0O 8 0 8 5 5 □ 0 82 □ 3 13 den die erom 1. März 1.80 n folgenden iber etwaige tens unserer mbringen zu alt is 1885. smarck 1885. sandt. Wiesird gewarnt. nit 4maligem =Liter=Flasche Nasse, in Thiemann, le bei Herrn Juli 1889. ihmten Lebenseschwerden und bin, so wende laschen Lebensilten Kinde anhat. ähringer 7. ebioaren ofstraße. KR ∆ 90 8 SS Leisbart für den Kreis Horde und den Landrreis Vortmund. Abonnements=Preis pro Quartal 1 Mark 50 Pfg. Erscheint Dienstags, Donnerstags und Samstags. Wöchentliche Gratisbeilage:„Familienfreund.“ Insertionsgebühr für die sechsspaltige Zeile oder deren Raum 10 Pfg., außerhalb des Leserkreises 15 Pfg.; Reklamen 30 Pfg. Redaktion, Druck und Verlag von Carl Braus in Schwerte. Nr. Schwerte. Dientag, 3. Nar 1891. Dd. Johrgeng. Amtliche Bekanntmachungen. Nr. 8 9 10 Standesamt Lunen=Stadt Asseln Brackel Courl Wickede Cistrop Dorstfeld Lünen=Amt Lütgendortmund Mengede Seeien= zahl nach der Volkszählung 112.1890 4447 2908 5975 523 2296 15859 12855 10172 14467 6740 77242 abl der EheschlieProzentsatz der 32 26 46 10 21 157 116 94 160 48 710 Die Vakanzen=Listen bezüglich der für zivilversorgungsberechtigte Militär=Anwärter vorbehaltenen Stellen liegen auf dem Kreisbüreau zu Hörde zur Einsicht offen. Bekanntmachung. An dieser Stelle mache ich die Amtsverbände und Landgemeinden auf das vom 32. westfälischen Provinzial=Landtage beschlossene und vom Herrn Mnister des Innern genehmigte„Revidiert: Reglement der Westfälischen Witwen= und Waisen=Versorgungskasse", welches durch Extra=Beilage zum nächsten Stücke des Amtsblattes bekannt gemacht wird, noch besonders aufmerksam. Hörde, den 23. Februar 1891. Der Vorsitzende des Kreisausschusses: Spring, königlicher Landrat. Landkreis Dortmund. Bekanntmachung. Die Ersatz=Kommission für die hebung der Militärpflichtigen tritt in diesem Jahre im Kühn'schen Gasthause, Wißstraße Nr. 17, an folgenden Tagen, morgens 8 Uhr zusammen: am 31. März und 1. April: Amt Brackel, 1. April: Stadt Lünen, Amt Castrop, 2. 3. 4. 7. 8. 9. 10. 11. "„ und Amt Dorstfeld, " Dorstfeld, „ Dorstfeld u. Amt Lütgendortmund, „ Lütgendortmund, „ Lünen „ Mengede. Die zur Gestellung verpflichteten Militärpflichtigen haben sich bei Vermeidung der gesetzlichen Strafen in den bezeichneten Terminen pünktlich einzufinden. Jede Störung der Ruhe und Ordnung des Aushebungsgeschäftes wird mit einer Geldstrafe bis zu 15 Mark oder mit verhältnismäßiger Haftstrafe geahndet. Eine gleiche Strafe trifft denjenigen Militärpflichtigen, welcher den Aushebungstermin ohne Erlaubnis der Ersatz=Kommission sich von dem angewiesenen Sammelplatze entfernt. Auch ist das Mitbringen von Stöcken in das Aushebungslokal nicht gestattet. Die Losung, welche nur unter der jüngsten Altersklasse, d. i. unter den im Jahre 1871 geborenen Militärpflichtigen, einschließlich der früher etwa Ueberschlagenen, erfolgt, findet am 13. April kr. statt. In diesem Losungstermine ist das persönliche Erscheinen der Militärpflichtigen nicht erforderlich, vielmehr steht es denselben frei, einen anderen mir der Losung zu beauftragen oder es geschehen zu lassen, daß von den Eltern, Vormündern oder einem Mitgliede der Kommission für sie gelost wird. Dortmund, den 26. Februar 1891. Der Landrat, Beh. Regierungsrat: v. Rynsch. Bekanntmachung. Gemäß bestehender Vorschrift müssen diejenigen Familien=Angehörigen eines Militärpflichtigen, auf deren angebliche Erwerbs= resp. Aufsichtsunfähigkeit ein Anspruch auf Befreiung oder Zurückstellung des letzteren vom Dienste im stehenden Heere gegründet werden soll, sich sowohl der Ersatz= als der Ober=Ersatz=Kommission persönlich vorstellen. Indem ich dieses zur öffentlichen Kenntnis bringe, mache ich zugleich darauf aufmerksam, daß die Reklamanten den Nachteil, der ihnen durch die etwaige Nichtbefolgung diesek Vorschrift erwachsen möchte, sich selbst beizumessen haben. Dortmand, den 26. Februar 1891. Der Landrat, Geheimer Regierungsrat: v. Rynsch. Auf Grund des§ 11 des Gesetzes über die PolizeiVerwaltung vom 11. März 1850 verordnen wir für den Umfang unseres Regierungsbezirkes was folgt: Gastwirte, Schenkwirte und Kleinhändler mit Beanntwein oder Spiritus, welche selbst oder durch ihre Angehörigen resp. Geschäftsgehilfen an solche Personen, welche unzweifelhafte Kennzeichen des Zustandes der Trunkenheit an sich tragen, alkoholartige Getränke verabfolgen oder denselben zugänglich machen, verfallen in eine Strafe bis zu dreißig Mark, eventl. verhältnismäßiger Haftstrafe. Arnsberg, den 13. April 1876. Königliche Regierung. Auf die vorstehende Polizei=Verordnung wird insbesondere bei der bevorstehenden Musterung der Militärpflichtigen— 31. März bis 11. April— aufmerksam gemacht. Bei Trunkenheitsfällen wird die Feststellung erfolgen, wo zuletzt der Trunkene alkoholhaltige Getränke erhalten hat. Die Uebertretung wird nicht nur mit der polizeilichen Strenge geahndet, sondern auch die Erwägung zur Folge haben, ob die Erlaubnis zum Wirtschaftsbetriebe und den Kleinhandel mit Getränken zu entziehen ist. Dortmund, den 26. Februar 1891. Der Landrat, Geheimer Regierungsrat: v. Rynsch. Landkreis Dortmund. Bekanntmachung. Auf Grund des§ 123 ad 1I der Wehr=Ordnung vom 22. November 1888 mache ich bekannt, daß die Termine für die Klassifikation der Mannschaften der Reserv=, Marine=Reserve, Landwehr, Seewehr, ErsatzReserve und Marine=Ersatz=Reserve, sowie ausgebildeter Landsturmpflichtige des zweiten Aufgebots im Anschlusse an das Ersatz-Geschäft im Kühn'schen Gasthause zu Dortmund, Wißstraße Nr. 17— wie folgt stattfinden: am 31. März d. Is. Amt Brackel, „ 1. April„ Stadt Lünen, Amt Castrop, Dortmund, den 26. Februar 1891. Der Landrat, Geheimer Regierungsrat: von Rynsch. Bekanntmachung. An Stelle des Maurerpoliers Johann Wiegand zu Lindenhorst ist der Bergmann Caspar Vorderstraße daselbst zum Vertrauensmann aus dem Kreise der Versicherten für den Bezirk Lindenhorst von dem Vorstande der Versicherungsanstalt Westfalen bestellt worden. Dortmund, den 26. Februar 1891. Der Landrat, Geheimer Regierungsrat. I. V.: Peters, Kreissekretär. Bekanntmachung. Durch Verfügung des Kreis=Ausschusses vom 20. d. Mts. Nro. 742 ist die Anstellung des VerwaltungsSekretärs Hermann Heßmann als Amtssekretär für das Amt Mengede genehmigt worden, wovon ich mit dem Bemerken Kenntnis gebe, daß die Verpflichtung und Einführung des p. Heßmann heute erfolgt ist. Mengede, den 26. Februar 1891. Der Amtmann: Schragmüller. Sinnsprüche, Denksprüche, Sprichwörter 2c. Die Pflugschur schafft das Brot, wenn man sie zieht; Wer seine Füße regt, der kommt zum Ziel. „ Wem zu glauben ist?— redlicher Freund, das kann ich dir sagen: Glaube dem Leben. Es lehrt besser als Redner und Buch. Geächtet. (Fortsetzung.) Winter hatte sich Mariannen zugewendet, die soweit als möglich von ihm gewichen war, und er hatte es in seinem Eiser nicht bemerkt, daß die angelehnte Thür hinter seinem Rücken geöffnet worden war und daß die kraftvolle Gestalt eines hochgewachsenen jungen Mannes mit zorngeröteten Wangen und blitzenden Augen die Schwelle überschritten hatte. Erst als sich zwei eisenfeste Hände auf seine Schultern legten, fuhr er in tödlichem Erschrecken zusammen. „Ha! elende, bübische Verräterei!“ knirschte er, und seine Hand fuhr nach der Brusttasche, wo er wohl eine Waffe verborgen haben mochte. Aber sein Gegner war stärker und gewandter als er— und im nächsten Augenblick lag der Verbrecher wehrlos am Boden. Marianne aber eilte auf einen Wink ihres Bruders hinaus, um den ersten Sicherheitsbeamten herbeizuholen, der ihr dort begegnen würde. Der überrumpelte Verbrecher hatte sein Geständnis nicht widerrufen. Er erkannte, daß es für ihn aus der Falle, in welche er sich leichtsinniger Weise begeben hatte, kein Entrinnen mehr gab, und er zog es vor, durch eine rückhaltlose Aufdeckung aller Einzelheiten wenigstens eine rechtzeitige Verhaftung seines Komplicen zu ermöglichen und seine eigene Strafe durch scheinbare Neue nach Möglichkeit zu mildern. Er verriet, daß Müncheberg die Handschrift des Fräulein Nehlsen nachgeahmt und seinen Stubengenossen in einem scheinbar von ihr herrührenden Billet zu einem Stelldichein in jenes Hinterzimmer eingeladen habe, zu welchem er ihm gleichzeitig einen Nachschlüssel zukommen ließ. Er war dabei von durchaus zutreffenden Voraussetzungen ausgegangen, daß sich Gerhard au jenem gefährlichen Orte verraten und dadurch nach der Entdeckung des Diebstahls, den Müncheberg im Verein mit seinem Spießgesellen unter Beobachtung aller Vorsichtsmaßregeln bereits ausgeführt hatte, den ersten Verdacht auf sich lenken würde. Die Ereignisse hatten gelehrt, wie vollständig richtig und klug alle Berechnungen des Elenden gewesen waren, und Gerhard war nahe genug daran gewesen, das Schicksal des alten Sebald zu teilen, da auch für ihn die Last scheinbarer trügerischer Beweise eine geradezu erdrückende gewesen war Daß die Angelegenheit nur sehr schnell eine entscheidende Wendung zu seinen Gunsten nahm, bedarf kaum einer ausdrücklichen Versicherung. Müncheberg war mitten in seinen mit großer Heimlichkeit betriebenen Reisevorbereitungen verhaftet worden, und wenngleich er sich anfänglich sehr entrüstet und jegliche Schuld ganz entschieden in Abrede stellte, so erkannte er doch bald, daß ihm sein Leugnen nur von geringerem Nutzen sein wärde, und an der nämlichen Stelle, an welcher Gerhard vor einigen Tagen in so erniedrigender und demütigender Weise verhört worden war, legte er ein ganz unumwundenes Geständnis ab, freilich ein Geständnis von ganz anderer Art, als es dasjenige seines Gefährten gewesen war. Er erheuchelte weder Zerknirschung noch Reue, und mit gleichmütigem Antlitz und einem unveränderlich höhnischem Lächeln erzählte er den Hergang seiner schurkischen Handlungen mit einer Gelassenheit und einem Selbstbewußtsein, als wären es Heldenthaten, deren er sich mit Fug und Recht rühmen dürfe. Ludwig Nehlsen war tief erschüttert. Keiner seiner Angestellten hätte es jemals für möglich gehalten, daß der finstere, ewig gleichmäßig strenge Mann mit den ehernen Gesichtszügen die Beute einer so mächtigen Bewegung werden könne, als er es in diesem Augenblick war. Ruhelos ging er in dem kleinen Gemache auf und nieder, in welchem der Verbrecher vor dem Kriminalbeamten stand, und nur von Zeit zu Zeit hielt er inne, um ihm einen Blick voll glühensten Hasses und tiefster Verachtung zuzuwerfen. „Wie aber kamen Sie dazu, systematisch auf das Verderben des jungen Asmus hinzuarbeiten, der Ihnen doch ganz fremd war und der Ihnen auch niemals etwas zu Leide gethan haben konnte?“ „O, mein verehrter Herr Prinzipal, das hatte seinen sehr triftigen Grund,“ gab Müncheberg mit seinem malitiösen Lächeln zurück, und da meine eigenen Aussichten auf die Hand Ihres reizenden Töchterchens nun doch wohl fast gleich Null sein werden, so habe ich keine Veranlassung mehr, Ihnen diesen Grund zu verheimlichen. Ich war eifersüchtig auf ihn, weil Fräulein Lissy offenbar eine sehr warme Neigung für ihn hegte! Und das war es, weshalb ich ihn haßte!" Der Kaufherr schrak heftig zusammen, dann nahm er seine ruhelose Wanderung durch das Zimmer wieder auf, und er wendete nicht einmal den Kopf, um dem Verbrecher noch einen einzigen Blick zu schenken, als er auf den Befehl des Beamten abgeführt wurde. Als sie mit einander allein waren, drehte sich der Kommissar zu Nehlsen um und sagte sehr ernst: „Das ist eine überaus peinliche und unglückliche Angelegenheit! Dieser Schurke hat es möglich gemacht, zwei rechtschaffene Männer in Elend und Schmach zu bringen, und die Geschicklichkeit, mit welcher er dabei operiert hat, muß in der That eine bewunderungswürdige gewesen sein, wenn sogar Sie selbst, Herr Nehlsen, sich veranlaßt sehen konnten, in beiden Fällen so gravierende Aussagen gegen die Schuldigen zu machen!“ „Ich verstehe den herben Vorwurf, der in Ihren Worten liegt, Herr Kommissar,“ gab der Kaufmann zurück,„und ich will keinen Versuch machen, mich gegen denselb n zu verteidigen, denn er ist nur zu wohl verdient. Was ich in der Verblendung meiner zornigen Voreingenommenheit durch meine— freilich in bester Ueberzeugung abgegebenen— Aussagen an dem unglücklichen Sebald gesündigt, vermag ich freilich nicht wieder gut zu machen, aber was sonst in meinen Kräften steht, das begangene Unrecht zu fühnen, das wird gewiß geschehen— darauf mögen Sie sich verlassen!“ „Ich zweifle nicht darin, denn ich weiß, daß Sie ein Ehrenmann sind," erwiderte der Beamte bedeutsam, „und nicht auf Ihren Schultern allein ruht die Last der schweren Veran wortung!“ Er ging und Nehlsen begab sich ungesäumt hinauf in seine Wohnung. Er fand Lissy in einer gewaltigen Aufregung, denn auch zu ihr war die Kunde von der großen Neuigkeit bereits gedrungen, und mit einem stürmischen Jubelruf flog sie ihrem Vater um den Hals, als sie in seiner feierlich und doch zugleich niedergeschlagenen Miene eine unzweidentige Bestätigung jener Mitteilung las, welche sie von ihrer Zofe erhalten hatte.— Ludwig Nehlsen hatte darauf eine sehr lange und sehr ernsthafte Unterredung mit seiner Tochter, in deren Keine Erleichterungen für Frankreich im Grenzverkehr. Der„Reichsanzeiger“ schreibt:„Der Reichskanzler hat den kaiserlichen Statthalter in Elsaß=Lothringen ersucht, bis auf weiteres von jeder Milderung in der praktischen Handhabung des bestehenden Paßzwanges abzusehen und bezüglich der den französischen Grenzgemeinden auf Grund des Art. 2 der Paßverordnung eingeräumten Verkehrserleichterungen keinerlei Erweiterung eintreten zu lassen. Deutsches Reich. Kaiser Wilhelm hatte eine längere Konferenz mit dem konservativen Parteiführer, dem Abg. von Helldorf=Bedra. Am Sonntage besuchten beide Majestäten den Gottesdienst im Berliner Dome und unternahmen am Nachmittage eine gemeinsame Spazierfahrt. Der Gesundheitszustand des kleinen Prinzen Joachim ist wieder völlig normal. Die Kaiserin Friedrich ist aus Paris am Freitag abend wohlbehalten in Schloß Windsor bei ihrer Mutter, der Königin Viktoria, angekommen. Die Kaiserin erzählt selbst, daß ihr bei der Abreise aus Paris vom Publikum und den Behörden durchaus höflich begegnet sei, allenthalben habe man gegrüßt und ihr bereitwillig die freie Passage gesichert. Sie habe auch nie geglaubt, daß die unsinnige Deutschenhetzerei einiger kleiner Kreise die große Bevölkerung zu Ausschreitungen gegen sie veranlassen werde. So ist die Abreise aus Paris und Frankreich ohne alle Störung vor sich gegangen. Ein zweiter Besuch der Kaiserin in der französischen Hauptstadt dürfte aber wohl kaum erfolgen. Die Kaiserin Friedrich erhielt während ihres Aufenthaltes in Paris 1500 französische Briefe von Bittstellern und Friedensfreunden, darunter keinen einzigen Droh= oder SchmähBrief. Die Nordd. Allg. Ztg. schreibt: Gegenüber den mannigfachen Gerüchten und Kombinationen über die Zwecke und Absichten des Besuches der Kaiserin Friedrich in Paris sind wir in der Lage, zu versichern, daß die Reise lediglich in Privatangelegenheiten unternommen war und daß aus diesem Grunde die Botschafter Herbette in Berlin und Graf Münster in Paris auch erst im letzten Augenblick von der Reise unterrichtet sind.— Das ist zutreffend. Die beiden Diplomaten waren außer Stande mithin, irgend welche Aeußerung über den Reiseplan zu machen. Daß man ihnen Verlauf er verschiedene Fragen an sie richtete, die ihr das Blut in die Wangen trieben und sie zwangen, die Augen niederzuschlagen. Nach Ablauf einer Stunde wußte er, daß der sonst so schlaue Müncheberg diesmal dennoch in einem Irrtum gewesen war, und daß es nicht Gerhard Asmus gewesen, welchem das Herz seiner Tochter gehörte.— An diesem Tage erhielten die Buchhalter im Hauptkontor zum erstenmal seit dem Bestehen des Hauses die strenge Weisung, ihren Chef unter keinen Umständen zu stören, und Ludwig Nehlsen schloß sich stundenlang in seinem Stübchen ein. Als er wieder zum Vorschein kam, da war sein Gesicht streng und ernst wie gewöhnlich, aber in seinen Augen schimmerte doch ein Strahl von Milde und innere Zufriedenheit, den noch nie zuvor jemand darin wahrgenommen hatte. (Schluß folgt.) Quer durch Grönland. Vor der Gesellschaft für Erdkunde hat der berühmte nordische Reisende Nansen einen hochinteressanten Vortrag über seine Forschungsreise quer durch Grönland gehalten. Wir entnehmen der Darstellung folgende bezeichnende Stellen.„Im Mai 1888 verließen wir Christiania, anfangs Juni Island; nach einem vergeblichen Versuch, ins Treibeis einzudringen, konnte uns das Schiff Jason endlich in der Nähe des Sermiliksjords unter 65½ Grad nördlicher Breite in zwei Booten auf eine Eisscholle aussetzen. Unsere Versuche, das Festland zu erreichen, waren zunächst vergeblich. Wir wurden von dem launenhaften Eisstrom erheblich nach Süden bis Anoretok getrieben. Hier gelang es, uns am 29. Juli quer durch zur Küste zu arbeiten. Längs derselben gingen wir nun 12 Tage nordwärts; wir durften dabei nicht viel essen, nicht viel schlafen, aber soviel als möglich arbeiten. Zwei Tage nördlich von Anoretok trafen wir zwei Handelskarawanen von Eskimos, die weiter nordwärts wohnen. Sie waren bei Kap Farrel gewesen, um sich Tabak zu holen, denn sie sind leidenschaftliche Raucher, und etwas Eisen. Sie bringen dafür Felle. Indem sie sich so dessen begeben, was sie dringend gebrauchen, um teil zu nehmen an den Genüssen der Zivilisation, arbeiten sie ihrem Untergang entgegen. Sie brauchen zu derartigen Handelsreisen nicht weniger als vier Jahre. Kaum in ihre Heimat angelangt, treten sie schon wieder eine die Reise in die Schuhe schieben und als Schuld annehmen will, sogar von ihrem tritt spricht, ist deshalb völlig ungereimt. Einem Hamburger Herrn gegenüber, der als„hervorragende Persönlichkeit" bezeichnet wird, hat sich Fürst Bismarck jetzt darüber ausgesprochen, daß es Unrecht fei, ihn für alle politische Artikel der„Hamburger Nachrichten“ verantwortlich zu machen. Er selbst habe bisher nur einige thatsächliche Richtigstellungen in dem Hamburger Blatt veröffentlicht. Alle anderen Artikel seien Redaktionsarbeit, wenn er auch nicht leugnen wolle, daß dieselben vorwiegend seinen Ansichten entsprächen. Es fiele ihm nicht ein, der Regierung Schwierigkeiten zu bereiten, zumal er am besten wisse, mit welchen offenen und geheimen Schwierigkeiten ohnehin die Regierung zu kämpfen habe. Er wolle nur verhüten, daß ein zu weit gehender Idealismus ins Schlepptau eines gefährlichen Radikalismus gerate, der das Bestehende niederreißen wolle, um seine Herrschaft zu proklamieren. Der frühere Staatssekretär des ReichsMarineamtes Kontre=Admiral Haußner ist in Weimar am Herzschlag gestorben. Die Exkönigin Isabella von Spanien ist in München zum Besuche ihrer jüngeren Tochter angekommen, die mit einem bayerischen Prinzen vermählt ist. Auch die Petersburger Regierung verurteilt entschieden das Skandaltreiben der Pariser Presse gegen Deutschland. Das offizielle Petersburger Journal schreibt, der verdrieß liche Zwischenfall habe einen leichten Schatten auf die Beziehungen zwischen dem deutschen Reiche und Frankreich geworfen, indessen sei zu hoffen, daß man auf beiden Seiten der Vogesen sich bemühen werde, denselben zu beseitigen. Italien. Prinz Jerome Napoleon, welcher in Rom an einer Lungenentzündung erkrankt ist, em pfing den Besuch König Humberts. Amerika. In Chile haben die Aufständischen den Regierungstruppen verschiedene neue Niederlagen beigebracht und bedrohen ernstlich Valparaiso. Die Behauptung der chilenischen Regierung, die Stadt Jquique sei wieder genom men ist unrichtig, die Stadt ist im unbestrittenen Besitz der Aufständischen. Bei dem Kampfe um die Stadt sind verschiedene Straßen von Freund und Feind gleichmäßig geplündert. Ueber hundert Marodeure sind erschossen. Afrika. Ueber die neuesten Vorgänge in Witu wird folgendes gemeldet: Der von den Engländern entthronte Sultan Fumo Bakari ist am 10. Januar nachts an einem Blutsturz gestorben. Der darauf zum Sultan von Witu proklamierte Bruder Fuma Bakaris, mit Namen Schech, wurde am 16. Januar durch seinen jüngeren Bruder Tumo Omari und dessen Anverwandte entthront Letzterer, ein unfähiger, halb blödsinniger Mensch, ist jetzt Sultan von Witu. Japan. Der Kaiser von Japan hat unter den strengsten Strafen das Duell verboten. Jedermann, der sich fortan in Japan einfallen läßt, ein Duell herbeizuführen oder anzunehmen, wird mit einer großen Geldstrafe und mit Galeerenstrafe von 6 Monaten bis zu 2 Jahren bestraft. Jede Beschimpfung eines Mannes, der sich geweigert hat, sich zu schlagen, soll als Verleumdung bestraft werden. Westfalen und Rheinland. Schwerte, 2. März. Einen kühlen Sommer sieht der Meteorologe Dr. Klein in Köln voraus. Die Volksmeinung, daß auf einen kalten Winter ein heißer Sommer folgen müsse, sei irrig, Thermometerbeobachtungen einer langen Reihe von Jahren ließen vielmehr 2 gegen 1 wetten, daß der kommende Sommer etwas kühler sein werde als durchschnittlich. Schwerte, 2. lender. Vom 1. bis 17. sehr und Regen; 20. klärendes Wetter März. Hundertjähriger Kabis 7. rauh, kalt und windig; kalt; 19. Wind mit Schnee bis 21. Regen, sodann aufvom 22. bis Ende angenehm und trocken mit geringen Nachtfrösten. Schwerte, 2. März. Der„Reichs=Anzeiger“ veröffentlicht eine Zusammenstellung über die Voltszählung. Darnach hatte die Provinz Lestsalen 1885 2204 580 und 1890 2428 736 Einwohner, sie weist also eine Zu nahme von 224 156 oder 10,17 Prozent auf.— Nach dem vorläufigen Ergebnis der letzten Volkszählung hat das Königreich Preußen 957302 Einwohner. was seit 1885 28313470 Einwohner) eine Zunahme um 5,79 Prozent ergiebt. Die Zunahme war also sehr bedeutend. * Schwerte, 2. März. In betreff des neuen Gesangbuches wird von gut unterrich teter Seite folgendes geschrieben: Die Gesangbuchs=Kommission Rheinlands und Westfalens war vom 23.—25. Februar wiederum in vereinigter Sitzung in Barmen versammelt. Die Kommission hat die ernstliche Absicht, das Buch wenn irgend möglich bis zu Ostern 1892 in die Hände der Gemeinden zu bringen. Andere, jüngst durch die Zeitungen gegangene Mitteilungen, welche der Meinung Ausdruck gaben, daß die Herausgabe sich bis stern 1893 verzögern würde, waren, wie sich herausgestellt hat, buchhändlerischen Ursprungs. Allerdings hat sich nachträglich auch ein hervorragendes Mitglied der Kommission(Herr Superintendent Kirschstein) in demselben Sinne ausgesprochen. Aber gerade darauf hin hat sich letztere entschlossen, mit doppeltem Eifer dafür Sorge zu tragen, daß das Buch schon nach Jahresfrist zur Einführung gelangt. Daß die Gemeinden der Einführung irgend welche Schwierigkeiten entgegen setzen würden, ist kaum anzunehmen, vielmehr dürften dieselben gern und freudig zu dem Besseren greifen. Die Kommissionsmitglieder raten daher, zur Vermeidung unnützer Ausgaben mit der Neuanschaffrug von Gesangbüchern noch ein Jahr zu warken. Die nächste sitzung der Kommission wird nach Ostern stattfinden und wenn nicht schon vor Pfingsten, dann doch höchstwahrscheinlich bald nach Pfingsten dürfte die Gesamtrevision beendet sein. Schwerte, 1. März. Vor 3 Wochen wurden an unserem Kriegerdenkmal die Ziersträucher resp. die Kronen derselben zerschnitten. Den Bemühungen unserer Polizei ist es gelungen, die Frevler als den Fabrikarbeiter H. und Barbiergeh. Sch. ausfindig zu machen. Schwerte, 2. März. Unter zahlreicher Beteiligung von Verwandten und Freunden feierten am verflossenen Donnerstag die Eheleute Wilh. Kaiser auf der Mühlenstraße die silberne Hochseit. Wir gratulieren mit dem Wunsche, daß goldene Hochzeitsfest sich später diesem würdig anreihe und in derselben fröhlichen Weise möge gefeiert werden. Herr Lehrer Ronte in Hörde, von einem paziergange zurückkehrend, stürzte kurz nach seiner Rückkehr tot zu den Füßen seiner Frau nieder. Ein Schlagfluß hatte dem Leben des sonst rüstigen Mannes ein Ziel gesetzt. Herrn Dr. Wirtz in Hagen wurde die Konzession zur Einrichtung und Leitung einer Privat=Frauenklinik am hiesigen Platze von der köngl. Regierung erteilt. Die rheinische Bahnstrecke von Witten nach Annen wird umgebaut. Es hat sich nämlich als notwendig herausgestellt, daß die Strecke wegen der ungünstigen Höhenverhältnisse durchweg um fast ½m erhöht werden muß. Der andere Reise an. Am 10. August abends trafen wir in Umivik ein. Nach einigen Rekognoszierungen und nachdem wir unser stark mitgenommenes Schuhwerk ausgebessert, traten wir am 15. August die Durchquerung Grönlands an. Unsere Ausrüstung war auf fünf leichten, nur elf Kilogramm wiegenden Schlitten verpackt. Jeder Mann zog einen Schlitten, nur an dem vordersten, der gleichsam den Bahnbrecher bildete, waren zwei Mann. Unser Proviont bestand aus Schokolade, getrocknetem Brot, getrocknetem Fleisch, Erbswurst und Butter. Leider war bei Herstellung der Fleischkonserven vergessen worden, entsprechend Fett zu verwenden, so daß wir bald an„Fetthunger“ litten. Im Anfang hatten wir eine ziemlich starke Steigung zu überwinden, dann wurde es besser. Das Eis, welches wir überschritten, war wie die Wellen auf dem Meer. Anfangs konnten wir segeln, indem wir je zwei Schlitten verbanden und Segel ausbreiteten. Doch schon nach drei Tagen ließ der günstige Wind nach. Vom inneren Grönland ist nicht viel zu erzählen, ein Tag verlief wie der andere. Die Landschaft bei Tage ist leicht zu beschreiben; wir sehen nur die Sonne, den Schnee und unser Zelt. Aber die Nächte hatten ihre eigene Schönheit, wenn das Nordlicht seine wogenden Bänder ausspannte und seine Strahlenbündel flammen ließ, wenn der Mond sein Silberlicht über den dunklen Himmel und die öde Natur ergoß. Nur wenig Wind genügte, um die Luft mit Schneestaub zu füllen. Bei Sturm konnten wir einander auf wenige Schritte nicht sehen, Zelt und Schlitten wurden vom Schnee begraben. Unser häusliches Leben war monoton. Das Schlechteste vom Tage war das Aufstehen. Beim Erwachen war der Kopf in eine Eiskruste eingeschlossen, man hatte ja oft in einer Temperatur von 40—45 Grad(Celsius) Kälte geschlafen. Bei dieser Kälte mit Metallinstrumenten zu hantieren, ist nicht angenehm, noch uiangenehmer aber ist es, wenn man sich Spiritus auf die bloße Hand gießt. Dann wurde Schokolade gekocht, die Schlitten wurden ausgegraben und der Marsch angetreten. Außer einem zweiten Frühstück und dem Mittagsmahl nahmen wir alle zwei Stunden etwas Schokolade und Fleisch, was zweiter Ehe verheiratet. sehr erquickend ist. Unter solchen Umständen kann man In zwei und einem halben nicht sehr zivilisiert leben. Monat haben wir uns nicht ein einziges mal gewaschen. Wasser gewannen wir zum Trinken indem wir Schnee in Eisenbüchsen, die wir an der Brust trugen, schmelzen ließen. Zum Kochen wurde Schnee über der Spirituslampe geschmolzen. Daß die Kochgeschirre nicht gereinigt werden konnten, ist selbstverständlich. In dem Topfe, in welchem wir abends die Erbswurst gekocht hatten, wurde morgens die Schokolade zubereitet. Wie bereits erwähnt, litten wir furchtbar an Fetthunger. Anfangs hatten wir nur schmale Rationen. Erst am 19. September erhielten wir wieder günstigen Wind zum Eissegeln, der uns in einem Tage um zwölf deutsche Meilen förderte. Am Abend desselben Tages sah ich zuerst Land, das war ein großes Ereignis. Ein äußerst schwieriger Abstieg über zahlreiche Gletscherspalten führte uns am 24. September ans Land selbst. Am 3. Oktober erreichten wir die Mission von Goodthab, in der wir den Winter verbrachten. Die Dicke des Eises im Innern von Grönland ist nur schwer zu bestimmen, in den Thälern mag sie 6—7000 Fuß betragen. Im Winter muß also im Innern Grönlands eine ganz furchtbare Kälte herrschen, da sie schon im Sommer auf über 40 Grad stieg.“ Dr. Nansen hat bereits eine neue Polor=Expedition im Auge. Sein Plan geht darauf aus, mit einem kleinen starken Shiffe, welches so konstruiert ist, daß es dem Drucke des Eises widerstehen kann und welches nur acht bis zehn Mann mitführt, durch die Behringsstraße zu dringen, um zu den neu sibierischen Inseln zu gelangen. Er will einen Fesselballon mitnehmen, um in die Höhe steigen und nutersuchen zu können, in welcher Richtung er vordringen soll. Er hofft so den Strom zu erreichen, der wahrscheinlich von Sibirien nach der Ostküste Grönlands geht. Für den Fall, daß das Eis das Schiff zerstören sollte, will er gute Zelte mitnehmen, um Lager auf dem Eise schlagen zu können. Oberbau dieser Strecke ist ein total eiserner. Einen vollständigen Umbau erfährt der rheinische Bahnhof in Annen. Vorigen Donnerstag brannte in Büderich das Hollmann'sche Gehöfte total nieder. Dem Vernehmen nach soll das Feuer von Kindern angelegt sein. Herr Seminar=Direktor Schulrat Fix in Soest hat aus Rücksicht auf sein hohes Alter um seine Enlassung aus dem Seminardienst gebeten, dem derselbe seit mehr als 45 Jahren mit so großem Segen die beste Kraft seines Lebens gewidmet hat. Man glaubt dieses für das dortige Lehrer=Seminar so folgenschwere Ereignis schon mit dem Herbst dieses Jahres erwarten zu müssen. In einer gefährlichen Situation schwebte kürzlich die Frau eines Gastwirts zu Hillegossen bei Bielefeld. Dieselbe nahm ihren Weg über einen seit längerer Zeit mit Bohlen und Erde bedeckten Brunnen, als die morschen Balken plötzlich brachen, und die Frau in den 36 Fuß tiefen Brunnen fiel. Zum Glück war ein Metzger in der Nähe, welcher auf das Hilfegeschrei sofort herbeieilte, an dem Pumpenrohr in den Brunnen kletterte und die Frau, welche inzwischen btwußtlos geworden war, so lange über Wasser hielt, bis Beide mit Stricken und Leitern gerettet wurden. Eine„interessante“ Operation wurde jüngst im„Bergmannsheil" zu Bochum an einem Invaliden der Kruppschen Fabrik, der an Zungenkrebs litt, ausgeführt. Zur Vorbereitung der eigentlichen Operation war der Luftröhrenschnitt nötig, um dem Patienten während der Operation das Atemholen zu ermöglichen. Nach dieser Vorbereitung führte der Operateur seitlich am Gesichte hinter der Kinnlade einen Schnitt aus, um in die hintere Partie des Mundes gelangen zu können. Durch die geschaffene Oeffnung wurden ein Teil der Zunge, sowie infizierte Teile des Gaumens entfernt. Der Kaufmann W. Weddingen zu Barmen hat der Gemeinde Langerfeld ein Vermächtnis von 10000 Mk. hinterlassen, dessen Zinsen alljährlich an Ortsarme verteilt werden sollen. Die Stadt Radevormwald hat die Anlage einer elektrischen Beleuchtung beschlossen. Von dort ist vor einiger Zeit das Anerbieten nach Halver gelangt, sich zwecks elektrischer Beleuchtung mit anzuschließen, wobei das Glühlicht per Flamme und pro Stunde sich auf 4 Pfg. stellen sollte. Ueber weitere Entschließungen inbetreff der vorläufig wohl nur privaten Offerte verlautet bis heute noch nichts. Wahrscheinlich dürfte dieselbe der Erwägung und ernstlichen Ueberlegung wert sein, so daß Halver möglichen Falls den Schritt vom Petroleum zum elektrischen Lichte direkt, mit Ueberspringung des Gases, machte. Ein Gastwirt in Viersen legte Kohlen auf das Feuer in der Fournaise und entfernte sich dann sofort aus der Küche. Es war dies sein Glück, denn unmittelbar nachher entstand eine Explosion, wodurch die Fournaise ganz in tücke gerissen wurde. Gegen die Zimmerdecke geflogene Eisenteile durchschlugen diese, die Fensterscheiben zersplitterten und Teile der Rahmen wurden auf die Straße geschleudert. Die Küche bot, wie man der„Barm. Ztg.“ schreibt, ein Bild schrecklicher Verwüstung und selbst in dem anschließenden Zimmer, welches mit der Küche durch eine Thüre, welche offen stand, verbunden ist, waren durch die Gewalt des Luftdruckes Scheiben eingedrückt und eine Thüre zersplittert. Vermutlich ist Sprengpulver oder Dynamit unter den Kohlen gewesen. Kürzlich sollte in dor Gerresheimerstraße in Düsseldorf die Feier der„diamantenen Hochzeit“, der Eheleute Ropertz stattfinden Dieselbe wurde aber vor dem kirchlichen Akt noch eingestellt, weil sich der„Jubilar", so sagt er jetzt, im Datum„geirrt“ habe. Er ist nach dem Kirchenbuch der Lambertuspfarre im Jahre 1805 geboren und heiratete im Jahre 1835 zum erstenmal; jetzt ist er in Er hat nicht einmal eine 50jährige Ehe mit der jetzigen Frau hinter sich. Ein Teil der für das Jubelpaar gestifteten Geschenke ist zurückgezogen worden. Die Entrüstung der Nachbarn über diese Narretei des Alten ist groß. Aus Düsseldorf schreibt man: Der Straßen räuber Kremer, auf dessen Ergreifung 600 Mk. Belohnung gesetzt sind, soll sich, um nicht erkannt zu werden, in geistlicher Kleidung umher treiben. Thatsache ist, daß er kurz nach seinem Entweichen bei einem Geistlichen einbrach und dort Kleider gestohlen hat. In einem Walzwerk zu Mülheim a. Rhein explodierte ein Dampfkessel, wodurch mehrere Arbeiter schwer verletzt wurden. Unverhofft wurde vor einigen Tagen in M.=Gladbach mehreren Milchlieferanten ihre Ware revidiert, wobei sich herausstellte, daß einer der ehrlichen Händler die Milch mit nicht weniger als 40 Prozent Wasser getauft hatte. Trotz der Wirkung der Sonnenstrahlen nehmen die Eismassen, welche auf und an den Ufern des Rheines sich noch befinden, nur wenig ab. Durch das ganze Rheingau liegt auf beiden Ufern und auf den Inseln und Sandbänken das Eis noch in meterdicken Schollen aufgehäuft. Von Rüdesheim bis nach Geisenheim aufwärts steht noch eine bis nahezu in den halben Strom ragende Eisfläche auf welcher die Schlittschuhläufer sich munter tummeln. Auch auf den Inseln und Ufern unterhalb Rüdesheim bis nach Koblenz hin agert das Eis vielfach noch hoch. Das Eis sitzt dort an den beiden Ufern meistens auf dem Boden fest. Der Minister des Innern hat der Direktion der Diakonissenanstalt zu Kaiserswerth die Erlaubnis erteilt, zum Besten der Anstalt im Laufe dieses Jahres eine Ausspielung beweglicher Gegenstände(Handarbeiten, Bücher, Bilder 2c.) zu veranstalten und die zu derselben auszugebenden 15 500 Lose zu je 50 Pfg. im ganzen Bereiche der Monarchie zu vertreiben. Die Frau eines Geschäftsinhabers in Frankfurt a. M. warf ihre beiden Kinder, einen 9 Jahre alten Knaben und ein 12 Jahre altes Mädchen, in den Main. Dieselben wurden indes gerettet. Die Frau hat die That im anstalt zi Naturgasquellen zeigen sich seit einiger Zeit bei dem Orte Großrosseln im Kreise Saarbrücken. Das Gas tritt auf einer Wiese hervor und brennt, wenn es mittels Vorrichtung aufgefangen und angezündet wird, stundenlang. Schon früher waren solche Aus strömungen an einer anderen Stelle in der Nähe des Ortes beobachtet. Nicht weit davon entfernt dehnen sich die Kohlengruben von Kleinrosseln aus. Irrsinn begangen, sie wurde einer Irrenstalt zugeführt. Die Familie ist gut situiert. Zur Arbeiter=Bewegung. Wie von verschiedenen Seiten behauptet wird, hätten die Vertreter des rheinisch=westfälischen Bergbaues an den Handelsminister die Froge gerichtet, wie sich die fiskalischen Gruben bezüglich der von den Bergleuten geforderten achtstündigen Schicht zu stellen gedächten, ob nämlich dortselbst eine achtständige Arbeitszeit einschließlich der für die Ein= und Ausfahrt erforderlichen Zeit, oder eine Achtstundenarbeit ohne Berechnung der Ein= und Ausfahrt verfahren werden solle. Der Minister soll die Erklärung abgegeben haben, daß er an der achtstündigen Arbeit, jedoch ausschließlich der für die Ein= und Ausfahrt nötigen Zeit, festhalten und in dieser Frage unter keinen Umständen nachgeben werde. Die Gerüchte und Befürchtungen von in Aussicht stehenden Arbeitseinstellungen der Bergleute der Zechen Germania“ bei Dortmund sind unbegründet, bis jetzt ist alles ruhig. Vor Beendigung des Pariser Kongresses ist ein größerer Streik kaum zu erwarten. Auf Zeche„Trappe“ streikt die Belegschaft weiter. Die Belegschaft der Zeche„Herkules" wahlte in Essen in einer Versammlung Delegierte, welche die Verwaltung namens der Belegschaft auffordern sollen, bessere Seilfahrt und Luftführung einzurichten und höhere Löhne zu gewähren. In der betreffenden Versammlung sprach sich der Bergarbeiter Rosenkranz gegen die internationale Bewegung aus und bezeichnete den Pariser Kongreß als von den Sozialdemokraten veranlaßt; er forderte die Bergarbeiter auf, sich von Paris nichts vorschreiben zu lassen. Es entstand hierauf Tumult, sodaß der Redner schließen mußte. In Bühl bei Gebweiler im Oberelsaß haben die Arbeiter der Spinnerei und Schlichterei der Firma Ch. Rogelet die Arbeit eingestellt, well den Vorstandsmitgliedern des Fachvereins der dortigen Textilarbeiter vom Fabrikleiter gekündigt worden ist. Die Arbeiter verlangen die Wiederanstellung der Gemaßregelten. Auf den Gruben der Silksworth in Schottland kam es zu erneuten Unruhen. Eine zahlreiche Menge griff die Häuser der Auffeher an und zerschlug Thüren und Fenster. Als die Polizei ankam, stoben die Angreifer auseinander. Der Ausstand der Seeleute in Alberdeen nimmt zu. 400 Dockarbeiter haben gleichfalls beschlossen, die Arbeit einzustellen. Feindselige Kundgebungen haben stattgefunden gegen die Schiffseigentümer und die vam Bunde angeworbenen Mannschaften. Das Koch'sche Heilverfahren. In Dürener Blättern erlassen die Hospitalärzte, Sanitätsrat Jonen und Schreff, eine Erklärung, wonach sie die weitere Anwendung des Koch'schen Heilmittels, nach dem am 13. Dezember begonnenen Gebrauch, bei Lungenkranken eingestellt haben. Bei sämtlichen von ihnen behandelten 14 Tuberkulosen sei nicht die geringste Besserung, vielmehr stetige Verschlimmerung eingetreten. In der letzten Sitzung der Medizinischen Gesellschaft legte Dr. Liebreich dar, auf welchem Wege er zur Anwendung des kantharidensauren Kalis gekommen sei, und führte sodann betreffs der Wirkung des Heilmittels aus, daß dasselbe, wie er glaube, aber noch nicht beweisen könne, vermehrte seröse Transfusion hervorrufe, welche die schlecht genährte Zelle ernähre oder die Bakterien zerstöre. Bei Versuchen an Menschen mittels Einspritzung unter die Haut habe er vorsichtig 150 Dezimilligramm bis zu 6 Dezimilligramm als äußerste zulässige Grenze angewandt, später meist nur bis zu 2 Dezmilligramm. Dr. Heimann berichtete, er habe seit dem 30. Januar 27 Kranke, darunter 11 mit tuberlulösen Zerstörungen schwerster Art und 6 chronische Kehlkopfkranke, mit Liebreichs Mittel behandelt und damit äußerst günstige Erfolge erzielt. Dr. Heimann stellte einen Kranken vor, welcher anfangs fast stimmlos war und jetzt mit klarer Stimme singen kann. Professor Fränkel stellte ebenfalls Kranke vor und stellte in 15 Fällen günstige Erfolge fest. Beide Aerzte hoben hervor, daß die behandelten Kranken ihre gewohnte Beschäftigung während der Kur nicht aufgaben, teilweise sogar das Tabakrauchen beibehielten. und Schnellräucherung von Würsten und Schinken. Eine vorzügliche Art für Schnellräucherung ist folgende: Man nimmt zu Schinken und Würsten von 60 Kilo Gewicht 600 Gramm Glanzruß von einer Holzfeuerung, wie solcher sich in dem untern Teile der Essen ansetzt, kocht den Ruß in 9 bis 10 Liter Wasser so lange, bis dasselbe zur Häflfte eingekocht ist, läßt dann die Flüssigkeit völlig erkalten, seiht sie durch ein Tuch und giebt zwei bis drei Hände voll Kochsalz hinzu. In diese Flüssigkeit legt man kleine Würste ¼ Stunde, größere Blut= und Preßwürste ½, große Magen= und Zervelatwürste ¾ bis 1, Schinken 12 bis 16 Stunden. Das Einlegen selbst ist einige Tage nach dem Schlachten vorzunehmen, nachdem das zu räuchernde Fleisch an einem luftigen Orte gehörig abge ; s i c h m u n t e r In und Ufern Koblenz hin och. Das Eis meistens auf hat der DirekKaiserswerth n der Anstalt usspielung beeiten, Bücher, die zu derselben je 50 Pfg. e zu vertreiben. sinhabers in beiden Kinder, und ein 12 in. Dieselben u hat die That einer Irrenst gut situiert. h seit einiger ln im Kreise uf einer Wiese ittels Vorrichet wird, stunsolche AusStelle in der ht weit davon engruben von gung. mptet wird, hätischen Bergbaues erichtet, wie sich on den Bergleuten stellen gedächten, e Arbeitszeit einhrt erforderlichen Berechnung der solle. 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Beide selten Kranken ihre Kur nicht aufgaben, ibehielten. chaftliches. on Würsten zügliche Art für : M a n n i m m t n 60 Kilo Gevon einer Holzm untern Teile ß in 9 bis 10 s dasselbe zur die Flüssigkeit ein Tuch und Kochsalz hinzu. kleine Würste Preßwürste ½. rste ¾ bis 1, Das Einlegen dem Schlachten zu räuchernde gehörig abgetrocknet worden. Der Geschmack derartig geräucherter Würste und Schinken ist ein äußerst angenehmer, vor allem weit lieblicher, als der durch gewöhnliche Holzräucherung oder mittels Holzessigs erzeugte; und was hauptsächlich mit in betracht kommt, ist die billige Ausführung. Schließlich sei noch erwähnt, daß ein gutes Rauchfleisch weder hell noch bräunlich oder schwärzlich, sondern auf dem Abschnitte schön rot aussehen wird, es darf nicht holzig und trocken, sondern muß saftig, zartfaserig und mürbe, sowie im Geruch angenehm sein. Stets zu verwerfen ist ein Rauchfleisch, welches äußerlich sehr dunkel aussieht, oder das auf dem Schnitte hart, trocken, fleckig ist, oder welches rauchig oder scharf nach Holzessig schmeckt. * Den Verlust seiner Nase hat sich ein 16jähriger Bursche in Berlin namens Fischer durch eigene Schuld zugezogen. Eine Schar halbwüchsiger Burschen, welche sich seit einiger Zeit beim Umspannen der Pferde der am Landsberger Thor haltenden Omnibusse das zweifelhafte Vergnügen machten, die Tiere zu necken und zu reizen, bei Annäherung der Kutscher aber schleunigst zu verschwinden. Fischer näherte sich nun einem der ausgespannten Pferde und stieß dasselbe mit voller Kraft mit dem Stiefelabsatz in die Weichen. Hierbei muß er dem Tiere zu nahe gekommen sein, denn plötzlich bäumte das Pferd hoch auf und schlug seinen Quäler mit dem linken Hinterfuß derartig ins Gesicht, daß die Nase direckt fortgeschlagen wurde. Blutüberströmt brach der Tierquäler zusammen und mußte sofort nach dem Krankenhause geschafft werden, wo er schwer krank darnieder liegt. * Einen traurigen Einblick in den Abgrund der Großstadt gab eine Szene, welche sich Mittwoch abend in der elften Stunde in Berlin an der Ecke der Friedrich= und Behrenstraße abgespielt hat. An ein junges Mädchen, welches dort Zündhölzer seil hielt und sich durch sein aufdringliches Benehmen besonders bemerkbar machte, trat plötzlich eine ältere Dame heran. Das Mädchen erschrak sichtlich beim Anblick der Dame und folgte ihr in eine dunkle Thürnische der Behrenstraße, wo eine energische Auseinandersetzung erfolgte. Nach kurzer Zeit übergab das Mädchen einer ihr zaghaft gefolgten Kollegin ihren kleinen Warenvorrat und den Erlös des Abends und verließ mit der Dame, ihrer Mutter, den Schauplatz des nächtlichen Lebens. Wie erzählt wird, war das junge aus anständiger Familie stammende Mädchen in die Schlinge einer falschen Freundin geraten, sie hatte sich hinter dem Rücken der bedauernswerten Mutter in den Dienst dieser Freundin als Hausiererin gestellt, um die ersehnte Gelegenheit zu finden, das Nachtleben Verlins kennen zu lernen. * Nach einer neuesten statistischen Zusammenstellung hat Paris gegenwärtig 81 291 Häuser, 885 Fabriksgebäude und 19·017 Fabriken, die mit Wohnungen verbunden sind, im ganzen mehr als 100000 Gebäude. Der Schätzungspreis dieser Häuser der französischen Hauptstadt wird auf 11 Milliarden beziffert. * Der Eitelkeit eines Mädchens ist es zu verdanken, daß der Verüber eines schweren Diebstahls entdeckt wurde. Gelegentlich des Eisenbahnunfalles auf der Old Colony Eisenbahn bei Quincy in Massachusetts(Amerika) wurden verschiedene dabei getötete oder verwundete Fahrgäste des verunglückten Zuges ihrer Schmucksachen beraubt, ohne daß es damals gelang, die Diebe zu ermitteln. Der Verdacht fiel auf einen angesehenen Bürger von Quincy, und um diesen zu entlarven, wurde ein junger hübscher Geheimpolizist beauftragt, der Tochter des Verdächtigen den Hof zu machen, um auf diesem Wege in Erfahrung zu bringen, ob der Verdacht gerechtfertigt wäre. Der Geheimpolizist begleitete das vergnügungssüchtige Mädchen häufig zu Konzerten und Bällen und eines Tages forderte er es auf, sich besouders elegant zu kleiden, um mit ihm eine feine Gesellschaft zu besuchen. Die junge Dame erschien denn auch mit einer Anzahl wertvoller Schmucksachen geziert und erzählte freimütig auf eine diesbezügliche Frage, sie habe die hübschen Sachen von ihrem Vater zum Geschenk erhalten. Die Schmuckgegenstände waren aber gerade die, welche bei dem Eisenbahnunfall gestohlen worden waren und infolge dieser Entdeckung wurde der Vater des Mädchens verhaftet. * Die bei der Explosion in der Kohlenzeche Springhill(Nordamerika) Verunglückten haben meist durch Ersticken den Tod gefunden. Erst vor wenigen Tagen war der Teil des Bergwerkes, in dem die Explosion sich ereignete, von Sachverständigen untersucht und von denselben„in ausgezeichnetem Zustande" befunden worden! Die an die Oberfläche gebrachten Bergleute sind durch Brandwunden in entsetzlicher Weise verstümmelt und entstellt. Man glaubt, daß alle noch in der Grube befindlichen Arbeiter jetzt tot sind. Durch die Explosion wurden außerdem über 100 Pferde getötet. * Die„New=Yorker Handels=Zeitung" berichtet: Unweit Grafton, W. Va., barst kürzlich die große Röhrenleitung der„Eureka Oil Field Company“ an der Stelle, wo sie den Buffalo Creek, einen Gebirgsbach von ansehnlichen Dimensionen, kreuzt. Nach wenigen Stunden waren letzterer und der Monongahela=Fluß auf etwa 20 Meilen Entfernung mit einer dicken Oelschicht bedeckt. Irgend ein Freund von„natürlichem“ Feuerwerk setzte nach Einbruch der Dunkelheit das Oel in Brand; mit Blitzesschnelligkeit verbreiteten sich die Flammen über die ganze Strecke und richteten natürlich an dem Uferholz, an Brücken u. s. w. großen Schaden an. Unter anderem ist von demselben die große eiserne Eisenbahnbrücke über den Monongahela=Fluß bei Pine Grove zerstört worden. * Rechts jung— links Greisin. Hofrat Nothnagel in Wien berichtete vor kurzem über ein Mädchen, namens Katharina Purzer, 22 Jahre alt, daß nur auf der rechten Gesichtshälfte ihrem Alter gemäß aussieht; nur auf dieser Stelle besitzt die Wange die diesem Alter zukommende Rundung und Fülle, die Haut ihre Geschmeidigkeit und das Fettgewebe die gehörige Entwickelung, während links die Muskulatur größtenteils geschwunden, die Gesichtsknochen bedeutend hervorspringend, die Haut in Falten und Runzeln gelegt, die Lippen dieser Seite und auch die Zunge abgemagert, mehr trocken und rissig und das Auge tief eingesunken und von sehr mattem Glanze ist. Wird die linke Gesichtshälfte mit einem Tuche zugedeckt, lächelt uns ein fröhlich, jugendliches Mädchengesicht entgegen, geschieht dies umgekehrt, so schaut uns ein mürrisches, altes Weib an. Hofrat Nothnagel bezeichnet als Ursache dieses Phänomens ein schweres Nervenleiden, bei welchem die nenralischen Schmerzen infolge elektrischer Behandlung zwar ablassen werden; ob aber die linke Gesichtshälfte ihre frühere Gestalt wieder erhalten wird, ist sehr zweifelhaft. * Ein hartes Geschick hat dieser Tage eine junge Dame in Fehrbellin heimgesucht. Schon zwölf Stunden nach der Trauung wurde sie Witwe. Nachdem das Brautpaar in feierlichster Weise kirchlich getraut und die Hochzeit unter reger Beteiligung gefeiert worden war, begab sich der Bräutigam, nachdem die Gäste das Hochzeitshaus verlassen hatten, hinaus ins Freie um, wie er seiner Braut unter herzlichem Gruß mitteilte, sich etwas abzukühlen. Er kam nicht wieder. Am andern Morgen fand man Hut und Ueberzieher an der dortigen Badeanstalt. Von dem Vermißten selbst fehlt jede Spur. * In Graz ist vor einigen Tagen plötzlich der allgemein angesehen gewesene Direktor der ersten steierischen Selbsthilfs=Genossenschaft, August Fleischmann, gestorben und mit großen Ehren zu Grabe getragen worden. Nunmehr hat es sich herausgestellt, daß derselbe 30000 Gulden aus der Kasse gestohlen und überdies eine Einlage von 30000 Gulden unterschlagen und sich, weil er hotte befürchten müssen, daß die Veruntreuungen entdeckt werden würden, dann vergiftet hat. * Bei der Nachforschung nach den Leichen der am 4. Februar in der Kohlenzeche Jeansviller(Nordamerika) verunglückten Bergleute wurden am 23. Februar an den verschütteten Stellen vier Bergarbeiter noch lebend gefunden, welche infolge ihrer neunzehntägigen Gefangenschaft furchtbar entkräftet waren. Sie haben in der ganzen Zeit ihr Leben durch Austrinken des Grubenöls gefristet. * Der Fang einer Riesen=Auster ist dem Austernfischer Frank Smith in New Haven(Connecticut) geglückt. Die Schale des Ungetüms mißt angeblich 11½ Zoll in der Länge, 4 Zoll in der Breite und 2 Zoll in der Dicke. Wer diesen Austern=Koloß kunstgerecht hinab„schlürfen“ will, muß schon ein Meister in der Kunst der Austernvertilgung sein. Litterarisches. Der Ansturm gegen die Landwirtschaft. Unter diesem Titel ist eine gemeinverständliche übersichtliche Dorstellung der Getreidezolldebatten im Reichstage(13. bis 16. v. M.) erschienen, die sich zur möglichst zahlreichen Verbreitung in Stadt und Land vorzüglich eignet und die insbesondere angesichts der bevorstehenden Verhandlungen über den deutsch=österreichischen Handelsvertrag nicht ohne Wert sein wird. Die Broschüre ist mit Inhalt 104 Seiten stark und wie bereits erwähnt, gemeinsam von den Wahlvereinen der deutschen Konservativen und der Reichspartei herausgegeben. Der Preis stellt sich für ein Exemplar inkl. Porto auf 25 Pf., bei Entnahme von 50 Exemplaren und mehr à 0,20 M. Bestellungen sind an das Bureau des Wahlvereins der Deutschen Konservativen, zu Händen des Herrn Major a. D., Frhrn. v. Seckendorff, Berlin W 9, Köthenerstr. 3, unter Einsendung des Betrages event. in Briefmarken zu richten. Bei Bestellungen ohne gleichzeitige Einsendung des Geldbetrages erfolgt Postnachnahme. Vorrätig in der C. Braus'schen Buchhan lung. Gloria=Seide— 120 cm breit für Staub= u. Regenmäntel, Blousen 2c. von Mr. 4.35 p. Meter(ca. 40 versch. Disp.)— versendet meter= und stückweise porto= und zollfrei das Fabrik=Depot G. Henneberg(K. u. K. Hoflief.) Zürich. Muster umgehend. Doppeltes Briefporto nach der Schweiz. auf die „Schwerter Zeitung“, Amtliches Kreisblatt für den Kreis Hörde und den Landkreis Dortmund, für den Monat März werden fortwährend von den kaiserlichen Postanstalten, unseren Boten und in der Expedition entgegengenommen. Da die„Schwerter Zeitung" das verbreitetste Blatt in Schwerte und Umgegend ist, so ist sie nicht nur allein das wirksamste, sondern auch das billigste Insertionsmittel, denn Preis und Wert der Anzeigen werden bekanntlich durch die Verbreitung eines Blattes bedingt. der„Schwerter Gottesdienste. Schwerte Größere ev.=Iuth. Kieche: Mittwoch vormittag 10 Uhr: Passionsgottesdienst. Volz=Verkauf. Montag, 9. März d. J., morgens 11 Uhr, sollen auf dem Buchholz(Pastors Holz) 1. 120 Nummern Rottannen und Lärchen als Aufleger, Leiterbäume, Frechtungspfähle, 10 Nummern rottannene Bohnenstangen u. Heckenstöcke, 3. 1500 Stämme Rottannen und Lärchen, zu Gerüststangen, Bau= und Grubenholz geeignet, meistbietend verkauft werden. Zusammenkunft an Ort und Stelle. Reichsmark b. Westhofen d. Ruhr. Die Verpachlung. Donnerstag, 5. März, nachmittags 5 Uhr, werde ich im Beckenkamp gleich hinter Ruhkamp mehrere Gartenstücke an Ort und Stelle verpachten. Hohenschwert. Evang. Jünglingsund Männer-Verein. Dienstag, den 3. März, abends 8 Uhr: Gesangstunde. Um zahlreiches Erscheinen bittet Der Vorstand. Ein junger, unverheirateter Landwirt, welcher Lust hat, die Stelle eines Verwalters auf einem mittelgroßen Hofe zu übernehmen, kann sich dieserhalb an die Expedition dieser Zeitung, zwecks weiterer Auskunft, melden. Guten Dünger abzugeben. Wo, sagt die Expedition. K 9 Jugend-Fahrräder, Dreiräder # für Knaben und Mädchen „in gediegener, kräftiger und ###leganter Bauart von Mk. 12 an.— Grosse Auswahl. Es Vehmlinde-Fahrräder für Erwachsene wegen vorgeückter Saison zu außergeZwöhnlich billigen Preisen. Wiederholt preisgekrönt. W. Stutznäcker, Dortmund. Fabrik: Münsterstr. 81/83. Telephon 211. Verkaufslokal: Westenhellweg 64, 1 Schneidergeseule sucht Busemann, große Marktstraße 7. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, heute mittag 1 Uhr meine liebe unvergessliche Frau, unsere gute Tochter, Schwester und Schwiegerin Frau Emma Esser geb. Pleuger nach längerem schweren mit Geduld ertragenen Leiden im Alter von 26 Jahren zu sich in die Ewigkeit zu nehmen. Um stille Teilnahme bitten Schwerte, Dortmund, Lippstadt, den 28. Februar 1891. Die trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 4. März kr., morgens 6 Uhr von hier und 9 Uhr von Dortmund aus statt. "9 sch orden und in ßier Auswahl zu äußerst billigen Preisen. Alle Sorten Glas, Glaspfannen, Lack= u. Farbwaren, Pinsel und Bronzen empfiehlt er's Bahnhofstraße. Feinste Spersetartossern, Magnum bonum, frostfrei, empfiehlt und liefert franko Haus Hanbers=Register des Königlichen Amtsgerichts zu Schwerte. Unter Nro. 18 des Prokureuregisters ist am 27. Februar 1891 eingetragen, daß seitens der Aktiengesellschaft Westfälisches Nickelwalzwerk zu Schwerte dem Kaufmann Ludwig Emmerich zu Schwerte Prokura erteilt ist, indessen nur unter Mitzeichnung eines der Direktoren. Da der KonsumVerein RheinischWestfälischer Berg„Glück auf“, E. G. beschränkter Haftpflicht, Gelsenkirchen am 1. Mai eine Filiale in Aplerbeck errichtet, so werden die Eingesessenen von Aplerbeck, welche ein zu diesem Zwecke passendes Lokal haben, ersucht, schriftliche Offerten nebst Preisangabe und Angabe der Räumlichkeiten bis zum 13. März in der Expedition der Aplerbecker Zeitung in Aplerbeck mit der Aufschrift„KonsumVerein Glück auf“ einzureichen. Külender pro 1891. Westfälischer Hauskalender, Der Herold Der Wanderer verkauft zu herabgesetzten Preisen die Braus'sche Buchhandlg. Kieler Bückinge, von heute ab 3 Stück 10 Pfg., Bratheringe, Pfd. 10 Pfg., Scheustsch, Pfund 30 Pfg., gr.#c. empfiebl. A. Haape. Friedr. Schneider, Sölderholz. Dabersche Kartoffeln in hochs. Ware empfiehlt C. Minke. Kartöffeln, magnum bonum, beste mehlreiche sächs. Ware, erhielt heute wieder einige Waggons und empfehle solche zu bekanntem alten Preise. F. A. Haape. Handels=Nachrichten. Dortmund, 26. Febr. Unsere heutige Getrei sebörse erfreute sich eines ganz starken Besuches und es entwickelte sich ein flotter Verkehr. Die Tendenz war eine sehr feste und die Umsätze recht beträchtliche. Landware ia Weizen, Roggen und Hafer war vielfach augeboten, wurde aber auch viel gekauft. Fremdes Getreide, welches prompte Verladung per Eisenbahn finden kann. war lebhaft gesucht und wurde höher bezahlt. Die schon im vorigen Berichte gemeldete Störung der Rheinschifffahrt durch zu niedrigen Wasserstand ist nicht allein nicht beseitigt, sondern infolge der schönen, trockenen Witterung noch schlimmer geworden. Das Ausland will mit seinen hohen Preisen nicht heruntergehen, Lieferungsgeschäfte werden wenig geschlossen und nach dieser Seite bleibt der Verkehr noch ein geringer. Heutige Notierungen: Weizen westf. 19,50—20,00, do. fremder 21,50—22,50, Roggen, westf. 16,75 bis 17,25, do. fremder 19,00 bis 20.00 Futtergerste 15,50—15,75, Hafer 15,75—16,80„Weizenvorschuß Nr. 0027,25—29,00, Roggenvorschuß Nr. O/1 26,25—27,00, Kleie 11,25 bis 11.50 M Dortnund, 28. Februar 1891. Köln, 28. Februar. Weizen hiesiger 19,00—20,00, fremder 21,50—22,50, Roggen hiesiger 17,50— 18,00, fremder 19,00—20,50, Hafer hiesiger 15,00—16,00, fremder 16,50 bis 17,50 M X X Gesang= und Gebetbücher in Elfenbein=, Plüsch=, Tuch= und Leder-Einbänden bis zu den einfachsten aber ebenfalls solide gebunden. Sursum Corda. Evangelische Gesangbücher. Schulausgabe, Einband in Halbleder Nk. 1,30 dto.„ mit Anhang„ 1.75 Taschenausgabe mit Spruch und Scheide„ 1.50 dto. in schönem Einband mit Spruch, Goldschnitt und Scheide„ 2.50 Einband in Halbleder mit rotem oder marmoriertem Schnitt Mk. 1,20 u. 2k. 1.30 Leder=Einband mit Scheide...„ 2.00 Desgl. mit gold-geprägtem Kreuz, Soldschnitt und Scheide„ 2,75 Dasselbe in Leder=Einband„ 3.50 E. Buchhandlung, I Opengler, Namen in Gold= oder Schwarzdruck sowie Widmungen gratis in schönster Ausführung. sondern die in diesen enthaltenen Parsafze eleia virkenbeilurattig un lindlen, leiserkel, Verschelnus Besag So e seuen Haeeur ur u. Aauauden unr Aurzun epabe u. Aepaluee. Wiesbadener Kochbrunnen-Quell-Salz. Der Inhalt eines Glases davon(Preis 2 Mark) entspricht dem Salzgebalt und der natürliche ächte Pree.9 den Auotheke Wirkung von 33—40 Schachteln Pastillen. gäuflich in den ApothekenMatard) Cam 28. Februar auf dem Wege von Schwerte über Apler= beck nach Brackel ein schwarzseidener Sonnenschirm mit geschnitztem Griff und gelben Metallenden. Abzugeben bei Oberstadt, Brackel. Verannrmachung. Zwangsversteigerung. — Srnt. hat bis jetzt jeder Käufer, daß diebe## sten Zigarren und — die neuesten Facons in Pfeifen bei Gust. Schröder zu haben sind. Spazierstöcke in großer Auswahl u. Papierwäsche in allen Nru. vorrätig. NB. Zur 10tägig. Uebung einberufen, wird mein Geschäft von Anverwandte wahrgenommen. Auf der Chausee nach Ergste eine eine Pferdedecke Zur landespolizeilichen Abnahme der fertiggestellten neuen Anschlußgeleise der Aktiengesellschaft Eisenindustrie zu Menden und Schwerte an den Bahnhof Schwerte habe ich an Ort und Stelle Termin anberaumt auf Freitag, den 6. März kr., vormittags 11½ Uhr. Zu diesem Termin werden sämtliche Beteiligten behufs Wahrnehmung ihrer Interessen mit dem Bemerken eingeladen, daß über Entschädungsansprüche nicht verhandelt werden wird. Der Lageplan der Geleiseanlage liegt bis zum Tage des Termins auf dem Rathaus=Büreau zu Schwerte zur Einsicht der Beteiligten offen. Dortmund, den 26. Februar 1891. Der königliche Baurat: Genzmer. Bekanntmachung. Unser Ziegelei=Grundstück in der Aplerbeckermark beabsichtigen wir in Bauplätz eunzuteilen und zu verkaufen.„Termin hierzu ist auf Donnerstag, den 5. März, nachmittags 3 Uhr, in dem Wirtschafts=Lokal, früher Niehaus, zu Aplerbeckermark anberaumt, wozu Reflektanten eingeladen werden. Die Sparkallen=Verwaltung in Aplerbect. gefunden. Von wem, sagt die Exped. Sch halte mich verpflichtet zu erklären, daß die Anfangsbuchstaben A. L. des im v. in Nr. 110 der„Schwerter Zeitung“ mitgeteilten Referats der Strafkammer=Verhandlungen in Hagen sich nicht auf meine Stieftochter Anna Lodewig beziehen. Eichholz, 27. Februar 1891. Heinr. Tanger. Sontase Listeäagen u. Hagen (gegenüber dem königl. Amtsgerichte) nimmt täglich Einlagen, auch in größeren Beträgen, entgegen Die Gelder können durch die Post eingesandt werden. Sorg 8. 4. 90 Schwerter Wassermühle. Mit dem heutigen Tage übernehme ich meine Kornmühle für eigene Rechnung und wird es mein Bestreben sein, meine werte Kundschaft prompt zur Zufriedenheit zu bedienen. Schwerte, den 2. März 1891. Herm. Schmidt, H. Munkenbeck, Nachfolger. segenbeil G amp Günstige Haufgelegengerl. Im Kämmerei=Walde der Stadt Schwerte sollen am Freitag, den 6. März d. Is., 1. 32 Nummern Eichen=, Gruben= und Geschirrholz, 2. 14 Nummern Eichen=Frechtungs= stangen und Brennholz, 3. 6 Nummern Buchen=Brennholz, 4. 50 Nummern Eichen= und BuchenReiserholz, 5. 20 Nummern Eichen=Bohnenstangen öffentlich meistbietend zum Verkaufe ausgesetzt werden. Zusammenkunft morgens 10 Uhr am„Freischütz". Schwerte, den 24. Februar 1891. Der Magistrat. Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen die im Grundbuche von Schwerte Band IV Blatt 326 auf den Namen des Ackerbürgers Heinrich Hagemann zu Schwerte(Feldmark) eingetragenen Grundstücke der Katastergemeinde Schwerte: Flur IV Nr. 286, 328, Flur VI Nr. 560, 561, Flur VII Nr. 427, 442 a. 510, Flur VIII Nr. 552/162, 553/165, Flur IX Nr. 187, 737/189, 738/189, 220, 243, 409, 188, Flur IV Nr. 659/212, Flur IX Nr. 933/75, 1062/189, 1063/189, 260, 890/273, 249, 813/27, 251, 261, 704/267, 277, Flur VIII Nr. 7 am 27. April 1891, vormittags 9 Uhr, vor dem unterzeichneten Gericht— an Gerichtsstelle— Zimmer Nr. 3 versteigert werden. Die Grundstücke sind mit 293,49 Mark Reinertag und einer Fläche von 10,6356 Hektar zur Grundsteuer, mit 360 Mark Nutzungswert zur Gebäudesteuer veranlagt. Auszug aus der Steuerrolle, beglaubigte Abschrift des Grundbuchblatts, etwaige Abschätzungen und andere die Grundstücke betreffende Nachweisungen, sowie besondere Kaufbedingungen können in der Gerichtsschreiberei, Abteilung II, eingesehen werden. Alle Realberechtigten werden aufgefordert, die nicht von selbst auf den Ersteher übergehenden Ansprüche, deren Vorhandensein oder Betrag aus dem Grundbuche zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerks nicht hervorging, insbesondere derartige Forderungen von Kapital, Ziusen, wiederkehrenden Hebungen oder Kosten, spätestens im Versteigerungstermin vor der Aufforderung zur Abgabe von Geboten anzumelden und, falls der betreibende Gläubiger widerspricht, dem Gerichte glaubhaft zu machen, widrigenfalls dieselben bei Feststellung des geringsten Gebots nicht berücksichtigt werden und bei Verteilung des Kaufgeldes gegen die berücksichtigten Ansprüche im Range zurücktreten. Diejenigen, welche das Eigentum der Grundstücke beanspruchen, werden aufgefordert, vor Schluß des Versteigerungstermins die Einstellung des Verfahrens herbeizuführen, widrigenfalls nach erfolgtem Zuschlag das Kaufgeld in bezug auf den Anspruch an die Stelle des Grundstücks tritt. Das Urteil über die Erteilung des Zuschlags wird am 28. April 1896, vormittags 9 Uhr, an Gerichtsstelle verkündet werden. Schwerte, den 21. Februar 1891. Königliches Amtsgericht. Sächol Sechrrr Petroleum„„ 18 la. geräuch. Speck p. K 65 33, Würfelzucker„„ 33„ Hutzucker„„ 32„ Weizenmehl„„ 14„ „ 00„„ 16„ sowie alle andern Kolonial= waren zu den billigsten Preisen empfiehlt Schwerte, im Februar 1891. Julius Ostenstraße. Ein noch gut erhaltener Kuhwagen steht zu verkaufen bei Ho. Lammert im Keler. Verkauf in Ergste. ENähmaschinen 55 Samstag, den 14. März, vormittags 10 Uhr anfangend, läßt Herr Neuhaus zu Ergste wegen Aufgabe der Ackerwirtschaft nachstehende Gegenstände auf seinem Hofe öffentlich meistbietend gegen gleich bare Zahlung verkaufen: 1 Pferd, 2 tragende Kühe, 1 Rind, 30 Hühner, Ackerwagen mit Flechen u. 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