aat feine unter wirtschaftl. Münster ien, als: u böhm. icer, om feinsten für nasse ller Art, * gelb, u Guano, sate nd r 2c. 2c. eider, Cueh daß die BeI. Stuttgarter im ganzen bestattet sei, n Beteiligung sen Monat eine Los gewinnt rr 165000, Jahresheitrag K 3.50. StaStuttgart. neroth, he Anstalt. nhellweg 94. äg gegenüber. Lestauration ne““ en aufbewahrt. chjedem Dilde Jungen als krhrting F. Goos. eiser chene, u.Bohnen lt billigst h. Greve. der Erfolg. unreinerTeint verschwinden täglichen Geenmilch-Seife Ko. in Dresden. k 50 Pfg. bei rohr Auszüge, verunter Garantie tausch gestattet. ko. Kirberg& ). Solingen. ten, Farben. urell-Tapeten 3fg. an, apeten fg. an. n, Leinöl und en in bester den billigsten osenthal. turartoffeln getaufte) bei Wicsinger. lle, für den Frreis Abonnements=Preis pro Quartal 1 Mark 50 Pfg. Erscheint Dienstags, Donnerstags und Samstags. Wöchentliche Gratisbeilage:„Familienfreund.“ Nr. 43. Kreisblat Gorde und den Lanbrreis Vortmund. Insertionsgebühr für die sechsspaltige Zeile oder deren Raum 10 Pfg., außerhalb des Leserkreises 15 Pfg.; Reklamen 30 Pfg. Redaktion, Druck und Verlag von Carl Braus in Schwerte. Schwerte, Samstag 11. April 1891. 24. Jahrgang. Amtliche Bekanntmachungen. Bekanntmachung. Auf Grund des§ 11 des Gesetzes über die Polizei=Verwaltung vom 11. März 1850 verordnen wir für den Umfang unseres Regierungsbezirkes was folgt: Gastwirte, Schenkwirte und Kleinhändler mit Branntwein oder Spiritus, welche selbst oder durch ihre Angehörigen resp. Geschäftsgehilfen an solche Personen, welche unzweifelhafte Kennzeichen des Zustandes der Trunkenheit an sich tragen, alkoholartige Getränke verabfolgen oder denselben zugänglich machen, verfallen in eine Strafe bis zu dreißig Mark, eventl. verhältnismäßiger Haftstrafe. Arnsberg, den 13. April 1876. Königliche Regierung. Auf die vorstehende Polizei=Verordnung wird insbesondere bei der bevorstehenden Musterung der Militärpflichtigen— 14.—28. April— aufmerksam gemacht. Bei Trunkenheitsfällen wird die Feststellung erfolgen, wo zuletzt der Trunkene alkoholhaltige Getränke erhalten hat. Die Uebertretung wird nicht nur mit der polizeilichen Strafe geahndet, sondern auch die Erwägung zur Folge haben, ob die Erlaubnis zum Wirtschaftsbetriebe und zum Kleinhandel mit Getränken zu entziehen ist. Hörde, den 25. März 1891. Der königliche Landrat: Spring. Bekanntmachung. Der Bergmann Heinrich Schlüter zu Sölde ist für den Gemeindebezirk Sölde als Fleischbeschauer angestellt und vereidet worden. Aplerbeck, den 7. April 1891. Die Polizei=Verwaltung: Gutjahr. Bekanntmachung, den Ankauf von Remonten für 1891 betr. Regierungs=Bezirk Arnsberg. Zum Ankaufe von Remonten im Alter von drei und ausnahmsweise vier Jahren ist im Bereiche des Regierungsbezurs Arnsberg für dieses Jahr nachstehender, morgens 8 Uhr beginnender Markt anberaumt worden und zwar: am 16. Juni in Unna. Die von der Remonte=Ankaufs=Kommission erkauften Pferde werden zur Stelle abgenommen und sofort gegen Quittung bar bezahlt. Pferde mit solchen Fehlern, welche nach den Landesgesetzen den Kauf rückgängig machen, sind vom Verkäufer gegen Erstattung des Kaufpreises und der Unkosten zurückzunehmen, ebenso Krippensetzer und Klopphengste, welche sich in den ersten zehn, beziehungsweise acht und zwanzig Tagen nach Einlieferung in den Depots als solche erweisen. Pferde, welche den Verkäufern nicht eigentümlich gehören, oder durch einen nicht legitimierten Bevollmächtigten der Kommission vorgestellt werden, sind vom Kauf ausgeschlossen. Die Verkäufer sind verpflichtet, jedem verkauften ferde eine neue starke rindlederne Trense mit starkem Bebiß und eine neue Kopfhalter von Leder oder Hanf mit 2 mindestens zwei Meter langen Stricken ohne besondere Vergütung mitzugeben. Um die Abstammung der vorgeführten Pferde elsiellen zu können, sind die Deckscheine resp. Füllenscheine muzubringen, auch werden die Verkäufer ersucht, die Schweife der Pferde nicht zu koupieren oder übermäßig zu verkürzen. Ferner ist es dringend erwünscht, daß ein zu mäßiger oder zu weicher Futterzustand bei den zum Verkauf zu stellenden Remonten nicht stattfindet, weil dadurch die in den Remonte=Depots vorkommenden Krankheiten sehr viel sschwerer zu überstehen sind, als dies bei rationell und nicht übermäßig gefütterten Remonten der Fall ist. Die auf den Märkten vorzustellenden Remonten müssen daher in solcher Verfassung sein, daß sie durch mangelhafte Ernährung nicht gelitten haben und bei der Musterung ihrem Alter entsprechend in Knochen und Muskulatur ausgebildet sind. Berlin, den 26. Februar 1891. Kriegsministerium. Remontierungs=Abteilung. v. Arnim. Deutsches Reich. Unser Kaiser traf von Kiel am Mittwoch gleich nach 6 Uhr abends wieder in Berlin ein und wurde auf dem Bahnhofe von der Kaiserin begrüßt. Nach kurzem Ausenthalt im Schlosse begab sich der Kaiser zu dem Oberst Jagermeister Fürsten von Pleß. Am Donnerstage nahm Se. Majestät der Kaiser den Vortrag des Reichskanzlers von Caprivi in dessen Wohnung entgegen, konferierte später it dem Kriegsminister General von Kaltenborn=Stachau und arbeitete mit dem Chef des Militarkabinetts General=Adjutant von Hahnke. Die Reise unsres Kaisers uach Schweden im vorigen Jahre hat unserem Handel und Unserer Industrie Vorteile gebracht. Seit borigem Jahre hat sich die Zahl der schwedischen Einkäufer, die uns besuchen, fast verdoppelt. Alles was deutsch ist, ist durch die Reise unseres Kaisers nach Schweden dort beliebt geworden. General Graf Waldersee hat am Mittwoch seinen Geburtstag gefeiert. Der Kaiser hat in einem längeren Schreiben gratuliert, auch vom Fürsten Bismarck ist ein Glückwunsch ingegangen. In Münster begeht der kommandierende General von Albedyll, unter Kaiser Wilhelm Chef des Militärkabinetts, unter allgemeiner Teilnahme sein 50jähriges Dienstjubiläum. Kaiser Wilhelm II. sandte zur Gratulation einen Generaladjutanten ab. Wie in parlamentarischen Kreisen mit Sicherheit verlautet, wird die Session des Reichstages auch diesmal nicht geschlossen, sondern abermals bis zum Herbst vertagt werden, da nach der Geschäftslage des Hauses die Novelle zum Krankenkassengesetz nicht mehr zur Beratung im Plenum kommen kann, die kommissarischen Vorarbeiten aber nicht vergeblich sein sollen. Der Handelsvertrag mit Oesterreich ist, wie der„Reichsbote“ hört, am 7. d. M. abgeschlossen worden, und zwar auf der Grundlage des Getreidezolles von 3,50 Mark. Oesterreich soll, so wird andererseits berichtet, eine Ermäßigung seines Eisenzolles von 80 auf 60 Goldkreuzer bewilligt haben. Die Steuerkommission des preußischen Herrenhauses hat die neue Einkommensteuervorlage bis zum§ 34 angenommen. Die Beratung wird wohl noch in dieser Woche beendet werden. Die„Reform“ der Personentarife der Eisenbahnen, wie sie von der Verwaltung geplant war, fällt hoffentlich ins Wasser. Die Bezirks.=Eisenbahnräte haben sich im allgegemeinen ablehnend ausgesprochen. Was soll es auch heißen, wenn die dem Arbeitsmann so bequeme 4. Klasse abgeschafft wird und er mit seinen Gepäckstücken, von denen er sich nicht trennen mag und kann, in Nummero 3 beordert wird. Er spart damit nichts, andere, die nun von Nr. 3 in Nr. 2 aufrücken, sitzen fortan etwas bequemer, allein ihre Börse ist ebenfalls nicht gebessert. Uns gefällt sehr gut der Vorschlag, alle Klassen mit Ausnahme der ersten zu ermäßigen, Ermäßigungskarten für Rückfahrt, Rundreisen und dergl. fortfallen zu lassen. Aber man schaffe doch den Uebelstand fort, daß Reisende auf den Zwischenstationen gezwungen werden, neue Fahrkarten nehmen zu müssen und dann den Zug zu verpassen. Der Parteikampf im 19. hannoverschen Wahlkreis wird täglich heftiger, und während Fürst Bismarck sich um die ganze Angelegenheit so wenig zu kümmern scheint, als ob sie ihn gar nichts anginge, befehden sich seinetwegen die Parteien mit größter Heftigkeit. Ob Bismarck gewählt werden wird oder nicht, vermag noch niemand mit Bestimmtheit zu sagen. Die„Kreuz=Zeitung“ glaubt, daß es zwischen ihm und dem sozialdemokratischen Kandidaten zur Stichwahl kommen werde, und daß sich in diesem Fall die Welfen und die Freisinnigen teils der Wahl enthalten, teils für Bismarck stimmen würden. Dagegen würde Fürst Bismarck sicher unterliegen, wenn er mit einem Welfen oder Freisinnigen in die Stichwahl käme, da dann die drei Oppositionsparteien geschlossen gegen ihn stimmen würden. Daran sei aber nicht zu denken. Wie dem auch sei, die Kandidatur des Fürsten Bismarck muß gerade bei seinen treuesten Verehrern sehr geteilte Gefühle hervorrufen. Die Sozialdemokraten Hamburgs machen die größten Anstrengungen, um im 19. hannoverschen Wahlkreis Boden zu gewinnen. Sie haben für die Agitation 10000 Mk. bewilligt, ferner einen Dampfer gemietet, auf dem die Agitatoren die an den Kanälen gelegenen Höfe aufsuchen sollen. Am Wahltag selbst werden 500 Hamburger Sozialdemokraten im Wahlkreis thätig sein. Die bayerische Regierung hat einen Saatenstandsbericht veröffentlicht, der fast keinen einzigen erfreulichen Punkt aufweist. Das Wintergetreide ist in ganz Bayern infolge der dünnen Schneedecke ausgefroren oder ausgefault. Die Sommersaat ist sehr knapp, der Stand der Weinberge und Obstkulturen ist ebenfalls sehr ungünstig. Während die hessische Fürstentochter, die Gattin des Großfürsten Sergius, ihren evangelischen Glauben verleugnet hat, ist die sächsische Großfürstin Elisabeth, Tochter des Prinzen Moritz von Sachsen=Altenburg, demselben treu geblieben. Um dieser Treue willen hat sie Rußland verlassen müssen, was wir für ein Glück halten. Die Zeitungen berichten darüber: „Die Großfürstin Elisabeth, welche am Dienstag mit ihren Kindern plötzlich Petersburg verlassen hat, sucht zunächst Altenburg auf. Das evangelische Volk bietet der deutschen Fürstin, die sich auch durch irdische Verfolgungen nicht dem Glauben ihrer Väter abwendig machen läßt, seinen Dank und seine Liebe dar! Es ist bemerkenswert, daß ihr Gemahl, der Großfürst Konstantin, mit dem sie in glücklichster Ehe gelebt hat, glaubhaften Versicherungen zufolge keineswegs an der ins Werk gesetzten Proselytenmacherei beteiligt ist, sondern ausdrücklich erklärt hat, daß er den Glauben seiner Frau nicht anzutasten beabsichtige. Leider scheint er nicht auch die Macht zu haben, ihn zu schützen. Die Fürstin soll erklärt haben, nur dann nach Rußland zurückkehren zu wollen, wenn ihr Bürgschaften gegeben werden, daß sie nicht weiter in ihren heiligsten Gefühlen verletzt werden solle.“ Wir zweifeln, ob es in Deutschland noch einen Vater giebt, der ehrlos genug ist, seine Tochter an die russischen Barbaren zu verhandeln. Kriegsbefürchtungen heraufzubeschwören, haben einzelne Zeitungen sich bemüht, indem sie der Ansicht waren, die bekannten Zwischenfälle in Bulgarien, die natürlich ganz allgemein auf russisches Konto gesetzt worden sind, könnten das Vorspiel zu weiteren Verwicklungen bilden. Dies ist indessen nicht zu befürchten, im Gegenteil dürften die unruhigen Kreise in Petersburg doch bald merken, daß alle ihre Intriguen keinen anderen Erfolg haben, als die Entrüstung aller gesitteten Kreise herauszufordern. In Bulgarien herrscht heute, wie auf der ganzen Balkanhalbinsel, völlige Ruhe. Die Mörder des bulgarischen Finanzministers Beltschow sind nach Rußland entkommen, der Justiz also entzogen. In Petersburg selbst hat die dortige Polizei ein neues Attentat gegen den Zaren mit Mühe verhindert. Kaiser Alexander hat sich außerdem noch über seinen Vetter, den Großfürsten Michael, gewaltig geärgert. Der Prinz hat eine Neigungsheirat geschlossen, worüber der Kaiser dermaßen erzürnt ist, daß er dem Großfürsten alle seine militärischen Würden genommen hat. Fünf türkische Studenten sollen die verfchiedenen landwirtschaftlichen Schulen Deutschlands besuchen, um dann die Vorzüge der deutschen Wirtschaft selbst auf ihr Vaterland zu übertragen. Endlich hört man auch einmal ein gutes Zeugnis über den Einfluß der deutschen Verwaltung in Ostafrika. Ein englischer Bischof schreibt:„Die deutsche Herrschaft hat einen heilsamen Einfluß in dieser Gegend gehabt. Ich glaube, daß die Begierde des Volkes, die Kinder in die Schule zu schicken, diesem Einflusse zuzuschreiben ist. Ich höre auch von den Missionaren, daß jetzt weniger Kinder als früher um abergläubische Ursachen willen ermardet werden, weil die Deutschen gedroht haben, jeden äußerst streng zu bestrafen, der bei so etwas abgefaßt wird. Ich glaube, daß das guten Erfolg haben wird, und daß viele Leben dadurch erhalten bleiben werden.“ Die Absendung des deutschen Geschwaders nach Chile hat, nach der„Münchener Allg. Ztg.“, auf Initiative Sr. Majestät des Kaisers mit Rücksicht auf die veränderte Sachlage stattgefunden, nachdem der Kaiser vorher beim Reichskanzler angefragt hatte, ob politische Bedenken vorlägen. Belgien. Sechs Anarchisten, welche die Pulverfabrik in Ombret in die Luft sprengen wollten, wurden verhaftet. Das Testament des Prinzen Jerome Napoleon wurde im Schloß Prangins bei Nyon eröffnet. Napoleon empfiehlt darin seinen jüngeren Sohn Louis dem französischen Volke, falls dieses einstmals einen Napoleon auf den Thron beruft. Napoleon verurteilt seinen ältesten Sohn Viktor wegen dessen Auflehnung gegen die väterliche Gewalt und der Verletzung der Pflichten; er verurteilt gleichmäßig hart seine Gemahlin die Prinzessin Clotilde, welche ihn mitten im Kampfe verlassen und verraten habe. England. In London hat sich ein Komitee für den feierlichen Empfang des deutschen Kaisers im Sommer gebildet. Die englische ostafrikanische Gesellschaft läßt erklären, daß in ihrem Gebiet niemand ohne Spezialerlaubnis gewerbliche Unternehmungen einleiten darf. Aus dem Aufstandsgebiet von Manipur in Indien wird bestätigt, daß der britische Lieutenant Aninton mit einer kleinen Kolonne von den Eingeborenen erschlagen ist. Der Abmarsch einer Strafexpedition steht nahe bevor. Die„Times" will wissen, daß Verhandlungen über die Erneuerung des Dreibundes, der 1892 ablaufe, zu einem befriedigenden Abschluß gebracht seien. Der neue Vertrag, der in kurzer Frist unterzeichnet werden solle, werde für die Dauer von 5 Jahren gelten. Italien. Der Prozeß gegen 179 Mitglieder der Verbrechergenossenschaft Mala vita hat begonnen. Die Zahl der Zeugen beträgt 986; es fungieren 29 Verteidiger. Der Sicherheitsdienst wird von zwei Kompanien Infanterie und 400 Karabinerie versehen. Der Prozeß dürfte vier Monate dauern. Westfalen und Rheinland. § Schwerte, 10. April. Für das am 19. April kr. im Saale der Witwe Schnapp stattfindende Konzert des Dortmunder Zitherklubs liegt uns das Programm nunmehr vor. Es ist dieses äußerst reichhaltig und sehr geschickt zusammengestellt. Neben Ensemblevorträgen von 16 Schlag= und Steichzithern enthält es Piecen für Streichquartette, ausgeführt von Mitgliedern des Dortmunder Orchestervereins, sowie Solo=Vorträge des Kylophon=Holz= und Stroh=Virtuosen Herrn Schläfke. Die Zither ist eins der wenigen Instrumente, welche so recht geeignet sind, Freude und Schmerz in Tönen auszudrücken. Mit ihren bald melancholischen, balo scherzendneckisch kliugenden Tönen hält sie immerfort das Interesse des Zuhörers wach. Deshalb erfreuen sich die seit mehreren Jahren veranstalteten Konzerte anch stets einer wachsenden Gunst des Publikums. Der mitwirkende Tylophon=Virtuose ist einer der bedeutendsten Künstler auf diesem eigenartigen Instrumente und wird deshalb überall bei seinen Vorträgen durch großen Beifall ausgezeichnet. Wir müssen es freudig begrüßen, daß der Dortmunder Zitherklub, welcher bisher nur in größeren Städten Konzerte veranstaltet hat, uns nun auch Gelegenheit bietet, einem solchen Konzerte beizuwohnen und wollen wir hoffen, daß derselbe durch zahlreichen Besuch seine verdiente Anerkennung findet. Schwerte, 7. April. Der Clara Schulte von hier, die vor einigen Monaten ihr 60jähriges Jubiläum als Dienstmagd feierte, wovon sie 50 Jahre bei einer Herrschaft gewohnt hat, ist seitens des Vorstandes der Versicherungs=Anstalt der Provinz Westfalen eine Altersrente von jährlich 106,80 J. bewilligt worden. — Die Renten=Empfängerin ist 78 Jahre alt. 8 Schwerte, 10. April. Eine wohlorganisierte, dreiste Diebesbande scheint unsere Gegend gegenwärtig als Operationsbasis zu dienen. Außer den in diesen Tagen in hiesiger Stadt und Hohenlimburg verübten Ladendiebstählen ist in der Nacht vom Mittwoch zum Donnerstag im benachbarten Menden ein ähnlicher Diebstahl bei dem Uhrmacher Schröder verübt worden. Die Diebe haben den Rollladen und das Schaufenster zerschnitten und entwendeten hierauf eine Partie goldener und silberner Herren= und Damen=Uhren, Ketten 2c. im ungefähren Werte von 1500 Mark. Mit welcher Dreistigkeit die Diebe zu Werk gingen, ersieht man schon daraus, daß auf der Straße eine Menge Streichhölzer umher lagen, dieselben also jedenfalls zum Leuchten gedient haben. Möge es der Polizei gelingen, die Gauner bald einzufangen. Eine große sozialdemokratische Versammlung in Dortmund beschloß, den 3. Mai(Sonntag) als Arbeitersonntag durch großartigen Festzug, Volksversammlung und Fest zu feiern; man rechnet auf 4000 Teilnehmer. En Unfall, den der davon Betroffene seiner eigenen Unachtsamkeit zuzuschreiben hat, ereignete sich, auf der Chausse nach Letmathe in der Nähe der Dechenhöhle. Dort jagte ein junger Stahlroßreiter, versunken in die Betrachtung der Umgegend, nämlich so unglücklich in ein ihm entgegenkommendes Gefährt, daß er aus dem Sattel geworfen wurde und samt seinem Stahlroß unter das ob des Schreckens hoch aufbäumende Roß von Fleisch und Blut geriet, welches dem unglücklichen Reiter mit seinen Vorderhufen einige nicht bedeutende Denkzettel an Brust und Beinen versetzte. Ernstere Verwundungen sind glücklicherweise nicht vorgekommen, nur mußte der vorher so schneidige Reiter sein Rößlein jetzt schiebend und hinkend seines Weges nach Letmathe fürbaß wandern. Ein bedauerlicher Unglücksfall, durch den eine Familie von 7 Köpfen ihres Ernährers beraubt wurde, wird von der Zeche„Tiefbau“ in Iserlohn gemeldet. Dort stürzte am Montag nachmittag der Bergmann Lüttgen, als er eben seine Schicht antreten wollte, in den Einfahrtsschacht und blieb in einer Tiefe von 300 Fuß gräßlich verstümmelt liegen. Der Schmerz der Familie über diesen unerwarteten schweren Verlust ist grenzenlos, das Bedauern ein allgemeines. Einen schrecklichen Lebensabschluß hat der Förste F. Fechtel in Menden genommer. Niedergedrückt durch den vor einigen Monaten erfolgten Tod seiner Frau und den gleich darauf eingetretenen Verlust seines einzigen Kindes und stit längerer Zeit erkrankt, he derselbe in einem Augenblick tiesster Schwermut am Dienstag durch einen wohlgezielten Schuß seinem Leben ein Ende gemacht. Der über Ostern gefallene Schnee ist dem Schwarz= wild in den Wäldern bei Hemer gefährlich geworden. Herr Rittergutsbesitzer Löbbecke von„Haus Hemer“ hat in seiner Nieringser Jagd in vergangener Woche 3 Wildschweine zur Strecke gebracht; darunter war ein ansehnlicher Keiler von annähernd 150 Pfd. Vor 4 Wochen schoß man in der Garbecker Jagd eine Bache, welche acht Junge bei sich hatte. Im verflossenen Winter sind inklusive der Frischlinge im ganzen 15 Wildschweine erlegt. Gewiß ein günstiges Resultat. Der auch in Soest durch seine Kirchenmusik behandelnden Vorträge in der Ressource bekannte Pasto: Smend in Seelscheid ist Professor an dem KandidatenSeminar in Friedberg in Hessen geworden. Wie die„Westf. Volksztg.“ aus Wochlimi erfährt, hat die Kol. Regierung von 36 Einkommen= steuerr flichtigen, auch von den Generaldircktoren Baare und Frielinghaus, die Steuerbriefe eingefordert mit der Begründung, daß zu niedrige Einschätzung vorliege. Inzwischen setzt genannte Zeitung ihre Steuerartikel fort und bringt folgende interessante Data. Der Generaldirektor, Geh. Kommerzienrat und Staatsrat Baarc war vor 2 Jahren in der 17. Stufe, voriges Jahr in der 19. Stufe der Einkommensteuer. Zwar erließ er gegenüber den vorjährigen Enthüllungen des Redakteurs Fusangel eine Erklärung, laut welcher jene Angaben jeder Grundlage entbehrten, allein die EinschätzungsKommission hat ihn nun dennoch in die 26(!) Stufe versetzt, was der Verdreifachung der bisher von Baare gezahlten Steuer entspricht. Nun weist ein heute erschienener Artikel Fusangels nach, daß Baare in die 33. Stufe mindestens gehöre und daß er nicht 2880 M sondern 9000(!!) a. Staatssteuern zu entrichten hat. Geradezu verblüffend sind die Angaben bezüglich des „Bochumer Vereins". Dieser zahlt ca. 66000 M Kommunalsteuer, soll aber eigentlich 237600(!!) A zu zahlen haben. Die kolossale für den Beutel der kleinen Steuerzahler sehr wesentliche Differenz soll die Folge davon sein, daß angeblich mit dem„Bochumer Verein“ ein Vertrag abgeschlossen worden ist, wonack derselbe, ohne Rücksicht auf seine Bilarcen, eine gewiss Pauschalsumme an Kommunal=Einkommensteuer zu zahlen sich verpflichtet hat, ein durchaus unstatthaftes Verfahren Allgemeine Teilnahme erregt in Barmen der Tod des praktischen Arztes Dr. med. Karl Meisenburg, welcher sich kürzlich bei einer Operation eine ganz geringfügige Verletzung an einem Finger der rechten Hand zugezogen hatte. Vermutlich ist in die klein Wunde etwas Eiter eingedrungen, denn es stellten sich zunächst heftige Schmerzen am Finger ein, die sich bald auf den ganzen Arm und die Seite verbreiteten und hier eine starke Anschwellung zur Foige hatten. Am Montag mußte eine Operation am kranken Gliede vor genommen werden und hoffte man darnach auf Besserung, indes ist Dienstag abend schon der Tod eingeDas„Kirchliche Monatsblatt“ schreibt: Die Rheinisch=Westfälische Gesangbuchskommission war vom 23.—25. Febr. in Barmen versammelt. Die shon früher an dieser Stelle ausgesprochene Hoffnung, daß zu Ostern 1892 das Buch in Gebrauch genommen werden könne, behält trotz aller gegenteiligen Mitteilungen nach wie vor die Oberhand. Die Stadtverordneten in Elberfeld lehnten einstimmig einen Antrag des sozialden okratischen„Volksvereirs“ ab, einen Zuschuß von 1000 M zur Verherilichung der Maifeier zu gewähren. vorigen Sommer kam ein Fabrikarbeiter in Elberfeld durch Krankheit in eine üble Lage, und obendrein verließ ihn noch seine in zweiter Ehe geheiratete Frau. Es blieb ihm nichts anders übrig, als die Hilfe der städtischen Armenverwaltung in Anspruch zu nehmen und so seine Familie vor Verarmung zu bewahren. Vor einigen Tagen zahlte der Wackere die ganze erhaltene Summe nebst 1 Mark Zinsen zu nicht geringer Ueberraschung des Armenpflegers zurück. Die Vorbereitungen zum Empfange des Kaisers in Düsseldorf nehmen ihren rüstigen Fortgang. Neben den offiziellen Empfangsfeierlichkeiten werden aber noch einzelne Stände besonders dem Monarchen ihre Huldigung darbringen. So ist eine große Arbeitei aufstellung in Aussicht genommen, an welcher sich etwa 5000 Arbeiter beteiligen dürften; der Weg, der der Kaiser passiert, soll mit Lampions und Emblemen reich geschmückt werden. Die Ausführung dieser vor den Industriellen geplanten Sonderovation ist einer Kommission übertragen. Wie mitgeteilt wird, ist das Programm zur Rhein reise des Kaisers nunmehr dahin festgestellt worden. daß derselbe am 4. Mai vormittags in Düsseldorf eintr fft und am Abend des nämlichen Tages so zeitig mit der Eisenbahn nach Köln die Reise fortsetzen wird, daß er daselbst die Beleuchtung des Domes noch in Augenschein nehmen kann. Von dem Plage, die Reise von Düsseldorf nach Köln zu Schiff zu machen, ist Abstand genommen worden. In Crefeld erreignete sich auf dem Bahnhofe ein schreckliches Unglück. Mit dem Köln=Vlissinger Schnellzuge kam eine englische Familie an. Es war der Direktor der Wollspinnerei von Erkens in Grevenbroich, William Thomas Lamb mit Frau und zwei Kindern. Lamb stürzte aus dem Zuge heraus auf das gegenüberliegende Geleise und warf sich vor eine dort fahrende Lokomotive. Der Unglückliche wurde von derselben sofort erfaßt und getötet. Ein Bahnbeamter, welcher den Unglücklichen retten wollte, wäre nahezu mit ver unglückt. Aus den Umständen ist zu schließen, daß der Tod gesucht war. Der Vorstand des westfälischen Städtetags hat die zum Städtetage gehörenden Städte ersucht, geeignete Themata für den diesjährigen am 12. und 13. Juni kr. in Siegen stattfindenden Städtetag in Vorschlag zu bringen und zugleich die Referenten namhaft zu machen. Für die Tagesordnung ist seitens des Vorstandes bereits das Invaliditäts= und Altersversicherungsgesetz in Aussicht genommen. In einer Wirtschaft in Gaarbrücken wurde ein Zivilist von einem Unteroffizier erstochen. Die beiden hatten sich, wie die„Fr. Ztg.“ meldet, über die zweijährige Dienstzeit unterhalten, deren Einführung der Zivilist befürwortete. Er wurde von dem Soldaten durch eine Bemerkung beleidigt und gab demselben eine Ohrfeige. Der Unteroffizier zog sofort sein Seitengewehr und tötete den Gegner durch einen Stich in die Lunge. Vorbereitmn g. Lrlenium, Ueberall ist der Eintritt nur durch Karten gestattet, so daß den sozialdemokratischen Radaurüdern das Handweik gelegt wird. Zim Arbeiterkongreß wird aus Bochum geckrieben: Das Auftreten des Delegierten SchröteDortmund in Paris wird von vielen Bergleuten verurteilt, indem geltend gemacht wird, daß er lediglich seiner Eigenschaft als Bergmann und nicht als ozialist entsendet worden wäre. Am Sonntag werden die Pariser Delegierten in den Versammlungen Bericht ssaten..... widersgenst Infolge der Entlassurg eines Wilerninnigen Spinners stehen gegen 700 Spinner im Iserthal Schlesien aus. Umfassende Sicherheitsmaßregeln sind getraffen worden. den Pariser Bergarbester=Kongreß hat nc unnittelbar der belgische Arbeiter=Kongreß in Brüssel ngeschiossen, der insosern einen eigenartigen Charakter hat, als auf seinem Programm außer der Frage der Arbeitszeit und des Arbeitslohnes in der Verfassungsrevision, insbesondere betreffs des allgemeinen Stimmrechts, steht und sogar die Hauptrolle spielt. Bekanntlich hat der Pariser Kongreß einen Beschluß gesaßt, nach welchem die Bestrebungen der belgischen Kameraden in den andern Ländern im Fall eines Streiks wirksame Unterstützung finden sollen. Die zu dem Brüsseler Kongreß erschienenen Delegierten hatten die Absicht, zur Erzwingung des allgemeinen Stimmrechts einen sofortigen Bergarbeiter=Streik zu beschließen, sie haben sich aber mit Rücksicht auf die kürzlich vom König in dieser Angelegenheit ergriffene Initiative entschlossen, den Streik vorläufig aufzuschieben. Man ist nach lengen, stürmischen und sehr verworrenen Debatten schließlich dahin einig geworden, den Streik am 20 Mai zu beginnen, falls bis dahin die Revision der Verfassung im Zentralausschuß der Kammer nicht zur Annahme gelangt sein sollte. Der internationale Bergarbeiter=Kongreß in Verbindung mit den Dynamitdiebstählen in Belgien und den blutigen Zusammenstößen zwischen Arbeitern und herigen Inhaber unmöglich geworden ist, die thatsächliche körperliche Herrschaft über sie, ihren Gewahrsam, wieder herzustellen. Dieses treffe aber auf den vorliegenden Fall nicht zu, einem jeden Droschkenkutscher durch das PolizeiReglement vom 29. Januar 1873 eine besondere Aufsicht über die Sachen des Fahr gastes zur Pflicht gemacht werde. Bleibe also in Gepäckstück eines Reisenden in einer Droschke liegen, so trete die Verwahrungspflicht des Kutschers in Kraft— die zurückgelassene Sache nehme den Charakter einer vom Inhaber des Wagens verwahrten, nicht einer verlorenen an. Die Verwahrungspflicht des Kutschers schließe das„Finden“ und damit auch den An spruch auf Finderlohn aus. Polizei in Pennsylvanien giebt der„National=Zeitung“ Anlaß zu einer Beobachtung über die allgemeine Arbeiterbewegung und ihre Gefahren für die Zukunft, worin es u. a. heiß: „Gewaltthaten, wie sie in Pennsywanien versucht wurden und in Belgien durch die Dynamitdiebstähle vorbereitet werden sollten, entstammen der nämlichen Gesinnung, welche vermittels eines Generalstreiks alle anderen Volksklassen zum Vorteil der Bergarbeiter, in anderen Fällen zum Vorteil der Handarbeiter überhaupt, vergewaltigen will. Mit verbrecherischen An schlägen und selbst mit dem Anfang ihrer Ausführung wird die Staatsgewalt überall fertig werden. wird, wenn sie solchen mit vernichtender Energie entgegentritt, überall dafür die Zustimmung aller bedrohten Gesellschaftsklassen finden; die Zeit der Sentimentalitäten ist in dieser Hinsicht vorüber. Zu aller so entschlossener Abwehr aber muß man sich gegenüber dem Plan des Generalstreiks vorbereiten, trotzdem er zunächst nicht praktische Gestalt gewinnen wird. Wie die Stimmung in den international sich organisierenden Arbeiterkreisen ist, wird er aller Wahrscheinlichkeit nach, mit besserer Vorbereitung, u. a. durch Ansammlung von Geldmitteln, wiederkehren. Dann wird es darau ankommen, daß die Industrie ebenfolls gerüstet ist in erster Reihe durch Kohlenvorräte, welche einige Wochen vorhalten, und dann durch die feste Entschlossenheit, die Leute, welche durch eine Notlage der übrigen Volksklassen diesen ihren Willen aufzuzwingen versuchen, selbst durch Not zu anderen Gesinnungen zurückzu. führen.“ Eine äußerst stürmische Sitzung des sozialistischen Zentralkomittees am Mittwoch abend in Paris, ergab die völlige Uneinigkeit über die Feier des 1. Mai. Es kam zu keinerlei Beschluß. ist vor kurzem in New=York verfaßt worden. Dort war der Nabob Stephen Anderson, der in New=York allein 40 Häuser besaß, und zudem ein Vermögen von 10 Millionen Dollar sein eigen nannte, bereits vor Monaten von einem Schlaganfalle getroffen worden, welcher den Patienten derart gelähmt hatte, daß derselbe auch nicht mehr zu schreiben vermochte. Als Andersohn nun kürzlich sein Ende nahe fühlte, ließ er sich einen Edison'schen Phonographen an sein Lager bringen, in welchen er mit schwacher, halb sterbender Stimme seinen letzten Willen hineinsprach, um bald darauf, es war am 13. März, seinen Geist auszuhauchen. Sobald der Sterbende jene Worte gesprochen, hatte man das Instrument abgeschlossen und dasselbe mit Siegeln versehen. Am 20. März nun wurde der Phonograph in Gegenwart fast aller Erben feierlich glöffnet, worauf man deutlich noch einmal die Stimme des vielbetrauerten Stephen Anderson vernahm. Figaro wird auseinandergesetzt, comment meurent les Bonaparte.“ Die Bonapartes sind darnach samt und sonders von erblicher Gicht befallen und sterben zumeist an Krebsleiden. Der Vater Napoleons I., Carlo Bonaparte, starb an Magenkrebs; ebenso Napoleon I. selbst. Der Sektionsbefund beider läßt darüber keinen Zweifel. Figaro weist dann nach, daß verschiedene andere Mitglieder der Familie Bonaparte an organischen Leiden gestorben sind, welche als Folge oder Vegleitung von Gicht und Krebs aufzutreten pflegten. Prinz Peter sei an einer Herzkrankheit infolge von Gicht oder Rheumatismus geSozialdemokratisches. Bei einer kürzlich in Berlin stattgehabten Versammlung von 800 Droschkenkutschern, bei welcher diese sich beklagten, daß von keiner Seite etwas geschehe, um ihr gewiß schweres Loos zu erleichtern, kam man zu dem Schluß, daß eine Besserung in der Lage der Kutscher nur in dem Anschluß an die Sozialdemokratie liege. Eine einstimmig angenommene Resolution lautete: „Die Berliner Droschkenkutscher protestieren energisch gegen die Ansicht der herrschenden Parteien im Reichstage, daß es nicht gehe, im Verkehrsgeweibe eine Sonntags ruhe einzuführen. Sie ersuchen die sozialdemokratischen Abgeordneten, mit aller Energi dafür zu wirken, daß die Sonntagsruhe im Verkehrsgewerbe eingeführt werde und sprechen den sozialdemokratischen Abgeordneten ihre volle Sympathie aus.“— Mit einem dreifachen Hoch auf die internationale Sozialdemokratie wurde die Versammlung geschlossen. Dahin ist es also bei uns gekommen, daß die christusfeindliche Partei angerufen werden muß, um für die Aufrechterhaltung eines der wichtigsten Gottesgebote einzut reten!— Acht Sozialdemokraten, die in Augsbur öffentlich nach der Melodie„die Wacht am Rhein“ den Text des Liedes„Arbeiterfeldgeschrei“ sangen, wurden wegen groben Unfugs zu Geldstrafen verurteilt. Königl. preuß. Klassen=Lotterie. (Ohne Gewähr.) Berlin, 7. April. Nachmittagsziehung: 1 Gewinn von 5000 M auf Nr. 32539, 1 Gewinn von 3000 M. auf Nr. 92542, 1 Gewinn von 1500 K. auf Nr. 75364, 2 Gewinne von 500 M auf Nr. 84311, 129.801, 11 Gewinne von 300 M auf Nr. 42396 51190, 54 298, 68904, 72117, 86 107, 107920, 123 895, 128006, 170326, 176874. — 9. April. Vormittags=Ziehung: 1 Gewinn von 30000 M auf Nr. 135333, Zur Die christlichen Bergleute rühren sich auf der ganzen Linie. Samstag abend ist Versammlung in Dorstfeld, Sonntag morgen in Bruch, Sonntag in 8 Tagen in Herne. Außerdem sind Versammlungen in Huckarde, Castrop, Borbeck 2c. in Gerichtliche Entscheidungen Eine auch für weitere Kreise interessante Entscheidung fällte, wie die„Tägliche Rundschau“ mitteilt, das Kammergericht. Eine in der Theaterwelt sehr bekannte Operettensängerin ließ im April 1890 in einer Droschke, welche sie zu einer Spazierfahrt benutzt hatte, eine Tasche mit Goldsachen und Juwelen liegen. Der ehrliche Droschenkutscher fand am Abend, als er mit seiner Droschke nach Hause kam und das Verdeck aufschlug, in dem Verdeck die Tasche vor und übergab sie sofort der Polizei. Letztere teilte ihm mit, daß bezüglich des Ver lustes bereits eine Depesche eingegangen und in derselben der Wert der Gegenstände auf 20000 Mark angegeben sei. Der Droschken kutscher verlangte nunmehr von diesem Betrage den gesetzlichen Finderlohn und klagte, als ihm die Verliererin nur 30 Mark zugestand, den selben mit über 300 Mark ein. Das Kammergericht hat indessen die Klage jetzt abgewiesen, weil man in der Droschke nichts verlieren, also auch nichts finden könne.„Eine Sache ist nur dann als verloren anzusehen, so führt das Kammergericht aus,„wenn es ihrem bis Vermischtes. * Ein Testament mit Hilfe des Phonographen storben; Napoleon III. an einer Blasenkrankhe# König Jerome an brandiger Lungenentzündu infolge von Zuckerharnruhr; sein Sohn v zuckerkrank. Dieser Zusammenstellung ist ei# bedeutende Gewaltsamkeit durchaus nicht## zusprechen. Immerhin thut sie dar, daß Familie Bonaparte in keiner gesunden Ha steckt. * Der Herr Professor X. war jüngst; der Stuttgarter Politechniker=Gesellschaft gelade Der Herr Professor war als ein jovialer alt Herr bekannt, der selbst gern einen Spaß mach und auch solchen geduldig über sich ergehe ließ. In vorgerückter Abendstunde nun mein einer der Herren Studiosi wahrgenommen haben, daß der Gang des Herrn Proffessa etwas wankend geworden. Lächelnd wand er sich daher an den Professor mit den Worte, „Sagen Sie, Herr Professor, wie kommt daß die Getränke den älteren Herrn in Füße steigen, während sie uns jüngeren den Kopf steigen!"„Sie suchen eben jedem Menschen eine schwache Seite auf", mein lächelnd der Herr Professor und die La# waren wieder einmal alle auf seiner Seite. Kopfzerbrecher. So wird mit vollem Re ein Spiel genannt, dessen Aufgaben oftmals ganz; waltiges Kopfzerbrechen verursachen. Die Lösung in einem farbenprächtigen Heft enthaltenen 176 A. gaben, vermittelst einiger sauber gearbeiteter Stei gewährt eine außerordentlich mannigfaltige Unterhaltm für Alt und Jung gleich angenehm und anreger Dies äußerst sinnreiche Spiel verdient die wäm Empfehlung umsomehr, als es erstaunlich billig Man kann dasselbe nämlich für 50 Pfg. in den meist Spielwaren=Geschäften kaufen. Der uns vorliegen „Kopszerbrecher“ ist mit einem roten Anker als Fabr marke versehen, was man beim Einkauf nicht um achtet lassen wolle. Neuenburger 10 Frks=Lose. Die nächste Ziehn findet am 1. Mai statt. Gegen den Koursverl. von ca. 14 Mark pro Stück bei der Auslosung übe nimmt das Bankhaus Carl Neuburger, Berli Französische Straße 13, die Versicherung für er Prämie von Mark 0.60 pro Stück. Tausendfaches Lob notariell bestätigt, ül Holländ. Tabak von B. Becker in Geesen a. He 10 Pfd. lose i. Beutel frk. 8 Mk. hat die Exped. Bl. eingesehen. Gottesdienste. Schwerte. Größere ev.=luth. Kirche. Sonntag, den 12. April. Hauptpredigt ½10 Uhr: Pastor Heinenberg. (Abendmahl.) nachm. 2 Uhr: Kindergottesdienst. Pastor Graeve. Amtswoche: Pastor Heinenberg. Reformierte Kirche. Sonntag, den 12. April. Vorm. ½10 Uhr: Past. Terberger Todes-Anzeige. Gestern abend" Un kurzen entschlief nach Leiden unsere liebe Mutter, * Schwiegermutter, Gross-4 ( mutter und Tante, die# g Frau H. Haas, geb. Emilie Löwenstein im Alter von 69 Jahren. Um stille Teilnahme bitten Die trauernden Hinterbliebenen. * Syburg, Westhofen, Herdecke, Witten, Barop, New-York. Die Beerdigung findet Samstag nachmittag 4 Uhr vom Sterbehause aus statt. vom Sterbeha Parochial=Lehrer=Konferenz. Schwerte, den 15. April 1891, nachmittags 3½ Uhr: 1. Vortrag: Rembrandt als Erzieher. 2. Gesang: Nr. 12. Lnidolilar=Trrkauf. Mittwoch, 15. April, vormittags 10 Uhr, sollen in meinem Hause Westenort Nr. 50 sämtliche Haus* Tische, Stühle, Schränke, Betten 2c. 2c. öffentlich gegen Barzahlung verkauft werden Frau Wwe. Goos, Schwerte. geräte, al F * Ziegenlammer kauft fortwährend Lehmann Hellpothstraße 26. Todes-Anzeige. Heute morgen 8 Uhr verschied nach längerem Leiden, wohlvorbereitet durch den Empfang der hl. Sterbesakramente, meine inniggeliebte Gattin, unsere gute Mutter, Schwester, Schwiegerin und Tante, Frau Carl Kaufhold geb. Schütte im Alter von 31 Jahren. Allen Freunden u. Bekannten diese Trauernachricht mit der Bitte um stille Teilnahme. Schwerte, den 9. April 1891. Die trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet Samstag nachmittag 4 Uhr statt. Todes-Anzeige. Heute morgen 7½ Uhr entschlief sanft nach kurzem Krankenlager meine innigst geliebte Frau, unsere gute Mutter, Schwester, Schwiegermutter, Grossmutter, Schwiegerin und Tante, die Ehefrau Fr. Tiemann, geb. Potthoff im bald vollendeten 59. Lebensjahre. Allen Verwandten, Freunden und Bekannten diese Trauer-Botschaft mit der Bitte um stille Teilnahme. Schwerte, Witten, Schüreh, St. Gallen, den 10. April 1891 Die trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet am Montag, den 13. April, nachmittags 3 Uhr, statt. Eine Partie Dünger, sowie eine Ziehkarre abzugeben. Näheres in der Expedition d. Bl. Erbarbeiter werden auf sofort gesucht. Eberh. Böckelühr, sekühr bei Ergste. Zu den bekannt billigsten Preisen empfehlen wir in einer Auswahl, wie solche nicht größer geboten werden kann, die zuletzt erschienenen Neubeiten: Oer„ Welnoussellne und Aattuhe. Hervorragende Neuheiten in hocheleganten abgepaßten Roben. Lamenmanter, Promenades, Jackertes, Regenmanker, Kindermanter. "„ Aegtenhelweg 4b. Bochum, Essen, Dusburg, Geisenkurchen, Langenberg-Elberfeld, WE Evang. Klännerund Jünglings-Verein. Sonntag abend 8 Uhr: Gesang-Unterricht. Um zahlreichen Besuch bittet Der Vorstand. Mittwoch, 15. April, morgens 10 Uhr, läßt der Bäcker Herr Fritz Neveling seine hierselbst belegenen Grundstücke. Flur 4 Nr. 318, Acker in der Steimke, und Flur 4 Nr. 323, Acker vor der Steimke(Krausenbäumchen), im Lokale des Herrn Wirts Bierhoff hierselbst zum öffentlichen Verkaufe aussetzen. Westhofen. Sundermann. **„ e4 Jallres-Abseiuss Pie 1sse. Aktiva. Ausgeliehene Kapitalien Zinsforderungen Kassen=Bestand am 31/12 Einlagen bis ult. 1889 Einlagen im Jahre 1890 Zugeschriebene Zinsen pro 1890 3743871 Mk. 92 Pf. 16729„ 51„ 48 878„ 16 Passiva. 3656412 Mk. 26 Pf. 869135„ 77„ 87245———82 3809 479 Mk. 59 Pf. 4 612 793 Mk. 85 Pf. 851515"—„ Samstag, den 11. April, nachmittags 4 Uhr, werde ich am Rosenwege 12 Gartenstulke an Ort und Stelle verpachten. Hohenschwert. Verkäuf. Verziehungshalber läßt Frau Witwe Erdmann hier ihre am Brückenthor belegene Besitzung am Mittwoch, den 15. April, nachmittage 4 Uhr, im Lokale des Herrn L. Hagemann hierselbst öffentlich meistbietend zum Verkaufe aussetzen Das Wohnhaus, fast neu, und mit einem geräumigen Ladenlokal versehen, eignet sich der guten Lage halber zu jedem Geschäft. Schwerte, 20. März 1891. Hohenschwert. Von den Einlagen sind im Jahre 1890 zurückgezahlt worden.. 891.919—4 g ane ie e 3 761 278 Mk. 85 Pf. Der Netto=Gewinn beträgt 23243 Mk. 17 Pf. An der Gesamt Einlage Ende 1890 sind beteiligt: 74 Gesellen, 207 Dienstboten, 109 Handwerksmeister, 79 andere Personen aus der handarbeitenden Klasse, 926 Berg= und Hüttenarbeiter, 1893 sonstige Personen und Korporationen. An Sparkassenbüchern befanden sich am Schlusse des Jahres 1890 im Umlauf: 480 Stück mit einer Einlage bis zu 60 Mk. 491 466 557 1294 Sonntag werden bei mir 12 junge fette Gänse ausgekegelt. Friedr. Schulte=höppe, Geisecke. NaturKreuz=Kartoffeln (keine umgetaufte) wieder vorrätig bei G. Wiesinger. Stempelfarben, Leim, Fischleim, Vorzellan=Kitt zu haben bei Carl Braus. von 60—150 Mk. „ 150—300„ „ 300—600„ über 600 Mk. Die Sparkassen=Einlagen sind zinsbar angelegt: auf Hypothek auf Schuldscheine gegen Bürgschaft gegen Faustpfand bei öffentlichen Instituten in auf den Inhaber lautenden Papieren 2 189173 Mk. 66 Pfg. 29064"—„ „—„ 973457" 21„ 552 177—1, 05 Verrauf. Mittwoch, 29. April, vormittags 11 Uhr, lasse ich mein am Westenort Nr. 50 gelegenes Wohnhaus nebst Stall und Hofraum bei Herrn Gastwirt Duisberg am Markt öffentlich meistbietend zum Verkauf ausstellen. Vorherige Angebote können bei Handelsmann Wilh. Böhl, Aplerbeck, und bei Heinr. Goos, Westhofen, gemacht werden. Kran Wwe. Goos, Schwerte. Summa 3743871„ 92„.. 9 Der Sparkassen=Reservesonds, welcher getrennt von der Sparkasse verwaltet wird und in Staatspapieren angelegt ist, hat unter Zurechnung des demselben überwiesenen Ueberschusses aus dem Jahre 1889 eine Höhe erreicht 280 790 Mk. 61 Pfg. Hörde, den 4. April 1891. Die Verwaltung der Sparkasse der Stadt Hörde. A. Neuhaus. A. Kubn. Wilh. Junius. Fr. Thieme, Rendant. Standesamt Ergste. Anmeldungen vom Monat März 1891. Geburten: 1 Sohn: Gutsbesitzer Eberhard Böckelühr zu Lieselühr. Fabrikarb. Martin Hellmuth zu Höfen. Anstreichermeister Isaak Jonassohn zu Ergste. Holzarb, Heinr. Müller zu Reinosen, ezrggent Fritz Kennemund zu Reingsen. Kettenschmied Carl Althoff zu Reingsen, 1 Tochter: Fabrikarb. Martin Hellmuth zu Höfen. Fabrikarb. Heinrich Küch zu Ergste. Kettenschmied Friedrich Lappe zu Ergste. Sterbefälle: Emma Möllenhoff zu Ergste 5 J. 11 M. 10 T. Jda Lips zu Ergste 10 J. 9 M. 10 T. Mina Küch zu Ergste 2 J. 9 M. 15 T. Sohn des Anstreichermeisters Isaak Jonassohn, ohne Vornamen zu Ergste 1½ Std. Lina Hellmuth zu Höfen 27 T. H. Hölterhoff zu Ergste 5 M. 13 T. Hamburger Kaffee, Fabrikat, kräftig und schön schmeckend, Ein tüchtiger Müller auf sofort gesucht. Herm. Schmidt, Schwerte. Ruhrmühle. Handels=Nachrichten. Dortmund, 9. April. An der heutigen Getreidebörse herrschte ein sehr reger Verkehr. Infolge sehr wesentlicher Erhöhung der ausländischen Forderungen sind die Inlandspreise nicht unbeträchtlich gestiegen. An allen Märkten ist für Getreide, namentlich aber für Weizen eine feste und steigende Tendenz. Hier erreichten die Umsätze eine große Ausdehnung und in der Zwischenhand wurde äußerst lebhaft gehandelt. Heutige Notierungen: Weizen westf. 22,50—23,00, do. fremder 23,00—24,50, Roggen, westf. 18,50 bis 18,75, do, fremder 19.75 bis 21,25 Futtergerste 16,00—16,50, Hafer 17,25—18.0„Weizenvorschuß Nr. 0030,75—32.00, Joggenvorschuß Nr.0/1 28,00—28,75, Kleie 11,00 bis 11.25 K Neuß, 9. April 1891. Sämtliche Biscichiähage vom Jahre 1870 und 71. Sonntag nachmittag 3 Uhr, im Lokale des Herrn Duisberg: Musikberatung. Bekanntmachung. Folgende Repräsentanten bezw. Stellvertreter der Synagogengemeinde Schwerte=Westhofen: 1. Kaufmann Eduard Marx, 2. Kaufmann Siegmund Hirschfeld gewählt pro 1887/93, sowie 3. Kaufmann Josef Weinberg gewählt pro 1890/96 sind später zu Vorstands=Mitgliedern resp. Stellvertretern gewählt worden, so das für diese Personen für die angegebene Wahlperiode eine Neuwahl erfolgen muß, ferner ist für den pro 1887/93 zum stellvertretenden Repräsentanten gewählten Kaufm. Emil Felsenthal, infolge der späteren Wahl desselben als Repräsentant, eine Neuwahl erforderlich. In dem Termine zur Neuwahl, der hiermit auf Freitag, den 17. d. Mts., nachmittags 3 Uhr, im hiesigen Stadthause anberaumt wird, sind zu wählen: für die Wahlperiode 1387/93 1 Repräsentant und 2 Stellvertreter, für die Wahlperiode 1390/96 1 Repräsentant. Die wahlberechtigten Gemeindemitglieder, wozu nach§ 41 des Gesetzes vom 23. Juli 1847 sämtliche männliche unbescholtene volljährige Personen gehören, welche sich selbständig ernähren und mit Entrichtung der Abgaben für die Synagogengemeinde während der letzten 3 Jahre nicht im Rückstande geblieben sind, werden zu der Wahl hiermit eingeladen. Schwerte, den 9. April 1891. Der Bürgermeister. versendet zu 60 Pfg. und 80 Pfg. das Pfd. in Postkollis von 9 Pfd. an zollfrei. Ferd. Rahmstorff, Ottensen bei Hamburg. Wohnung von 5 Zimmern ganz oder geteilt per 1. Mai oder später zu vermieten. Schützenstraße 2. Ein noch gut erhaltenes Gewehr (Doppelhinterlader) preiswürdig zu verkaufen. Wo, sagt die Eped. T. H. Hölterhoff zu Ergste 5 M. 13 T. Eine gute Ziege, welche in den nächsten Tagen melk wird, ist billig zu verkaufen. Wo, sagt d. Exped. d. Ztg. Ein ordentliches Tienstmädchen, am liebsten vom Lande, zum 1. Mai gesucht. Von wem, s. d. Exp. Ein schön gelegenes Tabentorat nebst Wohnung per 1. November zu vermieten. H. Nottelmann, Köln, 9. April. Weizen hiesiger 23,00—24,00, fremder 23,50—24,50 Roggen hiesiger 19,00— 20,00, fremder 20,00—21,50, Haser hiesiger 17,00—18,00, fremder 17,50 bis 18.50. Berlin, 9. April. Weizen April=Mai 231.00, Sept.=Okt. 213.75 K. Roggen April=Mai 189,75 K, Sept.=Okt. 178,75& Hafer AprilMai 162,50 M, Sept.=Okt. 152,00 Rüböl vorr, mit Faß 61,25# ohne Faß 60 25 J, April=Mai 61.10 Sepr.=Okt. 63,30 4. Spiritus 70er vorr. 52,25#X, April=Mai 52,10 J, Juni=Juli 52,40 M, 50er vorr. 72.00 Hamburg. 9. April. Kaffee Sautos April 85⅛, Mai 84, Sept. 78⅛, Dez. 70½ Die neuen Regenmäntel, Dolmans, Jacketts, PromenadenMäntel sind eingetroffen und empfehle dieselben in großer Auswahl. Verkauf in Westhofen. er Erhst-Hrur on CT, Schwerte, Ostenstraße 18. Jur Saat empfehle ich: Rotklee, frei von Seide, Weißklec, Schwed. Klee, Gelbklee, Luzerne, Saaterbsen, Saatwicken, Sommerweizen, Saatgerste, Grassamen, Grasmischung für Wiesen, Grasmischung für Weiden. Herm. Schmidt, — Schwerte. Gustav- Lonon, Zahnkünster, Unna, am Markt, im Hause des Herrn C. Linnhoff. Anfertigung von künstlichen Zähnen und ganzen Gebissen. Behandlung aller Zahnkrankheiten. Sofortige Beseitigung aller Zahnschmerzen. Zahnoperationen schmerzlos und sicher unter Anwendung von Cocain. Sprechstunden Morgens von 9—12 Uhr. Nachm.„ 2—6„ Theater Schwerte. Freitag, den 10. April: Die Ehre. Sensations=Schauspiel von Sudermann. Sonntag, den 12. April: Der Walzerkönig oder Moderne Helden. Operettenposse in 4 Akten von W. Mannstädt. Montag, den 13. April: Die Ehre. Sensations=Schauspiel in 4 Akten von H. Sudermann. Hermine Hauptmann. Der Fuhrunternehmer Herr F. Paar zu Westhofen, läßt verziehungshalber seine in der Steuergemeinde Westhofen belegenen Grundstücke als: Flur 1 Nro. 10, 11, 12, 14, 15 u. 16, Holzung am Eberge, wo sich ein sehr guter Steinbruch befindet, zusammen groß 3 Hekt. 45 A. 42 Om. Flur V Nr. 283, 284, 285 u. 286 Garten im Eickhofe u. Eichenholz gr. 18„ 67„ Flur V Nr. 635/330 an der Brankstraße, Wiese. 47„ 61„ Flur VI Nr. 5/13 im Spiel, Weide, 32„ 10„ „„„ 6½, 80, 81, 96 in der Ey, Acker und Wiese. 95„ 89„ Flur V Nr. 773/299, 774/300 an der Milchgasse, Hofraum mit aufstehenden Gebäuden 3„ 76„ am Montag, den 20. April, nachmittags 3 Uhr, im Lokale des Wirts Herrn Wilhelm Bierhoff zu Westhofen öffentlich meistbietend zum Verkaufe aussetzen. Wilh. Allmeroth, Photographische Anstalt, Dertmund, Westenhellweg 94, der P’etri-Kirche schräg gegenüber, im Garten der Restauration „Zur Sonne“. Platten seit 10 Jahren aufbewahrt. Vorgrösserungen nach jedem Bilde Destwaren-ag ahrh von Philipp Friede, 4 Dortmund, A 82 Westenbellweg 82. 4 empfiehlt: 2 " 4## in Mahagoni u Rußbaum von den Beitnrnen einfachsten bis zu den elegantesten Facons. Cannen=Pettstelen, von Mr. 15 Schwerte, den 9. April 1891. Hohenschwert. Tapeten, u. Farben. Empfehle Naturell-Tapeten von 12 Pfg. an, von 25 Pfg. an. 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Am Alwin. Im Bann Erzählung von D. Russell. (Fortsetzung.) Fünfzehntes Kapitel. Ein Gruß aus der Ferne. Sesches hldls cachesäen über dem Haidekraut und küßte es. Und seine Worte! so liebreich wie er iuer zu mir gesprochen haf. Er erzählte von dem Zorn, der ihn erz. mich nicht nehr in Gellenheim fand; wie dann heftige Worte zwischen ihm und seiner Mutter gefallen, und daß, wenn er unabhängig von ihr wäre, es zum Bruche gekommen sein würde. „Ein Mann jedoch“, schrieb er,„der sich in so schwieriger Lege befindet wie ich, muß manchmal seinen Stolz und seine Gefühle der Klugheit unterordnen. Warum bist Du nicht reizlos und unbedeutend auf die Welt gekommen, süße, kleine Margarethe?— oder warum nicht reich? Wie glücklich könnten wir dann sein! Unsere Naturen harmonieren so gut, trotz ihrer großen Verschiedenheit, denn Du bist eine kleine Heilige und ich bin ein arger Sünder. Aber, meine Margarethe, wenn auch nicht viel Gutes an mir ist, so kann ich doch ein edles, holdes Mädchen von ganzem Herzen lieben und verehren. Ich danke Dir, daß Du unser Geheimnis bewahrt hast. Verrate es auch ferner keiner Seele— um unserer Liebe willen schweige noch!“ Rose fand mich in Thränen über diesen Brief und rief geringschätzig: „Was! Du weinst über einen Brief unserer Tante? Oder hat sich Alwin zu ein paar Zeilen herabgelassen? Willst Du mir die Geschichte nicht erzahlen, Margarethe, und mir sagen, welches Verbrechen Du begangen? Sicherlich hast Du Alwin zu oft angesehen, so daß die zärtliche Tante für Deinen Seelenfrieden fürchtete. In ihrem Briefe an Mama schrieb sie, er sei so gut wie verlobt mit einer gewissen Erbin. Wenn das wahr ist, so wärest Du wirklich thöricht, Dich um einen Mann zu gränen, der Dir von Liebe spricht, während er sich bereits an ein anderes, reicheres Mädchen verkauft hat. Mache es wie ich und liebe überhaupt keinen Mann; sie sind es alle nicht wert!“ Rose ging singend hinaus; aber es schien mir, als sei es ihr gar nicht so leicht ums Herz wie sie mich glauben machen wollte. Noch an demselben Vormittag besuchte mich Frau Rothe. Ihr braunes, hattes Gesicht hatte einen sorgenvollen Ausdruck und wurde von keinem Lächeln erhellt, als sie mich begrüßte. Ich ahnte es wohl, was sie zu mir führte Die alte Frau war tief bekümmert um ihr einziges Kind, das sie unglücklich und mißhandelt wußte. Sie teilte mir noch einmal alles ausführlich mit, was sich während meiner Abwesenheit zugetrag n, und fügte am Schlusse ihrer Rede hinzu: „Mich verachtet der junge Herr, weil ich eine einfache Frau bin. Ich will von mir indessen gar nicht reden, obgleich ich Herrn Eduard versichern kann, daß ich mein Gewissen nicht gegen sei möchte! Ich will sie nur bitten, liebes Fräulein Margreth, sprechen Sie mit ihm, daß er meinem armen Kind nicht das Herz bricht. Wissen Sie, sie Mutter werden soll? Wie kann sie die schwere Stunde überleben ohne ein liebevolles Wort vom Vater thres Kindes?“....16 6, diese Marz, Frau Rothes Gesicht grühte, als sie viese Worte sprach und ihre Augen standen voll Thräuen. Ich hatte nicht den Mut, iyr schon heute die Hoffnung, die sie auf meine Unterredung mit Eduard setzte, zu rauben, indem ich ihr seine herzlosen Worte vom vorigen Abend wiederholte. Von ihm, das wußte ich, war keine Umkehr zu erwarten; es blieb mir nur noch übrig, Frau Doktor Kappmann aufzusuchen und sie zu bitten, daß sie Elsa einwirken mochte. Gegen vier Uhr nachmittags machte ich mich auf den Weg; als ich mic jedoch eben anschickte, das Haus zu verlossen, kam mir Frau Doktor selber entgegen. „Mein Himmel, Fräulein Margarethe, sind Sie es?“ rief die rosige kleine Frau.„Aber Sie sehen gar nicht wohl aus und waren doch bei Frau von Garsthal, so nahe der See und dem schönen Balde, unter all den seinen Leuten. Ja, ja, ich sagte es schon zu Elsa, die Sie ein wenig beneidete: Vielleicht wird es gar nicht so schön sein, wie Fräulein Margarethe denkt, denn reiche Leute sehen auf arme immer ein wenig herab.“ Liebe Frau Doktor“ unterbrach ich ihre wortreiche B.grüßung,„ich wollte eben zu Ihnen kommen, um etwas Wichtiges mit Ihnen zu besprechen. Sie sind uns eine liebe, alte Freundin, noch von meinem guten Vater her—“ „Ja, er war der beste und liebenswürdigste Herr, den ich je gesehen, ohne zu schmeicheln. Was Eduard anbetrifft, so hatte ich auch nichts gegen ihn, bis er eine ganz gewöhnliche Pächterstochter heiratete; da änderte sich meine Meinung, und ich begreife nicht, wie Elsa ihn noch so gern haben kann." „Deshalb wollte ich eben mit Ihnea reden, liebe Frau Doktor. Mei es Bruders Frau kann es natürlich nicht gern sehen, daß ihr Mann so viel mit einem so hübschen Mädchen, wie Elsa, verkehrt. Könnten Sie denn Ihre Nichte nicht dazu bestimmen, daß sie meinen Bruder freigiebt und sich nicht mehr öffentlich mit ihm zeigt? In einem so kleinen Orte wird alles gleich beobachtet und besprochen.“ „Wie können Sie denken, Fräul in Margarethe, daß ich das nicht längst gethan habe? Mehr als einmal habe ich Elsa in das Gewissen geredet, aber sie lacht mir ins Gesicht. Sie ärgert sich, daß sie nicht Herrin von Heydorf geworden ist, und sucht die junge Frau dafür auf alle Weise zu kränken.“ „Aber das ist im höchsten Grade unedel und „Gewißz. Doch Ella war immer ein schwoer zu erziehendes Kind— meine arme Schwester hat oft darüber geklagt—, und jetzt geht sie ganz ihren eigenen Weg. Es ist ein Unglück, daß sie so hübsch ist und dadurch die Männer bethört.“ In diesem Augenblick erschien Eisa mit Eduard auf der andern Seite der Straße und als sie uns erblickten, kamen sie auf uns zu. „Grete, ich habe eine Neuigkeit für Dich“, sagte Eduard.„Wer, glaubst Du wohl, ist jetzt dort unten bei Beckers?" und Eduard wies nach dem kleinen Gasthause. Das Blut schoß mir ins Gesicht, während ich ihn erwartungsvoll ansab. „Werner von Garsthal, denke Dir, Greie! So hast Du also Deine Zeit in Gellenheim nicht verschwendet. Ich sprach ihn schon und er sagte, er wolle seine Taute besuchen. Ha, ha! seine Ach, Sie meinen“, fragte Frau Kappmann, käme wegen Fräulein Margarethe?, Nun, das wäre schön und würde Sie alle gleich in eine ganz andere Lage bringen. Mein Schwager hält auch sehr viel von Herrn von Garsthal.: 6 13445 „Sie haben sich also“, sagte jetz. Eisa lächelnd, „diesen langen Vetter mitgebracht, Fräutein Selding?“ habe ihn in Gellenheim überhaupt nicht gesehen", erwiderte ich kühl und sah das leichtfinnige Mädchen ernst und ruhig an. Dann verabschiedete ich mich, um zu meiner Mutter zurückzukehren und ihr die Nachricht von Werners Ankunft mitzuteilen. Sechzehntes Kapitel. Werner. Eine halbe Stunde später trat der erwartete Gast bei uns ein und ward von Mama sehr freundlich son g e. Du setzt in Gellenheim?“ fragte sie ihn. „Nur anderthalb Tage“, erwiderte er und blicke mich dabei forschend an.„Anna Bardow weilt noch auf dem Gute und wird von meiner Mutter, Fräulein Golbitz und Alwin eifrig gepflegt. Es ist doch eine gute Sache, reich zu sein, nicht wahr, Margarethe?“ Ich lächelte etwas gezwungen, und Mama erkendigte sich, ob Alwin bereits mit der jungen Erbin im Einverständnis sei. „Ich kann es nicht sagen, liebe Tante. Ich nur, daß sie Alwin in seiner Garnison den„Herzene brecher“ nennen und daß er vor seiner Bekanntschaf. mit Fräulein Bardow ne Lust gezeigt hat, sich ernstlich zu binden. Anna ist ja aber kein übles Mädchen und ihr Geld würde Alwin auch zu statten kommen, da er so extravagant ist. Das Leben in den Offizierskreisen bringt wohl viele Versuchungen mit sich.“ Mon mußte Werner gut sein. Das reichbewegte Leben, das er geführt und das ihn mit so vielen und verschiedenartigen Menschen zusammengeführt, hatte ihn gelehrt, die Mängel und Fehler der andern milde und nachsichtig zu beurteilen und an alle Dinge den rich tigen Maßstab zu legen. Obwohl er im Sprechen eine gewisse Aehnlichkeit mit Alwin hatte, war er doch in jeder anderen Hinsicht ganz verschieden von dem jüngeren Bruder. Stärker und fester auch in seinen Vorsatzen und Zielen, völlig frei von Alwins lebenslustigem Leichtsinn war er durchaus ein Mann der That, der alles, was er sich vornahm, mit fester und tapferer Entschlossenheit du chführte. Aber als er an jenem Tage bei uns saß, dachte ich nicht an seine oder an Alwins Charaktereigenschaften; meine Gedanken weilten vielmehr bei dem was er über des Letzteren Verhältnis zu Anna gesagt und ich mußte mich mit Gewalt von den quälenden Vorstellungen, die seine Worte in mir erweckt hatten losreißen, um zu der Gegenwart zurückkehren und scheinbar heiter mit Werner plaudern zu können. Er blieb zum Mittagessen bei uns und Rose schmückte sich ihm zu Ehren mit einem reizenden, kokerten Häupichen. „Wie gefalle ich Dir in dieser Tracht?“ fragte sie Werner, indem sie den Kopf nach allen Seiten „Du siehst wirklich reizend aus“, antwortete er lächelnd, sie mit seinen dunkeln Augen fest ansehend. „Reizend ist solch abgebrauchter Ausdruck. Weißt Du nichts Besseres zu sagen?“ „Was soll ich sagen? Etwa, daß Du doppelt dreifach reizend aussiehst? Weißt Du, es giebt eine Cognacforte, auf deren Flaschen ein, zwei oder drei Sterne aufgedruckt sind, um den Grad der Vorzüglichkeit jeder Sorte zu bezeichnen. Nun, Du siehst also den drei Sternen entsprechend aus.“ „Ich weiß nichts von Cognacflaschen“, entgegnete Rose schmollend,„und es thut mir leid, Vetter, daß Du so gut mit ihren Eigentümlichkeiten vertraut bist.“ Werner lachte herzlich. In Zukunft werde ich Dich also mein Dreigestirn nennen, wenn ich Dir rechtes Kompliment machen will!“ rief er. „Ich bin aber nicht Dein Dreigestirn“, sagte Rose noch koketter;„nicht einmal ein Stern." „Nein. Ein Stern ist zu hoch für mich, um erreichbor zu sein.“.... grime. kr im Und Rose sah bei dieser Antwort sehr unzufrieden 2(Fortsetzung folgt.) aus Zur Altersversicherung der Arbeiter. Aus Anlaß schon mehrerer zur Kenntnis des Reichs= Versicherungsamtes gelangter Fälle, in denen bei der Berechnung der Höhe von Altersrenten, deren Beginn auf den 1. Januar dieses Jahres bekanntlich festgesetzt war, Renten steigerungen für eingeklebte Beitragsmarken in Ansatz gebracht worden sind, hat dasselbe die Vorstände der Invaliditäts= und Altersversicherung, sowie die zugelassenen Kasseneinrich tungen darauf hingewiesen, daß auf die Höhe einer Rente Beiträge, die für einen Zeitraum entrichtet sind, welcher hinter dem Tage des Beginns des Rentenbezuges liegt, keinen Einfluß ausüben. Die Höhe der Rente bemesse sich vielmehr lediglich nach Momenten, welche in einer vor ihrem Beginn liegenden Zeit vorhanden sind. Darnach können auf die Höhe der am 1. Januar 1891 beginnenden Altersrente die etwa nach diesem Tage in die 5 wal Har aus erw Mo Hau Dir jetzt und woll wahr plötz chem verm ganz verst sager Dem word gefol Aber ich 5 wahr unser zum Man troger sollle *: Quittungskarte eingeklebten Beitragsmarken überhaupt nicht einwirken. An Altersrenten ist bis jetzt im Landkreise Dortmund ein jährlicher Betrag von 4182,80 Mark zur Zahlung angewiesen. Es sind z zahlen im Amte Brackel an 1 männl. und: weibl. Personen 568,20 Mark, im Amte Castrop an 10 männl. Personen 1634 Mark, im Amte Dorstfeld an 3 männl. Personen 461,40 Marl im Amte Lünen an 8 männl. und 2 weibl. Personen 1519,20 Mark, zusammen an 2 Personen 4182,80 Mark. Im Durchschnitt eehält hiernach jede Person 154,90 Mark jährlich. Haus= und Landwirtschaftliches. Eine gute Wundsalbe für das Vieh ist eine Salbe, die aus Schießpulver und Fett besteht, wobei ersteres fein pulverisiert dem Fett unter mischt wird. Die im Schießpulver enthaltenen Teile, Kohle und Salpeter, wirken antiseptisch, d. h. sie arbeiten dem Fäulnisprozesse entgegen. Wenn sich z. B. Pferde im Sommer infolge starken Schweißes wund gerieben haben, so ist nichts besser als diese Salbe, welche die wunden Stellen schnell heilt. Ferner, wenn man die Pferde im Sommer mit dieser Salbe gut einschmiert und diese darauf in der Schwemme mit Seife und Bürste abwäscht, so werden sie von Fliegen und Insekten weniger belästigt. Mittel, dem Leberthran seinen üblen Ge schmack zu nehmen. Nachdem man den Thran verschluckt hat, trinke man ein Glas künstliches Eisenwasser(leicht zu erhalten durch das Schütteln von Wasser mit rostigen Nägeln) langsam hinterher; der widrige Geschmack des Thranes, welcher im Munde zurückgeblieben, macht dadurch alsbald einen angenehmen, nach frischen Austern oder Muscheln, Platz. Von irgend nachteiligen Folgen des Eisens auf die Leberthrankur kann keine Rede sein. Vermischtes * Eine hübsche Anekdote erzählt R. G. in der jüngsten Nummer des„Bär": Kaiser Wilhelm II. hatte die Potsdamer Garnison alarmiert; er hatte bei der Uebung Generalsuniform getragen, während sein Adjutant v. Senden=Bibran in Marinekleidung erschienen war. Später hatte der Kaiser ebenfalls die letztere angelegt. Beim Liebesmahl im Offizierkasino stand er im Gespräch mit einigen Offizieren, dem Eingang den Rücken zugekehrt, da tritt ein höherer Offizier der Garde=Kavallerie ein, und dem Kaiser kräftig auf die Schulter klopfend, redet er ihn an „Na, Senden, wollt wohl heute Aquarium alarmieren?“ Ein herzliches Lachen war die Antwort des jungen Monarchen, der dem verlegenen Offizier huldvoll die Hand entgegen streckte. * Ein frecher Kirchenraub hatt in der Kirche der Vorstadt Ixelles in Belgien stattgefunden. Das Gotteshaus wurde eines großen Teiles seiner Kostbarkeiten beraubt. Aus den h. Gefäßen genommene Hostien wurden in der Kirche und auf der Sraße wiedergefunden. * Es ist den meisten unserer Leser bekannt, daß der gelehrte Gottesleugner, Dr. David Strauß, dessen ungläubige Schriften unbeschreibliches Unheil stifteten, seine Tochter von einer frommen Pietistenfamilie streng christlich erziehen ließ Unlängst berichtet Pastor L. H. Donner von Pittsburg, der letzten besuchte, einen ähnlichen Vorfall von dem bekannten Ludwig Büchner, oft„Affenbüchner“ genannt, weil er einer der stärksten Verteidiger der Hypothese ist, daß der Mensch von Affen abstamme. Büchner kam in Berlin zu dem alten, frommen Pfarrer V., dessen Jugend= und Studiengenosse er seiner Zeit war, und bat ihn dringend, seine einzige dreizehnjährige Tochter, die ihre Mutter durch den Tod verlor, doch zu sich nehmen, und erziehen zu wollen. Pfarrer V. drückte sein Erstaunen aus, aber Büchner entgegnete auf alle Einwände bezüglich der entgegengesetzten Glaubensrichtung:„Erziehe du mein Kind in deinem Glauben und ich werde mich dir dankbar erzeigen.“ Darauf nahm Pastor V., der diese Begebenheit Pastor Donner selbst erzählte, das einzige Kind des Mannes, der abends zuvor einen Vortrag über seine Affentheorie gehalten hatte, in sein Haus auf, um es in der christlichen Religion zu unterrichten und zu erziehen. * Das Elend unter der Arbeiterbevölkerung in Brüssel beleuchtet in reeller Weise ein Bericht der „Magd. Ztg.“ Darnach wurde dort eine Wohnungsenquete veranstaltet, welche schauerliche Resultate zu Tage gefördert hat. Der erwähnte B.zirk zählt 3310 Häuser, darunter 1102 Arbeitshäuser, die von 3996 Familien bewohnt sind. Von diesen 3996 Familien litten 2409 das äußerste Elend, sie wurden durch öffe t liche Almosen unterstützt. 1360 Familien logierten in zwei, 1723 in einem Zimmer, 405 in einer Mansarde, 43 endlich in einem Kellerloch. Und doch halten, trotz dieser traurigen Verhältnisse, wie die Enquete=Kommission konstatierte, 80 pZt. ihre Wohnungen sauber. Welche moralischen Folgen die Zusammenpferchung ganzer Familien in einen einzigen Raum nach sich ziehen muß, läßt sich denken. Der Bericht macht auch auf die „skandalöse Art“ aufmerksam, in welcher viele Hausbesitzer den Arbeiter ausbeuten und veröffentlicht 3 ffein, aus denen hervorgeht daß die Arbeiter im Verhältnis anderthalbmal so viel an Miste bezahlen, als die Begüterten. Trotz der teuren Micte besitzen indes 19 Arbeiterhäuser des Bezirks nicht einmal einen Abort. In 620 Häusern gibt es nur einen einzigen, und manche dieser Gebäude werden von 40—50 Personen bewohnt. Die Höfe sind schrecklich eng, meist 10 Meter im Quadrat, manche auch nur von 2 Metern. Die Treppen sind vermorscht. Alles v.reint sich, um den Aufenthalt in die Quartiere so trüb und ungesund zu machen, wie nur möglich. * Eine neue ernste Frage unvolitischen Charakters taucht in Irland auf, die der Aethertrunksucht. Ganz Tyrone und Teile von Londonderry, Armagh, Monag han und Fermanagh sind davon besessen. Der Reiz dieses neuen Betäubungsmittels liegt in seiner Billigkeit, seiner sofortigen und bald vorübergehenden Wirkung und in der dem Opiumrausche vergleichlichen Wonne. Das Endergebnis ist freilich verderblicher als die Whiskeytrunksucht. Der sog. Katzenjammer fehlt; aber dafür entwickeln sich bei Mädchen eine bösartige Hysterie und bei Männern Verdauungsbeschwerden, Trübsinn, Blindheit und schließlich Wahn Der glückliche, nun im Besitz einer„steinreichen“ Frau befindliche„Gatte“ hatte natürlich nichts Eiligeres zu thun, als seiner Angebeteten die schönsten Hochzeitsgeschenke in Schmuck= und anderen Gegenständen zu machen, worauf Miß Leal unverzüglich in völliger Verkennung ihrer ehelichen Pflichten— verduftet. Die ungalante französische Polizei hat sie nun wegen Betrugs verhaftet und es soll auf der Polizeipräfektur ein Register ausgelegt sein, in welches sich noch unbekannte„Gatten“ der Miß Leal einschreiben können. * Die längstc Brücke der Welt wird in diesem Jahre die Provinz Ostpreußen erhalten. Zu ihrer Erbauung wird nicht Eisen oder Stahl, sondern nur Holz verwendet werden, und zwar deshalb, weil sie nicht schwer sein darf, aber doch fähig sein muß, große Lasten zu tragen. Es soll nämlich wie der„Königsberger Allg. Ztg.“ berichtet wird, im großen Moorbruch einer Forst zwischen Wehlan und Labiau, vom Königsberger Pionier=Bataillon eine über 7 Kilometer lange Moorbrücke aus gefällten Bäumen errichtet werden. Dieser Brückenbau ist eine Uebungsarbeit für die Pioniere wird aber auch gleichzeitig zur Erleichterung des Verkehrs dienen, zumal das Bauwerk stehen bleibt. * Für die Handweber Schlesiens ist in Berlin unter dem Protektorat der Kaiserin ein Bazar im Kultusministerium eröffnet wor den Der große Vordersaal ist ausschließlich dem Verkauf der schlesischen Webwaren ein geräumt. Die Erzeugnisse sind nach Ortsgruppen geordnet, eine statistische Zusammenstellung giebt Auskunft über die Zahl der im Bezirk beschäftigten Weber. Damen der Aristokratie sind die Verkäuferinnen. sinn, nicht zu sprechen von dem traurigen Schicksal, daß den Nachkommen der Aetheromanen bevorsteht. Gewonnen wird der Aether aus dem„Methylated Spirit“, einem mit Holzgeist versetzten gemeinen denaturierten Fabrikspiritus, der keinem Zoll unterworfen ist. Dem Uebel beizukommen, ist schwer. * Miß Eveline Leal, eine sehr hübsche und talentvolle Engländerin, die Paris zum Schauplatz ihrer Thaten auserkoren, hat es fertig gebracht, sich in kurzer Zeit nicht weniger als dreiundvierzigmal zu verheiraten. Sie ging dabei folgendermaßen zu Werke: sie veröffentlichte in Zeitungen eine Anzeige, derzufolge eine junge Erbin mit einem Vermögen von einer Million sich zu verheiraten wünsche. Es stellten sich natürlich zahlreiche Bewerber ein, die hingehalten und dabei verlockt wurden, gelegentlich für Miß Leal Auslagen zu machen und Geschenke zu kaufen. Da das Geschäft im Großen betrieben wurde und das Zusammentreffen mehrerer Bewerber vermieden werden mußte, hatte die erfindungsreiche Dame auch mehrere Wohnungen, durch weg in den ersten Gasthöfen. Auch war in Anbetracht der vielfachen Inanspruchnahme ein sinnreicher Zeit verteilungsplan ausgearbeitet, der jede unliebsame Ver wechselung ausschloß. Der Hauptschlag war zuletzt olgender: Miß Leal erklärte dem Bewerber, daß ihre Familie leider Einspruch erhebe, daß sie aber in heißer Liebe entbrannt sei, daß sie auch auf eine heimliche Heirat eingehen wolle, die in England geschlossen werde. Das Paar reiste dann nach England, wo mit Hilfe von Helfershelfern eine Scheinheirat abgeschlossen wurde. Litterarisches Neuester Verlag der Agentur des Rauhen Hauses in Hamburg: Aus der Arbeit an Gefangenen und Entassenen. Von Dr. A. Bienengräber. 134 S. 1891. 1,50 M.(Partiepreis 10 Exemplare 10 M) Nach orientierenden Mitteilungen über die Geschichte des Gefängniswesens, über den Unterschied der verschiedenen Bestrafungssysteme, der Gemeinschafts= und Einzelhaft, über die Bedeutung des Beurlaubungssystems, führt uns der Verfasser frische, aus reicher Erfahrung und langjährigem Verkehr mit Gefangenen entnommene Bilder vor Augen: Wir sehen, wie so viele nur ins Gefängnis kommen, weil fie ungewarnt den Weg der Sünde gegangen und statt Teilnahme und Zuspruch nur kalter Gleichgültigkeit begegnet sind. Wir thun einen Blick in die Einzelzelle des Gefangenen, schauen seiner einsamen Arbeit zu, freuen uns seines Ueberverdienstes, der ihm bei der Entlassung als Spargroschen mitgegeben wird, ahnen aber auch etwas von der Macht des Gewissens, welches den Menschen nicht zur Ruhe kommen läßt, bis er die schwere That bekannt. Wir begleiten den Gefangenen zur Kirche und zum heiligen Abendmahl, begleiten auch den Seelsorger, wenn er den Gefangenen aufsucht, sich mit ihm zu unterreden oder ihm ein Buch oder einen Brief aus der Heimat zu bringen hat. Und schließlich stehen wir mit dem Entlassenen an der Thür des Gefängnisses, die sich nun hinter ihm schließt und ihn noch einsamer und verlassener, als er vorher in der Zelle war, stehen läßt in der großen Welt. Es wird niemand das Buch aus der Hand legen ohne williger geworden zu sein, die Mahnung des Herrn zu befolgen, welche in den Worten liegt: Ich bin gefangen gewesen und ihr seid zu mir gekommen. Insonderheit möchten wir allen denen das Buch empfehlen, die in der Nähe einer solchen Strafanstalt wohnend, sich so leicht mit dem Gedanken vertraut machen, es gebe eben solche Unglückliche und die einzige Aufgabe sei, sorgfältig auf Thür und Fenster zu achten, daß man nicht zu spät über Mangel an Vorsicht zu klagen habe. Mitglieder von Vereinen für innere Mission, Stadtmissionare und Gemeindeschwestern würden sich über dieses Gebiet ihrer Arbeit durch das vorliegende Buch nicht nur reich belehren, sondern auch erwärmen und begeistern lassen. Seiden=Damaste schwarze, weiße u. farbige v. Mk 2.35 bis 12.40 p. Met.—(ca. 35 Qual.) — vers. roben= und stückweise porto= und zollfrei das Fabrik=Dépôt G. Henneberg(K. u. K. Hoflief.) Zürich. Muster umgehend. Doppeltes Briefporto nach der Schweiz. lhin agt 3. 1 50 50 fr