ntett sorin beimen rrege sichs, e die se sei dens Uten, alle selche ihm iropa eine ; i m wolle ereite n in wir ht in utige nsere ütigst hälfte 887. Wer 2. Kerisbtart für den Landrreis Vortmund und den Frrets Horde. Abonnements=Preis pro Quartal 1 Mark 50 Pfg. Erscheint Dienstags, Donnerstags und Samstags. Wöchentlich eine Gratisbeilage„Familienfreund“. Insertionsgebühr für die sechsspaltige Zeile oder deren Raum 10 Pfg. außerhalb des Leserkreises 15 Pfg.; Reklamen 30 Pfg. Redaktion, Druck und Verlag von Carl Braus in Schwerte. Nr. 130. Schwerte, Samstag, 29. Oktober 1887. 20. Jahrgang. Amtliche Bekanntmachungen. Bekanntmachung. Postpaketverkehr mit Shanghai. Die in Shanghai bestehende deutsche Postanstalt immt fortan auch an dem Austausch von Postpaketen m Gewicht bis 5 kg teil. Der Austausch erfolgt auf dem Wege über Bremen mittels der deutschen Postdampfer Das vom Absender im Voraus zu entrichtende PPorto aus Deutschland nach Shanghai beträgt bei diesem Verkehr für ein Postpaket im vorgedachten Gewicht 3 M. 20 Pf.(Sperrgut 4 M. 80 Pf.) Ueber das Weitere erteilen die Postanstalten auf Verlangen Auskunft. Berlin, 21. Oktober 1887. der Staatssekretär des Reichs=Postamts: v. Stephan. Bekanntmachung. Kreistag des Landkreises Dortmund. Auf dem am 21. Oktober k. abgehaltenen Kreistage ist nachstehendes verhandelt worden: a. Die Geschäftsordnung für den Kreistag wurde festgestellt. I d. Beschluß, die auf der Tagesordnung gestandene Auslosung derjenigen Kreistags=Abgcordneten, welche gemäß§ 51 der Kreisordnung nach 3jähriger Wahlberiode auszuscheiden haben, bis zum Jahre 1889 zu vertagen. c. Beschluß, die Kreissteuern für das laufende Steuerjahr nach Maßgabe der§§ 10, 12 u. f. f. der Kreisordnung zur Aufbringung auf die Gemeinden zu berteilen gleichmäßig auf die sämtlichen direkten Staatssteuern, mit Ausschluß der Hausiergewerbesteuer, sowie auf die fingierten Steuersätze der Forensen. d. Wahl der Mitglieder zu den AmtsgerichtsAusschüssen. Gewählt wurden: für den Amtsberichtsbezirk Dortmund die Herren: Ehrenimtmann Schulte=Witten zu Dorstfeld und Gutsbesitzer Alberti zu Grevel; für den Amtsgerichtshbezirk Castrop die Herren: Kammerherr Freiherr hon Bodelschwingh-Plettenberg zu Bodelschwingh, Bruben=Direktor Bingel zu Castrop, Schimmel zu Mengede. Vorsteher Schenking zu Castrop, Rentmeister Galland zu Giesenberg, Rendant Heinemann zu Castrop; für den Amtsgerichtsbezirk Unna: herr Gutsbesitzer Wulff zu Wickede. e. Wahl der Kommission für die Veranlagung der klassifizierten Einkommensteuer für das Jahr 1888/89. Es wurden gewählt die Herren: Höfflinghaus zu Lünen, Schulte=Uebbing zu Derne, Westermann zu Brackel, Friedrich zu Dorstfeld, Tönnis zu Kley und Völkmann zu Bodelschwingh als Mitglieder; G. Wortmann jr. zu Lünen, Gockel zu Dellwig, Alberti zu Grevel, Barich zu Marten, Holthaus zu Westrich und Vierhaus zu Merklinde als Stellvertreter. k. Wahl der Mitglieder der Kommission für die Begutachtung der Klassensteuer=Reklamationen für das Jahr 1888/89. Die Wahl fiel auf die Herren: Schulte=Kump zu Altenderne, Sehrbrock zu Börnig und Uebbemann zu Asseln als Mitglieder; Linning= mann zu Kley, Vorbrodt zu Dorstfeld und Coers zu Lünen als Stellvertreter. g. Wahl eines Schiedsmannes und Stellvertreters für die Gemeinden Habinghorst und Ranxel. Gewählt wurden die Herren: Zimmermeister Wilhelm Köster zu Rauxel as Schiedsmann und Landwirt Llemens Hagemann daselbst als Stellvertreter. Dortmund, den 22. Oktober 1887. DDer Landrat und Vorsitzende des Kreis=Ausschusses von Rynsch. 52.50 114— 4/60 :(Städheutigen aufgetrieieh, 354. ammel.— scht wurde +, für Kühe 1. Qualität I. Qual. 0—44 M gewicht 1. desgl. 40 20 Stück 0 Schafe. von Deutsches Reich. Kaiser Wilhelm hat es sich auch in diesem Jahre, trotz seines hohen Alters, nicht nehmen lassen, bei den Hofjagden auf dem Platze zu sein. Die ruhigen Wochen in Baden=Baden sind ihm so vortrefflich bekommen, daß er sich ohne Nachteil für sein Befinden nach Wernigerode hat begeben und der Einladung des Grafen stolberg entsprechen können. Der Kaiser hat sich auch hier als der gute Schütze, der er ist, bewährt. Eine zweite Jagd soll am letzten Tage der Woche in der Schorfheide bei Berlin erfolgen. Heute Freitag nachmittag 4 Uhr reist der Kaiser nach Jagdschloß Hubertusstock.— Von seinem kronprinzlichen Vater hat der Prinz Wilhelm von Preußen, der zur Feier des Geburtstages nach Baveno gereist war, die besten Nachrichten überbracht. Die Genesung von dem Halsleiden schreitet zwar sehr langsam nur, aber doch sicher fort. In diesen Tagen wird die kronprinzliche Familie vom Lago Maggiore nach San Remo am Mittelmeere übersiedeln, wo der Aufenthalt für den Winter genommen wird. Es läßt sich also erhoffen, daß der Kronprinz zum Frühjahr in voller Gesundheit nach Deutschland wird heimkehren können. Das große Ereignis dieser Woche hat sich im entlegenen Winkel Oberitaliens in der alten Hauptstadt Turin, abgespielt. Der italienische Ministerpräsident Crispi hat dort seine Programmrede gehalten, die nach seiner Reise zum Fürsten Bismarck nach Friedrichsruhe mit verdoppelter Spannung erwartet wurde. Und die Bedeutung der Rede rechtfertigte diese Spannung vollkommen.„Wir haben uns um den Frieden verdient gemacht.“ So hat Fürst Bismarck beim Abschiede in Friedrichsruhe zu seinem italienischen Kollegen gesagt, und diese Worte geben den Grundton der Crispischen Rede an. Mit warmer natürlicher Empfindung sprach der Premierminister von dem deutschen Reiche und dem deutschen Reichskanzler, welch letzterer ein alter und ehrlicher Freund Italiens sei, dessen Endziel nur die Erhaltung des Friedens in ganz Europa bilde. Und dann erklärte der Minister unumwunden, daß Italien mit Deutschland und Oesterreich Ungarn sowohl, wie mit England durch ein festes und inniges Bündnis verbunden sei, durch welches Italiens Würde und Interessen in vollstem Maße respektiert und garantiert würden. Einzelheiten der Friedrichsruher Besprechungen gab der Minister nicht, aber es kann kein Zweifel bestehen, daß Italien in das Zweikaiserverhältnis aufgenommen ist, mehr noch, daß die friedlich gesinnten Staaten fest entschlossen sind, gemeinsam jeden Versuch, die Kriegsfackel in Europa zu entzünden, zu unterdrücken. Die Friedensmächte Durch eigene Schuld. Ein Original=Roman aus der Handelswelt von Friedrich Friedrich. (Fortsetzung.) „Wie viel verlangen Sie?“ fragte Kleuser kurz. „Ja mein lieber Herr Kleuser,“ entgeguete Polenz mit einem verschmitzten Lächeln,„das ist eine sehr schwierige Frage, denn ich will durchaus nicht inbescheiden erscheinen. Sie wissen, von dem Gelde, welches sie sich durch Wechsel verschafft haben, bekomme so viel wie nichts, weil die Wechsel dazu dienen sollen, meinen Plan gegen Buchmann zur Ausführung bringen; mit dem Gelde, welches Sie durch Damken rhalten, ist indes ein ganz anderer Fall. Geben Sie nir zehntausend Thaler, so behalten Sie für sich noch ünfzehntausend. „Zehntausend Thaler!“ rief Kleuser erstaunt und rschrocken, denn daß der Agent so viel verlangen verde, hatte er nicht erwartet.„Zehntausend Thaler!" wiederholte er,„ich will Ihnen fünftausend geben. Polenz lächelte ruhig.„Ich handle in solchen Fällen nicht, Herr Kleuser,“ erwiderte er.„Entweder kehntausend oder gar nichts, eins von beiden. Wählen Sie. Ich will nicht leugnen, daß die Verhältnisse für mich sehr günstig sind, aber auch Sie dürfen nicht verkennen, daß ich Sie bei weitem nicht in dem Maße auszubeuten suche, als es mir möglich wäre.“ Kleuser schwieg. Er kämpfte mit einem Entschlusse, Er wollte die zehntausend Thaler nicht hergeben, und doch wußte er nur zu gut, daß, wenn er es nicht that, sein ganzes Unternehmen durch den Agenten vernichtet vürde. Der Gedanke hieran ließ ihn endlich einen entscheidenden Entschluß fassen.„Sie sollen die zehntausend Thaler haben,“ erwiderte er endlich, aber sein Gesicht und seine Stimme verrieten deutlich, wie unern er sich dazu entschlossen hatte.„Wünschen Ste toch etwas?“ „Nein, nein, ich danke Ihnen,“ erwiderte Polenz. Doch noch eins. Ich glaube, Sie haben den geheimen lentschluß gefaßt, sobald Sie das Geld von Damken shalten haben, sofort zu entfliehen. Thun Sie das ht, Damken würde sofort Ihre Absicht erraten.— wollen niemanden angreifen, sondern nur das Bestehende wahren. Das ist das große Ziel ihrer Politik. Und dies Programm hat in Europa allgemeine Zustimmung gefunden, mit Ausnahme der Stätten, wo die Unruhe professionsmäßig geschürt wird. Darauf braucht aber vo uns jetzt nicht mehr geachtet zu werden. Herr Crispi betonte weiter in seiner Rede, er denke an keine überseeischen Abenteuer. Italien werde keinen Schritt nach vorwärts thuen, außer, wenn es dazu gezwungen werde; es habe im Innern noch so viel Reformen vorzunehmen, daß es glücklich sein werde, in Ruhe und Frieden an seiner Kräftigung arbeiten zu können. Was Rom und die römische Frage anbetrifft, so ist an eine Aenderung des bestehenden Verhältnisses zum Vatikan allerdings nur schwer zu denken. Die päpstliche Forderung, Rom dem Papste zurückzugeben, lehnte der Minister rundweg ab. Der Zar soll jetzt dringend wünschen, unserem Kaiser einen Besuch abzustatten. Auch aus Rußland kommt nunmehr die amtliche Meldung, daß der Zar zu Lande von Kopenhagen nach Petersburg zurückreisen wird. Führt der Zar sein Vorhaben aus, so wird er entweder als unser Freund Berlin verlassen oder die Kluft zwischen Deutschland und Rußland wird sich so erheblich verschärfen, daß es bis zu einem vollständigen Bruch nicht mehr weit ist. Hoffen wir das erstere! Die Russen fürchten den Besuch des Zaren in Berlin und sprechen von einem„Gang nach Canossa“. Unsere Staatsmänner werden aber nicht verfehlen, aus diesem Besuche einen Strick zu drehen, mit dem der Panslavismus festgebunden wird. Im inneren politischen Leben Deutschlands herrscht fortgesetzt große Stille, und darin wird auch bis zu dem in drei Wochen erfolgenden Zusammentritt des Reichstages schwerlich eine Aenderung eintreten. Der Reichshaushaltsetat nähert sich seiner Fertigstellung und wird also dem Reichetage sofort bei seinem Zusammentritt in Berlin unterbreitet werden können. Es heißt jetzt, daß derselbe eine Erhöhung der Matrikularbeiträge(Beiträge der einzelnen Bundesstaaten zur Reichskasse) um dreißig Millionen Mark aufweisen wird. Dem Reichstage wird auch, dem Vernehmen nach, ein Gesetzentwurf betr. Errichtung von Anstalten zur Prüfung von Handfeuerwaffen unterbreitet werden, welcher für die deutsche Gewehr=Industrie von Bedeutung ist. Der Bundesrat hielt am Donnerstag eine Sitzung ab. Bezüglich der Melbourner Ausstellung ist beschlossen, daß für dieselbe ein Reichskommissar entsendet und daß zur Bestreitung der hi erduich, sowie der durch die allgemeine Ausschmückung und durch die Beaufsichtigungsräume entstehenden Kosten der erforderliche Betrag in den Reichshaushaltsetat für 1888/89 aufgenommen werde.— Aus Samoa sind neuere Nochrichten eingegangen, welche besagen, daß auf den Inseln nach der Entfernung König Malietoas die größte Ruhe herrscht. Dagegen scheint den Eingeborenen auf Kaiser Wilhelmsland der Kamm geschwollen zu sein. Sie überfielen den deutschen Dampfer „Ottilie“, wurden indessen von der Mannschaft zurückgeschlagen und erhielten eine ganz empfindliche Lektion. Aus Afrika kommt die Nachricht, daß die sterblichen Ueberreste Dr. Nachtigals von Kap Palmas nach Kamerun übergeführt und dort eine würdige Ruhestätte finden sollen. Generalfeldmarschall Graf Moltke vollendete am 26. Oktober sein 87. Lebensjahr. Die Bischofswahl in Fulda wird am 4. November stattfinden. Die Brandenburgische Provinzialsynode in Berlin nahm am Donnerstag nach erregter Debatte und mit 105 gegen 25 Stimmen folgenden Antrag an:„Die Brandenburgische Provinzialsynode richtet an den Evangelischen erkirchenrat die Bitte, dahin zu wirken, daß die Schwierigkeiten, welche sich der Publikation des von der zweiten ordentlichen Generalsynode angenommenen und von dem Landtage bereits im vorigen Jahre genehmigten Kirchengesetzes, betreffend die Abänderung der Kirchengemeindeund Synodalordnung, bisher entgegengestellt haben, thunlichst bald gehoben werden. Die schon lange schwebenden Verhandlungen zwischen Frankreich und England wegen Neuaisierung des Suezkanales und Räumung der Neuen Hebriden=Inseln sind nun endlich zum Abschluß gekommen. Die Franzosen räumen die Neuen Hebriden unter der Bedingung, daß der Suezkanal für neutral erklärt wird. Zu letzterem werden wohl alle Großmächte ihre Zustimmung geben. Im Frieden schadet die Neutrali= tät ja nichts, und im Kriege wird sie doch keine Partei beachten, wenn ihr aus der Neutralitätsverletzung Vorteil erwächst. Die Franzosen jubeln sehr über diesen diplomatischen Sieg; in Wahrheit ist aber die ganze Konvention nichts anderes als ein Blatt Papier, und vergänglich wie ein Blatt Papier. Anders stände es, wenn ganz Aegypten für neutral erklärt würde, aber darauf einzugehen, fällt den Briten im Traume nicht ein. Die bulgarische Nationalversammlung in Sofia ist durch den Fürsten Ferdinand in feierlicher Weise eröffnet worden und hat dieselbe in Tirnowa ihre Arbeiten begonnen. Die Thronrede des Fürsten konstatiert, daß von seiner Ankunft an Ordnung, Ruhe und Sicherheit hergestellt sei und das Volk sich friedlichen Arbeiten widme, wovon seine moralische und materielle So, nun will ich Ihre Zeit nicht länger in Anspruch nehmen.“ Er reichte Kleuser mit vertraulichem Lächeln zum Abschiede die Hand, und so sehr es diesem auch widerstrebte, er konnte sie nicht zurückweisen. Lächelnd und leise verließ der Agent das Zimmer. Kleuser stand regungslos da und horchte, bis jener das Haus verlassen hatte, dann vermochte er seine gewaltsame Aufregung nicht länger zurückzuhalten. In der heftigsten Erbitterung ballte er die Hand und drohte dem Geschiedenen mit erhobenem Arme. „Elender, feiger Betrüger,“ rief er mit gedämpfter Stimme und gänzlich vergessend, daß er diesen Namen weit eher verdiente als Polenz.„Feiger Betrüger!" wiederholte er,„nicht einen Pfennig sollst Du von mir erhalten: Du bist auch nicht allwissend, ich will all' Deinen Berechnungen zuvorkommen, dann magst Du mir nach Amerika folgen, wenn Du Lust hast, Deine Ansprüche mir gegenüber geltend zu machen.“ Er ging aufgeregt im Zimmer auf und ab. Seine ganze Erbitterung war nur die Wut der Ohnmacht, denn ohnmächtig fühlte er sich diesem Manne gegenüber und mochte es sich nicht selbst eingestehen. Das ruhig lächelnde Gesicht des Agenten schwand nicht aus seinen Augen, er glaubte es noch vor sich zu erblicken und all' sein Mut war wieder gebrochen. Er fühlte alle seine Kräfte, ja selbst seine Gedanken durch ihn gefesselt und er krümmte sich unter diesen Fesseln, die drückend schwer auf ihm lagen. Er schalt sich einen Thor, daß er sich durch Polenz hatte bestechen lassen, daß er ihn in seine Geheimnisse eingeweiht, und zugleich mußte er sich wieder gestehen, daß jener ihm unbegreifliche und unheimliche Mann sie erraten habe. Wie ein unüberwindliches Geschick stand ihm Polenz gegenüber; er haßte ihn, er hätte ihn vernichten können, aber zugleich fürchtete er ihn, und er würde nicht gewagt haben, die Hand gegen ihn empor zu heben. Es ist als eine Thorheit und Märchen erwiesen, daß Schlangen durch die Kraft ihres Blickes Vögel so zu bannen und fesseln vermögen, daß dieselben unfähig werden, von ihrer eigenen Kraft Gebrauch zu machen und zu entfliehen; daß sie, von der Macht des Schlangenblicks unausweichbar angezogen, sich zitternd mehr und mehr dem Nachen nähern, der sie verschlingt — dies ist eine Thorheit. Unleugbar ist aber, daß es Menschen gibt, welche allein schon durch den Blick ihres Auges auf andere Menschen eine Herrschaft ausüben, welcher sich diese nicht zu entziehen vermögen. Einen solchen Blick besaß Polenz. Er wußte dies recht wohl und verstand es trefflich, ihn zu seinen Zwecken zu benutzen. Er vermochte freilich nicht auf einen jeden mit seinem Blick einzuwirken, aber er bemerkte es bald, bei welchen Personen es ihm gelungen war, dann strebte er aber auch dahin, über diese eine völlige Herrschaft zu gewinnen. Durch die öffentliche Verlobung war zwischen Gabriele und Letzingen ein eigentümliches Verhältnis hervorgerufen. Letzingen, welcher täglich zur Villa kam, wußte recht wohl, welche Rechte er sich auf das Herz und das Vertrauen Gabriclens dadurch erworben hatte; er wagte aber nicht, von ihnen Gebrauch zu machen, weil er der Bitte seiner Verlobten nachkommen wollte, und diese eine Schranke festhielt, welche sie nie über eine Artigkeit und Höflichkeit hinauskommen ließ, der man den Mangel an Herzlichkeit sofort anmertte, Auch Gabriele wußte, welche Ansprüche Letzingen machen konnte, und sie glaubte ihnen am besten auszuweichen, wenn sie ihren Verhältnissen einen freundschaftlichen Charakter gab. Sie war fest überzeugt, daß ihr dies gelingen werde, hatte indes Letzingene Charakter hierbei zu wenig in Betracht gezogen, weil sie ihm früher zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt hatte, um ihn genau zu erkennen. Letzingen ließ sich nämlich dieses Wesen Gabriclens eine Zeitlang gefallen; er ließ es an keiner Artigkeit und Aufmerksamkeit fehlen. Aber nur zu bald fühlte er das Drückende dieses Verhältnisses und er wurde es überdrüssig, sich einen Zwang aufzuerlegen, wo er das volle Recht hatte, ihn bei Seite zu werfen. Er war überhaupt nicht für eine zarte platonische Liebe geschaffen. In seinem ganzen Charakter trat ein materielles Streben in den Vordergrund. Er wollte nicht erstreben, sondern besitzen, nicht sehnen und hoffen, sondern genießen. Es lag zugleich in seiner Natur begründet, daß, wenn ihm Gabriele mit hingebender Zärtlichkeit entgegengekommen wäre, er dieselbe vielleicht nur zu bald mit einer kalten Ruhe entgegengenommen haben würde— jetzt reizte ihn der Widerstand, den er sand. Er trieb, den Zwang, den er sich auferlegt, abzuwersen, um ungehindert in den Besitz Gabrielens, so writ ihm derselbe zukam, zu treten. Unwillkürlich erhielt dadurch sein Verhältnis zu Gabriele einen fast leidenschaftlichen Charakter. Damken schien diese Leidenschaft zu unterstützen, denn er empfing ihn stets mit der größten und entgegenkommensten Freundlichkeit und mit einem Vertrauen, welches die Schranke, die zwischen den beiden Verlobten stattfand, nur um so deutlicher und schroffer hervortreten ließ. Zugleich hatten die Lieblichkeit und Reize Gabrielens auf Letzingen mehr und mehr einen gewaltigen Eindruck ausgeübt. Unwillig über Gabrielens Kälte, welche seit ihrer Verlobung noch nicht im geringsten abgenommen hatte, war Letzingen fest entschlossen, endlich in seine vollen Rechte als Verlobter einzutreten. Mit diesem Entschlusse schritt er an einem heiteren Morgen durch den Park zur Villa. Für ein günstiges Zeichen sah er es an, als er Gabriele allein in dem Park bemerkte. Auch sie erblickte ihn und konnte ihm nicht ausweichen. Mit ruhiger Freundlichkeit trat sie ihm entgegen und reichte ihm ebenso die Hand zum Gruße dar. Letzingen drückte sie innig und fest, aber nicht der leiseste Gegendruck verriet ihm, daß ihm seine Empfindungen erwidert wurden, und doch war dies das geringste Zeichen eines innigeren Verhältnisses. Das stimmte ihn unwillig und reizte ihn noch mehr, seinen Entschluß zur Ausführung zu bringen. Er beherrschte sich indes vollkommen und ließ seinen Unwillen nicht durch das geringste Zeichen hervortreten. Indem er Gabrielens Hand in der seinigen behielt, sah er ihr ruhig, aber zugleich halb bittend in die Augen.„Gabriele“, sprach er mit weicher, gewinnender Stimme, „wollen Sie immer noch die kalte Schranke, welche Sie zwischen uns gezogen haben, festhalten? Soll nicht einmal das vertrauliche„Du“ zwischen uns eintreten?“ Gabriele entzog ihm ruhig ihre Hand, ihre Verlegenheit verriet indes, daß es in ihrem Innern nicht so ruhig war.„Haben Sie die Bitte, welche ich an Sie gerichtet habe, schon so schnell vergessen? erwiderte sie. Wohlfahrt und die Wiederbefestgung der pathieen des Sultans und der Mächte abhingen. Die Liebe und Ergebenheit des Volkes und der Aimee geben ihm Kraft und Mut, ohne Unterlaß an dem Fortschritt, dem Ruhm und dem Glück Bulgariene zu arbeiten. Die Vertreter der Großmächte waren natürlich bei der Erössnung nicht zugegen. Im Lande selbst ist all.s still, denn Ministerpräsident Stambulow hat eine sehr schwere Hand. In Konstantinopel hat der russische Botschafter den Sultan wieder einmal aufgefordert, gegen Bulgarien vorzugehen. Was soll der„kranke Mann; aber ansangen, wenn der mächtige Zar nichts hat ausrichten können?— An der Donau soll ein Attentäter auf den Fürsten Ferdinand verhaftet sein. Es steckt wohl schwerlich virt dahinter. Die Befürchtung, daß in Marokko Ereignisse eintreten könnten, welche das Eingreifen der Mächte nötig machen würden, scheint sich erheblich vermindert zu haben. Die Krankheit des Sultaus neigt zur Besserung. Der französische Ministerrat hat infolgedessen beschlossen, die Panzerschiffe von Tanger zurückzuziehen, wo die Lage ihre Anwesenheit nicht mehr erfordert. Oesterreich=Ungarn. Die Delegationen sind am Donnerstag in Wien zusammengetreten und haben ihre früheren Präsidien und Ausschüsse wiedergewählt. In der nächsten Woche wird Minister Graf Kalnoky ausführliche Dail gungen über die politische Lage geben. Die Budgetvorlage für die Delegationen beziffert sich auf 108,700,000 Gulden; dovon sind für die Repetiergewehre 15½ Millionen. Das Budget für Bosnien ergibt einen kleinen Ueberschuß. Der heftige Streit zwischen der österreichischen Regierung und der Tschechenpartei zieht sich langsam zu. Für diesmal kommt es noch nicht zum Bruch, aber alle guten Patrioten in Wien sehen doch den Uebermut der Tschechen mit Sorge. Auf die Dauer kann es so nicht weiter gehen. Viel Aufsehens macht ein Diebstahl von Befestigungsplänen in der galizischen Festung Przemysl. Es soll sich aber nar um weniger wichtige Akten handeln, mit denen der Spitzbube über die russische Grenze geflohen ist. Frankreich. Wilson, des Präsidenten Grevy Schwiegersohn, ist von einer Wählerversammlung in seinem Wahlkreise Tours aufgefordert worden, sein Mandat niederzulegen, weil er in den Ordensschwindel verwickelt sei. Es fällt dem feinen Herrn aber gar nicht ein, diesem Ausspruche Folge zu leisten, er behauptet einfach, die Versammlung habe aus seinen persönlichen Gegnern bestanden, er bleibe deshalb auch ruhig Abgeordneter. Derselbe wohnte am Donnerstag der Sitzung des Kammerausschusses bei und sprach für genaue Untersuchung des Caffarel Skandals. Es werde sich dann seine Unichuld ergeben. Voraussichtlich wird man aber des Präsidenten Grevy wegen die parlamentarische Untersuchung gegen Wilson fallen lassen. Grevy droht für den Fall der Untersuchung mit der Niederlegung seines Amtes. Der Prozeß gegen Caffarel und die Limousin wird am 7. November vor dem Zuchpolizeigericht statsiuden. Italien. Crispi hielt auch im Turiner Arbeitervereine eine große Rede, in der er namentlich die Hoffnung auesprach, die soziale Frage werde in Italien eine friedliche Lösung finden.— König Humbert hat den Minister zu seiner Dienstagsride beglückwünscht. Rutzland. Die Russen bauen viele Kasernen unmittelbar an der deutschen Grenze. Die Baumeister und Baunnternehmer sind Russen und stellen nur Arbeiter an, die sämmtlich unter der Aufsicht sicherer Militärs stehen. Groß britannien. In London haben die beschäftigungslosen Arbeiter, unter die sich immer mehr rohes Gesindel mischt, wiederholte Lärmfzenen veranstaltel, sind aber von der Polizei leicht auseinander getrieben worden. Es finden jetzt auch um fassende Sammlungen zum Besten der Not leidenden statt.— Auf Irland ist alles unver ändert.— Aus Afghanistan kommt die bestimmte Nachricht, daß der Prätendent Ejub sich wirklich unter seinen Anhängern befindet und nur einen günstigen Moment abwartet, einen großen Schlag gegen seinen Vetter Abdurrahmen zu thuen. „Nein nein,“ rief Letzingen,„Sie wissen, wie streng ich derselben nachgekommen bin, aber Sie haben mir durch Ihre Bitte ein Opfer, eine Entsagung auferlegt, die für mich von Tag zu Tag schwerer wird. Sie sagten mir damals, daß Sie sich selbst mir nähern würden, bis jetzt sind Sie mir auch nicht im mindesten näher getreten. Wann soll dies enden?" Gabriele war in sichtbarer Verlegenheit.„Lassen Sie mir Zeit“, erwiderte sie, denn von der Zeit hing ja ihre einzige Rettung ab.„Sie verlieren ja nichts dadurch und mir erweisen Sie einen großen Dienst." „Ich verliere nichts dadurch?" rief Letzingen: ich verliere unendlich viel, weil ich Sie in Wirklichkeit nicht eher besitze. Ihr Versprechen, die Meine sein zu wollen, kann allein mich noch nicht glücklic machen; nicht die Hoffnung, sondern der Besitz macht glücklich! Er legte seinen Arm um ihre Taille und zog sie sanft an sich herau. Gabriele erzitterte heftig, aber sie faßte sich schnell und schob seinen Arm ruhig, aber auch bestimmt zurück. Dies reizte Letzingen noch mehr und erweckte seine Leidenschaftlichkeit, „Nein, Sie gehören mir, Sie sind meine Verlobte!“ rief er, sylang seinen Arm um ihre Schulter, drückte sie fest an seine Brust und küßte sie leidenschaftlich. Gewaltsam, mit einer ungestümen Hast wand sich Gabriele aus seinem Arm und trat einen Scheitt zurück. Ihre Wangen waren gerötet, ihr ganzer Körper erzitterte. Sie dachte nicht daran, daß Letzingen dem Namen nach ihr Verlobter war und nun von seinem Rechte Gebrauch gemacht hatte, sie fühlte in diesem Augenblicke nur die Umarmung eines ihrem Herzen fremd gegenüberstehenden Mannes, sie empfand nur eine Entweihung ihrer Liebe zu Hermann, einen gewaltsamen Eintritt in das Heiligium ihres Herzens. „Herr von Letzingen, rief sie, indem ihre Augen flammten und sie vor ihm dastand mit stolzer Zurückweisung.„Herr von Letzingen, wir sind für immer geschieden, wenn sie zum zweitenmale wagen“ Sie stockte, denn erst jetzt dachte sie daran, daß er hr Verlobter war, daß er ihr Wort zum Unterpfande besaß und einen Anspruch auf ihre Zärtlichkeit hatte. Dieser Gedanke brach auch ihre Fassung und Kraft. Sie vermochte ihre Worte nicht zu vollenden, sondern brach in ein heftiges Weinen aus. Letzingen stand überrascht, erschrocken und zugleich verlegen da. Für ihn war Gabrielens Benehmen ein völliges Rätsel. Er trat an sie heran, um sie zu beruhigen, aber sie wehrte ihn mit der Hand zurück. „Gabriele, ich begreife nicht,“ rief er, indem er sie aufs neue zu unterstützen sich bemühte.„Ich begreife in der That nicht, wie Sie dies in einer solchen Weise auffassen können.“. „Ich bitte, lassen Sie mich jetzt in Rühe, gonnen Sie mir Zeit," erwiderte Gabriele. Gabriele verließ den Gutsbesitzer, ohne ihm Aufklärung zu geben und eilte rasch der Villa zu. (Fortsetzung folgt.) Westfalen und Rheinland * Schwerte, 28. Okt. Eine für Arbeiter sehr wichtige Entscheidung hat das Reichsversicherungsamt getroffen. Ein Bergmann spürte kürzlich während der Arbeit in der Grube plötzlich heftige Schmerzen in der Sohle des linken Fußes; er mußte die Arbeit einstellen und starb einige Tage später infolge des sich verschlimmernden Uebels, welches der Arzt als eine Blutvergiftung bezeichnete. Die Hinterbliebenen wurden mit ihren Pensionsansprüchen von der Berufsgenossenschaft, wie von dem Schiedsgerichte abgewiesen, weil nicht nachgewiesen sei, daß der Unfall durch den Gewerbebetrieb veranlaßt sei. Auf den eingelegten Rekurs hat jedoch das Reichsversicherungsamt die Unfallversicherungsgenossenschaft zur Zahlung der gesetzlichen Rente verurteilt, unter der prinzipiell bedeutsamen und für die Bergleute erwünschten Motivierung, es sei erwiesen, daß der Bergmann an dem betreffenden Tage gesund in die Grube gegangen und krank herausgekommen sei, die Thatsache, daß die Verletzung während der Arbeit eingetreten, sei zur Annahme eines„Betriebsunfalls“ ausreichend, *.— Für die Amtssiegel der preußischen Landgemeinden ist die Bestimmung dahin getroffen worden, daß dieselben den heraldischen Adler zu führen haben. Diejeu'gen Siegel, die denselben noch nicht besitzen, müssen dahin geändert werden. Vor einigen Tagen hat die Polizei in Dortmund den Konfektionsgeschäften verboten, Kleidungsstück. außerhalb des Hauses auszuhängen. Die von dieser Maßregel Betroffenen machen nun darauf aufmerksam, daß in Konsequenz dieser Verordnung auch das Aushängen von Schaukasten wie der Photographen 2c. untersagt werden müsse. Die Polizei hat geantwortet, daß auch diese Kasten entfernt werden sollen. „Wollen Sie die Strafe gleich antreten?“ fragte der Vorsitzende der Dortmunder Strafkammer ein wegen öffentlichen Aergernisses und Widerstandes gegen die Staatsgewalt zu 13 Monaten Gefängnis verurteiltes Frauenzimmer. „Ja“, war die Antwort,„ich will denken, ich wäre ein Junge und müßte dem Könige ein Jahr dienen.“ — Die Sparkasse zu Dortmund hat den Zinsfuß für Einlagen von 3½ auf 3 Proz. herabgesetzt. Zu den traurigsten Erscheinungen des sozialen Lebens in unserer Industriegegend ist die unter den arbeitenden Klassen in so erschreckendem Umfange herrschende brutale Geringschätzung des Menschenlebens zu rechnen, die sich fast allwöchentlich in den empörendsten Verbrechen äußert. So wurde jetzt wieder in Dortmund ein verheirateter Fabrikarbeiter von einem Hausgenossen, gleichfalls Arbeiter, mit dem er aus geringfügigem Anlaß in Streit geraten war, ohne weiteres mit einem langen Messer niedergestochen. Ebenso erstach in Essen ein Arbeiter einen andern, der ihn scherzend geneckt hatte. Auf der Alexinderhöhe bei Iserlohn ist man damit beschäftift, eine 1 Morgen große Eisbahn herzurichten. Auch die elektrische Beleuchtung der Alexanderhöhe ist ins Auge gefaßt worden. — Nach einem im„Reichsanzeiger" veröffentlichten kriegsministeriellen Erlaß vom 20. Oktober 1887 ist das Stabsquartier des 2. Bataillons(Iserlohn) 7. Westf. Landwehr=Regiments Nr. 56 am 1. Januar 1888 von Iserlohn nach Hagen verlegt und hat genanntes Bataillon von diesem Zeitpunkt ab die Bezeichnung „2. Bataillon(Hagen) 7. Westf. Landwehr=Regiment Nr. 56“ anzunehmen. Die bisher in Haspe bezw. Schwelm stationierte 2. und 3. Kompanie werden ebenfalls nach Hagen verlegt. Frau Witwe Ritzel in Lüdenscheid, die vor kurzem dieser Stadt ein Kapital von 55,000 Mark schenkte, hat jetzt der dortigen Herberge zur Heimat 10,000 M. übermacht. Der Zechenbote Kipper von Witten, der bekanntlich im Mai mit 10000 M durchging, in Amerika aber von einem noch größeren Gauner um seinen Raub geprellt wurde, ist, nachdem er sich in seiner Not wieder nach Europa gewandt, in Lüttich verhaftet worden und befindet sich bereits auf dem Wege nach der Heimat. Ein Ehemann in Bochum hatte seine Frau mittels eines Stocheisens so mißhandelt, daß die Aerzte aus dem Kopf der Unglücklichen nicht weniger als 40 Knochensplitter entfernes mußten. Da der Unmensch sich auch in strafbarer Weise an seinen eigenen Kindern vergangen hatte, wurde derselbe zu einer Zuchthausstrafe von 8 Jahren verurteilt. Bergassessor Randelbrock hat die Zeche„Konsolidation“ bei Schalke, woselbst im vergangenen Jahre 56 Bergleute infolge einer Wetter=Explosion ihren Tod fanden, vor einer Wiederholung dieser schrecklichen Katastrophe bewahrt. Bei seinem Rundgange durch den Schacht fand er, daß 19 Bergleute ihre Sicherheits=Benzinlampen demoliert hatten, so daß die mit falschen Wettern und Kohlenstaub geschwengerte Luft mit der Flamme direkt in Verbindung trat. Die Bergleute sollen bereits zugegeben haben, daß sie mittels eines Nagels die Lampen selbst defekt gemacht haben. Die Sache ist zur Anzeige gebracht worden. Die Frau eines Bürgers in Wattenscheid hat diesem das siebente Mädchen geboren. Die ganze Nachbarschaft und deren engerer Freundeskreis ist über diesen seltenen Segen entzückt und beabsichtigt, an Ihre Maj. die Kaiserin Augusta die Bitte zu richten, bei dieser 7. Tochter Patenstelle anzunehmen. Der Fabrikinspektor für den Regierungsbezirk Münster führt in seinem Verwaltungsbericht lebhafte Klage über die unter den Steinbrucharbeitern besonders stark grassierende Trunksucht; in den Steinbrüchen bei Beckum, so heißt es dort, haben einzelne Arbeiter es auf 1½ bis 2 Liter Branntwein gebracht. Nachdem man die Unverbesserlichen auf die Säuserliste gesetzt, werde jetzt der Schnaps saßzweise aus den Brennereien geholt. Die Arbeitgeber könnten und wollten gegen den Uufug nicht einschreiten, so daß nunmehr der Vorstand der Steinbruchsgenossenschaft seitens des Landrats ersucht worden sei, durch statuarische Bestimmungen die Steinbruchbesitzer zu verpflichten, den Arbeitern den Genuß von Branntwein während der Arbeitszeit zu verbieten. Auf dem Kreistage zu Münster wurden 28.000 M. zu den Grunderwerbskosten für den DortmundEmskanal bewilligt. Der haunoversche Provinzial= Landtag bewilligte zu demselben Zwecke 333,556 M. Der Streik der Belegschaft des städtischen Bergwerks am Piesberge bei Osnabrück dauert fort; die herrschende Erregung hat sich auch auf die Arbeiter der angrenzenden Steinbrüche überragen, und drei derselben, welche Steine in die Feuster des Verwaltungsgebändes schleuderten, wurden verhaftet. Zur Verhütung weiterer Exzesse hält eine von hier zum Piesberg gechickte Kompanie Infanterie— 1 Hauptmann, 2 Leutnants, 100 Mann— in den umliegenden Ortschaften Tag und Nacht scharfen Parouillendienst. Wegen Ausbruch der aegyptischen Augenkrankheit st das Progynmasiim zu Dorsten geschlossen worden. Bekanntlich hat der Prinz=Regent Luitpold von Baiern in München einen Doppelgänger, dessen Erscheinung ganz mit der des Prinz=Re genten übereinstimmt. Unser Kaiser hat in Bottrop auch einen Doppelgänger. Es ist dies ein Maurermeister, der infolge seiner auffallenden Aehnlichkeit mit unserem Monarchen im Volksmunde„Der Kaiser von Bottrop“ genannt wird. Einer Frau in Altendorf, welche ihres Ernährers beraubt und sich ihren Lebensunterhalt durch Handarbeit verdienen muß, ist auf ihre Bitte von Se. Maj. dem Kaiser eine Nähmaschine zugewendet worden. Der Vorstand der Bergbau=Gesellshaft NeuEssen hat auf Vorschlag d.s Herrn Friedrich Grillo in Essen in seiner letzten Sitzung den löblichen Beschluß gefaßt, zu dem Bau des kathol. Krankenhauses in Altenessen die Summe von 10000 Mark zu spenden. Ein elwas allzureichlicher Kindersegen ist dem Bergmann F. Schäfers von Poppinghausen beschert. Seit dem Jahre 1883 hat seine Frau dreimal Zwillinge geboren, zweimal Mädchen, das letzte Mal einen Knaben und ein Mädchen. Dem guten Bergmann wird allmählich etwas schwül bei dem reichen Kindersegen. Die Tochter eines Bahnwärters in Düsseldorf wandte sich mit der„Bitte“ an den Kaiser: da sie und ihre Mutter musikalisch seien und sich noch mehr ausbilden wollten, ihr ein Pianino zu diesem Zwecke zu schenken. Das Gesuch ging den Instanzweg, vom Eisenbahnminister bis zum Betriebsamt, wo der Vater des Mädchens zwar kein Pianino, aber eine ernste Rüge erhielt. Mit dem Pianino ist es selbstredend nichts. Eine besondere Ueberraschung wurde in der vorigen Woche den Dienstboten in Brühl zu teil in der Form eines Steuerzettels. Während bis jetzt niemand daran dachte, die Dienstboten zu besteuern, sollen diesetben fortan ohne Unterschied des Alters und Lohnes 2,25 M. Steuer bezahlen. Obschon die Steuerzettel erst in der vorigen Woche verteilt wurden, erhielten schon heute die Säumigen eine Mahnung, wodurch sich die Steuer wieder um 10 Pig. erhöht. Während also der Staat die untersten Steuerstufen abschafft, führt man hier eine ganz neue Steuer für die untersten Klassen ein. Godesberg besitzt einen Schlosser, der die fehlende linke Hand durch eine eiserne ersetzt hat. Dieser Ritter mit der eisernen Hand machte in unliebsamer Weise von sich reden, denn wo er hinschlug, da wuchs kein Gras mehr. Nachdem verschiedentliche Bestrafungen nichts gefruchtet, ist er jetzt wegen schwerer Mißhandlung zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt worden; auch wurde die Einziehung seiner eisernen Hand angeordnet. Die Minister des Innern und der geistlichen Angelegenheiten haben dem Alexianerkonvent zu Auchen gestattet, im Münsterlande eine Irrenpfegcanstalt zu gründen. Der Orden hat eine schön gelegene Besitzung bei Amelsbüren bereits zu diesem Zwecke angekauft. Die Stadtverordneten von Mainz beschlossen, die bisherige Straßenbezeichnung„Boulevard“ abzuschaffen und bestimmten„Kaiserstraße“ als neue Bezeichnung des bisherigen Boulevard. Nach Frankfurt kamen dieser Tage aus Baden zwei Knaben im Alter von 12 und 13 Jahren in Gesellschaft ihrer 10jährigen Schwester. Die Kinder reisen ohne jeden Schutz Erwachsener zu ihren schon früher ausgewanderten Eltern nach Amerika. Anspruch genommen, um die sieben Meilen lange Einschließungslinie zu bewachen; oft gegen Ausfälle hierhin und dorthin auf den grundlosen Wegen marschierend; in steter Spannung und doch immer in derselben unerquicklichen Lage; nur düstere Bilder vor Augen, die Brandstätten, die Gräber, die ganze Kriegsöde; so verging den um Metz lagernden Deutschen eine Woche nach der andern. Bazaine hätte sich anfangs durchschlagen können, wenn er bereit gewesen wäre, seine halbe Armee dabei zu opfern. Denn die Einschließungslinie, obwohl an vielen Punkten aufs stärkste verschanzt und mit Artillerie besetzt, war doch viel zu lang, um überall undurchbrechbar zu sein. Es verteilte sich auf ihr Streitmacht, die der eingeschlossenen an Zahl im ganzen sehr wenig überlegen war. Bazaine gebot über 150000 Kampfeslustige, Prinz Friedtich Karl über 160000; jene konnten gesammelt auf einen Punkt sich werfen, von diesen war immer nur ein Teil sofort verfügbar. Der Durchbruch blieb ein Wagestück, weil die Deutschen hart widerstanden und heftig verfolgt hätten; aber eine Zeitlang war er, wenn auch mit schwersten Opfern, thunlich. Indessen Bazaine konnte sich zu diesem Aeußersten nicht entschließen. Er wollte nicht mit Heerestrümmern, sondern mit einem Heere in die Zukunft treten. Und doch hatte er bei Metz nicht die Mittel, sein Heer operationsfähig zu erhalten. Er mußte, da es sehr bald au Futter für die Pferde, an Fleisch für die Soldaten fehlte, die Pferde schlachten lassen. Und so wartete er ab, bis es zu spät, bis seine brave Armec, ihrer Pferde beraubt, eine unbehilfliche Masse und Durchbruch unmöglich war. Nur einmal hatte er einen ernstlicheren Versuch gemacht, sich durchzuschlagen. Es geschah zu der Zeit, als er Hilfe nahe glaubte, die Mac Mahon bringen sollte. Am 31. August versammelte er sein Heer auf dem rechten Moselufer, um im Osten durchzubrechen und sich dann nordwärts zu wenden. Es stand ihm im Osten der Stadt beim Dorfe Noisseville der General von Manteuffel mit dem 1. Korps und einer zum Teil aus Landwehr bestehenden Division(General v. Kummer) entgegen. Er drängte ihn durch einen Angriff mit überlegenen Kräften am Nachmittage dieses Tages nach hartem Kampf etwas zurück; wußte aber dann von seiner Uebermacht leinen rechten Gebrauch zu machen, während Manteuffel rasch und umsichtig Verstärkungen, das 9. Korps, auch Abteilungen des 7., herauzog. Am folgenden Morgen, den 1. September, griff nun der preußische General seinerseits an und eroberte den verlorenen Boden wieder. Bazaine gab die Unternehmung auf, die nur durch Raschheit und rücksichtslose Energie hätte gelingen können. Er hielt bei Metz aus, auf Glücksfälle hoffend, die nicht kamen. Gegen Ende Oktober fehlte seiner Armee auch das Brot. Da blieb ihm denn nichts übrig, als zu kapitulieren. Am 27. Oktober ward der Vertrag unterzeichnet, durch den er Festung und Heer übergab. Metz, das bisher nie bezwungene, öffnete seine Thore; am 29. mittags wehten darauf die preußischen Fahnen, und die französische Armee(noch 167000 Mann und 6000 Offiziere) streckte die Waffen; 57 Adler und Fahnen, 1500 Geschütze, 72 Mitrailleusen, 260000 Gewehre aller Art und die ganze Rüstung und Gerätschaft, die ein solches Heer und ein solcher Waffenplatz haben müssen, waren die Beute. Den Siegern ein später, doch reicher Lohn für die Blutopfer der Augustschlachten und für die Beschwerden der 70tägigen Belagerung. Die deutsche Sache hatte bei Sedau den glänzenderen, hier den gewichtigeren Erfolg gehabt. Es war hohe Zeit, daß Metz fiel; denn schon begannen die Streitmassen, welche die Republik mittlerweile im Süden der Loire und im nordwestlichen Frankreich hergestellt, ins Feld zu rücken und drohten den Belagerern der Hauptstadt in den Rücken zu fallen. Zum 27. Oktober.*) Die Armee des Prinzen Friedrich Karl hatte bei Metz eine schwere Zeit der Mühsal, der Entbehrung, der Anstrengungen aller Art durch zumachen. Nur zum kleinsten Teile in Dörfern unter Dach und Fach, zum größten in Laubund Bretterhütten kampierend, die gegen die Uubilden der Witterung wenig schützten; bei Tag und Nacht vom aufreibenden Vorpostendienst in *) Dieser Artikel mußte infolge des Umzuges zurückgestellt werden. und Lundwirtschaftliches. „Vor Winter gepflügt, ist halb gedüngt“, weil sich die umgestürzte Ackerkrume mit den pflanzennährenden Stoffen aus der Atmosphäre bereichert; das Unkraut zerstört, das Ungeziefer leichter zu Grunde gerichtet und der Boden durch den Frost gemürbt und gelockert wird. Diese Behandlung des Sommerfeldes gewährt aber noch den Vorteil, daß die Frühjahrssaat sich zeitiger beschicken läßt, was in der Regel höhere Erträge liefert, und da die Winterfeuchtigkeit länger im Boden geschlossen bleibt, äußert diese auf die Entwickelung der Sommersaaten einen sehr wohlthätgen Eiustluß. Totenschau. Halbvergessen starb im Rudolfinerhause zu Wien der Hauptbegründer des Deutschkatholizismus, Johannes Ronge. Er wurde 1813 zu Bischofswalde in Schlesien geboren, wurde Kaplan in Grottkau, aber seines Amtes entsetzt und schrieb dann den Brief an den Bischof von Trier, welcher den Anstoß zur deutschkatholischen Bewegung gab. Ein Diplomat, dem deutsche Bewohner von Paris und anderen französischen Orten in der Zeit des Krieges viel zu danken gehabt haben, der ehemalige Gesandte der Vereinigten Staaten in Paris, Mr. Washburn, ist in New=York gestorben. Während des Krieges blieb Washburn in Paris und vertrat dort die Interessen der in Frankreich ansässigen Deutschen in dankenswerter Weise. Er verschaffte nahezu 30,000 Deutschen Pässe, um Frankreich verlassen zu können und unterstützte beinahe 8000 Personen durch Eisenbahnbillete oder durch Geld. Der deutsche Kaiser schickte ihm sein Bild in Oel gemalt und ein Washburns Verdienste anerkennendes Schreiben. Im Jahre 1877 trat er von seinem Posten in Paris zurück und ließ sich in Chikago nieder. Heer= und Marinewesen. In Antwerpen fand der erste Versuch mililät scher Telegraphie vermittels Luftballons statt. Die Versuche gelangen vollständig. Vermischtes. * Die Ostseeküste ist am Dienstag von einem heftigen Orkan heimgesucht, der zahlreiche Opfer gefordert hat. An der Dievenowmündung ist der Schooner„Robert" aus Ueckermünde gestrandet. Der Kapitän Lewerenz ertrank. Bei Neuendorf strandete eine Brigg, die Mannschaft wurde aber in halberstarrtem Zustande gerettet. Bei Ziegenort gerieten mehrere Kähne auf den Grund, bei Swinemünde wurden sechs Mann von einem Fahrzeuge fortgespült. In zahlreichen Fällen leisteten die Stationen der deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger wirksame Hilfe. Der Sturm hat an der ganzen Küste großen Schaden angerichtet. Bei Danzig sind Dünen und Uferbefestigung teilweise verwüstet, zahlreiche Schiffstrümmer sind ans Land getrieben worden. * Auf der Fahrt von Marsaille nach Livorno strandete vor einigen Tagen der französische Dampfer„Spahis" Von 93 Passagieren wurden 54, von 32 Mannschaften 21 durch die Zollbeamten von Larandon gerettet. * Das Seminar für orientalische Sprachen in Berlin ist am Donnerstag mittag in Gegenwart zahlreicher Staats= und Reichsbehörden eröffnet worden. * In Frankfurt a. M. fand am Donnerstag die Grundsteinlegung für das vom 3. Armeekorps seinem einstigen Korpskommandeur, dem Prinzen Friedrich Karl zu errichtenden Denkmals statt. Die Prinzen Wilhelm und Friedrich Leopold waren anwesend und thaten die ersten Hammerschläge. Die Straßen waren festlich geschmückt. * Zum Erben eines Franzosen ist der„Schles. Zig.“ zufolge der Kronprinz thatsächlich eingesetzt worden. Das hinterlassene Vermögen beträgt mehrere Millionen Franks, und der Erblasser hat wörtlich aus Haß gegen Frankreich den deutschen Thronfolger zum einzigen Erben eingesetzt. Der Kronprinz, an den die Sache mittlerweile gelangt ist, hal nunmehr seine Entscheidung getroffen und den Antritt der Erbschaft abgelehnt, weil er das Motiv des Erblassers nicht billigt. * In Erfurt wird eine geprüfte Lehrerin an Damen kostenfreien Unterricht in Volapük erteilen! Ein guter Gedanke, denn durch die geläufigen Zungen der Damen wird der Weltsprache wohl am schnellsten der Weg zur Verbreitung geebnet werden. * In der Tuchfabrik von W. Robisch in Forst hatte eine 21jährige Arbeiterin ihr Haar aufgelöst, um es zu kämmen. Durch eine unvorsichtige Bewegung kommt sie mit den langen Flechten dem Treibriemen zu nahe, dieselben verwickeln sich darin, ein Ruck und die ganze Kopfhaut vom Nacken bis zur Stirn ist dem armen Mädchen abgerissen. Die Unglückliche, welche übrigens bei dem Vorfall bei vollem Bewußtsein blieb, wurde in das städtische Krankenhaus übergeführt. * In Moskau wurden auf Befehl des Zaren 6 Offiziere der Geheimpolizei nach Sibirien geschickt, 5 ins Gefängnis geworsen. Warum? Sie hatten sich an den Verbrechen notorischer Räuber im Stillen beteiligt. * Folgende spaßhafte Annonce erhielt kürzlich ein süddeutsches Blatt:„Für den Betrieb von Oelen und Lacken werden Provisionsreisende gesucht. Letztere sind in trockenem Zustande glänzend und hart wie Glas, springen nicht, (en Hagen im Vereinshause finder am Samstag den 29. Oktober, nachmittags 3 Uhr die Herbstkonferenz des Vereins roung. Lehrer und Schulfreunde statt. Verhandelt wird 1. über die Aufgaben unsers Vereins im Lichte des Paulinischen Wortes: „Einer trage des Andern Last.“ Ref. Lehrer Blänke; 2. Ueber Vorstellungen. Lehrer Kriegskotten. Die Mitglieder sowie Freunde des Vereins werden freundlich eingeladen. kriegen keine Risse und sind in dem Handel in Flaschen und Kruken auf dem Bauche mit unserer Firma versehen. * Die Vermählung einer Tochter des Barons Gustav v. Rothschild mit dem indischen Nabob, Sir Albert Sassoon, welche vor einigen Tagen in der Synagoge der Rue de la Victoire vollzogen wurde, gestaltete sich zu einer glänzenden Augenweide und einem von den Notabilitäten der diplomatischen, aristokratischen und Finanz= welt besuchten Feste. Die Zahl der Gäste soll gegen 4000 betragen haben und die Eleganz der Versammlung war des Reichtums der beiden Häuser, die sich hier verbanden, vollkommen würdig. Der Großrabbiner von Frankreich, Isidore, thronte inmitten seiner Geistlichkeit, während Zadoek Kahn, der Großrabbiner von Paris, die Trauung vollzog, und Faur und Felix Levy der Feier durch ihre Solovorträge eine höhere Weihe verliehen. Wie sehr auch die draußen harrende Menge auf die Toiletten der Hochzeits gäste gespannt war, so hatte von all den millionen= und ahnenreichen Damen keine so durchschlagenden Erfolg, wie der Maharrdja von Baroda, welcher schon der Unterzeichnung des Ehekontraktes beigewohnt hatte und nun durch seine fremdartige Pracht den orientalischen Grundcharakter der Zeremonie zum Bewußtsein brachte. * Ein Diebstahl, bei dem die Diebe doch schlechter fahren dürften, als der Bestohlene, hat sich im Fürstenwalde ereignet. Bei einem Bäckermeister wurde ein Schwein geschlachtet, in dessen Fleisch der Beschauer Trichinen entdeckt. Die infolgedessen von der Polizei angeordnete Vernichtung des trichinösen Fleisches stieß aber auf ein sehr befremdliches Hindernis. Diebe hatten nämlich das ganze Fleisch, welches in einem Schuppen aufgehängt worden war, gestohlen. Den Langfingern ist man bis jetzt trotz aller Nachforschung nicht auf die Spur gekommen; es könnte aber leicht sein, daß die Trichinen diesen Polizeidienst verrichten werden. „Monopol=Seide“.(Modebericht.)„Vom Fels zum Meer“. 1887— Heft 8 schreibt: ....„Durch Einführung der„„Monopol-Seide““ hat sich der Züricher Seiden=Industrielle G. Henneberg ein wahres Verdienst um die nach einem einfachen und gediegenen Seidenstoff seit lange vergeblich Umschau haltende Damenwelt erworben. Das Gewebe ist dauerhaft wie Leder, weich wie Samt, glänzend wie Atlas; aus reinster Seide auf Lyoner Stühlen gewoben, erscheint es als eines der solidesten und reichsten Fabrikate, welche die Webindustrie seit lange erzeugt.... Nur direkt und nur echt, wenn auf der Kante eines jeden metre eingedruckt ist Muster G. HENNERERG'S„MONOPOL“ umgehend. Die gesetzliche urzneitaxe berechnet für Dr. R. Bocks Pectoral(Hustenstiller) M. 3, es kann sich also hiernach jeder Laie ein Urteil bilden, daß die Zusammensetzung des Mittels(die Bestandteile sind auf jeder Schachtel außen angegeben) eine gute und der festgesetzte Verkaufspreis von K 1 ein sehr geringer ist. Dr. R. Bock geht eben von der Ansicht aus, daß ein Hustenmittel nicht allein wirksam, sondern auch billig sein müsse. Hauptdepot: Düsseldorf, ElephantenApotheke. Vestkaungen auf die „Schwerter (Amtliches Kreisblatt) für die Monate November u. Dezember werden von allen Postanstalten, der Expedition und den Boten entgegengenommen. K gec— bedeutende Bettfedern-Lager Harry Unna in Altona bei Hamburg versendet zollfrei gegen Nachnahme(nicht unter 10 Pfd.) gute neue Bettfedern für 60 4das Pfund, vorzüglich gute Sorte 1,25 prima Halbdaunen nur 1,60 M, prima Ganzdaunen nur 2,50 M Verpackung zum Kostenpreis.— Bei Abnahme von 50 Pfd. 5% Rabatt.— Umtausch gestattet. 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Unter Bezugnahme auf die Bekanntmachung des königlichen Bezirks=Kommandos zu Iserlohn m Iserlohner amtlichen Kreisblatt Nr. 125 wird hiermit zur Kenntnis gebracht, daß der diesjährige Herbst=Appell a. für die Gemeinden Ergste und Hennen am 7. November kr., nachmittags 3 Uhr, in Hennen auf dem Heyings Hofe; b. für die Gemeinde Berchum am 9. November kr., nachmittags 3 Uhr, in Hohenlimburg auf dem Bürgerplatz stattfindet. Ergste, 24. Oktober 1887. Der Ehrenamtmann: Bormann. Frischen Schellsisch, feinste Ware, per Pfd. 32 Pfg., bei C. Minke. Frische und getrocknete Därme in bekannter guter Qualität empfiehlt H. Wiecken, Metzger. Eine von 2—3 Zimmern nebst Stallung und Keller auf den 1. Februar zu vermieten. Wo, sagt die Expedition. Versetzungshalber ist eine billige Wehnung sofort zu vermieten bei Karl Löwe, Holzenerweg. Verziehungshalber ist eine Wohnung von 3 Zimmern pr. Februar k. J. oder früher zu vermieten. Witwe Kaiser Ostenthor. Eine schwarz=graue Doggemit gestutzten Ohren, auf den Namen Mylord hörend, am Kirmestage abhanden gekommen. Wiederbringer erhält Belohnung. Vor Ankauf wird gewarnt. Wilb. Finkhaus, Crgste. Ein Stubenschlüsse! am Mittwoch auf dem Markt verloren. Der Finder wolle denselben in der Exped. abgeben. K Dr. Köchs. epton-Boulon. Ausgezeichnet als Zusatz zu Suppen, Gemüsen, Tanken etc. Zwei Theelöffel vell geben mit Wasser ohne weiteren Zusatz sofort eine Tasse schmackhafte und kräftige Fleischbrühe. als Nahrhafter alle Fleisch- Extracte. I A Neues Patent= Mitrostop. Dieses neue Mikroskop überstrahlt alles, was in der optischen Kunst bisher zu einem so bescheidenen Preis produziert wurde. Solches vereinigt alle wünschbaren und schon längst ersehnten Vorteile, mit einer technisch sehr feinen, höchst praktisch und äußerst soliden Konstruktion und kann bezüglich Qualität und Schärfe der Linsen mit den teuersten Prismen rivalisleren. 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Naturfreunde, Botaniker, Mineralogen, Lehrer und die Herren Aerzte werden solches nicht entbehren und wissen die unerschöpflichen, nützlichen und belehrenden wissenschaftlichen Unterhaltingen, welche ein gutes und bequemes Mikroskop, wie dieses(ja nicht mit andern ganz kleinen sog. Taschenmikroskopen mit nur einer Linse zu verwechseln) gewährt, am besten zu schätzen. Durch eine mit allen technischen und mechanischen Vorteilen der Neuzeit äußert praktisch eingerichtete fabrikmässige Herstellung Im Grossen, ist ein früher nie geahnter billiger Preis erzielt worden, welches diesem wichtigen und nützlichen Instrument zu einem so staunend billigen Preis in allen Ländern den besten Eingang verschafft und überall dieselbe gute Aufnahme findet. Preis 5 Mark solid verpackt franko gegen vorherige Posteinzahlung oder Nachnahme. Zu beziehen direkt durch die„Optische Industriehalle“ in Kriens bei Luzern(Schweiz). En gros günstige Bedingungen. NB. 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Oel per 100 Kilo 3 J. höher als Rüböl Preßkuchen per 1000 Kilo Weizen=Vorschuß 00 per 100 Kilo Kleien per 50 Kilo 16/30 15/60 12/20 1140 11/50 11— 10— 21/20 22/70 6— 36.— 20— 51— 52.50 114— 4/60 per Pfund: Gewöbnliche Sorte Bessere Sorte Gute Sorte Gute Halbdaunen Lrima Gänsebettfedern in Bauernware 2 Mt. 75 Pf. Prima Gänsebalbdaunen 2 Mk. 75 Pf. 55 Pf. 80 Pf. 1 Mk. 50 Pf. 1 Mt. 60 Pf. Schwerte Holzwickede Unna Hemmerde Werl Ostönnen Soest 656 706 725 741 758 815 830 Ankunft 814 Die Beförderung von Reisenden erfolgt in allen Wagenklassen zu gewöhnlichen Fahrpreisen. Elberfeld, den 20. Oktober 1887. Königliche Eisenbahn-virektion. 4 ist fortwährend in ganzen und halben Flaschen und Flakons echt zu haben bei den bekannten Herren Debitanten.. Ganz besonders wird darauf aufmerksam gemacht, dass es noch! immer Geschäfte gibt, die sich nicht zu entwürdigen glauben, durch den Verkauf von Falsifikaten das Publikum zu täuschen. Daher Warnung vor Flaschen ohne mein Siegel und ohne die Firma: II. Underberg-Albrecht. bestehend aus vollständigem Oberbett. Unterbett, Pfühl und 2 Kissen kosten wie folgt: Qualität III: ein vollständiges, zweischläfiges Bett mit 29 Pfd. Federn, à 55 Pf., Mk. 28.35. Qualität III: ein vollständiges, zweischläfiges Bett mit 29 Pid. Federn, à 80 Pf., Mk. 35,60. Quakilät 11: ein vollständiges, zweischläfiges Bett mit 29 Pfd. Federn, z 80 Pf., Mr. 41.80. Qualität 11: ein vollständigee, zweischläfiges Bett mit 26 Pfd. Federn, à 1 Mt. 50 Pf., Mf. 57,650. Qualität 1: ein vollständiges, zweischläfiges Beit mit 26 Pfd. Federn, à 1 Mt. 50 Pf., Mf. 62.25. Qualität I: ein vollständiges, zweischläfiges Beti mit 25 Pfd. Federn, à 2 Mi. 75 Pf., Mr. 82. Für die Güte der Qualität 1I1 wird nicht garantiert, dogegen wird für Qualität II eine 10jabrige und für Qualität 1 eine 25jährige Garantie übernommen. A. hediler's Beitfedern-& Daunen-Fabrik Frankfurt a. 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Drell, Atlas, Daunenköper und Daunendreil sind stets in allen Sorten und Breiten am Lager. „Die Preise sind streug fest.“— Nächste Ziehung am 20. Novbr. 1887. Laut Reichsgesetz vom 8. Juni 1872 im ganzen deutschen Reiche gesetzli h zu spielen gestattete„ Städt Garletta Viehmärkte. Hagen, 26. Oktbr. Faselschweinemarkt bei dem Herrn Rob. Lichtenhagen am Markt: Der gestrige Auftrieb war nicht sehr bedeutend und belief sich auf 60 Stück Ferkel, welche zur Hälfte abgesetzt wurden. Es kosteten Frischlinge im Alter von 3—4 Wochen 8—10 M, größere Faselschweine galten 20—25—30 M.— Schlachtviehmarkt: Bei den Gastwirten Herren Wilh. Humpert(früher Hassel) und Aug. Goost am Berg.=Märkisch. Bahnhofe ergänzte sich bis gestern der Auftrieb der Vorwoche auf ca. 135 Stück hiesige und Münsterländer Speckschweine. Für beste Ware wurde 46—48 M, für geringere 42—44 M per 100 Pfd. Schlachtgewicht an der Wage bezahlt. Handel lebhaft.— Nächster Wochen=, Schlacht= und Faselschweinemarkt: Dienstag, den 1. November kr. 1 Paderborn, 26 Sept. Zu dem heute hier abgehaltenen 9. diesjährigen Viehmarkte waren 210 Pferde, 360 Stück Rindvieh, 60 fette Schweine, 390 Faselschweine, 2600 Stück Ferkeln aufgetrieben. Der Handel auf dem Pferdemarkte war schleppend; für 300 bis 500# waren gute Arbeitspferde zu haben. Gute Milchkühe waren sehr gesucht und erzielten hohe Preise(150—195 9), während sonstiges Rindvieh nur gering bezahlt wurde. Der Handel unter dem Schweinevieh war bei niedrigen Preisen sehr lebhaft. Fette Schweine kosteten 50 Kilo Schlachtgewicht 39—45 M, Faselschweine von ¼ bis ½ Jahr 16—30 M, Ferkeln von 6 Wochen 6—8 K. Jährlich 4 Ziehungen mit Haupttreffer von: 2 Millionen, 1 Million, 500000, 400000, 200000, 100000, 50000, 30000, 25000, 20000, 10000, 5000, 2000, 1000 M etc.„„„„„% Gewinne die„bar“ in Gold wie vom Staate garantiert ausgezahlt werden und wie sie keine einzige Lotterie aufzuweisen hat. Jedes Los gewinnt! Monats-Einlage auf ein ganzes Los 3 Mark. Agentur: G. WESTTEROTH, Cöln a Rh. Briefe mit Wertinhalt wolle man einschreiben lassen. Wechsel= und Geld=Kurse. ron der Heydt=Kersten und Söhne. Elberfeld, 26. Oktbr. 1887. Kurse in Reichsmt. Briefe. Geld. Amsterdam London Paris. Rutcr. Hörde. Sondheim. 9 Pfd. fste. Lüßrahmbutter à 10,50 9 Pfd. fste. Alpenbutter 8 8.50 gesalzen oder ungesalzen liefert frko. geg. Nachnahme unter Garantie für frische und reine Naturbutter. Gottfried Ott, Ulm a. Donau. Eine Wohnung k.S. 2M. k.S. 2M. Antw. u. Brüssel k. S. 2M. Basel u. Zürich k.S. 2M. k.S. 198,80 168.20 2M. 167,45 203,90 203.40 202,10 80.15 79.65 80,55 80.55 80.15 79,65 80.05 79,55 ∆ v. 4—5 Zimmern ist im ganzen oder geteilt an eine ruhige Familie per sofort od. 1. Februar zu vermieten. Näh. in der Exped. Fünffraurs=Stücke 79.50 Geldsorten. Zwanzigfranks=Stück: 16 M 10 4 Sovereigns.... 20„ 20„ 00 88 gä Die Expesition und Redartion dieses Blaltes besinven heute ab m dem biöher von 1. emöhnten T Kaufmann Herrn Cart Haver bewöhnten=Gäuse große Marttstraße. Schwerte, den 26. Oktober 1887. 66 mi W 18 ve 11 un lic 90 de sel De w m ül 10 5 a 6 th 9 so 0 u ir el ti s1 6 von