindung sind Kragen und Handmanschetten mit Patentverschluß. Dieselben sind in Schwerte allein zu haben bei S. Rosenbaum, Hüsingstraße 18. ##nech lungem Kaulp gelang es, den lichen der Bestie zu entreißen. ich gereizt, begann ein zwe Nebenkäfig so wütend an den Gitterstäben zu rütteln, daß das Publikum in wilder Panik die Stuch, ezenlüimlicher Erbschafts=Prozeß wird Poszwper“, amit uud uugeichen iu. Vetzegrsihen Vom Büichertisch. sien. Ein Kring Passe mteinem J;id 6s durin, oder durch diselbe zu bezeten.) B auf die * Ein eigen#licher Erb - krücklingen in Oldenburg demnächst Austrag kommen. Vor vielen Jahren hatte ein Bauer auf seinem Sterbebette die Ausjage gemacht, daß er in seinem Garten an drei verschiedenen Stellen Geld vergraben habe. Die Erben ließen oberflächlich nachgraben, Vom Blutge=laßzt dasselbe im heißesten Sommer über Nacht nicht Biblische Jünglingsbilder in zwanglosem wenn das G.säß ganz in Zeitungspapier Rahmen von G. W. Ulrich-Kerwer, Pastoc. bpe iu, eingehädt st. 1432 S. Ke 320. Verlag von E. Vertelsnann, G. In diesem Buch werden 23 Jünglinge der Eine Fahrt zur Sonne. Bibzel behandelt, unter diesen auch der Jüngling ohneFohrt mit demlgleichen, Jesus. Durch die glückliche Vereinigung von Wie lange würde woht eine Pvoyr: D em, grhauliter Schristauslezung und packenden Erzählingen Blitzuge zur Sonne dauern? Eine solche Frage, und praktischen Beispielen aus dem Leven gewinnt das wie de sch der unnutige Menschengest wost vor Buch füur wuher, enchus, zoteungl und pein Sise # fanden aber nichts von dem angeblichen Schatze # und verkauften den Garten, indem sie annahmen, ## daß der Sterbende im Fieber gesprochen habe. Der Käufer hat nun bereits an zwei Stellen Töpfe gefunden, die bis zum Rande mit Thalerstücken gefüllt waren. Beide, der jetzige Besitzer und die Erben, welche den Garten verkauften, erheben Anspruch auf das Geld, etwa 400 Thlr., und sobleibt nichts anderes übrig, als daß das Gericht um Entscheidung angegangen wird. * Athen, 17. April. Nach hier vorliegenden Nachrichten wurden heute früh durch ein Erdbeben in der Stadt Zaute die meisten der noch erhalten gebliebenen Häuser Etwa 20 Menschen sollen dabei getötet und sehr zahlreiche Personen verwundet worden sein. * Im sonnigen Italien zeigt sich der Frühling als recht unholder Geselle. Seit Donnerstag schneit es im ganzen Gebiet von Neapel, die Berge sind mit Schnee bedeckt und das Thermometer zeigt Gr. unter Null? * 150000 Mark M.Zändnis der unfaßbaren Enifernungen bringen. Ein wahrer Schatz ist das Weik für die uns dem Heinaneunr der uuguhh, Liter und Bibliothbeken der Jüngl ngsvereine. der Himmelegesirne von der Erde wenigstens ein Jesus und die Menschen ode. Angewandtes kleines Stückchen näher. Einer, der sich gründlich Ehristentum. Als zweiter Band von„Christi Bild mit dieser Frage beschäftigt, schildert die Reise in anschaulicher Weise. Am Neujahrstage geht es los, die Luftgrenze der Erde ist bald erreicht, der Weltenraum, in dem aller Wechsel von Wärme und Kälte aufhört, nimmt uns auf. Mutmaßlich fist es frisch wie an einem kalten Wintertage. Tag und Nacht bestehen nicht mehr, die Jahreszeiten hören auf, ewiger Sonnenschein umgiebt uns, wir müssen schon einen eigenen Kalender erfinden, um nicht zu vergessen was, für ein Tag auf Erden ist. Der erste Tag geht hin, der zweite, eine ganze Woche, ja den ganzen Monat fahren wir mit gleicher Schnelle vorwärts. Der Mond erscheint uns zwar schon um ein gutes Stück größer, ist aber noch lange nicht erreicht, an der Sonnenscheibe bemerken wir noch keine Veränderung. Zwei, drei Monate gehen dahin, auf Erden muß es Früh ling werden, der Sommer naht mit der Ernte. Fast dreiviertel Jahre sind wir unterwegs, da gelangen wir zum Monde. Viel Zeit zum Vergleichen der mitgebrochten Mondkarte haben wir nicht, denn mit der Geschwindigkeit einer Kono„Schwerter Heilung für das zweite Quartal werden fortwährend noch entgegengenommen bei allen Postanstalten, den Boten und der unterzeichneten Expedition. Da die„Schwerter Zeitung“ das verbreitetste Blatt in Schwerte und Umgegend ist, so ist sie nicht nur allein das wirksamste, sondern auch das billigste Insertionsmittel, denn Preis und Wert der Anzeigen werden bekanntlich durch die Verbreitung einer Zeitung bedingt. 0 Ersatzwahl für den Reichstag. Bezeichnung des seniahl Wahllokals. als als Unser Weg führt mit ihm darauf das Glas zu leeren, daß die Ge' Kinder ein gleich warmes Vaterherz, so verknüpfte fahr einer schweren Krankheit, die sich soeben über ihn doch mit Flora, die acht Jahre lang sein übergeben und feinemn aten whrbihen jichen Hanse, Wgs er a he, „Und jetzt meine Herren,“ schloß der Medizi=swachsen sehen, und in dem Wesen, das er bildete, nalrat,„ruft mich die Pflicht zu meiner Patientin, sich schließlich selber verjüngt wiedergesunden. und da ich die Nacht bei ihr zuzubringen gedenke] Die Entfaltung von Floras geistigen Fähigund nicht in Ihre Gesellschaft zurückkehren werde, keiten, auf welche seine Gattin als auf etwas, was so werden Sie mich für heute abend entschuldigen. die praktische Tüchtigkeit beeinträchtigte, stets mißSollte jedoch unserm lieben Hofrat vielleicht ein gügstig hinschaute, war für ihn die Quelle der Bedenken anwandeln, länger als nötig in einem größten Freuden geworden, und gern hatte er daHause zu verweilen, in welchem sich eine ernste rum eingewilligt, daß die Tochter, als sie erwachsen, Krankheit vorbereitet, so verlegen wir lieber unser in Verhältnisse versetzt wurde, die ihren Lever heutiges Vergnügen, bis wir uns ohne jede Geanschauungen besser zusagen mußten, als die des fahr einer Ansteckung hier wieder zusammenfinden Vaterhauses. können.“ 1 Man hätte aber der Pfarrerin Unrecht gethan, Was konnte unter den obwaltenden Umständen wenn man ihr ein liebevolles Mutterherz abgedem Hofrat erwünschter sein?" Lebhaft stimmte sprochen hätte; ihre Kinder waren vielmehr ihre er dem Vorschlage des Doktors bei, und der Haus=Iköstlichsten Schätze, und eben darum, weil sie nach herr versuchte nicht einen seiner Gäste zurückzu= hier Art nur deren Bestes im Auge hatte, das halten, sondern drückte dem alten Hausarzt dank= Heil eines Mädchens aber in nichts anderem bar die Hand, der ihn von einer Gesellschaft be= und fand, als in einer praktischen häuslichen Tüchfreien half, die ihm in seinem gegenwärtigen Seelen=tigkeit, so hielt sie jedes andere Können und Wisser zustande peinlich war. nicht nur für überflüssig, sondern sogar für etwas Als die Thür hinter dem Hofrat und dem Nachteiliges, Schädliches. Schloßhauptmann sich geschlossen hatte und der: In ihre jetzigen bangen Befürchtungen Doktor die Treppe zu dem Erkrstübchen Floras um das Leben ihrer ältesten Tochter mischte sich hinaufgestiegen war, riß Heisterberg hastig das eine empfindliche Mißstimmung über vur so schör Fenster auf, um die heiße Stirn in der kalten angebahnte und nun so unlievsam hinausgeschobene Winternacht zu kühlen. Was war nur in den Eheverlöbnis, die so lange vorhielt, bis sie eines letzten paar Stunden geschehen, da das ruhige Tages den greifbaren Beweis von des Rek Gleichgewicht des gereiften Mannes so gewaltsam unveränderten Gesinnungen in der Hand hal erschättert hatte? Er selber kannte sich nicht mehr; konnte. Sorgfältig in dreifache Kaffeedüten geverstand den Zustand nicht, von dem er sich wie hüllt, daß die rauhe Winterluft ihnen nicht von einem unsichtbaren Netz umsponnen fühlte, schaden vermöge, hatte die Pfarrerin die beiden des zu zerreißen ihm nicht gelingen wollte. duftenden Zitronen selber zur Stadt gebracht, die Er schloß das Fenster und lauschte gespannt Herr Gabriel unter viel schönen teilnehmenden nach oden. Doch Minute auf Minute verstrich, Worten mit dem Hinweis gesandt, welch ein anohne daß draußen der Schritt des Doktors zu genehmes und erquickliches Getränk für Kran vernehmen gewesen wäre, der von Floras Zustand aus ein paar Zitronenscheiben mit Zuckerwasse Nachricht zu geben versprochen hatte. herzustellen sei. **] Doch die Mutter hatte oeim Anblick der goldDie Nachricht von der plötzlichen und gefähr gelben Zeichen einer zarten Gesinnung vergeblich lichen Erkrankung Floras hatte in dem Wiesen- nach einem freudigen Aufleuchten in Floras fieberselder Pfarrhaus wie ein Blitz aus heiterem glänzenden Augen gesucht, und ärgerlich über das Himmel gewirkt. Der sonst immer heitere und verblendete Kind, das sein Heil und Glück nicht seitoste Pfarrherr ging still in sich gekehrt einher erkennen und erfassen wollte, war sie früher, alschaute über seine Kirchenbücher und Predigt= sie beabsichtigt, wieder heimgekehrt, die Pflege der Weste hinweg sorgenvoll ins Weite, wobei es häufig Schwerkranken der erfahrenen Wärterin überlassend, 8%cha), daß ihm, ohne daß er es merkte, die welche der Medizinalrat zu senden für gut bePlesse ausging. Hatte er auch für alle seine funden hatte. sschmons, so ist der Name eines der Boxenden!(Fortsetzung folgt.) für den Richetag wird mit dem Bemerken veröffentlicht, daß die Wahl am Mittwoch, den 3. Mai 1893, J.— gie Wahthanbtung v ginnt am gesarten Tage 19 uorvormitags und wird um 6 Uhr nackmittogs „schlossen. Jeder Wähler hat während dieser Zeit in dem Wahlloka#e seines Wahlbezirkes einen Stimmzettel sehen sein muß, dem Wahlvorstande zu uvergiben. Der Zettl darf kin äußer ercs Kennzeichen haben und muß derart zusammengefaltet sein, daß der auf ihm verzeichnete Name verdeckt ist, widrigenfalls der Stimmzettel als ungültig zurückgewiesen wird. Die Stimmzettel sind außerhalb der Wah lokale mit dem Namen des zu mählenden Kand daten zu versehen, auch sind gedruckte Stimmzettel zulässig.— Ungültig sind: 1. Stimmzertel, welche nicht von weißem Papier oder welche mit einem äußeren Kennzeichen versehen sind; 2. Stimmzettel, oder keinen lesbaren Namen enthalten; 3. Stimmzeitel, aus welchen die Person des Gewählten nicht unzweifelhaft zu erkennen ist; 4. Stimmzettel,, als ein Name oder der Name einer 1ich wählbaren Person verzichne in; 9 4. Stimmzettel, auf welche mehr als ein Stimmzettel, welche einen Pretest oder Vorbehalt enthalten. — Während ichne is: 5 Stimmzetta, welche einen Hreten Oder„. azr uim Schesten nan be er Wahlhandiung sürfen im Wahllokale weder Diskussionen stattfinden, noch ansprachen geganen, noch Bewerden.— Abwesende Wähler können in keiner Weise durch Stellvertreter oder sonst an der end du. Gagerng, an I. Npri 1893. Der Miagsrat. Ev. Klrchrachor. Samstag, den 22. April, Uebung. werden in einer Weide in Refflingsen angenommen. Näheres bei Wöllenstein daselbst. Im Anfertigen von Hanbarbriten, sowie im empfiehlt sich ganz ergebenst Amalie Paul, Kötterbachstraße 24. N Butter. Sste. Allgäuermolkereibutter Ak. 10,50, „ Süßrahmtafelbutter Mk. 10.35. mit Salz Mk. 10. Gutsbutter l.ter Güte Ak. 9.30, mit Salz Mk. 8.80. versendet franko gegen Nachnaame Ueito 9 pfd. Titus Lohmüller, Ulm a. Donau. Mühlenstraße 9 sind 2 freundliche an eine einzelne Person oder an eine kinderlose Familie vermieten. 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Steuer-Reklamationen, Klagen, Zahlungsbefehle, sowie sämtliche schriftliche Arbeiten werden sachgemäß und prompt ausgeführt von Max Rosenthal, Auktionator, Brückstraße 11, gegenüber dem Amtsgericht. #. Portwein, ## Madeira, Sherry, feinster Qualität in ½ und ½ Flaschen zu haben Julius Boecker, Bahnhofstraße. bei Am 1. Mai d. J. tritt der Sommerfahrplan für den Eisenbahn=Direktionsbezirk Elberfeld in Kraft. Das Nähere über die eintretenden Aenderungen ist aus den Fahrplänen zu ersehen, welche in den Geschäftszimmern der Stationen vom 15. April d. J. ab ausliegen. Elberfeld, den 10. April 1893. Königl. Eisenbahn=Direktion. Watichumfberate-Purton Donnerstag, den 20. April d. J., abends 8 Uhr, im Saale des Herrn Wirt Carl Feit in Schwerte Augemeine Wahlerversummtung. Vortrag des Reichstagskandidaten Herrn Kommerzienrat Theodor Möller aus Brackwede. Gäste sind geladen. Wahlkomitce der Nationalliberalen Partei zu Schwerte. Standesamt Westhofen. Anmeldungen für den Monat März 1893. Gehurten: 1 Sohn: Bergmann Heinrich Dahlbüdding zu Höchsten. Dienstmadchen Hulda Schöb zu Sommerberg. Bergmann Friedrich Korte zu Eichholz. Landwirt Wilh. Jockel zu Buchholz. Fabrikarbeiter Heinrich Nemes zu Westhofen. Fabrikarbeiter Ludwig Kompmann zu Kückshausen. Bergmann Wilhelm Beckmann zu Höchsten. Bergmann Withelm Brauckmann zu Lamberg. Bergmann Heinrich Bau nöller zu Höchsten. Fabrikarbeiter Adolf Ladeck zu Westhofen.— 1 Tochter: Londwirt Heinrich Braß zu Kückshausen. Verginvalide Eduard Brieke zu Sommerberg. Bäckermeister Wilhelm Demtröder zu Holzen. Fabrikarheiter August Kramer zu Buchholz. Tagelöhner Wilhelm Grube zu Villigst. Bergmann Wilhelm Schumacher zu Syhurg. Fabrikarbeiter Wilhelm Jäger zu Westhofen. Bergmann Wilhelm Regener zu Wittbräucke. Emma Sophie Waldminghaus gt Fischer T. Marie Herschbach zu Holzen 1 J. 2 M. zu Westhofen 5 J. 10 M. 25 T. GlockenWilhelm Rincker zu Westhofen 40 J. 3 M 5 T. 1 Sohn: Bahnarbeiter Wilhelm Klockenhoff gt Jütte zu Westhofen. Fabrikarbeiter August Breer zu Westhofen. Eheschließungen: Bergmann Friedrich Wilhelm Osthoff zu Sommerberg mit Karoline Fiene, Dienstmädchen daselbst. Sterbefälle: zu Syburg 1 J. 2 M. 7 13 T. Heinrich Pottler gießer und Stadtvorsteher Totgeburten: Die besten Uhren sind u bleiben die sehr beliebten Echten Schweizer Taschenuhren 800 1000 gest. Dieselven liefere ich direkt ohne Zwischenh. trotz Aufschlag der Preise, richtig reguliert u. abgez., zollfrei mit 2jähr. Gorantie wie folgt: Echte Nickel, nicht gelb werdend, 6 Rub. 9 Mi Silb. Schlüssel, Goldrand, 10 Rub., 2 silb. Deckel 15 Mk. Silb. Rmtr., Herren u. Damen, 6 Rub. m. Goldr. 14.50, 2 silb. Deckel, 10 Rub. Mk. 16 50, m. extra starkem Gehäuse Mk. 18.50. Silb. Rmtr.=Herren=Uhren m. Goldr. Anker 15 Rub. Spiral=Breguet, 2 silb. Deckel, 24 Mk., 3 silb Deckel Mk. 27.50. Gold. Damen=Rmtr., 10 Rub., 14 Karrat, starke Gehäuse, Mk. 25. Gold. Herren=Rmtr., Anker, 15 Rub., Spiral=Breguet, 14 Karrat, starke Gehäuse, von 60—300 Mk. 14tägige Regulateurs mit Schlagwerk zu 20 Mk. Baby=Weck.r zu Mk. 4.50.— Versandt nur gegen Nachnahme oder Posteinzahlung, zum Voraus. Umiausch gestattei oder nicht Konvenierendes das Geld retour, bei größeren Aufträgen 10 Proz. Rabatt. Man versäume nicht einen Versuch zu machen. Adresse genau schreiben. Illustrierter Katalog gratis zu Dienstea. J. B. Cassal, Uhrenfabrikant, Schaffhausen a. Rheinfall(Schweiz), Postlagernd Singen(Baden). K * HENSEK SRÖRNEN Vortreffliches Tafelwasser. RHENS7 RR Jährl. Versandt: 3—4,000,000 Gefässe. Niederlage bei W. Heppe. Planmässige Gewinne: 1 mal Fr. 2,000,000 5„„ 1,000,000 1„„ 500,000 5 6 79 59 25 24 etc. „„ 400,000 „„ 200,000 „„ 100,000 „„ 50,000 „„ 30,000 „„ 25,000 etc. bis Fr. 100 Zahlbar in Gold. Glück auf! Haupttreffer steigend bis Fr. 2 Millionen, 1 Million, 500000, 400000, 200000, etc. etc.; e Stadt Barletta-Goldlose ap; Grosse Gewinne, keine Nieten! Auszahlung der Gewinne sofort bar in Gold. Nächste Ziehung schon am 20. Mai 1893. Monatliche Einz hlung auf ein ganzes Orlginal-Los Mk. 3.— a. Nachnahme 30 Pfg. Porto.— Gewinnlisten gratis. Jedes Los gewinut sicher und muss wenigstens mit 100 Fr. = 80 Mk. zurückgezahlt werden, demnach keine Nieten. Ausserdem kommt jedes gezogene Los wieder in die Urne und spielt weiter mit, sodass es mehrere Gewinne machen kann. Kein Verlust des Einsatzes, wie bei allen anderen Lotterien. Ankauf dieser Lose überall im ganzen deutschen Reiche gesetzlich zulässig.— Nur bis zum 18. Mai eingegangene Aufträge können berücksichtigt werden, ersuche desshalb um umgehende Bestellung. Banksgeschäft F. Stroetzel in Konstanz. Telegramm- Adresse: Stroetzel Konstanz. Die weltberühmte Tannin-Balsam-Scife von Frau Caroline Hülsberg in Berlin Ritterstraße 100, ist bekannt als vorzügliches Gesundheitsmittel. Dieselbe findet eine unübertroffene Anwendung gegen Röte der Haut, Finnen, Flechten, Frostbeulen 2c. 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Hafer hiesiger 15,50—16,00 M. Berlin, 18. April. Weizen April=Mai 156 25 J4, Juni=Juli 158,25 J. Roggen April=Mai 135.60 X. Juni=Juli 139,50 K., Hafer April=Mai 145.25 M., 144 25 K., Rüböl vorr. mit Faß 50,00 M, ohne Faß 49.00 M, April=Mai 49,90 J. Sept.=Okt. 51.40 M, Spiritus 70er vorrätig 35,60 J., April= Mai 34,75 M, Juli=Aug. 35,80 M, 50er vorrätig 55.40 M. Viehmärkte. Dortmund, 18. April. Städt. Viehhof. Zum heutigen Schlachtviehmarkt waren aufgetrieben: 589 Stück Großvieh, 472 Schweine, 455 Kälber, 16 Schafe. Per 100 Pfd. Schlachtgewicht wurde gezahlt: für Ochsen 00—00 M4., für Stiere 45—52 K, Kühe 1. Qual. 55—58 M, 2. Qual. 50—55 M. Schweine 1. Qual. 54—52 K, 2. Qual. 50—53 J. Kälber per Pfd. Schlachtgewicht 1. Qualität 55—63 3, 2. Qualität 45—55 4, Schafe desgl. 50—55 J. Unverkauft blieben 80 Stück Großvieh und 21 Kälber. Soest, 17. April. Auf heutigem Viehmarkte standen zum Verkauf 52 Pferde, 70 Stück Rindvieh, 800 junge Schweine. Nach Arbeitspferden Nachfrage zu Preisen von 600—700 X. Schlachtpferde 40—60 MK. Fettes Rindvieh nicht am Platze, geringe und Weidekühe von 160—255 J bezahlt, flauer Handel. Schweinemarkt geräumt bei 3,25—3,50 4 für die Alterswoche, ¼jährige Faselschweine kosteten 42- 45 M, rige 59—65 M Weizen Juni=Juli at 135,60 k. Hafer Juni=Juli mit Faß 9.00 M, sept.=Okt. vorrätig 34.75 M. Oer vorzl. Städt. chlachtgetriehen: Schweine, fe. Per zt wurde K. für 1. Qual. —55 M. 2 K. 2. per Pfd. it 55—63 1, Schafe uft blieben 1 Kälber. f heutigem Verkauf dvieh. 800 itspferden 600—700 4. Fettes e, geringe —255 4 Schweine= —3,50 f rige Veiläge zu Nir. 20 dir„Tchwerker Tenung“. Redaktion, Druck und Verlag von Carl Braus in Schwerte. Westfalen und Rheinland. Schwerte, 18. April. Die preußische Staatsbahnverwaltung hat zur Zeit 24 neue Schnellzüge nach amerikanischem System herstellen lassen. Die meisten werden vom 1. Mai d. J. ab in den Sommerfahrplan eingereiht; auf Strecken, welche zur Zeit schon Schnellzüge mit nur erster und zweiter Klasse besitzen, wie Berlin— Köln und Berlin— Frankfurt a. M., hat die Einreihung schon stattgesunden oder wird in den nächsten Tagen stattfinden. Die neuen Züge bestehen aus fünf vierachsigen Drehgestellwagen. Die einzelnen Wagen sind durch Uebergangsbrücken, welche durch Lederbalge umrahmt und geschützt sind, verbunden, sodaß die Passagiere während der Fahrt aus einem Wagen in den anderen übergehen können. Bei großem Verkehr wird der Zug um einen Wagen und eine Maschine verstärkt. Die Wagen sind 16,11 Meter lang und ähneln äußerlich den zur Zeit bestehenden Schlafwagen. Jeder Wagen besitzt zwei Waschräume u. s. w. Der Längsseitengang des Wagens befindet sich im Sommer an der Süd=, im Winter an der Nordseite. Die Wagen werden durch Gasintensivlampen erleuchtet, auch die Heizung ist so vorteilhaft eingerichtet, daß mit Leichtigkeit eine normale Wärme von 10 Grad erzielt werden kann. Im hinteren Teil des vorletzten Wagens befindet sich der in zweckmäßigster Weise ausgestattete Küchen= und Büffetraum; zum Kochen wird Gas verwendet; die Büffets werden an tüchtige Restaurateure vergeben. Zur Bedienung befindet sich in jedem Zuge ein Kellner, welcher nach jedem Wagenabteil durch eine elektrische Klingelanlage gerufen werden kann. Nur ein Schaffner und ein Zugführer begleiten den Zug; letzterer hat seinen Platz im Packwagen, ersterer im Vorraum des letzten Wagens. In jedem Wagen befinden sich Raucher=, Nichtraucher= und Frauenabteile. Jeder Zug hat 126 numerierte Plätze, wovon 24 bis 30 auf die erste Klasse entfallen. Die Fahrgäste haben außer der eigentlichen Fahrkarte beim Einsteigen in den Zug eine Platzkarte zu lösen und dafür 2 Mark zu entrichten. In sämtlichen Abteilen befinden sich bewegliche oder Klapptische. Bestimmte Plätze können nur gegen eine Vormerkungsgebühr von 1 Mark eine halbe Stunde vor Abgang des Zuges am Billetschalter gekauft werden. Ohne Zweifel bedeutet die neue Einrichtung einen großen Fortschritt, wenngleich sie anderseits auch manche Unzufriedenheit hervorgerufen hat, nämlich— bei den Abonnenten, welche bisher zur Benutzung eines jeden Zuges berechtigt waren, hier aber auf Hindernisse stoßen. Jedenfalls hätte nicht— wie auf der Route Berlin=Köln— ein fahrplanmäßiger Schnellzug mit der neuen Einrichtung versehen werden dürfen oder doch Vorsorge getroffen werden müssen, daß die Beförderung solcher Fahrgäste, welche die Mehrausgaben vermeiden wollen, nicht ausgeschlossen ist. Schwerte, 18. April. Die diesjährige Versammlung des Kreisausschusses und der Gauvertreter des 8. Deutschen Turnkreises (Rheinland=Westfalen=Lippe) findet am Sonntag, den 23. April cr., morgens 10½ Uhr anfangend, in der städtischen Tonhalle zu Duisburg Berchum, 17. April. Die Verwaltung der 2. Lehrstelle an unserer Schule, welche bisher die Lehrerin Vahrenkamp inne hatte, ist dem Lehrer Konrad Höfinghof zu Garenfeld bei Westhofen übertragen worden. Aus dem Sauerlande, 16. April. Der Nachtfrost hat, wie sich nachgerade herausstellt, denn doch mehr Schaden angerichtet, als man zuerst geglaubt. Die Blüten der Obstbäume, insbesondere der Kirschbäume, sind meist verfroren. Die Blumen= und Gemüsegärten, wie überhaupt ungeschützte Gegenden, haben auch stark gelitten. Hagen, 17. April. Vorgestern fand hier eine Sitzung des engeren Komitees für Errichtung eines Kaiser Wilhelm=Denkmals auf Hohensyburg statt. Das von Herrn Professor Stier in Hannover ausgestellte Modell fand ungeteilten Beifall. Nach Prüfung des Kostenanschlags wurde dem Künstler die Ausführung des Denkmals einstimmig übertragen. Dasselbe besteht aus drei durch eine Mauer verbundenen Türmen, welche aus Hohensyburger Stein hergestellt werden sollen. Vor dem mit einer Nische versehenen Mittelturm wird das Reiterstandbild des greisen Heldenkaisers seinen Platz finden, während die beiden Statuen Bismarcks und Moltkes zur Seite aufgestellt werden. Die Standbilder werden aus Bronce gegossen. Ferner wurde beschlossen, mit den Vorarbeiten in allernächster Zeit zu beginnen, sodaß die Grundsteinlegung am 28. Mai stattfinden kann. Zu der damit verbundenen Feierlichkeit werden die Herren Oberpräsident Studt und Landeshauptmann Overweg eingeladen. Barmen, 15. April. Mit dem Gewinn von 30000 Mark, den ein hiesiges Dienstmädchen gezogen haben soll, ist es Essig. merhin hat die Verbreitung des Gerüchts das Mädchen alsbald in den Besitz eines Mannes, nämlich eines Pferdebahnaufsehers, gebracht. Das Mädchen hatte seinem Bräutigam schon vor der Verlobung die Wahrheit gesagt; allein der Bräutigam glaubte ihm nicht, war vielmehr der Meinung, daß er auf die Probe gestellt werden sollte, und versicherte seiner Braut, es sei ihm ganz gleich, ob sie reich oder arm sei, er habe sie lediglich nur aus Liebe gewählt. Düsseldorf, 13. April. Ein hier in Apotheke vorübergehend beschäftigter Dekorationsmaler nahm einige von den dort stehenden Morphiumkugeln und aß dieselben. Nach Aussage des daselbst beschäftigten Lehrlings soll er noch mehrere mit nach Hause genommen haben. Der Unglückliche wurde nach dem Krankenhause gebracht, wo er nach ca. zwei Stunden, ohne das Bewußtsein wieder erlangt zu haben, verstarb. Boppard, 14. April. Ein Kurgast, ein 26jähriger Herr aus Elberfeld, von Gestalt ein Hüne, befindet sich gegenwärtig hier, der seit etwa 10 Jahren nichts Festes mehr gegessen. Bis zu seinem 26. Jahre ganz normal, nahm der Körperwuchs von da an rapid zu. Schlund und Speiseröhre kamen aber in einen Zustand, daß keine Speisen mehr hindurch passieren konnten, und so ernährt sich der Herr seit 10 Jahren nur von flüssigen Substanzen. Er braucht täglich 5 Liter Milch, ebensoviel Schokolade und Bouillon. Köln, 13. April. Eine nationale Studienfahrt nach Chicago veranstaltet der hiesige Turnlehrer Weidner für unsere lernfähige und lernbegierige Jugend. Die Fahrt ist auf 45 bis 48 Tage berechnet. Gedacht ist sie für die gebildeten Söhne des deutschen Mittelstandes aus allen praktischen und wissenschaftlichen Berufsarten, sowie für selbständige Gewerbetreibende, Kleinfabrikanten, Kaufleute, Landwirte, Beamte, Lehrer, Aerzte, Offiziere u. s. w. Wissenschaftliche Instrukteure und ein Gesellschaftsarzt sollen die Reise mitmachen. Der Rheinländerbund in Chicago und andere deutsche Vereine sind erbötigt, mit Rat und That beizustehen Herr Weidner hofft, daß jeder Valerlandsfreund, dessen Mittel es gestatten, das Unternehmen finanziell unterstütze durch Errichtung von ganzen, halben und viertel Freistellen für weniger Bemittelte. Anspruchslose Teilnehmer sollen mit 1000 Mk. auszukommen vermögen; mit 1500 Mk. kann man die noch in Aussicht genommene Rundreise mitmachen. Köln, 15. April. Eine wohlverdiente Rüge erteilte der Staatsanwalt Herr Dr. Metz von hier einem Polizeibeamten, der während der Sonntagsruhe ein armes Kind in einen Bäckerladen geschickt hatte, ihm ein Brötchen zu holen. Der Bäcker, welcher wohl gedacht haben mag, daß das Kind seinen Hunger stillen wollte, war mitleidig genug, das Verlangte zu verabfolgen und in die Falle des Polizisten zu gehen. Das Gericht mußte natürlich auf eine Strafe erkennen. Dieselbe lautete auf 10 M. Buße. Köln, 17. April. Zwischen dem Bankhause Salomon Oppenheim jr. u. Ko. in Köln und den Unternehmern des Kohlenbergbaues in der Eifel ist ein vorläufiger Vertrag abgeschlossen worden, wonach genanntes Bankhaus auf seine Kosten die weiteren Arbeiten zur Nachforschung und Feststellung der Abbauwürdigkeit der Eifelkohle übernommen hat. Ergiebt die Feststellung die bisher noch fragliche Abbauwürdigkeit als thatsächlich vorhanden, so wird genanntes Bankhaus unter Beteiligung der bisherigen Unternehmer eine Gewerkschaft bilden. Köln, 12. April. Ein Pferd, welches in der nächsten Samstagsaufführung der„Götterdämmerung" im Stadttheater verwendet werden sollte, wurde heute vormittag, um eine Probe zu bestehen, von der Straße aus mittels Flaschenzuges auf die Bühne geladen. Das Tier sollte jedoch den Musentempel nicht lebendig betreten. Auf der Fahrt in die Höhe wurde es von Krämpfen befallen und langte verendet auf der Bühne an. Solingen, 18. April. In der hiesigen 28 29 20 1 in 4 9 ung. Bevölkerung herrscht z. Z. große Aufregung, da bekannt geworden ist, daß die Staatsregierung mit dem Plane umgeht, die Fabrikation blanker Waffen für den Staatsbedarf nicht mehr in Solingen betreiben zu lassen, es ist leicht erklärlich, daß eine solche Absicht der Regierung die größte Bestürzung hervorrufen muß, denn Tausende braver Industriearbeiter, Hunderte von Fabrikanten würden dadurch in ihrer Existenz aufs Ernsteste gefährdet werden. Remscheid, 13. April. Der Schrotthändler St. hierselbst fand unter einem Haufen Schrott, der ihm verkauft worden war, eine Eisenplatte mit einer kunstvollen Darstellung der Hochzeit zu Kangan aus dem Jahre 1600. Die Platte, die nach Avsicht von Kennern einen hohen Kunstwert repräsentiert, ist ganz vorzüglich erhalten. Dem glücklichen Belogischen Bedeutung nach hochwichtiger Fund gemacht worden. Der Taucher eines Schwammfischerboots, welcher seiner gewöhnlichen Arbeit auf dem Meeresgrund nachging, kam statt mit Schwämmen mit einer Hand voll antiker Silbermünzen wieder an die Oberfläche. Er übergab dieselben seinem Chef, dem Besitzer des Bootes, der ihn sogleich wieder hinunterschickte. Aber diesmal fand er nichts. Noch mehrmals tauchte er vergebens auf den Meeresboden hinab; endlich fand er die Stelle wieder und brachte einen eisernen Kasten mit sich hinauf, der fast 7 Kilogramm Silbermünzen enthielt. Der Herr des Bootes befahl seinen Matrosen Schweigen an und beschenkte sie reichlich. Ueber zwei Monate wurde das Geheimnis bewahrt. Vor kurzer Zeit aber sitzer des seltenen Stückes sind schon von verschiedenen verriet ein Matrose dasselbe nach einem Streit Seiten gute Kaufofferten gemacht worden. mit seinem Herrn, und die Regierung zwang „Remscheid, 16. April. Auch ein Iu= letzteren, ihr die Münzen auszuliefern. Diebilaum: Gestern vor elf Jahren erzürnten sich selben stammen aus der alt=mazedonischen Zeit; aus geringfügiger Ursache in einer hiesigen sie zeigen Fabrik ein Schmiedemeister und dessen Zu= Prägung noch fast sämtlich in vorzüglicher die Büste Alexanders des Großen, schläger. Elf Jahre lang haben die beiden der in der einen Hand das Szepter, mit der Tag für Tag an demselben Ambos gearbeitet, landeren einen Vogel— wie es scheint, einen aber nicht ein einziges Wort haben sie seit Fallen— hält. Die Münzen sind dem Museum zu Athen übergeben worden. * Die vier ersten Leichen der im vorigen in einem Bergwerk bei Charleroi verjenem Tage wieder miteinander gewechselt. Neuß, 11. April. Eine Sehenswürdigkeit ersten Ranges bietet sich gegenwärtig in dem JahTreibhause des Kunstgärtners Lennartz. Ein unglückten Veraldort befindlicher Marschall Niel=Rosenstrauch) dersesf d geute sind aufgefunden. Eine ist mit 2000 Knospen übersäet. Im vorigen der u deratig verwest, daß die Ansicht Jahre wies der Rosenstrauch 1400 Blüten auf. durch das onzteiud.s T c. Leichen hätten sich bas Wasser und ven Lustabschluß erhalten, Vermischtes. sich als völlig nichtig erwies. Zwei Leichen, die des Bergmanns Decroly und der achtzehndie falgende Mitteilung anvertraut marden.]vereis berdig die sdigende Winllitung undertlant wotden:]„# 9„ Das Datum des Todes der Königin Viktoria.##„ Prat=. „In dem verhängnisvollen Jahre 1895, unge.. Leiche eines bei einem Juden bedienstet fähr von Oktober bis November, wird, so gewesenen Mädchens in der Elbe bei Kolin. lautet die„Prophezeiung“,„die britische Nach der Mitteilung eines dort erscheinenden Nation von einem großen Unglück betroffen jungtschechischen Blattes zeigte der Körper werden, und Weinen und Klagen wird in den der Leiche zahlreiche Stichwunden, und diese höheren Kreisen stattfinden. Die britische Mitteilung hatte Ansammlungen einer erregten Fahne wird auf Halbmast wehen, die Trommeln Menge vor den Häusern der Juden zur Folge, werden gedämpft sein und die Glocken werden wobei Fenster eingeworfen wurden. Es fanden läuten, denn der Sturm wird kommen und Zusammenstöße mit der Polizei statt, wobei die britische Eiche wird entwurzelt werden. eine Person durch Säbelhiebe verwundet wurde Die Trauernden werden in den Straßen umher= und zahlreiche Verhaftungen stattfanden. Drei gehen, Gesang und Tanz werden geschwunden Kompagnien Militär sollen nach Kolin beordert sein, und Trauerklagen werden gehört werden, sein, da die Aufregung im Wachsen begriffen denn der Ruhm Englands ist nicht mehr. ist, trotzdem versichert wurde, daß durch die Das Ende wird durch einen Zufall kommen,[Obduktion die Unversehrtheit des Körpers festund zwar plötzlich um die Zeit, die wir oben(gestellt sei. angedeutet. Eine warnende Stimme gelangt]* Ein Walfischessen in Brüssel. In zu uns. Sie sagt: Eine Frau Brüssel begann die Karwoche mit einem der (Mlechcha) in Europa, die über die ganze Erde Brüsseler Presse gegebenen Festmahl, das seines regiert, wird in dem Jahre Maumatha sterben, Gleichen noch nicht gehabt haben dürfte. Der wenn die Sonne in Tula Rasi(d. h. Oktober=Leiter einer Ausstellung norwegischer Produkte November 1895) eintritt. Sie wird infolge hat es sich zur Aufgabe gestellt, den Brüsseler eines Unfalles sterben.— Entgegengesetzte Journalisten eine hohe Meinung von dem Richtungen sind vor der Periode, welche wir Werte des Walfischfleisches beizubringen. Alles genannt haben, vorhanden, welche vor dieser ging glücklich vorüber, das Lendenstück wurde Zeit eine Auflösung hervorbringen mögen. zwar etwas hart befunden, sonst aber war das Sollte jedoch unsere Königin sie abwehren Fleisch durchaus zart. Im allgemeinen fand aufsehen erregt das Auffinden einem Juden bedienstet können, so wird terminus vitae im OktoberNovember 1895 statthaben. man, daß das Walfischfleisch den Geschmack von Ochsenfleisch habe. Die Hauptsache aber Ein unterseeischer Silberfund. Wie erst war, daß alle Teilnehmer auf dem Festmahle jetzt bekannt wird, ist Ende des vorigen Jahres erklärten, daß der Walfisch ein eßbares Fleisch im Hafen von Saloniki(Mazedonien) ein liefert. Nach der Ansicht der Veranstalter des weniger seinem reellen Werte, als seiner archäo=[Essens könnte ein Kilogramm Walfischfleisch für 16 Pfg. verkauft werden; das Fleisch würde also den ärmeren Bevölkerungsklassen ein Nahrungsmittel zu einem unerhört billigen Preise liefern. Uebrigens scheint an Bord der Auswandererschiffe, die lange auf See sind, schon seit langer Zeit Walfischfleisch gegessen zu werden, ohne daß die Passagiere es wußten; sie hielten es alle für Ochsenfleisch. Vom Walfisch werden nur die besseren Fleischteile, die in der Nähe des Kopfes liegen, benutzt. f Sonthofen, 18. April. Von hier schreibt man uns: In vergangener Nacht brach in dem Dorfe Wertach ein verheerendes Feuer aus. Ueber 100 Häuser wurden eingeäschert, und 700 Personen sind obdachlos. Der Regierungspräsident v. Kopp begab sich zur Insichtnahme des Schadens dorthin. Die Not unter den ihrer ganzen Habe beraubten Bewohnern ist groß. * Die sechste christliche Synode der Nation Japans, der Jichi=Kyo=Kuwai, hat ein Glaubensbekenntnis aufgestellt. Dasselbe lautet: Der Herr Jesus Christus, welchen wir als Gott anbeten, der eingeborene Sohn Gottes, ward Mensch und litt für uns Menschen und zu unserer Erlösung. Er brachte ein vollkommenes Opfer für unsere Sünden dar und alle, welche mit ihm eins sind durch den Glauben, erlangen Vergebung und werden für gerecht erklärt; und der Glaube an ihn, der durch die Liebe thätig ist, reinigt das Herz. Der heilige Geist, welcher mit dem Vater und dem Sohne angebetet und verherrlicht wird, offenbart Jesum Christum der Seele, und ohne seine Gnade kann der Mensch, weil er tot ist in Sünden, nicht in das Reich Gottes kommen. Durch ihn wurden die Propheten und Apostel und die frommen Männer der alten Zeit inspiriert, und der, der da spricht in den Schriften des alten und neuen Testaments, ist der höchste und unfehlbare Richter in allen Dingen, die sich auf Glauben und Leben beziehen. Diesen heiligen Schriften entnahm die alte Kirche ihr Bekenntnis; und wir, festhaltend den Glauben, der einst den Heiligen überliefert wurde, stimmen ein in dieses Bekenntnis mit Preis und Danksagung: Ich glaube an Gott den Vater u. s. w.“: es folgt das apostolische Glaubensbekenntnis. Landwirtschaftliches. Aus dem Sauerlande schreibt man: Infolge der außergewöhnlich reichlichen Kartoffelernte des vorigen Jahres gehen die Preise für Kartoffeln noch beständig zurück. Ganz enorme Vorräte lagern noch bei den Landwirten, welche jetzt zum Vorschein kommen, da die Saatkartoffeln für die nächste Ernte schon vielfach bei äußerst günstiger Witterung gelegt, und die großen restierenden Vorräte unter allen Umständen doch in den nächsten zwei Monaten verkauft sein müssen. Gewöhnliche runde werden schon angeboten zu Mk. 1,00— 1.20, englische Mölle(magnum bonum) zu Mark 1,30— 1,40 per Zentner und frei ins Haus geliefert. Eine Unmenge Kartoffeln wird an das Vieh verfüttert. Die Ernte in Korn, Mais und Wein in Italien wird eine wenig erfreuliche sein. Infolge der anhaltenden Trockenheit ist das Elend groß. eben: seine, Per burde für Aual M. 2. Pfd. —63 chafe ieben lber igem kauf 800 rden 700 ettes einge M. eine* aseljäh