Kreisblart im Grundden Namen Schwerte 685/390 9 Uhr, versteigert für den Tandkreis Vortmund und den Frreis Görde. Abonnements=Preis pro Quartal 1 Mark 50 Pfg. Erscheint Dienstags, Donnerstags und Samstags. Wöchentlich eine Gratisbeilage„Familienfreund“. Insertionsgebühr für die sechsspaltige Zeile oder deren Raum 10 Pfg. außerhalb des Leserkreises 15 Pfg.; Reklamen 30 Pfg. Redaktion, Druck und Verlag von Carl Braus in Schwerte. No 86. Schwerte, Dienstag, 19. Juli 1887. 20. Jahrgang. it und einer agt. AusGrundbuchindstücke beigen können 1 nicht von VorhandenEintragung ndere derarn Hebungen r der Auffalls der laubhaft zu s geringsten des Kaufzurücktreten. stücke beanrsteigerungsn, widrigenig auf den wird 9 Uhr, ericht. T. 6 3½ Uhr, i Neumarkt berst. teren Waschen Wert der endung nicht che ihnen ehl gewährt. itoritäten anit die Waschohne Bleiche ias Waschen, und verbleibt von Metallen angepriesenen In keine der Paketen, auf ben in allen ferren Gust. C. Lethaus tte Kaffee. ebrahch bei len der Verbei SäugErsatz für arrheischen Wirkung Leitung des torstehengusta- Hosusserordentdt. Kedicinische 1885.) u1 Mk. 2.50 " 1.30 0.50 handlungen Erfolge auf Amtliche Bekanntmachungen. Polizei=Verordnung. Auf grund des§ 11 des Gesetzes über die Polizei=Verwaltung vom 11. März 1850 verordnen wir hierdurch zur Verhütung von Unglücksfällen bei dem Gebrauche landwirtschaftlicher Maschinen für den Umfang unseres Verwaltungsbezirkes was folgt: § 1. Bei jeder im Gebrauche stehenden, durch ein Göpelwerk oder durch andere Betriebsvorrichtung 2c. in Bewegung gesetzten landwirtschaftlichen Maschine muß eine Vorrichtung(Gehäuse, Kasten oder Mantel) vorhanden sein, welche das Räderwerk der Maschine einschließlich Welle und Spindel, beim Betriebe so vollständig umschließt, daß außen stehende Personen von den Teilen des Werks nicht berührt oder ergriffen werden können. § 2. Bei Dreschmaschinen muß das am sogenannten Dreschkasten befindliche Triebrad beim Gebrauche der Maschine mit einem völlig deckenden Gehäuse umschlossen sein. Außerdem ist das Mundloch am Dreschkasten jeder Dreschmaschine mit einer festen mindestens 20 Zentimeter hohen Einfriedigung zu versehen, durch welche ein Fehltritt des daselbst beschäftigten Arbeiters verhindert wird. § 3. Die Nichtbefolgung der in den vorstehenden §§ 1 und 2 enthaltenen Vorschriften wird mit einer Geldstrafe bis zu 30 M für jeden Uebertretungsfall, eventuell verhältnismäßiger Haft bestraft. § 4. Die in unserem Amtsblatt pro 1863 Seite 11 Nr. 20 und pro 1878 Seite 151 Nr. 362 abgedrukten Polizei=Verordnungen vom 2. Januar 1863 und 4. Juni 1878 werden hiermit aufgehoben. Arnsberg, 6. Juni 1883. Königliche Regierung, Abteilung des Innern. Keßler. *„* Auf die vorstehende Polizei=Verordnung wird hiermit aufmerksam gemacht. Dortmund, 7. Juli 1887. Der Landrat: v. Rynsch. Polizei=Verordnung. Auf grund des§ 11 des Gesetzes über die Polizei=Verwaltung vom 11. März 1850 verordnen wir hierdurch zusätzlich zu unserer Polizei=Verordnung vom 6. Juni 1883(A.=Bl. St. 24 Nr. 367, S. 175), betreffend Verhütung von Unglücksfällen bei dem Gebrauche landwirtschaftlicher Maschinen, für den Umfang unseres Verwaltungsbezirks was folgt: Falls das auszudreschende Getreide durch eine Bodenluke der Dreschmaschine zugeführt wird, ist die letztere so aufzustellen, daß die Einlegeöffnung mindestens 1 Meter seitwärts von demjenigen Raume liegt, welcher sich senkrecht unter der Bodenluke befindet. Ausnahmsweise darf da, wo die Tenne so niedrig ist, daß zwischen dem Dreschkasten und der Balkenlage des Bodens nicht ein Raum von 2 Meter Mahnung. Nicht im Schmerz die Hände ringen, Zum Gebet sollst du sie falten; So nur wird es dir gelingen Ganz und immer zu besiegen Die dämonischen Gewalten, Die im Schmerz verborgen liegen. Eulalia Merx. Am weißen Kreuz. (Fortsetzung.) Die Freunde verbrachten einen gemütlichen Abend beisammen; und dann sah der Arzt erst nochmals nach dem Zustande des Verletzten, bevor er das Schloß verließ. Stolzmann stöhnte bei dieser Gelegenheit ganz entsetzlich und flüsterte dem Mediziner= zu, als dieser sich zu ihm hernieder bückte:„O, Herr Dorktor, sorgen Sie dafür, daß ich bald wieder laufen und ungehindert das Schloß verlassen kann, und ich verspreche Ihnen einen fürstlichen Lohn!“ Der Arzt lachte.„Bemühen Sie sich nicht!“ antwortete er laut.„Das Schloß sollen Sie wahrscheinlich schon morgen verlassen und in betreff der Wunde brauchen Sie keine sonderliche Sorge zu hegen. Wenn ich Ihnen aber einen guten Rat erteilen kann, so ist es der: in sich zu gehen und ein freimütiges Bekenntnis abzulegen, was Ihr Gewissen belastet; das wird wohl das heilsamste und zweckmäßigste sein, was Sie thun können.“ Damit verließ er den Sünder, dem allem Anscheine nach höchst unbehaglich in seiner Lage zu Mute war und der gewiß das Schlimmste lieber ertragen hätte, als daß er sich in der Gewalt des Herrn von Welling wissen mußte, den er Jahrelang so schwer geärgert und so viel durch sein Thun verhöhnt hatte. Am andern Morgen in aller Frühe schickte der Rittergutsbesitzer dem kompetenten Gericht eine Anzeige, in welcher er nicht allein den jahrelangen Diebstahl erwähnte, sondern auch den Versuch des Diebes hervorhob, ihn zu Boden zu schlagen und wie er aus Notwehr dem Verbrecher eine Kugel in den Leib geschickt habe. Schließlich wies er auf den Mord des Barons Hugo von Lenzig hin und gab an, daß sich der Böttcher Stolzmann vor ihm und dem Arzt gegenüber dringend verdächtig gemacht, jene schwarze That ausgeführt zu haben. Da Stolzmann nach dem ärztlichen Gutachten transportfähig war, ohne daß sein Leben dadurch in Gefahr geriet, so mußte er zu Wagen nach der Stadt gefahren und dort dem Kriminalgericht überliefert werden. Der sonst so freche Mensch brach beinahe zusammen, als er nun erfuhr, daß man Ernst mit ihm mache und er nicht allein eine Anklage wegen Holzdiebstahls Höhe bleibt, die Einlageöffnung sich, wenn auch nicht unter der Mitte, so doch unter dem Rande der Bodenluke befinden. In diesem Falle muß als weitere Schutzvorrichtung quer über die Bodenluke ein nicht verschiebbares Brett von derselben Breite wie die Einlageöffnung aufgelegt werden, welches verhindert, daß ein durch die Bodenluke stürzender Mensch in die Einlageöffnung fallen kann. Rutschbahnen, mittels welcher die Zuführung des Getreides vom Boden zur Dreschmaschine stattfindet, sind so anzulegen, daß zwischen der Stelle, an welcher das Getreide auf den Dreschkasten niederfällt und der Einlegeöffnung ein Raum von mindestens 1 Meter bleibt. Die Nichtbefolgung dieser Vorschrift wird mit einer Geldstrafe bis zu 30 Mark für jeden Uebertretungsfall event. verhältnismäßiger Haft bestraft. Arusberg, 13. Juni 1887. Königliche Regierung, Abteilung des Innern. Settemaier. *„ Auf, die vorstehende Polizei=Verordnung wird hiermit aufmerksam gemacht. Dortmund, 7. Juli 1887. —„ Der Landrat: v. Rynsch. Bekanntmachung. Auf den Kommunalsteuerzetteln für die Gemeinden Brackel, Cörne und. Wambel pro 1887/88 ist die Reklamationsfrist unrichtig angegeben. Reklamationen gegen die diesjährige Kommunalsteuer=Veranlagung können bei mir angebracht werden: 1. für die Gemeinde Brackel bis zum 11. August kr. 2.„„„ Cörne„„ 11.„„ 3.„„„ Wambel„„ 12.„„ Brackel, 14. Juli 1887. Der Amtmann: Schulze=Vellinghausen. Fürst Ferdinand von Bulgarien, denn das ist er dem Namen nach nun wirklich, da er in Schloß Ebenthal aus den Händen der bulgarischen Huldigungsdeputation die Urkunde über seine Wahl durch die Nationalversammlung in Tirnowa entgegengenommen hat, hat sich nicht entschließen können, wie die Bulgaren es wünschten, sofort nach Sofia zu kommen. Höflich und liebenswürdig hat er den Herren gesagt, er werde kommen, sobald alle Mächte seine Wahl gemäß dem Berliner Vertrage anerkannt, sobald es gelungen, besonders Rußland, dem Bulgarien so viel verdanke, zu gewinnen. Weder diese Worte, noch ein Toast des Prinzen auf Bulgarien bei dem dem Empfange folgenden Diner haben aber die Deputation vollständig befriedigt. Wenn sie die Sachlage und ihre heimischen Verhältnisse unter erschwerenden Umständen, sondern auch wegen des Ueberfalls gegen Welling zu erwarten habe und außerdem ihm die Beschuldigung in betreff der Ermordung des Barons von Lenzig winke. Doch das Gericht nahm auf die Wunde des Verletzten Rücksicht und ließ ihm die volle Krankenpflege zu teil werden, die dem Untersuchungsgefangenen gegenüber gebräuchlich ist. Die Denunziation des Herrn von Welling erfuhr eine gründliche Prüfung und einen genauen Vergleich mit den Todesermittelungs=Verhandlungen über Lenzig, den Untersuchungsakten gegen Hollberg; und dabei stellte sich allerdings heraus, daß in dem Versuch Stolzmanns, den Herrn von Welling von sich fern zu halten, viel Aehnlichkeit mit der Situation lag, in welcher sich der Baron von Lenzig ehemals, kurz vor seinem Tode befunden haben mußte. Die Verhöre mit dem Angeschuldigten begannen. Stolzmann zeigte sich äußerst bestürzt, als er nach dem Baron Hugo von Lenzig gefragt wurde; aber schnell drängte er jede Gewissensregung zurück und legte sich aufs Streiten. Einige Tage befand er sich schon in Haft, als er den Besuch seiner Gattin empfing, die er nur in Gegenwart eines Beamten sprechen durfte. Diese benahm sich äußerst gedrückt und raunte ihm einmal über das andere zu:„Siehst Du, ich habe es Dir immer gesagt! Du hattest es nicht nötig. Nun wird wohl alles an das Tageslicht kommen und sie lassen Dich nicht wieder frei.“ Der Beamte, welcher das Gespräch der Gattin überwachte, fand ihre Unterhaltung so verdächtig, daß er bei dem Untersuchungsrichter Anzeige erstattete, infolgedessen die Frau vernommen wurde. Sie sagte jedoch nichts Gravierendes aus, stützte sich vielmehr auf das Recht, ihr Zeugnis dem Ehemanne gegenüber verweigern zu können. Hatte nun der Besuch der Gattin und die damit verknüpft gewesene Aufregung die Schuld daran, war der Gefangene vom Anstaltsarzt vernachlässigt worden, oder hatte er die ihm erteilten Vorschriften nicht richtig befolgt, genug, mit einem Male hatte seine Wunde ein höchst bedenkliches Aussehen angenommen, sie bereitete ihm die heftigsten Schmerzen und war arg geschwollen. Der Anstaltsarzt zuckte bedenklich und doch mit einer großen Gleichgültigkeit die Achseln. Stolzmann führte Beschwerde über den Arzt, die indessen nicht als begründet befunden wurde; doch erfuhr er, daß ihm gestattet sein würde, sich auf eigene Kosten einen Arzt nach seinem Belieben kommen zu lassen. Der Böttchermeister schrieb an seine Frau und bat, ihm unter allen Umständen schleunigst den Doktor senden zu wollen, der ihn im Schlosse Hochburg behandelt habe. Zu diesem allein hege er ein unumschränktes Vertrauen und er sei fest überzeugt, derselbe genau erwägen, so müssen sie freilich zugeben, daß bei einer bulgarischen Thronbesteigung Vorsicht und Klugheit eine große Hauptsache ist. Den Prinzen Ferdinand gelüstet es jedenfalls nicht, wie Fürst Alexander bei Nacht und Nebel aus seinem Palaste in Sofia nach der Donau geschleppt zu werden. Sagen sich die bulgarischen Herren das, berücksichtigen sie, daß die Zustände in Bulgarien noch keine geschlossene Volkseinheit in allen politischen Fragen darbieten, so müssen sie zu dem Schluß kommen, daß ein flotter Husarenritt des Fürsten Ferdinand ins bulgarische Land zwar eine recht romantische That sein würde, die indessen doch über kurz oder lang ein schlimmes Ende nehmen könnte. Auf der anderen Seite ist die Verstimmung der Deputation aber auch erklärlich. Nicht nur sie, ganz Bulgarien erwartete die sofortige Reise des Fürsten nach Sofia. Wer weiß, welche Folgen ein Aufschub haben kann; ob Prinz Ferdinand überhaupt noch dazu kommt, Bulgarien wirklich zu regieren? In Bulgarien kann ebenso leicht ein Protest gegen die Verzögerung der Entscheidung entstehen, wie die Großmächte die Anerkennung versagen können. Die alte Ungewißheit besteht noch fort. Diese Thatsache erklärt den leisen Groll der Deputation aus Sofia. Fürst Ferdinand hat zu der Deputation in einer Weise gesprochen, die selbst den Zaren befriedigen könnte. Er will ein weiteres thuen, er will nicht nur den Kaiser Franz Joseph, sondern auch Alexander III., wenn dies irgend möglich, persönlich bitten, seine Einwilligung zu geben. Wie die Dinge liegen, ist und bleibt der Erfolg aber ungewiß. Der Zar hat nicht das geringste gegen die Person des Fürsten Ferdinand, um so mehr aber gegen die Männer, denen letzterer seine Wahl verdankt. Rußland will ein für allemal den Selbständigkeitsgedanken der Bulgaren brechen; deshalb erkennt es keinen Regierungsakt der jetzigen Regentschaft und Nationalversammlung, also auch die eben vollzogene Wahl, nicht an. Man meint hier und da, es würde dem Prinzen Ferdinand vielleicht gelingen, durch bindende Versprechungen den Zorn des Zaren zu versöhnen; aber wer Alexander III. genauer kennt, weiß, daß sich werde ihm sofort helfen, während er unter den Händen des Anstaltsarztes in wenigen Tagen seinen Geist aufgeben müsse. Frau Stolzmann kam den Wünschen ihres Gatten bereitwillig nach, der Doktor Hagen wurde von ihr aufgesucht und so lange mit Bitten bestürmt, bis er sich zu einen Besuch des Kranken im Gefängnis bereit erklärte. Der Gefangene atmete auf, als er den Doktor Hagen an seiner Seite erblickte; von diesem erhoffte er Hilfe. Der sehr gescheidte Mediziner erklärte, nachdem er den Gefangenen genau untersucht, die Wunde sei äußerst vernachlässigt; er halte sich jetzt außer Stande, bestimmt für die Heilung gut zu sagen, im Gegenteil: er befürchte das Allerschlimmste. Dieser Ausspruch warf den Gefangenen zu Boden, er schrie: man morde ihn, das Gericht habe ihn auf dem Gewissen, er wolle vernommen sein und eine Beschwer de an den Justizminister zu Protokoll geben. Vergeblich suchte ihn der Arzt zu beruhigen. Um Gottes Barmherzigkeit flehte er den letzteren an, ihm das Leben zu erhalten, koste es, was es wolle. „Sie fürchten sich so ungeheuer vor dem Tod?“ fragte der Arzt voll Teilnahme. „Vor dem Tode nicht!“ erwiderte der Böttcher. „Aber seit ich so hilflos und elend daliege, sind mir allerlei Gedanken an ein Jenseits gekommen; ich habe sonst immer gemeint, wenn der Mensch den letzten Atemzug gethan habe, sei auch alles aus mit ihm, doch vielleicht ist es dennoch wahr, daß es ein ewiges Fortleben gibt.“ „Ja, ganz gewiß ist dies so! Wie können Sie auch nur im mindesten daran zweifeln? Lehrt nicht das Kleinste in der Natur, daß es ein Auferstehen gibt?“ Der Böttcher war offenbar schon in jenen Zustand verfallen, in welchem das böse Gewissen dem Verbrecher keinen Augenblick mehr Ruhe läßt und ihn beständig daran mahne, daß er einer Ewigkeit entgegengehe, die ihm den Lohn für seine schauerlichen Thaten bringen müsse. Er ergriff die Hände des Arztes und sprach leise:„Ich möchte Ihnen so gern etwas offenbaren; aber ich fürchte mich. Und doch glaube ich, daß es mir gut wäre, wenn ich mich eines Geheimnisses entledigte.“ „Ich kenne es wohl schon, mein Freund,“ entgegnete der Arzt. Sagen Sie mir, kann ich nicht geheilt werden?“ „Das spreche ich nicht ab.“ „Wollen Sie mich denn wieder herstellen, wenn ich Ihnen mein Inneres vollständig ausschütte?“ „Ich habe keinerlei Interesse an Ihren Geständnissen; beichten Sie vor dem Richter oder dem Gefängnisgeistlichen. Selbstverständlich werde ich thun, was in meinen Kräften steht, um Sie zu heilen.“ auch auf diesem Wege große, große Schwierigkeiten auftürmen. Und der Prinz hat doch nicht nur auf den Zaren Rücksicht zu nehmen, sondern erst recht auf Bulgarjek. Zu alledem kommt, daß die Mächte sich'„scheuen, Rußland vorzugreifen. Die Türkei hat bereits eine die Wahl betreffende Note an die Mächte gerichtet; aber wie verlautet, werden die meisten Antworten sich vorläufig ausweichend halten. Von dieser Seite hat Prinz Ferdinand schwerlich viel zu erwarten, wenn auch niemand etwas gegen seine Person einzuwenden hat. Er muß selbst sein Heil in Petersburg versuchen. Gelingt es ihm nicht, den Zaren umzustimmen, so würde die Fürstenwahl für ihn nur ein schöner Traum bleiben. Die Bulgaren ihrerseits sind aber entschlossen, wenn auch diese Wahl sich schließlich zerschlagen sollte, einen provisorischen Regenten zu wählen und diesen an des Staates Spitze zu stellen. Dem Berliner Vertrage entspricht das nicht, aber Not bricht Eisen. Deutsches Reich. Der Aufenthalt auf der Insel Mainau ist dem Kaiser sehr wohl bekommen. Die Ruhe und Stille haben den greisen Herrn sehr gekräftigt, so daß nunmehr über die Reise nach Gastein die näheren Bestimmungen haben getroffen werden können. Heute Montag mittag verläßt der Kaiser die Mainau und fährt auf dem Bodensee nach dem Lindau gegenüberliegenden österreichischen Bregenz, wo ein Aufenthalt von 1¼ Stunde genommen wird. Von da reist der Kaiser mit der Arlbergbahn nach Innsbruck, steigt dort im Tiroler Hof ab und setzt am Dienstag die Reise nach Gastein fort, wo die Ankunft am Nachmittag desselben Tages erfolgt. Samstag nachmittag empfing der Kaiser in Mainau den Besuch des Königs von Württemberg. Abends war im Schlosse eine Theatervorstellung. Sonntag wohnte der Kaiser dem Gottesdienste bei. Prinz=Regent Luitpold von Bayern wird heute Montag im Hafen von Bregenz den Kaiser Wilhelm auf dessen Reise nach Gastein begrüßen. Der Arzt erfüllte seine Pflicht.— Trotz der Krankheit des Gefangenen wurde er häufig verhört und wohl gerade, weil man fürchtete, der Tod könne ihn dahinraffen, bevor es festgestellt war, ob er den Baron Hugo von Lenzig ermordet habe. Die Zeugnisse des Doktor Hagen und des Herrn von Welling waren sehr gravierend für ihn und auf Grund derselben trieb ihn der Jnquirent in einer Weise in die Enge, daß er wohl einsehen mußte, es bleibe ihm nichts weiter übrig, als ein Geständnis abzulegen. Eines Vormittags, als ihm seine Wunde wieder gräßliche Schmerzen bereitete und der Pfarrer längere Zeit bei ihm gewesen war, um ihn zu ermahnen und zu bekehren, ließ er durch den Gefängniswärter den Untersuchungsrichter bitten, mit ihm zu verhandeln; er sei willens, ein offenes Geständnis abzulegen. Kaum eine Viertelstunde später befand er sich im Verhör. Der Inquirent richtete eine lange und ernste Ermahnung an ihn. „Bemühen Sie sich nicht länger!“ bat darauf der Inkulpat. „Was ich verbrochen habe, werde ich jetzt ohne Rückhalt bekennen; vielleicht daß ich dann den Frieden der Seele zurückerlange. So habe ich doch keine ruhige Minute auf Erden, und wenn man allgemein vor meinem düsteren Blick, meinem finstern und abstoßenden Wesen zurückschrickt, so seien Sie versichert, daß nichts anderes als die Qualen meines Gewissens mir das Gepräge eines verworfenen, mit sich selber zerfallenen Menschen gegeben haben. „Ja, Herr Gerichtsrat, ich will zugestehen, daß damals vor etwa fünf Jahren der junge Baron von Lenzig durch meine Hand gefallen ist und mit demselben Knüttel erschlagen wurde, den ich gegen den Herrn von Welling schwang. Ich haßte die ganze Familie des Barons ihres gräßlichen Hochmuts wegen, besonders aber die jungen Herren. Daß ich mir immer aus ihren Schonungen die jungen Bäumchen zu meinem Gebrauch holte, geschah im Anfange mehr, um sie zu ärgern, als einen Vorteil daraus zu ziehen. Erst mit der Zeit sah ich ein, daß mir diese Weise, Arbeitsmaterial anzuschaffen, einen bedeutenden Gewinn brachte. „An jenen verhängnisvollen Abend befand ich mich schon an und für sich in einer erregten Stimmung; ich hatte im eigenen Hause Aerger gehabt, deshalb ging ich auf dem Grund und Boden des Barons auch wohl nicht so vorsichtig zu Werke wie sonst. Der junge Herr mit der Büchse in der Hand, überraschte mich, als ich eben erst im Begriffe stand, das erste Bäumchen zu fällen. Er legte die Büchse auf mich an. „Das empörte mich, ich erhob den Knüttel, nur um ihm Respekt einzuflößen. „Er schoß und verwundete mich am Fuß.“ (Fortsetzung folgt.) Wie jetzt erst bekannt wird, waren für die Sicherheit des Extrazuges, mit dem der Kaiser von Koblenz nach Konstanz gereist war, beson dere Vorsichtsmaßnahmen getroffen worden, da einige in Groß=Gerau in Hessen verteilte Zettel mit der Nachricht, daß der Kaiser in der Nacht vom Mittwoch auf Donnerstag durchpassieren werde, Verdacht bei der Polizei erregten. Die Bahnstrecke Mainz=Darmstadt wurde bewacht, und eine Lokomotive fuhr dem kaiserlichen Zug voraus. Es hat sich indessen nicht das mindeste Verdächtige gezeigt. Ueber die Gesundheit des deutschen Kronprinzen bringt ein Londoner medizinisches Fach blatt folgende authentische Mitteilung:„Der Kronprinz hat höchst zufriedenstellende Fortschritte auf dem Wege völliger Heilung gemacht. Seine Stimme hat viel an Stärke und Resonnanz gewonnen und ist beinahe völlig frei von Heiserkeit. Er kann dieselbe in gewöhnlicher Konversation ohne Ermüdung gebrauchen, darf aber, wie leicht begreiflich, dieselbe noch nicht sehr anstrengen. Es existiert noch immer eine leichte Kongestion des Kehlkopfes. Die Aktion der Stimmbänder ist jedoch gegenwärtig völlig hergestellt mit Ausnahme des linken Bandes, welches an der Stelle, wo der Auswuchs war, eine kleine Unebenheit zeigt. Nichts außergewöhnlicher Natur ist gegen wärtig dort sichtbar, außer einer kleinen Erhöhung, welche dem Sitze der Wurzel der kleinen Warze entspricht und diese Basis oder dieser Stumpf ist allem Anscheine nach in einem Sta dium völliger Ruhe und zeigt weder Zeichen von Entzündung, noch von Nachwuchs. Der Prinz Wilhelm von Preußen empfing am Samstag im Marmorpalais in Potsdam den Prinzen Devamongse von Siam, welcher dem Prinzen den für den Kaiser bestimmten höchsten siamesischen Orden übergab. Der asiatische Prinz empfing auch den Besuch des Grafen Herbert Bismarck. In Berliner politischen Kreisen gibt man sich der Hoffnung hin, daß nunmehr, nachdem das Nationalfest in Frankreich verhältnismäßig ruhig verlaufen, eine gewisse Ruhe in die Gemüter der Franzosen einkehren wird und glaubt dies um so eher, als auch die Deputiertenkammer jetzt in die Ferien gehen wird. Ob die Ruhe eintritt, wird sich ja bald zeigen; wir sind pessimistisch genug, es nicht zu glauben. Der Skandal, die Hetzerei, ist die Lebensbedingung der Schreier und das französische Volk ist nur zu geneigt, auf die Maulhelden mehr zu hören, als auf die ruhigen, besonnenen Stimmen. Daß an eine Wiederbesetzung des seit sechs Jahren vom Fürsten Bismarck geleiteten, thatsächlich vom Staatssekretär von Boetticher verwalteten Handelsministeriums gedacht wird, scheint allerdings begründet zu sein. Heißt es doch, daß das Hütten=, Berg= und Salinenwesen vom Ministerium der öffentlichen Arbeiten abgezweigt und mit dem Handelsministerium wieder vereinigt werden solle, für dessen Unterbringung die vom preußischen Fiskus kürzlich angekauften Grundstücke in der Leipzigerstraße 1 und 2 bestimmt seien. Zugleich mit der Bergabteilung werden vom Arbeitsministerium abgetrennt und dem Ressort des Handelsministers überwiesen: die geologische Landesanstalt, die Bergakademie mit der Bergwerksbibliothek und dem Museum für Bergbau und Hüttenkunde, die Kgl. chemischtechnische Versuchsanstalt und die verschiedenen Prüfungskommissionen über die Befähigung zu den technischen Aemtern bei den Bergbehörden des Landes und der Hauptstadt. Ueber die Persönlichkeit, der das solchergestalt erweiterte Ministerium übertragen werden dürfte, werden allerlei Vermutungen aufgestellt, die das eine erkennen lassen, daß niemand etwas Bestimmtes zu melden weiß. Das aus sieben Personen bestehende Berliner sozialdemokratische Zentrakomitee ist in der Nacht zum Samstag durch die Polizei aufgehoben und die Mitglieder verhaftet worden. Das Zentralkomitee bildete die Spitze der geheimen Organisation der Berliner Sozialdemokratie, jedes Mitglied dieses Komitees hatte besondere Funktionen. Dem einen lag die Organisation der Verteilung des„Sozialdemokraten“ ob, der andere hatte die Kassengeschäfte zu leiten, der dritte die Geldunterstützungen an die Ausgewiesenen festzusetzen und zu übermitteln. Das Zentralkomitee organisierte auch die Verbreitung der sozialdemokratischen Flugblätter und spielte eine Art Ueberwachungskomitee über die sozialistischen Abgeordneten und deren Thätigkeit innerhalb und außerhalb des Parlamentes. In das Zentralkomitee wurden nur solche Sozialdemokraten gewählt, die in der Oeffentlichkeit absolut nicht hervorgetreten waren. Die Ausrüstung der gesamten deutschen Infanterie mit dem Repetiergewehr wird schon am 1. Oktober d. I. beendet sein. Oesterreich. Das österreichisch=ungarische Pferdeausfuhrverbot ist für den größeren Teil der Zollämter der Monarchie außer Kraft gesetzt worden. Frankreich. Nachdem es den Pariser Boulangisten am Nationalfesttage nicht gelungen ist, dem planmäßig vorbereiteten Aufstand gegen den Präsidenten Grevy in Szene zu setzen, rächen sich ihre Blätter durch wütende Ausfälle und erbärmliche Schimpfereien gegen Grevy und den Kriegsminister Ferron. Sie werfen Grevy Feigheit vor. Es ist allerdings wahr, daß Grevy auf der Fahrt zur und von der Parade am Nationalsesttage einen anderen Weg einschlug, als die Skandalbanden erwartet hatten. Aber sollte das Oberhaupt Frankreichs mit Gewalt einen ernsten Zusammenstoß provozieren? Die Wut der Boulangisten rührt auch vor allem daher, weil sie mit ihrem Toben bei der großen Volksmenge wenig oder keinen Anklang fanden. Sie elbst haben freilich genug Lärm gemacht, aber Déroulédes Horde bedeutet noch nicht Paris! Uebrigens wird gehofft, daß nun bald eine Beruhigung der aufgeregten Gemüter eintreten wird, zumal der Schluß der Kammern nah bevorsteht. Von den wegen Beschimpfung Grevys Verhafteten ist einer ein Advokat beim Appelhofe; die übrigen „Patrioten“ gehörten überwiegend dem Stande der Köche, Kellner, Fleischergehilfen, Handlanger und Lehrlinge an, denen diesmal in ihrem dunklen Drange auch eine Köchin, Nauens Jeanne Nikos, Beistand geleistet hat. Die Pariser Blätter bringen ein Schreiben Boulangers an den Deputierten Laur, worin sich der General für die ihm bei seiner Abreise dargebrachten Demonstrationen bedankt. Es genüge ihm, mit denjenigen vereint zu bleiben, welche Frankreich geachtet wissen wollten und welche das Vaterland über Parteiintriguen und Einzelinteressen stellen wollten. Er habe nur das eine Ziel den Franzosen zugerufen, daß sie den Kopf hoch halten könnten und müßten; das sei die einzige Haltung, die einem Volke, wie dem französischen, zukomme. Boulanger hat übrigens aus purem Aerger am Nationalfesttage in Clermont keine Parade abgehalten. Die Nachricht von einer Erkrankung ist Fabel. General Boulangers Schreiben hat in der Pariser Presse einen förmlichen Sturm hervorgerufen, sie erblicken darin ein politisches Programm, das ein General nicht veröffentlichen dürfe. Sie fordern eine Maßregelung des Generals. Die Regierung wird aber davon absehen und das Schreiben nur als private Aeußerung ansehen. Minister Spuller betonte auf einem Bankett in Lyon, die Regierung wolle nicht den Kampf, sondern den Frieden nach innen wie nach außen. Der deutsche Botschafter Graf Münster in Paris hat seinen Urlaub angetreten. Samstag stattete er dem Präsidenten Grévy noch einen Besuch ab. Orient. Es bestätigt sich, daß an eine Aussöhnung des serbischen Königspaares vor der Hand nicht zu denken ist. Königin Natalie hat Belgrad bereits wieder verlassen und sich in ein heimisches Bad begeben. Die bulgarische Nationalversammlung hat sich auf unbestimmte Zeit vertagt. Regenten und Minister werden Mitte dieser Woche wieder in Sofia erwartet. Auf der Insel Kreta ist jetzt wieder vollständige Ruhe eingetreten. Die christlichen Bewohner hoffen, der Sultan werde ihnen Zugeständnisse machen. Rußland. Die Kaiserfamilie ist von ihrem Ausfluge nach Finnland nach Schloß Peterhof zurückgekehrt. Geheimrat Katkows Zustand hat sich dermaßen verschlimmert, daß das Schlimmste zu erwarten steht. Großbritannien. Der englische Bevollmächtigte Drummond Wolf hat am Samstag Konstantinopel verlassen, ohne daß die ägyptische Konvention vom Sultan unterzeichnet worden wäre. Rußland und Frankreich haben also das Feld behauptet. In London tröstet man sich übrigens schon über die erlittene Schlappe. Es bleibt in Aegypten eben alles wie es bisher gewesen. Australien. Nach den jüngsten Nachrichten aus Hawai sind in Honolulu die Schützen aufgeboten worden; man befürchtete Blutvergießen, wenn der König die neue Verfassung nicht unterzeichne. Handwerker befestigen die Palastthore. Innerhalb des Palastes befanden sich 300 wohlbewaffnete Eingeborene und drei Freiwilligen=Kompanieen waren bereit, jeden Augenblick auszurücken. Der König wollte sich im Palast bis zum 6. Juli, an welchem Tage drei britische Kriegsschiffe und eine französische Fregatte erwartet wurden, verteidigen. Dann wollte er sich unter den Schutz der britischen Flagge stellen. Westfalen und Rheinland. a Schwerte, 18. Juli. Unsere Bürger=Schützen hatten gestern einen„strammen" Tag. Es wurde des nachmittags bei größter Sonnenhitze auf einer Wiese vor dem Ostenthor mehrere Stunden lang fest exerziert und zwar so lange,„bis es klappte". Der pomphafte Ausmarsch hatte auch viele Zuschauer zum Exerzierplatze geführt, welche mit Interesse den Exerzitien folgten. Nach der Rückkehr zur Stadt konnten sich die ermüdeten Schützen im Garten der„Helle" bei Freibier und Freikonzert von ihren Strapazen erholen. Gegen 11 Uhr wurde dem Herrn Bürgermeister Mönnich und dem Obersten, Herrn Hohenschwert, noch ein Ständchen gebracht. * Schwerte, 16. Juli. Heute nachmittag 3 Uhr ereignete sich auf dem Bahnhofe hierselbst ein gräßliches Unglück. Der Hilfsbremser Voß aus Letmathe war im begriff, seinen Platz auf dem Zuge, der hier Wagen abzusetzen hatte, wieder einzunehmen, als sein Mantel sich in die Räder des bereits in Bewegung gesetzten Zuges verwickelte, er selbst aber ausglitt und so unglücklich auf die Schienen zu liegen kam, daß ihm beide Beine und der Arm von den Rädern vollständig zerquetscht wurde. Voß wurde sofort nach dem kath. Krankenhause geschafft, woselbst er bei der Amputation seinen Geist aufgab. Das Unglück ist umsomehr zu beklagen, als der Verunglückte verheiratet und Vater eines Kindes ist.— Auch in Hagen an der Schwenke geriet gestern ein Stationsschreiber unter die Räder eines Zuges, welche ihm an einem Fuße die Zehen und an einer Hand die Finger zermalmte. □ Schwerte, 18. Juli. Am 26. Juni d. J. ist, wie unsern Lesern noch erinnerlich sein wird, der Hilfsbremser Pente von hier beim Rangieren auf dem Bahnhofe Wennemen überahren und derart verletzt worden, daß er nach Ueberführung in das Krankenhaus zu Meschede verstarb. Der erste(Not=) Verband wurde dem Verletzten durch den Bremser Kemper von hier angelegt, und nach dem Gutachten des Bahnarztes so durchaus kunstgerecht ausgeführt, daß dadurch mindestens verhütet wurde, daß der Verletzte sich nicht alsbald an Ort und Stelle verblutete. Es muß anerkannt werden, daß Kemper durch Aufmerksamkeit in den von den Bahnärzten abgehaltenen Unterrichtsstunden über die erste Hilfeleistung bei vorkommenden Verletzungen sich die Kenntnis zur Anlegung eines kunstgerechten Notverbandes erworben hat. Seitens des Königl. Eisenbahn=Betriebsamtes zu Kassel ist dem p. Kemper als Ausdruck der besonderen Anerkennung eine Belohnung von 20 Mark bewilligt. * Schwerte, 18. Juli. Ein völlig angetrunkener Anstreichergeselle geriet gestern abend spät, als er schwankenden Schrittes den Heimweg suchte, vor dem Ostenthor an der Pl'schen Wirtschaft in einen Abflußgraben. Da er allein nicht im stande war, aus dem nassen und schmutzigen Elemente wieder aufs Trockene zu gelangen, so wurde er bald herausgeholt und dadurch verhütet, daß er ein Opfer des Trunkes wurde. Ueber und über mit Schlamm bedeckt, stammelte er seinen Dank und stolperte davon. a- Schwerte, 18. Juli. Ueber den Preisstand des Kaffees wurden in letzter Zeit verschiedenartige Mitteilungen gemacht; diejenige, welche eine Preissteigerung in Aussicht stellte, ist richtig. Wenn unsere Hausfrauen daher bis jetzt noch die alten Preise bezahlt haben, so werden sie jedoch bereits in den nächsten Tagen auf erhöhte Preise Rücksicht nehmen müssen. §*8 Schwerte, 18. Juli. Achtung! Es ist wieder einmal falsches Geld und zwar anscheinend recht viel im Umlauf. Es melden sich Hereingefallene aus Essen, Dortmund, Dorsten u. s. w. Im Eisenbahn=Wartesaale zu Dortmund wurde ein Arbeiter angehalten, der ein falsches Zweimarkstück an den Mann zu bringen suchte. * Schwerte, 18. Juli. Die Fabrikarbeiter W. Dahlbüdding und Heinr. Caspari fanden gestern abend spät auf einem Roggengrundstück in der Nähe des Wirts C. Schäfer zu Schwerterheide zwei Kinder, ein Mädchen im Alter von ca. 5 und ein Knabe von ca. 2 Jahren. Da die an die weinenden Kinder gestellten Fragen erfolglos waren, auch aus ihren Kleidungsstücken ihre Herkunft nicht zu erfahren war, so brachten sie dieselben nach Schwerte und lieferten sie an den dienstthuenden Nachtwächter Voerde ab, welcher sie vorläufig in seiner Wohnung unterbrachte. Alle, welche über die Herkunft der Kinder näheres wissen, wollen sich auf dem Polizeibüreau hierselbst melden. Westhofen, 18. Juli. Von den vorige Woche Hohensyburg besuchenden Gymnasiasten von Bochum erlitt einer derselben bei einer Turnübung einen Beinbruch. Der Verunglückte wurde hier in ärztliche Behandlung genommen. ijS Jölde, 14. Juli. So sind sie denn vorüber, die schönen Tage von Aranjuez, aber mit Stolz kann der Vorstand, das Offizierkorps, das Schützenbataillon, ja die ganze Gemeinde Sölde zurückblicken auf das in allen Teilen so herrlich verlaufene Schützenfest. Und in der That ist das einstimmige Urteil aller Festteilnehmer berechtigt, daß es ein Fest war, welches schöner, großartiger und pomphafter gar nicht gedacht werden kann. Herrschte doch auch von vornherein, nachdem die Leitung in die geeigneten Hände gelegt war, eine Einmütigkeit und eine Begeisterung, welche in uneigennütziger Hingabe des einzelnen für das ganze ein Gelingen mit Sicherheit voraussetzen ließ. Wenn wir in folgendem den Versuch machen, unsern Lesern einen Bericht über den Verlauf des Festes zu geben, so können wir leider des beschränkten Raumes wegen nur die hervorragendsten Erscheinungen und auch diese nur in aller Kürze berühren. Am Samstag morgen gegen 8 Uhr gelangte der imposante Festzug, der Vorstand zu Wagen, die Generalität und Stabsoffiziere mit ihren Adjutanten zu Roß und das 500 Mann starke Schützenbataillon, sämtlich ausgerüstet mit dem neuen Magazingewehr, Modell 87, auf dem prachtvollen Schießplatze an, woselbst unter den lieblichen Klängen des Dortmunder Orchester=Vereins das Königsschießen stattfand. Den ersten Schuß gab der Präsident des Vorstandes Herr Eickhoff im Namen der Gemeinde ab und brachte ein Hoch aus auf den obersten und vortrefflichsten Schützen im deutschen Reiche, unsern geliebten alten Heldenkaiser Wilhelm, in welches die ganze Festversammlung begeistert einstimmte. Der Königsschuß fiel so recht nach Wunsch aller Festbeteiligten aus, indem Hr. Schulze=Sölde jun. durch einen Kernschuß den Vogel gegen 2 Uhr zum Fallen brachte, worauf er sich seine Gemahlin zur Königin erwählte. Gegen 5 Uhr fand au dem hierzu erbauten Thron, um welchen das Schützenbataillon Aufstellung genommen, die Krönung statt. Herr Schmidt hielt hierbei im Namen des Vorstandes die Festrede und proklamierte den neuen König als Ludwig I.; die Rede schloß mit einem dreifachen Hoch auf das neue Herrscherpaar, in welches die nach tausenden zählende Festversammlung jubelnd einstimmte. Hierauf fand unter dem schneidigen Kommando des Herrn Major Kappe große Königsparade statt, welche dank der ernsten und sachgemäßen Einübung einen Verlauf nahm, daß man glaubte, das ganze Schützenbataillon bestehe nur aus gedienten Leuten. Gegen 7 Uhr langte der Festzug im Dorfe an. Aus der Nähe und Ferne waren aber so viele Festteilnehmer herbeigeströmt, daß die beiden großen Zelte leider genügend Raum boten. Abends wurde ein prächtiges Feuerwerk abgebrannt. Der große Festball verlief in bester Ordnung.— Auch der zweite Festtag konnte sich dem ersten würdig zur Seite stellen. Nachdem von 11 Uhr an Frühkonzert stattgefunden hatte, versammelte sich um 3 Uhr das ganze Schützenbataillon zum Abholen des Königspaares. Nach reichlicher Bewirtung bei demselben kam der Festzug mit dem Königspaare an der Spitze wieder auf dem Festplatze an, worauf Konzert und großer Festball stattfand. Für Volksbelustigungen war in ausreichender Weise Sorge getragen. Die Stimmung war an beiden Festtagen eine sehr animierte und gehobene, wozu die beiden Wirte durch gute Speisen und Getränke und prompte Bedienung beigetragen. Das ganze Fest wurde durch keinen Mißton getrübt.— Solida, Solidi, Sölde die Veste. Dortmund, 14. Juli. Ein Familien= verhältnis traurigster Art kam heute vor der hiesigen Strafkammer zur Erörterung. Ein hiesiger Bergmann, Witwer, hat 4 Kinder, 1 Sohn und 3 Töchter. Der Sohn verbüßt seit einigen Jahren eine ihm wegen Raubes zuerkannte 10jährige Zuchthausstrafe, zwei der Töchter haben dutzende Mal im Gefängnis gesessen. Die dritte Tochter stand heute im Alter von 14 Jahren gleichfalls wegen Raubes unter Anklage. Das Mädchen hatte bei hellem Tage und auf offener Straße einem Kinde den Regenschirm entrissen und war entflohen. Der Gerichtshof erachtete die nötige Einsicht zu einem so schweren Verbrechen als nicht vorhanden, erkannte somit auf Freisprechung, überwies die kleine Räuberin dagegen einer Erziehungsanstalt. — Am Donnerstag nachmittag verunglückten auf Zeche„Kaiserstuhl" bei Dortmund durch schlagende Wetter 3 Bergleute, welche schwer verletzt nach dem Krankenhause geschafft wurden. Ein Lüdenscheider Lokalblatt enthält folgende Anzeige:„Im Namen und Geiste des Weltbaumeisters eröffne ich als deren Schüler und Diener am 1. August kr.(so Gott will) ein Maler=Geschäft, um durch gute und schöne Arbeiten, gewissenhaft gesetzte Preise die Achtung der Nichtkenner und Kenner zu erwerben 2c.“ In Attendorn machten zwei Knaben sich das Vergnügen, die gelegentlich des Schützenfestes benutzten Böller mit Steinen und Pulver zu laden. Der eine Knabe, Sohn armer Eltern, wollte sich die Explosion in der Nähe ansehen und ging dicht an den Böller heran. In demselben Augenblicke explodierte dieser und zerriß dem Knaben das Gesicht in grauenhafter Weise. Die Sehkraft ist auf beiden Augen erloschen. Gesegneter Appetit. Fünf Ziegenlämmer auf einmal zu verspeisen, ist gewiß eine Leistung, der sich nur wenige Erdgeborene unterziehen möchten. Ein Arbeiter in Osterfeld aber hat es fertig gebracht, nicht etwa als außerordentliches Bravourstück, sondern lediglich zur Befriedigung seines Hungers. Die Frau dieses Mannes führte bei einer Bekannten bittere Klage darüber, daß ihr Eheherr die fünf Lämmer verzehrt habe, ohne ihr auch nur einen Bissen zu gönnen. Man sieht, die Vielfraße sterben nicht aus. Heute Montag fand in Essen die Beerdigung des verstorbenen Kommerzienrats Krupp statt. Das Stadtverordneten=Kollegium hatte sich dem Leichenkondukt angeschlossen, am Rathaus waren Trauerfahnen angebracht und die brennenden Straßenlaternen mit Flor umhüllt. Eine Familie in Viersen verlor ihr einziges 16jähriges Töchterchen dadurch, daß dasselbe Kirschen aß und dabei die Steine mit verschluckte, was eine innerhalb 24 Stunden mit dem Tode endende DarmEntzündung zur Folge hatte. Die Wupperthaler Festwoche wird in diesem Jahre vom 7. bis 14. August gefeiert werden. Als auswärtige Festprediger stehen im Programm: Prof. Maurer aus Herborn, Pastor Blumenhardt aus Bad Boll, Missionar Flad aus Kornthal, Prof. Dr. Christlieb aus Bonn, Pastor Möller aus Gütersloh, Prof. Bredenkamp aus Greifswald, Prof. Dr. Achelis aus Marburg(über das Thema: die evangelische Predigt eine Großmacht), Pastor Eger aus Nienstedt und Pastor Dr. Rotermund aus Süd=Brasilien. In der Diakonen=Anstalt zu Duisburg machen seit einigen Monaten junge Leute in Abteilungen von 10 bis 12 Personen einen praktischen und theoretischen Kursus in der Krankenpflege durch, so daß die Anstalt ihrer Verpflichtung, im Kriegsfalle dem Johanniterorden 300 ausgebildete Krankenpfleger zuzuführen, nachzukommen, nunmehr vollständig entsprechen kann. In nächster Zeit wird die Anstalt eine erhebliche Erweiterung erfahren durch Vergrößerung des Diakonen=Krankenhauses und die Errichtung einer gesonderten Frauenstation. Zu diesem Zwecke sind zwei benachbarte Gebäulichkeiten bereits angekauft. In Heiligenhaus sprang eine Frau in selbstmörderischer Absicht in einen za. 80 Fuß tiefen Brunnen. Das kühle Bad muß ihr wohl nicht gefallen haben, denn als kurz darauf ein Mädchen an den Brunnen kam, um Wasser zu holeo, hörte dasselbe aus der Tiefe Hilferufe und gelang es noch, die Frau glücklich herauszuwinden. Bei einem am Mittwoch abend niedergegangenen Gewitter schlug in Eiserfeld der Blitz in ein Frucht= und Mehllager und zündete. Die Feuergarben schlugen hoch empor und äscherten einen großen Teil des Lagers ein. Auch am Wohnhause richteten die Flammen Zerstörung an. Der Schaden ist bedeutend. Das kürzlich in Vonn verstorbene Fräulein Obernier hat jener Stadt 90000 Mk. zum besten des dortigen Museums vermacht. Die 34. Generalversammlung der Katholiken Deutschlands findet in Crier in den Tagen vom 28. August bis 1. September einschließlich statt. Ein Manöver, welches so oft bei den Gefangenen in Gestalt heimlicher Zusteckungen in alter und neuer Zeit wiederholt worden ist, nämlich dem Brode einen für den Gefängnisin= sassen begehrenswerten Gegenstand einzubacken, hat sich auch im Polizeigefängnisse zu Nachen ereignet. Die Eigenartigkeit des eingebackenen Objekts macht aber den Fall von neuem interessant; es handelt sich diesmal um eine einem Graubrode einliegende— schnapsgefüllte Flasche. In Nachen ist am Samstag eine GewerbeAusstellung für den Regierungsbezirk Aachen eröffnet worden. Alfred Krupp+. Wie bereits in der letzten Nummer kurz erwähnt, ist am 14. d. M. Herr Alfred Krupp in Essen gestorben. Mit ihm ist ein durch eigene Kraft beinahe zur höchsten Stufe des Ansehens emporgeklommener deutscher Mann dahingegangen, dessen Ruhm auf dem ganzen Erdball die Völker kennen, mag er genannt werden im Zusammenhang mit den Werken des Friedens oder den Schrecken des Krieges, mit den Errungenschaften zu Land oder Meer. Ein durch Wasser getriebenes kleines Hammerwerk zu Altenessen war vor 70 Jahren der Anfang des Kruppschen Werkes, dessen Inhaber nun seit Jahren der Welt als der„Kanonenkönig“ bekannt ist. Sechszehn Jahre lang(1810—1826) hatte, des jetzt verstorbenen Herrn Alfred Krupp Vater, Friedrich Krupp(geb. 1787, gest. 8. Okt. 1826), in dem ursprünglichen Werke, in dem er mit 2 Arbeitern schaffte, seine ganze Kraft Versuchsarbeiten zur Auffindung eines guten Verfahrens zur Herstellung des Tiegelgußstahls und der Fabrikation desselben gewidmet und 1816 errichtete derselbe das kleine Werk zu Altenessen. Die damalige Zeit war aber nicht geeignet für die nützliche Verwertung des Gußstahls in große Massen, und als im Jahre 1826 Friedrich Krupp im Alter von 39 Jahren starb, hatte er Vermögen, Thatkraft und Ausdauer geopfert, und trotz errungener Erfolge in der Fabrikation ging Friedrich Krupp mit getäuschten Hoffnungen zu Grabe. Sein Nachfolger in der Leitung der Fabrik ward sein ältester Sohn Alfred Krupp, der dieselbe für die Mutter, Witwe Therese Krupp, weiter führte. Längere Jahre war ein jüngerer Bruder, Hermann Krupp, thätiger Mitarbeiter, dieser ging jedoch zu einer anderen Industrie über, und am 24. Februar 1848 wurde die Fabrik Herrn Alfred Krupp als alleinigem Besitzer übertragen, der für dieselbe die ursprüngliche Firma Friedrich Krupp zu Ehren seines Vaters beibehielt. Auch Alfred Krupp hatte noch lange Jahre mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen, ihm gelang es jedoch durch zähe Ausdauer und unermüdliche Arbeit unter finanzieller Hilfe treuer Verwandten und Freunde nicht nur Bestand zu gewinnen, sondern sich emporzuschwingen und sein Unternehmen zur Blüte zu bringen. Nachdem die Beschickung der Ausstellung von 1844 zu Berlin der Kruppschen Fabrik schon die goldene preußische Medaille eingebracht, gewann sie Weltruf, als die Firma Friedr. Krupp die Londoner Weltausstellung 1851 mit anderwärts nie erreichten Gußstahlfabrikaten beschickte und dafür ausschließlich mit der Council Medal ausgezeichnet wurde. Nach langjährigen Versuchen war es in der Kruppschen Fabrik gelungen, den Gußstahl in größeren Blöcken herzustellen, ein 20 Zentner schwerer Block galt damals schon als etwas außerordentliches und das größte Aufsehen erregte deshalb ein 45 Zentner schwerer Gußstahlblock, den Friedrich Krupp 1851 zur Londoner Welt=Ausstellung schickte. Für die Verwendung des Stahls waren von diesem Zeitpunkte an ganz neue Bahnen eröffnet und die Kruppsche Fabrik, deren Inhaber Alfred Krupp, Inhaber verschiedener Erfindungspatente(Achsen, Federn, Bandagen 2c.) war, erlebte einen großartigen Aufschwung in der Fabrikation von Eisenbahn=Material aus Gußstahl. Ein anderer Fabrikationszweig der Kruppschen Fabrik war seit den vierziger Jahren die Herstellung von Feuerwaffen aus Gußstahl. Ein 1847 von Krupp nach Berlin gelieferter 3=Pfünder ergab die Vorzüglichkeit des Materials, aber erst mit der Einführung gezogener Hinterladungsgeschütze kam der Gußstahl zu voller Geltung. In der Herstellung von Geschützen erreichte die Kruppsche Fabrik eine Vollkommenheit, die das Kruppsche System siegreich machte, ebenso haben die Kruppschen Stahlpanzer=Granaten bei allen bisherigen Vergleichsversuchen den Sieg über Geschosse gleicher Art vor anderen Fabriken davongetragen. Zu der Erzeugung von Tigelgußstahl kamen von ende der sechsziger Jahre ab in der Kruppschen Fabrik auch die neuern Stahlbereitungsverfahren von Bessemer und Siemens=Martin, das erste Stahlbereitungsverfahren blieb aber Hauptspezialität der Kruppschen Fabrik, die immer bedeutendern Aufschwung und großartigern Zuwachs erhielt. Die Kruppschen Gußstahlwerke beschäftigen, laut der„Rhein.= u. Ruhr=Ztg.“, heute eine Arbeiterbevölkerung, die weit über 20,000 und mit Familienangehörigen zwischen 65—70,000 Personen zählt. Durch die Einrichtung von Kolonieen, die den Umfang von Städten haben, hat Alfred Krupp seinen Arbeitern Wohnungen gegründet, zu ihrem Wohl errichtete er Konsumanstalten, Menagen, Mühlen, Bäckereien Schlächtereien, Handwerker=Werkstätten aller Art, Krankenhäuser, Schulen, Kranken= und Pensionskassen. Die Verwaltung der Kruppschen Werke bildet ein Beispiel musterhafter und großartiger Einrichtungen, und ein Heer von Beamten, unter denen solche sich befinden, welche aus hohen Staatsstellen in die Dienste der Firma Krupp übertraten, leiten dieselbe unter Mitwirkung des einzigen Sohnes des jetzt Verstorbenen, des jetzigen Geschaftsinhabers, Herrn Friedrich Alfred Krupp. Um die großen Verdienste, welche sich Krupp um das von ihm so wehrkräftig gemachte Vaterland erworben hatte, zu ehren, wurde ihm vom Kaiser der Adel angeboten, der bescheidene Mann aber, der stolz auf seinen bürgerlichen Namen war, lehnte diese Auszeichnung ab und behielt den schlichten Namen seines Vaters bei, der als einfacher Schlosser das große Werk begonnen hatte. Die neue Kreis= und ProvinzialOrdnung von Westfalen. (Schluß.) Das wichtigste Organ für die Kreisverwaltung ist nächst dem Kreislandrat der Kreisausschuß. Derselbe besteht in allen Kreisen ohne Unterschied der Größe und der Einwohnerzahl außer dem Landrat als stimmberechtigten Vorsitzenden ans 6 Mitgliedern, welche vom Kreistag aus der Mitte der Kreiseingesessenen gewählt werden. Das Amt ist ein Ehrenamt, doch müssen vom Kreistag Diäten und Reisekosten für die Kreisausschußmitglieder bewilligt werden. Der Landrat ist in vielen Fällen an eine Mitwirkung des Kreisausschusses gebunden. Sehr umfangreich sind die gemeinsam zu erledigenden Geschäfte, von denen wir als besonders wichtig hervorheben: Die Kommunalaufsicht über die Aemter und Landgemeinden, Standesämter, Armenkommissionen, Sparkassen, der Vorschlag zur Besetzung der Amtmannsstellen im Kreise, die Festsetzung des Gehalts der Amtmänner und der Dienstunkosten=Entschädigung der Gemeinde=Vorsteher, die Bestätigung aller amtlichen und ländlichen Gemeindebeamten, die Erteilung der Schankkonsessionen in den Städten bis zu 10000 Einwohnern und auf dem Lande, desgl. die Konzessionierung der nach der Reichsgewerbeordnung konzessionspflichtigen Anlagen, die Endscheidung uber Ansprüche Hilfsbedürftiger gegen die Ortsarmenverbände, die Verpflichtung Widerstrebender zur Unterstützung armer Angehöriger, die Bildung der Jagdbezirke, die Entscheidung über Pfandund Ersatzgeld bei Weidefreveln u. s. w. Für das Verfahren vor dem Kreisausschuß bestehen zwei scharf zu unterscheidende Arten: das„Verwaltungsstreitverfahren" und das„Beschlußverfahren". Das erstere tritt nur da ein, wo die Gesetze es ausdrücklich vorschreiben, nur in wenigen Fällen steht es in der Hand der Partei, welches Verfahren sie wählen will. Das„Verwaltungsstreitverfahren" setzt im allgemeinen eine Klage voraus, welche ungefähr ebenso beschaffen sein muß, wie eine Klage im Zivilprozeß vor Gericht, sie muß in doppelter Ausfertigung eingereicht werden; auch das fernere Verfahren: Beweiserhebung, mündliche Verhandlung. Entscheidung und Kosten ist dem gerichtlichen durchaus nachgebildet, es findet aber niemals Anwaltszwang statt und werden die Zustellungen ohne weiteres durch die Behörde besorgt. Beklagter ist meist eine Behörde, also z. B. muß der Bürgermeister oder Amtmann verklagt werden, welcher der Erteilung einer Schankkonzession widerspricht, die Gemeindebehörde, welche eine Kommunalsteuer= Reklamation abgewiesen hat u. s. w Weit weniger förmlich ist das„Beschlußverfahren", namentlich deshalb, weil es meist ganz in die Hand des Kreisausschusses gegeben ist, ob er eine mündliche Verhandlung anberaumen will oder nicht. Die mündlichen Verhandlungen sind öffentlich in derselben Weise wie Gerichtsverhandlungen. Die Rechtsmittel gegen Entscheidungen des Kreisausschusses sind für das „Verwaltungsstreitverfahren“, die Berufung, für das „Beschlußverfahren“, die Beschwerde. Beide sind bei dem Kreisausschuß einzureichen und gehen an den Bezirksausschuß zur Entscheidung. Nach wie vor hat man sich in den meisten Polizeisachen an die Ortspolizeibehörde, den Bürgermeister oder Amtmann, zu wenden. Gegen polizeiliche Verfügungen der Ortspolizeibehörde, wodurch eine Handlung oder Unterlassung angeordnet wird, gibt es zwei Rechtsmittel, entweder die Klage oder die Beschwerde. In einer Stadt über 10 000 Einwohner geht die Klage an den Bezirksausschuß, die Beschwerde an den Regierungspräsidenden, in allen anderen Teilen des Kreises erstere an den Kreisausschuß, letztere an den Landrat. Auch hier gilt die zweiwöchentliche Frist. Gegen polizeiliche Strafmandate ist nach wie vor nur die Berufung an das Gericht zulässig. Die Veränderungen, welche die Landgemeinde=Ordnung durch die neuen Gesetze erfahren hat, lassen sich in der Hauptsache in folgende drei Gruppen zusammenfassen: Beseitigung der ständischen Privilegien, Eintritt des Kreisausschusses in die Reihe der vorgesetzten Behörden, Mitwirkung der Selbstverwaltungsorgane bei Ernennung der Beamten; hinzu treten noch minder erhebliche Punkte, alle diese Veränderungen aber bezwecken und bedeuten eine größere Freiheit der Gemeindemitglieder in der Verwaltung der Gemeindeangelegenheiten. Der Kreis=Landrat führt nach wie vor die Aufsicht über die Landgemeinden und Aemter, wobei der Amtmann lediglich sein Organ bildet, doch ist er in vielen Fällen an eine Beschlußfassung des Kreisausschusses gebunden. An Stelle des OberPräsidenten unterliegen fortan der Genehmigung des Kreisausschusses alle Gemeindestatuten. Vollständig neu gestaltet ist die Ernennung der Beamten. Künftig werden alle Gemeindevorsteher und deren Stellvertreter, Gemeinde=, Amts= und Sparkassen=Rendanten, Polizeidiener, Flurschützen rr. mit alleiniger Ausnahme der Amtmänner und der Amtsbeigeordneten von der Gemeinde= oder Amtsvertretung gewählt und zwar auf 6, nach dreijähriger Dienstzeit auch auf 12 Jahre. Die Wahlen bedürfen der Bestätigung durch den Landrat, doch darf diese nur unter Zustimmung des Kreisausschusses versagt werden. Betreffs der Amtmänner und Beigeordneten hat die Amtsversammlung nur das Recht gehört zu werden, dem Kreisausschuß steht das Vorschlags=, dem Ober=Präsidenten das Ernenuungsrecht zu. Die Aufsicht über alle nach der Städteordnung verwalteten Städte wird ohne Unterschied der Einwohnerzahl in erster Instanz von dem Regierungs=Präsidenten, in zweiter und letzter von dem Ober-Präsidenten, über die Landgemeinden und Aemter sowie über die nach der Landgemeinde=Ordnung verwalteten Städte aber in erster vom Landrat, in zweiter und letzter vom Regierungspräsidenten geübt, Beschwerden über die Geschäftsführung in Gemeindeangelegenheiten sind daher an die vorbenannten Beamten zu richten. Ueber Klagen und Beschwerden anderer Art findet nach früheren Ausführungen entweder das Verwaltungsstreitverfahren oder das Beschlußverfahren statt und zwar in städtischen Angelegenheiten vor dem Bezirksausschuß, in ländlichen vor dem Kreisausschuß. Zunächst hat man sich indessen in fast allen Fällen an die Gemeindevertretung oder an den Gemeindevorstand zu wenden und zwar an erstere, sofern es sich handelt um politische, an letzteren, wenn es sich handelt um finanzielle Rechte. Angegriffen werden können alle Entscheidungen nur mittels Klage im Verwaltungsstreitverfahren. Dabei sind wieder die Fristen hervorzuheben. Die Frist zur Anbringung der Steuerreklamation bei dem Gemeindevorstand ist nicht verändert. Fristen von zwei Wochen gelten von dem mittels Klage bei dem Bezirks= resp. Kreisausschuß zu ergreifenden Rekurs in Kommunalsteuersachen. Tierschaufest des landwirtschaftl. Kreisvereins Iserlohn. Das diesjährige Tierschaufest des landwirtschaftlichen Kreisvereins Iserlohn, verbunden mit der Feier des 50jährigen Bestehens des Vereins hat am Donnerstag unter überaus reger Beteiligung in Dahlhausen bei Langschede stattgefunden und einen äußerst glänzenden Verlauf genommen. Tausende von Menschen, wozu namentlich auch die Nachbarkreise Dortmund und Hamm ein bedeutendes Kontingent gestellt hatten, belebten von des morgens bis spät abends den ausgedehnten und herrlich dekorierten Festplatz. Als letzterer diente die Weide des Wirtes G. Voß an der Ruhrbrücke. Die vormittags abgehaltene Tierschau war reich beschickt. An Prämien gelangten im ganzen 1000 M nebst mehreren silbernen und bronzenen Staatsmedaillen zur Verteilung. An dem Festessen, welches in einem großen Zelte stattfand, nahmen ca. 700 Personen teil. Der Direktor der Landeskulturgesellschaft, Freiherr v. Hövel, brachte bei demselben den Kaisertoast aus. Unter den Verlosungsgegenständen befanden sich verschiedene wertvolle Maschinen und als lebende Gewinne mehrere Fohlen. Einen besonderen Reiz übte auf das Publikum das in vier Abteilungen abgehaltene Wettrennen aus, bei welchem als Preise 500 M zur Verteilung kamen. Den Schluß des Festes bildete ein Ball, an welchem trotz der herrschenden Schwüle jung und alt sich vortrefflich vergnügten. Bei der Prämüierung wurden zunächst die Mutterstuten prämiiert. Folgende Besitzer erhielten den nebengesetzten Preis: Gutsbes. Lieselühr(30.), Linneweber=Refflingsen(25.), Schulte=Stentrop(25.4), Silbersiepe=Ergste (20.), Beuke=Sümmern(15.), Fritz Späing=Hennen (15 M), Fritz Wiemann=Halingen(10 M), BorghausCalle(10 M) und Direktor Kunstmiller=Höcklingsen (10 M). Prämien erhielten auf Fohlen: Witwe Bimberg=Lenningsen(30 A), Schlünder=Wimber(25+), Hohoff=Ostsümmern(20 M), A. Schoppe=Langschede (20 a), H. Keppmann=Refflingsen(20 M), Fr. Wiemann=Halingen(15.), H. Overhoff=Refflingsen(15), Schulte=Kalthoff(10 M), Nölle=Wying=Leckingsen (10 M), Hidding=Ergste(10 M) und Fritz Späing= Heunen(10 M). Fernere Vereinspreise waren für Bullen: Freiherr von Dücker=Rödinghausen(30), Fr. Hidding=Ergste(30 M), H. Bergmann=Bertingloh (30 M), Steinschulte=Scheda(20.), Kissing=Sümmern (20 M), Schulte=Wedeling(15 M), Schulte=Ostsümmern (15 M), Wrede=Bertingloh(10 M); für Kühe: WredeDrüpplingsen(30 M), Kusgörd=Schelk(20 M), Bimberg(25 M4), Hidding(20 M), Späing(20 M), Schulte=Kalthoff(20 M), Pfarrer Henniges=Hennen (15 M), Fr. Wiemann(15), W. Giesinger(15 M) und H. Kuhlmann=Grüne(15 M); für Rinder: W. Lindemann(20 M), Bering=Bertingloh(15 M), Fr. Wiemann(15 M), G. Voß=Dahlhausen(10 M), Borgmann(10 M), Späing(10 M) und W. Bimberg(10 M); für Schweine: a) Eber: W. Bimberg (15 M), Freiher v. Dücker(10 M) und SteinschulteSümmern(10.44); b) Mutterschweine: H. Borgmann (15 M), G. Voß(10 M) und Ww. Bimberg(10 M); für Gänse: W. Bimberg(3 M); für Hühner: Ww. Bimberg(5 2), K. Voß(3 M) und Auguste Borgmann(3 M); für Tauben: K. Voß=Langschede(3M), Rößler=Menden(3 M) und I. Egen=Hennen(3 M). Staatsprämien erhielten: Jos. Egen=Hennen silberne Medaille für ausgestellte Dünger= und Futtermittel; Winterkamp=Dellwig die bronzene Medaille für ausgestellte Eisenwaren: Carl Caspary-Iserlohn für Geschirre 2c. die bronzene Medaille. Bei der Verlosung von landwirtschaftlichen Maschinen und Geräten fielen die Gewinnnummern in folgender Reihenfolge: 1967 1060 2405 187 1040 2292 483 141 1683 2560 1518 1360 1625 459 1690 1197 1975 1950 2611 1271 2577 844 270 1823 1325 568 1973 1771 2603 2623 2125 1869 2001 434 2161 825 2648 1105 1012 29 1944 1403 1601 2040 212 859 1992 815 2533 1587 2625 1963 2442 916 2598 2626 312 2221 1328 1507 2459 1436 61 219 183 2493 652 2426 746 1289 846 596 955 2621 535 209 383 1542 2158 216 1544 797 1067 893 1048 1166 1248 201 1086 1839 2652 917 1163 2239 1813 829 2499 2380 2395 1972 106 2662 1192 1812 1566 2453 1224 1842 2153 2571 1226 2419 281 1334 2659 200 323 1939 1261 1111 750 470 1675 659 327 230 2622 2135 1835 646 1697 46 165 1716 613 und 2606. Die beiden letzten Nummern gewannen je ein Fohlen. Bei dem Wettrennen errangen Preise: 1. Vereinsrennen: 1. Preis: Fuchsstute„Hertha“ des Herrn Gutsbesitzers Wilh. Bimberg mit 5 Pferdelängen. 2. Jubiläumsrennen. 1. Preis: 5jährige Fuchsstute des Herrn Afterschulte=Asserde. 3. Trabreiten. 1. Preis: Fuchsstute„Hertha“, wie oben. 4. Ponnyrennen. 1. Preis: Ponnyschimmel des Herrn W. Bimberg= Eichelberg. Dortmund=Ems=Kanal Von„wohlunterrichteter Seite" erhält die „Wes.=Ztg.“ genaue Nachrichten über den Stand der Frage, wie weit die Grunderwerbskosten für den Rhein=Dortmund=Ems=Kanal aufgebracht sind und wie weit Aussicht vorhanden ist, daß sie aufgebracht werden. Das Gesetz fordert bekanntlich, daß, bevor der Staat den Bau in Angriff nimmt, die Interessenten den Grund und Boden unentgeltlich hergeben oder die Kosten zur Erwerbung desselben aufbringen. Diese Kosten sind auf 6280000 M. geschätzt. Davon sollen auf die nächstbeteiligten Industrieen 2 300000 Mk. fallen. Von dieser letzteren Summe hat die Berg=Gewerkschaftsgenossenschaft 1 Million Mark übernommen. Der Rest soll auf die verschiedenen nächstbeteiligten Etablissements verteilt werden, und daß diese ihre Quoten übernehmen, gilt als so gut wie sicher. Die Provinz Westfalen als solche hat kürzlich eine Million Mark bewilligt. Von westfälischen Städten hat Dortmund die ihm zugeteilte Last von 530000 Mark übernommen; Münster sind 350000 Mark zugeteilt; es hat 260000 Mk. übernommen und wird auch wahrscheinlich die restlichen 90000 Mark noch übernehmen. Die verschiedenen westfäl. Landkreise sollen 500000 Mark übernehmen; dieselben sind bis auf 60000 Mark bewilligt. Auf Hannover entfallen 1,5 Millionen; davon sind übernommen die Ostfriesland zugeteilten 500000 Mark; größtenteils sind übernommen die verschiedenen Kreisen und Städten zugeteilten 500000 Mk. Der Provinziallandtag ist aber mit der Bewilligung der der Provinz als solcher zugeteilten Last von 500000 Mark noch im Rückstande. Es ist Es ist also im grunde nur noch ein unerheblicher Teil rückständig und dieser wird wahrscheinlich auch noch bewältigt werden. Die Regierung interessiert sich sehr für das Zustandekommen des Kanals, und es ist viel Aussicht vorhanden, daß noch in diesem Jahre mit dem Bau begonnen werden kann. Industrie, Handel und Verkehr Die Gewerkschaft Königsborn beabsichtigt eine bedeutende Erweiterung der Zeche„Königsborn“, woselbst bedeutende und gute Kohlenflötze in den etzten Monaten erschlossen sind. Ein zweiter Schacht soll in Heeren angelegt werden und hat die Gewerkschaft bereits einen größeren Grundbesitz dort erworben. Bei der Zeche selbst ist der Bau von 16 Doppel=Arbeiterhäuser in Angriff genommen, ebenso wird die Anlage einer größeren Zahl Kokesöfen beabsichtigt. Wir wünschen dem Unternehmen den besten Erfolg. Vermischtes. * Das Liegnitzer Tageblatt kündigt die Betriebseinstellung nahezu 50 kleinerer Kornbrennereien bei Schweidnitz wegen der Kostspieligkeit der geforderten Neueinrichtung und Unsicherheit der Rentabilität an. * Ein heftiges Unwetter hat sich, wie aus der Schneekoppe gemeldet wird, am Freitag nachmittag längs des Riesengebirges entladen. In kurzer Zeit wurden die Gräben zu Flüssen, welche das Wasser zu Thale jagten. Der Westflügel des Gebirges wurde besonders stark betroffen. Die Schleuse beim Zackenfall zerbrach, und das Wasser rann mit ungehemmter Kraft majestätisch nach der Tiefe. Samstag früh lagen oberhalb der alten schlesischen Bande noch 10 Zentimeter hoch die Hagelkörner. Die Ortschaften Schlesiens und Böhmens erlitten zahlreiche, oft zündende Blitzschläge. In Hirschberg schlug der Blitz in den Thurm der altkatholischen Annakirche. Das Uhrwerk wurde zerstört. * Der deutsche Dampfer„Georg Dittmann“, der von Hamburg mit Zucker nach Amsterdam ging, ist bei Helder gestrandet. Der größere Teil der Ladung wurde gerettet. * In Nonneburg ist ein Lehrer, welcher wiederholt bei dem Sohn eines Handwerkers das Züchtigungsrecht in roher Weise überschritten hatte, mit Amtsentsetzung und Verlust der eigenen und der Witwenpension bestraft worden. * Im Norden der Insel Island hat, wie der Kapitän des von dort gekommenen Dampfers„Thyra“ berichtet, Mitte Juni eine furchtbare Hungersnot geherrscht. 7 Personen starben aus Mangel an Nahrung, 11000 Schafe, 300 Pferde und 120 Stück Rindvieh kamen um, weil kein Futter mehr da war und alle Felder mit Schnee bedeckt waren. Eine Anzahl Einwohner hatte aus Hunger eine Art Haifisch roh verzehrt und infolge dieses Genusses sind 19 Personen gestorben. * Dem kleinen König von Spanien steht eine hübsche Ueberraschung bevor. Seine Mutter unternimmt demnächst mit ihm eine Reise in die baskischen Provinzen. Um nun dem Könige eine Freude zu bereiten, wird, der„W. Allg. Z.“ zufolge, die Bahndirektion demselben einen eigenen Spielwaggon als Anhang des Salonwagens der Königin errichten lassen. An der Herstellung dieser Aufmerksamkeit wird bereits eifrigst gearbeitet. In der Mitte des Waggons will man Turngeräte und eine Schaukel anbringen. Dann soll es Puppen und Hauswurste in allen Größen geben. Ferner denkt man Spielwerke und große Bausteine unterzubringen; in einer Ecke ist ein sandbestreutes Exerzierfeld für große Bleisoldaten in Aussicht genommen. Das Allerschönste aber ist ein großer Bücherschrank, der mit den herrlichsten unzerreißbaren Bilderbüchern angefüllt wird, denn die kleinen königlichen Hände sollen noch gar keinen Respekt haben vor dem gedruckten Wort. * New=York, 13. Juli. Während der Beerdigung einer Negerin auf dem Friedhofe in Mount Pleasant, 60 Meilen südlich von Nashville in Tennessee, am Dienstag entlud sich ein Gewitter und die Menschenmenge suchte ein Obdach unter einer großen Eiche, in welcher der Blitz einschlug, wodurch alle auf der Stelle getötet wurden. Es befanden sich unter ihnen drei Geistliche und die Mutter sowie zwei Schwestern des Mädchens, welches beerdigt worden war. * Aus New=York geht der„Nat.=Ztg. ein Schreiben von einem Herrn I. Lohrentz, gebürtig aus Wolgast, zu, welcher sich früher in Kamerun aufgehalten. Er behauptet, der Kamerunfluß berge unendliche Schätze. Das Gebirge enthalte viel Gold, Silber und Platinat und der Fluß selbst in einem kleinen Abflußarm das größte Diamantenlager der Welt. Ob wohl? Meyers Volksbücher. Mit keinem buchhändlerischen Unternehmen haben wir uns jemals so im Einklang gewußt, als mit dem vorliegenden— das wir als eine dem Zeitgeiste und dem Geschmack der Zeit angepaßte neue Auflage jener in den dreißiger Jahren erschienenen Groschen= Bibliothek der deutschen Klassiker betrachten, über die wir, als litterarische Erinnerung, vor einiger Zeit anderwärts berichteten, zugleich bemerkend: daß wohl kein Unternehmen jemals die deutsche Litteratur so segenbringend in das Herz des deutschen Volkes, der Deutschen überhaupt gebracht habe, als diese Meyersche Groschen=Bibliothek— durch welche aber auch zugleich das Bibliographische Institut seinen Weltruf gründete. Diese Bibliothek, die gegenwärtig in geschmackvoll zierlichen Bänden, à 10 Pfennig, bereits bis 348 Bändchen der Art geliefert, hat ihr Programm derart erweitert, daß auch die ausländische Litteratur, in anerkannt guten Uebersetzungen, mit in den Kreis gezogen wurde. Möchten doch alle Direktoren, Rektoren, Professoren und Lehrer diese Volksbücher ihren Zöglingen und den Eltern derselben zur Anschaffung empfehlen. Diese Volksbücher bilden einen Schatz für jedes Haus; Segen bringend, Segen schaffend, nachhaltig, wie sonst nichts derart. Leopold Ranke sagt:„Im Laufe der Jahrhunderte hat das Menschengeschlecht gleichsam einen Besitz erworben, der in dem materiellen und dem gesellschaftlichen Fortschritt, dessen er sich erfreut, besonders aber auch in seiner religiösen Entwickelung besteht. Einen Bestandteil dieses Besitzes, sozusagen das Juwel desselben, bilden die unsterblichen Schöpfungen des Genius in Poesie, Litteratur, Wissenschaft und Kunst.“ Aber immer wieder können wir den Wunsch nicht unterdrücken und müssen ihn laut werden lassen: daß man auch von oben herab den Nutzen und Segen solcher Volksbücher anerkennen möchte; daß man dieelben, gleich den Kalendern, bei jedem Buchbinder, Händler und Krämer in Dörfern und kleinen Städten käuflich erwerben könnte. Sie würden das beste Gegengift gegen alle Kolportageromane, pietistische und ozialistische Schriften sein. Und nun denke man sich diese Volksbibliothek im Hause. Der Vater denkt mit Freude und Begeisterung der Zeit, wo er zum erstenmal den„Nathan“ gelesen, ihn auf der Buhne gesehen; die Erinnerung ist wach gerufen; er spricht zum Sohne; er schildert eine damaligen Erlebnisse— und begeisterungsvoll wird gemeinsam das Werk gelesen. Die Mutter gedenkt des Tages, wo sie den„Lichtenstein" von Hauff zum erstenmal in die Hand bekam. Sie legt das Werk der Tochter vertrauungsvoll auf den Tisch. Darum nochmals: macht das Gute der Gesamtweltlitteratur— dem Volke so billig zugänglich, wie es hier das Bibliographische Institut gethan— und jeder, der es gut mit dem Volk, der Jugend meint, der fördere mit besten Kräften solch ein Unternehmen, der suche, so es ihm möglich, die Behörden zu veranlassen, daß solche Bücher überall käuflich zu haben sind. Möchten also diese Meyerschen Volksbücher ihren ungestörten Fortgang haben— und mit Unternehmungen ähnlicher Art zum Segen und zur Veredlung des Volkes wirken.— Thue jeder das Seine dafür Es wird hier vieles geboten— und zumeist nur wahrhaft Gutes! F. Brunold, Bekanntmachung. Die Gemeindewählerliste der Stadt Schwerte liegt vom 15. bis 30. d. Mts. zur Einsicht der Beteiligten auf dem hiesigen Magistrats=Bureau offen und können Einwendungen dagegen gemäß§ 20 der Städteordnung nur in dieser Zeit gemacht werden. Schwerte, den 15. Juli 1887. Der Magistrat. Frucht= und Gras=Verlauf zu Ergste. Herr Friedr. Korveslühr zu Oberweisched bei Ergste will am Samstag, den 23. d. M. nachmittags 5 Uhr, 20 Morgen Gras und 0* scirca 25 Morgen sehr Betanntmachung.] guten Roggen und Weizen gegen Kredit verkaufen lassen. Zusammenkunft auf dem Hofe. Hohenlimburg, 15. Juli 1887. Nettlenbusch. Wegen des am Samstag, den 23. Juli kr. stattfindenden Bürgerschützenfestes wird für diesen Tag das Betreten des Kämmereiwaldes inkl. der Waldwege hierdurch untersagt. Schwerte, den 18. Juli 1887. Die Polizei-Verwaltung. I. V.: v. Eberstein. Verkauf evt. Verpachtung. Herr Carl Klempt hier läßt am Mittwoch, den 20. Juli, vormittags 9 Uhr, seine in der Jägerstraße hier belegene Besitzung in der Krämer'schen Wirtschaft auf der Ostenstraße öffentlich meistb. zum Verkaufe evt. zur mehrjährigen Verpachtung aussetzen. Antritt am 1. August evt. später. Zugleich läßt derselbe auch einen Esel mit Geschirr, Wagen und Karre meistbietend verkaufen. Hohenschwert. Geschäftsverlegung.— Empfehlung. Hiermit zeige ich ergebenst an, daß ich mit dem heutigen Tage meine Bäckerei aus dem Hechtschen Hause in das Haus der Witwe Wirt Fr. Krämer an der Ostenstraße hier verlegte und dabei die darin bestehende Schenkwirtschaft übernommen habe. Meinen geehrten Kunden für das mir bisher geschenkte Wohlwollen dankend, halte ich mich zu fernerm geneigtem Zuspruch bessens empfohlen. Carl Westermann. Schwerte, den 16. Juli 1887. C Fleischbeschau=Atteste empfiehlt Cark Handels=Nachrichten. Dortmund, 16. Juli 1887. Vermesemue Die Erben Mitze'sche, früher Korweslühr'sche Besitzung in Ergste ist nicht verkauft und kann daher angepachtet werden. Hohenlimburg, 11. Juli 1887. Künemund. Im Auftrage des königlichen Eisenbahn=Betriebsamts zu Hagen werden von dem Unterzeichneten am 26. ds. Mts., vormittags 9 Uhr, die auf dem Stationsplatz hierselbst lagernden circa 2300 Stück alten hölzernen Bühnschweuen Die Buchdruckerei von aus in empfichlt sich zur Anfertigung aller vorkommenden = Druckarbeiten als: Rechnungen, Fakturen, Preis-Kourante, Avisbriefe, Postkarten, Briefbogen, Kouverts, Bestellzettel, Memoranden, Zirkulare, Quittungen, Lieferscheine, Wechselformulare, Trauerbriefe, Verlobungsanzeigen, Adress- u. Visitenkarten, Statuten, Geschäftstabellen, tabellarische und alle sonstige Formulare für Verwaltungs-Büreaus, Vereine und Private. Elegante Ausführung. Billige Preise. 20 Teiseimen öffentlich meistbietend verkauft. Holzwickede, 18. Juli 1887. Roggen=Verkauf.] Der Hotzmeister: 15 Morgen in der Schwerter Feldmark Mittwoch, den 20. Juli. Zusammenkunft nachmittags 4 Uhr beim Wirt Duesberg am Ostenthor. Hohenschwert. Frucht=Verkauf. Frau Witwe Petersmann in Wandhofen läßt am Donnerstag, den 21. Juli, nachmittags 4 Uhr, in der dortigen Feldmark: 10 Morgen Roggen, 4 Morgen Weizen, 9 Morgen Hafer parzellenweise meistbietend verkaufen. Zusammenkunft auf dem Hofe. Schwerte, im Juli 1887. Hohenschwert. Roggen= und Weizen=Verkauf. Nächst. Donnerstag, den 21. Juli, abends 6 Uhr, verk. für den Polizeisergeanten Herrn Fr. Kötter auf seiner Besitzung zu Drüpplingsen 2 Morgen prima Roggen, 1 Morgen prima Weizen in Numm. geg. Kredit. Sammelpl. Wirtschaft Köttershaus. * H. Albrecht. Gras=Verkauf. Samstag, den 30. Juli, nachmittags 5 Uhr, verk. für Herrn Fr. Hiddemann zu Villigst 10 Morgen gutes Gras in Numm. geg. Kredit. Sammelpl. Wirtschaft Peuckmann. H Sparkasse Castrop. Für die Zeit vom 15. 1887 bis dahin 1890 fungieren als Administratoren die Herren: Dr. med. Zumbusch, Vorsitzender, H. Schencking, Stellvertreter des Vorsitzenden, W. Mölleuhoff, F. Grote C. H. Brinkmann vertreter, was hiermit zur öffentlichen Kenntnis gebracht wird. Castrop, den 15. Juli 1887. Der Gemeinde=Vorsteher: pez. Princkmann. Ev. Jünglingsund Männer-Verein. Mittwoch, den 20. Juli, abends 8 Uhr: Gesangübung im Lokale des Herrn G. Brenne im Stadtkeller zum Kreisfeste. Es wird um fleißige Beteiligung gebeten.— Für Donnerstag und nächsten Sonntag fallen die Versammlungen aus wegen Neuan= strich des Vereinslokals. Diejenigen Mitglieder, welche gesonnen sind an der Fahrt am 31. ds. zum Verbandsfeste teilzunehmen, wollen sich gefälligst beim Vize=Kassierer Wilh. Wiesner spätestens bis Donnerstag, den 28. melden. Der Vorstand. Versetzungshalber ist meine S tn 8 auf sofort zu beziehen. Georg Kehres. Westenstraße 54. Den geehrten Bewohnern von Schwerte und Umgegend zur gefl. Nachricht, daß die Buschermühle bei Cabel für Tohn- und Kunden-Kuuerei eröffnet ist und für nachstehende Preise täglich gemahlen wird. Weizen= und Roggen=Beuteln 60 Pfg. à 100 Kilo. Roggen= und Gerste=Schroten 40 Pfg. à 100 Kilo. Buschermühle bei Cabel, den 18. Juli 1887. A. Steinkamp. UIEUDGFng! Novellen, Humoresken, nebst 8 Musikstücken 80 Pf. ###U SCiratis nummern u.brosch. Quartale in allen Buch u. Musikalienhandlungen, Verlag v. Pl. Tonger Köln. 63888888990 Zu beziehen durch die Buchhandlung von Carl Braus: Der erfahrene Ratgeber beim *„ Weizenvorschuß 25,50—28,00 M, Einmachen Roggenvorschuß 20,00—21,50 M S etet Alles per 100 Klo frachtfrei hier. von Früchten und Gemüsen und bei der Bereitung von Fruchtsäften, Gelée's 2c. von Lovica von Pröpper. Zweite Auflage. Preis 50 Pfg. (Verlag von Jul. Püttmann in Köln a. Rh.) 93588080000 Eine von 4 Zimmern auf 1. vember zu vermieten. Näheres in der Exped. d. Z. 3 Zimuler auf 1. November zu vermieten. Näh. durch die Exped. d. Bl. Neu! Neu! Bengalische Bündhölzer, a Schachtel nur 10 Pfg., empfiehlt Carl Braus. 0 Die uli. 99 9 00 Dir phoivgraphische Anstalt 0 0 von 0 J. Klein iun Würde. 9früher Kampgasse, empfiehlt a sich den geehrten Bewohnern0 0von Schwerte u. Umgegend. 0 0 In Schwerte finden Auf=0 anahmen jeden Mittwoch 0nachmittag im Garten der 0Wwe. Sternberg in derg 0selle stat.9 000 Otto Friedrich Rammlers Deutscher ReichsUntsrefat=Er oder Musterbuch zur Abfassung aller in den allgemeinen und freundschaftlichen Lebensverhältnissen sowie im Geschäftsleben vorkommenden Briefe, Dokumente und Aufsätze. Ein Hand= und Hilfsbuch für Personen jedes Standes, enthaltend eine Einleitung über die Sprache; die Grammatik nebst einer Geschichte der deutschen Sprache.— Die Lehre über den Briefstil, die Abfassung, Förmlichkeiten und den äußern Wohlstand der Briefe; Titulaturen, Briefmuster, nämlich: Allgemeine freundschaftliche Briefe, Glückwunschbriefe zu Geburts=, Namens= und Neujahrstagen, zu Verehelichungen, Geburten, Beförderungen, Jubiläen und andern Gelegenheiten; Danksagungsbriefe; Berichtbriefe; Bittschreiben und Bittschriften; Trost=, Empfehlungs= und Erinnerungsschreiben, Klagebriefe, Ermahnungs=, Vorwurfs=, Entschuldigungs=, Einladungs= und Bewerbeschreiben 2c.; Geschäfts= und Handlungsbriefe aller Art; ferner Kauf=, Tausch=, Miet=, Chartepartie, Pacht=, Dienst=, Heuer=, Arbeits=, Bau=, Gesellschaftsverträge oder Kontrakte, Mäl= und Rhederei=Briefe; Vergleiche; Ehe=, Assekuranz= und Lehrverträge; Testamente und Cocidille, Schenkungen, Vollmachten, Schuldverschreibungen, Bodmereibriefe, Cession, Bürgschaftsscheine, Reverse, Empfangsscheine, Konossamente, Pfandscheine, Quittungen, Tilgungsscheine, Wechselbriefe, Anweisungen, Zeugnisse, Konti, Anzeigen und Bekanntmachungen, Telegramme. Dabei eine Auswahl aus den Briefen von Gellert, Rabener, Lessing, Wieland, Zollikofer, Joh. v. Müller, v. Schiller, I. H. Voß u. A. Nebst folgenden Zugaben: Das deutsche Reich. Deutsche Klassiker. Stammbuchaussätze. Der Hausarzt. Die Hausfrau als Gattin und als Mutter. Die Blumensprache. Der Seidenbau. Die Bienenzucht. Die Verfälschungen der notwendigsten Bedürfnisse des menschlichen Lebens. Rechenhelfer. Fremdwörterbuch. Siebenundfünfzigste umgearbeitete und von neuem stark vermehrte Auflage von Dr. H. Th. Traut. gr. 8. 37 Bogen. Preis 2 M. 50 Pf., geb. in Leinwand 3 M. 50 Pf. Vorrätig bei Carl Braus in Schwerte. Neu! Nen! Loreley-Parfüm, Extrait composé, lieblichster Wohlgeruch, feinstes Zimmer- und Taschentuchparfüm fürdieelegante Welt, à Flagon 1 und 1,50 Mk. Friedrich Liese. Neuß, 15. Juli 1887. Weizen 1. Qual. 19, per 100 Kilo g. Landroggen 1.„ 13s20 per 100 Kilo 2.„ 12/80 Wintergerste per 100 Kilo Sommergerste“ Buchweizen per 100 Kilo 15 Hafer, 1 Qual.„„ 2.„„„ 11 Rübsen(Aveel)„„ Raps 1. Qual.„„ „ 2.„„„ Kartoffeln„„ Heu per 500„ Roggenstroh per 500„ Rüböl per 100„ in Partieen von 100 Ztr. Rüböl per 100 Kilo faßw. 52/50 Gereinigt. Oel per 100 Kilo 3 J höher als Rüböl. Preßkuchen per 1000 Kilo 1104 Weizen=Vorschuß 00 per 100 Kilo Kleien per 50 Kilo 1 4/20 Hagen, 14. Juli. An der heutigen Getreidebörse, die wiederum besucht war, herrschte sehr ruhige, zu allgemeiner Flaue hinneigende Stimmung; Käufer verhalten sich zurückhaltend, indes gehen auch Verkäufer nicht von ihren Forderungen herab. Es notieren: Weizen, westf., 19,25—19,75 J, do. fremder 18,50 bis 20,25 J, Roggen, westf., 14,50 bis 15,50 M, do. fremder 14,25 bis 15,75 J, Hafer 11,75—12,75 M, Franz Strobel, Caub am Rhein. Spezialität in selbstgekelterten Weinen von 60 4 per Liter ab. Proben und prima Referenzen zu Diensten. Streng reelle Bedienung. KAUTSCHUK STEMPEL MONOGRAMNE FüE wASCHE inel. Farbe# Kasten 2. M. 9K. ech. Fasaiks BAALGASSE 27. Frankfurt a. M. Kusterbl. grat. Afranoe AHENTEN 8 Wiederverkäate: werdan u. güast. Bedtag. engagirt Viehmärkte. 1 Witten, 14. Juli. Die heute abgehaltene Julikirmes gehört zu den kleinsten Jahrmärkten hier. An Pferden waren 170 Stück aufgestellt. Ein Arbeitspferd kostete 500—600 M. einzelne kamen an 800 M Esel waren in drei Tieren vertreten und kosteten je 60—90 M Kühe fanden sich 130 Stück vor. Eine milchgebende Kuh kostete 220—290 J, ein tragendes Rind 160—220 K, eine manse Kuh 150—180 M. Es kosteten 50 Kilo Rindfleisch 54—60 M. An Schweinen waren über 1500 Stück zu Markte gebracht. Es kostete ein überjähriges Schwein 50—60 M, ein achtmonatliches 38—45 K. ein dreimonatliches 24—30 K, ein sechswöchentliches 10—15 A 50 Kilo Schweinefleisch galten 44—45 M Der Handel ging im ganzen ziemlich von statten. Paderborn, 15. Juli. Zu dem heute hier abgehaltenen 2. diesjährigen Schaf= u. Hammelmarkte waren ca. 15000 Stück Schafvieh zum Verkauf aufgetrieben. Es kostete das Paar fette Hammel und Schafe 40 bis 48 K, 2= und 3jährige Hammel 30—38+, einjährige Hammel 22 bis 33 J., Mutterschafe 23—30 M, Schnittschafe 15—24 2c, Lämmer 12 bis 21+— Die Kauflust war durchgehends schwach und der Umsatz ungewöhnlich klein. Dinslaken, 14. Juli. Die Zutrifft zum heutigen Markte belief sich auf ca. 450 Stuck tragende u. frischmilchende Kühe und Rinder; die Kauflust ist bei niedrigen Preisen eine sehr geringe und ein Aufschwung in geschäftlicher Hinsicht noch nicht wahrzunehmen. Am Schweinemarkt belief sich die Zufuhr auf ca. 700 Stück, wovon junge Schweine, vier bis acht Wochen alt, pro Woche mit 1,75—2,50 c. bezahlt wurden, Faselschweine, vierzehn bis zwanzig Wochen alt, kosteten 21—30 M., Fette 43,50 J., I. Qualität 42 M Junge und Faselschweine blieben viele unverkauft. Nächster Markt: Donnerstag, 28. Juli. Wechsel= und Geld=Kurse. von der Heydt=Kersten und Söhne. Elberfeld, 15. Juli 1887. Neue boll. Voll* H ä r i n g e, 4 Stück 10 Pfg., mpfiehzlt(Gust. Wirtbs. Universal-Metall=Putz= Pomade aus der Fabrik von Adalbert Vogt& Co., in Blechdosen von 10 und 85 Pfg., empfiehlt Carl Braus. Amsterdam.. k. 2M. London.. k.S. 2M. Paris... k.S. 2M. Antw. u. Brüssel k. S. 2M. Basel u. Zürich k.S. 2M. Ital. Hauptbankpl. Briefe. Geld. 168,95 168,35 167,60 208.75 80,80 80.75 203,25 202,80 80.40 80.00 80.835 79,90 80.25 79.75 79,90 Geldsorten. Zwanzigfranks=Stücke 16,15 S. Sovereigns" 20,20 G. Füuffranks=Stückt.. 4.00 S,