für den Kreis Hörde und den Abonnements=Preis pro Quartal 1 Mark 50 Pfg. Erscheint Dienstags, Donnerstags und Samstags. Wöchentliche Gratisbeilage:„Illustrierter Familienfreund.“ Lul Insertionsgebühr für die sechsspaltige Zeile oder deren Raum 10 Pfg., außerhalb des Leserkreises 15 Pfg.; Reklamen 30 Pfg. Redaktion, Druck und Verlag von Carl Braus in Schwerte. Nr. 152 Schwerte, Donnerstag, 24. Dezember 1891. 24. Jahrgang. Bsns st- eoemmemenmensisnanen Amtliche Bekanntmachungen. Bekanntmachung. Der Herr Oberpräsident hat durch Erlaß vom 7. d. Mts. genehmigt, daß die zu dem Standesamtsbezirke der Gemeinde Kirchhörde, im Kreise Hörde, gehörige Ortschaft Hombruch, bestehend aus der Bahnhofe, Böcker:, Carl=, Clausthalstraße, Schacht Giesbert der Zeche Glückanf=Tiefbau, Glückaufer Pferdebahn, Großholthauser Weg, bis wo derselbe vom Kirchhörder Bach durchschnüten wird, Harkortshof, Hermann=, Kirch=, König=, Krimmstraße, Kleinholthauserweg, Landwehr=, Lvisen-, Ludwig=, Märkischestraße, MittelMühlen= und Prinzenstraße, Ringofen=, Schmiede=, Singerhof=, Union., Wilhelm=, Wupperstraße, dem Schacht Gotthelf der Zeche Glückauf=Tiefbau und den hierzu gehörigen Häusern, von dem Standesamtsbezirke Kirchhörde abgetrennt wird und vom 1. Januar k. Is. ab einen besonderen Standesamtsbezirk für sich mit dem Sitze in Hombruch bildet. Zu der durch den Gemeindevorstand in Kirchhörde zu bewirkenden Ernennung des Wirtes Ludwig Striebel in Hombruch zum Standesbeamten und des Obersteigers August Hünnebeck daselbst zum ersten, sowie des Kaufmanns Joseph Tappe ebendaselbst zum zweiten Stellvertreter des Standesbeamten für den neu gebildeten Standesamtsbezirk Hombruch, ist in Gemäßheit des§ 4 des Reichsgesetzes vom 6. Februar 1875 die Genehmigung des Herrn Ober=Präsidenten erteilt worden. Arnsberg, den 15. Dezembei 1891. Der Regierungs=Präsident: Winzer. Vorstehendes bringe ich hierdurch zur Kenntnis der Beteiligten mit dem Benerken, daß sich das Geschäftslokal für das neugebildete Standesamt Hombruch vom 1. Jannar k. Is. an in der Behausung des Wirts Striebel zu Hombruch befindet. Von demselben Zeitpunkte an fungiert als Standesbeamter für das Standesamt Kirchhörde der Gemeinde=Vorsteher Heinrich Storck zu Kleinholthausen, in dessen Behausung sich alsdann auch das Geschäftslokal des Standesamtes befindet. Als Stellvertreter des Stondesbeamten Storck sind der Kaufmann und Wirt Heinrich Wittich zu Löttringhausen und der Lehrer Friedrich Bahrenberg zu Langeloh bestellt. Hörde, den 21. Dezember 1891. Der königliche Landrat: Spring. Unser Kaiser hatte am Dienstag im Neuen Palais zu Potsdam eine Besprechung mit dem Präsidenten des Evangelischen Oberkirchen= rates, Dr. Barkhausen, und arbeitete dann mit dem Chef des Militärkabinetts General von Hahnke. Später erteilte der Kaiser verschiedene Audienzen, darunter dem bayerischen Generalmajor von Haag. Den Nachmittag verbrachten die Majestäten im Familienkreise. Der Finanzminister Dr. Miquel beabsichtigt, wie man hört, die Ausgoben im preußischen Staatshaushalt für 1892/93 derartig zu kürzen, daß das Gleichgewicht zwischen Einnahme und Ausgabe ohne besondere Anleihe hergestellt weiden kann. Gerüchtweise heißt es, der Abg. v. Helldorf wolle aus dem Vorstande der konservativen Reichstagsfraktion ausscheiden. Die Wortgebühr für Telegramme nach Oesterreich=Ungarn wird vom 1. Januar ab auf 5 Pfennige ermäßigt werden. Eine Versammlung in Nürnberg hat beschlossen, eine Petition an den Reichstag zur Aufhebung des Alters= und InvaliditätsVersicherungs=Gesetzes abzusenden und dafür Unterschriften in ganz Bayern zu sammeln. Ein Urteil Roens über den marck ist von Interesse. Graf Roon schreibt unter dem 27. November 1875 an den konservativen Herrn von Blauckenburg:„Was Du über Bismarcks Umkehr sagst, ist vollkommen zutreffend. Bei seiner... Eigenart wird, fürchte ich, auch keine Versöhnung mit den Konservativen möglich sein... Dennoch kann und werde ich ihm meine Sympathien niemals entziehen. Ich wüßte nicht, an wen sonst sich meine patriotischen Wünsche und Gefühle anlehnen sollten; seiner mächtigen Persönlichkeit die gebührende Anerkennung zu versagen, könnte wohl nur einem Narren einfallen, der sich auf seinem Piedestal sehen möchte. Aber zu der blinden Menge, die ihn heute vergöttert und ihn morgen vielleicht kreuzigen würde, gehören wir beide wohl nicht — gerade weil wir ihm herzlich zugeneigt sind... Doch genug des Plauderns über dieses nicht leicht zu erschöpfende Thema.“ Oesterreich=Ungarn. Im ungarischen Reichstage sind alle neuen Handelsverträge angenommen, ebenso im Handelsausschuß des Wiener Reichsrates. Der ungarische Reichstag wird aufgelöst, die Neuwahlen werden im Februar 1892 erfolgen. In Oesterreich hat sich innerhalb der letzten zwei Jahre, zwar überaus langsam und unter fortwährenden Rückfällen in die früheren Bahnen, immerhin aber bemerkbar, ein Umschwung in der inneren Politik vollzogen, der nun endlich dahin geführt hat, daß der Ministerpräsident Graf Taaffe entschlossen ist, einen deutscheliberalen Parlamentarier in das Kabinett aufzunehmen. Vor der Hand soll der Betreffende, dessen Name noch nicht bekannt ist, zwar nur einen Ministerposten ohne Portefeuille erhalten, eher oder später aber wird Graf Taaffe, der nun einmal nicht schnell von Entschlüssen ist, auch den zweiten Schritt thun und dem portefeuillelosen Minister ein bestimmtes Arbeitsfeld, ein Departement, zuweisen müssen. Die Sache ist noch sehr im Werden, das beweisen die nachstehend angeführten Aeußerungen der Wiener Blätter: Die offiziöse„Presse“ betont, bei dem von Graf Taaffe immer befolgten Grundgedanken der Vermeidung einer wirklich parteimäßigen Ausgestaltung des Kabinetes sei selbstverständlich hierzu kein ausgesprochener Parteiführer ins Auge gefaßt. Das Blatt hofft, das Abgeordnetenhaus werde bei seinem Wiederzusammentritt die Majoritätsbildung aus drei großen gemäßigten Gruppen des Hauses als Thatsache vorfinden. Das„Fremdenblatt“ hebt hervor, durch die neue Ergänzung werde das Kabinett kein parlamentarisches im Sinn der Vorherrschaft einer Partei werden. Graf Taaffe wolle eine loyale Mitwirkung aller kon servativen Parlamentsgruppen. Das konservative„Vaterland“ erklärt, der Kurs bleibe der alte, im Wahlprogramm der Regierung vor gezeichnete. Die„Deutsche Zeitung“ sagt, die Schaffung einer politischen Organisation zwischen der Regierung und den Deutschliberalen behufs einer Majoritätsbildung bedeute nichts weniger als ein Parteiregiment der deutschen Linken. Ein Gleiches erklärt die„Neue Freie Presse“ und fügt dem hinzu, die Regierung müsse ihre Selbständigkeit noch stärker hervorkehren. Rußland. Schlimmer und schlimmer wird es mit der Hungersnot in Rußland und für das kommende Jahr wird noch Aergeres erwartet, da so gut wie gar keine Aussaaten gemacht sind, das Inventar veräußert ist, das Zugvieh von den Hungernden verzehrt worden ist. Im Gouvernement Sharatow haben die meisten Bauern weder Kühe noch Pferde mehr, die Behörden sind gar nicht imstande, der entsetzlichen Not zu steuern. Amerika. Die nordamerikanischen Zeitungen bringen bekanntlich genug tolle Berichte, aber so etwas, wie die neueste Glanzleistung ist doch noch nicht dagewesen. Drüben wird es recht peinlich empfunden, daß in dem in Deutschland eingeführten amerikanischen Schweinefleisch wiederholt Trichinen gefunden worden sind. Man behauptet nun frisch und froh, die deutschen Beamten hätten aus Gehässigkeit trichinöses deutsches Fleisch für amerikanisches ausgegeben. Brasilien. Nach einem Telegramm aus Valparaiso hat die chilenische Regierung an den deutschen Gesandten für die im März d. I. durch Balmaceda angeordnete Zurückhaltung des Dampfers„Romulus“ eine Entschädigung von 1000 Lstr. gezahlt. China. Aus China werden neue Erfolge der kaiserlichen Truppen gegen die Aufrührer gemeldet, doch ist es bisher nicht gelungen, der Rädelsführer habhaft zu werden. Der Bandenkrieg dauert noch fort. Westfalen und Rheinland. Schwerte, 23. Dez. Vielfach ist bei den Eltern schulpflichtiger Kinder die Ansicht verbreitet, daß namentlich bei einer längeren Erkrankung der Kinder, zur Entschuldigung der Schulversäumnis ein ärztliches Attest beizubringen sei. Dem ist aber nicht so. Die Lehrpersonen sind nur dann berechtigt bezw. verpflichtet, eine ärztliche Bescheinigung zu verlangen, sobald sie sich von der wirklichen Krankheit des betreffenden Kindes nicht überzeugen können. In diesem Falle genügt aber die einfache Erklärung des Arztes, daß das Kind wegen Erkrankung die Schule nicht besuchen könne, keineswegs; denn nach einer neuerdings wieder eingeschärften Verfügung der königlichen Regierung können privatärztliche Atteste nur dann als ausreichend zur Bescheinigung von Krankheitsfällen schulpflichtiger Kinder und zur Begründung der Schulversäumnis angesehen werden, wenn dieselben ausführlich begründet sind. Ein solches Zeugnis eines Arztes wird aber nur in sehr seltenen Fällen erforderlich sein. Selbstverständlich wird hierdurch die Pflicht der Eltern, von der Erkrankung des Kindes der betr. Lehrperson baldmöglichst Anzeige zu erstatten, nicht berührt. Schwerte, 23. Dezbr. Der preußische Minister des Innern hat die Provinzialregierungen zu Ermittelungen darüber angewiesen, ob Veteranen aus den Feldzügen von 1813/15 noch vorhanden und einer Unterstützung würdig und bedürftig seien. Im Falle der Bejahung wird auch eine Angabe über die Beteiligung der Betreffenden an den erwähnten Feldzügen verlangt. Aus Westfalen, 22. Dez. Da sich seit einiger Zeit ein starker Kohlenabsatz auf den Zechen eingestellt hat, so sind die Grubenverwaltungen genötigt, überfördern zu müssen, um den nötigen Bedarf zu decken. jast auf allen Zechen durchaus den Bergleuten ein Zwang auferlegt, um Ueberschichten zu verfahren, und ist es jedem Bergmann freigestellt, nach beendigter achtstündiger Schicht die Seilfahrt zu benutzen. Von diesem Rechte wird jedoch wenig Gebrauch gemacht, es werden vielmehr, ohne Aufforderung seitens der Grubenbeamten Ueberschichten verfahren. Altena, 21. Dez. Die Wildschweine, diese Plage unserer Landleute, treten wieder zahlreich auf. In der Evingser, Neuenrader und Leiveringser Jagd haben sie wieder großen Schaden angerichtet. In der Bärentroper Jagd hat Ende voriger Woche ein Treibjagen stattgefunden. Es ist gelungen, ein schweres Tier von 160 Pfd. zu schießen. Bochum, 20. Dez. Der Rh.=Westf. Ztg. wird geschrieben: Es wird Ihre Leser interessieren, zu hören, daß die Vermittelung, welche Herr Oberbürgermeister Bollmann zwischen der Redaktion des hier erscheinenden„Rh.=Westf. Tagebl.“ und Herrn Fusaugel zu wege gebracht hat, einer Anregung seitens der königl. Regierung in Arnsberg ihren Ursprung verdankt. Weseke, 21. Dez. Auf traurige Weise ist hier ein 16jähriges Mädchen ums Leben gekommen. Dasselbe wurde auf offenem Wege von der Fallsucht befallen und stürzte in den Wegegraben, wo es ertrank. Courl, 21. Dez. Während acht Stunden lebendig begraben war auf Zeche„Courl“ ein Bergarbeiter, welchen plötzlich hereinbrechende Kohlen verschüttet hatten. Der arme Mann war völlig erschöpft und konnte keinen Laut hervorbringen, als er aus Licht trat. Münster, 20. Dezbr. Auf der Eisfläche der Aa war gestern nachmittag ein Schwan festgefroren. Es hatten fünf städtische Arbeiter längere Zeit daran zu thun, sich mit dem eisernen Rettungskahn einen Weg durch das schon ziemlich starke Eis zu bahnen, um zu dem Tiere zu gelangen und es aus seiner unglücklichen Lage zu befreien. Elberfeld, 19. Dez. Das Schwurgericht verurteilte den Kaufmann Ferd. Mehner aus Frankfurt a. M., der Amtssiegel der Regierungen zu Köln, Düsseldorf, Wiesbaden, Arnsberg und Kassel entwendet hatte, um Gelder, angeblich für die epileptische Anstalt zu Biele feld einzusammeln, wegen Diebstahls und Urkundenfälschung zu zehn Jahren Zuchthaus und zehn Jahren Ehrverlust und PolizeiAufsicht. Solingen, 17. Dezbr. Gestern wurde ein junger Mann verhaftet, der mit einem Diamant ein Dutzend große Fensterscheiben an hiesigen Geschäften zerschnitten hatte. Er wurde auf frischer That ertappt. Die zerstörten Scheiben hatten durchschnittlich einen Wert von je 180 Mark. Wesel, 16. Dez. Der bei dem Hochwasser im Herbst des vergangenen Jahres an der Mündung des Altrheins hier aufgefahrene, auf einer Wiese zwischen Rindvieh befindliche große Frankfurter Raddampfer„Frankfurt" ist nach Jahresfrist am gestrigen Tage endlich von seiner unfreiwilligen Verbannung befreit. vergangenen Sommer sind bereits Maschine, Schornsteine, Radkasten usw. entfernt. Hierauf wurde derselbe auf das Flußbett des Altrheins durch den Schiffsbaumeister Rutthoff zu Mainz geschleppt, um höheren Wasserstand abzuwarten. Dieser ist sjetzt eingetreten, so daß das Schiff gestern in den Strom gebracht werden konnte. Ruhrort, 20. Dezbr. Ein erschütternder Unfall ereignete sich, der„Rh.=W. Z.“ zufolge, gestern morgen gegen 7 Uhr im Bessemerwerk der Rheinischen Stahlwerke. Mehrere Arbeiter waren mit der Reparatur eines Konverters beschäftigt. Ein mit glühenden Schlacken beladener Wagen, welcher bei den Leuten vorbei mußte, stürzte um und verschüttete die Arbeiter teils mehr, teils weniger. Infolge des markerschütternden Schreies der Unglücklichen stürzten sofort mehrere Kollegen herbei und leisteten die erste Hilfe. Einer der Vernnglückten, ein junger Mann aus der hiesigen Altstadt, der einzige Ernährer seiner alten Mutter, war von der glühenden Masse vollständig verschüttet und wurde infolgedessen von dem Feuer gänzlich verzehrt, so daß man nichts mehr von ihm vorfand. Zwei andere Leute, welche ganz erhebliche Brandwunden davontrugen, haben inzwischen im Krankenhaus ebenfalls ihr Leben eingebüßt. Einer derselben ist verheiratet und Vater von sechs Kindern. Ferner erhielten 4 Arbeiter leichtere Verwundungen. Von den Verunglückten wurden drei sofort ins St. Josephs=Hospital geschafft, die anderen wurden in ihre Wohnungen transportiert. Köln, 17. Dez. Ein Weihnachtsbaum mit elektrischem Licht geschmückt, ist seit einigen Tagen in der Niederlage der Gesellschaft„Helios“ in der Brückenstraße ausgestellt und macht mit den buntfarbigen Glühlichtern einen sehr hübschen Eindruck. Köln, 18. Dezbr. Interessante Streiflichter auf jene Ehen, die„durch die Zeitung" geschlossen werden, warf die Strafkammer=Verhandlung gegen den Amerikaner Wilhelm Battry aus New=York. In Amerika verheiratete Battry sich mit einer vermögenden Dame, die er nach der Trauung überredete, ihr Geld flüssig zu machen und mit ihm nach Deutschland überzusiedeln. Um die Frau zur Ueberfiedelung zu bestimmen, ließ er sich einen Firmenstempel anfertigen:„Rechtsanwalt Gcommes, Köln"; ein Bekannter schrieb nun einen Brief, in welchem Battry von dem Kölner Rechtsanwalt mitgeteilt wurde, in Köln sei ein Onkel von ihm gestorben, der ihm 40000 Mark vererbt habe. Als die Frau den mit dem Stempel des Kölner Rechtsanwalts versehenen Brief las, hegte sie keinen Zweifel. Battry verschrieb die ganze Erbschaft seiner Frau, welche sich nun äußerte, mit nach Deutschland überzusiedeln. Vor der Abreise verließ der Schwindler seine Frau, die ihm vorher 1000 Dollars übergeben hatte und fuhr allein nach Deutschland. In Köln nahm er in einem vornehmen Hotel Wohnung und ließ in Zeitungen ein Heiratsgesuch einrücken:„Ein reicher Amerikaner sucht eine Lebensgefährtin.“ Zahlreiche Offerten liefen ein und der Hochstapler trat nun gleichzeitig mit einer ganzen Anzahl Damen behufs Verehelichung in Verbindung. Er schwindelte den Heiratslustigen vor, er sei ein reicher Juwelenhändler aus Cincinnati, sein Barvermögen beziffere sich auf 26000 Dollars, außerdem besitze er mehrere Häuser und Villen, von den letzteren führte er Photographien bei sich. Der reiche Amerikaner hatte ein hölzernes Bein und hinkte am Stocke. Nach seiner Angabe hatte er ein Bein als Offizier im Kriege verloren. Eine Dame aus Essen ließ sich von dem Schwindler überreden, sich mit ihm in London trauen zu lassen. Das Paar wurde daselbst standesrechtlich und kirchlich verbunden, dann machte es eine Brautreise nach Paris. Hier ließ Battry die Dame, die ihm bei der Verheiratung 3000 Mk. ausgehändigt hatte, völlig mittellos im Stiche. Schon von London aus, kurz vor der Verheiratung, schrieb der Bigamist glühende Liebesbriefe an eine Witwe in Berlin und an eine Dame in Krefeld; ferner bat er jede derselben um Uebersendung von 200 Mark, da er uur große Scheine besitze, die er gegenwärtig nicht ohne Verlust umsetzen könne. Die beiden Damen waren vernünftig genug, diesem Ansinnen nicht zu entsprechen. Auch an seine Frau in Amerika schrieb Battry von London aus einen Brief mit den Bersicherungen ewiger Liebe und Treue. Von Paris aus fuhr der Schwindler direkt nach Krefeld, um dort das angeknüpfte Verhältnis fortzusetzen und die Verehelichung vorzubereiten. Inzwischen hatte die Kriminalpolizei die Spur des Verbrechers entdeckt, in Krefeld erfolgte seine Verhaftung. Während der Voruntersuchung traf die verlassene Frau des Angeklagten aus Amerika hier ein und teilte der Behörde mit, daß nach den Aussagen einer in Amerika lebenden Französin Batty auch diese geheiratet habe. Der Hochstapler erklärte am Gericht, seine amerikanische Ehe sei eine ungültige. Das Gericht verurteilte denselben wegen Betrugs in einem und Betrugsversuchs in zwei Fällen zu 5 Jahren Gefängnis und 5 Jahren Ehrverlust. Mülheim(Ruhr), 22. Dez. Ein recht heiteres Stückchen trug sich in einer Familie hierselbst zu. Das vor kurzem eingestellte Dienstmädchen blieb nämlich eines Tages zu Bett liegen und gab vor, ernstlich krank zu sein. Dadurch beunruhigt, ließ die Herrschaft den Eltern der Magd Mitteilung machen und das war von wunderbarem Erfolg, denn die Mutter erschien bald, um ihre Tochter zu besuchen. Beim Anblick der Kranken packte sie ihren Regenschirm fester und verabreichte damit eine Mixtur, welche half; im nu war die Kranke, die das Mittelchen kannte, auf den Beinen und trat frisch und munter ihre Arbeit wieder an. Alle Achtung vor der Mutter, die Kopf, Herz und Regenschirm auf dem rechten Fleck hatte. Zur Arbeiterbewegung. Für den Ausstand der Buchdrucker scheinen die Mittel auf die Neige zu gehen. In einer Berliner Versammlung wurde über die Kassenverhältnisse folgende Auskunst gegeben: Zu Anfang des Streiks verfügte die Kassenverwaltung des Unterstützungsvereins deutscher Buchdrucker über einen Fonds von 645,500 Mk. Außerdem besaß jeder Gauverein einen besonderen Unterstützungsfonds, deren Gesamtbetrag sich auf co. 70000 Mk. belief. Aus diesen Fonds zahlte jeder Gauverein nach Kräften einen Zuschuß zu der offiziellen Streikunterstützung. Durch die Länge der Zeit seien nun aber die Mittel erklätlicher Weise erschöpft und sähen sich die Buchdrucker nunmehr in die Lage ver setzt, au die Solidarität und die Unterstützung aller Arbeiter zu appellieren. Die streikenden Buchdrucker erwarten Hilfe vom Ausland, uamentlich von England. Der Ausstand der clasarbeiter in Ottensen hat über ein Jahr gedauert und ist zu Ungunsten der Arbeiter verlaufen. Die Einnahmen betrugen, wie aus der jetzt veröffentlichten Abrechnung hervorgeht, 43912 Mk., die Ausgaben 43905 M. Auch das Aus land beteiligte sich durch Sammlungen. Die Glasarbeiter haben nur aufs dürftigste unterstützt werden können. Der Ausstand war schon nach wenigen Wochen verloren; trotzdem haben die Agitatoren ihn noch unendlich viele Wochen hingezogen; namenloses Elend ist inmancke Famite eingekehrt. Invaliditäts=und Altersversicherung Nach§ 108 des Invaliditäts= und Altersversicherungsgesetzes ist es dem Arbeitgeber sowie Dritten bei Strafe untersagt, die Quittung karte nach Einklebung der Marken wider den Willen des Inhabers zurückzubehalten. Wenn nun aber auch der Verficherte, wie dies natürlich oft der Fall ist, mit der Aufbewahrung der Karte seitens des Arbeitgebers einverstanden ist, so muß doch der letztere bei Auflösung des Arbeitsverhältnisses auch unaufgefordert die Quittungskarte dem Versicherten, welcher Eigentümer der Karte ist, zurückgeben, aber nicht etwa, wie dies zuweilen vorkommt, die Karte, deren Abforderung aus Versehen unterblieben ist, der Polizeibehörde abliefern. Vermischtes. * Ein wichtiges Jubiläum fällt in das Jahr 1891, und fast wäre das letztere vorübergegangen, ohne daß dieses Jubiläums gedacht worden wäre. ) Es sind gerade dreihundert Jahre seit der Einführung des Kaffees in Europa vergangen. Im Jahre 1591 brachte der Orientreisende Prosper Albinus den ersten Kaffee aus Aegypten mit nach Venedig. Sofort verbreitete sich die bis dahin gänzlich unbekannte Frucht durch ganz Italien. Langsamer ging die Einführung des Kaffees in " d i e a n d e r e n e u r o p ä i s c h e n L ä n d e r v o n s t a t t e n. 1 6 1 4 wurde Frankreich, 1650 England mit dem duftenden Mokka beglückt, und von England breitete er sich bald über alle Länder Europas aus. Aber es dauerte lange, bis der Kaffee so allgemeines Getränk wurde, wie er es heutzutage ist. * Die 15jährige Japanerin Auguste Inope (eine Tochter des früheren Ministers des Auswärtigen in Japan), welche vor kurzer Zeit zum Christentume übertrat, ist am Sonntag vormit. in der Augusta=Stiftung in Berlin von dem Anstalts=Geistlichen, Pastor Schieb, eingesegnet worden. Die Konvertitin wird nach einigen Tagen in Begleitung ihres Schwagers, des Botschafts=Sekretärs bei der hiesigen Japanischen Botschaft nach Japan zurückkehren. Ihre verheiratete Schwester und deren Gatte sind noch Buddhisten. * In Berlin sind weibliche Setzerinnen in Buchdruckereien infolge des Setzer=Ausstandes vielfach eingestellt worden und bewähren sich gut. Namentlich stellt von diesen Süddeutschland eine große Zahl, wo schon seit Jahren weibliches Setzer= und Lehrlingspersonal beschäftigt wird. Für je zwei männliche Setzer arbeiten drei Setzerinnen, die natürlich auch geringere Arbeitslöhne erhalten. * Zum Kindesmord in Weißensee meldet ein Lokalberichterstatter: Nachdem am Freitag der Vater der Ermordeten festgenommen worden, hat man am Montag früh auch die Mutter verhaftet und in das Untersuchungsgefängnis zu Moabit geschafft. Polizeiliche Nachsuchungen in der Kroll'schen Wohnung haben einen, von dem Kinde getragenen, stark mit Blut befleckten Unterrock zu Tage gefördert. Bei der Auffindung dieses Kleidungsstückes soll die Mutter den Versuch gemacht haben, dasselbe zu verbergen. Bei ihrer Vernehmung hat sie sich in zahlreiche Widersprüche verwickelt. * Bankier Schönfeld ist vom Landgericht zu Braunschweig wegen einfachen Bankerotts, 10 Betrugsfällen und 3 Unterschlagungen zu sechsjährigem Gefängnis verurteilt. * Von der Strafkammer in Karlsruhe wurde ein vierzehnjähriges Mädchen, Frieda Ros von Ichenheim, wegen Mordversuchs zu vier Jahren Gefängnis verurteilt. Die jugendliche Angeklagte war des Vorsatzes geständig, ihr nur wenige Wochen altes Schwesterchen mittels Eingabe von Kampferspiritus aus dem Wege räumen zu wollen, um sich der Beaussichtigung des ihr durch sein Schreien lästigen Kindes zu entledigen. Die vollständige Ausführung scheiterte infolge des Eintritts einer dritten Person. * Um eine Sehenswürdigkeit ist der internationale Kurort Baden=Baden reicher geworden, man hat nämlich eine Höhle mitten in der Stadt entdeckt. Den Weg hierzu fand man durch den Neubau des Rathauses, unter welchem sich die Höhle 10 Meter tief befindet und in den Berg hineinführte. Dieselbe ist Jahrhunderte alt; die Fundgegenstände, die man herausholte, gehören der römischen und vorrömischen Zeit an; man hofft, noch mehrere wertvollere Gegenstände zu erhalten. Bei der Entdeckung war die Höhle mit Wasser gefüllt, das man auspumpte, und welches mutmaßlich mit den heißen Quellen nicht in Verbindung steht, obwohl diesbezügliche Substanzen darin gefunden wurden. Die Größe der Höhle ist noch nicht genau anzugeben; die Höhe beträgt zwischen 3 bis 10 Meter, die Breite zwischen 3 bis 5 Meter. Eine genauere Untersuchung der Höhle ist erst nach Trockenlegung möglich, an der gearbeitet wird. * Es hat sein Glück gemacht, der Diener eines Photographen in Moabit bei Berlin. Dort wohnt seit einiger Zeit bei ihrer Tante, eine junge Amerikanerin namens F. A. Whitney aus Boston, eine junge, unabhängige Dame, die eine Rente von 62,000 Mk. zu verzehren hat. Jüngst ließ sich die hübsche Miß photographieren. Der Ueberbringer des Probebildes fand so sehr ihren Beifall, daß sie es kaum erwarten konnte, bis der junge Mann ihr das volle Dutzend Bilder bringen würde. Als dies endlich geschah, besann sich die Miß nicht lange und machte dem Bringer ihres Konterfei's in resoluter Weise einen Heiratsantrag. Der junge Mann war natürlich anfangs verdutzt, besann sich aber nicht lange und nahm den Antrag an. Der so im Sturm Genommene ist erst im Herbst von den Soldaten freigekommen. Diesen Sonntag soll die Hochzeit des jungen Paares stattfinden und ein Festschmaus, zu welchem der glückliche Bräutigam sich 40 seiner früheren Kameraden eingeladen hat. * Man schreibt aus Brüssel: Einen ungewöhnlichen Selbstmord verübte der Kaufmann F. in der Ortschaft Loree bei Recogne. Der Unglückliche, welcher an einer unheilbaren Krankheit litt, nahm eine Dynamitkartouche in den Mund und zündete den Sprengstoff mit einem Zündhölzchen an. Da der Tynamit in der Mundhöhle fercht geworden war, mußte der Selbstmörder den Versuch mit nicht weniger als zehn Zündhölzchen wiederholen, die im abgebrannten Zustande bei der Leiche gefunden wurden. Erst bei dem elften Versuch erfolgte die Explosion und zerschmetterte dem Lebensmüden den Kopf vollständig. * In Südrußland verbreitet sich die Influenza überaus rapide. In Odessa allein sind über 9000 Personen erkrankt und die Sterblichkeit hat eine beunruhigende Höhe erreicht. In Kiew, Charkow, Elisabethgrad, Kischenew und anderen großen Städten liegt nahezu ein Drittel der Bevölkerung an der Krankheit durnieder. In der Krim wütet außerdem noch das Typhusfieber, ein Umstand, welcher wesentlich auf die sanelle Abreise des Zaren eingewirkt hat. * Entsetzliche Ernte hat der Tod in der Familie Hofrogge auf dem Gute Lage in Essen(Oldenburg) gehalten. Innerhalb acht Tagen starben der Hausherr und drei Kinder an der Diphtheritis. Die mit zwei noch schulpflichtigen Kindern hinterbliebene Gattin findet allerorts die größte Teilnahme. * Ein Winzer aus E. in Baden, der nur einige Bütten ganz harte Trauben geerntet hatte, wußte nichts Besseres anzufangen, als daß er dieselben mit Mostbirnen durcheinander kelierte und den so erzielten Most, etwa 10 Hektoliter, in ein einziges Faß abfüllte. Damit das Getränk auch trinkbar werde that er auch einige Kilo Zucker ins Faß. Sein Söhnchen stand dabei und um seinerseits auch ein bischen zu helfen, nahm der Kleine für 6 Pfg. Bläue, die er für die Mutter zum Waschen geholt, und warf sie in das Spundloch. Der Erfolg war überraschend: Blauer Most! * Eine neue merkwürdige Abart der Influenza tritt in Zarskoje Selo„(Rußland) und der weiteren Umgebung in Erscheinung. Da beginnt die Evidemie mit einer Art Geistesgestörtheit, begleitet von Zuckungen. Die Kranken rennen durch die Straßen, schreien, verraten vor gewissen Gegenständen Furcht und Entsetzen und äußern eine erstaunliche Kraft und Energie. Die weitere Entwickelung der Krankheit äußert sich in einem neuen Symptom: die Patienten ergreift ein Glühen, Fiebern, während ihre Kraft und Energie gänzlich erschlafft. * Der im vorigen Jahre erbaute Londoner Dampfer„Tongshan", 1750 Tonnen, zertrümmerte auf den Felsen bei Swatow, als er dem dort verunglückten Dampfer„Yunnan“ Hilfe leisten wollte. Alle an Bord gerettet. * In Renaix wurde ein Doppelmord an der 67jährigen Witwe Vanloo, Inhaberin einer Eisengroßhandlung, und einer bei ihr schlafenden Putzfrau begangen. Der Geldschrank war erbrochen und bis auf die Wertpapiere geleert. Die Leichen wurden morgens von den Arbeitern der Witwe, die ihren Wochenlohn erheben wollten, gefunden. Ein bei seiner Mutter wohnender Sohn der Frau Vanloo befindet sich auf der Hochzeitsreise in Paris. * Dieser Tage ist in Guana Junto in Mexiko während eines Stierkampfes die Arena plötzlich eingestürzt. Von den Zuschauern wurden 12 getötet und 7 andere ernstlich verwundet. * Aus Sternberg im Lande Mecklenburg erzählt das„Meckl. Tagebl.“ folgende Geschichte. Ein Mann, dessen Kinder in Amerika wohnen und ihn um sein Bild gebeten hatten, kommt zu einem hiesigen Photographen, um sich abnehmen zu lassen. Der Photograph enterhält sich eine Weile mit dem braven Alten und sagt zum Schluß scherzhaft:„Dat sall ok so weih nich dauhn.“ Sie begeben sich in das Atelier, das auf einem balkonartigen Vorbau nach dem Garten zu errichtet ist. Die Oeffnung der Wand nach der Gartentreppe zu wird mit einem Laken verhängt und der gute Mann setzt sich, den Rücken der Treppe zugekehrt. Nachdem der Photograph seine Vorbereitungen getroffen hat, steckt er den Kopf unter das bewußte schwarze Tuch, und nun heißt es: „Noch ein wenig rechts“„ein wenig zurück“ —„ein bischen links"—„noch ein wenig zurück“— und— plötzlich sind Stuhl und„Objekt" mit lautem Gepolter die Treppe hinuntergestürzt. Bleich vor Schreck eilt der Photograph die Stusen hinab und denkt, im glücklichsten Fall einen Mann mit gebrochenen Armen oder Beinen zu finden, doch vergnügt lächelnd, auf alle Viere gestützt, das Gesicht der Treppenöffnung zugekehrt, ruft der, einiger Hautabschürfungen nicht achtende und im Uebrigen sonst glücklich unten Angekommene: „Is't gaut worden?“ und sich aufrichtend, fügt er hinzu:„Dat harr'ck doch nicht dacht, dat dat Ding so'n Zug harr!“ * In einem westpreußischen Orte kämpften zwei Parteien heftig um die Schulzenwürde. Die Partei, die bisher im Schatten gestanden, errang den Sieg und damit das Dorfszepter. Die Verwaltungsbücher wurden nun einer ein gehenden Prüfung unterzogen, und es ergab sich, daß die aus dem Felde geschlagene Partei in mancher Beziehung im Trüben gefischt habe. In einer alsbald anberaumten Versammlung ergriff das neue Oberhaupt das Wort und begann mit nachfolgender inhaltsschwerer Ansprache ein ebenso einfaches wie wirkungsvolles Verfahren:„Nawerslüd, met us(seiner Partei) is ma bedrügerisch umsprunge. Na de Böker heff wie söshunnert Mark to vel betahlt; na dissem Book sinnt veerhunnert. Sinn se in en Stunn nit tohlt, blank hie upp de Disch, föhrk hüt no tum Landrat.“ Ein dröhnender Handschlag auf das betreffende Buch machte die Rede noch eindringlicher; alsbald lösten sich zwei Personen, der frühere Szepterträger und der Rendant von ihrem Sitze und wurden unter Geflüster und Gelächter der Versammelten unsichtbar. Nach kaum einer Stunde kamen sie wieder und legten einen gefüllten Beutel mit den Worten auf den Tisch:„Hie is dat Geld.“ „Goot“, meinte der Schulze,„un na dissem Book(er legte ein drittes vor) noch twehunnert in dieselbe Tid.“ Auch diese wurden herangeschafft. Nachdem das Geld unter die Besitzer verteilt war, hielt das würdige Oberhaupt folgende Schlußrede:„Nu sind wie wedder ehrlich Nawerslüd. Enn goot, alles goot! De Versammlung is ut!“ * Weib, Frau, Gemahlin. Ueber diese Beziehungen finden sich in den nachgelassenen Papieren von David Strauß folgende treffende Anmerkungen: Wenn man aus Liebe heiratet, wird man Mann und Weib, wenn man aus Bequemlichkeit ein Ehebündnis eingeht, Herr und Frau, und wer aus Verhältnissen heiratet, Gemahl und Gemahlin. Das Weib liebt den Mann, die Frau schont ihn und von der Gemahlin wird er geduldet. Man hat für sich allein ein Weib, für seine Hausfreunde eine Frau und für die Welt eine Gemahlin. Der kranke Mann wird von seinem lieben Weibe gepflegt, von der Frau besucht und nach seinem Befinden erkundigt sich seine Gemahlin. Die Wirtschaft besorgt das Weib, das Haus die Frau, den Ton die Gemahlin. Man geht spazieren mit seinem Weibe, fährt aus mit seiner Frau und macht Partien mit seiner Gemahlin. Unseren Kummer teilt das Weib, unser Geld die Frau und unsere Schulden die Gemahlin. Sind wir tot, so beweint uns unser Weib, beklagt uns unsere Frau und geht in Trauer unsere Gemahlin. * Die Riesenbrücke über den Hudson zwischen New=York und Jersey=City nach dem Plane des Deutsch=Amerikaners Lindenthal hat, wie die jüngsten Nummern der amerikanischen Zeitschriften übereinstimmend melden, die Genehmigung zum Baue von Seiten aller zu ständigen Behörden gefunden. Die Vorarbeiten sind bereits in Angriff genommen. Die freie Spannweite des Mittelbogens, für den anfangs 3000“ angesetzt waren, ist jetzt auf 2850“ (866 Meter) zurückgeführt, so daß im Vergleich zur Forthbrücke ein Mehr von 345 Meter herauskommt. Die Schwierigkeiten, die Lin denthal überwinden muß, werden allerdings zahlreich und groß sein; die Herstellung der vier je 6000° langen, 4“ dicken Stahldrahtseile z. B. wird wahrscheinlich die Anlage einer besonderen Fabrik erfordern, jedenfalls den Bau eigens dafür bestimmter Maschinen. Eine Hängebrücke, die in der Konstruktion der Lindenthal'schen glich, jedoch nur etwas mehr als halb so groß ist, geht zur Zeit unterhalb Albany ihrer Vollendung entgegen, und ein Plan, der ebenfalls an den Lindenthal'schen sich anlehnt, aber noch großartiger ist, wird soeben bekannt. Wie es scheint, haben, um New=York den Rang abzulaufen, gewisse Kreise in Philadelphia den Gedanken an eine Kolossalbrücke über die Delaware=Bai nach Camden angeregl, und bereits hat ein Ingenieur einen Plan ausgearbeitet, demzufolge eine freie Mittelspannung von 4440(1350 Mtr.), zwei Seitenspannungen von je 2000“ und eine Geihe kleinere Bögen die breite Fläche überbrücken sollen. * In einer Dorfkirche des Gouvernements Tomsk wurde ein junges Paar gegen den Willen der Eltern getraut. Zur Vorsicht waren deshalb Thüren und Fenster der Kirche verschlossen worden. Die erzürnten Eltern donnerten während der Trauung mit Knitteln gegen die Thür; als diese nach Beendigung der Feier geöffnet wurde, ldrangen die Wütenden ein, rissen der Braut die Kleider vom Leibe und schimpften in rohester Weise auf die Kirche und ihre Diener. Das Gericht verurteilte die Kirchenschänder zur Entziehung aller Rechte und vier jähriger Zwangsarbeit. — Gelegenheits-Kauf— feinster, ächter reinwollener engl. 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Amtswoche: Pastor Heinenberg. Sonntag, den 27. Dezember 1891 Hauptpredigt ½10 Uhr: Pastor Graeve Nachm. 2 Uhr: Kindergottesdienst. Pastor Heinenberg. Amtswoche: Pastor Graeve. Reformierte Kirche. Donnerstag, 24. Dezember 1891. Nachm. 1 Uhr: Vorbereitung zum hl. Abendmahl. 1. Weihnachtstag. ½10 Uhr: Pastor Terberger.(Heil. Abendmahl und Kollekte für die kirchlichen Bedürfnisse der Gemeinde.) 2. Weihnachtstag. Vorm. 1/210 Uhr: Pastor Terberger. Sonntag, den 27. Dezember 1891. Vorm. ½10 Uhr: Past. Terberger, Lutherische nicht unierte Kirche (im Hause des Herrn Heinrich Haver). 2. Christtag, nachmittags 5 Uhr Gottesdienst und hl. Abendmahl durch Herrn Superintendent Dr. Schmidt aus Elberfeld. Westhofen. 1. Weihnachtstag. Vorm. 1/210 Uhr: Beichte. „ 10 Uhr Predigt. Nachher hl. Abendmahl. Pastor Falkenberg. Nachm. 2 Uhr: Kindergottesdienst. 2. Weihnachtstag. Vorm. 10 Uhr: Kandidat Wever aus Garenfeld. Sonntag, den 27. Dezember 1891, Vorm. 10 Uhr: Pastor Falkenberg. Nachm. 2 Uhr: Kindergottesdienst. Syburg. 2. Weihnachtstag. Vorm. 10 Uhr: Pastor Falkenberg. Aplerbeck. 1. Weihnachtslag. Frühkirche: Hilfspred. Petersmann. Hauptpredigt: Pastor Meinberg. Abends 5 Uhr: Liturg. Gottesdienst. 2. Weihnachtstag. Frühkirche: Pastor Meinberg. Hauptkirche: Pastor Kipper. Sonntag, 27. Dezember 1891. Frühkirche: Pastor Kipper. Hauptkirche: Hilfspr. Petersmann. Montag, 4. Jannar, abends ½8 Uhr. Gustav Adolf=Verein. Todes-Anzeige.) Heute morgen um 7 Uhr## entschlief nach kurzem* schwerem Leiden unser# winnigstgeliebtes Söhnchen Adolf im zarten Alter von 1½ Jahren. Allen Freunden und Bekannten teilen dies tiefbetrübt mit Schwerte, 22. Dez. 1891. Die trauernden Eltern: August Werner und Frau. Die Beerdigung findet am 1. Weihnachtstage nachmittags 2½ Uhr statt. Fr. Hellgol. Schellsisch empfiehlt C. Minke. Bekanntmachung. Der Entwurf zum Amtskassen-Elat des Amtes Ergste, sowie diejenigen der Gemeinden Ergste, Hennen und Berchum für das Etatsjahr 1892/93 liegen gemäß§ 46 der Landgemeinde=Ordnung ersterer und der Etat der Gemeinde Ergste im hiesigen Amtsbüreau, die Etats von Hennen und Ber chum bei den betreffenden Herren Gemeindevorstehern 14 Tage lang zur Einsicht offen. se, 21. Dezember 1891. Der Ehrenamtmann: Bormann. Veranntmachung. Generalversammlung der Diehsterbekasse Ergste, Sonntag. d. 27. Dezbr., abends 6 Uhr, im Saale der Witwe KageBeckmann. Tagesordnung: 1. Wahl neuer Vorstandsmitglieder. 2. Verschiedenes. Um zahlreichen Besuch bittet Der Vorstand. Schwerter Turnverein. Das Turnen fällt bis Mittwoch, den 6. Jannar 1892 aus. Der Turnwart. Gasthof Duisberg. Den geehrten Familien wird der Besuch des schön deliorierten u. gut geheizten Saales „Wintergarten bestens empfohlen. Stade=Bier, hell und dunkel, in bekannter Güte! Reslauration Aug. zur Nieden. Weihnachten Würzburger Hofbräu in Anstich, dasselbe wird auch flaschenweise abgegeben. Dr. med. K. Venker, Spezialarzt f. Ohren=, Rasen= u. Halsleiden; bisher Assistenzarzt an der Universitätsklinik, wohnt Hagen(West.), Elberfelderstraße 58, gegenüber dem städt. Krankenhause. Das bedeutendste und rühmlichst bekannte Bettfedern-Lager Harry Unna in Altona bei Hamburg versendet zollfrei gegen Nachnahme(nicht unter 10 Pfd.) gute neue Bettfedern für 60 Jdas Pfd., vorzüglich gute Sorte 1 K u. 1,25 K. prima Halbdaunen nur 1,60 K., prima Ganzdaunen nur 2,50.4 Bei Abnahme von 50 Pfd. 5% Rabatt.— Umtausch bereitwilligst. Fertige Betten(Oberbett, Unterbett und 2 Kissen) prima Inlettstoff auf's Beste gefüllt einschläsig 20 und 30 Mk. Zweischläfig 30 u. 40 Mk.— Für Hoteliers u. Händler Ertrapreise. Empfehle für die Winterzeit: Arak, Arak=Punsch, Rum, Steinheger, Doppelwacholder, Nordhäuser, Uralten Münsterländer Korn. Carl Feit, Wilhelmstraße 3. 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Diese Bücher sind in der Buchhandlung des Herrn Braus in Schwerte zum Preise von 15 Pfennigen zu haben, werden auch aus einem hier niedergelegten Vorrat zu jenem Preise auf dem Amtsbüreau verabfolgt. Die Quittungskarten müssen beim Umtausch 52 tragsmarken enthalten, falls nicht anrechnungsfähige Unterbrechungen der Arbeit durch Militärdienstpflicht oder durch Krankheiten nachgewiesen werden. Westhofen, den 22. Dezember 1891. Der Amtmann: Rebber. Krieger= und Landwehr=Verein der Schulgemeinde Höchsten Sonntag, den 27. Dezember: Versammlung. N K N 5 M K N N M A K2 Losephs=Verein. Am 2. Weihnachtsfeiertage: Theatralische Vorstellung zum Besten der Weihnachtsbescherung bedürftiger Kinder im Lotale des Wirts Herrn Raffin zur„Helle". Eintrittsgeld à Person 50 Pf. Anfang 7 Uhr abends. Schulkinder haben keinen Zutritt. M N Bedeutende Umfangserweiterung ohne Preiserhöhung. Im nächsten Quartal wird der täglich zweimak erscheinende SS und Volkszeitung Auflage: 15250 Eremplare, eine bedeutende Erweiterung erfahren. Die Abend=Ausgabe, welche bisher gewöhnlich 2seitig erschien, wird 4 Seiten stark erscheinen. Der Preis bleibt derselbe Vorzüge des„Münst. Anzeigers": Billiger Preis, 1 Mk. 25 Ffg. für das Vierteljahr bei 2mal täglichem Erscheinen; Gratis-Beilage eines Sseitigen illustrierten Unterhaltungsblattes(an Stelle der 2. Freitagsausgabe). Juserate die Zeile nur 15. Pfg. bei einer Auflage Snstralt, von 15 250 Exemplaren. Laut soeben erschienenem amtlichem Verzeichnis wurden im Jahre 1890 an Zeitungsnummern bei der Post in Münster aufgegeben 8,313,030 Stück; davon entfallen auf unser Blatt 5,886,437 oder 70,81%, der Rest mit 29,19% auf alle anderen hier erscheinenden Zeitungen und Zeitschriften.— Aus dieser Thatsache wird man die Verbreitung ersehen, welche den durch unser Blatt erfolgenden Inseraten im Münsterland und den angrenzenden Landesteilen zu teil wird. Der Gewerkverein der Maschinenbau= und Metallarbeiter zu Westhofen feiert sein diesjähriges Winterkranzchen Für einen braven Knaben ist in meiner Buchdruckerei zu Ostern eine Tehrlingssteue frei. C. Braus. Danksagung. Seit langer Zeit litt ich an den heftigsten Magenbeschwerden. Wenn ich etwas aß, mußte ich mich sofort übergeben. Der Magen behielt nichts bei sich und ich magerte von Tag zu Tag mehr ab. Ich hatte zuletzt kaum noch so viel Kraft, um vom Stuhle aufzustehen. Während der 3 Jahre dauernden Krankheit habe ich 7 verschiedene Aerzte um Rat gefragt, aber keiner konnte mir helfen, weshalb ich mich zuletzt an den homöopathischen Arzt Herrn Dr. med. Hope in Hannover wandte. Kaum hatte ich dessen Arzneien einige Tage eingenommen, als sich mein Befinden zusehends besserte und war ich nach 6 Wochen vollständig geheilt, so daß ich jetzt mein Geschäft schon wieder besorgen kann. Herrn Dr. med. Hope hierdurch meinen tiefsten Dank. H. Behrens, Urneburg. Viele Sorten empfiehlt C. Braus. am 2. Weihnachtstage im Saale des Wirts Herm. Weiberg, wozu ergebenst einladet Der Vorstand. Entree 75 Pf. * Verannimachung. Zwecks Umtausches der Quittungskarten der Invaliditätsund Altersversicherung werden die Inhaber vollgeklebter Quittungs. karten mit Ausschluß derjenigen Arbeiter, welche auf den hiesigen industriellen Werken beschäftigt sind, aufgefordert, in untenstehender Reihenfolge auf dem Polizeibüreau während der Büreau=Stunden 8—12 Uhr vormittags zu erscheinen. 1. Die Arbeiter männlichen und weiblichen Geschlechts mit Namensanfangsbuchstaben A bis einschließlich G am Montag, den 28. Dezember er.; 2. von H bis einschließlich 0 am Dienstag, den 29. Dezember er.; 3. von P bis einschließlich T am Mittwoch, den 30. Dezember cr.; 4. von U bis einschließlich Z am Donuerstag, den 31. Dezember er. Schwerte, 23. Dezember 1891. Die Polizei=Verwaltung. Korsetts und Apparate zur Ausgleich. hohler Seiten u. schiefer Schultern ohne Polster, künstl. Füße u. Arme Konstruktion, Fingern. Augen, Leibbinden 2c. empfiehlt Dortmund, O. Gruss, Westenhelweg 126. * Für Damen weibl. Bedienung. 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Der Besitz dieser Bescheinigungen ist für die spätere Geltendmachung von Rentenausprüchen von der größten Wichtigkeit und ihre sorgfältige Aufbewahrung daher unbedingt notwendig. Da nun die losen Aufrechnungsbescheinigungen im Laufe der Jahre, möglicherweise vieler Jahrzehnte, leicht verloren gehen, so sind dauerfeste Sammelbücher herausgegeben, welche eine hinreichende Anzahl solcher Bescheinigungsmuster in sich vereinigen. Ich empfehle den Versicherten dringend deren Beschaffung mit dem Bemerken, daß die Karten=Ausgabestellen das von mir empfohlene Sammelbuch aus dem Verlage von König& Ebhardt zu Hannover, welches übrigens auch in den Buchhandlungen zu haben ist, vorrätig halten und zum Selbstkostenpreise abgeben werden. Bei dieser Gelegenheit mache ich darauf aufmerksam, daß der Umtausch der Quittungskarte in der Regel erst dann stattzufinden hat, wenn deren zur Einklebung von Marken bestimmte Felder gefüllt sind, oder die Gültigkeit der Karte — Schluß des dritten Jahres, welches dem am Kopfe der Karte verzeichneten Jahre folgt— ihrem Ende naht; der Versicherte hat jedoch das Recht, auf seine Kosten die Ausstellung einer neuen Quittungskarte gegen Rückgabe der älteren Karte jederzeit zu beanspruchen. Iserlohn, den 16. November 1891. Der Landrat: Nauck Vorstehende Bekanntmachung wird hierdurch zur öffentlichen Kenntnis gebracht. Ergste, den 18. Dezember 1891. Der Ehrenamtmann: Bormann. Die Eisen- und Eisenwaren-Handlung von Ew. Falkenroth, Wilhelmstraße 15. hält stets auf Lager und empfiehlt: I Träger von Prosil 16—24. Stabeisen. Bandeisen. Winlielund Fenstereisen, Schneideisen, Eisenbleche. Draht, Ofenrohre, Prima engl. 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Qual.„„ „ 2.„„„ Kartoffeln„„ Heu per 500„ Roggenstroh per„„ Rüböl per 100„ in Partieen von 100 Kilo Rüböl per 100 Kilo faßw. Gerein. Oel per 100 Kilo 3 2 höher als Rüböl. Preßkuchen per 1000 Kilo Weizen=Vorschuß 00 per 100 Kilo Kleien per 50 Kilo Köln, 22. Dezember. Weizen hiesiger 23,00—24,50, fremder 24,50 bis 26,00. Roggen hies. 23.50 bis 25,00, fremder 25,50—27,00. Hafer hiesiger 15,00—16,00, fremder 18,00 bis 19.00 M. Ber!in, 22. Dezdr. Weizen Dez.= Jan. 227,00 J, April=Mai 222,75 c. Roggen Dez.=Jan. 238,00+ April=Mai 230,50 K. Haser Dez. 162,50 J, April=Moi 167.25 #c. Rüböl vorr. mit Faß 60,00 M. ohne Faß 59.00 M, Dez. 59,70 M, April=Mai 59,70 Spiritus 70er vorr. 50.40 M. Dez.=Jan. 50,10, April= Mai 51,30 K, 50er vorr. 70,00. Hamburg, 22. Der., vorm. Kaffee ruhig, Dez. 70, März 64¼, Mai 63¼, Sept. 62¼. Rohzucker geschäfslos, Dez. 14,12½, März 14,67½, Mai 1487½, Aug. 15.15. 50 20