tig, reh10 5 ide Beohn sucht tropp, meisiter. komme 8 ausen. —6 Uhr sege vom ligst ein ren word gebeten belohnung geben. roth, sellweg 94, sautes Itelier. 90 tr. zw. 81lo 16/70 16/— 1260 1180 1150 11— 10— 21/20 22/70 450 36.— 20— 51— 52.50 95 burde Kcfter?** ld=Kurse. und sr. 1887.— riefe. Geld. 69.00168.45 167,65 03.95 80.80 80,65 203.45 202,10 80.25 79,85 80.25 79,80 80,15 79,65 7945 00 90 0 für den Landrreis Vortmund und den Kreis Horde. Keeisklatt Abonnements=Preis pro Quartal 1 Mark 50 Pfg. Erscheint Dienstags, Donnerstags und Samstags. Wöchentlich eine Gratisbeilage„Familienfreund". Insertionsgebühr für die sechsspaltige Zeile oder deren Raum 10 Pfg. außerhalb des Leserkreises 15 Pfg.; Reklamen 30 Pfg. Redaktion, Druck und Verlag von Carl Braus in Schwerte. Nr. 136. Schwerte, Samstag, 12. November 1887. 20. Jahrgang. Vom Kronprinzen. Aus San Remo bringt der deutsche Reichsanzeiger vom Donnerstag abend die folgende Meldung: die gestern in San Remo stattgehabte ärztliche Konsultation hat leider die Befürchtungen nicht beseitigt, welche Dr. Mackenzie über das Leiden des Kronprinzen neuerdings zum Ausdruck gebracht hat. Eine definitive Entscheidung über die weitere Behandlung ist indessen bis nach erfolgter mikroskopischer Untersuchung ausgesetzt. Diese Untersuchung sollte möglichst im Laufe des Donnerstag erfolgen.— Die National=Zeitung meldet: Bei der am Donnerstag stattgehabten Konsultation aller berufenen Aerzte hat sich ergeben, daß wegen Schwellung im Eingange des Kehlkopfes eine genügende Einsicht nicht genoumen werden konnte, und daß erst das Schwinden der Schwellung abgewartet werden muß, welches in etwa 2 Tagen erfolgen kann. Mit höchster Wahrscheinlichkeit wird angenommen, daß eine krebsartige Neubildung vorliegt. Somit kann leider kein Zweifel mehr darüber obwalten, daß der Kronprinz in schwerer Gefahr ist. Die Auffassung, welche die deutschen Aerzte im Frühjahr bereits hatten, daß das Leiden ein krebsartiges sei und eine radikale Operation, selbst auf Gefahr der dauernden Stimmlosigkeit hin, erfordere, scheint kaum noch einer Anzweiflung zu unterliegen. Jeden= falls wird der Kronprinz möglichst schnell nach Berlin zurückkehren und sich hier der nun absolut notwendigen Operation unterziehen. Der Kronprinz sieht, wie Prinz Wilhelm berichtet, sehr gut aus und fuhr immer noch mit seiner Gemahlin spazieren. Er hat seinen vollen guten Mut, der ihn in allen schwierigen Lebenslagen auszeichnete. Hoffnungslos ist die Lage durchaus nicht, wohl aber ernst. Nun, wir vertrauen auf die höhere Hilfe, die Deutschland und sein Kaiserhaus schon so oft geschirmt. Aus bester Quelle bringt die Voss. Ztg. folgenden Bericht: Am 28. Oktober war die Stimme des Kronprinzen besser als je, der Klang durchaus natürlich. Am nächsten Tage war sie etwas bedeckt oder verschleiert und leichte Empfindung von Unbehagen mit Schmerz machte sich fühlbar. Ungefähr gleichzeitig wurde eine neue Wucherung bemerkt, tiefer und weiter vorwärts, als die von Mackenzie im Mai und Juni in drei Operationen entfernte. Mackenzie wurde nach San Remo gerufen und fand die Beobachtung seines Assistenten Hovell bestätigt, konstatierte auch, daß der Charakter der Wucherung möglicherweise bösartig sei, hielt aber endgiltiges Urteil ohne mikroskopische Untersuchung für unthunlich. Er beabsichtigte deshalb aufangs, ein Stückchen wegzunehmen, jedoch erwägend, daß es besser sei, wenn der Fall von den deutschen Spezialisten unter denselben Verhältnissen geprüft werde, verschob er die Operation bis zum Eintreffen derselben. Leider erschien am Tage vor der Ankunft der Herren eine demetiöse Schwellung an den oberen Teilen des Kehlkopfes, welche einen tieferen Einblick hinderte. Nach einstimmiger Entscheidung aller Aerzte wird zunächst durch Eispillen u. a. auf Beseitigung der Schwellung hingearbeitet. Dieselbe ist vielleicht eine sekundäre, auf die neue Wucherung zurückführende, durch Kreislaufstörung verursachte Erscheinung. Gefahr ist gegenwärtig nicht vorhanden, das allgemeine Befinden ist dauernd gut.— Im kronprinzlichen Palais in Berlin werden bereits alle Vorkehrungen für die Heimkunft des Kronprinzen getroffen. Die Teilnahme in allen Ländern wächst riesengroß an. Professor Stoerck in Wien, eine anerkannte Autorität auf dem Gebiete der Halsleiden, hielt am Mittwoch einen klinischen Vortrag über die Krankheit des deutschen Kronprinzen. Mackenzie allein, führte er aus, trage alle Verantwortlichkeit wegen der Behandlung und dürfe dieselbe nicht.auf Virchow überwälzen. Stoerck sprach über Neubildungen im Kehlkopf und besonders über Entstehung der Papillome(warzige Geschwulstmassen) und deren Umwandlung in Krebs und gelangte zu dem Schluß, daß aus einem weichen, gutartigen Papillome allmählich ein hartes bösartiges Neugebilde entstehen könne, iudem die Wucherung nach der Oberfläche aufhöre und die Wucherung nach innen gleichsam in das Organ eindringe, auf welchem sie sitze, so daß der Prozeß einige Zeit völlig stille zu stehen und das Gebilde zu schrumpfen scheine. Die Wucherung nach unten verändere aber die Natur des Neugebildes. Letzteres werde allmählich fest und zeige den Charakter des Krebses. Die Erfahrung lehre, daß Papillome, so lange sie weich seien, operierbar schienen; sobald dieselben in Krebs ausarteten, seien sie nur durch gänzliche Entfernung(Exstirpation im gesunden Gewebe) zu operieren. So lange man noch im gesunden Gewebe operieren könne, sei die Wahrscheinlichkeit gänzlicher Entfernung des Krebses vorhanden. Die Behandlung des Krebses anlangend, so könne derselbe, wenn man ihn nicht berühre, zupfe, quetsche, ätze, abreiße, injiziere, jahrelang ohne wesentliche Schädigung des Organismus bestehen; Berührung sei direkt schädlich. Die einzige mögliche Operation sei die Eröffnung des Kehlkopfes von außen, indem man entweder die Luftröhre oder den Kehlkopf von außen spalte. Operiere man zur rechten Zeit, so genüge die teilweise Exstierpation, wenn man aber zu lange warte und den günstigen Moment versäume, so erscheine die gänzliche Entfernung des Kehlkopfes notwendig. Stoerck erzählte Fälle gänzlicher Heilung und fand es bedauerlich, daß man in Deutschland, das Meister in der Chirurgie besitze, welche das Leiden des Kronprinzen sofort als Krebs bezeichnet hätten, deren Rat nicht befolgt habe. Stoerck zweifelt, ob eine radikale Operation heute noch Erfolg haben werde. Nach seiner Meinung hätte dieselbe vor Monaten vorgenommen werden müssen, dann wäre die Heilung bestimmt erfolgt. Gerade in diesem Falle habe man Fehler gemacht. Deutsches Reich. Es wird ein böser Herbst für das deutsche Reich! Eben regte sich frohe Freude darüber, daß Kaiser Wilhelm von seinem letzten Unwohlsein in der Hauptsache wiederhergestellt und in vollem Umfange sich wieder seinem hohen Berufe widmen kann, da kommt vom Ufer des Mittelmeeres, wo des Kaisers einziger Sohn seine Genesung erwarten wollte, die schlimme Kunde, daß in dem Befinden des Kronprinzen eine entschieden ungünstige Wendung eingetreten sei. Und Tag für Tag wurde die Hoffnung, daß es sich doch wohl nur um eine geringfügige und augenblickliche Verschlimmerung handele, matter. Wir dürfen uns nicht mehr darüber hinwegtäuschen, daß das Halsleiden sehr, sehr ernst geworden ist, daß die bisherige langwierige Kur, der Aufenthalt in England, Schottland, in Tirol und Oberitalien nicht das Geringste genützt hat. Ganz Deutschland hofft und bangt, und mit ihm fast ganz Europa, denn der deutsche Kronprinz ist eine der populärsten Fürstlichkeiten in unserem Erdteile, niemand wagt, gegen ihn seine Stimme zu erheben. Eine schuelle Genesung des Kronprinzen können wir, wie die Dinge liegen, leider nicht erwarten, mag sie wenigstens eine totale sein, mögen uns neue und schmerzliche Ueberraschungen in Zunkunft erspart bleiben. Das walte Gott! Ueber den Gesundheitszustand der Kaiserin, so schreibt die Krzztg., enthalten die Blätter Mitteilungen aus Koblenz, welche denselben als ungünstig darstellen. Diese Angaben sind dem Vernehmen nach in der Gestalt, wie sie vorliegen, nicht zutreffend. Die Kaiserin leidet seit längerer Zeit an Blutarmut, wodurch hin und wieder bestimmte Krankheitserscheinungen herbeigeführt werden, das war auch in letzter Zeit der Fall und es wurde dadurch eine besondere Schonung geboten. Im übrigen bezeichnen die Aerzte das Befinden der Kaiserin als nicht gefährlich. Sehr tiefen Eindruck haben die ungünstigen Nachrichten aus San Remo auf die Kaiserin gemacht. Die Teilnahme für politische Ereignisse ist erklärlicherweise bei uns infolge der drohenden Nachrichten aus San Remo gewaltig gesunken wer kann leichten Herzens auch sich heute mit politischen Fragen beschäftigen? Indessen wir führen der Vollständigkeit wegen unsere Chronik fort. Der Besuch der russischen Kaiserfamilie in Berlin ist nun bestimmt für die zweite Hälfte der kommenden Woche zu erwarten, wird sich aber unter den jetzigen Verhältnissen erst recht schnell und nur im Familienkreise abspielen. An lange oder kurze politische Erörterungen ist nicht zu denken. Die Umstände sind nicht darnach. Auch die Hofjagden, die alljährlich von Berlin aus abgehalten zu werden pflegen, werden eingeschränkt oder ganz aufgehoben. Der Kaiser kann bei der herrschenden Witterung nicht daran teilnehmen, und denkt auch wohl kaum daran, und das Gleiche gilt von den Prinzen des königlichen Hauses. Der Zustand des Kronprinzen verbannt alle laute Fröhlichkeit. Auch von der bevorstehenden Reichtagssession ist wenig nur mehr die Rede. Der Bundesrat arbeitet still und geräuschlos, damit die Reichsvertretung bei ihrem Zusammentritt das erforderliche Beratungsmaterial vorfinde. Die Grundzüge der Arbeiter=, Alters= und Invaliden= versorgung sind vom Kaiser mit der Bestimmung genehmigt worden, daß das Gesetz später für alle Arbeiter sofort in Geltung treten soll. Zur Begutachtung der Grundzüge wird in nächster Woche der Volkswirtschaftsrat mehrere Sitzungen in Berlin abhalten. Nicht ganz richtig war die sensationelle Mitteilung, in der deutschen Armee werde schon jetzt ein kleinkalibriges Repetiergewehr eingeführt, während das jetzige großkalibrige den Besatzungstruppen verbliebe. So schnell wird es damit noch nicht gehen. Das neue Repetiergewehr wird allerdings kommen, aber erst müssen die Erörterungen über technische Einzelheiten, die noch schweben, beendet werden. Darüber können aber noch recht wohl ein paar Jahre vergehen. In den Delegationsausschüssen in Wien hat der Minister des Auswärtigen, Graf Kalnoky, ausführliche Darlegungen über die politische Lage gegeben, die mit allgemeinem Beifall ausgenommen worden sind und dem Minister ein volles Vertrauensvotum eingebracht haben. Der Graf betonte den Fortbestand der Freundschaft Oesterreich=Ungarns mit Deutschland und Italien und sprach die Hoffnung aus, daß das Friedensbündnis auch ferner die Ruhe Europas garantieren werde. Eine freundliche Lösung hoffte der Minister auch für die bulgarische Frage. Dabei sprach er sich aber so wenig im russischen Sinne aus, daß er die Petersburger Blätter in helle Wut versetzt hat, die ihn mit ihren Angriffen überschütten. Buchstaben thuen freilich nicht weh und erreichen werden sie damit nichts. In Bulgarien selbst ist alles ruhig. Infolgedessen haben sich auch die Beziehungen zwischen Sofia und Konstantinopel zu recht freundlichen gestaltet, und der Sultan denkt am wenigsten daran, den Koburger fortzujagen. So erscheint es immer sicherer, daß am Ende aller Dinge Fürst Ferdinand ruhig in Sofia bleibt, und die Russen sich den Mund wischen können. Glück muß der Mensch haben und die Koburger haben es wirklich. Wie aus Kopenhagen telegraphiert wird, wird der Zar vor dem 17. November nicht von dort abreisen. Herr von Giers befindet sich noch in Petersburg und scheint an keine Reise nach Kopenhagen zu denken. Zu dem Prozeß des deutschen Militärbevollmächtigten Oberstleutnants von Villaume in Petersburg gegen das dortige Hetzblatt„Nowoje Wremja“ wird der Köln. Ztg. gegenüber in Abrede gestellt, daß der Prozeß auf Veranlassung des Zaren niedergeschlagen sei. Die Reichsbank in Berlin hat die Verfügung erlassen, von jetzt ab russische Werte durch ihre Lombardkomtore nicht mehr beleihen zu lassen Das ist die Antwort auf die Weigerung der russischen Reichsbank, deutsche Wechsel ferner zu diskontieren. Es verlautet jetzt mit ziemlicher Bestimmtheit, daß der deutsche Botschafter in Paris, Graf Münster, mit dem ersten Januar aus dem diplomatischen Dienst scheiden werde. Der Botschafter ist 67 Jahre alt. Der Landtag des Großherzogtums Hessen ist auf den 24. November berufen worden. Frankreich. Das gesamte Interesse Frankreichs richtet sich heute auf die ganz unerwartet eingetroffenen ungünstigen Nachrichten über das Befinden des deutschen Kronprinzen, sie drängen sogar die Gerichtsverhandlungen gegen den General Caffarel in den Hintergrund. In dem Ordensschwindelprozeß gegen Caffarel Limousin und Ratazzi spielt die merkwürdigste Rolle der Staatsanwalt. Statt die Sache ordentlich klar zu stellen, sucht er sie mit der Behauptung, es handle sich um einen einfachen Schwindel, übers Knie zu brechen. Auf die kompromittierenden Briefe Wilsons und anderer Herren, die bei der Limousin gefunden wurden, geht er gar nicht ein, sondern sagt kurz, die Briefe enthielten nichts von Bedeutung. Das ist denn doch mehr als verdächtig. Namentlich hat sich herausgestellt, daß zwei Briefe Wilsons über Ordensvermittelungen, welche ihn aufs Schwerste kompromittieren, erst beseitigt waren, auf Reklamation des Untersuchungsrichters aber von neuem geschrieben werden mußten. Die Sache erregt horrenden Skandal. Auch der frühere Kriegsminister Thibaudin, welche der Limousin glühende Liebesbriefe geschrieben, ist arg blosgestellt. Um die Angelegenheit wird es wohl einen neuen Tanz in der Kammer geben. Am Donnerstag fanden die Playdoyers statt. Die Verteidiger plaidierten für Freisprechung. Italien. Der neue italienische Obergeneral in Afrika, General San Manzano, ist in Massauah angekommen und hat mit einer Proklamation das Kommando übernommen, in welchem er erklärt, die Rechte Italiens und der Bewohner in kräftiger Weise vertreten zu können. Die Bewohner von Massauah mögen ja Rechte haben, Italien hat aber, bei Lichte besehen, gar keine. Massauah gehört rechtmäßig Aegypten und dem Sultan, aber nicht Italien. Die englische Gesandtschaft, welche sich zum König Johannes von Abessinien begeben wollte, hat unterwegs Malheur gehabt; sie ist von ihren Leuten im Stiche gelassen und hat umkehren müssen. Jetzt hat sie aber die Reise von neuem angetreten. Die italienischen Blätter behaupten, von einer Vermittelung zwischen Italien und Abessinien könne dann erst die Rede sein, wenn der Ehre Italiens Genüge geschehen sei. Großbritannien. In London hat die Polizei alles aufgeboten, um für den Lordmayorstag und die Prozession des Lordmayors zum Antritt seines Amtes alle Ruhestörungen der Londoner Sozialisten zu verhindern. Es glückte auch. Die Feierlichkeiten des Tages verliefen ohne alle Störung. In Irland dauert hingegen der Lärm fort. Verschiedene neue Verbrechen der irischen Patrioten werden gemeldet. Bei den am Mittwoch in London stattgehabten Lordmayorsbankett hielt Ministerpräsident Lord Salisbury in Beantwortung eines Toastes auf die Minister eine Rede. Bezüglich der allgemeinen europäischen Lage erklärte der Minister, er wisse nichts, was zur Beunruhigung Anlaß geben könnte. Der irische Abg. O'Brien ist im Gefängnis zu Tullamore erkrankt und hat deshalb in das Hospital übergeführt werden müssen. Der Prätendent Ejub Khan, welcher sich der indischen Regierung ergeben hat, wird in einer indischen Provinzstadt interniert werden. Amerika. Heute, am 11. November ist der Tag, der für die Hinrichtung der Chicagoer Anarchisten bestimmt ist. Der Gouverneur ist mit Gnadengesuchen überflutet. Der zum Tode verurteilte Anarchist Lingg hat sich im Gefängnis erschossen. Westfalen und Rheinland. * Schwerte, 11. November. Wenn die Kurrentschrift schon einen großen Einfluß auf die Bildung der Menschheit gehabt hat, dann ist es kein Wunder, wenn man sich in dem Zeitalter des Dampfpfluges und des Dampfwagens, in welchem wir leben, immer mehr der Kurzschrift oder Stenographie zuwendet. Die Wirkung des gesprochenen Wortes ist vergleichungsweise gering und vorübergehend, aber das Geschriebene kann bis zu den entferntesten Zeiten bewahrt werden und zu den entlegensten Völkern gelangen. Je rationeller diese Kunst, um so größer ist auch ihre Bedeutung, einen um so ehrenvolleren Platz wird sie sich unter den Faktoren der Zivilisation erringen und ein unentbehrliches Mittel für die Annäherung der Völker bilden können. Diese große Bedeutung der Schreibkunst achtend, versammelten sich am vergangenen Sonntag 16 Herren im Lokale des Wirts Duisberg, um die Arends'sche rationelle Volksstenographie zu erlernen. Herr Duisberg fand sich auf allseitigen Wunsch bereit, diesen Kursus zu leiten und bürgt seine langjährige Erfahrung auf dem Gebiete der Stenographie für einen guten Erfolg. Wie nun im Inseratenteile ersichtlich, wird der Kursus Donnerstag, den 17. November kr., abends 8½ Uhr, im Gasthof Quisberg begianen. Alle Freunde der Stenographie machen wir auf diese günstige Gelegenheit aufmerksam. * Schwerie, 10. Nov. Die von uns vor längerer Zeit signalisierte„Schwerter Privat= post“ ist mit dem heutigen Tage wirklich ins Leben getreten. Gründer und Inhaber ist Herr Kaufmann Neuber. Der Tarif für alle Postsendungin ist natürlich niedrig gesetzt. Es beträgt das Porto für Drucksachen, Zirkulare 1 Pf., geschlossene Briefe 2 P., Postkarten 2 Pf., eingeschriebene Briefe 3 Pf., Eilbriefe 5 Pf., Geldsendungen bis 200 M. 10 Pf., über 200 M. 20 Pf. Das Abholen der Briefe geschieht morgens 8 und nachmittags 3 Uhr, das Austragen derselben von morgens 8 bis 9 Uhr und nachmittags von 3 bis 4 Uhr. Einstweilen werden jedoch nur Drucksachen, Zirkulare, Postkarten und gewöhnliche Briefe befördert. Verkaufsstellen von Wertzeichen befinden sich bei den Herren Saatmann, Weinberg und Kupfer. * Schwerte, 11. Nov. Am 25. Juni d. J. wurden bekanntlich der Maurergeselle Johann Bien und dessen Sohn, welche bei dem Maurer= meister Jonas in Hennen in Arbeit standen, bei Oestrich von zwei Strolchen, Werth und Korte von hier, überfallen ihrer Barschaft beraubt und schwer verletzt. Die Sache sollte jetzt vor dem Schwurgerichte zu Hagen verhandelt werden, mußte jedoch vertagt werden, weil der Beraubte nicht erschienen war. Dagegen wurde der Fabrikarbeiter Th. Glade von hier wegen Meineides zu 1 Jahr Zuchthaus und 2 Jahren Ehrverlust verurteilt. (Siche Schwurgericht.) * Schwerte, 11. Novbr. Auf den im Inseratenteil des heutigen Blattes befindlichen Geschäftsbericht der westfälischen Provinzial=Feuer=Sozietät, welche auch im Rechnungsjahre 1886/87 überaus günstige Resultate erzielte, sei auch an dieser Stelle noch besonders hingeesen.. 9 91.: Heut; hegann hierselhst Dortmund, 9. Nov. Heille begann hierselost vor der Strafkammer der Prozeß gegen den Bankier von Born, Besitzer des seit 1853 nicht nur in Rheinland und Westfalen, sondern in ganz Deutschland sehr wohl bekannten Bankhauses gleichen namens in Dortmund, das im August 1885 in Konkurs geriet. Nach dem Eröffnungsbeschlusse ist v. Born angeklagt: seine Geschäftsbücher unrichtig geführt zu haben, so daß aus denselben keine Vermögensübersicht zu erlangen gewesen; in den Jahren 1883/84 keine ordnungsmäßige Bilanz gezogen zu haben; der Begünstigung einzelner Gläubiger in Befriedigung ihrer Ansprüche zu einer Zeit, da die Zahlungsunfähigkeit bereits klar war; der Schädigung von 7 Gläubigern durch Betrug; der Aneignung fremder Sachen in 13 Fällen, die v. Born in Gewahrsam hatte und der Unterschlagung von 30000 M. Schulte, der Kassierer in dem Bankhause war, ist beschuldigt, v. Born in den letzten Fällen Hilfe geleistet zu haben. Bezüglich der Buchführung wird u. a. angeführt, daß in den Konten einzelne Schuldner stehen, die notorisch als besitzlos gelten, während wieder andere dem Angeklagten gehörige Besitztitel nicht zu Buch standen; auch das Immobilien= sowie Hypothekenschulden=Konto soll nicht in Ordnung sein; ebensowenig das Depotbuch. Die Bilanzen sollen seit 1878 nicht gezogen sein; auch Inventar=Aufnahme ist nicht zu finden. Die Anklage behauptet, daß sämtliche Bilanzen seit 1878 auf einmal nach Ausbruch des Konkurses angefertigt und von von Born unterschrieben worden seien. Es liegen als Bilanzen lose Blätter und einzelne Bücher vor.— Der Angeklagte von Born nahm, bevor zu den Einzelheiten in der Sache übergegangen wurde, zu einer Erklärung das Wort, in der er u. a. bemerkte:„Die gerügten großen Abschreibungsdifferenzen sind in Wirklichkeit nicht so groß, wenn man die bestehenden Verhältnisse betrachte. Diese Verhältnisse des hiesigen Landes spiegelten sich getreu wieder in meinem Geschäfte und ich bin heute noch der Ueberzeugung, daß bei einem mir ev. bewilligten Moratorium sich mein Geschäft ebenso wieder gehoben hätte, wie sich die Industrie auch allmählich wieder gehoben hat. Dann wäre niemand zu Schaden gekommen. Drei Viertel der Gläubiger waren auch zu dem Moratorium bereit, als plötzlich der Konkurs beantragt wurde.“ Zum Schlusse der Vernehmung der beiden Angeklagten, die den ganzen Vormittag in Anspruch nahm, wurde auf Veranlassung des Verteidigers, Justizrat Windthorst, festgestellt, daß von Born Vorsitzender von 19 Aktiengesellschaften war, Aussichtsrat bei mehreren Bahnen, Mitglied der Gewerbesteuer=Einschätzungs=Kommission, Handelskammer=Präsident, Stadtverordneten=Vorsitzender, Mitglied des Staatsrates und des Volkswirtschaftsrates.„.... He— G.— Vorsitzender des Gerichtshofes ist Herr Gerichtsdirektor von und zur Mühlen, die Staatsanwaltschaft vertritt Herr Dr. Ziegener, die Verteidigung liegt in den Händen des Herrn Justizrat Windthorst ans Hamm und der Rechtsanwälte Westhoff und Dr. Strunk aus Dortmund. Für die Verhandlungen selbst sind 4 Tage angesetzt. Es sind allein 63 Zeugen und Gutachter geladen. g.., amten;. — Als die Frau eines Ponzeiveamnen in Dortmund ihre Wohnung für einige Minuten verlassen mußte, ließ sie ihr ca. 2 Jahre altes Töchterchen allein in der Küche zurück, fand dasselbe jedoch bei ihrer Rückkehr ertrunken in einem Waschkübel wieder. Die sosort angestellten Wiederbelebungsversuche blieben erfolglos.„„ g„ 1„ g, Der Hauptgewinn der 2. Klasse 177. Preuß Klassenlotterie von 45000 Mk. ist auf die Nr. 67029 in die Kollekte des Herrn Gust. Keiser in Hagen gefallen. Das Geld bleibt in der Stadt, ein viertel des Loses wird von einem dem Handwerkerstande angehörigen Manne in Gemeinschaft mit seinen Verwandten gespielt. Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft wurden bei einem Lotteriekollekteur in Schalke eine große Zahl braunschweigischer Lose nebst einem Verzeichnis der Spieler beschlagnahmt. Zahlreiche Bürger des Ortes und der Umgegend werden infolgedessen zur strafgerichtlichen Verantwortung gezogen. In Herford ging ein 4jähriger Knabe über die Werrebrücke. Dem Kinde fiel die Mütze vom Kopfe; als es sich danach bückte, stürzte es in den Fluß und ertrank. * In dem Orte Wildemann(im Oberharze) ist die Trichinosis so heftig ausgebrochen, daß Gottesdienste. daran bis jetzt eine Person gestorben ist, während über 106 erkrankt sind. Leider ist die Krankheit durch Versendung von Wurst auch nach anderen Orten, z. B. nach Grund und Zellerfeld verschleppt worden. Es sind nach der„Magd. Zig.“ mehrere Fälle bekannt geworden, daß Eltern ihren ihre Militärzeit abdienenden Söhnen Würste nach Minden und Vegesack geschickt haben, worauf alle Empfänger schwer erkrankten. * Bei Hayngen an der französischen Grenze sind vier junge Franzosen verhaftet worden, welche über die Grenze gekommen und allerlei revanchedurstige Allotria getrieben hatten. Sie sind nach Diedenhofen gebracht. Schwurgericht. Hagen, 8. Nov. Der Knecht H. Schlottmann aus Wetter ist beschuldigt, am 4. Juli 1887 zu Wetter das Oekonomiegebände der Witwe Landwirt H. Schulte vorsätzlich in Brand gesetzt zu haben. Das Feuer ist der Anklage zufolge auf dem Boden in dem dort lagernden Stroh entstanden, weil dort die ersten Flammen bemerkt wurden. Eine Ursache für eine Selbstentzündung der Heu= und Strohvorräte war nicht anzunehmen, so daß, wie die Anklage behauptet, auf vorsätzliche Brandstiftung geschlossen werden muß.— Der Verdacht, eine solche ausgeführt zu haben, lenkte sich auf den bei Schulte in Dienst stehenden Knecht Schlottmann. Derselbe war nämlich von seiner Dienstherrschaft der Unredlichkeit beim Milchverkauf beschul digt und beim Amte zu Wetter angezeigt worden und deshalb auf die Familie Schulte erzürnt. Der Angeklagte hat sich durch Aeußerungen, welche er vor dem Brande machte, sowie durch sein zweifelhaftes Benehmen während desselben höchst verdächtig gemacht. Die Beweise für die Schuld waren jedoch nicht hinreichend und erfolgte deshalb Freisprechung. Hagen, 9. Nov. In der heute zunächst zur Verhandlung anstehenden Sache gegen den Erdarbeiter K. Werth und den Tagelöhner W. Korte aus Schwerte, welche des Straßenraubes beschuldigt waren, fand, da der angeblich Beraubte nicht zur Stelle war, Vertagung statt. Der Fabrikarbeiter Th. Glade aus Schwerte stand unter der Anklage des Meineides(§ 154 des deutschen Strafgesetzbuches). Der Angeklagte war geständig, am 30. Oktober 1887 vor dem königl. Amtsgericht zu Schwerte, einer zur Abnahme von Eiden zuständigen Behörde den in einer Prozeßsache vor seiner Vernehmung geleisteten Eid wissentlich durch ein falsches Schwerte. Größere evangel. Kirche: Sonntag, den 13. November 1887. Hauptpr. 10 Uhr: Pastor Heinenberg. (Abendmahl.) Nachm. 2 Uhr: Kindergottesdienst. Pastor Graeve. Amtswoche: Past. Heinenberg. Reformierte Kirche: Vorm. 10 Uhr: Past. Terberger. Donnerstag abend 8 Uhr Bibelstunde. Westhofen. Vorm. 10 Uhr: Past. Falkenberg. Nachm. 2 Uhr: Kindergottesdienst. Husten, Heiserkeit Hals-,Brust- u. Lungenleiden .+ Keuchhusten* Bekanntmachung. Das Abfahren der an der Zeche Josephine im Stadtwalde lagernden Schlacke soll am Dienstag, 15. d. Mts., vormittags 11 Uhr, auf dem hiesigen Magistratsbüreau öffentlich mindestfordernd verdungen werden. Schwerte, 10. Novbr. 1887. Der m scht rheinischer 3 rauben-Brust-H onig e Mehrere Tente zu Mittag- und Abendessen gesucht. Von wem s. d. Exped. dss. Blattes. * Im Bezirk von Forli in der Romagne fand Donnerstag früh anhaltendes Erdbeben statt. Der Schaden ist aber nicht bedeutend. * In Metz schnitt sich ein Soldat des sächsischen Fuß=Artillerie=Regimentes Nr. 12 die Kehle durch und war wenige Minuten darauf eine Leiche. Das Motiv der That ist unbekannt. Zeugnis verletzt zu haben. Auf grund des Wahrspruchs der Herren Geschworenen erfolgte die Verurteilung des Angeklagten za 1 Jahr Zuchthaus und 2 Jahre Ehrverlust, außerdem wurde der Verurteilte für dauernd unfähig erklärt, vor Gericht als Zeuge oder Sachverständiger vernommen zu werden. Auch in der hierauf zur Entscheidung gelangenden Sache handelte es sich um Meineid resp. Verleitung hierzu und hatten sich dieserhalb der Schlosserlehrling K. Gerken und der Schlossergeselle H. Wachenfeld aus Westhofen zu verantworten. Die Verhandlung ergab folgendes: Die Familie des Steinbruchbesitzers F. Bar zu Westhofen lebt seit Jahren mit der nebenan wohnenden Familie des Schlossers Chr. Wachenfeld in Feindschaft. Von beiden Seiten, namentlich aber von seiten Wachenfeld wurde keine Gelegenheit versäumt, dem anderen einen Streich zu spielen. Am 7. Dezember 1886 hatte Bar auf der Grenze zwischen seinem und dem Wachenfeldschen Grundstück einen Lattenzaun errichten lassen. In der darauf folgenden Nacht wurde dieser Zaun von mehreren Personen wieder niedergerissen. Als der That verdächtig wurden der Schlosser Chr. Wachenfeld und dessen beide Söhne H. und K. angeklagt. Bei der mündlichen Verhandlung vor dem königlichen Schöffengericht zu Schwerte wurden die beiden Söhne des Chr. Wachenfeld wegen Sachbeschädigung verurteilt, während der Vater Wachenfeld freigesprochen wurde. Diese Verurteilung erfolgte, obschon der auch als Zeuge geladene Lehrling Wachenfelds, K. Gerken(einer der heutigen Angeklagten) bekundete, er wisse von dem Niederreißen des Zaunes nichts; er sei abends mit H. Wachenfeld zu Bett gegangen und erst am andern Morgen wieder aufgestanden. Dieses von Gerken zur Entlastung des H. Wachenfeld(des heutigen Mitangeklagten abgegebene und trotz eindringlicher Verwarnung mit einem Eide bekräftigte Zeugnis war falsch; Gerken hat nachträglich eingeräumt, daß der mit ihm zusammenschlafende H. Wachenfeld ihn in der fraglichen Nacht geweckt und aufgefordert habe, bei dem Umreißen des Zaunes mitzuhelfen, daraufhin sei er aufgestanden und hätten sie— er, H. Wachenfeld und dessen Bruder Carl— gemeinschaftlich den Barschen Zaun niedergerissen. Ebenso hat Gerken zugegeben, daß er bei Abgabe seines Zeugnisses der Unrichtigkeit desselben sich bewußt gewesen und zur Abgabe dieses falschen Zeugnisses von H. Wachenfeld angestiftet sei. H. Wachenfeld hat dann eingeräumt, zu Gerken gesagt zu haben, er solle nicht sagen, daß er beim Niederreißen des Zannes in der fraglichen Nacht zugegen gewesen, er solle vielmehr bekunden, sie beide seien des abends zu Bett gegangen, im übrigen wisse er nichts. Während Gerken im Verlaufe der Untersuchung bei seinem Geständnisse verblieben ist, hat H. Wachenfeld alsbald sein Geständnis teilweise zurückgezogen und bestritt auch in heutiger Verhandlung, den Gerken, der sein früheres Geständnis wiederholte, zur Ableistung eines falschen Zeugnisses bestimmt zu haben. Er wurde jedoch nach dem Resultate der Beweisaufnahme überführt, den Gerken zu dem von diesem geleisteten Meineid angestiftet zu haben. Die Herren Geschworenen bejahten die an sie gerichteten Fragen nach den Anträgen des Herrn Staatsanwalts Dr. Loose. Darnach wurde der Angeklagte Gerken für schuldig befunden, am 23. Juni 1887 vor dem königl. Amtsgerichte zu Schwerte wissentlich ein falsches Zeugnis mit einem Eide bekräftigt und auch bei Leistung des Eides die zur Erkenntnis der Strafbarkeit der That erforderliche Einsicht besessen zu haben. Der Angeklagte Wachenfeld wurde für schuldig erklärt, den Gerken zu dem von demselben begangenen Verbrechen des Meineides vorsätzlich bestimmt zu haben. Der Herr Staatsanwalt beantragte gegen Gerken mit Rücksicht auf sein jugendliches Alter(derselbe war, als er den Meineid leistete, noch nicht 18 Jahre alt) 8 Monat und 1 Tag Gefängnis und gegen Wachenfeld 2 Jahre 6 Monat Zuchthaus, sowie die Ehrenstrafen. Die Herren Verteidiger Justizrat Geck und Dr. Lehmkühler bitten für ihre Klienten um eine milde Strafe. Der erstere bat außerdem seinem Klienten Gerken die Untersuchungshaft abzurechnen. Der hohe Gerichtshof erkannte gegen Gerken auf 4 Monate und 1 Tag Gefängnis, welche Strafe als durch die Untersuchungshaft für verbüßt erachtet wurde, gegen Wachenfeld auf 2 Jahre Zuchthaus und 3 Jahre Ehrverlust. Beide Angeklagte wurden außerdem dauernd für unfähig erklärt, vor Gericht als Zeugen oder Sachverständige vernommen zu werden. Der Angeklagte Gerken wurde in Freiheit gesetzt. P W ein Kraftauszug aus edelsten Weintrauben, bestbewährtes, nie versagendes köstlichstos Haus- u. Genussmittel von grösstem Nährwerthe u. leichter Verdaulichkeit. P#osp. m. Gebr.-Ant. u. riel. Attest. b. j. Fl. Detailpreis“ ##3 Alein echt unter Garantie in: Schwerte bei Ang. zur Nieden. u größte Bettfedern-Lager # von C. F. Kehnroth, 5 Hamburg, versendet zollfrei gegen Nach# nahme(nicht unter 10 Pfund) neue Bettfedern für 60 Pfg. 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Syndcuikon, flüssiger Fischleim, à Fl. 25 Pfg. zu haben bei Carl Braus. 8 Westfälische Provinzial=Feuer=Sozietät. 8 O— g ( Im Rechnungsjahre 1886/87 waren bei der Sozietät ver O O sichert: auf Gebäude 916681 050, auf Mobilien 233826210, zusammen S 2 1150507260 Mark gegen 1 109 997780 Mark im Vorjahre. An Beiträgen wurden ausgeschrieben 1990989 Mark. Für 6) H Brandschäden waren in 664 Fällen 1576499 Mark zu zahlen. □ G— Die Gesamteinnahmen der Verwaltung betrugen 2963510 Mark, die C2 (9 Gesamtausgaben 2542613 Mark, so daß sich ein Ueberschuß von C O 420 897 Mark ergibt; derselbe ist dem Dividendenfonds über= O wiesen und dieser dadurch auf einen Bestand von 651438 Mark ge„ * bracht worden. Aus letzterem erhielten die Versichecten auch im laufenden ∆ Jahre die bisherige Dividende von 15% und sind ihnen damit im □ □ ganzen jetzt bereits 105% der Jahresbeiträge zurückerstattet. Der Kapital=O 0 Reservefonds besteht unverändert zur Höhe von 3 Millionen Mark. O 6 Die Beitrags=Reserve für mehrjährige Vorauszahlungen beträgt C 9 193 220 Mark. 0 Zur Unterstutzung des Feuerlöschwesens wurden wiederun# 0 25 626 Mark verwendet und hat die Sozietät nunmehr in den letzten 7 C2 ∆ Jahren den Gemeinden für das Feuerlöschwesen einschließlich des Rabatts, C ( welchen sie auf ihre Bestellungen an Spritzen 2c. von den Lieferanten er= C) □ hielt, rund 230000 Mark zugewendet. Außerdem wurde zu der West2 fälischen Feuerwehr=Unfallkasse ein Jahresbeitrag von 3233 Mark gezahlt. Die Provinzial=Feuer=Sozietät versichert Gebäude und beweg= C □ liche Gegenstände aller Art(Möbel, Waren, Ernte) gegen Brand □ □ und Blitzschlag und auf besonderen Antrag auch gegen Explosion. Fern □ G von jeder Spekulation auf Gewinn hat dieselbe als Provinzial=Institut ledigO lich die Aufgabe, den Eingesessenen der Provinz eine solide Versicherung„ ihres Besitztums gegen Verlust durch Brand 2c. unter möglichst günstigen## ∆ und einfachen Bedingungen zu gewähren, die Interessen der Hypothekgläubiger C) O bei Versicherung der verpfändeten Gebäude behufs Unterstützung des Real= O ( Kredits aufs Vollkommenste zu sichern und auf diese Weise zur Förderung □ 63 des Gemeinwohls der Provinz beizutragen. Wenn alle, die sich für das#### Gedeihen des Provinzial=Instituts interessieren, dasselbe auch thatsächlich durch ihren Beitritt und ihre Empfehlung unterstützen, so wird es nicht □ # fehlen, daß die Resultate der Verwaltung sich immer günstiger gestalten C ( und den Versicherten erhebliche Summen erspart und der Provinz erhalten O G werden. S Der Eintritt in die Sozietät kann jederzeit erfolgen. Anträge und Anfragen sind an die in allen Verwaltungs=Bezirken angestellten Sozietäts∆ Kommissare, oder direkt an die unterzeichnete Direktion zu richten. O Münster, im November 1887. 6 Westfälische Provinzial-Feuer-Sozietats-Birektion. O F. von Noél. Douuerstag, 17. November, abends 8½ Uhr, beginnt im Lokale des Herrn Duisberg unter dessen Leitung ein Kursus in der Arends'schen rationellen Volks-Stenographie. Anmelduugen zur Teilnahme an dem Kursus nimmt Herr Duisberg entgegen. Empfehle mich für Schwerte und Umgegend als #8 Schweinemetzger. Schlachtlohn 1 Mk. und bringe Bähetrog mit. Ludw. Aufenberg, bei Witwe Schnell, Kamp. * Wmnter- u. Megchasss i stets neue Sendungen, ebenso HInBERHANTEL. Vorrat billigste bis feinste Tualitaten. Solide Stoffe.— Beste Arbeit. 1 Maß=Anfertigung nach Modellen 1 ohne Preisaufschlag. 1 I nnannaa * Ich unterhalte von jetzt### e abfortwährend eine große#8 und hubsche Auswahl in## 2 in gchmacholen und„ 5 dauerhaften Einbänden, ferner * Pocsie- u. 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Amsterdam London Geld. k.S. 168,90 168.30 2M. 167,55 k. S. 203,90, 203.40 2M. 202,05 Paris... k.S. 80,65) 80,25 2M. 79,80 Antw. u. Brüssel k.S. 80,65 80.25 2M. 78,70 Basel u. Zürich k.S. 80,15 2M. 79,65 Ital. Hauptbankpl. k.S.] 79,40 Geldsorten. Zwanzigfranks=Stücke 16 M 10 4 Sovereigns. 20" 20„ Fünffranks=Stücke„ 4„ 00„ Unserer heutigen Rummer liegen: 1 Prospekt, betr. Meyers Volksbücher, und eine Beilage, betr. Konkurs=WarenAusverkauf der früheren Firma Souvageol und Biermann in Iserlohn, bei. 60 TEi O 2 vorm.: Wenker& Wiesmann, Dortmund. KOOHHHHHTCHFAHHHAHHHHHHHG S oth„„ Samstag, 19. Novor. vormittags 10 Uhr, sollen„im Linnscheid": 80 Nummern Eichen u. 30 Nummern Buchen, worunter starke Stämme, verkauft werden. Haus Opherdicke. Freiherrl. von Liliens R.=V. 8 4ch„ Montag, den 14. os. Mls., morgens 10 Uhr, läßt Herr Griese hier in seiner Waldung am Holzwickeder Bach: 80 Nummern hochstämmige Buchen öffentlich gegen Kredit verkaufen. Hengsen. Kissing, A.=K. Sot„„ Dienstag, den 15. ds. Mits., morgens 10 Uhr, läßt Herr Rehfeuter in Opherdicke in seiner Waldung„Buchholz“: 100 Nummern Eichen und Buchen, zu Bau=, Gruben= u. Geschirrholz sehr geeignet, öffentlich gegen Kredit verkaufen. Das Holz steht an guter Abfuhr am Kommunalwege von Holzwickede nach Landskrone. Hengsen. Kissing. A.=K. Weidrorrpachlung. Am Mittwoch, den 16. November, vormittags 11 Uhr, soll die zur evangl.(luth.) Pastorat gehörige Fettweide am Mühlengraben(Gänsewinkel), groß 3 Hektar 87 Are 66 □= Meter, in der Wohnung des Unterzeichneten öffentlich, meistbietend verpachtet werden. Schwerte, Ostenstraße 188. Weishaupt. B 0656 65560505565605 50BB550Gb DD5 388 88 888 S 4% 85 838 20 2 82 83 83 83 83 83 88 8 W* 88 Erhst Muller, Schwerte, Ostenstrasse, empfiehlt eine große Auswahl * fertige Schürzen* in allen Größen, WTpitzen-Barben, seidene Tucher, wollene Tücher, Anterrockt, Handschuhe und Krausen 88 zu sehr billigen Preisen. V ii. 5 RARRSBRARRBNNSSRan A. Hediler's Beitfedern-& Daunen-Fabrik Frankfurt a. 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Novbr. 1887. Laut Reichsgesetz vom 8. Juni 1872 im ganzen deutschen Neiche gesetalch mi epielen gestullete Stadt Barletta Tose. Jährlich 4 Ziehungen mit Haupttreffer von: 2 Millionen, 1 Million, 500000, 400000, 200000, 100000, 50000, 30000, 25000, 20000, 10000, 5000, 2000, Gewinne die„bar“ in Gold wie vom Staate garantiert ausgezahlt werden und wie sie keine einzige Lotterie aufzuweisen hat. Jedes Los gewinnt! Monats-Einlage auf ein ganzes Los 3 Mark. Agentur: G. WESTEROTH, Cöln a Rh. Briefe mit Wertinhalt wolle man einschreiben lassen. Sonntag, 13. November, abends 7 Uhr, im Lokale der Witwe Graas zu Sommerberg Vorlesung in sauerländischer und hiesiger plattdeutscher Mundart von Schmitz, Schwerte. Entree 50 Pfg. Karten im Voraus 40 Pfg. mit neuen verbesserten Werken, wodurch dieselben bei Witwe Graas. den Stand des Wetters bedeutend richtiger anzeigen, empfiehlt in größter Auswahl zu billigem] Im Brauckhoff'schen Hause, Preis Jvis-a-vis Herrn H. Uffelmann, Ilugo Lanz, sind zum 1. 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Durch eigene Schuld. Ein Original=Roman aus der Handelswelt von Friedrich Friedrich. (Fortsetzung.) Es wurde stiller und stiller. Die Angekommenen hatten sich bereits entfernt, selbst die Bahnbeamten waren zum größten Teil heimgekehrt— Polenz wich nicht von seinem Posten. Mit hartnäckigem Ausharren schritt er noch über eine Stunde vor dem Bahnhofe auf und ab, dann begab er sich endlich in ein Wirtshaus, bis zur Erschöpfung ermüdet und durchkältet. Er warf sich unausgekleidet auf das Bett und fühlte sein Blut aufgeregt und stürmisch durch die Adern rinnen. Seit langer Zeit hatte er sich nicht mehr in einer solchen Aufregung befunden, noch nie in seinem ganzen Leben hatte er einen Fall erlebt, der ihm so durchaus unbegreiflich war, wie das Verschwinden Kleusers. Unausgesetzt waren seine Gedanken hiermit beschäftigt, jede denkbare Möglichkeit zog er in Erwägung, aber er verwarf sie alle wieder als durchaus unwahrscheinlich. Nach stundenlangem Nachsinnen befand er sich noch ganz auf demselben Standpunkt, ja, er hatte nicht einmal einen Anknüpfungspunkt gefunden, von dem aus er die Spur des Entfl henen aufsuchen konnte, denn daß Kleuser entflohen war, daran zweifelte er keinen Augenblick mehr. Ohne Ruhe und Schlaf gefunden zu haben, erhob er sich wieder, um noch einmal alle seine Kräfte anzustrengen, um wenigstens eine Spur aufzusinden. Er kehrte zurück zum Bahnhof und schritt in den Raum, in welchem die Güter der Reisenden standen. Da stand Kleusers Koffer noch. Er forschte mehrere der Eisenbahnbeamten aus, indem er ihnen Kleusers Person genau beschrieb— niemand hatte ihn bemerkt. Ohre sich Ruhe zu gönnen, eilte er zum andern Bahnhofe der Stadt, versuchte dort dasselbe, aber ebenfalls erfolglos. Nicht die geringste Spur fand er auf, und gerade das war es, was ihn an sich selbst, an seiner eigenen Klugheit, an seinem Scharfblick und all seiner Erfahrung verzweifeln ließ. Kleuser, über den er in Gedanken bereits so stolz und sicher triumphiert, hatte ihn getäuscht und zwar auf eine Weise, wie er noch von niemand getäuscht war, das erbitterte ihn am heftigsten. Es stieg der Gedanke in ihm auf, sofort nach H. telegraphieren und Damken Kleusers Flucht mitteilen zu lassen, damit sogleich die nötigen Schritte zur Erreichung des Flüchtigen gethan werden könnten, aber er ließ diesen Gedanken ebenso rasch als eine Thorheit wieder fallen. Sich selbst hätte er dadurch blosgestellt, seine eigene Mitwissenschaft um den Betrug und die Flucht würde er verraten haben. Zugleich hätte er aber durch einen solchen Schritt sich jede Möglichkeit abgeschnitten, die Summe von Kleuser zu erhalten, um deretwillen er ihn verfolgte. Jetzt hatte er wenigstens noch eine Hoffnung, den Verschwundenen aufzufinden. Daß er nicht nach M. gekommen war, daran zweifelte er jetzt nicht mehr. Es blieb ihm kein anderer Fall denkbar, als daß Kleuser auf eine ihm unbegreifliche Weise zurückgeblieben sei. Er benutzte deshalb den nächsten Zug, um so rasch als möglich Es war wiederum Abend, als Polenz in H. ankam. War Kleuser wirklich am Abend zuvor geflohen, so hatte er einen ganzen Tag voraus, und wie lange Zeit konnte nicht noch verfließen, wen sollte er nach Kleuser fragen, ohne sich selbst eine Blöße zu geben?“ Er schlug endlich den direktesten und für ihn zugleich gefährlichsten Weg ein, er ging nach Kleusers Wohnung und verlangte mit ihm zu sprechen. Kleusers Frau erwiderte ihm, daß ihr Mann verreist sei. „Wohin?“ fragte der Agent, indem er die Frau scharf beobachtete. Sie beantwortete aber diese Frage mit einer so durchaus ruhigen und unbefangenen Miene, daß es für ihn keinem Zweifel mehr unterlag, sie wußte nichts von der Slucht. zetem Verlsegenhelt Wieder befand er sich in der großten Verlegenheit, indem er nicht wußte, was er beginnen sollte. So erschöpft er war, eilte er doch noch zu dem ziemlich entfernten Hafen der Stadt, vielleicht bot sich ihm hier eine Spur des Entflohenen dar. Vergebens forschte er bei mehreren ihm bekannten Arbeitern und Wächtern des Hafens. Niemand hatte ihn bemerkt. Auch kein Schiff lag zum Auslaufen bereit, und keins hatte an diesem Abend den Hafen verlassen, mit Ausnahme eines kleinen Dampfers, der mit Anbruch des Tages abgefahren war, um eine Ladung Vieh nach England zu bringen. g(.. in( in: WohJetzt endlich kehrte Porenz in seine Wohnung zurück, auf das Heftigste über den Mann erbittert, der ihn getäuscht, der sogar sein Vertrauen auf sich selbst so gewaltsam erschüttert hatte. Die beiden Tage, an welchen die Wettrennen stattfanden, waren für Damken vergnügte und heitere Tage gewesen. Er selbst hatte an beiden Tagen teilgenommen und deshalb auch keine Zeit gehabt, selbst nur einen einzigen Gedanken an sein Geschäft zu richten. Das Vergnügen hatte ja für ihn immer den Vorzug Bei dem Rennen, welches am zweiten Tage stattgefunden, war er so glücklich, den ersten Preis von hundert Dukaten davonzutragen, und Stolz und Freude schwellte sein Herz. Er hatte denselben Goldsuchs, den er einst zu so hohem Preise von Letzingen gekauft, geritten und nur diesem trefflich geschulten Tiere verdankte er den Sieg. Er war zwar, als er das Ziel erreicht hatte, mit dem von ihm übermäßig angestrengten Tiere gestürzt, da er indes selbst ohne alle Verletzung davongekommen war, so fragte er in seiner Siegesfreude wenig darnach, ob der Fuchs Schaden genommen hatte oder nicht. Auch der Preis war ihm, der nie das Geld zu schätzen gewußt hatte, gleichgiltig. Er hatte nur nach der Ehre des Sieges gestrebt und diese war ihm zu teil geworden.. In seiner wohlen, leichtsinnigen Weise ließ er. nachdem das Rennen vollendet, fast die ganze Summe des Preises darauf gehen, um seine Bekannten wie die Teilnehmer an dem Rennen splendit zu bewirten. Der Goldfuchs war, in Decken gehüllt, nach der Villa gebracht und sofort ein Tierarzt zu seiner handlung herbeigeholt worden. Damken selbst kehrte erst spät am Abend auf dem Pferde des Reitknechts zurück. Er war in der heitersten, rosigsten Stimmung, von Siegesfreude und Champagner halb berauscht. Nicht allein über Letzingen, sondern auch über mehrere adelige Herren hatte er den Sieg davongetragen. Erst gegen Mittag des folgenden Tages erhob er sich aus dem Bette. Die Erinnerung an seinen Sieg und an den fröhlichen Tag stimmten ihn sofort wieder heiter und in dieser Simmung hatte er nicht Lust, nach der Stadt zu fahren und Einsicht in die Geschäftsbücher seines Hauses zu nehmen, wie er es Kleuser angekündigt. Für den Nachmittag hatte er beschlossen, zu Letzingen zu reiten, bis dahin verbrachte er die Zeit in träumerischem, behaglichem Nichtsthun auf seinem Zimmer.. gsit. u. nach unnar nach Ehe Damken fortritt, woulte er noch zuvor nach seinem Goldfuchs sehen, über dessen Zustand ihm der Arzt keinen erfreulichen Bericht esstattet hatte. Letzingen kam ihm zuvor, denn als er aus der Thür der Villa trat, kam ihm jener entgegen. Damken begrüßte ihn mit dem freudigsten Entgegenkommen. „Was macht der Goldfuchs?“ rief Letzingen, der an dem Tiere immer noch den lebhaftesten Anteil nahm. Damken zuckte lächeld mit den Schultern. „Sie treffen mich soeben auf dem Wege zu ihm, der Tierarzt hat mir keine erfreuliche Mitteilung gemacht. Durch den Sturz sind die Gelenkfesseln stark beschädigt, er befürchtet, daß sich Wasser zwischen den Gelenken ansammeln und dadurch das Pferd für immer unbrauchbar werden könne.“„.e L.tinuen: „Schade, schade um das Tier!“ rief Letzingen; „Sie bekommen kein Pferd wieder, das so trefflich geschult ist, weshalb ritten Sie den Don Juan nicht? Er springt freilich weniger auf und leicht. Sie hätten den Preis mit ihm wahrscheinlich nicht gewonnen; es würde Ihnen indes auch kein Pferd gekostet haben. Das ist ein teurer Sieg!“ Damken zuckte wegwerfend mit den Achseln. „Ich befürchtete, daß es kommen würde," fuhr Letzingen fort.„Ich kenne das Tier zu genau und sah, daß Sie es übermäßig anstrengten. Sie waren dem zweiten Sieger mindestens um 30 Pferdelängen voraus; eine Pferdelänge würde Ihnen den Sieg ebenso sicher verschafft haben und Sie haben ja auch nicht mehr erhalten, keinen Thaler mehr.“ „Nein,“ entgegnete Damken,„aber ich habe den Ruhm, und der ist nicht mit Geld zu bezahlen.“ „Pah, lieber Freund,“ rief Letzingen lachend,„ich glaube, mit diesen Grundsätzen könnten Sie ein fanatischer Schwärmer für den Ruhm werden. Ich halte es mit dem Reellen und Praktischen, denn der Ruhm ist ein vergängliches Gut. Mit dem Sturze des Goldfuchses ist gleichsam auch Ihr Ruhm dahin.“ Er wurde durch einen Wagen unterbrochen, der rasch auf den Hof der Villa fuhr. Ein Herr sprang aus demselben und schritt rasch auf Damken zu. Letzingen erinnerte sich dieses Gesichts. Er hatte es bereits gesehen— richtig, es war ein Buchhalter aus Damkens Geschäft. Damken war nicht wenig erstaunt, den Buchhalter mit solcher Hast und ohne Umstände auf sie zuschreiten zu sehen. Er blieb ruhig stehen, um ihn herankommen zu lassen. Mit wenigen Worten bat ihn der Angekommene um eine kurze und durchaus dringende Unter„Entschuldigen Sie einen Augenblick, lieber Letzingen," wandte sich Damken an seinen Begleiter. „Ich werde in wenigen Minuten wieder bei Ihnen sein.“ Er winkte dem Buchführer und schritt mit ihm etwas bei Seite. Letzingen ging in den Pferdestall. Die Hast des Buchführers, seine Verlegenheit und auch der Schreck, welcher sich auf seinem Gesicht ausprägte, war ihm nicht entgangen. Er mußte eine wichtige und keineswegs erfreuliche Nachricht bringen, das hatte er ihm angesehen. Es war deshalb nicht blos Zufall, daß Letzingen zu dem Teil des Stalles schritt, wo er durch ein offenes Gitterfenster die beiden außenstehenden Männer belauschen konnte, ohne von ihnen bemerkt zu werden..,(. mmüinschan Sie n „Was haben Sie?— Was wunschen Sie von mir?“ hörte er Damken fragen. „Herr Kleuser,“ sprach der Buchhalter,„ist, wie Sie wissen, seit drei Tagen nach M. verreist...“ „Nach M. verreist?" unterbrach ihn Damken etwas erstaunt. Er sagte mir,“ fuhr der Diener fort,„daß er diese Reise mit ihnen besprochen habe, und daß Sie darum wüßten.,. guant. i5—. „Soeben höre ich das erste Wort oavon!“ rief Damken—„doch fahren Sie fort.“ „Herr Kleuser übertrug mir für die Zeit seiner Abwesenheit die Leitung des Geschäfts und fügte ausdrücklich hinzu, daß er bereits gestern abend zurückkehren werde. Deshalb übergab er mir die Schlüssel zur Kasse nicht, obwohl er mir sagte, daß heute zwei Wechsel einlaufen würden. Er ist bis jetzt noch nicht zurückgekehrt und hat mich dadurch in die peinlichste Verlegenheit gebracht, denn heute morgen wurden mir die Wechsel präsentiert. Ich war nicht im stande, sie anszuzahlen, aber mit der festen Zuversicht, daß Herr Kleuser jeden Augenblick zurückkehren werde, bat ich bis diesen Nachmittag um Aufschub. Ich sandte sofort in seine Wohnung, erhielt aber auch von dort die Nachricht, daß er noch nicht zurückgekehrt sei. Heute nachmittag werden mir die Wechsel zum zweiten Mal präsentiert werden, ich kann nicht zahlen“. „Wer hat die Wechsel präsentiert?" fragte er, über den ganzen Vorfall unwillig unruhig. „Buchmann!“ wiederholte der Handelsherr erstaunt. „Es ist mir doppelt unangenehm, wenn sich diesem Manne gegenüber mein Geschäft eine Blöße geben müßte. Weshalb haben Sie die Kasse nicht sofort erbrechen lassen und die Wechsel ausbezahlt?“ „Ich hatte keine Vollmacht dazu,“ erwiderte entschuldigend der Buchführer. „Haben Sie nach M. telegraphieren lassen, um den Grund von Kleusers Ansbleiben zu erfahren?" fragte Damken weiter. „Nein, denn ich erwartete Herrn Kleuser selbst; ich war fest überzeugt, daß er jeden Augenblick kommen müsse.“ „Mein Geschäft ist nicht von Ihrer Ueberzeugung abhängig, rief Damken unwillig und heftig.„Ich begreife nicht, wie Kleuser eine solche Verantwortlichkeit hat in Ihre Hände legen können, Sie sind derselben nicht gewachsen. Kehren Sie sofort zurück, lassen Sie die Kasse erbrechen, zahlen Sie die Wechsel aus und fragen Sie ohne Verzug durch den Telegraphen in M. an, weshalb Kleuser nicht zurückgekehrt ist.“ Der Buchhalter schien einen Augenblick unschlüssig, und zögerte, Damkens Worte Folge zu leisten.„Noch ein Wort, Herr Damken,“ sprach er mit unverkennbarer Verlegenheit.„Heute nachmittag erzählte mir ein Bekannter, man spreche davon, daß Kleuser geflohen sei; ich glaube zwar nicht daran, halte es indes für meine Pflicht—. „Kleuser entflohen?" rief Damren, und als Letzingen sich etwas vorbeugte, sah er, daß Damkens Wangen erbleicht waren.„Von wem geht das Gerücht aus? Wodurch ist es entstanden?" „Ich weiß es nicht.“ „Weshalb haben Sie mir das nicht sofort mitgeteilt?“ fragte Damken weiter. „Ich hielt es nur für ein unbegründetes Gerücht," sagte der Buchhalter. „Ich halte es auch nur für ein Gerücht," entgegnete Damken, indem er gewaltsam nach Fassung rang, aber seine bebende Stimme verriet, wie wenig ihm das gelungen war.„Kehren Sie sofort nach der Stadt zurück, sorgen Sie dafür, daß dies Gerücht nicht weiter verbreitet wird und lassen Sie sofort nach M. telegraphieren, um zu erfahren, ob Kleuser noch dort ist. Ich selbst werde Ihnen sogleich folgen, um der Verwirrung in meinem Geschäfte abzuhelfen.“ Der Buchführer ging. Damken blieb in Gedanken versunken einen Augenblick stehen, seine Augen starrten auf den Boden, seine Wangen waren erbleicht. Er hatte nicht Zeit, sich seinen Gedanken hinzugeben. Gewaltsam riß er sich daraus hervor und fuhr mit der Hand über die Stirn, um die Besorgnisse, die sich schwer darauf gelagert hatten, zu verscheuchen. Und äußerlich hatte er Fassung und Ruhe gewonnen, nur die Blässe seiner Wangen wich nicht. Er trat in den Stall, um Letzingen aufzusuchen. (Fortsetzung folgt.) Westfalen und Rheinland. Aus Iserlohn schreibt man: Bezüglich der Verwendung der Ebbinghaus=Stiftung ist in letzter Stadtverordneten=Sitzung Beschluß gefaßt worden; darnach werden die Zinsen der überwiesenen 300000 Mk. zur Hälfte für wohlthätige Zwecke gegenüber Iserlohner Eingesessenen (Unterstützung besonders befähigter Knaben bei Erlernung eines Handwerkes; unverzinsliche Darlehne an besonders befähigte Handwerker; Zuwendungen an Witwen= und Waisenkassen; fortlaufende Unterstützungen an einzelne würdige Personen; 1000 Mk. pro Jahr als Extrabetrag an die städtische Armenverwaltung), zur Hälfte für gemeinnützige Zwecke in Iserlohn verwendet. Das vorliegende Statut wurde en bloc angenommen. In einem Fieberanfall machte in Essen eine Frau ihrem Leben dadurch ein Ende, daß sie sich die Pulsadern aufschnitt und sich dann an der Stubenthür erhängte. In Berge-Borbeck klopfte vor einigen Tagen eine fremde Frau abends bei einer Arbeiter=Familie an und bat, sich und ein kleines Kind an deren Ofen wärmen zu dürfen. Dieses wurde ihr gestattet. Nach einer halben Stunde entfernte sich die Frau mit dem Bemerken, daß sie gleich wieder käme und das Kind so lange im Zimmer lassen wollte. Die Frau ist von diesem Wege bis jetzt nicht zurückgekehrt. Später fand man noch auf dem Hausflur einen Korb mit Kinderwäsche. Das Kind wurde der Polizei übergeben. Vor einiger Zeit schwirrte plötzlich das Gerücht, daß man in einem Bergwerke in Wetter eine Goldader entdeckt habe. Bei genauer Nachforschung hat sich nun leider dieses„Gold“ als ganz gemeines„Schwefelkies" entpuppt, das eine dem Gold ähnliche Farbe hat. Allerdings findet sich auch in diesem Schwefelkies Gold, indes in so geringer Menge, daß sich ein Ausscheiden desselben nicht der Mühe verlohnt. In Münster wurden in einer der letzten Nächte auf dem Aegidiikirchhofe 6 Denkmäler um geworfen. Ein ruhig des Weges gehender Bauersmann wurde in der Nähe Bocholts von 3 Strolchen überfallen, zu Boden geworfen und seiner Bar schaft beraubt. Leider gelang es den Strolchen, bei der herrschenden Dunkelheit und in der menschenleeren Gegend zu entkommen und sind die Wegelagerer von dem Manne nicht erkannt. Der Herr Kommerzienrat Haniel zu Ruhrort hat der Pensionskasse für Beamte und Arbeiter seiner Firma gelegentlich eines Familien festes 30000 Mk. geschenkt. Am letzten Mittwoch wurde die städtische Tonhalle in Duisburg mit dem Oratorium „Die Schöpfung" von Haydn, eröffnet. Die Herstellung des prächtigen Baues hat eine Summe von 350000 Mk. erfordert. — Die städtische Sparkasse zu Duisburg hat im vorigen Jahre einen verwendbaren Ueberschuß von 33000 M. abgeworfen; der Nettoertrag des städtischen Wasserwerks beträgt 91 155 M. In Haft kamen in Köln drei Grundarbeiter, welche beim Ausschachten auf dem städtischen Bauplatz am Rathause einen Topf mit über 400 wertvollen Gold- und Silbermünzen gefunden, den Fund aber, statt ihn der städtischen Behörde abzuliefern, unterschlagen und verkauft hatten. Die Ankäufer haben die Münzen zum Teil wieder herausgegeben. Die Zahl der zurückgegebenen Silbermünzen beträgt 388, die der Goldmünzen 39. Die letzteren sind größtenteils Goldgulden von Ludwig dem Baier; auch befinden sich einfache Münzen mit dem Bildnis des Kaisers Wenzel darunter. Es ist fast anzunehmen, daß der Fund der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts angehört. Alle Münzen sind wohl erhalten. — Im Rheine, und zwar an der Loreley, werden mittels Dynamit Felsensprengungen vorgeuommen, um das Fahrwasser tiefer und die Fahrstraße breiter zu machen. Man hofft, daß sich dann die Zahl der Schiffsunfälle vermindern werde. An einen Rechtsanwalt in Wiesbaden ist dieser Tage ein Schreiben aus New=York einge laufen, in welchem folgender erbauliche Passus vorkommt:„Ich bitte, zu entschuldigen, daß Sie die Urkunde so spät erhalten. Notar L., der das erste Dokument ausgestellt hatte, und dem ich daher auch gern die neue Ausfertigung überlassen wollte, war in Chicago und verschob seine Rückreise von Woche zu Woche. Nachdem er nun endlich wieder zurück war, stattetem ihm zwei seiner Kollegen einen Morgenbesuch in seinem Büreau ab und schlugen ihn braun und blau, sodaß er drei Wochen zur Reparatur aufgelegt werden mußte, und auch jetzt noch abgeschmackt genug umherwandelt; doch hofft er, daß ein schönes Stück Geld dabei für ihn herausspringt“. In der That recht amerikanisch! Industrie. Handel und Verkebr Die Haltung des rheinisch=westfä lischen Eisenmarktes hat sich nur unwesentlich verändert. Im allgemeinen bleibt ein sehr gleichmäßiger Verkehr bestehen. Bemerkenswerte Belebungen desselben sind bisher nirgendwo hervorgetreten; vielmehr scheint die Abschwächung der Nachfrage in einigen Branchen weitere Fortschritte zu machen. Die Preise sind auf ihrem früheren Stande geblieben und haben größtenteils ihre seitherige Festigkeit bewahrt. Die ungünstigen Nachrichten über die andauernd flaue Stimmung des amerikanischen und englisch schottischen Eisenmarktes sind bisher auf das hiesige Eisengeschäft nicht ohne bedeutenden Ein fluß geblieben, wenn auch nicht zu verkennen ist, daß sich Händler und Konsumenten durch dieselben von größeren Käufen und Lieferungsab schlüssen zurückhalten lassen. Es wird daher im allgemeinen nur gekauft, was für den nächsten absehbaren Bedarf erforderlich wird. Im reinisch=westfälischen Kohlengeschäft bleibt die Nachfrage nach allen Sorten Kohlen sehr lebhaft. Die Geschäftslage bleibt im allgemeinen eine weit günstigere als in der entsprechenden Zeit des Vorjahres. Auf den Versand wirkt der andauernde Wagenmangel noch andauernd nachteilig ein, und ist derselbe nach durch den niedrigen Wasserstand des Rheines wesentlich erschwert worden. Die Preise sind fest und zeigen Neigung höher zu gehen. Preußische Klassenlotterie. (Ohne Gewähr.) Berlin, 8. Nov. Bei der heute fortgesetzten Ziehung der 2. Klasse 177. königlich preußischer Klassenlotterie fielen in der Vormittags=Ziehung: 1 Gewinn von 15000 M auf Nr. 20817. 1 Gewinn von 3000 K auf Nr. 11901. 2 Gewinne von 1500 M auf Nr. 7785 73001. 4 Gewinne von 500 K auf Nr. 16982 82389 146097 180451. 10 Gewinne von 300 K auf Nr. 1162 17704 40838 79583 87163 111511 125792 152829 160455 77012. Sus E Bei der heute fortgesetzten Ziehung sieten in der Nachmittags=Ziehung: 1 Gewinn von 10000 M auf Nr. 105553. 2 Gewinne von 3000 M auf Nr. 39315 137440. 3 Gewinne von 500 K auf Nr. 120964 181358 187255. 10 Gewinne von 300 K auf Nr. 13694 26944 104082 106983 123873 131907 135371 162216 171618 189929. Berlin, 9. November. Bei der heute beendigten Ziehung der 2. Klasse 177, königlich preußischer Klassenlotterie fielen: 1 Gewinn von 45000 M auf Nr. 67029. 1 Gewinn von 30000 M auf Nr. 64847. 1 Gewinn von 10000 M auf Nr. 154004. 2 Gewinne von 5000 M auf Nr. 27300 62021. 2 Gewinne von 500 M auf Nr. 46987 132592. 12 Gewinne von 300 K auf Nr. 32389 47360 50585 88124 107724 111980 155230 156273 173718 180364 182513 184746. — Berlin. Die Ziehung der diesjährigen Kunst Ausstellungs=Lotterie wird am 21. und 22. November dieses Jahres vor sich gehen und zwar wird dieselbe durch Beamte der Königlich Preußischen General=Lotterie=Direktion in Berlin ausgeführt. Außer den vielen Hauptgewinnen von Mk. 10000, 4000, 3000 2c. kommen in diesem Jahre keine Menzels, sondern wertvolle goldene und silberne Münzen zur Ausspielung. Mit dem alleinigen Vertrieb der Lose à 1 Mk.— es sind in diesem Jahre nur 150000 ausgegeben— ist das bekannte Bankhaus Carl Heintze in Berlin W. betraut, der Verkauf dürfte jedoch bald geschlossen werden, da der Losvorrat nur noch ein kleiner ist. huhe, Zinterre und t a 250 gezeicher kaufen. sigst.