K uni 1887. ser) 2ter 3ter 44 80 70 —— 85 90 50 Juni 1887. niedrigst. # —.— höchster 4 2 1450 6/80 6 7 1 3 1960 90 14— 00 Kilo Kilo 1950 18/90 50 40 104 50 0 Ztr. faßw. 100 Kilo böl. 0 Kilo ) 100 Kilo 20 ). Juni.(Städ) Z u m h e u t i g e n waren aufgeGroßvieh, 241 ilber, 22 Hamfund Schlachtge: für Ochsen 53 K., Kühe 1.Qual. ual. 44—48 M, 41—45 M, 2. Kälber per Pfd. Qual. 48—56 4 I, Hammel desgl. blieben 56 Stück 6. Juni. e waren aufgeragende u. frischid Rinder, sowie Gattungen. Im t eine Aenderung getreten; die Zuuf einen kleinen Schweinemarkt Saugschweine, 4 2.50—3,25+ selschweine, 14 bis 50 Stück 24—33 K, 1. Qualität ät pro 50 Kilo dandel zufriedenin Saug= und Nächster Markt: 82t. Geld=Kurse. rsten und Söhne. Juni 1887. Briefe. 5 168,85 R. 208.70 80/80 80.75 Geld. 168.25 167,50 203,20 202,70 80.40 80.05 80.25 79,90 80.20 79.70 A UtrP??* ∆ 0 für den Landrreis Vortmund und den Kreisskurt Hörde. Abonnements=Preis pro Quartal 1 Mark 50 Pfg. Erscheint Dienstags, Donnerstags und Samstags. Wöchentlich eine Gratisbeilage„Familienfreund“. Nr. 76. Schwerte, Samstag, 25. Juni 1887. Insertionsgebühr für die sechsspaltige Zeile oder deren Raum 10 Pfg. außerhalb des Leserkreises 15 Pfg.; Reklamen 30 Pfg. Redaktion, Druck und Verlag von Carl Braus in Schwerte. 20. Jahrgang. Beispiellos billig! sin Anikum! Nur 5 Mark rostet die allgemein berühmt gewordene, ganz neu erfundene Welt-Pendel-Uhr(keine Pendule) mit Wecker und Signal=Apparat, mit zwei bronzierten Gewichten und mit Patent=Zifferblatt, welches in tiefdunkler Nacht genau so wie der Mond hei leuchtet. Diese ausgezeichneten prachtvollen Uhren sind in feinpolierten HohlkehlRonde=Rahmen gefaßt, und zwar Ebenholz=, Nußholz=, Mahagoni= und Palissander=Imitation 2c. und bilden eine Zierde nicht nur für den Palast des Reichen, sondern auch ein unentbehrliches Einrichtungsstück für die bescheidene Wohnung des Minderbemittelten. 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Kopiertinten, Prozeß Thummer=Wiemann, genau nach den vom Vorsitzenden der Strafkammer als die einzig genauen auerkannten stenographischen Berichte der„Westdeutschen Zeitung“, erscheint in den nächsten Tagen. Stempelfarben und flüss. Preis für die 21 Bogen starke Broschüre 1 Mk. 50 Pfg. : Ich bitte meine vollständige Ausgabe nicht mit dem von agenen, Em, S. Lucas=Elberfeld angekündigten Auszuge zu verwechseln. merich a. Rh., hält von jetzt an!.„Zu beziehen durch alle Buchhandlungen, in Schwerte stets auf Lager—— bei Carl Braus, sowie von der Verlagshandlung Carl Praus, Schwerte. D. W. Wiemann, Barmen, Heidterstraße 6. Khnebech-ExpRron von Carl Braus in Schwerte empfiehlt sich zur prompten Besorgung von Inseraten für alle in= und ausländische Zeitungen, Zeitschriften, Fachzeitungen 2c. zu Originalpreisen ohne irgend welchen Aufschlag, Porto= oder sonftige Nebenkosten. Schwerter Turnverein. Sonntag morgen punkt 5 Uhr: Antreten im Vereinslokal. Abfahrt nach dem Hönnethal. Abzeichen: Turnmütze. Der Turnwart. Sonntag, 26. Juni, werden bei mir eine Parlie Eiele ausgekegelt. C. Wilkes.# Zigarteil zu Mk. 18, 19, 20, 21, 22, 23, 24, 26, 28, 29, 30, 33, 36, 38, 40, 42, 45, 50, 55, 60, 65, 70, 80 bis 100 pro Mille empfiehlt Adolf Öster, Zigarrenfabrik in Janten (Rheinprovinz). 1/10 Probekistchen werden gegen Nachnahme prompt versandt, schöne Arbeit, elegante Verpackung, abgelagerte Ware. Wunder der Industrie! Nur Mark 12.50 kostet bei mir von heute ab eine vorzügliche Washington Remontoir-Uhr, aus echtem Gold=Double oder Silber=Nickel, am Bügel ohne Schlüssel aufzuziehen, mit ZeigerVorrichtung und feinst reguliertem Nickelwerke. Für Damen sehr niedlich nur Mk. 14. Dieselbe aus echtem 13lötigem Silber von k. k österr. Punzierungsamte geprobt, Mk. 20. Taschen-Uhren aus französ. Gold=Double oder Silber=Nickel, auf die Minute reguliert, Ankerwerk, auf 15 Rubinen gehend, mit Sekundenzeiger Mk. 10.50, mit Zylinderwerk MK. 8. 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Gr. vollkommenster Ereats für Sensendankeln versende franon. Westfalen und Rheinland. □ Schwerte, 24. Juni. Der Vorstand des hiesigen Bürger=Schützenvereins hat beschlossen, das diesjährige Schützenfest am 23. und 24. Juli zu feiern und soll am ersten Tage das Vogelund Preisschießen in den Anlagen am Freischütz mit Konzert abgehalten werden. Im sonstigen wird das Fest im Lokale der Witwe Sternberg gefeiert. X Schwerte, 23. Juni. Der dritte Brand innerhalb zehn Tagen! Diesmal hatte das gefürchtete Element sich jedoch die Nachlzeit zu seinem Ausbruch erwählt, welcher Umstand jedoch nicht immer von so wenig schlimmen Folgen begleitet ist, wie diesmal, wo der Ausbruch des Feuers sofort bemerkt wurde und unsere Feuerwehr wie im nu auf der Brandstätte — dem früheren Hirsch'schen Hause auf dem Kamp— erscheinen und die noch nicht sehr starken Flammen in kurzer Zeit bewältigen konnte. Rätselhaft erscheint es, wie in einem unbewohnten Menschenmenge am hiesigen Bahnhof zum Empfange desselben. Nicht weniger als vier Equipagen waren zur Stelle, um den Zurückkehrenden nach seiner Wohnung zu fahren. Bei Eintreffen des Zuges wurde der Erwariete mit begeisterten Hochrufen empfangen. Es erschollen Rufe wie „Hoch unser lieber Pfarrer Thümmel!"„Es lebe Herr Pfarrer Thümmel!" und ähnliche. Diese Ovation legt ein beredtes Zeugnis für die warme Teilnahme und herzliche Zuneigung der hiesigen Bevölkerung dem Herrn Prediger Thümmel gegenüber ab. Ein geradezu unerhörter Unglücksfall hat sich in einer Schwimmanstalt in Frankfurt zugetragen: ein sechsjähriger Knabe, Sohn eines Kaufmanns, ist dort während des Schwimmunterrichts und unter den Händen des Schwimmlhrs ertunien. Gottesdienste. Schwerte. Größere evangelische Kirche: Sonntag, den 26. Juni 1887. Frühpr. 8 Uhr: Past. Graeve. Hauptpr. 9½ Uhr: Past. Heinenberg. (Kollekte für Bonn.) Nachmittagsgottesdienst fällt wegen des Synodal=Gustav=Adolfs=Festes in Westhofen aus. Amtswoche: Past. Heinenberg. Reformierte Kirche: Vorm. ½10 Uhr: Past. Terberger. Westhofen. Vorm. ½10 Uhr: Past. Falkenberg. Berlin C. und Spindlersfeld bei Cöpenick. EIE General=Agentur: W. Sondnerm, Manufaktur- und Modewaren- handlung in Hörde. 0 Zimmer, welches nur einige Möbeln barg, nachts zwischen 2 und 3 Uhr Feuer entstehen konnte. Bis jetzt fehlt in bezug hierauf noch jede Aufklärung. Der Schaden ist ein geringer. + Schwerte, 24. Juni. Auf der hie= zessin erzählte:„ sigen Eisenindustrie stieß gestern morgen dem reise zu Großpapa kam, an der Feinwalze beschäftigten Arbeiter Schwärz=„Grüß' Gott, Victoria, ler aus den Rosen ein Unfall dadurch zu, daß die Füße desselben von einem glühenden Draht gestreift wurden. Indes wird derselbe in einigen Tagen die Arbeit wieder aufnehmen können.— Schlimmer erging es dem an der Schnellwalze beschäftigten Arbeiter Schlecking von hier. Derselbe erlitt erhebliche Verletzungen am rechten Arm und an der rechten Seite des Körpers, so daß derselbe in den ersten paar Wochen die Arbeit nicht wieder aufnehmen 88.# u Se eche W Schwerte, 24. Juni. Aue angevuch pratlische Erfahrung ist schließlich immer nur Stückwerk! Ein Beweis dafür ist das neueste Eisenbahnunglück in Wannsee bei Berlin, welches ein vernichtendes Urteil über die sogenannten Durchgangswagen gesprochen hat, die sich, wenn das Unglück sein soll, als eine richtige Mausefalle erwiesen haben. Mag ein gewöhnliches Koupee so vollgepropft sein, wie es will, es kann doch schleunigst wenigstens verlassen werden. Bei den zwei Ausgängen in einem Durchgangswagen kann es, schon bei einer Panik, Stoßen, Zerren und Fallen geben, daß schwere Verletzungen leicht möglich sind. Ein Fall vom Wagenperron bei folgendem Gedränge ist nur zu leicht möglich. Es ist traurig, daß die beste Lehrmeisterin immer erst das Unglück ist. So wird es freilich stets bleiben! Man nennt unsere Zeit die„nervöse“, und es klagen auch schrecklich viele Leute über ihre„armen Nerven". Aber Nerven, wie von Eisen und Stahl, muß man eigentlich haben, angesichts der gräßlichen Unfälle, die immer wieder vorkommen. Bei Paks in Ungarn und in Wannsee sind rund dreihundert Menschen ums Leben gekommen. Wie war es nur möglich? fragen Tausende, Gerade zum Anfang der Reisezeit ist das keine ange Eisenbahnraub gemeldet. Ein nach dem Osten gek nehme Nachricht, aber es ist doch nicht alles so schwarz, der Zug der jüdlichen Pacific=Eisenbahn war wie es auf den ersten Blick manchem erscheint, Rechren Schulenburg angelangt, als eine zwötf Mann st. wir die Gesamtzahl der Eisenbahnzüge und Fahrgere- Hande sich des*„„. 1nd 5“ Masfe genheiten, so ist die Zahl der vorkommenden Unfälle doch nur eine äußerst winzige. Etwas Vorsicht kann aber nie schaden, und dazu gehört vor allem, daß man das Besteigen von sogenannten Durchgangswagen nach Möglichkeit vermeidet, wenn sie überfüllt sind. Die Bahnverwaltungen werden auch besonders den Wagen 4. Klasse, wo diese kursieren, ihre Aufmerksamkeit widmen müssen. Bei der Ueberfüllung, welche oft in diesen, meist nur mit 2 Thüren versehenen Wagen zu herrschen pflegt, noch eine Katastrophe! Es ist im Innenraum dieser Wagen nicht ungefährlicher, als in einem verstopften Theatergang. Und doch läßt sich in so vielen Fällen eine Katastrophe vermeiden, wenn unter dem beteiligten Publikum nur eine geringe Dosis Besonnenheit herrscht. Mit Ruhe und Besonnenheit vermeidet man manche Gefahr, das beweist wieder der Verlauf des Victoria=Jubiläums in London. Bei den furchtbaren Menschenmassen der englischen Weltstadt kann eine Stockung schon Unglücksfälle in Menge bei besonderen Gelegenheiten hervorrufen; und auch dieses Mal war man wieder darauf gefaßt. Es ist aber alles viel besser verlaufen, als man hoffte. Die Menge blieb ruhig und besonnen, und das machte alles. Wenn man eine Reise antritt, heißt es:„Thul Geld in deinen * Ein Wort des deutschen Kaisers. Man berichtet der„W. A. Z.“ aus London, wo eben die Festgäste der Königin versammelt sind, ein Wort, das Prinzessin Wilhelm vom Kaiser Wilhelm zum Besten gab. Die Prinzesin egg„Als ich am Tage meiner Abrief er mir entgegen: hast Du heute schon Zeitungen gelesen?"— Als ich dies verwundert verneint, meinte der Kaiser:„Das thut mir wirklich leid; ich hoffte, von Dir genau zu erfahren, wie ich mich befinde, denn die Aerzte blicken immer ernst drein, aber die Bulletins, die sie herausgeben, sind rosig, damit meine guten Berliner sich nicht ängstigen; in der Mitte zwischen beiden liegt die Wahrheit, die sich nur die Herren von der Presse herauszusuchen wissen.“ * Daß der„große Schweiger“ Feldmarschall Moltke auch witzig sein kann, geht aus einem eigenhändigen Schreiben hervor, das wir in seinem Wortlaute hier folgen lassen. Ein biederer Landsmann des Grafen, der„Volksdichter“ Lebrecht Fessel aus Waren, hatte ihm vor einigen Jahren ein Bändchen gut gemeinter, aber schlecht gereimter„Gedichte" gewidmet— der Mann ist seines Zeichens Korbmacher— und erhielt darauf folgendes Dankschreiben:„Mein werter Landsmann! Ich danke Ihnen für die Zusendung Ihrer patriotischen Gedichte und wünsche Ihnen, daß sie noch viele Jahre Körbe flechten und dichten mögen. Ergebenst Graf Moltke, Feldmarschall.“ Der glückliche Besitzer dieses Briefes hält ihn zum ewigen Angedenken für seine Kinder und Kindeskinder hinter Glas und Rahmen aufbewahrt. Hoffentlich geht noch einmal ein Genie aus der Familie hervor. * Aus New=York wird ein neuer verwegener Scsengahnigue Eimgrere Ein nach dem Osten gehener. Jug der südlichen Pacific=Eisenbahn war in Schulenburg angelangt, als eine zwol, Mann starke Bande sich des Zuges vemächtigte und die Passagiere zu plündern begann, wobei die Räuber dieselben in der brutalsten Weise behandelten und ihnen Schläge auf den Kopf mit ihren Revolvern versetzten. Unter den Mißhandelten befand sich eine Frau. Die Strolche plünderten alsdann die Post=und Expreßwaggons und suchten schießlich mit Beute im Werte von etwa 15,000 Dollar und einer Quantität wertvollen Geschmeides das Weite. * Ein in Dover ansässiger Advokat ruderte am Mittwoch in einem Kahn von Dover nach Calais. Die Ueberfahrt dauerte zwölf Stunden. * Triftiger Grund. Präsident:„Angeklagter, weshalb haben Sie falsches Geld fabriziert?“ Angeklagter:„Weil ich nicht genug echtes besaß.“ Todesanzeige. Heute nachmittag 6 Uhr entschlief sanft nach kurzem, schwerem Leiden meine innigstgeliebte Gat#tin, unsere gute Mutter,## Tochter, Schwiegertochter, Schwester, Schwägerin u.# Tante, Frau Einn geb. Gökmann im Alter von 30 Jahren 8 Monat. Schwerte und Wanne bei * Westhofen, 23. Juni 1887. Die trauernden Hinter=) bliebenen. 4 Die Beerdigung findet Sonntag nachmittag 4 Uhr vom Sterbehause aus statt. Bekanntmachung. Am Samstag, den 25. d. M., vormittags 9 Uhr, werde ich im hiesigen Pfandlokale: 2 Kommoden und 1 Regulator öffentlich meistbietend gegen Barzahlung zwangsweise verkaufen. Schwerte, den 24. Juni 1887. Gerichtsvollzieher. Abonnements=Einladung. Mit dem 1. Juli beginnt das 3. Quarta des 20. Jahrganges unserer Zeitung. politischen Grundsätze, die wir seither man eine Reise antritt, heißt es:„Thu' Geld in deinen Die politischen Grundsätze, die wir seither Beutel.“ Wir sagen noch: Laß die Besonnenheit nicht vertreten haben, werden uns auch künftighin leiten. zu Hause! Sie ist zu Zeiten mehr wert als Gold. Mi, wallen ein Festes monare * Schwerte, 21. Juni. Um dem Hitzschlag vorzubeugen, dürfte es angezeigt erscheinen, Ausflügler, wie überhaupt alle diejenigen, welche während Sonnenglut viel unterwegs sein müssen, auf ein Erfrischungsmittel hinzuweisen, welches sich als außerordentlich schützend erweist und neben seiner Wirksamkeit auch noch den nicht zu unterschätzenden Vorzug größter Billigkeit besitzt, so daß es von jedermann angeschafft und in einem kleinen Fläschchen mitgeführt werden kann. Es ist dies aus Zitronen gepreßter Saft. Wenige Tropfen, die man, sofern man ebeb kein Wasser zur Hand hat, auf die Zunge träufelt, genügen vollkommen, um die durch die Hitze erschlafften Lebensgeister wieder zu beleben und so der Gefahr eines Hitzschlages wirksam zu begegnen. Die bekannte Flüssigkeit isi, wie gesagt, billig und leicht herzustellen. Die königl. Regierung zu Münster richtet seit einiger Zeit ihr Augenmerk auf die VerWir wollen ein fester monarchisches Regiment gler, neben der verfassungsmäßig festgesetzten Mitwirkung der der Volksvertretung, nicht aber den fremdländischen Parlamentarismus, der für unsere deutschen Verhältnisse nicht paßt. Wir wollen Schutz und Förderung von seiten der Staatsgewalt für alle ehrliche Arbeit, insbesondere auf dem Gebiete des Ackerbaues, des Handwerks und der Industrie, nicht aber den ungezügelten Kampf ums Dasein, bei dem der Stärkere den Schwächeren verschlingt. Wir wollen, daß die christliche Religion im öffentlichen Leben respektiert und gepflegt, nicht nur dem Privatgebrauch überlassen werde. Wir wollen, daß die Reichsregierung bei ihren General-Versammlung der Vieh-VersicherungsGrfrüschi am Sonntag, den 26. Juni, nachmittags 5 Uhr, beim Wirt Herrn W. von Lünen. Tagesordnung: Rechnungslage. Schwerte, den 24. Juni 1887. Der Vorstand. Standesamt Aplerbeck vom 1. bis 15. Juni 1867. Berlobte: Wilhelmine Nolte und Schmidt Friedrich Thiekötter, Sölde. Selnide Märtmann und Kaufmann Wilhelm Bode, Schüren und Hochfeld=Duisburg. Anna Kugel und Bergmann Karl Hollkott, Holzwickede. Witwe Bergmann Heinrich Böcker und Bergmann Gustav Hinne, Schüren und Aplerbeck. Louise Hugo und Bergmann Christian Schröer, Sölde. Bertha Menze und Bäcker W. Ueßler, Holzwickede und Aplerbeck. Vermählte: Bergmann Gustav Kohlhage und Henriette Flunkert, Sölderholz und Holzwickede. Spezereihändler Adolf Beuth und Auguste Kleff, Aplerbeck und Hörde. Koksarbeiter Albert Gäbel und Emma Nigge, Holzwickede. Bergmann Diedrich Hellmann, und Friedrike Ruhfaut, Holzwickede. Bergmann Wilhelm Krumme und Witwe Bergmann Heinrich Krumme, Schwerte und Hengsen. Bergmann Friedrich Müller und Sofie Mause, Aplerbeck. Bergmann W. Tüttemann und Henriette Spengler, Sölde und Aplerbeckermark. Bergmann Heinrich Truse, und Wilhelmine Nettlenbusch, Schüren. Bergmann Adam Krause und Witwe Bergmann Diedrich Westermann, Sölde. Geburten: Ein Sohn: Tagelöhner Karl Eckey, Holzwickede. Fabrikarbeiter Theodor Tell, Aplerbeckermark. Rangierer Karl Heimann, Holzwickede. Fabrikarbeiter Theodor Reismann, Aplerbeck. Bergmann Heinrich Brommelmeier, Berghofen. Wirt Friedrich Gravert, Holzwickede. Kesselwärter Karl Kimm, Berghosen. Hilfsweichensteller Diedrich Nigge, Holzwickede. Bergmann Carl Höing, Berghofen. Bergmann W. Beele, Berghofermark. Fabrikarbeiter Johann Schmidt, Berghofen. Fabrikarb. Adam Becker, Erlenbach. Bergmann Hubert Dietermann, Schüren. Bergmann Joseph Schofmeier, Schüren. Förster Ludwig Boecker, Hengsen. Bergmann Conrad Trümper, Aplerbeck. Fabrikarbeiter Franz Schmidt, Schürufer. Landwirt Heinrich Kohlmann, Opherdicke. Handelsmann W. Böhl, Aplerbeckermark.— Eine Tochter: Fabrikarbeiter August Heinrich, Berghofen. Bergmann Theodor Gosebrink, Berghofen. Bergmann Adolf Leichtfuß, Aplerbeckermark. Fabrikarbeiter Carl Sprave, Berghofen. Bergmann Friedrich Hölscher, Sölderholz. Bergmann W. Pingel, Sölde. Fabrikarbeiter Heinrich Sudeick, Schüren. Fabrikarbeiter Friedrich Tiemesmann, Aplerbeckermark. Bergmann Heinrich Kosfeld, Sölde. Bergmann Friedrich Kalle gt. Kieseheuer, Schüren. Bergmann Heinrich Becker, Berghofen. Fabrikarbeiter Heinrich Venghaus, Berghofermark. Bergmann Carl Harloe, Schüren. Schreiner Wilhelm Wilke, Schüren. Bergmann Heinrich Völker, Aplerbeckermark. Steiger August Brune, Schüren. Bergmann Philipp Flunkert, Keller. Bergmann Gustav Winterkamp, Berghofen. Bergmann Friedrich Mark gt. Neuhaus, Sölde. Fabrikarbeiter Heinrich Spieth, Berghofermark. Berginvalide Joseph Schwarze, Holzwickede. Bergmann Heinrich Ebbert, Holzwickede. Bergmann W. Korte, Schüren. Schlosser Robert Kärthner, Aplerbeckerholz. Rangiermeister August Grube, Holzwickede.— 1 uneheliche Geburt. Gestorben: Bergm. Joh. Wagner, Sölde, 18 J. 7 M. 19 T. Schneiderm. H. Obermann, Sölde, 37 J. 2 M. 2 T. Wwe. Wilh. Düdder, Hengsen 68 J. 10 M. 15 T. H. Köster, Aplerbeck, 1 J. 5 M. 28 T. Caspar W. Biermann, Hengsen, 2 J. 25 T. Bergm. C. Kortmann, Sölde, 31 J. 8 M. 23 T. Sohn von Wirt F. Gravert, Holzwickede, 18 Std. Maria Emilie Caspari, Schüren, 8 J. 15 T. Hedwig Wiggermann, Berghofen, 6 M. 9 T. Bertha Geißler, Schüren, 1 J. 14 T. Josef Drolshage, Aplerbeck, 3 J. 3 M. 19 T. Wirt H. Pampus, Hengsen, 71 J. 9 M. 25 T. Ehefrau Schumacher F. Rüter, Sölde, 45 J. 6 M. 14 T. Maria Brandis, Holzwickede, 11 J. 10 M. 29 T. F. Distelkamp, Aplerbeckermark, 1 J. 4 M. 16 T. Emilie Lueg, Berghofen, 2 J. 11 M. 28 T. Emma Winterkamp, Berghofermark, 1 J. 1 M. 4 T. C. Großmann, Aplerbeck, 1 J. 9 M. 7 T. Totgeburt: Bergm. F. Dünges, Sölde und Schuhmacher F. Habbes, Holzwickede, 1 Tochter. Preis meines anerkannt Den guten Seifenpulvers habe ich von 30 Pfg. auf 24 Pfg. per Pfund ermäßigt. Schwerte. L. Weinberg. Handels=Nachrichten. Dortmund, 22. Juni 1887. Hagen, 23. Juni. An der heutigen Börse herrschte ziemlich ruhiges Geschäft, da die Käufer noch nicht ihre abwartende Stellung aufgaben. Es notiren: Weizen westf. 19,75— 20,50 M, dito fremder 18,50—21,25 K. Roggen westf. 14,00—15,00 M, dito fremder 14,50—15,75 M, Hafer 11,75—12,75 J, Weizenvorschuß 26.00—28,50 K. Roggenvorschuß 20,50—22,00 M.— Alles per 100 Kilo frachtfrei hier. Per 100 Kilo. Die heftigsten Zahnschmerzen beseitigen augenblicklich unfehlbar die berühmten Tooth-Ache-Drops. a Verkauf in Originalgläsern zu 50 Pfg. bei Carl Braus in Schwerte. — seit einiger Zeit ihr Augenmerk auf die Ver= Wir wollen, daß........ mehrung der Gemeindesparkassen, im allgemeinen handelspolitischen und kolonialpolitischen Unterneywird das Bestehen mindestens einer öffentlichen mungen vertrauensvoll unterstützt, nicht aber durch Sparkasse für jeden Amtsbezirk gefordert. Eine Kundgebung des Presbyteriums in den Remscheider Blättern lautet:„Indem wir aus dem Ergebnis der gerichtlichen Verhandlungen gegen Pfarrer Thümmel mit lebhaftem Bedauern entnehmen, daß in der Verurteilung seiner Person das Grundrecht unserer Kirche, das Wort der Wahrheit, worauf sie gründet, zur freien Darkleinliche Opposition in ihrer Kraft gelähmt werde. Wer mit diesen Grundsätzen einverstanden ist, den bitten wir, die Schwerter Zeitung, Amtliches Kreisblatt für den Landkreis Dortmund und den Kreis hörde, Gicht- und RheumatismusLeidenden sei hiermit der echte mit„Anker“ als wirksamstes venattst enstellen. Weizen, schwerer „ mittel leicht Roggen gut " mittel " gering Hafer, gut mittel " gering Gerste, schwere mittel . leicht Kartoffeln Stroh(Richt=) Heu Butter, 1 Kilo Eier, 60 Stück Neuß, 23. Juni 1887. Wiedgen 275 Wein, rein, krütig, weig 4 Rhein= Nr. 55 u. 70 Pfg., coth 90 Pfa. v. 25 Ltr. an unter Nachn. direct von J. Wallaner, Weinbergsb. Kreuznach. stellung zu bringen, mitberührt ist, sprechen wir bestellen und dieselbe Gesinnungsgenossen empfehlean demselben die herzlichste Teilnahme und zugleich zu wollen., M ei. die Versicherung aus, daß durch den vorläufigen Bei der weitgehenden Geromvung, weiche wir Abschluß des Prozesses unsere Stellung zu ihm, durch eigene Boten mit den Kreisen Hörde, Dortund, wie wir überzeugt sind, auch das Verhält= mund und Iserlohn unterhalten, haben diejenigen, nis der Gemeinde zu ihm bezüglich seiner pasto= welche den Inseratenteil unseres Blattes benutzen, ralen Wirksamkeit in keiner Weise getrübt ist." die Gewähr, daß ihre Publikationen die zweckent— Die„Westdeutsche Zeitung" enthält folgende sprechendste Verbreitung in Stadt und Land finden. Mitteilung: Remscheid, 17. Juni. Als sich] Schon jetzt eintretende Abonnenten erhalten em Laufe des gestrigen Abends die Nachricht von ldas Blatt bis zum 1. Juli gratts. g.z.u., Rückehr des Herrn Predigers Thümmel Verlag der„Schmerte; bst verbreitete, versammeltete sich eine große!..(C. Preisermäßigung. Hiesige Pflaumen, bisher pr. Pfd. 20 Pfg., jetzt 16 Pfg. Schwere türk. Pflaumen, bisher pr. Pfd. 30 Pfg., jetzt 24 Pfg. Schwerte. X. Weinberg. Latter=Purder. Die Zeit des Butterns wird durch dasselbe vermindert, die Butter fester, besser von Geschmack und von schöner Farbe; a Packet 50 Pfg. bei Carl Praus. 1. Qual. per 100 Kilo g.“ Landroggen 1.„ per 100 Kilo 2.„ Buchweizen per 100 Kilo Hafer, 1. Qual. 2. Rübsen(Aveel) Raps 1. Qual. " 2.„ Kartoffeln„ Heu per 500„ Roggenstroh per 500„ Rüböl per 100„ in Partieen von 100 Ztr. Rüböl per 100 Kilo faßw. Gereinigt. Oel per 100 Kilo 3 M höher als Rüböl. Preßkuchen per 1000 Kilo Weizen=Vorschuß 00 per 100 Klle Kleien per 50 Kilo 19.50 1890 14/— 13/50 15 11 45 56.— 104 Viehmärkte. Dortmund, 22. Juni. Zum heutigen Zucht= und Faselviehmarkt waren aufgetrieben: 546 tragende und frischmilchende Kühe und Rinder, ca. 300 Schweine inkl. Ferkel und 34 Pferde. In Hornvieh war der Handel flau; die an und für sich schon seit längerer Zeit geltenden niedrigen Preise konnten kaum angehalten werden. Ueberstand ca. die Hälfte des Auftriebs. Wesentlich von Einfluß auf das Geschäft dürfte die trockene Witterung gewesen sein. Am Schweinemarkt lag das Geschäft ebenso, abgesehen von Vierteljahrsschweine, in welchen etwas rege Nachfrage war. 6=Wochen=Ferkel kosteten 2—2,50 M per Woche, vierteljährige Faselschweine erzielten 27—33 K, halbjährige 33—40 u per Stück.— Ueberstand ca. 70—80 Stück.— Nächster Markt am Mittwoch, den 6. Juli kr. Wechsel= und Geld=Kurse. von der Heydt=Kersten und Söhne. Elberfeld, 22. Juni 1887. Kurse in Reichsmk. Amsterdam Geld. London Paris 80,.80 80.70 k.S. 2M. k.S. 2M. k.S. 2M. Antw. u. Brüssel k. S. 2M. Basel u. Zürich k.S. 2M. Ital. Hauptbankpl. k.S. Geldsorten. Zwamtgkranks=etücke 5 Sovereigns„ Fäuffranks=Stückt. Briefe. 168,85 168.25 167,45 203,55 203,05 202,60 80,40 80.00 80,30 79,80 80,15 79,65 79,95 16,10 G. 20.20 C. 400 C. Thiekötter, füren und olzwickede. Schüren er, Sölde. d. Flunkert, d Auguste id Emma drike RuhBergmann ch Müller Henriette ruse, und ind Witwe solzwickede. Heimann, Bergmann solzwickede. rich Nigge, W. Beele, Fabrikarb. Schüren. Boecker, eiter Franz Handelsbrikarbeiter Berghofen. arl Sprave, gmann W. brikarbeiter h. Kosfeld, Bergmann ius, Berghelm Wilke, ser August ann Gustav aus, Sölde. ide Joseph ede. Bergerbeckerholz. seburt. M. 19 Zwe. Wilh. k, 1 J., 5 Bergm. C. F. Gravert, J. 15 T. r, Schüren, T. Wirt umacher F. wickede 11 M. 16 T. Pinterkamp, ck, 1 J. 9 ihmacher F. An der heuziemlich ruhiiufer noch nicht ung aufgaben. westf. 19,75— 18,50—21,25 00—15,00 M, 5.75 M, Hafer Peizenvorschuß oggenvorschuß Alles per 100 Juni. Zum Faselviehmarkt 46 tragende und Rinder, Ferkel und sieh war der und für sich Zeit geltenden kaum angestand ca. die Wesentlich beschäft dürfte gewesen sein. das Geschäft Vierteljahrsdas rege NachFerkel kosteten vierteljährige 27—33 M, per Stück.— 80 Stück.— Nittwoch, den beld=Kurse. en und Söhne. juni 1887. Briefe. Geld. 168,85 168.25 167,45 203.05 202,60 80,40 80,00 80,30 79,80 80,15 79.65 203.55 80.80 80.70 nie dagewesene billige Einkaufsgelegenheit wegen Auflösung des Geschafts der Firma W O Millristraßt Nr. 10. Wir sind nunmehr fest entschlossen, das hiesige Geschäft so schnell wie möglich aufzulösen, aus diesem Grunde wsinr due Garurch Zu abtaftierten Testen Preisen dusverkauft. Es bietet sich infolgedessen für alle diejenigen, welche für jetzt oder die nächste Zeit nur einigermaßen Vervostint tuch tr Herren“, Damen und Kinder Garderoven, Buckskin, Gardinen, Kleiderstoffe, Bett- und Teppichwaren, eine so außergewöhnlich günstige Gelegenheit zum Einkauf, wie solche noch nie dagewesen und auch für die nächste Zeit nicht zu erwarten ist. Witwe J. David. Moritz Bavic. Albert David. Jean David. Daniel David. D S*. Kölnische Feuer=Versicherungs=Gesellschaft„Colonia“. Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß dem Herrn Theodor Dahlmann # die Agentur der Colonia für Schwerte und Umgegend übertragen worden ist. Dortmund, den 18. Juni 1887. Die Haupt-Agentur der Dr. jur. Roeder. Bezugnehmend auf vorstehende Anzeige halte ich mich zur Entgegennahme von VersicherungsAnträgen bestens empfohlen und weise auf nachstehenden Versicherungsstand der Gesellschaft noch besonders hin. De uun e. gGeadgr Basimann. Auszug aus der in der General-Versammlung abgelegten Rechnung für das Jahr 1886. Prämien exkl. der Einnahme für spätere Jahre Zinsen=Einnahme Kapital=Reserve Sonstige Reserven für eigene Rechnung.. Brandschäden, Verwaltungskosten u. s. w. Versicherungen in Kraft am 31. Dezember 1886 6,425,802 Mk. 548.836 3,945,000 Mi. 7,085,455„ 6974,638 Mit. 11,030,455„ 4.343,518 Mk. 3,.562,510,683„ Galnidons=Gesehl. Der Bürger=Schützenverein tritt am Samstag, den 25. Juni, im Lokale des Herrn Panhorst an. Um zahlreiches Erscheinen wird gebeten. Der Major. in Aasd ui Baschion Oesterreich und der Schweiz. 79,95 ien. Kp; 16.10 Gl. " 20.20 C. " 400 C. Durch jede Buchhandlung ist zu beziehen, Schwerte durch die Buchhandlung von Carl Braus: Prof. Dr. Thomé’s fein kolorierte 989297—.— Komplet in ca. 40 Lieferungen à 1 Mark, pro Lieferung mit ca. 14 prächtigen, naturgetreuen, mustergültigen Farbendrucktafeln nebst erklärendem Text! 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Um mit meinem großen Lager Möbel, Spiegel und Polsterwaren " rasch zu räumen, verkaufe von heute an sämtliche Vorräte zu Einkaufsepreis. 1 Artachistemn tangams 6is: Es wird hiermit Gelegenheit geboten, von den einfachsten tannene bis zu den feinsten nußbaum, mahagoni, eichen, sowie schwarze Zimimereinrichtungen zu außergewöhnlich billigen Preisen zu erwerben. Zum Besuch wird ergebenst eingeladen. Hochachtungsvoll verin, Hagen, Körnerstraße 18. ch Das Betreten der von mir angepachteten Weide am Mühlengraben untersage ich hiermit einem jeden. Ch. Nehring. Bithn de e aie olch bchelchoang ei Iuhnisttug erlaube ich mir ergebenst anzuzeigen und empfehle ich mich zur Anfertigung von künstlichen Zähnen und ganzen Gebissen in Gold, Platina, Aluminiumbronze, Kautschuk 2c. nach allen Methoden. Garantie für gutes Passen und Brauchbarkeit. Künstliche Gaumenverschlüsse für angeborene wie erworbene Oeffnungen— Wolfsrachen. 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Schöne weiße Kartoffeln sind wieder vorrätig. 4e Schwerte. L. Weinberg Der heutigen Nummr in die liegt eine Beilage von F. Har in Schwerte bei. Ich teile hierdurch ergebenst mit, daß der diesjährige *Opr„„ den 20. Juni kr. Enged-dat. * S s t e n s t l a ß t. Verrauf eines Ackerguts. Das den Erben Mitze gehörige, früher Korweslühr'sche Ackergut, in Ergste bei Schwerte an der Ruhr gelegen, bestehend aus Wohnhaus, Scheune und Brennereigebäude, 3½ Morgen Hofraum und Garten, 20½ Morgen Weiden und Wiesen, 28 Morgen Ackerland und 3 Morgen Waldung, soll teilungshalber am Donnerstag, den 30. Juni, nachmittags 4 Uhr, in der Wirtschaft des Herrn Hengstenberg zu Ergste parzellenweise oder auch im ganzen unter günstigen Bedingungen meistbietend verkauft werden. Hohenlimburg, 16. Juni 1887. Künemund. i Gras=Verkauf. Montag, den 27. Juni, nachmittags 4 Uhr, bei Herrn Schwarzelühr bei Refflingsen. Sammelplatz auf dem Hofe. Anfang in der Kühlwiese. C. Jonas. Anstalt von J. Klein in Rörde, 0 Rathausstraße. Ofrüher Kampgasse, empfiehlt asich den geehrten Bewohnern0 0 von Schwerte u. Umgegend. 0 0 In Schwerte finden Auf=0 Qnahmen jeden Mittwoch qnachmittag im Garten der 0 0 wwe. Sternberg in der helle stat.9 205 990500000 Eine Wohnung ralivon 3—4 Zimmern mit Keller — und Bodenraum zu vermieten. Nitter9Po, sagt die Expedition öss. en Lauftes. Rück. S#.5 0 S S S 5 F. 4 ** „ S 0 S K K, „§„„K IeI„ 4# 4 SR SESS Gras= u. FruchtVerkäuse zu haus husen bei Westhofen Am 30. Juni: Roggenfrucht und Jutterbau auf den Wittbräuken bei Syburg. Am 2. Juli: Roggenfrucht in der Nähe des Hauses und auf Spierlings Kotten am Asenberge, sowie mehrere Parzellen gutes Weidegras. Am 16. Juli: Erösen, Wickhafer und Gras zu Wittbräuken bei Syburg. Anfang stets 4 Uhr nachmittags. Sammelplatz am 30. Juni ThielLangenscheidts Kotten, Wittbräuke. Sammelplatz am 2. Juli Allee. Sammelplatz am 16. Juli Langenscheidt zu Wittbräuken. Haus Husen, Juni 1887. 2n gnngaa * * 3 * 3 * 26 * 3 * Krieger- und Landwehr-Verein RS5SSSSSSG Die photographische 8 3 * #8 Krieger- und„„„ 8 * Lichtendorf=Geisecke 36 sin m 2 &a Sonntag, den 26. Juni, u * sein 36 : Sommerfest ### in den Anlagen des Herrn H. Ersternbrink an der 26 28 Ruhrfähre bei Geisecke. 26 26 Es ladet ergebenst ein 26 * Der Vorstand. 1 nann Gustav-Adolphs-Fest in Westhofen. Das Jahresfest des Iserlohner Synodal=Gustav=Adolphs= Vereins soll, so Gott will, am Sonntag, den 26. Juni d. J. in Westhofen gefeiert werden. Der Gottesdienst, für welchen Herr Pastor Heller von Dortmund die Festpredigt zugesagt hat, beginnt nachmittags 2 Uhr in der Kirche zu Westhofen. In der Nachversammlung im Weiberg'schen Sale wird Herr Pastor Rocholl von Ramsbeck Mitteilungen über seine DiasporaGemeinde Bestwig machen, und sollen außerdem noch kürzere Ansprachen gehalten werden. Die evangelischen Gemeindeglieder sind zur fleißigen Beteiligung herzlichst eingeladen. Schwerte, den 17. Juni 1887. Der Vorstand. Sonntag, den 26. Juni kr., feiert der Gesangverein„Westialia“ zu Hennen k. sein beim Wirt Herrn Fr. Kirchhoff auf dem Lehmufer durch zert und Ball, unter Mitwirkung mehrerer auswärtiger Vereine. Entree zum Konzert Mk. 0,50. Ball 1,00. Aufang 3 Uhr. Hierzu ladet ergebenst ein Der Vorsland. Lesen muß man, und dann sofort abonnieren auf das prachtvolle wöchentlich erscheinende 16—24 Seiten starke„Deutsche Platt“ in Nürnberg. Preis vierteljährig nur 40 Pfennige. Jede Postanstalt und deren Briefträger nehmen Bestellungen an. Das„Deutsche Blatt“ ist die billigste und beste Zeitschrift der Welt. Nr. 1 enthält großes Preisrätsel. Neu! Neu! mit neuen verbesserten Werken, wodurch dieselben den Stand des Wetters bedeutend richtiger anzeigen, empfiehlt in größter Auswahl zu billigem Preis Hugo Lanz, Optiker der Augenheilanstalt. Hagen i. W., 9 Elberfelderste. 9. Tüchtige arbeiterinnen und Lehrmädche finden dauernde Beschä tigung Gebr. Grügelsiepe, Schwerte. 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Verlosung gezogenen, durch die Bekanntmachung der königlichen HauptBekanntmachung. es nicht direkt etwas zu befürchten hatte. Man Auf grund der Ferien=Ordnung vom 8. Januar zankt sich freilich auch jetzt wieder tief unten im 1884 werden bei den Volksschulen des Landkreises Osten herum, aber von dem papiernen Streit bis Dortmund die Ferien für den Sommer= und Herbst zu einer neuen Revolution ist denn jetzt doch ein 1887 festgesetzt wie folgt: 1. Sommer=Ferien 3/zu einer neuen Revolution ist denn jetzt doch ein Wochen, beginnend am 24. Juli bis einschließlich 13. weiterer Schritt, als vor einem Jahre. verwaltung der Staatsschulden vom 1. Juni 1887 zur August kr., 2. Herbst=Ferien 2 Wochen, beginnend Das mit allgemeiner Teilnahme begrüßte baren Einlösung am 1. Januar 1888 gekündigten am 3. Oktober bis einschließlich 16. Oktober kr. Die Ereignis der Woche war die Feier des fünfzigSchuldverschreihpggen, der Staatsanleihe vom Jahre) Ferien an den gehobenen Schulen finden statt nach zgg. ziuhiszumg der Königin Vie1868 A liegt während vier Wochen auf dem Kreis= Moßgabe der früheren Bestimmungen der königlichen jührigen Regierungssuonauue der Königin Viebüreau und Büreau der Herren Bürgermeister und Regierung zu Arnsberg bezw. nach der Ferien=Ord= toria von England; Deutschland hat von allen Amtmänner, sowie in den Lokalen der königlichen nung für die Gymnasien und Realschulen der Provinz. Kontinentalstaaten am meisten Anrecht auf SymSteuerkassen des Landkreises Dortmund zu jedermanns Dortmund, den 18. Juni 1887.(pathiekundgebungen fur die Königin, deren hochEinsicht ossen. 9. S.. 166n 1. Der Landrat: v. Rynsch.... Dortmund, 21. Juni 1887. Der Landrat: v. Rynsch. Meter Breite. Die überaus gelungene Arbeit ist der Königin von dem Kronprinzen persönlich übergeben. Der Bundesrat beschloß am Donnerstag über eine Anzahl vom Reichstage angenommener Gesetzentwürfe, u. a. wurde die Branntweinsteuervorlage genehmigt. Wie mitgeteilt wird, ist das neue Arbeiter=, Alter= und Invalidenversorgungsgesetz schon fast fertig ausgearbeitet. Ein erheblicher Zuschuß aus der Reichskasse ist in Aussicht genommen. verehrter Gemahl ein deutscher Prinz war, deren Die Publikation der Grundzüge des Gesetzes Deutsches Reich. lälteste Tochter die Kronprinzessin des deutschen erfolgt vielleicht schon sehr bald. Die Besserung im Befindeu unseres Kaisers Kaiserreiches ist, deren Volk unsere Vettern sind,] Das Reichsgericht hat den Antrag auf vorNachdem der Landkreis Dortmund infolge höherer ist ununterbrochen vorgeschritten. Der Kaiser wenn freilich auch diese Vettern oft genug gerade läufige Haftentlassung der im letzten HochverAnordnung in die Kreise Hörde und Dortmund— Land steht bereits wieder am Vormittage auf, hört keine verwandtschaftliche Freundlichkeit uns gezeigt ratsprozeß Verurteilten abgelehnt. Wollte die — geteilt worden, ist das Mandat der am 6. Oktober eine größere Anzahl von Vorträgen und erscheint haben. In dem weiten englischen Reiche, mit französische Regierung also wirklich intervenieren, A. TI, B. I,; G. boeordwuete Here, V. Abteilung für die auch bereits wieder am Palaisfenster beim Vor= Ausnahme von Irland, ist der Tag in der fest= helfen würde es ihr doch nichts. Wahlperiode 1887/90 erloschen und für den verklei= beimarsch der Wache. Die Aerzte wünschen in=lichsten und weihevollsten Weise begangen, am Der lange geführte Nachrichtenstreit über die nerten Landkreis Dortmund eine anderweite Wahl er= dessen die Kräfte noch mehr gehoben zu sehen, großartigsten in London, das die Jubilarin, um= Person des Nachfolgers des verstorbenen Dr. forderlich. Zur Neuwahl der Abgeordneten und deren und die Abreise zur Emser Kur ist deshalb bis geben von zahlreichen Fürstlichkeiten, durch die Herzog auf dem Breslauer Bischofsstuhle hat Wahlperiode 1887/88 bis einschließlich 1889/90 habe Anfang Juli hinausgeschoben. Unter solchen Straßen ziehen sah. Trotz des furchtbaren uunmehr durch die bestimmte Meldung seinen ich Termin anberaumt auf Montag, den 25. Juli Umständen ist der Besuch von Gastein in diesem Menschengedränges sind Unglücksfälle nur in Abschluß erlangt, daß der Bischof von Fulda, kr., im Kühn'schen Gasthause zu Dortmund Jahre doch etwas unsicher. Drei Wochen bleibt geringerer Zahl vorgekommen. Der Schwieger= Dr. Kopp, zum Erzbischof von Breslau vom 2. für die Gewerbesteuerklasse A. II: morgens 81 uhr, der Kaiser in Ems, dann einige Tage bei der sohn der Königin, Marquis of Lorne, ist durch Papste ernannt worden sei. d.„„„ H.: morgens 9½ uhr, Kaiserin in Koblenz und bei der großherzoglich einen Sturz vom Pferde leicht verletzt worden.] Im Königreiche Bayern haben die B. I: morgens 10½ Uhr, badischen Familie in Mainau, ein Besuch von Das Jubiläum ist in London in der ganzen zum Abgeordnetenhause stattgefunden. Das Ged...: C.: worggst,zt; arz München soll folgen, es würde alsoreichlich An=ersten Hälfte der Woche gefeiert, und kann für sammtresultat läßt sich noch nicht überschauen, Gewerbetreibenden aus den Aemtern fang August werden, bevor der Kaiser in Gastein die sonst so sehr zurückgezogen lebende Königin doch scheint es sicher, daß die Zentrumspartei, Brackel, Castrop, Dorstfeld, Lütgendortmund eintreffen könnte. Anfangs September beginnen zur gerechten Befriedigung dienen. Sehr ge= welche bisher eine schwache Mehrheit im Hause und Lünen(ausschließlich Stadt Lünen) zur Wahr= aber schon die großen Manöver und es ist doch spannt ist man in England, ob die Königin eine besaß, nichts hinzugewonnen hat. nehmung dieses Termins unter der Verwarnung ein, fraglich, ob die Anstrengung für dem greisen großartige Schenkung oder Stiftung für einen] n gaperische landwirtschaftlsiche Verein schienenen bezw. ihre Stimme Abgebenden Herrn nicht zu groß werden würde. Daß die gemeinmitzigen Zweck machen wird. Biele große sprach sich für Anmahme der neuen Branntweine genommen werden kann und daß, falls die Wahl der gute Freundschaft mit Oesterreich nicht anf den und kleine Engländer sind ihr mit gutem Bei= shra2#is Abgeordneten überhaupt nicht oder nicht in vorgeschrie= alljährlichen Kaiserbegegnungen allein beruht, spiel vorangegangen; ein Rheder z. B. hat Hecherresch=lngarn bener Weise zu stande komant, die Steuerverteilung weiß ja jedes Kind.—. Die Kaiserin Augusta 20000 Pf. St. geschenkt, um alten Matrosen ge#ameeem esem ie ueee 8. durch die Veranlagungsbehörde, bewirkt werden wird. ist am Donnerstag abend von Baden=Baden in Pensionen zu zahlen, ja eine arme Gemeinde in Reichstagsneuwahlen haben in Ungarn stattStunde und kann auf später Erscheinende Rücksicht Koblenz angekommen.— Aus London kommen Wales hat zur Ehre des Königl. Jubiläums gefunden und mit einem großen Siege der ReDer Landrat: v. Rynsch. Behufs seiner Legitimation wolle jeder Wähler den prinzen gute Nachrichten. Er hat der Jubi= einen neuen Wetterhahn auf ihren Kirchturm ge= Mehrheit verfügt. Steuerzettel mit zur Stelle bringen. läumsfeier der Königin Victoria ungestört bei= setzt. Zirka 30 Mill. Frauen und Mädchen Zugabe zu dem Wahlkampf sind die wiederholt Dortmund, den 17. Juni 1887.. wohnen können und ist von der Volksmenge be= haben 75.000 Lstrl. zusommengebracht, welche vorgekommenen Mord= und Brandszenen; sie sonders enthusiastisch begrüßt worden. zur Herstellung eines Reiterstandbildes des Prinz= sprechen am deutlichsten dafür, daß die Ungarn Mit Rücksicht auf den leidenden Zustand des Gemahls im Windsorpark verwendet werden genn noch nicht völlig von der modernen Kultur — veleckt sind. Frankreich. Der Präsident der französischen Republik, Bekanntmachung. aben he. Mit Rücksicht auf den leidenden Zustand des hufs Beschaffung der Vorslut wird hiermit für den Reichskanzlers Fürsten Bismarck ist demselben ärzt=(sollen. Landkreis Dortmund anf grund des§ 10 des Gesetzes licherseits thunlichste Zurückhaltung von den Ge= Das Geschenk des deutschen Kaisers und der vom 15. November 1811 über die Verschaffung der schäften vorgeschrieben worden. Dem Fürsten Kaiserin für die Königin von England zu deren Vorsut und des§ 7 des Gesetzes vom 28. Febrnar dürfen daber während seiner Abwesenheit. Pers(gr=. his= is ein vom Pildhorer Iir Bloder d. 3a. vorganchnen. Nach Ablauf bieser Feist uiche zu rechnen sz.—, Beustwortung desuben, der Kasentg. Die Bedalone, weiche 40.—50 Naiche Scheite aegen die Fuischebdungen im Leih. wird eine Schau stattfinden und bei unterlassener oder Der deutsche Reichstag ist geschlossen, wir sind Zentimeter Durchmesser haben, enthalten die Köpfe ziger Hochverratsprozeß thun, keine Folge zu geben. Verpflichteten die angedrohte Exekutiv= in die Zeit der sommerlichen Stille eingetreten. der Majestäten in Lebensgröße und sind in eine Grevy wird eben eingesehen haben, daß ein solcher strafe festgesetzt und mit weiteren Zwangsmaßregeln Und hoffentlich wird es in diesem Jahre so still Marmorplatte eingelassen, welche von einem sehr Schritt doch zu nichts führen würde, höchstens zu vorgegangen werden, auch wird die Räumung event. bleiben, wie es im vorigen unruhig war, wo der reich verzierten und mit Emblemen versehenen einer Blamage und das ist zu oft geschehen, als auf seine Kosten ausgeführt werden. Kriegslärm gewaltige Aufregung verursachte, von Rahmen von lichtblauem Rahmen umgeben ist. daß die französische Regierung darauf lüstern sein Vortmund, ven Der Landrat: v. Rynsch. der auch Deutschland nicht verschont blieb, obgleich Die Größe beträgt über 1 Meter Höhe und 1½ könnte. Am weißen Kreuz. (Fortsetzung.) 4. Kaum hatte die Baronesse von Leuzig mit ihren Verwandten den Rückweg von dem Vergnügungsorte angetreten, als sich auch Otto Hollberg dort nicht mehr wohl fühlte; aber er mußte vollständig verbergen, was in ihm vorging, denn wenn die Schwester das Geringste merkte, so gab es wieder Neckereien, und diese liebte er nicht. Dann aber wünschte er auch, daß die erste und eigentliche Veranlassung zu dem frühen Aufbruch der freiherrlichen Familie möglichst jedermann ein Geheimnis bleiben sollte; mochte man im allgemeinen denken, plötzliches, vorübergehendes Unwohlsein habe die Baronesse befallen und die Ihrigen veranlaßt, voll größter Sorge sogleich mit ihr nach der eigenen Behausung zu eilen. Einen möglichst sorglosen Ton anschlagend, unterhielt er sich viel mit den Eltern und machte so selbst die Schwester irre in ihren Annahmen. Unmöglich konnte er so heiter sein wie er erschien, so scherzen und lachen, wenn er sich wahrhaft für die Baronesse von Lenzig interessierte, nachdem diese krank vom Platze geführt war. Aber merkwürdig war dennoch das Begegnen der jungen Leute gewesen; ein sehr freundlicher Ton herrschte zwischen ihnen vor und die Dame hatte verraten, daß Sie den Bruder am vorigen Morgen am jenseitigen Ufer gesprochen. Die Sonne ging endlich unter, es begann zu däm"„Jetzt erlaubt, daß ich mich beurlaube,“ bat der Bauführer nun, sich an die Eltern wendend. „Wo willst Du hin?“ fragte der Vater voll Interesse. 44 u mm tunstmmten ein „Ich habe mit mehreren Jugendfreunden eine kleine Kneiperei für den Abend verabredet.“ „Aber Otto, Du pflegst doch die Gesellschaft Deiner nächsten Angehörigen jeder anderen vorzuziehen, und sieh, jetzt kommt das schöne Feuerwerk,“ wandte die Mutter ein.„ 9624 „Theure Mama, Du hast ganz Recht. Aber ein Feuerwerk sehe ich sehr häufig und die Freunde drangen derart in mich, daß ich mich nicht ausschließen konnte.“ „Run, so geh' mein Gohn,“ sagte der Vater. „Wo habt Ihr Eure Zusammenkunft?“ fragte der Amtsrichter.„Nach zehn Uhr werde ich auch noch auf ein Stündchen erscheinen.“ „Sehr angenehm! Im Ratskeller.“ Damit beurlaubte sich der junge Mann. Inzwischen war es ziemlich dunkel geworden. „Um zehn Uhr muß ich also zurück und im Ratskeller sein,“ sprach Otto Hollberg vor sich hin. Damit schritt er eilig durch den Wald dahin. Aber nicht der Stadt zu, auch nicht nach der Stelle des Flußufers, von wo er sonst gewöhnlich nach dem weißen Kreuz hinüberruderte, sondern fast entaegengesetzt, eine weit oberhalb liegende Biegung des Stromes suchend. Die Dämmerung nahm zu, aber es blieb immer hell genug, eine ziemliche Strecke vor sich zu sehen. Endlich nach etwa viertelstündiger sehr schneller Wanderung kam er dicht an den Strom und fand hier ein kleines Boot und in demselben einen Mann seiner harrend. Er hatte denselben schon vor einem Stündchen hierher bestellt, ohne das seine Verwandten dies bemerkt. „Ungar,“ redete der Bauführer den Mann im Boote an,„jetzt können Sie ruhig nach Hause gehen; ich fahre allein. Morgen früh finden Sie die Nußschalle wieder an ihrer gewöhnlichen Stelle, ich bin bald zurück!“ „Aber, Herr Bauführer, wollen Sie nicht lieber, daß ich Sie begleite? Die Nacht ist keines Menschen Freund:: A#L,#u. Bacht bat und 81. „Ich fürchte die Nacht nicht und Sie würden sich nur langweilen. Also guten Abend.“ „Er versteht's!“ brummte Ungar.„Aber sicher fährt er zu einem heimlichen Stelldichein. Nun, ich wünsche viel Glück! Was geht's mich an, ich werde nicht plaudern, hat er doch meine geringe Mühe anständig bezahlt.“ Hollberg schnallte seinen Säbel ab und legte ihn neben sich, als er eine Strecke auf dem Wasser war. Die knappe Uniform war ihm doch etwas unbequem bei seiner Arbeit, aber er hatte weit weniger Anstrengung, wie sonst gewöhnlich auf der Hinfahrt auf Schloß Hochburg; die Stelle, von wo er vom Ufer gestoßen, lag soweit oberhalb des Schlosses, daß er nicht gegen den Strom steuern brauchte, sondern halb mit demselben fuhr. Dies hatte er wohlweislich berechnet, weil er so nur den vierten Teil der Zeit zur Ueberfahrt brauchte. Nach kurzem Suchen fand er die Stelle, wo er am Morgen und am vorigen Tag gelandet war. Vorsichtig legte er auch diesmal dort an und blickte, wie unschlüssig, über das Wasser zurück. Eben wurde am jenseitigen Ufer eine schöne, große, sehr leuchtende Sonne sichtbar, die sich mehrere Minuten lang voll Schnelligkeit um ihre Axe drehte. Einige Sekunden lang blieb Hollberg im Anschauen versunken stehen. O, dachte er, könnte sie jetzt an deiner Seite verweilen, jedenfalls würde sie sich über den schönen Anblick freuen!— Aber damit wandte er auch dem Wasser den Rücken zu und begann eilig den Höhenzug zu erklimmen. Gewandt und vorsichtig schritt er vorwäts, von Zeit zu Zeit stehen bleibend und lauschend, ob auch wohl ein Laut die Nähe eines menschlichen Wesens verkünde. So kam er bei dem Kreuz an. Er überzeugte sich, daß der Zettel noch an seiner alten Stelle lag. Aber er war anders befestigt. Ohne Besinnen steckte er ihn zu sich, denn es war zu dunkel, um sehen zu können, ob und was inzwischen von fremder Hand darauf geschrieben war. Es zog ihn allmächtig in die Nähe der Baronesse. Er wollte es wagen, bis in die Gegend des Schlosses zu schreiten. Allgewaltige Macht einer reinen, jungen Liebe: Wohl konnte er sich sagen, daß sein Thun aller menschlichen Berechnung nach ein nutzloses war, ja ihm sehr leicht große Unannehmlichkeiten zu bereiten vermochte! Was sollte er beispielsweise zu seiner Entschuldigung anführen, wenn ihn der älteste Sohn des Barons in der Nähe des Schlosses herumschleichen traf? Deutlich genug hatte er ihm ja schon im Laufe des Nachmittags zu erkennen gegeben, daß er nicht von den freundlichsten Gesinnungen gegen ihn beseelt sei und jede Gelegenheit gern benutze, ernstliche Händel mit ihm zu beginnen. Doch wo hat beiße innige Liebe für dergleichen Betrachtungen und Gerechnungen Zei und Raums Sie lebt in Stürmen und folgt den augenblicklichen Eingebungen, ohne sich um die nächste Folge ihres Thuns zu kümmern. Möglichst behutsam wanderte der Bauführer weiter. Er kam in die Nähe eines hübschen Plateaus, von wo aus man weit hinausschauen konnte. Doch jetzt hörte er plötzlich ein verdächtiges Geräusch in der Nähe. Er blieb stehen, ein gräßlicher Schreck durchfuhr seinen Körper. Mit einem Male wurde ihm das Gefährliche seiner Lage vollständig klar. Wenn im nächsten Moment der junge Baron von Lenzig hinter einen Busch hervortrat und ihn fragte, was er hier treibe? Hollberg mußte sich gestehen, daß er ein großer Thor sei, daß ein maßloser Leichtsinn in diesem seinem Treiben liege. Doch er behielt nicht viel Zeit zum Nachsinnen, ein ziemlich lautes Hundegeknurr wurde in seiner Nähe vernehmbar. Aber diesmal ließ sich keine freundliche Stimme hören, die den Hund zur Ruhe ermahnte. Der letztere kam in feindlicher Absicht heran. Die Dämmerung hinderte den Bauführer, das Thier zu erkennen. Doch dieses erkannte ihn noch rechtzeitig, wurde mit einem Male ruhig und kam ganz vertraulich auf ihn zu. Der junge Mann vermochte nur mit Mühe einen Ausruf der Ueberraschung zu unterdrücken.„Das Tier ist nicht allein!“ dachte er. Er beugte sich hernieder und streichelte es. Behaglich nahm Pluto diese Freundschaftsbeweise entgegen. „Wo ist Deine Herrin?“ fragte jetzt Hollber mutiger. Ein leises Lachen tönte durch die Stille des Abend aus dem dichten Gebüsch herüber. Im nächsten Moment stand der Bauführer vor der Baronesse. „Gnädige Baronesse!“ entflob es seinen Lippen. „Herr Bauführer!“ hauchte Helene mit zitternderStimme hin. Die Pariser Deputiertenkammer hat jetzt die Militärvorlage beim Wickel. Die völlige Durchberatung kann aber Monate erfordern, und daher hat der Kriegsminister Ferron einen besonderen Gesetzentwurf eingebracht, der die Bildung von 4 Kavallerie= und 12 Infanterie=Regimen= tern anordnet.— Boulanger ruht sich immer noch aus. Bis zur Stunde hat er sich auch noch nicht zur Uebernahme eines Korpskommandos entschließen können. Nachdem fast alle europäischen Regierungen die Teilnahme an der Pariser Weltausstellung abgelehnt haben, ist nunmehr der Gedanke geographischer Abteilungen für dieselbe fallen gelassen. Es werden einfache Fach=Abteilungen gebildet. Italien. Die Vermittlung des Papstes im Karolinenstreit wird die Denkmünze, welche der Papst zur Erinnerung an sein 10jähriges Pontifikat am St. Peterstage verteilen lassen will, sinnbildlich darstellen. Orient. In Bulgarien bereitet sich die Regierung auf den Zusammentritt der Sobranje vor. Allerlei aus russischen Quellen stammenden Nachrichten, die von Meinungsverschiedenheiten und heftigen Auftritten zwischen den Regierungsmitgliedern zu erzählen wußten, muß Mißtrauen entgegengesetzt werden. Der erste Regent Stambulow ist von Sofia nach Tirnowa gereist und das wäre gewiß nicht geschehen, wenn in Sofia nicht alles sicher wäre. Aus Sofia heißt es, die Sobranje werde wahrscheinlich eine große Ueberraschung in Form einer Fürstenwahl bringen. Daß der heilige Ehestand ein Buch mit sieben Siegeln ist, hat auch König Milan von Serbien im Laufe der Jahre eingesehen. Die wahren Ursachen des plötzlichen Ministerwechsels, der so viel Erstaunen erregte, sind nun doch an den Tag gekommen, sie bestehen einfach in dem zwischen dem König Milan und der Königin Natalie herrschenden Zerwürfnis. Der König hegte hohe Abneigung gegen seine russisch gesinnte Frau, und um ihr wenigstens einen Mann entgegenstellen zu können, der Einfluß auf sie besitzt, hat er den Russenfreund Ristics zur Regierung berufen. Er hofft so wenigstens erreicht zu haben, daß die Königin nicht im Bunde mit Ristics sich gegen ihn verschwört. Tolle Gerüchte kommen in Menge aus Belgrad; bald sprach man von einer Scheidung des Königspaares, bald von einer freiwilligen Abdankung König Milans, bald von einer Thronentsetzung. Vorläufig ist nur sicher, daß der König am Samstag in Wien zum Besuch eintrifft und sich von dort nach Bad Gleichenberg begibt; was im übrigen die Zukunft bringt, muß abgewartet werden. Der Sultan kann sich kaum retten vor den Besuchen des französischen und russischen Botschafters, die ihm alle Tage eine Visite abstatten, um die Genehmigung der ägyptischen Konvention mit England zu hintertreiben. Der Franzose bleibt dabei immer noch ein höflicher Mann, aber sein russischer Kollege Nelidow ergeht sich in den stärksten Drohungen. Einen durchschlagenden Erfolg hat er aber noch nicht erzielt, und die Engländer hoffen, den Sultan schließlich doch wieder zu sich herüberzuziehen. Nach einer Meldung aus London wird daselbst die Ratifikation des englisch=türkischen Vertrages über Aegypten binnen kurzem erwartet, da das englische Kabinett sich zu Konzessionen bereit erklärte. Großbritannien. Königin Viktoria von England hielt Donnerstag im Lager von Alderschott große Parade über 14500 Mann ab. Der deutsche Kronprinz war zugegen. Der Schluß der Londoner Jubiläumsfeierlichkeiten bildete am Mittwoch ein großes Kinderfest im Hydepark, bei welchem gegen 30000 Kinder sich bei allerlei Belustigungen vergnügten. Gegen 6 Uhr nachmittags traf auch die Königin in Begleitung der deutschen Kronprinzessin und anderer Prinzen und Prinzessinnen ein. Die Kinder zogen bei der Königin vorbei und sangen mehrere patriotische Lieder, worauf die Königin nach Windsor zurückkehrte. Abends war wieder Illumination in London. Die Jubelfeier für die Königin Victoria hat auch ihre Kehrseite. In einer ganzen Reihe irischer Städte haben lebhafte Ruhestörungen am Abende des Jubiläumstages stattgefunden. In Cork wurden 50 Personen, darunter mehrere Polizisteu, verletzt. In Belfast kam es zu heftigen Straßenkämpfen, in denen viele verwundet wurden. Asien. In Zentralasien wird es immer weniger gemütlich. In Herat hat ein Teil der Besatzung einen offenen Aufstand gegen den Emir versucht, der zwar schnell in landesüblicher Weise durch Köpfeabschneiden unterdrückt ist; aber was heute mißlungen, kann morgen gelingen, und die Russen stehen nur ein paar Tagemärsche noch von der Festung. Wenn sie aus demselben Grunde, aus welchem England Alexandrien bombardierte, nämlich zur„Aufrechterhaltung der Ordnung", Herat besetzen, wer will etwas dagegen thuen? Westfalen und Rheinland. * Schwerte, 23. Juni. In heutiger Sitzung des Provinziallandtages zu Münster wurde der Geheimrat Overweg mit 58 von 89 Stimmen als Landesdirektor von Westfalen gewählt. In der gestrigen Sitzung wurde das Gehalt des Landesdirektors auf jährlich 15000 M. einschließlich einer Mietsentschädigung von 3000 Mark unter Zusicherung der Pensionsberechtigung festgesetzt.— Die vom westfälischen Landtag zur Vorberatung der Kanalvorlage eingesetzte Kommission von 7 Mitgliedern beschloß einstimmig, dem Provinzial=Landtage die Gewährung eines Zuschusses von einer Million Mark zu den Grunderwerbs. kosten des Kanals zu empfehlen. Die einstimmige oder nahezu einstimmige Annahme dieses Antrages im Plenum ist, da in der Zusammensetzung der Kommission allen im Landtage selbst bezüglich der Kanalfrage vertretenen Anschauungen und Wünschen Genüge geschehen ist, nicht im geringsten zweifelhaft. □ Schwerte, 23. Juni. Zwischen hier und Holzwickede ist im Tunnel der Zugführer eines Güterzuges aus dem Wagen gefallen und überfahren worden und wurden ihm die Zehen an einem Fuße teilweise abgefahren.— Gestern Nachmittag gegen 4 Uhr hat auf dem Bahnhofe Hengstei ein Zusammenstoß zweier Güterzüge stattgefunden. Eine Verletzung von Personen ist nicht vorgekommen, dagegen ist die Beschädigung der Fahrzeuge eine erhebliche; außer den beiden Lokomotiven, welche sich in die Flanke gefahren und starke Beschädigungen erlitten haben, sind noch 16 Wagen mehr oder weniger beschädigt. Durch den Unfall war das Geleise von Westhofen bezw. Cabel nach Hagen bis nachts gegen 3 Uhr unfahrbar; der Betrieb wurde auf dem Geleise von Hagen nach Westhofen bezw. Cabel aufrecht erhalten und kamen wesentliche Zugverspätungen nicht vor.— Bei Witten fiel ein 4jähriges Kind aus dem Zuge und blieb sofort tot. * Schwerte, 23 Juni. Heute kommt die erfreuliche Nachricht sowohl aus New=York wie aus Havre, den Haupt=Kaffeehandelsplätzen, daß die Kaffeepreise ganz erheblich, in New=York sogar panikartig gefallen sind. Bisher hieß immer, die Kaffeeernten seien schlecht gewesen, jetzt stellt sich heraus, daß die ganze Kaffeehasse nur Börsenmanöver gewesen ist. Die Kapitalisten haben dabei ihr Geschäft gemacht. Für unsere Hausfrauen bleibt die Hauptsache doch: der Kaffee wird wieder billiger und— besser. Westhofen, 23. Juni. An vielen Punkten, wo sich den Touristen schöne Fernsichten bieten, wie im Harz und am Rhein, sind Fernrohre von großartiger Tragweite aufgestellt, so auch soll Hohensyburg, ebenso wie die übrigen Höhen unseres herrlichen Ruhrthals, welche viele Aussichtspnnkte. bieten, eine solche für den Touristen angenehme Unterhaltung wie auch Belehrung erhalten. Das Fernrohr, auf Stativ aufgestellt, besitzt eine Länge von 1,40 Meter und trägt 12 Stunden weit, auch kann dasselbe mit Sonnenglas versehen werden, welches gerade jetzt, wo sich auf der Sonnenscheibe ein Fleck zeigt, von besonderem Interesse sein dürfte. Der Unternehmer ist Herr Optiker Wilhelm Maeß aus Dortmund. Dem Lehrer Johann Großmann aus Altenwald(Kr. Saarbrücken) ist eine Lehrerstelle an der katholischen Schule zu Schüren definitiv verliehen worden.„ I.0— Der Fest=Ausschuß für den 2. ArtillerteKommers zu Dortmund hat beschlossen, eine besondere Festzeitung herauszugeben, deren Ueberschuß dem historischen Festzuge zu gute kommen soll. Auf Zeche„Westfalia" bei Dortmund wurde durch hereinbrechende Kohlenmassen ein Arbeiter verschüttet. Durch schnelle Hilfe wurde er zwar noch lebend aber schwer verletzt zutage befördert. In Lünen erlitt am Sonntag während der Nachmittagspredigt der den zur Zeit abwesenden Herrn Pfarrer Rottmann vertretene Geistliche auf der Kanzel der dortigen katholischen Kirche einen Schlaganfall. Als man den Priester von der Kanzel heruntergetragen hatte, war er bereits tot. In herdecke findet am nächsten Sonntag der Verbandstag der rheinisch=westfälischen Tierschutzvereine statt. Ein Festkommers ehemaliger Kavalleristen Rheinland=Westfalens findet am 24. Juli d. I. in hattingen statt. Ein schrecklicher Unglücksfall hat sich dieser Tage in Ober-Sprockhövel ereignet. Der Sohn des Kötters B. wollte den ihn nach einem Wortwechsel bedrohenden Bergmann Oe. mit einem Revolver verscheuchen, worauf die Mutter des B. hinzusprang, um ihren Sohn am Schießen zu verhindern. In diesem Augenblick krachte der Schuß und die Kugel drang der unglücklichen Frau in die Brust, infolgedessen, wie die„Barm. Ztg.“ berichtet, die Schwerverwundete in Lebensgefahr schwebt. Der nach Münster berufene Städtetag verhandelte am 18. d. M. auch über die im Krankenkassenwesen gesammelten Erfahrungen. Den umfangreichen Bericht erstattete Herr Oberbürgermeister Bollmann=Bochum. Derselbe erblickt eine wesentliche Gefahr für die Lebensund Leistungsfähigkeit der Gemeindekrankenkassen in den neben denselben bestehenden freien Hilfskassen, welche großenteils die Heimstätte sozialdemokratischer Bestrebungen seien und deren völlige Beseitigung er für dringend wünschenswert hält. Oberbürgermeister Bunnemann hielt die Frage bezüglich der Beseitigung der freien Krankenkassen noch nicht für spruchreif. Oberbürgermeister Schmieding=Dortmund verbreitete sich eingehend über die Arbeiterwohnungsfrage und die Mittel zu ihrer Lösung. Bestimmte Beschlüsse wurden nicht gefaßt. — Der westfälische Schuhmachertag wurde am Sonntag zu Ende geführt. Ueber die gegen böswillige Schuldner zu Gebote stehenden Schutzmittel sprachen die Herren Stahl(Dortmund) und Limbroch(Bochum). Am besten hat sich das sogenannte„schwarze Buch" bewährt, eine Liste, in welche faule Kunden eingetragen werden und die zur Einsicht für jeden Innungsmeister offen liegt. Der Vorsitzende des deutschen Schumacherbundes, Herr Schumann(Berlin), begründet nachdrücklich die Gründung von Fachschulen und macht die Mitteilung, daß der Zentralausschuß sämtlicher Handwerkerverbände in Berlin den Reichstag durch eine Petition um Regelung des Legitimationsweseus angehen werden. Regierungs=Assessor Neumann sprach als Vertreter der königlichen Regierung die Wünsche derselben für die gedeihliche Entwickelung des Handwerks und persönlich seine Freude aus, unter den westfälischen Schuhmachermeistern ein so tüchtiges, ehrenwertes Streben und den Geist wahrer Eintracht kennen gelernt zu haben. Nachdem in der vorigen Woche in der kath. Kirche in Lolingen ein Opferstock seines Inhalts beraubt worden ist, wurden in der Nacht von Sonntag auf Montag in derselben Kirche drei Opferstöcke von einem Diebe vollständig geleert. Ueber die Persönlichkeit des frechen Spitzbuben fehlt jeder Anhalt. Der Zoologische Garten in Köln hat drei Seelöwen bekommen. Die drei Tiere kosten dem Zoologischen Garten 7000 Mk.; die für sie geschaffene Einrichtung erforderte eine Ausgabe von 12000 Mk. Die Futterkosten sind auf 3000 Mk. jährlich bemessen. Täglich kommen von Hamburg Sendungen von lebenden Seefischen, womit die drei neuen Insassen des Zoologischen Gartens um 4, 5 und 6 Uhr gefüttert werden. — Die Einweihung der Kaiserglocke in Köln soll am 30. d. M. durch den Erzbischof Dr. Krementz stattfinden. Am Montag abend wütete eine heftige Feuersbrunst in dem Eifeldorf Cordel, welche in der kurzen Zeit einer Stunde 22 Wohnhäuser mit den dazu gehörigen Wirtschaftsgebäuden einäscherte. Und beide blickten verschämt zur Erde. „Ich hoffte nicht, Sie heute noch hier zu finden,“ fuhr Hollberg fort, ohne eigentlich zu wissen, was er sprach, „Ich Sie wahrlich nicht! Meine Meinung war: Sie amüsierten sich drüben beim Feuerwerk," antwortete die Frein., ,1, L., Maxtährer an iet Diese Erwiderung veutele der Baufühler zu selnem Vorteil aus.„Also Sie dachten an mich? O, Baronesse, Sie erheben mich zum Glücklichsten der Sterblichen!“ rief er. 6 Helene fühlte sich verletzt, sie war auf sich selber ärgerlich.„Ich dachte überhaupt an die Gesellschaft dort drüben!" erwiderte sie.„Aber Herr Bauführer, ich bin erstaunt, überrascht, Sie um die Nachtzeit hier zu treffen. Es ist eine gefährliche Fahrt im Dunkeln auf dem Strom und ganz allein; dann aber auch mußte Ihnen die Wanderung hier am späten Abend bedenklich erscheinen: Ihr Wagnis ist mehr als „Sie nennen es Leichtsiun“ gnädige Barones.“ „Noch anders!“ „Rücksichtslosigkeit gegen Sie?“ „Vielleicht! Aber jedenfalls auch ein mutwilliges Aufsuchen von Gefahren.“ Hollberg ließ sich auf die Kniee nieder.„Gnädige Baronesse,“ flehte er,„so verzeihen Sie mir den Teil der Rücksichtslosigkeit. Ich vermochte drüben nicht mehr zu leben, nachdem Sie fortgegangen waren. Ich bin vielleicht ein Frevler in Ihren Augen, daß ich es wage, Ihnen Derartiges zu sagen. Aber ich rechne auf Ihre gütige Nachsicht; wüßten Sie, wie es in meinem Herzen brennt und lodert, wie ich in mächtigem Bangen und Ringen erbebe, sobald mir Ihr liebliches Bild erscheint, Sie übten Erbarmen gegen mich.— Kaum hatten Sie unserm Vergnügungsorte den Rücken gewandt, als ein mächtiges Sehnen mich ergriff und auch ich die Gesellschaft verlassen mußte. Ich eilte davou, bestieg ein Boot und ruderte hierher. Ein inneres Gefühl sagte mir, daß ich wenigstens noch Ihren Schatten an diesem Abend erblicken müsse. Meine Baronesse, mein Herz hat mich richtig geführt, o seien sie nicht unbarmherziger als das Fatum;— ich würde nicht die Kraft besitzen, mein Boot zurückzuführen, wenn Sie mich trostlos von sich stießen. „Hören Sie auf!“ bat die Freiin, indem sie die ihr entgegengestreckten Hände erfaßte und versuchte, den Baufuhrer empor zu ziehen.„Stehen Sie auf, ich bitte Sie darum!“ fuhr sie fort,„ich liebe es nicht, einen Mann, wie Sie sind, in solcher Stellung zu sehen.“ Hollberg erhob sich und führte die Fingerspitzen der jungen Dame voll Begeisternng an seine Lippen. Sie ließ ihn ruhig gewähren; aber ihre Händchen zitterten heftig, der Bauführer sah beim milden Licht des Mondes, daß große Thränen über ihre Wangen rollten. „Engel meines Lebens!“ flüsterten seine Lippen. „Sie weinen und zürnen mir, daß ich es wage, eine solche Sprache gegen Sie zu führen? O, ich will gern Alles thun, was Sie wünschen, meine gnädige Baronesse, um Ihnen den Frieden der Seele zu erhalten. „Ich fürchte mich!“ hauchte die Freiin hin.„Ach, wenn der Bruder uns überraschte! Er ist so böse und lieblos, dabei hegt er keine freundlichen Gesinnungen für Sie,— es gäbe gewiß einen Kampf auf Leben und Tod!“ „Er hegt keine freundlichen Gesinnungen gegen mich! ich habe das geahnt, meine Baronesse. Aber soll uns das Vorurteil eines zornigen Bruders trennen, wenn unsere Herzen sich zu verständigen wissen und unwillkürlich einander entgegenschlagen?" führte Hollberg an. Die Freiin unterdrückte zur Hälfte einen Seufzer. Der Bauführer sagte sich:„Jetzt oder nie wird es dir gelingen, ihr Herz für immer an das deine zu ketten.“„Baronesse," flüsterte er,„wir schweben hier in großer Gefahr in jedem nächsten Augenblick kann uns das Nahen eines Feindes trennen; wer weiß, ob das Schicksal je wieder so gütig wäre, uns so, wie heute zusammenzuführen; in wenig Tagen muß ich von neuem hinaus in die weite Welt,— o ich flehe Sie an, beantworten Sie mir nur die eine Frage: darf ich hoffen, daß in Ihrem Herzen ein klein wenig Neigung für mich wohnt?“ Hollbergs Stimme klang so sanft und gewinnend, in seinem ganzen Wesen lag so viel Anziehendes, ach, und es war ja in jeder seiner Mienen zu lesen: von ihrem Ausspruch hing das Schicksal seines Lebens ab; — eine große Entschlossenheit lag auf seinen Zügen ausgeprägt und sein Thun sprach ja hinlänglich dafür, welchen Wert sie für ihn besaß, daß sie ihm Alles, Alles auf der Welt war, daß sein Leben ohne sie jeden Wert für ihn verloren habe, wie er auch schon mit Worten angedeutet.— Und wenn er nun auf dem Rückwege in der Dunkelheit ertrank, hatte sie ihn dann nicht gemordet? Eben als die junge Dame bei diesem Gedanken angekommen war, stieg drüben eine kolossale Leuchtkugel in die Luft. Helene erbebte, ein leichter Schrei entglitt ihren Lippen. Angstvoll trat sie näher zu dem Architekten heran, dieser umfaßte sie, sie flüsterte:„Ja, Sie dürfen!“ Im nächsten Moment schluchzte sie heftig, ruhte dabei aber an der Brust des Geliebten, der sie heiß umschlang. „Mein Engel, meine Seligkeit!“ hauchte Hollberg im Uebermaß seines Glückes hin.„O, weine nicht, es wird ja die Aufgabe meines Lebens sein, Dir das schönste Dasein der Erde zu bereiten.“ „Nein, nein, ich weine nicht ans Furcht,“ erwiderte die Baronesse leise.„Es ist das unendliche Glück, welches mich beherrscht, das diese nassen Tropfen meinen Augen entlockt.“ Hollberg hätte laut jubeln mögen vor Wonne. „Also Du bist auch so überglücklich?“ rief er.„So liebtest Du mich schon früher?“ (Fortsetzung folgt.) Industrie, Handel und Verkehr. Die Haltung des rheinisch=westfälischen Eisengeschäfts ist in den letzten Wochen unsicherer geworden. Zu einer Belebung ist es in keiner Branche gekommen, vielmehr hält der schleppende Verkehr in allen Geschäftszweigen mehr oder weniger an und hat bei manchen derselben der Eingang neuer Aufträge weiter nachgelassen. Dabei nimmt die Festigkeit der Preise im allgemeinen immer mehr ab. Die Stimmung bleibt sowohl bei den Konsumenten als bei den Produzenten eine gedrückte. Eine Erhöhung der Kauflust macht sich trotz der niedrigen Preise nirgend bemerkbar weil die Aussichten auf eine günstigere Entwickelung des Geschäfts noch nicht besser geworden ist. Auf dem rheinisch=westfälischen Kohlenmarkt erhält sich eine recht lebhafte Nachfrage und ist der Kohlen=Versandt zur Zeit ein bedeutenderer als zur entsprechenden Zeit des vorigen Jahres. Namentlich bleibt der Transport auf dem Rhein, sowohl stromauf als stromabwärts ein sehr reger. Die Preise der Kohlen haben sich in den letzten Wochen nicht wesentlich verändert; sie behalten aber ihre Festigkeit bei, und werden neuere Abschlüsse wahrscheinlich zu höheren Preisen gethätigt werden. Für Koks haben die Preise etwas angezogen. Heer= und Marinewesen. Bei einzelnen Husaren=Regimentern werden gegenwärtig Ausrüstungsversuche mit einem neuen Korbsäbel gemacht. Derselbe ist ganz gerade, zweischneidig und soll nur zum Stechen dienen. Sein Gewicht ist leichter als das der andern Säbel. Verwischtes. * In Zürich hat die dortige Polizei sieben polnische Banknotenfälscher verhaftet, als sie gerade für 25000 Rubel falsche Wertpapiere absenden wollten. * Wieder einmal ein großer Bankskandal in Nordamerika. Die„National=Vertrauens= Bank“ in Cincinnati ist durch die Regierung gegeschlossen, der Vizepräsident, der Kassierer und dessen Gehilfe sind unter dem Verdacht der Unterschlagung verhaftet. Sie sollen große Summen der Bank eigenmächtig ohne Kaution verliehen haben. Die Passiva werden auf 5 Millionen Dollars geschätzt. * Folgende geradezu empörende Thatsache wird von den„Russkija Wedomosti" erzählt: Am 29. Mai erregte im Zuge Nr. 2 der Moskau=Rjasaner Eisenbahn der um 7 Uhr 40 Minuten abends in Moskau eintrifft in einem der Waggons 3. Klasse die Aufmerksamkeit des murrenden Publikums eine Frau, welche zwei Körbe mit neugeborenen Kindern mit sich führte. In dem einen Korb lagen auf schmutzigen durchnäßten Lappen wie die Ferkel eng verpackt vier und in dem andern drei Kinder. Die unglücklichen Kinder sollen, den Aussagen der Passagiere zufolge, während der ganzen Strecke von Rjasan nach Moskau derart geschrieen haben, daß sie ganz heiser wurden. Sie wurden aus dem Gouvernement Pensa ins Moskauer Findelhaus gebracht. Das Weib, welches die Kinder mit sich führte, nannte sich die erbliche Ehrenbürgerin Olga Sacharowa, die Frau irgend eines Eisenbahnbeamten der Morschansk=Sysransker Bahn. Die Frau suchte nachzuweisen, daß sie aus Mitleid den Weitertransport der Kinder übernommen hatte, da die Person, welche die Kinder überbringen sollte, unterwegs erkrankte. Nach Ankunft in Moskau setzte sich die Sacharowa auf eine Droschke, nahm den einen Korb zu sich, den andern nahm der Fuhrmann auf das Trittbrett zu seinen Füßen. Ob es ihr gelungen ist, die 7 Kinder noch lebend an den Bestimmungsort zu bringen, ist nicht bekannt. * Neapel, 16. Juni. Der hiesigen Roma wird aus Barletta telegraphiert, daß in dem nahen Dorfe Corato die Cholera ausgebrochen sei. Von den fünf Erkrankten starb einer. * In Ems weilt u. a. seit einigen Tagen als Badegast Prinz Ali, der jüngste Sohn des Exkhedive Aegyptens und Bruder des jetzigen Herrschers, welcher sich, zu seiner militärischen Ausbildung im Kadettenhause zu Potsdam aufhält. * Vor der Badereise.„Mann, wirst Du Dich meiner auch recht oft erinnern?“— Gatte:„Gewiß! so oft ich in den Geldschrank sehe.“