Kcie“. 0 erte itag 6 8 thorst deins ing nalM. chen, Dasabetpost blatt, 3ter 4 1/10 P ##0 Burt für den Landrreis Vortmund und ven Kreir den Landren. Vvr. Abonnements=Preis pro Quartal 1 Mark 50 Erscheint Dienstags, Donnerstags und Samstags. Wöchentlich eine Gratisbeilage„Familienfreund". Insertionsgebühr für die sechsspaltige Zeite oder deren Raum 10 Pfg. außerhalb des Leserkreises 10 Pfg; Rertamen 30 Redaktion, Druck und Verlag von Carl Braus in Schwerte. Nr. 124. Amtliche Bekanntmachungen. Bekanntmachung. In dem durch Bekanntmachung vom 4. Oktober anberaumten Termin zur landespolizeilichen Prüfung der Projekte zur Herstellung eines Schienenanschlusses für die Zechen Prinz Wilhelm und Prinz Heinrich an die Dortmund=Gronau=Enscheder=Eisenbahn, sowie zur Erweiterung des Bahnhofes Lünen durch die Herstellung eines Anschlusses der gewerkschaftlichen Hütte Westfalia am Dienstag, den 18. Oktober, vormittags 9¾ Uhr, im Bahnhofsgebäude zu Lünen wird gleichzeitig auf Antrag des Gruben=Vorstandes der Gewerkschaft Eisenhütte Westfalia bei Lünen, die landespolizeiliche Prüfung des Projektes einer Anschlußbahn der Eisenhütte Westfalia an den Bahnhof Lünen vorgenommen Die Beteiligten lade ich zu diesem Termin ergebenst ein, indem ich hinzufüge, daß die bezüglichen Pläne auf dem Rathause zu Lünen zur Einsichtnahme offen liegen und daß in dem angesetzten Termine über Entschädigungs=Ansprüche nicht verhandelt werden wird. dortmund, den 13. Oktober 188. Der Landrat: v. Rynsch. Bekanntmachung. Durch den Abgang des Herrn Direktors Müller von hier ist eine Ersatzwahl der Gemeindeverordneten und zwar durch die dritte Abteilung vorzunehmen. Zur Vornahme dieser Wahl ist von dem KreisAusschuß des Kreises Hörde mitugg ge auf Dienstag, 15 November kr., vorminags 10 Uhr, in dem Sitzungssaale des Amtshauses hierselbst Termin anberaumt werden. I.„g.(G tuesessenen 5. Die wahlberechtigten Gemeinoe=Eingesessenen der 3. Abteilung werden zu dieser Wahl unter Hinweisung auf die Bestimmungen§ 28 der Landgemeinde=Ordnung für die Provinz Westfalen vom 19. März 1856 mit dem Bemerken eingeladen, daß die Gemeindewähler= und Abteilungsliste vom 15. Oktober bis 12. November kr., in der Wohnung des Herrn Vorstehers Vieseler hierselbst zur Einsichtnahme der GemeindeReklamationen gegen die Richtigkeit dieser Gemeindewähler= und Abteilungslisten müssen innerhalb der Frist der Offenlegung bei dem Gemeindevorstande eingereicht oder zu Protokoll angebracht werden. Aplerbeck, 6. Oktober 1887. Der Amtmann: Gutjahr. Schwerte, Samstag, 15. Oktober 1887. 20. Jahrgang. 16/30 15 60 12/20 1140 11/50 105 21/20 22/70 50/50 52.— 13.— 4/60 Städzutigen getrie245 mel.— wurde K. für ühe 1. ualität Qual. 44 M vicht 1. ität 45 —50+ Bekanntmachung. Die Gemeindeverordneten= Ergänzungswahl in Schüren findet am a nachmitliss Dienstag, 29. November d. J., nuchmittags 3 Uhr, in der evangelischen Schule in Schüren statt. Es scheiden nach Ablauf dieses Jahres aus 1. der von der 1. Abteilung gewählte Gemeindeverordnete D. Heimsoth, 2. der von der 2. Abteilung gewählte Gemeindeverordnete H. Resing, 3. der von der 3. Abteilung gewählte Gemeindeverordnete H. Schulte. Die Ersatzwahl wird von derjenigen Abteilung bewirkt, von welcher der Ausscheidende gewählt war. Die 3. Abteilung wählt zuerst, die 1. zuletzt. Die Urwähler= und Abteilungslisten der wahl berechtigten Gemeinde=Eingesessenen liegen vom 27. Oktober cr. vier Wochen lang bei dem Herrn Gemeindevorsteher Kellermann in Schüren zur Einsicht offen; Reklamationen gegen die Richtigkeit der Listen können in der genannten Zeit bei dem Herrn Gemeindevorsteher schriftlich oder zu Protokoll augebracht werden. Unter Hinweisung auf die Bestimmung des§ 28 der Landgemeinde=Ordnung für die Provinz Westfalen vom 19. März 1856 werden die wahlberechtigten Gemeinde=Eingesessenen hierdurch zu dem vorbenannten Wahltermine eingeladen. Aplerbeck, den 12. Oktober 1887. Der Amtmann: Gutjahr. Deutsches Unser Kaiser wird im Laufe der kommenden Woche seinen Herbstaufenthalt in Baden=Baden beenden und wieder nach Berlin zurückkehren, um für den Winter im kaiserlichen Palais unter den Linden Wohnung zu nehmen. Das Befinden des kaiserlichen Herrn ist das beste, besonders hal die tiefe Ruhe in Baden=Baden dem greisen Herrscher wohlgethan. Von dem deutschen Kronprinzen aus Italien lauten die Meldungen nicht o befriedigend. Es ist keine Verschlimmerung des Halsleidens eingetreten, aber der Kronprinz wird fortwährend von Katarrhen belästigt. Es ist das allerdings ein Beweis, daß der Winteraufenthalt in Deutschland ganz und gar unmöglich gewesen wäre. Glücklicherweise läßt sich der Kronprinz durch die kleinen Belästigungen die gute Laune nicht verderben; er wird demnächst von Baveno am Lago Maggiore, wo er zu Ende der Vorwoche eingetroffen ist, nach der wärmeren Riviera übersiedeln. Im Januar erwartet man in Rom den Besuch des Kronprinzen, und er wird diesmal um so freudiger begrüßt werden, als seit der Ministerzusammenkunft von Friedrichsruhe die Beziehungen zwischen beiden Staaten und Nationen sich besonders gut gestaltet haben. Das enge Freundschaftsbündnis zwischen Deutschland und Italien hat allenthalben im letzteren Lande die wärmste Zustimmung gefunden. Die innere Stille im Deutschen Reiche dauert an, wenngleich der Ausfall der Reichstagsersatzwahl im Wahlkreise Sagan=Sprattau sehr viel von sich reden gemacht hat. Der Bundesrat beschäftigt sich vorläufig nur mit kleinen Verwaltungsvorlagen; an die Arbeiten für den in der zweiten Novemberhälfte zusammentretenden Reichstag wird erst Anfang kommenden Monats herangetreten werden. Daß dem Reichstage eine Kornzollvorlage zugehen wird, wird jetzt als sicher bezeichnet. Staatssekretär von Bötticher wird sich in diesen Tagen zum Reichskanzler nach Friedrichsruhe zur Besprechung der Reichstagsarbeiten und Festellung der Grundzüge der Alters= und Invalidenversorgung begeben. Unsere erste Reichskolonie Kamerun hat auch wieder von sich reden gemacht. An den Nebenflüssen des Kamerunstromes hatten sich ein paar schwarze Raubritter aufgethau, welche die Passanten in aller möglichen Weise belästigten, und denen es gar nicht darauf ankam, ganze Handelsexpeditionen festzuhalten. Die beiden Herren erhielten deshalb von dem Gouverneur von Kamerun einige tausend Mark Strafe zudiktiert, machten aber gar keine Anstalten, auch nur einen roten Pfennig zu bezahlen. Also Exekution! Ein Teil der Besatzung des Kanonenbootes„Habicht“ drang den Kamerunfluß aufwärts, kam auch glücklich zu den beiden Raubnestern, aber die Bewohner waren ausgerückt. Zur Strafe wurden die beiden Orte niedergebrannt. Inzwischen sind die Schuldigen aber schon zu Kreuze gekrochen, haben sich bereit erklärt, die Strafsumme zu zahlen and auch schon Abschlagszahlungen geleistet. Dagegen wird sich Deutschland an einer anderen überseeischen Expedition und Demonstration nicht beteiligen. Deutschland macht in Marokko nicht mit, sondern hat die englische Regierung gebeten, im Notfalle den Schutz der deutschen Unterthanen in Tanger zu übernehmen. Das Kolonisationswerk in Posen und Westpreußen macht allmählich Fortschritte. Bis jetzt sind zwei Gemeindekolonieen fertig, zwei weitere hofft man noch in diesem Jahre fertigzustellen. Für das nächste Jahr ist die Errichtung von 15 weiteren Gemeinden auf dem von der Kolonisationskommission angekauften Arcal in Aussicht genommen. Der Budgetausschuß des bayerischen Abgeordnetenhauses hat den gesamten Militäretat nach den Anträgen der Regierung in Höhe von 58,382,105 Mark genehmigt. Ein drastisches Bild, das Paris in den letzten Wochen bietet, fast wie ein Weichselzopf oder Rattenkönig. Das„große Geheimnis Frankreichs=, der Mobilmachungsplan, wird von einem belgischen Litteraten Aubanel oder wie er heißt, der im Kriegsministerum ein= und ausgeht wie ein guter Freund, aus den Akten entführt und für ein paar hundert Franks dem größten und gewissenlosesten Plauderer in Paris, dem„Figaro" verkauft, der es sofort abdruckt. Der Verräter oder auch nur Mittelsmann entkommt, weil man ihm rechtzeitig einen Wink gibt. Nun tritt Caffarel, der General und Souschef des Generalstabs, von Boulanger auf diesen Posten gestellt, auf die Bühne. Er schachert mit dem Orden der Ehrenlegion und bezahlt mit seinem Lohn seine Schulden. Zwei liederliche und verrufene Weiber,„Gräfin“ Boissy und Madame Limousin, Buhlerinnen und Kupplerinnen zugleich, sind seine Schlepper, ein verkommener bayerischer„Baron" Reitmayer, der Pferde dressiert, ist sein Mithelfer. sind eifersüchtig auf einander und die spielt den Verräter, nachdem ein geschickter Geheimpolizist sie in der Rolle eines reichen Liebhabers des Ordens der Ehrenlegion in die Falle gelockt hat. Die Polizei hält Haussuchung bei der falschen Gräfin und findet ganze Pakete interessanter und frivoler Liebes= und Geschäftsbriefe von Generalen, Ministern, Senatoren u. s. w. geschrieben. In diesen Briefen spielen der General Caffarel, die beiden letzten Kriegsminister Thibaudin und Boulanger die Haupirolle und zum Schrecken Grevys, des Präsidenten, auch Wilson, sein Schwiegersohn, ein schönes Früchtchen. Caffarel hat eine Frau, die eine Million hat, aber sie weigert sich, seine Schulden, 20,000 Fr. sagt man, zu bezahlen, wahrscheinlich weil sie wußte, wofür sie gemacht waren. Zweiundzwanzig Rutern sind die(erschlichenen oder gekauften) Kreuze der Ehrenlegion aberkannt worden. Natürlich will auch hier niemand schuldig sein, obgleich darüber gar kein Zweifel obwalten kann. In Paris sagt man auch bereits ganz offen, die Geschichte werde möglichst bald aus der Welt geschafft werden, denn wenn alles aus Tageslicht kommen würde, was wirklich geschehen ist, dann könnten sich die ersten Männer in Paris nicht mehr auf der Straße sehen lassen. Es wird wohl dahin kommen, daß man die gar zu arg kompromittierten großen Herren laufen und den General Caffarel allein die vorgekommenen schmutzigen Geschichten ausbaden läßt. Namentlich wird man Wilson, den Schwiegersohn Grevys, unbehelligt lassen, weil der einfach alle Schuld ableugnet. Es glaubt in Paris kein Mensch diesen Versicherungen. Aber würde er vor Gericht gezogen, so würde der Skandal gar zu riesengroß werden. Deshalb bleibt er unbehelligt. Komisch nur sind Boulangers Behauptungen, das jetzige Ministerium habe die ganze Geschichte angezettelt, um ihm etwas am Zeuge zu flicken. Boulangers war es ja, welcher den General Caffarel ins Kriegsministerium berief. Trotz des schweren Vergehens Boulangers gegen die Disziplin, die in seinen Angriffen auf die Regierung liegt, wird doch nicht gegen ihn vorgegangen werden. Man riskierts eben nicht. Der wegen Ordenschachers ebenfalls angeklagte General Audlan ist spurlos verschwunden. Er hält sich irgendwo verborgen, um der Verhaftung zu entgehen. General Caffarel erschien am Donnerstag vor dem militärischen Untersuchungsausschuß unter Vorsitz des Generals Saussier, welcher über die Ausstoßung General Caffarels aus der Armee sein Gutachten abzugeben hat. Charakteristisch für französische Zustände ist eine Erklärung der Staatsanwaltschaft, die den Pariser Blättern zugeht. Die Staatsanwaltschaft hält es für nötig, zu versichern, daß die Untersuchung geheim geführt werde, und daß„bei der Untersuchung sämtliche gesetzliche Vorschriften peinlich beobachtet würden.“ Sie scheint das Vertrauen, das sie in dieser Angelegenheit genießt, nicht hoch anzuschlagen.— Ueber diesen Trubel sind andere Eereignisse in Frankreich wenig beachtet. Da ist der famose Toast, den der Vetter des Kaisers Alexander, Großfürst Nitolaus Michailowitsch, in Dunkirchen gehalten hat, eine Hetz= und Revancherede ersten Ranges. Eines ist in der Liebeserklärung des Großfürsten an Frankreich etwas dunkel. Warum, muß man fragen, will der russische Prinz in der französischen Armee gegen Deutschland kämpfen, wenn die russische Alliance wirklich in Aussicht steht? Diese Andeutung ließe eher vermuten, daß die Russen sich darauf beschränken würden, Zuschauer zu bleiben, um sich nach der Schlacht leichter auf Seite des Siegers zu stellen. Hat sich überhaupt der junge Prinz zu weit vorgewagt, ohne der Zustimmung des Kaisers sicher zu sein? Der Großfürst hat vom Zaren den Befehl erhalten, sofort nach Petersburg hineinsöhne Geld. 168.55 167,70 204,10 202,25 80,15 79.75 80.20 79,65 80,10 79,60 79.55 Sinnsprüche, Denksprüche, Sprichwörter 2c. Man kann aus schwarzen Kohlenstücken Ein leuchtend klares Oel gewinnen.— So mag aus dunklen Schicksalstücken Erfahrung Dir entgegenrinnen. **** Viel besser ists, niedrig geboren sein Und mit Geringem zufrieden leben, Als aufgeputzt im Flitterstaat des Grams Und goldner Sorgen!— *„* Mit der Weichheit schwimmst Du vergebens, Diese Blase, sie trägt Dich nicht.— Kraft ist die Parole des Lebens, Welche das Eis im Strom durchbricht. *„* Laß die schwerste Pflicht Dir die heiligste Pflicht sein. Ein Weiser zweifelt nie— wo die Hoffnung aufhört, fängt die Entsagung an. Durch eigene Schuld. Ein Original=Roman aus der Handelswelt von Friedrich Friedrich. (Fortsetzung) Der Tag der Verlobung war angebrochen. Schon früh am Morgen erschien Letzingen, um seine Braut zu begrüßen und ihr ein Geschenk zu bringen. Es war ein reicher, mit kostbaren Steinen besetzter Halschmuck. Gabriele empfing ihn mit gröster Verlegenheit, doch suchte sie dieselbe zu verbergen und dankte in offener und herzlicher Weise. Sie kannte die außerordentliche Sparsamkeit Letzingens, und glaubte deshalb in dieser Freigebigkeit einen Beweis zu sehen, daß er sie mehr und inniger liebe, als sie geglaubt hatte Um so mehr machte sie sich Vorwürfe, daß sie ihn täusche und ein falsches Spiel mit ihm treibe. Damken war über die Größe des Geschenkes ebenso überrascht als erfreut. Nun durfte er auf das Gelingen seines Planes mit der größten Zuversicht hoffen. Wenn Letzingen seiner Braut einen Schmuck zum Geschenk machte, der mindestens vier= bis fünftausend Thaler gekostet haben mußte, so konnte er noch weniger Anstand nehmen, seinen Schwiegervater durch eine Summe von fünf und zwanzig Tausend in der Ausführung eines neuen Unternehmens, welches er ihm einreden wollte, zu unterstützen, da er ja dafür die Aussicht hatte, als Teilnehmer dieses Unternehmens zu gelten, und sein Geld mit hohen Prozenten verLezingen nahm sowohl den Dank Gabrielens als auch die außerordentlichen Lobeserhebungen Damkens mit einer Miene hin, als seien sie eine Tribut, den er zu fordern das größte Recht habe. Gabriele wie ihr Vater würden indessen in ihren Empfindungen herabgestimmt worden sein, wären sie im stande gewesen, den wirklichen Wert dieses Geschenkes zu erkennen und zu berechnen. Der scheinbar große Wert des Schmuckes bestand nämlich vorzugsweise in den kostbaren Edelsteinen, mit denen er so reich besetzt war. Diese Steine waren falsche, aber so täuschend nachgemacht, daß sie nur ein Kennerauge bei genauerer Untersuchung zu erkennen vermochte. Letzingen hatte keineswegs die Absicht gehabt, Gabriele mit diesem Schmucke zu betrügen. Es batte eine eigene Bewandtnis damit. Als nach dem Tode seiner Tante deren ganzes Vermögen in seine Hände gefallen war, hatte er auch diesen Schmuck, ein Erbtück ihrer Familie, mit erhalten. Anfangs hatte er ihm nur wenig Aufmerksamkeit geschenkt, als er aber später, bei genauer Betrachtung, sich von dem großen Wert seiner Steine überzeugte, ärgerte es seinen praktischen Sinn, daß diese als ein wertloses Kapital daliegen sollten. Da es ein Familienerbstück war, konnte er den Schmuck, der für ihn völlig interesselos war, nicht verkaufen, es kam ihm aber der, wie er glaubte, glückliche Gedanke, die wertvollen Steine durch unechte ersetzen zu lassen, die echten zu verkaufen, und das daraus gewonnene Kapital so anzulegen, daß es ihm Zinsen trug. Einen Betrug erblickte er hierin nicht. Er war wirklicher Besitzer des Schmuckes. Niemand konnte ihm wehren, mit seinem Eigentum zu schalten und zu walten, wie es ihm gefiel, und darin hatte er jedenfalls recht, daß der Schmuck, der ohnehin unbenutzt dalag, mit den unechten Steinen seinen Zweck ebenso gut erfülle, als mit den echten. Er hatte die Verwandlung von einem geschickten Goldschmied vornehmen lassen und so geheim gehalten, daß, wie er glaubte, niemand darum wußte. Sollte es ihm später daran gelegen sein, den Schmuck wieder herstellen zu lassen, wie er gewesen war, so konnte er dies leicht thun, ohne die Zinsen, welche ihm das Kapital bis dahin eingebracht hatte, einzubüßen. Damals hatte er noch nie daran gedacht, je seine Freiheit aufzugeben und ein Ehejoch über sich zu nehmen, denn er hatte Gabriele noch nicht kennen gelernt. Jetzt trug er kein Bedenken, seiner Braut den Schmuck von unechten Steinen zu schenken. Es wußte ja niemand darum, und je weniger hier jemand eine Täuschung vermuten konnte, um so weniger hatte er zu befürchten, daß die Unechtheit der Steine entdeckt werden könne. 4 In dieser Beziehung hatte er ganz richtig spekuliert, nur in einer Sache hatte er sich verrechnet. Er glaubte allein um das Geheimnis zu wissen; darin täuschte er sich. Auch sein Sekretär und Diener wußte darnm. Er hatte ihn mit dem Schmuck zu einem Goldschmied gesandt, um sich über den wirklichen Wert der Steine Gewißheit zu verschaffen. Weiter hatte er seinen Diener nicht in das Geheimnis hineingezogen, aber dieser hatte sogleich vermutet, daß er irgend etwas mit dem Schmuck im Simne habe, und hatte ihn sorgfältig beobachtet. Er hatte entdeckt, daß der Schmuck einem Goldarbeiter übergeben wurde, und von diesem hatte er sich unter irgend einem Vorwande die Bestätigung seiner Vermutung geholt. Auch Karl hatte diesem Geheimnisse weniger Bedeutung beigelegt. Er hatte den Grund, der seinen Herrn dazu getriehen, erraten und er würde an seiner Stelle nicht anders gehandelt haben. Ein Unrecht erblickte auch er nicht darin. Daß dieser Schmuck Gabriele zugedacht war, daß sie ihn an diesem Morgen erhalten hatte, davon wußte er gar Letzingen hatte sich bald darauf wieder von der Villa entfernt, um erst gegen Abend zurückzukehren, denn erst um diese Zeit sollten die Festlichkeiten ihren Wie bereits früher erwähnt, sollte die Verlobung Gabrielens für die Gesellschaft eine scheinbare Ueberraschung sein, zugleich hatte es aber in der Absicht Damkens gelegen, sie schon vorher unter der Hand bekannt werden zu lassen, um die Erwartungen dieser Festlichkeit möglichst hoch zu spannen, und die allgemeine Aufmerksamkeit darauf zu richten. Dies war ihm vollkommen gelungen. Gabrielens Verlobung mit dem reichen Gutsbesitzer war schon vor diesem Tage in der ganzen Stadt bekannt. Die meisten beneideten Letzingen um das liebliche und reiche Mädchen, die einzige Erbin des Hauses Damken. Kleuser jubelte im stillen, daß der Anfang seines geheimen Planes, so schnell und auf so leichte Weise geglückt sei, und Polenz sah seine Vermutung, welche durch das heimliche Lächeln Kleusers als er die Verheiratung Gabrielens erwähnt hatte, in ihm aufgestiegen war, bereits zum Teil bestätigt. Am meisten wurde Buchmann durch diese Nachricht erregt und keineswegs in erfreulicher Weise. Damken erhielt durch diese Verbindung ein: neue Stütze für sein Haus, auf welche er nicht Bedacht genommen hatte. Er kannte Letzingens Vermögen und fürchtete nur zu sehr, daß sein ganzer Frankreich. Einen Lorbeer hat sich die französische Regierung erworben. Nachdem sich ei Behörden bei der wütenden Spionenriecherei über Blamage erworben haben, zigen wirklichen Spion haben ist von troffen, in die nur Blamage aber keinen einfestnehmen können, Paris aus der gemessene Befehl eingeZukunft vorsichtiger zu sein, und nur dann Verhaftungen auf grund des Spionagegesetzes Die englische Regierung hat telegraphisch eine Zirkularnote an die Mächte versendet, um sich über die Pflichten derselben betreffend Entsendung von Kriegsschiffen nach Marokko zu informieren. Erst soll man doch den Sultan tot sein lassen! Wie aus Kalkutta telegraphiert wird, besteht dort nicht der mindeste Zweifel, daß die dreihundert angeblichen russischen Kaufleute, welche in Herat angekommen sind, verkleidete Kosaken seien. Werde hiergegen ein Widerspruch erhoben, würde die vorzunehmen, wenn hinreichende Verdachtewoment; Einwanderung fortdauern, und eines schöne vorliegen. Hoffentisch wird es nun besser, und Tages wäre dann Herat rusisch. Das uadk harmlose Deutsche können wieder ruhig durch Frankreich reisen! Italien. Papst Leo XIII. hat sich in einer Audienz dahin ausgesprochen, daß an eine Aussöhnung mit dem Königreich Italien nur dann zu denken sei, wenn dem heiligen Stuhl die ganze Stadt Rom zurückgegeben werde. Spanien Die spanische Regierung berief die Cortes zum 17. November ein. Rußland. Kaiser Alexander von Rußland wird am Montag von Fredensborg bei Kopenhagen nach Petersburg zurückkehren und sich sodann mit der ganzen Familie nach Moskau begeben. Im Kreml werden bereits große Vorbereitungen getroffen. Orient. In Bulgarien ist jetzt nach den vollzogenen Sobranjewahlen alles wieder ganz still. Bei ihrer großen Mehrheit in der Volksvertretung hat die Regierung keinerlei Opposition zu fürchten. Die Oppositionsführer Zankow und Radoslawow verhalten sich auch ganz ruhig. Durch einen Ukas hat Fürst Ferdinand den Major Popow, Kommandanten des Alexander=Regiments, zum Befehlshaber der ersten Brigade von Sofia ernannt. Aus Konstantinopel vorliegende Nachrichten melden, daß die Türkei weitere Verhandlungen mit Rußland betreffs der bulgarischen Frage als aussichtslos erachte und sich darauf beschränken werde, die russischen Vorschläge den Mächten einfach mitzuteilen. Englischen Berichten zufolge sollen die Verhandlungen zur Vereinigung des Transvaalstaates und der neuen Boern=Republik zum Abschluß gelangt sein. Prätoria wird die Hauptstadt und Präsident Krüger wird an der Spitze des neuen Staates stehen. Der Vertrag bedarf der Genehmigung der britischen Regierung. Auch zwischen dem Oranje=Feistaat und der Transvaal= Republik finden Verhandlungen statt. Großbritannien. Aus den Ruhestörungen in Mitchelstown in Irland, bei welchen im Kampfe zwischen Bevölkerung und Polizei drei Personen getötet wurden, erwächst für die britische Regierung neuer Verdruß. Die Geschworenen=Jury hat beschlossen, Anklage gegen den Polizeichef und fünf Polizisten wegen Totschlages mit Vorbedacht zu erheben. In London haben seit Anfang der Woche tagtäglich Demonstrationen von brodlosen Arbeitern stattgefunden, welche Beschäftigung forderten. Zu irgend welchen Ruhestörungen ist es dabei nicht gekommen. inen wird Tägir wäre wohl stimmen. Amerika. Die Regierung der Vereinigten Staaten hat die Entsendung eines Kriegsschiffes nach den Samoa-Inseln beschlossen. Natürlich liegt darin kein Protest gegen das deutsche Vorgehen wieder den König Malietoa. Westfalen und Rheinland. * Schwerte, 14. Okt. Ein schöner Herbst ist es nicht, in welchem wir uns gegenwärtig befinden. Die letzte Zeit brachte uns fast ausnahmslos naßkalte Tage, und soeben geht als das Neueste ein riesiger Schneefall nieder, der unsere Fluren binnen kurzer Zeit weiß erschauen läßt. Hoffen wir, daß ein solcher Schneefall sich vorläufig nicht wiederhole, und der Winter uns noch lange mit seinem Regiment verschone. * Schwerte, 14. Okt. Im Hotel Gerhardi zu Hörde soll am 29. d. Mts. eine Kreistagssitzung stattfinden, welche sich über die Wahl des Landrats schlüssig machen wird. * Schwerte, 14. Oktober. Wir erwähnten vor einigen Tagen eines Kappuskopfes, der rundum noch 13 ausgebildete Köpfe hatte. Im Garten des Herrn Buchbinder Kettler fand sich jedoch gestern ein solcher, welcher deren noch 24 zählt! * Schwerte, 14. Okt. Es ist jetzt wieder die Zeit gekommen, daran zu erinnern, daß es geboten ist, abends, so lange in einem Hause verkehrt wird, die Treppen zu beleuchten. Bekanntlich hat auch das Reichsgericht entschieden, daß die Hausbesitzer für allen Schaden, welcher durch mangelnde Beleuchtung der Hausfluren entsteht, in vollem Umfange aufzukommen haben. Aber schon die Rücksicht auf sich und seine Nebenmenschen sollte jeden, dem hierzu die Pflicht obliegt, veranlassen, die Treppen und Gänge zu beleuchten; daß aber in dieser Beziehung immer noch viel gefehlt wird, darüber wissen insbesondere die Briefträger, Boten 2c. ein Lied zu singen. Man decke also den Brunnen zu, ehe das Kind darin liegt. Die Kartoffelpreise scheinen in diesem Jahre so niedrige zu werden, wie sie seit langen Jahren nicht gewesen. So langte ein Doppelwaggon Kartoffeln aus Arolsen in Dortmund an, von denen der Zentner franko Bahnhof Dortmund 1,80 J kostete. — Aus dem Keller einer Wirtschaft in Dortmund wurden von Langfingern zwei gefüllte Bierfässer mit etwa 80 Liter Inhalt ausgeführt. Am Dienstag feierte die Gemeinde Böhle, vom schönsten Wetter begünstigt, ein doppeltes Fest kirchlichen Charakters. Es war dies die Einweihung der neuen katholischen Kirche, an welche sich die Feier einer 50jährigen Thätigkeit des Herrn Pfarrer Hecking jin der Gemeinde Böhle anschloß. Der letzte Veteran aus den Freiheitskriegen in der Stadt Hagen, Rentner Rath, feierte am Mittwoch die Vollendung seines 92. Lebensjahres. Ein Bürger in Letmathe, der am Montag abend mit dem vorletzten Zuge aus Hohenlimburg zurückkam, woselbst er allzu tief ins Glas geguckt hatte. präsentierte sich dem ans Koupee kommenden Schaffner im allertiefsten Negligé, d. h. nur mit dem Hemd bekleidet. Der gute Mann hatte sich in dem Glauben, zu Hause bei„Muttern“ zu sein, entkleidet, und kostete es einige Mühe, ihn wieder in eine marschmäßige Verfassung zu setzen. Plan gegen das Haus Damken an dieser Verbindung scheitern könne. Er sann vergebens nach einem Mittel, um die Verbindung zu hindern, aber er war in die Familienverhältnisse Damkens zu wenig eingeweiht, um sofort einen Entschluß fassen zu können. Auch Letzingen kannte er zu wenig. Er dachte daran, ihn durch eine dritte Person oder durch einen anonymen Brief von dem gefährlichen Zustande des Hauses Damken in Kenntnis zu setzen und von der Verbindung zurückzuschrecken, aber er gab diesen Gedanken wieder auf, weil er nicht wußte, ob nicht Damken selbst ihn als seinen künftigen Schwiegecsohn bereits in seine Verhältnisse eingeweiht hatte. In diesem Fall mußte aber eine solche Warnung für Buchmann sehr nachteilig sein. Damken erfuhr dann, daß irgend jemand um die Gefahr seines Hauses wußte und dessen Sturz wünschte. Das mußte ihn aus seiner leichtsinnigen Sorglosigkeit und Unthätigkeit wachrufen; er konnte der Gefahr vielleicht vorbeugen und Buchmanns Bemühungen, selbst die Opfer, die er bereits gebracht hatte, waren vergeblich.— Alles, was er vor der Hand thun konnte, bestand darin, über Damkens und Letzingens Famlienverhältnisse und den Grad ihres gegenseitigen Vertrauens sich genaue Einsicht zu verschaffen. Die zahlreiche Gesellschaft, welche von Damken zur Verlobungsfeier seiner Tochter eingeladen war, hatte sich eingefunden. Die Festlichkeiten fanden einen allgemeinen Beifall und die größe Bewunderung, und Damkens Auge strahlte von glücklicher Zufriedenheit. Mit voller Freude hatte er seinen Gästen die Verlobung Gabrielens angezeigt, und mit ebenso unverhohlener Freude nahm er die Beglückwünschungen entgegen. Gabrielens Kälte und Zurückhaltung gegen ihren Verlobten war zwar den Meisten nicht entgangen, ihr Vater hatte indessen für eine so reiche und abwechselnde Unterhaltung gesorgt, daß die Aufmerksamkeit der Meisten bald auf andere Gegenstände gelenkt wurde. Letzingen schien sein Versprechen gegen Gabriele halten zu wollen, er benahm sich äußerst zurückhaltend, und ohne ihn absichtlich zu meiden oder zu vernachlässigen, schloß sich Gabriele vorzugsweise einigen ihrer Freundinnen an. Das glänzende Festmahl in der Villa war beendet. Der Garten war in feenhafter Pracht erleuchtet, und fast alle Gäste zogen es vor, in ihm zu lustwandeln. Trotz der zahlreichen Lichter und Pechkränze gab es heimlich düstere Lauben und Gänge genug, in denen kleinere Gruppen spezieller Bekannter sich ungestört absondern konnten. Ueberhaupt sah es der Handelsherr gern, wenn ein jeder seiner Gäste sich die Unterhaltung und das Vergnügen, welches ihm am meisten zusagte, aufsuchte. Man sollte sich bei ihm völlig frei und ungeniert fühlen. Der Abend, die Beleuchtung, die ganze Einrichtung begünstigte dies. Jeder konnte hier zwischen dem hellen Lichte und dem düsteren Schatten hoher Baumgänge, zwischen lebhafter Gesellschaft und einsamen Spaziergängen wählen. Mit feinem Takte hatte Damten Sorge getragen, daß die Gesellschaft weder durch neugierig sich herandrängende Zuschauer, noch durch lauschende Diener gestört und belästigt wurde. Um so mehr mußte es auffallen, daß zwei dunkle Gestalten, zwei Männer, sich vorsichtig durch den düsteren Schatten des Parkes schlichen. Man merkte es ihnen bald an, daß nicht Neugierde allein sie hierher getrieben hatte, denn mit ängstlicher Vorsicht mieden sie es, sich an irgend einer hell erleuchteten Stelle, wo sie hätten bemerkt werden können, zu zeigen. Und doch schauten sie hinter einem sie verbergenden Busche oder Baume hervor, aufmerksam auf die Gesellschaft und die Vorüberwandelnden, und nichts schien ihren Augen zu entgehen. Es war augenscheinlich, daß beide Männer ein gleiches Ziel verfolgten, aber nichts von einander zu wissen schienen. Endlich bemerkte der eine der beiden Männer den anderen: er erriet sofort, daß er nicht zu der Gesellschaft gehöre, und indem er ihn aufmerksam im Auge behielt, sah er bald, daß er ebensowenig bekannt zu sein schien, wie er selbst. Vorsichtig und mit außerordentlicher Gewandtheit suchte er sich dem andern zu nähern. Es war niemand anders als der Agent Polenz, den ein zweifaches Interesse hierher getrieben hatte. Er wollte sich selbst überzeugen, ob sichsihm kein Anhaltspankk virle, weicher Von der Familie Ritzel, die bereits wiederholt für wohlthätige Zwecke namhafte Beiträge stiftete, ist die Stadt Lüdenscheid abermals eine reiche Gabe übermacht worden. Frau Witwe Wilhelm Ritzel hat dem Magistrate 40000 u für den Bau eines Krankenhauses zur Verfügung gestellt und außerdem noch ein Kapital von 15 000 M mit der Bestimmung geschenkt, daß die Zinsen alljährlich an würdige Arme verteilt werden ollen.„4 H4me 1.8#.# Hamm kam bei Gelegenheu des landwirtschaftlichen Festes um die Mittagszeit ein Bäuerlein aus einem benachbarten Dorfe in die Fest=Restauration und fragt den dienstbeflissenen Kellner:„Kamn jark etwas te Middag ärten?" Der befrackte Diener antwortet:„Ja, wenn Sie noch einen Augenblick warten, können Sie an der Table d'hot; mitessen.“ „Ne,“ antwortete der Hungrige vom Lande,„Tabeldote well jark nit, sundern Suppe, Fleusch un Tuiffeln (Kartoffen)!: Sein Wunsch wurde denn auch voll und ganz befriedigt.„ Vorige Woche fiel i Winerverg ein Dienstmädchen vom Oberboden auf den Unter= oder sogen. Hahneboden. Unglücklicherweise stand an letzterem Orte ein Besenstiel, auf welchen das bedauernswerte Mädchen mit voller Wucht ihres Körpers stürzte, und der auf Handlänge in den Leib eindrang und abbrach. Nach 24 Stunden verschied die Arme. Ein recht trauriges Schicksal traf eine in Köln wohnende Witwe. Ihr einziger Sohn war als Ersatzreservist zu einer vierwöchentlichen Uebung nach Koblenz einberufen worden. Vor einigen Tagen wurde derselbe dort bei der Schießübung erschossen. Industrie. Handel und Verkehr Eine erfreuliche Nachricht, die als Symptom einer beginnenden Besserung in der Lage der Bergwerksund Eisenindustrie gelten darf, kommt aus Hörde: der dortige Bergwerks= und Hütten=Verein hat mit Rücksicht auf die anhaltend günstige Entwickelung des Unternehmens sämtlichen Arbeitern eine Lohnerhöhung um 5% bewilligt; zugleich sind 100 Arbeitskräfte neu angenommen worden. Die belgische Regierung hat jetzt die Uebertragung der neuen Kanonenlieferungen für das Königreich Belgien an Krupp in Essen beschlossen. Weitere Arbeiterentlassungen werden binnen kurzem in der Spandauer Gewehrfabrik stattfinden. Ueber 200 Arbeiter haben die Kündigung erhalten. In Amerika sind die Aussichten für den kommenden Winter etwas bessere geworden. Nach der soz.=Korr.“ ist das Baugewerk in New=York wieder vollauf beschäftigt und auch der Betrieb in den Fabriken hat bedeutend zugenommen. Die Zahl der Arbeitslosen ist auf ein Minimum zusammengeschmolzen. Es ist dies um so erfreulicher, als die Zahl der Einwanderer diesem Jahre eine auffallend hohe Ziffer erreichte und mit einigem Grund Befürchtungen laut wurden, daß infolge wachsenden Arbeitsmangels die Armee der Unzufriedenen vermehrt werden würde. Freilich ist der Winter noch nicht da und ein Wechsel zum Ungünstigen nach immer nicht ausgeschlossen. Zweihundert neue Fabriken sind seit dem 1. Januar ds. Is. in den Neu=Englandstaaten von Nord=Amerika entstanden. Die Lederfirmen in Newark im Staate New=Jersey, 34 an der Zahl, vereinigten sich vor kurzem und beschlossen, ihre Arbeiter, welche sämtlich Mitglieder des Ordens der Arbeitsritter sind, zu veranlassen, aus diesem Orden auszutreten oder die Arbeit zu verlassen. die verpflichteten sich, dieselben Löhne wie bisher auch künftig zu bezahlen, erklärten aber, der fortwährenden Einmischung von Leuten außerhalb des Geschäftes überdrüssig zu sein und deren Einfluß brechen zu wollen. Es kam zum Ausstand oder vielmehr Ausschluß und die Lederarbeiter hofften um so mehr auf einen Sieg, als die General=Exekutive der Arbeitsritter den Leuten versicherte, daß genügend Unterstützungsgelder geschickt werden würden. Indes schon die erste Woche brachte da eine arge Enttäuschung und jede folgende Woche eine größere, denn die Gelder flossen verhältnismäßig spärlich. Dazu kam, daß es den Fabrikanten gelang, nach und nach eine ziemliche Anzahl von Arbeitskräften heranzuziehen. Wenn es den Fabrikanten schließlich gelingt, ein volles Personal zu engagieren, dann ist nicht nur die Organisation der Arbeitsritter gesprengt, sondern dann sind auch tausende von Existenzen dahin. Ein Orkan richtete an der Westküste Mexikos beträchtlichen Schaden an Unter anderem wurde die Stadt Auclite, die gegen 8000 Einwohner zählt, fast ganz zerstört. Viele Menschen sind dabei umgekommen. * In Berlin hat sich am Donnerstag die auf Initiative des deutschen Kolonialvereins ins Leben rufene Gesellschaft„Hermann“ endgiltig konstituiert. Die Gesellschaft beabsichtigt, in Brasilien Ländereien zu erwerben, welche für die Ansiedlung von Landwirten seianet Nud..... am I. Stargardt i. * In dem Dorfe Krussom dei Stargalor., schlitzte ein 12jähriger Knabe seiner 10 jährigen Schwester im Streit mit einem Taschenmesser den Bauch auf. Die Kleine erlag der fürchterlichen Verletzung. Der## jugendliche Mörder zeigte keine Spur von Neue. * Bei Schießübungen mit einer Revolverkanone auf dem Feuerwerkslaboratorium in Spandau waren einem Arbeiter beide Hände abgeschossen. Nach dem Unfallgesetze erhielt er monatlich 47 Mt. 45 Pfg. Da dieser Betrag für seine Familie nicht ausreichte, wandte er sich an den Kaiser. Er erhält jetzt aus den Ueberschüssen der Restauration des Feuerwerkslaborg= toriums monatlich 42 Mk. 55 Pfg., in Summa also 90 Mk. pro Monat. * Bern, 8. Okt. Gestern, den 7. ds., hat sich auf dem Waffenplatz Bern ein bedauerlicher Unglücksfall ereignet. Beim Gefechtsexerzieren des Infanterieregimentes Nr. 11 hatte ein Soldat des Bataillons Nr. 32 auf die gegenüberstehende Mannschaft des Bat. 33 zwei scharfe Patronen abgefeuert. Nach dem ersten Schuß, der seinen Gegner in die Wade traf, wurde sofort das Feuern eingestellt und eine Untersuchung angehoben, die jedoch zu keinem Resultate führte. Kaum war die Uebung wieder aufgenommen, als ein Mann durchs Herz geschossen, lautlos zusammenbrach und sofort verschied. Nun begann eine neue Untersuchung, wobei ein Mann des Bat. 32 aufgegriffen wurde, der gerade im Begriff stand, einige scharfe Patronen wegzuwerfen, während sich noch 6 Stück in der Hosentasche vorfanden. Der Thäter, der mit Mühe seinen wütenden Kameraden entzogen werden konnte, wurde sofort abgeführt. Ob Geistesstörung, Dummheit oder ein Verbrechen vorliegt,wird die weitere Untersuchungergeben. * Rom bereitet sich vor, die größte Frau der Welt in seiner Mitte zu empfangen. Es ist dies die Aebtissen=Mutter des Klosters Sankt Meinrad in der Schweiz. Die Aebtissin mißt gegen neun(?) Fuß, ihr Umfang ist ein derartiger, daß sie in den weiten braunen Klostergewändern geradezu übermenschlich aussieht. Die Aebtissin kommt in die ewige Stadt, um dem Papste zu seinem Jubiläum ihre Huldigung darzubringen, und der Papst erklärte offen, daß er sehr neugierig sei, sie kennen zu lernen. Nicht weniger als einige 60 Lehrer, darunter 13 Rektoren und Mittelschullehrer, hatten sich um eine ordentliche Elementarlehrerstelle in Goslar a. Harz beworben, deren Anfangsgehalt 1200 Mark beträgt. Daß der Glückliche, der seine zahlreichen Mitbewerber schlug, zufällig den Namen— Schmeerbauch führt, ist gegenüber jenem Gehaltssatze von fast tragikomischer Wirkung. * Im dänischen Residenzschloß Fredensborg sind die Masern ausgebrochen, worüber die vielen dort versammelten Gäste einen großen Schreck bekamen. Befallen von der Krankheit wurde der älteste Sohn des kronprinzlichen Paares, Prinz Christian. In Bischofsrod bei Schleusingen wurde eine Bauernfrau so unglücklich von einem Ochsen ins Auge gestoßen, daß dasselbe von Dr. Wagener in Meinigen herausgenommen werden mußte. In Wien befindet sich zur Zeit ein Nihilist in Haft, der auf Intervention der russischen Regierung in dem Augenblicke verhaftet wurde, als er auf dem Westbahnhofe aus dem Waggon stieg. Der Verhaftete nennt sich Jassowitsch und lebte bisher in Paris, wo er in engster Verbindung mit den dort anwesenden russichen Nihilisten stand. Sein Reiseziel soll Kopenhagen gewesen sein. Die Verhandlungen wegen Auslieferung des Arrestanten au Rußland sind im Gange. * Bei Arnstadt auf der Rudisleber Flur wurde einem Strohschober ein drei Zentner schweres, mit Heer= und Marinewesen. Die deutschen Repetiergewehre werden voraussichtlich nochmals umgeändert werden. Die Militärverwaltung hat ein kleinkalibriges Gewehrmodell gefunden und bereitet dessen Annahme vor. Die Festung Graudenz, deren Werke geschleift werden sollten, wird nach neueren Anordnungen fortbestehen bleiben. General v. Stiele hat Graudenz in diesen Tagen von neuem besichtigt und es heißt nun, es werde ein ganzer Kranz um Graudenz errichtet werden. Auch um Thorn, bekanntlich eine Festung ersten Ranges, werden neue Forts errichtet werden. Gilt das den russischen Freunden? Schwurgericht. Dortmund, 10. Okt. Von der Beschuldigung am 1. Februar 1887 vor der Strafkammer in Dortmund wissentlich ein falsches Zeugnis mit einem Eide bekräftigt zu haben, wurde heute vor den Schranken des Schwurgerichts die Ehefrau Tagelöhner Wilhelm Reinemann aus Lütgendortmund freigesprochen. Bielefeld, 13. Okt. Vor den Geschworenen erschien Bodelob sich ihm k. D taltspunkt biete welcher in heutiger Sitzung der frühere Diakon der Überzengen, ob ftozzeut tein Anhaltppalltt en.„i schwingh'schen Anstalt A. Römer aus Detmold, der um seine Vermutung, übex Kleuser bestätige, und zugit# schnöden Vorteils willen schon oft die Bahn des VerLom'ens u ersorichen brechens betreten, der strafenden irdischen Gerechtigkeit bis jetzt aber immer entgangen war. Anfangs März d. J. brannte hier das mit 60 Kranken belegte Haus „Groß=Hermon“ zum Teil nieder und gab der Angeklagte damals an, er habe beim Brande seine ganze Habe und 25 M Geld eingebüßt, welchen Angaben man Glauben schenkte und den angeblichen Verlust ersetzte. Römer erhielt nun Beschäftigung in dem ebenfalls zur Anstalt gehörigen Hause„Bethsaida“ und merkwürdigerweise brach auch hier am 25. Juli kr. Feuer aus, das jedoch bald entdeckt wurde und ohne erheblichen Schaden verursacht zu haben, bald gelöscht werden konnte. Hierbei gab der Angeklagte an, daß er bei dem Brande seine Kleidungsstücke und 40 Mk. eingebüßt habe. Doch häuften sich sehr bald die Indizien derart gegen ihn, daß man ihn der vorsätzlichen Brandstiftung beschuldigte und er verhaftet wurde. Die gestrige Verhandlung brachte auch seine Schuld klar zu Tage und der früher schon verschiedentlich wegen Brandstiftung in Untersuchung gewesene, aber dieserhalb noch unbestrafte Angeklagte wurde wegen Brandstiftung in zwei Fällen und wegen Betrugs zu einer Zuchthausstrafe von 10 Jahren verurteilt. wollte er auch die Absichten Damrens zu ersorschen streben. Beides war ihm ja von größter Wichtigkeit. Es überraschte ihn deshalb, als er noch einen anderen erblickte, den ein gleiches Streben hierher geführt zu haben schien, und es lag ihm viel daran, ihn zu erkennen— für ihn war auch der kleinste Umstand nicht ohne Bedeutung. Indem er selbst unter dem dunklen Schatten einer Linde verborgen war, beobachtete er den anderen genau. Er überzeugte sich bald, daß jener sich mehr, durch dichtes Gebüsch geschützt, der Villa zu nähern suchte. Dies konnte er ungefährdet thun, wenn er sich in dem Gebüsch hinschlich, welches einen großen und freien Rasenplatz begrenzte. Dann kam aber ein breiter Weg, welcher den Platz und das Gebüsch durchschnitt und zugleich von einigen nahen Pechkränzen hell erleuchtet wurde. Diesen Weg mußte der andere überschreiten, wenn er sein Ziel erreichen wollte. Mit raschem Blick hatte er dies erkannt und sofort sah er auch ein, daß der Augenblick, in welchem der Fremde über den erleuchteten Weg gehe, der beste Zeitpunkt sei, um ihn zu erkennen. Auf einem Umwege suchte Polenz ihm zuvorzukommen. Es gelang ihm, ohne daß der andere ihn bemerkte, und in einem kleinen Tannendickicht verbarg er sich, indem er sich auf die Erde setzte. Arglos nahete sich der Fremde, kaum einige Schritte von ihm entfernt schritt er an ihm vorüber, die hohen Bäume warfen indessen einen zu dunklen Schatten, um sein Gesicht erkennen zu können. Einen Augenblick stand der Fremde still und lauschte vorsichtig, dann huschte er rasch über den erhellten Weg. Fortsetzung folgt. * Neues Eisenbahnunglück in Nordamerika. Auf der Chicago=Atlantic=Eisenbahn stieß am Dienstag ein Güterzug bei North Hudson in Indiana mit dem letzten Wagen eines Expreßzuges zusammen. 4 Personenwagen, darunter ein Schlafwagen, wurden umgestürzt und gerieten in Brand. 9 Passagiere fanden ihren Tod, 25 sind verletzt worden, davon 14 schwer. in Branntwein gefülltes Faß gefunden. Es war offenbar versteckt worden, um über die Nachsteuer hinweg zu kommen. Des Rätsels Lösung. In den Zeitungen wurde letzthin wiederholt die„Deutsche Zeitung" in München, die auch im hiesigen Kreise mehrere Abonnenten besaß, wegen des Unfugs festgenagelt, den dieselbe mit ihren Preisrätseln getrieben hat. Das neueste Manöver, welches dieses Blatt auf dem erwähnten Gebiete in Szene gesetzt hat, hat allerdings viel Kopfzerbrechen verursacht, aber nicht wegen des aufgegebenen eigentlichen Preisrätsels, das kinderleicht zu lösen war, sondern wegen der Bedingungen, welche den„richtigen Lösern“ geboten waren. Jeder Löser sollte nämlich drei Mark bar erhalten, sobald er sich als Abonnent des vierten Quartals d. J. ausweist. Das Abonnement beträgt aber nur eine Mark, so daß jedem Abonnenten ein Reingewinn von zwei Mark gesichert schien; denn das ausgeschriebene Preisrätsel war, wie angedeutet, so leicht zu lösen, daß jeder Leser auch sofort ein Löser werden mußte. Absolut nicht zu finden war dagegen die Lösung der Frage, wie es möglich war, daß der Unternehmer der„Deutschen Zeitung" unter solchen Bedingungen seine Rechnung finden könne. Doch auch diese Rätselfrage hat jetzt ihre Lösung gefunden. Und diese Lösung ist so einfach: Der biedere Unternehmer ist— nachdem er die selbstverständlich pränummerando zu zahlenden Abonnementsgelder erhoben und die Kautionen eingesteckt hat— einfach ausgerückt. Aus München wird nämlich folgendes gemeldet:„Durchgebrannt ist der 22 Jahre alte Zeitungsverleger Georg Furch, der eine Zeitlang mit seiner„Deutschen Zeitung", der„Neuzeit" und„Eulenspiegel“ einen ziemlichen Lärm zu machen verstanden hat. Er sollte am Samstag eine Zahlung von 17,000 K. an seinen Kompagnon, der ihm das Geld gekündigt hatte, leisten, zog es aber vor, heute früh mit 7000 M, welche er als„Kaution“ von mehreren erst kürzlich bei ihm eingetretenen jungen Leuten aufgenommen hatte, zu verduften. Sein Personal hat noch die Gehälter von ihm zu fordern. Der Konkurs ist bereits angemeldet worden und der Staatsanwaltschaft Anzeige genuc. Neueste Nachrichten. Das Reichsgericht in Leipzig hat das Elberfelder Urteil gegen den Pfarrer Thümmel in Remscheid und den Redakteur Wiemann wegen Beleidigung der katholischen Kirche aufgehoben und die Sache an das Landgericht in Kassel verwiesen. Der Militär=Untersuchungs=Ausschuß in Paris beschloß einstimmig den Ausschluß General Caffarels aus der Armee wegen Vergehens gegen die militärische Ehre. An der serbisch=türkischen Grenze kam es zu heftigem Feuergefecht zwischen 50 Arnauten und einer serbischen Patrouille. Die Arnauten wurden schließlich verjagt. Statt jeder besonderen Anzeige. Emma Merten August Heppe RRLORTE. Marten und Schwerte, im Oktober 1887. Todesanzeige. Heute morgen 4 Uhr entschlief nach langem) Leiden mein innigst ge) liebter Gatte, unser guter Vater Ch. Prockmann) im Alter von 54 Jahren Diese Trauernachricht widmen Verwandten, Freun-) ##den und Bekannten mit der Bitte um stille Teilnahme Die trauernden Hinterbliebenen. Rheinen, 12. Oktober) 1887. Die Beerdigung findet Samstag nachmittag 4 Uhr Bekanntmachung. Die nach Vorschrift des§ 26 der Landegemeinde=Ordnung vom 19. März 1856 alle 2 Jahre vorzunehmende Ergänzungswahl der Gemeindeverordneten findet für a. die Gemeinde Erzste am Samstag, den 26. November kr., nachmittags 4 Uhr anfangend, im Lokale der Wirtin Witwe Kage=Beckmann hierselbst und b. die Gemeinde Berchum am Freitag, den 25. November kr., nachmittags 3 Uhr aufangend, im Lokale des Wirts Died. Borgmann zu Berchum statt und liegen bis dahin die Verzeichnisse der stimmberechtigten Gemeindeglieder anf dem Amtsbüreau zur Einsicht der Beteiligten offen. Die Reihe des Ausscheidens trifft in: a. der Gemeinde Ergste den in der I. Abteilung gewählten Herrn Gutsbesitzer Fr. Althoff zu Ergste und den in der II. Abteilung gewählten Herrn Gutsbesitzer Ludwig Bormann daselbst; b. der Gemeinde Berchum den in der II. Abteilung gewählten Landwirt Herrn Fr. Brenne zu Berchum und den in der III. Abteilung gewählten Landwirt Herrn Died. Hüsecken zu Tiefendorf. Die Ergänzungswahlen werden von denselben Abteilungen vorgenommen, von denen die Ausscheidenden gewählt worden sind. Zur Teilnahme an der Wahl sind diejenigen Mitglieder der Gemeinde berechtigt, welche I. preußische Uuterthanen und selbständig sind (als selbständig wird derjenige angesehen, welcher das 24. Lebensjahr vollendet und einen eigenen Hausstand hat); II. seit einem Jahre: 1. keine Armenunterstützungen aus öffentlichen Mitteln empfangen, “ 2, die sie betreffenden Gemeindeabgaben gezahlt haben, und 3. a in dem Gemeindebezirk mit einem Wohnhause angesessen sind und von ihren daselbst gelegenen Grundbesitzungen einen Grund= und Gebäudesteuer Betrag von mindestens 6 M(in der Gemeinde Berchum 3 M) entrichten, oder b ihren Wohnsitz im Gemeindebezirke haben und außerdem entweder zur Einkommensteuer oder mit einem Jahresbetrage von mindestens 6 M zur Klassensteuer veranlagt sind. Zur I. Abteilung gehören in der Gemeinde Ergste diejenigen, welche 736,14 K und mehr, zur II. Abteilung diejenigen, welche 172,55 K. bis 608,04 M inkl. an direkten Staatssteuern und Gemeindeabgaben entrichten.„. I Mhtzeslung Hiei In der Gemeinde Berchum gehoren zur 1. Ableilung biejenigen, welche 250,95„ und mehr, zur II. Abteilung diejenigen, welche 95,01 M bis 232,95 M inkl. an direkten Staatssteuern und Gemeindeabgaben entrichten. Herschsiat Die III. Abteilung umfaßt aule uorigen stimmberichtigten Gemeinbegieberz..„.#.##. hurd einss Zur Teilnayme an den Wahlen wiro hierburch eingelaben. Ergste, den 11, Oktober 1887. Der Ehrenamtmann: Bormann. statt. 6 Gottesdienste. Schwerte. Größere evangelische Kirche: Sonntag, den 16. Oktober 1887. Hauptpr. 10 Uhr: Past. Heinenberg. (Abendmahl.) Nachm. 2 Uhr: Kindergottesdienst. Past. Graeve Amtswoche: Past. Heinenberg. Reformierte Kirche: Vorm. 10 Uhr: Past. Terberger. Westhofen. Vorm. 10 Uhr: Past. Falkenberg. Nachm. 2 Uhr: Kindergottesdienst. Gustav=AdolfsFrauen=Verein. Montag, den 17. Oktober, abends ½8 Uhr. Selanntmachung Durch landrätliche Bekanntmachung vom 25. Juni kr. ist die Räumung der Bäche und Abzugsgräben bis zum 20. dieses Monats angeordnet worden. Indem wir dies hierdurch in Erinnerung bringen, bemerken wir gleichzeitig, daß nach Ablauf der Frist eine Besichtigung stattfindet und bei unterlassener oder nicht ordnungsmäßig ausgeführter Räumung gegen den zur Räumung Verpflichteten eine Exkutivstrafe von 6 Mk. festgesetzt, außerdem aber die Räumung auf Kosten des Säumigen ausgeführt werden wird. Schwerte, 13. Oktober 1887. Die Polizeiverwaltung. I. V.: Stadtrat: o. Eberstein. Oeffentliche Sitzung der Stadtverordneten Samstag, den 15. dfs. abends 5 Uhr. Tages=Ordnung: 1. Antrag auf Niederschlagung von Steuern. 2. Baugesuch des Herrn Ferd. Meyer. 8. Antrag auf Verlegung eines Weges. 4. Antrag auf Wahl eines Mitgliedes zur EinquartierungsKommission. 5. Mitteilung eines Schreibens des Magistrats zu Dortmund. 6. Mitteilung des Protokolls über Revision der städt. Kassen. 7. Bericht der Waldkommission betreffend Pflanzkamp. 8. Antrag auf Anlegung einer Mauer. Schwerte, 13. Oktober 1887. Der Stadtverordneten=Vorsteher: Carl Haver. 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An der heutigen Getreidebörse herrschte feste Tendenz und ist der Umschwung zu einem besseren Geschäftsgang unverkennbar. Die Umsätze hielten sich noch in bescheidenen Grenzen mit Rücksicht auf die durch den Wasserstand des Rheins erschwerte Zufuhr. Es notieren: Weizen westf. 16.25 bis 16,50 M, do. fremder 17,00 bis 18,50 M. Roggen westf. 12,25 bis 13,00 M, do. fremder 12,75—13,75 M, Hafer 11,50—12,25 J, Weizenvorschuß 22,50—24,00 K, Roggenvorschuß 17,75—19,50 M.— Alles per 100 Kilo frachtfrei hier. Viehmärkte. Hagen, 12. Okt. Faselschweinmarkt bei Herrn Rob. Lichtenhagen am Markt: Dem gestrigen Markte waren ca. 150 Stück, hauptsächlich größere Faselschweine zugetrieben. Der Handel war lebhaft, da fast der ganze Zutrieb abgesetzt wurde. Die Preise stellten sich je nach Größe auf 20—25—30 M per Stück.— Schlachtviehmarkt: Der Auftrieb von fetten hiesigen und Münsterländer Speckschweinen bei den Gastwirten Wilh. Humpert(früher Hassel) und Aug. Goost am Berg.=Märk. Bahnhof belief sich auf 130 Stück, welche mit 44—46—48### per 100 Pfund Fleischgewicht an der Wage bezahlt wurden.— Nächster Wochen=,Schlachtund Faselschweinmarkt: Dienstag, 18. Oktober Dortmund, 12. Okt. Zum heutigen Zucht= und Faselviehmarkt waren aufgetrieben: 208 tragende und frischmilchende Kühe u. Rinder, ca. 300 Schweine resp. Ferkel und 33 Pferde. In Hornvieh stand fast nur Mittelware zum Verkauf. Der Handel war schleppend, der Absatz gering. Das letztere ist auch vom Schweinemarkt zu sagen. Die Geringfügigkeit der Zufuhr ist zurückzuführen auf die in den letzten Tagen abgehaltenen jüdischen Feiertage, derentwegen viele Händler und Käufer dem Markte fern blieben. Sechswochenferkel kosteten 1,75—2,25# per Woche, vierteljährige Faselschweine 24—30 K, halbjährige 33 bis 38# per Stück. Auch in den wenigen Pferden war der Handel belanglos. Nächster Markt am Mittwoch, 19. Oktober. Viehmarkt zu Soest am Donnerstag, den 3. November. Wechsel= und Geld=Kurse. ron der Heydt=Kersten und Söhne. Elberfeld, 12. Oktbr. 1887. Kurse in Reichsmk. Briefe. Geld. 169,15 168,.55 Amsterdam.. k.S. Sentag, den d. Du. tober, findet bei mir BALL statt. stav Fütter, Hennen. Dr. Hartung, Frauenarzt, fr. Assistent d. Hrn. Prof. Beit zu Bonn. Dortmund, Märkischestraße 2. London Paris 2M. k.S. 2M. I.S. 2M. Antw. u. Brüssel k. S. 2M. Basel u. Zürich k.S. 2M. Ital. Hauptbankpl. k.S. Geldsorten. Zwanzigfranks=Stücke# Sovereigns Fänfranks=Stücke, 80,60 80,65 167,70 204,60 204,10 202.30 80,.20 79/80 80.25 79.75 80,15 79,65 79.55 16.10 G. 90.20 G. 4.00 C.