Amtliches Re * 0 Kreisblalt für den Landkreis Dortmund und den Kreis Hörde. Abonnements=Preis pro Quartal 1 Mark 50 Pfg. Erscheint Dienstags, Donnerstags und Samstags. Wöchentlich eine Gratisbeilage„Familienfreund“. Insertionsgebühr für die sechsspaltige Zeile oder deren Raum 10 Pfg. außerhalb des Leserkreises 15 Pfg.; Reklamen 30 Pfg. Redaktion, Druck und Verlag von Carl Braus in Schwerte. Nr. 75. Schwerte, Donnerstag, 23. Juni 1887. Bekanntmachungen. Bekanntmachung. Post verkehr mit Kamerun. In Kamerun ist eine kaiserliche Postanstalt eingerichtet worden, welche unter den für den Weltpostverein geltenden Bedingungen den Austausch von gewöhnhen und eingeschriebenen Briefsendungen, sowie von Postpacketen bis 5 kg vermittelt. Die Beförderung der Briefsendungen erfolgt mit sämtlichen sich bietenden deutschen, britischen und portugiesischen Postdampf= schiffverbindungen. Für Sendungen aus Deutschland beträgt das Porto: für frankierte Briefe.... 20 4 für je 15 g, " Postkarten...... 10„ " Drucksachen, Warenproben und Geschäftspapiere.... 5„ für je 50 g, mindestens jedoch 10 4 für Warenproben, 20„ für Geschäftspapiere, Zu diesen Sätzen tritt u. U. die Einschreibegebühr von 20 4. Für Postpackete bis 5 kg nach Kamerun beträgt die Taxe 1 K 60 4. Ueber das Weitere erteilen die Postanstalten Auskunft. Berlin W., 14. Juni 1887. Der Staatssekretär des Reichs=Postamts. v. Stephan. Bekanntmachung. Vom 1. Juli ab tritt die Argentinische Republik dem Uebereinkommen des Weltpostvereins in betreff des Austausches von Postpacketen bei. Zunächst sind indes nur Packete im Verkehr mit Buenos Ayres, bis zum Gewichte von 3 kg, zulässig. Das Porto für Packete dahin, welches vorauszubezahlen ist, beträgt: a) bei der Leitung über Hamburg oder Bremen 3 M4 80 4 d) bei der Leitung über Frankreich.. 4„ 20„ Berlin W., 15. Juni 1887. Der Staatssekretär des Reichs=Postamts. In Vertretung: Sachse. Bekanntmachung. Nachstehend bringen wir die Nummer 9 der unter dem 8. Mai d. J. seitens des Kaisers und Königs Majestät genehmigten Instruktion für die bei den größeren Truppenübungen zur Verhütung von Flurbeschädigungen durch das Publikum pp. fungierenden Gendarmerie=Patrouillen(Armee=Verordnungsblatt für 1883 Seite 127) mit dem Bemerken zur öffentlichen Kenntnis, daß die darin erwähnte Instruktion für die Wachen in Hinsicht der von ihnen vorzunehmenden Verhaftungen und vorläufigen Festnahmen vom 29. Januar 1881 in unserem Amtsblatte für 1881 Seite 132 abgedruckt ist. Arnsberg, den 26. Juli 1883. Königliche Regierung, Abteilung des Innern gez. Keßler. Nr. 9 der Instruktion für die beiden größeren Truppenübungen zur Verhütung von Flurbeschädigungen durch das Publikum pp. fungierenden GendarmeriePatrouillen. 9. Die von den Truppen zur Unterstützung der Landgendarmen kommandierten Mannschaften sind, sobald sie zur Wahrnehmung des Polizeidienstes auftreten, im Dienst und es stehen ihnen, solange sie sich im Dienste befinden, diejenigen Befugnisse zu, welche durch die Instruktion vom 29. Januar 1881 für die Wachen, in Hinsicht der von denselben vorzunehmenden Verhaftungen und vorläufigen Festnahmen vorgeschrieben sind. Das Einschreiten der Patrouillen in Aufrechthaltung der Ordnung der marschierenden Truppenbagage (vergleiche Nr. 1 beschränkt sich indessen auf die Anzeige an den Führer der Bagage pp. bezw. dessen anwesenden Stellvertreter. Stellt derselbe die ihm kundgegebene Unregelmäßigkeit nicht ab, so darf die Patrouille doch ihre Autorität gegen die, ersterem unterstellten Personen nicht geltend machen und übernimmt dann der Führer die Verantwortung. Die Patrouille macht alsdann dem etwa vorhandenen Gendarmerie=Offizier oder Oberwachtmeister(vergleiche Nr. 5 und 6), andernfalls direkt dem Leitenden des Manövers über den Vorfall Meldung. Die Eskadron=Chefs sind dafür verantwortlich, daß die zu den Gendarmerie=Patrouillen kommandierten Mannschaften mit dem Inhalt der vorbezeichneten Instruktion vom 29. Januar 1881 durchaus vertraut sind. Unsere Bekanntmachung vom 26. Juli 1883, betreffend die Instruktion für die bei größeren TruppenUebungen zur Verhütung von Flur=Beschädigungen seitens des Publikums pp. fungierenden GendarmeriePatrouillen(Amtsblatt für 1883 Seite 228) bringen wir hierdurch in Erinnerung. Arnsberg, 4. Juni 1887. Königliche Regierung, Abteilung des Innern. A II a 668 gez. v. Rudloff. Vorstehende Bekanntmachung wird hierdurch zur öffentlichen Kenntnis gebracht. Dortmund, 17. Juni 1887. Der Landrat: v. Rynsch. Deutsches Reich. Der Kaiser hat sich am Dienstag mittag beim Vorübermarsch der Wache zum erstenmale wieder am Palaisfenster gezigt und wurde von dem nach Tauseuden zählenden Publikum mit den stürmischsten Hochrufen begrüßt, welche erst ihr Ende nahmen, als der Monarch vom Fenster zurücktrat. Die Nacht zum Dienstag war recht gut verlaufen, der Kaiser hatte sich kräftiger gefühlt und war deshalb auch früher aufgestanden. Nachmittag nahm er die Vorträge des Hofmarschalls des Zivil= und Militär=Kabinetts entgegen. Wie die„Nat.=Ztg.“ meldet, ließ sich der Kaiser am Montag mittag durch einen Beamten des Eisenbahnministeriums Vortrag über das Eisenbahnunglück in Wannsee halten. Der Kaiser soll sein schmerzlichstes Bedauern ausgedrückt und namentlich dabei verweilt haben, daß die Katastrophe sich auf der ältesten Bahn in Preußen ereignete.— Die sogenannten durchgehenden Wagen sollen schleunigst einer Revision unterzogen werden. Die Kaiserin Augusta wird kommenden Donuerstag Baden=Baden verlassen und sich nach Koblenz begeben. Der Reichsanzeiger publiziert das Gesetz betreffend die Fürsorge für die Witwen und Waisen von Angehörigen des Reichsheeres und der Kaiserlichen Marine. Am weißen Kreuz. (Fortsetzung.) Der größte Teil des Nachmittags verstrich. Otto Hollberg wähnte im Paradiese zu sein, er fühlte sich so frei von jeder Erdensorge, so leicht und zufrieden, daß er meinte, eine größere Seligkeit könne im Himmel auch nicht existieren. Davon hielt er sich jetzt überzeugt, daß Helene ihn jedem andern Herrn verzog, er war gewiß, daß sie eben so gern mit ihm abgesondert plauderte, wie er mit ihr. Als sie von dem am Abend zu veranstaltenden Feuerwerk sprachen und er schüchtern bat, sie an den Strom führen zu dürfen, wo das Feuerwerk abgebrannt werden sollte, lächelte sie vergnügt, wurde dann aber recht ernst und sagte:„Ja, Herr Bauführer, wenn Sie mir versprechen, meinem Bruder zu verzeihen und nicht etwa eine Szene herbeiführen, falls er sich einmal unartig gegen uns betragen sollte: dann nehme ich Ihr freundliches Anerbieten mit großem Vergnügen an.“ Hollberg stutzte.„Ah, gnädige Baronesse,“ erwiederte er,„Sie meinen, Ihr Herr Bruder könne sich gegen uns vergessen, wenn er sähe, daß Ihre Güte mich bevorzugte?“ „Ich fürchte es fast und spreche deshalb offen zu Ihnen, weil ich bemerkte, daß Sie sehr gut wahrnahmen, wie mein Bruder nicht so auftrat, wie der Anstand und der gute Ton es erfordern.“ „Ja, Sie haben Recht, gnädige Baronesse, ich wußte mir das sonderbare Wesen Ihres Herrn Bruders nicht zu deuten.“ „Ich auch sehr oft nicht! Nehmen Sie an, daß ihm zuweilen ein Fehler nachgesehen werden muß, ich bitte Sie darum.“ „Sie sind ein Engel! Ich würde jeden Wunsch von Ihnen erfüllen und wenn Sie mein Leben von mir forderten.“ „Der Fall wird nie eintreten. Doch, mein Bruder ist zuweilen fürchterlich. Ach! und Herr Bauführer, ich möchte nicht, daß Sie je mit ihm in einen Wortwechsel gerieten. Ich will ganz aufrichtig gegen Sie sein, denn ich vertraue Ihnen so sehr, während ich Hugo fürchte; er ist ungemein gegen Sie eingenommen.“ „Ich möchte Ihnen auf meinen Knieen danken, gnädige Baronesse; doch ich kann es hier nicht, ohne Aufsehen zu erregen.“ „O nicht doch, Sie würden mich schrecklich in Verlegenheit setzen und das dürfen Sie nicht.“ „Er beneidet mich, gnädige Baronesse, weil Sie freundlich zu mir sind," bemerkte Hollberg. Indem trat der Baron wieder zu ihnen heran. Auf seinem Antlitz lagerte jetzt ein Zug, der auf das unverschämte Verlangen hindeutete, Händel anzufangen. „Helene," begann er,„willst Du Dich nicht einmal um die Mutter kümmern? Ich finde Dein Verhalten heute beleidigend für die ganze Familie.“ Den Bauführer durchzuckte es kalt. O hätte er jetzt so seinen Empfindungen folgen können!— Doch ein herzlich bittender Blick aus dem Auge der Freiin gab ihm die Kraft, sich zu beherrschen. Helene war erbleicht.„Was sollen Deine Bemerkungen?" fragte sie mit eisigem Ton.„Es ist jetzt das zweite Mal, daß Du mich in sonderbarer Weise beleidigst; fast möchte ich fürchten, das Spirituosen die Schuld daran sind, wenn Du Dich so weit vergessen und wie ein Irrsinniger zu mir sprechen kannst. Bitte, sofort verlasse mich!— Herr Bauführer," fuhr sie,„gegen Hollberg gewendet, fort, darf ich Sie bitten, mich zu meiner Mutter zu begleiten?“ Mit einer tiefen Verbeugung reichte ihr der junge Beamte seinen Arm. Sie schritt mit ihm fort. Der Baron fühlte sich beschämt; aber er hatte noch so viel Verstand, nicht sogleich seinem aufbrausenden Wesen die Zügel schießen zu lassen; und bervor er zu einem Entschluß kam, war sein Bruder herbeigeeilt, der aus der Ferne das Intermezzo bemerkt hatte. Wenige im Flüsterton gesprochene Worte veranlaßten den Rasenden, dem jüngeren Bruder zu folgen und auf dessen Ermahnungen zu hören.— Helene stand bald vor der Mutter. mterwegs bat sie den Bauführer:„Verzeihen Sie, wenn wir sofort aufbrechen und wir also nicht zusammen die Wanderung nach dem Strom antreten können. Es muß sich heute etwas in meinem Leben ändern; ich werde mit Energie mein Recht zur Geltung bringen; dazu ist aber erforderlich, daß ich für jetzt das Vergnügen hier fliehe.“ „Wie sehr beklage ich diese unglückliche Unterbrechung!“ seufzte der Bauführer. „Ich bin gewiß recht betrübt darüber. Herr Bauführer. Doch dort ist Mama, verzeihen Sie!“ Der Schluß der Reichstagssession hat mit einem Schlage eine plötzliche und große Stille im inneren politischen Leben herbeigeführt; es folgen noch Betrachtungen über den Verlauf der Reichstagssession, über ihre Resultate und die den Schluß bildende kaiserliche Botschaft, aber im übrigen ist alles still, das politische Leben weicht der Hundstagsruhe. Der Reichstag hat in den letzten acht Tagen seiner eben geschlossenen Session mit einer bisher unerhörten Schnelligkeit gearbeitet; es sind weit mehr Gesetzvorlagen fertiggestellt worden, als sich vorher annehmen ließ. Freilich nicht allen ist die Zustimmung der verbündeten Regierungen gesichert, und dies gilt besonders von dem Kunstbuttergesetz und von den Arbeiterschutzanträgen. Dagegen erfolgte über die Innungsvorlage noch wider Erwarten eine Einigung, indem die Reichstagsmehrheit die dem Bundesrat nicht genehmen Kommissions= beschlüsse, welche direkt die Einführung der Zwangsinnung erstrebten, wieder umstieß. Dabei hat sich denn mit voller Deutlichkeit gezeigt, daß für die obligatorischen Innungen, zur Zeit wenigstens, im Bundesrate keine Mehrheit vorhanden ist, und daß diese Wünsche vorläufig auf eine Erfüllung nicht zu rechnen haben. Die Bemühungen zur Hebung des Handwerkerstandes werden sich also anderen Richtungen zuwenden müssen. Unsicher ist, wie gesagt, auch die Zukunft der Arbeiterschutzanträge, namentlich wegen der Reichstagsbeschlüsse über die Frauenarbeit. Mögen diese nun auch für die Praxis etwas zu weit gehen, wünschenswert wäre ihre Annahme deshalb, damit einmal ein Anfang nach dieser Richtung gemacht wird. Was der Reichstag zu scharf ausgedrückt, kann ja in der Ausführung gemildert werden. Ohne Ausnahmebestimmungen geht es doch nicht ab. Der Bundesrat wird in den nächsten vier Wochen noch eine sehr umfangreiche Thätigkeit zu entfalten haben, zumeist um die vom Reichstag überkommenen Angelegenheiten abzuwickeln und sich darüber, sowie über eine allem A schein nach große Reihe von Verwaltungs=Gegenständen schlüssig zu machen. Es wird angenommen, daß die Sommerpause, welche der Bundesrat alljährlich in seinen Arbeiten hat, nicht vor der Mitte des nächsten Monats zu erwarten ist, einzelne Mitglieder des Bundesrats dürften auch im Spätsommer zu den hier stattfindenden Beratungen über den österreichischen Handelsvertrag herangezogen werden. Unsere Kolonialpolitik hat uns mit Ländern in Verbindung gebracht, an denen wir noch vor wenigen Jahren nicht das mindeste Interesse „O bitte, sagen Sie mir: sehen wir uns wieder?“ flüsterte Hollberg noch mit allen Zeichen innerer Erregung. „Ja!“ hauchte die Baronesse hin. „Kind, mein liebes Kind, was ist Dir begegnet?“ rief ihr die Mutter entgegen, die wohl sah, daß Heleue bleich wie der Tod und heftig erregt war. „Lasse uns schnell nach Hause fahren!" flüsterte Helene. „Aber was fehlt Dir, mein Engel?“ „Ein Krampf, glaube ich, erfaßt mich,— der Hugo hat mich öffentlich zu blamieren gesucht, fort von hier, ich sterbe sonst!“ Die junge Dame sah in der That furchtbar leidend aus, die erregende Szene mit dem Bruder hatte sie grausig ergriffen; die Baronin sandte zu ihrem Gatten, dieser kam sofort, und da Helene eigentlich das Lieblingskind war. wurde ohne Aufenthalt in aller Stille und ohne jedes Aufsehen zu erregen, durch den Wald nach dem Flußufer aufgebrochen. Natürlich mußten auch die Brüder folgen, ja schon der Welt wegen; es durfte nicht laut werden, was die Unpäßlichkeit der Baronesse veranlaßt und das Einer aus der Familie noch nach dem Erkranken Vergnügen gesucht habe. Im ganzen erfuhren überhaupt sehr wenige von dem plötzlichen Aufbruch der freiherrlichen Familie, jedenfalls ärgerte sich aber am meisten ein intimer Freund Hugo von Lenzig's darüber, der Rittergutsbesitzer von Welling, ein noch junger Mann, aber einem zügellosen Leben im vollsten Maße ergeben Herr von Welling besaß einen fabelhaften Einfluß auf den Baron, was daher kam, daß sie häufig wüste Tage und Nächte zusammen verbrachten und der Letztere dem Ersten in einer schweren Stunde versprochen hatte, ihm behilflich zu sein, daß er die Hand seiner reizenden Schwester erhalte.— Welling hatte auch an diesem Tage den Baron so gegen seine Schwester und den Bauführer Hollberg aufzubringen gewußt, freilich ohne daß Lenzig ahnte, wie tief er sich als Werkzeug des unwürdigen Freundes erniedrigte, daß er, nachdem er sich heimlich einen Rausch getrunken, so furchtbar aus der Rolle fallen konnte. Otto Hollberg erhielt vor dem Scheiden der Baronesse aus dem Walde nur noch einen langen vielsagenden Blick von ihr. Uebrigens gab der Vorfall zu mancher ernsten 20. Jahrgang. nahmen. In Afrika, wo früher Engländer, Franzosen und allenfalls Portugiesen allein schalteten, ist Deutschland zu einem der wichtigsten Faktoren der künftigen Entwicklung geworden, und man darf hoffen, daß der deutsche Unternehmungsgeist, gestützt auf die Macht und weise Politik des Reiches, nicht erlahmen wird, im dunkelen Erdteil an den Arbeiten der sation und an deren Ausbreitung sich thatkräftig zu beteiligen. Als ein interessantes Wahrzeichen dieser gegenwärtigen Stellung Deutschlands ist der Besuch zu betrachten, den, wie soeben gemeldet wird, der Sultan von Sansibar demnächst dem deutschen Kaiser in Ems oder Wiesbaden abstatten will. Unsere Beziehungen zu dem Sultan, der als der nächste Nachbar unserer ostafrikanischen Kolonialgebiete in mannigfache Berührung mit der deutschen Politik kommt, waren nicht immer freundliche. Es ist zu hoffen, daß der Schritt, zu dem der Sultan sich entschlossen hat, die Reise nach Deutschland anzutreten, zu danernder Beseitigung der Mißverständnisse dienen wird, die zuweilen das Verhältnis zwischen ihm und unserem Lande getrübt haben. Zum zweitenmale sind zwölf junge türkische Offiziere nach Berlin gekommen, um im militärischen Dienst nach preußischem Muster ausgebildet zu werden. Der am Samstag verhaftete Reichstagsabgeordnete Kräcker ist nach Breslau eingeliefert. Von dort wird bestätigt, daß die vermutete Teilnahme an einer geheimen anarchistischen Verbindung der Grund der Verhaftung sei. Ebenso wie durch Errichtung neuer Schulen soll auch durch die Gründung neuer evangelischer Kirchen das Deutschtum in Westpreußen und Polen gefördert werden. Die nötigen Anordnungen sind schon getroffen. Oesterreich=Ungaen. Jede Wahlbewegung in Ungarn pflegt an gewissen Orten arge Manifestationen des Judenhasses hervorzurufen. Selten jedoch so schlimme, wie sie diesmal gemeldet werden. In Szerdahely, einem Flecken auf der Donauinsel Czallo= Köz im Komitat Preßburg, wurde, wie man behauptet, von den Antisemiten das Judenviertel in Brand gesteckt. Am Sonntag nachmittag standen 64 Gebäude in Flammen. 80 jüdische Familien konnten nur das nackte Leben retten. Am Donnerstag war dort ein Antisemit, der einmal Szabo, das andremal Sonder genannt wird, zum Reichstags abgeordneten gewählt worden. Derselbe soll auf der Straße niedergekniet sein und unter einer Fahne geschworen haben, die Juden zu Szene in der freiherrlichen Familie Veranlassung. Allerseits war man verdrießlich, dem Fest nicht bis zu Ende haben beiwohnen können. Helene, die sich auf der Wasserfahrt mehr und mehr erholte und nur schweigsam blieb, erklärte daheim, daß sie sofort in das Pensionat zurückgehen wolle, aber auf jeden Fall verlange, ein= für allemal gänzlich von den Brüdern separiert zu leben, völlig unabhängig von ihnen dazustehen und in keiner Weise ihr Thun nach deren Willen ordnen zu brauchen. Sie stellte die Pöbelhaftigkeit des ältesten Bruders so grell dar, wußte namentlich die Mutter zu überzeugen, wie sehr ihr Ruf durch derartige Verletzungen leiden könne, daß auch der sonst so rücksichtslose Vater gegen Hugo eingenommen wurde und ihm ernstliche Verweise gab, ihm schließlich Trunkenheit vorhielt und so furchtbare Auftritte im Schlosse entstanden. Hugo berief sich immer darauf, daß er nie einen freundlichen Umgang zwischen Einem aus seiner Familie und einem Plebejer dulden werde, und darauf hin behauptete er, vollständig im Rechte zu sein.— Noch gegen Abend, als der erste Sturm heftigen Schmerzes sich in der Brust Helenens gelegt hatte und nur ein stilles Weh, eine tiefe Trauer darin wohnte, daß sie auf so krasse Weise von dem artigen und lieben jungen Manne getrennt worden, der sich stets so sehr um sie bemühte, dachte sie viel an das Vergnügen im Walde zurück. Wie gern wäre sie dort geblieben! Aber sie handelte berechnend: sie mußte einmal ihre ganze Energie zusammenraffen und zeigen, daß sie sich nicht zum Spielballe gebrauchen lasse, sonst erhielt sie den anmaßenden Brüdern gegenüber bald eine unerträgliche Stellung im Elternhause. Sie hatte die sämtlichen Verwandten von dem Vergnügen fortgelockt; und ihre Drohung, sobald ein betrunkener Bube,— sie gebrauchte diese Worte,— sich noch einmal unterfange, um sie sich kümmern zu wollen. ihn öffentlich einen Buben zu nennen, hatte einen erschütternden Eindruck, sowohl auf die Eltern, wie die Brüder hervorgebracht; selbst Hugo gestand sich, wie er sehr unvorsichtig gehandelt habe, ganz abgesehen. davon, daß sein Benehmen in den Augen jedes auständigen Mannes als ein unwürdiges erscheinen mußte und außerdem ihm leicht eine Forderung seitens des Bauführers bringen konnte. s mochte nahezu neun Uhr sein, die Dämmerung 244 vernichten. Das Volk schwor mit. Während der Nacht versuchte der Pöbel, die jüdischen Läden zu plündern. Bewaffnete Strolche forderten Geld. Von Preßburg wurde Militär requiriert, das hoffentlich die Ordnung prompt wiederherstellen wird. Aus dem Komitat Hajda (?) langen ebenfalls Berichte ein, daß Unruhen befürchtet werden. Auch dahin ist Militär abgegangen. Frankreich. Die Pariser Patrioten wollen Freitag abend in einer großen Versammlung gegen den Leipziger Hochverratsprozeß protestieren und die Regierung zu einer Intervention auffordern, was ihnen freilich auch nichts helfen wird. Der Pariser Stadtrat forderte die sofortige Entlassung aller durch die Verwaltung beschäftigter Deutschen. Das würde nur die elsässischen Straßenkehrer treffen. Die Kammerkommission entschied sich für eine Aufenthaltssteuer für alle Ausländer, die mindestens 12 Franken pro Jahr betragen soll. Für Tonkin soll ein fünftes Tirailleur=Regiment errichtet werden, damit ein Teil der europäischen Truppen retour berufen werden kann. Italien. Die Deputiertenkammer hat mit 252 gegen 46 Stimmen die Regierungsvorlage auf Erhöhung der landwirtschaftlichen Zölle auf drei Lire angenommen. Die italienische Regierung hat das französische Ministerium davon verständigt, daß sie sich aus finanziellen Rücksichten an der Pariser Weltausstellung offiziell nicht beteiligen werde. Rußland. Die russische Regierung hat den Ausländern, welche nicht des Landes verwiesen werden wollen, den Uebertritt in den russischen Unterthanenverband gestattet. Die Betreffenden müssen aber zu gleicher Zeit noch ihren Beitritt zur griechischorthodoxen Kirche erklären. Großbritannien. London und das ganze britische Weltreich beging am Dienstag das 50jährige Regierungsjubiläum der Königin Viktoria in großartigster Weise. An Stiftungen, öffentlichen Speisungen 2c., war nirgends ein Mangel. Das alte graue London war glänzend ausgeputzt, die Straßen, welche vom Buckingham=Palast nach der Westminsterabtei führen, waren zu einer riesigen via triumphalis umgestaltet, die von Hunderttausenden besetzt war. Die Preise für Tribünen= und Fensterplätze hatten eine ganz fabelhafte Höhe erreicht. Die Straßen waren durch Militär und Palasttruppen abgesperrt, an Polizei war im Hinblick auf die mannigfachen Attentatsgerüchte aufgeboten, was nur zur Stelle zu bringen war. Die Königin=Jubilarin empfing am Dienstag vormittag die Glückwünsche der überaus zahlreichen Fürstlichkeiten und die Jubiläumsgeschenke, die in unab sehbarer Masse aus Großbritannien und den Kolonieen eingelaufen sind. Nur der Teil von Irland, in welchem die Patriotenliga die Gewalt hat, bewahrte eine eisige Zurückhaltung. Der Zug zur Westminsterabtei erfolgte von 11 Uhr ab in drei Abteilungen. An der Spitze die indischen Fürsten und außereuropäischen Vertreter, folgten in 15 von Schimmeln gezogenen Staatswagen die europäischen fürstlichen Gäste und zum Schluß mit einem kolossalen Hofstaat, Palasttruppen, Herolden 2c. die Königin, welcher unmittelbar voran die nächsten Verwandten fuhren. Vor der von acht Pferden gezogenen Karosse, in welcher die Königin mit der deutschen Kronprinzessin und der Prinzessin von Wales saßen, ritten die Söhne und Schwiegersöhne der Königin, hinter derselben ihre Enkel und die übrigen englischen Prinzen. Den Schluß bildeten wieder Hofstaaten. In der Wenstminsterabtei legte die Königin nach feierlichem Empfang Krone und Purpur an und nahm mit dem Zepter auf einem Throne Platz, um sie alle Fürstlichkeiten. In der Kirche waren alle Minister, Botschafter, die beiden Häuser des Parlaments, die Generale 2c. anwesend, die hohen Staatswürdenträger mit den Emblemen der Monarchie nahmen vor der Königin Aufstellung. Die Feier bestand wesentlich in einigen Gebeten für die Königin und die königliche Familie, dazwischen fanden Vorträge der Jubiläumshymnen, der Gesang der Nationalhymne, die Aufführung eines Festmarsches statt. Zu dem Gottesdienst hatten dreihundert katholische Peers durch Rücksendung ihrer Einlaßkarten das Erscheinen abgelehnt. Im übrigen ist der britische Enthusiasmus turmhoch, die Begeisterung bei dem glänzenden Aufzuge kannte kein Ende.— Das große Jubiläumsgeschenk ihrer Kinder und Enkel, einen Tafelaufsatz, hatte die Königin schon am Montag entgegengenommen. Montag abend war glänzende Illumination, die Dienstag und Mittwoch fortgesetzt werden soll. Die Feier am Dienstag war vom prachtvollsten Wetter begünstigt. Zum Jubiläum der Königin Viktoria hat es auch einen reichen Ordenssegen gegeben. Kronprinz Rudolf von Oesterreich ist zum Ritter des Hosenbandordens ernannt, dem Großfürsten Sergius von Rußland, dem Erbgroßherzog von Hessen, dem Erbprinzen von Meiningen und dem Khedive von Aegypten wurden Großkreuze des Bathordens verliehen. Hotel Voß zu Witten eine General=Versammlung des Vereins zur Kanalisierung der Ruhr statt. Auf der Tagesordnung steht neben geschäftlichen Angelegenheiten der Bericht des Regierungsbaumeisters Greve über das von ihm ausgearbeitete Projekt. An der Versammlung können auch Nicht mitglieder des Vereins, die sich für Vermehrung der Wasserwege interessieren, teilnehmen. Anregende Verhandlungen stehen jedenfalls in Aussicht Es mag hier nur mitgeteilt sein, daß nach genauen Ermittelungen die Ruhr eine genügende Wassersoll, um es bei einer sachgemäßen großen Rheinkähnen zu ermöglichen, bis zum Herdecker Sammelbahnhofe Die Schifffahrt würde für die Folge Tagen ruhen müssen, an welchen Frost eintreten, und das sind nur menge besitzen Kanalisierung ruhraufwärts zu gelangen. nur an den Hochflut oder sehr wenige im Jahre. * Schwerte, 22. Juni. Gewissermaßen als eine Bestätigung unseres gestrigen Korrespondenz=Artikels über den vorzüglichen Stand der Saaten wurde uns heute eine Roggenhalm gezeigt, die eine Länge von nicht weniger als 2 Meter 15 Zent, hatte. [) Eroste, 21. Juni. Auf schriftlichen Antrag von 10 Kassenmitgliedern der Ortskrankenkasse zum Zwecke der Kündigung des bisherigen Herrn Rendanten ist eine außerordentliche General=Versammlung auf Sonntag den 10. Juli, nachmittags 3 Uhr, im Lokale des Herrn W. Albrecht zu Hennen anberaumt worden. Nur großjährige Mitglieder im Besitze bürgerlicher Ehrenrechte haben Zutritt. Ergste, 20. Juni. In Iserlohn wurde am 15. d. M. unter dem Vorsitze des Kreisschulinspektors Herrn Pfarrer Westerhoff von hier die diesjährige Generalkonferenz evang. Lehrer der Konferenzbezirke Iserlohn und Letmathe abgehalten. Der Kreisschulinspektor brachte eine Verfügung des Provinzial=Schulkollegiums, die zur zweiten Lehrerprüfung einzureichenden Arbeiten und Schriftstücke betreffend zur Verlessung und Herr hatte schon recht stark um sich gegriffen, die Sonne war längst zur Rüste gegangen, als die Baronesse sich in Begleitung ihres Hundes heimlich vom Schlosse fortschlich und den Weg wieder zurück nach dem Flusse einschlug. Von ihren Verwandten wurde sie jetzt nicht vermißt, sie hatte sich für die Nacht längst verabschiedet; diese glaubten wahrscheinlich, sie habe sich, trübe gestimmt über das ihr so sehr verleidete Vergnügen, bereits zur Ruhe begeben und suche im Schlummer die Unbill des rücksichtslosen Bruders zu vergessen. Sicher vermutete die Baronesse nicht, jetzt noch an dem User der Weser Trost für ihr schmerzlich bewegtes Herz zu finden; daran dachte sie wahrlich nicht. Aber immer stand noch das Bild des jungen Bauführers lebhaft vor ihrer Seele, wie er, mit krampfhaft verzerrten Zügen, sich kaum zu beherrschen vermochte, als der Bruder sie beleidigt hatte. Schlaf fand sie doch noch nicht, so wollte sie denn noch einmal hinüberschauen an das jenseitige Ufer, wo Hollberg jetzt jedenfalls ohne sie dem herrlichen Vergnügen beiwohnte und wahrscheinlich gewahrte sie auch noch einiges von dem Feuerwerk. Ach, als sie nun so recht überlegte, wie sie nun noch an der Seite des hübschen Husaren=Offiziers hätte verweilen und seinen freundlichen Reden lauschen können; dabei das Feuerwerk aus nächster Nähe im Auge gehabt hätte, wurde ihr immer schwerer Mute und sie hätte in hellen Thränen ausbrechen mögen. Mit dem Herzen der Baronesse hatte es nicht mehr ganz seine Richtigkeit; ihre weiche Stimmung verriet genugsam, daß die innigsten und schönsten Ge fühle davon Besitz genommen hatten; daß sie nicht vergebens so viel dem Bauführer Hollberg in die Augen geschaut, so andächtig seinen bestrickenden Worten gelauscht hatte. Nach kurzer Wanderung hatte sie den ersten Abhang erreicht, von welchem aus sie bequem nach dem jenseitigen Ufer hinübersehen konnte, wenn sie auch das weiße Kreuz nicht im Auge hatte; dieses stand bedeutend tiefer am Wasser hinab. Drüben stieg eben eine mächtige Leuchtkugel die Luft und eine Anzahl kleiner Sterne flogen über das Wasser herüber.—„O wie schön!“ flüsterte das junge Mädchen vor sich hin.„Ob er wohl noch dabei ist?“ fragte ste sich ganz leise und verschämt. „Aber sicher. Seine Eltern und Verwandten verweilten ja bei dem Vergnügen, unmöglich konnte vor dem Schlusse aufbrechen, oder er hätte auch einen Vorwand nehmen müssen.“ Sie erzitterte. „Was er nur von uns denken mag? O Gott jedenfalls, daß wir recht böse Geschwister sind!“ seufzte sie vor sich hin.(Fortsetzung folgt.) Westfalen und [1 Schwerte, 16. Juni. In der heutigen Sitzung der Stadtverordneten wurde beschlossen wie folgt: 1. Die Zinsüberschüsse der Kaiser=Wilhelm=Augusta=Stiftung in Höhe von 105 M. sollen an die durch die Versammlung genannten Personen verteilt werden. Die Art der Verteilung wurde dem Magistrat überlassen. 2. Zu Armenpfleger für die Periode vom 1. Juli 1887 bis 30. Juni 1891 wurden für den 1. Bezirk Herr A. Doerth, 3. Bezirk Herr C. Nettlenbusch, 7. Bezirk Herr H. Uffelmann, 9. Bezirk Herr Fr. Dudt, 11. Bezirk Herr Fr. Eckey gut. Bäcker, 12. Bezirk Herr Th. Dinkloh neu= bezw. wiedergewählt. Ebenso wurde an Stelle des Herrn Marks im 10. Bezirk Herr Ernst Weishaupt für die Periode bis 30. Juni 1889 gewählt. 3. Es wurde beschlossen, für Passieren des Zechenweges im Schwerter Wald für Pferdefuhrwerk 6 J, für Eselund Kuhfuhrwerk jährlich 3 M zu erheben. Der Schlagbaum soll infolgedessen wegfallen und den Betreffenden die Erlaubnis auf Widerruf erteilt werden. Den bisher Berechtigten, außer den hiesigen ärztlichen Personen, wird die bisherige Erlaubnis hierdurch entzogen. 4. An rückständigen Holzkaufgeldern wurde der Betrag von 11,75 A niedergeschlagen. 5. Zur Beschaffung eines Geschenkes wurden 10+. bewilligt und der Betrag auf die Stadtkasse angewiesen. 6. Von dem Protokoll über ordentliche Revision der städtischen Kassen pro 4. Quartal 1886/87 wurde Kenntnis genommen. 7. Dem Gemeindekrankenkassen=Rendanten Herrn Uffelmann wurde für das Jahr 1886 Decharge erteilt. 8. Der Antrag auf Errichtung einer Handwerkerfortbildungsschule wurde einer Kommission, bestehend aus den Herren: Bürgermeister Mönnich, Stadtverordneten Ed. Pferdekämper, Fr. Fund, W. Stricker und H. Uffelmann, überwiesen, die demnächst Bericht erstatten soll. 9. Der Antrag betreffend Anbringung einer Hecke am Stadthause wurde auf Grund einer Lokalinspektion vorläufig vertagt. 10. Die Angemäßz wurde denselben der im katholischen Pfarrgarten belegene Sammelteich einschließlich der dort liegenden Steine zum Preise von 80 A als Eigentum käuflich überlassen. X Schwerte, 22. Juni. Wie's gemacht wird! Die Berl.„Krztg." macht folgende Mitteilung über jetzt betriebene Baisse=Spekulationen in Roggen.„Die Spekulanten rechnen darauf, den Roggenpreis bedeutend herabzudrücken und um diesen Zweck zu erreichen, lassen sie große Quantitäten Roggens schlechtester Qnalität vom Asowschen Meer kommen, um durch das Angebot desselben den Preis für gute Ware zu drücken. Es wird uns eine Probe dieser Schundware überreicht. Es ist unglaublich wie schlecht diese Ware nach aupsehen und Geruch ist. Artikels via Hamburg hereingebracht, so daß die Lagerhäuser davon angefüllt sind. Die Spekulanten zahlen den Zoll und die Seefracht, welche letztere nicht hoch ist. Wenn die Ware an der Produktenbörse für lieferbar erklärt wird, so ist ihr Zweck erreicht. Denn alsdann dringt die Schundware in den Handel, bei Lieferungsgeschäften ist der Abnehmer beständig in der Gefahr, dieselbe zu erhalten, und da sie absolut unbrauchbar ist, so ist er gezwungen, um jeden Preis weiter zu verkaufen. Auf solche Weise wird das Preisniveau künstlich herabgedrückt, die Wirkung des Zolls paralysiert und der Unsolidität im Getreidehandel Vorschub geleistet.“ * Schwerte, 21. Juni. Ein von Dortmund kommender Mann aus Iserlohn ist am Sonntag abend gegen 10 Uhr in der Nähe des Wirtes Baak zu Aplerbeckermark, auf der Chaussee, von 3 bis 4 Mannspersonen überfallen und mißhandelt worden. Die Wegelagerer haben dann die Herausgabe seiner Wertgegenstände verlangt und nachdem der geängstigte Mann seine ganze Barschaft, im Betrage von etwa 7 A, hergegeben hat, ist ihm noch seine Taschenuhr mit Kette entrissen worden, worauf die Thäter sich eiligst nach Berghofen zu entfernt haben. * Schwerte, 21. Juni. Am nächsten Sams. tag den 25. er. vormittags 11 Uhr, findet im und Schriftstucke vertegsend zut Ertiistug und Herr Lehrer Müller aus Iserlohn trug ein Referat über die erste Schönschreibestunde bei den Kleinen vor. Für die nächste Generalkonferenz übernahmen die Herren Lehrer Loose=Hennen und Ziesecke=Iserlohn Vorträge. Der Bericht über die Lehrer=Witwenund Waisenkasse des Synodalkreises lautete günstig, ebenso sind die Aufnahmebedingungen zu denselben sehr vorteilhaft gestellt. Der Lehrer Heinrich Schulze=Beckinghausen zu Kalthof ist definitiv an der evangelischen Volksschule daselbst angestellt worden. Höchsten, 20. Juni. Der Bergmann B. von hier wurde vor einigen Abenden auf der Chaussee in der Nähe der N. Wirtschaft von einem Messerhelden überfallen und erhielt mehrere Messerstiche, sodaß er ärzliche Hilfe in Anspruch nehmen mußte. Schüren, 20. Juni. Verurteilt wurde am 16. ds. Mts. von der Dortmunder Strafkammer der fünfzehn Jahr alte Bergarbeiter Fr. Budde von hier wegen Vergehens gegen die Sittlichkeit zu einer Gefängnisstrafe von 3 Monaten. Eine schwere Verletzung erlitt der Bergtagelöhner Fr. Reineke von Brackel auf dem Schachte„Schleswig" des Hörder Kohlenwerkes. Reineke war auf der Eisensteinhalde mit Verladen von geröstetem Eisenstein beschäftigt, als sich plötzlich ein Quantum Eisenstein löste und den Unglücklichen so traf, daß er einen Bruch des linken Unterschenkels und noch verschiedene kleinere Verletzungen davontrug. Der Verletzte wurde ins Krankenhaus nach Hörde gebracht. In Dortmund fand am Sonntag eine blutige Messeraffaire statt, indem ein Mann von einem andern mehrere mal in den Unterleib gestochen worden ist. Der auscheinend Schwerverletzte ist in das Krankenhaus gebracht worden. Der Thäter ist verhaftet. Auf der Zeche„Rhein=Elbe“ bei Ueckendorf verunglückte am Montag morgen der Bergmann Chr. Kunze dadurch, daß er unter hereinbrechendes Gestein geriet. Der Verunglückte, der Frau und Kinder hinterläßt, war sofort tot. Ein Dienstmädchen in Herne, das ein Kind auf dem Arme trug, wollte dem Feuer mit Petroleum nachhelfen. Das Gefäß fing Feuer, explodierte und verletzte Magd und Kind erheblich. In Langendreer und Umgegend ist unter den Schweinen der Rotlauf ausgebrochen, der schon mehrere Opfer gefordert hat. Der Ober=Inspektor der Benninghausener Besserungsanstalt hat von einem Sträflinge zwei Stiche in die Brust und einen Stich in den Kopf erhalten, in dem Augenblicke, als er denselben wegen einer in der Kirche begangenen Uebelthat— er hatte während der Predigt dem Prediger das Gesangbuch an den Kopf geworfen— zurechtwies. Die Verwundungen sind gefährlich. In Münster tagte am 17. und 18. ds. Mts. der westfälische Städtetag. Es waren gegen 90 Vertreter eingetroffen. Die Verhandlungen fanden im Rathaussaale statt, wo sich u. a. auch Herr Oberpräsident v. Hagemeister eingefunden hatte. Laut Jahresbericht gehören dem Verbande jetzt 49 Gemeinden an. Die Rechnung schließt mit 894 M. 90 Pf. Einnahme und 273 M. 8 Pf. Ausgabe ab. Eine lange Diskussion entstand über den vom Herrn Oberpräsidenten angelegten Plan, für die westfälischen Sparkassen einen angenommen, eine Kommission von 7 Mitgliedern zu wählen, die die Kanalvorlage vorberaten soll. Nach Erledigung einiger Wahlen und nachdem das Provinzialstatut mit einigen Abänderungen angenommen, schloß der Präsident die Sitzung. — An der ersten Sitzung des am Sonntag und Montag in Münster stattgefundenen 1. Westsätischer Schuhmachertages nahmen Abgeordnete fast sämtlicher westfälischer Innungen und je ein Vertreter der königlichen Regierung und des Magistrats teil. Der Vorsitzende, Herr F. Finke(Schalke); befürwortete dringend die Gründung von Innungen, während der auf besondere Einladung anwesende Vorsitzende des deutschen Schuhmacherbundes, Herr Schumann aus Berlin, die Thätigkeit und die Ziele dieses Bundes darlegte. Die Herren Stahl und Schmidt aus Dortmund wendeten sich gegen die das Handwerk drückende Konkurrenz der Militärschuhmacher und der Zuchthausarbeiter, Herr Stratmann(Münster) sprach zu gunsten des Befähigungsnachweises. In der Ziethen'schen Angelegenheit hat auch der preußische Justizminister Dr. Friedberg die Freilassung des Ziethen aus der Strafanstalt in Werden vorläufig abgelehnt. Die neue Untersuchung hat bereits begonnen. Ein italienischer Kindtaufszug erregte in Kuhrort großes Aufschen. Zwei muntere italienische Burschen tanzten dem Zuge vorauf und warfen freigebig Hüte voll Boubons u. s. w. unter die liebe Jugend. Dieses Orgel=Völkchen — denn aus solchen bestand der Kindestaufszug — bildet in genannter Stadt eine ziemlich ansehnliche Kolonie. Die Leutchen hausen friedlich und vergnügt neben einander und bleiben, was Kleidung und Lebensweise angeht, ihren heimischen Gebräuchen treu. Ein unerwartetes Geschenk, eine Nähmaschine, erhielt dieser Tage eine arme Familie in Ueviges von Ihrer Majestät der Kaiserin. Der Mann, welcher seit langer Zeit leidend, befindet sich gegenwärtig im Krankenhause zu Kaiserswerth und geht man wohl in der Annahme nicht fehl, daß von dort auch zum Teil die Anregung zu obigem Geschenk ausgegangen. In Bonn wurde vom Küster der Stiftskirche ein Meusch festgenommen und der an der Thür wartenden Polizei übergeben. Der Verhaftete lief in geistlicher Tracht herum und versuchte bei einzelnen Geistlichen der Stadt Unterstützung zu erschwindeln. Er gab sich für einen Missionspriester aus und ersuchte die Geistlichen um Meßstipendien. Wie es sich herausstellte, ist der Schwindler ein verbummelter Student aus dem Nassauischen. Die Fernsprech=Einrichtungen kommen mehr und mehr zur Einführung, ein Beweis, daß der große Nutzen derselben außer allem Zweifel steht. Jetzt soll auch eine solche zwischen Nachen und der belgischen Stadt Verviers ins Leben gerufen werden. Schwurgericht. Dortmund, 18. Juni. Eine scheußliche Blutthat bildete heute unter ungeheurem Andrange des Publikums den Gegenstand der Verhandlung vor dem Schwurgerichte. Es war das jene That, die in der Nacht zum 23. März d. I. der Schneider Konrad Mathäus hierselbst an seinen im Alter von 7 und 9 Jahren stehenden beiden Stiefsöhnchen Fritz und Albert Roeves verübte. Der Angeklagte, über die ihm zur Last gelegte That heute befragt, läßt sich wie folgt aus: Seine beiden Stiefsöhne Fritz und Albert seien am 22. März, morgens, zu der anläßlich des Kaisersgeburtstages veranstalteten Schulfeier gegangen. Von dort sei Albert nach Hause zurückgekehrt, Fritz dagegen nicht. Es sei öfter vorgekommen, daß der letztere ohne Erlaubnis von Hause geblieben, und zu seiner Großmutter oder sonstwohin gegangen sei. Gegen 6 Uhr abends sei er mit seinem 4jährigen Töchterchen an der Hand zur Ablieferung von Arbeit weggegangen und dann gegen 8 Uhr in die ihm bekannte Overmannsche Wirtschaft in der Jakobstraße eingekehrt. Seiner Frau habe er vor seinem Weggehen gesagt, diese solle gegen 8 Uhr dorthin kommen und das Kind wegholen. Gegen 9 Uhr sei dieselbe indes erst gekommen und habe ihm erklärt, daß sie Fritz gesucht habe. Darüber sei er besonders aufgebracht worden und in diesem Aerger sei er auch spät in der Nacht nach Hause gegangen. Was dort vorgekommen, wisse ei nicht, da er infolge der Kaisergeburtstagsfeier übermäßig dem Biere zugesetzt habe und total betrunken (1!) gewesen sei. Dieser letzte Ausweg, der so oft vergeblich als Rettungsanker von Angeklagten angezogen wird, verfehlte allerdings auch in diesem Falle seinen Zweck denn der weitere Verlauf der Verhandlung ergab, daß der Angeklagte leider nur zu gut noch auf den Beinen gewesen ist. Die Ehefrau des Angeklagten erzählt, daß, als ihr er ihr anbefohlen, gePlan, für die westfälischen Sparkassen einen Mann um 6 Uhr weggegangen, gemeinschaftlichen Kontrolleur anzustellen, dem jährlich gen 8 Uhr das kleine Mädchen aus des Overmannan Gehalt 5000 M., an Reise= und Zehrgebühren schen Wirtschaft wegzuholen. Sie habe aber erst nach diese Ware nach Aussehen und Geruch 7000 M. zu gewähren sein würden. Herr Lange be= dem Knaben gesucht, wodurch sie erst gegen 9 Uhr Gleichwohl werden enorme Mengen dieses zeichnete diese Maßreger als überflüssig, und die Mehr= Overmann gekommen sez. Gleichwoht werden enoime—.—..—,(zahl der Redner stimmte ihm bei: Ein Beschluß wurde gleich gemerkt, daß ihr M in der Angelegenheit nicht gefaßt; der Vorstand will mit Hilfe des ihm vom Herrn Oberpräsidenten in Aussicht gestellten statistischen Materials den Gegenstand noch weiter in Erörterung ziehen. Herr Oberbürgermeister Lindemann, früher zu Dortmund, jetzt zu Düsseldorf, wurde in dankbarer Anerkennung seiner 8jährigen Thätigkeit als Vorsitzender des Städtetages zum Ehrenmitgliede gewählt. Die Mitglieder des Vorstandes: Herren Oberbürgermeister BollmannBochum, Oberbürgermeister Bunnemann=Bielefeld, Bürgermeister Prenzel=Hagen, Bürgermeister KöstersSoest, Stadtverordneter Platzmann=Münster, Stadtverordneter Sinemus=Minden bleiben durch Wiederwahl auch künftig ihrem Amte erhalten, das Mandat des Herrn Stadtrats Kleine=Dortmund ging auf dessen Wunsch auf Herrn Oberbürgermeister Schmieding über. Als Festort für den nächstjährigen Städtetag wurde Witten gewählt. Abends versammelten sich die Teilnehmer zu gemütlicher Unterhaltung im zoologischen Garten. — Der neugebildete westfälische Provinzial=Landtag wurde am Sonntag mittag um 12 Uhr durch den Oberpräsidenten, Herrn von Hagemeister, im Ständehause zu Münster in feierlicher Weise eröffnet; die 90 Abgeordneten der Provinz waren fast sämtlich erschienen. Zum Vorsitzenden wurde der bisherige Landtagsmarschall Freiherr von Bodelschwingh=Plettenberg, zu seinem Stellvertreter Freiherr von Landsberg=Steinfurt gewählt. Die Verhandlungen werden voraussichtlich 14 Tage dauern. In der zweiten Sitzung am Montag wurde ein Antrag des Freiherrn von SchorlemerBei ihrem Eintritt habe sie gleich gemerkt, daß ihr Mann sehr übel gelaunt gewesen sei. Sie habe ein durch ihren Mann bestelltes Glas Bier getrunken und sei dann, als sie gehört, daß die Ehefrau Overmann— in deren Hause wohnt die Großmutter— den kleinen Fritz nach ihrer(der Zeugin) Wohnung gebracht habe, mit ihrem Töchterchen nach ihrer in der Alsenstraße 29 belegenen Wohnung zurückgekehrt. Nachdem sie die Kinder zur Ruhe gebracht, habe sie die Rückkunft ihres Mannes erwartet, während sie sich mit Nähen beschäftigt. Gegen 2 Uhr nach Hause kommend, habe er gleich mit ihr zu schimpfen angefangen. Nachdem er die Stiefel ausgezogen, habe er die auf dem Tische stehende Lampe in Scherben geschlagen und demnach auch auf sie einzuschlagen begonnen. Sie sei kurz darauf aus dem Wohnzimmer in das nebenanliegende Schlafzimmer geflüchtet, dort ins Bett gekrochen und habe sich die Decke über den Kopf gezogen, um vor seinen Mißhandlungen geschützter zu sein. Nun sei er an das auf der Erde zurechtgemachte Lager getreten, auf dem die beiden Knaben schliefen und habe mit seinem Stiefel wild darauf losgehauen. Er habe dabei den Kindern befohlen, aufzustehen und dem Fritz noch besonders, das Hemd auszuziehen, wobei er immer weiter zugeschlagen. Schließlich sei der Stiefel bei den wuchtigen Schlägen vom Schaft abgerissen und weggeflogen, während sie mit den Kindern in die Wohnstube geflüchtet sei. Er aber sei gefolgt, habe sein breites Schneiderlineal ergriffen und damit von neuem auf den Fritz losgeschlagen, bis derselbe zusammengefallen. Dann habe der Wüterich sie in der Stube eingeschlossen und ihr verboten, in das Schlafzimmer zu kommen, indem er gesagt, itgliedern zu ll. Nach ErProvinzialmen, schloß sonntag und Westsätischer ist sämtlicher r der königDer Vorstete dringend r auf besones deutschen Berlin, die irlegte. 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Sie habe ihn an einer Seite des Zimmersmöglichst bequem auf den Fußboden gelegt; dort habe er etwa 1½ Stunden gestöhnt und gewimmert, dann habe er sich plötzlich gereckt und sei ruhig liegen geblieben. Als der Tag herangekommen, habe sie auf einem Zettel kurz die Bitte niedergeschrieben, man möge zur Polizei gehen, diesen Zettel habe sie ihrem Hauswirt Uthoff durchs Feuster gereicht. Sie habe die größte Angst gehabt, sich in dem Wohnzimmer zu bewegen, weil sie gefürchtet, ihr Mann werde in seiner Wut auch sie und den Albert totschlagen. Später hätten dann zwei Polizeibeamte ihren Mann verhaftet. Die Zeugenaussagen ergeben, daß der Angeklagte seine Stiefkinder oft schmählich mißhandelt und dieselben seiner Frau gegenüber stets nur„Deine Schweine“ genannt hat. Die Geschworenen erachteten den Angeklagten des Totschlags und der vorsätzlichen Körperverletzung für schuldig, wonach der Gerichtshof dem Antrage des Staatsanwalts gemäß auf 10 Jahre Zuchthaus und 10 Jahre Ehrverlust erkannte.— Für den unbefangenen Beobachter bot sich bei und nach Verkündigung des Urteils ein trauriger Anblick. Anscheinend nicht im geringsten übte die Strenge des Gesetzes auf den Angeklagten eine erschütternde Wirkung; aber auch die junge 28 Jahre alte Frau saß mit ruhiger, fast teilnahmloser Miene da, als handele es sich um ihr ganz fremde Dinge. Nicht einen Blick wechselten beide, als der Angeklagte abgeführt wurde. Wer weiß, wo und wie der Grund zu solcher Teilnahm= und Gefühllosigkeit zu suchen ist, jedenfalls aber war diese Erscheinung ein untrügliches Zeichen dafür, daß hier das schreckliche Ende eines ganz unglücklichen Zusammenlebens sich abspielte. Am Samstag begann vor dem Schwurgericht in Essen ein Prozeß, wie ein zweiter mit einer so großen Zahl von Angeklagten noch nicht zur Verhandlung gekommen ist. Die Gesamtzahl der wegen Landfriedensbruch beschuldigten Angeklagten beträgt 41. Es sind sämtlich Bergleute aus Röhlinghausen, von denen 26 Polen, die übrigen Deutsche sind. Der der Anklage zu grunde liegende Vorgang schließt sich an die am 21. Februar für die Gemeinde Röhlinghausen in dem Lokale des Wirts Julius Nagel in Wanne abgehaltene Reichstagswahl an. Die dortigen Wahlberechtigten bestanden zum größten Teil aus Arbeitern der unweit des Wahllokals belegenen Zeche Pluto, deren Belegschaft viele polnische Bergleute zählt, welche ihrer größten Mehrzahl nach für den Kandidaten der Zentrumspartei, Redakteur Fusangel in Bochum, eintraten, wogegen sich die Beamten und Steiger für den nationalen Kandidaten Dr. Haarmann bemühten. Die Verhandlungen werden mehrere Tage in Anspruch nehmen, da neben den 41 Angeklagten 90 Personen als Zeugen seladen find. nur 15 Meter lang und 6 Meter breit war, und auf diesem Raume waren an 300 Leute zusammengepfercht. Die Bretter der Fähre sind morsch. Der Ueberfuhr=Pächter hatte die Wallfahrer gewarnt, in so großer Zahl die Fähre zu besteigen, aber seine Mahnungen blieben ungehört. Die Geretteten erzählen haarsträubende Dinge von den Todeskämpfen der Ertrinkenden. — Ein anderer Bericht über dieses furchtbare Unglück lautet: Die Schiffer waren berauscht und ließen die Plätte gegen einen aus dem Wasser ragenden Felsen anrennen, wodurch das Fahrzeug einen Leck Wilh. Allmeroth, Dortmund, Westenhellweg 94. empfiehlt sein neuerbautes pholographisches Atelier. Einiadung zum Abonnement auf Die Mark 25 Pfg. Große Ausgabe vierteljährlich 90 Pfg. Zeitschrift für leichte und geschmackvolle Handarbeiten mit farbigen Original= Kleine Ausgabe vierteljährlich 60 Pfg. bekam und sich sofort mit Wasser füllte. Die Passagiere waren mit vereinten Kräften bestrebt, das Wasser auszuschöpfen. Als sie jedoch die Fruchtlosigkeit ihres Vorhabens einsahen, begannen die Weiber und Kinder ein herzerschütterndes Wehegeschrei, hielten sich krampfhaft aneinander und sahen ihrem schrecklichen Ende entgegen. Die in der Nähe befindlichen Fischer und Müller bemerkten die Gefahr und eilten auf Kähnen zu Hilfe. Bis sie an Ort und Stelle kamen, war die Plätte aber bereits umgekippt und alle Personen lagen im Wasser. Die Verzweifelten klammerten sich an die zur Rettung erschienenen Kähnen an, so daß auch die Mehrzahl dieser umschlug. Auf diese Weise verloren auch ungefähr 20 Müller und Fischer ihr Leben.— Nach letzter Meldung beträgt die Zahl der umgekommenen Wallfahrer 229. * In England herrscht seit dem 14. Juni eine wahrhaft tropische Hitze. In London zeigte das Thermometer 31 Grad im Schatten. In Portsmouth mußte infolge der Hitze der Bau des neuen Stadthauses eingestellt werden und eine große Truppenparade wurde abbestellt. In Marazion, Cornwall, erlagen zwei Löwen einer wandernden Menagerie der großen Hitze. * Die kleine Stadt Caro bei Brescia(Italien) ist durch Feuer fast ganz zerstört. 1000 Personen sind obdachlos. Mehrere Menschen sind verbrannt. * Paris, 20. Juni. In einem Tunnel, welcher bei Beaurieres durch den Colde Cabze für die Eisenbahn von Aspres sur Buech nach Die gebaut wird, fand heute eine Entzündung schlagender Wetter statt, bei welcher 12 Arbeiter getötet und 35 verwundet wurden. Die meisten sind Italiener. * Der Kaiser von Brasilien schifft sich ende d. M. nach Europa ein, um die Kur in Karlsbad oder Vichy zu gebrauchen. kostet das Abonnement auf den „Münsterischen Anzeiger“ für die drei Monate Juli, August und September (Nr. des Postzeitungskatalogs 3759.) Seit Neujahr erscheint unser Blatt ohne Preiserhöhung täglich, mustern für Kanevasstickerei, Applikation und Plattstich, sowie zahlreichen schwarzen Vorlagen für Häkel=, Filet=, Strickund Stickarbeiten aller Art. habe der Wü ihr verboten, im er gesagt, Vermischtes. * Ein Eisenbahnunglück, bei welchem vier Personen, drei weibliche und eine männliche(von den Verletzten ist später noch eine Frau gestorben), durch Verbrennen den Tod gefunden haben, hat sich, wie in vor. Nr. bereits mitgeteilt, auf Bahnhof Wannsee(zwischen Berlin und Potsdam) ereignet. Durch vorzeitiges Geben des Einfahrtssignales fuhr der von Berlin kommende Lokalpersonenzug am Sonntag abend nach ¼10 Uhr derart auf einen für Berlin bestimmten und und bereits besetzten Extrazug, daß die erste Lokomotive des von Berlin kommenden Zuges umstürzte und auf die Seite fiel. Dadurch wurde der Gasbehälter der Lokomotive zertrümmert, ein Waggon 2. Klasse des Extrazuges fing Feuer und stand sofort in hellen Flammen. Entsetzliches Jammergeschrei erfüllte die Luft. Der sonst schlecht beleuchtete Bahnhof wurde plötzlich von den auslodernden Flammen erhellt. Das tausendköpfige Publikum geriet in an Wahnsinn grenzende Aufregung. Zwar wurden schnell Löschversuche gemacht, aber bei den unzureichenden Mitteln blieben sie erfolglos. Der brennende Wagen war ein Durchgangswagen, hatte nur zwei Thüren und vergitierte Fenster. Die Versuche der von den Flammen Eingehüllten, durch die Fenster zu entkommen, waren grausig. Vier Personen verbrannten, wie eingangs gesagt, sechs wurden verletzt, 5 davon schwer. Das Lokomotiv= und Wagenpersonal trug erhebliche Verletzungen nicht davon. Größeres Unglück war durch das schleunige Loskoppeln und Fortschieben der anderen Zugteile verhütet worden. Eine Dame, die die Hände hilfesuchend zum Fenster hinausstreckte, wurde hindurchgezogen, die brennenden Kleider mußten ihr vom Leibe gerissen werden. Eine andere Dame wurde in schrecklich verstümmeltem Zustand durch den durchgebrannten Wagenboden gezogen. Die Leiche eines jungen Mannes war bis zur Unkenntlichkeit verbrannt, aus der freigelegten Stirn war das Gehirn gequollen, von Haut war überhaupt nichts mehr zu sehen. Das Fleisch war zu einer braunen Kruste zusammengezogen, aus der die kahlen Knochen herausragten. Von den beiden anderen Verbrannten, Mutter und Tochter, ist die erstere am wenigsten verstümmelt. Das Korsett schützte ihren Körper. Am entsetzlichsten sieht die Leiche des Kindes aus; nur noch zwei Fleischstumpfe lassen erkennen, wo die Füße gesessen, alles übrige ist verkohlt. Die Aufregung des zahlreichen Publikums war fürchterlich; alles schrie vor Entsetzen, ein wahres Wunder, daß in der herrschenden Aufregung nicht noch ein größeres Unglück entstanden ist. Von dem verbrannten Wagen ist außer den Rädern nur ein Haufen Eisen übrig geblieben. Der Bahnhofs=Assistent Arnold ist vom Dienste suspendiert. * Am Samstag hat sich, wie bereits mitgeteilt, bei Kalosca in Ungarn ein entsetzliches Unglück zugetragen. Ein großer Wallfahrerzug begab sich von Paks aus nach Kalosca. Bei der Donau angelangt, bestiegen etwa 300 Wall fahrer die bereitstehende Fähre, um die Donau zu übersetzen. Kaum hatte die Fähre das Ufer verlassen, als sich ein schrecklicher Orkan erhob, der mit solcher Gewalt wütete, daß die Schiffer außer Stand gesetzt wurden, das Boot zu leiten. Die Ruder entglitten ihren Händen und nun trieb die Barke, ein freies Spiel der hochaufgetürmten Wellen, ziellos auf dem Strome einher. Unter deu Wallfahrern eutstand eine schreckliche Verwirrung, die Frauen erhoben einen markerschütternden Lärm, denn niemand auf dem Boote konnte mehr Stand halten, alle Insassen wurden auf dem Boote, das wie eine Schaukel von den Wellen hin= und hergeworfen wurde, umhergeschleudert. Ehe noch Hilfe kam, war in Folge dieser heftigen Bewegung das Gleichgewicht alterirt worden und die Fähre schlug um. Sämtliche Wallfahrer stürzten in's Wasser. Die Zahl der Ertrunkenen beziffert sich auf 200. Die Katastrophe hatte ihre Hauptursache in der Ueberlastung der Fähre; es zeigte sich, daß sie Schwarze Seidenstoffe von Mk. 1.25 bis 18.65 p. Mer.(ca. 150 versch. Qual.)— Atlasse, Faille Française, Moscovite, Moirée, Sicilienne, Ottoman,„Monopol“, Rha damés, Grenadines, Surah, Satin merveilleux, Satin Luxor, Damaste, Ripse, Taffete etc.— vers. roben= und stückweise zollfrei in's Haus das Seidenfabrik=Dépöt G. Henneberg(K. u. eK Hoflief.) Zürich. Muster umgehend. Brife. kosten 20 Pf. Porto. Geheimnisse unseres Organismus. Während des Jahres scheidet das Blut fortwährend unbrauchbare Stoffe aus, die, wenn sie nicht rechtzeitig nach außen abgeführt werden, die mannigfachsten und oft schwere Krankheiten hervorrufen können. Im Frühjahr und Herbst ist aber die rechte Zeit, um die sich im Körper abgesetzten, überflüssigen und die Thätigkeit der einzelnen Organe hemmenden Stoffe und Säfte (Galle und Schleim) durch eine regelrechte, den Körper nicht schädigende Abführkur zu entfernen und hierdurch schweren anderen Leiden, welche durch diese Stoffablagerungen leicht hervorgerufen werden, vorzubeugen. Nicht nur für diejenigen, welche an gestörter Verdauung, Verstopfung, Blähungen, Hautausschlag, Blutandrang, Schwindel, Trägheit und Müdigkeit der Glieder, Hypochondrie, Hyserie, Hämorrhoiden, Schmerzen im Magen, in der Leber und den Därmen leiden, sondern auch den Gesunden oder den sich für gesund haltenden kann nicht dringend genug angeraten werden, dem kostbaren roten Lebenssaft, der unsere Adern und Aederchen durchströmt, die volle Reinheit und Stärkung durch eine zweckmäßige unll regelmäßig durchgeführte Kur vorsichtig zu wahren. 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Klein in Hörde, Rathausstrasse, früher Kamp= # gasse, empfiehlt sich den geehrten Bewohnern von Schwerte und Umgegend. In Schwerte finden Aufnahmen jeden Mittwoch nachmittag im Garten der Iwe. Sternberg in der Helle statt. Ceurerathe,“, Kuren. Abonnements Einlädung. Mit dem 1. Juli beginnt das 3. Quartal des 20. Jahrganges unserer Zeitung. Die politischen Grundsätze, die wir seither vertreten haben, werden uns auch künftighin leiten. Wir wollen ein festes monarchisches Regiment neben der verfassungsmäßig festgesetzten Mitwirkung der Volksvertretung, nicht aber den fremdländischen Parlamentarismus, der für unsere deutschen Verhältniße nicht paßt. Wir wollen Schutz und Förderung von seiten der Staatsgewalt für alle ehrliche Arbeit, insbesondere auf dem Gebiete des Ackerbaues, des Handwerks und der Industrie, nicht aber den ungezügelten Kampf ums Dasein, bei dem der Stärkere den Schwächeren verschlingt. Wir wollen, daß die christliche Religion im öffentlichen Leben respektiert und gepflegt, nicht nur dem Privatgebrauch überlassen werde. Wir wollen daß die Reichsregierung bei ihren handelspolitischen und kolonialpolitischen Unternehmungen vertrauensvoll unterstützt, nicht aber durch kleinliche Opposition in ihrer Kraft gelähmt werde. Wer mit diesen Grundsätzen einverstanden ist, den bitten wir, die Schwerter Amtliches Kreisblatt für den Landkreis Dortmund und den Kreis hörde, bestellen und dieselbe Gesinnungsgenossen empfehlen zu wollen. Bei der weitgehenden Verbindung, welche wir durch eigene Boten mit den Kreisen Hörde, Dortmund und Iserlohn unterhalten, haben diejenigen, welche den Inseratenteil unseres Blattes benutzen, die Gewähr, daß ihre Publikationen die zweckentsprechendste Verbreitung in Stadt und Land finden. Schon jetzt eintretende Abonnenten erhalten das Blatt bis zum 1. Juli gratis. Verlag der„Schwerter Zeitung.“ (C. Braus.) 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Marktmeiner Weide„Steine“, sowie das Baden ist ohne Erlaubnis untersagt. Erlaubnis wird gegen Entrichtung von 1,50 Mk. erteilt. Schwerte, im Juni 1887. G. Waldmann. fälligen Gartenpächte(Strickshof) sind zu Tabentoral (der bisherige große Laden soll zu zwei Läden eingerichtet werden mit vollständiger Einrichtung nebst Wohnung Man versuche Holländer Käse, Zeutner 20 Mk. ab hier, Probepostkolli ca. 10 Pfd. frei dort 3 Mk. Holst. Edamer Käse, Zentner 28 Mk. ab hier, Probepostkolli ca. 10 Pfd. frei dort 3 Mk. 50 Pf. Julins Werner, Neumünster i. Holstein. auf 1. November kr. zu ver mieten. Näheres durch Carl Braus. 03050000030 9 Unentbehrlich 9 0 für jeden Beamten, Ge 0) 0 scäftsmann, ZeitungsAefer 2e. ist ein gut. u. mögl. 9 O vollst. Fremdwörterbuch. Als C) eins der besten wird von„ O namhaften Blättern das bei## 0 Greßler in Langensalzabereits C) a in 13ter Aufl. erschienene * Fremdwörterbuch von W.# O Bodeusch(Gut gbd. 2½ A)„ O empfohlen. Dasselbe enthält# 0 mehr als 24000 Fremd= 0 wörter und dereu ausführliche U Erklärung, es läßt niemand## 0 im Stich, die Schrift ist deut= 0 lich und der Preis bei übrigens O vortrefflicher Ausstattung ein 0 0 sehr billiger. 0 * Vorrätig in der BuchhandO lung von Carl Braus in 0 Besarrr. 0 2550000000 Ruhrsische: Bratfisch Pfd. 25 Pf., Hechte Pfd. 65 Pf., Schleien Pfd. 60 Pf.; Salm Pfd. 1,50 M., Seczungen Pfd. 1 M. 2c., Goldsische und Schildkröten billigst empfiehlt A. Haape. Om Bewußtsein überstandener D) Gefahr des Weiterumsich. greifens der in unserem Hause ausgebrochenen Feuersbrunst ist es unser erster Gedonke, der wackeren hiesigen Feuerwehr, deren rascher und bewundernswerter Aufopferung geleisteten Hilfe wir nächst Gott es allein verdanken, daß wir vor größerem Unglück bewahrt blieben, sowie auch allen, welche uns in der Stunde der Not so treulich beigestanden, hier durch öffentlich unsern wärmsten Dank auszusprechen. Wilh. Osterberg. Heinr. Sirach. entrichten, widrigenfalls gerichtliche Beitreibung erfolgt. E. Pferdekämper. Kartossern, alte hiesige Mölle, Ztr. 4,50 M., neue Düsseld. Mölle, Ztr. 14 M., Kirschen ff. Pfd. 30—40 Pf., Erdbecren Pfd. 60—120 Pf., Erbsen Pfd. 22 Pfg., Wirsing und Weißkohl 8—20 Pfg., Möhrchen, Düsseld. Bdch. 4 Pfg., Kohlrabi à 4 Pfg., Kopfsalat 2—7 Pfg. 2c. empfiehlt A. Haape. Seranntachung. Am Freitag, den 24. d. Mts., werde ich vormittags 10 Uhr auf dem Steinberg bei Garenfeld beim Fabrikarbeiter Friedrich Brenne 1 schwarze Ziege und 1 graues Ziegenlamm, ferner vormittags 11 Uhr in Westhofen, im Pfandlokale beim Wirt Pottler 1 Pultschrank, 1 Tisch und 26 Milchnäpfe, sowie mittags 12½ Uhr beim Steinhauermeister Heinrich Fränzuer zu Buchholz 2 Rüggen Klee und ca. 1 Morgen Wiesengras öffentlich meistbietend gegen Barzahlung zwangsweise versteigern. Schwerte, den 22. Juni 1887. Gerichtsvollzieher. teile hierdurch ergebenst mit, daß der diesjährige um 9 den 20. Juni kr. D. Lecht„rusttafe Sthmerste. 12. Juli 1930. * 100Kg.—200 Pfd Iter 2ter 3ter 444 Verkauf eines Ackerguts. Das den Erben Mitze gehörige, früher Korweslühr'sche Ackergut, in Ergste bei Schwerte an der Ruhr gelegen, bestehend aus Wohnhaus, Scheune und Brennereigebäude, 3½ Morgen Hofraum und Garten, 20½ Morgen Weiden und Wiesen, 28 Morgen Ackerland und 3 Morgen Waldung, soll teilungshalber am Donnerstag, den 30. Juni, nachmittags 4 Uhr, in der Wirtschaft des Herrn Hengstenberg zu Ergste parzellenweise oder auch im ganzen unter günstigen Bedingungen meistbietend verkauft werden. Hohenlimburg, 16. Juni 1887. Künemund. Gras= und Klee=Verkauf. Donnerstag, 23. Juni, nachmittags 6 Uhr, soll das Gras in der Krämer'schen Wiese am Quickspringe, sowie 1 Morgen Klee am hohen Stein, meistbietend an Ort und Stelle verkauft werden. Hohenschwert. Gras=Verkauf in der Wiese Liethe bei Wandhofen am Donnerstag, den 23. d. M., nachmittags 5 Uhr. Gras= und Klee=Verkauf Opherdicke. Montag, den 27. Juni, nachmittags 5 Uhr, „an der Voskuhle": 25 Nummern Gras und 5 Morgen Klee. Freih. von Lilien's R.=V. Grüs=Vertäuf. Herr Pfarrer Westhoff zu Ergste will am Samstag, 25. d. M., abends 6 Uhr, ca. 12 Morgen Gras auf der Bredde nummerweise verkaufen lassen. Hohenlimburg, 15. Juni 1887. Rettlenbusch. Gras=Verkauf. Freitag, den 24. d. M. abends 6 Uhr, sollen in meiner Wiese an der Dortmunder Chaussee einige Nummern Gras öffentlich an Ort und Stelle verkauft werden. Schwerte, 22. Juni 1887. Witwe Diedrich Westerhoff. Flescheschan=Altehe empfiehlt Carl Praus. *0 * K S S e e S S Fe K 8/ S S.* S * e 80 Dortmund, 18. Juni 1887. 70 Per 100 Kilo. 95 Weizen, schwerer.. „ mittel leicht... Roggen gut... „ mittel gering Hafer, gut... mittel „ gering Gerste, schwere.. mittel „ leicht... Kartoffeln Stroh(Richt=) Heu....... Butter, 1 Kilo Eier, 60 Stück höchster 4 2 1450 14 80 90 niedrigst. # — Neuß, 20. Juni 1887. Weizen 1. Qual. per 100 Kilo g. Landroggen 1.„ per 100 Kilo 2.„ Sommergerste per 100 Kllo Buchweizen per 100 Kilo Hafer, 1 Qual.„„ 2. Rübsen(Aveel)„ Raps 1. Qual.„„ 2.„„„ Sonntag, den 26. Juni kr., feiert der Gesangverein„Westialia“ zu Hennen sein beim Wirt Herrn Fr. Kirchhoff auf dem Lehmufer durch unter Mitwirkung mehrerer auswärtiger Vereine. Entree zum Konzert Mk. 0,50. „" Ball„ 1,00. Aufang 3 Uhr. Hierzu ladet ergebenst ein Der Vorsland. Gustav-Adolphs-Fest in Westhofen. Das Jahresfest des Iserlohner Synodal=Gustav=Adolphs= Vereins soll, so Gott will, am Sonntag, den 26. Juni d. I. in Westhofen gefeiert werden. Der Gottesdienst, für welchen Herr Pastor Heller von Dortmund die Festpredigt zugesagt hat, beginnt nachmittags 2 Uhr in der Kirche zu Westhofen. In der Nachversammlung im Weiberg'schen Sale wird Herr Pastor Rocholl von Ramsbeck Mitteilungen über seine DiasporaGemeinde Bestwig machen, und sollen außerdem noch kürzere Ansprachen gehalten werden. Die evangelischen Gemeindeglieder sind zur fleißigen Beteiligung herzlichst eingeladen. Schwerte, den 17. Juni 1887. Der Vorstand. 1950 18 90 50 40 Chomas=Phesphart...,; * Lyra-Marke. Die neue Mahlanlage, mit deren Inbetriebsetzung wir vertragsmässig sämtliche Thomasschlacke des Aachener Ilütten-Aktien-Vereins in Rothe Erde zu empfangen haben, ist fertig gestellt. Wir empfehlen das aus dieser Schlacke gewonnene Düngemehl mit garantiertem Gehalt von 16 bis 18 pZt. Phosphorsäure u. höchster Feinmehlgarantie unter Kontrolle der Versuchsstationen Bonn, Kempen, Münster, Wiesbaden, Speier, Darmstadt, Marburg und Ettelbrück. C. Scheibler& Ko., Köln a. Rh. Gutes bedrucktes Zeitungspapier wieder vorrätig bei Carl Braus. 3 Zimmer auf 1. November zu vermieten. Näheres in der Exp. d. Bl. Absolut unparteiische Die täglich erscheinenden Berliner „Neueste Nachrichten“, welche nach erst fünfjährigem Bestehen bereits zu den gelesensten Tagesblättern des Deutschen Reichs zählen, enthalten: — Ausführliche politische Mitteilungen. — Wiedergabe der interessantesten Meinungsäußerungen der Presse aller Parteien. — Eingehendste Nachrichten über Theater, Musik, Kunst und Wissenschaft. — Ausführliche lokale und Gerichts=Nachrichten. — Spannende Romane. — Sorgfältige Börsen= und Handels=Nachrichten. — Vollständiges Koursblatt. Lotterie=Listen. — Die amtlichen Nachrichten; sämtliche Personal=Veränderungen im Militär= und Zivil=Dienst. Die Abonnenten der„Neueste Nachrichten“ erhalten als Gratis=Beilage folgende 7 Belblätter: 1)„Der Hausfreund“, ein illustriertes Familienblatt ersten Ranges,(16 Druckseiten stark;— wöchentlich), 2)„Illustrierte Modenzeitung“ mit Schnittmuster=Beilagen (monatlich), 3)„Produkten- und Warenmarkt-Bericht“, betr. Baumwolle, Wolle, Getreide, Leder, Kolonial= und Fettwaren 2e. (wöchentlich), 4)„Verlosungsblatt“, betr. Staatspapiere, Prioritäten, Anleihelose 2c.(wöchentlich), 5)„Zeitung für Landwirtschaft und Gartenbau“,(2mal monatl.), 6)„Hausfrauen-Zeitung“,(2 mal monatlich), 7)„Humoristisches Echo“,(wöchentlich). Der hereits begonnene Roman „Der Zug des Herzens“ von A. Marby, wird den neu hinzutretenden Abonnenten auf Verlangen gratis u. an'e nacbeallofart. franio nnengeneiert. Probenummern gratis u. franko. 500„ per 500„ 100„ in Partieen von 100 Ztr. 45/50 Rüböl per 100 Kilo faßw. Gereinigt. Oel per 100 Kilo 3 M höher als Rüböl. Preßkuchen per 1000 Kilo[104 Weizen=Vorschuß 00 per 100 Kilo Kleien per 50 Kilo 4/20 Dortmund, 20. Juni.(Städtischer Viehhof.) Zum heutigen Schlachtviehmarkte waren aufgetrieben 330 Stück Großvieh, 241 Schweine, 172 Kälber, 22 Hammel. Per 100 Pfund Schlachtgewicht wurde gezahlt: für Ochsen 53 J. Stiere 36—42 M, Kühe 1.Qual. 48—52 K, 2. Qual. 44—48 M, Schweine 1. Qual. 41—45 M, 2. Qual. 37—40 K, Kälber per Pfd. Schlachtgewicht 1. Qual. 48—53 4, 2. Qual. 40—46 4, Hammel desgl. 55 4. Unverkauft blieben 56 Stück Großvieh. Dinslaken, 16. Juni. Zum heutigen Viehmarkte waren aufgetrieben 530 Stück tragende u. frischmilchende Kühe und Rinder, sowie 720 Schweine aller Gattungen. Im Rindvieh=Handel ist eine Aenderung der Preise nicht eingetreten; die Zutrifft wurde bis auf einen kleinen Rest verkauft. Am Schweinemarkt wurde gezahlt für Saugschweine, 4 bis 8 Wochen alt, 2.50—3,25# pro Woche, für Faselschweine, 14 bis 20 Wochen alt, pro Stück 24—33 M, für fette 43,50 K, 1. Qualität 42 K, 2. Qualität pro 50 Kilo Schlachtgewicht. Handel zufriedenstellend, namentlich in Saug= und Faselschweinen.— Nächster Markt: Donnerstag, den 30. Juni. Wechsel= und Geld=Kurse. ron der Heydt=Kersten und Söhne. Elberfeld, 20. Juni 1887. Billigste große Zeitung! Inkluslve Kurse in Reichsmk. Briefe. k.S. 168,85 2M. 208.70 7 Beiblätter pro Quartal nur Mark 3.50 bei allen deutschen Postanstalten. k.S. 2M. k.S. 80,.80 2M. Antw. u. Brüssel k.S. 80,75 2M. Basel u. Zürich k.S. 2M. Ital. Hauptbankpl. E.S. 79.95 Geldsorten. nks=Stücke Kmp 16.10 G. Sovereigns" 20.20 C. Fünffrankb=Stückt.„ 4.00 S, Geld. 168.25 167,50 203,20 202,70 80.40 80.05 80.25 79,90 80.20 79.70