SANNG hrer-Gesangfest. sereine alle Mlenschen und versöhne, Was sich getrennt, im Wohllant deiner C Dem Edlen ist das Schönste nur beschiede In der Gefühle rein erklung'nem Frieden Don wilder Lust der Erde rein, Schutzgeist alles Schönen, steig' hernieder! In sanftem Wehn', zu weihen uns're Lieder, Daß sie sich freudig auf zum Himmel schwingen, In heil'ger Kraft von Herz zu Herzen dringen. Don deinem Hauch die Brust durchbebt, Hoch über Welt und Zeit uns hebt. zerzlich uns gegrüßt, Ihr Lehrer und Sänger, die Ihr von Euch würdig zu empfangen, hat die Stadt sich prächtig gesch sang, Euch grüßen überall an Straßen und auf Olätzen die nführen. Ihr wollt den Rirchen= und Schulgesang heben und ür die hilfsbedürftigen Witwen und Waisen des Lehrerstandes Willkommen in Schwerte ille Teilnehmer recht genußreiche sein möKreisbkart für den Kreis Gorde und den Tandtreis Vortmund. P astelf: Mmar) Pg Wf. Insertionsgebühr für die sechsspaltige Zeile Abonnements=Preis pro Quartal 1 Mark 50 Psg. Erscheint Dienstags, Donnerstags und Samstags. Wöchentliche Gratisbeilage:„Familienfreund.“ Insertions gebühr für die sechsspaltige Zeile oder deren Raum 10 Pfg, außerhalb des Leserkreises 15 Pfg.; dteklamen 30 Pfg. Redaktion i. V.: A. Krefting in Schwerte. Druck und Verlag von Carl Braus in Schwerte. 24. Jabrgang. Schwerte, Donnerstag, 6. August 1891. Nr. 92. Aus der Tiefe. Sozialer Roman aus dem Bergmannsleben von A. Linden. (Fortsetzung.) Am folgenden Tage und dann noch sehr oft trafen sich Annchen und Rudolf dort oben in den Bergen; sie half ihm die Pflanzen und Steine suchen, die er für seine Sammlung bedurfte, dabei erzählte sie ihm die Märchen, Sagen und Geschichten, die sie einst von der Großmutter gehört und die sie unwillkürlich in einsamen Stunden in ihrer eigenen Phantasie weiter ausgesponnen und mit poetischem Reiz ausgeschmückt hatte. Er brachte ihr dafür Bücher mit und schilderte ihr das Leben draußen in der großen Stadt mit seinem bunten Treiben. Sie waren wie Geschwister; und doch hatte Annchen, sie wußte selbst nicht warum, noch immer gezögert, der Mutter von Rudolf zu erzählen. Auch anderswo hatte man diese lange Zeit nichts davon erfahren. Es war ja so still und einsam in der tiefen Bergwildnis. Nur hin und wieder begegnete ihnen ein entfernt wohnender Arbeiter, der zur Schicht wollte, ein Hirt, der seine Schafe austrieb, oder eine Frau, die Futter für ihre Ziegen suchte. Einige von ihnen wandten wohl erstaunt den Kopf und sahen den Beiden nach, und so kam es denn doch, daß die Mutter eines Abends in tadelndem Tone zu Annchen sagte:„Was muß ich denn von Dir hören? Die Hellmanns Anne Kathrine hat mir heut' gesagt, Du hätt'st ja’ne vornehme Bekanntschaft, streiftest den ganzen Nachmittag mit dem jungen Studenten, der bei Steinhagens ist, in den Bergen herum, das wird doch wohl nicht wahr sein?“ Annchen wurde glühend rot.„Ich hab' ihm bloß Blumen und Steine gezeigt, die muß er suchen da auf der Halde, und er hat mich gefragt, ob ich sie ihm zeigen wollt“.“ Sie hatte sich abgewandt, um der Mutter Blick nicht zu begegnen. Sie wußte, es war ja nichts Böses, was sie gethan, und doch war's ihr, als dürfte sie nicht davon reden. „Künftig thust Du's nicht wieder, es schickt sich nicht, und Du bist jetzt schon so ein groß' Mädchen, da reden die Leut' gleich davon und denken sich was dabei. Hörst Du, Du gehst morgen nicht wieder mit ihm.“ „Nein,“ sagte Annchen,„er geht ja auch so bald wieder fort.“ Sie konnte der Mutter leicht dies Versprechen geben, denn Rudolf hatte ihr heute gesagt, daß er nun nicht oft wiederkommen würde, er müsse in den nächsten Tagen abreisen. Das war ihr so weh durch's Herz gegangen, und unwillkürlich waren ihr die Thränen in die klaren Augen getreten. Sie hatt: es ihm verbergen wollen, aber er mußte es doch wohl gesehen haben, deun er faßte ihre beiden Hände und sagte freundlich innig: „Lied' Annchen, willst Du mir eins versprechen? Aber etwas Großes, recht Großes ist's von Dir?“ Sie nickte nur. „So versprich mir, daß Du nicht fortgehen willst in die Welt, daß Du keine Stelle annehmen willst draußen bei fremden Leuten, sondern hier bleibst, bis auch ich es gern haben mag, daß Du fortziehst." Ihre Thränen waren versiegt, mit großen verwunderten Augen sah sie zu ihm auf. „Hier bleiben! Nicht hinausziehen in die ferne leuchtende geheimnisvolle Pracht der Welt, die ihr so verlockend winkte, und nach der sie so glühend sih sehnte! Das war ein schweres Opfer, was da von ihr gefordert wurde, und ein harter Kampf wogte in ihrem Herzen. Dann aber war's entschieden. „Ja, ich will Dir's versprechen,“ sagte sie einfach. *„* 4 Jahre waren seitdem vergangen. Die Dämmerung lag über den Bergen. Von den Schornsteinen der niederen Dächer drunten im Thal stiegen wieder die blauen Rauchwölkchen auf in die klare, reine, scharfe Luft, ein Zeichen, daß in all' diesen Häusern das Abendessen bereitet wurde. Auch Greta Bahners stand am Herde und schaute, ganz gegen ihre sonstige Gewohnheit, müßig träumend in die züngelnden Flammen, deren purpurner Widerschein ihr Gesicht rosig übergoß. Von Zeit zu Zei: trat sie in die Thür und sah spähend den Weg hinab, der zu ihrer Wohnung emporführte. Das Häuschen zeigte nicht mehr das verfallene Aussehen von früher. Es war frisch und von außen weiß getüncht, hatte neue, größere Fenster mit hellen blanken Scheiben und grünen Läden bekommen und sah jetzt trotz des Strohdaches und der etwas vornüber sich neigenden Giebelwand recht sauber und freundlich aus. Annchens Mutter hatte der Greta heute im Vorbeigehen erzählt, daß der Wilhelm vom Militär zurückgekommen sei und sicher auch sie und Heinrich am Abend begrüßen würde. Wieder trat sie in die Hausthür; sie hatte EA EASAESAESAESAEFAe auf ihre Wohnung zu. Er trug den schwarzen Bergmannskitel mit den blank schimmernden Knöpfen. Wenn es Wilhelm wäre! Wie eilte ihm eitgeger bis in die Mitte des Weges, freudig und glücklich über das längst erhoffte Wiedersehen. Nun stand sie ihm gegenüber im Abenddunkel. Lächelnd schaute sie ihn an.„Willkommen!" wollte sie sagen, aber das Wort erstarb auf ihren Lippen. Ein fremdes Gesicht sah auf sie hernieder; glatt und bartlos war's und die spitzen, wenn auch nicht unschönen Züge hatten ein listiges Gepräge, das durch das unangenehme Lächeln, welches die dünnen Lippen umspielte, und den stechenden Blick der Augen nicht gehoben wurde. „Ei, guten Abend Greta!“ sagte der Mann mit gedämpfter Stimme, der offenbar ihr Entgegenkommen als ihm geliend ansah. Auch Greta hatte ihn nun erkannt. Es war der Obersteiger Märzer, der früher als junger Mensch die Gegend verlassen und lange Zeit in der Fremde gelebt hatte, dann aber zurückgekehrt, von Herrn Steinhagen auf der Grube angestellt und mit besonderer Gunst behandelt wurde. Bei den Leuten war er nicht beliebt, er galt für einen Schleicher und Anträger; auch behaupteten viele, daß er den Herrn ebensowohl wie die Arbeiter betrüge. „Ich wollt' nach meinem Bruder sehen,“ sagte Greta,„ich meint', er müß!“ jetzt kommen.“ Des andern scharfer Blick erkannte wohl, daß dies nicht ganz der Wahrheit gemäß sei. „Brauchst Dich doch nicht zu schämen, Greichen," antwortete er lächelnd,„wenn Du mir auch mal entgegenkommst. bin gar nicht bös drüber, und könnt' leiden, daß Du's immer thät'st.“ Sie erwiderte nichts auf seine Worte, sondern wollte nach raschem Gruße wieder ins Haus zurücktreten, da sagte er, auf seine kurze Pfeise deutend, die er aus der Tasche hervorgezogen:„Ein bißchen Feuer könnt' mir die hübsche Greta doch wohl geben, gelt?“ Am liebsten hätte sie ihn zurückgewiesen, doch sie durfte ihn nicht in solcher Weise beleidigen. War er doch ihres Bruders Vorgesetzter und ja bei dem Herrn so angesehen, daß er wohl im stande gewesen, sich dafür an ihrem Bruder in sehr empfindlicher Weise zu rächen. So duldete sie es denn, daß er ihr nachfolgte ins Vorhaus, das zugleich als Küche diente. Hier zündete sie an der Herdflamme ein Stück Popier an und reichte es ihm hastig mit abgewandtem Gesicht, fürchtend, der andere mäge dies nach der Sitte der Gegend als ein freundlichs Eingehen auf seine Wünsche deuten. Er steckte sich langsam und bedächtig die Pfeife an und sagte mit behaglichem Schmunzeln, an die Wand sich lehnend:„Wärst' eine prächtige Hausfrau, Greta; wenn ich Dich hier so wirtschaften seh', kommt mir auch noch die Lust, den Junggesellenstand dranzugeben. Ob's dazu noch nicht zu spät wär', was meinst', Mädchen?“ „Das müßt Ihr doch wohl am besten selbst wissen, ich kann's Euch nicht sagen,“ entgegnete sie mit mühsam verhaltener ingeduld. Wenn jetzt der Wilhelm käme, was mußte er von ihr denken, wenn er den Steiger hiec so vertraulich neben ihr stehen sähe in der Küche am Herd, wie's die jungen Burschen bei ihren Mädchen thun! Müßte er nicht glauben, der Steiger Märzer sei ihr Schatz? Dieser fühlte die Zurückweisung, die in ihrem Ton und in ihren Worten lag. „Ich hab' was mit Deinen Bruder zu sprechen. und kann's am besten hier, weil ich ihn hier allein treff'; die andern sollen's nicht wissen. Ichwill d’rum warten, bis er kommt,“ sagte er. „Dann geht gefälligst in die Stub', Herr Märzer, und setzt Euch ein bißchen, bis der Bruder kommt, ich hab' noch'nen Gang ins Dorf zu thun, das muß ich erst abmachen.“ „Hm,“ sagte er verdrießlich,„das Warten würd' doch am End' noch lang werden. Will nachher oder morgen mal wiederkommen.“ Doch blieb er stehen, bis Greta einen Krug nahm und sich anschickte, das Haus zu verlassen. Rasch eilte das Mädchen zum nächstgelegenen Hause des Dorfes, einem kleinen Spezereiladen. Nach kurzer Zeit kehrte sie wieder, und nachdem sie sich überzeugt hatte, daß der unliebsame Besuch schon weit genug entfernt war, wollte sie das Haus wieder betreten. Da zuckte sie zusammen in freudigem Schreck. In der Hausthür stand der Erwartete; diesmal wir's keine Täischung. Das war wirklich der Wilhelm! Zwar schien er noch gewachsen, seit sie ihn zuletzt gesehen, auch viel blasser und vornehmer sah er aus, und die Lippe zierte ein schwarzer Schnurrdart. Aber das waren seine blitzenden dunklen Augen, die so stolz und herrisch und doch so warm und freundlich blicken konnten. Seiner schlanken kräftigen Gestalt stand die Bergmannstracht ganz vortreflich.(Fortsetzung folgt.) 11 französische Festlichkeiten zur Feier des Tages begonnen, an welchem vor 600 Jahren die Waldstätten Uri, Schwyz und Unterwalden gegen die HerrAmtliche Bekanntmachungen. Bekanntmachung. Der am 12. Juli von Hamburg abgegangene Dampfer„Neko“ der deutschen Dampfschifffahrts=Gesellschaft„Kosmos“ ist auf der Reise nach Süd=Amerika am 21. Juli abends in der Nähe von Brest bei der Insel Quessant gesunken. Während Passagiere und Mannschaft gerettet worden sind, hat eine Bergung der an Bord gewesenen Post sich nicht ermöglichen lassen; die betreffenden Briessendungen sind daher als verloren zu betrachten. Berlin, 31. Juli 1891. Reichs=Postamt, I. Abteilung: Sachse. Bekanntmachung, die Wiedereröffnung der Rentenbanken für Reallasten=Ablösungen betreffend. Durch das Gesetz vom 7. Juli 1891, betreffend die Beförderung der Errichtung von Rentengütern (Ges.=S. S. 279) ist es wieder zulässig geworden, zur Ablösung der Reallasten die Vermittelung der Rentenbank in Anspruch zu nehmen. Nach§ 13 des genannten Gesetzes wird das Gesetz vom 17. Januar 1891(Ges.=S. S. 5), dessen Wirksamkeit mit dem 31. Dezember 1883 ihr Ende erreichte, von neuem und zwar diesmal ohne Fristbestimmung in Kraft gesetzt. Es kann also von jetzt ab sowohl der Verpflichtete als der Berechtigte wieder auf Ablösung von Reallasten antragen und sich dabei nach seiner Wahl der Kapitalzahlung oder der Festsetzung einer auf die Rentenbank zu übernehmenden Rente bedienen. Da das neue Gesetz auch auf diejenigen Ablösungen Anwendung findet, welche erst nach dem 31. Dezember 1883 bei uns beantragt worden sind, so haben es die Beteiligten, sofern die Ablösung noch anhängig ist, auch jetzt noch in der Hand, an Stelle der beantragten Baroblösung die Ablösung durch Vermittelung der Rentenbank in Aussicht zu nehmen. In allen noch nicht durch Rezeßaufnahme beendeten Ablösungen von Reallasten kann also die Ablösung durch die Auferlegung einer in absehbarer Frist zu amortifirenden Rente wesentlich erleichtert werden. Indem wir auf Anordnung des Herrn Ministers für Landwirtschaft, Domänen und Forsten dies hierdurch bekannt machen, weisen wir die beteiligten Kreise auf den wichtigen Inhalt der neuen Gesetzesbestimmung noch besonders hin. Münster, den 31. Juli 1891. Königliche General=Kommission: Meyerhoff. Bekanntmachung. Dem landwirtschaftlichen Tagelöhner Johann Gerstung zu Brücherhof und dem Freiherrlich von Bomberg'schen Anstreichermeister Heinrich Bender zu Brünninghausen ist eine Altersrente von monatlich 8,90 Mark bezw. 15,95 Mark bewilligt worden. Dem landwirtschaftlichen Tagelöhner Heinrich Baumann ist eine solche von monatlich 13,60 Mark zverkannt worden. Wellinghofen, den 1. August 1891. Die Polizei=Verwaltung: Hartung, Amtmann. Torpedoboote und Panzerschiffe. Die englischen Flottenmanöver des Jahres 1891 erreichten am 29. Juli ihr Ende, nicht ohne in schätzenswerter Weise Licht über verschiedene Fragen verbreitet zu haben. Vor allem ist erwiesen, daß das Torpedoboot, so geschickt es auch geleitet sein mag, keineswegs der unwiderstehliche Feind ist, für welchen es die Landbevölkerung in der Regel ansieht. Torpedofänger, eiserne Netze, elektrisches Alarmlicht und Schnellfeuergeschütze haben Verteidigung und Angriff auf gleichen Fuß gestellt. Und die erstere dürfte dem letzteren sogar noch überlegen sein, falls stets die größte Wachsamkeit aufgeboten und die Annäherung des kleinen Bootes entdeckt wird, ehe dasselbe sein unheimliches Geschoß entsenden kann. Die Zerstörung des„Blanco Encalada“ hat andererseits der Welt gezeigt, was zu erwarten ist, wenn diese erste Vorsichtsmaßregel außer Acht gelassen wird. Nicht ein einziger Fall dieser Art trug sich während der diesjährigen Manöver zu. Beide Seiten waren von Anfang bis zu Ende auf dem„Quivive“, und man kann mit Gewißheit behaupten, daß wenn der Angriff mißglückte, die Ueberlegenheit der Verteidigung daran Schuld war. Man darf jedoch nicht glauben, daß der diesjährige Mißerfolg der Torpedoboote ihre Nutzlosigkeit bewiesen hätte. Um Offiziere und Mannschaften zu üben, ist kaum eine bessere Schule als Uebung mit Torpedobooten denkbar. Die russischen Rüstungen. Wie aus Petersburg gemeldet wird, soll die soeben neugebildete 15. Kavalleriedivision in die nächste Nähe der deutsch=österreichischen Grenze verlegt werden. Bei dieser Gelegenheit muß daran erinnert werden, daß sich, nachdem früher die russische Heeresverwaltung alle Einwendungen von deutscher und österreichischer Seite gegen die russischen Truppenvermehrungen und Verschiebungen schroff zurückgewiesen hatte, die russischen Kriegsvorbereitungen in nie dagewesener Weise sich vermehrt haben. Diese Thatsache legt die Befürchtung nahe, daß Rußland die augenblicklich noch zur Schau getragene Maske der Verteidigung mit der des Angriffs vertauschen werde, sobald es die Bewaffnung seines Heeres mit dem neuen Gewehre durchgeführt haben wird. Die Franzosen in Tonkin. In einem Berichte des Pariser„Temps“ aus Haiphong vom 27. Juni wird über die Disziplinlosigkeit geklagt, welche in der Verwaltung von Tonkin eingerissen sei, sowie über die vollständige Planlosigkeit der oberen Behörden, wodurch die Niederlage der Expedition des Oberst Domine verschuldet worden sei. Als Hauptursache der Niederlage sei anzusehen, das infolge widersprechender Befehle um 36 Stunden verspätete Eintreffen des Avisos„Pluvier". Oberst Domine habe sich fluchtartig zurückziehen und den Train den Piraten überlassen müssen. Soldaten seien getötet, zahlreiche andere verwundet worden. Mehrere bereits pazifizierte Dörfer seien dem Erdboden gleichgemacht worden. Auch aus anderen Gegenden werde das Vordringen der Chinesen gemeldet. Die„Liberté“ nennt die angebliche Unterwerfung Tonkins eine auf die Blendung der Wähler berechnete Spiegelfechterei. Der Aufstand in China nimmt immer größere Ausdehnung an. Aus Hongkong wird gemeldet, daß die revolutionäre Bewegung des Yangtse=Thales sich bereits in das Innere des Landes bis Ichang ausgebreitet habe. In Spasi wurde eine Missionsstation angezündet und von dem Pöbel der Versuch unternommen, einen Dampfer zu kapern; auch in Haix=Men und Tsung=Wing kamen Ruhestörungen vor. In anderen Städten des Nordens werden Unruhen befürchtet, doch hält die große Anzahl der inzwischen in den Yangse eingelaufenen Kanonenboote die Aufrührer zurück.— Aus Fu=Ttschon, dem Hauptorte der Provinz Tokien,(630,000 Einwohner) wird gemeldet, daß die dortigen Ausländer Gewaltthätigkeiten befürchten. Jeden Morgen findet man aufrührerische Plakate angeschlagen, in welchen die Vertreibung der Ausländer verlangt wird. Die Missionen in dem benachbarbarten Yengping und Fuhning sollen bereits angegriffen worden und dabei einige Menschenleben verloren gegangen sein. Der Hafen von Fu=Tschou ist gänzlich unbeschützt.— Zum Schutze der Deutschen in Shandhai wird S. M. Kanonenboot„Wolf“, bisher in Hankow stationiert, am 4. ds. nach Shanghai abgehen. Deutsches Reich. Kaiser Wilhelm ist Montag abend 9 Uhr an Bord der„Hohenzollern“ bei prächtigem Wetter in dem sonst durch seinen Regen berühmten Bergen eingetroffen. Die Kaiserjacht wurde bei ihrer Ankunft von der deutschen Korvette, Stosch, welche die Raaen bemannt hatte, und von den Geschützen der Festung Bergenhus salutiert. Am Dienstag stattete der Kaiser dem deutschen Konsul und den schwedischen Behörden Besuche ab. Im Hafen von Bergen ließ der Kaiser von den deutschen Schiffen Manöver vornehmen. In Deutsch=Südwestafrika wird jetzt für die dort befindliche deutsche Schutztruppe eine neue große befestigte Kaserne errichtet. Die nötigen Steine werden in einer dort errichteten Ziegelei von Mannschaften der Schutztruppe selbst gebrannt. Die Hamb. Nachr. melden, die Bevölkerung von Elsaß=Lothringen habe seit 1885 um 38000 Personen abgenommen, welche meist nach Frankreich ausgewandert seien. Die Bevölkerung hat indessen überhaupt nicht ab=, sondern zugenommen. Die Reichstags=Ersatzwahl in dem Kreise Tilsit=Niederung hat im ersten Wahlgange für keinen der fünf Kandidaten eine Mehrheit ergeben. Am nächsten Freitage findet die Stichwahl zwischen dem freisinnigen und konservativen Kandidaten statt. Bemerkenswert erscheint, daß die sozialdemokratischen und littauischen Stimmen gegenüber der letzten Wahl erheblich zugenommen haben. Die Koloniallotterie ist nach einer Greizer Mitteilung des„Westfälischen Merkur" im Fürstentum Reuß ä. L., ebenso wie im Königreich Sachsen verboten worden. Der„Reichsanzeiger“ schreibt: Vor der Einwanderung in England erläßt der königlich großbritannische Generalkonsul zu Hamburg eine Warnung, indem er im Auftrage seiner Regierung darauf hinweist, daß Fremde, welche nach Großbritannien auswandern in der Annahme, dort Beschäftigung zu finden, aller Wahrscheinlichkeit nach in ihrer Erwartung, dort ihren Lebensunterhalt zu erwerben, getäuscht werden. Amtlich wird dringend vor der deutschen Auswanderung nach Indien gewarnt, weil die deutschen Arbeiter außer stande sind, sich gegen die Konkurrenz der Eingeborenen zu behaupten, welche infolge ihrer Genügsamkeit mit sehr bescheidenem Lohn zufrieden sind. Der deutsche„Reichsanzeiger“ erklärt die vom Wolff'schen Telegraphenbüreau in Berlin verbreitete Mitteilung von einer schweren Erkrankung des türkischen Sultans für erfunden. Derselbe ist völlig wohl. Kommissare der amerikanischen Weltausstellung in Chicago, welche für das Projekt Propaganda in Deutschland machen sollen, sind in Berlin angekommen und vom Reichskanzler von Caprivi und Staatssekretär von Bötticher empfangen worden. Griechenland. Die griechische Regierung erklärt offiziell die thörichten Gerüchte, die Kronprinzessin Sophie müsse sich einer nochmaligen Taufe nach griechisch=orthodoxem Ritus unterziehen, für völlig unbegründet. Spanien. In Barzelona griffen acht bewaffnete Personen die Infanteriewache am Hauptpostgebäude an. Es gab fünf Verwundete, darunter zwei Soldaten. Man vermutet ein beabsichtigtes Attentat auf die Postkasse. Schweiz. In der Schweiz haben am Samstag große schaftsbestrebungen Albrechts von Oesterreichs, jenes Bündnis, genannt Eidgenossenschaft geschlossen haben, das die Grundlage des kräftigen, materiell und geistig hoch entwickelten staatlichen Gemeinwesens bildet, als welches wir heute den Schweizer Bundesstaat erblicken. Leider ist die Jubelfeier am ersten Tag durch anhaltendes Regenwetter sehr beeinträchtigt worden, u. a. hat das Festspiel in Schwyz, zu welchem großartige Vorbereitungen getroffen waren, nicht zur Aufführung gelangen können. Am Samstag abend waren auf allen zugänglichen Bergpitzen Freudenfeuer angezündet. Die zahlreichen in der Schweiz weilenden Fremden, ohne Unterschied der Nationalität, nehmen mit lebhaftem Interesse an der Feier teil. Frankreich. Zwischen Frankreich und Italien haben Vorberatungen über einen neuen Handelsvertrag begonnen. Italien scheint geneigt, als Grundlage der Verhandlungen den französischen Mindesttarif anzunehmen. Ein Vertrag auf dieser Grundlage wäre der Genehmigung des französischen Parlaments sicher, weil Italien nicht zu den im Frankfurter Vertrag erwähnten sechs Mächten gehört, die Italien gewährten Vorteile daher Deutschland nicht zu Gute kämen. In Cherbourg wütet der Begeisterungstaumel aus Anlaß der Anwesenheit eines russischen Kriegsschiffes fort. Jeder Tag bringt neue Feste; trinken, umarmen und Reden, damit wird die Zeit verbracht. Die Cherbourger haben ihre Häuser illuminiert und die Stadt mit Fahnen geschmückt, gleichsam, als ob ein neuer französischer Potentat seinen Einzug in die Stadt halten wollte. In den Pariser Zeitungen dämmerts inzwischen schon, und die verständigen Journale sagen sehr offenherzig, daß die ganze Rederei von einem Bündnisvertrag mit Rußland eitel Humbug sei. Die Dinge stehen heute noch ganz genau ebenso, wie sie vor dem mit Champagner begossenen Kronstadter Flottenbesuch gestanden haben. Westfalen und Rheinland. Schwerte, 4. August. Der Reichsanzeiger meldet: Der Finanzminister giebt bekannt, daß aus dem Ertrag der Getreide= und Viehzölle im Etatsjahr 1890/91 auf Preußen ein Anteil von 62251 622 Mk. entfällt, sonach der den Kommunalverbänden zu überweisende Betrag auf 47251622 Mk. festgesetzt wird. Davon entfallen auf Rheinland 6927 557 Mk., auf Westfalen 3300030 Mk. Schwerte, 5. August. Eine schöne Naturerscheinung bilden gerade in den jetzigen Nächten bei heiterem Himmel die Sternschnuppen, die besonders in diesem Sommer in sehr reicher Menge auftreten. Es scheint, daß diese Himmelskörper in großen Schwärmen die Sonne umkreisen und sich dabei in parallelen Kreisen bewegen. Der jetzt sichtbare Schwarm erreicht seinen Höhepunkt in der Nacht des 10. August(Laurentiustag), und werden diese Sternschnuppen, da ihr Ausstreuungspunkt im Sternbilde des Perseus liegt, die Perseiden genannt, im Gegensatz, zu den in der Nacht vom 12. November erscheinenden Leoniden. Schwerte, 5. August. Es kann nicht genug vor dem Radfahren auf nassem Pflaster gewarnt werden. Einem Wetzlaer Radfahrer, der, wie sehr viele, dies nicht beachtete, glitten dabei die Gummireife aus, er kam zu Fall und zog sich mehrere Knochenbrüche zu. Jedem Radfahrer ist daher nur zu empfehlen, bei nassem Pflaster abzusteigen und die Maschine zu drücken; selbst bei größter Vorsicht kann sonst gar leicht ein Unglück entstehen. § Schwerte, 3. August. Ein gerade nicht schönes Ende fand vorige Woche eine Geburtstagsfeier. Die Teilnehmer saßen zusammen, freuten sich und sangen:„Wir haben uns einander so lieb 2c.“ Kaum waren sie jedoch auf die Straße gekommen, da trieben sie allerlei Allotria, störten die Nachtruhe der Bürger und wurden unter einander uneins. Die Polizei mußte als Friedensstifter einschreiten und einige für die Nacht einsperren. § Schwerte, 4. August. Die in voriger Nummer gebrachte Notiz über einen angeblichen Ueberfall in der Bahnhofsstraße bestätigt sich glücklicherweise nicht. Die Sachlage ist vielmehr eine andere. Ein am Sonntag abend mit der Bahn angekommener angeheiterter Mensch belästigte in niederträchtiger Weise und mit ungeziemenden Worten die Passanten besagter Straße. Unsere wackere Polizei schritt ein und verhaftete denselben. Nach seiner Aussage will er überfallen und gestochen worden sein und hätte bei dieser Gelegenheit einen Stich in den Arm erhalten. Es wurde jedoch festgestellt, daß die angegebene Verwundung nicht durch einen Messerstich, sondern durch Fallen gegen irgend einen Gegenstand hervorgebracht worden ist. § Schwerte, 4. August. Gestern mittag traf bei dem hier vorüberziehenden Gewitter ein Blitzstrahl den Schornstein der Ringofenziegelei neben der Nickelhütte. Merkwürdigerweise war der Schornstein erst gestern mittag fertig geworden und sollte in kurzem ein Blitzableiter angebracht werden. Durch den Blitz wurden an dem Schornstein Risse hervorgebracht, welche indes durch Ausschmieren wieder ausgebessert werden können. 6 Schwerte, 5. August. Am Sonntag stattete der Gardeverein seinen Kameraden in Ergste einen Besuch ab. Obwohl die Beteiligung gering war, hatten es sich die Ergster Kameraden nicht nehmen lassen, den Verein zu überraschen. An der Wohnung des Kameraden Eickhoff hatten sie mehrere Böller aufgestellt und begrüßten so, recht militärisch den Verein an der Grenze, ebenso flatterten hoch in den Bäumen mehrere Fahnen. Hier im Freien stärkten sich die Kameraden beim Gerstensaft, um dann gemeinsam ihrem Ziele zu zueilen. Auf der nächsten Generalversammlung will der Verein einen Antrag stellen, ob es nicht angebracht sei, bei festlichen Gelegenheiten Uniform zu tragen. Mehrere Mitglieder erklärten noch solche im Besitz zu haben. Ueber die Art wie fehlende beschafft werden sollen, soll beschlossen werden. Der gegründeten Bibliothek wurden noch weitere neun Bände überwiesen. Zwei Mitglieder meldeten sich zum Beitritt. Dortmund, 4. August. Wegen Versäumnisse der Kontrollversammlungen wurden 32 Ersatz=Reservisten mit Mittelarrest bestraft. Hohenlimburg, 3 August. Von einem sehr schmerzhaften Unfall ist ein Mitglied einer hiesigen Kegelgesellschaft getroffen worden. Bei Abgabe eines Wurfes kam derselbe der Bohle zu nah und stieß sich eine starke Splitter in den Mittelfinger der rechten Hand. Der Nagel mußte bei der Entfernung der Splitter von einem Arzte weggeschnitten werden. Infolge dieser argen Verletzung schwollen Hand und Arm an. Wegen dieser schon häufiger vorgekommenen Unfälle wäre es sehr zu wünschen, daß statt der hölzernen Aufsatzbohlen steinerne oder eiserne verwandt würden und könnte solches sicherlich jedem Kegelfreunde nur angenehm sein. Hohenlimburg, 2. August. Heute vormittag gewahrte man oberhalb der hiesigen Lennebrücke eine Leiche, die an einem Strauche festhing. Bald wurde darin der am vergangenen Montag in Letmathe beim Grasschneiden am steilen Lenneufer verunglückte Bahnwärter Hasenpflug erkannt. Der Versuch, die Leiche aus einem Nachen her zu ergreifen, mißlang, da bei dem hohen Wasserstand des Flusses die starke Strömung den Verunglückten fortriß und weiter hinuntertrieb. In der Nähe von Elsey erst war man imstande, denselben ans Land zu bringen und der bedauernswerten Familie zuzuführen. Wie verlautet, hinterläßt der als sehr tüchtig bekannte Beamte eine Frau und neun unversorgte Kinder. Altena, 31. Juli. In dem hiesigen Amtsgerichtsgefängnisse erhing sich gestern der Untersuchungsgefangene Thiel. Derselbe soll in der Nähe von Werdohl eine goldene Uhr geranbt haben. Nach hier gebracht, wurde er gestern zur Vernehmung geführt. Nachdem er wiederum in seine Zelle gebracht war, nahm er sich das Leben. Als am Abend ihm der Gefangenwärter sein Abendbrot brachte, fand er ihn an der Bettstelle erhängt vor. Hagen, 2. August. Heute nacht wurde von einem Schutzmann in der Elberfelderstraße vor einem Hause ein 21 Jahre alter Schlosser mit zerbrochenem Genick und zertrümmerten Schädel aufgefunden. Der junge Mann war noch gestern abend in fideler Gesellschaft gewesen. Er hatte sich schlaftrunken aus dem Fenster gelehnt und ist drei Stockwerke hoch auf die Straße hinabgestürzt. Der Tod muß sofort eingetreten sein.— Beim Suchen von Waldbeeren fanden Leute im Walde bei Selbecke die stark in Verwesung übergegangene Leiche eines jungen Mannes aus Selbecke. Dieser hatte vor einem Monat noch die Ziehung(Musterung) mitgemacht und war dann verschwunden. Da die Leiche mit Steinen und Buschwerk bedeckt war, liegt anscheinend ein Verbrechen vor. Die Untersuchung ist im Gange. Wetter, 4. August. Große Unruhe herrscht hierselbst über das rätselhafte Verschwinden der Ehefrau des Fabrikarbeiters K. Am Samstag morgen gegen 3 Uhr stand selbige auf, um wegen heftiger Kopfschmerzen an die frische Luft zu gehen. Seitdem wird sie vermißt. Heute vormittag wurde nun die Leiche der Frau bei Wengern in der Ruhr aufgefunden. Wie verlautet, litt die Beklagenswerte, welche mit ihrem Manne in glücklicher, kinderloser Ehe lebte, seit einiger Zeit an Schwermut. Der Schmerz des Mannes über den Verlust seiner Gattin ist unbeschreiblich. Wetter, 4. August. Heute morgen stürzte der auf der Kesselschmiede der Märk. Masch.= Bauanstalt in der Freiheit beschäftigte Arbeiter Ulrich in einen über 100 Fuß tiefen Brunnenschacht und war sofort tot. Witten, 31. Juli, Unsere Polizei hat eine Einbrecherbande, welche den ganzen Bezirk unsicher gemacht, aufgehoben. Es sind die Eheleute Bergmann P. und drei Genossen des Ehemanns, welche das unsaubere Gewerbe schon längere Zeit betrieben haben. Das Ehepaar sitzt hinter Schloß und Riegel, zwei andere Einbrecher sind flüchtig, während ein noch weiterer Beteiligter an einer Phosphorvergiftung schwer krank darniederliegt. An diese Vergiftung knüpft sich noch ein weiteres Lerbrechen, welches noch der Aufklärung harrt. mittag ein Viertel vor 5 Uhr an der Schwei= treisez Gute zur eine Sise gusgezibe8 igckezueenhoren Die Diebesgesellschaft hat anscheinend befürch= zerstraße vom Blitz erschlagener junger Mann chender Länge heraus, während in den links befindet. B. würde die Sache mal ausplaudern, wurde nach Befund des Arztes Dr. Toussaint lichen Schlitz die Zugstangenöse des Nachbarwagens und haut ihn beshalb zu beseitigen vrzcht vom Straht auf be, voch:, Haurthe Heu; Görper, Bagen briagen de Zastangen eegesseng, durch, die Bei einem nächtlichen Raubzuge in der Naye von wo der Blitz im Zickzack durch ven norper Wogerz,zizegi, die Zugstangen gegensen von Gladbeck an der Emscher soll ihm zu=ging und, an der Fußbekleidung die deutlichen St n ziteter, Schmans ne, Spuren hinterlassend, am rechten Fuße hinausNach Aussage einiger Personen, welche nächst mit Phosphor vergifteter Schnaps gegeben worden sein, darnach sollen ihn seine Genossen in die Emscher geworfen haben. Ein Gendarm hat den B., der sich jetzt im hiesigen Krankenhause befindet, aus einer lebensgefährlichen Lage befreit. Die Untersuchung wird den näheren Sachverhalt klarstellen. Bochum, 3. August. Herr Fusangel hat die vierwöchentliche Strafe am Samstag nicht angetreten. Die„Westfäl. Volksztg.“ bemerkt dazu:„Da Chefredakteur Fusangel das Verfahren des Staatsanwaltes gegen ihn für rechtswidrig hält, hält er sich nicht verpflichtet, der Aufforderung zum Strafantritte nachzukommen, sondern hat sich nach eingereichter Beschwerde in ein ausländisches Bad begeben, erstens um sich nicht ohne Not seine Gesundheit ruinieren zu lassen und zweitens, und das ist ihm auch wichtig, Herrn Baare gegenüber freie Hand zu behalten, in einem Augenblick, wo alles auf eine Entscheidung drängt.“ Nach einer Meldung der„Köln. Ztg.“ hat Herr Fusangel am Samstag gleich in dem bei Aachen hart an fuhr. Nach Aussage sofort nach dem Schlage herbeikamen, scheint der Tod nicht augenblicklich, sondern erst nach ungefähr fünf Minuten eingetreten zu sein. Der so jäh getötete junge Mann hatte soeben seine Lehre als Metzger bestanden und befand sich bei den Eltern, bis er eine deren Wünschen entsprechende Stelle als Geselle gefunden haben würde. Im Auftrage der Mutter trat der junge Mann gestern mittag einen Ausgang an, wurde ganz in der Nähe der Wohnung vom Ausbruch des Gewitters überrascht, suchte [Schutz unter einem Baum und wurde dort vom Blitz getroffen. Schiefbahn, 1. August. Hier wurde dieser Tage eine Brieftaube gefunden, welche sich jedenfalls einer bedeutenden„Verirrung schuldig gemacht" hatte. Das Tierchen fiel beinahe ganz erschöpft auf den Hof eines hiesigen Ackerers. Bei näherer Besichtigung fand sich, daß die Taube aus St. Dénis bei Paris war und durch aufgedruckte Stempel nachnerie nun den Namen Standard=Oil=Companie a nommen hatte. Die setztere war nun imstande, olle Konkurrenten zu überflügeln und das Raffineriegeschäft an sich zu ziehen. Die Standart=Oil=Companie kaufte die durch sie zu Grunde gerichteten Raffinerien meist zu einem Spottgelde auf, um sie dann für sich in Betrieb zu setzen. Von den 1869 zu Pittsburg vorbandenen 58 Raffinerien hat sie 57 ruiniert, von den 57 hat sie dann 29 selbst angekauft und weiterbetrieben. * Nach Meldungen aus Yokohama rannte der Dampfer„Tamaemaru" am 12. Juli auf der Rückfahrt von Suto nach Hakodate mit 320 Arbeitern an Bord den Dampfer„Migoshimaru" an und sank. Die Zahl der Ertrunkenen oder Vermißten wird auf 260 angegeben. * Am Freitag abend griffen 50 italienische Arbeiter der Nordwestbahngesellschaft in Wayne, ohne einen Handariff nötia zu machen, ist ein doppelter Staat Virginia, ein alleinstehendes Haus an, der Zugstangen durch die Pafferschüiße schofft eine schnitten den Töchtern des Besitzers die Köpfe kräftige Führung der Wagen in der Zugmitte, welche ab, verstümmelten die Leichname und ermordeten die Wagen zwingt, innerhalb des Schienengeleises zu sämtliche Frauen und Kinder. Schließlichbrannten laufen. Bei dieser Vorrichtung wird der gesagte. Lärss= sie, nachdem sie das Haus geplündert, die Pufferschlitze hindurch und stoßen dabei eine einfache Vorrichtung fort, welde ein an der Rücksire der Pufferscheibe in Führung gleitendes Tragstück hält, welches den Verschlußriegel mit einer Schraubenfeder enthält. Durch das Fortstoßen der erwähnten Vorrichtung wird das Tragstück freigegeben und gleitet in der Führung soweit nieder, bis ein an dem Tragstück festgenieteter Arm auf die eingedrungene Zugstange auffällt. Bei diesem Auffallen wird ein beweglicher Hebel hochgehoben, dessen unteres Ende die Schraubenfeder in gespanntem Zustande hält, welche nun frei wird und den Verschlußriegel genau in die Mitte der eingedrungenen Oese hineinschiebt und in dieser Verschlußlage festhält. Der Verschluß erfolgt also selbstthätig, sohne einen Handgrif nbig zu machen, st, ein doppelte laufen. Bei dieser Vorrichtung wird der gesamte Längsdruck nach der Zugsmitte verlegt. Die Vorrichtung ist sehr einfacher Konstruktion und besteht aus lauter dauerhaften Teilen. Da die meisten Eisenbahnunglücke durch Entgleisungen herbeigeführt werden, so ist zu erwarten, daß die Eisenbahnverwaltungen dieser Erfindung sofort und mit größtem Eifer näher treten, umsomehr, als durch den Wegfall der seitlichen Puffer auch die oft vorkommenden Verunglückungen durch Pufferquetschungen aus der Welt geschafft werden, da die Bediensteten bei der neuen Einrichtung ungefährdet und bequem zwischen die Wagen treten können. Wie sie, nachdem sie das Haus geplündert, die ganze Besitzung nieder. Die Italiener waren von einigen Gegnern des Besitzers gedungen und vorher betrunken gemacht worden. Die Bewohner der Umgegend traten zusammen, um die Italiener zu lynchen. * Im Bärenzwinger. Eine ungeheuer aufregende Szene spielte sich vor einigen Tagen im Tiergarten des Lincoln=Parks zu Chikago ab. Hier hatte sich eine fremde, aus Mirmeapolis kommende vor dem Bminger das hrauenen Raren nasiert und der bsboe be hollindischen Orte Pas weislichz viele Priäsflüige mitgenacht, hatte= vie eriahen, st breis von eier Pipalbahn, des V,., en Holnagr dbes bragen Laren posier, Jod der eenegr, eteceuen Bouch Dem Besitzer aus Frankreich ist nunmeyr un=IEinfährung der neuen Ersindung beschlosen worden. Vater hoh, ein kleines Mädcen von etwa drei Jahren vorläufig Wonnung genommen.„ verzüglich Nachricht gegeben worden, damit adrung der neuen Erkindung beichlosen worden. Recklinghausen, 1. August. Noch) drselbe womöglich sein Eigentum zurückerhalist der Dieb nicht erwischt, welcher für annähernd 4000 Mark Gold= und Silbersachen sich aneignete, und schon sind hier nächtlicher Weile wieder zwei Diebstähle verübt worden. Einem Metzger wurde eine Anzahl Würste fortgeholt und einem Eisengeschäft wurden von unberufenen Kunden für etwa 400 Mark Waren entnommen. Barmen, 3. August. Durch eigene Schuld geriet gestern abend der Kommis Ewald Saatweber aus der Südstraße auf der Eisenbahnverselbe wömöglich sein Eigentum zurückerhalten kann. Ueckendorf, 2. August. Hier wurden fünf Schulkinder auf dem Heimwege aus der Schule von einem Blitzstrahl getroffen. Eins der Kinder wurde sofort getötet. Die übrigen vier stürzten betäubt zu Boden, wovon drei sich bald wieder aufrafften und dem Vernehmen nach keinen Schaden erlitten haben. Das vierte Kind liegt noch hoffnungslos darnieder. Preußische Klassen=Lotterie. (Ohne Gewähr.) 9erter 9eptern,#e., ge#.2 dan Esianbahn, Coblenz, 1. Aug. Nach einem Extra=sereignete. Di weber aus der Südstraße auf ver Eiseneuhn blatt der hiesigen königlichen Regierungen sind der Eichberg von Saarmund in der Nähe des Unertarmner Bohrhos in den Gemartungen Linz und Linzhausen s. F. Schiezsäbungen mi scharfen unter einen Personenzug, wobei ihm das linke neue Reblausherde entdeckt worden.22 Spigepnt zassen Phetäote vi. Bein oberhalb des Knies überfahren wurdg.] Trier, 2. August. Von einem entsetzDer Vorfall hat sich, wie die„Barm. Ztg.“(lichen Unglück ist die Witwe Johann Mathieu von Augenzeugen erfährt, auf folgende Weise in Dudweiler heimgesucht worden. Ihre Kinzugetragen: S. war in Eilberfeld am Bahnhof der, zwei Mädchen von 14 und 11 Jahren, Döppersberg in den nach Barmen abfahrenden sind von der Tollwut befallen worden. Das vorletzten Zug, als sich derselbe schon in Be=st wegung gesetzt hatte, ohne Billet eingestiegen. Als er nun deswegen an der Station UnterBerlin, 4. Aug. Bei der heute vormittag begonnenen Ziehung der ersten Klasse der 185. Königl. preuß, Klassen=Lotterie fiel ein Gewinn von 5000 J4 auf Nr. 169501. Vermischtes * Wiederum ist ein Truppenteil des Gardekorps von einem Unglücksfall durch Blitzschlag betroffen worden, ganz ähnlich demjenigen, welcher vor kaum sechs Wochen auf dem Tempelhofer Felde bei Berlin sich ereignete. Diesmal war der Schauplatz der Katastrophe a2 aber. ver Sagumund bei Potsdam, wo einige Kompanieen des 1. Garde=Regimentes z. F. Schießübungen mit scharfen Patronen abhielten. Sechs Mann sanken betäubt nieder, doch hofft man alle sechs am Leben zu erhalten. * Ein merkwürdiger Todesfall ereignete sich nach dem„Kottb. Anz.“ dort in der Nacht zum Montag. Ein Tischlermeister, welcher seine Wohnung am Schützenhause, seine Werkstatt aber in der Klosterstraße hat, begab sich am Sonntag abend, da ihm der Weg nach um vor zu nächigen Iu Er eiu Vert, „ nach Altenwald und wurde unterwegs von von Als er nun deswegen an der Station Unter= einem großen schwarzen Hunde gebissen, barmen dem diensthuenden Beamten vorgeführt dem freilich niemand argwöhnte, daß er toll werden sollte, ergriff er unbegreiflicher„peise gewesen sei. Am Montag kam bei dem Kinde die Flucht, indem er in der Richtung nach die entsetzliche Krankheit zum Ausbruch. Die Elberfeld das Eisenbahngeleise entlang lief, Unglückliche fiel über ihre Schwester Johanna Dabei wurde er von einem nachfolgendern, Zuge her, schlug, biß und kratzte sie. Hierdurch erfaßt und überfahren. Nach seiner Ueber= wurde auch dieses Kind von der Wutgift anführung in das hiesige Krankenhaus wurde gesteckt und beide mußten nach Merzig in die sofort die Amputation des Beines vorgenommen, Irenanstalt gebracht werden, wo man ihre Der Ungligliche ist 27 Jahrealt und wohnte Heilung versuchen wird. bei seiner Mutter, da er noch unverheiratet war. Elberfeld, 31. Juli. Die an der Aue in Elberfeld wohnende Witwe Heidmann hatte ihr acht Monate altes Kind einer in Vohwinkel wohnenden Arbeiterfamilie entfernt, weshalb dessen Frau gestern mittag erschien, um der Witwe das Kind zurückzubringen. Diese verspürte jedoch kein Verlangen nach dem Kinde und lehnte zuerst dessen Annahme ab. Dann aber erklärte sie sich doch zur Zurücknahme bereit, betonte jedoch, daß sie eben in die Nachbarschaft wolle. Sie hat seitdem die Wohnung verlassen und ist bis heute nicht wieder zurückgekehrt. Das Kind ist ins Waisenhaus gebracht.— In der vergangenen Nacht wurden die drei Gebrüder Fischbach von der Bergerheide in ElPrizutag betsuchen wird. Von der Saar, 2. August. Um den Bergleuten des hiesigen Bezirkes die tägliche Anwesenheit in der Familie möglichst zu erleichtern, ist beabsichtigt, dieselben thunlichst in die ihrem Wohnorte zunächst liegenden Gruben zu verlegen. Dadurch würden die Schlafhäuser bald leer werden. Heute giebt es Bergleute, die von der Grube nach ihrem Wohnorte bis zu zehn Stunden Entfernung haben. Die Durchführung obigen Planes würde sehr vorteilhaft für die betreffenden Bergleute sein. Zur Arbeiter=Bewegung. Die Generalversammlung des neuen Bergarbeiterverbandes in Essen fand unter reger Teilnahme statt. brüder Fischbach von der Bergerheide in El=Es wurde eine Eingabe an den Handelsminister und brüder Gbischvac, von ver Oereye,ezr,. ge den Landtag angenommen, in welcher um Einsährung berfeld auf einem Abort an der Wirterstraße der achtstündigen Schicht, Befähigungsnachweis der aufgegriffen und in Haft genommen. Die Grubenausschüsse, Anstellung der Beamten durch die Hauptbeschäftigung des Vaters besteht darin, Bergbehörden und Zwangsbeitritt zur Knappschaft erdaß er für seine Kinder erhaltene Schulstrafen!lugt zngejage 1000 Erdgrbeiter versammelten sich auf verbüßt. Anstatt die Jungen zur Schule zu der Arbeitsbörse in Paris. Nach einer sehr stürmischen schicken, müssen dieselben die Wirtshäuser Erörterung wurde der Vorschlag des Vorsitzenden, in durchziehen und Blumen verkaufen, von wel= geschlossenen Zügen zu den Bauplätzen zu gehen, wo chem Erlös die Familie ihren Unterhalt fristet. Das Schlimmste dabei ist, daß wenn die Kinder, welche im Alter von 6, 9 und 13 Jahren stehen, den Eltern nicht genügend Geld nach Hause bringen, sie durchgeprügelt werden: Dieses ist auch der Grund, daß sie seit einigen Tagen nicht mehr nach Hause zurückgekehrt sind und sich vagabondierend umhergetrieben haben. Elberfeld, 3. August. Der vierjährige Sohn des Bandwirkers Abraham Ludwigs hierselbst fand in einer Aschenkiste einige Streichnoch gearbeiter wird, um die Arbeit selbst unter Anwendung von Gewalt zu verhindern, mit Begeisterung angenommen. Schließlich wurde der Ausstand bis auf's äußerte, bis zur vollen Befriedigung der Forde rungen, beschlossen. Haus= und In der Siegerländer Gegend ist das Getreide infolge der wenig erfreulichen Witterung noch ziemlich zurück; es dürfte noch mindestens drei Wochen dauern, ehe man allgemein mit dem Schnitt des Roggens beginnen kann. Die Kartoffeln stehen gut und ebenso hat das feuchte Wetter den Wiesen wohl gethan, die schönen Grummet=Ansatz und frisches Aussehen stelle, um dort zu nachtigen In Ermangelung eines anderen Lagers legte er sich, wie das bei Tischlern öfters vorkommen soll, in einen fertigen Sarg, welchen er zuvor mit Hobelspähnen gefüllt hatte, und schlief ein. Er sollte aber nicht mehr aufwachen. Am Morgen wurde er im Sarge tor aufgefunden; jedenfalls hatte während der Nacht ein Schlaganfall seinem Leben ein Ende gemacht. * Unter seinen Mitarbeitern war der Arbeiter Teichert in Stettin schon lange als Schwimmkünstler bekannt. Besonders wußte er durch seine Wassersprünge aus bedeutender Höhe Aufsehen zu eiregen. Teichert vollführte aus ganz beträchtlichen Höhen Kopfsprünge ins Wasser und hat bisher diese tollen Manöver auch ohne Schaden für seine Gesundheit ausge1 führt. Am Samstag war Teichert auf dem Bremer Vollschiff Johann Friedrich am Danzig mit Entladen beschäftigt und wollte in der Frühstückspause ein Bad nehmen und dabei seinen Mitarbeitern ein neues Sprungkünststück zeigen. Er kletterte nach der Bramrag und stürzte sich mit einem Kopfsprung aus der Höhe von 120 Fuß herab. Während seine Kollegen diesen Sprung mit Beifallsruf lohnten. kam Teichert noch einmal zum Vorschein, dann sank er als Leiche in die Tiefe. Eine durch den Sprung hervorgerufene innere Verletzung hatte seinem Leben ein plötzliches Ende gemacht. * In Lemna, einem Dörfchen am Comosee, hat ein Blitz, der in ein Bauernhäuschen schlug, folgenden sonderbaren Weg zurückgelegt, die merkwürdigsten Spuren zurücklassend. Er fuhr durch den Kamin in die Küche, in welcher eine Frau saß mit einem Kätzchen auf dem Schoße Die Frau wurde betäubt, blieb aber unversehrt. Dagegen war ihr Häubchen, das sie auf dem Kopfe hatte, verkohlt, das Fell des Kätzchens total versengt. Von der Küche ging der Blitz über eine Treppe zurück, entzündete ein Häufchen Stroh, schlug ein Fenster ein und fuhr von dort in das gegenüberliegende Hausthor, das geöffnet wurde, zertrümmerte eine Fensterscheibe und verlor sich dann erst. * In geradezu entsetzlicher Weise kam ein Müllerssohn aus Niederweis im Kreise Bitburg ums Leben. Der Müller war mit dem Behauen eines Mühlsteins beschäftigt, als plötzlich die Mühle stehen blieb. Beim Forschen nach der Ursache der unerwarteten Erscheinung fand man den 18jährigen Sohn des Hauses aufrecht zwischen dem Räderwerk stehend ais Leiche vor, Vermutlich hatte er unvorsichtigerweise den Kopf durch ein Guckloch gesteckt, um das Räderwerk zu beobachten. Dabei wurde der Unglückliche vom Räderwerk ergriffen. Der Kopf wurde ihm vollständig zerdrückt. * Ein Beispiel für die Art, wie die amerikanischen Riesenvermögen angesammelt werden, ist John D. Rockefeller in Newyork, das Haupt des sogenannten amerikanischen Petroleumsmonopols. Dieser Mann, dessen Vermögen heute auf mehr als 600) Mill. K geschätzt wird, kam vor 26 Jahren als kleiner mittelloser Buchhalter nach Cleveland in Pennsylvanien, wo dem Zwinger des braunen Baren postiert, und der Vater hob ein kleines Mädchen von etwa drei Jahren über die Brüstung der Umzäunung hinaus, damit es die Tiere in der Tiefe besser beobachten könne. Plötzsich zerriß das Kleid des Kindes, und ras Letztere fiel aus den Händen des Vaters in den fünfzehn Fuß tiefen Käfig hinab, glücklicherweise auf den Rücken einer der Bestien, die erschrocken zur Seite sprang, so daß das Kind unbeschädigt auf den felsigen Grund hinabrollte. Ein Schrei des Entsetzens rang sich aus der Mitte der Zuschauer, um sogleich dem tiefsten Schweigen Platz zu machen, denn schon fesselte ein neuer Vorgang aller Blicke. Mit einem mächtigen Satze hatte der Vater des Kindes sich über die Brüstung geschwungen und sprang ohne Besinnen in den Käfig hinab. Im nächsten Moment hatte er das Kind vom Boden aufgerafft und war, die Kleine auf der Linken, in der rechten als einzige Waffe einen Spzierstock, in eine Ecke flüchtet. Nun brach draußen unter den Zuschauern und Beamten die wildeste Aufregung los und wie gewöhnlich, vergingen in der allgemeinen Aufregugg lange, bange Minuten, bevor etwas zur Rettung der Gefangenen unternommen wurde. Der Wärter war nach dem zehn Minuten weit ensernten Direktionsgebäude gelaufen, um eine Schußwaffe zu holen, das Publikum umkreiste heulend den Käfig und suchte die Bären, vier ausgewachsene Tiere, durch das Werfen von Steinen einzuschüchtern. Einer der Bären näherte sich den Gefangenen bis auf zwei Schritte und erhob sich brummend, da traf ihn ein wohlgezielter Stockhieb auf die Schnauze, so daß er erschrocken zurückprallte. Allein auf die Dauer hätte diese Art der Verteidigung kaum einen Erfolg gehabt, denn nun kamen auch die andern, inzwischen dreister gewordenen Beitien brummend näher. In diesem Augenblicke erblickte der bedrängte Mann auf dem Boden eine mit einem Haken versehene Stange, die von außen nicht zu erlangen war; diese ergriff er, schlug den Haken in die Kleider des Kindes und reichte das Ende der Staage den hundert Händen, die sich hoch oben entgegenstreckten. Während das Kino losgehakt, und die Stange von neuem gesenkt wurd;, entstand im Käfig ein wilder Kampf. Der Verunglückte war auf ein Felsstück geklettert und hielt mit dem Mute des Verzweifelnden die Bären von sich ab, die, nunmehr in höchster Wut, ihm buchstäblich die Kleider vom Leibe rissen. Endlich aber gelang es ihm, den Haken der Stange zu erfassen und sich emporziehen zu lassen. Als der Wärter mit seiner Flinte eintraf, waren Vater und Kind bereits in Sicherheit. * Auf dem Walzwerk Providence in Hautmont stürzte ein 60 Meter hoher Kamin ein, 18 Mann wurden verschüttet. Pr teiost sund int ernet Wsch ugg zeigen.„In der Soester Börde, der landwirtschaftlich er ein winziges Mehlgeschäft errichtete. Er lernte hölzer, die er anzündete und wodurch zunächst gesegnetsten Stätte Westfalens, giebt die Getreideernte einen Arbeiter aus einer Petroleumraffinerie kennen,“ seine Schürze und dann die Unterkleider Feuer geringe, Erträge, sodaß zahlreiche Gemeinden, die sonst welcher ein verbessertes Raffinierungsverfahren entdeckt Hei fingen. Laut schreiend lief nun das Kind in Tausende von Zentnern zu Markte brachten, kaum den hatte. Beide vereinigen sich, bauen aus ihren beschei Es den brennenden Kleidern nach Haus und wurde dort von den Bewohnern des Unterhauses mit Wasser beschüttet. Die bereits erhaltenen Brandwunden am Oberschenkel und Sansende von Henimeen zu Martle brachten, taum den eigenen Bedarf decken können. Dagegen ist, wie hier gleich bemerkt sei, die Honigernie eine recht ergiebige, Neuere Erfindungen. „Charlottenburger Neue Zeit“ schreibt: haleng, Prandwunden am Oberichentel und De„Cdarlszterthuger Nau: Jelt,. exreibt: Zuschchanten, mit aetseinen Kanstanteln, de von un. Putenen Brandwunden am Oberschenlel v.„ LLziserlichen Patentamte liegt seit einigen Tagen eines lischen Srrupein ,wenig verreten, seine Konkaren dem Unterleibe waren aber doch so bedeutend, Erfindung aus, die geignet ist, nicht nur das Inter= zu überflügeln. Das ganze Perroleumgeschäft ist daß der Knabe denselben im städtischen Kran= esse der Fachmänner auf sich zu lenken, sondern allge den Transportkosten abhängig, denn das rohe Oel kenhause wohin er sofort gebracht worden eine Aufmerksamkeit zu erregen. Die Erfindung be= am Produktionsorte fast wertlos. Gegen Ende sofort gebracht worden meine aufmerrsamten zu erregen. Die Erfindung bes zweckt nichts geringeres, als die Verhinderung der Entgleisung der Eisenbohnwagen. Bei derselben ist nur ein Puffec und zwar in der Wagenmitte angebracht; die jetzigen seitlichen Puffer fallen weg. In der Wagenmitte befindet sich auch die Zugvorrichtung; beide sind miteinander kombiniert. Die Pufferfeder funktioniert auch als Zugfeder, tenhäuse, wohin er war, erlegen ist. Styrum, 1. August. Auf der Ruhrbrücke zwischen Styrum und Duisburg wurde ein Mann vom Schnellzuge überfahren. Der vom Rumpfe getrennte Kopf ist jedenfalls in die halle. Beide vereinigen sich, dauen aud ihren bescheir denen Mitteln eine kleine Raffinerie, welche sie bald erweitern können, da sie Geld verdienen. Aber ihr Unternehmen prosperiert jedoch nur in dem gewöhnlichen Maße. Da aber kommt Rockefelder auf den Gedanken, mit geheimen Kunstmitteln, die von moraStruneln warie verrstan seine Konkurrenten von Transportkosten abhängig, denn das rohe Oel ist am Produktionsorte fast wertlos. Gegen Ende der sechsziger Jahren drangen die Eisenbahnen von allen Seiten nach dem Oelgebiet vor, um die wichtigen Transporte an sich zu reißen. Nockefelder gründete nun im Jahre 1871, ohne seine Person zu verraten, eine anonyme Gesellschaft, welche mit einigen der hauptsächlichsten Eisenbahnen geheime Frachtverträge abschloß: die Gesellschaft erhielt kolossale Frachtrabatte, verpflichtete sich, den verbündeten Eisenbahnen möglichst viel Oeltransporte zu sichern und beförderte nur das Internationale elektrotechnische Ausstellung in Frankfurt a. M. 1891. Die Arbeiten an der Kraftübertragungslinie Lauffen=Frankfurt, welche Mitte Juli für Rechnung der Internationalen Elektrotechnischen Ausstellung begonnen haben, sind in vollem Gange. Auf der Linienstrecke Frankfurt=Jagstfeld, welche von der Reichs=Telegraphenverwaltung ausgeführt wird, sind 8 Arbeiterkolonnen beschäftigt, an deren Spitze je ein Leitungsrevisor und ein Leitungsaufseher stehen; auf württembergischer Seite arbeiten 3 Kolonnen. Das zum Bau der Linie erforderliche umfangreiche Material an Stangen, Traversen, eisernen Schwellen und Isolatoren ist rechtzeitig in den dafür bestimmten Lagern eingetroffen, so daß die Arbeiten von Anfang an ihren regelmäßigen Fortgang nehmen konnten. Infolge der gefroffenen zweckmäßigen Maßnahmen und der energischen Förderung seitens der beteiligten Beamten ist es, trotz der vielen Terrainschwierigkeiten, möglich gewesen, daß das Gestänge auf der ganzen Linie schon jetzt beinahe fertig gestellt ist. Im Anschlusse hieran wird mit Beginn der nächsten Woche mit dem Ziehen der Drahrleitungen begonnen werden. Dank der großartigen Leistung der Firma Hesse Söhne in Heddernheim, welche das erforderliche Quantum von über 1200 Ztr. Kupferdraht in wenigen Tagen an die Verwendungsstellen geschafft hat, kann auch die Arbeit des Drahtziehens sofort überall in vollem Umfange aufgenommen werden. Vorher sind die Isolatoren mit Oel zu füllen, welches die Firma A. Wingenroth in Mannheim liefer:. Von der Größe des Unternehmens giebt u. a. die einfache Thatsache eig richtiges Bild, daß zur Füllung der Isolatoren allein 750 kg Oel erforderlich sein werden. Da die Herstellung der Drahtleitungen unter sachverständiger Leitung außerordentlich schnell vor sich geht, so ist mit Sicherheit zu erwarten, daß die drei je 175 km langen Leitungen zwischen Lauffen und Frankfurt gegen Mitte des Monats August fertiggestellt sein werden.— Hier= durch berichtigen sich ungenaue und irrthümliche Mitteilungen über die Zeit der Fertigstellung der Anlage, welchen wir dieser Tage in einzelnen Blättern begegnet sind, von selbst. 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Die Arbeiten und Lieferungen zur Neueindeckung mit Schiefer von etwa 600 qm Fläche des Daches vom Güterschuppen zu Hagen sollen öffentlich verdungen werden. Angebote sind kostenfrei, versiegelt und mit entsprechender Aufschrift versehen, bis zum 18. August 1891, vorm. 11 Uhr, um welche Zeit die Eröffnung der Angebote in Gegenwart etwa erschienener Bewerber stattfindet, einzureichen. Zuschlagsfrist 2 Wochen. Angebotshefte sind für 40 Pfg. von hier zu beziehen. Hagen, im August 1891. Königl. Eisenbahn=Betriebsamt. Mitbürger! Zum Märtischen Lehrer=Gesangfest Fahnen heraus! Bekanntmachung. Bekanntmachung. In Verbindung mit den MOC 65 92 □ 92 82 8 6 6 85 Der Vari-Verein 5 □ 28 69 952 745 0 225 □0 96 □ 6 ∆ 9550 feiert am 9. August d. J. sein 7. Stiftungstest. Srogramm! Morgens 5 Uhr: Veckruf. Nachmittags 3 Uhr: = F e s t z u g. Von 4 Uhr ab: Konzert und Schauturnen. Abends 8 Uhr: Grosser Pestbal, Während desselben: Turnspiele. Die Musik wird ausgeführt von der Giesenkirchen'schen Kapelle aus Dortmund unter persönlicher Leitung ihres Dirigenten Herrn Giesenkirchen. Es ladet ergebenst ein Der Fest=Ausschuß. NB. Die Bürger von Ergste werden gebeten, zur Verschönerung des Festes ihre Häuser zu beflaggen und die Straßen zu schmücken. 92 G 92 □ 62 ∆ 87 6 20 925 □ G20 Verlegte mein Uhren= u. Goldwaren=Geschaft von Hüsingstraße 22 nach Hüsingstraße 18, neben dem Geschäftslokal des Herrn C. Schumacher. H. Dinklon. " W e g e n U m b a u d e s L a d e n s b e f i n d e t s i c h m e i n Geschäftslokal einige Zeit in der 1. Etage. Gasthof zumn ug. Gartenwirtschaft Restaurani von Fr. Hesshler, Hemer, in nächster Nähe der Bahnhöfe Westig und Hemer, des Felsenmeeres und der Sundwicher Höhle. — Führer stets zur Hand.— Entfernung bis zum Felsenmeer 12 Minuten. Bei größeren Partien bitte um vorherige Bestellung. Katte und warme Speisen zu jeder Zeit. Preise solide. 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Mts., nachmittags 5 Uhr, sollen in Garenfeld circa 2½ Morgen Roggenfrucht öffentlich meistbietend gegen Barzahlung zwangsweise verkauft werden. Zusammenkunft daselbst um 4½ Uhr beim Wirt Herrn Buse. Schwerte, 5. August 1891. Matz, Gerichtsvollzieher in Schwerte. as=Verkauf. Herr D. Hövemann zu Ergste läßt Freitag, 7. August, nachmittags 5 Uhr, das Gras in der Lohwiese nummerweise meistbietend an Ort und Stelle verkaufen. Hohenschwert. Gras=Verkauf. Samstag, den 3. August, nachmittags 5 Uhr, verkaufe für Herrn Fr. Steineck in den Haus Henner Wiesen im Ohl 16 Mörgen Gras gegen Kredit. Sammelplatz an Ort und Stelle. C. Jonas. kaiserlichen Postagenturen in Kalthof und Sümmern treten am 5. Aug. Telegraphenanstalten mit beschränktem Tagesdienst in Wirksamkeit. Arnsberg, 3. August 1891. Der kaiserl. Ober=Postdirektor: Wächter. Ein Tauf dur sche gesucht. Von wem, sagt die Exped. Günstige Kaufgelegenheit. Stahl=Singer= Nähmaschinen. 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Fabrikarbeiter Simon Seidenzahl zu Ergste.—1 Tochter: Dienstmagd Anna Spielmann zu Ergste. Sterbefälle: Elisabeth Meyer zu Bürenbruch 1 J. 19 T. Emma Schumacher, ohne Geschäft, zu Ergste 16 J. 10 M. 10 T. Standesamt Opherdicke. Anmeldungen vom 1. April bis 31. Juli 1891. Aufgebote: Landw. Carl Westermann und Sofia Hesselmann, Hengsen und Wickede. Lokomotivheizer Ferd. Bahne und Anna Maria Schulte gt. Kötter, Böhlerheide u. Opherdicke. Landw. Heinr. Hermann und Marie Spielfeld, Hengsen und Obermassen. Wirt Wilh. Flunkert und Bertha Lütgemüller, Hengsen. Bergm. Friedr. Filthau u. Wilhelmine Schütte, Hengserheide und Opherdicke. Bergm. Franz Heinr. Strugholz und Caroline Henriette Elis. Plettner, Hengsen. Vermählte: Schreiner Wilh. Schoof und Emma Brauckmann, Hengsen und Opherdicke. Ferner die obengenannten Paare. Geboren: 1 Sohn: Landw. Friedr. H. W. Naust, Brauckstraße, Müller Carl Hülsmann, Opherdicke. Förster Ludw. Boecker, Hengsen. Schreiner Wilh. Westermann, Opherdicke. Bergm. Carl Düdder, Hengsen. Schuster Friedr. Ellinghaus, Hengsen. Bergw. Wilh. Ruschenbaum, Hengsen. Anstreicher Heinr. Gerke, Hengsen. Bergm. Friedr. Bals, Hengsen. Kesselschmied Heinr. Weber, Hengsen. Sporenfeiler Georg Marx, Drüpplingsen. Beram. Friedr. Kleff, Keller. Schmiedemeister Wilh. Pothmann, Opherdicke. Bergm. Heinr. Becker, Brauckstraße. Bäcker Heinr. Buicker, Opherdicke. Landw. Heinr. Griese, Hengsen. Schneider Joh. Luttropp, Hengsen. Bergm. Heinr. Radix, Opherdicke. — 1 Tochter: Bäcker Wilh Becker, Opherdicke. Bergm. Heinr. Neuhoff, Hengsen. Landwirt Heinr. Bichwinn, Hengsen. Maurermeister Carl Hoffmann, Opherdicke. Bergm. Ludw. Landmann, Keller. Bergin. Fritz Einhaus, Keller. Gestorben: Lisette Henriette Menneken, Keller, 5 J. 5 M. 26 T. Mänpliches Kind, ohne Vornamen, des Bergmanns Wilh. Ruschenbaum, Hengsen, 2 Std. Bahnarb. Diedr. Siebel, Opherdicke, 55 J. 2 M. August Westermann, Opherdicke, 10 J. 4 M. 3 T. Lydia Lohoff, Hengsen, 10 J. 4. M. 23 Tage. Henriette Rabe, Hengsen, 18 J. 7 M. 5 T. Wilh. Carl Boecker, Hengsen, 2 M. 25 T. Ludw. Becker, Brauckstraße, 8 T. Wilhelmine Habermann, Henasen, 1 J. 7 M. 20 T. Die besten und billigsten Zigarren liefert unter Garantie die Badische Manufaktur in Freiburg i. B., Kaiserstrasse 85. (bei Abnahme von 10 Mk. franko) und zwar Rosa, seine kräftige 5 Pf. Zigarren per 100 2 Mk. Cipria,„„ 6„„ Curso, Brillantzigarre Madras, sehr feine 6 Pf. Zigarren Cubano, hochfeine7„„ Smokers, extra feine 8„„ Holländer, delikate feinste 8„„ Sennora, superfeine 9„„ Dell, feinste Marke 9„„ Merkado, superfeine 10„„ 10 Pfund Rauchtabak franko Je 10 Stück jeder Sorte im Ganzen 100 Stück stehen gerne zur Verfügung; bei Aufgabe von je 20 Stok. im Ganzen 200 Stck. fre. Verlegte meine Wohnung und Geschäft von Hüsingstraße nach Brückstraße im Hause der Frau Wwe. Beckhaus. I. M. Rosenthal. möglich in der Nähe des Marktes zu mieten gesucht. Offerten mit Preisangabe in der Exped. d. Zur Helle, Schwerte. Ztg. abzugeben. 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Santos Aug. 00, Sept. 81, Okt. 74, Dez. 69, März 67¼. Viehmärkte. Dortmund, 3. August. Zum heutigen Schlachtviehmarkte waren aufgetrieben: 531 Stück Großvieh, 602 Schweine, 137 Kälber, 67 Schafe. Per 100 Pfd. Schlachtgewicht wurde gezahlt: für Ochsen— K. für Stiere 45—50 M, Kühe 1. Qual. 66—69 K, 2. Qual. 60—65 M. Schweine 1. Qual. 54—56 K. 2. Qual. 51—53 M Kälber per Pfo. Schlachtgewicht 1. Qualität 65—70 4, 2. Qualität 58—65 4, Schafe desgl. 60—65 4. Unverkauft blieben