Keeisbkart Hörde und den Landrreis Vortmund. Insertions gebühr für die sochssnaltige Zeile Abonnements=Preis pro Quartal 1 Mark 50 Pfg. Erscheint Dienstags, Donnerstaas und Samstags. Wöchentliche Gratisbeilage:„Familienfreund.“ Jufellkonsgebuhr für dir sechofbunige Heue oder deren Raum 10 Pfg., außerhalb des Leserkreises 15 Pfg.: Reklamen 30 Pfg. Redaktion i. V.: A. Krefting in Schwerte. Druck und Verlag von Carl Braus in Schwerte. Nr. 106. Schwerte, Dienstag, 8. September 1891. ehenswürdigkeiten ensee. 2 Stunde# ssee gelangt mai nach dem Vudö bung dieses Stit t, trägt einen ui bedeutendste Merk felshöhle bekannt aus unzähligen Gas. Es erfüll ch an den Wände et man nichts al zen. Hunde fliehe m Eingange abe ten 12 Jahren ge sinnigen Spötter findet sich die sog ihre Nähe kommen d verenden. Diest Neuerdings so emdenblatt mitteil en. Die junge un lnna Tutsek mach ellschaft einen Aus Kaum hatte sie ie, von den ersticken# os zusammenstürn Bewußtsein, alle en. eln fängt, ist satts sch ähnlichem Prinzz inserer Leser neu seit ldplage werden; beizukommen, der en Knüppel von ein in der Gegend vo der T. R.— komn r, wenn der Schu verfertigt aus starke 12 Zentimeter lang r. Auf dem Bod befestigt und hiera ausgestrichen. Alls eten Düten an Ort nmeln pflegen. Wedas Fleisch sich anz auf dem Kopf kleb zt vollführen die G Sie fahren auf u und flattern, zuweil im nächsten Augenbl abgerissen ist, wiel ist es ein Leichtes, Amtliche Bekanntmachungen. cen noch günstig liegen. An einem Kriegsgrund fehlt es wahrlich nicht, und hat es seit Bekanntmachung.(Jahren nicht gefehlt. Im Jahre 1887 Unter Hinweis auf eie Bestimmungen der§§ 53, lwar vielleicht der günstigste Moment. Ja, wenn 54 und 55 der Hinterlegungsordnung vom 14. März dazumal Deutschland und Oesterreich energisch 1879(Gesitz=Sommlung Seite 249) machen wir die aufgetreten wären, würde es vielleicht möglich Vertillgten darauf aufwe unzerg amitshlattes bas burch gewesen sein, einem Kriege überhaupt auf viele S 87 6. 2:0, verguschchen, berzichug, zgeichen nach Frankreich wär= instande gewesen, in das bei uns hinterlegten Messen veröffentiicht ist, ber weichenf noch Frantreich ware imstande gewesen, in das 9 ise des Vierteisahres vom 1 Otober kis Ende Feld zu ziehen, und beide hätten sich einem Ultimatum fügen müssen. Jetzt würde im Laufe des Viersehagles vom 1. Ottober bis Ende Dezember 1891 die Einstellung der Verzinsung bevorstcht. Arnsberg den 22. August 1891. Königliche Regierungs=Hiinterlegungsstelle. Alrich. eine Forderung an Rußland, an der deutschen und österreichischen Grenze abzurüsten, unzweifelhaft zum Kriege führen— und doch wäre das Bekanntmachung. 6i I 8.5 Diejenigen Personen hiesigen Amtsbeziris, welche besser, als ein Krieg in zwei Jahren!" für das Jahr 1892 einen Wandergewerbeschein wünschen, wollen sich bis spätestens zum 10. Oktober d. Is unter Vorlegung des diesjährigen Gewerbescheines perch auf dem hiesigen Amtsbüreau melden. sönlich auf dem hiesigen Amtsbüreau melden. Wellinghofen, 2. September 1891. Der Amtmann: Hartung. Aufhebung des Schweineeinfuhrverbots. Die Verordnung vom 6. März 1883, durch welche die Einfuhr von Schweinen, Schweinefleisch und Würsten amerikanischen Bekanntmachung.. Zipispersor, Ursprungs, verboten wurde, ist jetzt durch Die Botonzeniste in betr8, ois, Dienstellen liegt kaiserliche Verordnung vom 3. Sept. für auf dem Büreau des königlichen Landratsamis des lebende Schweine, sowie für solche Landkreises Dortmund zu Dortmund zur Einsichtnahme außer Kraft gesetzt, welche mit einer amtlichen für die Beteiligten offeng..... nan Runsch, Bescheinigung darüber versehen sind, daß das Der Lachrat: Gech. Reaierungsrat: von A. 9.— Fleisch im Ursprungslande nach Maßgabe der Bekanntmachur, Landrais des Land, daselbst geltenden Vorschriften untersucht und kreises Dortmund vom 26. vorigen„Wonatz,„I.,N.[frei gesundheitsschädlichen 7418 ist der Unteroffizier der Reserve ungan Tegeterl befunven worven ist. Der Reichskanzler ist provisorisch zum Polzzei=Sergeanten des Amtes Castrov zugleich ermächtigt, zur Kontrole der Beschaffenernannt worken und ist die Verpflichtung desselben heit des aus Amerika eingeführten SchweineCestrop, 1. Septenber 1891. fsleisches geignete Anordnungen zu treffen. Der Amtmann: Müller=Tolfs.— Der Höhepunkt des Notstandes Jagdverpachtung! sist, wie die Münchener„Allgemeine Zeitung" Die am 1. August 1892 pachtlos wer= sehr richtig bemerkt, jetzt offenbar erreicht und Beweis für diesen verbrecherischen Handel zu erbringen, da ja alle Fäden ins weite Ausland führen, und zweitens glaubt man es jedesmal nur mit einem vereinzelten Verbrechen zu thun zu haben, das eben kein tieferes Interesse und keine lebhaftere Teilnahme zu erwecken imstande ist. Und doch ist der Mädchenhandel in und aus Oesterreich=Ungarn ein wohlorganisiertes und schwunghaft betriebenes Gewerbe, welches Jahr aus Jahr ein Tausende von Existenzen verschlingt. Der„Einkauf der Ware“ geht selbstverständlich am flottesten in jenen Gegenden vor sich, wo die Vol ksbildung ebenso klein, wie die Armut groß ist: also in erster Linie in Galizien und in einzelnen Gegenden Ungarns. Das Warschauer Blatt„Slowo“, dessen Redakteur der berühmte Schriftsteller Sientiewicz ist, hat es sich angelegen sein lassen, diesem Schandhandel auf den Grund zu kommen und beginnt mit der Veröffentlichung einer Reihe von Orientbriefen, welche wahrhaft schaudererregende Details über diesen Gegenstand enthalten. Von den zahllosen dort erzählten Thatsachen seien nur die nachfolgenden erwähnt, welche sich sämtlich in Konstantinopel abgespielt haben: Die Besitzerin eines verrufenen Hauses, eine Frau Wachs, bezog vor kurzem aus Galizien ein junges, intelligentes Mädchen, eine Polin, welcher von dem betreffenden Zwischenhändler ein Vertrag über eine Anstellung als Lehrerin vorgelegt worden war. Die Wachs Die am 1. August 1892 pachtlos, wer; sehr richtig benierkt, jetzt offenbar erreicht u. dende Jagd der Stadtgemeinde Lünen son auf seine Besserung läßt sich jetzt in kurzester Frist sechs weitere Jahre, also bis 1. August 1898, erwarten. Die Preise für Roggen sowohl als in drei wie bisher abgegrenzten Jagdbezirken, Weizen sind bereits im Rückgang begriffen; am lmassenhafte, kaum zu bewältigende Zufuhren Samstag, den 19. September kr., sind in jüngster Zeit eingetroffen; die deutsche Leichtes, vormittags 10 Uhr,[Ernte ist fast eingebracht, und wenn sie auch den Garaus im Rathaussaale hierselbst öffentlich verpachtet keineswegs glänzend ist, so hat sie doch im werden. lallgemeinen die schlimmen Befürchtungen nicht Die Pachtbedingungen werden im Termine gerechtfertigt. Der agitatorische Lärm in den Familien hat & Edlich in Lei führen, sondern### rn gewußt. twegtes Festhalten te, brauchba drigen fortgesetzte Bestreb este der schon v## zufügen. Den bes erschienene Her die Menge der bekannt gemacht. Lünen, den 4. August 1891. Der Bürgermeister: Tamm. Zeitungen und Versammluugen wird mehr und mehr verstummen, wenn ihm erst der Boden des Widerhalls fehlt. Die Haltung der Rierung in dieser ganzen Angelegenheit ist Zur volitischen Lage. durch die Ereignisse durchaus gerechtfertigt In einer Zuschrift der„Kreuz=Ztz.“ aus worden. Keine der Voraussetzungen, unter London ist zu lesen.„Sobald das neue Gewehr denen sie eine Suspension der Getreidezölle sondon ist zu lesen:„Sobald das neue Gewehr denen sie eine Suspension der Getreidezölle eingeführt ist und die strategischen Eisenbahnen abgelehnt hatte, hat sich als unrichtig erwiesen. erschienene Her# mit Doppelgeleisen fertig sind, dann wird der Ueber eine Ermäßigung der Getreidezölle wird veragschaulich Zar nicht länger anstehen, das Schwert zu demnächst im Zusammenhang mit den Handelsliegt im Interesse ziehen und im Verein mit Frankreich den verträgen die Rede sein. uebrigens werden sich den erwähn Dreibund zu bekriegen.“ So äußert sich ein die Vorgänge der jüngsten Zeit aller VorausVersandgeschäft Mi Diplomat, der mit russischen Verhältnissen in= sicht nach von bedeutsamen Folgen für die Art swis versender tim vertraut ist und setzte hinzu:„Rußland der Versorgung des Weltmarktes und insbebncurgeng trifft seine Vorbereitungen in der besonnensten sondere auch des deutschen Marktes mit Brotund geschicktesten Weise. Seinen Agenten ist frucht sein. Nicht nur die politischen Veres gelungen, den Serhen der Hauf zu ver=##tnisse i und geschicktesten Weise. Seinen Agenten ist frucht sein. Nicht nur die politischen zeige des Banrgant es getungen, den Serben den Roßf zu..= shaltnisse in Rußland, sondern auch die in den spielen in der Deuisc drehen und sonst auf der Balkanhalbinsel Zwie= jüngsten Ereignissen zu Tage getretene starke wir unsere, geehg spalt zu säen. Wenn die Saat aufgeht und wirtschaftliche Zerrüttung, Unsicherheit und sam. Größerer Preif ist, dann wird auch Rußland mit seinen Unzuverlässigkeit dieses Landes mussen mehr getroffene Einrichtut Rüstungen fertig sein. Der Sultan wagt ge= und mehr dazu nötigen, die große Rolle, die 4s Entschädigul genwärtig kaum Atem zu holen, ohne den rus= Rußland bei der Versorgung des europäischen use zurückgezahlt wl sischen Botschafter um Erlaubnis zu fragen und Westens mit Getreide bisher gespielt, einzuarker Vorliebe dieser beutet seinen Einfluß, im Einvernehmen schränken und andere kornreiche Länder in P mit dem französischen Botschafter, nach Kräften erhöhtem Maße heranzuziehen. Es fehlt beaus. In Italien ist die franzosenfreundliche reits nicht an Anzeichen, daß eine solche Umund Anti=Dreibund=Partei im Zunehmen be= wandlung sich zu vollziehen beginnt. nung noch zur rechten Zeit bewirkt wer Die Bestrebungen zur Beseitigung des den kann. Spanien sucht augenscheinlich Sklavenhandels, welcher in Ost= und Westafrika seine Neutralität zu Markte zu tragen, da es noch immer üppig blüht und gedeiht, haben alle Handelsverträge gekündigt hat; Frankreich die Aufmerksamkeit und Teilnahme der ganzen ##istet bekanntlich mit aller Macht! Wie soll zivilisierten Welt in Anspruch genommen und 1(s alles enden? Uns Engländern kann es werden auch von allen Regierungen in aus#gentlich gleichgültig sein, denn die allgemeine giebigster Weise unterstützt. Während aber alle Spannung ermöglicht uns, Aegypten zu halten Welt mit Schaudern und Entrüstung die Beund sonst unsere Interessen zu wahren; sollte richte der Antisklaverei=Kongresse und es aber zum Kriege kommen, dann werden wir über das schreckliche Los der schwarzen Sklaven unter allen Umständen noch besser daran sein. liest, wissen wohl die wenigsten, daß, fast unter Die kriegführenden Länder würden nicht nur unseren Augen, ein Sklavenhandel blüht, der Waffen und Vorräte von uns kaufen, sondern umso schrecklicher ist, als ja seine Opfer vermöge müßten uns auch für unsere Neutralität, eventl. der höheren Kulturstufe, auf der sie sich befinHilfe, auf eine oder die andere Weise Ent=den, jede Unbill und jedes Unrecht doppelt so schädigung leisten. Krieg scheint unvermeidlich, schwer empfinden, als ihre schwarzen Leidenserstaunlich ist es nur, daß der Dreibund an= genossen. Wohl findet man von Zeit zu Zeit scheinend ruhig wartet, bis seine Gegner im in den Blättern kurze Notizen über Osten und Westen zum Kampfe gerüstet sein tungen sogenannter Mädchenhändler, avererstens werden, anstatt zuzuschlagen, so lange die Chan=list es den Gerichten meistens unmöglich, einen 3111 holte sie bei der Ankunft ab, schloß sie in iht m Hause ein und erklärte ihr sofort ohne Umschweife, zu welchem„Gewerbe“ man sie in Wirklichkeit brauche. Das arme Mädchen jammerte, weinte und erklärte, eher sterben zu wollen. Nun begann eine Reihe von Mißhandlungen und Verfolgungen, wie sie furchtbarer nicht gedacht werden können. Fünf Tage lang erhielt das Mädchen keinen Bissen zu essen und wurde ununterbrochen geschlagen und getreten. Am sechsten Tage war sie tot.... Es fand sich auch ein Arzt namens Schwartz, welcher den Tod„infolge Krankheit" bescheinigte, und um das Begräbnis schneller zu erlangen, wurde die Verstorbene als Jüdin bezeichnet und auch sofort begraben. Nach einigen Tagen erschien eine Nachbarin der Wachs, ebenfalls eine Mädchenhändlerin, beim österreichisch=ungarischen Konsulat und erzählte den wahren Hergang der Sache. Die Leiche wurde ausgegraben und eine Untersuchung eingeleitet, deren Resultat noch unbekannt ist. Ein zweiter Fall: Beim österreichisch=ungarischen Konsulate erschien ein junges Mädchen namens Katharina Adamowska aus Przemysl in Galizien. Sie erzählte, daß sie die Tochter eines Tischlers sei und von einem Deutschen namens Kwatsche unter dem Vorwande, ihr einen Dienst verschaffen zu wollen, nach Budapest gebracht worden sei, woselbst sie an einen Agenten förmlich verkauft und dann nach Konstantinopel verhandelt wurde. Unterwegs kam sie mit einer Bauerntochter aus dem Kreise Sombor, einer gewissen Maria Komuniak zusammen, welche mit einem anderen Agenten ebenfalls nach Konstantinopel reiste. In Konstantinopel wurden beide Mädchen in ein Haus geführt, wo schon einige„Kaufleute" warteten. Nach langem Feilschen und Beschauen erhielten die Agenten für jedes Mädchen 600 Gulden. Im Hause ihres„Erstehers“, fand die Adamowska bereits 15 Mädchen vor, alle aus Galizien, sowohl Christinnen wie Jüdinnen. Hier begann vor allen der Unterricht im Türkischen, damit die Opfer sich doch mit ihren späteren „Eigentümern“ wenigstens halbwegs verständigen könnten. Es wurde ihnen verboten, untereinander polnisch zu sprechen, damit sie sich nicht zu einer Flucht verabreden könnten, und für jedes geflüsterte Wort wurden sie erbarmungslos geschlagen. Die weiteren Details dieser„Erziehung“ entziehen sich der Beschreibung. Endlich gelang es der Adamowska, durch ein Fenster zu entfliehen und zum Konsulat zu gelangen. Das Konsulat stellte die volle Wahrhaftigkeit der Erzählung fest. Das vielgeplagte Mädchen wurde in seine Heimat zurückbefördert und die türkische Regierung zur Einleitung der Untersuchung veranlaßt. Diese Untersuchungen pflegen jedoch im Sande zu verlaufen, da die Händler zumeist reiche Leute sind, welche sich mit den türkischen Beamten 24. Jahrgang gut zu stellen wissen. Uebrigens kann man ja die Harems der Reichen nicht gut ohne„Ware" lassen. Der Berichterstatter nennt einen solchen Händler, welcher ein ungeheures Vermögen erworben hat, im Wagen herumfährt und Protektion in den höchsten türkischen Kreisen besitzt. In Koustantinopel zählt man jederzeit mehrere Hundert solcher verkauften Mädchen aus Galizien allein. Auch Russisch=Polen und Ungarn stellen viele dieser Unglücklichen. Konstantinopel selbst verbraucht jedoch nur den geringsten Teil der„Ware"; es ist daselbst eine förmliche Börse für diesen Handel eingerichtet und von hier aus bezieht der ganze Orient käufliche Mädchen. Ihr Preis schwankt zwischen 700 und 1500 Franks, nur besonders„schöne Ware" erzielt höhere Preise. Eigentümlich ist noch der Umstand, daß die häßlichsten Mädchen nach Smyrna, Alexandrien und Cairo exportiert werden. Die Konsulate thun dem gegenüber ihre volle Pflicht, sind aber angesichts der Lauheit der einheimischen Behörden machtlos. Diese wenigen Auszüge aus den Berichten des polnischen Blattes besagen wohl genug über die Sache, so daß wir uns füglich jedes weiteren Kommentars enthalten dürfen. Deutsches Reich. Die großen österreichischen Manöver bei Schwarzenau, welchen der deutsche Kaiser und König Albert von Sachsen als Gäste des Kaisers Franz Joseph beiwohnen, erreichen heute Montag ihr Ende. Die Fürsten sind allen Einzelheiten des ausschließlich mit rauchlosem Pulver durchgeführten Manövers auf das Genaueste gefolgt, und es besteht große Zufriedenheit mit den gewonnenen Resultaten in militärischen Kreisen. Man kann von dem verwendeten Pulver in der That als von einem rauchlosen reden, denn die leichten Dampfwölkchen, welche sich bei scharfen Salven erhoben, waren für unbewaffnete Augen unsichtbar. Irgendwelche Festlichkeiten haben nicht stattgefunden. Reichskanzler von Caprivi und der österreichische Minister des Auswärtigen Graf Kalnoky hatten verschiedene Besprechungen mit einander. Heute, Montag abend, treffen der Kaiser und der Reichskanzler von Caprivi in München ein, woselbst ein festlicher Empfang stattfindet. Die im Kieler Hafen bei dem starken Fort Friedrichsort von dem deutschen Manöver=Geschwader unternommene Minenübung ist jetzt beendet und hat gute praktische Resultate ergeben. Die Neueinrichtung eines zweiten deutschen Kreuzergeschwaders im Interesse des Schutzes unseres überseeischen Handels scheint in die Wege geleitet werden zu sollen. Ein solches Geschwader macht sich vielleicht bezahlt, wir sehen das heute in Chile. Bezüglich des neuen Reichshaushaltes sollen etwaige Neuforderungen für Armee und Marine auf das Aeußerste beschränkt werden. In Thann im Ober=Elsaß haben dieser Tage 6 Einwohner aus Straßburg den Befehl erhalten, binnen sechs Wochen mit ihren Familien auszuwandern oder sich naturalisieren zu lassen. England. Es bestätigt sich, wie der„Voss. Ztg.“ aus London gemeldet wird, daß die Königin Vikoria die Einladung angenommen hat, im nächsten Frühsommer einen Besuch in Berlin zu machen. Den endgültigen Beschluß hat die Königin während des jüngsten Besuches des Prinzen Heinrich von Preußen, ihres Enkels in Osborne gefaßt. Der Aufenthalt der Königin in Deutschland wird sich auf zwei Wochen erstrecken. Nur ein Teil dieser Zeit wird in Berlin und Potsdam, der Rest auf Schloß Stolzenfels am Rhein zugebracht werden. Chile. Die Admirale der im Hafen von Valparaiso liegenden Geschwader haben endgültig die Auslieferung der auf ihre Schiffe geflüchteten politischen Flüchtlinge an die kongressistischen Behörden verweigert, weil sie von den letzteren ohne ordentliches Gerichtsverfahren zum Tode verurteilt worden wären. Die Bedrohten sind nach Pern gebracht. Es steht jetzt fest, daß der vertriebene Präsident Balmaceda nicht tot, sondern nach Argentinien entkommen ist. Da er ohne Mittel ist, wird er kaum seinen siegreichen Gegnern noch viel anhaben können. Westfalen und Rheinland. § Schwerte, 7. Sept. Die meisten unserer Leser werden mit Genugthuung Kenntnis nehmen von der Aufhebung des Einfuhrverbots amerikanischen Schweinefleisches. Die Fleischpreise haben eine Höhe erreicht, wie wohl noch niemals vorher, die dem Minderbemittelten kaum noch gestatten, ein Stückchen Fleisch zu genießen, zumal alle übrigen Lebensmittel ungeheuer hoch im Preise stehen. Die Aufhebung des Einfuhrverbots wird die Einführung großer Fleischmengen und so indirekt eine Ermäßigung der inländischen Fleischpreise zur Folge haben. Schwerte, 4. September. Entgegen allen Theorien über das noch zu erwartende Herbstwetter wird der„Marb. Ztg. von einem erfahrenen Forstmann mitgeteilt, daß die Hornissen mit ihrem Bau tief in die Erde gehen, was regelmäßig auf trockene Witterung schließen lasse. Wollens's hoffen. * Schwerte 6. September, Folgende Bekanntmachung ist von verschiedenen preußischen Eisenbahndirektionen erlassen werden:„Das reisende Publikum wird darauf aufmerksam gemacht, daß fortan bei allen denjenigen fahrplanmäßigen Zügen, welche die vierte Wagenklasse führen, nur so viele Fahrkarten der vierten Wagenklasse verausgabt werden, wie Plätze dieser Wagenklasse vorhanden sind. Das bisher übliche Verfahren, Inhaber von Fahrkarten der vierten Wagenklasse in einer höheren Wagenklasse zeitweilig Platz nehmen zu lassen, wird infolge der hieraus entstehenden großen Unzuträglichkeiten und weil die Plätze dieser höheren Wagenklasse für Reisende dieser Klasse offengehalten werden müssen, hiermit bis auf weiteres aufgehoben. Die Einstellung des Verkaufes von Fahrkarten für die vierte Wagenklasse wird bei jedem Zuge durch die Portiers bekannt gegeben werden.“ Schwerte, 5. September. Der erste„kritische" Tag in diesem Monat hat sich, wie aus den vorliegenden Berichten zu ersehen, durch zahlreiche elektrische Entladungen, besonders in Belgien und Frankreich bemerkbar gemacht. Aber auch in der Gegend von Lübeck haben in der Nacht vom Mittwoch auf Donnerstag schreckliche Gewitter bedeutenden Schaden angerichtet. Soweit bis jetzt Nachrichten vorliegen, sind in Genin, Sahmkow, Molzahm, Schönberg, Barendorf, Bensterhof und Schulendorf ganze Gehöfte und Gebäude eingeäschert worden.— In Brüssel sind die Telephon= und Telegraphenleitungen meist zerstört; in Paris schlug der Blitz in mehrere Häuser ein und setzte dieselben in Brand. " Schwerte, 7. Sept. Zur Stärkung und Belebung des protestantisch=deutschen Bewußtseins soll von 150 evangelischen Bürgern Dortmunds, Herren und Damen, wie vor 2 Jahren das Luther=Festspiel, so in diesem Jahre das neue historische Volksschauspiel„GustavAdolf“ von Dr. O. Devrient aufgeführt werden und zwar unter Leitung und Mitwirkung des Verfassers Otto Devrient(Gustav=Adolf) und der Hofschauspielerin Fräulein Kuhlmann(Marie Eleonore). Da neben den beiden schauspielerischen Größen auch unter den Dortmunder Bürgern die bewährtesten Kräfte zur Mitwirkung aus gewählt sind, so ist den Aufführungen in Dortmund derselbe großartige Erfolg wie in Jena gesichert. Die Aufführungen finden statt: Sonntag den 27. Sept., Mittwoch den 30. Sept. und Sonntag den 4. Okt. um 5 Uhr, Freitag den 2. Okt. um 5½ Uhr und Dienstag den 29. Sept. und Donnerstag den 1. Okt. um 6 Uhr. Eintrittskarten sind nur im Vorverkauf bei Herrn O. Uhlig in Dortmund zu haben, am Fredenbaum ist keine Kasse. Da das Festspiel ca. 3¾ Stunden dauert, sind die um 5 Uhr beginnenden Aufführungen für die Bewohner von Schwerte und Umgegend die gelegensten, weil es auf diese Weise möglich ist mit dem Zuge um 9 Uhr 40 Min. heimzukehren. Die Vermittelung von Eintrittskarten für die Vorstellungen am 30. Sept. und 4. Okt. hat Herr Pastor Terberger hier über nommen.(Siehe Inserat.) * Schwerte, 7. Sept. Es wird darauf hingewiesen, daß Dienstboten vielfach die Quittungskarten der Altersversicherung den Dienstherrschaften gegenüber an Stelle des Gesindebuches benutzen kamentlich wenn sie den vorigen Dienst widerrechtlich verlassen haben. Die Arbeitgeber, welche Gesinde in Dienst nehmen, das sich nicht im Besitze eines ordnungsmäßigen Dienstbuches befindet, verfallen, woran hiermit erinnert sein mag, in eine Geldbuße. Iserlohn, 5. Sept. 155643 Mark Staatssteuern haben im Jahre 1890— 91 die Steuerpflichtigen im Magistratsbezirk Iserlohn aufgebrocht. Hiervon entfallen auf die Einkommensteuer 51 894 Mk., auf die Klassensteuer 12 795 Mk. von den Steuerpflichtigen der 1. und 2. Stufe und 24549 Mk. von den Steuerpflichtigen der 3. bis 12. Stufe, auf die Gewerbesteuer 25971 Mk., auf die Grundsteuer 2594 Mk. und auf die Gebäudesteuer 37840 Mk. Werne, 1. Sept. Gendarm Hoheisel von hier wurde gestern abend auf seinem Patrouillengange von 2 hiesigen Bergleuten überfallen und thätlich angegriffen. In dem sich entspinnenden Kampfe wurde der Bergmann Dopprich von Hoheisel erschossen und der andere schwer verwundet. Bochum, 4. September. Ein furchtbarer Orkan hat gestern Nacht die Gemeinde Altendorf und insbesondere die Kruppsche Ko lonie Cronenberg heimgesucht. In den Sektionen M und I wurden fast sämtliche Häuser abgedeckt. An verschiedenen Gebäuden sind die Fenster eingedrückt, Thüren ausgehoben und zerstört und Teile des Mauerwerks eingerissen worden. Eine Kegelbahn fand man mehrere Meter weit fortgeschleudert vor. Schwere Eichbäume sind entwurzelt und eine große Anzahl Obstbäume abgeknickt worden. Der Schaden ist für die Gemeinde ein ganz enormer. Ueberall sieht man betrübte Menschen an den Trümmern ihres Eigentums stehen. Münster, 3. September. Unter Mit nahme von 2000 Mk. ist der Hausknecht eines hiesigen Geschäftes ausgerückt. In seiner Begleitung befindet sich ein verheirateter Schuster von hier. Die Polizei ist den Ausreißern, welche sich nach Holland gewandt haben, auf den Fersen. Uemmingen, 5. Sept. Nächtlicherweile haben nichtswürdige Patrone dem Landwirt Schmidt hierselbst mehrere Weizenstiege zusammengeschleppt und darauf angezündet. Es ist aum zu begreifen, daß es noch so rohe und gefühllose Menschen geben kann, die die Gaben Gottes, welche zur Ernährung des Menschen dienen und woran so mancher Schweißtropfen des fleißigen Landmannes haftet, auf die mutwilligste und roheste Weise den Flummen preisgeben. Hoffentlich wird man der Uebelthäter, denen man auf der Spur ist, recht bald habhaft werden. Gadderbaum b. Bielefeld, 5. Sept. Hier versuchte eine Anzahl Sozialdemokraten eine von Turn= und Kriegervereinsmitgliedern veranstaltete Sedanfeier gewaltsam zu stören. Es kam zu einem Handgemenge, in welchem die Störenfriede den kürzeren zogen und kraft Hausrechts an die Luft gesetzt wurden. Elberfeld, 1. Sept. Auf der von Sonnborn nach Vohwinkel führenden Landstraße, in der Nähe des Hammersteiner Weges, ist gestern abend ein frecher Straßenraub ausgeührt worden. Auf dem Heimweg begriffen, wurde plötzlich der 19 Jahre alte Milchjunge vom Gute Hammerstein von zwei Kerlen angefallen. Unter Drohungen faßte ihn einer der Kerle bei der Gurgel und würgte ihn, während ihm der andere die Uhr nebst Kette von der Tasche riß. Schon hatten die Straßenräuber ihr Opfer losgelassen und sich etwa zehn Schritte entfernt, als sie nochmals zurückkehrten, um dem jungen Menschen auch das Geld abzunehmen. Dieser drehte sich schnell mit dem Rücken nach dem Chausseegraben und ließ das Portemonnaie in das Gras fallen, wo es später wiedergefunden wurde. Als die Kerle sahen, daß ihr Opfer kein Geld bei sich hatte, ließen sie davon ab und gingen ihre Wege. Die Uhr haben die Räuber bei einem Althändler an der Hochstraße versetzt, wo sie beschlagnahmt wurde. Die Kerle sind bereits ermittelt und ist einer von ihnen schon in Haft genommen. Es ist der 50 Jahre alte Tagelöhner Heinrich Schwarz von hier, welcher bereits vielfache Zuchthausstrafen hinter sich hat. Elberfeld, 4. Sept. Heute mittag um ½2 Uhr stieß zwischen den Bahnhöfen Steinbeck und Döppersberg ein Rangierzug auf einen Güterzug, der auf das Einfahrtszeichen nach Station Döppersberg wartete. Der Heizer des Rangierzuges, Heinrich Wehner, Vater von drei Kindern, wurde getötet. Der letzte Wagen des Güterzuges wurde zertrümmert und die Lokomotive des Rangierzuges stark beschädigt. Solingen, 3. Sept. Eine empfehlenswerte Maßregel haben die hiesigen Bäckermeister beschlossen. Sie wollen nämlich bis auf weiteres jedes Brot mit dem Namen des Bäckers und der Gewichtsangabe versehen. Die Maßregel soll zur Verhütung von Unregelmäßigkeiten einheitlich durchgeführt werden. Duisburg, 1. Sember. Wie die „Rh.= und Rz. erfährt, hat die Getreidespeditions=Firma Gebr. Flechtheim infolge der Teuerung ihren Arbeitern dadurch eine Unterstützung geboten, daß sie schon seit einiger Zeit regelmäßig jede Woche unentgeltlich Brot an ihre Arbeiter verteilt und zwar je nach der Größe der Familie derselben bis zu vier Broden per Mann. Krefeld, 3. September. In erschrecken der Weise wächst, wie die„Kref. Zig. nieldet, die Verdienstlosigkeit unter den Hausund Fabrikwebern der Samt= und Seidenindustrie. In Breyell mit 5800 Einwohnern sind nur noch acht Handwebstühle in Betrieb. In Lobberich ist mehreren Kommis, die viele Jahre bei demselben Samtgeschäfte in Stellung waren und hohe Gehälter bezogen, jetzt gekündigt worden. Anderwärts haben die Angestellten in nächster Zeit Kündigung zu erwarten. Alle älteren Fabrikanten versichern, daß sie einen solchen schlechten Geschäftsgang noch nie erlebt hätten, selbst 1848 und 1870 sei mehr Arbeit und Verdienst gewesen. Die Fabrikanten sind genötigt, die Löhne zu niedrigen, die Arbeitszeit zu kürzen, die Arbeiter auf lange Wartezeit zu stellen oder sie zu entlassen. Ein Fabrikweber hatte in sechs Wochen im Durchschnitt täglich 45 Pfg. verdient, so viel Tage hatte er in dieser Zeit feiern müssen. Zur Arbeiter=Bewegung. Die Wollengarnarbeiter in Wignehies und Four mies haben einen allgemeinen Ausstand beschossen. Es sind Sicherheitsmaßregeln getroffen. Der Streik in Mailand dauert noch fort, doch ist bereits ein Teil der Arbeiter geneigt, die Arbeit wieder aufzunehmen. Gegenüber der von den Aus ständischen beschlossenen Solidarität haben die Indu striellen beschlossen, ebenfalls zusammenzuhalten und die Betriebe wieder zu eröffnen. Von Verhandlungen mit einem Arbeiterausschuß wollen die Arbeitgeber nichts wissen, sie wollen mit ihren Arbeitern direkt verhandeln. Vermischtes. * Ein Attentat auf einen Kourierzug wurde in der Nacht zum Montag gegen den München=Kölner Kourierzug verübt. Bei dem Eisenbahn=Uebergang bei der Station Heigenbrücken im Spessart hatten Bubenhände die etwa 10 Meter lange und 15 Zentimeter starke Eisenbahn=Barriere verbogen und mit der Spitze gegen den Zug gerichtet. Gegen 2 Uhr rannte, laut d.r„D. R.“, mit aller Macht der dem Kourierzuge voraufgehende Sammelzug von Würzburg her gegen die Stange, die sich in den Tender bohrte und das Wasserreservoir demolierte. Die Stange brach in drei Tile, jedoch blieb die Spitze im Tender stecken und wurde in Aschaffenburg durch Maschinenschlosser enternt. An dem fraglichen Uebergang steht kein Bahnwärter, die Barriere wird vielmehr mittels mechanischer Vorrichtung von dem nahnwärter in der Näbe des Bahnhofes Heigenbrücke aufgezogen und niedergelassen; jedoch ist jeder Ausblick auf den Uebergang von dort aus durch einen Viadukt verhindert und bei Nacht geradezu unmöglich. * In der Nacht zum Montag bemerkte die Nachtwache auf dem Schützenplatze in Gotha, daß sich noch in später Stunde ein einzelner Mann auf dem Platze herumtrieb. Als man denselben anhielt und nach seinen Namen fragte, gab er sich für einen Kriminalbeamten aus und sprach seine Verwunderung darüber aus, daß die Nachtwache noch keine Kenntnis hier von habe. Durch seine äußerst gewandte Redeweise wußte er sich auch die Wächter vom Halse zu schaffen. Doch kurze Zeit darauf soll der vermeintliche Kriminalbeamte in eine Konditorbude auf dem Schützenhofe eingebrochen sein * Aus Greiz wird geschrieben: Um Kartoffeldiebe von seinem Grundstück zu verjagen, begab sich ein Grundbesitzer kürzlich auf sein Feld. Die Spitzbuben machten jedoch gar keine Anstalt, dasselbe zu räumen, sondern arbeiteten wie auf Akkord ruhig weiter und gaben dem erzürnten Feldeigentümer auch noch die freche Antwort, daß sie nicht verhungern könnten und daß deshalb so lange, als es etwas zu „mausen“, gäbe,„gemaust" würde.— Noch toller trieben es Kartoffeldiebe, wenn die„Geraer Zeitung" zuverlässig berichtet ist, an der sächsisch altenburgischen Grenze bei Schönhaide. Die Diebe gruben in der Zahl von 20 Mann ungeniert Kartoffeln aus, als sich ihnen die Gendarmerie näherte. Anstatt nun die Flucht zu ergreifen, setzten sich die Diebe zur Wehr und eröffneten ein starkes Feuer auf die Gen darmen, wobei eine Kugel einem derselben dicht am Ohr vorbeipfiff. Erst als die Gendarmen von ihrer Waffe Gebrauch zu machen drohten, verschwanden die Diebe im Holz. * Ein verheerendes Unwetter ist am Montag nachmittag über einen großen Teil Oberschlesiens niedergegangen. Die Ortschaften Bladen und Wanowitz im Leobschützer Kreise waren in kurzer Zeit in einen See verwandelt. Das Wasser stand teilweise meterhoch. Großen Schaden verursachte der niedergehende Hagel, dessen Eisstücke am nächsten Tage noch nicht geschwolzen waren. In Poßnitz wurde die Mühle in wenigen Minuten fußhoch unter Wasser gesetzt. Ein hölzernes Stallgebäude wurde weggeschwemmt und das Wohnhaus an einer Längsseite völlig eingerissen. Zäune, Brücken, Ackergeräte, Vorräte und Tiere wurden vom Wasser mitgenommen. Gleiche Verheerungen werden aus Michelsdorf gemeldet. Ein Blitzstrahl traf die Scheune des Dominikus und betäubte die darin beschäftigten Arbeiter. Die Hagelstücke, die in der Größe von Hühnereiern vielen, erschlugen 200 Gänse, 200 andere wurden lahm oder betäubt nach Hause gebracht. In Bladewitz schlug der Blitz in eine Scheune, welche niederbrannte. Eine Kuh wurde in einem Stalle erschlagen und das andere Vieh betäubt. In Zülkpwitz schlug der Blitz in eine Scheune des Anbauers Wilpert, die im Nu in Flammen stand. Das ganze Gebäude mit Getreide und vielen Wirtschaftsgeräten wurde vernichtet. In der Troga war der Wasserstand auf 6 Meter gestiegen, die Chaussee ½ Meter überflutet. * Bei Andreer in der Schweiz stürzten 100 chm Felsblöcke herab. Die Splügenstraße ist für Fuhrwerke gesperrt. Die Reisenden müssen das Trümmerfeld übersteigen. Man ist mit Sprengen der Felsblöcke beschäftigt. * Gelegentlich der Beerdigung eines Veteranen der Sozialdemokratie, des 84jährigen Vaters des Dichters der Arbeiter=Marseillaise, Andorff, hat am Donnerstag in Hamburg eine große Demon stration stattgefunden. Zehntausend Arbeiter aller Gewerke begleiteten den Sarg in glänzendem Zug, an dem verschiedene sozialistische Reichstagsabge ordnete teilnahmen. Am Grab wurden mehrere Reden gehalten. Unordnungen sind nicht vorge kommen. * In Winningen an der Mosel sind am Sedantage 13 Häuser niedergebrannt. * Eine neue Höhle im Jura, in der sogen. Geißflühen oberhalb Solothurns, ist kürzlich entdeckt worden. Dieselbe erhebt sich in Spitzbogen form bis zu einer Höhe von 15 Metern und ist durch 3 Lichtöffnungen gut erhellt. In diesem Raume gedeiht auch die silberne„Mondilch“, das heißt der weiße Kalkfinter, in Form eines Trinkhorns. Das Hauptschiff ist 11 Meter lang und 5 bis 6 Meter breit. Es unterliegt keinem Zweifel, daß hier Menschen gewaltet und gewohnt haben, da selbst die Facade, wie an einigen Schaffhauser Höhlen, mit Stein auf Stein bearbeitet erscheint. In späteren Zeiten mögen hier wohl auch Bären ihr Hauptquartier aufgeschlagen haben Wie die vorgenommenen Messungen und Auf nahmen ergaben, ist kein Zweifel, daß man es mit einer der interessantesten Troglodytenwohnungen zu ihum het. * Ueber San Francisto commt aus Singapore die Nachricht, daß dort die Cholera eingeschleppt worden sei. Der chinesische Dampfer Namchow, der von englischen Offizieren geführt wurde, segelte nach Singapore mit 80 Kulis an Bord. Während der Ueberfahrt von China dorthin brach die Cholera auf dem Schiffe aus. Sechzig Perfonen sind unterwegs gestorben. Trotzdem versäumte es der Kapitän in Singapore einen Bericht über den Ausbruch der Epidemie auf seinem Schiffe der Behörde zu erstatten. Infolgedessen hat sich die Cholera in Singapore einnisten können. Im Hafen selbst sind weitere neun Personen der Schiffsbesatzung gestorben. Erst auf diese Kunde hin hat die Behörde das Schiff in Quarantäne schicken können. Der Kapitän ist verhaftet. * Kürzlich wurde in New=York ein wegen seiner raffinierten Art, Brillanten zu stehlen, berüchtigter Neger gehängt. Groß war das Erstaunen, als man bei der Sezierung im Magen des Schwarzen eine Anzahl dieser so gesuchten Kleinodien fand, die an diesem originellen Aufbewahrungsort von ihrem herrlichen Glanz nichts eingebüßt hatten. Bei näherer Untersuchung der Steine stellte sich jedoch heraus, daß sie nicht echt, sondern sog. Scharf'sche Diamanten=Imitationen waren, durch deren Glanz sich der Neger zum Diebstahl hatte verleiten lassen. In der That gehören die Scharf'schen Fabrikate, Leipzigerstraße 132, in Berlin, zu den Sehenswürdigkeiten der Residenz. Auch der Kenner echter Brillanten wird von der wahrhaft blendenden Imitation überrascht sein, der Laie aber dürfte kaum einen Unterschied von echten Steinen gewahr werden. * Die Menge wertvoller Substanzen, welche täglich, in Staub verwandelt, für immer der Technik entzogen wird, ist eine ungeheure. Einen interessanten Beleg hierzu bilden einige von der belgischen Regierung angestellte Versuche. Hiernach verlieren, wie wir dem„Prometheus“ entnehmen, 7500 Meter Schienengeleise unter dem Einfluß jedes darüber hinrollenden Eisenbahnzuges unter normalen Betriebsverhältnissen ca. 1 Kilo Eisen resp. Stahl. Nimmt man, niedrig gegriffen, an, daß auf den Eisenbahnen je durchschnittlich zehn Züge in 24 Stunden kursieren, so ergiebt sich für die gesamten Schienen aller Eisenbahnen auf der Erde von 450000 Kilometer Länge ein täglicher Verlust von 600000 Kilo Stahl und Eisen. Diese riesige Quantität erscheint indessen bedeutungslos, wenn man andererseits erwägt, daß die 18 Milliarden Kilo Schienen auf diese Weise erst in etwa 1000 Jahren aufgerieben sein würden. * Mehrere Rheeder von Ostende und Dünkirchen, welche Fischerschaluppen uach dem ländischen Meere auf den Stockfischfang entsenden, hatten in diesem Jahre die Besatzung ihrer Fahrzeuge beauftragt, in den von letztern besuchten, von Stürmen vielfach heimgesuchten Gegenden Erfahrungen über die Wirkung des Oels zur Beruhigung der Meereswellen zu sammeln. Die Hauptfeinde jener sehr kräftig gebauten Schaluppen sind die Schlagwellen, welche die Fahrzeuge überfluten und ihnen dadurch mit Untergang drohen. Nach den Berichten der heimkehrenden Fischer hat sich hiergegen das Oel vorzüglich bewährt. Einige Liter des letztern genügten, die Schaluppen bei starkem Sturm gegen die andringenden Wogen zu feien. Die Ostender Handelskammer beabsichtigt infolge dieser Erfahrungen auch die Küstenschaluppen zur steten Mitführung einer entsprechenden Menge Oel zu veranlassen. * Wie leicht den Herren Dieben und Einbrechern das Geschäft oft gemacht wird, zeigt ein kürzlich in Hetzendorf bei Wien entdeckter Einbruchsdiebstahl, dessen Schauplatz die von der Gräfin P. bewohnte Villa in den ValerieCottage=Anlagen war. Die Villa wurde, während sich Gräfin P. zu einem mehrmonatlichen Aufenthalt nach Deutschland begeben, wie sich bei der Rückkunft der Gräfin herausstellte, buchstäblich vollkommen ausgeplündert, sämtliche Möbel verwüstet und Wäsche, Tafelsilber, Schmuck und sonstige Wertgegenstände im Gesamtwert von ungefähr 8000 Gulden gestohlen. Die Thäter, drei an der Zahl, sind bereits ausgeforscht und verhaftet worden. Die Thäter hatten vollkommen ungestört durch nicht weniger als vierzehn Nächte an der Plünderung der Villa gearbeitet. Das Gelingen des frechen Einbruchs ist hauptsächlich dem Umstand zuzuschreiben, daß die drei Hunde, welche während des Tages den Garten und das Haus bewachen, nachts auf Befehl der Gräfin, welche auf die Tiere sehr viel hält, im Dienerschaftshaus eingesperrt werden und auf eigenen Ruhebetten schlafen. Verfälschte schwarze Seide.— Man verbrenne ein Müsterchen des Stoffes, von dem man kaufen will, und die etwaige Verfälschung tritt sofort zutage: Echte, rein gefärbte Seide kräuselt sofort zusammen, verlöscht bald und hinterläßt wenig Asche von ganz hellbräunlicher Farbe. — Verfälschte Seide(die leicht speckig wird und bricht) brennt langsam fort, namentlich glimmen die „Schußfäden“ weiter(wenn sehr mit Farbstoff erschwert), und hinterläßt eine dunkelbraune Asche, die sich im Gegensatz zur echten Seide nicht kräuselt, sondern krümmt. Zerdrückt man die Asche der echten Seide, so zerstäubt sie, die der verfälschten nicht. Das Seidenfabrik=Dépôt von G. Henneberg(K. u. K. Hoflief.) Zärich versendet gern Muster von seinen echten Seidenstoffen an jedermann, und liefert einzelne Roben und ganze Stücke porto= und zollfrei in's Haus. Doppeltes Briefporto noch der Schweiz. Elfriede Haver Heinrich Quadbeck Verlobte. Bielefeld und Schwerte, im September 1891. — Es hat Gott dem All-) mächtigen gefallen, Sonntag den 6. Sept, abends# 7 8¼ Uhr, nach längerem) Leiden unser innigst geliebtes Söhnchen Franz im Alter von 11 Monaten 10 Tagen zu sich in dien Ewigkeit zu rufen. Allen Freunden und Be# kannten diese Nachricht mit der Bitte um stilleß Teilnahme. Schwerte, 7. Sept. 1891 Die Hlefbetrübten Eltern# Jos. Dehne und Frau.g Ziebung I. Kl. 24.-26. Nov. 1891. II. Kl. 1 8.-23. Jan. 1892. Gesellschafts=Spiel in der deutschen Antisklavcrei-Lotterie. Vierte Emission von 100 Nummern in 10 Serien. Ein 1/100 Anteil an einer Serie I. Klasse, bestehend aus 100 Nummern, kostet 25 Mark, 10 Anteile an 10 Serien, bestehend aus 1000 Nummern, 250 Mark. Ein 1/100 Anteil, gültig für beide Klassen, 50 Mark, 10 Anteile 500 Mark. Sollte kein Los von den 100 Nummern eines Beteiligungs-Scheines in beiden Klassen gezogen werden, so zahle ich 40 Mk. als Entschädigung 3 Wochen nach Erscheinen der amtl. Liste zurück. Ferner empfehle ich Voll=Lose für beide Klassen gültig: 42 Mk., ½ 21 Mr., ⅛ 8.40 Mr., 1/10 4.20 Lose 1. Klasse bei plaumäßiger Erneuerung: ¼ 21 Mr., ½ 10.50 Mk., ⅛ 4.20 Me., 1/10 2,10 Mk. Anteil=Lose für beide Klassen gültig: /16 3 M. ½ 2,40 M., ½2 1,50 M., 10/16 29,— M., 1% 23— M., s3 14,50 M., ½% 12.— M. Gu1g, Rhei Priedrichstrasse 29. Aug. Fuhse, Bankgeschätt, Hoheurasse 137. Porto und Liste 50 Pfg., Einschreiben 20 P c. extra. Gras-Verkauf (2. Schnitt) Samstag, den 12. d. Mts., nachmittags 5 Uhr, in der großen Wiese nummerweise und gegen Kredit. Zusammenkunft beim Wirt Fr. Eichmann. Fr. Hohenschwert, Lichtendorf. 2 hübsch möbilierte Zimmer ? 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Septemver, zu Wittbräuken b. Syburg, Samstag, 12. September, in der Nähe des Hauses. Anfang 4½ Uhr nachmittags. Die Verwaltung. Gras=Vertauf am Freitag, den 11. d. M., nachmittags 5 Uhr, in der Wiese Lie bei Wandhofen. Haus Altendorf, den 5. September 1891. Gräflich v. Fürstenberg'sche Reutei. Kartossein- und Grummer Frekuuf am Mittwoch, den 9. September, nachmittags 4 Uhr, bei Herrn Schwarzelühr, Refflingsen gegen Kredit. Sammelplatz auf dem Hofe. Kark Jonas. Versetzungshalber ist meine Wohnung, Schützenstraße Nr. 5, zum 1. Oktober anderweitig zu vermieten. Heinr. Sauerland, Packmeister. näher kennen lernen will, dem liefert das erste Heft auf Wunsch zur Ansicht ins Haus und empfiehlt sich zur prompten Lieferung dieses unübertroffenen Familien=Journals sie Buchhandlung von Carl Braus in Schwerte. und Aopilk=Eintrn für Kontor u. 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Nur wer das Leben sehr ernst nimmt, kann zu dauernder Heiterkeit in demselven gelangen.„ Wie nur auf dunklem Wolkenhimmel Erscheint der lichte Regenbogen, Steigt Frieden auf nur im Gemüte, Das dunkle Leidensnacht unzogen. Aus der Tiefe. Sozialer Roman aus dem Bergmannsleben von A. Linden. (Fortsetzung.) „Haben Sie bemerkt, welch finsteren, haßerfüllten Blick der Mann uns zuwarf?“ sagte im Wagen der jüngere Herr zu dem älteren.„Hat er irgend etwas Besonderes gegen Sie?“, 16„ „Daß ich nicht wüßte, ich renne ihn auch nicht,“ entgegnete der Gefragte.„Es mag wohl einer von denen sein, die sich in letzter Zeit mit allerlei unbegründeten Wünschen und Forderungen an mich gewandt, die ich natärlich nicht berücksichtigt habe. „So fäugt's hier auch schon an zu gahren unter den Bergleuten? Ich dachte, es sei in hiesiger Gegend noch alless ruhig.“ „Einige Unzufriedene finden sich überall. Ich habe mir nicht lange Muhe gemacht, mit ihnen zu verhandeln, sondern die Wahl gelassen: entweder Abkehr, oder ruhig arbeiten wie bisher. Strenge, unnachgiebige Strenge kann allein die Bewegung niederhalten. Giebt man ihnen nach, reicht ihnen einen Finger, so wollen sie die ganze Hand.“ „Auch ich glaube kaum, daß sich durch Unterhandlungen etwas gewinnen ließe; der eigentliche Grund der Bewegung, Neid und Mißgunst gegen Höhere und Besser=Gestellte, Habsucht, das fieberhafte Verlangen nach Reichtum und Gewinn liegt zu tief im Menschenherzen und bildet den Vulkan, aus dem immer wieder neue Flammen emporschlagen. Ebenso wie Sie bin ich der Ansicht, daß man der rohen ungebildeten Masse des Volkes gegenüber nur durch rücksichtsloseste Strenge zu imponieren vermag. Die Gier nach dem roten Gold, wenn sie einmal erwacht, ist nicht zu sättigen, nur machtvoll zu ersticken.“ „Es hat damit auch hier nicht viel zu bedeuten,“ meinte der andere,„und wenn wir konsequent bleiben, wird es nicht schwer sein, die Bewegung nieder zu halten. Die Leute sind hier im ganzen recht wohl gesinnt und haben sich noch niemals renitent gezeigt. Nur einige, die eine zeitlang auf den Kohlenberg= werken, wo die Unzufriederheit ja schon längst ausbrach, arbeiteten und dann hierher zurückkehrten, haben die dort hervorgetretene Mißstimmung auch in einige hiesige Kreise verpflanzt. Ich denke aber, die Leute werden bald wieder vernünftig werden.“ Die Chaussee mündete in das enge Gebirgsthal; vor dem Blicke der Nahenden tauchten die hohen Schornsteine der Bergwerksanlagen auf. Die letzteren gewährten jetzt ein vollständig anders Bild als früher. Sehr vergrößert und weit ausgedehnter zeigten sie, daß der Betrieb in den letzten Jahren noch viel bedeutender geworden war. Nun bog der Wagen in die Dorfstraße ein. Zwischen den am Rande derselben weit zerstreut liegenden unteren Häusern hindurch sah man hinauf zu den etwas weiter zurück und höher am Bergeshang gelegenen. Das letzte war das des Steigers Wellbach, das jetzt, weiß gestrichen, mit den grünen Läden, den blumengeschmückten Fenstern und dem blühenden Vorgärt hen, einen sehr freundlichen Anblick gewährte. In dem Gartenpförtchen standen zwei Frauen, eine ältere, deren Haar unter dem blütenweißen Häubchen schon stark ergraut war, die andere schlank und anmutig in erblühter Schönheit, der zarten, blaßroten Rose gleichend, die neben ihr an dem hohen wohlgepflegten S'e sprachen miteinander. Bei dem Geräusche des heranrollenden Wagens wandten sich beide diesem zu. „Dort fährt der Direktor,“ sagte Fräulein Julchen. „Wen mag er da bei sich haben? Ist das nicht...“ Sie stockte. Der Direktor grüßte sie, auch sein Begleiter, nachdem er einen Blick emporgeworfen, zog gleichgültig den Hut. Schnell rollte der Wagen davon. Annchen aber starrte ihm nach mit weit offenen Augen, schneebleich, sich auf den Pfosten des Gartenthörchens stützend. Fräulein Julchen sah ihn an, tiefes, herzliches Mitleid in dem guten alten Gesicht... 466 45 „Kind, Kind! Ich dachte, das sei langst uverwunden. Sei stark und halt' Dich tapfer!“ sagte sie, liebkosend ihren Arm um des Mädchens Schulter „Es geht auch vorüber, Fräulein Julchen, es ist nur jetzt so im ersten Augenblick,“ entgegnete sie bebend mit zuckenden Lippen.„Es ist auch nicht seine Schuld, ich hab's ihm ja geschrieben, wie die andern es alle haben wollten und wie Sie's mir gesagt haben, Fräulein Julchen! Das muß ihm weh gethau gaven, und er ist mir sicher bös’ gewesen damals und hat wohl gedacht, ich sei ein leichtfertig wetterwendisch Ding. Jetzt freilich, jetzt ist er mir nicht mehr bös', jetzt ist's ihm egal, und er denkt nicht mehr an mich. Mag vielleicht bloß noch über die dumme Geschichte lachen, wenn's ihm mal wieder einfallen sollt!“ fügte sie bitter lächelnd hinzu.. geraasen Gunz. „So versuch' Du's auch zu vergessen, unnchen! Blaub' mir, es war eine bittere Medizin für Dich, aber heilsam war sie doch! Und wenn's jetzt wieder erwachen will, was längst versunken sein sollt', so bring's zur Ruh' und vergrab's, daß es nicht übermächtig wird, Dir zum Verderben. Willst Du?“ Annchen nickte, und ein fester Entschluß sprach aus ihrem blassen, lieblichen Gesichte. „So helf' Dir Gott, Kind!“ sagte Fräulein Julchen herzlich.„Nun muß ich aber eilen, daß ich nach Haus komm', es ist schon spät geworden, und mein Bruder wird längst auf mich warten. Du, komm' morgen doch mal zu mir, Annchen, Du wolltest ja Stecklinge von meinen schönen, großen Geranien haben, dazu ist jetzt gerade die beste Zeit! Auf Wiedersehen morgen, so Gott will!“ Sie schied nach herzlichem Händedruck. Annchen ging langsam ins Haus. Mit gefaltenen Händen saß sie dann auf dem Stuhl am Fenster und schaute sinnend hinaus in das rotglühende Abendgewölk. Wie fest sie sich auch vorgenommen,— die einmal geweckten Erinnerungen wollten sich nicht bezwingen lassen. Mächtig stiegen sie herauf aus der geheimnisvollen Tiefe des Herzens, worin gebannt sie in den letzten Jahren geschlummert hatten. Süß und weh, bitter und schmerzlich erfüllten sie die Seele; sie dachte zurück an das frühlingsduftige Glück jener Stunden, in denen sie mit Rudolf auf den dunklen Heiden umhergestreift oder im weltverborgenen Waldesthal den wunderbaren Stimmen der Bergeinsamkeit gelauscht. Und dann wieder stand vor ihrer Seele eine qualvolle Stunde, in der nach einander ihr Bruder, ihre Mutter und Fräulein Julchen auf sie eingeredet, um sie zu bestimmen, die Freundschaft mit Rudolf abzubrechen. Fräulein Julchen hatte ihr dann gesagt, daß sie von ihrem Bruder und Fräulein Hertha erfahren, Rudolfs Vater habe von der Sache gehört, sei sehr erzürnt und wolle ihm alle Rechte eines Sohnes entziehen, wenn er bei der thörichten Liebschaft mit der Bergmannstochter beharre. Da regte sich auch ihr Stolz, und sie erkannte, daß Fräulein Julchen recht habe, indem sie sagte, es sei zum Segen, wenn sie von ihm lasse. So schrieb sie ihm denn mit blutendem Herzen, sie habe eingesehen, daß die Freundschaft zwischen ihnen sich nicht schicke und ihnen beiden zum Unsegen gereichen würde, darum bäte sie ihn, ihr nicht weiter Sie wußte es nicht und hatte es nie erfahren, daß in derselben Stunde Rudolf vor seinem Vater stand, und blaß, aber fest und entschlossen demselben erklärte, nicht von seiner Heideblume lassen zu wollen, wie er gewiß sei, daß auch Annchen mit allen Fasern ihres Herzens an ihm hänge.### igt Sehirhent „Nun, das hat sie denn doch nicht gehindert, außer dem vornehmen Liebsten auch noch einen bescheidenen Bergmann zum Schatz zu haben, hafte sein Vater höhnisch erwidert und ihm dann erzuhlt, er habe von dem Untersuchungsrichter und dem Pfarrer gehört, daß Heinrich Bahners, der des Mordes verdächtig gewesen sei, weil er sich statt auf dem von ihm angegebenen Weg nach der Kesselsschlucht gewandt habe, sich dort von Anna Wellbach, seiner Geliebten, habe verabschieden wollen. Das hatte ihn jäh getroffen, doch hatte er's noch nicht glauben mögen, bis er Annchens Brief empfing, der ihm wie eine Bestätigung des Gehörten vorkam. Er hatte dann große Reisen in überseeische Länder unternommen auf des Vaters Wunsch und entsprechend dem Verlangen seines eigenen Herzens, um durch die neuen stets wechselnden drücke den ersten herben Schmerz seines Lebens zu bannen. Und das war ihm gelungen. Annchens Andenken erblaßte allmählich vor den mannigfaltigen farbenprächtigen Bildern, die sich seinen Augen entrollten. Er lernte kühler und schärfer urteilen, und mit einem fast an Verachtung streifenden Gefühle gedechte er jetzt des Mädchens, das ihm einst so hold und lieblich erschienen war. „Sie schrieb mir ab, weil unsre Freundschaft, die sie doch für aussichtslos hielt wegen der Mißbilligung meines Vaters, jetzt in der Leute Mund gekommen war und ihr solider Bergmannsschatz sie nicht zugeben will,“ hatte er gedacht.„Sie gehört eben auch zu jener rohen ungebildeten Masse, die zu tief steht, edlerer Empfindung fähig zu sein, mag sie auch hin und wieder eine oberflächliche Regung davon zeigen, deren bestrickenden Hauch ich für echt und tief Aus dem weichherzigen, warmempfindenden Jüngling hatte diese erste herbe Täuschung einen harten strengen Mann gemacht, und die Eiseshülle des Stolzes hielt fest und starr den ehlen Kern seines Wesens — Auch der alte Holm und Heinrich haten sich dem „Was ist dass Arbeiterhäusers: fragte Heinrich, auf eine lange Reihe ganz gleich gebauter roter Backsteinhäuser deutend, die in ihrer Einförmigkeit mit den wenigen trüben düsteren Fenstern einen ungemütlichen und tiefen Eindruck machten. Der alte Holm bejahte diese Frage.„Es wohnen aber fast nur fremde Bergleut' drinnen, seit oas Werk so groß geworden ist, sind derer viele hierhergekommen.“ „Wo wohnt der Generaldirektor denn, auch im bs Za, den einen Flügel hat er inne; er hat keine Familie, er ist Witwer, und seine einzige Tochter ist in der Stadt verheiratet, so braucht er nicht viel Fräulein Hertha wohnt im andern Flügel mit der jüngsten Tochter vom Bergrat, die so an ihrer Tante gehangen und nach ihr verlangt hat, daß sie statt in die Schweiz, wo sie mit der andern Schwester hat hinkommen sollen, hierhergezogen ist.“ Als sie an dem Fußweg angelangt waren, der von der Chaussee sich abzweigend ins Gebirge zum Dorotheenschacht aufwärts führte, trat ihnen ein andrer Bergmann entgegen, es war der Untersteiger Gerhard Gott sei Dank, daß Ihr da seid!“ rief er herzlich seinen Vater beerüßend.„Ich bin unterwegs und wollt“ Euch entgegen gehen, wir hatten Sorge, weil Ihr so lang ausbliebet.“ „Glück auf, Gerhard! Kennst Du mich nicht mehr?“ sagte der Begleiter des Alten, dem Untersteiger die Hand reichend. „Heinrich!“ sagte dieser überrascht und erfreut, ich habe Dich nicht wieder erkannt im ersten Augen blick. Hast Dir den Bart wachsen lassen und siehst viel gesetzter aus! Na, sei willkommen daheim! Wie steht es denn, bist Du noch frisch und munter?“ „Wie Du siehst, ist jetzt auch keine Zeit zum Kopfhängenlassen,“ antwortete Heinrich.„Jetzt heißt's erst recht, Kopf oben.“ „Wie meinst das?“ „Ei, weil wir jetzt obenauf kommen, und die andern, die uns so lange niedergehalten haben, nun sich mal vor uns ducken müssen,“ entgegnete Heinrich mit rohem Lachen. „Scheint, Du bist noch immer der Alte, meinte Brthoids G „Ja, jetzt erst recht, und wenn Ihr auch Schlaf mützen seid, giebt's doch noch wackere Jungens hier unter Euch, hab' schon was läuten gehört, und Du sollst noch was erleben in der nächsten Zeit.“ Er wollte sich zur Dorfstraße wenden. Gerhard Holm rief ihm aber zu:„Komm nur mit zu uns, Heinrich käm'st doch sonst vor’ne verschlossene Thür. Der Anton hat Ueberschicht und kommt erst spät heim, und die Greta ist mit dem Steiger Wellbach seiner Mutter über den Berg nach Kaldenheim gegangen, zu Eurer Muhme, die ist krank. Frau Wellbach wollte mitgehen, weil sie ihre Freundin war. Der Wilhelm sagt's mir eben, er begegnet' mir oben auf der Heid', als er die beiden abholen ging. Es kann wohl sehr spät werden, ehe sie wiederkommen.“ Heinrich besann sich einen Augenblick. Dann nahm er die Einladung Gerhards an und ging mit. (Fortsetzung folgt.) Westfalen und Rheinland. Schwerte, 1. September. Es ist ein weitverbreiteter Irrtum, der schon oft zu gerichtlichen Weiterungen Anlaß gegeben hat, daß der Postschein, den man bei Absendung von Geld vermittels einer Postanweisung erhält, bei Tilgung einer Schuld auf diesem Wege als Quittung anzusehen sei. Das ist nicht der Fall. Das Reichsgericht hat die Frage, ob ein Postschein die gleiche Gültigkeit hat, wie eine Quittung, verneinend beantwortet. Nach seinen Ausführungen liefert ein solcher Schein nur den Beweis, daß die darauf verzeichnete Summe bei der Post zur Bestellung an eine gewisse Person eingezahlt ist. Wird der Empfang des Geldes bestritten, so muß der Absender immer noch den Beweis liefern, daß dasselbe durch die Post dem Adressaten auch wirklich ausgehändigt ist. Das läßt sich nur erweisen, wenn man eine Empfangsbescheinigung einfordert, was, soll die Post noch für etwaige Versehen haften, innerhalb 6 Monate vom Tag der Bestellung an geschehen muß. Schwerte, 4. September. Die Jagdaussichten sind in unserer Provinz nicht besonders günstig. Das andauernd naßkalte Wetter hat sowohl den Hasen, von denen nur der erste Wurf gut aufkam, als auch den Rebhühnern arg zugesetzt; die letzteren verließen vielfach die Nester vor Beendigung der Ausbrütung. Dagegen hört man jetzt schon vielfach Klagen über das Zunehmen der Füchse. Ebenso haben sich auch die Eichhörnchen in den letzten Jahren stark vermehrt. Iserlohn, 3. September. Die gestrige außerordentliche und als dringend bezeichnete Stadtverordnetenversammlung nahm von einem Erlaß des Herrn Handelsminister Kenntnis, wonach die königliche Fachschule für Metallindustrie bereits schon zum 1. Oktober d. J. aufzulösen ist. Der Magistrat schlug der Versammlung vor, gegen den Erlaß zu protestieren, da darin eine Härte gegen Lehrer und Schüler läge. Gleichzeitig soll aber versucht werden, die segensreiche Anstalt bis zum 1. April nächsten Jahres unserer Stadt zu erhalten. Von der Absendung einer Deputation nach Berlin wurde Abstand genommen, da dieselbe doch keinen Erfolg hätte. So ist denn das Damoklesschwert, welches lange Zeit über unserer Fachschule schwebte, herniedergesaust und will sie schon in 4 Wochen aus unserer Stadt wegsegen. Begreiflicherweise bildet die Auflösung der Fachschule das ausschließliche Tagesgespräch. Köln=Bickendorf, 31. Aug. Zu Ehren des Schützenkönigs war am Abend ein Krönungsball veranstaltet worden, während dessen vor dem Schützenzelt ein Feuerwerk abgebrannt wurde. Eine Rakete flog, statt in die Höhe zu steigen, einem in der Nähe stehenden Fabrikarbeiter in den Mund, zerschmetterte ihm den Unterkiefer, und ein Teil der Raketenhülse drang dem Unglücklichen in den Hals. Der Schwerverletzte ward in das Bürgerhospital gebracht. Haus= und Landwirtschaftliches. Ernte=Statistik für 1890/91. Nunmehr liegt auch die Ernte=Statistik für das Jahr 1890/91(in dem Juli=Heft der Statistik des deutschen Reiches) vor. Danach betrug die gesamte Erntemenge in Tonnen an Weizen.. 2,831,011(gegen 2,483,577 i. Durchschn. Roggen.. 5,867,931(gegen 5,714,571), der letzten Gerste.. 2,283,432(gegen 2,186,508), 10 Jahre) Hafer... 4,913,544(gegen 4,287,758), Kartoffeln 23,320,983(gegen 23,920,454). Die Einfuhr in den freien Verkehr betrug in Weizen 517,668, in Roggen 527,989, in Gerste 750,788, in Hafer 137,641 und in Kartoffeln 133,818 Tonnen. Die Ausfuhr in Weizen betrug 1005, in Roggen 64, in Gerste 7060, in Hafer 433 und in Kartoffeln 112,192 Tonnen. Das Aussaatquantum betrug in Weizen 335,732, in Roggen 990,069, in Gerste 250,665, in Hafer 625,691 und in Kartoffeln 5,811,740 Tonnen. Es blieben mithin zum Verbrauch übrig: in Weizen 3,011,942, in Roggen 5,405,787, in Gerste 2,776,495, in Hafer 4,425,061 und in Kartoffeln 17,530,869 Tonnen. Die Landwirte werden darauf aufmerksam gemacht, statt Roggenmehl Mais zur Auffütterung von Vieh zu gebrauchen. Bisher ward oft das drei= und vierfache von dem, was sie selbst im Haushalte nötig hatten, zur Viehfütterung verwandt. Wenn nun allgemein Mais angeschafft würde, so könnte von den Landwirten viel Roggen dahin abgegeben werden, wo zu wenig ist, und wir würden mit dem vorhandenen Getreide leichter auskommen. Ueber das Dörren von Obst schreibt man der„Hausfrau“: Da die herannahende Obsternte einen reichlichen Ertrag zu liefern verspricht, infolgedessen wohl auch vieles, namentlich Birnen und gedorrt werden wird, dürfte eine Anleitung zum vorteilhaften Dörren dieser Obstsorten, nach welcher ich schon viele Jahre mit dem meinigen zu höchster Zufriedenheit verfahre, manchem willkommen sein. 1) Birnen, die möglichst süß, aber nicht zu weich und saftreich sein dürfen, werden geschält und wenn sie groß sind, zerschnitten, auf Horden einige Tage an der Luft getrocknet und dann erst in nicht zu starker Hitze gedörrt, bis sie zum gewünschten Grade welk sind. 2) Zwetschen(Pflaumen), schöne, reife, werden vor dem Dörren gewelkt, indem man sie entweder auf Horden, Sieben oder dergleichen passenden Unterlagen über kochend dampfendem Wasser dämpft, oder einige Minuten in kochend heißes Wasser bringt, dann ablaufen, an der Luft trocknen läßt und nun erst auf Horden und bei mäßiger Wärme dörrt.— Gut ist es für die längere Aufbewahrung wenn das Obst nach dem angegebenen Dörrverfahren noch einige Zeit, je nach der Witterung, an der trockenen Luft gehalten werden kann; nach einem Jahre kann man es nochmals in gelinder Wärme nachtrocknen lassen und es hült sich einige Jahre. * Ein Steuerpflichtiger hatte gegen zu hohe Besteuerung in der Klassensteuer reklamiert und seine Reklamation dadurch begründet, daß er die Quittung über gezahlte Zinsen vorlegte. Es stellte sich heraus, daß die eine Quittung gesälscht und die bezügliche Schuld fingiert gewesen ist. Dieserhalb wurde nun sowohl gegen den Reklamanten, als gegen den Quittungsaussteller Anklage erhoben, welche zur Bestrafung beider, und zwar des Reklamanten wegen versuchten Betrugs zu 14 Tagen Gefängnis und des Quittungsausstellers wegen Beihilfe zum versuchten Betrug zu 3 Tagen Gefängnis führte. * Einer der gefährlichsten Irrsinnigen, die sich gegenwärtig in der Irrenanstalt Dalldorf befinden, der Bäckergeselle Max Halsband, hat vor kurzem eine Flucht unternommen, die an Kühnheit unerreicht ist. Der etwa 30jährige Mann galt schon trotz seiner Jugend als ein„Star“ der Berliner Einbrecherzunft und die schwierigsten Diebstähle und Einbrüche Ende der 70er und ansangs der 80er Jahre setzte die Kriminalpolizei auf das Konto Halsbands. Im Jahre 1882 wurde Halsband dingfest gemacht, spielte aber den „wilden Mann“ mit solchem Geschick, daß er zur Beobachtung seines Geisteszustandes erst nach der neuen Charitee und dann nach Dalldorf in die städtische Irrenanstalt gebracht wurde. Von hier aus hat Halsband nicht weniger als acht Fluchtversuche unternommen, der letzte derselben aber setzte den vorhergegangenen die Krone auf, da er aus der Isolierzelle verschwand, ohne daß die auf dem Korridor patrouillierende Wache etwas davon gemerkt hätte. Halsband hatte sich, wie ein Berichterstatter meldet, vor etwa 14 Tagen bei dem Oberwärter F. unpäßlich gemeldet und ließ sich, um den Tag über zu schlafen, eine Matratze in die Zelle geben. Als man die letztere am anderen Morgen öffnete, war Halsband verschwunden; es schien unerklärlich, wie der Irre und auf welchem Wege derselbe geflüchtet; als man aber die Matratze fortgenommen, löste sich das Rätsel von selbst. Halsband hatte ein großes Loch in den Fußboden gestemmt, war durch dasselbe gekrochen und durch den hohlen Zwischenraum in den Keller gelangt; dort erbrach er die Thür desselben, die zum Parterre führte und stieg auf den Boden. Hier schlug er die nach der Außenfront des Gebäudes führende Hydrantenscheibe durch, ließ dann den Feuerwehrschlauch hinaus, kletterte an demselben zur Erde und verschwand über der Mauer.— Nur wenige Tage konnte sich der Ein= und Ausbrecher der goldenen Freiheit erfreuen; die Kriminalpolizei fand den wilden Mann in einer Penne im Zentrum der Stadt und schaffte ihn nach Dalldorf zurück, wo dem gefährlichen Burschen jetzt die strengste Bewachung zu teil wird. * Ein merkwürdiger und namentlich juristisch interessanter Prozeß, den eine— Uhr hervorgerufen, ist gegenwärtig in Wien in der Schwebe. Der Gegenstand desselben ist folgender: Vor kurzem verlor eine junge Dame, die Gattin eines im ersten Bezirke wohnhaften Arztes, ihre Uhr. Der Verlust war nicht nur ob des inneren Wertes der Uhr ein empfindlicher, sondern noch mehr ob ihres Wertes als teueres Andenken. So wurde denn in einer Annonce der Verlust verlautbart und dem redlichen Finder eine Belohnung von 100 fl. zugesichert. Das Inserat hatte Erfolg. Der Finder kam und brachte die Uhr. Aber wie sah diese aus! Ein fast zur Unkenntlichkeit zerquetschtes Etwas, das allem eher ähnlich sah als einem Zeitmesser, ein Konglomerat von Gold=, Nickel= und Glassplitteru wies sich den Blicken. Offenbar war ein Wagen über die auf der Straße gelegene Uhr gefahren und hatte sie zertrümmert. Die junge Frau bot nun für den fast wertlos gewordenen Fund 50 fl. und das auch nur, weil derselbe ein Andenken repräsentierte. Der Finder aber bestand auf seinem Schein: 100 fl. und nicht einen Kreuzer weniger! Auf die Weigerung, diese Summe zu bezahlen— die den jetzigen thatsächlichen Wert des Gegenstandes weit übersteigt und auf das Angebot, die Uhr doch lieber zu behalten, antwortete er mit einer Klage. Der Prozeß ist nun im Gange. Zwei Advokaten sind an der Arbeit. Was die Uhr wohl schließlich kosten wird? * Bei Medina del Campo(Provinz Valladolid) fand ein Zusammenstoß eines Expreßzuges mit einem Güterzug statt. 8 Wagen wurden zertrümmert, 48 Personen sind verwundet. Teplitzer 5pZt. Stadt=Obligationen. Die nächste Ziehung findet Ende September statt. Gegen den Koursverlust von ca. 6½ pZt. bei der Auslosung übernimmt das Bankhaus Carl Neuburger, Berlin, Französische Straße 13, die Versicherung für eine Prämie von 12 Pfg. pro 100 Mark. Tect S. e: Gase S. 1s bor wse S: so MIk. Tüchtige Vertreter gesucht, welche gegen liohe Provision Abonnenten erwerben wollen. Deutsche Reichspostzeitungslite Nr. 2972 Tüchtige Vertreter gegen hohen Verdienst gesucht! mit 3 Auszügen aus Meseing, weit sehend, in Futteral, per Stück 3 Mark 50 Pfg. Versand per Nachnahme. E. Rusch, Düsseldorf.„„. Optisches Geschäft. Preislisten 20 rzg. in Drieimarken. S