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Aefertiansgebühr für bie fchsfnatige Deise Abonnements=Preis pro Quartal 1 Mark 50 Pfg. Erscheint Dienstags, Donnerstags und Samstags. Wöchentliche Gratisbeilage:„Familienfreund.“ Insertionsgebühr für die sechsspaltige Zeile oder deren Raum 10 Pfg., außerhalb des Leserkreises 15 Pfg.: Reklamen 30 Pfg. Redaktion i. V.: A. Krefting in Schwerte, Druck und Verlag von Carl Braus in Schwerte. Nr. 83. Schwerte, Domerstag, 16. Juli 1891. 24. Jahrgang. Amtliche Bekanntmachungen. Bekanntmachung. Der Anstrich einer Giebelwand an der Schule auf der Heide soll am Donnerstag, den 16. ds. Is., vormittags 11 Uhr im hiesigen Stadthause an den Mindestfordernden verdungen werden. Schwerte, den 13. Juli 1891. Der Bürgermeister. Das neue Einkommensteuer=Gesetz in Preutzen. (Schluß) IV. Wie wird die Steuer veranlagt? Jeder bereits mit einem Einkommen von mehr als 3000 M zur Einkommensteuer veranlagte Steuerpflichtige hat auf die jährliche durch öffentliche Bekanntmachung ergehende Aufforderung innerhalb 14 Tagen auf einem bestimmten Formular oder mündlich an bestimmter Stelle eine Steuererklärung abzugeben. Die Steuerpflichtigen mit einem Einkommen bis 3000 A werden in der Regel von einer Kommission abgeschätzt(Voreinschötzungskommissien), können mndessen einerseits zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet werden und andererseits auch die Zulassung zu einer solchen verlangen. In jedem Kreise besteht eine Veranlagungskommission(unter dem Vorsitz des Landrats oder eines besonderen Regierungskommissars), welche die Listen der Steuerzahler nebst den entsprechenden Steuerbeträgen auf Grund der Steuererklärungen und der Ansätze der Voreinschätzungskommission auszufertigen haf.„„„ 166. Wird eine Steuererklärung(Selbsteinschätzung) leanstandet, so erhält der Steuerpflichtige eine Benachrichtigung mit der Aufforderung, binnen 2—4 Wochen eine weitere Erklärung abzugeben. Werden durch die letztere die Zweifel an der Steuererklärung nicht gehoben, so ist die Veranlagungskommission berechtigt, den Steuerbetrag nach eigenem Ermessen festzusetz n. Das Ergebnis der Veranlagung hai der Vorsitzende der Veranlagungskoumission jedem Steuerpflichtigen mittels einer Zuschrift bekannt zu machen. Gegen die Veranlagung kann Berufung eingelegt werden in erster Instanz seitens des Steurpflichtigen bei dem Vorsitzenden der Veranlagungskommission, seitens des letzteren bei einer in jedem Regierungsbezirke besteyenden Berufungskommission, in zweiter Instanz seitens des Steuerpflichtigen bei dem Vorsitzenden der Berufungskommission, seitens des letzteren bei dem Oberverwaltungsgericht, bei letzterem indessen nur dann, wenn sich die Berufung auf Nichtanwendung oder unrichtige Anwendung des bestehenden Rechts gründet, oder wenn dem Verfahren wesemliche Mängel nachgewiesen werden. Für die Aufstellung der Steuererklärung gelten folgende Grundsätze: 1) Das Einkommen muß nach den Einkommenquellen(Kapital, Grundbesitz, Handel und Gewerbe, gewinnbringende Beschäftigung) getrennt aufgeführt werden. 2) Feststehende Einnahmen sind nach ihrem Betrage für das Steuerjahr, unbestimmte und schwankende Einnahmen, sowie des steuerpflichtige Einkommen der Aktiengesellschaften 2c. nach dem Durchschnitt der drei der Veranlagung unmittelbar vorangegangenen Jahre— bei der Veranlagung für 1892—93 nach dem Durchschnitt zweier Jahre— zu berechnen. Wenn Einnahmen der letzteren Art noch nicht so lange bestehen, so sind sie nach dem Durchtchnitt des Zeitraums ihres Bestehens, nötigenfalls nach dem mutmaßlichen Jahreserteag, in Ansatz zu bringen. Die gleichen Grundsätze gelten für die Berechnung der abzugsfähigen Ausgaben. 3) Dem Einkammen des Haushaltungsvorstandes muß des Einkommen der Angehörigen des Hausholts zugerechnet werden. Kinder, welche ein der Verfügung des Haushaltungsvorstandes nicht unterliegendes Eirkommen aus eigenem Erwerb haben, sowie dauernd vom Ehemann getrennt lebende Ehefrauen müssen selbständig veranlagt werden. Das Eirkommen aus Dienstwohnungen ist nach dem ortsüblichen Mietswerte, jedoch nicht höher als 15% des baren Gehaltes des Berechtigten in Ansatz zu bringen. Im Laufe eines Steuerjahres hat eine anderweite Veranlagung nur dann stettzufinden, wenn sich das Einkommen infolge einer Erbschaft vermehrt oder wenn es sich infolge außergewöhnlicher Unglücksfälle um mehr als den vierten Teil vermindert. Steuerhinterziehung geschehen, so tritt eine Geldstrafe von 20 bs 100 M ein. Die Verbindlichkeit zur Nachzahlung der Steuer verjährt in zehn Jahren und geht auf die Erben in Höhe ihres Erbanteils und mit einer Verjährungsfrist von fünf Jahren über. Die Verjährungsfrist beginnt mit Ablauf des Steuerjahres, in welchem die Hinterziehung begangen wurde. Nicht einziehbare Strafen werden nach den Bestimmungen des Strafgesetzbuches in Haftumgewandelt. V. Welche Strafen treffen den Säumigen und den Betrüger? 1) Wer unentschuldigt verabsäumt, die ihm obliegende Steue klärung rechtzeitig einzurtichen, verliert die gesetztichen Rechtsmittel(Berufung und Beschwerde) gegen seine Einschätzung für das betreffende Steuerjahr. 2) Wer der besonberen Aufforderung, die Steuere#klärung abzugeben nicht nach kommt, hat neben der veranlagten Steuer einen Zuschlag von 25% zu zahlen und außerdem durch seine Unterlassung dem Staate entzogene Steuer zu entrichten. 3) Wer den mit der Aufnahme des Personenstandes beirauten Behörden die zur Steuerveranlagung erforderliche Auskunft verweigert, ohne Entschuldigung gar nicht oder unvollständig oder unrichtig erteilt, wird mit Galdstrafe bis 300 K bestraft. 4) Wer seinen Wohnsitz im Laufe des Steuerjahres verändert und sich nicht binnen 14 Tagen bei den Gemeindevorstanden oder bei der dazu bestimmten Polizeibehörde ab= und anmeldet, wird bis zu 20 M besiroft.„„„„ 8 8. 5) Wer wissentlich in der Steuererklärung oder bei Bean wortung der von zuständiger Stelle an ihn gerichteten Fragen oder zur Begründung eines Rechtsmittels unrichtige oder unvollst ändige Argaben macht, welche geeignet sind, die Steuer zu verkürzen, oder steuerpflichtiges Einkommen ganz verschmeigt, wird mit dem vier= bis zehnfachen Beirage der stattgefundenen oder beobsichtigten [Verkürzung, mindestens mit einer Geldstrafe von 100 M bestraft. Ist die Angabe oder Verschweigung zwar wissentlich, aber nicht in der Absicht der Zur Sklavenfrage. Man wird sich erinnern, wie vor Jahr und Tag die englische Presse die Verwaltung von Deutschostafrika beschuldigte, den Sklavenhandel nicht nur geduldet, sondern sogar begünstigt zu haben. Von deutscher Seite wurde damals im amtlichen Wege die Grundlosigkeit dieser Verleumdungen nachgewiesen. Nunmehr beschäftigt sich auch der bekannte griechische Afrikareisende Panino in der„Akropolis“ mit dem angeblichen Sklavenhandel in Deutschostafrika und seine Darstellung ist um so interessanter, als sie gleichzeitig die Sklavenfrage und ihre Lösung überhaupt beleuchtet. Von englischer Seite— so erzählt Panino — wurde mir in Sansibar wiederholt versichert, daß in den gegenüberliegenden deutschen Hafenplätzen der Sklavenhandel mit Genehmigung der Kolonialverwaltung fortbetrieben werde. Ich überzeugte mich darauf persönlich in Bagamyo von der Unrichtigkeit dieser Behauptung, daselbst fand unter Aufsicht der deutschen Beamten eine Verhandlung von Sklaven statt, aber nur zum Zwecke des Loskaufes. Da die Eingeborenen, Araber oder Inder, welche zur Zeit noch Sklaven besitzen, nicht ohne weiteres genötigt werden können, dieselben freizulassen, so ist der Loskauf in der Weise eingerichtet, daß die Sklaven des einen Besitzers von dem anderen gegen Erstattung einer Entschädigungssumme übernommen werden; sie sind dann aber nicht mehr Sklaven, sondern erhalten regelmäßigen Lohn und sind berechtigt, den Dienst später aufzukündigen Englischerseits wird nun behauptet, daß diese neue Form des Dienstverhältnisses thatsächlich der früheren Sklaverei gleichkomme, da die Freigekauften gezwungen sind, die für sie gezahlte Kaufsumme bei ihren neuen Herrn abzudienen, was unter Umständen viele Jahre andauern kann. Formell kann dieses Verhältnis natürlich nicht als Leibeigenschaft bezeichnet werden; ein endgültiges Urteil über den Wert oder Unwert dieser Maßregel wird sich jedoch erst später abgeben lassen. Deutsches Reich. Kaiser Wilhelm ist am Dienstag vormittag aus London in Leith in Schottland angekommen und auf dem festlich geschmückten Bahnhofe von den Spitzen der britischen Behörden und dem deutschen Konsul empfangen worden. Der Monarch begab sich vom Bahnhof sofort zu Wagen nach dem Hasen und von dort mittels eines Bootes an Bord der Jacht„Hohenzollern“, fortwährend von einer dichten Volksmenge mit Hochrufen begrüßt. Unter Kanonendonner lichtete die Kaiserjacht alsdann die Anker und fuhr den Firtfluß hinauf nach der neuerbauten großartigen Fortbrücke, welche der Kaiser noch in Augenschein nahm. Dort verabschiedete sich der Monarch von den englischen Heiren, welche ihn bisher begleitet, und ging dann mit der Hohenzollern" nach den norwegischen Gewässern in See. Die Küsten des Meerbusens waren dicht von Menschen besetzt, welche dem Kaiser ihre Grüße zuriefen. Wie es heißt, ist für die nächste Session des deutschen Reichslages ein neuer Gesetzentwurf über den Verkehr mit Wein in der Vorbereitung, der einem längst gefühlten Bedürfnis entsprechen würde. Der Reichstag hat sich zum letztenmale im Frühjahr 1888 mit der Angelegenheit beschäftigt, es wurde aber damals kein Resultat erzielt. Nach dem Erlaß des Invaliditäts= und des Arbeiterschutzgesetzes wird man wohl allerseits in gewerblichen Kreisen, bei Arbeitgebern und Arbeitern, wie überhaupt bei allen von diesen Gesetzen Betroffenen das Bedürfnis einer längeren Ruhepause in der sozialpolitischen Gesetzgebung empfinden. zu einem gewissen Grade kann diese Gesetzgebung jetzt als abgeschlossen gelten, womit freilich nicht gesagt sein soll, daß nicht die fortschreitende Entwickelung wieder neue Bedürfnisse erzeuge. Aber große neue Gesetze auf diesem Gebiet werden wir für die nächste Zukunft nicht zu erwarten haben und sie sind auch nicht zu wünschen. Durch die Unfall=, Krankenund Invaliditätsversorgungen sind die Arbeiter jetzt gegen die äußersten wirtschaftlichen Notlagen geschützt; durch die neue Schutzgesetzgebung sind alle berechtigten und durchführbaren Anforderungen erfüllt, welche erweiterte Bürgschaften gegen die übermäßige Ausbeutung der Arbeitskraft, namentlich der schwächeren Elemente, verlangten. In gewissem Sinne ist die „kaiserliche Botschaft“ jetzt ausgeführt. Diese in alle gewerblichen Verhältnisse tief eingreifende Gesetzgebung erfordert naturgemäß eine längere Zeit der Einlebung und Eingewöhnung; Aus der Tiefe. Sozialer Roman aus dem Bergmannsleben von A. Linden. (Fortsetzung.).4 2. Als Hertha über den Korridor schritt, horte sie unten laute, erregte Stimmen, sie fragte den vorüberkommenden Diener nach der Ursache. „Da war die tolle Lisa vom Haidhof, sie wollte durchaus mit in den Saal und war schon auf der Treppe; wir brachten sie hinab und nun ist sie auf einmal verschwunden, und es hat sie doch keiner das Haus verlassen sehen", antwortete der Gefragte. „Nun, so wird sie wohl bald wiederkommen, seht einmal nach, und wenn sie noch da ist, so gebt ihr eine Flasche Wein und Kuchen; sie wollte gewiß gern etwas mithaben von unserem Fest, darum ist sie hierhin gekommen, das arme Ding,“ sagte Hertha. Sie kannte die Lisa nicht näher, sie erinnerte sich nur flüchtig, dieselbe hin und wieder von ferne gesehen und von ihr gehört zu haben, daß sie geistesgestört sei. Als sie wieder in den Saal trat, begrüßte sie freundlich die zuletzt Gekommenen, Frau v. Langen und Doktor Harten, der ihr bei früherer Gelegenheit vor gestellt war. Dann wandte sie sich zu dessen Mutter, einer schon bejahrten Dame in einfacher schwarzer Kleidung, aus deren milden freundlichen Zügen und schönen klaren Augen ein reiches tiefes Gemüt sprach. Es lag etwas so Anziehendes, Friedvolles in Wort und Wesen der alten Dame, das jeden fesselte, der in ihre Nähe kam. Obwohl Hertha sie heute nachmittag zum erstenmale gesehen, war's ihr doch, als sei sie ihr keine Fremde, sondern schon seit langen Jahren bekannt und vertraut. Der Doktor trat zu dem Gastgeber, mit dem er auch vorhin bei Herthas Eintritt gesprochen; er schien demselben etwas zu erzählen, was dessen ganze Teilnahme in Anspruch nahm. Herr Steinhagen war ein mittelgroßer, schon stark ergrauter Mann. Sein kluges Grsicht zeugte von Jestigkeit und Strenge, die jedoch gemildert wurde durch den Ausdruck herzlichen Wohlwollens, der aus den dunkelgrauen Augen leuchtete. Während der Doktor mit ihm redete, trat der Diener mit einer Meldung zum Hausherrn. „Der Verwalter will mich sprechen, er kommt gewiß, um mir Mitteilung zu machen über das Unglück, von dem Sie mir soeben erzählen. Der arme Gebhardt! Es war ein braver, fleißiger Mensch. EntSie lieber Doktor.“ Er verließ rasch den schuldigen Saal. Frau v. Langen schaute ihm nach; sie war ebenfalls im Beoriff gewesen, der Schwägerin Herthas, einer reichgekleideten, brünetten Dame, deren Züge schön zu nennen gewesen wären, wenn sie nicht den Stempel stairen, harten Stoizes getragen, von dem Unfall auf der Grube zu erzählen. „Herr Steinhagen hat's sicher auch vorhin vom Doktor gehört, ich seh's ihm an, er sieht ganz aufgeregt und erschrocken aus,“ meinte sie.“ „Da irren Sie sich doch woyl, liebe Frau v. Langen“ sagte die Dame etwas spöttisch,„dergleichen kommt so häufig vor auf solch bedeutendem Bergwerk bei einer so großen Zahl von Arbeitern, da kann doch ein einzelner Fall nicht so sehr aufregen und so schwer in die Wagschale fallen.“ „Nun, schlimm genug ist's doch, der Mann ist Familienvater, und überstehen kann er's nicht, wie der Doktor sagt“, antwortete Frau v Langen etwas pikiert. Der Bergrat war wieder zu Hertha getreten, die ihn mit der verwittweten Frau Professor Harten bekannt machte. Die klugen Augen der alten Dame erkannten bald, wie es um die beiden stand, die ihr vom ersten Augenblick an sympatisch gewesen waren, wohl in demselben Maße, wie diesen sie selbst. „Nun, wenn's heut abend auch keine öffentliche Verlobung gäbe, daß die Hertha und der Bergrat ein Brautpaar sind, sieht man dennoch auf den ersten Blick,“ äußerte Frau v. Langen, zu ihrer Nachbarin, der jungen Frau Amtsrichter aus der Stadt. Sie wollte noch etwas hinzufügen, hielt aber plötzlich inne, den erstaunten Blicken der Uebrigen folgend. Durch die Reihen der gaffenden, zurückweichenden Gäste eilte flüchtigen Schrittes die dunkle, unheimliche Gestalt der Lisa vom Haidhofe, den Kranz von welken Halmen und Zweigen in dem langen, schwarzen Haar, das wirr und wild auf das blutrote Tuch herniederfiel. Nun stand sie im weiten Halbkreis allein in der Mitte des Saales unter dem strahlenden Kronleuchter und schaute unstät und suchend umher, bis ihr Blick, auffunkelnd in wilder Freude, auf dem Bergrat haften „Hab ich endlich Dich gefunden, Liebster!“ rief sie mit jauchzender, gellender Stimme.„O, ich wußte, daß Du wieder da bist, und kenne Dich doch wieder, wenn Du auch nimmer so freundlich aussiehst, wie ehedem, und solcher, vornehmer Herr geworden bist! Leist Du noc, wie mir bisammen soßen hunten in Gärtchen unter dem Nägelchenbaum, wo der große Rosenstrauch stand, und wie Du mir sagtest, Du gingst bald fort, und dann kämst Du wieder und holtest mich. Aber die andre, die da neben Dir stand in der Kirche, in dem weißen Kleid und dem langen Schleier, die hat Dich mir gestohlen, ich wollte zu Dir kommen, aber sie haben mich hinweggetragen, und ich bin krank gewesen lange, lange, jetzt... Sie konnte nicht weiter reden, denn aus dem Kreis der starr und erstannt Zuhörenden, trat ein hagerer, blasser Mann mit blondem Haar und Bart rasch auf sie zu. Er faßte sie am Arm und führte die sich heftig Sträubende dem Ausgang des Saales zu, wo zwei Diener, die der Irrsinzigen atemlos gefolgt waren, sich ihrer bemächtigten und sie hinweg beförderten. „Sie ist eine Wahnsinnige, unverantwortliche Achtlosigkeit der Dienerschaft ist's, daß sie niemand zurückgehalten hat, und sie hierher gelangen konnte,“ sagte der blonde Herr. Er war der Sohn des Hauses, Herthas Stiefbruder; man hörte es seinen heftigen, heiser gesprochenen Worten an, wie tief der Vorgang ihn erregt hatte. Der Bergrat stand, an einen Fensterpfeiler ge lehnt, bleich wie der Tod, keines Wortes mächtig. Endlich raffte er sich auf.„Ja, sie muß wahnsinnig sein, die Arme!“ sagte er mühsam mit gepreßter Stimme. Niemand an wortete ihm. Alle hatten den Ausdruck tötlichen Erschreckens und tieser Scham gesehen, der bei Lisas unverhofftem Arblick über sein edles schönes Gesicht ging, und aus seinen soeben noch so freudig leuchtenden Augen sprach. Es war die Bestätigung eines dunklen Gerüchtes aus früherer Zeit, dessen Erinnerung bei den meisten wieder lebendig wurke. Man hatte, als damals der junge Bergassessor sich mit Adele Steinhagen verlobte, hin und wieder erzählt, derselbe habe bis dahin auch ein Verhältnis gehabt mit der schönen Tochter seines Hauswirts, des Grubensteigers, der in dem einsamen Haidehause wohnte. Als seine Verlobung bekannt wurde, war die Lisa plötzlich an einem hitzigen Fieber erkrankt, von dem sie zwar wieder genas, jedoch gestörten Geistes. Weil sie meist still und ruhig ihre einsamen Wege ging, ließ man sie gewähren, und kümmerte sich nicht weiter um sie. Hin und wieder, wenn sie durch irgend einen Anlaß aufgeregt worden, redete sie unausgesetzt von ihrem ungetreuen Liebsten und der schlimmen weißen Frau, die ihr seine Liebe gestohlen. Hertha hatte, nicht minder bleich als ihr Verlobter, die unheimliche Erscheinung angestarrt und deren anklagenden Worten gelauscht. Ein einziger Blick auf den Bergrat, in dessen Herzen sie mit dem Scharfblick der Liebe las, sagte ihr, daß Lisa die Wahrheit gesprochen. Wie ein schneidender unheilbarer Riß ging diese Erkenntnis durch ihre Seele. Das leuchtende Bild des Geliebten, zu dem sie bis dahin so tief verehrungsvoll emporgesehen, mit unauslöschlichem Flecken verdunkelnd. Mochten auch lange Jahre darüber hingegangen sein, seit er an diesem Mädchen Verrat und Treubruch geübt, mochte er selbst inzwischen ein anderer und Besserer geworden sein, die Schuld haftete auf ihm und ließ sich nicht hinwegwischen. Hertha war es, als habe ein jäher Blitzstrahl den Altar zertrümmert, den sie dem heimlich Verlobten in ihrem Herzen errichtet, und zugleich ihr junges Leben für immer verheert, all' seine Blüten gebrochen. Sie begeguete seinem Blick, der scheu und angstvoll den ihren suchte, wie in flehentlicher Abbitte. Da konnte sie sich nicht mehr bezwingen, vor ihren Augen ward es dunkel, sie erbebte. Frau Harten, die ihr zunächst stand, stützte sie, und sagte, als sie bemerkte, wie die Augen der andern in neugieriger Spannung auf ihr hafteten, laut zu diesen:„Fräulein Steinhagen hat sich so erschreckt bei dem plötzlichen Anblick der armen Irrsinnigen, und mir ging's auch so; wir waren im Gespräch begriffen und hatten sie nicht eher bemerkt, als bis sie auf einmal ganz nahe vor uns stand.“ Albrecht trat rasch herzu. Er reichte seiner Schwester den Arm und führte die Schwankende aus dem Saal. Seine Frau folgte ihm. In peinlichster Verlegenheit war der Bergrat zurückgeblieben. Die Gäste standen überall in Gruppen beisammen, leise und eifrig miteinander redend. Er ahnte, wovon sie sprachen. Frau Hartens milder Blick ruhte auf ihm, sie erkannte die tiefe Erschütterung seiner Seele und wußte, welche Qual es für ihn sei, jetzt hier auszuharren und vielleicht auf neugierige, unzarte Fragen Rede und Antwort zu stehen. Sie hätte so gern ihr davon erlöst und wußte doch nicht, wie. Zum Glück trat jetzt ihr Sohn zu ihr, der ihr vorhin in kurzen Worten das auf der Grube geschehene Unglück als Grund seiner Verspätung mitgeteilt. (Fortsetzung folgt.) sie hat unscrer Industrie ohne Zweifel schwere Opfer auferlegt, die mit der Zeit verwunden werden müssen. Unsere Industrie hat die Lasten mit anerkennenswerter Willigkeit in der Hoffnung auf die versöhnende Wirkung auf die Arbeiterwelt auf sich genommen und man darf auch zuversichtlich erwarten, daß sie nicht vergeblich übernommen sein werden. Eine fast widerwillige Anerkennung der Wohlthaten der Sozialgesetzgebung der letzten Jahre zieht sich selbst durch die sozialdemokratische Agitation hindurch. Die anfangs auch in anderen Kreisen weitverbreitete Abneigung gegen die Invaliditätsversicherung mit ihren vielfachen Unklarheiten und Belästigungen beginnt mehr und mehr zu schwinden; die Ausführung des Gesetzes ist, nachdem einmal die ersten Schwierigkeiten überwunden waren, ziemlich glatt von statten gegangen. Aber bei alledem ist doch der Wunsch gerechtfertigt, daß eine längere Zeit gewissermaßen zur Verdauung gewährt wird Dadurch soll es aber keineswegs ausgeschlossen sein, daß im einzelnen Verbesserungen und Ergänzungen vorgenommen werden, wo sie sich in der praktischen Anwendung als wünschenswert herausstellen. So liegt dem Reichstag bekanntlich eine umfangreiche Revision des Krankenkassengesetzes vor und auch bei anderen Gesetzen werden Abänderungen und Ergänzungen nicht zu vermeiden sein. Das verhindert aber nicht, daß dem Ruhebedürfnis auf diesem Gebiet in nächster Zeit so viel wie möglich Rechnung getragen wird. Beratungen im Eisenbahnministerium über Dauerhaftigkeit und Sicherheit eiserner Brücken führten zu dem Ergebnis, daß die Frage erörtert wird, ob es nicht ratsam, zukünftig nur gemauerte steinerne Brücken aufzuführen. Vom nächsten Landtag soll eine namhafte Geldsumme gefordert werden, um eine Reihe eiserner Brücken durch neue Bauten zu ersetzen. Oesterreich=Ungarn. Das„Neue Wiener Tageblatt“ meldet: „In Wiener seriösen politischen Kreisen verlautet, der Sultan habe den Prinzen Ferdinand als Fürsten von Bulgarien anerkannt.“ Frankreich. Die französischen Minister des Auswärtigen und der Marine haben den Uebungen des französischen Mittelmeergeschwaders beigewohnt, die nach Pariser Berichten vorzüglich verlaufen sein sollen. Dabei gab es zum Schluß natürlich das übliche Festbankett, und dabei brachte der Minister Ribot selbstverständlich den üblichen Trinkspruch auf die Marine aus, in welchem er hervorhob, die Regierung und ganz Frankreich nähmen ein hohes Interesse an der Kriegsflotte, auf welche sie in schweren Zeiten rechneten. In Paris hat der Präsident Carnot am selben Tage einen neuen großen Straßenzug eröffnet, aber dabei keine Rede weiter gehalten. Rußland. Im Gouvernement Tambow haben blutige Judenverfolgungen stattgefunden, die erst durch Militär unterdrückt wurden. Dreißig Personen sind getötet, eine große Anzahl ist verwundet. Schweden und Norwegen. Die Stadt Stockholm hat dem dort vor Anker liegenden und nach Kronstadt in Rußland bestimmten französischen Geschwader ein großes Fest gegeben. Die Teilnahme soll recht erheblich gewesen sein. Eine Versamlung norwegischer Landarbeiter in Christiania hat die Regierung ersucht, ein größeres Landgebiet zu kaufen und es gratis ländlichen Arbeitern zur Bewirtschaftung zu überlassen. Italien. Die römische„Tribuna" bestätigt die Meldungen über eine demnächst stattfindende Zusammenkunft zwischen Rudini, Kalnoky, Caprivi und Salisbury in London. Das genannte Blatt hat zwar Verbindungen mit der italienischen Regierung, allein trotzdem erscheint die Meldung in der vorliegenden Form wenigstens immer noch sehr unglaubwürdig. Dem Papst Leo XIII. haben die Aerzte die Erteilung von Audienzen untersagt, da derselbe neuerdings an großer Schwäche leidet. Spanien. Der fünfjährige König von Spanien erhält jetzt einen Gouverneur. Er war dermaßen ungezogen geworden, daß seine Erzieherinnen nichts mehr mit ihm aufstellen konnten. Seine neuesten Leistungen bestanden darin, daß er mit einer ihm verehrten Gartenspritze mehrere im höchsten Staat erschienene Hofherren pudelnaß spritzte. Orient. Die bulgarische Regierung läßt erklären, daß ihr von einer nahen Rückkehr des Fürsten Ferdinand nach Sofia nichts bekannt sei und ebensowenig davon, daß der Sultan irgend welche Beschlüsse in Sachen Bulgariens gefaßt habe. Die rumänische Regierung hat verfügt, daß längs der russisch=rumänischen Grenze behufs Abwehr der jüdischen Einwanderung aus Rußland Truppen Aufstellung nehmen und die Einwanderer ausnahmslos abweisen sollen. Asien. Die Cholera wütet in einigen Ortschaften von Syrien weiter. Doch hat die türkische Regierung angeordnet, durch Abschließung der Seuche ein Umsichgreifen zu verhindern. Amtlichen Berichten aus dem Hedschas zufolge ist die Cholera in Camaran erloschen. In Aleppo wurden vor einigen Tagen offiziell 3 Cholerafälle festgestellt, davon 2 mit tödlichem Ausgang; in Antiochien ein Fall mit sofortigem Tod. In Kalkutta nimmt die Cholera stetig zu. In der ersten Woche des Juli wurden achtundvierzig Todesfälle festgestellt. Westfalen und Rheinland. Schwerte, 14. Juli. Vom 1. Januar 1892 ab, von welchem Tage an die Montagsviehmärkte in Dortmund in Fortfall kommen, werden die Hauptmärkte daselbst am Dienstag und Freitag jeder Woche abgehalten werden. Schwerte, 14. Juli. Die neuen Nickelstücke zu 10 Pfg. vom Jahre 1891 haben eine von den älteren Münzen ganz verschiedene Prägung, indem der Adler nunmehr die ganze Fläche ausfüllt. Damit ist ein ziemlich auffallendes„Unterscheidungs=Merkmal zwischen 10=Pfg.= und 50=Pfennigstücken gegeben, da letztere auch ferner die alte Prägung erhalten, die einen kleinen Adler aufweist. Auch bei den neuen 5=Pfennigstücken reicht der Adler über die Fläche bis zum Rande. Schwerte, 15. Juli. Die Waldbeerernte in der hiesigen Gegend hat bereits begonnen und fällt reichlich aus. Täglich sieht man ganze Scharen aus dem Walde oder Berge kommen, um die gesammelten Früchte heimzutragen. Auch viele auswärtige Sammler sieht man schon, die die eingeheimsten Früchte nach den auswärtigen Märkten bringen. § Schwerte, 15. Juli. Vor einigen Tagen wurde einem Fabrikarbeiter auf seiner Arbeitsstätte die Uhr aus dem an der Wand hängenden Arbeitsrock gestohlen. Hoffentlich gelingt es den Bemühungen der Polizei den Thäter, welchem man auf der Spur ist, baldigst ausfindig und ihm den Unterschied zwischen mein und dein klar zu machen. Schwerte, 10. Juli. Der gestrigen Stadtverordneten=Sitzung wohnten außer dem Vorsitzenden 7 Mitglieder bei. Vom Magistrat waren anwesend die Herren Bürgermeister Mönnich und Stadtrat von Eberstein. Es kam folgendes zur Verhandlung: 1. Die zu besetzende Stelle eines fachmännischen Leiters der Gasanstalt und des Wasserwerks wurde dem Ingenieur der Stadt Kölner Gaswerke Herrn L. Brockhaus zu Köln=Ehrenfeld übertragen. 2. Gegen die vom Magistrat beschlossene provisorische Anstellung des Polizeikommissars Göbel zu Castrop als Polizeikommissar hierselbst fand sich nichts zu erinnern. 3. Der Verkauf des der Sparkasse Schwerte=Westhofen gehörigen Besitztums Flur VIII Nr. 762/149 und 763/149 der Steuergemeinde Schwerte an den Fabrikarbeiter Friedrich Schnell hierselbst, ferner der Verkauf verschiedener der Sparkasse gehörigen Grundstücke in Westhofen an den Erdarbeiter Michel und Glockengießer Rincker daselbst wurde auf Grund der von der Sparkassen=Verwaltung festgesetzten Bedingungen genehmigt. 4. Von der beabsichtigten Bildung eines VerschönerungsVereins hierselbst, worüber der Herr Vorsitzende Mitteilungen machte, wurde Kenntnis genommen. Schwerte, 11. Juli. Nach der letzten Armenkassen=Rechnung sind zur Unterstützung der Armen aus der hiesigen Stadtkasse 14651,05 Mk. erforderlich gewesen. Die Gesamteinnahme der Armenkasse betrug 19419,45 Mk., die Gesamtausgabe 19455,44 Mk. Die letztere setzt sich aus folgenden Posten zusammen: Verwaltungskosten 812,78 Mk., Unterstützung der Armen 14653,58 Mk., Zuschuß zur Hausmiete 928,10 Mk., außergewöhnliche Ausgaben 3060,98 Mk. Aus der Kreis=Kommunalkasse sind für die in Irren= und sonstigen Heilanstalten untergebrachten Personen erstattet 1112 Mk., da der Kreis zwei Drittel dieser Kosten übernommen hat. Schwerte, 11. Juli. Bei einem hiesigen Kaufmanne erschien vor kurzem ein feingekleideter Herr, der sich für einen Geschäftsmann aus Witten, von welchem der erstere Zigarren gekauft hatte, ausgab und um Bezahlung des Postens unter dem Vorgeben bat, daß er einen Wechsel decken müsse. Der Kaufmann ließ sich, da er den Wittener Geschäftsmann nicht persönlich kannte, durch das sichere Auftreten des Fremden täuschen und gab den geforderten Betrag— 70 Mk.— her, um nach einigen Tagen zu seinem Schrecken zu erfahren, daß er einem Schwindler zum Opfer gefallen war. Die angestellten Recherchen nach demselben sind bis jetzt leider ohne Erfolg gewesen. Aplerbeck, 14. Juli. Unter Teilnahme mehrerer gemischter Chöre begeht am Sonntag, den 19. Juli, der hiesige evangelische ArbeiterVerein die Feier seines diesjährigen Stiftungsfestes. Letmathe, 13. Juli. Mehrere Knaben hatten gestern auf die Schienen der Strecke Letmathe=Iserlohn schwere Steine gelegt. Glücklicherweise wurde das Hindernis von dem in der Nähe stationierten Bahnwärter noch früh genug bemerkt, ehe der bald fällige Personenzug herannahte. Im anderen Falle wäre ein Unglück unvermeidlich gewesen. Es ist wohl anzunehmen, daß die Jungen sich der Tragweite ihres Unternehmens nicht bewußt gewesen sind, es wäre jedoch für ähnliche Fälle empfehlenswert, wenn die Thäter eine recht empfindliche Strafe träfe. Witten, 13. Juli. Unter einer schweren Betriebsstörung hat gegenwärtig die im Ruhrthale bei unserer Stadt gelegene Zeche „Nachtigall“ zu leiden. Wie von unterrichteter Seite mitgeteilt wird, ist das Pumpwerk(die Wasserhaltung) der Zeche so schadhaft geworden, daß es das bedeutende Grubenwasser nicht zu heben vermag. Da die große Zeche„Helene“ mit„Nachtigall“ verbunden ist, so lag die Gefahr nahe, daß auch„Helene" unter dem sich ansammelnden Grubenwasser zu leiden haben würde. Um dieses zu verhindern, wurden die Dammthüren noch rechtzeitig geschlossen. Auf Zeche„Nachtigall“ ruht der Betrieb vollständig. Die Belegschaft der Zeche in Stärke von etwa 300 bis 400 Mann braucht jedoch nicht zu feiern, da die Bergleute auf den benachbarten Gruben mit angelegt sind. Hoffentlich gelingt es, den großen Schaden an der Wasserhaltung bald auszubessern resp. zu beseitigen; denn sonst soll die Gefahr nahe liegen, daß das Bergwerk, welches einen großen Zufluß unterirdischer Gewässer zu bewältigen hat, ersäuft. Langendreer, 11. Juli. Heute machte das Dienstmädchen einer hiesigen Familie seinem Leben durch Ertränken im Dorfbach ein freiwilliges Ende. Leider wurde das Vorhaben des Mädchens von einem in der Nähe der Unglücksstätte beschäftigten Manne zu spät bemerkt. Als derselbe herbeieilte, war die unglückselige That bereits geschehen. Das Mädchen ist aus Herne gebürtig und stand im Alter von 16—17 Jahren. Paderborn, 11. Juli. Heute wurde hier ein als Nonne verkleideter Schwindler verhaftet, welcher auf Grund gefälschter Papiere in vielen Häusern namhafte Geldbeträge für verwaiste oder kranke Kinder in Bielefeld aufgenommen hatte. Die Pseudo=Nonne soll ein ganz dreistes Benehmen an den Tag gelegt haben. Barmen, 10. Juli. Hiesige Haupt lehrer hatten in Gemeinschaft mit mehreren Geistlichen eine„Biblische Geschichte" verfaßt, und sämtliche Schulvorstände der Stadt stellten bei der kgl. Regierung zu Düsseldorf den Antrag, dem neuen Lehrmittel die Einführung in die hiesigen Schulen zu gestatten. Nach längerer Zeit ist nunmehr eine ablehnende Entscheidung seitens der Regierung hier eingelaufen. Betont wird darin, daß die Vorzüge des neuen Buches nicht bedeutend genug seien, um das bisher gebrauchte biblische Lehrbuch zu verdrängen. Barmen, 13. Juli. Der Stadt Barmen ist ein Privilegium wegen Ausfertigung auf den Inhaber lautender Anleihescheine im Betrage von 10,000,000 Mk. erteilt. Dieselben sind mit 3½ Prozent zu verzinsen und von 1897 ab mit mindestens einen Viertelprozent zu tilgen.„„„„ Barmen, 15. Juli. Ein niedliches Früchtchen ist der Schulbube August Engels von hier, der in letzter Zeit schon mehrmals durch die Polizeibehörden eifrig gesucht wurde. Viermal trieb ihn die Lust zur Landstreicherei hinaus in die Welt, viermal wurde er seinem Vater und der Schule zurückgebracht und jetzt ist er zum fünften Male ausgekniffen, diesmal nächtlicherweile. Jetzt wird man den liederlichen Bengel wohl in Zwangserziehung nehmen. Solingen, 13. Juli. Eine aufregende Szene ereignete sich kürzlich in der Abend Vorstellung der Weidauerschen Menagerie. Als der Elephant seine Kunststücke zeigte und sich in verschiedenen Stellungen auf einem umgestülpten Faß produzierte, rutschte er aus und fiel von seinem Podium herab. Es kostete viel Mühe, den Koloß wieder auf die Beine zu bringen; und als es endlich geschehen war, da ließ sich das gewaltige Tier geduldig wie ein Lamm von den Wärtern auf die Bretter, welche„seine Welt" bedeuten, zurückführen. Es ist ein Glück zu nennen, daß es ein so ruhiges Exemplar seiner Rasse war, da bei dem tiefen Sturz desselben von der Höhe des Podiums zur Erde ein fürchterlicher Tumult enstand. Das Publikum floh im ersten Augenblick. Als sich jedoch die Szene so glücklich abspielte, kehrten die Zuschauer auf ihre früheren Plätze zurück, und die Vorstellung resp. die Produktionen des Elephanten nahmen ihren ruhigen Verlauf. Ratingen, 14. Juli. Das unsinnige Peitschenknallen der Fuhrleute hat schon manches Unheil angerichtet. Hier wurde einem Knaben ein Auge durch einen leichtfertigen Peischenschlag schwer verletzt. Oberhausen, 9. Juli. Im 90. Lebensjahre starb heute der älteste Bürger un serer Stadt, Herr Friedrich Blumberg sen. Derselbe war Ehrenmitglied des Stadtverordneten=Kollegiums, des Presbyteriums der evangelischen Kirchengemeinde, sowie mehrerer Vereine. Vor wenigen Wochen feierte der Verewigte sein 65jähriges Jubiläum als Beamter der Gute Hoffnungshütte. Köln, 10. Juli. Seit dem 14. Mai d. Is. war die Kriminalpolizei in fieberhafter Thätigkeit, um Licht in das Dunkel zu bringen, welches über einem, an diesem Tage an der 75jährigen Witwe Stockhausen in brutaler Weise verübten Raubmordversuche schwebt. In vergangener Nacht ist es den eifrigen Bemühungen des Kriminalkommissars Koch gelungen, den wirklichen Verbrecher, den Barbiergehilfen Johann Mertens aus Düsseldorf, dingfest zu machen. Ein wegen Zechprellerei in Düsseldorf verhafteter Kellner Peter Bitz war unter dem Verdacht der Thäterschaft hier ins Gefängnis abgeliefert worden. Der Barbiergehilfe Johann Mertens hatte im Gefängnis früher in Erfahrung gebracht, daß die alleinstehende Witwe viel Geld in ihrer Wohnung habe, und faßte den Plan, sie zu ermorden. Er führte das Verbrechen aus, die alte Frau zerkratzte ihm das Gesicht und er entlief, als sie um Hilfe rief, unter Zurücklassung seines Hutes und einer Bleiplatte. Gestern nun erschien beim Kommissar Koch der Graveur Hamm aus der Brüderstraße und erklärte, die Bleiplatte sei in seiner Werkstätte gestohlen worden; auch wies er die Punzen vor, mit welcher die Figuren auf der Platte geschlagen waren. Der Dieb der Platte sei wahrscheinlich der Barbier Johann Mertens, der bei ihm gewohnt und um in sein Zimmer zu gelangen, stets durch seine Werkstätte habe gehen müssen Als er die Anzeige in der Zeitung gelesen, habe er sich erinnert, daß Mertens am Mittag des 14. Mai blutend, mit zerkratztem Gesicht und ohne Hut nach Hause gekommen sei. Kommissar Koch stellte sodann fest, daß er sich bei einem Barbier durch Ueberschminken an dem betreffenden Nachmittag die Kratzwunden habe bedecken lassen. Der Verbrecher trieb sich hier als Geigenspieler in den Wirtschaften herum und hatte keinen festen Wohnort. Die Kriminalpolizei ermittelte nun gestern, daß er die letzten Tage in einem Logierhause am Buttermarkt geschlafen hatte. Seelenvergnügt kam Mertens in vergangener Nacht nach Hause, und als die Kriminalbeamten annehmen konnten, daß er zu Bett gegangen sei, drangen sie in sein Zimmer ein und verhafteten ihn. Mertens widersetzte sich den Beamten heftig und versuchte über die Treppe zu entfliehen. Er wurde indes eingeholt und gefesselt in sicheren Gewahrsam gebracht. Mertens hat sich außer dieser Sache noch wegen verschiedener anderer Verbrechen zu verantworten. Das Klischee hat es in diesem Falle an den Tag gebracht. Köln, 11. Juli. Auf eine entsetzliche Weise hat gestern abend auf dem Bahnhofe Ehrenfeld Stationsaspirant Hermann Schneppensiever seinen Tod gefunden. Derselbe hatte Dienst auf dem Rangiergeleise der Ehrenfelder Gasfabrik, wo er einen für das Ruhrgebiet bestimmten leeren Güterzug zusammengestellt hatte. Um die Strecke von der Gasanstalt nach der Station nicht laufen zu müssen, nahm er auf der Maschine Platz. Bei dem Stations gebäude wollte er abspringen, blieb aber mit dem Rock am Tender hängen, fiel unter den Tender und der ganze Zug ging über den Unglücklichen, den der Lokomotivführer glücklich abgesprungen wähnte, hinweg. Die Leiche des auf entsetzliche Weise Verstümmelten war in zwei Teile geteilt. Der 35 Jahre alte Verstorbene hinterläßt eine Frau und drei Kinder. Köln, 13. Juli. Im Domhotel wurde in vergangener Nacht ein Engländer verhaftet, der das Bankhaus Oppenheim um 100000 Mark zu betrügen versucht hatte. Köln, 13. Juli. Die„Kölnische Volkszeitung“ meldet: Der Bau der ersten Eisenbahn in China ist ganz in die Hände eines Regierungsbaumeisters aus Köln gelegt, der alle Aufträge Deutschland zuwendet. Ehrenfeld, 13. Juli. Während des Gewitters, welches kürzlich über unsere Stadt und die Umgegend hinzog, spielten zwei Knaben auf dem Hof eines Hauses an der Cäcilien= straße, als plötzlich ein Blitz herniederfuhr, der die eigentümliche Wirkung hervorbrachte, daß einer der beiden Knaben im kurzen Kreis umherlief und dann, den Blick nach oben gerichtet, den Kopf nach hinten geneigt, wie erstarrt stehen blieb. Er mußte in diesem Zustand in die elterliche Wohnung gebracht werden. Der herbeigerufene Arzt fand ihn auf dem Sofa liegend, die Pupillen erweitert und scharf zur Nasenwurzel gerichtet. Auf einen Zuruf blieb er starr und gefühllos. Nachdem ihm der Kopf eine Zeit lang mit kaltem Wasser gekühlt war, zogen sich die Pupillen allmählich wieder zusammen und auch die Augen kehrten bald wieder in ihre normale Richtung zurück. Der Zustand der geistigen Abwesenheit hielt jedoch noch an. Irgendwelche sonstige Spuren, die der elektrische Strahl an den Menschen zurückläßt, waren nicht zu bemerken. Der Arzt glaubte, daß vorläufig weitere nachteilige Folgen nicht zu befürchten seien. Der andere Knabe, welcher den Blitz herniederfahren sah, von dem sein Spielgenosse in der vorbeschriebenen Weise mitgenommen wurde, ist mit dem bloßen Schreck glücklich davongekommen. Aachen, 12. Juli. Eine ruchlose That, wie sie mit ihren Folgen nicht schlimmer gedacht werden kann, ist am Mittwoch abend auf Bahnhof Rothe Erde verübt worden. Der Schnellzug von Köln, welcher um 12 Uhr 18 Minuten nachts in Aachen eintrifft, schwebte in einer schrecklichen Gefahr. Beim Durchfahren der Station Rothe Erde wurde der in brutaler chwebt. In gen Bemüch gelungen, biergehilfen dingfest zu in Düsselwar unter ier ins Gearbiergehilfe gnis früher lleinstehende nung habe, norden. Er te Frau zertlief, als sie seines Hutes nun erschien veur Hamm e, die Bleilen worden; mit welcher lagen waren. cheinlich der ihm gewohnt angen, stets müssen Als gelesen, habe Mittag des Gesicht und . 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Da erlebte der preußische Arzt, Dr. Fried= einen oder anderen der Weltkörper, die uns umgeben, Forschen nach der ürsache fand man ein Anlehnen des Kindes aufgegangen iv.(Dr Frtehänder siehz einen Hosgren bewpuode..* In große Trauer versetzt ist die mehrere Zel dickes Gubeisenftück zwischen den) Eine wichtige Entscheihzuerzighig hzieser nährt sich hu, untersucht besen Wonde und fadet, Famiste des Kolon Rahe in Löhne. Die Schienen eingekeilt, an einer Stelle, wo durch Strafkammer des Stettiner Lanogerichrs dieser vaß er da rasch, an Ort und Stelle gleich, helsend Pvtt gzgne gatten sich Um Gaden nach de sein Besteck heraus und es orei Söhne hatten sich zum Baden nach der Geleise auf das andere geführt, wird. Das einer Swinemünder rogenhandstung einem)saut er zurzui Hosaren.“= Da grast eien Bierd, setel beiden ispasten(im Alter von 10 und 12 s= 1agt er zu dem Husaren:„va gralt ein Pfero, gese beiden jungsten(im alter von 10 und 12 Geleste uf bes wnder, bsefezmr ,ichen Triesdnacher fütr 20 Vf. graue Salhe ausz. Lu, t u den Hsateg:= Da gresk. ein Berz, stz, beden eingeklemmte Eisenstück zeigte einen frischen Schuhmacher jut 40 gf: henne.—.7. Dich darauf und reite langsam hundert Schritte, dort Jahren) in eine tiefe Stelle und versanken. Bruch, und man fand einen Teil desselben, gehändigt. Der Käufer rieb sich mit der siadest Du ein Lazaret, vo Du auch ewwas zu issen Der altere Bruder, welcher seine Geschwister wvelcher durch die Wucht, des Zuges und die Salbe sehz, stark ein und zog sich eine Duech= grkgzt /s4cz. fsäzt, sier Poze„.Da Rebt der Hperaihgen) retten walte mar auch schon bewußtlos, als welcher durch die Wucht des Zuges und die Salbe sehr stark ein und zog sich eine Queck= und zu vrinken belbongeyz; Da sett der Husar auf.l uten woste, wor auch schon bewatilgs, ois Widerstandsfähigteit des Materials abgebrachen silbervergistung zu. Dier, Frage wurd=, Aigr, Engrst, pieber ganz behaglih und ur pack den Dr.) er von herbeigeilten Leuten an das Uer gewar, in einiger Entfernung auf dem Bahn= zeigt und den Verkäuser traf wegen v.—.(Friedländer beim Kragen:„Ich hob' die Ehre, Sie bracht wurde. Man konnte ihn jedoch wieder körper vor. Man darf sich das Bild nichtstretung der kaiserlichen Verordnung betreffend zu meinem Gesongenen zu mochen!“ Und ebe Dr. ius Heben zurückrufen. wuematen, welches eine Entgeisung des Zugessden Verkehr mit Heimit,ine, Geldstraf, von Prtevönder Vder Gusgr agsg Pierd selstorsändlich 4 In Messina fand eine Erpioion von geboten haben würde, und es ist nur der lcsstgn, Pbrgere Gerichthof war dex Fnscht, inme de Faust am Kragen dis Arzies und weiter Feuerwerkstörpern, die auf offener Straße an Fügung Gottes zu danten, Jaß das Schreckz 200 Met. Der Gerichnzos, n, ve.., e,z giung es im scharfen Traß, bis die österreichischen der Sonne trocknen solten, statt. Zahlreiche lichste verhütet worden ist. Der 25 Minuten]daß„graue Salbe“ nur in den Apotheken feil Posten erreicht waren. Und so kam es(Oestereich Passanten wurden verlest, zum Glück aber alle früher dieselbe Strecke befahrende ebenfalls gehalten werden dürfe. Ganz unverantwort= wor dawals noch picht, der Genser Kogpenion beige, pussagten wurden verlezt, zu von Köln kommende Schnellzug hat ein Hin=lich sei es, wenn Die Solve, ig, ez. Hernach zugen ais Kriagegesangener, in Krolau internet, zu.] 3 In Pest erschoß ein Börsenagent, der dernis nicht gepürt, so daß die Thausache, daßlgebracht werde, ohne dos der Vertause, u04 hrigen mußte. ien und uis her err, viel Geld veroren hat, seine Frau, seine 3. der ruchlose Streich zu nächtlicher Stunde voll der beabsichtigten Vexpendung fragte und aus) Von einer Granate Ferrisen und auf der Steus jährige Tochter und dann sich selbst. führt worden, jede Annahme eines Zufalls die Gefährlichteit der Salbe aufmersam maße, geldtet wurde beim Kagellucken im Löckstedter Lager 1.: Durch Entaleisung eines Schnelluges auschließt, zunat dos vorgehun gzezun sepzhzig por., Dos büchiesizern pom gihocheten den fhoden, ein 45 Jaher alter Arbeiter aus Jebot. Dielbei Aspon in Nordamerika und spiteren von den Beamten als nicht, der Bayu gegorig svor kurzem den Bestpeln von Apoihetetnt ven Aagelsucher hauen kaum ihre Arbeit aufgenomgen, Brand der Wagen wurden 15 Personen gebezeichnet worden ist. Die Nachforschungen Handel mit Wein, Esig und anderen Gegen= da ersolgte plözich eine ungemein besige Expenen, tötet. Landstreicher beraubten die Verunglüickten verberehteus kund iun oher Materialsen siad, als der Würde des seilen sat brdsei, ud fanden drez, Uzsglichen und musten mit Gevalt Standes nicht entsprechend, verboten. Zur Arbeiter=Bewegung. Die Bergarbeiter=Bewegung, welche seit dem ver; noch viemals unglückten Streik des Frühjahrs stark zurückgegangen, fahr sucht man seitens der Führer jetzt wieder in Fluß zu Kameraden in Stücke zerrissen vor. Eine Hand war!* Im vorigen Jahre wurden in Anderlecht, Wig Salt“ d4 nif Rorlins hatl ehoetrennt und die Brust pollständig aufgerissen; der in der nächsten Nähe von Brüssel, etwa 60 Die Selbstmordchronik Berlins harl hlubedeckte Körper zeigte kein Leben mehr. Der Ge= fränkische Gräber entdeckt. Der hiesige Verniemals einen so reichen Zuwachs er= tste hatte ein nicht krpiertes Proiekil gefunden. und ein zür Altertumskunde leitete die sofort in In Coburg hat ein 14jähriges Dienste 2 Interessante Versuche von Dauerleistungen zu bereitwilligsten Weise. Die Arbeiten, in derem Schnetter aus Podach das von Pferd und auf dem Zweirao tieß in Berlin, wie der Verlauf noch an 50 weitere Gräber entdeckt Köln. Zig.“ gemeldet wird, vergleichsweise der Kom= wurden, sind jetzt beendet. Fast in alle sucht man seitens der Führer jetzt wieder in Fluß zu 12½5 bringen. Vor etlichen Tagen haben in Köln Dele es sind vom gierte engl., franz., belg. und deutscher Bergleute ge=der Vororte tagt, um eine große internationale Organisation der worden! Bergleute ins Leben zu rufen. Die beiden englischen* In Coburg hat ein 14jähriges DienstDelegierten waren die Parlamentsmitglieder B. Pckard) mädchen, So bttxg, bot ein,; Pod,..s pon und Thomas Burt. Es wurde zunächst beschlossen, mädchen, Lina Schnetrer—,. den nächsten internatignalen Arbeiterkongreß, im Juli der Herrschaft gekündigt worden nächsten Jahres in London abzuhalten. Nach dem Statutenentwurf soll der internationale Verband der Bergleute folgende Zwecke betreiben: 1) Das Zusammenwirken aller Bergleute der Welt. 2) Die Beschränkung der Arbeitszeit auf acht Stunden inkl. Einund Ausfahrt. 3) Das Erlangen wiksamer Beauf, verhaftet worden. Die Reiter kanen in algemeinen zuerst an, aber zun“ Montag nacht ein schweres Eisenbahnetouns und Sutpetton der eroverz mbuste, Bunze In einer Briguettefabrik zu HarbkesTeil nur mit gringen Pgsprung, Auf den größten serfolgte pzontag nacht ein schwers Eisenbahn benden Inf und Beaufschtigenden von ur hat nach dem Helmst. Kreisbl eine Erplosion Entfernungen von etwa 50 km ritten zwe Kavallerie= ungligk. Es verlauten folgende, Einzelheiten: henven Inspektoren und Beaufsichtigenden von Arbeiter= hat nach dem Prttzgg##telt: Offiziere gegen drei Radfahrer, von welch letztern einer Der Paris=Liller Schnellzug stano auf der Delegerten, weilche von den Grubenarbeitern frei ge stattgefunden, bei welcher neun Personen meist mit der Maschine unterwegs einen Unfall hatte, die Station Lachapellestill, als plötzlich der Schnellvähl und vom Staate bezahlt werden solen. 4)schwer verletzt wurden. biden andern Infanterie=Lieutenants durchliefen die t Calgis=Paris in größter Eile heranbrauInternationales Hondeln bei nötigen Gelegenheiten. 5)]* In Großstrehlitz hat im Gewölbe Strecken in 210 und 215 Minuten. Die beiden Reiter, zug Caiges=Paris in größter Eile heran Oeganisation der Bergleute und Wahrung aller berechtigten Interessen beziehungsweise Anwendung aller geseslichen Rechie behufs Erangung einer gerichtlichen stattgefunden. Eine Person ist tot, vier sind auf der ganzen Strecke nur 15 Minuten Schrit gee Flagen stürzte Punchtütrung aler Acdeisionraste, somie ur Bohz schwer, sehs leicht verleizt worden. Jriten..6 8ut Wrt, iu, Teitem Klase, welcher vollähdig zerrüwmert wurde rung aller sonstigen Rechte und Herbeiführung humaner* In der Schaftgitt'schen Forst bei Rabis* Ein sehr seltsames Attentat wurde vor einigen Klasse, welcher vollständig zertrümn Behandlung der Kohlenindustrie=Arbeiter. Von deut= Schlesien wurde ein Revierjäger von Tagen in Suderland(England) verübt. Eine Frau Die übrigen Wagen erlitten nur heftige Erschen Delegierten wohnte dieser imernationalen Komitee=sh au in, Schleegzgn##....—. war auf der Straße, festgenommen worden, als sich schütterungen. Wie verlautet, sind 5 Personen sitzung der Bergleute u. a. L. Schröder, der„Kaiser= Wilddieben ersch delegierte“, bei; auf dessen Antrag wurde beschlossen, daß die in Köln gefaßten Beschlüsse die Grundlage altes für den ins Leben zu rufenden internationalen Verbands“!“ sin sollen.— nicht länger beaufichtigen wollte, so lauge mit Aligendicke sand auch schon eine Erplosion stat, weilche Verwundung In Charleroi wurden weitere 4000 Berg=s dem Kopfe in einen Kübel mit Teig gesteckt, die Hand der Frau in Stücke rißz. Der Unbekannte Kontusionen. Der Unfall ereignete sich durch leute auf den Gruben zugelasen, sodaß nur noch 2000 bis er tot war. war in der Richtung der Docks verschwunden. Man): zunachtsamkeit eines Beamten, der dos zu gefern genötigt,„ Jinz,„Auf Zeche„Pays de Liege“. Der Kirschensegen, besonders der Ueber= fand auch ein Stückhen„halbverbronnten hraunen die Unachrsamteit eines Beamten, der das in Montigny=sur=Sambret zertrummerte ein Bergmann,, girschan, is. sonders ve. gg. Papiers, auf welchem die Worte standen:„Explesif Haltesignal dem von Boulogne kommenden dem man wegen seiner Aufwiegeleien die Wiederauf= fluß an süßen Kirschen ist trotz des vielen 5rr-1— Glascow.“ Der Armstumpf des Opfers mußte Zuge zu geben verabsäumte. Bei mehreren nahme der Arbeit verweigerte, sämtliche Fenster des genwetters in diesem Sommer so ungeheuer, amputiert werden. Der Attentäter ist bisher noch Vexwundeten mußten noch im Laufe der Nacht Grutendureaus. Er wurde verhastet, Ebense wurden daß in der Ungegend von Verlin die schönsten nicht gefanden worden. Amputationen von Gliedmaßen vorgenommen einige Aufrührer dingfest gemacht, weiche nog in lester Kirschen cht mehr geflückt werden können,]* Aus Seattle(Washington Terr.) wird von Amzl Sunde ihre Mitarbeiter mit Gewal und Drohungen Kirschen nicht weyr vos.v—.,. zage zwei einem selisamen Naturspiel berichtt. Während der werden. Schmnagelgeschig an der Einsahrt verhindern wolten. sweil die Händler nur 3 und 2, sage Zuvet anhaltenden Strenge des verflossenen Winters bildete!“ Eine köstliche Schmuggeigeschichte erzählt In Vicoigne ist ein größerer Vergarbeiteraus= Pfennige pro Liter bieten. Man überläßt die sich unterhalb einer Felsenquelle des Glacier Peak der Pesther Lloyd von einem französischen ang ausgenragen. Süßkirschen deshalb lieber den Vögeln.(Caseaden=Gebirge) ein Eiszapfen von kerräichtlicher Judustrieritter. Der englische Handschuhzoll Haus= und Landwirtschaftliches.“ 46 244 zerbrochene Scheiben hat die Wasserg immer meße und mehr anschwol, Zanächt ist ungemein hoch. Ein erfinderischer Kopf Um die Arbeit der Waschfrau zu erleichtern, hat deutsche Hagelversicherungs=Gesellschaft zu Ber= schob er sich über das gefrorene Bett des Flüßchensl gab nun unter Angabe erdichteter Adressaten man viele Mittel erfunden. Ein unüberwindlicher Ein=lin zu bezahlen. Dieselben sind bei dem letz hin, den die Quelle bildet und hing dann an der in Calais zwei Kisten Handschuhe auf, die wand aber gegen die meisten derselben ist, daß sie de ten Unwetter=Orkan mit Hagelschauer— in Kante eines Felsens, wo im Sommer der schäumende eine nach London, die andere nach Edinburgh. alse de uihgen, Es gebht ader ein Mlüch gers woghengs meist in Treibhausern, Verschau, Aste znag.— Eade des Wosterd Halte der Die eige Sezdang trgh in. Seonion welches das Waschen erleichtert, ohne der Wäsche im gen worden. Eiszapfen eine Dicke von 20 Fuß und eine Länge von natürlich nicht ausgelöst und als man die Kiste Eisfachheit und Billgkeit besitr..... Die Untersuchung, welche gegen den 1000 Toe, vgiganzsche, Szz, Seineg Przugg#gre gat, öffnete, fand man in derselben lauter linke voll reines Benzin bei. Das Verf ihren man am nächsten Morgen, wenn man Kochen aufstellt. Ein sehr leichtes Reiben wird dann genügen, um den Schmutz zu entfernen, Waschfrau wird um die Hälfte Wäsche wird so rein und weiß sein, ist. Der einigen Personen widerliche Geruch des Benzins wird während des Kochens gänzlich verschwinden. eses slse eie delctecesce eahe e chchestelicieie elscsenethhesene Kiteäe rfihren wiederhole erfolgt im Bärenzwinger, eingeleitet, ist seitens Moment nun trat vor einigen Wochen ein: die Eis= nur die Fracht deckte, wurde mit Vergnügen es Reiben wird dann der Statsaxwaltschaft fallen gelassgz., Morden,(in shrem Falle dicke Baunstämme wie Halme inickens augenonznen, Dieselbe Komödie wiederholte ffernen, die Arbeit der nachdem sich nach keiner Seite hin Belastungs= und eine Meile weit abwärts mit sich führend. Dichts sich in Edinburgh, nur fa verringert, und die material für die in Frage stehenden Personen vor dem Dorfe kam sie zum Stillstand und harrte!— rechte Handschuhe in der in, als sie zu machen ergeben hat. nun, eine fünfzig Fuß hohe Barrikade aus Eisschollen, Kiste. Der Himmel fügte es, Vermischtes. stele eingetrofsene Depeschen sofort in sämtliche Ab.: Ein Begsftungsfall hält, wie aus Stuhweitzen=Imal die Fracht deckte, aber doch ankaufte. * Aus dem Nachmittagsschnellzuge Berlin= teilungen und Restaurationen. Wir sitzen in einer burg gemeldet wird, seit einer Woche die Ortschaft Wie in jeder rechten Komödie„kriegten“ sich Breslau stürzte am Donnerstag während der lderselben, plößlich rasselt neben uns em Telig,rgpiz Hoieg. Ppilz, zut hzuchen, Haten sweis Kraßen fesche ge= natürlich auch hier die richtigen Paare. Fahrt zwischen Liegnitz und Spittelndorf in= sesen Freit die Neueste Nachrichtes, Große Vezssammel; zahreiche Leute in der Gemeinde haben von„“ Nach Pariser Blättern hat ein russischer folge Selbstöffnung der Thür eines Koupee's]lustigung erregt der Photographen=Automat. Oben den Pizen gegessen, und sämtliche sind bald nach dem Arzt, Dr. Krohn, dem Stadtrate von Paris 3. Klasse ein ungefähr fünf Jahre altes Kind, wirft man ein Fünfzigpfennigstück hinein, nach zwei Genuß derselben erkrankt. Die Patienten wurden in 100 000 Franken an worauf die gleichfalls im Koupee befindliche Mutter demselben nachsprang. Die Dame w die Gatin des Kreisphnstus Dr. Lser in Bibsz. Richt wentger intersant st der Hör=Aluo, worsen hat, Diselben wieder ausias und zubereicke, 6 Monate, überlassen wolle, um alle d Nimptsch, die mit ihren 3 Kindern und einem mat. Wir wersen ein 10 Pfennigstück ein und der Die Untersuchung hat ergeben, daß die Pilze giftig findlichen vezw. noch zur Aufnahme kommenDienstmädchen im Wagen saß. Ein in dem= Automat deklamiert mit Pathos ein vorgedrucktes Ge gewesen sind. wieg gerichtet. Her Bsrangm den Kranken ausschließlich nach der Naturheilselben Wagen einige Abteilungen da sitzender Breslauer Bäckermeister, den Sturz der Frau beobachtet hatte, zog sofort Mitels Ertrazuges ist eine Beduinen=Karawane von tgtexoswen, lasg. el die Notbremse, worauf der Zug etwa 400 Turin eingetroßen und giebt Vorstellungen.„ ezusgaer eines Verkehrsmittels, zwische, ger Frhrzugd beraten und zu berichten. Meter von der Unglücksstätte hielt und bald Invgliden und Beteranen aus, den Freiheitzz szuem anderen Weltkörper auzitrigie Fragen geg#e.„ Bei sehr heftigem Sturme scheiterte am Neter von der Unglückstätte Hielt und bold triegen 1813/15, welche von der Invaliden= und Herr Flammarion anwortete auf die Fragen des Versaom.s.197, beftiggm. Sturme scheitert darauf an dieselbe zurückkehrte. Mutter und Veteranen=Unterstützungs=Deputation Unterstützung er= suchers, er kenne das Testament und wisse, daß die Montag auf dem Meissiuppi ein Dampfboot, Kind wurden mit dem nächsten Güterzuge, halten haben, sind nicht mehr vorhanden. Einem Verstorbene in den letzten Jahren eine eifrige Leserin wobei ungefähr 300 Personen in den Wellen welcher zu diesem Zweck zum Halten gebracht Veteranen konnte noch im vorigen Jahr eine Weih= seiner Bücher war. Dort müsse sie den Gedanken an umgekommen sind. wurde nach Liegnitz überführt und dort auf nachtsgratifikation gewährt werden. In betreff der die Möglichkeit eines Verkeyrs mit einer anderen Welt, Pet dr, nacz Stehus, uegehht u..— Invaliden und Hinterbliebenen der Gefallenen im insbesondere mit dem Mars, geschöpft haben.„Wir Anordnung des zuständigen Bahnarztes im dänischen Feldzug(1864) ist zu bemerken, daß nur haben in der That einigen Grund zur Annahme, daß Liegnitzer Krankenhause aufgenommen. Das noch eine Witwe vorhanden ist, welche als einzige von jenem Planeten aus Signale an uns gerichtet Kind ist inzwischen gestorben, während die Empfängerin übrig geblieben ist, und von genannter werden.“— Signale?“—„Ja, man hat zu verMutter zwar lebt, aber noch bewußtlos ist. Deputation eine monatliche Unterstützung erhält. schiedenen Malen an verschiedenen Stellen des Mars Nutter zwar lebt, aber noch bewußtlos ist.) 9. Turgerische Krese wied es imteresseren, daß Lictzpunne, gesetzen, die vegelmäßzg, bald als Dreieckt, Die Ursache des Unfalles ist nach dem vor= der dlteste Sohn des Turnvaters Jahn, Arnold Sieg= bald als Berecke, geordnet waren. Daraus schlos läufigen Ergebnis der sogleich eingeleiteten fried Jahn, am 29. Juni in Chicago, 79 Jahre alt, man, es könnten dies für uns bestimmte Signale sein. man dort lauter der unbestellbaren daß in SchottEine der interessantesten Neuheiten der Aus Felsenhzsef ziz, hur Etändereno chrpischt Hendet Feoräu= land ein Liebhaber von rechten Handschuhen Frankfurt am M. ist der von Siemens u. dem Wege, den die Eislawine genommen hat, is der aus der Erde wuchs, der die ganze Sendung, G. Henneberg’s„Honopolseide“ ist das Beste! Nur direkt. bahnamtlichen Untersuchung darauf zurüczu= unter außeror, penisgerp,.kanptr. Wer seig egsohen, der glebt as picht; venl führen, daß der Riegel des oberen Koupeetyür= Er,selbst wor wezisg Het gzm„ay greiggger Verein daß kenerspeiende P. Eine andere natürliche Erklärung dieser Erscheinung man kann unmöglich annehmen, Pfarrer, Lehrer, Gutsbesitzer, Beamte 2c. rauchen uhren, daß der Riegel des oberen Koupetgur, Ertel bes Turnoaters, ist an einem Ghseagger, Verein oag geuerspgende Bukane oder schnebebdeckte Berg=] Pfgrer, Lehrer, Gutsbesitzer. verschlusses anscheinend infolge Bruches der Turnwart. 32 Turnvereine nahmen an der Bestattung gipfel in so streng geometrischer Form austreten.]seit Jahren Roll. Tabak von B. Feder nicht eingegriffen und der untere Vor= teil, die in erster Reihe eine Ehrenerweisung für den Leider gestattet uns der schlechte Zustand der Atmosphäre, Seesen a. Harz 10 Pfd. fko. 8 Mk. mit stets gleich. reiber wahrscheinlich durch die Erschütterungen Beg.ünder der Turnnerei sein sollte. welche die Erde einhüllt, nicht, den Mars so regel= Behagen. i Nur-Hoch Kürze Lelt. Umzugshalber verkaufe ich mein ganzes Warenlager, bestehend aus Manufaktur=, Woll= und Weißwaren, Knöpfen und Besatzartikeln nochmals bedeutend herabgesetzten Preisen gegen Barzahlung mit 10 Proz. Rabatt. r. J. Winterhoff, Schwert Gras= und Fruchtverkauf Ergste. Mittwoch, den 22. Juli, nachmittags 5 Uhr soll für Herrn Althoff das Gras in der„Grove'schen Wiese“. nummerweise meistbietend an Ort und Stelle und um 6½ Uhr für Herrn Neuhaus 4 Morgen Roggen, 1¾ Morgen Weizen öffentlich meistbietend verkauft werden. Zusammenkunft beim Wirt Pütter an der Chaussee. Hohenschwert. Grus=Brrtauf. Mittwoch, den 22. Juli, nachmittags 5 Uhr, läßt Herr Schwarzelühr im Möllenkamp, mittelste Wiese und Weide 20 Morgen Gras gegen Kredit verkaufen. Anfang Möllenkamp. Carl Jonas. Großer Gras=Verkauf. Herr Ehrenamtmann Bormann zu Ergste läßt Samstag, den 25. Juli kr. nachmittags 4 Uhr, das Gras in der neuen Weide an der Elsebrücke, circa 30 Morgen, nummerweise meistbietend an Ort und Stelle verkaufen. Verding. Die Arbeiten und Lieferungen zur Erneuerung der Dacheindeckung mit Falzziegeln auf der Schmiede der Lokomotiv= abteilung der Hauptwerkstatt zu Witten— etwa 813 im— sollen öffentlich verdungen werden. Angebote sind kostenfrei, versiegelt und mit entsprechender Aufschrift versehen, bis zum 25. Juli, vorm. 11 Uhr, 1391, um welche Zeit die Eröffnung der Angebote in Gegenwact etwa erschienener Bewerber stattfindet, einzureichen. Zuschlagsfrist 2 Wochen. Angebotshefte sind für 30 Pfg. von hier zu beziehen. Hagen, im Juni 1991, Königl. Eisenbahn=Betriebsamt. Versummtung der Verwaltungssekretäre am Sonntag, den 19. Juli, nachmitlags 3 Uhr, in Blankenstein bei Wirt W. Wengler. Um rege Beteiligung bittet Der Vorstand des Zweigvereins Vortmund=Bochum. 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Beiblättern Mit 12 wöchentl. Beiblättern Bestellungen nimmt entgegen die Buchhandlung von C. Braus in Schwerte. Wenn genaunte Firma nicht zu erreichen ist nimmt aun jede Postanstelt und jeder Briefträger Bestellungen au. Sämtliche Nummern des Vierteljahres werden stets nachgeliefert B.Jedem Etwas“ ist 100 bis 200 Prosent billiger, Aals alle gleichartigen illustriert. Zeitschrirten und Abringt fortwährend grossartiges Aufschen erregende Veröffentlichungen von eminenter Bedeutung. Deutsche Reichspostzeitungslite Nr. 2972 Tüchtige Vertreter gegen hohen Verdienst gesucht! u Gras=Verkauf. Donnerstag, 16. d. M., nachmittags 6½ Uhr beginnend, soll das in der Pohlswiese an der Westhofer Brücke nummerweise an Ort und Stelle verkauft werden. Freiherrlich v. Piucke'sche Verwaltung. — gez. Schulte. Ca. 1½ Sechsziger sehr gut stehende Garteufrüchte, an der tollen Straße belegen, sind unter der Hand zu kaufen. Von wem, sagt die Exped. Sonntag, den 19. Juli, findet in dem Lokale des Wirts Herrn C. 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Ein Teil des Abonnementsbetrages wird dazu benutzt, um jeder Abonnentin, welche ein Jahr lang abonniert gewesen, im Namen der Mitleserinnen seitens der Redaktion bei der Verheiratung eine wertvolle Hochzeitsgabe übersenden zu können. Da 50000 Mädchen als Leserinnen gewonnen werden sollen, so wird die Ehrengabe stets glänzend ausfallen... I.-Ahendluns van Bestellungen nimmt entgegen die Buchhandlung von C. Braus in Schwerte. Wenn genannte Firma nicht zu erreichen ist, nimmt auch jede Postanstalt und jeder Briefträger Bestellungen an. Zeitungspreisliste der Post 3015 a. 9. Nachtrag. Wer die richtige Lösung nebst dem Abonnementsbetrage in Briefmarken oder die Abonnementsquittung einIsendet, ninmt an der grossen Preisverlosung für obiges Rätsel a. 15. August teil. 1000 Preise i. Werte v. 3000 Mk. Tüchtige Vertreter gesucht, welche gegen hohe Provision Abonnenten erwerben wollen. Gearutationsrärten empfiehlt C. Braus. 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