für den Kreis Hörde und den Laudkreis Dortmund. is pro Quartal 1 Mark 50 Pfa. Insertionsgebühr für die sechsspaltige Zeile * Kreisblatt Abonnements=Preis pro Quartal 1 Mark 50 Pfg. Erscheint Dienstags, Donnerstags und Samstags. Wöchentliche Gratisbeilage:„Illustrierter Familienfreund.“ Insertionsgebühr für die sechsspaltige Zeile oder deren Raum 10 Pfg., außerhalb des Leserkreises 15 Pfg.; Reklamen 30 Pfg. Redaktion, Druck und Verlag von Carl Braus in Schwerte. Nr. 149. Schwerte, Donnerstag, 17. Dezember 1891. 24. Jahrgang. Amtliche Bekanntmachungen. Oeffentliche Bekanntmachung. Einkommensteuerveranlagung für das Steuerjahr 1892/93. Auf Grund des§ 24 des Einkommensteuergesetzes vom 24. Juni 1891(Gesetzsammt. S. 175) wird hiermit jeder bereits mit einem Einkommen von mehr als 3000 Mark veranlagte Steuerpflichtige im Kreise Hörde aufgefordert, die Steuererklärung über sein Jahreseinkommen nach dem vorgeschriebenen Formular in der Zeit vom 4. Januar bis einschließlich zum 20. Januar 1392 dem Unterzeichneten schrist ih oder zu Protokoll unter der Versicherung abzugesen, doß die Angaben nach bestem Wissen und Gewssen gemacht sind. Die oben bezeichneter Steuerpflichtigen sind zur Abgabe der Steuererklärung verpflichtet, auch wenn ihnen ein: besondete Aufforderung oder ein Formular nicht zugegangen ist. Auf Verlangen werden die vorgeschriebenen Formilare, denen zugleich die maßgedenden Bestimmungen beigefügt sind, bei den Bürgermeisterämtern und Acmtern des Kreises lostenlos verobfolgt. Die Einsendung schriftlicher Erklärungen durch die Post ist zulässig, geschieht aber auf Gefahr des Absenders und deshalb zweckmäßig mittels Einschreibe= briefes. Mündliche Erklärungen werden von dem Unterzeichneten vormittags zwischen 10 und 12 Uhr zu Protokoll ectgegengenommen. Die Versäumung der obigen Frist hat gemäß § 30 Abs. 1 des Einkommensteuergesetzes den Verlust der gesetzlichen Rechtsmittel gegen die Einschätzung für das Steuerjahr zur Folge. Wissentlich unrichtige oder unvollständige Angaben oder vissintliche Verschweigung von Eirkommen in der Sterererklärung sind im§ 66 des Einkommensteuergesetzes mit Strafe bedroh#. Es steht selbstverständlich jedem SteuerPflichtigen frei, die Steuererklärung auch schon vor dem 4. Januar 1392 abzugeben. Hörde, den 11. Dezember 1891. Der Vorsitzende der Einkommensteuer. Veranlagungskommissior. Spring. Bekanntmachung. Die durch das Reichegesetz, betr. die Invaliditätsund Alters=Versicherung vom 22. Juni 1889 eingeführten Quittungskarten, enthalen bekanntlich 52 Felder zur Aufnahme von 52 Beitragsmarker. Da die Tage vom 1 bis 4 Januar d. Is. als erste Beitragswoche zählen, sind die 52 Wochen seit dem Inkrafureten des obigen Gesetz s, dem 1. Januar d. Is. bereits mit dem 27. d. Mts. vollendet. Sosern ein Versicherter in jeder Woche des Jahres eine versicherungspflichtige Beschäftigung ausgeübt und für jede Woch: seinen Lohn ausgezahlt erhalten hat, muß also an jenem Tage seine Quittungskarte mit 52 Marken vollbeklekt sein. Die mit 52 Marken vollbeklebten Karten sind bei den Kartenausgabestellen, in der Regel den Ortspolizeibehörden, Polizeiverwaltungen, Amtmännerr, umzutauschen. Mit der neuen Karte erhält der Versicherte eine Bescheinigung über die Endzahlen aus der abgegebenen Karte. Diese Bescheinigung hat ersterer sorgfältig aufzubewahrer. Es wird noch ausdrücklich bemerk“, daß mit Ende dieses Jahres nicht etwa alle Karten umgetauscht werden müssen, daß vielmehr nur solche Karten zum Umtausch gelangen, welche vollbeklebt sind. Eine Ausnahme ist nur für diejenigen Karten gemacht, welche bis zum 27. d. Mts. mit 52 Marken beklebt sein wurden. Um einem übermäßigem Andrange vorzubeugen, welcher voraussichtlich bei dem diesmaligen allgemeinen Umtausche sonst stattfinden würde, hat sich der Vorstand der Invaliditätäts= und Alters=Versicherungs=Anstalt Westfalen damit einverstanden erklärt, daß die Kartenausgabestellen diesmal bereits dann eine Quittungskarte umtauschen, wenn dieselbe noch nicht vollbeklebt ist, sondern noch einige wenige freie Felder aufweist. Mehr als 52 Marken darf eine Karte nicht enthalten. Es muß also gegebenen Falls die Marke für die 53. Beitragswoche in die neue Karte geklebt werden. Das Publikum wird im eigensten Interesse ersucht, für den pünktlichen Umtausch der Quittungs= karten Sorge zu tragen. Ebenso wird die gehörige Beibringung der erforderlichen Marken seitens der Arbeitgeber angelegentlichst empfohlen, da der Vorstand der Versicherungs=Anstalt Entschuldigungen mit Unkenninis des Gesetzes nicht mehr gelten läßt, vielmehr in der Regel Ordnungsstrafen gegen säumige Arbeitgeber festsetzt. Hörde, den 11. Dezember 1891. Der königliche Landrat: Spring. Angriffen des Abg Singer auf die Gutsbesitzer, welche dieser am Sametag erhoben, mit großer Schäife entgeger. Abg. Prinz Schönaich=Curolath(keiner Partei angehörig) freut sich, daß heute kein Gegner der Verträge mehr als Reichsfeind hingestellt werde, während man früher sofort Rlichsfeind genannt sei, wern man gewiss Vorlagen nicht billigte. Die Herabsetzung der Korniölle erachtet Redner im Hinblick auf die sozialen Verhättasse als unbedingt nötig; gerade die Zölle hätten Haß und Zwictracht gesät. Sogar die kleinen Landwirte meikten schon, daß nur die Großgrundtesitzer Vorteil davon hätten. Redner wird für die Verträge stimmen, weil dieselben die Zufriedenheit im Volke beffentlich mehren werden. Abg. von KleistR tzow(kons.) b.kämpft die Vorlage im Hinblick auf die Lasten der Landwirtschaft. Staatssekreiär von Marschell erwidert, daß bei Nichizustandekommen der Verträge wahrscheinlich ein Zollkrieg mit Oesterreich= Urgarn entstanden wäre, und das wäre von schwerem, auch politischem Nachteil gewesen. Eine weitere Herabtzung wirde während der Vernagszeit wehl nicht eintreten. Abgg. von Pfetten(Zir.) und Wisser(lib.) besürworten die Verträge, ebenso die Staatssekretäte von Maitzohn und von Bölticher, während die Abgg. Lotz und Menzer(kors.) dagegen sprechen. Hierauf wird die Weiterberatung bis Dienstag vertagt. (Dienstagssitzung.) Die zweite Beratung der Handelsverträge wird fortgesetzt. Abg. Frhr. von Lauffenberg(freis.) spricht für die Verräge. Die mißiche Lage einzelner Landwirte sei meist auf den übertriebenen Luxus zurückzuführen. Von den hohen Kornzöllen hätten nur die Großgrundbesitzer Nutzen gehabt, die kein Recht angesich's der heutigen Teuerung hätter, auf den Zöllen zu bestehen. Abg. Graf Mirbach(kons) bestreitet, daß auf dem Lande zu großer Lixus getrieben werde. Einzelne Ausnahmen hewiesen nichts. De kleinen Landwirte würden durch die neuen Verträge empfindlich geschädigt. Das werde die Regierung nur zu bald erkeinen. Abg. v. Kardorff(freikons) bedauert, daß die Reichsregierung die Interessen der kleinen Landleute in den Verträgen außer acht gelassen habe. Reichskanzler v. Caprivi stellt das in Abrede, und betont, daß er gerade die Tüchtigkeit dieser Kreise sehr hoch schätze. Abg. Witte (freis.) spricht für die neuen Verträge. Abg. Graf Kanitz(kons.) befürchtet, es könne russisches Getreide auf dem Umwege über Oesterreich eingeführt werden. Reichskanzler v. Caprivi glaubt das nicht, weil der österreichische Zoll zu hoch sei. Abgg. Rickert und Goldschmidt(freis.), Frhr. v. Münch(Demokrat) sprechen für die neuen Verträg;, während Abgg. Holtz und Graf v. d. Schulemvurg(kons.) dieselben bekämpfen. Nach kurzen sachlichen Bemerkungen der Abgg. Grumbt und Graf Mirbach(kon'.), sowie des Staatssekretärs von Bötticher wird die Weiterberatung auf Mittwoch 11 Uhr vertag:. Bisher sind in Rio Grande do Sul und in Rio de Janairo die Lokalgouverneure fortgejagt, und nun ist der Staat San Paono Schauplatz einer gleichen Bewegung. Der Gouverneur suchte Widerstand zu leisten, konnte sich aber doch nicht halten. In dem nordamerikanischen Kongreß in Washington ist ein Antrag eingebracht, durch welchen die künftige Anstellung von Ausländern im Staatsdienst verboten wird.— Nach Berichten via Franzisko ist der chinesische Aufstand so weit unterdrückt, daß die Missionen außer Gefahr sind. Deutsches Reich. Deutscher Reichstag. Am Montag wurde die Spezialberatung der neuen Handelsverträge begonnen, und zuerst der Vertrag mit Oesterreich Ungarn debattiert. Abg. v. Massow(kons.) ist gegen den Vertrag, weil er der Landwirtschaft großen Nachteil und einen erheblichen Ausfall in den Zolleinnahmen des Reiches bringen werde. Abg. Lauschner (freikons.), wird für die Verträge stimmen, weil sie hohe politische Bedeutung besitzen. Staatssekretär von Bötticher weist auf die Vorteile hin, die gerade Deutschland aus dem Vertrage mit Oesterreich zieht. Gegenüber verschiedenen Zeitungsmeldungen hebt der Staatssekretär hervor, daß bisher kein trichinöses Stück amerikanisches Schweinefleisch die deutschen Grenzämter passiert habe. Sei trichinöses Fleisch gefunden, sei dasselbe eingeschmuggelt. Abg. v. Schalschah(Zentr.) bekämpft die Verträge unter Hinweis auf die heutige mißliche Lage der Landwirtschaft. Redner tritt den Se. Majestät der Kaiser traf am Sonntag in Schwerin ein, wo er von einer trotz strömenden Regens zahlreich versammelten Volksmenge begeistert begrüßt wurde. Die Stadt war illuminiert. Am Montag mittag kam der Kaiser nach Stettin, wo er auf der Werft des„Vulkan“, dem Stapellauf der neuen Panzerfregatte„Weißenburg" beiwohnte und die Namensgebung selbst vollzog. Prinz Georg von Sachsen stürzte auf einem Spazierritt mit dem Pferde und brach sich dabei das linke Schlüsselbein. Der preußische Kultusminister hat sicherem Vernehmen nach dem Staatsministerium einen Entwurf vorgelegt, bezüglich der Gleichstellung der Lehrer an den städtischen höheren Schulen mit denjenigen Lehrern an den staatlichen höheren Lehranstalten. Die Veröffentlichung der Lehipläne für das höhere Schulwesen soll demnächst erfolgen. Rußland. Aus Petersburg kommt die Meldung von einer bevorstehenden Neuorganisation der russischen Armee. Der Kriegsminister von Wannowski hat alle Generalstabschefs dorthin berufen, um eine neue Verteilung der Streitktäfte zu beraten. England. Die Königin Viktoria von England wird im Frühjahr 1892 nach Berlin kommen, vorher soll die Vermählung ihres Enkels, des Prinzen Albert Edward von Clarenze mit der Prinzessin von Teck in London erfolgen. Gladstone ist am Dienstag nach dem Süden gereist. Die feierliche Beisetzung der Leiche des Kaisers Dom Pedro hat am Samstag in Lissabon stattgefunden. Sämtliche Mitglieder des königlichen Hauses und die Spitzen der Militär= und Zivilbehörden wohnten derselben bei. Prinz Albrecht, welcher zu der Feier nach Lissabon gekommen war, legte namens des Kaisers einen Kranz am Sarge nieder. Wie Spanien will auch Portugal einen neuen Zolltarif einführen, welcher die Einfuhrzölle ganz beträchtlich erhöht. Amerika. In den Einzelstaaten Brasiliens scheinen die Aufstände der Reihe nach herumzugehen. Westfalen und Rheinland. Schwerte, 16. Dez. Ein event. großes Inglück wurde durch die Achtsamkeit des Bahnwärters Brinkmana in Westhofen verhütet. Genannter Wärter gewahrte am Montag abend gegen 6 Uhr den Geleisen an dem Durchlaß zwischen Haus Husen und der Ruhrbrücke mehrere Steine iegen. Es gelang demselben, noch vor dem Einreffen des kurz darauf die gefährdete Stelle pasierenden Güterzuges, die Steine zu entfernen. Hoffentlich gelingt es der Untersuchung, den Uheber dieses nieoerträchtigen Streiches ausfindig zu machen. (§) Hennen, 15. Dez. Hierselbst wurde heute morgen eine Frau von einem Hunde angefallen und im Gesicht nicht unerheblich verletzt. Westhofen, 14. Dez. Heute nachmittag fand die Wiederinbetriebnahme der hiesigen zweigeleisig wieder heigestellten Ruhrbrücke nach vorheriger Probebelastung und Abnahme seitens der Direktion Elberfeld statt. Wie erinnerlich, war ie Brücke durch die Hochflut vom 24. Nov. v. J. zur Hälfte zerstört worden und schon nach 2 Monaten die provisorische Inbetriebnahme eines Geleises gelungen. Dank der unausgesetzten Bemühungen der Beamten und Unternehmer ist es verhältnismäßig rasch gelungen, der ungewöhnlichen schwierigkeiten, wie sie ein so seltener Fall eines Brückeneinsturzes mit sich bringt, Herr zu weiden. Von den vier durch die genannte Flut zerstörten Brücken(bei Hohensyburg, Steele, Fröndenberg, Kösen) ist die Hohensyburger Brücke die einzige, deren Wiedetherstellung noch im laufenden Jahre gelungen ist. Hemer, 15. Dez. Im Krankenhause Meschede liegt ein Mann krank an einer Blutvergiftung darnieder, welche er sich durch einen Dornstich zugezogen hat. Ein ganz ähnlicher Fall wurde jüngst aus Hessen gemeldet. Die Vergiftung der Weißdorne führt ein Korrespondent des„W. V.“ auf den Würger oder Neuntöter zurück. Dieser auch den Singvögeln gefährliche Raubvogel spießt auf die Dornen die aus den Restern geraubten Vögel, auch Mäuse, Würmer und Käfer, zerstückt selbige dann und verzehrt sie. Indem an den Dornen Blut und sonstige Reste haften bleiben und verwesen, werden die Dornen mit Leichengift überzogen; dasselbe teilt sich dann bei Verletzungen der Hand dem Blute mit. Es ist das Vorstehende angesichts der beiden vorgekommenen Blutvergiftungen durch Dornstiche gewiß eine interessante und nicht unwahrscheinliche Beobachtung. Hamm, 14. Dez. Einen gefährlichen Sturz that in der Feldmark am Donnerstag abend ein Hochzeitsgast. Derselbe stürzte, als er sich den frischen Wind etwas um die Stirn streichen lassen wollte, in den vorm Hause gelegenen offenen Brunnen. Zum Glück verlor der Mann nicht die Besinnung, er hielt sich so lange über Wasser, bis Hilfe herbeikam. Münster, 10. Dez. Ein Vertreter unserer „goldenen Jugend“ hatte sich wegen ungehörigen Betragens seinem Lehrer gegenüber die Strafe der Relegation vom Gymnasium zugezogen. Doch der Sekundaner nahm die Sache nicht allzu tragisch. Er mietete sich eine zweispännige Droschke und machte in aller Form seine Abschiedsvisiten, indem er vor das Haus eines jeden seiner Lehrer vorfuhr und ihnen seine Visitenkarte in die Wohnung hineinreichen ließ. Wie die Ankunftsvisite beim Herrn Vater abgelaufen ist, können wir nicht verraten. Langerfeld, 11. Dezbr.“ Ein bedauernswerter Unfall ereignete sich laut der„Barm. Ztg.“ vorgestern hierselbst, indem der 5jährige Sohn eines Steinbrucharbeiters durch das Explodieren einer Dyna uitpatrone in schrecklicher Weise verstümmelt wurde. Der Knabe hatte die Patrone, die er in Abwesenheit der Mutter aus einer Tischschublade hervorgesucht halte, mittels eines glühend gemachten Stocheisens zum Explodieret gebracht. Dadurch wurde ihm die linke Hand vollständig verstümmelt— 3 Finger sind vollständig abgerissen— und am Körper trug er schwere Blandwunden davon Ein im Zimmer mitanwesendes jünaeres Schwesterchen ist mit leichten Verletzungen davon gekommen. Als die Mutter, welche ihrem Manne das Mittagessen in den Steinbruch gebracht hatte, zurückkehrte und ihr der Unglücksfall bekannt wurke, brach sie ohnmächtig zusammen. Der schwerverletzte Knale wurde im Schwelmer Krankenhause untergebracht. Der Voter des Knaben dürfte sich wegen Fahrlässigkeit vor Gericht zu veron worten haben. Düsseldorf, 15. Dez. Der Kommis eines hiesigen Bankhauses, der auf einen Check 20,000 Mark bei der Reichebank erheben sollte, unterschlug von der Summe 9000 Mk. und wurde damit flüchtig. Kempen, 14. Dez. Heute ist im neuen Hospital hierselbst eine Suppenanstalt eröffnet zorden, in welcher an Bedürftige nachmittags von bis 6 Uhr eine Portion kräftiger Suppe zu Pig verabreicht wird. Vermischtes. Die Influenza greift in den Kreisen der Beriner Gelehrten immer mehr um sich. Naydem Werner von Siemens und Professor von Helmholtz an ihr gelitten, war auch Geh. Rit von Bezold, der Direkior des Meteorologischen Instituts, nicht unbedenklich an der I fluenza erkrankt. Die Influenza ist nunmehr auch in verschiedenen Orten der Vereinigten Staaten aufgetreten. Auch Mic Kinley ist an der fl#uenza erkrankt. * Die schwarzen Pocken richten, wie man aus Pera schreibt, wieder in Macedonien große Verheerungen an. Besonders heftig tritt die tödliche Seuche in und bei Salonichi auf, wo sie in der armen Bevölkerung wieder trefflichen Nährboden findet. Mehrere Ortschaften mußten, um ein weiteres Un.sichgreifen zu verhindern, polizeilich gesperrt und cerniert werden. Leider fehlt es zur wirksamen Bekämpfung der Epidemie an erfahrenen Aerzten. Die Sterblichkeit ist sehr stark. * In Altona ist drei Krankenkassenärzten die Erlaubnis, zur Aerztekammer zu wählen, auf drei kahre entzogen worden, weil sie, um eine Anstellung bei der Allgemeinen Krankenkasse zu erlangen, dem Vorsitzenden derselben Geschenken bis zu 400 M gemacht hatten. * Großes Aufsehen erregt in Görlitz die Fucht des Prokuristen Sckulz, der an der Einnahmestelle der Oberlausitzer Sparkasse beschäftigt war und sich in seinem Amt zahlreicher Unterschlagungen und Fälschungen schuldig gemacht hat. * Ein großer Schwindel ist in Toelz in Oberbayern aufgedeckt worden. Dort hat sich eine von einer Kommandit=Gesellschaft kurmäßig ausgebeutete Jodquelle, der man den stolzen Namen„Kaiserquelle" gegeben hatte, als ein durch einen chemisch gefüllten Mischkessel geleitetes Bächlein erwiesen. Dus Geschäft hat gleich im ersten Jahr 12000 M Gewinn abgeworfen. Verschwunden unter Hinterlassung bedeutender Schulden ist aus Berlin der Genralvertreter eines Schuldene intreibungs=Büreaus, ein gewisser Metzdorff. * Ein schlecht passender Stiefel hat in vergangener Woche den Tod eines Menschen verursacht. Pastor G. Feiertag in Rothenburg a. d. O. hatte sich ein Paar Stiefel gekauft, von denen der rechte die Zihen sehr einzwängte. Nach einer Woche konnte er die Schmerzen, die ihm die unbequeme Lage der Zehen und das Reiben des wollenen Strumpfes verursachte, nicht mehr ertragen und er bemerkte auch, aß die Zehen in bedenklicher Weise engeschwollen waren. Angewandte Hausmittel, wie Carbolöl u. s. w. verschlimmerten das Uebel, so daß der herbeigerufene Arzt des Ortes eine Amputation der beiden mittleren Zehen für nötig hielt. Da aber die Schmerzen nicht aufhörten, wurde der Kreiswundarzt hinzugezogen, der sogleich den ganzen Fuß amputieren mußte, da der Brand bereits eingetreten war. Der Kranke, der schon in hohen Jahren stand, überstand jedoch die letzte Operation nicht, sondern starb nach derselben unter großen Schmerzen. * Eine freudige Ueberraschung wurde kurz vor der letzten Versteigerung im königlichen Leihamt einer in der Franseckistraße in Berlin wohnenden armen Wittwe bereitet. Im Begriff, den Pfandschein, auf welchen sie ihre geringen Habseligkeiten verpfändet hatte, in letzter Stunde verlängern zu lassen, vermißte die Aermste denselben plötzlich. Anfangs glaubte sie ihn verlegt zu haben; als sie aber die ganze Wohnung nach demselben vergeblich durchkramt hatte, erkannte sie zu ihrem Schrecken, daß sie ihn verloren haben mußte. Wer beschreibt aber die Freude der Frau, als am nächsten Tage der Geldbriefträger erschien und ihr einen mit 20 Mark beschwerten Brief überbrachte, der außer dem Gelde den abhanden gekommenen Pfandschein enthielt!— Auf einem Zettelchen, von Damenhand geschrieben, waren die folgenden Zeilen zu lesen:„Liebe Frau! Die glückliche Finderin Ihres Pfandscheines war mein Töchterchen. Ihre Kleinen werden der Wintersachen jetzt dringend bedürfen; lösen Sie daher dieselben von dem anliegenden Gelde ein." Das Schreiben trug keine Unterschrift, und so weiß die arme Witwe nicht, wem sie diese Wohlthat verdankt. Gottesdienste. Schwerte. Resocmierte Kirche. Donneretag abend 8 Uhr: Bekanntmachung. Die Anlage eines Bodenzimmers in der neuen evangel. Schule, veranschlagt zu 170,05 Mark, soll am„0 Dienstag, den 22. d. vormittags 11 Uhr, im hiesigen Stadthause, woselbst Kostenanschlag und Bedingungen eingesehen werden können, an den Mindestfordernden vergeben werden. Schwerte, 14. Dez. 1891. Der Magistrat. Fortsetzung Treiwilligen Verkaufs der Auunasaae.„ am Samstag. den 19. d. Mts., vormittags 9½ Uhr beim Wirt Herrn Lenrich hier. Schwerte, 16. Dezember 1891. Gerichtsvollzieher. R. Rosenthal, Hörde, am Markt, bili zu Weihnachtsgeschenken la. Deutsche, französische und böhmische Glaswaren: Bierservice auf seinen Holzplatcon von K 2.75 cn mit einfacher Blumengranierung K 1.25. Lilörservice hochsein dekoriert und v.reolt von K. 1.75 an bis zu den seinsten Stammseidel mit Deckel von K 1.— an. Bierseidel mit Deckel 50 Pfg. Bowien in großer Auswahl sehr billig. Kalehse ist der: wenn ich einen notwendigen Artikel bei guter Qualität möglichst billig einkaufe! 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Qual.„ „ 2.„„„ Kartoffeln„„ Heu per 500„ Roggenstroh per„„ Rüböl per 100„ in Partieen von 100 Kilo Rüböl per 100 Kilo faßw. Gerein. Oel per 100 Klo 3 N höher als Rüböl. Preßkuchen per 1000 Kilo Weizen=Vorschuß 00 per 100 Kilo Kleien per 50 Kilo Köln, 15. Dezember. Weizen hies siger 23,00—24.50, fremder 24.50 bis 26,00. Roggen hies. 23.50 25,00, fremder 25,50—27,00. Hases hiesiger 15,(0—16,00, fremder 18.00 W " Der heutigen Nummer lies eine Beilage der Firma Wilhe Heppe, Schwerte, bei, worau wir ganz besonders aufmerksau machen. 120 64 Aufgebot. Die Witwe Kaufmanns Ernst Brügmann zu Schwerte titelberichtigung des im Grundbuch von B.kanntmachung, betreffend die Alters= und Invaliditäts=Versicherung. Die Quittungskarten der Alters= und Invaliditäts=VerDie Witwe Kaufmamns Ernst Brügmann Zu. 9., gan sicherung sind, sobald sämtsiche 52 Felder derselben mit Beibat bepufe Hessif“ Glat 227 Grundstücks tragsmarken bellebt sind, seitens der Karteninhaber bei der o. Vi. Nr. 667/334 der Steuergemeinde Schwerte, unterzescheten Polizei=Verwaltug gezen neue Karten unHeasters Wenz, Garten, 5 ur. 92 uu god). Jesztant dise“, Beis den demnzhsigen Untausch, der in alen 52 Aufgebot in Antrag gebracht, indem sie das Eigenaum deder, Feldern vollgeklebten Luitungskatten wid über deren Inhalt, Erndstics für sich in Anspruch vimmt....u sowie über die nachgewiesenen aurechnungsähzigen UnterAlle diejenigen, welche etwa ferner nech das Eigentun(brechungen der versicherungspflichtigen Arbeits= oder Dienstdes Grundsticks Flur Vi Nr. 667/334, Steuergemeinde verhältnisse, wie Krankheit und Militärdienstzeit, seitens der Schwerte, bezw. einen Anteil desselben als Eigentum bean= Behörde eine Bescheinigung erteilt, welche die Versicherten spruchen, werden deshalb aufgsfordert, ihre Rechte und An= als Beläge für die Berechnung der eintretenden Falles zu che spätestens in dem auf den Gsans sprücz sputtgeus isl vem uuf den 16. Februar 1892, vormittags 9 Uhr, anberaumten Aufgebotstermin beim hiesigen Gerichte anzumelden und ihr vermeintliches Widerspruchsrecht gegen die Besitztitelberichtigung zu bescheinigen, widrigenfalls dieselben durch Ausschlußurteil mit ihren Ansprüchen und Rechten auf das gedachte Grundstück ausgeschlossen werden und die Berichtigung des Grundstücks im Grundbuch für die Antragstellerin Witwe Brügman erfolgen wird. Schwerte, den 5. Dezember 1891. Königliches Amtsgericht. als Beläge für die Berechnung der eintretenden Falles beanspruchenden Invaliditäts= oder Altersrente aufzubewahren Anrechnungsfähige Unterbrechungen der Arbeit sind: a) diejenige Zeit, während welcher der Versicherungspflichtige zur Erfüllung seiner Militärdienstpflicht einberufen war, 6 K 5 b) mit Erwerbsunfähigkeit verbundene Krankheiten für die ununterbrochene Dauer von mehc als 7 Tagen bis zu einem Jahre.( 8.6 Krankheiten, welche ununtervrochen tänger als 1 Jahr bauern, kommen für Die uber bebogzägich odzer paurch schaulbe, Dauer, und Krankheiten, welche vorsäglich ober burch schutohafte Beteiligung an Schlägereien, durch Trunksucht, durch geschlechtliche Ausschweifungen verursacht sind, überhaupt o Nachweis der geleisteten Miltärdienste erfolgt D„ *[ Der Nachr g der Kolon Friedrich Riermann von Garenselb)burch VorZachpes, einer Krautheie genigt die Bescheinigung dat das Autgebot des über die im Grundbuch von Goxz ziun) beg Vorstandes dersenigen Krankentass, bezw. Hülfskasse, Band u. Blat 67 in der II1, Abteilung unter. J, 2 ganz wischer der Verscherte angehöt hat. eetragene Hwotzek von zweithunder Thaler Dorehu, v.,11—. Den Verscherungsplichigen enpfehlen wir oie vein Sintlich zu 4 2g fur den Schuter Heshzistehzendz vong u. Kartenuntausch behördlichersens auszustellenden BescheiniErgste gebicdten Hprotyzektnbotuenue, bese sopie der Ize gungen in Sammelbicher eintragen zu lasen, welche mehrere serichtlichen Obisgaton vomn 1., Menguszung vom 94, Juilnacheinander verwendbare Formuulare in sich vereinigen und grosationsnote und dem Hypothetetauszug vom av. Juu1)u—.. Ausbewahrung der Bescheinigungen erleichtern. 1861 brautag. Der Iuhader der Airtunde wird aufgsfordert,)., goiche, Hesse werden zu biligen Presen im Buchhandel päcstens in dem aus den.. sangebosen und sind aus einem hier niedergelegen Bach16. Februar 1892, vormittags 10 Uhr, shandlungsvorrat zum Preise von 15 Pfennigen auch in See tut# userem Bureau zu haben. vor dem unterzeichneten Gerichte anberaumten Aufgebots Rechte anzumelden und die Urkunde vorzulegen, termine seine Rechte unzumelven und die Urkunde vorzulegen, widrigenfalls die Kraftloserklärung der Urkunde erfolgen wird. Schwerte, den 7. Dezember 1891. Königliches Amtsgericht. Schwerte, den 15. Dezember 1891. Die Polizei-Verwaltung. Die besten, die billigsten, die feinsten, die haltbarsten Schuhe und Stiefel kauft man Kurafferh im gross. Weihnachtsausverkauf von OePTAUF“, Schwerte, am Markt. „0** Anentbehrlich für jeden Versicherungspflichtigen ist das Krattil„Fruch Sescheohe er Sc. te hat(amtl. Bescheinigungen über Einlieferung der mit Marken Der Konditor Louis Hagemann zu Schwerte Iu.] heklebten Lmnittungskarten der Invaliditäts= und Altersbehufs Uebernahme zum Grundbuch das öffentliche Aufgebet versicherung betreffend) nebst Vorwort, Anhang und Erdes bisher zum Grundbuch nicht übernommenen Grundstücks(auterungen der einschlägigen gesetzlichen Bestimmungen. kr. 34 der Steuergemeinde Schwerte, am Strage, Vorrätig in der C. Braus'schen Buchhandlung zieherischen Wert der berühmten Flur V Nr. 34 der Steuergemeinde Schwerte, am Strage, Vorrätig Weide, 65 ar 18 gm groß mit 15,32 Thlr. Reinertrag In Schwerte. Antrag gebracht, indem er das Eigentum an diesem Grunoeresigntes, für die langen interabende unentbehrliches 2 Spiel. Das Kreisrätsel # Schepust, Iuter. Breis-.10 uf. Tansend und abertansend Eltern haben den hohen erAnker. Steinbaukasten Jede Hausfrau, sittlich reine abonniere auf die stück für sich in Anspruch nimmt. Es werden daher alle diesenigen, welche das Eigentum welche sich und ihre Familie vor Schaden bewahren und des vorstehend aufgeführten Grundstücks beanspruchen, auf= zugleich eine angenehme und spannende, aber gefordert, ihre Rechte und Ansprüche spätestens in dem auf den Hektüre für groß und klein haben will, abon 16. Februar 1892, vormittags 9 Uhr, Wochenschrift: anberaumten Aufgebotstermine beim hiesigen Gerichte anzu=] Häuslicher Katgeber. weiden, wiorigenfals dieselben durch Auschlußurteilt wit, Pratisches Wohenblat für ale dentchen Hausstauen vevr=schlosen uu sechen uus bos oebhozegu Geund= imit den Gratisbeilagen; Mode und Handarbeit und ausgeschlosen werden und die Eistegerge, der 1., Huschude)wit, Fustrierten Kinder=Zeitung: Für unsere Kleinen. stücks auf den Namen des Antragstellers im Grunobuch er= der illustruteen##ur unsere folgen wird. Schwerte, den 5. Dezember 1891. Königliches Autsgericht. Kufgevol. Inhalt des Blattes: Beieyrende Aufsätze aus den Gebieten der Erziehung, Hauswirtschaft und Gesundheitspflege. Zahlreiche erprobte Rezepte und Hausmittel in den Abteilungen: Für's Haus.— Gemeinnütziges.— Häusliche Kunst.— Haustiere.— Haus= und Zimmergarten.— Arbeitsstube.— Wäsche und Kleidung.— Backwerke.— Getränke. — Für die Küche.— Interessantes Feuilleton in jeder Nummer... g amentayreis 5, gn Jurch Der vierteljährliche Avonnementspreis bei Bezug durch * MALämten(Nr. 2658 der lobend auerkannt; es gibt kein besseres und geistig anregenderes Spiel für Kinder und Erwachsenel Näheres über desselbe und über das„Kreisrätsel“ findet man in unserer illustrierten Preisliste, welche sich alle Eltern eiligst(gratis und frauko) kommen lassen sollten, um rechtzeitig ein wirklich gediegenes Weihnachtsgeschenk für kinder wählen und bestellen zu können.— Alle Steinbaufasten oine die Marke„Anker“ sind gewöhnliche und als Ergänzung wertlose Nachahmungen, darum verlange man stets und nehme nur Richters Anter=Steinbankasten, welche vor wie nach unerreicht dastehen und die einzigen sind, welche regelmäßig ergänzt werden können; vorrätig in allen feineren Spielwarenhandlungen zum Preise von 1—5 Mk. und höher. 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Meo, sich von dem gebiegenen und reichhaltigen Inhalte hwister Smilte, un, Frurgu gkr25g, Ostenheide, Acker, TL8E5 des„Häuslichen Ratgeber“ überzeugen 51 ar 69 3/64 Thlr, Steuergemeinde Schwette, das wil, der öffentliche Aufgebot in Antrag gebracht, indem er das Eigen=lichen Ratgeber“ in Breslau, Ring 56 durch tum dieses Grundstücks für sich in Anspruch nimmt. skarte eine Probenummer, welche gern gratis und franko verEs werden daher alle diejenigen, welche das Eigeutum sandt wirc des vorstehend aufgeführten Grundstücks beanspruchen, aufGrundstücks beanspruchen, aufgefordert, ihre Rechte und Ansprüche spätestens in dem auf den 16. Februar 1892, vormittags 9½ Uhr, anberaumten Aufgebotstermine beim hiesigen Gerichte anzumelden und ihr Widerspruchsrecht gegen die Besitztitelberichtigung zu bescheinigen, widrigenfalls dieselben durch Ausschlußurteil mit ihren Ansprüchen und Rechten auf das gedachte Grundstück ausgeschlossen werden und die Berichtigung des Grundstücks für den Antragsteller erfolgen wird. Schwerte, den 8. Dezember 1891. Vorrätig bei Carl Braus. in Schwerte. Soennecken’s BESTE ORDNER Nr 3 Briefordne Mehrere Hunderttausend im Gebrauche. Man verlange Preisliste Für Geschäfte unentbehrlich! Ueberall vorrätig. Berlin · F. SOENNECKEN's VERLAG: BONN · Leipzig Die von Lothar Meggendorfer. 5 schmässige en und Fritz Reuter, Lustspiele und Polterabend-Gedichte. Ergänzungsbände zu seinen sämtlichen Werken. Lustspiele. In dunkelbraun. Ganzleinwandband geb.(statt 3 Mk.) für 1 Mk. 20 Pfg. franco. Lustspiele und Polterabend-Gedichte. In rehbraun. Ganzleinwandband geb.(statt 3 Mk. 60 Pfg.) für 1 Mk. 80 Pfg. franco. 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Helft einen Weihnachtsbaum anzünden Für arme Kinder groß und klein, Laßt drunter sie ein Röcklein finden, Das wärmend hüllt im Frost sie ein Es klopft an euers Herzens Pforte Der Engel der Barmherzigken, Weist ihn nicht ab mit hartem Worte, Laßt gern ihn ein zur Weihnachtszeit. Vom Erdbeben in Japan. Ueber das große Erdbeben in Japan erhält die Münchener„Allg. Ztg.“ einen ausführlichen bri flichen Bericht aus Tokio vom 8. November. Der Herd des Erdbebens vom 26., 27. und 28 Oktober ist etwa 3 Längengrade westlich von Tokio an der Stelle zu suchen, wo eine von Süden und Norden ties eindringende Bucht die nach Westen hin sich allmählich verjüngende Gestalt der Insel zum erstenmale stark ein schnürt. Dort erstreckten sich die schlimmsten Zerstörungen in ostwestlicher Richtung etwa über einen halben Grad und in nordsüdlicher Ausdehnung ein wenig über einen Breitengrad, über ein Gebiet von der Größe der Rheinpfalz. Jenseits dieser Grenzen sind Menschenleben nur in den sich unmittelbar nördlich anschließenden Provinzen Eaizen und Kaga und in der zwei Längengrade weiter westlich gelegenen zweitgrößten Stadt Japans, in Osaka, zu beklagen. In den erst genannten Provinzen stürzte eine Anzahl kleinerer Holzhäuser, in Osaka aber eine in Backstein erbaute Fabrik ein; dort fanden 22, hier 23 Menschen ihrer Tod, wahrend etwa 90 Menschen erhebliche Verletzungen davontrugen. Viel nieberschmetternder lauten die Nachrichten, die aus den beiden am schwersten heimgesuchten Provinzen Owari und Mino eingingen. Bis jetzt sind dort 7524 Personen als getötet und 9458 als verwunder amtlich ermittelt worden. 81973 Häuser sind durch das Erdbeben zerstört, 4963 stehengebliebene Häuser abgebrannt; ein Viertel aller früher vorhandenen Häuser ist entweder vernichtet oder unbewohnbar geworden, so daß etwa eine halbe Million Menschen mit einem Schlage obdachlos geworden ist. Die von diesen Schrecken heimgesuchte Landschaft stellt eine kleine Ebene dar, die nach Osten und Westen durch zwei parallele Meridionalketten und durch einen sie verbindenden Querriegel nach Norden zu fast vollständig abgeschlossen ist. Sie bildet so das Abschlußgebiet weit ausgedehnter Höhenzüge und erfreut sich infolge dieser reichen Bewässerung großer Fruchtbarkeit; dicht bei einander ergießen sich vier erhebliche Flüsse in die flache, die Landschaft im Süden begrenzende Meeresbucht. Trotz der durch diesen Wasserreichtum bedingten häufigen Ueberschwemmungen gitt diese Ebene für einen der gesegnetsten Distrikte dieses schönen Landes. Der kommerzielle und industrielle Mittelpunkt desselben ist Nagoya, eine Stadt von 160,000 Einwohnern, die viertgrößte Japans. Diese Stadt nun und die ganze Ebeie, die sich nordwestlich daran schließt, ist seit dem Morgen des 28. Oktober nicht zur Ruhe gekommen. Bis zum Morgen des 4. November wurden nicht weniger als 6160 starke Stöße verspürt, im Durchschnitt 38 in der Stunde oder mehr als einer in je zwei Minuten. Die heftigsten Erschüttcrungen waren die ersten 100 oder 200, die sich mit ganz kurzen Pausen folgten und den Betroffenen wie Wellenbewegungen mit Hebungen von 1—3 Fuß Höhe und entsprechenden Senkungen erschienen. Die auf die Straße Geflüchteten sahen bei jedem nenen Stoße Häuser in sich zusammenbrechen oder nach der Seite überfallen, wahrend viele andere sich doch immer wieder zurechtrückten oder windschief in der Schwebe hielten. Bald brach hier und dort in den Trümmerhaufen Feuer aus, das während des Forttobens der unterirdischen Gewalten um so schwerer gelöscht werden konnte, da fost alle Brunnen zerstört oder wasserleer geworden waren. Indem die Mutigsten, die keine Angehörigen aus den Trümmern zu befreien hatten, zum Flusse eilten, um Wasser zu holen, bemerkten sie, wie sich überall Erdspolten von 1 bis 3 Fuß Breite bildeten und noch immer aufs neie öffneien und schlossen. Auf der Fahrt durch den Unglücks=Distrikt sieht man die umgeworfenen Dörfer und Städte, in denen zuweilen nicht ein einziges Haus stehen geblieben ist. Die kohlschwarze Farbe oder der noch aufsteigende Rauch verrät die zahlreichen Brandstellen; an den Flüssen sind meilenweit die Dämme, das Werk vieler Generationen, eingefallen und drohen beim ersten Regenfall mit Ueberschwemmung. Das weitaus Grausigste bietet aber der vollständig niedergebrannte Ort Kasamatsu am Kisogawa dar. Denn die Nöhe dieses Ortes macht sich nicht nur durch den mächtigen Rauch der immer noch glimmenden Trümmer, sondern auch noch durch den entsetzlichen Geruch der darin verbrannten 700 menschlichen Körper bemerkbar; etwa ein Achtel der früheren B-völkerung hat, in die Trümmer ihrer auf sie herabfallenden Häuser eingesperrt, ein Grab in den Flammen gefunden. Als besonders glücklicher Umstand muß bei diesem furchtbaren Erdbeben hervorgehoben werden, daß es gerade in die Aufstehstunde der Japaner fiel. Hätte es während der Nacht oder auch nur eine Stunde früher stattgefunden, so hätte die Schwierigkeit, aus den rings verschlossenen japanischen Häusern einen Ausweg zu finden, roch viel mehr Unglücksfälle herbeigefüort Bei dem litzten großen Erdbeben in Tokio vor 37 Jahren, bei welchem 104.000 Menschen ihren Tod fanden, hat das Feuer weilaus die meisten Opfer gefordert. Mit einem vulkanischen Ausbruch scheint die Katastrophe nicht zusammenzuhängen. Die vernaglücke Ebene ist von thätigen und selbst erloschenen Vulkanen weiter entfernt, als die meisten Landschaften Japans. Westfalen und Rheinland. Dortmund, 11. Dezbr. Im biesigen Amtsgerichtsgefängnis machte gestern nachmittag ein 16 Jahre alter Knabe, welcher sich wegen Diebstahls in Untersuchung befand, seinem Leben durch Erhängen ein Ende. Die sofort nach der Entdeckung der That ins Werk gesetzten Wiederbelebungsversuche hatten keinen Erfolg, so daß der herbeigezogene Arzt nur den Tod des Knaben konstatieren konnte. Dortmund, 13. Dezbr. Einen traurigen Tod fand dus 2jährige Töchterchen einer hiesigen Familie. Dasselbe führte in einem unbewachten Angenblick die Kaffeekanne zum Munde und goß das siedend heiße Getränk hinunter. Nach kurzer Zeit bereits war das arme Wesen eine Leiche. Hohenlimburg, 12. Dez. Durch den gestern nachmittag herrschenden orkanartigen Sturm ist der große Wagenschuppen auf dem Dahl'schen Werke in Neuöge gegen 2 Uhr umgestürzt worden und vollständig zusammengebrochen. Personen sind dabei nicht zu Schaden gekommen. Ein Fuhrmann, welcher mit seinem Gefähr in dem Schuppen gewesen, hatte denselben kaum einige Sekunden vorher verlassen, als das Gebäude mit mächtigem Krachen zusammenstürzte. Mann und Pferd blieben unverletzt, dagegen wurde der Wagen von den schweren niederstürzenden Balken vollständig zertrümmert. Letmathe, 12. Dez. Gestern nachmittag hat sich auf der hiesigen chemischen Fabrik bei dem neuen Anbau dadurch ein trauriger Unglücksfall ereignet, daß beim Aufwinden von sehr schweren Rohren der Flaschenzug zerriß und das ganze Gewicht dem Arbeiter F. K. aus der Nahmer auf den Leib stürzte, sodaß ihm ein Arm vollständig gebrochen war. Ob auch innere Verletzungen vorgekommen, konnte noch nicht festgestellt werden. Der Verunglückte wurde mittels Tragkorb in das hiesige St. Marienhospital geschafft. Neuenrade, 15. Dez. Wie sich selbst in die ernstete Sache sonderbare Kuriosa einschleichen können, das beweist folgender merkwürdige Fall. Ein Arbeiter von hier, der wegen Diebstahls zweimal mit geringen Strafen belegt ist, nimmt im Walde eine bereits geschlagene Birke auf, um sich selbe anzueignen, läßt das Bäumchen jedoch fallen, als er den Förster sieht. Der Mann mußte wegen Diebstahls in wiederholtem Rückfall zur Minimalstrafe von 3 Monaten Gefängnis verurteilt werden. Hätte er, wie der Verteidiger richtig ausführte, die Birke selbst gehauen und mitgenommen, also ein dem Laien schwerer erscheinendes Delikt begangen, dann wäre er wegen Forstdiebstahles mit einer Geldstrafe davon gekommen, wie das bei so vielen anderen Angeklagten der Fall ist. Stiepel, 14. Dez. Hier und auch in den angrenzenden sogenannten Baakerbergen tritt die Influenza sehr heftig auf. Ganze Familien liegen darnieder, auch sind schon Todesfälle vorgekommen. Eupen, 11. Dez. Vor einigen Wochen tauchte hier ein fremder Mann auf, der sich in den Blättern als Zahnarzt Dr. S. ankündigte. Nähere Ermittelungen ergaben, daß der angebliche Doktor ein schon mehrfach bestrafter Schwindler ist, der von Westfalen aus wegen Betruges verfolgt wird. Der Schwindler wurde festgenommen und nach seinem früheren Aufenthaltsort Werl gebracht. Krefeld, 13. Dez. Ein hiesiger Einwohner hat— so schreibt man der„Barm. Ztg.“ — an den Kaiser eine Eingabe gerichtet und darin eine angeblich unfehlbare Heilmethode für die tückische Diphtheritiskrankheit angegeben. Die Eingabe behandelt das Wesen der Diphtheritis und die aus der Erkenntnis derselben sich ergebenden Folgen für die Behandlung dieser Krankheit; das Wesen der Krankheit(die Natur des Infektionsstoffes); die Ursache dieser Krankheit und die Mittel zur Heilung derselben. Diese Heilmethode soll, wie Einsender sagt, nicht allein gegen Diphtheritis, sondern gegen alle Hals=, Lungenoder Brustkrankheiten, die beste sein. Hoffentlich erfüllt die Methode das, was man sich von ihr verspricht. Neuere Ersindungen. Eine höchst sensationelle Erfindung, welche unser Landsmann, der bekannte Bildhauer Friedrich Beer in Paris, gemacht hat, ruft in der französischen Hauptstadt beträchtliches Auffehen hervor. Herr Beer hat nämlich Mittel gefunden, um Marmor flüssig zu machen und denselben wie Bronze zu gießen. Dieses neue Produkt führt nach dem Erfinder des Verfahrens den Namen Beryt und soll bereits in vielen Ländern patentiert sein. Beryt ist so hart wie Marmor, nahezu so wohlfeil wie Gyps und hat den Vorzug, daß es mit der Zeit noch fester wird. Es kann geschliffen und gemeißelt werden und hat in erster Linie eine heute noch nicht vorauszusehende Bedeutung für die Museen, die sich bis jetzt nur Gypsabgüsse der plastischen Meisterwerke verschaffen konnten. Die Reproduktion mittels des Beryt werden nahezu den Wert des Originals besitzen. Das neue Produkt kann man in verschiedenen Farben-Nuancen herstellen. In Frankreich gelangt Beryt gegenwärtig schon bei Verzierungen von Häuserfassaden und bei Herstellung von Bassins einer Krar Opei saß, in Züg umr Eins besch um oder den lasse er si g10 schm völlig ergraute Haar fahrend.„Indes, das junge aus dem Hause zu spedieren. Als kein solches Gebot erzwang, während Du unbelästigt bleiben wolltest, aber „Ich kann es,“ lachte Blackhead. Staatseinrichtungen, Beschimpfung der christlichen Kirche, Beleidigung von Beamten und Fabrikanten, Uebertretung der Vereinsgesetze, groben Unfugs u. s. w. wurden in Berlin im Monat November d. Is. 96 sozialdemokratische Redakteure und Parteigenossen zu insgesamt 5 Jahren, 1 Monat, 20 Tagen Gefängnis, 6 Wochen und 7 Tage Haft und 2608,10 Mk. Geldstrafe verurteilt. * Vor dem Schwurgericht in Allenstein spielte sich dieser Tage der seltene Fall ab, daß der Gerichtshof den Spruch der Geschworenen als irrig bezeichnete und deshalb kassierte. Es war ein Mann des Meineids angeklagt. Der umfangreiche Indicienbeweis ergab, wie die„Danz. Ztg.“ berichtet, ebenso viel Entlastendes wie Belastendes. Die Geschworenen erklärten den Angeklagten für schuldig und der Staatsanwalt beantragte 2½ Jahre Zuchthaus. Der Gerichtshof war aber einstimmig der Ansicht, daß die Geschworenen sich zum Nachteil des Angeklagten geirrt hatten, hob deshalb die Verhandlung auf und verwies die Anklage vor ein neues Schwurgericht. * Ein Kaufmann im Zentrum von der sehr über Ladendiebstähle zu klagen hatte, machte sich, ohne daß auch nur das Personal etwas davon zu erfahren bekam, dieser Tage spät abends daran, die gepökelten Gänsekeulen eines Fäßchens unauffällig an einer langen Schnur zu befestigen. Am anderen Morgen war eben eine Dame, die einige Einkäufe gemacht ans dem Laden gegangen, als plötzlich ein Paar Gänsekeulen aus dem Fäßchen stiegen und hopsend der Dame nacheilten. Diesem Paar folgte bald ein zweites, das denserre Weg nahm. Um zu verhindern, daß aue Keulenpaare freiwillig der Dame folgten, hielt man es für geraten, dieselbe zum Wiederbetreten des Ladens aufzufordern. Da fand man denn ein Keulenpaar, das nicht bezahlt worden war, in dem Korbe der Dame, die nun flehentlich bat, von der Sache kein Aufhebens machen zu wollen; nichtsdestoweniger wurde dem Prinzipal davon Mitteilung gemacht, der, wie das Int.=Bl. berichtet, in der Ladendiebin die Frau eines Malermeisters erkannie, mit dem er eng befreundet ist. * Vor einem Friseurladen in der Auguststraße Berlins hielt vor einigen Tagen ein Dreirad. Sein Lenker war abgestiegen, um bei dem Coiffeur die letzte Hand an die Toilette legen zu lassen, welche ein tadelloser Sportanzug bildete. Schon hat eine geschäftige Hand das Einseifen besorgt, da öffnet sich die Thür und ein Herr fragt in den Laden hinein:„Gehört einem von Ihnen das Dreirad, das vor der Thür stand?"„Ja, mir!“ sagen die schaumumkränzten Lippen des Sportsmannes.„Dacht' ich's doch!“ rief der andere. „Da ist soeben einer aufgesessen und davongefahren!“„Was?“ schreit der Stahlroßreiter, stößt den Friseur bei Seite und stürzt zur Thür hinaus. Richtig! Da eilt sein Vehikel die Straße hinunter, doch er, die weiße Serviette um den Hals, den Schaum vorm Munde und auf den Wangen, rast ohne Besinnen der Maschine nach, durch seinen Aufzug nicht weniger die allgemeine Aufmerksamkeit erregend als durch seinen Ruf:„Haltet den Dieb! Haltet den Dieb!“ und dieser wäre gehalten worden, wenn er es nicht noch im letzten Augenblicke vorgezogen hätte, seine werte Person durch Herabspringen und die schleunigste Flucht in Sicherheit zu bringen und das Dreirad seinem Schicksale zu überlassen. Hierauf aber schwang sich wieder der rechtmäßige Besitzer auf und gleich einer siegreichen Fahne flatterte jetzt die Serviette des Friseurs, der ihn glückwünschend in seinem Laden aufs neue willkommen hieß und noch einmal begann, was der Dieb versucht hatte,— ihn einzuseifen. * In Olten stieß ein Personenzug auf einen Güterzug. Durch den Zusammenstoß wurden 7 Personen, davon eine schwer, verletzt. * In tragischer Weise ist in Au ein harmloser„Ulk“ ausgegangen. Der Wirt des Gasthofes zu„Mohrenkopf“, namens Eberle, machte sich mit einem seiner Gäste den Scherz, eine bei seinem Nachbar, dem Schuhwarenhändler, hängende Gans spaßeshalber „auszuführen.“ Müller hörte das von beiden verursachte Geräusch, trat, argwöhnisch geworden, mit dem Revolver in der Hand auf den Korridor und sah in einem Winkel einen der vermutlichen Einbrecher versteckt. Dieser — es war Eberle— sprang auf ihn zu. Im Schrecken drückte Müller ab, der Schuß krachte und durch den Bauch geschossen brach der unglückliche Eberle zusammen. Auf den Tod verletzt liegt er jetzt darnieder. Müller wurde verhaftet, aber nach Feststellung des Thatbestandes wieder freigelassen. * Ein höchst raffiniertes Gaunerstück ist am vergangenen Freitag in Gosserberg ausgeführt worden. Bei dem Nachtwächter Kolb fand sich ein fremder Mensch ein und behauptete, der vor etwa 20 Jahren nach Amerika ausgewanderte Sohn desselben zu sein. Obgleich Kolb dem Fremden nicht sogleich Glauben schenken konnte, ließ er sich schließlich doch bereden und nahm denselben gastfreundlich als sein Kind in seiner Wohnung auf. Der vermeintliche Sohn gab nun an, er habe in Dresden 1400 Dollars hinterlegt und müsse, um dieselben zu erheben, dorthin reisen. Zu dieser Reise streckte Kolb dem „Sohn“ seine sauer erworbenen Ersparnisse im Betrage von 50 Mk. vor. Am anderen Morgen reiste der Mann ab und wird bis heute vergeblich zurückerwartet. Ein ähnlicher Schwindel ist von derselben Person in Ziegelsdorf versucht worden. * Einem großartigen Briefmarkenbetrug ist die holländische Postverwaltung auf die Spur gekommen. Zu vielen Tausenden sind alte Briefmarken gesammelt, chemisch gewaschen und von gewissenlosen Beamten wieder in den Verkehr gebracht worden. Die Verwaltung wird jetzt eine neue, mehr eindringende Stempelung verwenden. * Die große Baumwollspinnerei in Valle Seriana bei Bergamo, welche 20000 Spindeln beschäftigte, ist in der Nacht zum 14. d. M. vollständig niedergebrannt. Der Schaden beläuft sich auf etwa eine Million und ist durch Versicherungen gedeckt. 800 Arbeiter sind einstWie aus Gainesville, Mo., gemeldet wird, hat eine 4 Meilen von genanntem Ort im Ozark=Gebirge ein aus Tennessen stammender Hinterwäldler namens George Jaynes, eine Schlangenfarm angelegt.„Snaky George" hatte erfahren, daß die Ozark=Gebirge von Schlangen wimmelten und er ging mit dem Plane um, sich dort anzusiedeln Endlich gelang es ihm, sich in den südlichen Distrikten eine Strecke von mehreren Aeckern Bundesland zu sichern. Er richtete seinen Platz dazu ein und hatte guten Erfolg. Auf seiner 40 Acker großen Fläche hatte er mehrere Felsen, welche sich vorzüglich zum Aufenthalte der Schlangen eigneten. Im Mittelpunkte der Schlangenfarm hatte er sich ein steinernes Haus errichtet, welches er innen und außen mit Zement versah, um sich die unwillkommenen Besucher vom Halse zu halten. Tagtäglich durchwanderte er die Wälder der Umgegend und brachte immer neue Bewohner für seine Farm mit nach Hause. Jetzt nach vierjähriger Arbeit steht seine Farm in vouster Blüte. Sie wimmelt von Schlangen jeglicher Größe. „Snaky George" selbst sagt, daß er über 1000 erwachsene Klapperschlangen auf seiner Farm beherberge und seine jährliche Schlangenernte bringe ihm einen erträglichen Gewinn. In jeder Saison tötete Jaynes über 500 erwachsene und gut gefütterte Schlangen. Er tötet dieselben während der Monate September und Oktober, weil die Schlangen dann am fettsten sind und das meiste Oel liefern. Hat ei dieselben getötet, so wirft er sie in einen großen Kessel und kocht das Oel heraus, welches er in Flaschen füllt und dann an Apotheker des Landes verkauft, die es zur Herstellung von verschiedenen Linimenten benutzen. Eine ausgewachsene Klapperschlange bringt ihm ein Pint Oel und der Erlös dafür ist Doll. 1.50.. * Lieutenant Mansfield von der königt. MarineReserve stieg am 13. November in Bombay mit seinem Luftballon„Wanderer“ auf und ließ sich darauf mittels Fallschirmes aus einer Höhe von 11000 Fuß auf die Erde hinab. Eine ungeheuere Menschenmenge hatte sich eingefunden, um dem Schauspiel beizuwohnen. Auch der Gouverneur, Lord Harris, und die Spitzen der Z vil- und Militärbehörden waren anwesend. Als Leutenant Mausfield das Zeichen gab, ließen die den Ballon festhaltenden Matrosen die Seile los. Der Bollon war jedoch erst 400 Fuß hoch gestiegen, als er plötzlich mit lautem Krachen barst und mit furchtbarer Geschwindigteit auf die Erde stürzte. Schrecken ergriff alle Zuschauer. Lieutenagt Mansfield machte verzweifelte Anstrengungen, seinen Fallschirm aufzuspannen, aber es gelang ihm nicht, da sich der Schirm in die Stricke verwickelte. Furchtbar verstümmelt fand man seine Leiche auf dem Erdboden. * Wieder einmal scheint der Zufau bei einer eigentümlichen Entdeckung, von nicht unbedeutender Tragweite, eine Hauptrolle gespielt zu haben. Bei einem seiner Vorträge wollte, nach einem Bericht des Patent= und technischen Büleaus von Richard Lüders in Görlitz, Charles Lepierre nachweisen, daß man Schwefel, der bei ungefähr 115 Grad C. geschmolzen war, auf einer Unterlage von Papier erkalten lassen könne und benutzte dazu zufällig eine Karte mit lith graphierter Schrift. Als er nun die Karte von de Schwefel loslöste, fand er, daß die lithographierte Zeichen klar und deutlich auf der abgekühlten Obenfläche des Schwefels abgedruckt waren und auch narch heftigem Abreiben und Waschen darauf haften blieben. Bei wiederholten Versuchen erhielt er die überraschendsten Resultate dadurch, daß er das Papier jedesmal einem Wasch= und Putzprozeß unterzog. Er erkamte daraus, daß der Schwefel alle Eindrücke in sich aufnimmt und auf das Getreueste Schriftzeichen oder Skizzen in gewöhnlicher Bleistiftausführung, gemalte Zeichnungen, Entwürfe in Schreib= und Drucker=Tinte, Tusche, lithographischer Tinte, koloriert oder unkoloriert, wiedergiebt. Auch können dadurch nach seinen Bemerkungen Landkarten mit wunderbarer Deutlichkeit verwirklicht 888 Für Festgeschenke. Buckskin=Stoff zu einem ganzen Anzuge à Mk. 5.85, Buckskin=Stoff zu einem ganzen Anzuge à Mk. 7.95, direkt an jedermann durch das Buckskin=Fabrik=Oepot sebermann, durch Perg,„ Cigas n. 86. Oettinger& Ko., Frankfurt a. M. Muster sofort franko. Nichtvassendes wiro zurückgenommen. Tausendfaches Lob, notariell bestätigt, über Holländ. Tabak von B. Becker in Seesen 10 Pfd. lose i. Beutel frk. 8 Mk. hat die Exped. d. B. eingesehen. Luchandlung von Carl Kraus in Shwerte.[50000000DOR000NOOGGE