für den Kreis Hörde. Abonnemens=Preis pro Quortai 1 Mark 50 Pfg. Erscheint Dienstag, Doimerstags und Samstagd. Wöchentliche Gratisbeilage:„Illustrierter Familienfreund. 42 Insertionsgebühr für die sechsspaltine Zette oder deren Naum 10 Pigaußeryalb des Leserkreises 15 Psg.: Reklamen 30 PfRedaktion, Druck und Verlag von Carl Vraus in Schwertt. Dienstag, 11. April 1893. RSssres seememeserue ueeuece eeene eessenr er er Senters, usog Se uscnemerussbemem umseneren Bekanntmachungen. Die Vakanzen=Listen bezüglich der für zivilversorgungsberechtigte Militär=Anwärter vorbehaltenen Stellen siegen auf dem Kreisbureau zu Hörde zur Einsicht ossen. Bekanntmachung. Es wird hierdurch zur öffentlichen Kennmis gekracht, daß bei einer dem Wirtschaftssührer Bernhard Hegemann zu Brunebeck Gemeinde Rüdinghausen gehörigen Kuh die Maulseuche ausgebrochen ist. . Kräböecde, den 8. Aori 1893. Die Polizei=Verwaltung v. Rosen. Bekanntmachung. Unter dem Rindviehbestand, des Herdick rhoff zu Aplerbick ist die Miul#sench= ausgebrachen und ist deshal über Gehöst die Sperre verhängt worden. ####g hen 6. Nuril 1893 richtig, daß der Stand der Reichsschulden seit der Mitte der siebziger Jahre sehr rasch und stark gewachsen und daß auf irgend eine Tilgung derselben bisher nicht Bedacht genommen ist. Wenn daher in dem Stande und dem Anwachsen der Reichsschuld sicher eine dringende Mahnung zur Einschränkung betreffs nicht unbedingt notwendiger Ausgabe liegt, so liegt darin doch kein Grund, von der im Interesse der Sicherheit des Reiches notAvlerbeck den 6. April 1893. Die Polizei=Veiwollung Gutjahr, Amtmann. Bekanntmachung. Nach der Bestimmung im§ 26 des Reglements zur Ausführung des Wahlgesetzes für den Reichstag ## vom 31. Mai 1869 ist das Wahl=Ergebnis am vierten Tage nech dem Wahltermite zu ernätteln. wendigen Heeresverstärkung abzusehen. Der zweiten Beratung der Militär=Vorlage Schue sin Feizer, im Reichstage geht außer der Interpellation das betraffende Menzers über einheimischen Tabakbau noch die zweite Beratung des Wuchergesetzes voraus. In dem am 1. Juli in Kraft tretenden Gebiet der Philosophie und Pädagogik. Deneuen amtlichen Warenverzeichnis soll, der velle war bereits unter Ribot Minister des „Weser=Ztg" zufolge, der Petroleum=Faßzoll aufgehoben werden. Der Kreistag zu Ratzeburg hat nach langer Debatte den Antrag des Grafen Bernstoiff, die von Preußen geforderte Summe von 600000 Mark zum Bau des Elbe=Trave=Kanals zu bewilligen, angenommen. Belgien. Der Wachtposten des Pulverturms in Lüttich wurde nachts von mehreren anarchistisch gesinnten Artilleriesoldaten überfallen; der Wachtposten vertrieb die Angreifer jedoch durch Schüsse. Einer der Arbeiter konnte ergriffen und verIn Köln findet am 12. d. Mts. in einem haftet werden. Eine erdenkliche Gährung herrscht im Industriegebiet wegen der Vorgänge in der Kammer dortigen größeren Etablissement seitens der wirtschaftlichen Kreise der Provinzen Rheinland und Westfalen eine Kundgebung zu Gunsten der Militärvorlage statt. Die von dem Eisenbahnminister Herrn Thielen Heren W hlvorsteher werden dishalb ergebenst unlängsg. gesmtgze, Peapegirgg der Eisenbahnwagen ersucht, die Wahlresultate, Verhandlungen über die zu Reitamrzwecen, um die Einnahmequellen seines Wahl am 3. Mai cs. Is. nach der Wahl spätestens Ressorts zu vermehren, soll, wie die„Bresl.= M.= aber am 4. Mai, vormittags, mir einzureichen. Ztg.= meldet, demnächst die weitere Einrichtung Der#mrat von Ruusch, im Gefolge haben, daß die Wagenabteile an einmorat Lehbeimer Rigiertigsrat v.—.(zelne große Unternehmer zur Auslegung von AnDeutsches Reich. noncenbüchern verpachtet werden, daß dagigen Verlegern von Eisenbahn=Zeitungen, Fermornfuhrern u. s. w. die bisherige Erlaubnis die zur Zeichnung aufgelegten 160 Millionen zur Verteilung ihrer Zeitungen auf den BahnsteiNat Vi, Reichsantlahterichtder Vetag dersoen etzgen vid. geu Vertiandung Kansel letzteren 3 Milliarden Mark. Dieser Umstand] Wie aus der jetzt vorliegenden Vegrundung Handel Ueber die Reichsanleihe und Militärvorlage sämtlichen schreibt die„Post“ an leitender Stelle. Durch Fremdenführ bezüglich des Antrages Karkowa, wonach den Arbeitern das allgemeine Stimmrecht nicht bewilligt werden soll. Riesenmeetings finden am Montag in Salonvière und Dienstag in Brüssel zur Bekämpfung des Antrages Karkowa statt. Frankreich. Die Bildung eines neuen französischen Kabinetts ist nunmehr am Dienstag dem Unterrichtsmin ister im früheren Kabinett, Dupuy, gelungen. Das neue Ministerium setzt sich folgendermaßen zusammen: Präsidium und Inneres Dupuy, Aeußeres Develle, Finanzen Peytral, Justiz Guérin, Unterricht Poincaré, Terrier, Krieg Loizillon, Marine ledteren 3 Millarden Mark. Dieser Uxstand, Wie aus der jet vorliegenden vegeuacdung spanvet Terier, Krieg Loizilon, Marine wird von der der Militärvorlage feindlichen der Eisenbahnvorlagen ersichtlich ist, sollen die Rieunter, Arbeiten Viette und Ackerbau Viger. benutzt, um gegen diese Stimmung zus für die Beschaffung von Betriebsmitteln für Dupuy, der sich in der Kammer eines großen Prese benutzt, um gegen diese Stimmung zu für die Beschaffung machen, und zwar wird zu diesem Ende nicht die bestehenden Staatsbahnen geforderten 15 blos die Höhe der Reichs anleihen, sondern auch Mill. zur Beschaffung von etwa 100 Lokomodie Natur der dadurch befriedigten Ausgabe= tiven, 400 Personenwagen und 2000 bedürfnisse herangezogen. Die Thatsache ist und Güterwagen verwendet werden. Sinnsprüche, Denksprüche, Sprüchwörter 2c. Will einer wissen, wer er sei, Der scheite seiner Nachbarn drei: Wenn's ihm dann zweie auch vertragen, Der dritte wird es ihm wohl sagen. ** Der liebt viel nicht, der es spricht, Viel nur liebt, wer viel erduldet; Liebe, die des Leid's gebricht, Noch der Liebe Thaten schuldet. „ner Tharin. * Für Eines mußt du dich voll entscheiden, Die Fledermaus mag niemand leiden. *—„ * Glücklichen ist nicht verliehen, Ansehens erfreut, ist gemäßigter Republikaner. Von armem Herkommen, hat er sich durch eisernen Fleiß eine ausgezeichnete Bildung verschafft. Besonders bewandert ist er auf dem Aeußeren, ebenso wie die Portefeuilles des Krieges und der Marine in denselben Händen verblieben sind. Viette und Viger haben auch schon in früheren Kabinetten das Amt des Arbeits= resp. Ackerbauministers bekleidet. Die Aufnahme, die das Kabinett Dupuy in Deputiertenkreisen findet, ist im ganzen wohlwollend. Freilich sind nicht alle Parteien mit seiner Zusammensetzung zufrieden, aber die Mehrheit will ihm Zeit lassen zu zeigen, was er kann. Rußland. Die Cholera ist in Rußland trotz des harten Winters nicht zum Erlöschen gebracht worden. Cholerafälle sind neuerdings auch in Petersburg vorgekommen. Nach amtlichen Meldungen wurden in folgenden Gouvernements bezw. Städten Cholerafälle festgestellt: In Podolien vom 29. Januer bis 28. Februar 455 Erkrankungen und 111 Todesfälle; in Kiew vom 6. bis 19. Februar 2 Erkrankungen und 2 Todesfälle; in Kursk vom 13. Januar bis 12 Februar 2 Erkrankungen, Todesfälle; in Jekaterinaclaw vom 13. bis 27. Februar 1 Erkrankung und 1 Todesfall; im Dongebiet vom 7. bis 23. Februar 23 Erkrankungen und 2 Todesfälle; in Sarabow vom 13. bis 27. Februar 23 Erkrankungen und 13 Todesfälle; in Nha vom 15. bis 22. Februar 20 Erkrankungen und 16 Todesfälle; in Alexandropol(Eviwan) am 8. März eine Choleraerkankung. Ferner wurden choleraverdächtige Erkrankungen amtlich gemieldet: aus Rostow eine am 6. März, aus Jelez vom 2. bis 4 März und Astrachan vom 6. bis 8. März. In verschiedenen Teilen Finlands herrscht bekanntlich große Not und der Zar hatte zur Linderung derselben Geldsammlungen im ganzen russischen Reiche gestattet. Das finländische Zu begreifen fremdes Weh. *„* Liebe ist Honig— D’rum sachte, sacht: Vor dem Stachel der Biene Hab' Acht, hab' Acht! ** Nicht bloß lernen sollst du die Wahrheit, Auch nicht bloß die Wahrheit denken, Ja, sie reden selbst genügt nicht, Denn das Leben soll sie lenken. ionmen, als pie dise zu diser Mianute geloenma sind,“ entgegnete Flora bestimmt. „Florchen," warnte die Mutter,„verscherze Dir die gute Versorgung nicht. Du bist nichts und hast nichts, und der Rektor ist ein angesehener Mann, ist vermögend—“ „Der schon noch eine Frau bekommen wird," ergänzte die Tochter ruhig. „Aber sprich, willst Du denn Dein Leben lang unter fremden Leuten bleiben, Flora?“ „Sorge Dich deshalb nicht um mich, liebes Mütterchen," sagte Flora, während ihr Blick, der vorwurfsvoll auf der Mutter geruht hatte, sich aufhellte;„ohne Liebe heirate ich niemals; wenn ich aber einen Mann lieb habe, dann wird mir sicher das Los an seiner Seite nicht zu schwer sein, wenn es auch ein sorgenvolles sein sollte. Deine Sorgen sollen Dir durch mich gewiß nicht vergrößert werden, wenn ich auch nicht des Rektors Frau werden kann. Und nun, Sophie," wandte sie sich zu der Schwester,„brächtest Du mir wohl Hhut und Mantel hierher! Lieber Himmel,“ setzte e(oe sagze ben. sie, nach dem Schlag der alten Kirchenuhr horchend, Der Rektor lächelte selbstgefällig.„Und wenn betroffen hinzu,„da schlägt es wirklich schon halb nun dieser fremde Herr ein Freund Ihrer Familie,[fünf, und ich werde nun meinen Weg durch das wenn es der Rektor Gabriel aus Gundhausen ist—“ Kirchenholz nehmen müssen, um rechtzeitig wieder „Das kann keiner wissen, der uns begegnen daheim zu sein.“ könnte. Nein, nein, ich danke Ihnen vielmals,„Nein, Flora,“ ließ sich da plötzlich die aber es geht wirklich nicht an!“ Stimme des Brüderchens vernehmen,„durch das „Und was sagen Sie dazu, Verehrtester?" Kirchenholz darfst Du nicht gehen, denn Sabine wandte sich der Rektor an den Hausheren. lsagt, daß es darin spuke. Ich gehe auch mein Doch dieser hatte den angstvoll bittenden Blick Lebtag nicht dahin, denn ich fürchte mich vor dem der Tochter verstanden, und den Gast auf die alten Hutzelbauer, der dort umgeht.“ Schulter klopfend, sagte er lächelnd:„Ich denke,] Die Schwester drohte lächelnd nach dem Winkel. wir spielen eine Partie Schach und lassen uns„Laß Du nur den Vater solche Geschichten hören; ein Gläschen Punsch schmecken, das meine Frau dann schickt er Dich gewiß abends dunkel nach dem unterdessen gebraut. Komm wohl heim, Florchen, Boden, um Dir das Fürchten abzugewöhnen! und vergiß nicht, Herrn Heisterberg meinen Gruß Solltest Dich übrigens schämen, Gottfriedchen; zu bestellen.“ lbist ein Junge, der dereinst ein Mann werden Flora drückte tief aufatmend die dargereichte will, und läßt Dir von einer alten Frau solch Band, knixte flüchtig vor dem verblüfft dastehenden dumme Geschichten weiß machen! Und nun lebt eektor und hätte, als sie hastig aus der Thür wohl und behaltet die Flora in gutem Andenken." # due, beinahe die Mutter zur Seite gerannt, die Die sechs Geschwisterarme, von denen sich die nuc einem Wörtchen von da drinnen gelauscht Sprecherin im Augenblick umschlungen fühlte, und eeeen mochte. Auf einen Wink derselben folgte die weichen Lippen, die sich auf die ihren preßten, wit B.. in die Küche, wo Schwester Sophie mußten sie mit der scheinbaren Härte der Mutter — verdereitungen zum Abendbrot beschäftigt war, wohl versöhnt haben, denn herzlich drückte sie derkauerns— Luischen aber in einem Winkel selben jetzt die Hand zum Abschiede und schrit Schwes Lebluchen kosteten, womit die gütige dann rasch hinaus.— —ecter sie bei ihrem Kommen beschenkt. Das Kirchenholz war ein uralter, zum Kirchendie ge— wie weit seid ihr mit einander?“ fragtel bezirk gehöriger Nadelholzbestand, der sich, dicht eteein gespannt, aber in gedämpftem Tone. an die kleinen Hausgärten am hinteren Ende des — Weiden niemals weiter mit einander Dorfes anschließend, wohl eine gute halbe Stunde wit astecte. Ein oielsch densgter Fahzsch zog sich durch das Gehölz, dem Wanderer, der nicht nötig hatte, die den vielfachen Windungen des Flusses folgende Chaussee zu passieren, den Weg nach der nächsten Stadt fast zur Hälfte verkürzend. Es war zu jeder Jahreszeit ein genußreicher Weg unter den alten Fichten und Tannen hin, mochten sie, in der heißen Sommerluft sich badend, den starkwürzigen Atem ausströmen, oder wie heute den weißen Wintermantel umgehangen haben. Steif und stumm wie Grenadiere, denen der Reif in den struppigen Bärten hängt, standen sie da, während eine von Ast zu Ast hüpfende Krähe mit den schwarzen Augen neugierig die einsame Wanderin musterte, die mit gesenktem Kopfe eiligen Schrittes daherkam. Es war Flora, der nach den Erlebnissen der letzten Stunden die Stille des Waldes gar wohlthat, wo kein Laut ihren Gedankengang störte und keine Begegnung mit Menschen sie von ihrer Einkehr in sich selber ablenkte. Und dabei schien sie es gar nicht zu bemerken, daß bereits seit einer Weile die weißen Flocken dicht und dichter fielen und den schon ohnehin winterlichen Weg immer mehr verwehten. Wie oft bei jeder Tageszeit war sie den Weg in den sechs Jahren gewandert, während welcher sie anfangs zur Stütze und bald darauf als Pflegerin der verwitweten Frau Heisterberg ihre jetzige Stelle inne hatte, zu welcher die Befürwortung ihres Taufpaten, des Doktor Wille, ihr verholfen. Es war bei aller Arbeit, allen schweren Tagen und durchwachten Nächten doch eine glückliche Zeit gewesen, die sie jetzt im Geiste noch einmal durchlebte. Die alte Frau, der sie vor einem Jahr in tiefem, aufrichtigem Schmerz die Augen zugedrückt, hatte es trotz der Strenge ihres Wesens doch mütterlich wohl mit ihr gemeint, ihre praktischen Fähigkeiten vervollkommnet und ihr alle Gelegenheit geboten, daneben auch ihren Geist fortzubilden. Wie sehr sie selber aber Floras Charakter und Fähigkeiten zu schätzen verstand, das hatte die Verstorbene am besten dadurch bewiesen, daß sie noch auf ihrem Totenbette den einzigen Sohn ermahnt hatte, das in Freud und Leid erprobte Mädchen nicht wieder von sich zu lassen. So war denn Flora auch nach dem Tode der Haussrau in ihrer bisherigen Stellung verblieben und hatte es sich angelegen sein lassen, das Hauswesen im Sinne der Verstorbenen weiter zu führen und es ihrem nunmehrigen Herrn wenigstens äußerlich nicht fühlbar werden zu lassen, daß er die liebevoll sorgende Mutter verloren. Daß e al üise hasäch die gaunste Gerzastandie, die verständnisvolle Teilnehmerin an allen seinen Bestrebungen und Unternehmungen eingebüßt, dies wußte niemand besser als Flora, die jahrelang Zeuge des beglückenden Zusammenlebens von Mutter und Sohn gewesen war, und sie allein war auch im stande zu ermessen, was ein solcher Verlust für einen Menschen von so edlem Herz und Sinn zu bedeuten habe; denn ein Sonderling war und blieb der jetzige Besitzer der alten, weit und breit bekannten Firma Heinrich Fürchtegott Heisterberg, mochten auch die Gerüchte von seinen Eigentümlichkeiten in den meisten Fällen weit übertrieben sein. Aber wenn auch andere, die dem Manne ferner standen, dessen zurückgezogenes Leben für Menschenscheu auslegten, so wußten doch die Armen und Hülfsbedürftigen in Stadt und Land, daß niemand ein wärmeres Herz für seine bedrängten Brüder habe als er, der getadelte Menschenfeind, und der alte schweigsame Buchhalter hätte es allen Zweiflern und Neidern schwarz auf weiß beweisen können, daß dem umfangreichen, blühenden Geschäft kein Nachteil daraus erwuchs, wenn der Leiter desselben in seinen Mußestunden mit Vorliebe Künste und Wissenschaften pflegte. Für Flora aber war er ein Mann, dem sie ihre unbegrenzte Verehrung entgegenbrachte. „Setze Dir keine Grillen in den Kopf," hatte die Mutter gewarnt; ach, was würde sie erst gesagt haben, hätte sie gewußt, daß anstatt einer flüchtigen Grille im Kopf, eine erste, heiße Liebe in dem Herzen schlummerte, die kein elterlicher Machtspruch auszureißen vermochte, ohne gleichzeitig das davon erfüllte Herz selber zu brechen. „Arme Mutter,“ sagte Flora bei sich selber,„ich kann Dir ja den Gefallen nicht thun, fürwahr, ich kann es nicht! Mag es mich auch immerhin um eine gesicherte Lebensstellung bringen, und werde ich mich, wenn ich nicht jung sterbe, bis in meine alten Tage von meiner Hände Erwerb sorgenvoll ernähren müssen, so kann ich doch mit diesem Bilde im Herzen keines anderen Mannes Weib werden, wenn es nicht sein und mein Unglück werden soll. Aber fort will ich, freiwillig fort aus seinem Hause, seiner Nähe, um mir nicht den Selbstvorwurf machen zu müssen, ich sei zu feig gewesen, mein eigenes thörichtes Herz zu bekämpfen. Und ist es nicht tausendmal besser und ehrenhafter, ich gehe von selber und gehe gleich, ehe vielleicht eines Tages er oder eine junge Frau mich gehen heißen?“ (Fortsetzung folgt.) — Notstandskomitee hat nun aber öffentlich bekannt gegeben, daß es keine weitere Verwendung für Spenden habe. Gleichzeitig erklärten finische Blätter, daß es für Finland erniedrigend sei, Almosen von einem fremden Volke anzunehmen, und daß die russischen Spenden für Finland eher nachteilig als nutzbringend sein werden. Darüber sind nun die Russen wütend, und ein Tagesbefehl des Generalgouverneurs von Finland erteilt dem Vorsitzenden des finischen Notstandskomitees, General Neowius, für sein„taktloses, der Aufgabe des Komitees widersprechendes Vorgehen“ eine Rüge, und warnt vor ähnlichen Kundgebungen in der Zukunft. In der Rede des Ministerpräsidenten Gladstones war der Absatz bemerkenswert, worin er Deutschland als ein gelungenes Beispiel für die Home=Rule=Vorlage anführt, weil dies zu den äußerst seltenen lobenden Auslassungen Gladstones über Deutschland gehört. Er sagte wörtlich: Es ist unmöglich, für die Home=Rule Vorlage einen stärkern und beweiskräftigern Fall vorzubringen als Deutschland. Das deutsche Reich wurde gegründet auf Grundlage vollster Anerkennung der selbständigen Lokaleinrichtungen, mit Ausschluß der Einmischung in die innern Angelegenheiten der Einzelstaaten und durch strenge Beschränkung der Vereinigung auf jene Angelegenheiten, welche ausschließlich Reichsangelegenheiten sind. Amerika. Die Zurüstungen für die Weltausstellung in Chicago werden immer umfassender ihrem Abschluß entgegengeführt. Deutschland wird zur rechten Zeit fertig sein. Das deutsche Haus in der Weltausstellung ist am Geburtstage des Kaisers eingeweiht. Die Handelszeitung in New=York schreibt: Deutschland wird unter allen Nationen des Aulandes auf der Weltausstellung in Chikago den hervorragendsten Platz einnehmen. Bis jetzt sind 5077 Aussteller angemeldet, welche 230 Städte und Dörfer repräsentieren. Auf Berlin kommen davon 283, auf München 187, Leipzig 149, Frankfurt 55, Hamburg 57 und Chemnitz 41. Aus 40 Städten werden sich mehr als 10 Aussteller beteiligen.— Zu den bemerkens wertesten deutschen Ausstellungsobjekten dürfen die aus den Stahlwerken des Kanonenkönigs Krupp in Essen stammenden Industrieerzeugnisse gehören, deren Ausstellung nicht weniger als 6 Millionen Mark kostet. Davon entfallen auf Transport=Ausgaben allein eine Million. Bekanntlich mußte für die 123 Tons=Kanone der Spezialdampfer„Lonqueil“ gemietet werden, welcher nächster Tage in Philadelphia eintrifft Krupp beabsichtigt durchaus keinen Gewinn von der Ausstellung herauszuschlagen, sondern hat sich zu derselben nur auf Anregung des Kaisers entschlossen.— Die Königliche Porzellanmanufaktur zu Meißen verkauft alljährlich fast den vierten Teil ihrer gesamten Verkaufsware nach Amerika. Es ist daher wohl begreiflich und gerechtfertigt, wenn die Manufaktur beschlossen hat, die Weltausstellung zu Chikago möglichst glanzvoll zu beschicken, um neue Absatzquellen für ihre Erzeugnisse in den Vereinigten Staaten und weiterhin zu suchen. Mehr als 1000 einzelne Gegenstände sind für die Ausstellung zusammengestellt, ja größtenteils besonders für die Ausstellung angefertigt worden. Der Stadtrat der amerikanischen Millionenstadt Chicago, welche bekanntlich zum dritten Teil von Deutschen oder Amerikanern deutscher Abstammung bewohnt ist, hat den Geburtstag des Begründers des deutschen Reiches, Kaisers Wilhelm I.(22. März) für einen gesetzlichen Feiertag erklärt, an welchem alle stättischen Aemter geschlossen bleiben müssen. China. Die„Gazeta" veröffentlicht aus Peking ein Dekret, nach welchem die Kaiserin=Witwe anläßlich ihres 60. Geburtstages 2½ Millionen Frks. für Wohlthätigkeitszwecke bestimmt und alle Geschenke zur Feier ablehnt. Schwerte, 8. April. Wiederholt möchten wir darauf hinweisen, daß der Termin für die Benutzung der bisherigen Frachtbrief=Formulare mit dem 30. Juni d. J. abläuft. Die neuen vorgeschriebenen Formulate für den Verlehr auf den deutschen Eisenbahnen müssen mit dem 1. Juli gebraucht werden, und steht eine Verängerung dieser durch Bundesratsbeschluß festgesetzten Frist nicht zu erwarten.„ Schwerte, 8. April. Vom 1. Aprnl ao sind die deutschen Reichs=Postanstalten gemäß Allerhöchster Verordnung mit neuen Postflaggen ausgerüstet. Die neue Postflagge bestehl aus drei Streifen in den Farben schwarz, weiß und rot; in dem weißen Streifen ist die Kaiserkrone mit dem Posthern angebracht. Schwerte, 30. März. Der in der gestrigen Stadtverordneten=Sitzung festgesteüte Kämmerei=Etat für 1893/94 weist folgende Haup=Einnahme=Posten nach: Grundeigentum 9426.17 K. Zinsen von Aktiv= Kapitalien 6307,19 M, aus Berechtigungen 4881,80 M., Kommunaisteuern und sonstige Abgaben 107322,94 M., durchlaufende Einnahmen 60 059.74 K, während die Ausgaben aus folgenden Hauptposten sich zusammensetz u: Verwaltungskosten 21331,06 J, Pensionen und Wartegeld 1100 M. Aussichts= und Kulturkosten 4042.10 M. Z'usen von Passiv=Kopitalien 2725,50 K, Umerhaltung der Gebäude und Straßen 17 396,32 A für Straßenreinigung und Beleuchtung 3075 K, Kirchen und Schuln 53302,60 M, für die A pflege 16171,05 M. zur Tilgung von Schulden 1030,85 F, deichlaufende Ausgaben 60 052 41 MA Schwerte, 10. April. Heute weilt Herr Provinzial=Bauinspektor Ludorff in unserer Stadt, um die alten Bauten(die Kirchen, das Rathaus u. s. w.) und Altertümer bis auf das Jahr 1800 photographisch aufzunehmen Die Bilder dienen einem wissenschaftlichen Werke, das noch in diesem Jahre für die ein zelnen Kreise herausgegeben werden wird. Die Gelder zu diesem Unternehmen sind von den Landständen bewilligt. Schwerte, 10. April. Am Freitag wurde der Hebamme Frau Broll hierselbst von dem Herrn Bürgermeister Mönnich eine schöne Brosche aus massivem Golde, Geschenk Ihrer Majestät der Kaiserin anläßlich der 50jährigen Thätigkeit der Frau Broll als Hebamme, feierlich überreicht. Die Brosche ist ein Kunstwerk unserer Goldschmiede. Auf einem Kranze liegt die Kaiserliche Krone. Darunter trägt ein Band die Worte:„Treue Dienste"; unten bildet ein oxydierter Engelskopf den Abschluß. Das Ganze faßt der erwähnte Kranz zusammen. chwerte 8. April. Der Rektor der Tierärnlichen Hochschule, Professor Dr. Dieckerhoff, aus dem henachharten Lichtendorf gebürtig, wird vom Ministerium für Landwirtschaft als Staatskommissar für en zur Leltausstellung nach Chicago geWestfalen und Rheinland. Schwerte 8. April. Das ganz eigenartige Früh=Frühlingswetter scheint sich in Permanenz erklären zu wollen: am Tage sommerliche Wärme bei prächtig blauendem Himmel, kühle Abende und kalte Nächte, meist noch bereifte Wiesen bringend. Trotzdem geht das Grünen und Blühen lustig vorwärts. Es wird schöner mit jedem Tag. Und kommt man zur Zeit an den Rhein, so staunt man jetzt, wo es sonst in der Natur noch recht kahl und öde zu sein pflegte, eine wahre Maienpracht zu schauen; die Kirschbäume stehen in der Blüte, nicht minder die Psirsiche und Aprikosen, Birnen und Pflaumen erschließen ihre Knospen; auf den Gartenbeeten und in den öffentlichen Anlagen prangen und duften die Hyacinthen neben dem Heere bunter Tulpen; die Kastanienbäume tragen herr lichen hellgrünen Blätterschmuck, imgleichen der spanische Flieder und andere Zi rhäume und=Sträucher. Bringt der April schon uns solche Wonnen, was soll der Ma erst bieten?!—— Hoffentlich nicht das Gegenteil, einen doppelt empfindlichen Rückschlag. Schwerte, 8. April. Rudolf Falb entschuldigt in seinem neuesten Witterungsbericht den Wetterreinfall am 1. April mit der großen Trockenheit, die über den ganzen Kontinent verbreitet sei und das Fehlschlagen der Prognose verschuldet habe. Der kritische Tag habe am Abend des 31. März durch allgemein verbreitet gewesene Cirruswolken eine leise Markierung erfahren; ein keitischer Termin müsse theoretisch schon sehr hervorragend sein, wenn er nach so lange anhaltendem atmosphärischen Hochtruck zur Geltung kommen solle. Für den 16. April prognostiziert Falb nun heftige Niederschläge und einen Finsternistag. Wenn derselbe auch nicht die Höhe des 28. März vom Vorjahre erreiche, so stehe er doch an der Spitze der kritischen Tage für 1893. Ob's zutreffen wird. Veterinärwes sandt. Dortmund, 10. April. Der sozialdemokratische Abgeordnete Bebel wird, wie es heißt, in der nächsten Zeit hierselbst Vorträge halten. Iserlohn, 10. April. Eine Kundgebung zu Gunsten der Militärvorlage hat am Sonntag hierselbst seitens patriotisch gesinnter Männer stattgefunden. Hagen, 10. April. Der vielgenannte Landrichter Dr. Liebmann zu Frankfurt a. M., gegen den die Dis#ipling kammer auf Strafversetzung erkannt hatte, tritt seine neue Stellung am hiesigen Landgerichte nicht Er hatte sich zu ächst beurlauben lassen und stellt jetzt den Antrag, ihn aus dem Staatsdienste zu entlessen und in die Liste der Rechtsanwälte beim Oberlandesgericht Frankfurt a. M. einzutragen. Witten, 7. April. Wie gemeldet wird, wird der neugegründete„Märkische Sängerbund“ sein erstes Versandsfest in unserer Stadt abhalten. Mit dem Fest soll ein Gesangwettstreit verbunden werden. Witten, 1. April. Ueber einen Raubmord, wie er mit wohlüberlegter Raffiniertheit dieser Tage in dem sog.„Jammerthal" bei Sprockhövel ausgeführt worden ist, wird folgendes mitgeteilt: Der schon im reiferem Alter stehende Viehhändler A. am Grünebaum aus Herbede erhielt am verflossenen Montag angeblich von einem langjährigen Geschästs reunde aus Sprockhövel die Nachricht, doch direkt mit einer größeren Summe Geldes, man spricht von 2000 Mt., nach dort zu kommen, da ein gutes Geschäft zu machen sei. Grünebaum machte ich sofort auf den Weg, indessen erhielt schon am olgenden Tage seine Frau aus Sprockhövel folgendes Telegramm:„Liebe Frau! Ich komme heute nicht zurück, nicht eher bis nächsten Sonntag! Dieses Telegramm kam der Frau verdächtig vor und als sie bei dem Briefschreiber sich erkundete, erhielt sie die Antwort, daß ihm dieser Fall nich bekannt, ihr Mann auch nicht bei ihm sei. Nun mehr angestellte Nachforschungen ergaben, daß der Viehhändler Grünebaum mit dem Wirt und Viehändler Uebelgünn aus Sprockhövel gesehen worden ei, letzterer ein wohlhabener Mann, ist seit Mittwoch spurlos verschwunden; dagegen hat man Grünebaum in der Nähe des Uebelgünnschen Besitztums erschlagen und beraubt vorgefunden. Unzweifelhaft ist die That von diesem und seinen Helfershelfern ausgeführt worden, denn es steht fest, daß das Telegramm an die Frau des Ermordeten von einem jungen Manne von schlankem Wuchs aufgegeben und auch Grünebaum mit Uebelgünn in einem Wa gen zusammen ausgefahren; ist. Mögen die von der Gendarmerie eifrigst betriebenen Ermittelungsversuche den gewünschten Erfolg haben und zur Verhaftung des oder der Mörder führen. Der Leichnam des ermordeten Grünebaum ist heute(7. März) in dem oberhalb des Hauses des Mörders Uebelgünn entstandenen Tagesbruche, 3 Fuß tief, von einem Sacke umhüllt aufgefunden. Der Hals des Er mordeten ist bis zum Halswirbel durchschnitten. Bochum, 6. April. Wie verlautet, ist dem Chefredakteur Fusangel seine Stellung an der„Westf Volkszeitung gekündigt worden. Derselbe soll beabsichtigen, diesem Organ durch Gründung eines nenen hier erscheinenden Blattes K nkurrenz zu machen. Unna, 6. April. Heute morgen ist auch noch der Sohn des Brennereivesitzers Hovelmann als ein Opfer des Brandunglücks vom 19. Nov. v. J. gestorben. Der Verstorbene hatte sich z. Z. noch gerettet, da bei aber viele Brandwunden bekommen, sodaß an seinem Aufkommen gezweifelt wurde. Nachher ging es etwas besser, doch stellte sich ein Blasenleiden ein. Vorgestern soll der Verstorbene noch Reste von angebranntem Stroh ausgehustet haben. Die trauernden Eltern verlieren einen braven Sohn und sind zu bedauern. Hamm, 5. April. Eine hiesige Frau hatte Ende voriger Woche gelegemlich des Feueranmachens die Streichholzschachtel auf den Kinderwagen gestellt, in dem das 2½jährige Töchterchen schlief. Als das Kind erwachte, leckte es den Schwefel von sämtlichen Streichhölzchen; leider gewahrten die Eliern das Vorgefallene erst, als sich die Symptome der Vergiftung zeigten. Der nun noch rasch hinzugezogene Arzt konnte die Kleine nicht mehr retten, und es erlag dieselbe nach einigen Stunden ihrem Leiden. Eine erneute und zugleich schreckliche Mahnung für alle Eltern, Streichhölzchen und alles andere, was den Kindern gefährlich werden kann, aus ihrem Bereich zu entfernen. Menden, 8. April. Ein frecher Raubanfall wurde am Freitag abend an dem hier öfters mit Strohladungen durchkommenden Fuhrmann Stute cus Büderich verübt. Als derselbe, auf der Rückfahrt begriffen, mit seinem Gefähr in der Nähe von„Nachtigall“ (bekannt durch einen vor Jahren an einem jungen Mädchen begangenen Mord), zwischen Schwitten und Wickede gelegen, angelangt, wurde er plötzlich von 3 Strolchen angefallen, die ihn seiner ganzen Barschaft im Betrage von über 400 Mark, den Erlös des verkauften Strohes, beraubten. Nicht genug damit, traktierten die Unholde den Beraubten arg mit Messerstichen. Der Fuhrmann liegt im Restaurant Hauß zu Wickede lebensgefährlich verletzt darnieder. Arnsberg, 5. April. Gestern brach in dem städtischen Walde auf der Hellefelder Höhe ein Waldbrand aus. 40 Morgen, darunter über die Hälfte beinahe haushohen Tannenbestandes, ist vernschiet worden. Es ist ein Jammer! Siegen, 31. März. Eine grausige That, über deren Einzelheiten noch nicht völlige Klarheit herrscht, ist in gestriger Nacht in Weidenau verübt worden. Bekanntlich entwichen vor einigen Tagen aus dem hiesigen Gerichtsgefängnis drei Verbrecher, darunter der Wilddieb Dietrich. Trotz angestrengtester Thätigkeit gelang es der Polizei nicht, die Ausbrecher wieder einzufangen, als sie aber erfuhr, daß Dietrich sich in seiner Wohnung in Weidenau habe blicken lassen, wurden einige Polizeibeamte und Gendarmen beauftragt, den gefährlichen Menschen dingfest zu machen. Allein Dietrich war schlauer; er hatte sie kommen sehen und entfloh zum zweiten Male. Einige Schüsse, die ihm ein Gendarm nachsandte, gingen fehl, da es bereits dunkel war, und ein Absuchen der Gegend blieb ohne Erfolg. Als man am andern Morgen die Wohnung des Flüchtling betrat, bot sich ein grausiges Bild den Eintre tenden dar. Am Boden in einer großen Blut lache lagen die Frau Dietrich und deren drei Kinder: letzteren waren die Hirnschalen eingeschlagen, die Frau blutete aus einer bedeutenden Schnittwunde am Halse. Da alle vier Personen noch lebten, brachte man sie in das Krankenhaus, aber die Verletzungen, namentlich die der Kinder sind derart, daß ihr Leben auf dem Spiele steht. Die Frau behauptete, nicht ihr Manu, sondern sie selber habe ver sucht, sich und ihre Kinder, aus der Welt zu schaffen; trotzdem nimmt man aber an, daß Dietrich der Thäter gewesen ist. Herford, 5. April. Ene Augen=Overatio wurde in der vorigen Woche von Herrn Dr. Dahren staedt an einem aus dem lippischen Lande stam nenden Mädchen ausgeführt, die von ganz besonderem Intr esse war. Die Patientin litt seit Jahren an einer Erkrankung des linken Auges, dessen Sehkraft bereits erloschen war. Der Arzt stellte fest, daß sich im Auge eine Bandwurmfinne eingenistet habe. Da das Vorkommen eines solchen Parasiten im Auge selten ist, reiste der Arzt mit seiner Patientin nach Berlin, wo er in Anweseuheit des Professors Hirschberg den schädlichen Eindringling entfernte. Das Mädchen, welches nunmehr von der Gefahr befreit ist, auch das andere Augenlicht zu verlieren, wird, nachden die Operation glücklich verlaufen ist, ein künstliches Auge nicht nötig haben, da an dem Auge kaum etwas wahrzunehmen sein wird. Es ist festgestellt, daß die Person Fleisch von einem finnigen Schweine genossen hatte. Das zeigt wieder einmal, wie notwendig die strenge Durchführung der Fleischschau ist. Braubauerschaft, 5. April. Eine leichtsinnige Wette, welche beinahe ein Menschenleben gekostet hätte, ging ein polnischer Arbeiter zu Braubauer schaft ein. Derselbe trank für einige Groschen inner halb 3 Minuten einen Liter Schnaps, fiel aber gleich darauf besinnungslos zu Boden und der Schaum trat ihm vor den Mund. Dem hinzugerufenen Arzt gelang s erst mit vieler Mühr die Lebensgefahr zu beseitigen. Barmen, 7. April. Die sechs Verbrecher, welch den Bleichere.besitzer Müller hier ermordet und den Soldaten Vesper lebensgefährlich verletzt haben, wurden am Somstag in das Arresthaus eingeliefert. Der Gefängniswagen mußte unterwegs von Polizeibeamten beschützt werden, da die dem Transport zuschauende Volksmenge Neigung zeigte, an den Scheusalen Lynchjustiz zu üben. Den tötlichen Säbelhieb hat ein 19 jähriger Fabrikarbeiter geführt. Sonnborn, 30. März. Daß es auch ehrliche Betttler giebt, beweisen die„Wupperth. Volksbl. durch folgende Mitteilung: Ein armer arbeitsunfähiger Mann aus Elberfeld bittet regelmäßig an einem bestimmten Tage um ein Almosen in einer hiesigen Arbeiter familie. Die Hausfrau überreichte ihm zwei Zweipfennigstücke; doch wie bekümmert ist sie, als sie nachher sich davon überzeugt, daß sie statt eines Zweipfennigstückes ein Goldstück von 10 Mark dem Armen gegeben hat. Kinder des Hauses bemühen sich nachher, den wider Willen überreichlich beschenkten Bettler aufzufluden, aber vergebens. Schon macht man sich mit dem Gedanken vertraut, daß das„Goldfüchschen verloren sei. Doch wie groß ist das Erstaunen, als nach Verlauf von einem halber Tage der Bettler den weiten Weg von Elberfeld mit gelähmten Beinen zurückgelegt hat und bei der verblüfften Hausfrau erscheint mit den Worten:„Gute Frau, Ihr habt Euch verthan, dies Goldstück gehört Euch; als ich zu Hause den Iertum gemerk“, da brannte es mir unter den Füßen, denn da sei Gott vor; unrecht Gut bringt keinen Segen. Die Freude über die Ehrlichkeit des armen lahmen Mannes und das heimgekehrte Füchslein war so groß, daß der arme Mann ein reichliches Geschenk von der Hausfrau erhielt. Die Nachbarn, welche rasch Kunde erhielten von dieser seltenen Eorlichkeit, knauserten auch nicht mit milden Gaben. Der Arme aber humpelte frohgemut heim: denu er hatte heute einen guten Tag gehabt. Das Sprüchwort ist wieder wahr geblieben:„Ehrlich währt am längsten= geblieben:g April. Wie man hört, hat der Beirat Essen, 9. April. Wie man hört, hat der Beirat des Ruhrkohlen=Syndikats beschlossen, die Förderung nicht einzuschränken. Die Einschränkung hätte nur durch freiwillige Entschließung der Zechen zu geschehen nelche hiernach nicht willens zu sein scheinen, den von den Käufern(Händlern) vielfach gewünschten Aufschub in der Lieferung der verschlossenen Mengen zu gewähren. Für den Kohlenmarkt befürchtet man bekanntlich aus der Fortsetzung der bisherigen starken Kohlen. versendungen nachteilige Folgen. Das Syndikat kann aber einstweilen hieran nichts ändern, weil seine B, fugnisse für die Enschränkung der Förderung und füdie Preisbemessung sich nicht auf die vor seinem Ins. lehentreten gemachten Abschlüsse erstrecken. Düsseldorf, 1. April. Hier nahm der städtische Hundefänger in brutaler Weise einen kleinen harmlosen Mops einer alten Dame gefangen, welchn Halsband und Kordel hatte. Alle Passanten waren über das Verhalten des Menschen empört. Einige Mädchen nahmen die Frau unter den Arm und eilten dem Hundefänger nach, um demselben das Fanggeld einzuhändigen. Die Dame wurde infolge der Anstrengung ohnmächtig und mußte in ein benachbartes Haus gebracht werden, wo sie bald nachher am Herzschlag gestorben ist. Reden, 10. April. Sechs Knaben im Alter von 7 bis 14 Jahren aus dem Bergmannsorte Reden bei Saarbrücken hatten den Entschluß gefaßt, auf Abenteuer auszuziehen und diesen Entschluß auch am vorigen Montag ausgeführt. Drei von ihnen kehrten am andern Morgen nach einer im Walde verbrachten Nacht ins Vaterhaus zurück. Von den brei andern, Söhne von Eisenbahnbeamten, fehlt jede Spur. Saarlouis, 4. April. Musketier Heidmann vom Infanterie=Regiment Nr. 30 hat sich im Arrest erhängt. Hinter dieser Meldung verbirgt sich eine Fülle schauriger Greuelthaten, über welche Heidmann ein umfassendes Geständnis abgelegt hat. H. war während der Weinachtsfeiertage in seinem Heimatsorte Truchtersheim bei Straßburg auf Urlaub und traf dort einen 29jährigen Knecht, Auffinger, mit dem er früher zusammen auf einem Hofe gearbeitet hatte. Das Wiedersehen wurde gebührend gefeiert und die beiden Freunde begaben sich nach dem nahen Behlenheim. H. wußte, daß sein Freund ungefähr 30 Mk. bei sich hatte und machte mehrere Versuche, dem nicht mehr ganz nüchternen Auffinger das Geld zu entwenden. Da dies mit List nicht ging, versuchte er es mit Gewalt. Er warf den Wehrlosen zu Boden und drückte ihm so lange die Kehle zu, bis er tot war. Dann raubte er die Barschaft und fuhr andern Tags nach Saarlouis zurück. Hier bezahlte er einen vor den Festtagen erworbenen Extrarock, und dies lenkte zuerst den Verdacht der Thäterschaft des inzwischen bekannt gewordenen Mordes auf ihn. Er wurde verhaftet und nach langem Leugnen gestand er die That ein. Aber das war nicht sein einziges Verbrechen. Er gestand weiter ein, daß er vor seiner Militärzeit seinem Dienstherrn aus Rache Haus und Hof angesteckt habe und daß er einer Dienstmagd bei der Ermordung und Beerdigung ihres neugeborenen Kindes Hülfe geleistet habe. Am letzten Mittwoch besuchte ihn sein Vater, dem er alle diese Geständnisse wiederholte. Die Verhandlung gegen ihn sollte am nächsten Donnerstag beginnen; der Verbrecher zog es aber vor, durch den Selbstmord einer Verurteilung zuvorzukommen. * Eine interessante Szene aus dem Tierleben beobachtete dieser Tage jemand auf dem Königs. berge bei Detmold. In der Nähe eines Grabens, befand sich auf einem Acker eine Krähenschar. Plötz lich schoß aus einem Brombeergebüsch ein Wiesel hervor. Dasselbe sprang bis dicht an die Krähenschar heran, richtete sich hoch auf warf sich auf den Rücken und wiederholte diese Szene mehreremale. Dadurch sicher gemacht, näherte sich eine Krähe und stieß mit dem Schnabel nach ihm. Diesen Augenblick benutzte das Tierchen um die Frucht seiner List zu ernten. Es packte die neugierige Krähe am Halse und war mit seinem Opfer im nächsten Augenblick unter dem dichten Gebüsch verschwunden. * Dem Fürsten Bismarck hatte ein Berliner volitischer Klub als Geburtstagsangebinde einen fast meter„ langen Nagel mit sehr breitgehämmertem Kopf verehrt. Auf der Begleitkarte stand zu lesen:„Dies ist der Nagel, den Ew. Durchlaucht seit 1862 unentwegt auf den Kopf getroffen haben.“ Der liebenswürdige Scherz# erregte beim Fürsten sowohl, als bei seinen Gästen chen, 7. April. Die Gebäulichleiten für die in diesem Jahre im Juni hierselbst stattfindende deutsche landwirtschaftliche Ausstellung sind schon so weit vorgeschritten, daß der Plan des Ganzen in seinen Hauptlinien erkannt werden kann. Der Ausstellungsplatz auf der Theresienwiese umfaßt eine#### Raum von 24 Hektar und ist durch einen fast 2 Kil meter langen Bretterzaun abgeschlossen. Im ganzen kommen etwa 100 Ausstellungsgebäulichkeiten zur Ausführung, darunter solche von 150 Meter Länge. In folge des günstigen Wetters ist es möglich geworder, die Arbeiten so weit auszuführen, daß der festgesetz Eröffnungstermin mit Sicherheit eingehalten werden kann. Bereits hört man schon von angemeldet Massenbesuchen aus Nah und Fern und die sächsisa Eisenbahnverwaltung steht mit der bayerischen in U terhandlung wegen Einlegen von Extrazügen.—5 den im Juni hierselbst stattfindenden deutschen Feuerwehrtag hat Prinz Ludwig das Protektorat übernom men.— Der erst seit ca. 20 Jahren besteyende nem Münchener Zentralbahnhof erweist sich klein und muß erweitert werden. An den Osterfeiertagen mußten verschiedene Personenzüge außerhalb del Einsteighallen halten, und ihre Passagiere absetzen, auf den Perrons das Gedränge zu groß war. * Wegen Soldatenmißhandlung wurden der Un offizier Metz in Mühlhausen mit 10 Monaten Festunz und der Unteroffizier Neff von Hofmeier mit Monaten, sowie mit Entfernung aus dem Heer best ## am längsten.“ hat der Beirat die Förderung ung hätte nur n zu geschehen, einen, den von schten Rengen zu geei man bekanntstarken KohlenSyndikat kann weil seine Be, derung und für or seinem n. ier nahm der e einen kleinen. fangen, assanten waren npört. Einige Arm und eilten das Fanggeld folge der Anin benachbartes chher am HerzKnaben im s dem Bergn hatten den auszuziehen rigen Montag en am andern frachten Nacht brei andern, lt jede Spur. usketier HeidNr. 30 hat ieser Meldung Greuelthaten, fassendes Gewährend der Heimatsorte Urlaub und st, Auffinger, f einem Hofe en wurde geFreunde belenheim. H. 30 Mk. bei Versuche, dem nger das Geld st nicht ging, Er warf den ihm so lange Dann raubte Zusammensetzung des Dowe'schen * Ueber dirgu1# die„Magdeb. Zig. aus techPanzerstoffes(Fshnzg: Der Stoff ist annähernd drei nischer Quelle##ud besteht in der Hauptsache aus Zentimeter dich zjegenden Systemen von mäßig zwei hintereinan“e: Die Hohlräume zwischen diesen garken Stobl'“ zurch eine Masse aus Korkmehl und und ausgefül“ Hemittel. Das Ganze ist in Segelirgend einev; Inzwischen ist bekanntlich der i “- eingenay.„hnende Ingenieur Reindel inn toff aufgetreten. Tannhelm wohn# gleur neuen in9“ Schleßproben ergaben, daß Revolver und der in mit einem Die vorgenommere!!„Fhst auf kurze Entfernung wirkungslos Flinten“gag, abschlugen. In den nächsten Tagen angersiche mit dem Lebe'gewehr, sowie mit sollen Ve“ uud dem deutschen kleinkalibrigen G. wehr Mannlichzy#r#en, Der Stoff soll zweimal so leicht wie und sich zum Einlegen in wno ch,psche Maisse sein die Dowe“„anen. Man darf wohl auf die weitere die Unisor#der Sache gespannt sein. Geste,g Hündin, welche ein junges Kaninchen säugt, sitzt ein Kaufmann in Steglitz bei Brlin. Vor bes#: g Tagen warf dieselbe ein Junges, das aber tot z#x Weit kam. Die Hündin durchstöherte nun einen a und holte sich daraus ein neugeborenes Kaninchen, das sie nun mit wihrer Mutterliebe und Sorgfalt 1o pflig“, als ob es ihr eigenes Junzes wäre. Als man ihr das Kaninchen fortnahm, fing sie sämmerlich *###len und ruhte nicht eher, bis sie es wieder in Tags nach er einen vor sock, und dies häterschaft des kordes auf ihn. ngem Leugnen das war nicht jestand weiter seinem DienstHof angesteckt tmagd bei der s neugeborenen n letzten Mittn er alle diese Verhandlung donnerstag beber vor, durch ung zuvorzudem Tierleben f dem Königs. eines Grabens ihenschar. Plötzzüsch ein Wiesel t an die Krähen= if warf sich auf Szene mehrerenäherte sich eine ich ihm. Diesen um die Frucht e die neugierige einem Opfer im dichten Gebüsch ein Berliner volie einen fast metertem Kopf verehrt. :„Dies ist der 62 unentwegt auf enswürdige Scherz bei seinen Gästen die Gebäulichkeiten hierselbst stattfinstellung sind schon i des Ganzen in kann. Der Ausiese umfaßt einen einen fast 2 Kilossen. Im ganzen lichkeiten zur AusReter Länge. Inmöglich geworden, daß der festgesetzt eingehalten werden von angemelttel und die sächstschbayerischen in Unxtrazügen.— Füt in deutschen Jeuerotektorat übernomen bestehende neue sich als viel zu An den Osterfeier= züge außerhalb der sagiere absetzen, da wurden der Unter0 Monaten Festung Hofmeier mit s dem Heer bestraft. an zu hen Seehunde mehren sich an der Mündung der Elbe in ganz außerordentlicher Weise. Unter den Fischen richten sie großen Schaden an. Ein Fischer grachte kürzlich 18 dieser Tiere nach Hamburg. Die festgesetzte Fangprämie beträgt für jeden Seehund 5 außerdem kann der Fang veräußert werden. * Wie verlautet, soll der Papst an den Fürsten von Monako das Ersuchen gerichtet haben, die Spielsäle in Monte Karlo schließen zu lassen.“ Der Fuist soll das Ersuchen mit dem Bemerken abgelehnt haben, daß der von seinem Vater geschlossene Vertrag erst in einigen Jahren ablaufe. * I: der Mariahilf=Kirche in Neapel ist am 4. d. die Emvorekühne mit dem Orgelgrüste während des Gou#c#ienstes eingestürzt. Man zählt 45 Verletzte; der Orchesterchef liegt im Sterben. * Eine halbe Million Pud Petroleum wurde, wie der in Baku erscheinende„Kaspi“ schreibt, im Verlaufe von 14 Stunden von einem neuen Bohrloch mit einer solchen Gewalt ausgeworfen, wie man es in Kaukasien noch nie erlebt hat. Das Bohrloch war bei 14 Zoll Durchmesser 142 Faden tief, als der Strahl hervorsprang und fast alle Vorrichtungen zerstörte. Die Luft wurde dermaßen erschüttert, daß Fensterscheiben der benachbarten Häuser zersprangen. Alle hergerichteten Bassins flossen über. Nach drei tägiger Thätigkeit versiegte die Fontaine. * Eine höchst bezeichnende Geschichte erzählt das russische Blatt„Kiewskoje Ssluwo“ von der Behandlung eines Reisenden auf der russischen Südwest=Bahn: Ins Odessaer Hospital wurde mit stark geschwollenem Gesicht, mit Beulen und Abschürfungen am ganzen Körper ein gewisser F. Kolomeizow, 26 Jahre alt, eingeliefert. Nachdem er aus seiner Ohnmacht erwacht war, erklärte er, daß er auf dem Wege nach Odessa bei der Station Virsula seine Fahrkarte verloren hatte. Als der Kontrolleur die Karten forderte, wurde er als blinder Reisender einfach aus dem Wagen bei voller Fahrt hinausgeworfen. Der Unglückliche wurde dann in der Steppe aufgefungen und ins Krankenhaus befördert. Die frühere Besitzung In Aufregung Staate Chihnahua herrscht gewaltig über die Entd.ckung außerordentlich reich: Gold= und Silber=Adern. Das Silber=Erz hat für 2700 Dollars Silber die Tonne und der Gol quarz ein in demselben Verhältnis stehendes reiches Ergebnis. Soziale Bewegung. Hull, 8. April. Der Ausstand der Dockarbeiter in der englischen Seehandelsstadt Hull hat sich verschärft Die Verladung der Schiffe erfolgt durch Freiarbeiter Freitag mittag stieß die Polizei mit einem Pöbelhaufn zusammen, der mit der Waff: zurückgedrängt wurde Das Mititär steht zum Einschreiten bereit. Am Abend zertrümmerten Streikende die Fenster der Bureaus des Rhedevereins. Die Lastträger und Matrosen und Heizer der Schiffe haben sich dem Ausstande angeschlossen und drohen mir scharfen Mitteln gegen die Besitzenden. Es wird eine Verbindung mit den Arbeitern in anderen großen Hafenstädten des Landes geplant. Elntärung zur General=Versammlung des Vereins für Landwirtschaft und Gewerbebetrieb der Stadt Schwerte und des Amts Westhofen am Samstag, den 15. April ds. Is., nachmittags 4½ Uhr, im Lokale des Herrn Rasfin zu Schwerte. Tages=Ordnung: 1. Mitteilung über den Ertrag der im vorigen Jahre beschafften Saat=Kartoffeln. 2. Verbreitung der landwirtschaftlichen Zeitung für Westfalen. 3. Beschlußfassung über die Feier eines Vereinsfestes. 4 Vortrag des Herrn Direktors Geibel über Pferdezucht, namentlich Behandlung tragender Stuten und der Fohlen im ersten Lebensjahre. 5. Landwirtschaftliche Fragen. Westhofen, 7. April 1893. Der Vorstand. Rebber. des verstorbenen Herrn Bürgermeisters a. D. Emil Wiesner in Ergste: Wohn haus, Remise, Stollung, Waschhaus nebst anliegenden Gärten in herrlicher, gesunder Lage, außerdem ein sehr gut erhaltener Landauer sollen verkauft werden. Näheres zu erfragen bei Fritz Wiesner in Ergste oder dem Bevollmächtigten der Erben Wiesner Carl Wiskott in Dortmund. S. Mittwoch, den 12. Aprik, abends 8½ Uhr, so Gott will, Bibelstunde Westenort Nr. 12. Jedermann wird hiermit freundlichst eingeladen. 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U Pflastermeister, Jägerstraße 5. 6 4005455455540888000 Den geehrten Bewohnern von Westhofen und Umgegend zeige ich hiermit ergebenst an, daß ich mich hier als Steumächer und Wagenbauer niedergelassen habe und halte mich bestens empfohlen. Achtungsvoll Johann Stuhlmann, im Hause der Witwe Brögelmann. Westhofen, 4. April 1893. * * Am Mittwoch, 12. April, beginnt im Saale des Herrn Bierhoff in Ergste ein Tanz= und Anstandsunterricht für Kinder nachmittags 4½ Uhr und für Erwachsene abends 8 Uhr. Um zahlreiche Beteiligung bitten Alb. Franke und Frau Ein starkes Rolllieb und ein starkes Unentbehrlich Die Wohnung nebst Garten in der katholischen Schule zu Geisecke=Lichten= dorf ist auf sofort zu vermieten. Auskunft erteilt Fr. Schulte-Höppe zu Geisecke. Ein großer, brauner Bernhardinerhund ###zugelaufen. Gegen Erstattung der Unkosten abzuholen bei W. Gerling, Hagenerstraße 33. Marienburger Lose 1 3,00, ½ 1,75, ¼ 1,00 M. empfiehlt Kleingarn. Lange #.#eisem Umschlag, 80 Seiten Gaut Prang,P s; enpsechlt Buchhandlung. für jede Behörde, jeden Beamten, jeden Rechtsanwalt, Zeitungsleser rc. ist das Staats-, Haf- und Kommunalhandbuch des Reichs und der Einzelstaaten (Zugleich stattstisches Jahrbuch) herausgegeben von Doseph Kürschner, Geh pofrat. Achter Jahrgang mit 12 Poträts, 2 Wappen- und 2 Ordenstafeln 80 gebunden K. 6.50 eine Vereinigung von Reichsstaatshandbuch(Bundesrat, Reichstag, Reichsbebörden, Reichsbeamte 2c); 26 Staatshandbücher der Einzelstaaten(Statistik, Verfossung, Behörden, Landesvertretung, Finanzen, Landesschulen); Hofkalender (Bunndesfürsten und ihre Familien, Hofstaaten, Zivilliste 2e.); Rang- und Quartierliste für Heer und Marine (bis zum Major); Kommunalhandbuch(alle deutschen Städte mit Stanstik, Bürgermeistern 2c); handbücher für Diplomatie(alle Gesandtschaften, Konsulate 2c. von und im Reich und den Einzelstaaten); Rechtspflege (alle Gerichte mit Besetzung bis zum Gerichtsvollzieher, alle Rechtsanwälte, Notare 2c.); Eisenbahnwesen(alle Behörden, Statistik aller einzelner Bahnen 2c); Post und Telegraphie(Behörden, Statistik 2c.); Unterrichtswesen(Behörden, alle höheren Schulen, Fachschulen, Universitäten 2c); Finanzen, Geld und Kredit, Handel, Wappen, Orden und Farben; Statist'schem Jahrbuch 2c. 2c. 2c. mit vielen Tausenden von Personalangaben, wie sie handlicher, klarer und billiger nicht gedacht werden kann; jedes einzeine dieser Bücher stellt sich hier auf noch nicht 15 pfg. Ausführliche Inhaltsangaben gratis u. franko durch den unterzeichneten Verlag. Arteile: Kürschner bietet in seinem Staatshandbuch ein Nachschlagewerk dar, das in allen Gesellschaftskreisen, wie in allen Kreisen des Handels und der Industrie sich als nützlicher Ratgeber bereits erwiesen hat und rurch die immer wachsende Vielseitigkeit des Inhalts seinen Wert alljährlich erhöht. Deutscher Reichsauzeiger. Anzeigen für den nächsten Jahrgang werden entgegengenommen. Sie finden denkbar beste Verbreitung. Kürschners Selbstverlag in Eisenach. S 8 Die weltberühmte Tannin-Balsam-Seife von Frau Caroline Hülsberg in Berlin Ritterstraße 100, ist bekannt als vorzügliches Gesundheitsmittel. Dieselbe findet eine unübertroffene Anwendung gegen Röte der Haut, Finnen, Flechten, Frostbeulen 2c. Jedes Paket trägt auf weißem Umschlag als Schutzmarke zwei rote Sterne und ist nur allein zu haben für Schwerte bei Carl Braus. Am 9. Mai 1893: Ziehung der „Stettiner Plerde-Lotterie. 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Geburten. 1 Sohn: Kaufm inn Emil Schvobe. Fahr karbester Franz Weter. Fabrikarbener Heimich Friedrich Wihelm Schram Bahnwärter Cespar Welke. Fabrikarbeiter Johann Beßlich. Fabrikarbeiter Friedrich Paschedag, Fabrikarbeiter Wihelm Voß. Schneider Conrad Heinrich Luttropp. Hülfsbreuser Anion Thidtke. Fabrikarbeiler Mathias Heß. Fabrikarbeiter Peter Wilheim Kramer. Drahtzieher Cail Heinrich Grote. Falrkarbener Josef Hoffmann. Dr. med. Benjamin Rosenberg. Direk er Richar Fleitmann. Heizer Theodor Böllug 1 nneheliche Geburt,— Totgeburten: Fabr karbeiter August Vogel. Fabrikarbeiter Christian Kemper. Erdarbeiter Johann Dannenbeumer. — 1 Tochter: Fabrikarbeiter Georg Wilhelm Butschke, Buchdruckr Julius Friedrich Heinrich Humme. Fabrikarbeiter August Theodor Cöppicus. Fabrilarbeiter Theodor Schlick:g. Fabrikarbeiter Friedrich Seeger. Maschinist Perer Hüse. Baunnternehmer Jobann August vom Steeg. Fabrikarbeiter Cemens Schocke. Hülfebremser Wilhelm Mester. Zuschneider Ewald Dudi. Schreiner Wilhelm Becker( geburt). Lokomotivführer Wilhelm Bohn. Fabeikarbeiter Friedrich Mirkisch. Bremser Wilhelm Menge. Fabrikarheiter Heinrich Friedrich Thiemann. Fabrikarbeiter Wilhelm Sohlenkamp(Zvillingsgeburt). Fabrikarbeiter Johann Peter Wirkes. Fabrikarbeiter Carl Ludwig Theodor Kiesler. Anstreicker Andreas Bohn. Metzger Friedrich Hering. — Totgeburten: Manrer Johonn Wilhelm Koßmann. Fabrikarbeiter Heinrich Otto. Sterbefälle: Ungelaufter Sohn des Heizers Theodor Bölling, 1 T. 2 St. Fabrikarbeiter August Ruulf. 17 J. 5 M. 1 T. Witwe Schmied Wilh lm Schöne, Fried rike geb. Naust, 69 J. 8 M. 25 T. Bergmann Gustav Jakobi, 21 J. 3 M. 26 T. Alwine Karoln Auguste Basko##est, 1 M. 20 T. Wtwe Schäfer August Schöttler, Auguste geb. Huneke, 64 J. 6 M. 16 T. Witwe Bergarann Wilhelm Hoffmann, Sophie g b. Urich, 76 J. 3 M. 29 T. Ehefrau Landwir, Heinrich Weischede, Henri##te geb. Börstinghaus, 57 J. 5 M. 14 T. Ehefrau Erdarheiter Johann Dannenbeumer, Mathilde geb. Buhlmann, 40 J. 10 M. 18 T. Pauline Beinker, 2 M. 9 T. Elisaberh Wilhelmine Becke 3 T Witve Maurer Theodor Werthmann, Friederike geb. Potchoff, 71 J. 7 M. 22 T. Julie Duisberg, 4 J. 21 T. Ehefrau Schlosser Franz Hummels, Auguste geb. Eickhoff, 29 J. 1 M. 23 T. Konrad Heinrich Lutrop, 21 T. Ewald Hosang, 4 J. 1 M. 4 T. Rangierarbeiter Carl Dieckmann, 23 J. 6 M. 11 T, Eheschließungen: Anstreichermeister Heinrich Friedrich Gill mit Emilie Großenbräucker, ohne G.schäft, zu Schwerte. Fakrikarbeiter Georg Friedrich Reiter mit Dienstmagd Emilie Holsiepe zu Schwerte. Fabrikarbeiter Adam Sönning zu Schwerte mit Dienstmagd Anna Katharina Ochs zu Hörde. Klempner Carl Heinrich Balul mit Näherin Martha Balkarlat zu Schwerte. Standesamt Opherdicke. Anmeldungen pro I. Quartal 1893. Geburten: 1 Sohn: Bergmann Friedrich Filthau, Heugserheide. Berginvolide Heinrich Siebel, Orherdicke. Bergmann Friedrich Plettner, Hengsen. Bergmann Friedrich Mark, Opherdicke. Bergmann Heinrich Hüsken, Hengsen. Bergmann Wilh. Ruschenbaum, Hengse:, Bergmann Friedrich Branscheid, Brauckstraße. Bergmann Ludwig Ruschenbaum, Hengsen. Bergmann Fritz Einhaus, Keller. Bergarbeiter Henrich Frunkert, Killer. Bergmann Ludwig Adrian, Keller. 1 ureheliche Geburt.— Eine Tochter: Landwirt Heinrich Richwinn, Hengsen. Bergmann Theodor Brauckhoff, Brauckstraße. Landwirt Heinrich Kellermann, Keller. Kaufmann Heinrich Reinert, Opherdicke. Bergmann Wilhelm Brasse, Opherdicke. Aufgebote: Bergmann Dietrich Heinrich Wäller und Luise Friederike Sophie Kellermang, Keller. Bergmann Wilhelm Friedrich Schstpphaus und Ida Friederike Mathilde Brauckmann, Obermassen und Opherdicke. Eheschließungen: Bergmann Die rich Heinrich Wäller und Luise Friederike Sophie Kellermann, Keller. Sterbefälle: Bergmann Karl Exlernbrink, Keller 49 J. 1 M. 11 T. Emma Düdder, Hengsen,(am Jungholz), 7 M. 19 T. Ruschenhaum, ohne Vorname, Hengsen, 3 St. Heinrich Friedrich Lammerr, Keller, 9 M. 11 T. Wilhelm Filthau, Hengserheide, 1 M. 10 T. 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