Kreisblart für den Kreis Gorde aub den Landrreis Vortmund. Abonnements=Preis pro Quartal 1 Mark 50 Pfg. Erscheint Dienstags, Donnerstags und Samstags. Wöchentliche Gratisbeilage:„Familienfreund.“ Insertionsgebühr für die sechsspaltige Zeile oder deren Raum 10 Pfg., außerhald des Leserkreises 15 Pfg.; Reklamen 30 Pfg. Redaktion, Druck und Verlag von Carl Braus in Schwerte. Nr. 125. Schwerte, Donnerstag, 22. Okober 1891. 24. Jahrgang. Amtliche Bekanntmachungen. Bekanntmachung. Am Dienstag, den 27. d. Mts., vormittags 11 Uhr, findet im hiesigen Amtssaale der Verding der Fourage(Hafer, Heu und Stroh) für die hiesige stationierte und etwa durchpassierende Gendarmerie für das Rechnungsjahr 1892/93 statt, wozu Unternehmer mit dem Bemerken eingeladen werden, daß die Lieferungsbedingungen im Termin bekannt gemacht werden. Castrop, den 17. Oktober 1891. Der Amtmann: Müller=Tolffs. Unser Geburtstagsgruß. Unsere Kaiserin feiert am 22. Oktober ihren dreiunddreißigsten Geburtstag. Unser Volk feiert diesen Tag mit seiner Herrscherin, denn unser Volk liebt dieselbe. Selten hat eine Fürstin in solchem Maße die Herzen des Volkes gewonnen wie unsere Kaiserin. Dieselbe erntet so viel Liebe, weil sie Liebe säet. Aus ihrem Auge leuchtet die Liebe, aus ihrem Munde redet Liebe. Wenn sie mit den Kindern redet, dann fühlen diese den Herzschlag ihrer Kaiserin, und wenn sie sich zu den Magdalenen neigt, dann wissen diese es, daß ihre Kaiserin Mitleid hat mit ihrem Elend. Draußen in den Krankenhäusern, drinnen im eigenen Hause säet sie Liebessaat. Ihrem kaiserlichen Gemahl ist sie draußen wie drinnen eine treue Gehilfin in der Erziehung der Kinder, in der Pflege und Förderung des Volkswohls. In Berlin ist sie eine kirchenbauende Kaiserin, draußen in den Provinzen ist sie die treue Landesmutter, welche das Wohl und Wehe ihres Volkes teilt. Wir danken Gott dafür, daß er uns eine solche Kaiserin gegeben hat. Wir erheben an ihrem Geburtstag gefaltete Hände für dieselbe und flehen zum Herrn, daß er sie segnen wolle mit seinem reichen Gottessegen, daß er ihren hohen Gemahl schirmen wolle mit seiner Hand und ihn stärken in seiner Kraft, daß er dem teuren Kaiserpaar die Kinder wolle aufblühen lassen Zu Hergostwiche zu Zehulienon. (Von einem schlesischen Dichter.) Im Herzogspusche zu Primkenau Wird's laut oan allen Ecken. Der Auerhahn balzt, man hürt in genau, Do hilft koan schlaues Verstecken. Und der Förster schreibt gerichts uf Berlin: Herr Prinz, aber flink itzunder; 's ihs de beste Zeit uf de Balze giehn Verlechte schießen Se'n runder. Vorsichtig schlichen sich beede roan, Noch leit de Welt im Droome: Der Prinz drückt ab, und a prächtiger Hoahn, Sei irschter, purzelt vom Boome. Und wie a kimmt ins Herzogsschluß, Ganz stolz uf de rare Beute, „Herr Herzog“, spricht a,„Gott zum Gruß, Mein glücklichster Tag ist heute.“ Da gieht de Thüre, und wer tritt rei? De ollerschinnste Prinzessin, Wie bezaubert stieht der Prinz darbei, Als hätt“ a de Welt vergessen. A grüßt se stumm und küßt ir de Hand, Und sei Schicksal hoat sich entschieden, Heil Schleswig=Holstein und Preußenland! Ganz Deutschland ihs zufrieden. Aus der Jugendzeit unserer Kaiserin. Von Ernst Evers. 1. Schloß Dolzig. Viele Deutsche wissen manches zu erzählen vo ihrer lieben Kaiserin, aber wo dieselbe geboren is darauf müssen sie sich lange besinnen, und manch werden es dir trotz des Besinnens nicht sagen könner Um die alte Liebe zu unserem Kaiserhause, soviel meiner schwachen Kraft steht, von neuem entflamme zu machen, habe ich ein Buch geschrieben, welches der deutschen Volk das Leben der Kaiserin, sonderlich aue ihre Jugendzeit, schildern will.(„Auguste Viktorio das Lebensbild der deutschen Kaiserin, Berlin, Buch handlung der Berliner Stadtmission. Eleg. geb. 2 M „Pf.“) Das Buch ist soeben in zweiter Auflag erschienen und viel schöner als früher ausgestatte auch mit etlichen neuen Bildern geschmückt. Damit die lieden Leser wissen, was sie von der Buche erwarten dürfen— wenn sie es vielleicht hi oder da auf den Weihnachtstisch legen möchten will ich heute einige Stellen aus demselben mitteile und mein Büchlein zuerst von der Geburtsstätte unsere Kaiserin erzählen lassen. " Das Rittergut Dolzig liegt im Kreise Sorau der Niederlausitz. Die Gegend erinnert an das lieb liche Hügelland der Heimat der schleswig=Holsteinische Fürsten. Durch den Kreis Sorau zieht sich von de wie Frühlingsblumen, und daß er das ganze Kaiserhaus uns erhalten und beschützen wolle, daß es lange herrsche— dem Herrn zur Ehre, dem Volke zum Heil! Deutsches Reich. Im Neuen Palais bei Potsdam fand am Montag eine größere Abendgesellschaft statt. Am Dienstag morgen unternahm das Kaiserpaar mit dem Kronprinzen und Gefolge um 7¾ Uhr einen Spazierritt in die Umgegend von Potsdam. Um 10 Uhr hatte der Kaiser im Neuen Palais eine Konferenz mit dem Reichskanzler v. Caprivi und arbeitete von 11 Uhr ab mit dem Chef des Militärkabinetts General=Adjutanten v. Hahnke. Um 12 Uhr vormittags gewährte der Monarch dem Portraitmaler Professor Lenbach eine längere Sitzung und gleich nach 1 Uhr hatten zahlreiche Militärs zur Abstattung persönlicher Meldungen die Ehre des Empfanges. Prinz Georg von Preußen ist in München an einer leichten Halsentzündung erkrankt und hat deshalb seine geplante Weiterreise nach Wien aufschieben müssen. Fürst Bismarck wird, der K. Z. zufolge, dieser Tage wieder in Friedrichsruh eintreffen. Die„Nordd. Allg. Ztg.“ weiß zu melden, daß der Volksschulgesetzentwurf bereits dem Staatsmin isterium vorliege. Der preußische Eisenbahnminister hat angeordnet, daß das Durchlochen der Fahrkarten während der Fahrt unter allen Umständen eingeschränkt werden soll, besonders auf den Kourierzügen. Die Gesamtkosten für die Befestigung Helgolands sollen sich, der Voss. Ztg. zufolge, angeblich auf 10 Millionen Mark belaufen. Die Begründung dieser Forderung wird dem Reichstage, wie es heißt, in Form einer Denkschrift unterbreitet werden. Bei der Feststellung des Befestigungsplatzes hat die Landes=Verteidigungs=Kommission in hervorragender Weise mitgewirkt. Die Saale=Zeitung schreibt: Sicherem Vernehmen nach werden infolge der bereits am Donnerstag gemeldeten kaiserlichen Verfügungen gesetzgeberische Maßnahmen gegen das Zuhälterund Prostituirten=Unwesen vorbereitet. Im preußischen Justizministerium werden die dazu erforderlichen Vorarbeiten schon in kürzester Frist in ngriff genommen werden. Auch sind die Polizei= und Gerichtsbehörden von maßgebender Stelle zu schärfstem Vorgehen gegen alle Zuhälter angewiesen worden. Im Justizministerium stehen unter Zuziehung des preußischen Ministers des Innern, des Polizeipräsidenten von Berlin und des Grafen Pückler, Leiters der Sicherheitspolizei, neue kriminalistische Beratungen demnächst bevor. Zum Prozeß Manché wird mitgeteilt, daß der Verteidiger Rechtsanwalt Dr. Haase im Namen beider Angeklagten die Revision beim Reichsgericht eingelegt hat. Rektor Ahlwardt hat gegen den Gerichtspräsidenten und den Staatsanwalt den Beschwerdeweg betreten. In einer Zuschrift an die„Voss. Ztg.“ sagt Herr Ahlwardt, er sei fest davon überzeugt, daß Manché die 10000 Mk. thatsächlich an Greiff gezahlt habe, und daß er dieser Meinung, wenn er vernommen worden wäre, auch Ausdruck gegeben haben würde. Wenn diese Behauptung begründet ist, so wäre damit das Urteil des Gerichtshofes hinfällig. Herr Ahlwardt teilt der„Voss. Ztg.“ ferner mit, daß Manché und Meyer in bestimmter Geschäftsverbindung gestanden hätten, und daß von zahlreichen anderen durch Manché vermittelten Titelverleihungen in den Akten die Rede sei. Bei dem„Fall Manheimer", so behauptet Ahlwardt weiter, habe Herr Greiff nicht nur mitgewirkt, sondern sei im Verein mit von Madai Urheber gewesen. Die„Deutsche Lehrerztg.“ berichtet:„Jeden Beweisantrag, welcher auf die Herkunft der Hinterlassenschaft der Gräfin Hacke und des Polizeihauptmannes Greiff abzielte, hat das Gericht abgelehnt, und man erzählt sich in Berlin, es sei dies darum geschehen, um noch schlimmeren Enthüllungen aus dem Wege zu gehen. In sonst gut unterrichteten Kreisen begegnet man den seltsamsten Auslegungen über diesen Punkt. Von deren Wiedergabe nehmen wir indessen vorläufig Abstand. Oesterreich=Ungarn. Von dem Schlusse der Landesausstellung in Prag haben die dortigen Behörden eine ganze Anzahl von Ergebenheitsadressen an den Kaiser Franz Josef gesandt. Wenn die Herren denselben Eifer bewiesen hätten, um den erneuten Beschimpfungen von Deutschen in Prag durch die Czechen ein Ende zu machen, so wäre es sicher besser gewesen. Hierüber aber ist gar kein Wort weiter verloren. Frankreich. Die französische Militärverwaltung hat ein Truppenkorps an die algerisch= marokkanische Grenze geschickt, um den Uebertritt marokkanischer Stämme, die untereinander Krieg führen, nach Algerien zu verhindern. Vielleicht will man auch noch mehr. General Saussier hat angeordnet, daß die unter seinem Befehle stehenden Truppen, welche nicht an den letzten großen Uebungen teilgenommen haben, ein dreitägiges Garnison=Manöver durchmachen sollen. Die Budjetdebatte in der Deputiertenkammer hat den Finanzminister zu längeren Erklärungen über die französische Finanzlage veranlaßt, welche als sehr befriedigend dargestellt wird. Nicht alle Leute in Frankreich sind derselben Ansicht. Verschiedene französische Bischöfe haben bekanntlich gegen das von der Regierung erlassene Verbot weiterer Pilgerzüge nach Rom protestiert. In Paris ist man aber entschlossen, dem Verbot Geltung zu schaffen. Rußland. Daß das russische Kaiserpaar seine Rückreise von Kopenhagen nach Rußland durch Deutschland nehmen wird, steht nun definitiv fest. Das Dänische Regierungs=Telegraphen= Bureau meldet offiziell, das Zarenpaar mit seinen Kindern, das dänische Königspaar und die Prinzessin von Wales mit ihren Töchtern würden am 29. Oktober auf der Yacht„Polarstern" nach Danzig reisen und sich dort über Warschau nach Livadia in der Oder bei Glogan bis an die Elbe hinlaufend der „Lausitzer Grenzwall“ hin, eine Hügelkette, welche stellenweise eine Höhe von 500 Fuß erreicht. Nach Norden hin verflacht sich das Land, doch bildet die Gegend von Dolzig eine Ausnahme; der sog. Dolziger Berg erreicht eine Höhe von 380 Das Rittergut Dolzig liegt der Kreisgrenze nahe, nur 3 Kilometer von der Stadt Sommerfeld entfernt, welche schon zum Kreise Krossen gehört. Zum Gute gehört das Dorf Dolzig, welches reichlich 500 Einwohner zählt und eine evangelische Kirche und Schule besitz In einem schönen Park, umgeben von mächtigen Eichen, liegt das alte, schlichte Herrenhaus des Gutes Dolzig. Die Eichen reden von vergangenen Zeiten. Hinter den Eichen im stillen, trauten Heim wohnte der Prinz Friedrich mit seiner Gemahlin. Hier wurde alte Freundschaft gepflegt und neue Bande geknüpft. Die Familie des Prinzen war sonderlich mit der Familie des späteren Kronprinzen Friedrich Wilhelm von Preußen freundschaftlich und verwandtschaftlich verbunden. Die Mutter der Frau Kronprinzessin und die Mutter der Frau Prinzessin Adelheid waren Halbschwestern. Wie die beiden hochgestellten Männer zusammen in Bonn studiert hatten, so waren die beiden Frauen teilweise zusammen erzogen. Der einzige Bruder des Prinzen Friedrich, Prinz Christian, vermählte sich mit der Schwester der Frau Kronprinzessin. So waren um die Herzen dieser beiden Familien Bande geschlungen, die auch der Wechsel der Zeit nicht zerreißen konnte. Im Schlosse zu Dolzig herrschte von Anfang an ein gemütliches Familienleben. Mit dem Atem des Friedens waren die Räume durchhaucht. Im Juli 1857 wurde den prinzlichen Herrschaften der erste Sohn geboren, welcher jedoch im Oktober 1858 kurz vor der Geburt der Prinzessin starb. Am 22. Oktober 1858 wurde das zweite Kindlein geboren. Das Kirchenbuch der Dorfkirche zu Dolzig weiß über Geburt und Taufe das Folgende zu berichten: Den 22. Oktober, früh 7½ Uhr, geboren: Auguste Viktoria Luise Feodora Jeuny, eheliches Mädchen. Vater: Se. Durchlancht Herr Friedrich Christian August, Erbprinz zu Schleswig=HolsteinSonderburg=Augustenburg, Kirchenpatron, Erb= und Lehnsherr auf Dolzig. Mutter: Ihre Durchlaucht Frau Adelheid Viktoria Amalie, Marie, Luise, Konstanze, Erbprinzessin zu Schleswig=Holstein=Sonderburg=Augustenburg geborene Prinzessin zu Hohenlohe=Langenburg. Den 30. November getauft. Paten: 1. Se. königl. Hoheit der Prinzregent von Preußen. 2. Ihre königl. Hoheit die Prinzessin von Preußen. 3. Se. königl. Hoheit Prinz Friedrich Wilhelm von Preußen. 5. Ihre Durchlaucht die Herzogin von SchleswigHolstein=Sonderburg=Augustenburg. 6. Ihre Durchlaucht die verwitwete Gräfin v. ErbachSchönburg, geborene Prinzessin von HohenloheLangenburg. Das älteste Kind der Herrschaften auf Dolzig war ein blondes blauäuiges blühendes Mägdlein. Die sechs ersten Lebensjahre verlebte das Kind auf Dolzig. Dieser Abschnitt seines Lebens aber trägt die Inschrift: Die Liebe kommt und singer Dich ein in süße Ruh'; Die Liebe wacht und deckt dich Mit ihrem Fittich zu. * 0— 0n.„ 2. Konfirmation in der Kirche zu Primkenau. Der 22. Mai des Jahres 1875 war ein Festtag für Schloß und Stadt Primkenau. Es war der Konfirmationstag der beiden ältesten Prinzessinnen. Die hohen Eltern betraten mit ihren Kindern das Gotteshaus. Die Liebe der Ihren hatte dasselbe reich geschmückt. Die Gemeinde empfing die Herrschaften mit dem Gebetsgesange:„Herr Jesu Christ, dich zu uns wend'!“ Die Prinzessinnen traten an den Altar. Zwei Stühle standen vor den Stufen des Altars; aber die Prinzessinnen blieben hinter den Stühlen stehen. Sie hatten vor der versammelten Gemeinde eine Prüfung zu bestehen und ihren Glauben zu bekennen. Die jungen Herzen erzitterten, als der Prediger sich fragend an sie wandte, aber sie gaben in heiligem Ernst ihre wohldurchdachten Antworten. Sie gaben diese Antworten so, daß jedermann es fühlte, daß das reiche Maß von Wissen der christlichen Heilslehren zugleich ein reicher Schatz ihres Herzens geworden war. Länger als eine Stunde währte die Prüfung; die Prinzessinnen aber blteben während derselben hinter den Stühlen stehen und setzten sich erst nieder, als nach der Prüfung die versammelte Gemeinde das alte Konfirmationslied sang: Vor dir, Todesüberwinder, Steh'n an dem Sabbath diese Kinder; Ihr Lobgesang sei dir gebracht! Freudig geh'n sie dir entgegen, Weil du der Liebe reichsten Segen Den Kinderseelen zugedacht. Dein Auge sieht sie hier Im Jugendschmuck vor dir Knien und beten. Herr, sie sind dein: Laß ihre Reih'n Dir an dein Herz geleget sein. Vom Altare aus richtete darauf der liebe alte Pastor feine Ansprachen an die Konfirmandinnen, an die Eltern derselben und an die Gemeinde, und unter Hinweis auf die reichen Schätze, welche unsere Kirche ihren Gliedern in die Hand legt, mahnte er, dieselben zu gebrauchen und festzuhalten. Darauf sang der Sängerchor der Gemeinde: Stärk' uns, Mittler! Dein sind wir, Sieh', wir alle flehen; Laß, laß, o Barmherziger, Uns dein Antlitz sehen! Wach' über uns're Seelen! Hier steh'n und sprechen alle wir: Herr! dein Eigentum sind wir! Heiliger Schöpfer, Gott! Heiliger Mittler, Gott! Heiliger Gott, Lehrer und Tröster! Dreieiniger Gott! Laß uns nie vergessen Unsern teuren, heil'gen Bund! Erbarm' dich unser! Dann legten die Konfirmandinnen ihr Glaubensbekenntnis ab, und zwar das Bekenntnis der evangelisch=lutherischen Kirche, und gelobten dem Herrn der Kirche, der sie mit seinem Blute erkauft habe, treu zu sein bis in den Tod, und so viel an ihnen sei, der Kirche Bestes zu suchen und sich allzeit zu erweisen als die lebendigen Bausteine in Gottes Haus. Der Prediger legte segnend zuerst der älteren Konfiemandin die Hand aufs Haupt, legte den großen Gottessegen ihr in das Herz und gab ihr als Konfirmationsmahnung und Lebensspruch das Wort aus der Offenbarung Johannis Kap. 2, V. 10 mit auf den Lebensweg:„Sei getreu bis an den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben.“ Nach frommer deutscher Fürsten Art legte auch der Vater seinen beiden Kindern segnend die Hand aufs Haupt und mahnte sie, allzeit zu trachten nach dem, was droben ist, hinweisend auf das Wort und den Wahlspruch des Hauses: Ohn' Gottes Gunst All Thun umsunst! Eltern, Prediger und Gemeinde hatten fürbittend die Hände und Herzen zu dem Herrn erhoben, der Gebete erhört, und er hat Amen zu dem Gebete gesagt. Aus tiefbewegten Herzen klang dann zum Schluffe der Feier die Bitte hinauf zur Himmelshöh': Ach, bleib’ mit deiner Gnade Bei uns, Herr Jesu Christ, Daß uns hinfort nicht schade Des bösen Feindes List. Feierlich ließ die Orgel ihre mächtigen, vollen Töne nach der heiligen Handlung den Scheidenden durch die offene Kirchthür nachklingen; feierlich hallte das Glockengeläute über das Städtchen, und die Mütterlein, die daheim hatten bleiben müssen, legten die Arbeit beiseite und sprachen bei sich selder:„Run sind „unfere lieben Prinzessinnen“ mündige Glieder unserer Gemeinde geworden.“ Und dann hat manche die Hände gefaltet:„Gott segne sie! Und der Friede Gottes, welcher höher ist denn alle Vernunft, erhalte und bewahre ihre Herzen und Sinne in Christo Jesu zum ewigen Leben! Amen.“ Am Abend desselben Tages aber haben ganz gewiß zwei Jungfrauen die Hände gefaltet zu dem evet:„Herr, gied, daß wir das Gelübde, welches wir an diesem Tage abgelegt haben, allzeit halten! Krim begeben, wo die silberne Hochzeit Alexander III. festlich begangen werden wird. Wenn eine Zusammenkunft mit dem deutschen Kaiser oder dem Kaiser und der Kaiserin stattfindet, wird sie sich also wohl bei der Durchreise durch Danzig abspielen. Wollte man nach Berlin kommen, so wäre zweifellos wieder die Route über Warnemünde=Rostock gewählt.— Anfang Januar wird dagegen der Besuch des Königs Wilhelm und der Königin Pauline von Württemberg in Berlin erfolgen. Italien. Fast alle europäischen Parlamentarier erteilten dem Friedens=Kongreß ihre prinzipielle Zustimmung. Gegen 800 erscheinen persönlich Türkei. Der Sultan wird dem Kaiser von Rußland während des bevorstehenden Aufenthaltes des selben in Lucadia in der Krim durch eine De putation feierlich begrüßen lassen. An der Spitze derselben soll sogar der Großvezier stehen. In Serbien wird die Einführung des russischen Unterrichts in allen mittleren Schulen geplant. Das hieß schon öfter so, bisher wurde aber nichts daraus. Amerika. Aus Chile kommen Gerüchte, der gestürzte Präsident Balmacada, der durch Selbstmord bekanntlich geendet haben sollte, sei gar nicht tot, sondern in New=York gesehen. Nach zuverlässigen Berichten besteht aber an dem Selbstmord kein Zweifel. Die allgemeinen Neuwahlen in Chile haben keine feste Mehrheit für die neue Regierung ergeben, es wird deshalb im Parlament wohl bald zu Konflikten kommen. In Buenos Aires dauert die dort ausgebrochene Ministerkrisis fort. In New=York wird der Bau einer großen unterirdischen Eisenbahn vorbereitet. Westfalen und Rheinland. Schwerte, 20. Okt. Die Ziehung der vierten Klasse der 185. königlich preußischen Klassen=Lotterie findet statt vom 17. November bis 5. Dezember. Schwerte, 20. Oktober. Einer vielfachen Wahrnehmung zufolge wird alljährlich eine Anzahl zum Militärdienst ausgehobener Rekruten kurz vor ihrer Einstellung brotlos, indem sie keine Beschäftigung mehr erhalten. Die Militärbehörde gestattet daher auf Grund der Gesetzvorschriften, daß brotlos gewordene Rekruten vor der angeordneten Einstellungsfrist zum Militärdienst zugelassen werden. Die Ueberweisung solcher Rekruten erfolgt mit Genehmigung der vorgesetzten Infanterie=Brigarde an einen Truppenteil derselben, nachdem dem Bezirks=Feldwebel der polizeiliche Nachweis der Brotlosigkeit beigebracht worden ist. § Schwerte, 20. Okt. Am vergangenen Sonntag resp. in der Nacht zum Montag wurden auf der Häsingstraße fünf Personen von zwei ihnen Entgegenkommenden verhöhnt und schließlich zwei von ihnen mit Messerstichen traktiert, wobei sie nicht unerhebliche Verletzungen davontrugen. Unserer wackeren Polizei gelang es sofort, den Hauptthäter zu ermitteln und in Sicherheit zu bringen. In derselben Nacht wurden noch einige junge Burschen verhaftet, die durch Raufen und Lärmen die Nachtruhe der Bürger störten. § Schwerte, 20. Okt. Das auf der Hellpoth= straße verunglückte Kind der Eheleute S. ist vollständig wiederhergestellt. Die Verletzungen waren glücklicherweise nur äußerlich. 8 Schwerte, 20. Okt. Trotzdem unsere Polizei vor einiger Zeit mehrere Revolverhelden verhaftete und deren Waffen mit Beschlag belegte, welche die Westhofener Chaussee unsicher machten, wurde am Sonntag wiederum jemand ermittelt, der auf besagter Chaussee geschossen hatte. * Billigst, 21. Okt. Im Garten des Herrn W. Paschedag hierselbst ist eine Rübe gewachsen, welche das respektable Gewicht von 6½ Pfund hat. Wanne bei Westhofen, 17. Okt. Das Kind eines hiesigen Eingesessenen kam gestern einer im Gange befindlichen Dreschmaschine zu nahe und erlitt dabei so bedeutende Verletzungen an einem Arme, daß sofort ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden mußte. Hörde, 19. Okt. Ueber den Besuch des Regierungspräsidenten erfahren wir noch folgendes: Herr Regierungspräsident Winzer beehrte bei seiner Anwesenheit in Hörde auch den Hörder Verein mit einem kurzen Besuche, welcher hauptsächlich einigen Schießversuchen auf Panzermaterial galt. Es wurde mit der 8,7 Zentimeter=Kanone auf eine Panzerplatte von 100 Millimeter Dicke, ferner mit dem Mauser= und dem neuen Kleinkalibergewehr auf Panzerbleche von 10 Millimeter Dicke gefeuert. Die Resultate dieser Schießversuche waren geradezu großartig und bewiesen, daß das Panzermaterial des Hörder Vereins von einer ganz vorzüglichen Beschaffenheit ist. Es dürfte wohl im Interesse des Hörder Vereins liegen, dieser hervorragenden Spezialität eine ganz besondere Aufmerksamkeit und Ausbildung zu widmen, da unseres Wissens außer der Firma Krupp kein anderes deutsches Werk besser auf die Herstellung dieses Materials eingerichtet ist. Dortmund, 20. Oktober. Wie uns mitgeteilt wird, ist dem Frauenarzt Dr. Hartung die Genehmigung zur Errichtung einer PrivatHeilanstalt für Frauen=Krankheiten, Dortmund, Lindenstraße Nr. 8, von der königlichen Regierung zu Arnsberg erteilt worden. Dortmund, 20. Okt. Ein nichtswürdiger Bubenstreich hat eine Familie hier in die größte Aufregung versetzt. Eine Depesche aus Gelsenkirchen meldete, daß der dort wohnende Bräutigam der Tochter des Hauses während einer Operation verschieden sei. Sofort eilte der Vater der Braut mit seiner unglücklichen Tochter nach Gelsenkirchen und fand den Bräutigam— ganz munter und gesund beim Mittagessen sitzend. Nach dem Absender des Telegramms werden Nachforschungen angestellt. Castrop, 20. Okt. Wie verlautet, hat der Monarch betreffs des Todesurteils gegen den Raubmörder Michalsky, welcher hier einen Landsmann ermordet und beraubt hatte, erklärt, von seinem Begnadigungsrecht keinen Gebrauch machen zu wollen, so daß die Enthauptung des Verbrechers in kürzester Zeit bevorsteht. Bekanntlich steht vor dem Dortmunder Schwurgerichte am nächsten Samstag noch Verhandlung wegen des Ausbruchs=Versuchs und Mißhandlung des Gefangenwärters an. Letmathe, 20. Oktober. Der seitens des hiesigen Sauerländischen Gebirgs= und Verschönerungs=Vereins(Ortsgruppe LetmatheOestrich) erbaute 14 Meter hohe Aussichtsturm auf der„Humpfert", welcher durch den orkanartigen Sturm in der Mitte voriger Woche umgestürzt worden ist, soll binnen kurzem wieder aufgebaut werden. Gevelsberg, 17. Oktober. Ein solches Unwetter, verbunden mit einem schweren Gewitter, wie wir es seit Jahren nicht zu verzeichnen haben, entlud sich am Freitag abend über die hiesige Gegend. Schon kurz nach 5 Uhr folgte Blitz auf Blitz, Schlag auf Schlag, und der Regen floß in Strömen herab. Um 6½ Uhr hatte das Unwetter seinen Höhepunkt erreicht, als wieder auf einen herniederfahrenden Blitz ein furchtbarer Schlag erfolgte, welcher in die Leitung der elektrischen Anlage an der Mittelstraße einschlug, und dadurch eine ganze Anzahl Geschäfts= und Privathäuser, welche elektrisches Licht brannten, in Dunkel etzte. Der bewährten Leitung der elektrischen Zentrale gelang es aber bald, trotz des strömenden Regens, den Schaden wieder gut zu machen, wiewohl man im ersten Augenblick genötigt war, die bereits verachteten Petroleumlampen wieder zur Hand zu nehmen. Kaum hatte man sich vom ersten Schrecken erholt, als bald darauf die Brandglocken der beiden hiesigen Kirchen und die Alarmsignale der freiwilligen Feuerwehr die Gemüter erregten. Der Blitz hatte nämlich in das Wohn haus des Herrn Spies in Braken eingeschlagen und dasselbe entzündet. Leider soll dabei auch eine Frau vom Blitze getroffen und über die linke Seite des Körpers gelähmt worden sein. Trotzdem die städtische und freiwillige Feuerwehr sehr bald zur Stelle war, konnte man jedoch wegen Wassermangel an keine Löschungsarbeiten denken, und mußte man deshalb dem ausgedehnten Feuer reien Lauf lassen, welches auch das ganze Wohn haus bis auf die Grundmauern zerstörte. Witten, 20. Okt. Einen schönen Kauf machte ein Althändler aus Dortmund auf einer hier veranstalteten Auktion. Derselbe kaufte einen Korb mit alten Sachen. Bei näherer Durchsuchung des Korbes entdeckte der Käufer eine Rolle mit mehreren 20Markstücken, worüber er nicht wenig erstaunt und erfreut war. Bochum, 17. Oktober In der hiesigen tempel=Affaire ist, wie verlautet, Redakteur Fußangel von dem Untersuchungsrichter vereidet und die Vorlegung etwa gesammelten Belastungsmaterials von ihm verlangt worden. Fusangel gab zu, im Besitz weiteren Materials zu sein, verlangte aber und erhielt auch für die Sichtung und Bearbeitung desselben eine Frist, da die jüngste Inhaftierung ihn abgehalten hätte, zu arbeiten. Bochum, 19. Okt. Von der hiesigen Strafkammer wurden die Bergleute, jetzige Händler Raue und Wenner wegen Verbreitung aufrührerischer Extrablätter während des etzten partiellen Bergarbeiterstreiks, ersterer zu vier Wochen und letzterer zu einer Woche Gefängnis verurteilt. Die Angeklagten, Zeitungsträger der„Deutschen Bergarbeiter=Zeitung“ hatten die ihnen zugesandten Extrablätter, welche die Bergleute zum Streik aufforderten und die fälschliche Nachricht enthielten, daß die Kameraden in Belgien, Frankreich, Amerika u. s. w. ebenfalls streikten, an ihre Abonnenten verteilt. Beide geben an, religionslos und Sozialdemokraten zu sein. Wattenscheid, 20. Okt. Eine schwere Blutvergiftung hat sich der Lumpenhändler Peter Schöneberg von hier zugezogen. Er oll ein gefallenes Pferd mit einer Wunde an der Hand enthäutet und sich dadurch die Vergiftung zugezogen haben. Er befindet sich im Marienhospital und sein Durchkommen ist fraglich. Gelsenkirchen, 20. Okt. Einen guten Fang machte ein hiesiger Wirt. Demselben verschwanden auf eine für ihn ganz unerkläriche Weise häufig mehrere kleinere Geldbeträge. Kürzlich kamen nun ganz munter vier Anstreichergehilfen in die Wirtsstube und bestellten sich Bier. Drei von ihnen spielten alsbald Billard, während der vierte verschwunden war. Die Tochter des Hauses hatte in oberen Etage eine Thür öffnen hören, und als sie dieses ihrem Vater mitteilte, eilte derelbe sofort auf das Zimmer. Hier fand er nun den vierten Anstreichergehilfen, wie er ämtliche Schubfächer einer Durchsicht unterzog. Der Wirt, ein starker Mann, faßte sich den Gesellen und fand bei ihm 400 Mk. Die alsbald herbeigerufene Polizei fand bei Fest nahme der andern in der Tasche eines Gesellen 340 Mark. Die vier unheimlichen Burschen waren mit Revolver und Dolchen bewaffnet. Gelsenkirchen, 17. Okt. In der Nähe des Prellblocks des Eisenbahngeleises der Zeche Hibernia hatte sich heute mittag ein Sonnenbruder niedergelegt, wohl um seinen Rausch auszuschlafen und hierbei seine Lagerstätte so unglücklich gewählt, daß ein Fuß auf dem Geleise ruhte. Als nun von der Zeche aus Waggons angestoßen wurden, wurde der linke Fuß überfahren und vollständig zermalmt. Der Unglückliche wurde in's Krankenhaus geschafft, woselbst der Fuß wohl amputiert wird. Soest, 17. Okt. Infolge der hierselbst unter den Kindern zuweilen recht bösartig auftretenden Diphtheritis— dieselbe hat bereits schon mehrere Opfer gefordert— ist auf Anordnung der Behörden die Seminar=Uebungsschule geschlossen, sind die Herbstferien der hiesigen Volksschulen auf 8 Tage verlängert worden. Münster, 19. Okt. Ein hiesiges Dienstmädchen hatte als Weihnachtsgeschenk eine bare Summe von 24. M. erhalten und kün digte den Dienst am 15. Februar zum 1 April d. I. Beim Abzuge zog der Dienstherr die geschenkten 24 Mk. wieder ab und händigte nur den verbleibenden Rest des Loh nes mit 16 Mk. ein. Hiermit nicht zufrieden, rief das Mädchen die Hilfe des Gerichts an und beantragte, den Beklagten zur Zahlung der 24 Mk. zu verurteilen, indem es aus ührte, daß der§ 36 der Gesindeordnung die Herrschaft nur dann zur Anrechnung der Weihnachtsgeschenke berechtige, wennder DienstVertrag im Laufe des Jahres durch Schuld des Gesindes wieder aufgehoben wird, welche aber nicht vorliege, sondern nur eine gesetzlich zulässige Kündigung erfolgt sei. Das Gericht wies jedoch die Klägerin kostenpflichtig ab und hat den Dienstherrn zur Anrechnung des Geschenkes berechtigt erachtet. Wie die Ur teilsgründe ausführen, entspricht die klägerische Ausführung des§ 36 G.=O., daß unter Schuld nur Verschulden des Gesindes verstanden werden könne, nachdem die Herrschaft zur sofortigen Lösung des Vertrags berechtigt st, nicht dem Willen des Gesetzgebers, der durch den Zusatz„im Laufe des Dienstjahres" der Ansicht hat Ausdruck geben wollen, daß dies Geschenk als außerordentliche Lohnzulage und als Belohnung für während des Jahres geleistete und noch zu leistende Dienste angeehen werden solle, und, wenn der Dienstbote sich auf eine oder andere Art diesen Leistun sen entziehe, diese freiwillige Lohnerhöhung rückgängig gemacht werden könne. Borbeck, 15. Oktober. In eigentümlicher Weise kam vor einigen Tagen im benachbarten Schönebeck ein mehr als 70 Jahre paar zu einem Kinde. Gegen 11 Uhr abends wurde heftig und anhaltend an der Hausthüre gepocht. Endlich entschloß sich die Frau öffnen und wurde dann von einem fremden Frauenzimmer mit einem kleinen Kinde von etwa 14 Tagen, auf dem Arme mit den Worten: Guten Abend, Mutter!" begrüßt. Die Peron erzählte dann, daß sie von dem vor einiger Zeit nach Amerika ausgewanderten Sohne des Ehepaares betrogen und verlassen worden sei und nun ihren Aufenthalt bei den Eltern nehmen wolle. Da sich die Person trotz wiederholter Aufforderung nicht entfernte, suchte die Frau des Hauses die Polizei auf. Es wurde ihr bedeutet, die Frau mit dem Kinde wenigtens die Nacht über da zu behalten. Am anderen Morgen solle der Sache dann näher getreten werden. Als die Hausfrau zurückkehrte, war die Person mit Hinterlassung des Kindes verschwunden. Das Kind wurde, nach er„Ess. Vztg. der Waisenanstalt in B.=Borbeck übergeben, von dem Frauenzimmer sehlt noch jede Spur. Elberfeld, 20. Okt. In anerkennenswerter Bethätigung echter Menschlichkeit veranstalteten die Geschworenen des hiesigen Schwurgerichts für den jungen Postgehilfen Ad. Gertner aus Ohligs, der in bitterster Not sich in seinem Amte verging und deshalb nach dem Buchstaben des Gesetzes in Strafe verfallen mußte, eine Sammlung. Diese ergab den schönen Betrag von 136 Mk., welche dem Verurteilten nach seiner Freilassung einzehändigt werden sollen. Es wurde ferner die Befürwortung eines Gnadengesuches an den Kaiser beschlossen, und der Verteidiger des jungen Mannes, Herr R.=A. Güldner, will es sich angelegen sein lassen, ihn in lohnende Stellung unterzubringen. Düsseldorf, 17. Oktober. Im Turm der hiesigen evang. Kirche am Königsplatz löste ich der schwere Klöppel einer Glocke und stürzte mit Wucht auf die auf den Turm führende eiserne Treppe herab, welche vollständig durchschlagen wurde. Weiteren Schaden richtete der Unfall zum Glück nicht an. Duisburg, 21. Okt. Ein pfiffig sein wollendes Bürschchen, welches auf dem Postamte hierselbst einen Geldbetrag von 5 Mark u erheben hatte, fälschte die Postanweisung, ndem es hinter die Ziffer„5“ noch eine„0“ ügte und das Wort„fünf“ in„fünfzig" umänderte. Der betreffende Postbeamte erkannte sofort die Fälschung und übergab den jungen Taugenichts der Polizei, welche denselben einsteckte. Krefeld, 16. Okt. Die Aktiengesellschaft für Eisenindustrie zu Styrum, welche im Jahre 1889/90 einen verteilbaren Reingewinn von 158964 Mk. erzielte, schließt, wie die „Köln. Ztg." hört, das Rechnungsjahr 1890/91 mit rund 50000 Mk. Verlust ab. Grefrath, 14. Okt. Der schlechte Geschäftsgang in der Sammetfabrikation macht sich leider auch hier mit jedem Tage fühlbarer, so daß die Gemeinde mit großer Besorgnis dem bevorstehenden Winter entgegensieht. Hierzu tritt hier noch der sehr große Schaden, den das furchtbare Unwetter am 1. Juli verursacht hat, wodurch die Arbeiterklasse wie der Bauersmann sehr hart betroffen worden. Den Weberfamilien sind mehr oder weniger Gartenfrüchte und Kartoffeln zu Grunde gegangen. Hierorts sucht die Gemeinde=Vertretung die arbeitslosen Weber in großer Anzahl, so gut es eben geht, durch Wegebauarbeiten und Ebnen des angekauften Nordkanalgeländes zu beschäftigen, während den jüngeren Arbeitern durch Beihilfe der Uebergang zu einer anderen auswärtigen Beschäftigung erleichtert wird. Eisenbahn=Unglück bei Kohlfurt. Der am Montag, abends um 10 Uhr 32 Minuten abgelassene Expreßzug Breslau=Berlin hatte in Breslau eine größere Anzahl Passagiere, vorwiegend Berliner, aufgenommen. Die Kupees des Zuges, der 1. bis 3. Wagenklasse sowie Schlafwaggons führt, waren stark besetzt. Um 12 Uhr 50 Minuten nachts, als der Zug etwa noch 100 Meter von der Station Kohlfurt entsernt war, wurden die zumeist schlafenden Passagiere plötzlich durch schrille Notsignale von ihren Sitzen aufgeschreckt und im nächsten Augenblicke verspürten die Wageninsassen eine furchtbare Erschütterung. Eine Rangiermaschine war in schräger Richtung in den Expreßzug hineingefahren. Dem gleich hinter den beiden Maschinen und dem vorschriftsmäßigen Gepäckwagen angekoppelten Schlafwagen folgte ein Wagen zweiter Klasse, in welchem die Rangiermaschine hineingefahren war. Der Wagen war durch den Anprall umgeworfen worden, die Seitenwand war zertrümmert und auf die Letztere hatte sich die Lokomotive halb hinaufgeschoben. Der Schornstein war in das erste Kupee des nachfolgenden Wagens dritter Klasse hindurchgedrungen und andte nun eine ungeheuere Rauchmasse in dasselbe hinein, die Passagiere desselben in die Gefahr des Erstickungstodes bringend. Durch die kolossale Qualmentwickelung wurden die 9 Personen, welche in diesem Kupee saßen, der Besinnung deraubt, nur ein Einziger, ein Berliner Kaufmann, hatte noch so viel Besinnung, daß er die Thür aufreißen und ins Freie stürzen konnte. Hier erholte er sich aber bald soweit, daß er auch mit Hilfe anderer Hinzugekommener die betäubten KupeeInsassen aus dem Kupee herausheben konnte. Ein Teil derselben erholte sich bald wieder in der frischen Luft, während es bei mehreren Damen stundenlanger Bemühungen bedurfte, um dieselben wieder ins Leben zurückzubringen. Auch aus den übrigen Waggons wurden zahlreiche ohnmächtige Personen herausgehoben, die nach dem Stationsgebäude geschafft wurden. Auch der Schlafwagen war aus dem Geleise herausgeworfen, während die beiden Lokomotiven des Expreßzuges umstürzten und zertrümmert wurden. Sowohl seitens der Passagiere, soweit diese Hilfe leisten konnten, als auch von dem Bahnhofspersonal wurden die Rettungsarbeiten sofort vorgenommen, welche sich ganz besonders schwierig bei dem zertrümmerten, nur noch einen Bretterhaufen bildenden Waggon zweiter Klasse gestaltete. Der zufällig im Zug anwesende Arzt, Herr Doktor Kaliski aus Rosenberg in Schlesien, übernahm die Samariterdienste bis zum Eintreffen mehrerer Aerzte aus Kohlfurl. In anerkennender Weise sorgle auch der Bahnhofrestaurateur in Kohlfurt mit Hilfe seiner Gattin ür die Berunglückten. Die Namen der Getöteten sind: 1. Hermann Schäfer aus Beuthen O.=S.; 2. Apothekenbesitzer Wiener aus Berlin, Kurstr 34/35; 3. Christoph Friedrich v. Kardorff aus Berlin; 4. Rittmeister Böhm aus Lyck; 5. Dr. jur. Paul Wolff aus Berlin, Behrenstr 43/44. Verletzt sind, jedoch nicht lebensgefährlich: v. Kospytzki aus Lichterfelde, Heizer Zippel und Führer Trenner. Vermischtes. * Auf der zur Provinz Trapani gehörenden Insel Pantelleria fanden von Mittwoch nachmittag bis Donnerstag früh über 10 unterirdische Erdstöße, darunter einige ziemlich heftige, statt. Die Einwohner verließen erchreckt die Häuser und übernachteten im Freien. * Ein eigenartiges Preisausschreiben erlassen die Burschenschaftlichen Blätter. Es sollen 100 Fremdwörter aus der studentischen Verbindungsund Umgangssprache durch passende deutsche Worte ersetzt werden. Die Wahl jener hundert Worte wird dem Bearbeiter überlassen, doch sollen selbstverständlich die am nächsten liegenden und geläufigsten in Betracht kommen. Bewerber an dem Preisausschreiben können Studierende und alte Herren der Burschenschaften sein. Der Preis beträgt 100 Mark. Einlieferungstermin ist der 1. Februar. * Auf der Insel Madura bei Java hauste seit Jahren eine Räuberbande unter der Anführung eines Hauptmanns Kain, dem es lange Zeit gelang, allen Nachstellungen und den eifrigsten Verfolgungen zu entkommen. Im Monat Juli jedoch fiel die ganze, 7 Mann starke Bande in die Hände ihrer Verfolger, und das Todesurteil ließ nicht lange auf sich warten. Dasselbe wurde am 27. September an sämtlichen Gefangenen vollzogen, die während der letzten drei Tage vor ihrem Tode von den sog. Galgenmahlzeiten noch reichlich Gebrauch gemacht hatten; Kain, der bis zum letzten Augenblick seine trotzige Haltung bewahrte, hatte selbst den Zuspruch eines mohammedanischen Priesters verschmäht. * Die Pariser Temps berichtet: Die Verwaltung der belgischen Eisenbahnen hat die Untersuchung eines unerhörten Vorgangs angeordnet, der sich in der Nacht vom vorigen Freitag auf Samstag auf der Staatsbahn zu getragen hat. Der Expreßzug von Deutschland nach Ostende hat infolge unrichtiger Weichenstellung einen falschen Weg genommen und ist statt über Mecheln, nach Termonde 2c. über die Linie Brüssel gegangen, indem er jeden Augenblick Gefahr lief, mit einem anderen Zuge zusammenzustoßen. Glücklicherweise ereignete sich kein Unglück. Es war ein seltsamer Anblick, als dieser Zug auf einer Linie, die er nicht kannte, auf Entdeckung ausging, verzweifelt pfiff, um sich bemerklich zu machen, und mit jedem Weichensteller unterhandelte, um den Durchgang, dem man ihm vorschriftsmäßig verweigern mußte, zu erlangen. In Belgien geht alles gemütlich zu. Schließlich wurde der verirrte Zug ohne anderen Unfall als eine Verspätung von mehreren Stunden auf den richtigen Weg zurückgebracht. Dem Temps muß die Verantwortlichkeit für die unglaublich klingende Erzählung überlassen werden. * Die Polizei in Bünde(Ostfriesland) beschäftigt sich augenblicklich mit der Untersuchung eines recht rohen Spaßes, der vor einigen Tagen von mehreren Knechten ausgeführt wurde. Der Kleinknecht des Herrn W., ein 15jähriger Knabe, welcher die Aufgabe hatte, abends die Pferde zur Weide zu bringen, war sehr furchtsam, so daß er die Arbeit stets mit Widerwillen erfüllte. Seine Kollegen nahmen sich vor, ihm eine gründliche Kur zu bereiten. Als es dunkel geworden, rüsteten sich einige mit allerhand gespensterhaften Kleidern und Gegenständen aus und begaben sich auf den israelitischen Kirchhof, an dem der Knecht vorbei mußte. Bei seiner Rückkehr von der Weide tauchten nun plötzlich die weißen, geisterhaften Gestalten vor ihm auf. Einige läuteten mit Schellen, andere gaben Jammertöne von sich. Der Knabe wurde von einem solchen Schrecken ergriffen, daß er sofort seine Sprache verlor, längere Zeit bewußtlos war und seine Ueberführung zum Krankenhause notwendig erschien. Wie man hört, ist zu seinem bejammernswerten Zustande noch eine Geistesverwirrung hinzugetreten. * Die russische Stadt Rakow im Gouvernement Radom ist total niedergebrannt. Fünf Kinder kamen in den Flammen um, die Bewohner lagern auf den Feldern. * Ganz England und Irland wurden am Montag abermals von einem äußerst heftigen Sturm heimgesucht. Mehrere Bezirke, besonders in Süderland, sowie in den mittleren Grafschaften Englands und in Südwales erlitten abermals Ueberschwemmungen und infolgedessen große Verluste an Vieh und Haustieren. * Im Meißbacher Grunde zwischen Arfeld und Dotzlar wurde der fürstliche Förster Kroh aus Dotzlar erschossen aufgefunden. Es kann keinem Zweifel unterliegen, daß der pflichtgetreue, im Alter von 70 Jahren stehende Beamte ein Opfer von Wilddieben geworden ist, welch letztere in den fürstlichen Waldungen seit langem ihr Wesen treiben. Der Fürst von Sayn=Wittgenstein=Berleburg hat 1000 Mk. Belohnung auf die Entdeckung des Mörders ausgesetzt. * Eine junge Frau von 28 Jahren, namens Lucie Dreyfus, in Toulouse, hat sich am 10. Oktober auf eine furchtbare Weise zu töten gesucht. Mit ihrem jüngstgeborenen Kinde, einem sechsmonatlichen Baby, allein in ihrer Wohnung geblieben, hat sie während der Abwesenheit ihres Mannes ihren ganzen Körper mit Petroleum bestrichen, und sich dann selbst in Brand gesteckt. Auf die furchtbaren Schmerzensschreie der Aermsten liefen die Nachbarn hinzu und versuchten das Feuer zu ersticken. Mit schweren Brandwunden bedeckt und halb verbrannt wurde die unglückliche Frau, die diese schauerliche That in einem Anfall von Geistesstörung begangen zu haben scheint, in das Lazarett geschafft, wo man an ihrem Aufkommen zweifelt. * Drei Fräulein von Moltke haben vor einigen Tagen das renovierte Moltkehaus in Parchim bezogen. Die Damen entstammen der dänischen Linie der Familie von Moltke. * Eine amerikanische Gesellschaft beabsichtigt für die Weltausstellung in Chicago einen Turm zu erbauen, der 1100 Fuß hoch. also fast doppelt so hoch als der Eifelturm in Paris, werden soll. * Auf den Brucher Kohlenbergwerken in Böhmen ist, wie erst jetzt bekannt wird, am 3. Oktober eine Schlagwetter=Explosion erfolgt infolge unvorsichtigen Umgehens mit einem offenen Grubenlicht. Drei Berg= leute haben den Tod gefunden. * Ein seit zwei Jahrhunderten schwebender berühmter Rechtsstreit um das Vermögen des 1676 unter Hinterlassenschaft von 20 Millionen Lire in Venedig verstorbenen Franzosen Thiery ist in Paris durch endgiltige Abweisung der etwa zweitausend angeblichen Erben entschieden worden. * Bei einem am Freitag im Ostende Londons ausgebrochenen Brand sind 2 Frauen und 3 Kinder erstickt. * Im Kanal La Manche fanden viele mit Menschenverlust verbundene Schiffsbeschädigungen und Schiffbrüche statt. * Aus Sosnowice wird gemeldet: In dem zwischen Warschau und Sosnowice verkehrenden Nachtschnellzuge wurde in der Nacht vom Montag zum Dienstag ein bei Warschau ansässiger Großgrundbesitzer ermordet und beraubt. Des Mordes verdächtig sind zwei männliche Judividuen, welche über die preußische Grenze entkommen sein sollen. * In Woltwiesche in Braunschweig ermordete der Schlächtermeister Hartmann, Schwiegervater, Frau und Sohn, warf die Leichen in eine Jauchegrube und ließ sich dann von einem Eisenbahnzuge tot fahren. * In Pottsville in Nordamerika explodierte eine Lokomotive der Reading=Eisenbahn. Vier Personen wurden dabei getötet. * Bei Rouen in Frankreich stießen ein Personenzug und ein Güterzug zusammen. Die Lokomotiven beider Züge, sowie mehrere Waggons, wurden zertrümmert. Mehrere Personen sind verletzt, darunter ein Schaffner schwer. * Auf dem in Hamburg aus Afrika eingetroffenen Dampfer„Akassa" starben während der Fahrt zwölf Mann der schwarzen Besatzung am Fieber. Auf dem ebenfalls nach Hamburg bestimmten Dampfer„Afrika" sind auf der Fahrt von Banani nach Boni von den an Bord befindlichen 27 Personen 17 am Fieber gestorben. * In einer in Neupest weilenden Menagerie kam ein Knabe dicht an den Löwenkäfig. Der Löwe erfaßte durch das Gitter mit den Pratzen den Kopf des Knaben und riß ihm ein Stück der Kopfhaut ab. Die Zuschauer glaubten der Löwe sei ausgebrochen und stürmten erschreckt nach dem Ausgang, wobei mehrere leichte Verletzungen vorkamen. * In einer Belgrader Menagerie wurde ein Tierbändiger bei einer Vorstellung im Tigerkäfig zerrissen. Unsere Kaiserin und die Bibel. Eine Bibel brachten ihrer Kaiserin Edle Männer jüngst aus Deutschlands Gauen Für das Gotteshaus, daß sie mit frommem Sinn, In des Reiches Hauptstadt hilft erbauen. Zum Gedächtnis, was des Höchsten Gnad' gethan Durch die Väter in vergang'nen Tagen. Als ein Dankes=Eben=Ezer himmelan Sollen einst des Baues Thürme ragen. Und die Kaiserin, die Seele tief bewegt, Ernst und mild aus ihres Volkes Händen Nimmt die heil'ge Schrift, die Hand darauf sie legt, Ihre Blicke himmelwärts sich wenden: „Hier des Herren Wort, dies ist der feste Grund, Damit fall' ich, und damit ich stehe; Unser Haus und Staat“, so spricht ihr ernster Mund, „Steht und fällt mit ihm in Wohl und Wehe!" Hörst du, deutsches Volk, das Wort der Kaiserin? Welch' ein tiefes Wort von ernstem Klange! Auf des ew'gen Königs Wort weist es dich hin, In der Zeiten unruhvollem Drange. Einem Felsen gleicht das ew'ge Gotteswort. Wer auf ihn baut, hat das Heil gefunden, Hat den Grund= und Eckstein, hat den festen Hort, Der ihn sicher trägt in Sturmesstunden. Drum so bau' auf diesen Grund, mein Volk, dich auf! Sieh, dein Kaiserhaus voran dir schreitet. Werd' nicht matt im Kampf, es gilt den Siegeslauf, Nur der Treu' ist einst die Kron' bereitet. Vom Büchertisch. (Die unter dieser Ueberschrift angezeigten Werke sind in der C. Braus'schen Buchhandlung in Schwerte vorrätig oder durch dieselbe zu beziehen.) Reisehandbuch für die christliche Familie. Unter diesem Titel erschien vor kurzem in dem Verlag der Berliner Stadtmission ein Wegweiser durch die Hospize und Erholungsorte, in 2. Auflage, ein gutes Zeichen für die gute Aufnahme, die dies Heftchen in den christlichen Familien gefunden hat. Es bietet kurz die notwendigsten Angaben über die von der inneren Mission und ihren Helfern errichteten christlichen Hospize, Herbergen zur Heimat, Pensionate und Erholungsorte und ist gewiß allen Reisenden, die auch draußen gern christliche Luft atmen, aufs beste zu empfehlen. Die Firma S. Halle, vorm. Ph. Freudenberg in Hagen überrascht ihre Kunden zu jeder Saison mit besonderen Neuheiten. Wir haben bereits im Frühjahr d. Is. die großartigen Dekorationen dieses Geschäftshauses erwähnt; was wir jedoch heute gesehen, übertrifft alles bisher Dagewesene. Neben den vielfachen Neuheiten in Kleiderstoffen sieht man die prachtvollsten Stoffe für GesellschaftsToiletten, Modell=Costume, reizende Neuheiten in Wintermänteln u. s. w. Während in einem Fenster eine hübsche Auswahl fertiger Damen=Wäsche sichtbar ist, sieht man weiter hinten einen prachtvoll dekorierten Speise=Salon, welcher rechts und links mit Gardinea umgeben, hübsch mit Palmenwedeln und Vasen ausgeschmückt, einen geradezu entzückenden Eindruck macht und jeden Vorübergehenden in Erstaunen setzt. Man sieht, die Firma versteht es, ihren Kunden stets das Neueste und Schönste zu bieten und an ihrem Prinzip, welches dieselbe bisher stets befolgte, nur gute Stoffe zu mäßigen Preisen in den Verkauf zu bringen, auch ferner festzuhalten. 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Oeffentliche Sitzung der Stadtverordneten am Freitag, den 23. d. M., nachmittags 5 Uhr, im Rathaussaale hier. Tages-Ordnung: 1. Anträge wegen Aufnahme eines Darlehns. 2. Antrag wegen Verkaufs eines städtischen Grundstücks. 3. Gesuche städtischer Beamten um Teurungszulage bezw. Gehaltserhöhung. 4. Anträge auf Niederschlagung rückständiger Kommunal= steuern. 5. Einfriedigung der Gasanstalt. 6. Herstellung eines Kanals. 7. Antrag auf Genehmigung eines Vergleichs. 8. Wahl von 6 Armenpflegern. 9. Antrag auf Anstellung eines Polizeisergeanten.. 10. Antrag auf Entfernung eines Baumes. 11. Einrichtung eines Katasters für die Invaliditäts= und Altersversicherung. Schwerte, 20. Oktober 1891. Der Stadtverordneten-Vorsteher: Plentz. Verauutmachung. Die Amtskassen=Rechnung von Ergste und die GemeindekassenRechnung von Ergste, Hennen und Berchum pro 1890/91 liegen von heute ab 14 Tage lang zur Einsicht auf dem hies. Amtsbüreau offen. Ergste, den 19. Oktober 1891. Der Ehrenamtmann: Bormann. Wir suchen eine gewandte Verkanserin aus hiesiger Gegend. Gebr. Kaufmann, Dortmund, Manufaktur u. Konfektion. Die neuen Regen- und 1 sind in großer Auswahl eingetroffen und empfehle dieselben zu den bekannten billigen Preisen. Ernst Müller, Schwerte. Brillen u. Pincenez für jede Nasenform. Spezialität: Anfertigung nach ärztlicher Vorschrift, auch schriftlich zu beziehen. Wilh. Naess, Optiker, Dortmund, Westenhellweg 50. Meschichiche ist meine Wohnung im Hause des Metzgermeisters Herrn Lennings zum 1. November anderweitig zu vermieten. Stations=Assistent. Kindcher anerkannt solidestes und unübertroffenes Fabrikat, p empfehlen wir in sämtlichen modernen Farbentönen zu den # billigsten Preisen.5 ### Aufträge, 1#9 4 4 Kof a Rry Dortmund. sowie Modebilder und Proben franko. Auswahlsendungen nach auswärts werdenprompt erledigt. für Frauenkrankheiten ist wieder eröffnet. Dr. Hartung, Frauenarzt, Dortmund, Lindenstr. 8, (Eingang Königswall, in der Nähe der Vehmlinde.) 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Rüböl vorr, mit Faß 64,00 K ohne Faß 63.00 M, Okt. 63.75 J. April=Mai 60,60 K Spiritus 70er vorr. 53,00, Okt. 51,30 J, Nov.=Dez. 50,80 K, 50er vorr. 72,50 M. Hamburg, 20. Okt., vorm. Kaffee Santos Okt. 64½, Nov. 59, Dez. 56¾, März 551/ Sept. 55½. 16 9 36 22 64 00 116 — Aer nienr.. Ich habe das Warenlager der Konkursmasse NI. Lebenberg hier angekauft und stelle alle Waren, um damit schnellstens zu räumen, zu SeispielIos niedrigen zum Ausverkauf. Der Verkauf geschieht nur gegen Bar. T Schwerte, Brückstrasse 19. Msee Konkkon=Versammtungen. Die diesjährigen Herbst=Kontroll=Versammlungen für die Mannschaften des Beurlaubtenstandes werden im Landwehr=Bezirk Dortmund wie folgt abgehalten: 1. Für die Mannschaften der Stadt Dortmund. Appellplatz: Hof des Bezirks=Kommandos(Balkenstraße 40). 9. November, vormittags 3 Uhr: Die Mannschaften der ProvinzialInfanterie der Jahresklassen 1884, 1885 und 1886, deren Namen die Anfangsbuchstaben A bis einschließlich L haben. 9. November, vormittags 10 Uhr: Die Mannschaften der Provinzial=Infanterie der Jahresklassen 1887, 1888 und jüngere, sowie die Dispositions. Urlauber und diejenigen Mannschaften der Provinzial= Infanterie der Jahresklasse 1879, welche vor dem 1. Oktober 1879 eingetreten sind, deren Namen die Anfangsbuchstaben A bis einschließlich I. haben. M.— 74aftm K.r Branus. 9. November, mittags 12 Uhr: Die Mannschaften der ProvinzialInfanterie der Jahresklassen 1884 und 1885, deren Namen die Anfangsbuchstaben M bis einschließlich Z haben 10. November, vormittags 8 Uhr: Die Mannschaften der Provinzial=Infanterie der Jahresklassen 1886, 1887, 1888 und jüngere, sowie die Dispositions=Urlauber und diejenigen Mannschaften der Provinzial=Infanterie der Jahresklasse 1879, welche vor dem 1. Oktober 1879 eingetreten sind, deren Namen die Anfangsbuchstaben M bis einschließlich 2 haben und sämtliche Superrevidenden.*) 10. November, vormittags 10 Uhr: Die Mannschaften der GardeTruppen aller Waffen der Jahresklassen 1884, 1885, 1886, 1887, 1888 und jüngere, sowie die Dispositions=Urlauber und diejenigen Mannschaften der Garde=Truppen der Jayresklasse 1879, welche vor dem 1. Oktober 1879 eingetreten sind. 10. November, mittags 12 Uhr: Die Mannschaften der SpezialWaffen der Jahresklassen 1884 und 1885. 11. November, vormittags 8 Uhr: Die Mannschaften der SpezialWaffen der Jahresklassen 1886, 1887, 1888 und jüngere, sowie die Dispositions=Urlauber und diejenigen Mannschaften der SpezialWaffen der Jahrekklasse 1879, welche vor dem 1. Oktober 1879 eingetretn sind.„„ 4 2. Für die Mannschaften des Amtes Brackel. Appellplatz: Neuer Schulplatz zu Brackel. 11. November, vormittags 9 Uhr: Die Mannschaften aller Waffen der Jahresklassen 1884, 1885, 1886, 1887, 1888 und jüngere, sowie die Dispositions=Urlauber und Superrevidenden*) und diejenigen Mannschaften der Jahresklasse 1879, welche vor dem 1. Oktober 1879 eingetreten sind. 3. Für die Mannschaften der Stadt Lünen und des Amtes Lünen. Appellplatz: Auf der Wiese bei der Wirtschaft von Hiddemann an der Chaussee in Brechten. 9. November, vormittags 10 Uhr: Die Mannschaften aller Waffen der Jahresklassen 1884, 1885, 1886, 1887, 1888 und jüngere, sowie die Dispositions=Urlauber und Superrevidenden*) und diejenigen Mannschaften der Jahresklasse 1879, welche vor dem 1. Oktober 1879 eingetreten sind. 4. Für die Mannschaften des Amtes Castrop. Appellplatz: Wiese bei dem Hause des Gastwirts Baerwolff bezw. dessen Saal(Germanenhügcl) in Castrop. 10. November, vormittags 8½ Uhr: Die Mannschaften aller Waffen der Jahresklassen 1884, 1885, 1886, 1887, 1888 und jüngere, sowie die Dispositions=Urlauber und Superrevidenden*) und diejenigen Mannschaften der Jahresklasse 1879, welche vor dem 1. Oktober 1879 eingetreten sind. 5. Für die Mannschaften des Amtes Mengede. Appellplatz: Platz vor der evangel. Schule in Mengede. 10. November, vormittags 11½ Uhr: Die Mannschaften aller Waffen der Jahresklassen 1884, 1885, 1886, 1887, 1888 und jüngere, sowie die Dispositions=Urlauber und Superrevidenden*) und diejenigen Mannschaften der Jahresklasse 1879, welche vor dem 1. Oktober 1879 eingetreten sind. 6. Für die Mannschaften des Amtes Lütgendortmund. Appellplatz: Platz gegenüber der Wirtschaft von Vedder in Lütgendortmund. 9. November, vormittags 9¾ Uhr: Die Mannschaften aller Waffen der Jahresklassen 1884, 1885, 1886, 1887, 1888 und jüngere, sowie die Dispositions=Urlauber und Superrevidenden*) und diejenigen Mannschaften der Jahresklasse 1879, welche vor dem 1. Oktober 1879 eingetreten sind. 7. Für die Mannschaften des Amtes Dorstfeld. Appellplatz: Platz au der evangelischen Schule in Dorst feld. 12. November, vormittags 8 Uhr: Die Mannschaften aller Waffen der Jahresklassen 1884, 1885, 1886, 1887, 1888 und jüngere, sowie die Dispositions=Urlauber und Superrevidenden*) und diejegigen Mannschaften der Jahresklasse 1879, welche vor dem 1. Oktober 1879 eingetreten sind. 8. Für die Mannschaften des Amtes Annen=Wullen. Appellplatz: Marktplatz zu Annen. 10. November, vormittags 9 Uhr: Die Mannschaften aller Waffen der Jahresklassen 1884, 1885, 1886, 1887, 1888 und jüngere, sowie die Dispositions=Urlauber und Superrevidenden*) und diejenigen Mannschaften der Jahresklasse 1879, welche vor dem 1. Oktober 1879 eingetreten sind. 9. Für die Mannschaften der Aemter Barop und Kirchhörde. Appellplatz: Baroper Heide bei Station Barop. 10. November, mittags 12 Uhr: Die Mannschaften aller Waffen der Jahresklassen 1884, 1885, 1886, 1887, 1888 und jüngere, sowie die Dispositions=Urlauber und Superrevidenden*) und diejenigen Mannschaften der Jahresklasse 1879, welche vor dem 1. Oktober 1879 eingetreten sind. 10. Für die Mannschaften des Amtes Wellinghofen. Appellplatz: Kirchplatz in Wellinghofen. 11. November, svormittags 9 Uhr: Die Mannschaften aller Waffen der Jahresklassen 1884, 1885, 1886, 1887, 1888 und jüngere, sowie die Dispositions=Urlauber und Superrevidenden") und diejenigen Mannschaften der Jahresklasse 1879, welche vor dem 1. Onober 1879 eingetreten sind. 11. Für die Mannschaften der Stadt Hörde. I'Appellplatz: Platz an der evangel. Schule zu Hörde. 11. November, vormittags 11 Uhr: Die Mannschaften aller Waffen der Jahresklassen 1884, 1885, 1886, 1887, 1888 und jüngere, sowie die Dispositions=Urlauber und Superrevidenden*) und diejenigen Mannschaften der Jahresklasse 1879, welche vor dem 1. Oktober 1879 eingetreten sind. 12. Für die Mannschaften der Stadt Schwerte und des Amtes Westhofen. Appellplatz: Markthalle unter dem Rathause zu Schwerte. 12. November, vormittags 9 Uhr: Die Mannschaften aller Waffen der Jahresklassen 1884, 1885, 1886, 1887, 1888 und jüngere, sowie die Dispositions=Urlauber und Superrevidenden") und diejenigen Mannschaften der Jahresklasse 1879, welche vor dem 1. Oktober 1879 eingetreten sind. 13. Für die Mannschaften des Amtes Aplerbeck. Appellplatz: Auf der Weide des Gastwirts Wilh. Möller in Aplerbeck, bezw. in dessen Saal. 12. November, vormittags 9 Uhr: Die Mannschaften aller Waffen der Jahresklassen 1884, 1885, 1886, 1887, 1888 und jüngere, sowie die Dispositions=Urlauber und Suverrevidenden*) und diejenigen Mannschaften der Jahresklasse 1879, welche vor dem 1. Oktober 1879 eingetreten sind. *) Superrevidenden sind alle diejenigen Mannschaften, welche auf Reklamation, sowie die, welche wegen Dienstuntauglichkeit oder wegen vor ihrer Dienstzeit begangener Verbrechen oder Vergehen vor Ablauf ihrer Dienstzeit entlassen worden sind und über die noch keine entgültige Entscheidung getroffen ist. Zu den Spezialwaffen gehören diejenigen Mannschuften, welche bei den Provinzial=Jägern, der Kavallerie, Feld= und Fußartillerie, den Pionieren, dem Train, oder als Oekonomie=Handwerker gedient haben, sowie das Sanitäts= und Veterinär=Personal, die als Militär=Bäcker, Krankenträger, Büchsenmachergehülfen, Krankenwärter und als Zahlmeister=Aspiranten ausgebildeten Mannschaften aller Waffen, ausschließlich Garde, und die Arbeitssoldaten. Bestimmungen über die Kontroll-Versammlungen. 1. Alle Mannschaften haben ihre Militärpapiere in Jutteralen mitzubringen. 2. Vor Beginn der Kontroll=Versammlungen sind Schirme, Stöcke, Pfeifen, Zigarren 2c. wegzulegen. 3. Nichterscheinen zur Kontroll-Versammlung und tspätkommen haben Arrest zur Folge, ersteres außerdem ein Jahr Nachdienen. 4. Wer mit Nachdienen bestraft worden ist, gehört von da ab zum nächstjüngsten Jahrgange. 5. Anfragen betr. Ausklärung etwaiger Zweifel über Vorstehendes sind an den betr. Bezirks=Feldwebel zu richten. 6. Sämtliche Mannschaften des Beurlaubtenstandes, welche sich an einem der vorgenannten Tage zur Kontroll=Versammlung zu gestellen haben, stehen für diesen ganzen Tag unter den KriegsArtikeln. 7. Die Ersatz=Reservisten, sowie die Landwehr 1. und 2. Aufgebots haben zum Herbstappell nicht zu erscheinen. Dortmund, den 17. Oktober 1891. Königliches Bezirks=Kommando. Smrcccch Todes-Anzeigen sowie sonstige eilige Drucksachen werden infolge verbesserter maschineller Einrichtungen sofort nach Aufgabe zu billigsten Preisen angefertigt. Carl Braus, Schwerte. AD Dr. Aumann's Süsser MedicinalHeidelbeer-Wein Schnismaren. K Beeranwein, welcher Artlicherscts ale Froats der zumeiat gefdlschten Tokaver- Weine dringend empfohlen wird.— Dr. Aumann's edleser Heidelbeer-Weis ist ein vorzüg. liches Getränk zur Kräftigung für Reoousolessonden und Kinder. und auch als Hausmklel gegen Husten, Heiserkeit, Verschleimung, Magenleiden eic. etc. mit gutem Erfolg angewendet.— I Originaldasche Mk. 1.90.0Men achte anf den Namen Dr. Aumesn. Za haben in us F. W. Nolte, Aplerbech. st. Traubenbrust=Syrup empfiehlt C. Braus. Berving. Dienstag, den 27. Oktober, nachmittags 4 Uhr soll bei dem Wirt Linnhoff das Abfahren von 2000 Kubikmeter Hochofenschlacken vom hiesigen Bahnhof auf die Gemeindewege, sowie das Verteilen und Walzen derselben öffentlich wenigstfordernd verdungen werden. Holzwickede. Der Vorsteher: Bürger. n onn Bbcht. u. Tele 8 Wilh. Tillmanns, Remscheid. e Ehrendlplom Amsterdame Sasr Dortmund. Schwerte. Geschäfts=Eröffnung. Schwerte, Brückstraße 11, Brückstraße 11, gegenüber dem Amtsgericht. Schunwaren. Mit dem heutigen Tage eröffne ich in Schwerte, Brückstr. 11, ein Schuhwarenlager, verbunden mit und Reparatur-Werkstatt, und wird es mein Bestreben sein, den geehrten Bewohnern von Schwerte und Umgegend gute Ware zu billigen Preisen abzugeben und bitte um geneigten Zuspruch. Hochachtungsvoll S. WBemmen, Schuhmachermeister. Deutsche Antisklaverei-Geld-Lotterie. 200,000 Lose in zwei Ziehungen mit 18930 Gewinnen im Betrage von 4 Millionen Mark ohne jeden Abzug bei der Nationalbank für Deutschland in Berlin W. zahlbar. Hauptgewinne: Mk. 600000, 300000, 150000, 125 000, 100000, 75000 etc. Original-Lose 1 5/10 9/10. ½ I. Klasse:= 2,10 4.20 6,80 10,50 21,— Mark zur Ziehung am 24.—26. November 1891. Jeder Inhaber eines Loses erster Klasse hat das Recht, dasselbe gegen Zahlung des Renovationsbetrages bis 4. Januar 1892 zu erneuern. Die in 1. Klasse gezogenen Lose fallen in zweiter Klasse aus. Carl Heintge. Ceneral-Debiteur, HCintZes Bertin W., Unter d. Linden 3. Die Bestellungen sind auf dem Koupon der Postanweisungen niederzuschreiben und sind 10 Pf. für Porto und 20 Pf. für eine Gewinnliste mehr einzuzahlen.